Sie sind auf Seite 1von 56

IFFOCUS

1/2007

Logistik verbindet

Logistik – Intelligenz in Produktion und Verkehr

Sichere Warenketten durch Galileo-Technik


LogMotionLab - führendes RFID- und Telematiklabor
Modellierung und Simulation in Logistik und Fabrikplanung
Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das Jahr 2007 ist ein besonderes Jahr Telematik-Technologien, über eines
für unser Institut. Wir feiern in diesem der am besten ausgestatteten RFID-
Jahr unser 15-jähriges Bestehen und Labore Europas. Frei werdende Kapa-
veranstalten im Juni zum zehnten Mal zitäten in unserem Technikum werden
die IFF-Wissenschaftstage. Zwei Ereig- wir für den weiteren Ausbau des
nisse, die uns mit Freude erfüllen und LogMotionLabs ebenso nutzen wie für
auf die wir stolz sind. Wir haben viel neue Projekte in den Automatisie-
erreicht in unserer kurzen, aber dyna- rungsbereichen. Mit der Entwicklung
mischen Geschichte. Dem Engage- von automatisierten Reinigungs- und
ment und der Einsatzbereitschaft Inspektionssystemen für den Emscher-
unserer Mitarbeiter sowie ihrer Begeis- kanal wickelt das Geschäftsfeld Robo-
terung für Forschung und neue Tech- tersysteme eines der größten Indus-
Prof. Dr.-Ing. habil. Michael Schenk
Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für nologien ist es zu verdanken, dass wir trieprojekte innerhalb der Fraunhofer-
Fabrikbetrieb und Automatisierung innerhalb von nur acht Jahren den Gesellschaft ab. Das Geschäftsfeld
© V. Kühne zweiten Neubau beziehen konnten. Mess- und Prüftechnik entwickelt
Mit unserem Hauptgebäude in der berührungslos arbeitende optische
Sandtorstraße und dem Virtual 3-D-Messsysteme, die selbst die stren-
Development and Training Centre gen Anforderungen der Deutschen
VDTC in der Joseph-von-Fraunhofer- Bahn erfüllen und von der Kalibrier-
Straße verfügen wir über zwei hervor- und Prüfstelle zugelassen wurden.
ragend ausgestattete, moderne Insti-
tutsgebäude. Es ist zugleich der Aus- Ich lade Sie ein, uns näher kennen zu
druck dafür, dass wir mit der inhaltli- lernen, sich zu informieren über
chen Ausrichtung unseres Institutes Menschen, aktuelle News, Produkte
eine erfolgreiche und zukunftsträch- und Leistungen unseres Instituts und
tige Linie eingeschlagen haben. Seit wünsche Ihnen viel Vergnügen beim
unserem Beginn im Jahr 1992 verfol- Lesen.
gen wir das Ziel, Fabriken und deren
Logistiksysteme effizienter zu planen Ihr
und durch neue Automatisierungskon-
zepte sicher zu betreiben. Hierfür
bündeln wir die Forschung- und
Entwicklungsleistungen verschiedener Prof. Dr.-Ing. habil. Michael Schenk
Disziplinen in unserem Institut.

Mit dem Bezug des VDTC, in dem wir


uns vorrangig der Forschung und Ent-
wicklung virtueller Technologien und
ihrer Anwendungsmöglichkeiten wid-
men, schaffen wir in unserem Insti-
tutsgebäude in der Sandtorstraße
dringend benötigten Platz für die
Bereiche Logistik und Automatisie-
rung. Schon heute verfügen wir am
Fraunhofer IFF mit dem LogMotionLab,
dem Entwicklungs-, Test- und Zerti-
fizierungslabor für Auto-ID und

3
In diesem Heft ...

Aktuelles 10 Interview
Fraunhofer IFF zeigt RFID-Neuheit
6 beim Branchenhighlight 14
10 Jahre IFF-Wissenschaftstage Die Entscheidung pro Leipzig/Halle
IFF mit RFID-Lösungen auf der war richtig
Holzlogistik – Praktikable Lösungen im LogiMAT Michael Reinboth, DHL Projektleiter
Einsatz Luftfrachtdrehkreuz Europa
11
7 Von der Biomasse zur Brennstoffzelle
Logistikvorlesungen von Branchen-
profis Sachsen-Anhalt präsentiert sich auf
Aus Forschung und
»Transport Logistic China« Entwicklung
Tagung zu Qualität und Sicherheit
logistischer Prozesse in Moskau 12 16
Internationale Kooperation zur Sicherheit in der Lieferkette
8 Nutzung von Biomasse Dr.-Ing. Klaus Richter
IFF-Technik im »DHL Innovation Center«
RFID in der Instandhaltung 20
GNSS-INDOOR – Innovative Techno- Neues aus dem LogMotionLab
logien zur Ortung von Personen und Europäische Innovationsförderung – Dipl.-Wirtsch.-Ing. Helmut Röben
Objekten in Gebäuden neue Chancen für KMU
22
9 13 Labor zur Untersuchung logistischer
Länderkooperation Galileo zwischen Worldclass Launch – Automobile Echtzeitsysteme
Niedersachsen und Sachsen-Anhalt erfolgreicher produzieren Dr. rer. nat. habil. Juri Tolujew,
Dipl.-Wirtsch.-Ing. M. Sc. Tobias
Vertragsunterzeichnung zu bundes- Innovationsforum Elektronenstrahl- Reggelin
weitem Galileo-Forschungsprojekt schweißen

Finanzminister Steinbrück im VDTC


26 39 45
Logistische Risiken erkennen Im Lager funkt es Karriere mit Fraunhofer
und bewerten – Unterstützung in Einsatz von Barcode und RFID für den
der strategisch-taktischen Supply Wareneingang im Maschinen- und 46
Chain Planung Anlagenbau Der Herr des Elbe Doms
Dipl.-Ing. Holger Seidel, Dr.-Ing. Klaus Richter,
Dipl.-Wirtsch.-Ing. Daniel Reh Dipl.-Ing. Cathrin Plate Mit Marie Curie ans Fraunhofer IFF

28 42
Gestaltungsoption Fabrik – Mit intelligenten Prototypen Galerie
Planung von flexiblen Fertigungs- schneller zum Produkt
strukturen im Fokus Dipl.-Ing. Juraj Sulc, Dipl.-Ing. Susan 46
Dipl.-Ing. Holger Seidel, Gronwald, Dr.- Ing. Uwe Klaeger, Impressionen aus Wirtschaft,
Dipl.-Wirtsch.-Ing. Rolf Walter Prof. Dr.-Ing. K.-H. Grote Wissenschaft und Technik

32
RFID-Technologie für die Stahl- Kluge Köpfe 54
industrie im Bereich Instandhaltung
und Materialwirtschaft 44
Ausblick
Dipl.-Ing. Eyk Flechtner, Dipl.-Ing. Fraunhofer in Sachsen-Anhalts
Sven-Uwe Hofmeister, Wolfgang Logistik-Beirat
47
Freihube, Wolfgang Janatsch
Dr.-Ing. Klaus Richter ist neuer Impressum
36 SANASA-Vorstand
Kontinuierliche Fabrikplanung im
Generatorenbau Forschungspreis 2006 des Landes
Dipl.-Wirtsch.-Ing. Thomas Dengler, Sachsen-Anhalt
Dipl.-Ing. René Petri
A K T U E L L E S

10 Jahre IFF-Wissenschaftstage Holzlogistik – Praktikable


Lösungen im Einsatz
Gemeinsam mit dem Landesforst-
betrieb Sachsen-Anhalt organisierte
das Fraunhofer IFF den Workshop
»Holzlogistik – Praktikable Lösungen
im Einsatz«. Am 18. April trafen sich
Verantwortliche aus den Bereichen
Forst, Holz und Dienstleistungen auf
Schloss Hundisburg bei Haldensleben.
Schwerpunkt der praxisorientierten
Veranstaltung war die gesamte Logis-
tikkette vom Wald bis zum Werk.
Einleitende Fachvorträge erläuterten
wirtschaftliche Hintergründe und
Vom 27. bis 29. Juni 2007 finden am über tagesaktuelle Themen wie Effekte, wissenschaftliche Erkenntnisse
Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb Satellitennavigation und Energieeffi- und technische Konzepte. In den an-
und -automatisierung IFF in Magde- zienz von Wirtschaftsverkehren. schließenden Präsentationen wurden
burg die 10. IFF-Wissenschaftstage logistische Lösungen für die Holzwirt-
statt. Seit nunmehr zehn Jahren tref- Die Linie der vergangenen Jahre auf- schaft vorgestellt: Holzbuchführung,
fen sich Führungskräfte, Entwickler greifend, wird es auch 2007 eine Polterverwaltung, Flottenmanagement
und Anwender, um sich in Fach- Tagung mit dem Titel »Virtual Reality und ein Off-Road-Navigationssystem
tagungen, Workshops und Industrie- und Augmented Reality zum Ent- sollen Arbeitsvorgänge effizienter
seminaren über die neuesten Trends wickeln, Testen und Betreiben tech- gestalten und die Kosten in der
und Entwicklungen auszutauschen nischer Systeme« geben. Das neu Holzlogistik senken. Vor allem die
und Best-Practice-Beispiele kennen zu eröffnete Virtual Development and Praxisvorführungen stießen bei dem
lernen. Die IFF-Wissenschaftstage Training Centre VDTC wird erstmals in Fachpublikum auf großes Interesse.
haben sich für Kunden, Partner und die Wissenschaftstage eingebunden
Freunde des Institutes zu einem pul- und bietet mit seinen verschiedenen
sierenden Treffpunkt an der Schnitt- VR- und AR-Laboren eine optimale
stelle zwischen Wirtschaft und Ausstattung, um die Möglichkeiten
Wissenschaft entwickelt. Gemeinsam der virtuellen Technologien nicht nur
werden hier neue Ideen entwickelt in der Theorie zu erläutern, sondern
und Projekte erfolgreich auf den Weg auch in der Praxis zu erleben. Wie
gebracht. bereits in den vergangenen Jahren
werden neben Wissenschaftlern, ins
Im Rahmen der 10. IFF-Wissenschafts- besondere aus dem ViVERA-Netzwerk
tage finden zwei internationale Fach- und dem INTUITION-Network of
tagungen statt. Mit der Fachtagung Excellence, Experten aus Unternehmen
»Logistik – Intelligenz in Produktion angesprochen, um den Dialog zwi-
und Verkehr« greift man einen zen- schen Wissenschaft und Wirtschaft zu
tralen Forschungsschwerpunkt des intensivieren.
Fraunhofer IFF auf. In Hinsicht darauf,
dass sich Mitteldeutschland deutlich Ergänzend werden Workshops und Praxisdemonstration. © V. Kühne
zu einer aufstrebenden Logistikregion Industrieseminare aus weiteren Ar-
entwickelt, ein spannendes Thema. Im beitsfeldern, wie beispielsweise der Die Fachleute konnten sich davon
Zentrum des Interesses stehen hier die Servicerobotik oder dem Anlagenbau überzeugen, dass die Lösungen praxi-
Themen Innovation im Verkehr, Logis- angeboten. sorientiert entwickelt wurden und für
tik in der intelligenten Produktion und den Einsatz in der Holzwirtschaft
Infrastrukturen für intelligente Logis- Weitere Informationen zu den Wissen- bestens geeignet sind.
tik. Nutzen Sie die Gelegenheit und schaftstagen, das Programm und
informieren Sie sich im Rahmen der Online-Anmeldeformulare finden Sie
Fachkonferenz im »LogMotionLab« im Internet unter:
www.wissenschaftstage@
iff.fraunhofer.de

6 Aktuelles
Logistikvorlesungen von Branchenprofis Bedeutung. Neue logistische Konzepte
mit modernsten Technologien sind ein
Um auf dem Markt bestehen zu exzellente Logistik-Ausbildung: »Die wesentlicher Beitrag zur Sicherheit von
können, sind Unternehmen unter Logistikausbildung in Magdeburg ist Produkten und Prozessen angesichts
anderem auf hervorragende Logistik- schon jetzt deutschlandweit führend. der weltweit verteilten Fertigungs- und
lösungen angewiesen. Diesen ständig Durch die Gastvortragsreihe mit ihren Nutzungsstandorte.
neuen Herausforderungen widmet hochkarätigen Referenten aus der
sich die bereits zum zehnten Mal Praxis erhalten die Studierenden aus
stattfindende Gastvortragsreihe erster Hand Einblick in unternehmeri-
Logistik. Vom 17. April bis 19. Juni sches Denken und Handeln«.
halten Experten insgesamt acht Fach-
vorträge zum Thema »Logistik als Die Vortragsreihe wird organisiert von
Arbeitsfeld der Zukunft«. Mittlerweile Prof. Dr.-Ing. habil. Michael Schenk
ist die Logistik mit über 2,6 Mio. (Institutsleiter des Fraunhofer IFF und
Arbeitsplätzen die drittstärkste Bran- Leiter des Institutes für Logistik und
che in Deutschland, im Jahr 2006 Materialflusstechnik an der Otto-von-
erzielte sie einen Umsatzrekord von Guericke-Universität) in Zusammen-
166 Mrd. Euro. arbeit mit Prof. Dr. Karl Inderfurth Die Interlogistica setzt sich im Bereich der
(Inhaber des Lehrstuhls BWL, Schwer- Logistik mit Aspekten der Sicherheit und
Auch in Sachsen-Anhalt boomt die punkte Produktion und Logistik) und Qualität auseinander. © GosNIIAS
Branche: »Mitteldeutschland hat sich Prof. Dr.-Ing. Dietrich Ziems (Inhaber
zu einem der bedeutendsten Logistik- des Lehrstuhls an der Fakultät für Veranstalter der Fachtagung war die
standorte in ganz Europa entwickelt« Maschinenbau). Sie steht unter der Interlogistica, eine gemeinsame Orga-
bestätigt Dr. Karl-Heinz Daehre, Schirmherrschaft von Minister Daehre. nisation des Fraunhofer IFF in Magde-
Minister für Landesentwicklung und Aktuelle Informationen zur Gastvor- burg, des Staatlichen Forschungsinsti-
Verkehr bei der Eröffnung der Gast- tragsreihe finden Sie im Internet unter tuts für Flugsysteme in Moskau
vortragsreihe. www.gvr-log.de. (GosNIIAS) und der Staatlichen Tech-
nischen Universität – Moskauer Institut
Die Wirtschaft profitiert von den für Automobil- und Straßenwesen
Stärken der Region: Drei namhafte (MADI). Die Tagung wurde in Koope-
Unternehmen haben bereits ihre
Tagung zu Qualität und ration mit der Bundesvereinigung
Logistikzentren von Brüssel zum Flug- Sicherheit logistischer Logistik (BVL) durchgeführt und stand
hafen Halle-Leipzig umziehen lassen. unter der Schirmherrschaft der Föde-
Daehre unterstreicht den Wert von
Prozesse in Moskau ralen Agentur für Industrie Russlands
praxisorientierten Vorträgen für eine Am 25. und 26. April fand in Moskau (ROSPEOM) und des Verkehrsministeri-
die internationale Fachtagung »Logis- ums Russlands (MinTRANS).
tische Prozesse in den Bereichen Luft-
fahrt, Automobil und Transportwesen:
Qualität und Sicherheit« statt. Mit
mehr als 120 Teilnehmern aus Russ-
land und Deutschland, die an dem
intensiven Erfahrungsaustausch teil-
nahmen, war die Veranstaltung ein
erfolgreicher Auftakt. Vorwiegend
Entwickler, Anwender, Dienstleister
und Endkunden aus den Bereichen
Luftfahrt, Automobil und Transport-
wesen besuchten die Veranstaltung,
um Kontakte zu knüpfen, Ideen MADI-Rektor Prof. Vjacheslav Prihodko nutzte
die Gelegenheit und lud Fraunhofer-Insti-
auszutauschen, und neue Projekte zu tutsleiter Prof. Dr.-Ing. habil. Michael Schenk
initiieren. ein, an der renommierten Forschungseinrich-
tung einen Gastvortrag zu halten.
© S. Morozov
Durch den hohen Anspruch der Luft-
fahrt- und Automobilindustrie gewinnt
Dr. Karl-Heinz Daehre, Minister für
Landesentwicklung und Verkehr bei der die Sicherung von Qualität und Stabili-
Eröffnung der Gastvortragsreihe. tät logistischer Abläufe besondere
© A.-K. Wassilew
Aktuelles 7
A K T U E L L E S

IFF-Technik im »DHL Innovation Center« GNSS-INDOOR – Innova-


tive Technologien zur
In Troisdorf bei Bonn hat die Deutsche port von wertvollen Gütern in interna-
Post World Net ihr Zukunftslabor tionalen Warenketten eingesetzt Ortung von Personen
»DHL Innovation Center« eröffnet. werden. und Objekten in Gebäu-
Ziel und Aufgabe des DHL Innovation
Centers ist es, aus logistischen Zu- Weitere intelligente Transport-Tech- den
kunftstrends heraus neue, markt- nologie haben Wissenschaftler vom Neben der satellitengestützten Positio-
fähige Produkte mit hohem Innova- Fraunhofer IFF in die Regale des nierung mittels GPS, und auch zu-
tionsgrad zu entwickeln. Dazu vereint Sprinter-Fahrzeugs integriert. Die Aus- künftig Galileo im Außenbereich, ge-
das Zukunftslabor alle Stellen, die stattung der Laderäume mit RFID-An- winnen kompatible Lösungen für eine
bislang im technischen Innovations- tennen ermöglicht eine permanente Positionsbestimmung innerhalb von
management des Konzerns gearbeitet Überwachung des Fahrzeuginhalts. Gebäuden zunehmend an Interesse.
haben, unter einem Dach. Eine weitere gemeinsame Initiative,
um in Zukunft die Transparenz und Im Rahmen des Vorhabens GNSS-
Mit an Bord sind Entwicklungen aus Sicherheit beim Betrieb des Paket- INDOOR werden die Partner VEGA,
dem Fraunhofer-Institut für Fabrik- dienstes zu erhöhen. OECON, Telematica, Fraunhofer IFF,
betrieb und -automatisierung IFF in Scheller Systemtechnik, die Friedrich-
Magdeburg. Gemeinsam mit der Das Fraunhofer IFF ist offizieller FuE- Schiller-Universität Jena und das Cen-
Deutschen Post World Net hat das IFF Partner des DHL Innovation Centers, trum für Satellitennavigation Hessen
die Smart-Box entwickelt. Dabei ebenso wie die Logistikinstitute des (CESAH) verschiedene Technologien
handelt es sich um einen intelligenten Massachusetts Institute of Technology zur Ortung von Personen, Fahrzeugen
Ladungsträger, der eine Permanent- (MIT) in Boston und Saragossa und und Gütern in unterschiedlichen
inventur des Inhalts ermöglicht, jede weitere Fraunhofer-Institute. Zu den Gebäudetypen intensiv untersuchen
Packstückzuladung und -entnahme Innovationspartnern aus der Wirt- und erproben. Die Leistungsfähigkeit
registriert und dokumentiert, über schaft zählen IBM, Intel und SAP. Im der entwickelten Konzepte wird in
verschiedene Funktechnologien welt- Center sind rund 20 ständige Mitar- einem Feldversuch zusammen mit den
weit zu orten ist und über integrierte beiter mit Innovationsprojekten be- Partnern DHL und dem Flughafen
Telekommunikationsmodule mit schäftigt, hinzu kommen weitere zehn Leipzig/Halle demonstriert.
einem Leitstand interagieren kann. Die Arbeitsplätze für Mitarbeiter der Inno-
Smart Box soll für den sicheren Trans- vations- und Forschungspartner. Innerhalb des Projekts mit einer
Laufzeit von 24 Monaten wird der
Schwerpunkt auf unterschiedlichen
Systemarchitekturen für Logistik- und
Sicherheitsanwendungen liegen. Die
Industrie meldet bereits heute breiten
Bedarf für eine innerhalb von Gebäu-
den funktionierende Ortungslösung.
Mögliche Einsatzfelder finden sich
unter anderem in der Sicherung von
Warenketten, bei der Erfassung von
Personenströmen in öffentlichen
Gebäuden aber auch in der Event-
logistik.

