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Pessach 5777 / 1 / 2017  27.

Jahrgang  Nisan 5777

KH-Journal
Die Zeitschrift des Keren Hayesod Deutschland – Vereinigte Israel Aktion e.V.

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www.keren-hayesod.de
Keren Hayesod Deutschland
Vereinigte Israel Aktion e. V.
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KH-Journal
Die Zeitschrift des Keren Hayesod Deutschland

In dieser Ausgabe:
Grußwort des israelischen Botschafters 5

Grußwort des neuen KH-Vorsitzenden 7

Wahl des Vorstandes 9

Deutschland und Israel: Gemeinsame Werte 9

Spannende Auktion beim Magbit Frankfurt 10–11

Italiens Kochkunst für zwei gute Zwecke 12–13

Das Engagement der Familie Blodinger 12–13

Empfang in der Botschaft 14–15

Magbit-Eröffnung Stuttgart 17

Das Projekt „Amigour“ unterstützt Senioren 19

Wandern im Negev (Seite 20). Foto: KH Israel Walk 2017 20

Erste Hilfe nach Feuersbrünsten 21

Jahreskonferenz „Friends of Israel“ 21

Treffen der Europa-Delegierten 23

Zwei besondere Geburtstagswünsche 24–25

Der Autor Manfred Eisner 27

Berliner Band gibt Benefiz-Konzerte 29

50 Jahre Wiedervereinigung Jerusalem 30–31

Hauptbüro: Keren Hayesod Berlin Impressum


Budapester Straße 41, 10787 Berlin Herausgeber: Keren Hayesod Deutschland
Fon: +49 (0)30 - 88 71 93 3 V.i.S.d.P.: KH Deutschland
Fax: +49 (0)30 - 88 71 93 50 www.keren-hayesod.de
E-Mail: kh.berlin@keren-hayesod.de
Redaktion:
Keren Hayesod Frankfurt Angelika Brecht-Levy M. A.
Querstraße 4, 60322 Frankfurt brechtlevy@online.de
Fon: +49 (0)69 - 61 09 38 0
Fax: +49 (0)69 - 61 09 38 50 Layout und Druck:
E-Mail: kh.ffm@keren-hayesod.de Lothar Schwarzer GbR Druck & Werbung Berlin
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Keren Hayesod München
Schillerstraße 7, 80336 München Namentlich gekennzeichnete Beiträge entsprechen
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Fax: +49 (0)89 - 91 07 24 76 des Herausgebers. Für unverlangt eingesandte Texte
E-Mail: kh.muc@keren-hayesod.de gibt es keine Veröffentlichungsgarantie.

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Geschäftsführer – Inhaber
Michael Bob
Grußwort von S. E. Yakov Hadas-Handelsman, Botschafter des Staates Israel
„Realismus, harte Arbeit, der Glaube an Wunder“
Liebe Freunde, Shalom!

Seit fast 100 Jahren engagiert sich der Keren


Hayesod schon im Zeichen des zionistischen
Traums. Die Heimat für das jüdische Volk auf­
zubauen war und ist ein komplexes Projekt. Es
konnte nur mit der Hilfe von Freunden in Israel
und in der ganzen Welt gelingen, von Juden und
Nichtjuden.

Was wir in Israel erreicht haben, wird von manchen


als Wunder beschrieben. Ich denke, dass wir es mit
einer gesunden Mischung aus Realismus, dem Glau-
ben an Wunder und harter Arbeit so weit bringen
konnten. Für die Wunder bin ich zum Glück nicht
verantwortlich. Aber die harte Arbeit, die tun wir
alle täglich - wir, die wir uns dem Staat Israel und
dem jüdischen Volk verpflichtet fühlen.

Es gibt viele Möglichkeiten, Israel zu unterstützen.


Wir können zum Beispiel einiges zur Arbeit des
Keren Hayesod beisteuern. Er ist der finanzielle
und strukturelle Wegbereiter vieler entscheidender
Initiativen. Diese Projekte werden dort ins Leben
gerufen, wo sie dringend benötigt werden – und Ich danke auf diesem Weg allen Unterstützern des
das kann im Nahen Osten jeden Tag ein anderer Keren Hayesod und ich sende Ihnen allen meine
Bereich sein. besten Wünsche für das Pessach-Fest.

Einige der Herausforderungen, derer sich der Keren


Hayesod angenommen hat, sind zum Beispiel die Chag Sameach!
­Integration der Einwanderer, aber auch Hilfspro-
jekte für die Opfer von Terror, Krieg und Katastro-
phen. Und immer im Fokus steht dabei das Wohl der
jüngsten Mitglieder der israelischen Gesellschaft:
das Wohl der Kinder und Jugendlichen. Yakov Hadas-Handelsman

Keren Hayesod
Vereinigte Israel Aktion e.V.
Magbit
Der Keren Hayesod Deutschland wünscht allen seinen Freunden, Spendern
und Gönnern sowie dem Staat Israel und seinen Bürgern und dem gesamten
jüdischen Volk in aller Welt ein frohes, friedliches und koscheres Pessach-Fest 5777.

Keren Hayesod Hauptbüro:


Budapester Straße 41
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D - 10787 Berlin
Fon: +49 (0)30 - 88 71 93 3 Keren Hayesod
Fax: +49 (0)30 - 88 71 93 50 Das Präsidium
kh.berlin@keren-hayesod.de Keren Hayesod Spendenkonto:
www.keren-hayesod.de Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE51 1002 0500 0003 2112 00, BIC: BFSWDE33BER

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Grußwort von Sammy Endzweig, Vorsitzender des Keren Hayesod Deutschland
Es ist an der Zeit, Prioritäten zu setzen
Mit Herz, Leidenschaft und großem Engagement
setzen sich Freunde, Förderer und Mitarbeiter von
Keren Hayesod für die Verwirklichung sozialer
Projekte in Israel ein. Deren Unterstützung ist nie
völlig losgelöst von den politischen Entwicklungen
im geografischen Umfeld. Noch immer ist der Nahe
Osten eine unruhige Region voll blutiger Konflikte.

Das jüngste Abstimmungsverhalten der USA im Rah-


men der UN-Resolution 2334 zeigte, dass sich Israel
sogar auf die Zuverlässigkeit und Loyalität seines
über Jahrzehnte engsten Verbündeten nicht mehr
verlassen kann. Dies bestärkte diejenigen, die schon
immer betonten, dass letztendlich nur Israel selbst
die Sicherheit seiner Bevölkerung gewährleisten
kann und muss. Angesichts der neuen Machtverhält-
nisse in Washington ist die Regierung in Jerusalem
gut beraten, zügig Projekte erneut auf den Prüfstand
zu setzen und zu priorisieren. Um die Sicherheit des
Landes auch künftig zu gewährleisten, gilt es die
Verteidigungsfähigkeit zu stärken, die Wirtschaft
anzukurbeln und weiterhin dafür zu sorgen, dass
Universitäten und Unternehmen Spitzenleistungen
in Forschung und Entwicklung erreichen. All dies
bedeutet für ein so kleines Land die Bewältigung Aliya. Demzufolge wird Keren Hayesod weiterhin
einer Herkules-Aufgabe, zumal die vorhandenen all denen in Israel helfen, die auf unseren Beistand
Ressourcen begrenzt sind. Die Aufgabe wird nicht angewiesen sind, und denen wir mit den Beiträgen
leichter durch die Tatsache, dass Nachbarländer und unserer Förderer einen Weg in ein besseres Leben
andere Staaten der Region sich bekanntermaßen und in eine glücklichere Zukunft ebnen können.
die Vernichtung Israels zum Ziel gesetzt haben. Als
einzige funktionierende Demokratie im Nahen Osten In diesem Journal finden Sie Beispiele, wie facet-
und darüber hinaus ist es ein Stachel im Fleisch der tenreich, interessant, erfüllend und sogar unter-
Diktatoren und Autokraten, die ringsherum an den haltsam ein Engagement bei Keren Hayesod ge­
Schalt­stellen der Macht sitzen. staltet werden kann. Für den Erfolg unserer Projekte
ist Ihre Unterstützung entscheidend, und wir wollen
Die ambitionierte Agenda Israels zeichnet auch uns dafür herzlich bei Ihnen bedanken.
für Keren Hayesod den Weg vor, vor allem, wenn
es um die Auswahl und Priorisierung unserer Pro- Chag Pessach Sameach!
jekte geht. Sie konzentrieren sich auch zukünftig
auf die Bereiche Bildung, Gesundheit, Pflege und Ihr Sammy Endzweig

Keren Hayesod
Vereinigte Israel Aktion e.V.
Magbit
Der Keren Hayesod Deutschland wünscht allen seinen christlichen
Freunden, Spendern und Gönnern ein frohes und gesegnetes

Keren Hayesod Hauptbüro:


Osterfest 2017
Budapester Straße 41
D - 10787 Berlin Keren Hayesod
Fon: +49 (0)30 - 88 71 93 3
Fax: +49 (0)30 - 88 71 93 50 Das Präsidium
kh.berlin@keren-hayesod.de Keren Hayesod Spendenkonto:
www.keren-hayesod.de Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE51 1002 0500 0003 2112 00, BIC: BFSWDE33BER

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Wir wünschen allen Freunden und Geschäftspartnern
ein friedliches und frohes Pessachfest.

