Sie sind auf Seite 1von 3

Pickup etwas für psychisch kranke Menschen?

Ein PUA, PickUp Artist, ist ein Mensch der sich selbst als Verführer bezeichnet. Es geht
darum Frauen zu manipulieren. Ein Mann will damit seine sozialen Fähigkeiten verbessern,
oder er will möglichst viele Frauen, die am besten heißer sind wie er selbst.

Die PU Szene wurde vor einiger Zeit von Ross Jeffries gegründet, ein PU Gurus aus der US.
Aber erst als Neil Strauss, damals Reporter der New York Times, den Auftrag erhält die PU
Szene zu recherchieren, wird diese schlagartig weltbekannt.

Neil, der im PU eine Möglichkeit sieht seine Komplexe und psychischen Krankheiten, die
durch seine Kindheit verursacht wurden, darin aufzulösen, tritt eine Reise an. Eine Reise in
der er sich selbst verliert und wiedergeboren wird.

In seinem Weltbeststeller The Game beschreibt er detailliert die PU Community und seine
Erfolge mit Frauen. In dem Nachfolgewerk “The Truth” beschreibt er, wie er seine
psychischen Probleme, die sich einerseits durch PU besserten, andererseits durch PU
verschlechterten (Bindungsstörung, Sexsucht) verusucht in den Griff zu bekommen.

Der Groschen fällt bei Neil, als ihn seine Liebe des Lebens verlässt, nachdem er sie mit der
Freundin betrogen hat. Es folgt ein Aufenthalt in der Psychiatrie. Die Psychiater
bescheinigen ihm psychisch schwer gestört zu sein. Er erzählt von seiner Kindheit und muss
weinen.

Doch ganz überzeugt ist Neil Strauss nicht. “Vielleicht bin ich so?” “Ich bin ein Mann und wir
mögen nunmal Sex”. Er beginnt sich mit der Polygamie zu befassen. Hier gibt es
Beziehungen mit mehreren Partnern. Doch auch das gefällt ihm nicht.

Am Ende versöhnt er sich mit Ingrid, seiner großen Liebe, und sie heiraten.

Neil Strauss geht wenig darauf ein, ob er alle oder die meisten PUAler für psychisch krank
hält. Lediglich seinen Freund und ehemaligen Mentor Mystery (Autor der Mysterymethode)
attestiert er eine psychische Krankheit, ua eine schwere Depression. Mystery wurde auch in
die Psychiatrie eingewiesen.

Das Bedenkliche im PU

Gerade Menschen mit geringem Selbstwert (LSE) zieht es zum PU, sie wollen durch Frauen
ihre innere Leere füllen. Da also ein Leidensdruck besteht, und sie die Lösung im PU sehen,
werden die PU Gurus vergöttert und unreflektiert kopiert. Wenn man etwas schlechtes über
PU oder den Lieblings PU Guru sagt, werden sie Leute schnell beleidigt, aggressiv.

Es ist in etwa so, wie man es bei allen anderen Religionen kennt.

Doch ist das alles schon bedenklich? Selbst wenn die meisten PUAler zuvor schon
psychisch Krank waren, dient nicht das PU dazu, diese Krankheit aufzuarbeiten? Oder
werden diese noch kranker? Wird ev sogar ein Gesunder Mensch psychisch krank?

Bedenklich finde ich es, dass die Ideen eines kranken, der sich dieser Krankheit wohl nicht
bewusst ist, wie Mystery oder Neil damals, in den Büchern wiederfinden. Liest diese
Gedanken jemand, übertragen sie sich. Das ist in etwa so, wie wenn du mit einem
Depressiven Menschen rumhängst, und dann irgendwann auch depressiv wirst. Dazu
braucht man nur Schopenhauer lesen.

Hier ein Review, von einem Kunden des Buches the Game:

Pickup kann psychische Krankheiten aber auch heilen

Neil Strauss scheint durch PU gesund geworden zu sein,, Mystery scheint noch immer mit
den alten Problem zu kämpfen. Zentral dafür, ob PU gesund oder krank macht, ist, wie
selbstreflektiert man ist. Selbstreflektierte Menschen erkennen schneller, was ihnen gut tut,
und was ihnen schadet.

Sinnvoll kann es in diesem Kontext sein, parallel zum PU auch zum Therapeuten zu gehen,
dieser hilft unreflektierte Menschen beim Reflektieren.

