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1.Deutschland zwischen 1945 und 1990


Zweiter Weltkrieg: Am 14.8.1941 formulieren Roosevelt und Churchill die Atlantikcharta,
welche das Grundsatzprogramm über zukünftige Ziele der beiden Nationen beinhaltete.
Dies war die Grundlage für die spätere Erklärung über die Vereinten Nationen.
1941 kam es zum Beistandsabkommen zwischen Russland und Großbritannien 
Beginnender Vernichtungsfeldzug. Am 8.5. 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht
endgültig. Ab diesem Moment entschieden allein die Siegermächte über das künftige
Schicksal Deutschlands. Am 4.02.1945 setzen die großen drei (Churchill, Roosevelt und
Stalin) bei der Konferenz von Jalta ihr Ziel so: „Es ist unsere unbeugsame Absicht, den
deutschen Militarismus und Nazismus zu zerstören und sicherzustellen, dass Deutschland nie
wieder in der Lage sein wird, den Weltfrieden zu stören.“
1.1 Jalta Konferenz 1945 (Hilfestellung zur Demokratisierung)
o Gründung der UNO
o Deutschland wurde in vier Besatzungszonen eingeteilt (jeder führte in seiner
Besatzungszone sein politisches System ein  Teilung Deutschlands absehbar
o Deutschland wird zur Zahlung von Reparationen verpflichtet
o Entwaffnung, Entnazifizierung und Entmilitarisierung Deutschlands
o Frankreich wird zu den Siegermächten aufgenommen
Grundstein für spätere Teilung der Welt wurden gelegt:
o Osteuropa und Asien werden als sowjetischer Einflussbereich akzeptiert  Stalin
versicherte, dass es demokratisch sein wird
o Stalin willigt im Gegenzug in den Abstimmungsmodus des Sicherheitsrates der
vereinten Nationen ein und sagte dem Krieg gegen Japan zu
o Stalin führt vaterländischen Volkskrieg und verfolgt seine Ideologie
(Weltrevolution, Expansionspolitik und Ansehen)
Ungelöste Probleme:
o Endgültiger Verlauf deutsch-polnischer Grenze
o Roosevelt und Churchill konnten das Prinzip der Selbstbestimmung nicht
durchsetzen  stimmten der Umsiedlung deutscher Bevölkerung aus Polen zu
o Stalins Versuch Polen an die Sowjetunion zu binden scheiterte

1.2 Potsdamer Konferenz (Reorganisation der politischen Ordnung)


o Truman, Stalin und Churchill bzw. Attlee
o Truman geht auf Konfrontationskurs gegenüber der Sowjetunion und stellt
Unterstützung durch Rüstungs- und Versorgungsgüter ein
o Stalin fürchtet Machtexpansion der USA und fürchtet um Sicherheit (USA führt
Atombombentest durch)
Ergebnisse:
o Die oberste Gewalt soll von den vier Oberbefehlshabern ausgehen
(Militärgouverneure)
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o Alliierter Kontrollrat übernimmt staatliche Aufgaben


o Demilitarisierung (totale Entwaffnung Deutschlands)
o Denazifizierung (Verbot aller nationalsozialistischer Organisationen und
Verurteilung führender Kriegsverbrecher, Nürnberger Prozesse)
o Dezentralisierung (Landwirtschaft und Industrie nur noch für Eigenbedarf, unter
alliierter Kontrolle)
o Demokratisierung
o Demontage (Rüstungs- und Schwerindustrie abtransportieren  Umstellung auf
Friedenswirtschaft
o Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie werden aus der Zuständigkeit des
Kontrollrates herausgelöst und der Sowjetunion/Polen unterstellt
Absehbare Probleme:
o Keine konkreten Pläne und Absprachen für politisches Handeln aber die Auslegung
der Bestimmungen war jeder Besatzungsmacht selbst überlassen
o Wirtschaftliche Einheit Deutschlands soll gewahrt bleiben, aber die Siegermächte
haben alle verschiedene Interessen
o Wachsende Differenzen der Westmächte zur UdSSR
Potsdamer Konferenz endet nur mit einem Communiqué, nicht mit einem Abkommen!
12.03.1947 (Truman-Doktrin): Das Ziel ist, freien Völkern beizustehen, die versuchen ihr
Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Vorher zog Stalin sich trotz Abmachung nicht
aus dem Iran zurück und stoß zur türkischen Meerenge vor. Dort verlangte er eine
uneingeschränkte Durchfahrt für Kriegsschiffe und die Errichtung von
Militärstützpunkten in Griechenland und der Türkei. In Griechenland entstand ein
dreijähriger Bürgerkrieg durch Gegensätze zwischen Kommunisten und
monarchistischen-konservativen.  Die USA schätzt Griechenland und Türkei als
lebenswichtige, strategische Standpunkte ein und verspricht Hilfe
Truman sieht Bedrohung in der imperialistischen Außenpolitik der Sowjetunion.
Die Truman Doktrin bedeutet das Ende der amerikanischen Kriegskoalition mit der
Sowjetunion und markiert den Beginn des Kalten Krieges und den der Containment-Politik
(Eindämmungspolitik, Ausbreitung des Kommunismus verhindern)
5.6.1947 (Marshallplan): US-Außenminister verkündet Hilfsprogramm für den Aufbau
Europas, alle Regierungen Europas, außer UdSSR und Spanien, wurden eingeladen, um
über ein europäisches Wiederaufbauprogramm auf Grundlage des Marshallplans zu reden
(vergibt Ländern Kredite um Wirtschaftsaufschwung und Aufbau der Industrie zu
gewähren). Dadurch wird der amerikanische Führungsstil in Unternehmen übernommen,
wodurch der Kommunismus eingedämmt wurde.  Löste Misstrauen bei der
Sowjetunion aus.
30.09.1947: Kominform, Informationsbüro der kommunistischen Arbeitsparteien, kämpfte
gegen den Marshallplan. Jedoch mit solchen Aggressionen, dass sich der Westen
militärisch bedroht fühlte.  Beginnender Ost-West-Konflikt
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Gründe für den Kalten Krieg


Gegensätzliche Ideologien und Kulturen

Kommunismus Kapitalismus
Gleichheit Freiheit (american way of life)
Expansionsstreben Freihandel

