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ICS 17.040.

30 VDI/VDE-RICHTLINIEN Juli 2009

VEREIN
DEUTSCHER Genauigkeit von Koordinatenmessgeräten VDI/VDE 2617
INGENIEURE Kenngrößen und deren Prüfung Blatt 11
VERBAND DER Ermittlung der Unsicherheit von Messungen auf
ELEKTROTECHNIK Koordinatenmessgeräten durch
ELEKTRONIK Entwurf
INFORMATIONSTECHNIK Messunsicherheitsbilanzen

Accuracy of coordinate measuring machines – Einsprüche bis 2009-12-31


Characteristics and their checking – Determination • vorzugsweise in Tabellenform als Datei per E-Mail an
of the uncertainty of measurement for coordinate gma@vdi.de
measuring machines using uncertainty budgets Die Vorlage dieser Tabelle kann abgerufen werden unter
http://www.vdi-richtlinien.de/einsprueche
• in Papierform an
VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik,
Fachbereich Fertigungsmesstechnik
Postfach 10 11 39
40002 Düsseldorf
Zu beziehen durch Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin – Alle Rechte vorbehalten © Verein Deutscher Ingenieure e.V., Düsseldorf 2009

Inhalt Seite

Vervielfältigung – auch für innerbetriebliche Zwecke – nicht gestattet


Vorbemerkung .................................................................................................2
Einleitung.........................................................................................................2
1 Anwendungsbereich ................................................................................2
2 Formelzeichen...........................................................................................3
3 Rechnerische Ermittlung der Messunsicherheit ....................................3
3.1 Einleitung...........................................................................................3
3.2 Messunsicherheitsbilanz ....................................................................4
3.3 Voraussetzungen und Grenzen des Verfahrens..................................6
4 Einflussgrößen bei Koordinatenmessungen..........................................6
4.1 Allgemeines .......................................................................................6
4.2 Werkstückoberfläche .........................................................................7
4.3 Taster und Tastersysteme...................................................................8
4.4 Geometrieabweichungen....................................................................8
4.5 Temperatur.........................................................................................9
Anhang A Faktoren für die Formelementeparameter.............................10
Anhang B Geometrieabweichungen von KMG .....................................12
Anhang C Beispiele ...............................................................................15
Schrifttum ......................................................................................................21

VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA)


Fachbereich Fertigungsmesstechnik

VDI/VDE-Handbuch Mess- und Automatisierungstechnik, Band 2: Fertigungstechnisches Messen


VDI-Handbuch Betriebstechnik, Teil 3: Betriebsmittel
VDI/VDE-Handbuch Mikro- und Feinwerktechnik
–2– VDI/VDE 2617 Blatt 11 Entwurf Alle Rechte vorbehalten © Verein Deutscher Ingenieure e.V., Düsseldorf 2009

Vorbemerkung Blatt 8 Prüfprozesseignung von Messungen mit


Der Inhalt dieser Richtlinie ist entstanden unter Koordinatenmessgeräten
Beachtung der Vorgaben und Empfehlungen der Blatt 9 Annahme und Bestätigungsprüfung von
Richtlinie VDI 1000. Gelenkarm-Koordinatenmessgeräte
Alle Rechte, insbesondere die des Nachdrucks, Blatt 10 Annahme- und Bestätigungsprüfung
der Fotokopie, der elektronischen Verwendung von Lasertracker
und der Übersetzung, jeweils auszugsweise oder Blatt 11 Ermittlung der Unsicherheit von Mes-
vollständig, sind vorbehalten. sungen auf Koordinatenmessgeräten
Die Nutzung dieser VDI-Richtlinie ist unter Wah- durch Messunsicherheitsbilanzen
rung des Urheberrechts und unter Beachtung der
Blatt 12.1 Annahme- und Bestätigungsprüfungen
Lizenzbedingungen (www.vdi-richtlinien.de), die
für Koordinatenmessgeräte zum taktilen
in den VDI-Merkblättern geregelt sind, möglich.
Messen von Mikrogeometrien
Allen, die ehrenamtlich an der Erarbeitung dieser
VDI-Richtlinie mitgewirkt haben, sei gedankt. Blatt 13 Leitfaden zur Anwendung von DIN EN
ISO 10360 für Koordinatenmessgeräte
mit CT-Sensoren
Einleitung
Anmerkung: Im Rahmen der Richtlinienreihe VDI/
In der Richtlinie VDI/VDE 2617 sind Kenngrößen VDE 2617 sind mehrere Blätter verfügbar, weitere sind in
für die Genauigkeit von Koordinatenmessgeräten Arbeit. Die einzelnen Blätter der Richtlinie gliedern sich in
eine Ordnungsstruktur ein. Eine Liste der aktuell verfügbaren
(KMG) festgelegt und Verfahren zu ihrer Prüfung
sowie geplanten Blätter dieser Richtlinie sowie deren Struk-
beschrieben. Die Richtlinie besteht zurzeit aus turierung sind im Internet unter www.vdi-richtlinien.de/2617
folgenden Blättern: abrufbar.

