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2.

1 Inhaltliche Schwerpunkte
Raumstrukturen und raumwirksame Prozesse in der Wechselwirkung von natürlichen
Systemen und Eingriffen des Menschen

Ursachen und Folgen von Eingriffen in geoökologische Kreisläufe

Landwirtschaftliche Intensivierung durch unterschiedliche Bewässerungssysteme in ariden und


semiariden Räumen - Bewässerungswirtschaft
 Vorteile
o Neulanderschließung in Trockengebieten
o Ertragssteigerung in Regenanbaugebieten
o Mehrfachernten möglich
o Minderung der Erosionsgefahr, da Boden von Pflanzen gesichert
 notwendige Voraussetzungen:
o hoher Kapital- und Arbeitsaufwand (deswegen überbetriebliche Kooperationen)
o Bau von tief reichenden Brunnen  starkes Absinken des Grundwasserspiegels
o Anlegen von Stauseen zur Schonung der Grundwasservorräte
o Anlegen von Entwässerungssystemen zur Vermeidung von Bodenversalzung
 Bewässerungsverfahren:
o Tröpfchenbewässerung
 Auslassungen an Schläuchen in regelmäßigen Abständen garantieren
geringe und exakte Wasserabgabe
 positiv: Vermeidung von Verdunstungsverlusten & Pilzerkrankungen, da
Blätter nicht benetzt werden
 negativ: hoher Kostenaufwand
o Ackerfurchenbewässerung
 Verteilung des Wassers auf dem gesamten Feld zwischen den Reihen
mittels Kanälen, Furchen oder Gräben
 Wind, Hitze und Bodendurchlässigkeit führen zu hohen Wasserverlusten
 Folgen: Veränderung des Grundwasserspiegels und Bodeneutrophierung
o Sprinklerbewässerung/ Beregnungsanlagen
 Leitung des Wassers zu ein oder zwei Zentralpunkten im Feld
 Verteilung durch Hochdrucksprinkler, Beregner oder Niederdruckdüsen
 Gefahr: hohe Verdunstungsrate, Fehlverteilung der Tropfen durch Wind

Aride Zonen:
 Vielfältige Methoden der Wassergewinnung und – nutzung entwickelt worden
 Fossiles Grundwasser zu erschließen = Wenig zukunftsfähiges Konzept, nicht erneuerbare
Ressource
Oasenwirtsschaft
 traditionelle, sehr intensive Wirtschaftsform in den Oasen von Trockengebieten
 Dreiteilung durch den „Stockwerbau“
→ unterste Ebene: Weizen, Gerste, Mais, Gemüse, Reis, Futterpflanzen
→ zweite Ebene: niedrige Baumkulturen wie Feigen, Granatäpfel
→ dritte Ebene: Dattelpalme (Früchte als Nahrungsgrundlage der Bewohner und als
Exportgüter)

Souf-Oasen: gefärdetes Nutzungssystem


 am großen östlichen Erg bei El Qued in Algerien
 bestehen aus vielen kleinen Palmengruppen, umgeben von Erdwällen
( = „Trichteroase“ oder „Ghout“)
 Wurzeln der Palmen reichen bis ins Grundwasser, welches das Substart durchtränkt
 Wasser steht sehr nahe an der Oberfläche = Keine zusätzliche Bewässerung notwendig
 Früher: Trinkwasserförderung über flache Brunnen
 wenigen Abwässer (Menge = unbedeutend) gelangten ins Grundwasser, zirkulierten im
Sand
 Dann: Ausbeutung der miopliozänen Grundwasserkörper in 250-500 m Tiefe, sogar 2000
Tiefe (Tiefbohrungen, Motorpumpen)
→ Für Trinkwasserversorgung der rasch wachsenden Bevölkerung
→ zur Versorgung der neugeschaffenen Bewässerungsgebiete
 Motorpumpen (Grundwasser wird entnommen): ca. 15% des beförderten Grundwassers
sickert wieder zurück in den Boden (in den Tiefenwasserhorizont)
 Tiefbohrungen (Juvenile Grundwasser): ca. 15% des beförderten Grundwassers sickert
wieder zurück in den Boden (ABER in das Grundwasser)
 Folge: Grundwasseranstieg
 Städtischen Siedlungen (Größerer Wasserverbrauch, Versiegelte Flächen, Abwässer)
 Folgen: NS kann nicht mehr natürlich in den Boden zurückweichen
→ Trinkwassermangel
→ vermehrte Dürreschäden
→ stärkere Hochwasser
 entweichende Wassermenge in den Grundwasserkörpern bei landwirtschaftlicher Nutzung
15%, bei städtischen Abwässern (z.B. Kanalisation)90%

 Ertrinken des Trichterbodens und Absterben der Dattelpalmen in den


Bewässerungsgebieten
→ Wurzeln der Palmen sind ständig im Wasser → ertrinken
→ Die Oase ist nun nicht mehr vor dem Sand tragenden Wind geschützt

=> Palmenoasen = Labiles Gleichgewicht


=> Durch Menschliche Eingriffe gestört

 Staudämme:
Ziel:
 Kontrolle von Überschwemmungen
 Wasser zur Stromerzeugung nutzbarmachen
 Trinkwasser + Wasser für Industrie bereitstellen
 Wasser für landwirtschaftliche Bewässerung bereitstellen
 Eindämmung von Tiga und Challawa (wasserarmer Nodern Nigerias) (→ Zur Erzeugung von
Strom)
 Flüsse versorgten Feuchtgebiete am Rande der Sahara
 Folge: Ungerechte Verteilung von Wasser
→ Wasserzustrom in das Feuchtgebiet von Hadejia-Nguru ist drastisch zurückgegangen
→ Unterhalb der Staumauer befindet sich gar kein Wasser mehr
 1992: Kurz nach Fertigstellung des Challawa-Schlucht-Dammes → Reisernte fiel völlig aus
(Fluss tritt nicht mehr über die Ufer)
 Umgebung von Gorgoram → Hunderte von Bäumen sind abgestorben
 Grundwasserspiegel mancherorts um 25m gesenkt
 Quellen hunderte Kilometer stromabwärts sind versiegt
 Wasserstellen sind flacher und kleiner, trocknen um viele Wochen früher im Jahr aus
 Aralsee ist zu 2/3 ausgetrocknet (wegen der Dämme im Oberlauf des Amu-Darja und des
Syr-Darja in den ehemaligen Sowjetstatten Mittelasiens)
→ Fischerei ist eingegangen
→ extreme Wetterlagen sind häufiger
→ Stürme wirbeln pestizidhaltigen Sand vom trocken gefallenen Seegrund weit ins Land
→ Felder werden so stark bewässert, dass sie versumpfen/versalzen (Agrarflächen gehen
verloren)
→ Senkung des Grundwassers bis zu 25%
→ Ernteausfälle, Austrocknen von Seen, extreme Wetterlage usw
 Bauern und ärmere Menschen = Kein Profit der Energiegewinnung, noch Trinkwasser oder
Anbaufläche für die Selbstversorgung (Felder versumpfen oder versalzen durch häufiges
oder starkes Bewässern)

 Möglichkeit nachhaltiger Erschließung in ariden Räumen → Flutwassernutzung


 Flutwassernutzung (Methode des Water-Harvesting)
 saisonal zum Teil sehr ergiebige Abfluss durch Natursteinwälle wird auf Feldern
abgeleitet/gestaut
 Sind schon bei kleineren periodischen Fließgewässern rentabel
 kein großer Aufwand, angepasst an die lokalen Verhältnisse
Prozess der Bodenversalzung & mögliche Gegenmaßnahmen
 Vorgang:
o Salzgehalt üblichen Flusswassers in Subtropen: 300g/m³ Salz
o Lösen von Salzen im Boden durch Bewässerungswasser
o zusätzliche Auswaschung überschüssiger Nährsalze aus künstlicher Düngung
o durch hohen Grundwasserstand steigt Salzlösung durch Kapillare (Poren) auf
o Verdunstung des Wassers an Bodenoberfläche
o Entstehung von Salzablagerungen
 unfruchtbarer Boden

 gefährdete Bereiche
o alle künstlich bewässerten, ariden Bereiche der Erde
o besonders betroffen: Pakistan, Afghanistan, Peru, Argentinien
 Gegenmaßnahmen
o bei hohem Grundwasserspiegel
 zur Verhinderung des kapillaren Wasseraufstiegs Senkung des GW-Spiegels
o bei Überflutungsbewässerung
 zur Abführung des Überschusswassers durch Sickerwasserbewegungen Zufuhr
sehr großer Wassermengen
o grundsätzlich: Rekultivierung eine Salzfläche möglich, jedoch kostenintensiv (viel
Wasser zum Ausschwemmen nötig)