Das Vorhaben GNSS-INDOOR wird mit


Mitteln des Bundesministeriums für
Wirtschaft und Technologie durch die
Raumfahrtagentur des Deutschen
Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V.
(DLR) unter dem Förderkennzeichen
50 NA 0703 gefördert.
Die von Deutsche Post World Net und Fraunhofer IFF gemeinsam entwickelte
Smart-Box im DHL Innovation Center. © Deutsche Post World Net Pressebild

8 Aktuelles
Länderkooperation Galileo zwischen Vertragsunterzeichnung
Niedersachsen und Sachsen-Anhalt zu bundesweitem
Galileo-Forschungsprojekt
Am 8. März unterzeichneten Verkehrs-
minister Dr. Karl-Heinz Daehre und
Prof. Dr.-Ing. habil. Michael Schenk,
Leiter des Fraunhofer IFF, den Vertrag
zum Projekt »Best4City«. Ziel des
Projektes ist die Entlastung des inner-
städtischen Straßenverkehrs in
Deutschland. Gefördert wird das Pro-
jekt mit 180.000 Euro vom Bund und
25.000 Euro vom Land Sachsen-
Anhalt. Partner sind neben dem Fraun-
hofer IFF als Konsortialführer die TU
Darmstadt und die GZVB Competence
Center GmbH in Braunschweig. Die
Zusammenarbeit von Forschungspart-
nern aus verschiedenen Bundesländern
unterstreicht die bundesweite Bedeu-
V.l.n.r.: Harry Evers, Geschäftsführer der GZVB Competence Center GmbH/GAUSS, Walter Hirche, tung des Projekts.
Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Dr. Karl-Heinz Daehre, Minister für
Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt, Prof. Dr.-Ing. habil. Michael Schenk, Instituts-
leiter, Fraunhofer IFF, Dr.-Ing. Klaus Richter, Kompetenzfeldleiter, Fraunhofer IFF. © H. Siegert

Auf dem Forum für Telematik und in Magdeburg als Konsortialführer, die
Navigation während der CeBIT 2007 TU Darmstadt und die niedersächsi-
sprachen Walter Hirche, Niedersäch- sche Landesinitiative SatNav beteiligt.
sischer Minister für Wirtschaft, Arbeit Mit dem Projekt wird ein technisch-
und Verkehr, und Dr. Karl-Heinz innovatives Konzept für Wirtschafts-
Daehre, Minister für Landesentwick- und wirtschaftsnahe Verkehre auf
lung und Verkehr Sachsen-Anhalt, Basis neuer Wechselbehälter für 3,5 t
über die Kooperation der Bundeslän- Kleintransporter entwickelt. Die Ver-
der Niedersachsen und Sachsen- tragsunterzeichnung zu »Best4City«
Prof. Dr.-Ing. habil Michael Schenk (rechts)
Anhalt im Bereich Galileo. Vor dem im März dieses Jahres markierte einen erläutert Minister Dr. Karl-Heinz Daehre (Mitte)
Hintergrund der herausragenden ersten Schritt im Bereich der Galileo- die Funktionsweise des LKW mit intelligentem
Bedeutung von Galileo als dem wich- Anwendungen in der Logistik. Wechselbehälter. © H. Siegert
tigsten zivilen Gemeinschaftsprojekt in Eine steigende Anzahl von Anliefe-
Europa forderte Hirche eine Bünde- Während des Forums stellte Daehre rungen bei gleichzeitig kleineren
lung der Galileo-bezogenen Ressour- ein Drei-Stufen-Konzept vor, das Liefermengen ließ den innerstädtischen
cen in Deutschland bei gleichzeitiger darauf abzielt, mit den Schwer- Lieferverkehr in den vergangenen
Konzentration auf Kernkompetenzen. punkten Verkehr und Logistik eine Jahren rasant ansteigen. Im Projekt
Galileo-Kernkompetenz in Sachsen- »Best4City« wird untersucht, wie
Als erstes konkretes Projekt der Ko- Anhalt aufzubauen. Das Ministerium IT-basierte, organisatorische und tech-
operation der Länder erwähnte für Landesentwicklung und Verkehr nische Maßnahmen eines neuen
Daehre das in die, Anfang des Jahres Sachsen-Anhalts wird dieses Konzept Wechselbehälterkonzepts für Fahr-
gestartete, Landesinitiative »Galileo federführend begleiten und hat dafür zeuge dazu beitragen, Wirtschaftsver-
Transport Sachsen-Anhalt« integrierte bereits Finanzmittel eingeplant. kehre stadtverträglich zu gestalten.
anwendungsbezogene Forschungs- Dazu wird die genaue Ortung von
projekt »Best4City«. An dem durch Galileo mit RFID-Technologie kombi-
den Bund und das Land Sachsen- niert, um die Auslastung der Fahr-
Anhalt geförderten Vorhaben sind, zeuge zu erhöhen, die Routen optimal
neben dem Fraunhofer-Institut für zu planen und die Navigation zu
Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF verbessern.

Aktuelles 9
A K T U E L L E S

Fraunhofer IFF zeigt RFID-Neuheit beim IFF mit RFID-Lösungen


Branchenhighlight auf der LogiMAT
Auf dem 23. Deutschen Logistik- Luftfahrtbranche profitieren von den
Kongress der BVL präsentierte das neu geschaffenen Möglichkeiten.
Fraunhofer IFF ein RFID-System, das
selbst in ungünstigen metallischen Die UHF-Einheit des neuen Systems
Umgebungen zuverlässig arbeitet. wurde so konzipiert, dass die ehemals
Viele Unternehmen verwenden bereits störende Metallbox den Leseprozess
heute erfolgreich RFID-Technologie. positiv beeinflusst. Tests mit gefüllten
Doch stieß die Technik bislang bei Getränkedosen und Plastikflaschen
Flüssigkeiten und in metallischen verliefen positiv.
Umgebungen an seine Grenzen. Die
Forscher vom Fraunhofer IFF haben es Seit mehr als einem Jahrzehnt beweist
nun geschafft, diese Hürde zu über- das Fraunhofer IFF Kompetenz bei der
winden. Damit wird in vielen Behälter- Entwicklung von RFID-Systemen. Der
und Transportsystemen der Einsatz Fokus liegt hierbei auf industriellen
von RFID-Technologie erst jetzt mög- Anwendungen, im Produktionsumfeld Der RFID-basierte Kommissioniertisch schließt
Fehler bei der Kommissionierung aus und
lich und die Anwendbarkeit von RFID und bei der Sicherheit und Zuver- erleichtert den Workflow. © B. Rohrschneider
erweitert sich durch das neue System lässigkeit internationaler Warenketten.
erheblich. Institutsleiter Prof. Dr.-Ing. Mit dem LogMotionLab verfügt das Vom 13. bis 15. Februar fand in
habil. Michael Schenk stellt fest: Institut über eines der am besten Stuttgart die LogiMAT – Internationale
»Mit diesem Verfahren gelingt uns ein ausgestatteten RFID-Labore. Die lang- Fachmesse für Distribution, Material-
entscheidender Schritt, internationale jährige Erfahrung im Entwickeln, und Informationsfluss statt. Dort
Warenketten sicherer und effizienter Testen und Zertifizieren von Auto-ID- präsentierten die Wissenschaftler vom
zu gestalten. Mit einem zuverlässigen und Telematiktechnologien führte Fraunhofer IFF einen RFID-basierten
RFID-System für Metallumgebungen bereits zu mehreren Patenten. Für Kommissioniertisch und ein Behälter-
bieten wir eine Lösung an, die für Kunden aus Industrie und Mittelstand management für den industriellen
viele Branchen relevant ist«. ist das LogMotionLab ein idealer Einsatz.
Partner zur Umsetzung von RFID-Pro-
Besonders die chemische und pharma- jekten. In den IFF-Kommissioniertisch inte-
zeutische Industrie, die Getränkein- grierten die Forscher ein RFID-Lese-
dustrie und auch die Automobil- und gerät und schufen eine Schnittstelle
zur Unternehmenssoftware, die
Kommissionieraufträge an die Mitar-
beiter weiterleitet. Da alle Waren mit
einem RFID-Chip gekennzeichnet sind,
werden sie beim Ablegen auf dem
Tisch automatisch identifiziert. Sobald
ein Auftrag vollständig kommissioniert
wurde, erhält der Mitarbeiter über ein
Ampelsystem Rückmeldung und der
Auftrag wird an die Unternehmens-
software als abgeschlossen zurückge-
meldet.

Zusätzlich zeigten die IFF-Forscher ein


RFID-basiertes Behältermanagement.
Das System ist für geschlossene Logis-
tikkreisläufe mit Mehrwegbehältern
konzipiert. Die entscheidenden Vor-
teile dieses Systems liegen in der
Durch ein neues Verfahren arbeitet das RFID-System des Fraunhofer IFF auch in metallischen Wiederbeschreibbarkeit der Daten-
Umgebungen und bei Objekten wie flüssigkeitsgefüllten Metalldosen zuverlässig. träger und in der dezentralen Bereit-
© B. Rohrschneider
stellung der Information direkt am
Objekt.

10 Aktuelles
Von der Biomasse zur Brennstoffzelle beschleunigen. Mit »ProBio« geht
eines der ersten Projekte deutschland-
Max-Planck- und Fraunhofer-Institute Brennstoffzellen flexibel einsetzbar ist, weit an den Start.
starten gemeinsame Projektarbeit in so beispielsweise auch in Brennkam-
Magdeburg mern zur Wärmebereitstellung oder in
Gasmotoren zur Stromerzeugung. Die
Forscher am Fraunhofer-Institut für
Internationale Koope-
Keramische Technologien und Sys- ration zur Nutzung von
teme IKTS in Dresden beschäftigen
sich mit dem Einsatz dieses Brenn-
Biomasse
gases in einer Hochtemperatur-Brenn- Am 23. Februar 2007 fand die Kon-
stoffzelle. Parallel dazu untersucht ferenz »Perspective 2007-2013« in
man am Magdeburger Max-Planck- Valencia (Spanien) statt. Die Konfe-
Institut für Dynamik komplexer techni- renz beruht auf der Gemeinschaftsini-
scher Systeme, wie sich die Brenngase tiative Interreg IIIC und wird von der
nach neuartigen Gasreinigungspro- EU gefördert. Neben anderen Vor-
zessen in Niedertemperatur-Brenn- haben wurde dort das zukunftswei-
stoffzellen nutzen lassen. In Brenn- sende Projekt »Interregional Coope-
stoffzellen wird die chemisch gespei- ration on Biomass Utilization« vorge-
cherte Energie direkt in elektrische stellt. Die Kooperation wird vom
Energie umgewandelt. Bei diesem Fraunhofer IFF geleitet. Partner sind
Im Verbundprojekt ProBio wird die Nutzung Prozess sind deutlich höhere Wir- das College of Nyiregyhaza (Ungarn)
von Biomasse in Brennstoffzellen erforscht.
kungsgrade gegenüber den konven- und die Chambers of Commerce of
Prof. Dr.-Ing. Kai Sundmacher, Sprecher des
ProBio Verbundprojekts und Direktor am tionellen Kraftwerkstechnologien Valencia und Aidima (Spanien). Ziel ist
Magdeburger Max-Planck-Institut und Detlef erreichbar. die Vorbereitung und Durchführung
Schubert Staatssekretär im Ministerium für Weiterhin fließen am MPI die Erkennt- eines überregionalen Forums zur Er-
Wirtschaft und Arbeit des Landes
Sachsen-Anhalt (v.l.n.r.) © P. Förster
nisse aus den Experimenten aller Pro- schließung und Nutzung von Biomasse
jektpartner zusammen. Auf dieser im November 2007 in Nyiregyhaza.
Brennstoffzellen werden überwiegend Grundlage erstellen die Max-Planck- Energie aus Biomasse wird in Sachsen-
mit Wasserstoff betrieben. Zukünftig Wissenschaftler eine komplexe Simu- Anhalt und in Valencia bereits in brei-
soll verstärkt Biomasse als Ausgangs- lation der Gesamtanlage. tem Umfang genutzt. In anderen ver-
stoff genutzt werden und nicht mehr, Bei erfolgreicher Evaluierung der er- gleichbaren Regionen besteht noch
wie bisher, fossile Energieträger. In sten Phase soll sich eine zweite, drei- Nachholbedarf. Diesen Regionen
dem neuen Forschungsprojekt »ProBio« jährige Forschungsphase anschließen. sollen innovative Leistungen und prak-
untersuchen Magdeburger und Dres- Hier werden die theoretischen und tische Anwendungen für eine nach-
dner Wissenschaftler, wie sich nach- experimentellen Erkenntnisse für den haltige Biomassenutzung präsentiert
wachsende Rohstoffe effektiv und Aufbau und Betrieb der industriena- werden. Maßgeblich sind dabei die
umweltschonend zur Stromerzeugung hen Pilotanlage genutzt. Diese soll in Themen Logistik und Energieum-
einsetzen lassen. gemeinsamer Verantwortung der drei wandlung.
beteiligten Institute am Standort Mag-
Für den späteren Aufbau einer indus- deburg errichtet und betrieben
trienahen Pilotanlage forschen die werden. Die Prozessindustrie in
Wissenschaftler nun an der optimalen Deutschland benötigt dringend solche
Zusammenführung der einzelnen Anlagen, denn die Energiebranche
Prozesse. Bei der Vergasung der Bio- entwickelt sich mit rasantem Tempo.
masse wie z.B. Holz oder Stroh entste-
hen wasserstoffreiche Brenngase. Im Rahmen des Pakts für Forschung
Bevor sie der Brennstoffzelle zuge- und Innovation haben sowohl die
führt werden, müssen sie in speziellen Max-Planck-Gesellschaft als auch die
Verfahren aufgearbeitet und gereinigt Fraunhofer-Gesellschaft erklärt, ihre
werden. Das Fraunhofer IFF in Magde- vielfältig existierenden Kooperationen
burg entwickelt für »ProBio« diese zu vertiefen. Die gemeinsamen Pro-
Verfahren auf der Grundlage der jekte der Forschungsorganisationen Biomasse als erneuerbarer Energieträger
Wirbelschichttechnologie. Besonders sollen durch enge Verzahnung von gewinnt in Zeiten von Rohstoffverknappung
und steigenden Rohstoffpreisen enorm an
bemerkenswert ist, dass dabei das Grundlagenforschung und angewand- Bedeutung. © Fraunhofer IFF
Brenngas neben der Verwendung in ter Forschung Innovationsprozesse

Aktuelles 11
A K T U E L L E S

Sachsen-Anhalt präsen- RFID in der Instandhaltung


tiert sich auf »Transport
Logistic China«
Die »Transport Logistic China« in
Shanghai ist die wichtigste Transport-
und Logistikmesse Asiens, an der sich
zahlreiche deutsche Aussteller beteili-
gen. Auch Bundesverkehrsminister
Wolfgang Tiefensee war vor Ort und
besuchte unter anderem den Gemein-
schaftsstand der Aussteller aus
Sachsen-Anhalt. Dort präsentierten
sich die Magdeburger Hafen GmbH,
die Kranbau Köthen GmbH und das
Fraunhofer IFF. Die Magdeburger
Forscher stellten sich als praxisorien-
tierter Forschungspartner vor. Das
internationale Publikum aus mehr als
80 Ländern überzeugte sich von der Im Rahmen der Vertragsunterzeichnung präsentiert Dr.-Ing. Gerhard Müller vom Fraunhofer IFF die
Kompetenz und langjährigen Erfah- erste Generation des digitalen Typenschilds, das bei Airbus seit 1999 weltweit im Einsatz ist.
© C. Plate
rung des Instituts als Entwickler intelli-
genter Logistiklösungen.
Das Forum Vision Instandhaltung (FVI) Zum Entwickeln neuer RFID-Anwen-
initiierte eine Zusammenarbeit führen- dungen verfügt das Fraunhofer IFF in
der Institutionen aus ganz Deutsch- Magdeburg mit dem LogMotionLab
land, um die Nutzung der RFID-Tech- über eines der am besten ausgestatte-
nik in der Instandhaltung voranzutrei- ten RFID- und Telematik-Labore
ben. Die Fraunhofer-Institute IFF in Europas. Logistische Prozesse werden
Magdeburg und IML in Dortmund, die hier sicherer und transparenter gestal-
VDI-Gesellschaft für Produktionstech- tet. Im VDTC können logistische Ab-
nik (ADB) und das FVI arbeiten daran, läufe virtuell erprobt werden, bevor
aktuelle RFID-Technologie einsatzbe- sie in der Praxis zum Einsatz kommen.
reit zu machen. Die Forscher der Das Fraunhofer IML hat sich in lang-
beiden Fraunhofer-Institute stellen ihre jähriger Kooperation mit dem Lehr-
neuesten Forschungsergebnisse zur stuhl für Fabrikorganisation an der
Verfügung, die Anwender vom FVI Universität Dortmund eine anerkannte
bringen Erfahrungen und Anforde- Kompetenz in der Instandhaltung
rungen der Anwender mit ein. erarbeitet.
Besonders der Mittelstand soll von
Karl-Heinz Ehrhardt, Geschäftsführer Hafen modernen Lösungen profitieren. Seit über 40 Jahren vermittelt der VDI
Magdeburg GmbH; Wolfgang Tiefensee,
Bundesminister für Verkehr, Bau und
Bereits 1999 entwickelte das Fraun- im Fachausschuss Instandhaltung
Stadtentwicklung; Daniel Reh, wissenschaftl. hofer IFF ein System, mit dem AIRBUS praxistaugliche Lösungen für die
Mitarbeiter, Fraunhofer IFF; Klaus Müller, weltweit den Einsatz von Werkzeugen Instandhaltung.
Geschäftsführer Kranbau Köthen (v.l.n.r.).
verschiedener Airlines überwacht und
© Magdeburger Hafen GmbH
koordiniert. Das FVI als Netzwerk der Instandhalter
will Wissenschaftler und Praktiker in
Gemeinsam mit der VEM motors einen Dialog bringen. Wissen und
GmbH entwickelte das Fraunhofer IFF Erfahrungen sollen im Netzwerk ge-
den »memory motor«. Durch das bündelt und der Industrie zur Verfü-
Einsetzen eines RFID-Chips direkt in gung gestellt werden.
das Gehäuse eines Motors ist es
möglich, alle zur Wartung notwendi- Darüber hinaus nutzen Instandhalter
gen Daten direkt am Objekt abzuspei- im Internet die Integrationsplattform
chern. Instandhaltung (IPIH).