Blatt 2.1 Leitfaden zur Anwendung von DIN EN Die Norm DIN EN ISO 10360-1 enthält Begriffe
ISO 10360-2 zur Prüfung von Längen- für die Annahme- und die Bestätigungsprüfung
maßen von Koordinatenmessgeräten. Die Beurteilung der
Blatt 2.2 Formmessung Leistungsfähigkeit von Koordinatenmessgeräten
ist in DIN EN ISO 10360-2 beschrieben. Die dort
Blatt 2.3 Annahme- und Bestätigungsprüfung angegebenen Prüfverfahren eignen sich jedoch
von Koordinatenmessgeräten großer nicht zur Beurteilung der aufgabenspezifischen
Bauart Messunsicherheit von Messungen beliebiger
Blatt 3 Komponenten der Messabweichung des Prüfmerkmale. Dazu sind in Blatt 7 und Blatt 8
Gerätes dieser Richtlinie zwei Verfahren beschrieben. In
Blatt 4 Leitfaden zur Anwendung von DIN EN dieser Richtlinie wird auf Grundlage von DIN
ISO 10360-3 für Koordinatenmessgerä- EN V 13005 (GUM) sowie DIN 1319-4 eine al-
te mit zusätzlichen Drehachsen ternative Vorgehensweise angegeben. Dabei wer-
den die mathematischen Modelle der Messaufga-
Blatt 5 Überwachung durch Prüfkörper ben aufgestellt und entsprechend der Methode B
Blatt 5.1 Überwachung mit Kugelplatten des GUM die Unsicherheitsbeiträge der einzelnen
Blatt 6 Koordinatenmessgeräte mit optischer Einflussgrößen aus bekannten Informationen be-
Antastung; Grundlagen stimmt.
Blatt 6.1 Koordinatenmessgeräte mit optischer Das Verfahren folgt einem analytischen (rechneri-
Antastung; Leitfaden zur Anwendung schen) Ansatz, bei dem man mit relativ geringem
von DIN EN ISO 10360 für Koordina- Aufwand im Regelfall eine Überschätzung der
tenmessgeräte mit optischen Sensoren Messunsicherheit erreicht, während für eine bes-
für laterale Strukturen sere Abschätzung ein höherer Aufwand erforder-
lich sein kann. Ob das notwendig ist, kann z. B.
Blatt 6.2 Leitfaden zur Anwendung von DIN EN anhand des Verhältnisses der Messunsicherheit
ISO 10360 für Koordinatenmessgeräte zur Toleranz nach VDI/VDE 2617 Blatt 8 (Prüf-
mit optischen Abstandssensoren prozesseignung) entschieden werden.
Blatt 6.3 Koordinatenmessgeräte mit Multisenso-
rik 1 Anwendungsbereich
Blatt 7 Ermittlung der Unsicherheit von Mes- Diese Richtlinie beschreibt eine mögliche Vorge-
sungen auf Koordinatenmessgeräten hensweise zur Bestimmung der aufgabenspezifi-
durch Simulation schen Messunsicherheit von Koordinatenmessun-
Alle Rechte vorbehalten © Verein Deutscher Ingenieure e.V., Düsseldorf 2009 Entwurf VDI/VDE 2617 Blatt 11 –3–