· Ökologische Prinzipien und zukunftsfähige Maßnahmen in der Industrie, Land-, Forstoder


Fischereiwirtschaft im globalen ökonomischen Zusammenhang
- Dreieck der Nachhaltigkeit
- Desertifikation als Folge einer unangepassten Bodennutzung in ariden Klimaten und
Maßnahmen zu deren Behebung
- Ressourcenproblematik und Alternativen
 Grenzen der Tragfähigkeit

Ökologische Prinzipien und zukunftsfähige Maßnahmen in der Industrie, Land-,


Forst- oder Fischereiwirtschaft im globalen ökonomischen Zusammenhang

Dreieck der Nachhaltigkeit

Schutz der natürlichen


Lebensgrundlagen
(ökologische
Nachhaltigkeit)

stabile Nachhaltigkeit
gerechte Verteilung
wirtschaftliche der Lebenschancen
Entwicklung (soziale
(ökonomische Nachhaltigkeit)
Nachhaltigkeit)
ökologische Nachhaltigkeit:
 Beanspruchung der natürlichen Lebensgrundlagen nur in dem Maße, das
Regenerationsfähigkeit nicht übersteigt
 Behebung entstandener Schäden

soziale Nachhaltigkeit:
 Einhaltung der Menschenrechte
 möglichst soziale Gerechtigkeit (Wohlstand für breite Bevölkerungsschichten)
 friedliche Konfliktlösungen
 Schaffung einer zukunftsfähigen Gesellschaft

ökonomische Nachhaltigkeit:
 dauerhaft stabiles und funktionierendes Wirtschaftssystem, möglichst nicht auf Kosten
nachfolgender Generationen
 Schaffung einer Grundlage für Wohlstand und Arbeit
 effizientes, kostenbewusstes Handeln

Desertifikation als Folge einer unangepassten Bodennutzung in ariden Klimaten und


Maßnahmen zu deren Behebung

Definition: schleichende Zerstörung der Regenerationsfähigkeit des labilen Ökosystems durch


unangepasste Landnutzung in ariden und semiariden Gebieten  man made desert

Folgen menschlicher Eingriffe


Eingrif Folge
Überweidung  Schwund von Pflanzenarten mit
tiefer reichenden Wurzeln  Erosion
Wanderfeldbau  Schaffung vegetationsfreier Fläche
 Erosion
exportorientierter Anbau von  hoher Maschineneinsatz  Erosion
Erdnüssen und Baumwolle  Einsatz von Herbiziden  Zerstörung
der Pflanzen im Umfeld
 Verdrängung der Subsistenzwirt-
schaft in ungünstige und ökologisch
gefährdetere Bereiche  Zerstörung
Brennholzeinschlag  Zerstörung der Baumsavanne in
Dorfnähe

Beseitigung der Vegetationsdecke

fehlende Schattenwirkung

Steigerung der Verdunstung

stärkere Bodenaustrocknung
Oberflächenverkrustung

Steigerung der Bodenwindgeschwindigkeit

Bodenabwehung neue Dünenbildung Bodenabschwemmung

Zerstörung der Bodenfruchtbarkeit


(Nährstoffkonzentration im Oberboden am stärksten)

Freilegung der Eisenkrusten unter oberster Bodenschicht

Wachstum unmöglich
Bsp. Sahel
Ausgangsituation

Natur wirtschaftliche Nutzung durch


Menschen
 Übergangsraum von Wüste über  Norden (Niederschläge bis zu
Dorn- bis Trockensavanne 300mm): nomadische
 Niederschläge von 300/600mm; Weidewirtschaft
verteilt auf 30-50 Sommertage;  Süden (Niederschläge bis zu
Abweichungen der 600mm): Halbnomaden, Anbau
Niederschläge von bis zu 50% von Hirse bis Sesam
des Jahresmittels  bei früheren Trockenperioden
 auf feuchte Jahre kann Umzug der Nomaden auf
Trockenperiode folgen Brachflächen der Ackerbauern
 hohe Niederschlagsvariabilität in südlichen Gebieten

Eingriff
 Grenzziehung der Kolonialmächte  Abschnitt der Rückzugsgebiete im
Süden
 Projekte zur Sesshaftmachung  Einschränkung des Aktionsraums der
Nomaden
 Anbau von cash crops in fruchtbarsten und klimatisch günstigsten
Gebieten im Süden
 Verlagerung des Hirseanbaus für Eigenbedarf auf schlechte
Steppenböden im Norden
 Missachtung von Brachzeiten
 mineralische Erschöpfung der Böden, zusätzliche Erosion
 Kampf um Raum zwischen Nomaden und Hackbauern (soziale
Spannungen)
 Entwicklungsprogramme für Viehzüchter in 50ern
 Tiefbrunnenbohrungen für kostenloses Wasser für Viehzüchter
 unverhältnismäßiges Anwachsen der Herden (Viehbesitz = Reichtum
und Ansehen)
 katastrophale Überweidung
 Erosion durch Viehvertritt
 1973: Dürrekatastrophe  Massenviehsterben  Hungersnöte
 sinkender Grundwasserspiegel und Vegetationsvernichtung begünstigen
Bodenerosion  Desertifikation

mögliche Gegenmaßnahmen
1. Betrieb nomadischer Viehzucht in Trockensavanne:
2. reduzierter Viehbestand bei höherer Qualität
3. Anlage von Futterreserven bei Trockenheit
4. Einführung kontrollierter Weiderotation
5. teilweise Schließung von Tiefbrunnen
6. statt vieler Großbrunnen kleinere Brunnen in breiter Streuung

7. Beschränkung des Anbaus auf geeignete Savannengebiete


8. Festlegung nördlicher Anbaugrenze
9. Ecofarming

10.Erosionsvermeidung
11.Bau von Windschutzhecken
12.Anlage kleiner Erddämme
13.Wiederaufforstung

14.Energieversorgung:
15.strenge Überwachung der Baumbestände
16.Anlage von Brennholzplantagen in Nähe großer Siedlungen
17.Nutzung alternativer Energiequellen: Windräder, Parabolspiegel

18.Maßnahmen zur Kontrolle des Bevölkerungswachstums

Ressourcenproblematik und Alternativen

Grenzen der Tragfähigkeit


Definition: maximale Anzahl der Menschen, die die Erde nach derzeitigem Stand dauerhaft
ernähren kann
Prämissen:
 gleiche globale Verteilung der landwirtschaftlichen Nutzfläche
 gleiche Verteilung der Menschen
 gleicher Nährwertverbrauch
→ keine Verteilungsprobleme
Eckdaten zur Bestimmung der Tragfähigkeit:
 Größe der Weltbevölkerung
 verfügbare landwirtschaftliche Nutzfläche
 gesamte verfügbare Nährwertmenge oder durchschnittlich benötigte Agrarfläche zur
Versorgung
 benötigte Nährwertmenge und Wassermenge
 Technisierungsgrad
 Verteilung der Weltbevölkerung und der Nahrungsmittel
→ theoretische Größe, das es blitzartige Veränderungen geben kann wie z.B. Krieg oder
Katastrophen

Das Spannungsfeld von Landschaftszerstörung und –bewahrung im Zusammenhang


mit Freizeitgestaltung

Standortfaktoren für unterschiedliche Tourismusformen

weltweit am stärksten erschlossene Tourismusgebiete:


 Europa
 nordamerikanische Pazifik- und Atlantikküste
 karibische Inseln
 einige Küstengebiete und Metropolregionen in Ost- und Südasien
 Malediven
 Teile Australiens und Neuseelands


 in Afrika lediglich Marokko, Tunesien, Ägypten und Südafrika (Küsten)
 weite Gebiete Asiens und Südamerikas unerschlossen

