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Fragen über den

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?
Propheten?
1. Wer war Muhammed (F.s.m.I.)? pheten auserwählt worden sei und übermittelte ihm die
Muhammed (F.s.m.I.) wurde um das Jahr 570 n. Chr. in ersten Offenbarungen des Korans.
der Stadt Mekka in Arabien als Mitglied des angesehenen
Stammes der Quraisch geboren. Seine Abstammung geht 3. Waren die Offenbarungen nur Einbildung?
auf den Propheten Ismael, den Sohn Abrahams, zurück. Muhammed (F.s.m.I.) hatte weder an so etwas wie eine
Die Quraisch hatten in jener Zeit auf der Arabischen Halb- Offenbarung gedacht, noch war ihm dies auf irgendeine
insel die einflussreichste Position unter den Arabern inne, Weise geläufig. Ein Engel erschien ihm in der Höhle und
weil in Mekka das Heiligtum der Kaaba, das Abraham mit forderte ihn auf, etwas zu rezitieren. Er stand so sehr unter
seinem Sohn errichtet hatte, stand. In vorislamischer Zeit dem Eindruck der Begegnung mit dem Engel und seiner
war die Kaaba ein Wallfahrtsort für die damals mehrheit- Aufforderung, die ersten Verse der Offenbarung des Ko-
lich polytheistischen Araber. rans zu lesen, dass er ganz verwirrt nach Hause kam. Zit-
Muhammeds (F.s.m.I.) Vater starb schon vor dessen Ge- ternd bat er seine Frau, ihn mit Decken einzuhüllen.
burt und seine Mutter, als er sechs Jahre alt war. Er wurde, Er erzählte ihr von seinem Erlebnis und bat sie um Rat.
wie in jenen Tagen häufig, von einer Amme aufgezogen, Sie antwortete, dass er allen Menschen gegenüber freund-
später dann von seinem Großvater und danach von sei- lich und gerecht sei und den Notleidenden zur Hilfe eile.
nem Onkel aufgenommen. Sie waren Kaufleute und so Deshalb glaube sie nicht, dass Gott ihn im Stich lassen
wurde auch Muhammed (F.s.m.I.) Kaufmann. Zwar be- würde.
suchte er keine Schule, aber durch die praktische Ausbil- Seine Frau nahm Muhammed (F.s.m.I.) dann zu einem
dung, die mit zahlreichen Reisen verbunden war, erwarb Verwandten mit, der in den Heiligen Schriften bewandert
er sich umfassende Kenntnisse. Von seiner Jugend an war war. Muhammed (F.s.m.I.) erzählte dem alten Mann alles,
er als rechtschaffener Mensch bekannt, was ihm unter sei- was er erlebt hatte. Dieser bestätigte, dass er den Engel
nen Landsleuten den Beinamen „Al-Amin“ (der Vertrau- Gabriel gesehen hatte, der auch vorher zu den früheren
enswürdige) einbrachte. Propheten erschienen war.
Als er älter geworden war, arbeitete Muhammed (F.s.m.I.)
für eine reiche Kaufmannswitwe namens Khadidscha. 4. Was ist ein Prophet?
Beeindruckt von seinen Fähigkeiten, besonders auch von Zu allen Zeiten hat es Menschen gegeben, die zu beson-
seinen Charaktereigenschaften und seiner tadellosen Le- deren Einsichten gelangten, seltene Inspirationen erfuh-
bensführung, bot ihm Khadidscha die Ehe an. Sie war zu ren oder zuvor unbekannte Naturgesetze entdeckten. Sie
diesem Zeitpunkt etwa vierzig Jahre alt und Muhammed alle zeigten, dass es eine Art von Erkenntnis gibt, die sich
(F.s.m.I.) fünfundzwanzig. der Reichweite unserer Sinne und der wissenschaftlichen
Sie heirateten und bekamen vier Töchter und einen Sohn, Forschung entzieht. Philosophie und Wissenschaft können
der kurz nach der Geburt verstarb. Die Überlieferungen darüber nur Vermutungen anstellen.
berichten, dass sie von da an eine sehr glückliche Ehe führ- Um diesbezüglich Gewissheit zu erlangen, ist der Mensch
ten. abhängig von Gott, der ihm diese Art von Wissen übermit-
teln kann. Gott erwählt zu diesem Zweck Menschen und
2. Wie wurde der Prophet Muhammed (F.s.m.I.) zum beruft sie zu Seinen Propheten oder Gesandten. Ihnen of-
Propheten berufen? fenbarte Er die Wahrheit und das Wissen, damit diese sie
Schon Jahre vor der ersten Offenbarung pflegte Muham- den Menschen weitergeben können.