Militärisch verfolgen beide Akteure dieselbe Strategie, die der massiven Vergeltung. Laut
Stalin sind der Kapitalismus und der Kommunismus Gegner, dies verschärfte die Spannung
immer weiter, weswegen eine einheitliche Lösung für Deutschland nicht möglich war.
1.3Währungsreform und Berlin Blockade
o Für den Wiederaufbau Deutschlands und die Durchführung des Marshallplans war
ein funktionierendes Währungssystem von Nöten
o Am 18.06.1948 wurde die neue Währung in den Westzonen eingeführt  Weg in
die freie Marktwirtschaft
o D-Mark sollte in ganz Deutschland eingeführt werden, wogegen sich die
Sowjetunion wehrte und die Ost-Mark einführte
o Als D-Mark in Westberlin eingeführte wurde, reagierte die Sowjetunion drastisch:
Die Zufahrtswege nach Westberlin wurden am 24.06.1948 verriegelt und die
Strom- und Gasversorgung reduziert Berlin Blockade mit dem Ziel die
Westalliierten an der Gründung eines Weststaates zu hindern
o Westberlin wurde bis Mai 1949 via Luftbrücke versorgt
o Am 12.05.1949 gab die Sowjetunion die Blockade auf, nachdem die USA
Kohlenstofflieferungen verwehrte
1.4Staatsgründung der BRD
o Bruch zwischen Westalliierten und Sowjetunion nach der Außenministerkonferenz
in London bei der Beratung über das Grundgesetzt  notwendig um Verhältnis
von Bund und Ländern zu regeln und der Gesetzgebung und Rechtsprechung
o Formelle Entstehung der BRD geht auf Beschlüsse der Westalliierten auf den
Londoner Sechs Mächte Konferenzen (Westalliierte und Benelux Staaten, berieten
über zukünftige Deutschlandpolitik) 1948 zurück
o Als Frankfurter Dokumente wurden die Verhandlungsergebnisse von den
Militärgouverneuren an die deutschen Ministerpräsidenten übergeben  sie
sollten eine verfassungsgebende Versammlung einberufen
o Ein Parlamentarischer Rat unter Adenauer arbeiteten an einem bereits
vorliegenden Verfassungsentwurf  Grundgesetz
o nach Alliierten Richtlinien entwerfen sie eine demokratische, föderative und
rechtsstaatliche Verfassung
o Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland wurde von Konrad Adenauer
am 23.05.1949 verkündet  Adenauer wurde erster Bundeskanzler
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1.5Staatsgründung DDR
o 1945: Rückkehr der Gruppe Ulbricht (kommunistische Funktionäre) aus dem Exil 
Etablierung moskautreuer Machtstrukturen
o 1945-1949: Verfolgung politischer Gegner
o April 1946: Zwangsvereinigung SPD und KPD zur SED (starker Druck von
sowjetischer Seite)
o Im Mai 1949 wurde der 3. Volkskongress gewählt (man konnte nur mit ja oder nein
stimmen)  es kam keine Mehrheit zustande, deswegen wurden leere
Stimmzettel als Ja-Stimmen gewertet
o Am 30.05.1949 wurde die Verfassung bestätigt und setzte einen neuen Volksrat
ein
o Dieser erklärte sich am 07.10.1949 zur „provisorischen Volkskammer der DDR 
Gründung der DDR vollzogen  erster Präsident wird Wilhelm Pieck
o Formal enthielt die Verfassung Bekenntnisse zu Bürgerrechten und zur
demokratischen Ordnung  trotzdem bis zum Ende der DDR 1990 gab es keine
Wahl ohne Einheitslisten, Manipulation und Beeinflussung
BRD und DDR reklamierten beide das Recht für sich, die einzig legitimierte Repräsentanz des
deutschen Volkes zu sein. (Alleinvertretungsanspruch)
Die Gründung beider Staaten bedeutet aber nicht die Erlangung von Souveränität. Im
Westen behielten sich die USA, GB und Frankreich in einem Besatzungsstaut
weitgehende Sondermachten vor.  Gesetze traten nur mit ihrer Zustimmung in Kraft
Auch wurde die Außenvertretung durch ein deutsches Ministerium nicht zugelassen,
sondern von drei Hohen Kommissaren übernommen. In der DDR wurde die Sowjetische
Militäradministration in eine Kontrollkommission umgewandelt, welche wiederrum zur
Hohen Kommission wurde.  DDR Regierung wurde beaufsichtigt
Nach den Staatsgründungen erfolgte die Integration von BRD und DDR in die jeweiligen
Machtblöcke der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion
Aufbauphase der DDR 1949-1961
o 1950 wurden alle Parteien trotz Widerstand zur „Einheitsliste der Nationalen
Front“ zusammengeschlossen (SED dominierte)
DDR schloss sehr schnell Verträge mit anderen Ostblockstaaten
o Oder-Neiße-Linie wurde mit Polen als Grenze vertraglich festgelegt
o 1950 wurde die DDR Mitglied im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW)
(sozialistisches Pendant zum Marshallplan)
o Grotewohl schlug Adenauer die Bildung eines Gesamtdeutschen Konstituierenden
Rates zur Überwindung der Teilung vor  keine Bereitschaft seitens Adenauers
o Sehr frühe Bemühungen um diplomatische Anerkennung anderer Staaten  BRD
versuchte dies durch die Hallstein-Doktrin zu verhindern (drohten mit Abbruch der
Beziehungen, falls diese DDR anerkennen sollte)

USA nannte die DDR „einen weißen Fleck auf der politischen Landkarte“
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o 1950 Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit  zur Sicherung der Macht
der SED
o 1951 1. Fünfjahresplan  Beginn der Planwirtschaft
o Am 10.03.1952 bot Stalin Verhandlungen (Stalin-Noten) über eine
Wiedervereinigung und Neutralität Deutschlands an  Für Westmächte sollte dies
nur ein Ablenkungsmanöver sein, welches die Westintegration verhindern sollte
 Briefwechsel blieb ohne Erfolg
o Also forcierte die DDR ihre „Ostintegration“ und die sozialistische Umgestaltung
der ostdeutschen Wirtschaft
o Klein- und Mittelbauer wurden mit Repressionen und hohen Zwangsabgaben
drangsaliert und benachteiligt  Führte zum Aufstand vom 17.06.1953
Aufstand vom 17. Juni 1953
o In der DDR Welle von Aufständen und Streiks  verbunden mit politischen und
wirtschaftlichen Forderungen  von der Sowjetarmee blutig niedergeschlagen
o 1. Antistalinistische Aufstand!
o Forderungen: freie und geheime Wahlen, Regierungsrücktritt und Preissenkungen
o Rote Fahne wurde vom Brandenburger Tor abgenommen  Ausnahmezustand
o Gründe: beschleunigter Aufbau des Sozialismus in der DDR, Ignoranz der
Bedürfnisse der Arbeiterklasse, Ernährungskrise, Enteignung größerer
Unternehmen, Einrichtung der Kasernierten Volkspolizei
Der Westen hielt sich aus Angst vor militärischen Auseinandersetzungen mit Sowjetunion
zurück, obwohl DDR-Bürger auf Hilfe aus dem Westen hofften.
Der 17. Juni wirkte als politisches Signal auf die Bevölkerung in den damaligen
Ostblockstaaten
o 1953 Tod Stalins, Nachfolger Nikita Chruschtschow und Einleitung der
Entstalinisierung ab 1956
o 1954 wurde das Passgesetz eingeführt, da weit über 1 Millionen Menschen aus der
DDR geflüchtet sind, ohne staatliche Genehmigung wurde es kriminell
o Am 20.09.1955 wurde die Souveränität der DDR noch einmal vom Ministerrat der
UdSSR bestätigt  am gleichen Tag sie in Moskau den „Vertrag über die
Beziehungen zwischen DDR und Sowjetunion“ (Beistandspakt unterschrieben von
Nikolai Bulganin und Otto Grotewohl)
o 1955 trat die DDR dem Warschauer Pakt bei
o 1958 forderte Chruschtschow die Revision des Potsdamer Abkommens
o 1960 stieg die Zahl der Abwanderer weiter an (bis 1961 hatten über 3 Millionen
Bürger die DDR verlassen)
o 13.08.1961 begann der Bau der Berliner Mau, um eine Abwanderung zu stoppen
(viele Abwanderer waren hoch ausgebildete Menschen, das bedrohte die
Wirtschaftskraft der DDR)
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BRD 1949-1963, Ära Adenauer


