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Steuer-1x1 für

Studenten und
ehemalige Studenten
Steuer-1x1 Erststudium: Sie sind der klassische Student? Das bedeutet: Aufnahme
eines Studiums direkt nach dem Abitur bzw. nach der Fachhochschulreife,
für Studenten keine einkommensteuerpflichtigen Nebeneinkünfte, Ausgaben im Zusam-
menhang mit Ihrem Studium und keine Ahnung vom Steuerrecht. Wenn das
und ehemalige so ist, befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Doch dieses eBook, das Sie

Studenten
gerade in der Hand halten, macht Sie für Ihre Lebenssituation „klassischer
Student“ zum Steuerprofi. Denn obwohl Sie keine Einnahmen erzielt haben,
macht es Sinn, beim Finanzamt eine Einkommensteuererklärung einzurei-
chen. Der Lohn Ihrer Bemühungen: Die Ausgaben im Zusammenhang mit
Ihrem Studium könnten über mehrere Jahre hinweg vom Finanzamt fest-
gehalten und dann mit erstmals erzielten Einkünften steuersparend verrech-
net werden. Die Betonung liegt auf dem Wörtchen „könnten“. Denn derzeit
prüft das Bundesverfassungsgericht in mehreren Musterprozessen, ob für
Studenten im Erststudium ein solcher Verlustvortrag überhaupt möglich ist.
Doch nur wer aktiv wird, sichert sich die Chancen auf spätere Steuervorteile.

Ehemaliges Erststudium: Auch wenn Ihr Studium gut sieben Jahre her ist,
besteht noch Hoffnung für Sie, dem Finanzamt die damaligen Ausgaben
präsentieren und später steuersparend einsetzen zu können.

Zweitstudium: Absolvieren Sie ein Zweitstudium (= Studium nach einer


abgeschlossenen Lehre oder neues Studium nach Abschluss eines ersten
Studiums), haben Sie die Steuervorteile bereits in der Tasche, wenn Sie dem
Finanzamt Ihre jährlichen Kosten im Zusammenhang mit Ihrem Zweitstudium
präsentieren.

Hilfestellung: Dieses eBook ist nur der Steigbügel für Sie. Die Kür ist die
Nutzung einer Steuersoftware von Lexware wie „TAXMAN“ oder „Quick
Steuer“. Selbst Steuerlaien holen mit diesen Steuerberechnungsprogrammen
die steuerlich maximalen Steuersparmöglichkeiten heraus.
Mit diesem eBook halten Sie als Student und als ehemaliger Student also
bares Geld in der Hand.

Viel Erfolg bei Ihrer ersten


Berührung mit dem Thema Steuern

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1. Studenten & Spricht man Studenten darauf an, dass es selbst dann Sinn macht, erstmals
eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einzureichen, wenn sie
Steuererklärung: keine Einnahmen erzielt haben, winken diese meist ab. „Was kümmert mich
das Thema Steuern denn heute schon? Ich werde mich damit erst befas-
Warum das denn? sen, wenn ich ins Berufsleben starte.“

Motivationsbeispiel:
Max beginnt nach einer abgeschlossenen Lehre zum Mechatroniker ein
Maschinenbaustudium (= Zweitstudium). Das Studium dauert vier Jahre.
Während dieses Vollzeitstudiums verdient Max keinen Cent nebenbei. Die
PRAXIS – TIPP Kosten im Zusammenhang mit seinem Studium betragen pro Jahr etwa
4.000 Euro. Im ersten Jahr nach Abschluss seines Studiums erzielt Max
Eine nachvollziehbare Reaktion.
erstmals einen Arbeitslohn. Sein zu versteuerndes Einkommen als Lediger
Doch Ihre Bemühungen, als
beträgt in diesem Jahr 50.000 Euro. Max gibt für die vier Jahre seines Stu-
Student eine Steuererklärung
diums a) keine Steuererklärung oder b) jedes Jahr eine Steuererklärung mit
auszufüllen, könnten belohnt
Angabe der Ausgaben im Zusammenhang mit seinem Studium ab.
werden. Anhand eines Motivati-
onsbeispiels für einen Studenten
im Zweitstudium zeigen wir Ihnen, Variante a: Variante b:
um wie viel Geld es eigentlich Keine Steuer- Steuererklärun-
geht. erklärungen gen während
des Studiums
Zu versteuerndes Einkommen bei 50.000 Euro 50.000 Euro
Einstieg ins Berufsleben
Abzgl. Verluste im Zusammenhang 0 Euro -16.000 Euro
mit dem Studium
Zu versteuerndes Einkommen bei 50.000 Euro 34.000 Euro
Einstieg ins Berufsleben neu
Steuerbelastung (Einkommensteuer, 13.482 Euro 7.233 Euro
Solidaritätszuschlag)
Steuervorteile durch Auflistung 6.249 Euro
der Ausgaben für das Studium
Fazit: Jede der vier Steuererklärungen von Max während seines Studiums
war also 1.562,25 Euro wert. Bei nur einer Stunde Ausfüllarbeit je Steuer-
erklärung kein schlechter Stundenlohn, oder?

