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BEST BeuthStandardsCollection - Stand 2016-11

DEUTSCHE NORM

November 2008

DIN EN ISO 3451-1

D

Normenausschuss Kunststoffe (FNK) im DIN

ICS 83.080.01

Ersatz für DIN EN ISO 3451-1:1997-10

Kunststoffe – Bestimmung der Asche – Teil 1: Allgemeine Grundlagen (ISO 3451-1:2008); Deutsche Fassung EN ISO 3451-1:2008

Plastics – Determination of ash – Part 1: General methods (ISO 3451-1:2008); German version EN ISO 3451-1:2008

Plastiques – Détermination du taux de cendres – Partie 1: Méthodes générales (ISO 3451-1:2008); Version allemande EN ISO 3451-1:2008

Gesamtumfang 11 Seiten

© DIN Deutsches Institut für Normung e.V. · Jede Art der Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Berlin, gestattet.

Alleinverkauf der Normen durch Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin

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DIN EN ISO 3451-1:2008-11

Nationales Vorwort

Dieses Dokument (EN ISO 3451-1:2008) wurde vom Technischen Komitee ISO/TC 61 „Plastics“ in Zusammenarbeit mit dem Technischen Komitee CEN/TC 249 „Kunststoffe“ (Sekretariat: NBN, Belgien) erstellt.

Das zuständige deutsche Gremium im DIN Deutsches Institut für Normung e. V. ist der Normenausschuss „Kunststoffe“ (FNK), Arbeitsausschuss NA 054-01-03 AA „Physikalische, rheologische und analytische Prüfungen“.

Für die in diesem Dokument zitierten Internationalen Normen wird im Folgenden auf die entsprechenden Deutschen Normen hingewiesen:

ISO 472

siehe DIN EN ISO 472

Änderungen

Gegenüber DIN EN ISO 3451-1:1997-10 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a) die Norm vollständig überarbeitet;

b) Abschnitt 2 „Normative Verweisungen“ und Abschnitt 3 „Begriffe und Definitionen“ hinzugefügt und nachfolgende Abschnitte entsprechend umnummeriert;

c) die Angaben in den Tabellen 1 und 2 ergänzt.

Frühere Ausgaben

DIN ISO 3451-1: 1991-04 DIN EN ISO 3451-1: 1997-10

Nationaler Anhang NA (informativ)

Literaturhinweise

DIN EN ISO 472, Kunststoffe — Fachwörterverzeichnis

2

EUROPÄISCHE NORM EUROPEAN STANDARD NORME EUROPÉENNE

EN ISO 3451-1

August 2008

BEST BeuthStandardsCollection - Stand 2016-11

ICS 83.080.01

Ersatz für EN ISO 3451-1:1997

Plastics — Determination of ash — Part 1: General methods (ISO 3451-1:2008)

Deutsche Fassung

Kunststoffe — Bestimmung der Asche — Teil 1: Allgemeine Grundlagen (ISO 3451-1:2008)

Plastiques — Détermination du taux de cendres — Partie 1: Méthodes générales (ISO 3451-1:2008)

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 26. Juli 2008 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum des CEN oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache, die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Management-Zentrum mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, Ungarn, dem Vereinigten Königreich und Zypern.

Republik, Ungarn, dem Vereinigten Königrei ch und Zypern. EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG EUROPEAN COMMITTEE FOR

EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: rue de Stassart, 36

B-1050 Brüssel

© 2008 CEN

Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.

Ref. Nr. EN ISO 3451-1:2008 D

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EN ISO 3451-1:2008 (D)

Inhalt

Seite

Vorwort

3

1

Anwendungsbereich

4

2

Normative Verweisungen

4

3

Begriffe

4

4

Messprinzip

4

5

Prüfmittel (nur für Verfahren B und C)

5

6

Prüfgeräte

5

7

Prüfverfahren

5

7.1

Prüfmenge

5

7.2

Prüfbedingungen

6

7.3

Verfahren A — Direktes Glühen

6

7.4

Verfahren B — Glühen nach der dem Verbrennen folgenden Schwefelsäurebehandlung

7

7.5

Verfahren C — Glühen nach dem Verbrennen mit vorausgehender Schwefelsäurebehandlung

7

8

Anzahl an Prüfungen

8

9

Angabe der Ergebnisse

8

10 Präzision

9

11 Prüfbericht

9

2

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EN ISO 3451-1:2008 (D)

Vorwort

Dieses Dokument (EN ISO 3451-1:2008) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 61 „Plastics“ in Zusammenarbeit mit dem Technischen Komitee CEN/TC 249 „Kunststoffe“ erarbeitet, dessen Sekretariat vom NBN gehalten wird.