med (F.s.m.I.) sich zur Meditation auf einen Berg in der Ein Prophet hat zudem die Aufgabe, das ihm Offenbarte
Nähe Mekka zurückzuziehen. zu erläutern, die Menschen anzuleiten und ihnen ein gott-
Er spürte, dass die Glaubensüberzeugungen, Riten und ergebenes Leben in allen Lebensbereichen vorzuleben, so
Traditionen seines Stammes, die auf Vielgötterei gründe- dass sie ihm auch als Beispiel folgen können.
ten, die Menschen in die Irre führten und von ihrer Be-
stimmung als Geschöpfe Gottes entfernten. In einer Höhle 5. Was unterscheidet Muhammed (F.s.m.I.) von ande-
dachte er über all dieses nach, ohne aber eine Lösung und ren Propheten?
Perspektive zu finden. Unter den zuvor genannten Aspekten, nämlich Gottes
Im Jahre 610 n. Chr. als er sich wieder einmal alleine in Botschaft zu predigen und vorzuleben, unterscheiden sich
der Höhle zum Nachsinnen und Gottgedenken zurückge- die Propheten nicht voneinander. So ist es nicht verwun-
zogen hatte, erschien ihm der Engel Gabriel und verkün- derlich, dass, angefangen vom ersten Menschen und Pro-
dete ihm, dass er von dem einen einzigen Gott zum Pro- pheten Adam (Friede auf ihm!), bis zum abschließenden

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Propheten Muhammed (F.s.m.I.) alle die Gottergebenheit andersetzen kann, spricht diese Tatsache für die Größe und
(arab.: islam) verkündeten. Es wird überliefert, dass Allah Wichtigkeit dieses Wunders.
mehr als zweihunderttausend Propheten berief und jedes Neben diesem größten Wunder gibt es andere, die darauf
Volk in der Geschichte mit einem Gottgesandten gesegnet hinweisen, dass Muhammed (F.s.m.I.) ein von Gott gesand-
wurde (Koran 16:36). Wir kennen nur 25 dieser Propheten ter Mensch war:
namentlich, da sie im Koran stehen. Unter ihnen befinden -Er wurde von Gott eines Nachts von Mekka nach Jeru-
sich die Propheten Noah, Abraham, David, Moses, Johan- salem geführt und stieg vom Felsendom in den Himmel zu
nes, der Täufer, die auch in der Bibel erwähnt werden und Gott empor.
zudem Jesus (Friede auf ihm!). -Gott erlaubte es ihm, in nur 23 Jahren seine Botschaft
zu verkünden, eine Gemeinschaft aufzubauen und unter
6. Wird es nach Muhammed (F.s.m.I.) noch andere sehr ungünstigen Bedingungen einen Stadtstaat in Medina
Propheten geben? zu begründen.
Muhammed (F.s.m.I.) ist der abschließende der Gesand- In den Überlieferungen werden noch weitere Wunder, wie
ten Gottes. Allah sandte in der Geschichte zu jedem Volk die Vermehrung von Speisen u. ä. übermittelt.
Propheten, für dessen Rechtleitung. So wurde, z. B. der Wunder sind aber immer von Gott, die er Seinen Prophe-
Prophet Schu‘aib zum Volk der Midianiter, der Prophet ten zu vollbringen erlaubt. Sie deuten darauf hin, dass die
Salih zum Volk der Thamud und David, Moses und Jesus betreffende Person von Gott gestützt wird. Die Botschaft,
zu den Kindern Israel gesandt. Obwohl sie alle ihre Beru- welche die Propheten an die Menschen überbringen, ist
fung von einer Quelle erhalten hatten und die Gotterge- aber wesentlicher als die Wunder, die geschehen, wenn
benheit (arab.: islam) predigten und vorlebten, hatten die- Naturgesetze aufgehoben werden.
se Gesandten eine zeitlich und örtlich begrenzte Aufgabe
zu erfüllen. Die Entwicklung der Zivilisationen der 8. Was lehrte der Prophet Muhammed (F.s.m.I.)?