Freilich ist das nicht für jeden Notwendig. Wenn man aber merkt, dass man die PU Inhalte
zu sehr aufsaugt, sich darin verliert, zum sozialen Roboter mutiert, sollten die Alarmglocken
läuten.

Was mir PickUp gebracht hat

Als es mich damals zum PU zog, war meine Psyche stark im Eimer. Ich hatte eine schwere
Sozialphobie, wurde in der Schule pausenlos gemobbed, habe oft geweint, und dachte mein
Leben hat keinen Sinn.

Ich brauche nicht erwähnen, dass ich The Game aufgesaugt habe. Ich konnte mich mit Neil
identifizieren und dachte mir, wenn der das kann, kann ich es auch. Ich bin mit 16 in weit
entfernte Lairs gefahren und habe mir Seitenweise Notizen gemacht. Ein kritisches
Hinterfragen wäre zu diesem Zeitpunkt kaum möglich gewesen.

Natürlich ließen die Erfolge nicht auf sich warten. Jedoch bin ich kurz darauf, oder zuvor, auf
Eckhart Tolle “Jetzt die Kraft der Gegenwart” gestoßen. Dieses Buch hat mir viel mehr
geholfen, auch wenn ich erst einige Zeit später so in das Jetzt eintauchen konnte, wie es
Tolle beschreibt.

Am Ende konnte ich sowohl mit klassischen PU, als auch der Meditation, sehr gute Erfolge
verzeichnen. Therapeuten halfen mir gar nicht.

Ich sehe also durchaus Vorteile im PU, aber weniger in den speziellen Techniken, mehr im
Bereich der Motivation etwas an sich zu verändern. Man findet im PU Menschen die
schwere Krankheiten aufgearbeitet haben. “Wenn der das kann, dann kann ich es auch” Ist
ein toller Motivator. Manche PUAler propagieren Ziele zu erreichen, zu Reflektieren, sich mit
den eigenen Werten zu befassen, echtes Selbstvertrauen aufzubauen.

Aber die meisten, fast alle, sind krankhaft darauf fixiert, die hübschesten Mädels, könnte es
was es wolle, zu verführen.

Vor dem Clubesuch wird ausgemacht wer heute der “Alpha” ist, also wer die Gruppe anführt.
Es werden schöne Frauen mit in den Club genommen, um sich sozial aufzuwerten. Es
werden DHV Storys erdacht, um einen hohen Wert zu suggerieren. Die Frau wird beleidigt,
um den Bitch Shield zu destroyen.

Und später im Forum wird dann berichtet, wie man einen FC (Fuck Close) nach dem
anderen mit einem HB8 (Hot Babe auf der Skala 1-10) geschoben hat. Wie die
Persönlichkeit der Frau ist, ist egal. Hübsch muss sie sein.

PickUp macht hochgradig manipulativ

Alle, wirklich alle! manipulieren ab und zu. Es heißt ja, zum ersten Date gehen 2 Lügner.
Aber es gibt einen unterschied zwischen leichter Manipulation, und starker. Wenn ich mir
Geschichten ausdenke, was ich nicht alles erlebt habe, es aber nicht stimmt, ist das eine
starke Manipulation.

Oder wenn ich eine Frau mitnehme, nur um besser dazustehen. Usw Usw.

Es erinnert mich an die besten Verkäufer. Das sind die, die Menschen am besten
manipulieren können.

In der Vergangenheit haben diese Menschen meiner Mutter, die nicht soviel Geld hatte, imer
dazu genötigt, noch eine Versicherung zu kaufen. Bis sie immer mehr und mehr Schulden
hatte. Deshalb habe ich eine Aversion gegen zu manipulative Menschen. Hätte ich diese
nicht, wäre ich wohl auch so einer geworden.

Ich will PU nicht verteufeln, aber es macht mehr Sinn, dass man ganzheitlich arbeitet und
kritisch bleibt.

Ich arbeite gerade an einem Ansatz um den echten Selbstwert zu steigern, sowie an
Techniken um Ängste zu bekämpfen. Mein Ziel wäre es, einen Ansatz, sozusagen ein
“gesundes PU” zu entwickeln.

Da ich selbst sehr viel Erfahrung mit Psychisch kranken habe, hochgradig Logisch und
Analytisch denken kann (volle Punktzahl beim IQ Test), denke ich, dass ich dieses hoch
gesteckte Ziel erreichen kann.