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Alexander Schnell

Alexander Schnell (* 24. Februar 1971 in Berlin) ist ein deutscher Philosoph.

Inhaltsverzeichnis
Leben
Arbeitsschwerpunkte
Schriften
Als Autor
Als Herausgeber
Weblinks

Leben Alexander Schnell (um 2015)


Alexander Schnell wuchs in West-Berlin und in Heidelberg auf. Nachdem er 1989 das
Abitur und das Baccalauréat am Französischen Gymnasium in Berlin abgelegt hatte,
studierte er in Paris Ingenieurswissenschaften und Philosophie (wobei ihn offenbar insbesondere die Lehre von Jean-Toussaint
Desanti und Marc Richir geprägt hat).

Nach einem mehrjährigen Auslandsaufenthalt in Sofia (Bulgarien), wo er erste Lehrerfahrungen an der Universität „St. Kliment
Ohridski“ gesammelt hat, trat er in Paris eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter bzw. Assistent an. Im Jahr 2001 wurde er unter
der Leitung von Françoise Dastur über das Thema „Das Problem der Zeit bei Husserl (1893–1918)“ summa cum laude promoviert.
Von 2002 bis 2007 lehrte er als „Maitre de Conferences“ an der Universität Poitiers. Das Thema seiner Habilitation war: „Gestalten
der Transzendentalphilosophie: Fichte, Schelling, Husserl, Heidegger“ (unter der Leitung von
Jean-François Courtine).

Zwischen 2007 und 2016 war er „Maitre de Conferences“ an der Universität Paris-Sorbonne und zugleich zwischen 2014 und 2016
Head of Department der Philosophie an der Paris Sorbonne University Abu Dhabi. Mehrere Jahre seit dessen Gründung (2007)
wirkte er aktiv am Master-Mundus-Studiengang „Deutsche und Französische Philosophie in Europa (EuroPhilosophie)“ mit – er war
unter anderem Leiter des Intensivseminars an der Universität Luxemburg und Vorsitzender der Auswahlkommission an der
Universität Toulouse le Mirail. Zwischen 2012 und 2016 war er verantwortlicher Leiter des Forschungszentrums „CEPCAP“ an der
Universität Paris-Sorbonne. Seit 2016 ist er Universitätsprofessor an der Bergischen Universität Wuppertal (Lehrstuhl für
theoretische Philosophie und Phänomenologie).

Alexander Schnell dozierte regelmäßig an der Universität Paris-Sorbonne Abu Dhabi und war Gastprofessor an der University of
Memphis (USA), an der Hōsei-Universität (Tokio, Japan) und an der Albert-Ludwigs-Universität Freibur
g.

Alexander Schnell ist der Neffe der deutschen Künstlerin Eva Thomkins (geb. Schnell) und der Cousin des Schweizer
Industriedesigners Nicolas Thomkins.

Arbeitsschwerpunkte
Die Forschungsarbeit Alexander Schnells erstreckt sich von der Klassischen Deutschen Philosophie bis zur Deutschen und
Französischen Phänomenologie. Sein besonderes Interesse giltKant, Fichte, Schelling, Husserl, Heidegger, Fink, Levinas und Richir.
Er gilt als Vorreiter einer erneuerten, als transzendentaler Idealismus verstandenen Phänomenologie, die Husserls Projekt einer
Phänomenologie der Erkenntnis wiederaufnimmt. Seit dem Abschluss seiner Habilitation nimmt er zunehmend eine eigenständige
philosophische Position ein, für die die Begriffe der „Kernphänomenologie“, und vor allem der „konstruktiven Phänomenologie“
bzw. des „spekulativen Transzendentalismus“ kennzeichnend sind.

Seine Arbeiten verfasst er auf Französisch und auf Deutsch.

