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Epiphaniespiel 2018

König David – Teil 2

Rolle

Name

Zugesagt

Josef & Maria & Kind

Maximilian & Judyta & Clemens Ziegler

Ja

Erzähler

Maria Glück

Ja

Melchior

Tobias Ledermüller

Ja

Kaspar

Richard Andrae

Ja

Balthasar

Wojtek Chmielewski

?

Lastenträger drei Könige

Erich Andrae

?

König David

Clemens Ledermüller

Ja

Vertreter der Stämme Israels

   

Hetiter Urija

Johannes Ledermüller

Ja

Batseba

Leni Konhäusner

Ja

Diener David

Paul Konhäusner

Ja

Joab

Giuseppe Marangoni

Ja

Soldaten

Karol Golian Bernhard Gstaltmeier Leopold Ziegler

Ja

Ja

?

Frauen & Volk

Anna Zeilinger Veronika Konhäusner

Ja

?

Stimme Gottes

Robert Ziegler

Ja

Natan

Herbert Ledermüller

?

Abschalom

Szymon Golian

Ja

Salomo

   

Priester Zadok

Benedikt Gstaltmeier

Ja

Merib-Baal

   

Adonija

   

Amnon

   

Tamar

Anna Glück

Ja

Ahitofel

   

Huschai

   

Frau aus Tekoa

   

Jonatan

   

Kantoren

Name

Zugesagt

Gitarre & Singen

Rosa Andrae

Ja

Gitarre

   

Gitarre

   

Schelle

   

Bongos (o.ä.)

   

Organisatorisches

Name

Zugesagt

Bühne

Hans Zutz + Helfer

Ja

Requisiten

Angelika Fisher

Ja

 

Heidi Schmidt

Ja

 

Elisabeth Gstaltmeier

Ja

Stern

John Fisher

Ja

Soundanlage

Robert Ziegler

Ja

Szene 1: (Könige)

Die Könige ziehen mit dem Lastenträger umher und kommen auf die Bühne. Dort setzen sie sich erschöpft nieder. Es ist Nacht.

Melchior: Am Tag ist es heiß, in der Nacht ist es kalt. Wie lange sollen wir eigentlich noch weitergehen?! Ich will nicht mehr!

Balthasar: Mir geht es auch so. Seit Tagen und Wochen ist es doch immer dasselbe. Immer weiter und immer weiter. Wo wollen wir eigentlich nochmal hin?

Kaspar: Habt ihr das denn schon vergessen?! Die Prophezeiung!

Balthasar: Was redest du denn da?

Melchior: Ach die Prophezeiung. Die habe ich ja schon ganz vergessen. Aber ja, jetzt klingelt wieder was bei mir. Ich glaube, Balthasar und mir tut die ewige Reise nicht besonders gut.

Kaspar: Das denke ich auch. Aber seht doch, der Stern! Er führt uns zu unserem neuen König! Genau davon spricht die Prophezeiung.

Balthasar: Ach ja, das war doch dieser König David oder? Von dem hast du uns ja gestern erst eine ewig lange Geschichte erzählt.

Kaspar: Nein, nicht der König David! Der König, zu dem wir gehen, soll viel mächtiger sein. Hör dir das doch noch einmal an!

Er winkt dem Lastenträger. Dieser bringt die Truhe und stellt sie vor ihn. Kaspar

nimmt eine Schriftrolle heraus und beginnt das Lied

„Das Volk, das in Finsternis

heraus und beginnt das Lied „Das Volk, das in Finsternis wandelt“ zu singen. Melchior: Nun, das

wandelt“ zu singen.

Melchior: Nun, das klingt ja alles sehr gut und schön. Aber trotzdem Kaspar, wer war dann noch einmal dieser König David? Diese Geschichte war sooooooo lang, dass ich sie schon wieder ganz vergessen habe.

Kaspar: König David hat lange lange lange vor dem König gelebt, zu dem wir jetzt ziehen. Er wurde von Gott als Herrscher über sein Volk Israel auserwählt. Ich wollte euch seine Geschichte erzählen, damit ihr versteht, warum dieser neue König so wichtig für uns ist! Er kommt aus derselben Stadt wie David – Betlehem! Er ist sogar sein direkter Nachkomme. Er wird die Menschen zum ewigen Frieden führen und alle Schmerzen wegnehmen! Er muss also groß und mächtig sein. Ist das alles nicht schon Beweis genug?

Balthasar: Aber warum brauchen denn ausgerechnet wir einen neuen König? Wir sind doch schon selbst drei Könige!

Melchior: Verstehst du denn gar nichts Balthasar? Der König aus dieser Prophezeiung soll mächtiger sein, als alle Könige der Erde zusammen. Er ist von Gott selbst geschickt!

Kaspar: Richtig. Wir alle brauchen den neuen König, um zum Frieden zu finden. Aber kommt jetzt, lasst uns weitergehen bevor es zu dunkel wird. Ich war mit meiner Geschichte sowieso noch lange nicht fertig. Vielleicht versteht ihr dann alles besser.

Könige und Lastenträger stehen auf und ziehen von der Bühne herunter. Es wird dunkel. Schneller Szenenwechsel.

Szene 2: David zieht nach Jerusalem

David sitzt auf einem Thron. Um ihn herum seine Diener. Die Vertreter der Stämme kommen auf die Bühne.

Erzähler: König Saul und sein Sohn Jonathan sind tot. Gott der Herr hatte David erwählt, neuer König über sein Volk zu werden. Das Land war jedoch in zwei Hälften geteilt. David herrschte für sieben Jahre und sechs Monate über Juda, Sauls anderer Sohn Ischbaal aber über Israel. Dann fiel Ischbaal einem Verrat seiner eigenen Leute zum Opfer und wurde ermordet. So kamen die zwölf Stämme Israels zu David in die Stadt Hebron, um ihn zum neuen König zu salben.

Vertreter der Stämme: David! Schon als noch Saul unser König war, hast du uns gegen unsere Feinde verteidigt. Gott der Herr hat zu dir gesagt: Du sollst der Hirte meines Volkes werden. Du sollst also unser neuer König sein!

David: So soll es sein. Lasst uns einen Vertrag vor dem Herrn schließen! Dann wollen wir nach Jerusalem ziehen! Es soll meine Hauptstadt werden.