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis Februar 2009, und etwaige entgegenstehende nationale Normen müssen bis Februar 2009 zurückgezogen werden.

Es wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass einige Texte dieses Dokuments Patentrechte berühren können. CEN [und/oder CENELEC] sind nicht dafür verantwortlich, einige oder alle diesbezüglichen Patentrechte zu identifizieren.

Dieses Dokument ersetzt EN ISO 3451-1:1997.

Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden Länder gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern.

Anerkennungsnotiz

Der Text von ISO 3451-1:2008 wurde vom CEN als EN ISO 3451-1:2008 ohne irgendeine Abänderung genehmigt.

3

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EN ISO 3451-1:2008 (D)

SICHERHEITSANWEISUNG — Anwender dieser Internationalen Norm sollten mit der üblichen Laborpraxis vertraut sein. Dieses Dokument beabsichtigt nicht die Anführung aller eventuell auftretenden Sicherheitsprobleme beim Gebrauch. Es liegt in der Verantwortung des Anwenders, geeignete Sicherheits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen zu treffen und die Übereinstimmung mit den nationalen Vorschriften sicherzustellen.

1 Anwendungsbereich

Dieser Teil von ISO 3451 beschreibt die allgemeinen Grundlagen sowie geeignete Prüfbedingungen zur Bestimmung der Asche für eine Reihe von Kunststoffen (Polymere und Formmassen). Die gewählten speziellen Prüfbedingungen können in den Materialspezifikationen des betreffenden Kunststoffes enthalten sein.

Die für Polyalkylenterephthalate, weichmacherfreies Celluloseacetat, Polyamide und Polyvinylchlorid, ein- schließlich einiger Füllstoff enthaltender, glasfaserverstärkter und Flammen hemmender Materialien, gelten- den speziellen Bedingungen sind in den ISO 3451-2, ISO 3451-3, ISO 3451-4 und ISO 3451-5 festgelegt.

2 Normative Verweisungen

Die folgenden zitierten Dokumente sind für die Anwendung dieses Dokuments erforderlich. Bei datierten Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments (einschließlich aller Änderungen).

ISO 472, Plastics — Vocabulary

3 Begriffe

Für die Anwendung dieses Dokumentes gelten die in ISO 472 enthaltenen Begriffe.

4 Messprinzip

Zur Bestimmung der Asche eines organischen Materials bestehen drei Hauptverfahren:

a) direktes Verglühen, d. h. Verbrennung der organischen Substanz und Erhitzen des Rückstandes bei hoher Temperatur bis zum Erreichen der Massekonstanz (Verfahren A);

b) Verglühen nach Behandlung mit Schwefelsäure, was nach zwei verschiedenen Verfahrensweisen durch- geführt werden kann:

mit Schwefelsäurebehandlung nach der Verbrennung, d. h. Verbrennung der organischen Substanz, Überführung des anorganischen Rückstandes in die entsprechenden Sulfate mittels konzentrierter Schwefelsäure und Erhitzen des Rückstandes bei hoher Temperatur bis zum Erreichen der Masse- konstanz. Dies entspricht dem üblichen Verfahren zum Erhalt von Sulfatasche (Verfahren B);

mit Schwefelsäurebehandlung vor der Verbrennung, d. h. Erhitzen der organischen Substanz zusam- men mit konzentrierter Schwefelsäure bis auf Temperaturen, bei denen die organischen Substanz zu rauchen beginnt und schließlich verbrennt und abschließendes Erhitzen des Rückstandes bei hoher Temperatur bis zum Erreichen der Massekonstanz (Verfahren C). Dieses Verfahren darf angewendet werden, wenn während der Verbrennung der organischen Substanz flüchtige Metallhalogenide verdampfen können. Das Verfahren gilt nicht für Silikone oder fluorhaltige Polymere.