Tourismusformen:
Privatreiseverkehr  Geschäftsreiseverkehr
Winterurlaub
Sommerurlaub
Sporturlaub
Abenteuer- und Erlebnistourismus
Städte- und Kulturtourismus
→ starke Abhängigkeit von ökonomischen Entwicklungen

Voraussetzungen für Tourismus:


19.natürliche Faktoren (Klima, Strände)
20.soziokulturelle Faktoren (z.B. ehemalige Hochkulturen)
21.wirtschaftliche Faktoren (niedriges Preisniveau)
22.infrastrukturelle Faktoren (gut ausgebautes Verkehrsnetz, günstige Flugverbindungen,
global angepasste Standards im Beherbergungsgewerbe, gesicherte Energie- und
Wasserversorgung)

Maßnahmen für den Aufbau Auswirkungen


touristischer Infrastruktur
Verkehrseinrichtungen  Zersiedelung & Landschaftsverbrauch
 Transitstrecken
 Zubringer  Verlust landwirtschaftlicher Nutzfläche
 Parkplätze
 Bergbahnen  Waldsterben (Gefahr von Lawinen, Muren,
Erosionen)
Unterkünfte
 Hotels, Pensionen  Erosionen durch Boden- und
 Appartementhäuser Felsanschnitte/ -sprengungen
 Gasthöfe
 Luft- und Lärmbelästigung
 Zweitwohnsitze
 Entsorgungsprobleme (Abwasser, Müll)
Erlebnisangebote
 Hallenbäder mit Sauna,  Veränderung traditioneller Lebensformen
Tennisanlagen &
 Discos, Nightlife, Funparks Gefährdung kultureller Identität
 Rodelbahnen
 Shopping-Centers  Verstädterung von Ortsbildern

b) Ökonomische & soziale Folgen:


 Rückgang des Sommertourismus
 Abfluss der Gewinne nach außen, da Ausländer in Kapitalbesitz  Auslagerung von
Entscheidungsbefugnissen
 Verlust regionaler kultureller Identitäten durch Überfremdung
o geringes Prestige der Berufe im Tourismus + schlechte Bezahlung 
Personalmangel
o wenig Arbeitsplätze für Qualifizierte  Abwanderung von Fachkräften
 Gefahr einer Monokultur (oft hängen mehr als 50% der Arbeitsplätze direkt oder indirekt
vom Tourismus ab)

Drei-Phasen-Modell der raum-zeitlichen Entfaltung der Tourismuswirtschaft nach Vorlaufer und


Tourismusmodell nach Butler

Wachstumszyklusmodell nach Butler


1. Erkundung
Erkundung der Region durch einzelne Touristen/Pioniere aufgrund bestimmter
Anziehungspunkte

2. Erschließung
systematische Schaffung touristischer Infrastruktur  Verbesserung der
Rahmenbedingungen für weitere Entwicklung
3. Entwicklung
Anstieg der Nachfrage & boom artige Entwicklung des Tourismus, verbunden mit
zunehmender Umweltbelastung

4. Konsolidierung
Etablierung der Region auf (inter)nationalem Tourismusmarkt, Verkleinerung und
Zuwachsrate

5. Stagnation
Trotz kleinerer Oszillationen der Nachfrage keine generellen Zuwächse mehr zu
verzeichnen

6. Erneuerung oder Verfall


Verschiedene Szenarien skizzieren eine mögliche Weiterentwicklung der Tourismusregion

Raumzeitliche Entfaltung des Tourismus in Entwicklungsländern nach Vorlaufer

Entwicklung eines Fischerdorfs zum Tourismuszentrum


1. Initialphase
 Touristischer Informeller Sektor (TIS) hauptsächlicher Träger des touristischen Angebots
 niedriges Preisniveau des touristischen Angebots wegen vorherrschendem niedrigen
Lohnniveau
 nebenerwerbliche Einnahmequelle für Einheimische z.B. Touren auf Fischerbooten,
einfach angefertigte, traditionelle Produkte als Souvenirs verkauft

2. Wachstumsphase
 Steigende Zahl der Tourismusankünfte  Zahl der Beschäftigten und Betriebe erhöht
sich sowohl im TIS als auch im TFS (TIS hat jedoch mehr Beschäftigte & Unternehmen
vorzuweisen)
 Tourismus wird zur Haupterwerbsquelle
 Investitionen wohlhabender Einheimischer (z.B. Händler, Politiker, Lehrer); Fischerboote
dienen hauptsächlich Sightseeing-Touren; Zunahme der Souvenir-Verkäufe
 Anerkennung des Tourismus als Einnahmequelle von staatlicher Seite
→ Bau von Infrastruktur, Schaffung von Investitionsanreizen für nationale Investoren
 zunehmende Entwicklung des Tourismus & Schaffung von Arbeitsplätzen zieht in- und
ausländische Migranten aus wirtschaftlich schwachen Regionen an
(wegen fehlender formaler Bildung oder im Falle Illegaler auch fehlendem Visa und
Arbeitsberechtigungen sind diese gezwungen, im TIS zu arbeiten)

3. Konsolidierungsphase
 zunehmendes Interesse & Investitionen seitens ausländischer Investoren bedingt
Ansturm kaufkräftiger Touristen
 gestiegene Erwartungen an touristische Produkte können über den TIS nicht mehr
befriedigt werden
→ Entstehung transnationaler Luxus- und Großhotels, befestigter Straßen und
Einkaufszentren
 Eindämmen des TIF durch Maßnahmen wie Lizensierungen oder der strengeren
Überprüfung von Gesetzen
→ Abnahme der Beschäftigten im TIF

Formen angepassten und sanften Tourismus


Sanfter Tourismus
 umwelt- und sozialverträglich
 Strategien
o Entwicklung des Tourismus nur an dafür geeigneten Orten
o Konzentration der Erschließung auf Schwerpunkte
o Boden sparen durch konzentriertere Bebauung
o Freihaltung besonders wertvoller Landschaften
o Bauart in landesüblicher Architektur
o Erhaltung der LW
o Verzicht auf Freizeiteinrichtungen mit großtechnischer Infrastruktur
o Kosten für verursachte Schäden sollen vom Verursacher getragen werden
 geringere Einnahmen  geringere Schäden
 Verwirklichung vor allem in ländlichen Räumen und strukturschwachen Gebieten
möglich

Klima- und Vegetationszonen in ihrer unterschiedlichen Bedeutung für die


Entwicklung von Räumen

Mechanisierung, Intensivierung und Spezialisierung als Kennzeichen einer industrialisierten


Landwirtschaft in der gemäßigten Zone und den Tropen sowie den Subtropen ; Ecofarming
Kennzeichen des Agrobusiness

 Entstehung agrarindustrieller Großbetriebe,


gekennzeichnet durch vertikale und horizontale Verflechtungen (vertikal agierendes
Unternehmen verantwortlich für Großteil der Produktionsschritte → horizontal
agierende Unternehmen arbeiten auf der gleichen Produktions- und Handelsstufe)
 sektorale Konzentration (geringere Anzahl der Betriebe halten größeren Anteil an
gesamter Agrarproduktion)
 hoher Kapitaleinsatz (steigende Ausgaben für Nutzland, Gebäude, Maschinen,
hochwertige Nutztiere, Saatgut, chemische Produkte)
 Massenproduktion
 Spezialisierung (führt zur Abhängigkeit vom Anbauprodukt)
 dezentralisierte Betriebsführung
 Eigner: Zusammenschlüsse von Farmern und Ranchern oder Agrarkonzerne
 immer größere Erntemengen
 geringer Arbeitskräfteeinsatz (Rationalisierung, Arbeitskräfteabbau)
 Flächenausweitung in ökologisch labile Zonen (z.B. künstliche Bewässerung in
Trockengebieten)

Grenzen des Agrobusiness


 Skepsis vor allem europäischer und asiatischer Verbraucher gegenüber GVO
 ökologische Probleme (z.B. führt neunmaliges Bespritzen von Obst und Gemüse mit
Pestiziden während einer Anbauperiode führt zu Bodendegradationen,
überdimensionierter Wasserbedarf)
 Investitionsdruck, um konkurrenzfähig zu bleiben, bei sinkenden Erträgen aufgrund von
Überschussproduktionen, besonders in den USA