Ein Diener bringt ein Stück Papier. David unterschreibt es und einige Vertreter der Stämme auch. Sie legen ihm die Hände auf. Es wird dunkel. David, Soldaten und Diener ziehen seitlich weg und kommen durch den Mittelgang wieder nach vorn.

weg und kommen durch den Mittelgang wieder nach vorn. Lied: Ich will wandern Erzähler: David und

Lied: Ich will wandern

Erzähler: David und seine Diener zogen von der Stadt Hebron hinauf nach Jerusalem. Die Stadt war jedoch von den Jebusitern besetzt. Auch ein anderes fremdes Volk, die Philister, hörte, dass David nach Jerusalem zieht. Sie wollten ihn dort gefangen nehmen.

Auf der Bühne warten einige Jebusiter. Ein Stück hinter David und seinen Leuten folgen die Philister.

Jebusiter: Du kommst hier nicht herein! Diese Stadt gehört uns! Sogar unsere Lahmen und Blinden werden dich vertreiben!

David: Kommt! Wir holen uns unsere Stadt zurück!

David greift mit einigen Soldaten die Jebusiter an und schlägt sie. Dann kommen die Philister schon zur Bühne und auch sie werden geschlagen. Die Israeliten jubeln.

David: Jerusalem! Meine Stadt! Endlich sind wir wieder hier. Nur eines fehlt noch, damit es wirklich unsere Hauptstadt wird! Kommt, lasst uns die Bundeslade mit den zehn Geboten, die uns der Herr gegeben hat, aus Baala nach Hause holen. Hier gehört sie hin. Sie soll immer in meiner Nähe sein!

Sie ziehen wieder von der Bühne zur Seite weg und kommen mit der Bundeslade durch den Mittelgang nach vorn. Die Israeliten tanzen, klatschen und spielen auf

Instrumenten (Schellen, etc.). Auf der Bühne steht ein Thron. David setzt sich, die Bundeslade wird genau in die Mitte gestellt. Auch Natan, der Prophet, betritt dir Bühne.

Mitte gestellt. Auch Natan, der Prophet, betritt dir Bühne. Lied: Aus Liebe zu meinen Brüdern Erzähler:

Lied: Aus Liebe zu meinen Brüdern

Erzähler: David und das ganze Volk zieht los um die Bundeslade nach Jerusalem zu holen. In dieser Lade liegen Steintafeln mit den zehn Geboten. Gott hatte die Gebote Mose nach dem Auszug aus Ägypten gegeben. Sie sind das wichtigste Heiligtum der Israeliten. Er wollte so einen ewigen Bund mit seinem Volk Israel schließen. Schon wenig später schickt Gott den Propheten Natan zu David.

David: Natan mein Freund! Gut, dass du da bist. Weißt du, es gibt eine Sache die mir Sorgen bereitet. Ich wohne in einem Palast. Die Bundeslade, die Gott uns geschenkt hat, wohnt aber in einem Zelt. Wie kann das sein? Ich will ihr ein wunderschönes Haus bauen.

Natan: Tu was du für richtig hältst mein König.

Stimme Gottes: Natan! (Dieser dreht sich erschrocken um und wirft sich zu Boden) Seit dem Tag, als ich die Israeliten aus Ägypten herausgeführt habe, wohne ich in einem Zelt. Habe ich jemals zu den Hirten meines Volkes gesagt: Warum baut ihr mir kein Haus? Sag also zu David: Ich habe dich hierhergeführt damit du der König meines Volkes wirst. Ich habe alle deine Feinde vernichtet und werde dir Ruhe verschaffen. Nicht du wirst mir ein Haus bauen, sondern ich werde dir ein Haus bauen. Dein Königtum soll ewig bestehen bleiben! Wenn du gestorben bist, werde ich deinen Sohn auf deinen Thron setzen. Er wird mir ein Haus bauen, das ewig besteht. Ich werde für ihn Vater sein und er wird für mich Sohn sein.

Natan: David! Gott möchte dir sagen, dass nicht du sein Haus baust sondern er. Er wird dich für immer beschützen. Nach dir wird dein Sohn König sein! Er wird dem Herrn ein Haus bauen, das niemals zerstört wird.

David springt auf und fällt auf die Knie.

David: Wer bin ich, mein Herr und mein Gott, dass du mich hierher geführt hast? Und jetzt versprichst du mir auch noch so großartige Dinge für die Zukunft. Es gibt keinen Gott wie dich. Du hast Könige, Völker und Götter vertrieben um dein Volk in die Freiheit zu führen! Segne also mich, deinen Knecht, und alle meine Nachkommen. Du bist der einzige Gott!

Es wird dunkel. Alle verlassen die Bühne.

Szene 3: Davids Sorge um die Nachkommen Sauls

Erzähler: Gott der Herr hatte David eine große Zukunft versprochen. Alle Feinde des Volkes Israel sollten vernichtet werden. Die Philister, die Moabiter, die Aramäer und Edom. Alle diese Völker schlug David in kurzer Zeit mit der Hilfe Gottes. Die Beute aus den Kriegen weihte er dem Herrn.

David und seine Diener kommen wieder. David setzt sich auf seinen Thron und spricht zu seinen Dienern.

David: In allem was ich mache, bin ich erfolgreich. Eine Sache lässt mir jedoch keine Ruhe. Erinnert ihr euch noch an den Sohn Sauls, meinen Freund Jonathan?

Die Diener nicken zustimmend.

David: Sind noch Verwandte von Saul am Leben? Wegen Jonathan will ich sie aufnehmen und für sie sorgen.

Diener David: Mein König! Es gibt einen Sohn Jonathans. Er ist aber an beiden Füßen gelähmt.

David: Wo ist er? Bringt ihn zu mir!

Der Diener winkt einem anderen der daraufhin mit einem anderen von der Bühne läuft. Sie kommen wieder und tragen Merib-Baal auf die Bühne und legen ihn vor David auf den Boden.

David: Merib-Baal!

Merib-Baal: Mein König! (Er versucht aufzustehen um David zu huldigen und stürzt dabei. David springt auf und stützt ihn.)

David: Hab keine Angst Merib-Baal. Dein Vater Jonathan war mein Freund. Ich will dir deshalb Gutes tun. Du sollst alle Felder deines Großvaters Saul zurückerhalten und immer an meinem Tisch willkommen sein!

Merib-Baal: Wer bin ich, dass du einem toten Hund wie mir Gutes tun willst?

David (in Richtung des Dieners): Alles was Saul und seiner Familie gehörte, gebe ich nun Merib-Baal zurück. Du sollst mit deinen Söhnen und Knechten das Land bebauen und dafür sorgen, dass es gute Früchte bringt. Diener! Er soll wie ein Königssohn behandelt werden!

Es wird dunkel.