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Keren Hayesod Deutschland
Mitgliederversammlung wählt neuen Vorstand
Die Mitgliederversammlung des Keren Hayesod nach seiner Wahl. Seit 2015 steht er dem Frank­
Deutschland (KH) wählte am 11. Dezember den furter Magbit-Komitee vor.
Frankfurter Diplom-Betriebswirt Sammy Endzweig Geboren wurde er 1964 in München, er hat zwei
einstimmig zum neuen Präsidiumsvorsitzenden. Schwestern und einen Bruder. In Straßburg be-
Endzweig (52) löst den Berliner Rechtsanwalt suchte er die jüdische Schule, wo er auch das fran-
Nathan Gelbart, der nicht mehr für den Vorsitz zösische Abitur, das Bac, bestand. Er studierte BWL
kandidierte, nach zehn Jahren Amtszeit ab. „Jetzt in Deutschland, Frankreich und England, schloss
ist es Zeit für einen Wechsel. Als Stellvertreter freue seinen MBA in den USA ab. Nach einigen Jahren
ich mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Sammy als Manager machte er sich in Frankfurt selbst-
Endzweig,“ betonte Gelbart. Als weitere Stellvertre- ständig. Er leitet eine Unternehmensgruppe, die im
ter wurden Dr. David Leshem, Martin Widerker und Rohstoffhandel und in der Entsorgung tätig ist. Am
der Schatz­meister Daniel Mitental wiedergewählt. Main traf er auch seine spätere Ehefrau Kathrin.
Gelbart wird wieder dem Berliner Magbit-Komitee Mit ihr hat er die „zwei sensationellsten Kinder, Ron
vor­stehen, das er bereits von 2002 bis 2006 leitete. (16) und Bella Alisa (14)“. Sammy Endzweig liebt das
„Ich freue mich auf die neue Herausforderung und Theater, bedauert aber, dass ihm für Kultur meist
danke für das in mich gesetzte Vertrauen. Mei- die Zeit fehle. Auch der Sport – er ist ein guter Ski­
nem Vorgänger Nathan Gelbart danke ich für eine fahrer – bleibe oft auf der Strecke, er versucht, sich
Dekade herausragender Arbeit,“ sagte Endzweig
­ mit regelmäßigem Joggen fit zu halten. abl

Interview mit Sammy Endzweig


„Deutschland und Israel haben gemeinsame Werte“
Herr Endzweig, Sie sind neuer Deutschland­ erkennen. Bei unseren Analysen bemerken wir,
vorsitzender von Keren Hayesod (KH). Was sind dass immer mehr Menschen erkennen, in welch
die Voraussetzungen für dieses Ehrenamt? schwierigem Umfeld sich Israel befindet – als ein-
Man muss neben den Management-Kapazitäten zige Demokratie im Nahen Osten, von vielen Seiten
Zeit dafür aufbringen können. Inhaltlich ist eine bedroht. Die jüngsten Terroranschläge in Europa
starke Verbundenheit zu Israel wichtig und die scheinen viele für diese Gefahren zu sensibilisieren.
Bereitschaft zu einer guten Zusammenarbeit mit
der KH-Zentrale in Jerusalem. Und einige Erfahrung KH sammelt Spenden und klärt auf. Worüber?
bringe ich schon mit, denn bislang war ich Vorsit- Auf alles, was im Internet behauptet wird, können
zender von KH Frankfurt, einer der großen, starken wir nicht antworten. Da fehlen uns die Möglichkei-
jüdischen Gemeinden Deutschlands. ten. Aber was wir machen können und was für mich
persönlich von allergrößter Wichtigkeit ist: die Ge-
Was werden Ihre Schwerpunkte sein? meinsamkeiten Deutschlands mit Israel zu betonen.
Mir geht es vor allem darum, auf Veränderungen Wir haben gemeinsame Werte, daraus erwachsen
bei der Spenderstruktur und dem Spendenverhalten gemeinsame Interessen und Herausforderungen. Zu
angemessen zu reagieren, sowie um neue Möglich- diesen Herausforderungen gehören leider auch die
keiten der Kommunikation. gemeinsamen Bedrohungen, denen wir ausgesetzt
sind – Israel schon länger als Deutschland.
Es gibt etliche israelsolidarische Organisationen
in Deutschland. Was ist das Alleinstellungsmerk- Wie betreibt KH diese Aufklärungsarbeit?
mal von Keren Hayesod? Wenn wir für Projekte werben, die wir in Israel
Besonders ist sicherlich, dass es uns schon lange unterstützen, weisen wir immer auf diese Gemein-
gibt: Wir sind eine der ältesten Israel fördernden samkeiten Deutschlands und Israels hin. Und dabei
Organisationen. Besonders ist auch unsere Vielfalt bemerken wir auch oft, dass diese in Deutschland
der Formen und Projekte, die wir in der Bildung, der unterschätzt werden. Da ist es wichtig zu betonen,
Pflege und dem Gesundheitsbereich fördern. Diese dass Israel eine stabile Demokratie ist, in der die
Vielfalt erlaubt es jedem Spender, genau das Projekt freiheitlichen Werte wie Toleranz, Pressefreiheit
zu unterstützen, das ihm persönlich wichtig ist. und Gleichberechtigung eine große Rolle spielen.
Es sollte unser aller Aufgabe sein, das demokrati-
Wie ist die Spendenbereitschaft, wenn es um sche Israel zu unterstützen, insbesondere in einer
Solidarität mit Israel geht? Region, in der es keine anderen Demokratien gibt.
Gut. Wir können, was Spenden und Spendenbe-
reitschaft angeht, einen deutlichen Aufwärtstrend Das Interview führte Martin Krauß (JA)

9
Spannende Auktion beim Magbit Frankfurt
Künstler zeigen Herz
Nach dem großen Erfolg seiner ersten Benefiz-Auktion
organisierte der Magbit Frankfurt zum zweiten Mal „Art
with a Heart“, an seiner Seite wieder die Frau mit dem
Händchen für Events, über die man spricht: die Galeristin
und Künstlerin Sarit Lichtenstein. 25 Maler hatten Werke
für die Auktion gespendet, bei der der renommierte Auktio-
nator Karl M. Arnold vom gleichnamigen Auktionshaus den
Hammer schwang. Über 200 Gäste kamen im angesagten
Club „Le Panther“ zusammen. Schirmherr des Abends war
Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann. Der Erlös aus
dem Verkauf der Kunstwerke war für das „Aleh“-Projekt für
behinderte Kinder in Israel bestimmt.

In seinem Grußwort stellte der Frankfurter OB das Projekt


vor, für das der Erlös aus der Benefiz-Kunstauktion bestimmt
war: „Keren Hayesod den Aufbau und die Erhaltung integra-
tiver, sozialer und pädagogischer Einrichtungen und Maß-
nahmen. In den vergangenen Jahren wurden vor allem Pro-
jekte für benachteiligte Kinder und Jugendliche unterstützt.

Der Erlös von ,Art with a Heart’ kommt dem ALEH-Projekt


für schwerbehinderte Kinder und junge Erwachsene in Israel
zugute. ALEH ist eine von betroffenen Eltern gegründete
einzigartige und weltweit anerkannte Initiative mit dem
Ziel, behinderten jungen Menschen ein Leben mit modern-
ster medizinischer Betreuung und individuell angemessener
B­ildung und Erziehung zu ermöglichen. Die Einrichtung
soll um eine Rehabilitationsklinik erweitert werden, die
Therapien nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen
anbietet und Fachleuten aus aller Welt Gelegenheit zur Wei-
terbildung gibt. Damit dieser Plan Wirklichkeit wird, bitte
ich ganz herzlich um Ihre Hilfe. Ich freue mich, dass Keren
Hayesod dieses großartige Projekt unterstützt.“

Der Generaldirektor von ALEH, Yehuda Marmorstein, war am


Abend der Auktion verhindert, dankte für „die Entscheidung,
sich für Israels führendes Netzwerk an Einrichtungen für
Kinder mit mehrfachen Schwerbehinderungen zu engagie-
ren. ALEH kümmert sich um über 700 Kinder mit geistigen
Behinderungen, Entwicklungsstörungen und Krankheiten
und stellt in vier stationären Einrichtungen fortschrittliche
medizinische, pädagogische und rehabilitative Pflege bereit.
Zusätzlich stellt es jährlich 18.000 ambulante Behandlun-
gen für Hunderte Menschen mit Behinderungen im Land
zur Verfügung. Bei ALEH schauen wir auf das Kind an sich.
Durch die Pflege seiner Entwicklung und die Erhöhung sei-
ner Lebensqualität schöpft jedes Kind sein Potenzial aus.
Ich danke Ihnen, dass Sie Ihre Herzen für die verletzlichsten
Kinder Israels öffnen“.
Sammy Endzweig, zum Zeitpunkt der Auktion noch Vor­
sitzender des KH in Frankfurt, wies auch auf andere wichtige
soziale und humanitäre KH-Projekte hin, in denen benach-
teiligte Bevölkerungsgruppen gefördert und ihre Zukunft-
schancen erhöht werden.
Sarit Lichtenstein, Inhaberin der Galerie am Park, weiß um
die Rolle der Kunst in der Gesellschaft: „Kunst führt zu Kom-
munikation, Kommunikation führt zu Veränderung. Kunst
kann als Inspiration für Veränderung dienen. Unsere Auk-
tion sammelt Spenden für das Reha-Center Aleh in Israel,
eine hochmoderne Institution, die ein ganzes Dorf umfasst,
in dem schwerbehinderte Kinder und junge Erwachsene
spezialisierte Fürsorge und Pflege erhalten. Das Projekt ist
ein Musterbeispiel für das, was möglich ist, wenn ein enga-
giertes und hingebungsvolles Team hinter der Organisation
steht.
Die zur Versteigerung ausgewählten Originalwerke stammen
von 25 zeitgenössischen Kunstschaffenden aus Deutsch-
land, Mexiko, Italien, Russland, Spanien, der Ukraine, den
Niederlanden, Frankreich, Korea, den USA und China. Für
ihre großzügigen Beiträge für diesen guten Zweck bin ich
ihnen sehr dankbar. Ein Bild oder Kunstobjekt zu erwerben,
ist immer eine erfreuliche und bereichernde Erfahrung –
umso mehr in diesem Fall.“