Agrobusiness in der gemäßigten Zone


Deutschland: Landwirtschaft zwischen Ökologie und Ökonomie
Maßnahme Effekt
Verbesserung der ländlichen Ausräumung und Monotonie der
Infrastruktur (Straßenbau, Landschaft
Begradigung von Fließgewässern,
Flächenarrondierung)
Produktion nach Kundenwünschen Reduzierung der Sortenvielfalt (Anbau
ungeachtet natürlicher
Voraussetzungen)
Düngemittelbeigaben Stickstoffanreicherungen in Boden
und Grundwasser
Pflanzenschutzmittel Verringerung der Artenvielfalt
Trockenlegung von Feuchtgebieten Einschränkung der Artenvielfalt
durch Drainage
Einsatz moderner Agrartechnik Bodenverdichtung, Begünstigung von
Erosion, Beeinträchtigung der
Tätigkeit von Bodenorganismen
Einsatz neuen Saatgutes vermehrter Dünger- und
Maschineneinsatz erforderlich

Viehzucht - Massentierhaltung:
 Zunahme der Ertragsleistung von Milch und Fleisch durch gezielte Viehzucht
o Hochleistungskühe/ Turbokühe erbringen um Vielfaches mehr Milch als üblich
o Hochleistung nur über kurzen Zeitraum bei hohem Kraftfutteraufwand
o deutlich höhere Stickstoffproduktion aufgrund des Wiederkauens
 verkürzte Mast- und Aufzuchtzeiten in Fabriken
o Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Tiere auf ein Minimum
o Verabreichung besonders nährstoffreichen Futters
o prophylaktische Zugabe von Medikamenten
o Verabreichung von Beruhigungsmitteln wegen hohen Stresses notwendig
 ökologischer Landbau
o Abkehr von der industrialisierten Landwirtschaft
o möglichst geschlossener innerbetrieblicher Kreislauf
o vielseitige und abwechslungsreiche Flächennutzung
o geringer Viehbesatz/ Flächeneinheit
o geringer Düngeraufwand
o Verzicht auf künstliche Pflanzenschutzmittel
 geringere Erträge als konventionelle LW  Produktzertifizierung und
Direktvermarktung = höhere Preise

Bsp. USA: Monfort of Colorado


 Beschaffung der Kälber von Ranches und auf Auktionen oder aus warm-up-feedlots
 2 Feedlots in Weld County mit jeweils 100.000 Tieren Kapazität, 1 Feedlot in Yuma
County (100.000), 1 in Freona (82.000)
 eigene Schlachterei (tägl. zwischen 5.000 und 6.000 Rinder geschlachtet)
 Aufbereitung der Futtermittel im eigenen Mischfutterwerk
 Nähe zu Bewässerungsfeldbau mit Grünmais und Alfalfa

Wandel der Family-Size-Farmen


 Verringerung der Family-Size-Farmen um 2/3 von 1910-2000
 Übermacht der Großkonzerne
 Suche von Marktlücken wie ökologischer Anbau oder Vormast von Rindern, die
Großbetriebe nicht leisten können

Methoden zur Ertragsteigerung in der Landwirtschaft


 hoher Einsatz von Fremdenenergie
 Düngung (Stallmist, Gülle) (Mineraldünger)
 Einsatz von Phosphat
 Einsatz von Herbizide, Pestizide, Fungizide
 Neues Saatgut (Gentechnik)
 Modernisierung von Maschinen
 Intensivierung des Anbaus
 Zeitweilige Extensivierung des Anbaus
 Mechanisierung der Stallanlagen
 Spezialisierung

Folgen der Produktionstseigerung


 Anreicherung von Stickstoff im Grundwasser (bedingt durch übermäßige Düngung mit
Stallmist, Gülle und Mineraldünger)
 Eutrophierung von Gewässern (durch hohen Phosphateinsatz)
 Verringerung der Artenvielfalt
 Degradierung
 Verdichtung des Bodens, durch das Gewicht großer Maschinen
 Zerstörung von Feuchtbiotopen (durch Drainagen)
 Versalzung an der Oberfläche (unsachgemäße Bewässerung vorallem in ariden Gebieten)
 Verlust der Existenzgrundlage in EL, wenn die Lebensmittel auf dem Weltmarkt billiger
werden
 Verlust von bäuerlichen Familienbetrieben (→ Finanziell, Tierschutz)
=> Agrartechnologische Entwicklungen sind von steuerndem Einfluss wie
Konzentrationsprozesse in der nachgelagerten Industrie und im Lebensmittelhandel
=> Leistungssteigerung in der Landwirtschaft

Indikatoren für den Prozess der Industrialiserung:


 sektorale Konzentration
- Agrarproduktion findet in einer immer geringer werdenden Zahl von Betriebseinheiten
statt
- einzelnen Betriebe erhalten einen zunehmend größeren Anteil an der gesamten
Agrarproduktion
 Kapitalisierung der Agrarproduktion
- beständig wachsenden Ausgaben für Nutzland, Gebäude, Maschinen, hochwertige
Nutztiere und Saatgut, chemische Produkte
 Dezentralisierung der Betriebsführung
- aufgrund zunehmenden Umfang und Komplexität der anstehenden Arbeiten
- weitreichende Managemententscheidungen (z.B. Produktionsziel, Kapitalinvestitionen)

Agrobusiness in den Tropen


 Mithilfe modernen Mitteln wie Mechanisierung, Melioration Einsatz von Mineraldünger und
Pflanzenschutzmitteln
 Urglaube: feuchten Tropen → hohe Biomasse → gute Basis für Steigerung der
landwirtschaftlichen Produktion & damit Ernährung der wachsenden Bevölkerung
 Übertragung „moderner“ Agrartechniken aus den Industrienationen verbessert keineswegs
die landwirtschaftlichen Probleme in den tropischen Ländern
 Das Problem der Nahrungsmitteldefizite wurde durch unbedachten Transer vielfach noch
verschärft
→ Entwicklungskonzepte stoßen auf ökonomische, soziale und ökologische Grenzen
 Problem der Landwirtschaft in den tropischen Regenwaldgebieten: Labile Böden

Nährstoffkreislauf im Tropischen Regenwald und im Laubwald der gemäßigten Breiten


Tropischer Regenwald Laubwald der gemäßigten Breiten
Kurzgeschlossener Nährstoffkreislauf Unterbrochener Nährstoffkreislauf
Bodenwasser abwärts sickernd Hohe Tragfähigkeit der Böden
Zweischichttonminerale* Dreischichttonminerale*
(geringe Speicherkapazität) (hohe Speicherkapazität auch im Unterboden)
Bäume nehmen Nährstoffe auf durch Wurzeln erreichen den Bereich der
- Wurzelpilze (Mykorrhizen) = Nährstoff-Fallen Primärmineralien (Ausgangsstoff der
- feinste Wurzeln mit „Pilzgärten“ Tonminerale
- Wurzelgeflecht auf der Erdoberfläche

*Zweischichttonminerale: *Dreischichttonminerale:
z.B. Kaolinit (von Gaoling, China, Fundort von z.N. Montmorrillonit (von Montmorillion,
Porzellanerde = Koalin.) Frankreich)
Der Abstand zwischen der Grenzfläche der Der Abstand zwischen den Grenzflächen der
Zweischichttonminerale ist nicht aufweitbar, Dreischichttonminerale ist variabel, das
sie sind deshalb nicht quellbar; Eindringen von Wasser ist deshalb gut
eine Ionenadsorption kann nur an den möglich, weshalb Dreischichttonminerale gut
Außenflächen stattfinden quellbar sind, eine Ionenadsorption findet
wohl an den Außenflächen als auch „innen“,
an den Grenzflächen, statt.