Menschheit vor der Zeit Muhammeds (F.s.m.I.) war nicht Obwohl die Bewohner der Stadt Mekka, in der Muham-
weit genug fortgeschritten, als dass ein Gesandter für alle med (F.s.m.I.) lebte, eine Gottesvorstellung besaßen, glaub-
Menschen geschickt werden konnte. ten sie an die Mittlerrolle von vielen verschiedenen Göt-
Der Prophet Muhammed (F.s.m.I.) wurde aber für die zen. Diese sollten sie Gott näher bringen und sie sprachen
Menschen seiner Zeit und für die Zeit danach gesandt. Sein ihnen besondere Kräfte und Eigenschaften zu.
Prophetentum besitzt somit einen universalen und zeitlo- Muhammed (F.s.m.I.) erhielt von Gott den Auftrag, die
sen Charakter (Koran 33:21; 68:4; 21:107). Einheit und Einzigkeit Allahs zu verkünden. Er klärte sei-
ne Landsleute darüber auf, dass die Götzen und Statuen,
7. Hat Muhammed (F.s.m.I.) Wunder vollbracht? die sie anzubeten pflegten, keine Macht besaßen. Muham-
Das größte Wunder, das Muhammed (F.s.m.I.) zuteil med (F.s.m.I.) versuchte seiner Umgebung klar zu machen,
wurde, ist der Koran. Da dieses Wunder den Menschen dass nur der Eine Einzige Gott die Menschen erschaffen
nicht nur zu Lebzeiten Muhammeds (F.s.m.I.) zugänglich hat, sie versorgt und ihre Bitten erhört.
war, sondern sich auch heute jeder mit dem Koran ausein- Als zweiten wichtigen Punkt der Botschaft Gottes stellte

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er heraus, dass Allah immer wieder Gesandte unter den Inzwischen fassten die Mekkaner den Entschluss, Mu-
Menschen erwählt, die ihnen die Botschaft Gottes über- hammed (F.s.m.I.) endgültig loszuwerden und ihn zu tö-
mitteln. Die Propheten sind gleichzeitig damit beauftragt, ten.
mit ihrer eigenen Lebensweise ein mustergültiges Beispiel Ihr Plan ging nicht auf. Kurz zuvor verließ der Prophet
von Gottausgerichtetheit abzugeben. Muhammed (F.s.m.I.) als einer der letzten, zusammen mit
Als einen wesentlichen Punkt, zu dem die Menschen um seinem Gefährten Abu Bakr, die Stadt. Obwohl die Mek-
ihn keinen Bezug hatten, stellte Muhammed (F.s.m.I.) in kaner seine Spur aufnahmen, gelang es ihnen nicht, ihn
seiner Verkündigung das Leben nach dem Tod dar. Er er- ausfindig zu machen, und er konnte Medina sicher errei-
läuterte, dass das irdische Leben eine Prüfung bedeutet. chen.
Er wies darauf hin, dass die Menschen nach ihrem Tod am
Jüngsten Tag wiedererweckt und - gemäss ihrer Lebens- 11. Worin unterschied sich das Leben Muhammeds
weise im Diesseits - belohnt oder bestraft werden. (F.s.m.I.) in Mekka von dem in Medina?
In Medina entwickelte sich eine gut organisierte Gemein-
9. Wie reagierte die Umwelt des Propheten Muham- schaft mit verschiedenen Institutionen wie Moschee, Markt
med (F.s.m.I.) auf die von ihm verkündete Botschaft? und Handelswesen sowie einer eigenen Gerichtsbarkeit und
Die führenden Personen Mekkas betrachteten seine Bot- die Muslime konnten sich in dieser Situation, frei von in-
schaft als eine Bedrohung für ihre Gesellschaftsordnung. dividueller Verfolgung, auf ein Leben nach der islamischen
Aus Muhammeds (F.s.m.I.) Verkündigung würde nach ih- Lehre konzentrieren.
rer Ansicht hauptsächlich die Beseitigung ihrer Götzen und Die aus Muslimen, Juden und anderen bestehende Ein-
Statuen folgen. Aufgrund der Pilger aus ganz Arabien si- wohnerschaft Medinas akzeptierte die Führungsrolle Mu-
cherten aber gerade diese den Mekkanern Einkommen, hammeds (F.s.m.I.). Vor allem fand er die völlige Unter-
Ansehen und Einfluss. Zudem fürchteten sie, dass der Ver- stützung der beiden wichtigsten Stämme Medinas, nach-
rat an der Religion ihrer Väter üble Folgen haben könnte dem diese den Islam angenommen hatten. Bezüglich der
und dass Sklaven und Unterprivilegierte ihre Rechte ein- Juden ging Muhammed (F.s.m.I.) davon aus, dass sie als
fordern würden. Anhänger einer Offenbarungsreligion unvoreingenommen
Gerade Menschen aus den unteren Schichten nahmen auf ihn reagieren und die neue Lehre verstehen würden.
