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22.01.

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Körperliche und psychische Erkrankungen im Kindesalter / Gesundheitsförderung (U2 zu Gesundheit und


Krankheit) -20172

Dozentin: Anja Voss


Referentinnen: Geraldine Warmuth, Liliane Andreade, Sophie

Konzeptvorstellung der Guten gesunden Kita


Voss, Anja/Viernickel, Susanne (2016): Gute Gesunde Kita-Bildung und Gesundheit in Kindertageseinrichtungen,
Weimar: Verlag das netz GmbH

Kapitel 2 Gesundheit in Tageseinrichtungen für Kinder


(vgl. Voss/Viernickel 2016, S.17f.)

1. Gesundheitsverständnis
Um Bildungsqualität und Gesundheitsförderung zusammenzuführen, wird eine salutogenetische
Sichtweise zugrunde gelegt.

„Gesundheit und Krankheit werden nicht als starre Strukturen bzw. Zustände verstanden, sondern
aus salutogener Perspektive als Kontinuum, auf welchem sich die Beteiligten in Richtung Krankheit
oder Gesundheit bewegen.“ (Antonovsky, 1997)

Drei Komponente des Kohärenzgefühls


• Einem Gefühl der Verstehbarkeit der eigenen Person und der Umwelt
• Einem Gefühl der Handhabbarkeit und Bewältigbarkeit
• Einem Gefühl der Bedeutsamkeit und Sinnhaftigkeit

Innere Anforderungen Äußere Anforderung

Gesundheit als • Wohnbedingungen


• Veranlagung •Ökologisches Umfeld
gelungene
•Körperliche Konstitution •Hygienische
Bewältigung der
•Immun-,Nerven- inneren und Verhältnisse
,Hormonsystem äußeren •Private Lebensform
•Persönlichkeitsstruktur Anforderungen •Arbeitsbedingungen
•Temperament •Soziale Eimbindung
•Belastbarkeit •Bildungsangebote
•Sozioökonomische Lage

Abb. 1: Gesundheit als gelungene Bewältigung von inneren und äußeren Anforderungen, in
Anlehnung an Hurrelmann & Richter 2013, S. 143
2. Zum Verhältnis von Belastung und Beanspruchung

Das Modell beschreibt die äußeren Bedingungen und Anforderungen im Arbeitssystem, welche auf
den physiologischen und/oder psychologischen Zustand einer Person einwirken. Der Umgang mit
Beanspruchung hängt von den individuellen Ressourcen, Fähigkeiten und Fertigkeiten eines
Individuums ab.
Umwelt des Individuums Verhalten und Erleben des Psychophysische Merkmale
Individuums
(Bewältigungsverhalten, des Individuums

Externe Anforderungen emotionales Verhalten, Interne Anforderungen


Gesundheitsverhalten,
Externe Ressourcen Bedürfnisbefriedigung, Interne Ressourcen
Lebenszufriedenheit)

Gesundheit des
Individuums

Abb.2: Bedingungsmodell für Gesundheit des Individuums, Blümel 2010

Kapitel 2 Belastungen und gesundheitliche Beanspruchungen von Kindern, pädagogischen


Fachkräften und Eltern
(vgl. Voss/Viernickel 2016, S.21f.)

1. Kinder in Kindertageseinrichtungen

Chancenungleichheiten fallen unter Belastungen wie:

• Niedriges Einkommen
• Arbeitslosigkeit
• Hohe Kinderzahl
• Soziale Isolation
• Schwieriges Wohnumfeld
Dies kann zu Beeinflussungen in der sozial, psychisch und körperlichen Entwicklung führen.
Auffälligkeiten sind dabei: Sprache, Bewegung, Ernährung, Zahngesundheit und Verhalten.

2. Pädagogische Fach- und Leitungskräfte

Pädagogische Fach und Leitungskräfte sind eine stark belastete Berufsgruppe. Die Beschwerden
liegen dabei in:

• Kreuz- und Rückenschmerzen, Nacken- und Schulterschmerzen, Grübelei, innere Unruhe,


Leichte Ermüdbarkeit, Mattigkeit und übermäßiges Schlafbedürfnis.
Ursache:

• wenig Zeit, sowie räumliche, finanzielle und personelle Ausstattungsmöglichkeiten, keine


festen Pausenzeiten, fehlende Einrichtungsbesprechungen oder Supervisionsangebote.
Ressourcen:

• Ein hoher Handlungsspielraum, gutes Teamklima, viel Bewegung bei der Arbeit,
Unterstützung von Weiterbildung, Partizipationsmöglichkeiten, Kommunikation und
Unterstützung durch Kollegen/innen, Zeitlich und inhaltliche Freiheitsgrade, einem Hohen
Grad an Verantwortung und Anerkennung.

3. Eltern/Familie

Eltern beeinflussen die Bildungsmotivation und -chancen der Kinder langfristig. (vgl. Autorengruppe
Bildungsberichterstattung 2012, S. 48) Sie treffen bedeutsame Bildungsentscheidungen zu
Bildungsangeboten. Es wird von einem Wechselverhältnis zwischen der Bildungswelt Familie und
Kindertageseinrichtung ausgegangen.

Kapitel 2 Der Bildungsbereich Gesundheit


(vgl. Voss/Viernickel 2016, S.24f.)

Der Bildungsbereich Körper, Bewegung, Gesundheit ist in den 16 Bundesländern verankert.


Schwerpunkt bei den Kitas ist jedoch häufig der körperliche Aspekt und weniger die psychischen und
sozialen Ressourcen. Diese Erkenntnisse stimmen nicht mit dem erneuerten Gesundheitsbegriff und
seiner salutogenetischen Sichtweise überein. (vgl. Antonovsky,1997)

Kapitel 2 Stellenwert der Gesundheit sowie Prävention und Gesundheitsförderung in


Tageseinrichtungen für Kinder
(vgl. Voss/Viernickel 2016, S.25f.)

Zwei Zugänge können durch Kindertageseinrichtungen ermöglicht werden:

• Familien und ihre Kinder können frühzeitig erreicht werden, besonders für
niederschwellige Zielgruppen

• Tageseinrichtungen können durch gute Vernetzungen gesundheitsrelevante


Lebensbedingungen modifizieren. Soziale Randständigkeit können durch teilweise
aufgefangen werden
Präventive Maßnahmen: Frühe Hilfen

Kapitel 2 Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz


(vgl. Voss/Viernickel 2016, S.27f.)

• Im Tarifvertrag wurde eine jährliche Gefährdungsbeurteilung formuliert


• Zu gleichen Teilen auf Vorschlag des Arbeitgebers und des Betriebs- bzw. Personalrats
zusammengesetzt
• Kommission kann basierend auf Gesundheitszirkeln gesundheitsfördernde Maßnahmen
beschließen

Kapitel 2 Wechselbeziehung zwischen Gesundheit und Bildungsqualität in


Kindertageseinrichtungen: Die gute gesunde Kita
(vgl. Voss/Viernickel 2016, S.28f.)

Der Bildungsstand hat einen großen Einfluss auf das Gesundheitswissen und – verhalten, sowie auf
gesundheitsbezogene Kompetenzen und Einstellung. (vgl. Lampert, Kroll, von der Lippe, Müters &
Stolzenberg 2013) Gesundheit ist nicht nur das Ergebnis eines gelungenen Bildungsprozesses sondern
auch Vorrausetzung für Bildungsprozesse. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zeigt
auf, dass gesunde Kinder deutlich bessere Lernvorraussetzungen haben.