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DIE RHEINPFALZ — NR. 212 D I E R H E I N PF A L Z MONTAG, 13.

SEPTEMBER 2010

01 _LFRA

Frankenthaler Zeitung
ST A D T - N A C H R I C HTE N
Stadt will vorerst nicht
gegen das Land klagen
Polizei: Bei Rasern reagieren wir immer
Auf eine mögliche Klage gegen das Land TELEFONAKTION „IHRE SORGEN, UNSER ANLIEGEN“: Alle Beschwerden über Raser führten zu Kontrollen.
Rheinland-Pfalz wegen mangelnder finanziel-
ler Ausstattung der Kommunen bei zugleich Das versichert die Polizeiinspektion mit Blick auf entsprechende Leserkritik aus dem Frankenthaler Norden.
ständig wachsenden Aufgaben will die Stadt Neue Technik und ein Kreiselbau sollen auf den stark belasteten Straßen mehr Sicherheit bringen.
Frankenthal vorerst verzichten. Erste Überle-
gungen hierzu seien von den Fraktionen zu- Wenn es Klagen über Tempoverstö-
rückgestellt worden, teilte OB Theo Wieder ße gebe, „dann reagieren wir im-
(CDU) mit, da die SPD-Landesregierung ei- mer“. Das hat Bettina Westrich, Lei-
nen Entschuldungsfonds angekündigt habe. terin der Polizeiinspektion Franken-
„Zu klagen, wenn ein Vorschlag auf den Tisch thal, unterstrichen. Selbst wenn die
kommt, würde dem Ganzen schaden“, sagte bisherige Statistik nicht auf Proble-
er. Wie aussichtsreich eine solche Klage über- me hindeute, würden in den betref-
haupt wäre, ist offen. (tb) fenden Straßen dann zeitnah Kon-
trollen vorgenommen.
Porsche gerammt: Kritik aus der Steinstraße – ein
Thema bei der RHEINPFALZ-Tele-
35 000 Euro Sachschaden fonaktion – habe es bereits im ver-
gangenen Jahr gegeben, sagte Jo-
hann Rutta, Sachbearbeiter Ver-
kehr bei der Inspektion. Bei an-
schließenden Laserkontrollen habe
die Polizei aber keine Verstöße fest-
stellen können. Nach Aussage der
Beamten sei dort „Rasen“ wegen
der abwechselnd links und rechts
geparkten Autos und der schmalen
Fahrbahn gar nicht möglich. Den-
Von der Straße abgekommen: der Unfall noch gilt: Die Steinstraße „bleibt
vor dem Brauhaus. FOTO: BOLTE weiterhin in unserer Überwa-
chungskonzeption“.
Sachschaden von rund 35.500 Euro verur- Die Ansicht von Lesern, die Kreu-
sachte ein betrunkener 21-jähriger Franken- zung L 523/Industriestraße/Wil-
thaler Autofahrer am Samstag im Neumayer- helm-Hauff-Straße sei ein „Gefah-
ring in Höhe des Brauhauses. Gegen 21.56 renherd“, teilt die Polizei grundsätz-
Uhr war er laut Polizei mit seinem Pkw in lich. „Der Kreuzungspunkt wird als
Richtung Eisenbahnstraße unterwegs. Kurz Unfallschwerpunkt geführt und un-
vor der Einmündung Bahnhofstraße verlor er terliegt ständiger Begutachtung
vermutlich wegen überhöhter Geschwindig- durch die Polizei und Stadtverwal-
keit die Kontrolle über sein Fahrzeug und tung“, sagte Rutta.
stieß mit einem dort geparkten Porsche zu- Allerdings habe es im Frühjahr
sammen. Der Sportwagen wurde auf ein wei- technische Umstellungen gegeben,
teren Auto geschoben. Von den fünf Fahr- die den Verkehrsfluss verbessern
zeuginsassen wurde niemand verletzt. Ein Al- und die Sicherheit erhöhen sollten.