12 Aktuelles
Europäische Innovations- Die MBtech Consulting GmbH Region bei. Auf einer Exkursion nach
förderung – neue (Mercedes-Benz) hat sich, in Koope- Magdeburg konnten die Teilnehmer
ration mit dem IFF, dieser Herausfor- ein weiteres, weltweit einmaliges
Chancen für KMU derung angenommen und eine technologisches Highlight erleben: die
Das Zugpferd der europäischen Wirt- globale Automotive-Studie über einen Laserprojektion im Virtual Develop-
schaft sind kleine und mittlere Unter- 10 Jahreszeitraums erstellt. Es wurden ment and Training Centre VDTC. Hier
nehmen (KMU). In Europa stellen die Veränderungen der Anläufe von werden Methoden und Anwendungen
KMU 58% der Arbeitsplätze im verar- OEMs und Suppliers untersucht, ihre des virtuellen Entwickelns und Trai-
beitenden Gewerbe und produzieren Auswirkungen auf Produktentstehung, nierens erforscht
75% aller Exportgüter. Wertschöpfungskette sowie Struktu-
ren abgeleitet. Mit der ersten Studie,
Trotz dieser tragenden wirtschaftli- Worldclass Launch, werden die wich-
chen Bedeutung ist es für KMU bisher tigsten Trends der Automobilindustrie
Finanzminister Steinbrück
unverhältnismäßig schwierig, erfolg- aufgezeigt sowie die wesentlichen im VDTC
reich an europäische Fördergelder für Stellhebel für ein erfolgreiches Launch
die Forschung zu kommen. Mangeln- Management identifiziert.
de Kenntnis der Kleinunternehmer am
Förderungssystem sowie hohe büro- Die Worldclass Launch schafft die
kratische Hürden der EU lassen die Grundlage für weiterführende Stu-
Beantragung oft scheitern. Hier hilft dien, die sich thematisch an der auto-
das Projekt smE-MPOWER unter der mobilen Wertschöpfungskette orien-
Leitung des Fraunhofer IFF. Es unter- tieren und Effektivitäts- und Effizienz-
stützt KMU kompetent bei der An- steigerungsmethoden auf Basis von
tragstellung und begleitet sie profes- Best-Practice-Untersuchungen aufzei-
sionell von der ersten Idee bis zum gen.
konkreten Forschungsprojekt. Das
Projekt vereint Partner aus 10 europäi-
schen Ländern. Es wird von der Euro-
päischen Kommission gefördert.
Innovationsforum
Elektronenstrahl-
schweißen Prof. Dr.-Ing. habil. Michael Schenk,
Worldclass Launch – Zum Innovationsforum Elektronen- Institutsleiter Fraunhofer IFF; Peer Steinbrück,
Bundesminister der Finanzen; Dr.-Ing. Gerhard
Automobile erfolgreicher strahltechnologie »Elektronenstrahl- Müller, stellv. Institutsleiter Fraunhofer IFF
technologie im Maschinen- und (v.l.n.r.). © BMF
produzieren Apparatebau« kamen am 7. und 8.
Die effektive und effiziente Entwick- März 2007 mehr als 230 Fachleute Am 17. April besuchte Bundesfinanz-
lung neuer innovativer Produkte wird, aus ganz Deutschland zusammen. minister Peer Steinbrück das VDTC in
vor dem Hintergrund der rasanten Detlef Schubert, Staatssekretär im Magdeburg. Institutsleiter Prof.
Markt- und Technologiedynamik im Ministerium für Wirtschaft und Arbeit Dr.-Ing. habil. Michael Schenk und
Automobilsektor, zum entscheidenden Sachsen-Anhalt, begrüßte die Teil- sein Stellvertreter Dr.-Ing. Gerhard
Wettbewerbsfaktor für eine nachhal- nehmer in Burg mit einer optimisti- Müller führten Steinbrück durch den
tige erfolgreiche Unternehmensent- schen Botschaft »Magdeburg und die Elbe Dom und weitere Labore aus den
wicklung. Kaum ein Unternehmen der umliegende Region des Jerichower Bereichen der virtuellen Realität sowie
Automobilindustrie verfügt über um- Landes haben eine in Deutschland der Prozess- und Anlagentechnik.
fassende, unternehmensübergreifende einmalige Tradition im Maschinen- Danach sprach der Minister mit Ver-
Kenntnisse hinsichtlich Strategien, und Anlagenbau seit 100 Jahren. Wir tretern der Wirtschaft und Forschung
Prozesse und Methoden, die für sind wieder ein Land der Ingenieure, vor Ort. Steinbrück nutzte diesen
exzellente Leistungen entlang der deren Wissen und Kreativität die Tech- informellen Besuch, um sich in kleinen
gesamten Wertschöpfungskette er- nologien für morgen schafft.« Gesprächsrunden ein Bild von Wirt-
forderlich sind. Mit ihrer Großkammer-Elektronen- schaft und Wissenschaft in Magde-
strahlschweißanlage verfügt die pro- burg zu machen.
beam AG & Co.KGaA über die welt-
größte zivil genutzte Vakuum-Elektro-
nenschweißanlage und trägt maßgeb-
lich zum Innovationspotential der

Aktuelles 13
Die Entscheidung
pro Leipzig/Halle war
richtig
Dafür gibt es mehrere triftige Gründe: Daneben gibt es schnell und effektiv
Da zusätzliche Start- und Landekapa- arbeitende Behörden und politische
zitäten notwendig wurden und der Institutionen, und nicht zuletzt ein
Ausbau des Hub in Brüssel auf Grund gutes Angebot an engagierten Ar-
politischer Entscheidungen nicht mög- beitskräften. Die Zusammenarbeit mit
© DHL Pressefoto

lich war, hieß es, einen neuen Stand- den Agenturen für Arbeit, den Arges
ort zu finden. Ein Standort, der auf und insbesondere der Bildungsakade-
lange Sicht Planungssicherheit, Ver- mie Leuna zur Gewinnung von
kehrsrecht und einen 24-Stunden- Arbeitskräften ist sehr gut.
Betrieb an sieben Tagen in der Woche
ohne Einschränkungen garantiert. Was ist Ihrer Ansicht nach nötig,
Nach intensiven Prüfungen kristalli- damit sich Mitteldeutschland weiter
sierte sich heraus, dass Leipzig/Halle als internationale Logistikdrehschei-
Die DHL baut derzeit am Flughafen am attraktivsten ist. be positionieren kann?
Leipzig/Halle ihr neues europäisches
Luftfrachtdrehkreuz. Herbert Ein entscheidendes Argument für Nach mehr als zwei Jahren Aufbauar-
Siegert vom IFFocus sprach mit Leipzig/Halle ist die zentrale geografi- beit am DHL-Luftfrachtdrehkreuz
Michael Reinboth, DHL Projektleiter sche Lage und die erstklassige Ver- Leipzig/Halle lässt sich sagen, dass die
Luftfrachtdrehkreuz Europa, über kehrsanbindung. Das Herzstück ist der Entscheidung der Deutschen Post
Standortfaktoren, Veränderungen Flughafen Leipzig/Halle, der bis 2008 World Net pro Leipzig/Halle richtig
im Logistikmarkt, technologische ausgebaut und über zwei voneinander war. Alle Erwartungen an die Region,
Innovationen und über die Heraus- unabhängige und für den interkonti- ihre Behörden und Bewohner sind in
forderungen eines solchen Groß- nentalen Verkehr voll nutzbare Start- Erfüllung gegangen. Die Region hat
projektes. und Landebahnen verfügen wird. Er eine große Zukunft als Logistikknoten
bietet für alle Expressfracht-Airlines vor sich, wenn es auch weiterhin eine
Die DHL hat sich entschieden, den und deren Kunden die Voraussetzung, länderübergreifende Zusammenarbeit
europäischen Hub am Flughafen den Flughafen uneingeschränkt rund der Landesregierungen, Landkreise
Leipzig/Halle anzusiedeln. Worin um die Uhr nutzen zu können. und Städte und Gemeinden gibt. In
liegen für Sie die wichtigsten Vor- die Welt hinein muss man einheitlich
teile für Mitteldeutschland? Hinzu kommt, dass die Kombination auftreten.
der Verkehrswege Luft, Straße und
Die Deutsche Post World Net baut am Schiene große Spielräume und logisti- Die Infrastruktur um den Flughafen ist
Flughafen Leipzig/Halle ihr neues sche Möglichkeiten eröffnet. Am sehr gut. Darin besteht ein Wettbe-
europäisches DHL-Luftfrachtdreh- Schnittpunkt zweier Autobahnachsen werbsvorteil in der Region. Es kann
kreuz, das neben Wilmington (USA ) (Berlin – München und Dresden – aber nicht verkannt werden, dass
und Hongkong einer der drei Knoten- Magdeburg) gelegen, verfügt Leipzig beim Verkehrsträger Schiene noch
punkte, so genannte Hubs, in ihrem über ein eigenes Güterverkehrszen- Nachholbedarf auf den Relationen
weltweiten Logistiknetz sein wird. trum (GVZ), das mit einem leistungs- Leipzig/Halle – Erfurt – Frankfurt/Main
Rund 300 Millionen Euro investiert der fähigen Terminal für den kombinier- und Leipzig/Halle – Kassel gibt. Es
Konzern in sein gegenwärtig größtes ten Verkehr Schiene/Straße ausgestat- geht darum, das Express- und Logis-
Neubauprojekt. Im Jahr 2008 erfolgt tet ist. tikdrehkreuz Leipzig/Halle mit den
die Inbetriebnahme. Drehscheiben in Frankfurt/Main und
Sicher stellt sich mancher die Frage: Die gute Verkehrsanbindung ist das Kassel sowohl auf der Straße als auch
Warum wird das europäische Luft- Eine. Auf der anderen Seite bietet das auf der Schiene schnell miteinander zu
frachtdrehkreuz, das bisher in Brüssel Hub Leipzig/ Halle wegen seiner guten verknüpfen, um möglichst viel
ist, ausgerechnet nach Leipzig/Halle Lage zu den Wachstumsmärkten ide- Expressgut nicht fliegen zu müssen.
verlagert? ale Voraussetzungen, um in Mittel- Ein trimodales Drehkreuz muss das
und Osteuropa das Luftfrachtgeschäft Ziel sein.
weiter auszubauen. Durch die EU-Ost-
erweiterung ist die Region in die Mitte
des europäischen Wirtschaftsraums
gerückt.
14
DHL wird – neben der Schaffung von fertreue steigen an. Mit welchen Natürlich setzen wir auch auf andere
3.500 direkten Arbeitsplätzen bis Konzepten stellt sich DHL diesen Innovationen wie die elektronische
2012 – alles tun, um Leipzig/Halle und Herausforderungen? Unterstützung des Ramp Handling.
sein Umland zum Durchbruch als Nicht zuletzt ist unsere Sortieranlage
Logistikregion zu verhelfen. Entschei- Kleinere Liefermengen und die unbe- eine bedeutende Innovation, erlaubt
dende Impulse gehen jedoch von der dingte Einhaltung von Lieferfristen sie doch äußerste Flexibilität beim
Politik aus und wenn hier an einem sind nur ein Teil dessen, was die Sortieren und damit eine effektive
Strang gezogen wird, kann eigentlich Kunden heute verlangen. Nur dies zu Bündelung von Transportmengen. Bei
nichts mehr schief gehen! bieten, wäre heute schon zu wenig. täglich über 200.000 zu sortierenden
Mit anderen Worten: Das ist ebenso und weiterzuleitenden Sendungen ist
DHL errichtet einen neuen Hub in Standard wie die Sendungsverfolgung RFID hingegen für uns noch kein
Leipzig. Wo liegen die besonderen via Internet. Kunden wollen vor allem großes Thema. Die Sortieranlage ist
Herausforderungen für ein solches aus einer Hand bedient werden und jedoch so konzipiert, dass sie auch
Großprojekt? suchen immer häufiger einen Dienst- damit klarkommt.
leister, der ihnen Lösungen für ihre
Die Errichtung des DHL-Luftfracht- Probleme aus einer Hand anbietet –
drehkreuzes ist gegenwärtig das und dies weltweit. Unsere Palette Kurzvita
größte Bauvorhaben der Deutschen reicht dabei vom reinen Transport aller
Post World Net weltweit. Die Größe Sendungsgrößen und -klassen bis hin Michael Reinboth, geboren am
des Vorhabens und deren enge zeitli- zu Aufgaben wie Warehousing, Zoll- 11.02.1953 in Walkenried im Harz
che Umsetzung erfordert stringente abfertigung, Lagerung, Inkasso und
Planungs- und Realisierungsmechanis- Abrechnung. Mit diesem ganzheitli- 1971
men und ein Team engagierter und chen und integrativen Ansatz lassen Eintritt in den Dienst der Deutschen
erfolgsorientierter Mitarbeiter. Mit der sich Kunden heute überzeugen. Bundespost. Wahrnehmung verschie-
Deutschen Post Bauen GmbH besitzen dener Tätigkeiten: Programmierung
wir außerdem einen Bauherren, der Welche Rolle spielen hierbei For- und Anwendungsplanung diverser
sehr konsequent das Bauvorhaben schung und Innovation? Projekte, Organisation Haushalts-
voranbringt. wesen, Zustellung, Abteilungsleitung
Eine große – vor allem dort, wo es um Betrieb im Postamt Heilbronn.
Neben der Bautätigkeit ist ein wichti- Vermeidung von überflüssigen Trans-
ges und großes Feld die Auswahl und porten, die Reduzierung von Energie- 1991
Qualifizierung geeigneten Personals verbrauch und die Verringerung der Mitwirkung beim »Aufbau Ost« in der
für die unterschiedlichsten Tätigkeiten Belastung für Mensch und Umwelt Bezirksdirektion Halle
und Anforderungen im Express- und geht. Die Prognosen über Verkehrs-
Logistikgeschäft. Das Spektrum reicht steigerungen auch und gerade im 1993
von einfachen Tätigkeiten als Sortierer Gütertransport in Verbindung mit Projektleiter »Aufbau neues Fracht-
oder Gabelstaplerfahrer bis hin zur knapper werdenden Ressourcen zwin- konzept«
hochqualifizierten Arbeit als Flugzeug- gen zum Nachdenken über Bünde-
mechaniker oder Pilot. Wir haben lung, die Auswahl des richtigen Trans- 1994
beispielsweise zurzeit mehr als 46.000 portweges und dergleichen mehr. Hier Niederlassungsleiter Paketzentrum
Bewerbungen um eine Job bei DHL. liegt der Schlüssel für erfolgreiche Leipzig
Bei gleichen Voraussetzungen haben Logistikkonzepte der Zukunft.
Bewerber aus der Region um den 1997
Flughafen die größeren Chancen be- DHL Hub Leipzig beabsichtigt, sich Präsident der Postdirektion Halle
rücksichtigt zu werden. an der Technologieplattform MI-
DAS zu beteiligen. Ziel von MIDAS 1999
Ab Mitte 2007 wird es eine Test- und ist es, neue technologiebasierte Lo- Geschäftsbereichsleiter Nord Ost –
Trialphase geben, in der wir sowohl gistiklösungen bereitzustellen, die Bereich Paketpost Deutschland
die Technik als auch deren Zusam- zur Verbesserung der Intermoda-
menspiel mit den Menschen erproben lität und einer verkehrsarmen Logi- 2003
werden. Das ist für uns deshalb so stik beizutragen. Verraten Sie uns, Geschäftsbereichsleiter Operations
wichtig, weil die Inbetriebnahme im welche innovativen RFID- und Tele- Parcel, Zentrale Bonn, Mitglied des
Jahr 2008 uns vor große Herausforde- matik-Dienstleistungen am Stan- Bereichsvorstandes DHL Express
rung stellen wird. Wir wollen unser dort Leipzig vorgesehen sind? Deutschland
Drehkreuz ohne Schwierigkeiten ans
Netz bringen, ohne dass ein Kunde Wir realisieren in Leipzig/Halle einen seit Januar 2005
etwas davon merkt. Das ist unser trimodalen Umschlagknoten und Projektleiter DHL-Luftfrachtdrehkreuz
Anspruch und Ehrgeiz gleichermaßen. wollen die Verkehrsträger Luft, Straße Europa
und Schiene intelligent kombinieren.
Warenströme werden immer klein- Gerade in einem derart verkehrsinten-
volumiger. Kundenanforderungen siven Knoten geht es darum, jeden
in Bezug auf Lieferfristen und Lie- unnötigen Transport zu vermeiden.

15
© MEV Verlag

Sicherheit in der Lieferkette


Dr.-Ing. Klaus Richter

Logistik ist ein sensibles, zeitkritisches und störungsgefährdetes Geschäft.


Spezialangebote wie die Sameday-Logistik und die Notfalllogistik
schließen die Lücke zwischen standardisierten Kernprozessen der Logistik-
dienstleister und den Sonderanforderungen der Kunden. Gründe für das
Wachstum dieser »Sonderdienstleistungen« liegen in den allgemeinen
Trends der Globalisierung und Produktionsverlagerung, in der immer en-
geren Taktung von Produktionsketten, sowie dem Trend zu kleineren Sen-
dungseinheiten.