Ilan Friedman
Gorilla
2014
Acryl auf Papier
78 x 53 cm
gespendet vom
Künstler

Das Highlight des Abends und absoluter Renner der


Auktion war das Bild des 1990 in Heidelberg geborenen
Ilan ­Friedman. Er leidet seit seiner Geburt an einem sehr
seltenen Gendefekt, der „Familial Dysautonomia“, an der
weltweit nur 200 Menschen erkrankt sind, ausschließlich
aschkenasische Juden. Seit 1997 wohnt er mit seiner Fa-
milie in Frankfurt. Dort ging er bis 2002 in die jüdische
Lichtigfeld-Schule. Danach besuchte er die Viktor-Frankl-
Schule und die Edith-Stein-Schule in Hochheim am Taunus.
Seit 2012 arbeitet er künstlerisch im Atelier Eastend in der
Frankfurter Ostendstraße. Ilan hat bereits an mehreren
Ausstellungen teilgenommen, sowohl gemeinsam mit dem
Atelier als auch einzeln. Ilan malt vor allem wilde Tiere,
die er wegen ihrer Stärke und Kraft bewundert. Mit seiner
Kunst drückt Ilan sich emotional aus, um sie dreht sich
sein Leben.
Die Bieter rissen sich um sein Bild, das ausdrucksstarke Por-
trät eines Gorillas mit sanften Augen vor dschungelgrünem
Fotos: Rafael Herlich

Hintergrund.
Die Fotos des Abends kreierte der Fotograf Rafael Herlich,
der immer zur Stelle ist, wenn der Keren Hayesod ihn ruft.
Simon Soesan/abl
Top-Event im Fleming’s Conference Hotel
Italiens Kochkunst
für zwei gute Zwecke
Mehr als 270 Gäste kamen ins Fleming’s Hotel an der El-
binger Straße im Frankfurter Stadtteil Hausen, um für die
Schwächsten der Schwachen zu sammeln. Organisiert hatte
den Abend, durch den die Bloggerin Galia Brener führte und
der unter dem Motto „Zwei Dörfer, ein Ziel“ stand, Franco
Grande vom Restaurant „Vini … da Sabatini“. Der Erlös des
Abends, bei dem vier Köche bekannter italienischer Restau-
rants in Frankfurt – Gabriele Fillipelli (Gallo Nero), Massimo
Desortes (La Scuderia), Saverio de Filippis (Azzuro) und
­Giovanni Spina (Maria e Giovanni) – die Besucher kulina-
risch verwöhnten, kommt zu gleichen Teilen den bedürfti-
gen Bewohnern des Dorfes Mandatoriccio im italienischen
Kalabrien und der Einrichtung ALEH Negev – Nachalat Eran
in Israel zugute. Dort leben junge Menschen mit schweren
Behinderungen.
„Ich habe sehr viele jüdische Freunde“, erläuterte Grande
sein Engagement für den wohltätigen Zweck. Im italieni-
schen Dorf leben viele alte und arme Menschen. „Die Jun-
gen sind alle weggezogen, die Alten sind allein.“ Deshalb
beschloss der Kulturverein „Polo Sud“, dem Grande ange-
hört, „jedem von ihnen ein kleines Gerät, einen Lebensret-
ter, zur Verfügung zu stellen, mit dem er im Ernstfall einen
Notruf an Angehörige und Rettungsdienste abgeben kann.“
Im Negev war der Erlös des Abends für die Organisation
ALEH bestimmt, die sich um Menschen mit physischen
und kognitiven Beeinträchtigungen kümmert. „Dort muss
ein Krankenhaus gebaut werden“, sagte Grande, der auch
schon Benefizabende für Opfer von Naturkatastrophen
organisierte. „Diana Schnabel, ehemalige Präsidentin
der Women’s International Zionist Organisation (Wizo),
bestärkte mich darin, die Veranstaltung auf die Beine zu
stellen, die wir im kommenden Jahr wiederholen möchten.“
Grandes Initiative wurde von der Familie Blodinger unter-
stützt, Besitzerin der Fleming’s-Nobelherbergen und eine
ganz starke Förderin von ALEH. Die Stimmung im großen Saal
des Hotels war entspannt und ausgelassen. Zwischen den
Gängen tanzten die Gäste zu italienischer Live-Musik. Israe-
lische Feierlaune verbannt sich mit der italienischen zu einem
Feuerwerk. Bei einer Verlosung lockten Reisegutscheine,
Flugtickets und Schmuck als Gewinne. Nina Blodinger: „Es
ist mir wichtig, dass in der geplanten Klinik alle behandelt
werden, die Hilfe brauchen, denn Krankheiten kennen weder
Grenzen noch Religionen.“ FNP/abl
Das Engagement der Familie Blodinger
Das Vermächtnis des Vaters
Große Freude bei ALEH Negev – Nahalat Eran: hier wurde der
Grundstein für die neue Mitarbeiter-Wohnsiedlung ­gelegt.
An der Zeremonie nahmen die Spender-Familie Blodinger
aus Frankfurt, Bauminister Yoav Galant, der General­direktor
der UIA, Greg Masel, Shai Hajaj, der Vorsitzende des Stadt-
rats von Merhavim, sowie Freunde von ALEH teil.
Die neue Wohnsiedlung wird nach Ignaz Blodinger benannt
werden, der vor zehn Jahren starb, nach Ausbruch des
Libanon-Krieges. Noch kurz vor seinem Tod hatte er dafür
gesorgt, dass über 100 Menschen aus Galiläa, die gezwun-
gen worden waren, ihre Häuser zu verlassen, in Hotels, die
er in Frankfurt besaß, untergebracht wurden. Sein Ver-
mächtnis wird von seiner Frau Nina und den Kindern Anat,
Filip und Josef fortgeführt, mit regelmäßigen Zuwendungen
und Spenden für Israel und die schwächsten Glieder seiner
Gesellschaft.
Da die neue Wohnsiedlung in unmittelbarer Nähe zu
ALEH liegt, können Mitarbeiter, Volontäre und Studenten
die Bewohner und Patienten des Dorfes schneller und
ein­facher erreichen. So kann wertvolle Zeit eingespart
werden. Momentan kosten die langen Anfahrtswege zur
Arbeit noch zu viel Zeit. Die neue Nähe wird stark zum
Zusammen­ gehörigkeitsgefühl und zur Lebensqualität im
Dorf bei­tragen. Zusätzlich wird auch für die zukünftigen
Mitarbeiter der geplanten Rehabilitations-Klinik Wohnraum
ge­schaffen. KH
Keren Hayesod Berlin
Empfang in der Botschaft
KH-Vorsitzender Nathan Gelbart dankte S.E. Yakov Hadas-
Handelsman, Botschafter des Staates Israel und Frau Ita
für die herzliche Einladung zu einem Spendenabend in ihre
Residenz.
ALEH Negev, das Rehabilitationsdorf für junge Menschen
mit schwersten psychischen und physischen Behinderungen,
war der Anlass für diesen Empfang. Generalmajor a.D. Doron
Almog, Träger des Israelpreises 2016, stellte dieses ganz
besondere Projekt vor. Die Einrichtung ermöglicht jungen
Erwachsenen mit schwersten Mehrfach-Behinderungen ein
reiches und produktives Leben in einer sicheren Umgebung.
Das Projekt ist eine Herzensangelegenheit für Almog, dessen
schwerbehinderter Sohn Eran einer der ersten Bewohner des
Dorfs war.
Die in ALEH betreuten Kinder und Jugendlichen
sind meist nicht in der Lage, ihre Gefühle, Bedürfnisse und
Wünsche auszudrücken. Oftmals wird davon ausgegangen,
dass Rehabilitation und Entwicklung hoffnungslos sind. Die
Betreuer in ALEH haben vollkommen andere Erfahrungen
gemacht. Die Institution wurde 1982 von einer Gruppe von
Eltern ins Leben gerufen, die Kinder mit schwersten Behin-
derungen hatten. ALEH hat wieder und wieder unter Beweis
gestellt, dass intensive Therapien und gezielte medizinische
Behandlungen das Leben von betroffenen Menschen ver­
ändern können.
Gegenwärtig erhalten bis zu 700 Kinder mit
schwersten Behinderungen, von Neugeborenen bis zu jungen
Erwachsenen, in den vier Einrichtungen medizinische und
rehabilitative Pflege auf höchstem Niveau. Die Organisation
ist das größte derartige Netzwerk in Israel. In den Einrichtun-
gen in Jerusalem, Gedera und Bnei Brak sowie im Reha-Dorf
im Negev arbeiten hingebungsvolle multidisziplinäre Teams
von Therapeuten, Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern,
Pädagogen und Verwaltungskräften. Sie werden unterstützt
von Ehrenamtlichen, die sich gemeinsam um die Bedürfnisse
der Bewohner kümmern. Darüber hinaus baut Aleh eine neue
rehabilitative B­ ildungseinrichtung im Zentrum des Landes
auf, die 300 jungen Menschen vom Kindergarten- bis zum
Oberschulalter offen stehen wird.
Den erfolgreichen Abend umrahmten mit ihrer fantasti-
schen Musik Hila Karni (Violincello), ihre Tochter Lir Vaginski
(Violine) und am Klavier Michal Friedlander. KH
Fotos: Alice Forberg
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16
Magbit-Eröffnung Stuttgart
Scharfe Zungen, klare Worte und spendable Gäste
„Henryk M. Broder liebt die politi-
sche Zuspitzung, um Dinge sicht-
bar zu machen, die oft unter dem
flauschigen Mäntelchen der Poli-
tical Correctness versteckt sind“,
sagte Michael Kashi. Das Vor-
standsmitglied der Israelitischen
Religionsgemeinschaft Württem-
berg (IRGW) hatte den Journalisten
(70) als einflussreichen Meinungs-
macher zur Magbit-Eröffnung
des Keren Hayesod nach Stuttgart
eingeladen. Das Duo Even Yeru­
shalayim stimmte die Gäste im voll
besetzten Veranstaltungssaal der
IRGW mit Gitarre und Gesang auf
den Spendenabend ein.
Broder unterhielt seine Zuhörer
mit einem kurzweiligen Vortrag zu
einem ernsten Thema: „Ist Anti- Der Abend bot gute Unterhaltung. Foto: Christian Ignatzi
zionismus der Antisemitismus von
heute?“ Diese Frage hätte er mit einer bejahenden Er wies auf die Zerstörung von Moscheen und
Antwort kurz und knapp schließen können, zumal Denkmälern durch die Terroristen des Islamischen
seine Hunde zu Hause auf ihn warteten, er erkältet Staats hin: „Haben die Palästinenser dagegen
sei und Hunger habe, begann Broder. Er hatte die demonstriert? Wenn aber Juden am Tempelberg
Lacher auf seiner Seite. Seine Argumente: Der An- beten wollen, gehen sie auf die Straße.“ Widerker
tizionismus sei für Nichtjuden wie für Juden selbst zweifelte die so genannte Zwei-Staaten-Lösung
nur eine Ausrede, Antisemitismus in einer politisch an: „Nach dem Arabischen Frühling sind Länder
aseptischen Form präsentieren zu können. Wer An- unregierbar, es herrscht fast überall Anarchie, Sun-
tisemit sei, spreche einem Juden das Existenzrecht niten und Schiiten bringen sich um. In einem Staat
ab, wie ein Antizionist das in Bezug auf Israel tue. Palästina werden sich die Extremisten sammeln, in
Unterscheiden müsse man zwischen Ressentiments Israel wird es keine Sicherheit mit einem solchen
und Vorurteilen. „Vorurteile sind harmlos, die hat Nachbarn geben.“ Er fragte auch nach den 15
jeder“, sagte Broder. „Wenn wir sagen, wir sind das Milliarden Dollar, die die internationale Gemein-
Volk des Buches, dann ist das ein Vorurteil, das wir schaft den Palästinensern seit 1992 zukommen
lieber hören als das, wir seien für schlechtes Beneh- ließ. „Einige wenige sind reich geworden, aber die
men bekannt.“ normalen Menschen haben keinen Cent gesehen.
Ein Ressentiment beziehe sich im Gegensatz dazu Das Geld ging weder in die Infrastruktur, noch
immer auf die Person selbst. „Ein Antisemit nimmt in die Belebung der Wirtschaft, in Bildung oder
einem Juden alles übel. Es bringt nichts, zu ver- Kultur. Vielleicht werden die Massen im Westjor-
suchen, ihn vom Gegenteil zu überzeugen.“ Die danland eines Tages erkennen, dass sie nur Mittel
Gesellschaft müsse klarmachen, dass sie Antisemi- zum Zweck waren; dann verschwindet auch der
tismus und Antisemiten verachte. „Der Gebrauch Hass. Golda Meir hat es auf den Punkt gebracht:
antisemitischer Argumente muss so verpönt sein Frieden wird es erst geben, wenn die Araber ihre
wie der Verzicht auf Deodorant und Seife.“ Kinder mehr lieben als sie uns hassen.“
Der Vorsitzende des Keren Hayesod Württemberg, Als es ans Spendensammeln ging, scherzte Kashi:
Martin Widerker, teilt Broders Auffassung, dass es „Als schwäbische Juden nehmen wir das mit dem
noch immer viel Antisemitismus in der Welt gibt. Sparen ja sehr ernst. Aber wir haben uns nicht lum-
In seiner Rede wies er auf ein weiteres ungelöstes pen lassen.“ Das Geld soll wieder Projekten in Israel
Problem hin, den Konflikt zwischen Israelis und zugute kommen, vor allem der Jugend. „Wir als
Palästinensern: „Im Grunde geht es um den Zugang jüdische Diaspora fühlen uns verpflichtet, diejeni-
zum Tempelberg. Die richtige Lösung wäre eine dort gen zu unterstützen, die in Israel Hilfe benötigen.“
eingerichtete internationale Behörde, die mit allen Schließlich funktioniere das auch umgekehrt. Das
Vollmachten, Polizei und Waffen ausgestattet ist habe das große Engagement der Jewish Agency
und Juden wie Moslems den Zugang gewährt. Die gezeigt, die sich nach den Anschlägen von Paris vor
Lösung des Konfliktes am Tempelberg wäre ein Mei- einem Jahr um stärkere Sicherheitsvorkehrungen
lenstein auf dem Weg zum Frieden zwischen Israelis gekümmert habe. „Auch bei uns in Stuttgart.“
und Palästinensern.“ JA/abl/KH