zunächst den verkündeten Glauben an. Nur die wenigen Darüber hinaus gab es in Medina allerdings auch eine Grup-
seiner Anhänger, die angesehenen Familie entstammten, pe von (einflussreichen) Leuten, die den Islam nur aus
genossen der Sicherheit; die übrigen wurden verfolgt, Opportunismus annahmen.
manche sogar ermordet. Die Lage für die Anhänger Mu- Muhammed (F.s.m.I.) schloss 623 n. Chr. mit den Vertre-
hammeds (F.s.m.I.) wurde schließlich so kritisch, dass der tern der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen Medinas
Prophet (F.s.m.I.) sie anwies, nach Abessinien auszuwan- einen Gemeindevertrag, der im Wesentlichen darin bestand,
dern, wo ein christlicher Herrscher regierte. dass die muslimischen und jüdischen Stämme zu gegen-
Trotz Drangsal und Verfolgung nahm die Zahl derer, die seitigem Schutz verpflichtet waren. Diese erste schriftlich
sich ihm anschlossen, immer weiter zu. Um diese Entwick- fixierte Verfassung diente den Muslimen als Grundmodell
lung zu stoppen, versuchten die Führer Mekkas, Muham- für spätere Staatsstrukturen.
med (F.s.m.I.) zu einem Kompromiss zu bewegen: Sie
boten ihm die Übernahme des Königtums und große Reich- 12. Weshalb führte der Prophet Muhammed (F.s.m.I.)
tümer an. Dafür sollten sie abwechselnd Allah und ihren Krieg?
Götzen huldigen. Muhammed (F.s.m.I.) lehnte dies rigo- Obwohl die Muslime wie anfangs als Individuen nicht
ros ab. mehr verfolgt wurden, setzten die damals noch Götzen
anbetenden Mekkaner doch alles daran, die neu entstan-
10. Warum musste der Prophet Muhammed (F.s.m.I.) dene Muslim-Gemeinde in Medina zu vernichten. Das
seine Heimat verlassen? geschah teils in Form kriegerischer Überfälle, teils aber
In Mekka wuchs der Druck auf die Muslime unaufhör- auch durch eine Isolationspolitik.
lich und der Prophet Muhammed (F.s.m.I.) suchte nach Derart unter Druck geraten wollten die in Medina leben-
Möglichkeiten der freien und ungestörten Verkündigung den Muslime sich verteidigen und drängten den Prophe-
der Lehre und der täglichen Umsetzung entsprechend die- ten Muhammed (F.s.m.I.), gegen die Mekkaner vorzuge-
ser Botschaft. hen. Dieser ging jedoch so lange nicht auf die Forderun-
Während der Pilgersaison im Jahre 621 traf Muhammed gen seiner Anhänger ein, bis Gott ihm eine Offenbarung
(F.s.m.I.) eine Gruppe von Leuten aus Yathrib (der späte- sandte, die es ihnen erlaubte, sich gegen die Aggressoren
ren Stadt Medina), die dem neuen Glauben gegenüber sehr zu wehren.
aufgeschlossen waren. Im darauf folgenden Jahr kamen In der ersten Schlacht gewannen die Muslime wie durch
die Leute aus Yathrib mit einer größeren Delegation nach ein Wunder gegen ein zahlenmäßig und an Ausrüstung hoch
Mekka und luden Muhammed (F.s.m.I.) in ihre Stadt ein überlegenes Heer der Mekkaner. In den nächsten Jahren
und versprachen ihm, ihn zu unterstützen. folgten noch weitere Auseinandersetzungen.
So gab der Prophet (F.s.m.I.) den Muslimen die Anwei- Bei der Betrachtung dieser kriegerischen Konflikte, in
sung, nach Medina auszuwandern, wo sie sicher sein wür- die Muslime verwickelt waren, ist leicht zu erkennen, dass
den und ihren Glauben frei ausüben könnten. Dieses Er- die muslimische Gemeinschaft als Prinzip den Frieden -
eignis (Hidschra) markiert den Beginn der islamischen nicht den Krieg - verfolgte. Der Prophet Muhammed
Dresden
Zeitrechnung. (F.s.m.I.) ließ z. B. Kriegsgefangene frei, nachdem sie zehn

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Muslimen das Lesen und Schreiben beigebracht hatten. und den Muslimen.