koholtest des 21-jährigen Fahrers ergab 1,4 Die Ampelanlage sei auf – schneller Wer von der Industriestraße auf die L 523 einbiegt, muss Fußgängern und Radfahrern den Vortritt lassen. Das signalisieren das runde Grün-
Promille. Sein Führerschein wurde beschlag- schaltende – Leuchtdioden (LED) licht und das Extra-Blinklicht. Doch manche Fahrer – so klagen Leser – fahren einfach durch. FOTO: BOLTE
nahmt. Außerdem muss er mit einem Straf- umgerüstet und mit einem neuen
verfahren rechnen. (rhp) Steuerungsprogramm ausgestattet einsehbar“, sagte Rutta. Unfälle mit Beim Thema Schwerverkehr gibt fünf Anzeigen erstellt. Der Schnells- lieger freigegeben. „Das betrifft das
worden. Dabei gilt: „Die Überque- Beteiligten aus diesen beiden Grup- die Polizei zu bedenken, dass sich te fuhr 90 km/h. Wasserwerk Nord und Landwirte“,
Junge Bäume im Nordend rungsphase für Fußgänger/Radfah- pen kenne er nicht. „Meistens geht im Industriegebiet und im Gewer- Um den Verkehr zu bremsen und so Rutta. Wer nach Mörsch wolle,
rer wurde mit den Rechts- bezie- es um Linksabbieger, die mit dem bepark Nord etliche Firmen neu an- den Lärmschutz zu verbessern, könne sich nicht auf die Anlieger-
umgeknickt hungsweise Linksabbiegern der In- Gegenverkehr kollidieren.“ Ermuti- gesiedelt hätten. Für Transporter, empfiehlt die Polizei den Bau eines Klausel berufen. Konsequenz aus
dustrie- und der Wilhelm-Hauff- gend findet es der Beamte, dass die die mit diesen Unternehmen zu Kreisels am Knotenpunkt Berliner den Anrufen: „Diese Strecke wird
Straße gleichgeschaltet.“ neueste Statistik auf eine sinkende tun hätten, gelte das Durchfahrtver- Straße/Nordring. „Die Stadt ist da- in unser Überwachungskonzept
Unfallzahl hindeute: Neun Vor- bot mit der Ausnahmebestimmung für“, sagte Rutta. Da es um Landes- aufgenommen.“
kommnisse habe es im laufenden „Anlieger frei“ nicht. Dass dieses straßen gehe, liege das Konzept Die Regel „Anlieger frei“ gelte für
Kreuzung Industriestraße/
Jahr gegeben; „2009 hatten wir Verbot respektiert wird, dafür jetzt beim Landesbetrieb Mobilität. Lkws über 3,5 Tonnen in der Bein-
Wilhelm-Hauff-Straße/L 523: dort 24 Unfälle.“ spricht nach Ruttas Ansicht das Er- „Aber es gibt noch keine Haushalts- dersheimer Straße, sagt die Polizei;
Unfallzahl 2010 rückläufig Rotlichtverstöße – ebenfalls ein gebnis der jüngsten Schwerpunkt- mittel dafür.“ schließlich liege das Industriege-
Thema der RHEINPFALZ-Leser – kontrolle vom April: 46 Lastzüge biet in der Nähe, und es gebe einen
Nach der Straßenverkehrsord- habe man an dieser Kreuzung im wurden angehalten, nur zwei wa- ensprechenden Lieferverkehr. Fünf
Strecke Nordend-Mörsch
Vor der Versöhnungskirche haben Unbe- nung müsse Fußgängern und Rad- laufenden Jahr bisher zwei ahnden ren verbotswidrig unterwegs. Radarkontrollen habe es im laufen-
fahrern Vorrang einräumen, wer können. Die Beweisführung sei Das gefahrene Tempo auf der L „wird in Überwachungs- den Jahr dort gegeben. Die Bilanz:
kannte einen Baum umgeknickt. FOTO: BOLTE
aus diesen Straßen ausfahre, sagte nicht einfach. Da es mit rund 523 werde kontinuierlich über- Konzept aufgenommen“ 1691 gemessene Fahrzeuge, 76 Ver-
Am Samstag wurden zwischen 3.45 und 5.30 Rutta. Die Form des Ampelsignals 24.000 Fahrzeugbewegungen pro wacht. Zehn Radarkontrollen habe warnungen, vier Anzeigen. Spitzen-
Uhr durch bislang unbekannte Täter in der weise darauf hin, unterstreicht der Tag um einen der belebtesten es dort im laufenden Jahr schon ge- Die K 2 zwischen Nordendsied- tempo: 90 km/h.