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2. Steuer-1x1 Beginnen Sie Ihr Studium nach dem Abitur, ohne vorher eine Lehre abge-
schlossen zu haben oder ohne schon ein Studium abgeschlossen zu haben,
für Studenten befinden Sie sich aus steuerlicher Sicht in einem Erststudium. Als Student in
einem Erststudium gelten für Sie folgende Steuerspielregeln:
im Erststudium
» 
Die Ausgaben im Zusammenhang mit einem Erststudium sind als
Sonderausgaben abziehbar.
» 
Der Sonderausgabenabzug im Zusammenhang mit einem Studium ist
auf 6.000 Euro pro Jahr beschränkt.
» 
Haben Sie keine Einkünfte, bringt Ihnen der Sonderausgabenabzug leider
herzlich wenig. Denn ohne Einkünfte fallen Sonderausgaben ungenutzt
unter den Tisch und sind für alle Zeiten verloren.
» 
Zu Studenten im Erststudium laufen vor dem Bundesverfassungsgericht
mehrere Musterprozesse. Es geht um die Frage, ob Studenten im Erst-
studium für ihre Ausgaben „vorweggenommene Werbungskosten“ statt
Sonderausgaben geltend machen dürfen.
» 
Der Vorteil von vorweggenommenen Werbungskosten im Vergleich zu den
Sonderausgaben besteht darin, dass das Finanzamt solche Werbungs-
kosten über Jahre als Verluste festhält und diese Verluste später steuer-
sparend verrechnet werden können (siehe unser Motivationsbeispiel).

Beispiel:
Sarah studiert Medizin. Aufgrund des stressigen Studienplans verdient sie
während des 6-jährigen Studiums nichts. Dafür sind die Kosten im Zusam-
menhang mit diesem Studium umso höher. Rund 4.000 Euro pro Jahr inves-
tiert Sarah in ihr Studium. Gibt Sarah während dieses Erststudiums Steuer-
erklärungen beim Finanzamt ab, gilt Folgendes:

Nach Gesetzes- Bei positivem


lage; so rechnet Ausgang der
das Finanzamt Musterprozesse
Ausgaben im Zusammen- 24.000 Euro 24.000 Euro
hang mit dem Medizin-
studium in 6 Jahren
Behandlung als Sonderausgaben Vorweggenommene
Werbungskosten
Verlustvortrag möglich Nein Ja

Steuersparende Nein Ja
Ver-rechnung mit
späteren Einkünften

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2.1 Vorgehensweise für Studenten im Erststudium
Die Vorgehensweise für Sie als Student im Rahmen eines Erststudiums hängt
davon ab, wie hoch die Ausgaben im Zusammenhang mit Ihrem Studium pro
Jahr sind, ob Sie während des Studiums Einkünfte erzielen und, wenn ja, in
PRAXIS – TIPP welcher Höhe. Denkbar sind folgende Varianten mit verschiedenen empfohle-
nen Vorgehensweisen:
Halten Sie sich je nach Situation
an die empfohlene Vorgehens- » 
Sie erzielen Einkünfte und die Ausgaben mit Ihrem Studium sind niedriger
weise, profitieren Sie von den als diese Einkünfte.
maximal möglichen Steuer- » 
Sie erzielen Einkünfte und die Ausgaben mit Ihrem Studium liegen über
vorteilen. Verstehen Sie unsere 6.000 Euro pro Jahr.
Ratschläge als steuerlichen » 
Sie erzielen keine Einkünfte und es fallen Ausgaben im Zusammenhang
Verhaltensknigge. mit Ihrem Erststudium an.