17
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Wir wünschen allen


Freunden und Bekannten
ein frohes und koscheres
Pessachfest 5777.

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Lothar Schwarzer GbR
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Jeden Tag Programm: Wie das Projekt „Amigour“ Senioren unterstützt
Aktiv im Alter – so macht das Leben Freude
Mangel an Wohnungen und hohe Mietpreise stellen
große Probleme für Überlebende des Holocaust in
Israel und die älteren Einwanderer aus den GUS-
Staaten dar. Das Projekt „Amigour“ des Keren
Hayesod überzieht das Land mit einem Netz von
57 Seniorenzentren, in denen 6000 Wohnungen
7500 benachteiligten alten Menschen ein Dach
über dem Kopf bieten - zu günstigen Mieten und
mit Betreuungsangeboten. Die Bewohner leben so
eigenständig wie möglich und zugleich in Gemein-
schaft mit anderen Bewohnern. In jedem Heim ist
der „Social Club“ Treffpunkt und Kontaktbörse für
die Bewohner. Dort ist auch das aktuelle Projekt
„Soziale und kulturelle Aktivitäten für bedürftige
Senioren“ zu Hause.

Das kulturelle Angebot beinhaltet beispielsweise


Hebräisch-Sprachkurse, Vorträge, Ausflüge, Thea- Paulina Ganasov Foto: KH
ter- und Chorgruppen. Pessach, Rosh ha Shana und
Hanukka werden vorbereitet und in der Gemein- die Bewohner und Mitarbeiter zum gemeinsamen
schaft gefeiert. Jeden Freitagabend treffen sich Schabbat.

Durch viele kreative Aktionen werden die oft einsa-


men, dementen oder kranken Senioren sozial ein-
gebunden und wertgeschätzt. Einige initiieren die
Bewohner der Amigour-Seniorenheime auch selbst.
So unternahmen Überlebende des Holocaust mit
körperlichen Leiden einen Ausflug in den Zoo. An-
dere organisierten sich, um den kleinen Patienten
der onkologischen Kinderstation des Rambam-
Krankenhauses in Haifa 50 bunte Mützen zu stric-
ken. Als Nachmittagsevent planten einige Damen
eine Modenschau, um die Schönheit ihrer Jugend
wieder aufleben zu lassen. Die Resonanz der anderen
Bewohner war sehr positiv. An einem Theaternach-
mittag unterhielten zwei prominente Schauspieler,
Yaakov Bodo und Monika Vardimon, Holocaust­
überlebende mit Liedern und Sketchen auf Jiddisch.
Auskunft über die Möglichkeit zu spenden geben alle
Yaakov Cohen Foto: www.k-shoa.org KH-Büros (siehe Seite 3). abl

Haupt-Spendenkonto

Bank für Sozialwirtschaft


Keren Hayesod Hauptbüro:
IBAN: DE51 1002 0500 0003 2112 00
Budapester Straße 41
D - 10787 Berlin
BIC: BFSWDE33BER
Fon: +49 (0)30 - 88 71 93 3
Fax: +49 (0)30 - 88 71 93 50

kh.berlin@keren-hayesod.de
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19
Die diesjährige National Trail Mission startet am 29. Oktober
Auf zum zweiten „Israel Walk“!
Das Magazin National Geographic
nennt ihn den „Heiligen Gral“ der
Trekkingpfade: Die Rede ist vom
1000 Kilometer langen „Israel
Trail“ – von Eilat im Süden bis zum
Kibbutz Dan am Berg Hermon ganz
im Norden. Nach der ersten mehr-
tägigen Wanderung im vergange-
nen Jahr von Yeruham im Süden
des Negev nach Eilat ans Rote
Meer wird jetzt ein zweiter Teil
des Trails in Angriff genommen.
Vom 29. Oktober bis zum 3. No-
vember führt das nächste Hiking-
Abenteuer von der spektakulären
Wüstenlandschaft des Nördlichen
Negev bis zu den grünen Hügeln
um Jerusalem.  
Mit jedem Kilometer der Wüsten­ Wüstenwandern für den guten Zweck. Fotos: KH
wanderer kommen 15 Euro für
gefährdete Jugendliche im „Youth Project“ des das Youth Future Projekt in Arad, das Gemeinde-
Keren Hayesod zusammen. Diese Initiative un- projekt Ofakim bei Kiryat Gat. Erfahrene, mehr­
terstützt jährlich 14.000 Jugendliche dabei, aus sprachige Tour Guides, Sanitäter und Sicherheits-
dem Teufelskreis von Armut und Benachteiligung leute begleiten die sechs bis acht Stunden langen
auszubrechen. Sie stärkt das Selbstvertrauen der Wanderungen. Bis zu 120 Läufer (Mindestalter: 18
jungen Leute, lässt sie zu wertvollen Mitgliedern der Jahre) aus ganz Europa können teilnehmen, auf­
Gesellschaft heranwachsen. geteilt in drei Gruppen.
Die Tagesstrecken sind zwischen 10 und 15 Kilome- Übernachtet wird am Toten Meer, in Ashkelon,
ter lang, mit zum Teil steilen Auf- und Abstiegen, im Kibbutz Maale Hachamisha und in Jerusalem.
unter anderem nach Masada. Die Gäste besuchen ­Weitere Infos unter www.khwalkisrael.org