Mehr noch: Er ging auf einen Friedensvertrag zu eigent- Der Prophet Muhammed (F.s.m.I.) sandte zudem Bot-
lich kaum annehmbaren Bedingungen ein; außerdem er- schaften an die Herrscher der damaligen Welt und forderte
ließ er nach der Einnahme Mekkas eine Generalamnestie sie zur Annahme des Islams auf, was dann einige von ih-
für seine Feinde. nen auch taten.
Heute wie damals ist Krieg leider eine soziale Realität.
Deshalb sind Normen und Regeln auch für Ausnahmesi- 14. Wie kam es, dass Muhammed (F.s.m.I.) auch die
tuationen wie die eines Krieges notwendig. Dass selbst politische Führung übernahm?
unter solchen Umständen ethische Verhaltensweisen mög- Wie das Judentum kennt auch der Islam keine Trennung
lich und geboten sind, kommt z. B. in der Anweisung des vom Geistlichem und Weltlichem. Das zeigt sich vor al-
Propheten Muhammed (F.s.m.I.) zum Ausdruck, keine lem in den Konzepten für eine gottergebene Lebensweise,
Personen anzugreifen, die nicht aktiv am Krieg beteiligt welche der Islam für die unterschiedlichsten Lebensberei-
sind. Er ging sogar so weit anzuordnen, dass Muslime auch che liefert: Privat- und Familienleben gehören ebenso dazu
im Krieg Natur und Umwelt zu schonen haben. wie Wirtschaft, internationale Beziehungen usw. So ist es
nicht verwunderlich, dass der Prophet Muhammed
13. Wie haben damals die Politischmächtigen auf die (F.s.m.I.) als Beispiel in unterschiedlichsten Funktionen
wahrgenommen wird: Als Fa-
milienvater und Ehemann, als
Nachbar und Freund, als Diplo-
mat und Staatsmann.

15. Ist der Prophet Muham-


med (F.s.m.I.) gestorben?
Der Prophet Muhammed
(F.s.m.I.) war, wie alle anderen
Propheten vor ihm, ein mensch-
liches Wesen. Da er niemals eine
göttliche Wesensart für sich be-
anspruchte und sogar immer
darauf hinwies, dass ihm so et-
was nicht zugeschrieben werden
sollte, lebte und starb er wie ein
Mensch. Der Unterschied zwi-
schen ihm und anderen Men-
schen bestand „nur“ darin, dass
Gott ihm den Koran offenbarte
und Gott seine Verhaltenswei-
sen vor Verfehlungen beschütz-
te. Der Prophet Muhammed
(F.s.m.I.) wird deshalb von den
entstehende islamische Gemeinschaft reagiert? Muslimen geehrt und geliebt und als nachzueiferndes Vor-
Zunächst fiel die neue Bewegung Muhammeds (F.s.m.I.) bild angesehen, aber in keiner Weise angebetet.
den Großmächten der damaligen Zeit, wie dem Oströmi-
schen und dem Persischen Reich kaum auf, denn die ara- 16. Warum war der Prophet Muhammed (F.s.m.I.) mit
bische Halbinsel galt geopolitisch als wenig bedeutend. mehreren Frauen verheiratet?
Da die Mekkaner aber Kontakte zu einigen Regionalmäch- Als 25jähriger heiratete der Prophet Muhammed (F.s.m.I.)
ten unterhielten und zu einigen sogar eine Art Bündnis die vierzigjährige Khadidscha - eine angesehene, verwit-
bestand, erfuhren diese von der Entwicklung und den Span- wete Kauffrau. Bis zu ihrem Tode führten sie eine glückli-
nungen zwischen den Mekkanern und Muslimen. che und harmonische Ehe, aus der sechs Kinder hervor-
Der erste Rückschlag in ihren Bemühungen, die Entste- gingen.
hung der islamischen Gemeinschaft zu verhindern, wurde Nach dem Tode Khadidschas ging Muhammed (F.s.m.I.)
den Mekkanern durch einen eigentlich mit ihnen befreun- mit mehreren Frauen eine Ehe ein, wobei nur eine davon
deten christlichen Herrscher, dem Herrscher von Abessi- zuvor nicht verheiratet gewesen war; alle anderen waren
nien, zugefügt, als dieser sich weigerte, die Muslime, die verwitwet oder geschieden. Dass der Prophet (F.s.m.I.) die
dort Zuflucht gefunden hatten, an die Mekkaner auszulie- Versorgung dieser verwitweten oder geschiedenen Frauen
fern. übernahm, und zwar einschließlich ihrer unmündigen Kin-
Später erkannte auch das Oströmische Reich, dass der der, spielte eine wesentliche Rolle bei der Heirat. Zudem
neue, auf der Arabischen Halbinsel sich verbreitende Glau- bewirkte die Heirat des Propheten Muhammed (F.s.m.I.)