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2.2 Einkünfte während des Erststudiums und geringere Ausgaben
als 6.000 Euro
Erzielen Sie während eines Erststudiums bereits steuerpflichtige Einkünfte,
kann es sein, dass sich der Sonderausgabenabzug bereits vorteilhaft für
Sie auswirkt. Sie müssen keinen Einspruch einlegen, wenn die Ausgaben im
Zusammenhang mit dem Studium unter 6.000 Euro pro Jahr liegen.

Beispiel:
Sie sind während eines Erststudiums bereits bei einem Unternehmen
angestellt und verdienen 16.000 Euro pro Jahr. Die Ausgaben im Zusam-
menhang mit Ihrem Erststudium betragen 3.500 Euro pro Jahr. Geben Sie
eine Steuererklärung beim Finanzamt ab, wirken sich die Sonderausgaben
folgendermaßen aus:

Einnahmen aus nicht selbstständiger Tätigkeit 16.000 Euro


- Werbungskostenpauschbetrag (oder ggfs. höhere -1.000 Euro
Werbungskosten)
= Einkünfte 15.000 Euro
- Sonderausgabenabzug für Erststudium -3.500 Euro
= Zu versteuernde Einkünfte 11.500 Euro

Fazit: Hat ein Student im Erststudium Einkünfte, die höher als die
Sonderausgaben sind, und liegen die Sonderausgaben pro Jahr unter
6.000 Euro, wirken sich die Sonderausgaben maximal steuersparend aus.
Verhaltensknigge für Sie in unserem Beispielsfall: Sie müssen nur eine
Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einreichen und den Sonder-
ausgabenabzug beantragen. Mehr ist nicht notwendig.

Ausfüllhilfe für Sonderausgaben:


Die Sonderausgaben tragen Sie als Student im Erststudium im Mantelbogen
in Zeile 43 des Mantelbogens zur Einkommensteuererklärung ein.

Die einzelnen Ausgaben listen Sie dem Finanzamt in einer extra Anlage zur
Einkommensteuererklärung auf. Wenn Sie Rückfragen des Finanzamts ver-
meiden möchten, fügen Sie dieser Anlage die Rechnungen über Ausgaben
bei, falls vorhanden.

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2.3 Einkünfte während des Erststudiums und höhere Ausgaben
als 6.000 Euro
Haben Sie als Student einkommensteuerpflichtige Nebeneinkünfte und die
Ausgaben für Ihr Studium betragen pro Jahr mehr als 6.000 Euro pro Jahr,
würden die über 6.000 Euro liegenden Studienkosten steuerlich ungenutzt
unter den Tisch fallen. Deshalb sollten Sie bei Abgabe Ihrer Einkommen-
steuererklärung wahlweise den Abzug der Studienkosten als vorweg-
genommene Werbungskosten beantragen.

Beispiel:
Sie studieren im Rahmen eines Erststudiums Modedesign. Da Sie einige
Semester im Ausland studieren, entstehen Ihnen pro Jahr Ausgaben in
Höhe von 9.000 Euro. Aus dem Verkauf selbst geschneiderter Kleidung
erzielen Sie 18.000 Euro

Einnahmen aus nicht selbstständiger Tätigkeit 18.000 Euro


- Sonderausgabenabzug für Erststudium - 6.000 Euro
= Zu versteuernde Einkünfte 12.000 Euro

Fazit: Da der Sonderausgabenabzug auf maximal 6.000 Euro pro Jahr


beschränkt ist, wirken sich 3.000 Euro der Ausgaben im Zusammenhang
mit dem Studium nicht steuermindernd aus.

Ausfüllhilfe zu den angefallenen Studienkosten


Um zum Ausdruck zu bringen, dass Sie mit dem Sonderausgabenabzug
von 6.000 Euro pro Jahr nicht einverstanden sind, beantragen Sie in Anla-
ge N zur Einkommensteuererklärung in Zeile 44 für die Studienkosten den
Abzug „vorweggenommener Werbungskosten“.

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Listen Sie in einer Anlage zur Einkommensteuererklärung die einzelnen Aus-
gaben auf und fügen Sie die Rechnung bei, falls vorhanden. Zusätzlich soll-
ten Sie die Beantragung von Werbungskosten folgendermaßen begründen:

Musterformulierung zur Beantragung der vorweggenommenen


Werbungskosten

Sehr geehrte Damen und Herren,


hiermit beantrage ich für meine Ausgaben im Zusammenhang mit meinem
Erststudium den Abzug als vorweggenommene Werbungskosten in voller
Höhe. Ich beziehe mich auf die Revisionsverfahren beim Bundesverfassungs-
gericht in dieser Angelegenheit (u.a. BVerfG, Az. 2 BvL 23/14 und Az. 2 BvL
24/15).