Faktoren der feuchten Tropen:


 Ergiebige Niederschläge und ganzjährige hohe Tmeperaturen
→ Ganzjährige Vegeationsperiode & Garant einer hohen Biomasseproduktion
 tropische Böden:
- Nährstoffarmut: Infolge chemischer und physikalischer Verwitterung (C-Horizont, das
Ausgangsgestein, liegt sehr tief (5-20m) → Pflanzenwurzeln erreichen die dort enthaltenen
Primärmineralien nicht)
 Geringe Nährstoffkapazität: Anstelle von Dreischichttonminerale ( gemäßigt-humide
Klimaten), Zweischichttonminerale (meist Kaolinite) → können Nährstoffe weniger gut
festhalten, Nährstoffe werden rasch ausgeschwemmt (Gleichgültig ob natürlichen
Ursprungs, oder durch Düngung zugeführt werden)
 Hohe Bodenacidität (ph-Wert 3,5 – 5)
→ große Mengen an Wasserstoff- und Aluminiumionen an die Austauscher gelangen und
dadurch die Aufnahme von Nährelemente durch die Pflanzenwurzeln gehemmt wird)
 Ungünstige Gefügeeigenschaften, Verdichtung und periodische Vernässung
→ Führen zu Wasserstau, Eisen – und Aluminiumoxidanreicherung im A-Horizont
(Oberboden) und bewirken krustenartige Verhärtungen
 Kurzgeschlossener Nährstoffkreislauf → Tropische Regenwald kann viel Biomasse
produzieren trotz der Nährstoffarmut in den Böden

Geschlossener Nährstoffkreislauf
 tropischer Wald nutzt den Boden vielmehr als Substrat für seine mechanische Fixierung,
anstatt als Nährstoffquelle
 Wald hat ein oberflächliches Wurzelsystem (von außerordentlicher Dichte ( 3x so dicht wie
das der gemäßigten Klimagürtel))
→ perfekte Filter, das alle Nährstoffe, die bei der Zersetzung der Laubstreu mit den
Exkrementen der Waldtiere usw frei werden, sofort wieder aufnimmt und in die lebende
Substanz des Waldes zurückführt
→ die selben Nährstoffe, die stets wiederholt durch die Generationen der Urwaldorganismen
kreisebn
 Remineralisation der Waldstreu und zum Teil direkte Rückführung der in ihr enthaltenen
Nährstoffe in die Wurzeln der Bäume werden vorallem durch Bodenpilze (Mykorrhizen),
besorgt
 Pilze erhalten von den Bäumen Assimilationsprodukte (Kohlenhydrate), liefern als
Gegenleistung Wasser und Mineralsalze
=> Labiles Gleichgewicht

Wanderfeldbau:
 Wirtschaftsform, bei der sowohl die Wirtschaftsflächen als auch die Siedlungen in einem
gewissen zeitlichen Rhythmus verlegt werden
 Ökologische Schäden durch steigende Bevölkerungszahlen
Landwechselwirtshaft (erste Intensievierungsstufe des Wanderfeldbaus):
 Siedlungen werden nicht verlegt, Fixierung der Siedlungen
 nur die Anbauflächen wechseln nach einem gewissen Zeitraum, dessen Dauer primär vom
Grad der Bodenerschöpfung abhängt
 verkürzte Brache, keine Regeneration der Waldvegetaion

 traditionelle Form der LW/ einfachste Form der Nahrungsmittelerzeugung in den tropischen
Waldgebieten : Brandrodungs-wanderfeldbau (Shifting Cultivation)
 Rodung eines Waldstücks mit Axt, Säge und Hausmesser
 baumstümpfe verbleiben im Boden
 Gegen Ende der Trockenzeit wird das abgeschlagene Holz (Brandrodung) abgebrannt
 zu Beginn der Regenzeit erfolgt die Aussaat mit dem Pflanzenstock
 wichtigste Kulturen: Trockenreis, Maniok, Mais
 Brand → wichtige Funktionen:
→ liefert Nährstoffen in Form von Aschedünger
→ lockert den Boden
→ vernichtet Unkraut und andere Schädlinge
→ deutliche Anhebung des pH-Wertes durch die Aschelieferung
- Vorteile der Brandrodung nur für eine Saison
- zeitintensiv, kostenaufwändig
- dauerfeuchte Tropen: Anbauphase traditionell auf 1Jahr
- wechselfeuchten Tropen: Anbauphase auf 2-4 Jahre
o sobald Nährstoffe vom Anbau aufgebraucht, benötigt Boden Brachzeit
→ Anwachsen eines Sekundärwaldes (geringere Artenvielfalt und Höhe)
o Anbauintervalle ausreichend lang zur Regeneration der Ertragsfähigkeit

 Plantagenwirtschaft
- stammt aus der Kolonialzeit; nach Enteignung oft in staatliches oder
genossenschaftliches Eigentum überführt; heute oft von großen ausländischen
Kapitalgesellschaften betrieben
- landwirtschaftliche oder forstwirtschaftliche Großbetriebe, die für den Weltmarkt, teils
auch für den Binnenmarkt produzieren;
→ Nachteil: Weltmarktabhängigkeit
- Hoher Kapitaleinsatz, Rationaliserung, Technisierung, Spezialisierung
→ Ziel: Gewinnmaximierung
- Zahlreiche Arbeitskräfte: Manager, Facharbeiter, Hilfskräfte
- mehrjährige Pflanzen oder Dauerkulturen: Kautschuk, Zuckerrohr, Bananen, Kaffee,
Tee, Sisal, Öl- und Kokuspalmen oder tropische Hölzer, auch Soja als Futtermittel für
Massentierhaltung in USA und Europa; Monokultur
- Erscheinungsbild: große Feldflächen, gutes Wegenetz; Landarbeitersiedlungen
- die Produkte werden im eigenen Betrieb aufbereitet oder weiterverarbeitet
- Erträge: durch hohen Düngereinsatz können die kapitalkräftigen Betriebe die geringe
Bodenfruchtbarkeit ausgleichen, was einheimischen Kleinbauern nicht möglich ist
- Bei mehrjährigen Baum- und Strauchkulturen kann das Mykorrhiza-Mycel wieder
nachwachsen, was die Nährstoffverluste mindert
- Ökologische Bewertung: Wenn Regenwald gerodet wird: → Klimaschädlichkeit durch
CO2-Freisetzung; Bodendegradierung und Bodenerosion; Verlust von Biodiversität; da
es sich um Großflächen in Monokultur handelt ist die Erosionsgefahr immer gegeben,
auch unter Baumkulturen, weil der Boden nicht bedeckt ist.
- Durch Pestizideinsatz wird der Boden belastet, er stellt auch für die Arbeitskräfte eine
Gefahr dar, weil Vorsichtsmaßnahmen oft nicht eingehalten werden. Übermäßig
verseuchte Böden müssen aufgegeben werden, weil die Produkte nicht mehr abgesetzt
werden können
- Problematik: Flächen, auf denen Exportgüter, auch nachwachsende Rohstoffe,
angebaut werden, fehlen für die Ernährung der heimischen Bevölkerung
 Holzwirtschaft
- Artenreichtum an Bäumen erschwert die Holzgewinnung, weil man die gewünschten
Bäume aus der großen Menge anderer Bäume herausholen muss
- Für die Holzgewinnung werden Großmaschinen eingesetzt
- Dabei wird bis zu 70% der anderen Vegetation geschädigt (beim Fällen, Rücken und
Abtransport auf Straßen, die erst angelegt werden mussten)
- Alternative: Holz aus kontrolliertem Plantagenanbau als das kleinere Übel

 steigende Bevölkerungszahlen und Anbau von cash crops (Kakao, Bananen, Kaffee, Tee)
→ Rodung immer größerer Flächen bzw. zu schnelle Rodung
→ Boden kann sich nicht mehr regenerieren
 kostenintensiver Anbau von cash crops auf Plantagen (Monokultur benötigt viel Dünger
und Pflanzenschutzmittel)
 Einsatz teuer Maschinen nicht notwendig, da zahlreiche billige Arbeitskräfte verfügbar