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Keren Hayesod und der Fonds für „Opfer der Brände“
Erste Hilfe nach Feuersbrünsten
Eine Woche wüteten im vergangenen November
mehrere Großbrände in Israel und in Siedlungen
im Westjordanland. Am schlimmsten betroffen war
Haifa im Norden, drittgrößte Stadt des Landes. Über
70.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht
werden. Es wurden Wohnhäuser und Einrichtungen
wie Schulen und Universitäten evakuiert. Die Bewoh-
ner von acht Stadtteilen wurden aufgefordert, wegen
sechs verschiedener Brände ihre Häuser zu verlassen.
Die Brände loderten in mehreren Landesteilen,
auch in der Gegend um Nazareth und Jerusalem. Im
Kampf gegen die Flammen erhielt Israel Hilfe von
Italien, Kroatien, Griechenland, der Türkei, den USA,
Russland und Zypern im Kampf gegen die Flammen.
Auch die palästinensische Autonomiebehörde
schickte vier Löschwagen.
Was am 22. November mit einem kleinen Feuer Feuer bedrohen Haifa. Foto: KH
begann, wuchs sich in kürzester Zeit zu einem rich-
tigen Feuersturm aus, der weite Teile des Landes umgehend Notfallzuschüsse in Höhe von jeweils
bedrohte. Die Löscharbeiten begannen sofort und 1000 US-Dollar für die Opfer bereitgestellt werden,
der unermüdliche Einsatz der Feuerwehrleute und deren Häuser vollkommen zerstört wurden oder
Einsatzkräfte führte dazu, dass es keine Toten gab. nicht mehr bewohnbar sind. Mitarbeiter des Fonds
Während Menschen in den nichtbetroffenen Gebie- waren ununterbrochen unterwegs, um den betrof-
ten in Israel ihre Wohnungen und Häuser öffneten, fenen Menschen das Geld so schnell wie möglich zu
um zu helfen, fand der Keren Hayesod einen anderen bringen.
Weg, die Betroffenen mit dem Nötigsten zu ver- Die Zuschüsse sind für den Kauf dringend benötig-
sorgen. In Zusammenarbeit mit der Jewish Agency ter Dinge wie Essen, Medizin, medizinische Geräte
und dem Fonds für „Opfer der Brände“ konnten und Kleidung. Anastasia Quensel/abl

Jahreskonferenz „Friends of Israel“ in Frankfurt


Ein Treffen ganz besonderer Art
Einmal im Jahr treffen sie sich – die Freunde Israels
(Friends of Israel) und Vertreter des Keren Hayesod.
Am 9. Februar fand die Konferenz im Ratssaal der
Jüdischen Gemeinde im Frankfurter Westend statt.
Dabei waren all jene christlichen Organisationen,
die Israel treu zur Seite stehen. Ihre Unterstützung
koordiniert der Keren Hayesod. Die lebhaften Dis-
kussionen drehten sich um die Verstärkung und
Optimierung der bereits bestehenden Zusammen-
arbeit, deren beeindruckende Resultate sich sehen
lassen können.
Shmulik Fried, Direktor der „Friends of Israel“ Abtei-
lung in der Zentrale des Keren Hayesod in Jerusa-
lem, hatte es sich genauso wie Erez Shani, stellver-
tretender Geschäftsführer des Amigour-Projekts,
nicht nehmen lassen, als Gast an der Konferenz teil-
zunehmen. Shani gab einen detaillierten Überblick Austausch unter Freunden – das geht sehr gut!
über „Amigour“, eines der wichtigsten Projekte des Foto: Soesan
KH, das Überlebende des Holocaust in Israel betreut,
Menschen, die oft am Existenzminimum leben, und Nach einem herzhaften Lunch und anregenden
deren Erinnerung sie gerade im hohen Alter wieder Gesprächen in offener Atmosphäre trennten sich
mit den Schrecken der Verfolgung und Vernichtung die Teilnehmer mit positiver Energie für die Koope-
im Nationalsozialismus konfrontiert. ration im Jahr 2017. Simon Soesan/abl

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22
Treffen der KH-Europa Delegierten
Auf Nati Metuki folgt Jonathan Joffe

KH-Konferenz im Berliner Amano Hotel. Jonathan Joffe und Nati Metuki. Fotos: Soesan

Die jährliche KH-Konferenz der europäischen Opielka und sein Team die Delegierten mit seinen
Delegierten fand im Januar im Amano Hotel im Spezialitäten verwöhnte.
Stadtteil Mitte statt – bestens organisiert von Dani
Viterbo, Vize-Europadirektor des Keren Hayesod Auch ein Besuch des Bahnhofs Grunewald stand
Jerusalem, und dem KH-Büro Berlin. Die Tagung auf dem Programm der Delegierten. Von hier
leitete der Generaldirektor des Keren Hayesod, wurden die ersten Menschen am 18. Oktober 1941
Greg Masel. Nach sechs erfolgreichen Jahren als deportiert, bis zum Kriegsende waren über 500.000
Europa-Direktor verabschiedete sich Nati Metuki. deutsche Juden in Arbeits- und Vernichtungslager
Dessen Nachfolger Jonathan Joffe wurde in sein ge­bracht und ermordet worden. Fahrtziele waren
Amt eingeführt. neben Riga und Warschau die Lager Auschwitz-
Birkenau und Theresienstadt.
Den Abend des ersten Konferenz­tages verbrachte
die Gruppe bei einem fantastischem Abendessen im Das Mahnmal Gleis 17 (Foto unten), am 27. Januar
Bistro des Amano Grand C ­ entral mit stimmungsvol- 1998 eingeweiht, besteht aus 186 Stahlgussplatten
ler ­Musik der Aletchko Band, wo Küchenchef Lukas im Schotter mit Datum der Deportationen, Zahl der
Deportierten und Bestimmungsort. Die Pflanzen, die
zwischen den Schienen wachsen, sind das ­Symbol
dafür, dass von hier nie mehr ein Zug den Bahnhof
ver­lassen wird. Tief beeindruckt zeigten sich die
Delegierten auch vom Stelenfeld des Holocaust-
Mahnmals am Pariser Platz.

Den zweiten Konferenztag schloss ein Essen im


renommierten Wilmersdorfer Ristorante „Rosario’s“
ab, in dessen familiärem Ambiente sich auch der
frühere Regierende Bürgermeister Wowereit wohl
fühlt. Der malende Restaurantbesitzer Rosario Na-
gero und sein Küchenchef Armando Projetti freuten
sich, die Gäste vom Keren Hayesod mit klassischer,
Sammy Endzweig, Moodi Sandberg Foto: DS aber auch innovativer italienischer Küche zu ver-
und Nati Metuki. wöhnen. abl

Besuch am Mahnmal Gleis 17 im Bahnhof Grunewald.

23
Zwei Spender mit besonderen Geburtstagswünschen
Vom Geben, das glücklich macht
Kinder schreiben gerne lange Listen mit Wünschen
zu ihren Geburtstagen, zu Chanukka, zu Bat und Bar
Mizwa. Auch Jugendliche haben oft noch genaue
Vorstellungen von dem, was sie sich wünschen. Aber
je mehr das Alter voranschreitet, desto schwieriger
scheint es zu sein, noch persönliche Wünsche offen
zu haben. Das mag daran liegen, dass Erwachsene
sich viele Dinge selbst leisten können und es gewohnt
sind, sich ihre Wünsche schnell selbst zu erfüllen. Je
älter man wird, desto mehr wandeln sich Wünsche
ins Immaterielle: Zeit mit Freunden und Familie, Ge-
sundheit, Liebe, Glück sind mit Geld nicht zu kaufen.
So wird es zunehmend schwieriger für Freunde und
Verwandte, sich Geschenke für das Geburtstagskind
einfallen zu lassen. Was schenkt man jemandem, Herzs Krymalowski Foto: privat
der sich nichts Bestimmtes wünscht, sich vieles
leisten kann, keinen großen Wert auf Materielles reich. Diese Menschen können ihr Glück und ihren
legt oder schon alles hat? Reichtum vergrößern und mit anderen teilen.
In den Sprüchen der Väter, den Pirkej Avot, werden Genau das haben der Kölner Herzs Krymalowski
im vierten Kapitel vier Fragen gestellt. Eine davon und Dr. Jürgen Gideon Richter aus Wiesbaden
lautet: „Wer ist reich?“ Menschen haben sich über getan. Zu ihren runden Geburtstagen im vergan-
Jahrhunderte darüber gestritten, was die Antwort genen Jahr haben sie sich von Familie, Freunden
auf diese Frage sein könnte und man mag meinen, und Kollegen an Stelle eines Geschenks eine
dass Reichtum ein sehr individuelles Gut ist. Die Ant- Spende für Projekte des Keren Hayesod gewünscht.
wort auf diese Frage ist jedoch gleichzeitig simpel Die Geburtstagsgäste und auch die Jubilare selbst
und großartig. „Der sich mit seinem Teil begnügt.“ brachten rund 12.000 Euro für Projekte in Israel auf.
Jemand, der mit dem zufrieden ist, was er hat. Men- Das Geld wird direkt dort helfen, wo es am dringend-
schen, die glücklich sind mit dem, was sie haben, sind sten gebraucht wird.