16
Für den Bereich der Kurier-, Express- nikationsschnittstelle fungieren kann, – für kleinere Sendungsgrößen
und Paketdienste werden vielfältige werden beim unbegleiteten Verkehr werden im intermodalen Verkehr
Value Added Services angeboten, die die Verkehrsmittel und gegebenenfalls standardisierte Behältervarianten
durch die Spezifik der jeweiligen die Ladungsträger für eine Ladung genutzt,
Güter unterschiedliche Anforderungen mehrfach gewechselt. Insofern nimmt
an das Personal, die Technik und die im unbegleiteten Warenverkehr die – Value Added Services unterliegen
zu Grunde liegende Infrastruktur be- Verwaltung von Informationen über einem permanenten Monitoring,
schreiben. Für Gefahrgüter beispiels- die Identität, die aktuelle Position
weise gelten die besonderen Sicher- sowie den Zustand von Gütern, Lade- – Routinghinweise basieren auf indi-
heitsbedingungen entsprechend der hilfsmitteln und Transportmitteln vidualisierten Informationen für
IATA-Luftfahrt- bzw. ADR-Straßen- sowie die echtzeitnahe Verfügbarkeit den Fahrer.
transport-Gefahrgutvorschriften. Für dieser Daten in Dispositionssystemen
temperatursensible Güter besteht die eine zentrale Rolle ein. Logistikplattform MIDAS
Herausforderung darin, sie mit durch- Um die führende Position Deutsch-
gängig konstanter Temperatur zu LifeConEx, einem Gemeinschaftsunter- lands auf dem Gebiet der Logistik
transportieren. Verderbliche Güter wie nehmen von DHL Danzas Air & Ocean durch die Nutzung neuer Technolo-
Lebensmittel und Pflanzen müssen und Lufthansa Cargo zufolge haben gien weiter auszubauen, initiierte das
ebenfalls mit besonderer Sorgfalt be- Untersuchungen ergeben, dass 47 Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb
handelt werden. Dies gilt ebenso für Prozent aller Beanstandungen im und -automatisierung IFF in Magde-
den Transport lebendiger Tiere. Transport von Life Science-Produkten burg mit MIDAS eine anwendungs-
Demgegenüber steht bei Wertfracht durch nicht funktionierende Prozesse und branchenspezifische Plattform für
und diebstahlgefährdeten Gütern wie an den Airports verursacht werden. die Logistik. Ziel von MIDAS (Mittel-
elektronischen Artikeln der Schutz der Hieraus leitet sich ab, das Bodenper- deutsche Entwicklungs-, Test-, Trans-
Ware durch anspruchsvolle Sicher- sonal besser zu schulen und mit den fer- und Marketingplattform der
heitstransporte im Vordergrund. speziellen Erfordernissen von tempera- Logistik unter besonderer Beachtung
Neben dem Transport der Ware stellt turgeführten Sendungen vertraut zu Galileo-gestützter Telematik-Dienst-
die Übermittlung benötigter Informati- machen. leistungen) ist die Initiierung und
onen eine große Herausforderung dar. Bereitstellung neuer technologieba-
Adressaten wünschen möglichst früh Das Institut für Mobilitätsforschung sierter Logistiklösungen zur Verbesse-
vor dem Eintreffen der Ware die ifmo skizziert 2005 Szenarien für die rung der Intermodalität und einer
exakte Ankunftszeit und Informati- Entwicklung des Personen- und »verkehrsarmen« Logistik. Die Lö-
onen über mögliche Verzögerungen. Güterverkehrs im Jahr 2025, von sungen werden wesentlich durch
Bei sensiblen Gütern haben sowohl denen sich einige auch auf den intelligente logistische Objekte und
Absender, als auch Empfänger ein Transport kleinvolumiger, wertvoller personengebundene Geräte des
gesteigertes Interesse an einer lücken- Güter beziehen: Mobile Business bestimmt werden.
losen Dokumentation des Transport- – Der Wert der transportierten
verlaufs und an der vorschriftsge- Waren von West nach Ost und auf Das Alleinstellungsmerkmal von
mäßen Abwicklung des Transports. Flughäfen nimmt ständig zu, MIDAS basiert auf der Verfügbarkeit
Jeder Wechsel des Transportmittels realer, produktiver Testumgebungen
stellt deshalb nicht nur für den physi- – Cash-nahe Güter sind für krimi- in Logistikknoten, die die späteren
schen Transport der Ware eine zusätz- nelle Übergriffe gefährdet, Einsatzbedingungen neuer Techno-
liche Herausforderung dar, sondern logien abbilden. Die Möglichkeit von
auch für die vorauseilenden, beglei- – wertvolle Güter werden in Form Tests innerhalb der Produktivumge-
tenden und nachfolgenden Informa- von Teilladungen als verdeckter bungen spiegeln die Einzigartigkeit
tionsströme. Transport mitgeführt, dieser Lösung dar, Prototypen unter
Last zu testen. Damit hebt sich MIDAS
Aus Sicht der Informationsübermitt- – Ortungs- und Kommunikations- von der Laborforschung ab. Die kon-
lung im multimodalen Verkehr sind Technologien ermöglichen eine sequente Einbeziehung von Partnern
Unterschiede bei den mitwirkenden Verfolgung von Sendungen auf für die Abbildung durchgängiger,
Personen und Gegenständen zwischen Teileebene, intermodaler Supply-Chains in der
dem begleiteten und dem unbegleite- Konzeptions-, Aufbau- und Betriebs-
ten kombinierten Verkehr zu beach- – modulare Systeme ermöglichen phase stellt sicher, dass die ambitio-
ten. Während beim begleiteten Ver- eine Verlader-individuelle Beladung nierte Zielstellung von MIDAS erreicht
kehr der Fahrer die gesamte Zeit den des Güterverkehrs, wird.
Transport des Ladungsträgers mit der
Ware begleitet und somit als Kommu-

17
Der intelligente Ladungsträger als Leitmodell für intermodale Verkehre.

Mit der Fokussierung auf Mittel- strukturen und eine autarke Stromver- tragung von Events und Statusinfor-
deutschland wird speziellen Anforde- sorgung besitzen. Mit RFID-Labels aus- mationen an einen Leitstand nachzu-
rungen an die Logistik Rechnung gestattete Objekte werden automa- weisen. Dazu steht das RFID- und
getragen, die durch den wachsenden tisch beim Hineingeben bzw. beim Telematiklabor LogMotionLab mit den
Osteuropa-Verkehr und das Umfeld Herausnehmen identifiziert und der neuesten Technologien auf diesen
des Flughafens Halle-Leipzig für das Behältnisinhalt im Sinne einer perma- Gebieten sowie mit einer eigenen
Handling kleinvolumiger, wertvoller nenten Inventur erfasst. Der Zugriff Werkstatt für den Prototypenbau zur
Güter entstehen werden. Die MIDAS- auf die Ware kann über Zugangssys- Verfügung (www.logmotionlab.de).
Logistikplattformen können hier auf teme mit Kartenleser kontrolliert
Verkehrsmanagementdaten und werden. Die Position des intelligenten Kontakt:
hochmoderne Verkehrsinfrastrukturen Ladungsträgers sowie alle Zugriffsope- Dr.-Ing. Klaus Richter
wie die Mitteldeutsche Schleife rationen werden über ein GSM-Modul Materialflusstechnik und -systeme
zurückgreifen. an die Zentrale gesendet. Die Elektro- Telefon +49 (0) 391/4090-420
nik ist normalerweise in einem Zwi- Telefax +49 (0) 391/4090-432
Intelligente Ladungsträger schenboden untergebracht. Klaus.Richter@iff.fraunhofer.de
Technologisches Leitbild für die Ver-
folgung von Sendungen auf Teile- Am Fraunhofer IFF Magdeburg wer-
ebene ist der intelligente Ladungsträ- den seit 2004 kontinuierlich Funkti-
ger. Bei intelligenten Ladungsträgern onstests in Form von Prototypen und
handelt es sich um wieder verwend- Machbarkeitsstudien für intelligente
bare Behältnisse, die RFID-Antennen- Ladungsträger durchgeführt, um
kunden- und projektbezogen das
jeweilige technische Prinzip des RFID-
basierten Monitorings und die Über-

18
Neues aus dem
LogMotionLab
Dipl.-Wirtsch.-Ing. Helmut Röben

Im LogMotionLab werden RFID-


Technologien auf ihre Praxistaug-
lichkeit für spezifische Unter-
nehmensprozesse getestet und
neutral bewertet. Das Labor ver-
steht sich als Serviceeinrichtung
für Unternehmen, um für jeden
Kunden individuell zugeschnittene
RFID- und telematikbasierte Lö-
sungen zur Optimierung der Logis-
tikprozesse zu gewährleisten.
Neben der umfangreichen Aus-
stattung am Standort Magdeburg
erlauben mobile Komponenten
des Labors Funktionstests beim
Kunden unter realen, betrieblichen
Bedingungen. Ergänzend zu RFID
ist das LogMotionLab ein Test-
und Entwicklungslabor für weitere
Auto-ID- und Telematik-Techno-
logien und Komponenten. Voran-
© A.-K. Wassilew

getrieben durch die zunehmende


Globalisierung gewinnt in diesem
Zusammenhang die Integration
von Technologien und Dienstleis-
tungen der Satellitennavigation
eine zunehmende Bedeutung.

Umfangreiche Investitionen in
unterschiedliche Prüf- und Mess-
technik ermöglichen es, im
LogMotionLab in Zukunft detail-
liertere und genauere Unter-
Das LogMotionLab ist eines der führenden europäischen Entwicklungs-, suchungen bezüglich der Funk-
Test- und Zertifizierungslabore für RFID- und Telematik-Technologien. tionsweise von RFID-Komponenten
Die Wissenschaftler des Fraunhofer IFF entwickeln industriereife durchzuführen und in diesem Be-
Anwendungen – kundenindividuell, innovativ und technisch auf dem reich noch bessere Ergebnisse zu
neuesten Stand. Investitionen in die Infrastruktur des LogMotionLabs erzielen. Durch gezielte Investiti-
ermöglichen es dem Fraunhofer IFF, Forschungs- und Entwicklungstrend onen wurden weiterhin Möglich-
im Bereich RFID, Auto-ID und Telematik mitzugestalten. keiten geschaffen, tiefer in die
Entwicklung einzelner, kundenin-
dividueller Logistiklösungen erfolg-
reich einzusteigen.

20
Wegen der beschleunigten Weiterent- fen. So gibt es hier bereits Entwick- Im Zuge des Ausbaus des LogMotion-
wicklung von RFID-, Sensor- und lungen, die technischen Komponenten Labs ist geplant, dieses auf verschie-
Telematik-Technologien ist es notwen- in flexible Strukturen einzubringen, dene Standorte in Magdeburg auszu-
dig, das LogMotionLab permanent auf um ein permanentes Monitoring von weiten. Dies liegt zum Einen am Platz-
dem neuesten technologischen Stand Gütern und Waren in Transportbehält- bedarf der einzelnen Entwicklungs-
zu halten. Nur so gelingt es, die vor- nissen zu ermöglichen, ohne beim felder begründet, zum Anderen sollen
handenen und neuen technischen Behältnis auf eine bestimmte Form aber gerade im Bereich der Ortungs-
Lösungen, die aus dem LogMotionlab oder Größe festgelegt zu sein. Das ist technologien neue Betätigungsfelder
hervorgehen, als zukunftsweisende ein entscheidender Vorteil, weil Leer- in das LogMotionLab integriert wer-
Pilotlösungen zu etablieren. Die Reso- behälter für den Rücktransport platz- den, die eine Ausdehnung auf ver-
nanz im Außenraum zeigt, dass insbe- und ressourcensparend genutzt wer- schiedene Standorte zwingend
sondere die Kombination der RFID-, den können. Eine weitere Entwick- notwendig machen. Ein besonderes
Sensor- und Telematik-Technologien lungslinie logistischer Dienstleistungen Augenmerk wird auf die Integration
und deren Integration zu einheitlichen besteht darin, in Zukunft nicht mehr von satelliten-, funkbasierten und
Komplettlösungen im Kundeninteresse die einzelnen Produkte zu überwa- optischen Ortungstechnologien ge-
stetig steigt. Durch die weiter stei- chen, sondern insgesamt die Qualität legt. Mit diesen Investitionen in die
gende Diversifizierung der Zielmärkte des Transports zu erfassen und zu be- Infrastuktur sind wir in der Lage, auch
ist es notwendig, neue Produkte und werten. Hierzu wurde in mehreren in Zukunft Lösungen zu entwickeln,
Dienstleistungen kundenindividuell zu Schritten die technische Lösung minia- die auf den Anforderungen und
entwickeln und als Systemlieferant am turisiert. Inzwischen ist ein Entwick- Erwartungen unserer Kunden ent-
Markt aufzutreten. Eine besondere lungsstand erreicht, der es erlaubt, sprechen.
Bedeutung hat die schnelle und solche Geräte bei einem Transport
kostengünstige Entwicklung die auf einfach hinzuzufügen. Die erfassten Kontakt:
bestehende Lösungen basiert, aber Daten werden zentral gesammelt und Dipl.-Wirtsch.-Ing. Helmut Röben
mit Zusatzdienstleistungen in den bewertet. Werden solche Lösungen Technische Logistiksysteme
Bereichen RFID-, Sensor- und Tele- der Auto-ID mit Routing und Naviga- Telefon +49 (0) 391/4090-485
matik-Technologien erweitert wird. tionsanwendungen verknüpft, lassen Telefax +49 (0) 391/4090-622
sich Routenplanung und Überwa- Helmut.Roeben@iff.fraunhofer.de
Gesicherte Warenkette und chung der einzelnen Transporte auto-
Technologieeinsatz in schwierigen matisieren und intelligent abwickeln.
Umgebungen
Die Entwicklungen im LogMotionLab Der zweite Schwerpunkt der Arbeiten
stehen unter zwei großen Überschrif- im LogMotionLab liegt auf der Inte-
ten: zum Einen die »gesicherte Wa- gration der RFID-Technologie in tech-
renkette« und zum Anderen die Ein- nisch schwierige Umgebungen. Hier
bindung der RFID-Technologie in tech- werden insbesondere metallische Um-
nisch schwierige Umgebungen. gebungen in industriellen Anwen-
Die Thematik rund um die gesicherte dungen betrachtet. Dabei kann auf
Warenkette beinhaltet neben den Grundlagen zurückgegriffen werden,
verschiedenen Ausprägungen der akti- die bereits vor einigen Jahren erarbei-
ven und passiven RFID-Technologie tet wurden und jetzt dazu dienen,
gleichbedeutend satellitengestützte diese Erkenntnisse auch in neue
Telematiklösungen. In diesem The- Frequenzbereiche zu übertragen. Als
menkomplex fallen auch die Entwick- Beispiel soll die im Jahre 2006 ent-
lungen des LogMotionLabs im Bereich wickelte Lösung der »Alubox« ange-
der Indoor-Ortung basierend auf führt werden, die eine Leserate von
unterschiedlichen Funktechnologien nahezu 100% in metallischen Umge-
und die Entwicklung integrierter bungen mit der Frequenz 868 Mhz
Sensortechniken. Aufbauend auf den ermöglicht. Diese Entwicklung gilt als
Entwicklungen zur »Smart-Box«, die Grundlage für die Überführung dieser
zur permanenten Überwachung des Lösung in industrielle Umgebungen,
Inhalts der Box mit unterschiedlicher um auch bei der Identifizierung
RFID-, Sensor-, GSM- und Telematik- schwieriger Gebinde eine nahezu
Technologie versehen ist, gibt es wei- 100%ige Leserate zu erreichen.
tere Ausbaustufen, die dies aufgrei-

21
© MEV Verlag

Labor zur Untersuchung logistischer


Echtzeitsysteme
Dr. rer. nat. habil. Juri Tolujew, Dipl.-Wirtsch.-Ing. M. Sc. Tobias Reggelin

Nicht selten entsteht die Situation, bei der ein modernes, auf RFID- und Ortungstechnik ba-
sierendes Datenerfassungssystem sehr umfangreiche Datenmengen liefert, wobei sich die
beiden betroffenen Seiten – Informatiker und Logistiker – nicht glücklich damit fühlen. Die
Informatiker wissen nicht wohin mit den Daten und die Logistiker fragen sich, »Was bringen
uns, den Disponenten und Managern, diese Daten?«. Es fehlt noch immer eine theoretische
Modellbasis, die einen erfolgreichen Dialog zwischen Logistikern und Informatikern bei der
Konzipierung und Umsetzung von Echtzeitsystemen ermöglicht. Im LogModelLab, einem
gemeinsamen Labor des Fraunhofer IFF und des Instituts für Logistik und Materialflusstechnik
an der Otto-von-Guericke-Universität kann diese Basis geschaffen werden. Bedingung hierfür
ist, dass beide Seiten die zeitlichen Aspekte von zu beobachtenden und zu analysierenden
Prozessen aus einer ereignisorientierten Sicht und die räumlichen Aspekte aus einer objekt-
orientierten Sicht betrachten.

22
Klassen von logistischen Echtzeit- Frühwarnsysteme sind eine spezielle
systemen Art von Informationssystemen, die
Das Monitoring, das Event Manage- darauf abzielen, zukünftige Entwick-
ment und die Frühwarnung können lungen und Ereignisse mit Bedeutung
als Entwicklungsphasen von logisti- für das Unternehmen vorab – das
schen Echtzeitsystemen betrachtet heißt vor Eintritt eines Schadens – zu
werden. erkennen. Damit soll die Möglichkeit
geschaffen werden, diese (in der
Beim Monitoring werden die Echtzeit- Regel negativen) Entwicklungen durch
daten vor allem visualisiert, wobei die geeignete präventive Maßnahmen zu
räumlichen Relationen zwischen den antizipieren. Bei der kurzfristigen
Komponenten des Materialflusssys- Frühwarnung wird eine Prognose zur
tems in Form von Animationen und Entwicklung von Kennzahlen des
die numerischen Daten in Form von Systems für einen angegebenen Zeit-
laufenden Plots dargestellt werden. Im raum (1 Stunde, 1 Tag usw.) erstellt.
Sinne des bekannten Tracking & Mit Hilfe von prozessbegleitenden
Tracing wird beim Monitoring vorwie- Simulationsmodellen reproduziert ein
gend das »Tracking« erfüllt. Sehr oft Frühwarnsystem in zyklischen Ab-
wird das Monitoring als Bestandteil ständen Prozesse des realen Systems
des Logistikcontrollings betrachtet. Da für einen kurzen Vorhersagezeitraum.
die Grundlage jedes Controllings Dabei werden die Echtzeitdaten des
Kennzahlen sind, werden die für das Systems zur Initiierung des Modells
Controlling notwendigen Kennzahlen genutzt. Wenn ausgewählte Zustands-
im Rahmen des Monitoring periodisch größen des Modells vorgegebene
berechnet. Grenzwerte in der Simulation über-
schreiten, dann müssen vom Früh-
Bereits ein für das Monitoring aufge- warnsystem geeignete Maßnahmen
bautes System stellt einen Logistikleit- vorgeschlagen und wiederum mittels
stand dar, der die entsprechende Soft- Simulation bewertet werden.
und Hardware umfasst. Solche Logis-
tikleitstände sind sowohl in der Trans- Unabhängig von der Klasse des Echt-
port- als auch in der Lagerlogistik gut zeitsystems muss sich der Logistiker
bekannt. Für logistische Netze wurde bei der Analyse eines Prozesses in
u. a. der Begriff Supply Chain Cockpit erster Linie gedanklich gut vorstellen
(SCC) eingeführt, der eine spezielle können, auf welche (physischen oder
grafische Benutzeroberfläche bezeich- abstrakten) Gegenstände sich diese
net. Analyse bezieht. Über WAS will er
etwas wissen? Diese Frage ist nicht
Der Sinn des Event Management be- trivial, da die meisten logistischen
steht darin, dass die automatische Betrachtungsgegenstände (im weite-
Erkennung von vordefinierten Situati- ren Objekt) abstrakte Gegenstände
onen in einem zu beobachtenden und sind, die sich frei definieren lassen.
zu kontrollierenden System sowie die Die so genannte objektorientierte
retrospektive Suche (vgl. mit »Tracing«) Vorgehensweise kann einen Analysten
nach dem Benutzer angegebenen vor allem in der Phase der Definition
Situationen möglich ist. Im Zusam- von entsprechenden Objektklassen
menhang mit Event Management wird unterstützen. Die so genannte ereigni-
sehr oft der Begriff Supply Chain sorientierte Denkweise ist notwendig,
Event Management benutzt. Dieser um sich genau vorstellen zu können,
Artikel benutzt jedoch bewusst den was eigentlich ein Zustand, ein
Begriff Event Management, da er Ereignis oder eine Situation ist.
umfassender ist und nicht nur Ereig-
nisse in einer Supply Chain beinhaltet.