gen. Damit lassen sich Messunsicherheiten bei der ci Sensitivitätskoeffizient; partielle Ableitung
Prüfung von Werkstücken in der betrieblichen ci = δY/δXi der Messgröße Y nach der Ein-
Praxis bestimmen, um sie nach DIN EN flussgröße Xi für deren Schätzwerte xi
ISO 14253-1 bei der Feststellung der Überein- D Durchmesser
stimmung oder Nicht-Übereinstimmung mit der
Spezifikation zu berücksichtigen, oder um die δt Temperaturabweichung
Prüfprozesseignung zu beurteilen. ΔLT temperaturbedingte Längenmessabwei-
Das beschriebene Verfahren kann überall dort chung
angewendet werden, wo sich die Verfahren nach K Konstante im Nenner des längenabhängigen
VDI/VDE 2617 Blatt 7 bzw. Blatt 8 wegen mög- Anteils L/K des Grenzwerts der Längen-
licherweise fehlender Voraussetzungen (Simula- messabweichung MPEE = (A + L/K) eines
tionssoftware bzw. kalibriertes Werkstück) nicht KMG
anwenden lassen. k Erweiterungsfaktor zur Berechnung der
Außerdem lässt sich das Verfahren einsetzen, um erweiterten Messunsicherheit U der Mess-
die Beiträge einzelner Einflussgrößen zu bestim- größe Y aus ihrer Standardunsicherheit u(y)
men. Solche Kenntnisse werden z. B. benötigt, um l Schenkellänge im gleichschenkligen und
die Messstrategie hinsichtlich der Anzahl und rechtwinkligen Dreieck
Anordnung der Messpunkte zu optimieren. L Nennwert der Messlänge
Das Verfahren ist für alle Messgrößen anwendbar, m Anzahl der Messungen an Werkstücken
für die im Sinne von DIN EN V 13005 (GUM)
der Mittelwert der beste Schätzwert ist. Das sind N Anzahl der Einflussgrößen Xi
alle mittels Ausgleichsrechnung nach Gauß be- n Anzahl der Messpunkte am Ausgleichsele-
rechneten Ergebnisse, z. B. Längenmaße wie ment
Durchmesser oder Abstände, aber auch Winkel νeff Effektive Freiheitsgrade der Messgröße Y
sowie Ortsabweichungen wie Position, Symmetrie p Anzahl der freien Parameter des jeweiligen
und Koaxialität nach DIN EN ISO 1101. Formelements (= berechnete Ergebnis-
In einigen Fällen sind die Messgrößen als Ex- parameter), z. B.: Punkt 1, Gerade 2,
tremwerte definiert, z. B. Form, Richtung und Ebene 3, Kreis 3, Kugel 4, Zylinder 5
Lauf nach DIN EN ISO 1101. Hier können die s Standardabweichung
Unsicherheiten nur unter der Voraussetzung er-
mittelt werden, dass die örtlichen Formabwei- t Temperatur
chungen der Oberfläche bei der Messung durch U erweiterte Messunsicherheit der Messgröße
eine relativ hohe Messpunktzahl vollständig er- Y
fasst wurden. u(xi) Standardunsicherheit der Einflussgröße Xi
ui(y) Unsicherheitsbeitrag der Einflussgröße Xi
2 Formelzeichen u(y) Standardunsicherheit der Messgröße Y
A Konstanter Anteil des Grenzwerts der Län- Xi Einflussgröße, allgemein
genmessabweichung MPEE = (A + L/K)
eines KMG xi Schätzwert der Einflussgröße Xi
ai Grenzabweichung einer bekannten oder Y Messgröße, allgemein
angenommenen Wahrscheinlichkeitsdichte- y Schätzwert der Messgröße Y
verteilung
3 Rechnerische Ermittlung der Messun-
α Winkel sicherheit
αM thermischer Längenausdehnungskoeffizient 3.1 Einleitung
des Messgerätemaßstabs Die Messunsicherheit kennzeichnet die Streuung
αW thermischer Längenausdehnungskoeffizient der Messwerte, die der Messgröße vernünftiger-
des Werkstücks weise zugeordnet werden könnte [1]. Die prinzi-
bi Verteilungsfaktor der Einflussgröße Xi aus pielle Vorgehensweise und die Methoden zu ihrer
der Form der Wahrscheinlichkeitsdichtever- Ermittlung sind in DIN EN V 13005 (GUM) be-
teilung bzw. Faktor für den Formelemente- schrieben.
parameter Die wesentliche Besonderheit der Koordinaten-
messung ist die Berechnung der Messergebnisse
durch die Ausgleichsrechnung. Dabei werden aus