Lied:

Der Geist des Herrn ruht auf mir

Szene 4: David, Batseba und Urija

Batseba sitzt auf der Bühne und pflegt sich. Sie kämmt die Haare, wäscht sich das Gesicht, usw. David ist am anderen Ende der Bühne und schläft. Hinter ihm sitzt sein Diener und passt auf.

Erzähler: David schickte seinen Heerführer Joab und die Soldaten in den Krieg, um die Ammoniter zu besiegen. Auch gegen die Aramäer mussten die Israeliten in den Kampf ziehen. Gott der Herr stand immer auf der Seite seines Volkes und führte es zum Sieg. David selbst blieb aber in Jerusalem.

David steht auf und schaut ein bisschen umher. Dann entdeckt er Batseba.

David: Diener! Wer ist diese Frau? Sie ist doch sehr schön oder?

Diener David: Mein König, das ist Batseba, die Frau des Hetiters Urija. Er ist mit deinem Heerführer Joab im Krieg und ist einer unserer besten Soldaten.

David: Was für ein tapferer Mann. Aber jetzt geh und hol sie mir! Sie sieht einsam aus. Ich will sie näher kennen lernen.

Der Diener läuft zu Batseba und nimmt sie mit zu David.

David: Batseba, es ist sehr schön dich kennen zu lernen. Komm her zu mir.

Er nimmt sie an der Hand und sie gehen von der Bühne.

Erzähler: Batseba blieb einige Tage bei David. Ihr Mann Urija kämpfte währenddessen weiter an der Front und erfuhr nichts davon.

Batseba kommt zu David. Dort sitzt David auf dem Thron. Neben ihm nur sein Diener.

David: Ahhh Batseba! Schön, dass du wieder da bist. Ich habe dich schon vermisst. Wie geht es dir?

Batseba: Mein König! Ich bin schwanger. Mein Mann ist seit vielen Wochen weg. Das Kind muss also von euch sein.

David springt auf und läuft hin und her. Er überlegt angestrengt.

David: Ah! Niemand darf erfahren, dass Batseba ein Kind von mir bekommt. Das wäre ein riesiger Skandal. Diener! Schick jemanden zu Joab. Er soll mir ihren Mann, diesen Hetiter Urija, herschicken.

Der Diener läuft von der Bühne. Batseba geht auch weg. David setzt sich wieder auf seinen Thron und grübelt weiter. Nach einigen Augenblicken kommt der Diener wieder. Hinter ihm geht Urija. Er wirkt eingeschüchtert.

David: Urija! Da bist du ja endlich! Sag mir, wie geht es Joab und meinen Männern im Kampf? Du bist so ein tüchtiger Soldat. Ich möchte dir ein Geschenk

machen. Du hast dir ein bisschen Ruhe verdient. Geh also nach Hause zu deiner Frau und verbringe die Nacht mit ihr. Lasst es euch gut gehen!

Urija verlässt die Bühne. In einer Hütte sitzt Batseba und kocht etwas. Urija geht nicht hinein sondern legt sich davor und schläft.

David sitzt auf seinem Thron. Sein Diener kommt auf die Bühne.

David: Ah, sehr gut. Hat Urija gestern noch einen schönen Abend gehabt?

Diener David: Ganz im Gegenteil! Er hat keinen Fuß in sein Haus gesetzt. Er ist nur davor gelegen und hat ein paar Stunden geschlafen. Ich glaube, dass Batseba nicht einmal gemerkt hat, dass er da ist.

David: Das gibt es doch nicht! Schick ihn sofort her zu mir!

Der Diener läuft und kommt mit Urija wieder.

David: Urija! Da möchte ich dir etwas Gutes tun und du gehst nicht einmal zu deiner Frau hinein, um sie zu begrüßen? Was soll das?

Urija: Mein König, die Bundeslade wohnt in einem Zelt. Joab und meine Brüder schlafen sogar im Freien. Und ich soll nach Hause gehen, essen und trinken und in meinem Bett bei meiner Frau schlafen? Das kann ich doch nicht machen!

David: Ach du siehst das alles viel zu streng. Ich bin der König und ich kann jeden belohnen, den ich belohnen will. Komm, wir feiern ein kleines Fest und dann verbringst du doch noch eine gemütliche Nacht zu Hause.

Die Diener bringen Wein und Getränke und tanzen. David und Urija essen und trinken.

Urija (schon etwas betrunken): Danke mein König! Aber ich kann das trotzdem nicht tun. Gleich morgen früh werde ich zurück zu meinen Brüdern in den Krieg ziehen. (Er verlässt die Bühne)

David: Diener! Wenn er nicht möchte, dann muss ich die Sache selbst lösen. Schick jemanden zu Joab und sag ihm, er soll Urija im Kampf ganz nach vorne stellen. Genau an die Stelle, wo am heftigsten gekämpft wird.

Es wird dunkel. Alle verlassen die Bühne.

Joab und seine Männer stehen auf der einen Seite der Bühne, die Ammoniter auf der anderen. Sie kämpfen. Mitten drin kommt Urija gelaufen. Die Soldaten freuen sich.

Soldaten: Urija! Endlich bist du wieder da! Wir brauchen dich!

Joab: Urija! Wie gut, dass du da bist. Du bist unser bester Kämpfer. Komm und stell dich ganz nach vorn. Hab keine Angst!

Urija geht ganz nach vorn und wird sofort getötet.

Joab (zu einem Soldaten): Lauf zum König und berichte ihm, wie der Kampf gelaufen ist. Wenn er zornig ist, weil wir so nah an den Feind herangezogen sind, sag ihm, dass auch der Hetiter Urija tot ist.

Der Soldat läuft weg und es wird dunkel. David kommt auf die Bühne und setzt sich auf seinen Thron. Batseba sitzt neben ihm auf dem Boden. Seine Diener sind auch da. Es wird hell. Der Soldat kommt gelaufen.

David: Soldat! Wie steht es im Kampf?

Soldat: Mein König! Viele sind gefallen. Wir zogen sehr nah an unsere Feinde heran. Aber auch der Hetiter Urija ist gestorben! (Batseba beginnt zu weinen, als sie das hört)

David: Oh, das ist sehr schade. Aber sag zu Joab, er soll sich keine Sorgen machen. Das Schwert trifft mal den einen, mal den anderen. Kämpft nur mutig weiter!

Der Soldat läuft wieder davon. David steht auf und tröstet Batseba.

David: Batseba, es tut mir sehr leid, was deinem Mann passiert ist. Halte zuerst die Totenklage. Dann komm in mein Haus und werde meine Frau. Dein Kind soll als mein Sohn in meinem Haus aufwachsen.