23
Menschen lesbaren normierten Format
produziert werden. Die weiteren Soft-
warekomponenten bilden die Gruppe
»Umwandlung und Speicherung von
Meldungen«, die oft auch Middleware
genannt wird. Eine Echtzeitdatenbank
spielt die Rolle eines Aufbewahrungs-
mediums für die primären Protokoll-
daten, die in einem normierten
Format temporär gespeichert werden.
Solange die Meldungen in der Echt-
zeitdatenbank bleiben, können sie in
einem Online-Modus direkt interpre-
tiert werden.

Gleichzeitig werden die Meldungen


zum Data-Warehouse weitergeleitet,
in dem sie in so genannte virtuelle
Protokolle umgewandelt, für eine
längere Zeit gespeichert und für alle
möglichen Offline-Interpretationen zur
Verfügung gestellt werden.

Bei der Arbeit im Monitoring-Modus


sind u. a. die folgenden Arten der
Online-Dateninterpretation möglich:
Logistische Echtzeitprozesse lassen sich anhand abstrakter Netzmodelle analysieren. – Visualisierung von Positionsände-
© S. Franke rungen der bewegten Objekte

LogModelLab genden zwei Aufgaben in Bezug auf – Visualisierung von Zustandsgrößen


Das LogModelLab wird gemeinsam das modellierte logistische Echtzeit- (z.B. Bestandsentwicklungen)
vom Fraunhofer IFF Magdeburg und system formuliert und gelöst werden:
dem Institut für Logistik und Material- – Analyseaufgabe: Welche Mög- – Erkennung von vordefinierten
flusstechnik (ILM) der Otto-von- lichkeiten zur Interpretation von Situationen
Guericke-Universität Magdeburg be- Prozessen im Materialflusssystem
trieben und kooperiert eng mit dem bietet das vorhandene Daten- Zur Offline-Interpretation der in Form
LogMotionLab, dem Entwicklungs-, erfassungssystem? von Protokollen gespeicherten Daten
Test- und Zertifizierungslabor für gehören die folgenden Analyseauf-
RFID- und Telematik-Technologien. – Syntheseaufgabe: Welche Daten gaben:
Vorrangiges Ziel des LogModelLabs ist müssen wo erfasst werden, damit – Berechnung von frei definierbaren
es, neuartige Methoden zur Modellie- die gewünschte Interpretation von Kennzahlen
rung und Interpretation von logis- Prozessen im Materialflusssystem
tischen Echtzeitdatenströmen zu ent- möglich ist? – retrospektive Analyse von erfassten
wickeln und zu testen. Das Labor ist Prozessen einschließlich der Erken-
eine Sammlung von Werkzeugen zu Die Softwarekomponenten des Log- nung von frei definierbaren Situati-
einer detaillierten Modellierung beider ModelLabs lassen sich in drei Gruppen onen
Bestandteile jedes konkreten logisti- trennen. Die Gruppe »Generierung
schen Echtzeitsystems: Eines räumlich von Echtzeitdatenströmen« umfasst – Vorbereitung und Durchführung
verteilten Materialflusssystems ein- Simulationsmodelle, die das Funkti- von ausgewählten Animationen
schließlich der Datenerfassung und onieren eines Datenerfassungssystems
eines logistischen Leitstandes, in dem abbilden. Die Datenströme können
die erfassten Daten zu interpretieren dabei entweder in einem RFID-spezifi-
sind (siehe Abb.). Es können die fol- schen oder in einem für den

24
Erfassung und Interpretation von logistischen Echtzeitdatenströmen.

Das Hauptziel des Experimentierens Die Demonstrationsexperimente Kontakt:


mit dem LogModelLab besteht darin, können auf Basis von Referenzmo- Dr. rer. nat. habil. Juri Tolujew
dem potenziellen Anwender eines dellen erfolgen, die vom Betreiber des Logistik- und Fabriksysteme
Echtzeitsystems schnell und anschau- Labors angeboten werden. Für jede Telefon +49(0) 391/4090-310
lich zu zeigen, welche neuen Möglich- konkrete Anwendung muss natürlich Telefax +49(0) 391/4090-622
keiten zur Analyse und Steuerung von ein neues Simulationsmodell nach den Juri.Tolujew@iff.fraunhofer.de
Prozessen in seinem Netzwerk bei der Wünschen des Kunden entwickelt
Implementierung dieses Systems auf werden, welches die Besonderheiten
ihn zukommen. seines logistischen Systems im vollen
Maße berücksichtigt.

25
© MEV Verlag

Logistische Risiken erkennen


und bewerten
Unterstützung in der strategisch-taktischen Supply Chain Planung

Dipl.-Ing. Holger Seidel, Dipl.-Wirtsch.-Ing. Daniel Reh

Dass sich produzierende Unternehmen global orientieren müssen,


um erfolgreich zu sein, hat mittlerweile jeder verstanden. Diese
Anforderung der heutigen Zeit hat häufig aber auch die bekannten
Folgen. Verringerung der Wertschöpfungstiefe, zunehmende Intrans-
parenz der Zuliefernetzwerke, steigende Komplexität der Prozesse.
Die Logistik – ob Inter- oder Intralogistik – ist dabei einer der Schlüs- Die heute auf dem Markt verfügba-
selfaktoren. Sie muss den Veränderungen standhalten und intelli- ren, monolithischen und funktional
gent mitwachsen. Aber reichen die heutigen Methoden im Rahmen orientierten Planungssysteme genügen
der Planung von Supply Chains und ihrer Logistikprozesse aus, um den beschriebenen Anforderungen
adäquat auf die genannten Veränderungen reagieren zu können? nicht. Proaktiv sind die wenigsten und
Bedarf es nicht vielmehr Methoden, die im Rahmen der Logistik- auch Supply Chain Event Manage-
planung proaktiv mögliche Probleme identifizieren und dem Planer ment Systeme reagieren erst im Nach-
eine potenzielle Gefährdung für den Betrieb signalisieren? gang auf vorher definierte, bereits
eingetretene Ereignisse (Events) in der
Lieferkette. Besser als die operative
Überwachung wäre eine frühzeitigere,
strategische Identifikation während
der Planung und somit ein Ausschluss

26
des Risikos noch vor seinem Eintritt. logistischen Systemen müssen schnell Die beschriebenen Entwicklungen der
Aktuelle Lösungen und Methoden, die und situativ einsetzbar sein und eine Praxis werden insbesondere auch
bei der Planung von Entscheidungen einfache Integration von Daten und deutsche klein- und mittelständische
zur Veränderung der Lieferbezieh- Managementwissen unterstützen, um Unternehmen zunehmend beeinflus-
ungen, insbesondere hinsichtlich der interaktive Entscheidungsszenarios sen. Im speziellen die Unternehmen,
zukünftigen Standort- und Netzwerk- aufbauen zu können. Sie müssen die in europäische bzw. weltweite
struktur Anwendung finden, beruhen mittelstandsgerecht konzipiert sein Unternehmensnetzwerke eingebun-
in der Regel ausschließlich auf – relativ sowie einfach und schnell umgesetzt den werden, müssen verstärkt ihre
aufwendigen – betriebswirtschaftli- und angewendet werden können. eigenen Lieferbeziehungen hinterfra-
chen Ansätzen und greifen somit zu Diesen Ansatz verfolgt auch das gen, aber auch für ihren Kunden
kurz. Und auch die Lieferantenbewer- Fraunhofer IFF mit seinem Forschungs- einen verlässlichen Partner darstellen.
tung im engeren Sinne fokussiert projekt LogRisk. Mit Unterstützung Dabei wird es zukünftig von besonde-
hauptsächlich auf finanzielle Bewer- des Landes Sachsen-Anhalt wird eine rer Wichtigkeit sein, logistische Risiken
tungen sowie auf Qualitäts- und toolunterstützte Methodik zur Risiko- innerhalb der Zulieferkette frühzeitig
Produktmerkmale, die der Lieferant zu bewertung in Produktions- und Zu- zu erkennen bzw. eigene Schwierig-
gewährleisten hat. Eine Risikobewer- liefernetzwerken entwickelt. Die Tool- keiten proaktiv mit dem Kunden zu
tung im logistischen Sinne, welche das umgebung integriert dabei ein Daten- lösen.
Zuliefernetzwerk des potenziellen modell zur logistischen Auslegung Das Projekt LogRisk leistet einen ent-
Lieferanten berücksichtigt, fehlt. eines Produktions- und Zuliefernetz- scheidenden Betrag, bestehende Pla-
Dies hat zur Folge, dass entweder werkes und einen Ansatz zur Bewer- nungen und Umsetzungen kritisch zu
logistische Risiken unentdeckt bleiben tung von logistischen Risiken auf Basis hinterfragen und Potenziale und
oder selbst heute schon erkennbare der FMEA. Durch die Zusammenfüh- Risiken im Vorfeld von Produktionsver-
logistische Risiken bisher kaum in eine rung von logistischen Bewertungs- lagerungen und langfristiger Produkti-
Betrachtung und Bewertung der Situ- größen und logistisch quantifizierten onsprogrammänderungen zu erken-
ation mit einfließen bzw. wiederum Risiken lassen sich mit Hilfe der nen. Durch die Entwicklung einer
nur in finanztechnischer Art und Methodik logistische Risiken bereits in Methodik zur logistischen Risikobe-
Weise. der Phase der strategisch-taktischen wertung industrieller Zuliefernetz-
Planung des Zuliefernetzwerkes identi- werke soll die Möglichkeit geschaffen
Auch hinsichtlich einer Auswirkungs- fizieren und bewerten. Das Modell werden, in Zukunft frühzeitig in logi-
abschätzung logistischer Risiken im kann dabei durch vorliegende Daten, stische Unternehmensbeziehungen
System fehlt eine ausreichende Trans- Wahrscheinlichkeitsverteilungen aber steuernd eingreifen zu können. Somit
parenz. Zu komplex sind mittlerweile auch durch Expertenwissen parametri- können Neuordnungen von Unter-
Anbieter-Abnehmer-Beziehungen siert werden. nehmensnetzen im logistischen Sinne
geworden, um hierzu klare Aussagen Der verantwortliche Planer oder Ma- bewertet und adäquat auf logistische
treffen zu können. Die zunehmende nager kann somit für mögliche logisti- Risiken reagiert werden. Erst die in
Arbeitsteilung in der Wirtschaft för- sche Schwierigkeiten in der Lieferkette einigen Jahren zu erwartende Umstel-
dert diesen Trend. Unternehmen sensibilisiert werden, da er frühzeitig lung der heutigen Systeme auf modu-
finden sich aufgrund dessen in einer im Planungsprozess eine Aussage über lare, prozessorientierte Lösungen wird
Situation wieder, in der die Bewertung mögliches logistisches Verhalten des eine bessere Basis für die Bewältigung
von Auswirkungen unternehmerischer Netzwerkes, Risiken und kritische dieser Anforderungen schaffen. Aber
Entscheidungen auf die unterneh- Pfade im Netzwerk erhält. Weiterhin selbst dann werden neue methodische
mensübergreifenden logistischen Pro- kann er unterschiedliche Planungssze- Ansätze der Identifikation und der
zesse nur eingeschränkt und statisch narien definieren, die Auswirkungen Bewertung benötigt, die es heute
möglich ist. innerhalb der Bewertung miteinander schon zu entwickeln gilt.
Die Herausforderungen der Praxis vergleichen und auf Grund dessen
definieren die Anforderungen an eine Maßnahmen definieren bzw. den Kontakt:
wissenschaftliche Entwicklung neuer Fokus seiner planerischen Tätigkeiten Dipl.-Wirtsch.-Ing. Daniel Reh
Planungshilfsmittel und Konzepte. Ziel noch einmal auf ausgewählte, neural- Produktionslogistik und Fabriksysteme
ist es, logistische Risiken nicht aus- gische Punkte im Netzwerk legen. Telefon +49 (0) 391/4090-143
schließlich finanztechnisch zu bewer- Unternehmen werden so in die Lage Telefax +49 (0) 391/4090 93-143
ten, sondern im Hinblick auf logisti- versetzt, Risikobewertungen ihrer Daniel.Reh@iff.fraunhofer.de
sche Kenngrößen wie Liefertreue oder Zulieferbeziehungen durchzuführen
-fähigkeit, die Risiken in geeigneter und risikominimierend zu handeln
Form zu operationalisieren. Die zu sowie Unternehmensentscheidungen
schaffenden neuen Methoden für die bewerten zu können.
adaptive Planung und Bewertung von

27
Gestaltungs-

© V. Kühne
option Fabrik
Planung von flexiblen
Fertigungsstrukturen im
Fokus

Dipl.-Ing. Holger Seidel,


Dipl.-Wirtsch.-Ing. Rolf Walter

Kein anderes Produkt hat die Gesellschaft


in den letzten Jahrzehnten so beeinflusst
wie das Automobil. Ob als Transportmittel
oder Statussymbol, das Auto wird stets,
bewusst oder unbewusst, mit individueller
und flexibler Mobilität assoziiert. Hinzu
kommen verschiedenste Vorstellungen
über Funktionalitäten und Anforderun-
gen, die ein Fahrzeug aus Kundensicht er-
füllen soll. Die Automobilhersteller (OEM)
sehen sich daher mit stetig variierenden
Bedürfnissen konfrontiert, auf die sie kun-
denspezifisch reagieren müssen. Zusätz-
lich müssen aber auch Trends (z. B. neue
Technologien, Arbeitszeitmodelle) und
gesetzliche Regularien (z. B. Emissionsvor-
schriften, Altauto-Verordnung) berück-
sichtigt werden, die einen essenziellen
Einfluss auf den generellen Wettbewerb
haben. Um hierbei erfolgreich agieren zu
können, müssen die Unternehmen markt-
spezifische Strukturen etablieren, die eine
flexible und dennoch stabile Produktion
gewährleisten. Vor diesem Hintergrund ist
es die Aufgabe der Fabrikplanung, Flexibi-
lität in die bestehenden Aufbau- und Ab-
lauforganisationen neu zu integrieren,
sowie diese bei zukünftigen Planungen
gleich von Beginn an zu berücksichtigen.
Doch wie kann dies erfolgen? Und vor
allem, wie viel Flexibilität ist realisierbar
und welche Kosten verursacht sie?

28
Die Vision der Automobilhersteller ist Eines dieser spezifischen Werkzeuge und Montage segmentiert. Infolge
die Entwicklung einer standardisierten ist die Virtual Development and dieser Segmentierung konnten die
Fabrik, in der alle Fahrzeugklassen und Training (VDT)-Plattform, die in mehr- Bereiche nahezu unabhängig vonein-
-varianten mit unterschiedlichen Aus- jähriger Arbeit am Fraunhofer IFF ander detailliert betrachtet werden.
stattungen, im freien Produktmix, auf entwickelt wurde. Die Plattform er- Um den Komplexitätsgrad hierbei zu
einer Produktionslinie produziert wer- möglicht die Erstellung und Simulation reduzieren, wurde die Untersuchung
den können und eine eventuell not- realitätsnaher digitaler Modelle und ausschließlich auf Basis der Hauptbau-
wendige Prozessadaption (ohne kann somit unterstützend, entlang des gruppen durchgeführt. Zusätzlich wur-
größeren Umrüstaufwand) problemlos gesamten Produktlebenszyklusses, den für die Fabrik bzw. den Produkti-
möglich ist. Die Realisierung der Vision eingesetzt werden. Mit Hilfe der onsprozess das Produktspektrum und
ist alles andere als trivial: Eine Fabrik VDT-Plattform kann somit die Fabrik der täglich zu leistende Ausstoß im
stellt ein komplexes Gefüge aus ver- bzw. können deren Prozesse und Vorfeld festgelegt. Unter diesen Prä-
schiedenen Gewerken und Prozessen Ressourcen zwei- und dreidimensional missen wurden die relevanten Fahr-
dar, die interdisziplinär aufeinander abgebildet werden. Ändern sich je- zeugstrukturen und Fertigungstechno-
wirken bzw. starke Interdependenzen doch die Eingangsinformationen (z.B. logien analysiert. Auf Basis dieser
aufweisen. Für die Fabrikplanung ist Produkte, Prozesse, Anforderungen) Analyse konnten die Einflüsse und
es daher fast unmöglich, ohne Hilfs- muss das jeweilige Modell heute mit Auswirkungen von Trends und neuen
mittel alle Besonderheiten, die für die hohem Aufwand adaptiert werden. Anforderungen auf den vorliegenden
Planung relevant sind, ganzheitlich zu Um diesen Prozess effizienter zu Produktionsprozess untersucht und
erfassen. Aus diesem Grund sind für gestalten, wurde in Kooperation mit abgebildet werden.
die Planung von Fabriken spezifische einem deutschen Automobilhersteller Für die Darstellung der Einflüsse wur-
Methoden und Werkzeuge notwen- nach Möglichkeiten gesucht, die de die Szenariotechnik herangezogen.
dig, die neben der interdisziplinären Adaption teilweise bzw. vollständig zu Diese ermöglicht die detaillierte Abbil-
Betrachtung der verschiedenen Fabrik- automatisieren und hierfür bisher dung der verschiedenen Einflüsse und
elemente und der Berücksichtigung fehlende Hilfsmittel zu entwickeln. Auswirkungen auf die jeweiligen Pro-
von internen sowie externen Ein- dukte und Prozesse. Auch hier wurde
flüssen, auch die quantitative und Der Ausgangspunkt war der Produkti- der Umfang der Betrachtung zunächst
qualitative Bewertung der generierten onsprozess in der Automobilindustrie. auf drei Szenarien begrenzt. Szenario
Lösungen zu einem frühen Zeitpunkt Dieser Prozess wurde in die Bereiche 1 umfasst hierbei die Fahrzeugproduk-
ermöglichen. Presswerk, Karosseriebau, Lackiererei tion von heute. Das zweite Szenario
fokussierte die Reduzierung der Wert-
schöpfungstiefe und die damit ver-
bundene Minderung der unterneh-
mensinternen Produktionsprozesse.
Mit Szenario 3 wurden die Auswir-
kungen einer Innovation auf die Pro-
dukt- und Prozessstruktur untersucht.
Die digitale Abbildung der Szenarien
erfolgte mit dem Microsoft Project
Server (MSPS), der in diesem Kontext
als Planungskomponente genutzt
wird. Die Darstellung der Prozesse
erfolgt mit Hilfe von Projektplänen,
wobei den einzelnen Arbeitsgängen
die notwendigen Ressourcen und
Randbedingungen zugeordnet wer-
den. Damit der MSPS die Planung
durchführen kann, müssen über eine
extra hierfür generierte Eingabemaske
die notwendigen Informationen, wie
z. B. das Produktionsprogramm, die
Fertigungsreihenfolge und die Anord-
nungsstrategie der Maschinen einge-
Die VDT-Plattform ermöglicht die Visualisierung und Adaption des Layouts in 2-D und 3-D.