So reagiert das Finanzamt auf Ihren Antrag


Der Sachbearbeiter im Finanzamt wird Ihren Antrag auf Abzug der Ausgaben
für Ihr Erststudium als vorweggenommene Werbungskosten ablehnen. Das
hat folgende steuerliche Konsequenzen:

» 
Der Sachbearbeiter wird die Studienkosten für ein Erststudium als Son-
derausgaben beschränkt auf 6.000 Euro pro Jahr zum Abzug zulassen.
PRAXIS – TIPP » 
Der Steuerbescheid wird hinsichtlich der Musterprozesse beim Bundes-
verfassungsgericht zu dieser Thematik nach § 165 AO vorläufig erlassen.
Für Sie bedeutet das: Sie müssen » 
Die Vorläufigkeit nach § 165 AO bedeutet, dass der Steuerbescheid zu
keinen Einspruch einlegen, Ihren Gunsten geändert wird, sollten die Karlsruher Verfassungsrichter
sondern können entspannt auf entscheiden, dass die Ausgaben im Zusammenhang mit einem Erst-
den Richterspruch warten. studium als vorweggenommene Werbungskosten abziehbar sind.

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2.4 Sie erzielen während des Erststudiums keine Einnahmen,
haben aber Ausgaben
Konzentrieren Sie sich wie viele Studenten nur auf Ihr Studium und erzielen
keine Einnahmen, bedeutet der Sonderausgabenabzug, dass die gesamten
Ausgaben im Zusammenhang mit Ihrem Erststudium steuerlich ungenutzt
verpuffen. Auch in diesem Fall lohnt sich die Beantragung vorweggenom-
mener Werbungskosten, um Ihre steuerlichen Chancen zu wahren.

Beispiel:
Sie studieren im Rahmen eines Erststudiums Jura. Während des Studiums
erzielen Sie keine Einnahmen, haben dafür aber pro Jahr Ausgaben in
Höhe von rund 2.500 Euro im Zusammenhang mit Ihrem Studium.

Einnahmen während des Jurastudiums 0 Euro


- Sonderausgaben im Zusammenhang mit dem Stu- 0 Euro
dium 2.500 Euro, davon abziehbar
= Zu versteuerndes Einkommen 0 Euro
Verlustvortrag im Zusammenhang mit den Ausga- 0 Euro
ben für das Erststudium
Fazit: Ohne Einnahmen bringt Studenten ein Sonderausgabenabzug
steuerlich rein gar nichts.

Ausfüllhilfe zu den angefallenen Studienkosten


Dass die kompletten Ausgaben im Zusammenhang mit Ihrem Erststudium
ohne Einkünfte nicht abziehbar sind, sollten Sie nicht hinnehmen. Bean-
tragen Sie vorweggenommene Werbungskosten in Anlage N zur Einkom-
mensteuererklärung in Zeile 44 und die Feststellung eines vortragsfähigen
Verlustes.

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Präsentieren Sie dem Finanzamt in einer Anlage zur Einkommensteuer-
erklärung die einzelnen Ausgaben und fügen Sie die Rechnungen bei, falls
vorhanden. Zusätzlich sollten Sie die Beantragung von Werbungskosten
und die Verlustfeststellung folgendermaßen begründen:

Musterformulierung zur Beantragung der vorweggenommenen


Werbungskosten

Sehr geehrte Damen und Herren,


hiermit beantrage ich für meine Ausgaben im Zusammenhang mit meinem
Erststudium den Abzug als vorweggenommene Werbungskosten in voller
Höhe. Ich beziehe mich auf die Revisionsverfahren beim Bundesverfas-
sungsgericht in dieser Angelegenheit (u.a. BVerfG, Az. 2 BvL 23/14 und Az.
2 BvL 24/15). Bitte stellen Sie diese vortragsfähigen Verluste in einem extra
Verlustfeststellungsbescheid fest.