Es wird dunkel. David sitzt weiter auf seinem Thron. Batseba sitzt neben ihm und hat jetzt ein Kind (Puppe) im Arm.

Erzähler: David dachte, dass er sein Problem gelöst hatte. Niemand sollte merken, dass das Kind, das Batseba erwartete, auch seines war. Gott der Herr sah, dass David schwer gesündigt hatte. Er schickte wieder den Propheten Natan, um zu David zu sprechen.

David: Natan! Wie schön, dass du da bist! Was kannst du mir Schönes berichten?

Natan: Ich habe ein Rätsel für dich, David: In einer Stadt lebten zwei Männer. Der eine war reich, der andere war arm. Der Reiche hatte viele Schafe und Rinder, der Arme hatte aber nur ein einziges Lämmchen. Es war sehr wertvoll für ihn und er zog es zusammen mit seinen Kindern groß. Da bekam der reiche Mann Besuch und er wollte ein Fest feiern. Weil er aber keines von seinen vielen eigenen Tieren schlachten wollte, nahm er dem Armen sein einziges weg und ließ dieses zubereiten.

David: Wie kann der so etwas machen?! Dieser Reiche soll dafür sterben! Der Arme soll dafür vielfach entschädigt werden.

Natan: David! Du bist blind! So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe dich zum König gemacht und aus der Hand Sauls gerettet! Ich habe dir das Haus des Herrn und viele Frauen gegeben. Aber du hast trotzdem nicht auf mich gehört und

getan, was mir missfällt. Du hast Urija erschlagen und dir seine Frau genommen! Aus deinem eigenen Haus soll sich daher Unheil gegen dich erheben! Ich werde dir deine Frauen wegnehmen und sie einem anderen geben. Du hast es versteckt getan, ich aber werde es am hellen Tag tun. Alle sollen es sehen!

David (ist geschockt, springt auf und fällt nieder): Ich habe gegen den Herrn gesündigt! Was habe ich nur getan?

Natan: Weil du deine Tat bereust, wirst du nicht sterben. Das Kind, das du mit Batseba gezeugt hast, muss jedoch sterben.

David zieht sich ein Bußgewand an. Er legt sich auf den Boden und beginnt zu weinen. Alle anderen verlassen die Bühne. Es ist dunkel.

David: Ich will fasten und beten. Vielleicht verschont Gott dann zumindest das Kind.

Er singt das Lied.

Lied:

Einige Diener kommen am Ende des Liedes wieder auf die Bühne. Sie flüstern miteinander. In der Ecke sitzt Batseba und weint.

David: Was flüstert ihr miteinander? Ist das Kind etwa gestorben?

Diener David: Ja mein Herr. Es war sehr krank und jetzt ist es gestorben.

David steht auf und zieht das Bußgewand aus. Er geht auch zu einer Wasserschüssel und wäscht sich.

David: Bringt mir etwas zu essen!

Diener David: Was soll das bedeuten? Als das Kind noch gelebt hat, hast du seinetwegen gefastet und geweint. Jetzt ist es tot und du stehst auf und isst.

David: Als das Kind noch gelebt hat habe ich gefastet und geweint weil ich dachte, vielleicht lässt der Herr es am Leben. Was soll ich jetzt noch tun? Kann ich es zurückholen? Wenn ich alt bin werde ich zu ihm gehen, es wird aber nicht mehr zu mir zurückkommen.

Er geht zu Batseba und tröstet sie.

David: Batseba, meine Frau! Weine nicht. Gott der Herr wird uns wieder segnen.

Es wird dunkel und alle verlassen die Bühne.

Meine Sünde habe ich dir bekannt

Szene 5: David und Abschalom

David kommt mit Dienern und Soldaten auf die Bühne. Er sitzt auf seinem Thron. Ein Soldat kommt gelaufen.

Erzähler: Batseba wurde schon bald wieder schwanger und brachte einen Sohn zur Welt. David nannte ihn Salomo – der Friede. Gott der Herr liebte Salomo und segnete ihn. In der Zwischenzeit belagerte Davids Heerführer Joab weiter die Ammoniter. Er schickte einen Boten zu David, um ihm von seinen Erfolgen zu berichten.

David: Soldat! Sag schon, was für Nachrichten bringst du mir?

Soldat: Wir haben gegen die Ammoniter gekämpft und ihre Königsstadt belagert. Jetzt stehen wir kurz vor dem Sieg. Versammle also dein Heer und nimm die Stadt selbst ein, damit du den Ruhm erntest und nicht Joab.

David: Sammelt das ganze Heer! Wir wollen in den Krieg ziehen.

Die Soldaten versammeln sich um David und sie ziehen von der Bühne. Auf die Bühne kommen Amnon und ein Diener. Amnon liegt auf dem Boden.

Erzähler: David schlug die Ammoniter in ihrer eigenen Hauptstadt. Er nahm dem König der Ammoniter seine Krone weg und machte sie zu seiner eigenen Königskrone. Die gesamte Beute brachte er zurück nach Jerusalem. In der Zwischenzeit hatte sich Amnon, ein Sohn Davids, jedoch in seine eigene Schwester verliebt.

Diener David: Warum bist du denn so bedrückt Amnon? Willst du es mir nicht erzählen?

Amnon: Was soll ich dir sagen? Ich habe mich in Tamar, meine eigene Schwester, verliebt. Wenn unser großer Bruder Abschalom das erfährt, wird er mich töten!

Diener David: Ach warum denn gleich so negativ? Mach es einfach so: Leg dich in dein Bett und stell dich krank. Wenn dann der König kommt, um nach dir zu sehen, sag zu ihm: „Las doch meine Schwester Tamar zu mir kommen. Sie soll mir zwei Kuchen backen, damit ich etwas essen kann.“

Amnon nickt und legt sich wieder hin. Der Diener verlässt die Bühne und David kommt.

David: Amnon, wie geht es dir? Ich habe gehört du bist krank.

Amnon: Ich fühle mich fürchterlich schwach. Und seit Tagen habe ich kaum etwas gegessen. Schick mir doch bitte meine Schwester Tamar. Sie soll mir etwas zu essen mitnehmen.

David: Natürlich. Ich lasse sie gleich rufen.

David verlässt die Bühne. Tamar kommt.

Amnon: Da bist bist du ja endlich! Hast du etwas zu essen für mich?

Tamar will ihm etwas geben. Amnon greift aber nach ihrer Hand.

Amnon: Tamar! Ich freue mich so, dass du da bist. Ich liebe dich! Komm zu mir und werde meine Frau!