29
fahren implementiert. Die Visuali-
sierung bietet ebenfalls Ansatzpunkte
zur Weiterentwicklung. Hier ist die
Entwicklung einer Feedback-Schleife
geplant, so dass Daten auch an den
Project Server wieder übergeben
werden können. Und schließlich sollen
weitere Kennzahlen implementiert
werden, um die Aussagekraft der
generierten Layouts zu erhöhen.
Zusammenfassend lässt sich festhal-
ten, dass es mit diesem Projekt gelun-
gen ist, einen konzeptionellen Ansatz
für ein Planungswerkzeug zu ent-
wickeln und diesen am Beispiel der
Automobilindustrie erfolgreich zu
realisieren. Der Beweis der Praktikabili-
tät des entwickelten Konzeptes im
Automobilbereich bietet nun die Mög-
lichkeit des Transfers in andere Bran-
chen, wie z. B. Maschinen- und An-
lagenbau oder Luft- und Raumfahrt-
industrie.

Kontakt:
Dipl.-Wirtsch.-Ing. Rolf Walter
Logistik- und Fabriksysteme
Telefon +49 (0) 391/4090-139
Telefax +49 (0) 391/4090 93-139
Rolf.Walter@iff.fraunhofer.de

Fabrikplanung mit Virtual Reality – kein Problem im »Elbe Dom«, dem Großprojektionssystem
im Virtual Development and Training Centre VDTC des Fraunhofer IFF in Magdeburg. Hier ein
Beispiel einer Produktionsanlage eines Automobilzulieferers. © V.Kühne

geben werden. Auf Basis der Ein- stellten Kennzahlen, Gesamtfläche des
gangsinformationen werden die für Fabriklayouts, Summe der Maschinen-
die Visualisierung notwendigen Daten grundflächen und der Flächennut-
erzeugt und über eine Schnittstelle an zungsgrad herangezogen werden.
die VDT-Plattform übergeben, die Somit können qualitative und quanti-
wiederum die Ergebnisse zwei- und tative Aussagen über die Flächen und
dreidimensional interpretiert. Der Kosten, die durch die flexible Produk-
Nutzer hat die Möglichkeit, interaktiv tion verursacht werden, abgeleitet
einzugreifen und die Maschinenanord- werden.
nung zu korrigieren.
In fortführenden Projekten soll dieses
Mit Hilfe des Prototypen kann der An- Werkzeug sukzessiv erweitert werden.
wender nun verschiedene Fabrik- Geplant ist, den Komplexitätsgrad zu
layouts und -planungen unter Berück- erhöhen, indem die Prozesse detaillier-
sichtigung von diversen Einflüssen ter abgebildet werden. Die Anzahl der
erstellen und miteinander vergleichen. Szenarien wird erhöht werden, damit
Für die Bewertung der Layouts kön- die Vielfalt der möglichen Einflüsse
nen die von der VDT-Plattform darge- realistisch dargestellt werden kann.
Um Auswirkungen der Verfahren auf
das Gesamtlayouts näher untersuchen
zu können, werden Anordnungsver-

30
RFID-Technologie für die Stahl-
industrie im Bereich Instandhaltung
und Materialwirtschaft
© E. Flechtner

Dipl.-Ing. Eyk Flechtner, Dipl.-Ing. Sven-Uwe Hofmeister, Wolfgang Freihube, Wolfgang Janatsch

In den letzten Jahren haben Instandhaltung und Materialwirtschaft stark an Be-


deutung gewonnen. Die Beherrschung einer zunehmend vernetzten, hoch kom-
plexen und automatisierten Produktion erfordert eine ebenso ausgerichtete und
hochqualifizierte Instandhaltung. Nur so können Unternehmen ihre Wettbewerbs-
fähigkeit erhalten, da die Instandhaltung und Materialwirtschaft heute ca. 40 Pro-
zent der Unternehmenskosten beeinflussen. Somit ist die Instandhaltung nicht nur
Kostenfaktor, sondern ein wertschöpfender Teilprozess, der zur Wettbewerbs-
fähigkeit des Unternehmens beiträgt.

32
Instandhaltung rückt immer dann ins
Rampenlicht, wenn die Anlagen unge-
plant stehen, ein Crash eintritt, die
Verfügbarkeit nicht eingehalten wird
oder Termin- und Kostenrahmen über-
schritten werden. In der Regel aber
wird ein reibungsloses Funktionieren
der Anlagen vorausgesetzt.
Instandhaltung und Materialwirtschaft
müssen sich permanent mit techni-
schen Neuerungen und deren Konse-
quenzen auseinandersetzen. Die RFID-
Technologie hat enormes Potenzial,
Prozesse zu beschleunigen und zu
vereinfachen, Erkennungsfehler zu
minimieren und die Informations-
grundlage für das einzelne Unter-
nehmen, aber auch für die gesamte
Wertschöpfungskette zu verbessern.
Gemeinsam untersuchten Arcelor
Eisenhüttenstadt und das Fraunhofer Blick vom Hochofen auf die Sinteranlage. © E. Flechtner
IFF die Einsatzmöglichkeiten der RFID-
Technologie in Verbindung mit mobi- in der Instandhaltung und Material- Mitarbeiter die Inspektion vor Ort auf
ler Datenerfassung. wirtschaft, sowie der Prüf- und Mess- dem Handgerät als abgeschlossen. Die
Schwerpunkte der Untersuchungen mittelverwaltung in den verschiedenen Inspektionsaufträge werden dann
zur Erfassung des Ist-Zustandes Werken, in der Sinteranlage und im nach Beendigung aller Inspektionen
waren: Hochofenbereich. Zusätzlich wurde per Datenupload im Hauptsystem als
– Aufnahme der Ablauforganisation die Einbindung von Fremdfirmen wie erledigt rückgemeldet. Sollten bei der
in den Instandhaltungs- und Zulieferer und Dienstleister geprüft. Inspektion Fehler festgestellt werden,
Materialwirtschaftsbereichen, erfolgt die Identifikation und Fehler-
Ausgehend von den Ist-Prozessen ent- zuordnung mittels Schadenskatalog,
– Grundsatzuntersuchungen zum wickelten die Forscher vom Fraunhofer direkt zugeordnet zum Equipment
Einsatz von RFID- oder Barcode- IFF unter Berücksichtigung der aufge- oder technischen Platz, auf dem
Kennzeichnungssystemen und stellten Zielkriterien die RFID-konfor- Handgerät. Der zugehörige Instand-
damit Festlegung der Rahmen- men Soll-Prozesse. Die Soll-Prozesse setzungsauftrag kann ebenfalls gleich
bedingungen sowie beschreiben durchgängig die Prozess-
abfolge und das Zusammenspiel der Arcelor Eisenhüttenstadt GmbH
– Untersuchung zur Aufgaben- Softwarelösungen. In der Instandhal-
stellung für die mobile Daten- tung erfolgt beispielsweise ein Down- Die Arcelor Eisenhüttenstadt GmbH ist
erfassung. load der Aufträge, inklusive ausführli- ein erfolgreiches und leistungsstarkes
cher Abläufe und Handlungsanwei- Mitglied der Arcelor Mittal Gruppe,
Das Hauptziel der RFID-Einführung sungen direkt auf das mobile Gerät. dem größten Stahlkonzern der Welt.
besteht darin, die Ablauforganisation, Je nach Datenvolumen und nach An- Das vor über fünfzig Jahren entstan-
die internen und die externen Logistik- bindung (Funk, USB, …) des mobilen dene Eisenhüttenkombinat Ost, ein
prozesse zu verbessern. Im Einzelnen Handgerätes an das Hauptsystem, Roheisenwerk mit sechs Hochöfen, ist
ging es um die eindeutige und erfolgt der Download im Sekunden- heute ein modernes integriertes
schnelle Identifizierung der Materi- oder Minutenbereich. Nach Abschluss Hüttenwerk mit hoch technisierten
alien, der Maschinen und Werkzeuge der Datenüberspielung ist der Auftrag Anlagen und Technologien. Als größ-
und der technischen Plätze, sowie um übergeben und der Mitarbeiter kann ter industrieller Entwicklungskern in
einfaches, robustes und leicht zu mit der Arbeit beginnen. Ostbrandenburg sind etwa 3.000 gut
bedienendes Daten- und Informations- Über eine Identifikation und Zustands- ausgebildete Mitarbeiter von der Roh-
handling. Durch die mobile Datener- bestimmung am Objekt kann mit eisenerzeugung bis zur Verarbeitung
fassung soll zusätzlich eine Zeiter- Checklisten oder Arbeitsplänen, die hochwertiger Flachstahlprodukte be-
sparnis bei Dateneingaben erreicht auf dem Handgerät angezeigt wer- schäftigt.
werden. Der Betrachtungsbereich den, der Auftrag ausgeführt werden.
bezog sich auf die gesamten Prozesse Nach Abschluss der Arbeit meldet der

33
RFID-Technologie und Prozess-
optimierung

Die Einführung einer RFID-basierten


Prozessoptimierung erfordert ein
schrittweises Vorgehen, dass die Ana-
lyse, das Systemdesign, das Objektde-
sign, die Implementierung, die Sys-
temintegration, den Test und die Live-
Schaltung betreffen. Die handelnden
Personen müssen in die Entwicklung
des Gesamtsystems einbezogen
werden. Oft fokussiert das Entwick-
lungsteam zu sehr auf Details der
technischen Lösung als vielmehr auf
die beabsichtigten Resultate.

Kaltwalzwerk. © E. Flechtner

beinhaltete neben den Soft- und


Hardwareaufwendungen und den
Schulungskosten den quantifizierba-
ren Nutzen im Bereich Instandhaltung
und Materialwirtschaft.

Berücksichtigt wurden auch nicht-


quantifizierbare Effekte und Einspar-
potenziale wie beispielsweise:
– Verbesserung der Identifikation der
Teile, Geräte und Stoffe,

– Lebensdauerverfolgung,

– Datenbasis für Langzeitauswer-


tungen und Fehleranalysen,

– Reduzierung der Prozesszeiten und


Abstich im Hochofen. © E. Flechtner des Handlingsaufwandes,

angelegt werden. Dieser wird dann die größten Herausforderungen dar. – Reduzierung der Inventurzeiten
durch den Datenupload auf den Zusätzliche Anforderungen aus und des Inventuraufwandes,
Server im Hauptsystem ausgelöst und Nutzersicht waren ein einfaches Hand-
muss nur noch freigegeben werden. ling und robuste, industrietaugliche – Reduzierung von Wege- und
Handgeräte. Die neue Lösung sollte Suchzeiten sowie Fehleingaben,
Zur Umsetzung wählten die Spezia- die Prozesse vereinfachen und die
listen des Fraunhofer IFF geeignete Transparenz erhöhen. Anschließend – Einführung der Serialisierung von
RFID- und Barcode-Technologien aus. wurden die Befestigungspunkte an Bauteilen für eine effizientere
Vor allem die Metallumgebung, der den Geräten bestimmt, die Daten- Prozessgestaltung,
Temperaturbereich und das »raue« struktur definiert und der Speicherbe-
industrielle Umfeld mit mechanischen darf ermittelt. Nach der Erarbeitung – Reduzierung des manuellen
Belastungen und Vibrationen, stark des IT-Konzeptes standen alle Soft- Kennzeichnungsaufwandes und
eisenhaltigem Staub sowie öl- und und Hardwareanforderungen für die
säurehaltigen Dämpfen stellten hier Konzeptumsetzung fest, so dass der – zeitnahe Durchführung von
Aufwand abgeschätzt werden konnte. Bestandsbuchungen.
Die Kosten- und Nutzenbetrachtung

34
Die Arcelor Eisenhüttenstadt GmbH
und das Fraunhofer IFF haben gemein-
sam die erste Phase des Projektes er-
folgreich durchgeführt und konnten
so Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und
Nutzen nachweisen. Somit sind die
Voraussetzungen für den firmenwei-
ten Rollout gegeben.

Die Entwicklungslösung sollte


folgende Systemeigenschaften realisie-
ren:
– Interoperabilität – Möglichkeit,
dass heterogene Anwendungskom-
ponenten miteinander arbeiten,

– Systemintegration – Integration mit


kooperierenden Systemen,

– Transaktionsprozesse – Verfügbar-
keit von Methoden für die Daten-
eingabe, die Versions- und
Variantenverwaltung und andere
Aufgaben,

– Applikationserweiterung – Mög-
lichkeit, Softwareveränderungen
vornehmen zu können.

Mit ihrer Erfahrung auf dem Gebiet


der Prozessoptimierung und der RFID-
Technologien sind die Spezialisten
vom Fraunhofer IFF in Magdeburg
hervorragend qualifiziert, um solche
Projekte von der Planung bis zur
erfolgreichen Umsetzung zu begleiten.

Über die Autoren:


Wolfgang Freihube ist Projektmanager
DV-Management und Wolfgang
Janatsch Leiter elektronische
Beschaffung/IT-Systeme bei der
Arcelor Eisenhüttenstadt GmbH.

Kontakt:
Dipl.-Ing. Eyk Flechtner
Logistik- und Fabriksysteme
Telefon +49 (0) 391/4090-125
Telefax +49 (0) 391/4090 93-125
Eyk.Flechtner@iff.fraunhofer.de

35
© Siemens AG, Power Generation Generatorenwerk Erfurt

Kontinuierliche
Fabrikplanung im
Generatorenbau
Das Fraunhofer IFF unterstützt die Siemens Power Generation bei der
Optimierung und Entwicklung des Standortes Erfurt

Dipl.-Wirtsch.-Ing. Thomas Dengler, Dipl.-Ing. René Petri

Mit den vor allem im asiatischen Raum rasch wachsenden Märkten steigt
auch die Nachfrage nach Energie, insbesondere nach Elektroenergie. Um
diesen steigenden Bedarf zu decken, ist eine Vielzahl unterschiedlichster
Kraftwerke notwendig, in denen Generatoren zur Umwandlung von Be-
wegungsenergie in Elektroenergie zum Einsatz kommen. Generatoren
stellen sich somit jetzt und zukünftig als ein wichtiges Investitionsgut dar.

36
Wachsende Fertigungsstückzahlen, Die besonderen Anforderungen an
verbesserte Produktionstechnologien Fußbodentragfähigkeiten oder Kran-
und veränderte Produktspezifika erfor- anhängelasten grenzen die Anord-
dern eine kontinuierliche Anpassung nung bestimmter Fertigungsbereiche
der Produktion. Das Siemens im Vorhinein auf gewisse Flächen ein.
Generatorenwerk in Erfurt muss daher Benötigte Erweiterungsflächen können
sowohl seine technische Ausrüstung daher oft nur durch die Reorganisa-
als auch die Ausrichtung seiner tion und räumliche Umstrukturierung,
Prozesse und der Infrastruktur konti- die Komprimierung oder den Umzug
nuierlich anpassen. Dafür notwendige anderer Fertigungsbereiche geschaf-
Maßnahmen sind u.a.: fen werden. Neben Abstimmungen
– Modernisierung und Rekonstruk- mit den innerbetrieblichen Wissens-
tion vorhandener Betriebsmittel trägern in Bezug auf die Gebäude-
und Gebäude, substanz ist häufig ein Statiker in die
Planungen zu integrieren. Dieser kann
– Integration neuer Betriebsmittel in die Tauglichkeit der Flächen bestäti-
bestehende Strukturen, gen bzw. Grenzen und Potenziale
aufzeigen.
– Erweiterung von Fertigungsbe-
reichen sowie Die zweite wesentliche Rolle bei den
Planungsaufgaben spielt die Logistik.
– Veränderungen im Logistikkonzept Damit die spätere Anbindung an die
innerhalb und außerhalb von Ge- gesamte Werklogistik gewährleistet
bäuden. wird, gehört es zu einer der ersten
und wichtigsten Aufgaben im Pla-
Zur Umsetzung der Maßnahmen nungsprozess, die Prozessabläufe zu
unterstützt das Fraunhofer IFF die erfassen. Dazu werden Arbeitspläne
Siemens Power Generation bei einem analysiert oder neue Prozesse mit
Teil der erforderlichen Aufgaben. Das Technologen und Fertigungsverant-
vom Fraunhofer IFF bearbeitete wortlichen aufgenommen und disku-
Aufgabenspektrum reicht dabei von tiert. Die logistischen Möglichkeiten
der Erstellung von Konzeptstudien am Standort haben wiederum Einfluss
über Grobplanung bis hin zur Fein- auf die Anordnung von Fertigungsbe-
planung von Fertigungsbereichen und reichen. Die möglichen Transportwege
der Realisierungsbegleitung. Je nach sind auf Grund der Produktdimensi-
Aufgabenart sind hierbei Grob- und onen weitestgehend vorgegeben oder
Feinlayouts, Umzugspläne (bezogen nur mit unverhältnismäßig hohen
auf Betriebsmittel und Zubehör), Aufwendungen zu verändern. Die
Kosten- und Maßnahmenabschät- Planungen am Standort Erfurt erfol-
zungen oder Terminabläufe zu erstel- gen daher oft unter dem Gesichts-
len. Die Bearbeitung der Aufgaben punkt: Prozesse unter bestmöglichen
erfolgt dabei sowohl in enger Zusam- logistischen Bedingungen in vorhan-
menarbeit mit unternehmensinternen dene Flächen zu integrieren.
Projektbeteiligten (Technologen,
Meister und Werker, Fachkräfte für Der zeitliche Abriss zeigt, dass sich die
Medien und Bau, etc.) als auch ande- Siemens Power Generation am Stand-
ren externen Partnern (z.B. Elektro- ort Erfurt kontinuierlich diesen und
planer, Statiker). anderen Herausforderungen stellen
Da die am Standort Erfurt gefertigten muss, um die Weiterentwicklung des
Produkte durch große Dimensionen Standortes zu gewährleisten. Das
(Abmaße und Gewicht) gekennzeich- Fraunhofer IFF ist hierbei unterstüt-
net sind, werden die fabrikplaneri- zend tätig.
schen Aufgaben hauptsächlich durch
zwei Restriktionen bestimmt: Fläche
sowie Logistik, d.h. Transport und
Handling der Produkte.