be, ihnen und ihrem Einfluss auf die arabischen Gebieten mit manchen seiner Frauen, dass die Stämme, denen sie
gefährlich werden könnte. So kam es schließlich zu krie- angehörten, der damaligen Sitte gemäß, eine engere Bin-
gerischen Auseinandersetzungen zwischen den Oströmern dung an die Gemeinschaft der Muslime aufbauten.

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Für Muslime ist die Mehrehe Muhammeds (F.s.m.I.), rechte Behandlung aller Menschen eine unabdingbare Vo-
genauso wie von manchen biblischen Propheten, von Gott raussetzung für eine islamische Lebensweise sei.
erwünscht. Dass seine Frauen sämtlich mit dem Propheten
Muhammed (F.s.m.I.) zufrieden waren und dass sie trotz 19. Was bedeutet es, der Lehre Muhammed (F.s.m.I.)
z. T. großer materieller Entbehrungen zu ihm standen und und seinem Beispiel im 21. Jahrhundert zu folgen?
ihn unterstützten, wird als ein Hinweis auf die Propheten- Der Mensch kann sich Gott nicht als Vorbild nehmen, da
schaft Muhammeds (F.s.m.I.) gedeutet. er Ihm nicht wesensgleich ist. Daher muss er, um ein gott-
gefälliges Leben führen zu können, ein Vorbild haben, nach
17. Was meinte Muhammed (F.s.m.I.) zur Stellung der dem er sich richten kann. Der Prophet Muhammed
Frau in Familie und Gesellschaft? (F.s.m.I.) wird mit seiner Persönlichkeit von Gott dem
Die Stellung der Frauen in der Stammesgesellschaft auf Menschen selbst als Lebensmodell präsentiert (Koran
der Arabischen Halbinsel war gleich die eines Sklaven, 33:21; 68:4), da er seiner Charakterschulung und Erzie-
wobei es hier nur wenige Ausnahmen gab. So wurde es hung durch seinen Herrn genoss.
nicht selten als eine Schande angesehen, wenn eine Frau Das Vorbild Muhammeds (F.s.m.I.) ist jedoch nicht nur
ein Mädchen auf die Welt brachte. Um dieser Schande zu in seinem menschlichen Leben und seinen persönlichen
entgehen, wurden die neugeborenen Mädchen oftmals in Vorzügen, sondern vor allem in seinem Weg, den Hand-
die Wüste gebracht und dort bei lebendigem Leibe ver- lungen und Aussagen, die zu Gottes Zufriedenheit führ-
scharrt. ten, zu suchen.
Mit der Offenbarung des Korans und durch das gelebte
Beispiel des Propheten Muhammed (F.s.m.I.) wurde ein 20. Gibt es Aussagen von Muhammed (F.s.m.I.) über

Islam ist nicht eine Religion, die Muhammed (F.s.m.I.) begründet hat.
Islam (auf Arabisch heißt Islam etwa „Hingabe [zu Gott]“) ist die Le-
bensweise, die alle Gesandten und Propheten Gottes samt Jesus gepre-
digt und gelebt haben und somit die ewige Urreligion. Aus diesem Grund
ist Muhammed (F.s.m.I.) der Verkünder des „Islam“ in seiner endgül-
tigen Form und er ist der abschließende Gesandte Allahs.

Mädchen einem Jungen gleichwertig eingestuft. Der Pro- die Bewahrung der Schöpfung?
phet verurteilte Männer, die ihre Frauen schlecht behan- Der Koran erwähnt, dass der Prophet Muhammed
delten, und zeigte durch sein eigenes Beispiel, wie man in (F.s.m.I.) als „eine Barmherzigkeit für alle Welten“, d. h.