So reagiert das Finanzamt auf Ihre Anträge


Der Sachbearbeiter im Finanzamt wird in der Praxis auf die Anträge zum
Abzug von vorweggenommenen Werbungskosten und zur Verlustfeststel-
lung folgendermaßen reagieren:

» 
Er wird beiden Anträgen nicht stattgeben, weil im Rahmen des
Erststudiums nach den Buchstaben des Gesetzes nur ein Sonder-
ausgabenabzug möglich ist.
» 
Der Sachbearbeiter wird Ihnen einen Brief zuschicken und den Erlass
eines Steuerbescheids mit 0 Euro und die Verlustfeststellung ablehnen.
» 
Da es sich bei den Ablehnungen um einen Verwaltungsakt handelt,
können Sie Einspruch einlegen. Als Begründung verweisen Sie auf die
Begründung, die Sie bereits mit der Steuererklärung eingereicht haben.
» 
Beantragen Sie zusätzlich ein Ruhen des Einspruchsverfahrens bis
zum Ergehen des Urteils durch das Bundesverfassungsgericht in dieser
Angelegenheit.

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3. Ausgaben im Handelt es sich bei Ihrem Studium um ein Zweitstudium, sind die Ausgaben
im Zusammenhang mit diesem Studium nicht als Sonderausgaben, sondern

Zusammenhang stets als vorweggenommene Werbungskosten abziehbar (siehe unser


Motivationsbeispiel in Textziffer 1).
mit einem Von einem Zweitstudium geht das Finanzamt aus, wenn Sie vor dem
Studium bereits eine Lehre abgeschlossen haben oder bereits ein anderes
Zweitstudium Studium erfolgreich absolviert haben.
Zum 1.1.2015 wurde in § 9 Abs. 6 Sätze 2 bis 5 EStG erstmals definiert,
PRAXIS – TIPP wann eine Erstausbildung vorliegt. Eine Berufsausbildung als Erstausbildung
setzt voraus, dass eine geordnete Ausbildung mit einer Mindestdauer von
Zwar haben Sie durch den Abzug zwölf Monaten in Vollzeit auf Grundlage von Rechts- und Verwaltungsvor-
vorweggenommener Werbungs- schriften oder internen Vorschriften eines Bildungsträgers durchgeführt wird.
kosten und die Verlustfeststellung Es genügt für eine Erstausbildung also nicht, den Taxischein oder die Ausbil-
steuerliche Vorteile, wenn Sie im dung zum Rettungsassistenten zu absolvieren.
Rahmen eines Zweitstudiums
studieren. Doch beim Kindergeld
müssen Sie aufpassen. Üben Sie
neben dem Zweitstudium näm-
lich einen Nebenjob aus, darf die
durchschnittliche Wochenarbeits-
zeit nicht mehr als 20 Stunden
betragen. Überschreiten Sie die
20-Wochenstunden-Grenze, ver-
lieren Ihre Eltern den Kindergeld-
anspruch für Sie. Infos finden Sie
im Portal des Bundeszentralamts
für Steuern unter www.bzst.de im
Kindergeldmerkblatt.

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4. Nachträgliche Haben Sie Ihr Studium bereits vor rund sieben Jahren begonnen und bislang
für diese Jahre noch keine Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht,
Beantragung einer können Sie unter bestimmten Voraussetzungen nachträglich noch eine
Verlustfeststellung beantragen. Das funktioniert nach Ansicht des Bundes-
Verlustfeststellung finanzhofs (BFH, Urteil v. 13.1.2015, Az. IX R 22/14), wenn

möglich » 
die vierjährige Festsetzungsfrist für die freiwillige Abgabe
einer Einkommensteuererklärung bereits abgelaufen ist und
» 
die siebenjährige Festsetzungsfrist für die Verlustfeststellung
noch nicht abgelaufen ist und
» 
für diese Jahre noch keine Steuererklärung eingereicht wurde.

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4.1 Im Rahmen eines Zweitstudiums ist die nachträgliche
Verlustfeststellung problemlos
Unkompliziert ist die Beantragung einer nachträglichen Verlustfeststellung,
wenn die Ausgaben mit einem Zweitstudium angefallen sind. Denn in die-
sem Fall steht außer Frage, dass Ihnen vorweggenommene Werbungskosten
entstanden sind.