o Erstes Kabinett aus CDU/CSU, FDP und DP
o Adenauer betrieb eine Politik der Westintegration
o Rückgewinnung äußerer Sicherheit und politische Gleichberechtigung
o Rückgewinnung politischer Gleichberechtigung
 Politik der Loyalität gegenüber der Westmächte und Politik der Stärke
gegenüber der Sowjetunion
Damit stieß er auf harte Kritik Seitens der SPD (Kurt Schumacher). Diese
Richtungsentscheidung wäre eine „Zementierung“ der deutschen Teilung.
o 1949 Beitritt zum Petersberger Abkommen und zur internationalen Ruhrbehörde
 Annäherung an Frankreich, Verringerung Demontage, Genehmigung
Handelsbeziehungen mit anderen Ländern
o Ludwig Erhard wird Wirtschaftsminister und führt die soziale Marktwirtschaft ein
 Staat sorgt für Schutz der Konsumenten, unabhängige Bundesbank,
Wettbewerb  BEGINN WIRTSCHAFTSWUNDER
o 1950 Rücktritt des Bundesinnenministers, da er gegen die Wiederbewaffnung und
Adenauers Führungsstil war
o Einführung Bundesversorgungsgesetz, welches die Versorgung der Kriegsopfer
regelt
o Beitritt zur Montanunion (europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl) und
Europarat, BRD übernimmt deutsche Auslandsschulden
o Wiedereinrichtung des Auswärtigen Amtes und Aufhebung des Kriegszustandes
durch die Westmächte
o 16.05.1952 BRD gelangt ihr Souveränität über innere und äußere Angelegenheiten
zurück
o 1952 Wirtschaftswunder, durch wirtschaftliche Expansion (Motor),
Auslandsnachrage nach Konsumgütern  andere Länder produzierten nur noch
Waffen wegen des Koreakrieges  hoher Arbeitswille und hohe Arbeitskraft der
deutschen Bevölkerung
o 1954 Gründung der Bundeswehr
o 1955 Nato-Beitritt und Hallenstein-Doktrin
o Mai 1955 Unterzeichnung der Pariser Verträge (Beendigung des
Besatzungsregimes, trotzdem behalten die Westalliierten ein Vorbehaltsrecht) 
Westintegration steht vor der Wiedervereinigung
o Kritik der SPD: Verstärkung der deutschen Spaltung, Wiedervereinigung sollte
oberste Priorität haben  wirkt als wäre die deutsche Trennung akzeptiert
o 1959 streifte die SPD im Godesberger Programm ihr Selbstbildnis einer
Arbeiterpartei ab und wandelte sich zu einer Volkspartei
o 1961 gab es erste Kritiken an der Kanzlerdemokratie und CDU/CSU verloren ihre
Mehrheit
o 1962 Spiegelaffäre, Bundesverteidigungsminister, veranlasste die Verhaftung
regierungskritischer Journalisten, Adenauer stimmte dem zu, es kam zu einer
neuen Kabinettsbildung ohne Strauß  Adenauer kündigt Rücktritt für 1963 an
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BRD 1963-1969, Ludwig Erhard, Große Koalition und 68er Bewegung


o Herbst 1963, Ludwig Erhard wird Bundeskanzler (Verbindung mit sozialer
Marktwirtschaft und Wirtschaftswunder), verlor sehr schnell an Ansehen, da
die Zeiten des Wirtschaftswunders vorbei waren, 45% waren Fabrikarbeiter
o 1966 Rezession und hohe Arbeitslosigkeit, FDP kündigt Koalition wegen zu
hoher Etatdefizite
o Erhard weigerte sich eine aktive Konjunkturpolitik zu betreiben 
wiedersprach seinem Konzept der sozialen Marktwirtschaft
o 30.11.1966 erklärte er seinen Rücktritt als Bundeskanzler
o Kurt Georg Kiesinger wird Bundeskanzler (CDU/CSU und SPD, große Koalition)
 überwinden die wirtschaftliche Rezessionen
o Gesetzte zur Förderung der Stabilität und Wachstum der Wirtschaft (Bildung
von Gewerkschaften, „Tisch der gesellschaftlichen Vernunft“ nach dem
„magischen Viereck (Preisstabilität, Wirtschaftswachstum,
außenwirtschaftliches Gleichgewicht, hoher Beschäftigungsstand) handeln
o Opposition nur durch FDP vertreten  Bildung er außerparlamentarischen
Opposition (APO) (kein Sprachrohr durch Parteien im Parlament)
Durchsetzung der Notstandsgesetze am 20.05.1969
o „Notverfassung“, die in Ausnahmesituationen die Machtbefugnisse und
Zuständigkeiten des Bundes regeln  dadurch wurden auch Grundrechte
eingeschränkt (Aufhebung Brief-, Post-, und Fernmeldegeheimnis)
o Einsatz der Bundeswehr bei inneren Unruhen
 Sehr viele Proteste gegen die Notstandsgesetze (erinnert an Art. 48, durch den
die Weimarer Republik zerstört worden ist)
68er Studentenbewegung
o Vorbilder waren sozialistische Intellektuelle und Revolutionäre wie Rosa
Luxemburg und Che Guevara
o Sie forderten Hochschulreformen, Aufbereitung der NS-Vergangenheit, Bildung
einer außerparlamentarischen Opposition und kritisierten den Vietnamkrieg, wie
auch die Unterstützung autoritärer Regime
o April 1968: Attentat auf den Studentenführer Rudi Dutschke  Höhepunkt und
Vorwurf, dass das Attentat auf das Meinungsmonopol Presse zurückzuführen ist
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o 1968 auch der Zerfall der APO und Entstehung der kommunistischen Kadergruppe
Rote-Armee-Fraktion
o 1969 sehr hohe Arbeitslosenquote, Löhne und Bruttosozialprodukt steigen
o Spannungen innerhalb der großen Koalition, da SPD eine Entspannungspolitik
gegenüber der DDR führen möchte, FDP geht auf SPD ein  Bildung der
sozialliberalen Koalition und Willy Brandt wird neuer Bundeskanzler
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BRD Ära Brandt und die sozialliberale Koalition (1969-1974)