Steinstraße vor der Versöhnungskirche und Fachmann. Ein kreisrundes Grün- Brennpunkte gehe, werde die Kreu- geben. Bei 9098 gemessenen Fahr- lung und Mörsch sei ein „ausgebau- Kritik an einer zu kurzen Ampel-
in der Gottfried-Keller-Straße im Schulhof Signal bedeute stets „Vorsicht! Auf zungsüberwachung „immer ein zeugen gab es 210 Verwarnungen ter Feldweg“, hält die Polizei zu Kla- schaltung für Linksabbieger an der
der Lessingschule jeweils ein Jungbaum ge- die Vorfahrt anderer achten.“ Zeige Thema für uns“ sein, sicherte Rutta und fünf Anzeigen. Dazu kamen gen über den Verkehr dort fest. Die Einmündung L 523/Peter-Roseg-
waltsam umgeknickt und dadurch zerstört. die Ampel einen Pfeil, habe man zu. Kontrolliert werde in unregel- laut Polizei drei Laserkontrollen in früher vorhandene Sperrung durch ger-Straße war für die Polizei An-
Der Sachschaden wird auf gut 2500 Euro ge- freie Fahrt. mäßigem Rhythmus, sagte Bettina Höhe Schlachthausstraße: 80 Fahr- eine Schranke sei aufgegeben wor- lass, die Stadtverwaltung anzuspre-
schätzt. Hinweise unter Telefon 3130. (rhp) Die „Bereiche der Fußgänger und Westrich; dies habe, wie Studien zeuge wurden gemessen, 18 Ver- den – warum, weiß die Polizei chen: „Wir haben um eine Überprü-
Radfahrer sind für Autofahrer gut belegten, den besten Effekt. warnungen ausgesprochen und nicht. Die Durchfahrt sei nur für An- fung gebeten.“ (spi)
H EU T E I M LO KALE N
Buntes Treiben auf den Straßen
Knapp 60 Nummern stark war gestern der
feucht-fröhliche Festumzug anlässlich des
Dirmsteiner Jahrmarkts. LAND, SEITE 3
Dank Frankenthaler Hilfe bald Rechtsanwalt
Mate Bornface profitiert von Unterstützung des Vereins „Unternehmen Buschmänner“ – Jura-Studium endet 2011
15 000 Zuschauer feuern Athleten an re alten Mate Bornface mit großer
VON AXEL NICKEL
2100 Sportler aus 26 Ländern zog gestern Genugtuung und einer gehörigen
der Nibelungenlauf in Worms an. 15.000 Zu- Es ist jetzt vier Jahre her, dass Portion Stolz verfolgt. Denn Carlo
schauer standen Spalier. REGION, SEITE 5 Mate Bornface auf Einladung des von Opel hat 2001 den „Verein
Vereins „Unternehmen Busch- Buschmänner“ gegründet, um den
männer“ nach Frankenthal kam. auch San genannten Ureinwohnern
Nicklas neuer Landesmeister Inzwischen setzt der aus Namibia im Süden Afrikas dabei zu helfen,
Jan Nicklas vom DAV Frankenthal hat den stammende Buschmann bei sei- sich eine Existenz in der modernen
Heimvorteil genutzt und ist Landesmeister im nem Jura-Studium zum Endspurt Welt aufzubauen und zugleich ihre
Klettern geworden. SPORT AM MONTAG an. In einigen Monaten möchte er Kultur zu bewahren. Jedes Jahr be-
dann der erste Rechtsanwalt sei- sucht Carlo von Opel Namibia und
nes Stamms sein. informiert sich über die aktuelle Si-
SO ER R EI CH E N SI E UN S tuation seiner Schützlinge. Denn
FRANKENTHALER ZEITUNG Auf dem Hofgut Petersau wird die mittels Stipendien unterstützen er
Verlag und Geschäftsstelle Entwicklung des inzwischen 26 Jah- und sein Vereine mehrere Busch-
Amtsstraße 5-11 männer beim Studium.
67059 Ludwigshafen Mate Bornface war einer der ers-
Telefon: 0621 590201 ANZEIGE ten, der in den Genuss der Franken-
Fax: 0621 5902240 thaler Unterstützung kam und ist
E-Mail: rhplud@rheinpfalz.de
seinem Förderer noch heute dank- Mate Bornface als stolzer Absolvent ... FOTOS (2): PRIVAT ... und als UNO-Delegierter.