Beispiel:
Sie haben in den Jahren 2008 bis 2010 im Rahmen eines Zweitstudiums
Lehramt studiert. Seit 2011 sind Sie berufstätig. Die Ausgaben im Zusam-
menhang mit dem Studium in den Jahren 2008 bis 2010 betrugen pro Jahr
3.000 Euro. Im Jahr 2011 beträgt Ihr zu versteuerndes Einkommen 44.000
Euro. Sie haben in keinem Jahr bislang eine Einkommensteuererklärung
beim Finanzamt eingereicht.

Schritt 1: Prüfung Festsetzungsverjährung

2008 2009 2010

4-jährige Fest- Ja, Ja, Ja,


setzungsfrist für 31.12.2012 31.12.2013 31.12.2014
freiwillige Steuer-
erklärung abgelaufen
7-jährige Fest- Nein, Nein, Nein,
setzungsfrist für 31.12.2015 31.12.2016 31.12.2017
Verlustfeststellung
bereits abgelaufen
Fazit: Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 13.1.2015 dürfen
Sie für die Ausgaben im Zusammenhang mit dem Zweitstudium der
Jahre 2008 bis 2010 eine nachträgliche Verlustfeststellung beantragen.

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Schritt 2: Beantragung der Verlustverrechnung im Jahr 2011
Da die Voraussetzungen für die nachträgliche Verlustfeststellung nach den
Vorgaben des BFH-Urteils vom 13.1.2015 erfüllt sind, kann im Rahmen der
Abgabe der Einkommensteuererklärung für 2011 eine Verlustverrechnung
beantragt werden. Dazu müssen Sie nur ein Kreuzchen zur Verrechnung
eines Verlustvortrags nach § 10d EStG setzen. Das Finanzamt verrechnet
dann automatisch die nachträglich festgestellten Verluste mit den Einkünften
des Jahres 2011.

Schritt 3: Von steuerlicher Entlastung profitieren

Mit Verlust- Ohne Verlust-


verrechnung verrechnung
Zu versteuerndes Einkommen 44.000 Euro 44.000 Euro
2011 vor Verrechnung
Abzüglich nachträgliche -9.000 Euro 0 Euro
Verlustverrechnung
Zu versteuerndes 35.000 Euro 44.000 Euro
Einkommen 2011 neu
Steuerlast (Einkommensteuer, 7.658 Euro 11.064 Euro
Solidaritätszuschlag)
Fazit: Die nachträgliche Verlustfeststellung bringt Ihnen im Steuerjahr 2011
einen Steuervorteil von 3.406 Euro.

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4.2 Nachträgliche Verlustfeststellung im Rahmen eines Erststudiums
Das Urteil des Bundesfinanzhofs vom 13.1.2015 zur nachträglichen Verlust-
feststellung sollten Sie auch dann für sich beanspruchen, wenn Ihnen Aus-
gaben im Zusammenhang mit einem Erststudium angefallen sind. Um Ihre
Chancen auf eine nachträgliche Verlustverrechnung zu wahren, empfiehlt
sich folgende Vorgehensweise:

1. Beantragen Sie für die bereits festsetzungsverjährten Jahre eine


nachträgliche Verlustfeststellung.
2. Lehnt das Finanzamt Ihren Antrag ab, weil für Sonderausgaben keine
Verlustfeststellung möglich ist, müssen Sie gegen die Ablehnung zur
Verlustfeststellung Einspruch einlegen.
3. Beantragen Sie zudem das Ruhen des Einspruchsverfahrens mit
Hinweis auf die Musterprozesse beim Bundesverfassungsgericht
(u.a. BVerfG, Az. 2 BvL 23/14 und Az. 2 BvL 24/15).
4. Dann heißt es abwarten, ob die Karlsruher Verfassungsrichter zu
Ihren Gunsten urteilen.

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5. Diese Ausgaben Nachdem Sie erfahren haben, dass Ihnen die Abgabe einer Steuererklärung
mit Angabe der Ausgaben im Zusammenhang mit dem Studium Steuervor-
dürfen Studenten teile von mehreren tausend Euro bringen kann, kommen wir nun zur Kür,
nämlich zu den Ausgaben, die Sie als Student steuerlich absetzen dürfen.
steuerlich geltend Hier die typischsten Ausgaben:

machen
5.1 Fahrtkosten zur Uni oder zur Fachhochschule
Für die Fahrten zur Universität oder zur Fachhochschule kommt es bezüg-
lich der Höhe des Werbungskostenabzugs darauf an, ob Sie die Steuer-
erklärung 2014 oder die Steuererklärung für die Jahre bis einschließlich 2013
ausfüllen. Danach gelten steuerlich folgende Besonderheiten bei Fahrt mit
einem Auto:

