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Maurice Maeterlinck

1. Biografie
 Belgischer Schriftsteller und Dramatiker (hauptsächlich Franz.)

 Geb. 29 August 1862 in Gent; † 6. Mai 1949

 Einer der wichtigsten Vertreter der Epoche des sog. Symbolismus

 →Nachhaltige Prägung seiner Werke durch Stile der Werke von Stéphane Mallarmé und
Villiers de l'Isle-Adam (Symbolismus)

 Erster literarischer Durchbruch mit Drama „Prinzessin Maleine“

 Wichtige Ehrungen:

o Erhält 1911 Nobelpreis für Literatur

o Wird durch belgischen König in den Grafenstand erhoben

2. Werk
 Nimmt innerhalb des Symbolismus vor allem durch die ‚mysthischen Züge‘ seiner Werke eine
Sonderstellung ein

 Mensch und sein Verhältnis zum Tod nehmen in seinem Werk zentrale Bedeutung ein

 →Mensch begegnet Tod meistens mit Hilflosigkeit

 Setzt sich mit den Grundfragen menschlicher Existenz auseinander (Leben↔Tod

 Seele↔Mysterium)

 Schreibweise wird von vielen Zeitgenossen als besonders phantasievoll beschrieben

 Beeinflusste Geistesleben um die Jahrhundertwende entscheidend

 Frühe Dramen spiegeln vor allem Pessimismus und Fatalismus wieder

 Abrupter Bruch in seinem Werk um die Jahrhundertwende: Distanzierung vom Fatalismus→


mehr Optimismus (opulentere Bildwelten)

 War auch Denker und Essayist (kritisierte aktuelle Themen seiner Zeit)

 →vereinigte in damals unbekannter Weise Poesie und Wissenschaft

 lehnt jegliche konventionellen Moralvorstellungen ab

 →Maeterlinck entwirft eine Metaphysik der Seele und der ‚Innerlichkeit‘

 Umwertung der Moral durch Berufung auf ‚Unbeflecktheit der wahren Seele‘

 Gekennzeichnet durch Bindung an eine Vorstellung von Transzendenz

 Transzendente Instanz der Seele legitimiert Ablehnung von Moral

20.11.2017
2D5 Manuel Schöpfer
 Moralkritik geht vor allem von spirituellen Gesichtspunkten (Elemente des katholischen
Glaubens: „Thron der Seele“↔ “Thron Gottes“) aus

 Ablehnung von Moral nicht durch rationale Argumente, sondern ‚in ein Bild gefasst‘

 ‚Reinheit der Seele‘ wird ästhetisch inszeniert→ ästhetische Transzendentalvorstellung

 Gegensatz zu Nietzsches rein physischen und psychologischen Ansätzen

3. Vergleich Werk Musil↔Maeterlinck


 Werk Maeterlincks hatte nachhaltige Prägung auf Werk und Stil Musils

 Immer wieder Anspielungen und Zitate in den Werken Musils

 →Motto von ‚Die Verwirrungen des Zögling Törleß‘ stammen aus Maeterlincks Roman ‚Der
Schatz der Armen‘

 Fragwürdigkeit der Moral in Musils Werken ähnlich wie Maeterlincks und teils durch diesen
inspiriert

 Maeterlinck ist für Musil auch Sprachkritiker→ herkömmliche Sprache genügt nicht dem
Ausdruck der Innenwelt

 Faszination Musils vor allem an ‚mystischer Seite‘ und Sprache in Maeterlincks

 Spätere Distanzierung in Musils Spätwerk von den neuzeitlichen Romantikern und Mystikern,
sowie auch von Maeterlinck (‚Der Mann ohne Eigenschaften‘)

 Viele in Musils Werk ‚Die Verwirrungen des Zögling Törleß aufgeworfenen Themen (direkter
Bezug auf Philosophie Maeterlincks) durchziehen als Grundfragen des Werkes Musils auch
auf Törleß folgende Prosa

 Sprache versagt als Ausdruck des inneren ‚seelischen Lebens‘→ auch Törleß verstummt in
Augenblicken, die über Sphäre intellektuellen Bewusstseins hinausgeht (er nimmt
Sinnlichkeit der umgebenden Welt in sich auf)

 Für Törleß bildet Sprache Objekte nur ab, ohne ihr Wesen fassen zu können

 Törleß findet im ‚Schweigen‘ Anhaltspunkt zur Beurteilung der ihn umgebenden Welt
(erkennt im Schweigen Beinebergs abscheulichen Charakter); Bezeihung zu Beineberg→
gegenseitige Erkenntnis der Seelen im Schweigen (Maeterlincks frühe Philosophie)

 Erkenntnis seines Eigenen Ichs (Törleß) (Schweigen der Dämmerung wird Törleß seine
Stellung im Universum bekannt)

 Törleß‘ Offenbarung seiner eigenen metaphysischen Einsamkeit und Verlorenheit im


metaphysischen Schweigen (es findet keine Kommunikation mit der Umwelt statt)

 ↔Unterschied zu Maeterlinck durch metaphysische Bedeutungslosigkeit des Protagonisten


in Törleß (Himmel öffnet sich bei Maeterlinck beständig)

 Törleß entzieht sich dem Himmel, jedoch auch Erfahrung eines anderen Zustands
‚unmittelbarer Erkenntnis‘ bei Törleß möglich (Interesse Musils an mysthischen Erfahrungen)

20.11.2017
2D5 Manuel Schöpfer

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