Tamar: Wie kannst du so etwas sagen? Du bist doch mein Bruder! So etwas tut man in Israel nicht. Wir werden niemals zusammen sein!

Amnon springt auf und ist wütend.

Amnon: Weg mit dir! Ich will dich nicht mehr sehen! Diener, wirf sie hinaus!

Der Diener kommt und nimmt Tamar am Arm und führt sie von der Bühne.

Tamar: Warum tust du das Amnon? Schick mich doch nicht weg!

Es wird dunkel. Amnon verlässt auch die Bühne.

Erzähler: Von da an hasste Amnon seine Schwester Tamar und wollte ihr Böses. Sie lebte daher versteckt im Haus ihres älteren Bruders Abschalom. Als der König von der Sache erfuhr, wurde er sehr zornig. Auch Abschalom redete nicht mehr mit Amnon. Er hasste ihn, weil er seiner Schwester Böses angetan hatte. Einige Zeit später scherte er außerhalb der Stadt seine Schafe.

Abschalom und Diener kommen auf die Bühne. Sie scheren ein Schaf.

Abschalom: Meine Freunde, ich habe auch meinen Bruder Amnon hierher eingeladen. Wenn er kommt werde ich zu euch sagen: Schlagt ihn tot! Habt keine Angst das zu tun. Ich selbst habe es euch befohlen. Seid also mutig und tapfer!

Amnon kommt auf die Bühne. Er sieht Abschalom und will ihn umarmen.

Abschalom: Schlagt ihn tot!

Die Diener stürzen sich auf Amnon und erschlagen ihn. Er liegt am Boden und alle fliehen. Es wird dunkel. David kommt auf die Bühne und setzt sich auf den Thron. Sein Diener steht neben ihm. Ein anderer kommt gelaufen.

Diener (nicht David): Mein König! Abschalom war mit allen deinen Söhnen auf dem Feld, um die Schafe zu scheren. Er und seine Diener haben alle erschlagen. Kein einziger deiner Söhne ist mehr am Leben!

David springt auf und weint.

Diener (David): Glaub das nicht, mein König! Ich habe gehört, dass nur Amnon tot ist. Das war schon eine beschlossene Sache, seitdem er seine Schwester Tamar gedemütigt hatte.

David: Dennoch! Einer meiner Söhne ist tot. Wie konnte Abschalom das nur tun?

Er fällt auf die Knie und weint. Es wird dunkel.

Erzähler: David trauerte lange um seinen Sohn Amnon. Abschalom aber war nach Geschur geflohen und versteckte sich dort, denn er hatte Angst vor seinem Vater. Nach einiger Zeit ließ der Zorn Davids jedoch nach. Sein Heerführer Joab bemerkte das bald und beschloss, Abschalom zurück nach Jerusalem zu holen.

Joab und eine Frau (aus Tekoa) betreten die Bühne.

Joab: Ich habe gehört, dass du sehr klug bist. Der König trauert immer noch um Amnon, er ist aber nicht mehr zornig auf Abschalom. Mach also Folgendes: Zieh dir Trauergewänder an und tu so, als ob du schon lange Zeit um einen Toten trauerst. Geh so zum König und bringe ihn dazu, Abschalom endlich zurück nach Hause zu holen!

Die Frau nickt und geht von der Bühne. Joab ebenso. Es wird dunkel. David setzt sich wieder auf den Thron. Um ihn seine Diener und Joab. Da kommt die Frau zu ihm.

David: Wer bist du und was willst du Frau?

Frau: Mein Herr, ich bin Witwe. Ich habe zwei Söhne zu versorgen. Plötzlich begannen sie auf dem Feld bei der Arbeit zu streiten und der eine erschlug seinen jüngeren Bruder. Alle seine Verwandten drängen mich jetzt, den älteren herzugeben damit sie ihn aus Rache töten können. Dann werde ich gar keinen Sohn mehr haben! Hilf mir doch. Bete zu Gott, dass er meinen Sohn beschütze!

David: Geh nach Hause. So wahr der Herr lebt: Ich werde dafür sorgen, dass deinem Sohn nicht passiert.

Frau: Lass mich dir noch eines sagen, mein König! Warum nimmst du deinem Volk die Zukunft? Du beschützt den Sohn einer Fremden aber deinen eigenen Sohn hast du verstoßen. Ich bin gekommen, um deine Hilfe zu erbitten. Ich hatte Angst, aber ich war sicher, dass du mich erhören würdest und du hast gehandelt wie der Engel Gottes. Lass den von dir Verstoßenen also auch zurückkehren!

David: Sag mir, hat vielleicht Joab bei dieser Sache seine Hände im Spiel?

Frau: Ja, es war Joab der mich dazu drängte, zu dir zu gehen. Du bist wirklich weise wie der Engel Gottes und weißt alles, was in Israel passiert.

David: Gut, ich will dir diese Bitte erfüllen. Joab, geh und bring Abschalom nach Jerusalem zurück! Er darf mir aber nicht unter die Augen treten. Ich will ihn nicht sehen.

Joab fällt vor dem König nieder und küsst seine Füsse. Dann steht er auf und läuft von der Bühne. Es wird dunkel.

Erzähler: Joab brach auf und brachte Abschalom, Davids Sohn, zurück nach Jerusalem. In ganz Israel gab es keinen schöneren und lobenswerteren Mann als Abschalom. Er wohnte zwei Jahre lang mit seiner Frau und seinen vier Kindern in Jerusalem, ohne seinen Vater David zu sehen. Erst nachdem Joab, Davids Heerführer, diesen bedrängt hatte, ließ der König Abschalom wieder zu sich kommen.

David sitzt auf seinem Thron. Um ihn herum wieder Diener und Joab. Abschalom kommt langsam auf die Bühne. Er fällt vor David nieder.

Abschalom: Mein König. Zwei Jahre wohne ich schon wieder in Jerusalem und ich durfte dich nicht sehen. Wofür bin ich aus Geschur zurückgekommen? Es wäre für mich besser gewesen, wenn ich dort geblieben wäre. Ich musste dich wieder sehen! Wenn noch irgendeine Schuld auf mir liegt, dann töte mich!

David: Mein Sohn. Es tut mir leid. Komm zurück nach Hause!

David hilft Abschalom auf und umarmt ihn. Es wird dunkel und alle verlassen die Bühne.

Erzähler: David hatte seinem Sohn Abschalom vergeben und nahm ihn wieder bei sich auf. Abschalom war im ganzen Volk sehr beliebt. Jeden Tag stand er früh am Morgen auf und ging hinunter zum Stadttor, um unter den Menschen zu sein. Er hatte seinem Vater jedoch die Zeit in der Verbannung nie verziehen. Er wollte selbst König werden und David vom Thron stürzen. Heimlich brachte er das Volk gegen den König auf.