Keren Hayesod gratuliert


zum Jubiläumsgeburtstag ihres Sohnes Liam den Eltern Nadia und Joni Baar, seines Sohnes Jeffrey
Dr. Josef Borgos, Rosa Gelbart, den Großeltern Paulette und Giora Padovicz dem Vater Gregory Schmerz,
Dr. András Kain, Regina Karolinski, sowie Miriam und Shlomo Baar den Großeltern Sara Schmerz
Herzs Krymalowski, David Levin, sowie Heinz und Alisa Schneier
Dr. Simon Reich, Dr. Jürgen Richter, ihres Enkelkindes Chana Rubin
Brenda Zobrys ihres Sohnes Noah
zur Bar Mitzwa den Eltern Alon und Maya Junger
zur Hochzeit ihres Sohnes Ric
von Ron und Nayeon den Eltern Isy und Iris den Eltern Marc und Michal Schmerz zur Bat Mitzwa
Salzberg, Man Hyong und Chung Nam Oh sowie den Großmüttern ihrer Tochter Jessica
sowie der Großmutter Brigitta Zaidman Sara Schmerz und Brigitta Zaidman den Eltern Georg und Sara Baumöhl
sowie der Großmutter Katharina Baumöhl
von Mark und Nelly seines Sohnes Ruven dem Vater Roy Frydling
den Eltern Robby und Vered Rajber sowie dem Großvater Fred Frydling ihrer Tochter Emily Rebecca
sowie Alex und Kira Kranz den Eltern Michael und Inga Bricker
ihres Sohnes Aurelien
von Ilan und Vivian den Eltern Dr. Anat Blodinger und Sam Szarf ihrer Tochter Tiffany
den Eltern Heini und Rosi Citronenbaum sowie der Großmutter Nina Blodinger den Eltern Ossi und Riva Weiner

zur Geburt ihres Sohnes Doron ihrer Tochter Lilia Hanna


ihres Enkelsohnes Adrian David den Eltern Samuel und Revital Czarny den Eltern Genia und Jörg sowie
den Großeltern Rami und Orna Suliman sowie den Großeltern den Großeltern Marlies und Lucian Studniberg

Liebe Freunde, wir möchten auch Euch gerne zu Euren Geburtstagen und Simches gratulieren.
Bitte sendet uns hierzu Eure Geburtsdaten, Hochzeiten, Bar- und Bat-Mitzwot und Geburten. E-Mail: kh.berlin@keren-hayesod.de

24
Was sind die restlichen drei Fragen und Antworten
in den Sprüchen der Väter im Talmud?

„Wer ist ein Held?


Jemand, der seine Leidenschaft besiegt.“
„Wer ist geehrt?
Jemand, der andere Menschen ehrt.“
„Wer ist weise?
Derjenige, der von anderen lernt.“

Die beiden Spender sind also nicht nur reich, sie


zeigen auch, dass die anderen Eigenschaften, in den
Pirkej Avot auf sie zutreffen.
Denn ein Held ist demnach jemand, der über seinen
Schatten springt und seine Bedürfnisse hinter die Dr. Jürgen Gideon Richter Foto: privat
anderer Menschen stellt. Genau dies ist geschehen.
Die beiden Herren haben ihre Geburtstage dazu ge- regelmäßiger Spender. Seine Frau Hannelore ist da-
nutzt, anderen zu helfen. Aus ihrem Ehrentag wurde bei ebenso engagiert wie ihr Mann. Sie geben nicht
ein besonderer Tag für viele. nur ihr Geld für wohltätige Zwecke, sondern auch
Sie sind Vorbilder, denn durch das Geben erweisen ihre Zeit. Sohn Gereon David hat sich der Sozialen
sie anderen, bedürftigen Menschen große Ehre und Arbeit verschrieben.
Respekt. Weise sind diese beiden Männer schon, Beruflich ist Richter hauptamtlicher Geschäftsführer
indem sie für sich die richtige Entscheidung getrof- der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Kreisverband Frank-
fen haben, die sie glücklich und zufrieden macht. furt am Main und der Johanna-Kirchner-Stiftung
Andere können von ihnen lernen und ihrem Beispiel sowie stellvertretender Vorsitzender des AWO-Kreis-
folgen. Was ist ein schöneres Geschenk als zu wis- verbandes Wiesbaden. 2012 war er für zwei Jahre
sen, dass man geholfen, unterstützt und jemandem zum Vorsitzenden der Liga der Freien Wohlfahrts-
anderen ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert hat? pflege in Hessen (LFWH) gewählt worden. Das allein
Das ist doch der Grund dafür, dass wir schenken: um war aber nicht das Besondere an dieser Personalie.
Menschen eine Freude zu machen. Bemerkenswert war vielmehr, dass erstmals eine
Herzs Krymalowski feierte im September seinen jüdische Organisation den Liga-Vorsitzenden stellte.
70. Geburtstag. Er zählt schon seit vielen Jahren zu Denn sein Amt trat Richter nicht als Vertreter der
den Spendern und aktiven Unterstützern des Keren AWO an, sondern für den Landesverband der Jüdi-
Hayesod. Der Kölner Kaufmann ist Inhaber des Un- schen Gemeinden in Hessen (LVJGH). Der ist einer
ternehmens Capitol Immobilien und Mitbegründer von sechs Spitzenverbänden, die gemeinsam für
der Firma www.kautionsfrei.de. Außerdem ist er in eine soziale Politik eintreten und diese auch von
der Kölner Synagogen-Gemeinde aktiv, bei der er den politisch Verantwortlichen einfordern. Auch
auch im Vorstand tätig war. Für seine Verdienste heute noch ist Richter im Vorstand der Jüdischen
um den Erwerb des alten Geländes des früheren Gemeinde Wiesbaden für den Bereich „Soziales“
„Israelitischen Asyls“, wo um die Jahrtausendwende zuständig. Sein unermüdlicher Einsatz fürs Ge-
das jüdische Wohlfahrtszentrum entstand, wurde meinwohl wurde bereits mehrfach honoriert: So
er mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens wurde er auch mit dem Verdienstkreuz am Bande
der Bundesrepublik ausgezeichnet. des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutsch-
Dr. Jürgen Gideon Richter, der seinen 60. Geburts- land ausgezeichnet.
tag mit vielen Weggenossen und Honoratioren der Der Keren Hayesod bedankt sich von ganzem Herzen
Stadt, darunter Wiesbadens Oberbürgermeister bei den beiden Jubilaren. Mazal tov und bis 120!
Sven Gerich, feierte, ist ebenfalls ein langjähriger, Anastasia Quensel/abl

Die gute Nachricht


Hilfe über den Tod hinaus
„Bevor alle Hoffnung schwindet, versuche ich es stärker war sein Wunsch, zu erfahren, wo genau
doch mal beim Keren Hayesod. Vielleicht können denn ihr Grab liege. Simon Soesan versprach, nach
mir die Leute dort helfen“, dachte sich ein Deut- Kräften zu helfen.
scher, der schon lange im Ausland lebt. Er erreichte Er setzte alle Hebel in Bewegung, und es dau-
Simon Soesan im Frankfurter Büro. Sein Anliegen erte nicht lange, bis die Daten des Bruders und
war sehr privater Natur: Vor Jahren schon hatte das Netzwerk des Keren Hayesod zu ihrem Grab
er den Kontakt zu seiner Schwester verloren, die führten. KH-Mitarbeiter legten Steine auf die
kürzlich gestorben und in Israel beerdigt worden Grabplatte, zündeten Kerzen und fotografierten
war. Dass es jetzt zu spät war, er sich nicht mehr die Ruhestätte. Die Bilder schickten sie dem über-
mit ihr aussprechen konnte, bedrückte ihn. Umso glücklichen Bruder. abl

25
j m ç j s p g j

Wir wünschen Keren Hayesod und allen Freunden


ein friedliches und koscheres Pessachfest 5777.

Soja und Manu Nyman


mit Daniel, Joel und Momo

C H A G P E S S A C H S A M E A C H !

Wir wünschen allen Mandanten, Freunden und Bekannten


im In- und Ausland ein frohes und friedliches Pessach 5777.
Dr. Michael Grebe
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j m ç j s p g j

Familie Apt

wünscht Keren Hayesod


viel Erfolg und ein koscheres Pessach 5777.