37
© M. Grahn
Generatorenwerk Erfurt 2004
Das Generatorenwerk Erfurt gehört Layoutplanung zur Reorganisation der
seit 1991 zum Siemens-Konzern und Formspulenfertigung
ist in den internationalen Fertigungs-
verbund der Siemens Power Genera- 2005
tion integriert. Konzept und Layoutplanung zur Inte-
gration einer Rotornutenfräsmaschine
Seit über 10 Jahren begleitet das und der damit verbundenen Umstruk-
Fraunhofer IFF die Siemens Power turierung von Fertigungsbereichen
Generation am Standort Erfurt und
unterstützt die unternehmensinternen Flächenentwicklungskonzept für stei-
Planungsteams aus Fertigung, Lager gende Fertigungsstückzahlen
und Transport sowie Infrastruktur-
dienste bei operativen und strategi- 2006
schen Planungsleistungen. Konzept zur Reorganisation des
Materiallagers Layout- und Umzugs-
Auszug aus den bisherigen planung eines Trockenofens für Gene-
Planungsleistungen: ratoren

1996-1997
Layout- und Verlagerungsplanung für
die Einzelstabfertigung

1999 Kontakt:
Layoutplanung zur Errichtung einer Dipl.-Wirtsch.-Ing. Thomas Dengler
Ganztränkanlage für Generatoren Logistik- und Fabriksysteme
Telefon +49 (0) 391/4090-142
2001-2003 Telefax +49 (0) 391/4090 93-142
Layoutaufnahme und -pflege Thomas.Dengler@iff.fraunhofer.de

Blick auf das Generatorenwerk Erfurt der Siemens AG Power Generation.


© Siemens AG, Power Generation Generatorenwerk Erfurt

38
Im Lager funkt es
Einsatz von Barcode und RFID für den Wareneingang
im Maschinen- und Anlagenbau

Dr.-Ing. Klaus Richter, Dipl.-Ing. Cathrin Plate

Traditionell werden im Maschinen- und Anlagenbau Materialien direkt mittels Verfahren wie
Handbeschriftung per Eddingstift, Schlagzahlen auf dem Objekt oder der Kombination von Teilen
mit angehängten Etiketten (Blechmarken, Kunststoffanhänger) gekennzeichnet, um eine Identifi-
kation in den verschiedenen Bearbeitungsschritten zu erlauben. Diese Verfahren haben den Nach-
teil, dass sie keine Automatisierung der Identifikation bzw. von Informationsflüssen unterstützen.
Papierbelege und manuelle Eingaben über Tastatur und Terminal sind an der Tagesordnung. Hier
setzen Technologien wie Barcode, Direct Part Marking oder RFID (Radio Frequenz Identifikation)
mit dem Ziel an, die Erkennungssicherheit zu erhöhen sowie der Möglichkeit, Identifikations- und
Erfassungsvorgänge zu automatisieren und Medienbrüche zu vermeiden.

39
können. Im Rahmen des internen
Reorganisationsprojektes bei FAM
waren zudem ein hoher Zukaufanteil
an Material und Ausrüstungen sowie
ein seit mehreren Jahren eingeführtes
SAP-System, wo die bereits implemen-
tierten Workflows durch die neuen
Technologien effizienter gestaltet
werden können, zu berücksichtigen.

Da die logistische Kette im Unter-


nehmen mit der Warenvereinnah-
mung beginnt, wurde in einem Teil-
projekt der Nutzen von RFID im
Warenlager untersucht. Ergebnis war,
dass die Identifizierung der gelieferten
Ware heute nicht immer eindeutig
Wareneingang hochwertiger Güter bei FAM. © B.Rohrschneider erfolgen kann, zum Einen weil Waren-
auszeichnung und Lieferpapiere diffe-
Im Unternehmen FAM Magdeburger und zuverlässige Identifikation der rieren (Ware anders geliefert als be-
Förderanlagen und Baumaschinen hierfür notwendigen Teile und der von stellt) oder weil Angaben wie die
GmbH bestand in einem Projekt die Zulieferern bezogenen Komponenten FAM-Bestellnummern auf dem Liefer-
Aufgabe, Verbesserungspotenziale hilft, Bearbeitungs- und Errichtungs- schein fehlen. In der Vergangenheit
durch neue Kennzeichnungsverfahren prozesse in einer umfassenden Trans- wurden im Unternehmen bereits
zu ermitteln und ein entsprechendes parenz und mit hoher Güte abzu- Warenlagereingangs, -ausgangs und
technisches System zu implementie- wickeln. Nach einer detaillierten Versandetiketten mit Klartext ge-
ren. FAM mit seinen unikaten Anlagen Analyse der relevanten logistischen druckt, mit welchen aber keine auto-
ist im globalen Wettbewerb hohen Prozesse vom Wareneingang bis hin matisierte Identifikation möglich ist.
Anforderungen hinsichtlich der Quali- zur Errichtungsbaustelle vor Ort beim Gegen die Verwendung von RFID-
tät der Produkte und der Einhaltung Kunden, waren sich die Geschäfts- Einwegdatenträgern im Logistikbe-
von projektbezogenen Zeit- und führung und Projektleitung sicher, reich sprechen derzeit noch die Kos-
Kostenzielen ausgesetzt. Dies betrifft dass durch die Kombination von Bar- ten, insbesondere wenn kundenbezo-
die Phasen der Fertigung, der Errich- code und RFID interne Prozesse be- gen das umfangreiche Teilesortiment
tung und Inbetriebnahme der Ausrüs- schleunigt und die Komplexität der vollständig gekennzeichnet werden
tungen und Anlagen. Eine schnelle Teileidentifikation vereinfacht werden soll. Für die reine Materialidentifi-
kation wurde daher in dem Projekt
auf die Barcodetechnologie (EAN 128)
zurückgegriffen. Vorteilhaft ist hierbei,
dass den Zulieferanten die jeweiligen
Barcodeetiketten über ein internetba-
siertes Portal zur Verfügung stehen
und die Lieferanten diese bei Versand
drucken, so dass die Materialien
zukünftig schon mit aufgeklebtem
Barcodeetikett bei FAM angeliefert
werden können.
Der eigentliche Prozess des Abgleichs
der Lieferung mit der Bestellung, der
Qualitätsprüfung der angelieferten
Teile sowie der physischen Einlage-
rung kann ebenfalls mit den Barcodes
unterstützt werden. Ein einfaches
Abscannen des Barcodes mit einem
FAM-Mitarbeiter arbeiten mit den mobilen Endgeräten mit mobilen Endgerät dient zur Dekodie-
Barcode- und RFID- Funktionalität. © FAM
rung der im Barcode verschlüsselten
Informationen und zur Identifikation

40
erfolgt prozessabhängig und über
definierte Schnittstellen. Die Schnitt-
stellen hierfür wurden von FAM selbst
implementiert.

Die bisherige Einführungsphase im


Unternehmen hat gezeigt, dass die
Kombination von Barcode und RFID
eine gute Variante für die Steuerung
der Prozesse im Wareneingang ist und
eine Verbesserung der Ausgangssitu-
ation darstellt. Die Kosten für den
Barcode auf den Waren sind im Ver-
gleich zum Gesamtwert eines Anla-
genprojektes vertretbar. Die Kosten
für die mobilen Endgeräte und die
Lagerplatz-Tags stellen eine Einmal-
investition dar. Die Automatisierung
der Teileidentifikation soll nun in den
Folgeprozessen der Fertigung bis hin
zur Errichtung einer Anlage auf einer
Anlagenbaustelle weiter geführt wer-
Prinzipieller Ablauf der Warenvereinnahmung.
den.

auf Lieferschein und Objektkenn- Kontakt:


zeichnung. Aufschreibfehler können Materialflusstechnik und –systeme
reduziert werden. Dr.-Ing. Klaus Richter
Telefon +49 (0) 391/4090-420
Neben der Ausstattung der Materi- Telefax +49 (0) 391/4090-432
alien mit Barcodes wurden die Lager- Klaus.Richter@iff.fraunhofer.de
plätze im Wareneingangslager mit
RFID-Tags (passiv, 13,56 MHz, 200
Zeichen) ausgestattet. Dadurch entfällt
das manuelle Notieren und Verglei-
chen von Lagerplatznummern. Im Fall,
dass von SAP für ein Material ein
bestimmter Lagerplatz vorgeschlagen
wird, erfolgt über den RFID-Scan des
Lagerplatz-Tags der Vergleich, ob an
der richtigen Stelle eingelagert wurde.
Wenn nicht, wird eine entsprechende
Fehlermeldung ausgegeben. Über das
mobile Endgerät haben die Mitarbei-
ter im Lager aber ebenso die Mög-
Kennzeichnung der Lagerplätze lichkeit, Mengen auf verschiedene
mit RFID-Tags. © FAM Lagerplätze zu splitten und durch
entsprechende Material- (Barcode)
des Materials. Dies ist besonders wich- und Platz-Scans (RFID) zu qualifizieren.
tig, da FAM als Hersteller komplexer Auf dem gleichen Weg sind auch
Anlagen mit Unikatcharakter nur Materialentnahmen von Lagerplätzen
wenige Wiederholteile hat und die dokumentierbar.
Mitarbeiter sich bei jeder Lieferung
neu auf »unbekanntes« Material Der Datenabgleich zwischen den
einstellen müssen. Mit den Barcode- jeweiligen SAP-Modulen und den
scans entfällt der aufwändige manu- mobilen Endgeräten der Mitarbeiter
elle Vergleich oft langer Zahlenreihen im Lager und der Qualitätssicherung

41
Mit intelligenten Prototypen
schneller zum Produkt
© A.-K. Wassilew

Dipl.-Ing. Juraj Sulc, Dipl.-Ing. Susan Gronwald, Dr.- Ing. Uwe Klaeger, Prof. Dr.-Ing. K.-H. Grote

Die Märkte der Zukunft verlangen in frühen Phasen der Produktentwicklung nach
leistungsfähigen Prototypen. Deren Eigenschaften sollen dem Serienbauteil möglichst
genau entsprechen. Gleichzeitig werden immer mehr Funktionen auf immer kleinerem
Raum integriert – die Anforderungen an das Produkt steigen.

Prototypen werden smarter lungsphase war bisher oft langwierig


Bis zur Marktreife eines Produktes ist und teuer. Schneller geht es, wenn
es ein langer Weg. Bevor man in Serie ein Prototyp dem Endprodukt bereits
produzieren kann, müssen die Eigen- sehr ähnlich ist. Je mehr Funktionen
schaften und Funktionen des Pro- ein Prototyp beherrscht, desto kürzer
duktes an einer Vielzahl von Proto- wird der Weg zum fertigen Produkt.
typen getestet werden. Diese Entwick-

42
Vom »intelligenten« Prototypen ver- werden. Weil mit generativen Ver- Denn direkt am Prototypen lassen sich
sprechen sich Entwickler erhebliche fahren beliebige Geometrien herge- Parameter wie Temperatur, Luft-
Zeit- und Kosteneinsparungen. Doch stellt werden können, ist der Einbau feuchtigkeit, Beschleunigung oder
wie kann man Prototypen intelligenter von elektronischen Sensoren beson- Standort messen. Diese Informationen
machen? ders einfach. werden auf einem RFID-Chip gespei-
Der Einbau von elektronischen Sen- Im Vakuumguss werden duroplasti- chert und per Funk übertragen.
soren macht es möglich: Struktur- sche Harze und Wachse verwendet. Steuerbare Modelle mit beweglichen
bauteile können beanspruchungsge- Dabei ist zur Herstellung des Proto- Bauteilen lassen sich dank integrierter
recht hergestellt und mit nützlichen typen nur eine geringe Temperatur- Aktoren zügig und kostengünstig
Funktionen ausgestattet werden. und Druckbelastung nötig. So können herstellen. Die Messtechnik arbeitet
Das Ausstatten der Prototypbauteile auch empfindliche Sensoren leicht sogar in flexiblem Material sicher und
mit Elektronik bringt entscheidende integriert werden. In dem flüssigen zuverlässig. Auch optische Extras sind
Vorteile mit sich. Daten über das Bau- Material sind die elektronischen Fühler möglich, beispielsweise eine Licht-
teil und dessen Umgebung können optimal eingebunden. quelle in transparenten Werkstoffen.
durch integrierte Sensormodule erfasst Kombiniert man beide Verfahren, wird RFID-Chips können integriert werden,
und als elektronische Informationen es möglich einen Prototypen aus ver- ohne die Oberfläche eines Bauteils zu
weiterverarbeitet werden. Durch schiedenen Materialien (Hybridstruktur) beeinträchtigen (siehe Bild). Dadurch
eingebaute Regler lässt sich das herzustellen. So müssen die elektroni- kann man im Funktionsbetrieb selbst
Bauteil sogar steuern. schen Steuerelemente nicht mehr schwer erreichbare Stellen messen,
Ein solcher Prototyp verfügt durch die nachträglich auf der Oberfläche ange- ohne die Sensoren zu verschleißen.
eingebaute Elektronik über zahlreiche bracht werden, sondern können schon Bei Prototypen, deren Design oder
Funktionen. Sensorische, datenverar- während der Herstellung direkt in das Haptik im Vordergrund stehen, ist
beitende und sogar steuernde Ele- Bauteil integriert werden. eine unveränderte Oberfläche beson-
mente sind nun schon am Prototypen ders wichtig.
nutzbar. Die Produktentwicklung wird Schneller in die Produktion dank
so deutlich erleichtert. cleverer Prototypen Prototypen werden leistungsfähiger,
Die OptoTech GmbH ist Weltmarkt- wenn sie mit elektronischen Kompo-
Zur Herstellung von Prototypen gibt es führer in der Herstellung optischer nenten ausgestattet werden. Durch
mehrere Verfahren. Neben dem Vaku- Maschinen. Das Unternehmen bietet die gewonnenen Zusatzfunktionen
umguss und den Faserverbünden ge- weltweit die umfangreichste Produkt- wird die Entwicklungsphase eines
winnt vor allem das generative Rapid palette, die ständig erweitert wird. Produkts erheblich verkürzt. Komplexe
Prototyping an Bedeutung. Damit Gemeinsam mit dem Fraunhofer IFF Bauteile können schnell und preisgün-
können selbst Bauteile mit komplexer wird dort ein Prototyp zum präzisen stig hergestellt werden, individuelle
Geometrie kostengünstig hergestellt Schleifen optischer Linsen entwickelt. Anforderungen des Kunden werden
Die Druckverteilung beim Schleifvor- so voll erfüllt.
gang kann dank integrierter Sensoren
schon im Prototypen erfasst werden. Prof. Dr. Karl-Heinrich Grote ist
Der Werker erhält so genaue Informa- Dekan an der Fakultät für Maschi-
tionen über Druckbelastungen in der nenbau an der Otto-von-Guericke-
Maschine . Universität Magdeburg.

»Nun ist es erstmals möglich, verschie-


dene Prozessparameter schon wäh- Kontakt:
rend des Betriebes zu messen. Den Dipl.-Ing. Susan Gronwald
Wunsch unserer Kunden nach einer Virtual Engineering
optimalen Oberflächenqualität der Telefon +49 (0) 391/4090-820
Linsen können wir dank der exakten Telefax +49 (0) 391/4090- 596
Messungen entsprechen. Das spart Susan.Gronwald@iff.fraunhofer.de
Zeit und natürlich Kosten« freut sich
Jochen Franz, Konstruktionsleiter bei
OptoTech.

Die verschiedenen Farben geben


Auskunft über die jeweilige Druckbelastung.
© IGAM mbH Barleben

43
K L U G E K Ö P F E

Fraunhofer in Sachsen-Anhalts Logistik-Beirat studierte Maschinenbau mit der Fach-


richtung Fördertechnik und promo-
Seidel ist am Fraunhofer IFF der Leiter vierte 1985 an der Technischen Hoch-
des Geschäftsfeldes Logistik- und schule Magdeburg am Lehrstuhl
Fabriksysteme. Mit seinen Studien- Fördersysteme. Anschließend arbeitete
schwerpunkten Fabrikplanung und er als Ingenieur für rechnergestützte
Logistik sammelte er erste Berufser- Projektierung von Materialflussan-
fahrung bei einem Unternehmen des lagen in einem Unternehmen für
Schwermaschinenbaus in Magdeburg. Verlade- und Transportanlagen in
Er bereitete im Jahr 1991 die Grün- Leipzig. Von 1991 bis 1999 forschte
dung des Fraunhofer IFF mit vor und und lehrte Richter an der Universität
leitet seitdem Forschungs- und Indus- Magdeburg im Bereich CAD-Bran-
trieprojekte vorwiegend im Bereich chensoftware, Materialflusstechnik
Fabrikplanung, Logistik, Supply Cain und -systeme. Seit dem Jahr 2000 ist
Management und Reorganisation. Richter Mitarbeiter am Fraunhofer IFF.