der Ehe gerecht und liebevoll mit seiner Frau umgehen für die ganze Schöpfung, gesandt wurde. Es ist deswegen
soll. Er betonte, dass die Frau vor Gott die gleiche Stel- nicht verwunderlich, dass nicht nur Aussagen und Emp-
lung hat wie der Mann und dass Frauen und Männer sich fehlungen bezüglich der Menschen von ihm überliefert
ergänzen. sind. Er gab auch Anweisung und Ratschläge über die gute
und milde Behandlung von Tieren und den behutsamen
18. Wie verhielt sich Muhammed (F.s.m.I.) gegenüber Umgang mit der Umwelt. Er erzählte Gleichnisse, die auf-
Angehörigen anderer Religionen? zeigten, dass, wer Tiere gut behandelt von Gott belohnt,
Der Auftrag, den der Prophet Muhammed (F.s.m.I.) er- und wer sie quält von ihrem Schöpfer dafür bestraft wer-
halten hatte, war gegenüber allen seinen Mitmenschen den wird. Er lehrte seine Anhänger, Ressourcen wie Was-
gleich, ob es sich nun um Juden, Christen oder Götzendie- ser nicht zu verschwenden und einen positiven Beitrag zur
ner handelte, nämlich die Übermittlung der Botschaft Got- Umwelt zu leisten indem sie z. B. Bäume pflanzen sollten.
tes. Er sprach mit seinen Gesprächspartnern ihren Glau-
bensvorstellungen entsprechend über seinen Auftrag und 21. Wie sicher sind das Leben und die Aussprüche
rief sie dazu auf, sich dem Willen Gottes zu ergeben. Muhammeds (F.s.m.I.) überliefert?
Dabei zeigte er seinem Gegenüber großen Respekt und Schon zu Lebzeiten Muhammeds (F.s.m.I.) gab es be-
menschliche Nähe und ertrug auch persönliche Beleidi- stimmte Personen, denen es erlaubt war, neben dem Ko-
gungen und Verfolgung mit Geduld. ran auch die Aussagen des Propheten Muhammed (F.s.m.I.)
Er lehrte seinen Anhängern, dass zu den Christen und aufzuschreiben. Daneben gab es manche Gefährten Mu-
Juden eine besondere Nähe besteht und dass die Menschen hammeds (F.s.m.I.), die ihn stets begleiteten und sich sei-
die freie Wahl haben, den Glauben an Gott zu bestätigen ne Aussprüche merkten und sie dann anderen weitererzähl-
oder abzulehnen und dass Muslime ihre Mitmenschen mit ten. Bei der Weitergabe wurde genau darauf geachtet, dass
D rbehandeln
Güte e s d e nsollen. Er betonte zudem, dass eine ge- die Aussagen wortgetreu übermittelt wurden, und man zähl-

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te bei der weiteren Überliefe- (überlief. bei Buchari, IV, 649


rung die ganze Kette aller in „Der Islam und Jesus“, A.
Überlieferer auf. So wurde si- v. Denffer, München 1995, S.
chergestellt, dass der übermit- 43ff)
telte Ausspruch des Propheten Der Prophet erklärte einmal:
(F.s.m.I.) in seiner Echtheit „Wer bezeugt, dass kein
überprüfbar blieb. Schon in Gott da ist außer Allah, Der
der Mitte des 8. Jahrhunderts keinen Teilhaber hat, und
(ca. 100 Jahre nach dem Tode dass Muhammed Sein Die-
des Propheten), und auch spä- ner und Gesandter ist, und
ter, wurden die Überlieferun- dass Isa (Jesus) der Diener
gen von muslimischen Ge- Allahs und Sein Gesandter
lehrten gesichtet, gesammelt und Sein Wort ist, das Er
und kategorisiert. Seit dieser Mariam (Maria) entboten
Zeit gibt es viele schriftliche hat und von Seinem Geist,
Zusammenstellungen der und (bezeugt), dass das Pa-
Überlieferungen des Prophe- radies wahr ist und das Höl-
ten Muhammed (F.s.m.I.). lenfeuer wahr ist, den lässt Allah ins Paradies eingehen
um dessentwillen, was er (im Diesseits) getan hat.“
22. Hat Muhammed (F.s.m.I.) nicht einfach die Lehre (Buchari)
der Christen und Juden übernommen und umformu-
liert? 24. Hat Muhammed (F.s.m.I.) die gleiche Stellung im
Die Behauptung, dass Muhammed (F.s.m.I.) durch den Islam wie Jesus (a.s) im Christentum?