Steuererklärung Steuererklärung
2014 für die Jahre bis
einschließlich 2013
Absetzbare Entfernungspauschale Reisekostenpauschale
Fahrtkosten von 0,30 Euro/km für von 0,30 Euro/km für die
die einfache Strecke Hin- und Rückfahrt zwi-
zwischen Wohnung schen Wohnung und Uni
und Uni oder tatsächliche Kosten
Fahrtkosten für Nein Ja
mehrere Fahrten
pro Tag absetzbar
Unfallkosten auf Zusätzlich zur Zusätzlich zur Reise-
dem Weg zur Uni Entfernungspauschale kostenpauschale
oder auf dem absetzbar absetzbar
Nachhausweg

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Fahren Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Uni oder zur Fachhoch-
schule, gilt für den steuerlichen Abzug Folgendes:

Steuererklärung 2014 Steuererklärung für


die Jahre bis
einschließlich 2013
Absetzbare Entfernungspauschale von Tatsächliche Kosten
Fahrtkosten 0,30 Euro/km für die einfa-
che Strecke zwischen Woh-
nung und Uni; tatsächliche
Kosten, wenn diese höher
sind als die jährliche Entfer-
nungspauschale
Beschrän- Ja, auf 4.500 Euro pro Jahr Nein
kung des
Abzugs

5.2 Fahrtkosten zu anderen Orten


Entstehen Ihnen Fahrtkosten im Zusammenhang mit anderen Fahrten im
Rahmen eines Erst- oder Zweitstudiums, gilt Folgendes:

» 
Die Fahrtkosten sind nach Dienstreisegrundsätzen abziehbar.
» 
Bei Fahrten mit einem Pkw sind 0,30 Euro/km für jeden gefahrenen
Kilometer abziehbar oder alternativ die nachgewiesenen tatsächlichen
Kosten je Kilometer
» 
Bei Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind die tatsächlichen
Kosten steuerlich absetzbar.

Diese Grundsätze gelten insbesondere für folgende Fahrten

Fahrten zur Bibliothek Fahrten zur Nachhilfe Fahrten zu


Praktikumsplatz
Fahrten zu Lerntreffen Fahrten zu Exkursionen Fahrten zum Kauf
mit anderen Studenten von Arbeitsmitteln

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5.3 Kauf von Arbeitsmitteln
Alle Ausgaben für Gegenstände, die Sie für Ihr Studium kaufen, dürfen Sie
steuerlich geltend machen. Je nachdem, ob der Gegenstand ohne andere
Hilfsmittel verwendet werden kann oder wie viel er kostet, gibt es die
folgenden beiden Möglichkeiten, die Ausgaben für solche Arbeitsmittel
steuersparend zu berücksichtigen:

» Sofortabzug: Kostet ein Arbeitsmittel netto (also ohne Umsatzsteuer)


maximal 410 Euro, dürfen die Ausgaben sofort im Jahr der Zahlung in
voller Höhe als Werbungskosten bzw. Sonderausgaben abgezogen
werden. Voraussetzungen: Es handelt sich um einen beweglichen
Gegenstand und dieser Gegenstand ist ohne weitere Hilfsmittel nutzbar
(sog. geringwertiges Wirtschaftsgut, kurz GWG).
» 
Abschreibung: Ist ein Gegenstand teurer als 410 Euro netto, muss
der Kaufpreis auf mehrere Jahre verteilt abgeschrieben werden. Die
Nutzungsdauer legt das Finanzamt in einer amtlichen Afa-Tabelle fest.
Bei Kauf eines Arbeitsmittels während des Jahres ist die Jahres-
abschreibung aufzuteilen. Eine Abschreibung kommt nur für die Monate
der tatsächlichen Nutzung in Betracht.

Beispiel:
Sie kaufen im Rahmen Ihres IT-Studiums einen Hochleistungs-PC für
3.000 Euro am 1. April. Zudem kaufen Sie sich am 1.9. einen Bürostuhl
für 450 Euro (378 Euro zzgl. 72 Euro Umsatzsteuer) und einen Drucker am
2.1. für 99 Euro.