Abschalom kommt auf die Bühne. Seine Diener gehen hinter ihm. Da läuft ein Mann auf ihn zu.

Abschalom: Warum denn so schnell? Gibt es ein Problem?

Mann: Ich muss zu König David! Mein Nachbar hat mir eines meiner Schafe gestohlen. Der König selbst soll entscheiden, was jetzt passiert!

Abschalom: Dir wurde Unrecht angetan. Aber ich sage dir eines, den König interessieren deine kleinen Probleme nicht. Der kümmert sich nur um sich selbst. Lass mich dir helfen!

Der Mann kniet vor Abschalom nieder und will seine Hand küssen. Der fängt ihn jedoch auf. Der Mann bedankt sich und verlässt die Bühne. Abschalom spricht nun mit seinen Dienern.

Abschalom: Als ich damals in Geschur im Exil war habe ich mir geschworen, dass ich einen Dankgottesdienst feiere, wenn ich wieder nach Jerusalem zurückkehre. Kommt, lasst uns nach Hebron, in die Hauptstadt Judas gehen und dort ein Fest für den Herrn feiern. Wenn wir dann dort sind, sollt ihr Boten an alle Stämme Israels schicken und sagen: Abschalom ist König in Hebron!

Sie verlassen die Bühne. David kommt. Ein Bote kommt gelaufen.

Bote: Mein König! Dein Sohn Abschalom hat dich verraten. Er hat sich zum König in Hebron ausrufen lassen und das Volk applaudiert ihm auf den Straßen!

David (stützt seinen Kopf auf seinen Händen ab): Kommt, packt schnell all eure Sachen zusammen. Wir müssen fliehen! Für uns gibt es keine Rettung vor Abschalom. Wenn er nach Jerusalem kommt, wird er uns sonst alle töten.

Die Diener verlassen alle die Bühne und kommen wieder mit ihrem Gepäck und der Bundeslade. Auch die Soldaten kommen und tragen die Bundeslade. Alle ziehen an David vorbei. Er bleibt auf der Bühne stehen und wartet bis als letzter der Arkiter Huschai mit der Bundeslade kommt. Er hält ihn auf.

David: Huschai, mein treuer Diener. Du sollst gemeinsam mit meinen Frauen und dem Priester Zadok hierbleiben, um die Stadt zu bewachen. Abschalom wird euch nichts antun. Behandelt ihn wie euren König aber vereitelt heimlich alles, was er plant. Auch die Lade Gottes soll in der Stadt bleiben! Wenn ich vor den Augen des Herrn Gnade finde, dann wird er mich zurückkehren lassen um sie wieder zu sehen.

Die Diener stellen die Lade auf dem Altar ab und Huschai bleibt allein mit einigen Frauen auf der Bühne zurück. David und alle anderen ziehen weg.

auf der Bühne zurück. David und alle anderen ziehen weg. Lied: Warum toben die Völker Erzähler:

Lied: Warum toben die Völker

Erzähler: David floh mit seinen Dienern und Soldaten aus Jerusalem. Er verhüllte seinen Kopf und stieg weinend auf den Ölberg, um von dort auf die Stadt schauen zu können. Von dort sah er, wie Abschalom mit seinem ganzen Heer nach Jerusalem kam. Dann zog David weiter in die Stadt Bahurim.

David kommt mit seinen Leuten wieder auf die Bühne. Da stürzt ein Mann (Schimi) auf sie zu und bewirft sie mit Steinen.

Schimi: Verschwinde! Du Mörder! Du hast Saul und sein ganzes Haus getötet. Jetzt hat dich Gott dafür bestraft!

Diener David: Wie kann dieser tote Hund es wagen, dich so zu beleidigen? Ich will hinübergehen und ihm den Kopf abschlagen!

David: Warum sagst du so etwas!? Wenn der Herr ihm erlaubt hat, mich zu verfluchen, wie könnt ihr dann sagen „warum tut er das“? Mein eigener Sohn möchte mich töten, lasst ihn also fluchen! Vielleicht sieht der Herr mein Elend und tut mir Gutes, weil ich heute verflucht wurde. Kommt, wir ziehen weiter bis an den Jordan!

Sie verlassen die Bühne. Schimi wirft ihnen weiter Steine nach. Dann wird es dunkel und auch er verlässt die Bühne.

Szene 6: Abschalom in Jerusalem und sein Tod

Es kommt wieder der Thron auf die Bühne. Abschalom sitzt darauf und neben ihm seine Diener (Ahitofel). Es kommt auch Huschai als letzter und tritt vor Abschalom.

Huschai: Es lebe der König! Es lebe der König!

Abschalom: So sieht also die Liebe zu einem Freund aus? Warum bist du nicht mit meinem feigen Vater, deinem teuren Freund gegangen?

Huschai: Mein Herr, ich gehöre zu dem, den Gott und das Volk auserwählt haben, unser König zu sein. Wie ich deinem Vater gute Dienste geleistet habe, so will ich auch dir folgen und dir treu dienen!

Abschalom: Ist gut. Geh jetzt!

Huschai verlässt die Bühne.

Abschalom: Was sollen wir jetzt tun? Wie zeige ich dem Volk, dass ich sein wahrer König bin?

Ahitofel: Mein Herr, wenn ich dir einen Rat geben darf…

Abschalom: Sprich Ahitofel!

Ahitofel: Nimm dir doch die Frauen deines Vaters zu deinen eigenen. So wird das ganze Volk sehen, dass du über ihn gesiegt hast.

Abschalom: Sehr gut, das nenne ich einmal einen guten Ratschlag! Dein Wort soll in meinen Ohren so viel wert sein wie das Wort Gottes. Bringt die Frauen meines Vaters!

Batseba und einige andere Frauen kommen auf die Bühne und setzen sich um den Thron.

Abschalom: Kommt! Wir gehen auf das Dach hinaus. Das ganze Volk soll sehen, dass ihr nun mir gehört!

Sie gehen bis an den Rand der Bühne und Abschalom winkt in das Publikum hinunter und lächelt selbstzufrieden. Dann gehen sie zurück und er setzt sich wieder.

Ahitofel: Mein König! Ich möchte ein Heer aufstellen und David nachjagen. Wenn er müde ist und schläft, will ich ihn überfallen. Alle seine Diener werden fliehen und dann werde ich ihn erschlagen. Dann bringe ich sein ganzes Gefolge zu dir zurück. Es wird so sein, als ob ein junges Mädchen zu ihrem Geliebten nach Hause kommt! Das Volk wird wieder Frieden haben! Nur dieser Feigling David muss sterben.