Etagenanbau/Ecofarming:
 Einbezug der ursprünglichen Landschaft: Zu den wild wachsenden Bäumen werden
zusätzlich viele verschieden Nutzpflanzen angebaut, ohne den Wald in seiner
Ursprünglichkeit zu zerstören
 Pflanzen werden angebaut, die die Mykorizza annehmen (natürliche Nährstoffkreislauf
bleibt erhalten)
 Der Acker wird beim Etagenbau sowohl horizontal als auch vertikal genutzt
→ Schattenverträgliche Pflanzen werden überdeckt von lichtbedürftigen, hoch wachsenden
Kulturen
→ Pflanzen mit hohen Nährstoffansprüchen befinden sich neben genügsamen/
Nährstoffspendenen Feldfrüchten (z.B. Leguminose, die den Boden mit Stickstoff
anreichern)
→ Pflanzen mit kurzem Wachstumszyklus stehen neben Pflanzen mit kurzem
Wachstumszyklus wie Bananen, Kaffee oder Maniok
→ mittlere Schicht: Bananen, Zitrusfrüchte, Mangos u.a. angebaut
→ Strauchschicht lässt sich Gemüse anbauen, in der Erde wachsen Süßkartoffeln und
Yamswurzeln
=> Wald wird in seiner ganzen Höhe genutzt
= gute Durchwurzelung des Bodens
=> eine optimale Nährstoffaufnahme der Pflanzen
=> In einer Mischkultur können Schädlings-und Krankheitsbefall der Pflanzen eher
vermieden werden als in einer Monokultur (Sparen von Düngemitteln)
=> Ernte über das ganze Jahr
=> ökologisch von Vorteil, ökonomisch (kostengünstiger)
 Tierhaltung
→ Stallhaltung (Macht Land für Anbau frei)
→ Organische Düngung (Stallmist, aber auch Kompost, Gründünger)
→ Pflanzenreste als Futter
→ Milch, Fleisch

Agrobusiness in den Subtropen


 Relativ niedrige Wintertemperaturen und auch die sommerliche Trockenheit behindern
das Wachstum
 Steppböden sind meist tiefgründig und nährstoffreich
 Dauerfeldbau möglich: Mais, Sorghum, Hirse, Sesam, Baumwolle, Erdnüsse, Reis;
Sträucher: Kaffee, Tee
→ führt zu Mineraldüngung, Spezialiseriung, Bewässerungswirtschaft (wegen der
Trockenzeit); Individualeigentum wird festgelegt
 Gefahr der Krustenbildung bei falscher Anbaumethode
 Viehhaltung nimmt große Fläche ein
 Beseitigung der Pflanzendecke führt zu Ausbreitung der Wüste (Desertifikation),
besonders in der Dornsavanne → Hungerkatastrophen in der Sahelzone im ausgehenden
20. Jhd
 bei falscher Bewässerung: Bodenversalzung
 Raubbau (Entnahme des Grundwasserreservoir)
 ständig weiter sinkende Grundwasserspiegel → Bodenwasserhaushalt ist aus dem
Gleichgewicht geraten
 Besipiele

Agrarkolonisationen als Maßnahmen zur Reduzierung des Bevölkerungsdruckes und zur


Erhöhung der Agrarproduktion in den Tropen
 oft staatlich geförderte Ansiedlung von Bauern in peripheren, unerschlossenen Gebieten
 Staat vergibt Eigentumsrechte und leistet infrastrukturelle Erschließungsmaßnahmen
 Ziele:
o Erweiterung der Nahrungsmittelversorgung
o Sicherung territorialer Ansprüche
o Erschließung von Rohstoffen
o Abbau sozialer und räumlicher Disparitäten
→ Siedler brennen Wald dauerhaft nieder (keine Landwechselwirtschaft)
→ großräumige Zerstörung, speziell in El-Nino-Jahren
→ Konflikte mit Ureinwohnern
 problematisch: erzielte Erträge bleiben aufgrund mangelnder Erfahrung der Neusiedler
nur für wenige Jahre auf hohem Niveau  Verdrängung der Kleinbauern durch
Großgrundbesitzer (extensive Weidewirtschaft auf ausgelaugten Böden der ehemaligen
Wälder)
 Bsp.: Transamazonica-Projekt in Brasilien und Transmigrasi in Indonesien (Umsiedlung
von Java auf umliegende Inseln wie Borneo oder Celebes)

Grüne Revolution
Def.: Die nach 1965 in Entwicklungsländern einsetzende Beschleunigung im Wachstum der
Agrarproduktion durch die gleichzeitige Einführung von hochertragsreichen Sorten und
mineralischer Düngung.
Ziele:
· Steigerung der Nahrungsmittelproduktion in den Entwicklungsländern
· Versorgung der Bevölkerung sichern; Importsenkung + Exportförderung
· vermarktbare Überschüsse erzielen, damit die Bauern am Wirtschaftswachstum teilhaben
können
Maßnamen:
Neue Agrartechnologie :
· Einführung von HYV-Getreidesorten, insbesondere Weizen und Reis
·Steigerung der mineralischen Düngung
Ausweitung des Bewässerungsfeldbaus, u.a. Bau von Stauseen
·Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (Pestizide, Herbizide, Fungizide)
· Mechanisierung der Landwirtschaft: verstärkter Einsatz von Maschinen
·verstärkte Nutzung von Elektropumpen zur Wasserförderung
·Bewilligung von (Klein-)Krediten
· Bereitstellung technischer Informationen und Beratung
Erfolge:
- Flächenerträge mit Hilfe des gezüchteten Saatguts erhöht (hauptsächlich bei Weizen und
Reis)
 Produktionserhöhung (vgl. Tabelle oben)
 z.T. Importsenkung von Cerealien(Getreide- und Halmfrüchte)
 Exportverdopplung von Reis, Hirse, Tee z.B. in Indonesien, Indien
 Erfolge bei der Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln
 Mehrere Ernten pro Jahr, statt nur eine
 Ausbau des Bewässerungssystems
 Erhöhter Einsatz von Maschinen

Kritik / Probleme:
Abhängigkeit von ausländischer Industrie (Dünger, z.T. Maschinen und Treibstoff)
· Entwicklungsgefälle zwischen verschiedenen Regionen (z.B. Punjab -
Westbengalen); teilweise schon vor der .Revolution" vorhanden gewesen
Keine .Grüne Revolution" in Hungergebieten Afrikas: zu trocken,
Verteilungsproblem: zwar kann der gesamte Bedarf gedeckt, aber von Armen nicht
bezahlt werden
soziale Ungleichheit: Großbauern erweitern, Kleinbauern werden z.T. Landlose oder
haben hohe Schulden; heute sind Kleinbauern teilweise involviert
Hybridgetreide nicht vom Bauern selbst vermehrbar - Abhängigkeit von Genbanken
durch Monokulturen Abhängigkeit vom Weltmarkt

Ökologische und soziale Schäden:


·Verbreitung von Pflanzenkrankheiten durch Monokulturen; keine Artenvielfalt mehr
· Belastung von Boden und Wasser durch hohen Einsatz von Chemikalien
·Bodenzerstörung durch mechanisierte Bearbeitungsmethoden
· z.T. nicht genug Wasser vorhanden, deshalb Abhängigkeit von Monsun
·Absenkung des Grundwasserspiegels
· die Modernisierung der Landwirtschaft wird die Abhängigkeit nach außen größer, da die
Landwirtschaft auf die Versorgung mit Treibstoff, Düngemitteln und Pestiziden angewiesen
ist
· Die neue hochertragreichen Anbaukulturen sind gegenüber Schädlingen und Unkraut viel
anfälliger als die traditionellen Anbaukulturen
· Entfallen vieler Arbeitsplätze durch Verstärkten Einsatz von Technologie
· Nicht jeder hat Geld um sich die Nahrungsmittel zu kaufen, d.h. diese Menschen werden
verstärkt benachteiligt und bleiben unter- bzw. mangelernährt

Raumstrukturen und raumwirksame Prozesse im Spannungsfeld von wirtschaftlichen


Disparitäten und Austauschbeziehungen
· Ernährungspotenzial für eine wachsende Weltbevölkerung zwischen
Subsistenzwirtschaft
und Agrobusiness