In jedem Fall ist der letzte Verfahrensschritt das Verglühen bei 600 °C, 750 °C, 850 °C oder 950 °C bis zum Erreichen der Massekonstanz (siehe 7.2).

ANMERKUNG Die Masse der Asche kann in Abhängigkeit von der Zündtemperatur schwanken. Zum Beispiel werden bei höheren Temperaturen, wie 850 °C, das Calciumcarbonat und andere Carbonate in die entsprechenden Oxide überführt, wodurch sich kleinere Aschewerte ergeben.

4

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EN ISO 3451-1:2008 (D)

5 Prüfmittel (nur für Verfahren B und C)

Zur Analyse dürfen nur Reagenzien vom Reinheitsgrad „zur Analyse“ und destilliertes Wasser oder Wasser gleichwertiger Reinheit verwendet werden.

5.1 Ammoniumcarbonat, wasserfrei.

5.2 Ammoniumnitrat, Lösung von annähernd 10 % (Massenanteil).

5.3 Schwefelsäure, ρ = 1,84 g/cm 3 .

WARNUNG — Stark ätzend. Bei der Handhabung geeigneten Haut- und Augenschutz tragen und im Abzug arbeiten. Reagiert mit Wasser stark exotherm.

5.4 Verdünnte Schwefelsäure, 50 % (Volumenanteil).

WARNUNG — Vorsicht bei der Handhabung. Herstellung muss durch langsame Zugabe der konzen- trierten Säure zum Wasser erfolgen.

6 Prüfgeräte

6.1 Tiegel aus Quarzglas, Porzellan oder Platin, die sich gegenüber der Prüfsubstanz inert verhalten. Die

Verwendung eines Tiegeldeckels/Uhrglases kann bei Proben, die eine feinkörnige (hochdisperse) Asche

ergeben, hilfreich sein.

6.2 Laborbrenner, oder eine andere geeignete Heizvorrichtung.

6.3 Muffelofen oder Mikrowellenofen, der je nach Bedarf auf (600 ± 25) °C, (750 ± 50) °C, (850 ± 50) °C

oder (950 ± 50) °C geregelt werden kann.

6.4 Analysenwaage, Fehlergrenze von 0,1 mg.

6.5 Pipetten mit geeignetem Maßvolumen (nur für Verfahren B und C).

6.6 Exsikkator mit wirksamen Trocknungsmittel, das nicht mit der Asche in Wechselwirkung tritt.

ANMERKUNG In bestimmten Fällen kann die gebildete Asche eine größere Affinität zu Wasser aufweisen als einige der üblichen Trocknungsmittel.

6.7 Wägeglas.

6.8 Abzug.

7 Prüfverfahren

7.1

Prüfmenge

Von der Untersuchungsprobe ist eine ausreichende Menge zu nehmen, um 5 mg bis 200 mg Asche zu erhalten (siehe Tabelle 1). Im Fall verstärkter Materialien ist eine Prüfmenge von 2 g zu nehmen. Ist die zu erwartende Aschemenge unbekannt, muss eine Vorbestimmung der Asche durchgeführt werden. Der Umfang der zu verwendenden Prüfmenge ist entsprechend dem annähernden Aschegehalt aus Tabelle 1 zu wählen.

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EN ISO 3451-1:2008 (D)

Tabelle 1 — Masse der Prüfmenge

Annähernder Aschegehalt

Prüfmenge

Masse der erhaltenen Asche

%

g

 

mg

0,01

200

etwa 5 bis 10

> 0,01 bis 0,05

100

10

bis 50

> 0,05 bis 0,1

50

25

bis 50

> 0,1 bis 0,2

25

25

bis 50

> 0,2 bis 1

10

20

bis 100

> 1 bis 10

5

50

bis 500

> 10

2

 

200

Bei Kunststoffen, die eine sehr geringe Menge Asche ergeben, ist die Verwendung größerer Prüfmengen not- wendig. Wenn es nicht möglich ist, die gesamte Prüfmenge auf einmal zu verbrennen, ist die erforderliche Menge in ein geeignetes Wägeglas einzuwägen und von dort für eine schrittweise Verbrennung in an- gemessenen Portionen in den Tiegel (6.1) zu überführen, bis die gesamte Prüfmenge verbrannt ist.