Besonders empfehlenswert: Bücher des Autors Manfred Eisner


Seine Roman-Trilogie „Leise Musik aus der Ferne“, „Crescendo bis Fortissimo“ und „Cantata Bolivia“
beschreibt das Schicksal einer norddeutschen Familie. Sie beginnt um 1932, beschreibt die persönlichen
Folgen der Nazi-Rassengesetze von 1935 bis zur gerade noch 1939/40 gelungenen Flucht der Familie Eis-
ner, und zuletzt deren Exil in Bolivien von 1940 bis 1952. Neuerdings schreibt der Autor auch Kriminalge-
schichten: „Im Bann der bitteren Blätter“, „Im Januar trug Natasha Rot“ und soeben neu erschienen:
„Raue Februarwinde über den Elbmarschen“. Hier ermittelt die in Israel geborene und in Deutschland
aufgewachsene Kriminalhauptkommissarin Nili Masal, die Beamtin des Kieler Landeskriminalamtes mit
dem besonderen Spürsinn. Sämtliche Romane sind im Engelsdorfer Verlag, Leipzig auch als E-Bücher
erschienen. Sie sind dort direkt bestellbar oder im Buchhandel sowie im Internetversand (Amazon, Thalia,
etc.) erhältlich.

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Manfred Eisner schreibt Romane, Krimis – und wäre gern Zeitzeuge
Ein Mann hat viel zu erzählen
Ziemlich weit im Norden, kurz
bevor sich die Elbe in der Nord-
see verliert, lebt Manfred Eisner
in Brokdorf. Ein Mann mit einer
bewegten Geschichte, die er in
drei autobiografisch gefärbten
Büchern publiziert hat („Leise
Musik aus der Ferne“, „Crescendo
bis Fortissimo“, „Cantata Bolivia“).
1935 als Sohn des Kapellmeisters
Professor Erich Eisner und der
Kauffrau Else Knoblauch in Mün-
chen geboren, fand er mit seinen
Eltern 1940 Zuflucht in einem der
wenigen Länder, das Juden noch
aufnahm: Bolivien. Er besuchte den
Kindergarten in Sucre, die jüdische
Grundschule, das amerikanische
Gymnasium in La Paz. Und pro-
bierte sich aus – an der tierärztli- Der Autor mit seinen Werken. Foto: privat
chen Fakultät in Montevideo, Uru-
guay, später als Journalist, Cargo- und Postagent bei Seine Fans kochen sogar die Gerichte in den Ge-
einer Fluglinie, lernte kaufmännische Buchhaltung. schichten nach. Die Rezepte finden sich jeweils am
Nach dem frühen Tod des Vaters siedelte er mit der Buchende. Zum Beispiel die typisch bolivianischen
Mutter zunächst nach München, studierte an der Salteñas de Carne (gefüllte Teigtaschen). „Ich habe
Lehr- und Forschungsanstalt Berlin-Dahlem, wurde begeisterte Kommentare erhalten“, schmunzelt der
Diplom-Ingenieur der Lebensmitteltechnologie. Autor.
Nach seiner Karriere, die ihn auf Geschäftsreisen Überhaupt berührt es ihn, dass er für seine Romane
durch die ganze Welt führte, widmete er sich bisher viel Zuspruch erfahren hat. „Ich freue mich
nicht nur seinem Hobby Videofilm, sondern suchte sehr, dass die Bücher so gut ankommen“,
und fand einen Verlag für seine sagt er. „Meine härteste Kritikerin ist
Geschichten. Sein erster Roman allerdings meine Frau – schon beim
wartete schon seit 20 Jahren auf Schreiben.“
die Veröffentlichung! Die weite- Jetzt arbeitet er am März-Roman, in
ren Teile zu seiner Trilogie waren dem es – nach Drogenmilieu, Zwangs-
danach schnell geschrieben und prostitution und kriminellen Machen-
publiziert. schaften rund um die Windkraft – um
Das Schreiben ließ ihn nicht mehr Rechtsextremismus geht. „Ich lerne bei
los: „Ideen habe ich jede Menge.“ der Recherche so unglaublich viel“, er-
Angeregt von Harry Kemelmans zählt er. „Und ich liebe es, den Finger in
Geschichten über Rabbi Small er- die Wunden der Gesellschaft zu legen.“
oberte er sich das Genre Kriminalro- Wäre er mit seiner spannenden Bio-
man. Seine ersten beiden Krimis um grafie nicht wie geschaffen dafür, als
die Kommissarin Nili Masal, durch Zeitzeuge vor junge Menschen zu tre-
Familienbande verknüpft mit den ten? „Habe ich auch schon gemacht,
Figuren in Eisners ersten Büchern, im Jüdischen Museum in Berlin, das
sind bereits auf dem Markt („Im Bann den Nachlass meines Vaters erhalten
der bitteren Blätter“ und „Im Januar hat. Ich wäre jederzeit bereit, wenn
trug Natasha Rot“). Demnächst er- eine Schule oder Institution an mich
scheint „Raue Februarwinde über den herantreten würde.“
Elbmarschen“, denn – sonst wäre er Einer jüdischen Gemeinde gehört er nicht an: „Ich
nicht Manfred Eisner – er hat sich „Monatsromane“ bin nicht religiös, das ist eine Sache nur zwischen
zum Ziel gesetzt. „So wie der Rabbi seine Fälle an Gott und mir. Als Jude spende ich jedes Jahr für
verschiedenen Wochentagen löst, ist jeder Masal- Israel, das ist für mich selbstverständlich, das Min-
Fall einem bestimmten Monat zugeordnet.“ In deste, das ich für dieses Land tun kann. Daher rührt
Anbetracht seines Alters – Eisner wird am 18. Mai auch meine Verbindung zu Keren Hayesod, eine
82 Jahre - eine beachtliche Aufgabe. Er lacht alle Organisation, die sich um ihre Spender kümmert.“
Einwände weg: „Das schaffe ich, das hält mich jung.“ Angelika Brecht-Levy

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DAS ERNST LUDWIG EHRLICH STUDIENWERK AUSWAHL ÖFFENTLICHER VERANSTALTUNGEN
DES ERNST LUDWIG EHRLICH STUDIENWERKS:
Jüdische Begabtenförderung – eine Geschichte mit Zukunft 13. Juni 2017 // 17.00 Uhr _____
Ausstellungseröffnung »Variationen und Serien«.
Demokratie lebt von Pluralität, Engagement und Offenheit. Eine Demokratie braucht jene, die bereit sind,
Eine Ausstellung von Liat Grayver
Verantwortung zu übernehmen. Die Bundesrepublik Deutschland hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit Musik von Jef Chippewa
genau die jungen Studierenden und Promovierenden zu fördern, die eine pluralistische Gesellschaft Kurt Tucholsky Literatur Museum, Rheinsberg
in Gegenwart und Zukunft braucht. Die dreizehn vom Bundesministerium für Bildung und Forschung Eine Veranstaltung von DAGESH. KunstLAB ELES
und dem Kurt Tucholsky Literatur Museum
(BMBF) geförderten Begabtenförderungswerke erfüllen dies, indem sie hochmotivierte, qualizierte Schloss Rheinsberg
und außerfachlich engagierte junge Studierende und Promovierende an staatlich anerkannten
8. Juli 2017 // 19:00 Uhr _____
Hochschulen in Deutschland, der EU und der Schweiz ideell und finanziell unterstützen. Feierliche Abschlussveranstaltung
Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) ist das Studienwerk der jüdischen Gemeinschaft. Seit seiner des Dialogperspektiven-Jahres 2016/17
Lutherstadt Wittenberg
Gründung steht das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk für ein traditionsbewusstes, pluralistisches,
weltoffenes und selbstbewusstes Judentum. Im Studienwerk treffen sich akademische Exzellenz 12. September 2017 // 18.00 Uhr _____
Ausstellungseröffnung #Babel21.
und Engagement für die jüdische Gemeinschaft und die Gesamtgesellschaft. Mit der gezielten
Migration und jüdische Gemeinschaft, 1990–2017
Förderung begabter jüdischer Studierender und Promovierender leistet das Studienwerk zudem Stiftung Neue Synagoge – Centrum Judaicum, Berlin
einen wichtigen Beitrag für die Ausbildung einer neuen jüdischen Intellektualität in Deutschland
23. November 2017 // 19.00 Uhr _____
und Europa. ELES fühlt sich in seiner Arbeit dem Lebenswerk seines Namensgebers, des Historikers Dialogperspektiven-Abendveranstaltung
und Religionswissenschaftlers Ernst Ludwig Ehrlich sel. A. (1921–2007), verpflichtet. Villa Elisabeth, Berlin

ELES-Studienwerk.de

Beth Shalom wünscht


Pessach Sameach 5777
Liberale jüdische Gemeinde München Beth Shalom e.V.
Tel. +49 (0)89-7670-2711 · office@beth-shalom.de · www.beth-shalom.de

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Berliner Band gibt Benefiz-Konzerte im Süden
Musik verbindet Völker: Jubel für Trio Aletchko
Sie kamen aus Berlin, und sie eroberten die Herzen
der Konzertbesucher in Landau, Freiburg, Biber-
ach und Mering bei Augsburg: Das Berliner Trio
„Aletchko“ spielte für Spenden, die Holocaust­
überlebenden, benachteiligten Jugendlichen und
der Aliya nach Israel zugute kommen sollten. Die
Säle, zum Beispiel im Meringer Papst-Johannes-
Haus, waren an allen vier Benefizabenden unter dem
Motto „Musik verbindet Völker“ gut gefüllt.

Drei Musiker, drei Nationalitäten, drei Religionen:


der israelische Geigenvirtuose Alexey Kochetkov, der
chilenische Gitarrist Cristián Felipe Varas Schuda
und der türkische Baglama- und Duduk-Spieler
Özgür Ersoy. Ihr Repertoire umfasst klassische, zeit-
genössische und israelische Musik.