Subsistenzwirtschaft versus Marktorientierung


Subsistenzwirtschaft
 betrieben in agrarisch geprägten Gebieten der EWL
 Wirtschaftsweise, bei der Haushalte landwirtschaftliche Güter überwiegend für den
Eigenbedarf produzieren
 nur ein geringer Teil wird auf dem Markt verkauft (Cash-Crops)
 in EL wird Geld benötigt für z.B. Schulbesuch der Kinder, Gesundheitsversorgung und evtl.
Abgaben für den Staat
 Trennung vom Markt = Ergebnis der Not
→ Kleinbäuerliche Haushalte können keinen Überschuss erzeugen, weil ihnen ausreichend
Kapital.Land, Wasser,Dünger,Maschinen oder Know-How fehlt
→ nur durch Import von Technologie und chemischen Produkten möglich (=
kapitalaufwendig und Abhänigkeit vom Ausland)
→ Überschuss schaffen mangels der nötigen Verkehrswege nicht zum Markt
 wirtschaftliche Produktion ist nur auf großen Parzellen möglich (Fördert die
Großgrundbesitzer und führt zu einem Verdrängen der Kleinbauern oder macht diese zu
landlosen Landarbeitern)
 Verringerung des Angebots aus den lokalen Märkten mit dem eine Verteuerung der
Nahrungsmittel im Inland einhergeht
 unsichere Preisentwicklung und großer Konkorrenzdruck bei landwirtschaftlichen Produkten
übliche Form:
 Anbau einer geringen Zahl von Grundnahrungsmitteln (Getreide, Süßkartoffeln, Maniok)
 geringe Variabilität → Mangelernährung
 einseitige Bodennutzung
 Viehhaltung
 geringer Kapital- und Maschineneinsatz
 Wanderfeldbau/ Landwechselwirtschaft v.a. in Tropen

Subsistenzwirtschaft lässt kaum Produktionssteigerungen zu


→ Ernährungsprobleme bei steigender Bevölkerungszahl
→ Abwanderung in Städte
→ Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzfläche
 sinnvolle Weiterentwicklung:
o vielseitigeres Nahrungsangebot
o Ausbau der Infrastruktur
o Bildung von Kooperativen
→ Marktzugang in die Städte
Vorteile Nachteile
Selbstversorgung eines Großteils der einseitiges Nahrungsangebot
armen Bevölkerung →
Unabhängigkeit von
Marktpreisschwankungen
kaum Einkommensunterschiede  einseitige Bodenbeanspruchung
stabiles soziales System
Ernährungsprobleme bei steigender
Bevölkerung

Einschränkung: Subsistenzwirtschaft und Marktwirtschaft in Realität schwer trennbar, da z.B.


auch in Städten der EWL Gemüseanbau, Kleintierhaltung und Hüttenbau in
Subsistenzwirtschaft betrieben

Grundprinzipien der ökologischen Landwirtschaft


Ökologische Landwirtschaft – ein Ausweg ?
 ökologische Landbau = ganzheitliche Form der Bodenbewirtschaftung
 Kreislaufsystem
 mit möglichst wenigen Nährstoffzugaben von außen
 Erhalt der Bodenfruchtbarkeit
 Integration von Pflanzenbau und Tierhaltung
 auf chemisch-synthetische Stickstoffverbindungen und ebensolche Pflanzenschutzmitteln
wird konsequent verzichtet
 Verbot von Bestrahlung der Lebensmitteln und der Verwendung gentechnischer Produkte
=> strenge Auflagen
Tierhaltung:
 artgerecht
 mit Auslauf, Verbot der Anbindehaltung
 Bestand an an die Betriebsfläche gebunden
 artegrechte Fütterung aus eigener Produktion/ mit ökologisch erzeugten Futtermitteln
 Zukauf von Futtermitteln nur bei Engpässen
 regelmäßige Kontrollen
 Herkunftsnachweis für Fleisch

Pflanzenbau:
 Ziel ist die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit durch vielfältige Fruchtfolgen
 gezielte Sortenwahl
 Unkrautbekämpfung biologisch und durch Bodenbearbeitung
 Gründüngung
 Kompostierung
 vorbeugender Pflanzenschutz
 Förderung von Nützlingen (Destruenten, Nitrifikanten)
 Betriebseigener organischer Dünger, Stallmist, Gülle
 Leguminosen (Tierfutterbereitung und Boden)
 Verzicht auf leicht löslichen Mineraldünger
 Nur bei Bedarf eingeschränkte Zufuhr von Phosphor und Kalium

Streuobstwiese, Beispiel Apfelsaft vom Bodensee


Streuobstflächen
 älteste Kulturform in Mitteleuropa
 Obstbäume ermöglichen vielfältige Nutzung (Schatten, Windschutz,
Feuchtigkeitsspeicher)#
→ Viehhaltung
→ kleine Getreidefelder
→ artenreicher Pflanzenwuchs, Lebensraum vieler kleiner Tiere
gehen immer mehr zurück, denn:
 sie behindern die Flurneuordnung, die maschinengerechte Felder will
 sie werden im Nahbereich von Ortschaften zu Siedlungs- und Verkehrsflächen umgewidmet
 sie sind mit intensiv genutzten Ackerflächen wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig
 sie werden häufig nicht mehr gepflegt, ihr Baumbestand ist deshalb überaltet

Apfelsaftprojekt
 gemeinsames Projekt von BUND, NABUgruppen und Keltereien der Region
 höhere Preise für (Vertrags-)Landwirte → Äpfel müssen zu einem Qualitätsprodukt
verarbeitet werden
 Anbaurichtlinien, Kontrollen durch Vertragaspartner, Erzeugerpreise
→ extensiv, ohne Pestizide, ohne mineralischen Stickstoffdünger, mit Bestandserhaltung
durch Nachpflanzungen
 Keltereien: Ohne Konzentrat, Zuckerzusatz oder Konservierungsstoffe

=> Bewusstes, gesundes Ernähren wird langsam für vieler Verbraucher wichtiger (Trend)
=> hochwertige Produkte, zwar teurer, aber gesund und verläßliche Richtlinien/Kontrollen
=> dient als mögliche Alternative, dient aber nicht der Basisversorgung eines Produktes →
Masse

Konventioneller Betrieb Biologische / Alternativer Betrieb


 deutliche niedrige Arbeitskräftebedarf - geschlossene Kreisläufe
 Mechanisierung - ökologische Prinzipien
 Industrialisierung - Vorgeschriebene Tierhaltungsmaßnahmen
 Computerisierung - Handarbeit
 Kosteneinsparung - höhere Preise für Produkte, Fleisch...
- erhöhter Energiebedarf - Längere Mast
- Zukauf von Futter/ Höherer Kraftfuttereinsatz - Verzicht auf Kraftfutter
- Einsatz von künstlichem Dünger - weniger fossile Brennstoffe
- (Gentechnik) - Verzicht auf den Einsatz von Betriebsmitteln
der Agrarchemie
Wandel von Standortfaktoren in seiner Wirkung auf industrieräumliche Strukturen
 Standortentscheidungen im Zusammenhang mit harten und weichen Standortfaktoren
Standortfaktoren:
 alle im Raum auf betriebliche Aktivitäten einwirkenden Einflussgrößen
 Gewichtung der einzelnen Standortfaktoren hängt von den Merkmalen des Unternehmens und
auch vom Verhalten des Entscheidungsträgers ab
Harte Standortfaktoren Weiche Standortfaktoren
In Geldeinheiten messbare Wirkung aus - besitzen indirekten Einfluss auf den
Kosten bzw. Erlöse des Unternehmens Unternehmenserfolg
 Flächen-, Büroverfügbarkeit - unternehmensbezogene Faktoren (z.B.
 Kosten der Flächen Wirtschaftsklima, Unternehmensfreundlichkeit
 Verkehrsanbindung der Kommune, Standortimage)
 Nähe zu Betrieben desselben - personenbezogene Faktoren (z.B.
Unternehmens / zu Zulieferern / Wohnqualität, örtliches Kulturangebot /
zu Absatzmärkten Freizeitmöglichkeiten
 Bildungs- / Umweltqualität t)
Forschungseinrichtungen
 Verfügbarkeit qualifizierter
Arbeitskräfte
 kommunale Steuern, Abgaben,
Kosten
 Subventionen

Inputseite Durchführungsseite Outputseite


- Verfügbarkeit von - vorhandene Dienstleistungen - lokale oder überregional
Rohstoffen, Vorprodukten, - die Ausstattung mit erreichbare Nachfrage
Energie oder Arbeitsleistung Infrastruktur (z.B.
- Verkehrsanbindung)