Dr.-Ing. Klaus Richter ist Forschungspreis 2006 des


neuer SANASA-Vorstand Landes Sachsen-Anhalt
Dipl.-Ing. Holger Seidel. © V. Kühne
Juniorprofessor Dr.-Ing. Stefan
Dr. Karl-Heinz Daehre, Minister für Heinrich und Dr.-Ing. Mirko Peglow
Landesentwicklung und Verkehr in von der Otto-von-Guericke-Universität
Sachsen-Anhalt hat Holger Seidel in Magdeburg, Fakultät für Verfahrens-
den Logistikbeirat des Landes berufen. und Systemtechnik, erhielten den
Der Logistikbeirat, der am 28. März Forschungspreis 2006 des Landes
2007 in einer konstituierenden Sit- Sachsen-Anhalt für angewandte
zung gebildet wurde, soll laut Daehre Forschung. Beide Preisträger arbeiten
den kontinuierlichen Informationsaus- seit Jahren auf dem Gebiet der parti-
tausch und lebendigen Dialog zwi- kelbildenden Wirbelschichtprozesse
schen der Landesregierung und der und haben durch ihre gemeinsamen
Dr.-Ing. Klaus Richter. © Microsoft Pressebild
Wirtschaft, Wissenschaft sowie den Arbeiten maßgeblichen Erfolg daran,
Verbänden gewährleisten. Die praxis- Dr.-Ing. Klaus Richter wurde zum dass die Forschungsarbeiten zur
nahe Begleitung und Umsetzung Vorstandsvorsitzenden des Satelliten Wirbelschichttechnik in Magdeburg
wissenschaftlicher Erkenntnisse in Navigation Sachsen-Anhalt e.V. national und international anerkannt
diesem Bereich sei eine wesentliche (SANASA) gewählt. SANASA ist die sind.
Voraussetzung dafür, die Wettbe- sachsen-anhaltinische Länderinitiative
werbsfähigkeit des Logistikstandortes in Bezug auf das europäische Sate-
Sachsen-Anhalt auch langfristig zu llitennavigationssystem GALILEO. Mit
stärken, so Daehre weiter. Investitionen von voraussichtlich 3,2
bis 3,4 Milliarden Euro gilt Galileo als
Ebenso wurde Seidel in die Landes- das derzeit größte zivile Gemein-
fachkommission Verkehr und Logistik schaftsprojekt der EU. Ziel des Vereins
des Wirtschaftsrats der CDU, Landes- SANASA ist es, in Sachsen-Anhalt die
verband Sachsen-Anhalt berufen. Die wirtschaftliche und wissenschaftliche
Kommission unter dem Vorsitz von Entwicklung, der Satellitennavigation
Karl-Heinz Ehrhardt, wird sich insbe- und wichtiger Anwendungsgebiete
sondere mit dem Logistikstandort des Globalen Umwelt- und Sicher-
Sachsen-Anhalt und dessen konse- heitsüberwachungssystems (GMES), zu
quenter Weiterentwicklung und fördern.
Vermarktung auseinandersetzen. Sachsen-Anhalts Kultusminister Prof. Dr.
Jan-Hendrik Olbertz (re.) mit den Preisträgern
Dr.-Ing. Klaus Richter leitet am Dr.-Ing. Mirko Peglow (mi.) und Juniorprofessor
Fraunhofer IFF das Kompetenzfeld Dr.-Ing. Stefan Heinrich (li.).
Materialflusstechnik und -systeme. Er © K. Lange, Universität Magdeburg

44 Kluge Köpfe
Heinrich (36) schlug nach dem Stu- Ruf an die TU Ilmenau Logistikleiterin der Schuberth
dium der Verfahrenstechnik/Ther- Univ.-Prof. Dr.-Ing. Steffen Straßburger GmbH
mischer Maschinenbau, Vertiefungs- folgte einem Ruf an die TU Ilmenau
richtung Apparate- und Umwelt- und ist seit April 2007 im Institut für
technik an der Otto-von-Guericke- Wirtschaftsinformatik der Fakultät für
Universität eine akademische Lauf- Wirtschaftswissenschaften Inhaber des
bahn ein. Er war von 1996 bis 2000 Lehrstuhls Wirtschaftsinformatik für
wissenschaftlicher Mitarbeiter am Industriebetriebe. Seine Forschungs-
Institut für Apparate- und Umwelt- schwerpunkte sind Simulation, ver-
technik und promovierte im Jahr 2000 teilte Simulation sowie Methoden und
bei Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Lothar Mörl. Werkzeuge der digitalen Fabrik mit
Heinrich erhielt 2002 eine Junior- dem besonderen Fokus der Anwen-
professur für »Dynamik eigenschafts- dung in Industriebetrieben.
verteilter Systeme in der Feststoffver-
fahrenstechnik« an der Fakultät für
Verfahrens- und Systemtechnik und Dip.-Ing. Manuela Wahl © privat
habilitierte sich im Jahr 2006.
Peglow (33) studierte Wirtschaftsin- Seit März 2007 ist Manuela Wahl
genieurwesens mit Vertiefungsrich- Leiterin Disposition und Arbeitsvorbe-
tung Verfahrens- und Energietechnik reitung bei der Schuberth GmbH. In
an der Otto-von-Guericke-Universität dieser Position ist sie dafür verant-
Magdeburg. Nach einem einjährigen wortlich, dass alle Komponenten zur
Forschungsaufenthalt an der Niigata- richtigen Zeit, am richtigen Ort, in der
Universität in Japan war er von 2001 richtigen Qualität und in der richtigen
bis 2004 wissenschaftlicher Mitar- Menge vorliegen. Die Schuberth
beiter am Institut für Apparate- und GmbH ist ein weltweit operierendes
Umwelttechnik und leitete seit 2004 Prof. Dr.-Ing. Steffen Straßburger. © V. Kühne High-Tech Entwicklungs- und Produk-
die Projektgruppe »Produktgestaltung tionsunternehmen mit Standorten in
und Modellierung« am Fraunhofer IFF. Straßburger studierte an der Otto- Magdeburg und Braunschweig und
Peglow promovierte 2005 bei Prof. von-Guericke-Universität Magdeburg produziert Schutzhelme und Zubehör.
Mörl und ist derzeit Habilitand am Informatik und promovierte im Jahr
Institut für Verfahrenstechnik, Lehr- 2001 am Institut für Simulation und Wahl studierte an der Otto-von-
stuhl Thermische Verfahrenstechnik Grafik der Fakultät für Informatik mit Guericke-Universität Magdeburg Wirt-
bei Prof. Dr.-Ing. habil. Evangelos einem Thema aus dem Bereich der schaftsingenieurwesen für Produkti-
Tsotsas. verteilten Simulation. Anschließend onstechnik und spezialisierte sich auf
arbeitete er von 2001 bis 2003 bei der die Bereiche Logistik, Produktions-
DaimlerChrysler AG in Ulm an der planung und -steuerung. Noch wäh-
Umsetzung seiner Forschungsergeb- rend des Studiums sammelte sie erste
Karriere mit Fraunhofer nisse der Dissertation in die Praxis. Praxiserfahrung als Diplomandin und
Die Fraunhofer-Gesellschaft bietet Schwerpunkte lagen hierbei im Be- wissenschaftliche Hilfskraft am Fraun-
hervorragende Entwicklungschancen reich digitale Fabrik und Simulation. hofer IFF. Von 1998 bis 2004 war
für den wissenschaftlichen Nach- Von 2003 bis zum Ruf an die TU Wahl Projektingenieurin bei der IFB
wuchs. Hochschulabsolventen techni- Ilmenau im Jahr 2007 war Straßburger logistics & process consulting GmbH
scher und naturwissenschaftlicher am Fraunhofer IFF Leiter der Abteilung und arbeitete zeitgleich als Projektlei-
Fachrichtungen finden hier ideale Virtuelle Entwicklung. Hier lagen seine terin beim Fraunhofer IFF im Bereich
Möglichkeiten, sich für eine verant- Themenschwerpunkte bei Virtual Logistik und Fabrikplanung. Von
wortungsvolle Tätigkeit in Wirtschaft Reality, Simulation, VR-Systement- Januar 2005 bis zu ihrem Wechsel zur
und Wissenschaft zu qualifizieren. wicklung und Anwendungen von VR Schuberth GmbH war Wahl stellvertre-
Praxisnahe und projektbezogene in der Produkt- und Prozessgestal- tende Leiterin des LogMotionLabs, das
Arbeiten bereiten auf die Anforde- tung. Straßburger betrachtet eine sich vorwiegend mit RFID in der Logis-
rungen moderner Wirtschaftsbetriebe enge Kooperation und Partnerschaft tik, Identifikations-, Ortungs- und
vor, die gute Vernetzung mit der zur Wirtschaft als Leitmotiv seines Navigationssystemen beschäftigt.
Wissenschafts-Community bietet her- Lehrstuhls. Auf die Zeit am Fraunhofer
vorragende Chancen für eine akade- IFF blickt Straßburger angenehm zu-
mische Karriere. Im Folgenden stellen rück und sieht viele Anknüpfungs-
wir Ihnen Karrieresprünge von ehema- punkte für künftige Kooperationen.
ligen Mitarbeitern des IFF vor.
Kluge Köpfe 45
K L U G E K Ö P F E

Fraunhofer als Karrieresprungbrett Der Herr des Elbe Doms Mit Marie Curie ans
Dr. Rico Wojanowski ist bei Gilde- Fraunhofer IFF
meister verantwortlich für Zentrale Der Elbe Dom, das laserbasierte Groß-
Prozessoptimierung im Vorstandsbe- projektionssystem, ist das Herzstück Seit dem 1. März 2007 unterstützt
reich Produktion und Logistik. Der des VDTC. Spezialisten der Jenoptik Ivan Pechenizkiy aus Charkow in der
studierte Wirtschaftsingenieur Maschi- und des Magdeburger Fraunhofer- Ukraine das Geschäftsfeld Mess- und
nenbau und Diplom Kaufmann pro- Instituts haben es gemeinsam konzi- Prüftechnik des Fraunhofer IFF. Für
movierte 2002 zum Dr.-Ing. In der Zeit piert und arbeiten an seiner Weiter- zunächst zwölf Monate wird der
von 1999 bis 2004 war Wojanowski entwicklung, um neue Anwendungs- Diplom-Ingenieur mit dem Schwer-
Projektleiter am Fraunhofer IFF und felder zu erschließen. punkt Produktionstechnologie im
absolvierte in den Jahren 2002 und Hochtechnologie auf diesem Niveau Flugzeugbau an einem Prozessmodell
2003 ein Postdoc an der McGill Uni- erfordert intensive Betreuung, und die und geschlossenen Prozessregelkreis
versität Montreal. komplexen Systeme müssen perma- für automatisierte Nietprozesse im
nent instand gehalten und aktualisiert Flugzeugbau forschen. Auf dem
werden. Dieser verantwortungsvollen Gebiet hat das IFF bereits umfangrei-
Aufgabe widmet sich am VDTC che Erfahrung, da es bereits mehrere,
Dipl.-Ing. Steffen Masik. Der Schwer- vollautomatisch arbeitende optische
punkt liegt bei der Betreuung und 3-D-Messsysteme zur Qualitätsprüfung
Weiterentwicklung sowohl von Soft- der Nietverbindungen von Flugzeug-
ware als auch von Hardware. Er- schalen realisiert hat.
gänzend dazu ist Masik in die Akquise
und Bearbeitung von Projekten einge-
bunden.

Masik studierte an der Otto-von-


Guericke-Universität Magdeburg
Computervisualistik und nutzte die
Studienjahre auch für ein sechsmona-
Dr.-Ing. Rico Wojanowsky. © B. Rohrschneider
tiges Praktikum an der University of
Idaho in Moscow/ID/USA. Direkt im
Für seine zweite Phase im Berufsleben Anschluss an seinen Studienabschluss
waren die Erfahrungen der ersten im Jahr 2005 startete Masik als
Berufsjahre am IFF besonders wichtig. wissenschaftlicher Mitarbeiter beim
Hier konnte Wojanowski das selbst- Fraunhofer IFF.
ständige Strukturieren und Bearbeiten
Ivan Pechenizkiy. © B. Rohrschneider
von Projekten, die Integration in ein
Projektteam sowie ziel- und zeitorien- Pechenizkiy studierte von 1998 bis
tiertes Arbeiten in der Praxis erlernen. 2004 an der Aerokosmischen Uni-
Für ihn war das Fraunhofer IFF der versität von Charkow Festigkeitsme-
ideale Einstieg. chanik. Erste Berufserfahrung sam-
melte er bei der Firma Aviakontrol bei
der Softwareentwicklung zur Prüfung
von Bordsystemen für Flugzeuge. Im
Anschluss daran forschte er, bis zu
seinem Wechsel an das Fraunhofer
IFF, zunächst als Assistent und später
als Ingenieur am Lehrstuhl »Techno-
logie zur Herstellung von Flugappa-
raten« der Fakultät für Flugzeugbau
an der Aerokosmischen Universität
Charkow. Ermöglicht wird der Aufent-
halt durch das Marie-Curie-Programm
der EU, einem europäischen Ausbil-
dungsprogramm für Nachwuchs-
Dipl.-Ing. Steffen Masik. © A.-K. Wassilew wissenschaftler.

46 Kluge Köpfe
Impressum

IFFOCUS 1/2007
Diese Zeitschrift erscheint zweimal im Jahr.
Kunden, Partner, Mitarbeiter, Medien und Freunde
können sie kostenlos beziehen.

ISSN 1862-5320
ISBN 978-3-8167-7381-8

Herausgeber
Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb
und -automatisierung IFF

Prof. Dr.-Ing. habil. Michael Schenk


Institutsleiter

Sandtorstr. 22
39106 Magdeburg
Telefon: +49 391/40 90-0
Telefax: +49 391/40 90-596
info@iff.fraunhofer.de
www.iff.fraunhofer.de
www.logmotionlab.de

Redaktion
Herbert Siegert
Anna-Kristina Wassilew
Nicolai Butzki

Fotos, Bilder und Grafiken


So weit nicht anders angegeben
© Fraunhofer IFF

Titelbild u. Umschlaginnenseiten: © ESA, NASA

Konzeption
Anna-Kristina Wassilew
Bettina Rohrschneider
Herbert Siegert
Sabine Conert

Layout
Bettina Rohrschneider

Herstellung
Druckerei Schlüter GmbH & Co. KG

Wir bedanken uns bei den Wissenschaftlern und


Projektpartnern für die Unterstützung bei der
Erarbeitung der Veröffentlichungen.

© Fraunhofer IFF, Juni 2007.


G A L E R I E
© Deutsche Post World Net

Im DHL Innovation Center entwickelt und testet die


Deutsche Post World Net (DPWN) neue Produkte und
Dienstleistungen. Die Smart-Box wurde gemeinsam von
DPWN und Fraunhofer IFF entwickelt.

48 Galerie
Galerie 49
G A L E R I E
© ESA, NASA

Der Blick aus dem All auf die Erde ist nicht nur
atemberaubend schön, sondern offenbart auch seine
wissenschaftliche Seite. Das Satelliten-Navigationssystem
Galileo wird dazu beitragen, unser Leben sicherer und
komfortabler zu gestalten.

50 Galerie
Galerie 51
G A L E R I E
© V. Kühne

52 Galerie
Das vom Fraunhofer IFF entwickelte
Off-Road-Navigationssystem läuft
auf handelsüblichen PDAs.

Hier vorgeführt beim Fraunhofer


Workshop »Holzlogistik – Praktikable
Leistungen im Einsatz«, am 18. April
2007 in Hundisburg.

Galerie 53
A U S B L I C K

12.-15. Juni 2007 10. Juli 2007 13.-16. November 2007


Transport Logistic 2007 Praxisworkshop Sichere Pro- ISMAR 2007 – The Sixth IEEE Inter-
München zessketten in der Wertschöpfung national Symposium on Mixed and
München Augmented Reality
13. Juni 2007 Nara, Japan
2. Messe »Konsolidierung 11.-12. Juli 2007
und Wachstum« Training Workshop 05. Dezember 2007
Halle/Saale »Improving Business Performance Mittelstandstag
through Sustainability – CSR »Virtual Engineering«
14.-15. Juni 2007 Concepts and Applications« Fraunhofer IFF, Magdeburg
Workshop – Augmented & Virtual Penang, Malaysia
Reality in der Produktentstehung
Paderborn 12.-13. Juli 2007
Seminar mit Praktikum
19.-20. Juni 2007 »Inspektion und Charakteri-
28. VDI/VDEh-Forum Instand- sierung von Oberflächen mit
haltung 2007 »Instandhaltung Bildverarbeitung«
auf dem Prüfstand« Braunschweig
Stuttgart
18.-21. September 2007
27. Juni 2007 A+A 2007 (Arbeitsschutz und
10. IFF Wissenschaftstage: Arbeitsmedizin) – Fachmesse
Workshop – Robotertechnologien für Sicherheit und Gesundheit
für den Einsatz in Alltagsum- bei der Arbeit
gebungen Düsseldorf
Fraunhofer IFF, Magdeburg
18.-22. September 2007
27.-28. Juni 2007 HUSUMwind – Leitmesse der
10. IFF Wissenschaftstage: Windenergie
4. Fachtagung zu Virtual Reality Husum
»Virtual Reality und Augmented
Reality zum Planen, Testen und Be- 25.-27. September 2007
treiben technischer Systeme« INTERGEO – Kongress und Fach-
Fraunhofer IFF, Magdeburg messe für Geodäsie, Geoinfor-
mation und Landmanagement
27.-28. Juni 2007 Leipzig
10. IFF Wissenschaftstage:
Internationale Fachtagung 17.-19. Oktober 2007
»Logistik – Intelligenz in 24. Deutscher Logistik-Kongress
Produktion und Verkehr« Berlin
Fraunhofer IFF, Magdeburg
25. Oktober - 05. Dezember 2007
28. Juni 2007 Gastvortragsreihe
Seminar mit Praktikum »Optische »Virtual Reality – Mensch und
3-D-Messtechnik für die Qualitätssi- Maschine im interaktiven Dialog«
cherung in der Produktion« Fraunhofer IFF, Magdeburg
Jena
07.-08. November 2007
TA Cook-Konferenz
»RFID in der Instandhaltung«
Berlin

Ausblick 54
LogMotionLab – Specialists in RFID

Erleben Sie eines der führenden euro- Gesicherte Warenkette Life Cycle Management
päischen Entwicklungs-, Test- und – Identifikation, Lokalisierung, Über- – Dynamische Zustandsdokumen-
Zertifizierungslabore für RFID- und wachung und Steuerung mobiler tation an technischen Systemen
Telematik-Technologien. Logistikobjekte
Mobiles Labor
Für Ihr Unternehmen entwickeln wir Personenstromsteuerung – Mobile Messstation für den
individuell komplette Identifikations- – Identifikation, Lokalisierung und Einsatz vor Ort
lösungen für Ihre Logistik. Benachrichtigung von
Personenströmen und VIPs RFID-Zertifizierung
– Testumgebung für die Vorberei-
Materialflusssteuerung tung zur Zertifizierung
– Identifikation und Steuerung von RFID-gestützter Logistikprozesse
Objekten in Materialflusssystemen

IFF
Fraunhofer
Institut
Fabrikbetrieb
und -automatisierung