Schriften

Als Autor
Wirklichkeitsbilder (= Philosophische Untersuchungen). Mohr Siebeck, Tübingen 2015,ISBN 978-3-16-154174-2.
La déhiscence du sens(= Le bel aujourd'hui). Hermann, Paris 2015,ISBN 978-2-7056-9032-8.
L'effondrement de la nécessité(= Reihe «Krisis»). J. Millon, Grenoble 2015,ISBN 978-2-84137-313-0.
Qu'est-ce que le phénomène?(= Chemins philosophiques). Vrin, Paris 2014, ISBN 978-2-7116-2561-1.
En voie du réel (= Le bel aujourd'hui). Hermann, Paris 2013,ISBN 978-2-7056-8718-2.
Hinaus. Entwürfe zu einer phänomenologischen Metaphysik und Anthropologie (= Orbis Phaenomenologicus. Band
24). Königshausen & Neumann, Würzburg 2011,ISBN 978-3-8260-4532-5.
Le sens se faisant. Marc Richir et la refondation de la phénoménologie transcendantale (= Ousia. Band 66). Ousia,
Brüssel 2011, ISBN 978-2-87060-159-4. (mit einem Vorwort von Guy van Kerckhoven)
En face de l’extériorité. Levinas et la question de la subjectivité(= Bibliothèque d’Histoire de la Philosophie). V
rin,
Paris 2010, ISBN 978-2-7116-2323-5.
En deçà du sujet. Du temps dans la philosophie transcendantale allemande (= Epiméthée). PUF, Paris 2010, ISBN
978-2-13-058094-2.
Réflexion et spéculation. L’idéalisme transcendantal chez Fichte et Schelling(= Reihe «Krisis»). J. Millon, Grenoble
2009, ISBN 978-2-84137-251-5.
Husserl et les fondements de la phénoménologie constructive(= Reihe «Krisis»). J. Millon, Grenoble 2007,ISBN
978-2-84137-206-5.
De l’existence ouverte au monde fini. Heidegger 1925–1930(= Bibliothèque d’Histoire de la Philosophie). V rin, Paris
2005, ISBN 2-7116-1792-0.
Temps et Phénomène. La phénoménologie husserlienne du temps (1893–1918)(= Europæa Memoria/Studien.
Band 35). Olms, Hildesheim 2004,ISBN 3-487-12798-9 (zugl. Dissertation, Universität Paris 2001)
La Genèse de l’apparaître. Études phénoménologiques sur le statut de l’intentionnalité (= Mémoires des Annales de
Phénoménologie. Band 5). APP, Beauvais 2004, ISBN 2-9518226-6-9.

Als Herausgeber
mit Gilles Marmasse: Comment fonder la philosophie? L’idéalisme allemand et la question du principe premier.
CNRS-éditions, Paris 2014,ISBN 978-2-271-07715-8.
mit Karel Novotny und Laszló Tengelyi: La Phénoménologie comme philosophie première(= Mémoires des Annales
de Phénoménologie. Band 10). APP , Amiens 2011, ISBN 978-80-7007-347-6.
mit Jean-Christophe Goddard:L’Être et le phénomène. La Doctrine de la Science de 1804 de J.G. Fichte = Sein und
Erscheinung. Die Wissenschaftslehre 1804 J.G. Fichtes(= Bibliothèque d'histoire de la philosophie). V
rin, Paris
2009, ISBN 978-2-7116-2212-2.
mit Pierre Kerszberg und Antonino Mazzù:L’Œuvre du phénomène. Mélanges de philosophie offerts à Marc Richir.
Ousia, Brüssel 2009, ISBN 978-2-87060-148-8.
mit Ion Copoeru: Recherches phénoménologiques actuelles en Roumanie et en France(= Europæa
Memoria/Studien. Band 51). Olms, Hildesheim 2006,ISBN 3-487-13263-X.

Weblinks
Literatur von und über Alexander Schnellim Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Webseite bei der Bergischen Universität Wuppertal
Rezension von A. Schnell: Husserl et les fondements de la phénoménologie constructive
(PDF; 92 kB)
Rezension von A. Schnell "Hinaus"
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Alexander_Schnell&oldid=171050640

Diese Seite wurde zuletzt am 16. November 2017 um 11:21 Uhr bearbeitet.

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