7.2 Prüfbedingungen

Der Glühvorgang muss bis zur Massekonstanz, wie in 7.3.6 festgelegt, fortgesetzt werden, wobei jedoch die Dauer der Glühvorgänge im Muffelofen (6.3) bei der festgelegten Temperatur 3 h nicht überschreiten darf.

Die Wahl der Glühtemperatur und die Anwendung des Verfahrens mit Schwefelsäurebehandlung hängen von der Art des Kunststoffes und jeglichen möglicherweise enthaltenen Zusatzstoffen ab. Wenn eine Wahl zwischen verschiedenen zweckmäßigen Bedingungen besteht, sind diejenigen zu wählen, die das Erreichen der Massekonstanz in weniger als 3 h zulassen. Eine höhere Temperatur oder die Anwendung der Schwefel- säurebehandlung verkürzt im Allgemeinen die Dauer des Glühvorgangs.

Unabhängig vom angewendeten Verfahren, d. h. A, B oder C, ist einer der folgenden Temperaturbereiche für den abschließenden Glühvorgang zu wählen, sofern keine anderen Temperaturen aus speziellen technischen oder wirtschaftlichen Gründen erforderlich sind:

(600 ± 25) °C, (750 ± 50) °C, (850 ± 50) °C, (950 ± 50) °C.

Die Veraschung ist im Abzug durchzuführen.

Wenn bezüglich des Verfahrens A für einen bestimmten Probentyp überzeugend nachgewiesen werden kann, dass die direkte Veraschung im Muffelofen ohne Vorerwärmung/Anzünden der Probe über einer Bunsenbren- nerflamme oder etwas Gleichwertigem zu dem gleichen Ergebnis führt, dann ist diese Version des Verfahrens (schnelle Veraschung) zulässig. Die Anwendung der schnellen Veraschung muss im Prüfbericht angegeben werden.

7.3 Verfahren A — Direktes Glühen

7.3.1 Der Tiegel (6.1) ist durch Erhitzen im Muffelofen (4.3) auf die Prüftemperatur bis zum Erreichen der

Massekonstanz vorzubereiten. Anschließend ist der Tiegel im Exsikkator (6.6) auf Raumtemperatur für 1 h abzukühlen oder so lange, bis Raumtemperatur erreicht ist, und auf der Analysenwaage (6.4) auf 0,1 mg zu

wägen.

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EN ISO 3451-1:2008 (D)

7.3.2 In das austarierte Wägeglas (6.7) ist eine Prüfmenge (vorgetrocknet entsprechend der zugehörigen

Materialspezifikation) mit der Probenmasse nach Tabelle 1 zu geben. Darauf muss erneut auf 0,1 mg oder 0,1 % der Prüfmengenmasse gewogen werden. Wenn der Tiegel die entsprechend der Masse der nach Tabelle 1 der festgelegten Asche oder 5 mg bis 500 mg Asche erforderliche Prüfmenge aufnehmen kann, darf diese Menge direkt in den Tiegel gegeben und eingewogen werden. Die nachfolgend beschriebene Vorgehensweise beruht jedoch darauf, dass dies nicht der Fall sein wird. Sehr voluminöse Materialien dürfen zu Tabletten gepresst werden, die dann in Teile geeigneter Größe zerbrochen werden können.

7.3.3 In den Tiegel ist so viel Prüfmenge zu geben, dass dieser zur Hälfte gefüllt wird. Der Tiegel muss

direkt auf dem Laborbrenner oder einem anderen geeigneten Heizgerät (6.2) erhitzt werden, sodass die Ver-

brennung langsam verläuft. Nach dem Abkühlen ist ein weiterer Teil der Prüfmenge zuzugeben. Diese Ver- fahrensschritte sind so lange zu wiederholen, bis die gesamte Prüfmenge verbrannt ist.

7.3.4 Der Tiegel ist in den auf die vorgeschriebene Temperatur vorgeheizten Muffelofen zu stellen und für

30 min zu glühen.

7.3.5 Darauf ist der Tiegel in den Exsikkator zu überführen, für 1 h oder bis zum Erreichen der Raumtempe-

ratur abzukühlen und auf der Analysenwaage auf 0,1 mg zu wägen.