Hochleistungs-PC, Abschreibung: 3.000 Euro 750 Euro


Nutzungsdauer 3 Jahre : 3 Jahre = 1.000 Euro x
9/12
+ Bürostuhl Sofortabzug als GWG 450 Euro
+ Drucker, Abschreibung: 99 Euro : 33 Euro
Nutzungsdauer 3 Jahre 3 Jahre; kein GWG, weil
ohne PC nicht nutzbar
= Gesamter Abzugsbetrag 1.233 Euro
für Arbeitsmittel

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5.4 Verpflegungspauschale
Sind Sie im Rahmen Ihres Studiums außerhalb der Uni oder der Fachhoch-
schule tätig, steht Ihnen bei einer bestimmten Abwesenheit von zu Hause
eine Verpflegungspauschale zu.

Steuerjahr 2014 und folgende Steuerjahre bis


einschließlich 2013
Mehr als 8 Stunden: 12 Euro Mindestens 8 Stunden: 6 Euro
Mehr als 24 Stunden: 24 Euro Mindestens 14 Stunden: 12 Euro
An- und Abreisetage: Je 12 Euro Mindestens 24 Stunden: 24 Euro
unabhängig von der Abwesen-
heitsdauer

5.5 Häusliches Arbeitszimmer


Leben Sie als Student bereits in einer eigenen Wohnung und nutzten in
dieser Wohnung einen Raum als Arbeitszimmer, dürfen Sie die auf diesen
Raum entfallenden Kosten bis zu einem Betrag von 1.250 Euro pro Jahr als
Werbungskosten bzw. Sonderausgaben abziehen.

Ermittlungsschema zu den Arbeitszimmerkosten

Die Gesamtwohnfläche beträgt: ……………… Quadratmeter


Die Arbeitszimmerfläche beträgt: ……………… Quadratmeter
Arbeitszimmeranteil: Arbeitszimmer ………….. qm : Gesamtwohnfläche
………………. qm x 100
Gesamtkosten Wohnung ………………………. X ………………%
(Anteil Arbeitszimmer an Gesamtwohnfläche) = Werbungskosten

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5.6 Miete für Studentenbude am Studienort
Leben Sie am Studienort in einer angemieteten Wohnung (kann auch WG
sein), dürfen die Mietkosten steuerlich abgesetzt werden, wenn sich der
Lebensmittepunkt nach wie vor am Wohnort befindet. Das ist der Fall, wenn
Sie am Wohnort eine eigene Wohnung nutzen oder noch bei Ihren Eltern
leben. Dass sich der Lebensmittelpunkt nicht am Studienort befindet, kann
durch folgende Nachweise glaubhaft untermauert werden:

» 
Wochenende und Semesterferien werden am Wohnort verbracht.
» 
Freundeskreis am Wohnort
» 
Zugehörigkeit zu Vereinen am Wohnort und aktive Mitarbeiter in
den Vereinen
» 
Wahlberechtigung am Wohnort
» 
Pflege der Eltern am Wohnort

5.7 Sonstige Ausgaben im Zusammenhang mit dem Studium


Ansonsten können Sie alle Kosten im Zusammenhang mit Ihrem Studium
steuerlich geltend machen. Dazu gehören vor allem folgende Ausgaben:

Nachhilfekosten Studiengebühren Seminare


Gebühren für Kosten für Exkursionen Kopiergeld
Repetitorien
Übernachtungskosten Flugkosten bei Telefonkosten, Büro-
bei Auslandssemester Auslandssemester material, Fachliteratur

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6. Fazit Sie sehen also, dass das Thema Steuern für Sie als Student sehr wohl
ein Thema ist. Eine weitere Herausforderung auf dem Weg zum Erwachsen-
werden und zum Einstieg ins Berufsleben. Damit Sie sich als Steuerlaie
steuerlich die bestmöglichen Vorteile sichern, empfiehlt sich die Nutzung
einer Steuersoftware aus dem Hause Lexware. Mit „TAXMAN“ oder
„QuickSteuer“ werden Sie Schritt für Schritt durch die Eingabemasken
geleitet. Realistisch gesehen dürfte das Ausfüllen der Steuererklärung für
Sie als Studenten damit in rund einer Stunde über die Bühne gehen. Ein
Service, der sich bezahlt macht.

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Impressum Haufe-Lexware GmbH & Co. KG
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Munzinger Straße 9
79111 Freiburg
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verantwortlich für den redaktionellen Inhalt:

CONTENTmanufaktur GmbH, München


Elisabeth Matejka, Eric Kubitz
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Web: www.contentmanufaktur.net

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