Abonnement-Service bar. „In Bezug auf die Entwicklung
Telefon: 0621 68557094 der San kann ich auch Gutes berich- absolviert und hat auch schon den auch immer noch gerne an seine San-Rechtsanwalt sein und werde
Fax: 0621 68557097 ten“, informierte Bornface per ersten Abschluss in der Tasche. Frankenthal-Reise vor vier Jahren. alles dafür tun, dass sich meine Leu-
E-Mail: aboservice@rheinpfalz.de E-Mail aus Namibia. „Unterstützer Bornface arbeitet derzeit in der „Die Gastfreundlichkeit, die ich da- te in rechtlichen Dingen keine Sor-
Die schmerzhafte Schulter wie Carlo von Opel haben es mög- Hauptstadt Windhoek und küm- mals erfahren habe, ist für mich gen mehr machen müssen.“ Er kön-
Privatanzeigen lich gemacht, dass inzwischen meh- mert sich unter anderem um Men- auch heute noch unglaublich.“ Er ne sich damit einen „Lebenstraum“
Telefon: 0621 68557098 Ursachen und Behandlungs-
Fax: 0621 68557099 möglichkeiten rere San studieren und wir so bes- schenrechte und internationale Be- habe seiner Familie und seinen erfüllen. „Und dafür werde ich Car-
E-Mail: privatanzeigen@rheinpfalz.de Prof. Dr. med. Markus Loew ser für die Rechte unserer Stämme ziehungen. Kürzlich reiste Bornface Freunden viel von seinen Erlebnis- lo von Opel und seinem Verein im-
Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie, kämpfen und etwas erreichen kön- sogar nach Genf, um als Delegierter sen erzählt – schließlich war er der mer dankbar sein. Denn hier vor
Rheumatologie und Sportmedizin
Geschäftsanzeigen nen. Ich bin sicher, dass wir die San an einer Konferenz der Vereinten erste seines Stammes, der nach Ort hätte ich keine Unterstützung
Telefon: 0621 68557267 Wiederholungstermin!
bald ganz regulär in die nationale Nationen (UNO) teilzunehmen. Europa reiste. „Für uns war das bekommen, und ohne finanzielle
Fax: 0621 68557268 Donnerstag, 16. Sept. 2010, 19 Uhr Wirtschaft integriert haben.“ Trotz seines ersten Abschlusses wie ein Traum, der in Erfüllung Zuschüsse hätte ich nie und nim-
E-Mail: geschaeftsanzeigen@rheinpfalz.de im Weinstraßencenter Mate Bornface stellt dabei auch und der derzeitigen Arbeitsstelle ging.“ mer studieren können.“
Turnstraße 7 – 11, Grünstadt
klar, dass er seinen Weg zum Jura- will der 26-Jährige weiter studie- Der 26-Jährige war vor vier Jah-
Lokalredaktion Eintritt frei! INFO
Glockengasse 12 Platzreservierung unter 06359 - 809-201 erforderlich! Studium ohne finanzielle Förde- ren. Er möchte auch das Postgradu- ren auch der einzige seines Stam-
67227 Frankenthal rung nicht hätte schaffen können: ierten-Studium meistern, um als mes, der lesen und schreiben konn- Der Verein „Unternehmen Buschmän-
Telefon: 06233 315121 „Ohne dieses Geld wäre das für Staatsanwalt oder Rechtsanwalt zu te. Wenn sein Studium im nächs- ner“ fährt vom 15. März bis 3. April
Fax: 06233 315130 Westring 55 · 67269 Grünstadt
mich ganz einfach unmöglich gewe- arbeiten. „Nächstes Jahr möchte ten Jahr beendet ist, nimmt Mate 2011 nach Namibia. Wer mitfahren
E-Mail: redfra@rheinpfalz.de www.krankenhausgruenstadt.de
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sen.“ So aber hat der 26-Jährige ei- ich dann wirklich fertig sein.“ Bornface erneut eine Sonderstel- möchte, meldet sich beim Hofgut Pe-
nen Großteil seines Jura-Studiums Mate Bornface erinnert sich lung ein. „Ich werde dann der erste tersau, Telefon 06239 7026.