7.3.6 Der Glühvorgang ist unter den gleichen Bedingungen bis zum Erreichen der Massekonstanz, d. h. bis

sich die Ergebnisse von zwei Folgewägungen um nicht mehr als 0,5 mg voneinander unterscheiden, zu wiederholen.

7.3.7 Wenn ein Laboratorium dokumentieren kann, dass dessen Verfahrensweise bezüglich Zeit und

Temperatur bei einem einzigen Glühvorgang an einem gegebenen Material zu konstanter Masse führt, dann muss dieses so genannte Schnell-Verfahren zugelassen und das einmalige Glühen im Prüfbericht angegeben

werden. Im Zweifelsfall muss sich für das Verfahren mit Glühen bis zur konstanten Masse entschieden werden.

7.4 Verfahren B — Glühen nach der dem Verbrennen folgenden Schwefelsäurebehandlung

7.4.1 Es ist vorzugehen, wie in 7.3.1, 7.3.2 und 7.3.3 festgelegt.

7.4.2 Zum vollständigen Befeuchten des Rückstandes ist nach dem Abkühlen mit einer Pipette geeigneten

Maßvolumens (6.5) tropfenweise verdünnte Schwefelsäure (5.4) zuzugeben, worauf unter Vermeidung zu

heftigen Siedens bis zum Aufhören des Rauchens zu erhitzen ist.

7.4.3 Falls nach dem Abkühlen noch Spuren kohlenstoffhaltiger Materialien vorhanden sind, müssen 1 bis

5 Tropfen Ammoniumnitratlösung (5.2) zugegeben werden, und es muss erhitzt werden, bis die Entwicklung des weißen Nebels vollständig aufgehört hat.

7.4.4 Um die bei den vorangegangenen Verfahrensschritten gebildeten Metalloxide in Sulfate zu

überführen, sind nach dem Abkühlen 5 Tropfen konzentrierte Schwefelsäure (5.3) zuzugeben, worauf unter Vermeidung von heftigem Sieden und auf übermäßiger Rauchentwicklung beruhendem Ascheverlust zu erhitzen ist, bis keine weitere Entwicklung weißen Rauches auftritt.

7.4.5 Nach dem Abkühlen sind 1 g bis 2 g festes Ammoniumcarbonat (3.1) zuzugeben, und es muss unter

Vermeidung von Ascheverlust erhitzt werden, bis die Rauchentwicklung aufhört. Anschließend ist der Tiegel in den auf die vorgegebene Temperatur vorgeheizten Muffelofen zu stellen und muss entsprechend den Festlegungen in 7.3.4, 7.3.5 und 7.3.6 weiterverfahren werden.

7.5 Verfahren C — Glühen nach dem Verbrennen mit vorausgehender Schwefelsäurebehandlung

7.5.1 Dieses Verfahren darf niemals bei Silikonen und fluorhaltigen Polymeren angewendet werden.

7.5.2 Es ist vorzugehen, wie in 7.3.1 und 7.3.2 festgelegt.

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EN ISO 3451-1:2008 (D)

7.5.3 In den Tiegel ist so viel Prüfmenge zu geben, dass dieser zur Hälfte gefüllt wird. Zum vollständigen

Befeuchten des Materials ist mit einer Pipette (6.5) eine ausreichende Menge konzentrierter Schwefelsäure (5.3) zuzugeben. Der Tiegel ist mit einer Uhrglasschale abzudecken. Der Tiegel muss mit dem Laborbrenner bei kleiner Flamme so lange direkt erhitzt werden, bis sich das organische Material zu zersetzen beginnt.

Das Erhitzen ist vorsichtig fortzusetzen, wobei die Uhrglasschale so positioniert wird, dass die Säure abrauchen kann und sichergestellt ist, dass kein aschehaltiges Material verloren geht. Bei Kunststoffen mit Neigung zum Verlust von aschehaltigem Material wird empfohlen, den Tiegel mit Inhalt in eine Platte aus feuerfestem Werkstoff (z. B. Keramikfaser) mit Loch zu stellen und bei kleiner Flamme nur so zu erhitzen, dass die organische Substanz eher schwelt als brennt. Wenn die Ausgangsprobenmenge im Tiegel zu gering war, um eine annehmbare Aschemasse zu liefern, ist der Tiegel abzukühlen, ein weiterer Teil der Prüfmenge zuzugeben und sind die oben stehend beschriebenen Arbeitsschritte zu wiederholen, bis die gesamte Prüfmenge verbrannt ist.