o Motto „Mehr Demokratie wagen“
o Neue Ostpolitik  Wandel durch Annäherung
o Einführung des Ehe- und Scheidungsrechts im Sinne der Gleichberechtigung
(rechtliche Souveränität der Frau)
o Mehr Chancengleichheit und Transparenz
o Steuerreformen
o Gesamtschulen in SPD-Ländern und Einführung von Bafög
o Wahlalter wird auf 18 abgesetzt
o Politisierung der Bevölkerung durch Bürgerinitiativen, Frauenbewegungen und
Pazifismus, Stärkung von Gewerkschaften
 BRD galt neben Schweden als modernster Sozialstaat Europas

o Justizreformen im Hinblick auf eine mögliche Resozialisierung von Straftätern


o Gesetzesverschärfungen wie Rasterfahndung wegen des aufkommenden RAF-
Terrors Anfang der 70er Jahre
o Hallstein-Doktrin wurde aufgehoben
o 1970 Gewaltverzichtsvereinbarung (Warschauer und Moskauer Verträge)
o März 1970 Treffen Brandt und DDR Ministerpräsident Willi Stoph 
Normalisierung der Beziehung der deutschen Staaten

1971: Vier-Mächte-Abkommen
o Im Rahmen der beginnenden Entspannung im Ost-West-Konflikt
o Sicherung West-Berlins auf Dauer
o Berliner Westsektor bleibt weiterhin kein Teil der Bundesrepublik Deutschland,
wird auch nicht von ihr regiert
o Ende der Störungen der Zugangswege (UdSSR wird zu Transitwegen verpflichtet)
o Wichtiger Schritt der Neugestaltung der deutsch-deutschen Beziehungen,
wesentlicher Fortschritt für die Berliner Bevölkerung

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o 1972 Gründung der GSG9 (Eingreiftruppe des Bundesgrenzschutzes) wegen der
tödlich verlaufenden Geiselnahme der israelischen Sportler bei der Olympiade in
München (palästinensische Terroristen Schwarzer September)
o 1972 Grundlagenvertrag, BRD erkennt DDR als gleichberechtig und souverän an
o 1973 Ölkrise (Rezession, Verschuldung öffentlicher Haushalte und hohe
Arbeitslosenzahlen)
o 18.09.1973 Aufnahme der BRD und der DDR in die UNO
o 1974 über eine Millionen Arbeitslose  Haushaltsdefizite
o Guillaume-Affäre: An Willy Brandts Seite arbeitet ein DDR Spion  Rücktritt Willy
Brandt
o Finanzminister Helmut Schmidt wird sein Nachfolger
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BRD Kabinett Schmidt 1974-1982


o Ablösung der Reformpolitik durch pragmatischen Konsolidierungskurs
o Schmidt schafft es Wirtschaftswachstum wieder anzukurbeln
o Wirtschaftliche Wende von der nachfrageorientieren hin zur angebotsorientierten
Wirtschaftspolitik, trotzdem sehr hohe Arbeitslosigkeit
o 1977 Höhepunkt des deutschen Herbstes (Terrorwelle der RAF): Ermordung von
Siegfried Buback und Jürgen Ponto und die Entführung von Arbeitgeberpräsident
Hanns Martin Schleyer. Sie forderten die Freilassung inhaftierter RAF-Mitglieder,
Schmidt ging nicht darauf ein  Ermordung von Schleyer und Selbstmord
inhaftierter RAF-Terroristen
Motivation der RAF
Rote-Armee-Fraktion = UdSSR Armee, sozialistische Revolution, politische Partei. Der
rote Stern steht für den Kommunismus. Damals wurde die Abkürzung RAF mit der royal
Airforce in Verbindung gesetzt. Bei der Maschinenpistole auf dem Wappen handelt es
sich um eine deutsche Waffe, welche den bewaffneten Kampf symbolisiert.
o Notstandsgesetze (obwohl: DE Souveränität zurückgelangt, Wert der Demokratie)
o Kapitalismuskritik (obwohl: Soziale Marktwirtschaft, Unterstützung)
o Nazi-Vergangenheit
o Vietnamkrieg (obwohl: Krieg der USA, Deutsche kaum beteiligt)
o Diktaturen in Süd-Amerika (obwohl: NUR USA)
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o Verschärfung der Kontrollen an Autobahnen und Flughäfen, Rasterfahndung und
das Kontaktsperregesetz werden eingeführt
o Schmidt hält an Brandts Deutschlandpolitik fest
o NATO-Doppelbeschluss über die Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen in
Europa, Zunehmende Ablehnung der Bevölkerung und der SPD  Schmidt
beharrte darauf, konnte aber nicht durchsetzen
o DDR sollte innerhalb von vier Jahren die eurostrategischen Waffen begrenzen,
sonst wird BRD ebenfalls aufrüsten  Sowjetunion lehnt ab Ende der
Entspannungspolitik
o Proteste gegen Nachrüstinitiative
o Viele Probleme zu Beginn der 80er Jahre (Arbeitslose nahe 1 Millionen,
Staatsverschuldung, Waldsterben, Ölkrise  Ausbau Atomkraft)