Abschalom: Das klingt nach einer sehr guten Idee. Du überraschst mich immer wieder Ahitofel. Aber lasst uns doch zuerst noch diesen Huschai nach seiner Meinung fragen. Holt ihn mir her!

Ein Diener läuft von der Bühne und kommt mit Huschai zurück.

Abschalom: Mein treuer Berater Ahitofel meint, er möchte meinem feigen Vater nachjagen und ihn erschlagen. Ganz Israel hätte dann endlich wieder einen wirklichen König und würde in Frieden leben. Was hältst du davon?

Huschai: Mein Herr, dieser Rat ist überhaupt nicht gut! Denk doch einmal an die Soldaten deines Vaters. Sie sind stark wie Bären, große Krieger! Wenn sie umherziehen schlafen sie nicht einmal. Und so jemanden möchtest du jagen? Und wenn sie deine Leute besiegen? Dann wird man im ganzen Volk sagen, dass du verloren hast. Dein Vater und seine Männer werden dann die Helden sein. Mach folgendes: Alle Israeliten sollen sich um dich versammeln und du selbst ziehst gegen deinen Vater in den Krieg. Wenn wir ihn dann finden, hat er keine Chance.

Abschalom: Das gefällt mir noch viel besser! Dann werde ich der Held sein, der diesen Feigling David besiegt hat. Ruft das ganze Volk zusammen und gebt ihm Waffen. Morgen früh ziehen wir los!

Es wird dunkel und alle verlassen die Bühne. Huschai und der Priester Zadok + zwei Diener kommen auf die Bühne.

Huschai: Zadok! Du warst immer einer der treuesten Freunde unseres Königs. Schick jemanden zu David und sag ihm, dass Abschalom ihn jagen und töten will. Sie sollen schnell weiterziehen!

Zadok: Ich schicke meine beiden Diener Jonatan und Ahimaaz. Lauft schnell und passt auf, dass ihr nicht gesehen werdet.

Die Diener laufen los. Es wird dunkel.

David und seine Leute kommen auf die Bühne. Sie sitzen und essen. Die beiden Diener kommen auf die Bühne.

Jonatan: Mein König! Abschalom will dich jagen und töten. Es kann nicht mehr lange dauern bis er mit all seinen Soldaten hier ist. Brecht also schnell auf und zieht über den Fluss hinüber. So seid ihr in Sicherheit!

Alle ziehen zur Seite los und kommen durch den Mittelgang zurück.

zur Seite los und kommen durch den Mittelgang zurück. Lied: Der Herr ist mein Hirte Sie

Lied: Der Herr ist mein Hirte

Sie kommen auf die Bühne.

David: Alle meine Männer, kommt zu mir! Macht euch bereit für den Kampf, denn auch Abschalom wird über den Jordan ziehen. Ich will mit euch in den Krieg ziehen!

Joab: Mein Herr! Du sollst nicht mit uns in den Krieg ziehen. Wenn wir fliehen müssen sind wir verloren. Und auch wenn wir sterben, wird uns niemand helfen. Du bist du soviel wert wie zehntausend von uns.

David: Dann zieht nur ihr in den Kampf. Ich bleibe hier in der Stadt. Aber passt auf meinen Sohn Abschalom auf. Ihm soll nichts geschehen!

David geht zur Seite und seine Männer machen sich für den Kampf bereit. Durch den Mittelgang kommt Abschalom und hinter ihm seine Soldaten gezogen.

Sie kämpfen auf der Bühne und die Leute Davids gewinnen eindeutig. Abschalom hält sich im Kampf eher im Hintergrund. Er reitet auf einem Pferd (man könnte das von den drei Königen verwenden) Er reitet und bleibt mit dem Kopf zwischen den Ästen eines Baumes hängen. Seine Männer fliehen, als sie es sehen. Einer der Soldaten Davids geht zu Joab.

Soldat: Ich habe gerade Abschalom gesehen. Er ist an einem Baum mit dem Kopf hängen geblieben. Er ist noch immer dort.

Joab: Warum hast du ihn nicht sofort getötet?

Soldat: Nicht einmal für tausend Silberstücke würde ich den Sohn des Königs ermorden. David hat dir gesagt, Abschalom darf nichts geschehen. Vergiss das nicht!

Joab: Geh mir aus den Augen! Ich will nichts mehr davon hören.

Er nimmt sein Schwert, geht zu Abschalom und tötet ihn. Die Soldaten nehmen ihn und tragen ihn weg. Die Soldaten jubeln.

Joab: Seid ruhig! Es gibt heute nichts zu jubeln! Der Sohn des Königs ist tot. (zu einem Soldaten) Du! Geh und berichte dem König was du gesehen hast.

Der Soldat läuft los und sie ziehen weg. Es wird dunkel. David ist allein auf der Bühne und wartet ungeduldig. Der Soldat kommt gelaufen.

David: Da bist du ja endlich! Wie ist es gelaufen?

Soldat: Mein König! Ich habe großartige Neuigkeiten. Gott der Herr hat dir Recht verschafft gegen deine Feinde. Wir haben sie besiegt!

David: Geht es Abschalom gut?

Soldat: Wie diesem jungen Mann soll es allen gehen, die gegen dich in den Krieg ziehen, mein König!

David fällt auf die Knie.

David: Mein Sohn! Abschalom! Mein Sohn! Wäre ich doch statt dir gestorben!

Joab und seine Männer kommen zurück auf die Bühne. David weint weiter.

Soldat: Der König weint und trauert um Abschalom.

Joab: Mein König! Du zeigst denen Liebe, die dich hassen und denen Hass, die dich lieben. Deine Soldaten und Diener bedeuten dir nichts. Du hättest es wohl lieber, wenn wir tot und Abschalom am Leben wäre. Steh auf und schenke deinen Soldaten einige Worte! Sonst wirst du am Ende allein bleiben.

David steht auf und setzt sich in die Mitte der Bühne.

David: Ich werde hier am Stadttor sitzen bleiben. Wer möchte, kann zu mir kommen.

Die Soldaten kommen zu ihm und knien vor ihm nieder. Es wird dunkel. Alle verlassen die Bühne.

David sitzt auf seinem Thron. Soldaten und Diener um sich. Zadok kommt auf die Bühne.

Zadok: Mein König, das Volk möchte, dass du nach Jerusalem zurückkehrst! Du und alle deine Diener.