In Fällen, in denen die Schwefelsäure dazu neigt, über den Rand des Tiegels zu kriechen oder in denen trotz Vorkehrungen ein Teil der Prüfmenge durch heftige Reaktion verloren gehen kann (häufig im Fall von PVC), kann die konzentrierte Schwefelsäure durch ein Gemisch konzentrierter Essigsäure und konzentrierter Schwefelsäure ersetzt werden. Die Verwendung dieses Säuregemischs muss zwischen den beteiligten Parteien vereinbart sein und im Prüfbericht angegeben werden.

7.5.4 Es ist fortzufahren, wie in 7.4.3, 7.4.4 und 7.4.5 festgelegt.

8 Anzahl an Prüfungen

Die Anzahl an Prüfungen und die zulässige Streuung der Ergebnisse sollte üblicherweise in der jeweiligen Norm für jedes Material angegeben sein. Wenn derartige Angaben nicht zur Verfügung stehen, sind zwei Bestimmungen durchzuführen, wobei die Prüfung so oft wie notwendig zu wiederholen ist, bis die Ergebnisse von zwei Folgebestimmungen um nicht mehr als 10 % ihres Mittelwertes voneinander abweichen.

9 Angabe der Ergebnisse

Die Asche oder Sulfatasche wird in Masseprozent angegeben und nach folgender Gleichung berechnet:

m

1

m

0

× 100

Dabei ist

m

m

0

1

die Masse der getrockneten Prüfmenge, in Gramm;

die Masse der erhaltenen Asche, in Gramm.

8

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EN ISO 3451-1:2008 (D)

10 Präzision

Die Präzisionsdaten wurden von acht Laboratorien in einem Ringversuch an acht verschiedenen Materialien bestimmt. In Tabelle 2 sind die Ergebnisse zusammengefasst.

Tabelle 2 — Zusammenfassung der Präzisionsdaten

 

Material/Füllstoff

Asche-Mittelwert

       

%

s

r

s

R

r

R

HDPE/antiblock

0,015

0,004

0,005

0,011

0,015

LDPE/antiblock

0,149

0,005

0,005

0,013

0,015

LDPE/antiblock

0,437

0,005

0,006

0,013

0,017

LDPE/antiblock

1,00

0,009

0,009

0,025

0,025

PET/SiO 2

3,18

0,045

0,045

0,125

0,125

PET/TiO 2

12,46

0,046

0,052

0,129

0,144

Pa/Glas

33,16

0,272

0,282

0,760

0,790

PET/TiO 2

44,81

0,371

0,400

1,038

1,120

s

r

ist die Wiederholstandardabweichung;

 

s

R

ist die Vergleichstandardabweichung;

r

ist die Wiederholgrenze, d. h. der Wert, unter dem der Betrag der Differenz zwischen zwei unter Wiederholbe- dingungen (derselbe Prüfer, dasselbe Gerät, dasselbe Laboratorium und innerhalb kurzer Zeitspanne) erhaltenen Einzelprüfergebnissen mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % erwartet werden kann;

R

ist die Vergleichgrenze, d. h. der Wert, unter dem der Betrag der Differenz zwischen zwei unter Vergleichsbedin- gungen (verschiedene Prüfer, verschiedene Geräte, verschiedene Laboratorien) erhaltenen Einzelprüfergebnissen mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % erwartet werden kann.

11 Prüfbericht

Der Prüfbericht muss folgende Angaben enthalten:

a) einen Verweis auf ISO 3451;

b) alle erforderlichen Einzelheiten zur Identifizierung des geprüften Materials;

c) das angewendete Verfahren [A, A (schnelle Veraschung) B oder C] und, falls das Gemisch aus Essig- und Schwefelsäure verwendet wurde, eine Bemerkung zu dessen Auswirkung (siehe 7.5.3, letzter Absatz);

d) die angewendete Glühtemperatur;

e) die verwendete Anzahl an Prüfmengen und deren jeweilige Masse;

f) die Ergebnisse und deren Streuung;

g) Prüfdatum.

9