 Führte zur Entfremdung der Koalitionspartner, 17.09.1982 stellt die SPD ihr eigenes
Kabinett und Schmidt wurde durch ein konstruktives Misstrauensvotum vom
Bundestag gestürzt
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BRD Ära Kohl 1982-1989


o Es kommt zu einer „geistig-moralischen Wende“
o Im März 1983 wird Kohls Kanzlerschaft demokratisch bestätigt (erstmals zogen die
Grünen in den Bundestag ein)
o Von Steuersenkungen flankierte Politik
o Marktwirtschaftliche Liberalisierung
o Abbau sozialpolitischer Leistungen
o 1984 Flick-Affäre (verdeckte Parteispenden des Flick-Konzerns im Zusammenhang
mit einer Beeinflussung von Entscheidungen des Bundeswirtschaftsministeriums)
o Milliardenkredit wird an DDR vergeben zum Abbau von Selbstschussanlagen,
Bodenminen an innerdeutschen Grenzen, Lockerung von Verdachtskontrollen und
Ausreisen
o Abschluss des Kulturabkommens mit der DDR und Besuch Honeckers in der BRD
 Entlassungen vieler politischer Häftlinge aus DDR Gefängnissen
o 1989 Rentenreformen (erhöht Altersgrenze, verringert Rentenzusätze)
o Gesundheitsreform (höhere Selbstbeteiligung)
o Leistungen und Arbeitslosenversicherungen und Bildungsausgaben werden
gekürzt
o Postreform und Neuordnung des Rundfunkwesens
 Zielt auf Verringerung der Budgetdefizite durch verminderte Staatsausgaben aus,
Bekämpfung der Inflation und Regulierung auf Geld- und Warenmärkten
o Führt zu: wachsende Unternehmensinvestitionen wodurch das BSP steigt und die
Preise sinken, Steigerungsrate der Löhne  trotzdem sehr gering, hoch
qualifizierte Jobs im Überfluss und niedrig Qualifizierte bleiben arbeitslos
 Soziale Differenzierung steigt
o 9.11.1989 Unerwartete Öffnung der Berliner Mauer

Zwei-Plus-Vier-Gespräche
o Schaffen diplomatische Einheit
o Verzicht auf territoriale Ansprüche
o Friedensbekenntnis
o Reduzierung der Bundeswehr und Abziehen der roten Armee aus DE
o Verzicht auf ABC-Waffen

20 Milliarden DM werden an die Sowjetunion gezahlt damit diese die Souveränität


Deutschlands anerkennen, dem Beitritt in die NATO zustimmen und die sowjetischen
Truppen abziehen
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DDR Stabilisierung 1961-1970


o Ab 1961 Verminung der innerdeutschen Grenze  Vorgehen gegen Flüchtlinge
o 1962 Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in der DDR
o Zentralkomitee der SED schrieb mehrere offene Briefe an die SPD zur Lösung der
Deutschlandfrage  Schaffung eines gesamtdeutschen Gremiums für eine offene
Aussprache  DDR sagte vorgeschlagene Gespräche sehr schnell wieder ab
o DDR ging in die Defensive gegenüber der neuen Ostpolitik von Willy Brandt 
fürchteten, dass ein Dialog mit Westdeutschland könnte auf die DDR-Bevölkerung
übergreifen
o 17.12.1963 erstes Passierscheinabkommen (von West nach Ostberlin gehen für
Besuche
o 1967 Gesetz über die DDR-Staatsbürgerschaft
o 1968 Prager Frühling ( Reformbewegung, von SU gestürzt)
o 1968 neue DDR-Verfassung (schreibt die führende Rolle der SED fest und
bestimmt die DDR als „sozialistischen Staat deutscher Nation“
o Einheiten der Nationalen Volksarmee helfen bei der Niederschlagung des Prager
Frühlings
o Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags (verpflichtet zur Abrüstung von
Kernwaffen, gibt das Recht Kernenergie friedlich zu nutzen)
o 1970 erstes Treffen von Brandt und Stoph  DDR spricht Sympathie für Brandt
aus

DDR Stabilität und Krise 1971-1980


o Nach Streitigkeiten innerhalb der Parteiführung wurde Ulbricht gezwungen aus
„gesundheitlichen Gründen“ aus allen Ämtern zurückzutreten
o 1971 Beginn der Ära Honecker  tiefer Einschnitt für die Entwicklung der DDR
o Das Ziel einer Wiedervereinigung Deutschlands (zu einem sozialistischen Staat)
wurde endgültig aufgegeben
o Neue Hauptaufgabe: Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik, durch Erhöhung
des Lebensstandards sollte die Zufriedenheit der Bevölkerung gesteigert werden
und so die Arbeitsproduktivität erhöht werden (Teil davon war ein
Wohnungsbauprogramm, Plattenbauweise, sollte die Wohnungsprobleme
beseitigen)
o Beschaffung westlicher Produktionsanlagen für Export- und Konsumgüter
(finanziert durch Kredite bei westlichen Banken)  hohe Schulden bei
nichtsozialistischen Ländern, „Anfang vom Ende“
o Führungsrolle der Sowjetunion wird wieder als verbindlich angesehen 
Besserung der Beziehungen zwischen DDR und SU, Freundschaftsvertrag
o Durch die Aufhebung der Hallenstein-Doktrin waren mehr diplomatische
Beziehungen möglich
Bis 1978 erkannten 123 Regierungen die DDR an  wichtigste Phase der Außenpolitik
erfolgreich abgeschlossen.
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KSZE (Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa)


o 01.08.1975 in Helsinki, nur eine Schlussakte, da es sich um keinen
rechtsverbindlichen Vertrag handelt
o Teilnehmer erkennen ihre Gleichberechtigung, Souveränität und territoriale
Unantastbarkeit an
o Gewaltverzicht und Verpflichtung die Menschenrechte einzuhalten
o Permanente Beratung (Kommunikation möglich, ohne dass es jemand erfährt und
weniger Missverständnisse)
o DDR-Bürger feiern dies als weiteren Schritt zur internationalen Anerkennung
(keine offizielle, nur de-facto)
o DDR wollte sich als Exportnation gegenüber dem Westen öffnen und auch
westliches Know-how erwerben  Bevölkerung sollte trotzdem vom Kapitalismus
abgeschirmt bleiben  Schlug fehl, DDR-Bürger forderten Freiheiten (Meinungs-
und Pressefreiheit, Ausreisemöglichkeit)
o Durch die KSZE-Verhandlungen kam es zu einer demokratischen
Aufbruchsstimmung in der DDR
DDR Krise und Ende 1981-1990
o Hohe Kosten durch Wettrüsten, zunehmend kritische Lage in der Sowjetunion 
Preise für Rohöl werden erhöht und Lieferungen werden gedrosselt  wichtigste
Devisenquelle der DDR brach zusammen
o Kredite und Zinszahlungen konnten nur durch neue Kredite zurückgezahlt werden
und es kam zu Konflikten mit westlichen Kreditinstituten
o Reformvorschläge zur Verbesserung der Wirtschaft wurden von Erich Honecker
prinzipiell abgelehnt durch die ökonomische Krise war die Destabilisierung des
Regimes nicht aufzuhalten
o Zuwachs der rechtsextremen Szene
o Fälschung von Kommunalwahlen wird von der Opposition aufgedeckt
o In der Sowjetunion wurde 1985 Michail Gorbatschow zum Generalsekretär
gewählt
o Zunehmende Isolierung innerhalb des Ostblocks durch Ablehnung der Reformen
Glasnost und Perestroika von Gorbatschow
o 1988 erklärte Honecker die Ablehnung der sowjetischen Reformpolitik
o Ab 04.09.1998 gibt es in Leipzig wöchentlich Montagsdemonstrationen,
wachsende Teilnehmerzahlen
o 17.10.1989 „Wir sind das Volk!“- Rufe, Sturz von Erich Honecker im Politbüro der
SED
o Egon Krenz wird zu seinem Nachfolger ernannt trotzdem wachsender Prozess
o 07.11.1989 Rücktritt der Regierung und es Politbüros, Beantragung von
Privatreisen ins Ausland durften beantragt wurde  Grenzsoldaten öffnen ohne
Befehl die Übergänge der Berliner Mauer und der Grenze zur Bundesrepublik
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Wiedervereinigung und außenpolitische Reaktionen