David: So sei es. Bereitet alles vor. Wir wollen nach Hause ziehen.

Sie ziehen zur Seite los und durch den Mittelgang zurück.

Sie ziehen zur Seite los und durch den Mittelgang zurück. Lied: Die Wellen des Todes Sie

Lied: Die Wellen des Todes

Sie kommen auf die Bühne. Die Bundeslade steht auf der Bühne

David: Jerusalem, meine Stadt! Endlich bin ich wieder zurück.

Er wirft sich vor der Bundeslade nieder. Dann steht er wieder auf.

Es wird dunkel und sie verlassen die Bühne.

Szene 7: David zurück in Jerusalem und sein Tod

Erzähler: David führte noch viele Kriege gegen die Philister und andere Völker. Auch die Nachkommen Sauls wollten ihn noch einmal stürzen aber Gott der Herr war mit ihm und führte ihn immer zum Sieg. Nach vielen Jahren war David sehr alt geworden.

David sitzt auf seinem Thron auf der Bühne. Er ist in viele Decken gehüllt und hat einen weißen Bart.

David: Mir ist so kalt. Bringt mir noch Decken!

Die Diener bringen noch Decken und legen sie ihm auf die Schultern. Adonija kommt auf die Bühne.

David: Adonija, mein Sohn. Wie geht es dir? Was kann ich für dich tun?

Adonija: Vater, ich habe dir immer gut gedient. Ich komme gleich nach deinem Sohn Abschalom. Lass mich also nach dir König sein. Das Volk steht hinter mir. Selbst dein Heerführer Joab ist auf meiner Seite. Ich will jetzt gehen und Gott dem Herrn ein Opfer darbringen.

Es wird dunkel. Alle verlassen die Bühne. Natan und Batseba kommen auf die Bühne.

Natan: Batseba, wie schön dich zu sehen! Hast du schon gehört?

Batseba: Nein, was denn?

Natan: Der König hat Adonija zu seinem Nachfolger gemacht. Du und dein Sohn Salomo sind jetzt in großer Gefahr, da Adonija große Angst vor Salomo hat! Ich will dir deshalb einen Rat geben, was du machen kannst. Geh zu David und sag ihm: Du hast mir versprochen, dass unser Sohn Salomo dein Nachfolger sein soll. Warum ist jetzt Adonija König? Ich will dann auch dazu kommen und dich unterstützen.

Batseba nickt und geht. Es wird dunkel. Nur David sitzt auf seinem Thron. Er ist sehr schwach. Batseba kommt zu ihm auf die Bühne.

David: Batseba, bist du das? Was brauchst du denn? Mir geht es so schlecht.

Batseba: Mein König, du hast mir doch versprochen, dass unser Sohn Salomo nach dir König über dein Volk sein soll. Nun aber ist plötzlich Adonija König. Nur du kannst jetzt entscheiden, mein Herr! Ganz Israel wartet auf dich. Sonst müssen Salomo und ich fliehen. Vor Adonija sind wir nicht sicher.

Natan kommt auf die Bühne. Er verbeugt sich vor David.

Natan: Mein König, offenbar hast du Adonija bereits zum König gemacht. Er hat heute eine Menge Rinder und Schafe geschlachtet und feiert mit allen seine

Brüdern, Soldaten und Priester ein Fest. Sie rufen schon: Es lebe der König Adonija! Mich, den Priester Zadok und deinen Sohn Salomo hat er als einzige nicht eingeladen. Lass uns also wissen, wer nun unser wahrer König ist!

David: So wahr der Herr lebt, der mich aus jeder Gefahr gerettet hat. Wie ich bei Gott dem Herrn geschworen habe, will ich es heute wahr machen. Mein Sohn Salomo soll mein Nachfolger werden.

Beide verneigen sich vor David.

Batseba: Ewig lebe mein Herr, der König David!

David: Natan! Du und der Priester Zadok, nehmt meinen Sohn Salomo mit euch und reitet hinab bis zum Gihon. Ihr sollt ihn dort zum König von Israel salben. Dann zieht wieder nach Jerusalem und verkündet überall: Es lebe König Salomo! Er soll sich auf meinen Thron setzen und an meiner Stelle König sein.

Es wird dunkel und alle verlassen die Bühne. Natan, Zadok und Salomo kommen auf die Bühne. Um sie herum die Diener und Soldaten. Salomo kniet vor den beiden. Sie nehmen ein Horn und salben Salomo zum König.

Natan: Es lebe König Salomo!

Alle: Es lebe der König! Salomo!

Sie ziehen zur Seite weg und kommen durch den Mittelgang wieder. Auf der Bühne sitzen Adonija und sein Diener.

Adonija: Was ist denn da los? Warum schreien die Leute so laut?

Diener: David hat Salomo zum neuen König gemacht. Natan und Zadok haben ihn am Gihon gesalbt. Jetzt ziehen sie wieder herauf nach Jerusalem.

Adonija erschrickt und fällt zu Boden. Salomo und seine Leute kommen auf die Bühne.

Salomo: Adonija! Wenn du dich wie ein rechtschaffener Mann verhältst, soll dir nichts geschehen. Wenn du aber unrecht handelst, musst du sterben. Geh nun in dein Haus!

Adonija und sein Diener laufen weg. Salomo setzt sich auf den Thron. David kommt, auf einen Stock gestützt, auf die Bühne.

David: Mein Sohn. Meine Zeit ist nun gekommen. Sei stark und erfülle deine Pflicht gegenüber Gott unserem Herrn. Geh auf seinen Wegen und befolge seine Gebote, dann wirst du Erfolg haben. Der Herr wird sein Versprechen wirklich wahr machen. Was für ein Geschenk! Mein Sohn wird nach mir auf meinem Thron sitzen. Wenn deine Söhne genauso handeln, wird es dir nie an Nachkommen mangeln. Gott der Herr segne dich.

Er sinkt langsam auf seine Knie. Salomo fängt ihn auf und umarmt ihn. Dann legt er ihn langsam auf den Boden.

Salomo: Vierzig Jahre war mein Vater König über Israel. Kommt, wir wollen ihn begraben und ihm ein letztes Mal huldigen.

Sie ziehen zur Seite weg. Josef, Maria und das Kind kommen auf die Bühne. Die Könige, der Stern, Salomo und alle anderen ziehen durch den Mittelgang Richtung Bühne. David liegt dort auf einem Altar vor der heiligen Familie. Alle kommen auf die Bühne und fallen auf die Knie.

auf einem Altar vor der heiligen Familie. Alle kommen auf die Bühne und fallen auf die

Lied: Du bist der Schönste