Schirmherr des Abends in Mering war der Erste


Bürgermeister Hans-Dieter Kandler. Die Organi-
sation Keren Hayesod (KH) Deutschland bat die
Besucher um Spenden für das Projekt „Sulamot“, Das Trio Aletchko
das benachteiligten Jungen und Mädchen im Ju-
genddorf Karmiel in Israel Musikunterricht ermög- treffen, und das Ziel des Abends war, Begegnungen
licht, unabhängig von Herkunft und Religion. Die zu ermöglichen und die Botschaft „Musik verbindet
jungen Musiker erhalten Instrumente und werden Völker“ Wirklichkeit werden zu lassen.
vom Orchester der israelischen Philharmonie un-
terstützt. So ent­wickeln die Kinder Selbstvertrauen, Der Abend, den die neunjährige Lillith gemeinsam
Durchhaltevermögen, Verantwortungsbewusstsein, mit Günter Wurm unterhaltsam moderierte, begann
Stolz und verbessern sich in der Schule. mit israelischen Spezialitäten. Ein „Mezzetrio“ - drei
Vorspeisen im Glas – servierte der Meringer Koch
Der KH-Repräsentant Süddeutschlands, Udi Lehavi, Daniel Kauth. Andrea Lewandowski aus Merching
war beim Israeltag in Mering zu Gast gewesen und verkaufte koschere Weine, Uta Geyer bot hand-
hatte sich über das große Interesse der Bürger an werkliche Arbeiten wie Krippen, Engel, Schafe, aber
Israel gefreut. Im Gespräch mit Organisator Gün- auch Taschen aus Schafwolle an, die behinderte
ter Wurm und dem Meringer Kulturbeauftragten Jugendliche in Bethlehem hergestellt hatten. Der
Lothar von Gernet nahm die Idee mit dem Auftritt Buchautor Christian Seebauer war ebenfalls zu Gast.
der Band „Aletchko“ in Mering Form an: „Gerade im Es gab auch eine Live-Schaltung zur befreundeten
Advent ist es wichtig, nach vorne zu schauen und Stadt Karmiel am See Genezareth: Bürgermeister
den Frieden zu suchen. In diesem Jahr fällt sogar Adi Eldar begrüßte die Menschen in Mering. Die
das jüdische Chanukka-Fest mit Weihnachten auf Band „Aletchko“ freute sich über starken Beifall für
den 24. Dezember.“ 2003 begannen die Kontakte Stücke im Trio, aber auch sensationelle Solostücke
zwischen Mering und Israel, hauptsächlich Jugend- auf der Violine und Gitarre. Stadtzeitung/KH

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der jüdischen Religion.

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Jüdische Theologie
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50 Jahre Wiedervereinigung: Joram Oppenheimer erinnert sich
Der Tag, an dem Jerusalem wieder ein Ganzes wurde
Im Juni 1967 war ich knapp sieben
Jahre alt. Ein kleiner Junge, der
gerne spielte und nicht wusste,
was Politik eigentlich bedeutet.
Und doch sind die Erinnerungen an
die Ereignisse damals fest in mein

Fotos: Der Sechs-Tage-Krieg, Verlag E. Lewin-Epsteiin LTD., Tel Aviv


Gedächtnis gebrannt.
Wir lebten in Haifa, weit vom Krieg
und von den Ereignissen entfernt,
die das Land erschütterten. Aber
wir fühlten uns trotzdem ganz
nah. Alle Kinder unserer Nachbar-
schaft hatten eine Hauptaufgabe:
Wir mussten Säcke mit Sand fül-
len, um die Wohnungen im Erdge-
schoss zu schützen, die in Bunker
verwandelt wurden. So fühlten wir
uns ernst genommen, wir waren
wichtig und konnten den Erwach-
senen Hilfe leisten. Welches Kind Israels Soldaten haben die Klagemauer zurückerobert.
würde das nicht spannend finden?
Hauptkommunikationsmittel war das kleine Radio die Kinder dort in den Häusern bleiben sollten, weil
meines Vaters. Jede Stunde wurden Nachrichten es auf den Straßen viel zu gefährlich sei. Niemand
gesendet. Vor jeder Sendung stieg die Spannung. Ich wusste Genaues, die Erwachsenen spekulierten,
wusste, dass ich dann total still zu sein hatte. Das was wohl gerade in Jerusalem passiere. Am späten
lag in der Luft, ich habe es verstanden, ohne dass mir Nachmittag endlich kamen die offiziellen Informa-
jemand Bescheid sagen musste. Tag für Tag lernten tionen aus dem kleinen Radio. Ich kann mich noch
wir neue Begriffe und vor allem neue Ortsnamen in an die aufgeregte Stimme des Sprechers erinnern:
unserem Wohnzimmer. „Jetzt gerade passieren wir das Löwentor! Wir sind
Wir hörten zum ersten Mal vom „Syrischen Ge- in der Altstadt! Wir sind in der Altstadt!“ Und
birge“, das erst später den Namen „Golanhöhen“ dann klang es immer aufgeregter: „Har Habayit
bekam, dann gab es Orte wie Nablus, Jenin, Gaza Beyadenu!“ „Der Tempelberg ist in unseren Hän-
und Sharm el Sheik, die wir auf der Landkarte den!“ Kurz darauf: „In diesem Moment steige ich
suchen mussten. Relativ schnell verkündeten die die ­Stufen zur Klagemauer runter. Ich bin an der
Nachrichten im Radio, dass Israel den Krieg gewin- Kotel und berühre die Steine der Klagemauer!“ Im
nen würde. Nur das Ausmaß dieses Sieges konnten Hintergrund erklang der Shofar. Meine Eltern saßen
wir uns nicht vorstellen. wie gelähmt und stumm im Wohnzimmer. Uns allen
Am 7. Juni schließlich kam es zum entscheiden- liefen die Tränen über die Wangen.
den Kampf um Jerusalem. Gerüchte über heftige Und so schildern Geschichtsbücher wie „Jerusalem,
Gefechte in Jerusalem wurden laut. Es hieß, dass eine Biografie“ von Simon Sebag Montefiore die

Der Keren Hayesod Deutschland


trauert um seine langjährigen Freunde und Förderer
und drückt allen Hinterbliebenen sein tief empfundenes Beileid aus

Ursula Fiedler sel. A. Dr. Jolana Roth sel. A.


Keren Hayesod Hauptbüro: Kitty Fischel sel. A. Regina Schenavsky sel. A.
Budapester Straße 41
D - 10787 Berlin Martin Lehmann sel. A. Susanne Schlein sel. A.
Fon: +49 (0)30 - 88 71 93 3
Fax: +49 (0)30 - 88 71 93 50 Johanna Mühlhäuser sel. A. Mary Sofer sel. A.
kh.berlin@keren-hayesod.de
www.keren-hayesod.de Boris Norman sel. A. Hildegard Studnik sel. A.

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Eroberung der Altstadt: Um 9.45
Uhr nahmen die israelischen Sher-
man-Panzer das Löwentor unter
Beschuss, zerstörten den Bus,
der es blockierte, und sprengten
das Tor auf. Unter jordanischem
Dauerbeschuss stürmten die Is-
raelis das Tor. Die Fallschirmjäger
stürmten die Via Dolorosa und
Oberst Gur drang mit einer Truppe
auf den ­Tempelberg vor. „Da bist du
nach zwei Tagen heftiger Kämpfe
auf einer schmalen Straße, überall
Schüsse in die Luft, und plötzlich
kommst du auf diesen weiten
­offenen Platz, den jeder schon mal
auf ­Bildern gesehen hat,“ schrieb
Nachrichtenoffizier Arik Akhmon
„und obwohl ich nicht religiös
bin, gab es, glaube ich, keinen, der Pause im Sechs-Tage-Krieg.
nicht von ­ Ge­fühlen überwältigt
war.“ Es kam zu einem kurzen Gefecht mit jordani- durch die alten Gassen schlendere, die so viel zu er-
schen Truppen, bevor Gur über Funk meldete: „Der zählen haben, fühle ich mich unglaublich wohl. Die
Tempelberg ist in unserer Hand.“ Pflastersteine, die zum Teil noch die Römer verlegt
In diesem Moment wussten wir alle: Jerusalem wird haben, auf denen die Menschen seit Tausenden von
nie wieder geteilt. Jahren laufen, viele friedliche Bewohner und Pilger,
Ein paar Monate später haben meine Familie und aber auch Kämpfer und Eroberer. Jerusalem ist die
ich zum ersten Mal die Altstadt besucht. Ich habe einzige Stadt der Welt, die für Millionen von Men-
keine besonderen Erinnerungen daran. Natürlich schen eine tiefe historische, politische und religiöse
gingen wir zur Kotel und damals war es auch ohne Bedeutung hat.
Einschränkung erlaubt, zum Tempelberg hinauf zu Wenn man mich fragt: „Was bedeutet Dir die wie-
gehen. Wir haben dort die Al Aqsa Moschee und dervereinigte Stadt Jerusalem?“, kommt die Ant-
den Felsendom besucht. Ich bin aber ziemlich sicher, wort schnell und einfach: „Ich muss niemals einen
dass mich als kleinen Jungen die Verkäufer im Souk Ausweis zeigen, wenn ich zur Altstadt möchte.“ So
mit ihren bunten Waren tausendmal mehr interes- einfach ist das.
siert haben als die alten Steine…
Heute blicke ich auf unzählige Besuche in der Der Autor ist Delegierter des Keren Hayesod im
Altstadt zurück. Ich liebe diese Altstadt. Wenn ich Berliner Büro.

Er hinterließ ein Erbe …


Und Sie?
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