o Zielrichtung der Montagsdemonstrationen änderte sich  Wunsch nach


Wiedervereinigung wurde ausgedrückt
o Zehn-Punkte-Programm von Kohl (sah Konföderation beider deutschen Staaten
vor und die spätere Einheit im Rahmen des europäischen Einigungsprozesses war
nicht ausgeschlossen)
o Dadurch entstand eine Vertragsgemeinschaft mit der DDR (Unterstützung
Ostdeutscher Wirtschaft, Öffnung gegenüber Westeuropa)
o Modrow (Bezirksleiter der SED in Dresden) berief die Oppositionsgruppen zum
runden Tisch (zur Erarbeitung von politischen Problemen, kennzeichnend für die Zeit
der Auflösung der DDR) ein um eine neue Verfassung, freie Wahlen und die
Auflösung der Stasi vorzubereiten
o 1990 Sturm auf Berliner Stasi Zentrale

o Wiedervereinigung auf 2 verfassungsrechtliche Möglichkeiten: entweder eine


komplette staatliche Neugründung nach GG Artikel 146 oder
o Beitritt der DDR zur BRD nach GG Artikel 23  starker Wille der DDR zur schnellen
Einigung (Volkskammerwahlen, März 1990 bekam die „Allianz für Deutschland“
(Wahlkampfbündnis CDU Ost, Deutsche soziale Union und Demokratischer Aufbruch) 47,8%
aller Stimmen, sie war für den Beitritt zur BRD)
o SED wird in DIE LINKE umgewandelt
01.07.1990 Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion
o Finanzminister unterschreiben den Vertrag über die Schaffung einer Wirtschafts-,
Währungs- und Sozialunion  Staatsvertrag
o Kritik: DDR-Wirtschaft viel zu schlecht und unproduktiv um über Nacht dem
Wettbewerb mit westdeutsche und internationalen Konzernen ausgesetzt zu
werden
o Währungsumstellung 1:1
 Wirtschaftliche Eingliederung in die BRD vollzogen
Durch den Zwei-plus-vier-Vertrag ist Deutschland seit dem 03.10.1990 wiedervereint
(rechtlicher Rahmen ist der Einigungsvertrag vom 31.08.1990, Wiederherstellung staatlicher,
deutscher Einheit, Benennung 5 neuer deutscher Bundesländer, Änderung des GG und der
Finanzverfassung der neuen Länder, völkerrechtlich notwendige Angleichung); mit dem
Wirksamwerden des Vertrags erlosch die Existenz der DDR als Staat
o 2.12.1990 ersten Gesamtdeutschen Wahlen (Kohl, CDU/CSU und FDP)
USA: unterstützen die Wiedervereinigung, solange Gesamtdeutschland der NATO beitritt
FR: hat Bedenken, dass DE die europäische Wiedervereinigung gefährdet obwohl DE
zusagte den Euro einzuführen und die Integration Europas fortzusetzen
GB: Regierungschefin Thatcher abgeneigt und stimmt nur zwangsweise zu
 Die Unvermeidbarkeit der Wiedervereinigung wird von allen erkannt
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Abgrenzung Ost und West


o Deutliches Wohlstandsgefälle und unterschiedliche Erfahrungswelten nach 40
Jahren Teilung
o Elitetransfer aus dem Westen, der sich beim Umbau der politischen, juristischen
und gesellschaftlichen Institutionen vollzog  Ostdeutsche waren politisch zu
belastet
o Gefühl der Fremdbestimmung
o 1991 Ablösung Bonns durch Berlin als Hauptstadt
o Ein Staat, zwei Gesellschaften  Osten kaum weiterentwickelt und weltläufiger
Westen
o Trotzdem: massive wirtschaftliche Investitionen in den Osten, welcher die
Infrastruktur verbesserte, wie auch die sozialen Sicherungssysteme
o Arbeitslosenunterstützungen und Rentenerhöhung
o Da die Wirtschaft im Osten sehr viel schlechter war wurden
Treuhandgesellschaften eingeführt  Ostdeutsche Betriebe sanieren oder
verkaufen, DDR-Wirtschaft wurde überschätzt und ihr Anteil am BIP betrug Ende
1990 nur 10%  sehr hohe Arbeitslosigkeit im Osten, Lohngefälle zwischen Ost und
West
o Bereitschaft für „Solidaritätsbeitrag“ lag in Sicht
o Rasche Einbeziehung der DDR mittels Wiederherstellung seiner Länder
 Aus internationaler Perspektive ist ein geeintes Deutschland aus der Randlage, ins
Zentrum eines sich vereinigenden Europas gerückt
EU-Vertrag 1993
o Verträge über die europäische Union und baut auf dem Integrationsprozess
Europas auf
o Begründet die Europäische Union (erst 12 Mitgliedsländer später 25)
o Schaffung einer gemeinsamen Währung und einer europäischen Zentralbank
durch Wirtschafts- und Währungsunion
o Entwicklung gemeinsamer Außen- und Sicherheitspolitik
o Erweiterung der Zusammenarbeit in Justiz- und Innenpolitik
o Vertiefung der europäischen Aktivitäten in weiteren Politikfeldern (Bildung,
Kultur, Sozialpolitik)
o EU-Vertrag unterstützt durch Verträge von Amsterdam und Nizza
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2. Die bipolare Welt nach 1945