Kontakt mit Juden und Christen, den christlichen und jü- Islam ist nicht eine Religion, die Muhammed (F.s.m.I.)
dischen Glauben kennen gelernt habe und so seine „neue“ begründet hat. Islam (auf Arabisch heißt Islam etwa „Hin-
Religion formulierte, ist meist in der Literatur christlicher gabe [zu Gott]“) ist die Lebensweise, die alle Gesandten
Missionare oder Orientalisten zu finden. Diese Aussagen und Propheten Gottes samt Jesus gepredigt und gelebt ha-
gründen nicht auf Fakten und finden in der Lebensbiogra- ben und somit die ewige Urreligion. Aus diesem Grund ist
phie des Propheten Muhammed (F.s.m.I.) keine Bestäti- Muhammed (F.s.m.I.) der Verkünder des „Islam“ in seiner
gung. Da Muhammed (F.s.m.I.) selbst unbelesen war, hät- endgültigen Form und er ist der abschließende Gesandte
te er die Schriften der Christen und Juden überhaupt nicht Allahs.
studieren und somit auch nicht von ihnen abschreiben kön- Muslime lieben Muhammed (F.s.m.I.), weil er der Ge-
nen. Desgleichen gibt sein Umfeld, das den Götzenkult sandte Gottes ist, folgen ihm, weil er ein Leben in völliger
praktizierte, keinen Anhaltspunkt dafür, dass er intensive Gottergebenheit verbracht hat und verehren ihn, weil er
Kontakte zu ihnen hatte. Auch die Tatsache, dass viele Ju- der auserwählte Prophet ist. Aber sie erhöhen ihn nicht auf
den und Christen nach einer Begegnung mit Muhammed die Stufe Gottes und betrachten ihn nicht als einen Mittler
(F.s.m.I.) den Islam annahmen, widerspricht dieser Theo- zwischen Gott und den Menschen. Denn der Prophet
rie, weil diese als erste die Übernahme und Verfälschung (F.s.m.I.) sagte selbst zu seinen Gefährten: „Erhöht mich
ihrer Lehre bemerkt hätten. nicht wie die Christen Jesus erhöht haben. Ich bin der
Parallelen zwischen der biblischen Lehre und dem isla- Knecht Allahs. Sagt: „Er ist der Diener und Gesandte
mischen Glauben lassen sich eher dadurch erklären, dass Allahs!“ (Ahmad, Bd. I, S. 24)
die Offenbarungen der Christen und Juden im Grunde auf
die gleiche Quelle wie die des Koran, nämlich auf den Ei- 25. Gibt es in Heiligen Schriften anderer Religionen
nen Gott, zurückzuführen sind. Hinweise auf Muhammed (F.s.m.I.)?
Der Koran erwähnt, dass in den frühen Heiligen Schrif-
23. Was hat der Prophet Muhammed (F.s.m.I.) über ten die Ankunft des Propheten Muhammed (F.s.m.I.) an-
Jesus (F.s.m.i.) gesagt? gedeutet wird (Koran 7:157; 61:6). So finden sich auch in
Muhammed (F.s.m.I.) war ein Nachfolger Jesu und be- der Bibel Stellen, die nach muslimischer Lesart auf die
zeichnete ihn als „seinen Bruder“. Als er mit Christen über Ankunft des Propheten Muhammed (F.s.m.I.) Hinweise
Jesus sprach, betonte er stets den Sachverhalt, dass Jesus geben, wobei das Profil des Angekündigten besonders in
nicht Gott oder Gottes Sohn ist. sechs wesentlichen Elementen mit dem des Propheten
Der Prophet Muhammed (F.s.m.I.) berichtete, dass er in Muhammed (F.s.m.I.) übereinstimmt: Der Linie der Pro-
einem Traum Jesus gesehen habe und beschreibt ihn wie pheten, seinen Eigenschaften, dem Ort seines Auftretens,
folgt: „Als ich nachts bei der Kaaba schlief, sah ich im der Offenbarung, die ihm gegeben wird, den Ereignissen,
Traum einen Mann mit lohfarbener Haut, so schön, wie die sich in seiner Zeit zutragen werden und dem Zeitpunkt
man einen Mann mit lohfarbener Haut sehen kann. Sein seines Kommens.
gelocktes Haar fiel bis zwischen seine Schultern, vom Zudem finden sich Prophezeiungen über den Propheten
Kopfhaar des Mannes tropfte Wasser, und er hatte seine Muhammed (F.s.m.I.) in den Schriften der Hindus wie z.
Hände auf die Schultern zweier Männer gelegt und um- B. in der Atharva Veda, einem der vier Bücher der Veden
schritt das Heilige Haus, und ich fragte: ‚Wer ist das?‘ und und in der persischen Zend Avesta, der Heiligen Schrift
sie sagten: ‚Das ist Isa (Jesus), Sohn der Mariam (Maria)!“ der Zoroastrier.

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