Wesentliche Kennzeichen dieser Jahrzehnte sind neben der bipolaren Weltordnung die
permanente gegenseitige nukleare Bedrohung und die globale ausgetragene Konkurrenz
zweier fundamental verschiedener Gesellschaftsordnungen, westlicherseits durch die
USA, östlicherseits durch die Sowjetunion.
Vorgeschichte
o 1917 ergriffen die Bolschewiken unter der Führung Lenins (Oktoberrevolution) die
Macht in Russland  USA und andere Mächte versuchten erfolglos das Entstehen
eines Regimes zu verhindern  es prägte sich die Rote Angst
o Erst 1933 erkannte die USA die Sowjetunion an
o Während des 2. Weltkrieges gab es den Hitler-Stalin-Pakt zum Schutz vor dem
Deutschen Reich
 Misstrauen und Angst vor der Sowjetunion

o 2. Weltkrieg und Rivalitäten der USA und der Sowjetunion durch


entgegengesetzte politische Systeme  Teilung der Welt in zwei jeweils von einer
Supermacht angeführten Blöcke
o Truman-Doktrin und Marshallplan vs. Kominform zeichneten 1945-1949 die
bipolare Welt vor  gegenseitiges Misstrauen
o USA will ihre Atombomben nicht in internationale Kontrolle umstellen, was die
Kremlführung empört (USA hatte bereits 1945 Atombombe, UdSSR erst 1947)
o Mit der Truman-Doktrin und der Containmentpolitik gegenüber dem sowjetischen
Expansionsstreben fand die Ost-West-Konfrontation eine öffentliche
Ausformulierung
o Entstehung der BRD und d DR sowie die Westeinbindung der Bundesrepublik
wirkt festigend zur Blockbildung
Formatierung der Blöcke
o NATO-Gründung, entsprach den amerikanischen und westeuropäischen Interessen
 Führungsmacht USA brauchte Partner, die ihre Stützpunkte zur Verfügung
stellen und mit nationalen Truppen gemeinsame Streitkräfte stärken 
Westeuropa sucht Schutz der amerikanischen Atomwaffen
o NATO-Vertrag verpflichtet Partner zu politischer und militärischer
Zusammenarbeit und zu gegenseitiger Hilfe bei Angriff von außen
o Alle 10 europäischen Länder, USA und Kanada gleichberechtigt
o Sowjetunion betreibt ähnliche Politik: 1955 Gründung des Warschauer Pakts <->
Gegenstück zur NATO
o Warschauer Pakt war der NATO zahlenmäßig überlegen und verfolgte für den
Kriegsfall offensive (nicht atomare) Absichten
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o Die NATO vertrat das Konzept der „massiven Vergeltung“, solange sie sich ihrer
Überlegenheit bei Nuklearwaffen und Fernbombern gewiss waren: jeder
potentielle Angreifer sollte mit der Drohung eines atomaren Gegenschlags
abgeschreckt werden und bei einem Angriff nuklear vernichtet
o Späte 50er Jahre zog die UdSSR in der Raketentechnik gleich, in regional
begrenzten Kriegen war atomare Höchststufe meist nicht anwendbar  „flexible
response“ = ein geeignetes Vorgehen soll je nach Umständen gewählt werden
o Mit Anwachsen tödlicher Waffenarsenale auf beide Seiten entstand die Hoffnung
auf Gleichgewicht des Schreckens (Atomkrieg zwischen Supermächten=
Katastrophe für die Menschheit, man hoffte auf den Sieg der Vernunft)
o Strategische Planung seit den 70er Jahren darauf gerichtet, das Gleichgewicht des
Schreckens aufrecht zu erhalten, indem beide Seiten „Zweitschlagfähigkeit“
erhöhten und dem Gegner die Hoffnung nahmen, mit Erstschlag Sieg ohne starke
eigene Verluste zu erzielen
Stabilität innerhalb der Blöcke
o Westen: „flexible response“ hob den automatischen atomaren Schutz auf  de
Gaulle verlangte Mitspracherecht über den Einsatz amerikanischer Kernwaffen,
was ihm verweigert wurde
o De Gaulle zog französische Streitkräfte auf der NATO zurück und konzentrierte
sich auf die Entwicklung französischer Atomwaffen
o Kritik der amerikanischen Inflationspolitik (Abschaffung des $ als Leitwährung,
Amerikaner beschwerten sich über Wettbewerbsverzerrung auf dem Weltmarkt,
die durch die protektionistische und subventionistische Außenhandelspolitik der
EG verursacht wurde
 Trotz Unstimmigkeiten zeigt der Westblock Stabilität

o Osten: Sowjetführung macht die Vorherrschaft im Ostblock sehr deutlich, wo ihre


Hegemonie gefährdet  GEWALT
o 1968 Niederwerfung des „Prager Frühlings“ (Versuch Kommunismus menschlich
zu machen) machte er sowjetische Parteichef seinen Bündnispartner die Grenzen
ihrer Souveränität klar: keiner hat das Recht die sozialistische Staats- und
Gesellschaftsform aufzugeben  wer es versuchen sollte  bewaffnete
Intervention der übrigen Paktstaaten (Breschnew-Doktrin)
 Sowjetische Vorherrschaft beruhte auf Bajonetten der Roten Armee statt auf
Überzeugungskraft der marxistisch-leninistischen Lehre
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Konfrontation und Entspannung


o Rüstungswettlauf der USA und der UdSSR und der Militärbündnisse NATO und
Warschauer Pakt  Gleichgewicht des Schreckens
o Kalter Krieg verschlang Ressourcen  wohlhabender Westen weniger Probleme
als der ärmere Ostblock
o Ronald Reagan (republikanischer US-Präsident 1981-1989 trieb die Rüstungsspirale
trotz eigener Staatsverschuldung so in die Höhe, dass die Sowjetunion nicht mehr
mithalten konnte  wirtschaftliche Schwierigkeiten wuchsen in der Sowjetunion
infolge der Rüstungskosten und trugen zum Zusammenbruch des
Sowjetimperialismus bei
o Akteure des Kalten Krieges wollten keinen heißen Krieg, da die Verluste auf beiden
Seiten zu hoch wären
o Chruschtschow (Parteichef 1953-1964) zog darauf weltpolitische Konsequenzen
und wollte mir der Devise der friedlichen Koexistenz den Krieg als Mittel der
Politik ausschalten.  jedoch kein Ende der Systemkonkurrent oder Verzicht auf
den weltweiten Sieg des Kommunismus oder ein Aufhören aller bewaffneter
Auseinandersetzung, sondern nur auf den wirtschaftlichen Wettstreit verlagern
und den Kampf mit Waffen auf die regional begrenzten, antikolonialen
Befreiungskriege beschränken
Kuba-Krise Oktober 1962, erstmals ungeheure Gefahr eines Atomkrieges
o Die USA stationierte Mittelstreckenraketen in der Türkei
o Fidel Castro (verbündeter, kubanischer Revolutionsführer) gab Chruschtschow die
Zustimmung, sowjetische Raketenabschussrampen in Kuba zu bauen (150km vom
amerikanischen Festland entfernt)
o Kennedy-Regierung versuchte Demontage der Rampen mittels Seeblockade und
der Androhung einer gewaltsamen Intervention zu erzwingen
o Sowjetunion gab nach  Abbau und Rücktransport der Raketen, ersten nach
Zusage der USA, Raketen aus der Türkei abzuziehen
 Es wurden wieder gleiche Verhältnisse geschaffen und es sollten Vereinbarungen
über Rüstungskontrolle getroffen werden und mehr Kommunikation herrschen

Stellvertreterkriege außerhalb Europas


o In den 50er Jahren spielte sich der kalte Krieg an Nahtstellen der Machtblöcke in
Europa  Verlagerung des Konflikts in nicht-europäische Regionen
o Koreakrieg 1980-1953: das kommunistische Nordkorea eröffnet den Angriff auf
Südkorea, USA begegnet dem mit massiven Truppeneinsatz (erfüllen damit das
Schutzversprechen für den südkoreanischen Diktator und folgten der
Containmentpolitik)
o Vietnamkrieg 1955-1975: Vietnam erlangte im Rahmen der Genfer Konferenz seine
Unabhängigkeit von Frankreich  Aufteilung in zwei Staaten  kommunistisches
Nordvietnam (unterstützt durch UdSSR) und Südvietnam (Unterstützt durch USA)
mit reaktionärem Staatswesen
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o Die amerikanische Vietnam-Politik orientierte sich an der von Eisenhower


vertretenen „Domino-Theorie“  es kam darauf an, keinen Staat zugunsten der
Kommunisten zu verhindern, da sonst Kettenreaktionen befürchtet worden
o So verstrickte sich die USA in einen Bürger- und Guerillakrieg  neue Probleme
waren militärisch nicht zu lösen
o Probleme: kaum feste Fronten, Freund und Feind waren nicht zu unterscheiden,
Verheerung des Krieges machte es Amerikanern unmöglich, in Südvietnam eine
Staats- und Gesellschaftsform aufzubauen (Bürger hatten andere Bedürfnisse und
lebten in anderen kulturellen Traditionen)
o Auch lehnte die amerikanische Bevölkerung nach Kriegsberichterstattung und
Kriegsverbrechen den Vietnamkrieg ab
o Trotz 600.000 US-Soldaten waren die Gegner mächtiger
o Negative Folgen für die USA: 58. 000 tote Soldaten, US-Wirtschaft angeschlagen,
Währung zerrüttet, Gefühl der Unbesiegbarkeit verloren
Sowjetische Intervention in Afghanistan in den 80er Jahren
o Zur Rettung der kommunistischen Regierung in Kabul vor dem Umsturz 
Einmarsch der sowjetischen Truppen, agieren im Sinne der Breschnew-Doktrin um
ein kommunistisches Land nicht an den Klassenfeind zu verlieren
o Es entstehen dieselben Probleme, wie die USA in Vietnam hatte  militärisch
ankommen gegen Widerstandsgruppen ist nicht möglich  fremden Land mit
fremder Kultur und altertümlicher Gesellschaftsordnung konnte man nicht das
Sowjetsystem aufzwingen
o 1988 Rückzug der Roten Armee
o Weltpolitische Rückwirkung: Im Vietnam und in Afghanistan erhielten Guerillas
Hilfe von Feinden des Feindes
 Vietcong und Nordvietnamesen kämpften mit sowjetischen und chinesischen
Waffen
 Afghanische Mudschaheddin hatten amerikanische Luftwehrraketen
 Widerstandskämpfer handelten dennoch nicht im Auftrag Washingtons, Pekings
oder Moskaus, sondern verfolgten ihre eigenen Ziele
 Trotz Wunsch, die Widersacher auszuschalten, agierten beide Blöcke nicht direkt,
brachten aber indirekt Schaden
Dritte Welt
o Blöcke versuchen Verbündete zu gewinnen und Widerstandsbewegungen gegen
das andere Regime zu fördern
o USA unterstützte rechte Contra Rebellen in Nicaragua gegen sozialistische
Sandinisten
o UdSSR stand gegen Israel auf Seiten der palästinensischen Befreiungsorganisation
(PLO)  erhofften sich durch Sieg Schwächung des amerikanischen Einflusses im
Nahen Osten
o Politische Ausrichtung der unterstützten Gruppen sind oft abweichend  USA
verbündete sich mit antidemokratisch-reaktionären Systemen sofern
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antikommunistisch, Sowjetunion unterstützte islamisches Palästina obwohl


Muslime Kommunismus wegen atheistischer Ausrichtungen ablehnen
o Lock- Druckmittel wie Entwicklungshilfe, wo die politische Loyalität sicher war

Rüstungskontrolle und Entspannung


o Anfang der 70er Jahre treffen sich Moskau und Washington zu zwei SALT-
Abkommen (Strategic Arms Limitation Talks) (deeskalative Maßnahmen)
o Verträge legen nur Obergrenzen für Raketensysteme fest, ohne vorhandene
Vernichtungspotentiale anzutasten  keine Abrüstung
o Verhandlungen der NATO und des Warschauer Pakts über die Verminderung
konventioneller Streitkräfte kamen jahrelang nicht von der Stelle
o SALT 2 Verträge wurden vom US-Senat nicht ratifiziert (wegen des sowjetischen
Einmarsches in Afghanistan)
o Entspannungswille auf beiden Seiten, Verbesserung des politischen Klimas
o Verträge bekräftigen neues Denken: KSZE, Berlin-Regelung)
o Steigerung des Ost-West Handels kam unterdessen nicht voran, trotzdem greift
die Liberalisierung des Lebens in einigen Ostblockländern  Trägt wesentlich zum
Zusammenbruch der kommunistischen Herrschaft bei

Das Ende des kalten Krieges


Neues Denken
o 1985 Michail Gorbatschow wird Generalsekretär der KPdSU
o Umbruch im Inneren entsprach vollständiger Neuordnung in der Außenpolitik:
Abrüstungsvorschläge  liefen auf Abschaffung der meisten Vernichtungswaffen
hinaus  Abbau aller in Europa stationierten Kurz- und Mittelstreckenraketen,
Reduzierung Interkontinentalraketen, Verminderung und Kontrolle der
Atomsprengköpfe, Verzicht auf chemische Kampfmittel, Verringerung
konventioneller Streitkräfte
o Glasnost (Öffnung und Transparenz) und Perestroika (Umgestaltung der SU)
o Konsequenz: Auflösung des Warschauer Pakts im Februar 1991 nachdem Moskau
auf den Führungsanspruch in Osteuropa verzichtet
o Widerruf Breschnew-Doktrin  Staaten erhielten volle innen- und außenpolitische
Handlungsfreiheiten
o Sturz aller kommunistischer Regierungen
o DDR erhielt Selbstbestimmung  Gorbatschow stimmte der Wiedervereinigung
Deutschlands zu
o Zerfall des Vielvölkerstaates Sowjetunion  Folge: USA einzige Supermacht
(Unilateralismus, Neigung politisch und militärisch im Alleingang zu handeln)