Standortwahl
 wichtigste langfristig wirksame Unternehmensentscheidung
 Präferenzprofil umfasst die aus betrieblicher Sicht vorhandenen Anforderungen an mögliche
Standorte
→ Merkmale verschiedener infrage kommender Standorte werden gegenübergestellt
→ welcher am besten die Anforderungen erfüllt, wird ausgewählt
 Qualität des Entscheidungsprozesses differiert stark:
große Unternehmen
 große Unternehmen führen meist eine sehr professionelle Standortanalyse durch, verfügen
über umfassende Informationen oder lassen sich von Experten beraten
→ Verhalten eines „Optimisers“ (Auswertung einer großen Datenmenge = Wahl eines
optimalen Standortes)
kleinere Unternehmen
 können sich einen derartigen Aufwand oft nicht leisten
 häufig wird das Verhalten des Inhabers auch durch persönliche Einflüsse (z.B. Wohnortnähe)
bestimmt
→ Verhalten eines „satisficers“ (Wahl eines befriedigenden, aber nicht optimalen Standort)

=> gesellschaftliche, politische, technische und wirtschaftliche Entwicklungen bedingen


ständige Neubewertung der Standortfaktoren  ständiger Wandel der Wirtschaftsräume
(z.B. Rohstoffe wegen technischer Entwicklung immer unwichtiger geworden)
=> Gewichtung der Standortfaktoren von Branche und Betriebsgröße abhängig

Modelle zur Standortentscheidung


 es wird versucht, die Vielzahl von Einflussfaktoren auf die wichtigsten zu reduzieren
Das klassische Modell von A. Weber
 erklärt die Standortwahl durch die Transportkosten der Materialien eines Betriebes
 Standorte der Rohmaterialien und die räumliche Verteilung der Absatzmöglichkeiten und
der Arbeitskräfte sind bekannt
 die Arbeitskräfte sind immobil, die Lohnhöhe konstant, aber räumlich differenziert, bei einer
gegebenen Lohnhöhe sind die Arbeitskräfte unbegrenzt verfügbar
 keine Transportkostenunterschiede durch unterschiedliche Tarife oder Verkehrsmittel
→ hängen ausschließlich vom Gewicht des zu transportierenden Guts und der Entfernung ab
 kein Wettbewerb
 Homogenität des wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Systems
 Transportkosten:
→ setzen sich ausschließlich aus der Strecke (Distanz) und dem zu transportierenden
Gewicht zusammen
 Tonnenkilometrischer Minimalpunkt:
→ der Punkt, an dem Transportkosten der eingesetzten Materialien zum industriellen
Produktionsbetrieb und der Fertigerzeugnisse zum Konsumort minimiert werden
 Unterscheidung auf der Input-Seite (Lokalisiertem Material, das nur an bestimmten Punkten
verfügbar ist):
→ Reingewichtsmaterialien (die vollständig in das Endprodukt eingehen)
→ Gewichtsverlustmaterialien (die nur zum Teil in das Endprodukt eingehen, z.B. Erz, Kohle,
Zucker)
→ Ubiquitäten (die an jedem Standort in unbegrenzter Menge vorhanden sind)
 Geometrische Standortfigur (Dreieck bei zwei Materialien, einem Konsumort))
→ Fundorte der Materialien und die Konsumorte werden verbunden
→ Ermittlung des „tonnenkilometrischen Minimalpunkts“
 Je höher der Anteil von Gewichtsverlustmaterialien ist, desto stärker nähert sich der
optimale Standort(tonnenkilometrischer Minimalpunkt) dem Fundort von den Materialien
da dort niedrigere Transportkosten auftreten
 bei geringen Gewichtsverlusten dagegen näher am Konsumort

Heute kann dieser Ansatz nur noch Standorte der Grundstoffindustrie (z.B. Zementfabriken)
erklärt werden

Standortfaktoren werden neu bestimmt


 Produktionsfaktoren sind ungleich auf der Erde verteilt: Ressourcen, Arbeitskräfte
unterschiedlicher Qualifikation, Wissen und Kapitalbildung
→ räumliche Arbeitsteilung
 weltweit werden die günstigsten Standortbedingungen genutzt (Auch Unternehmen
mittlerer Größe)
→ Arbeitskosten, Umweltkosten (hohe oder niedrige Auflagen), Forschungsbedingungen,
Steuervorteile sind dabei am wichtigsten
 an keinem Standort sind alle Bedingungen optimal.
 Entstehung von Produktketten: Produktionsprozesse werden zerlegt und einzelne Teile
daraus an weltweite Standorte verlagert
 Produktionsverteilung: arbeitsintensive Produktion wird in Niedriglohnländern ausgelagert
(offshoring)
 alte Produktionsorte verlieren ihre bisherige Ortsgebundenheit
 Der Wettbewerb zwischen den in- und ausländischen Standorten wird immer schärfer
 Die Investitionen werden mobiler
 Dienstleistungen in der Globalisierung: Elektronische Buchungen, Reservierungen, Lohn-
und Gehaltsabrechnungen werden in China oder Indien mit geringeren Kosten durchgeführt
 Großrechner lassen sich durch die Zeitverschiebung zwischen Asien, Europa und Amerika
optimaler nutzen

Hauptphasen des industriellen Strukturwandels


 Strukturwandel (Struktur = Aufbau und Gliederung)
 Veränderung von Faktoren mit Auswirkungen auf andere Bereiche (Sektoren)
 Nach der Theorie der langen Welle beginnen wirtschaftliche Epochen jeweils mit einer
technologischen Basisinnovation, die einen enormen Aufschwung auslöst
1. lange Welle
 der Beginn der Industrialisierung (England: Einsatz der Dampfmaschine & Entwicklung der
Textilindustrie)
2. lange Welle
 Massentransport mit Eisenbahn und Dampfmaschine
 Schwerpunkt: Eisen- und Stahlindustrie
 Beispiel für Deutschland sind das Ruhrgebiet und das Saarland
3. Welle
 Elektrotechnik, Kraftfahrzeug- und chemische Industrie
 Beispiele für Deutschland: Ruhrgebiet , Baden-Württemberg, Südbayern
4. Welle
 Elektronik, Kunststoffe und der Pkw als Kennzeichen individueller Mobilität im Mittelpunkt
Danach: Zyklus der Informationstechnologie
 einzelnen Zyklen mit Auf- und Abschwung sind zeitlich unterschiedlich lang
 Ständig steigt aber das Niveau der wirtschaftlichen Aktivitäten
Für die Zukunft: Nanotechnologie als Schlüsseltechnologie
→ Einleitung eines neuen Zyklus
 Konstruktion und Bearbeitung sehr kleiner Strukturen (1 Nanometer = millionster Teil eines
Milimeters)
 Einsatzbereiche: Informationstechnik mit immer kleineren Datenspeichern, Umwelttechnik,
Energietechnologie, Autoindustrie für ultraleichte Motoren und Karosserieteile,
Gesundheitswesen (z.B. küntsliche Gelenke)
 Im Lauf der zeit verlagerte sich das hauptgewicht der wirtschaftlichen Aktivitäten vom
primären über den sekundären zum tertiären Sektor
 bis 1970er Jahre: Schwerpunktverlagerung in Richtung produzierendes Gewerbe/Industrie
 heute: meisten Erwerbstätige im Dienstleistungssektor beschäftigt
 Veränderung der Beschäftigtenzahl in den Sektoren (sektorale Strukturwandel)
→ zog auch regionale Veränderungsprozesse nach sich
→ Beispiel Deutschland: Verlagerung des wirtschaftlichen Schwerpunktes in der 4. langen
Welle vom Ruhrgebiet in Richtung Rhein-Main, Rhein-Neckar, München
 Auf Europa bezogen: Bildung neuer Dienstleistungszentren von London über Frankfurt a.M.,
Stuttgart, München und Mailand
 Hightechunternehmen besetzten Standorte in Nordeuropa (Kopenhagen, Malmö, Stockholm,
Helsinki) und in Südeuropa (Barcelona, Grenoble, Nizza)

Altindustrialisierte Räume
Merkmale
 hohe Industriedichte und hoher Anteil der Beschäftigten im sekundären Sektor
 oft nur wenige Großbetriebe der Schwerindustrie, unterdurchschnittliches Wachstum, häufig
schon am Ende eines Produktionszyklus
 veraltete, Umwelt belastende Produktionsanlagen, zurückgehende Wertschöpfung
 wachsende Arbeitslosigkeit, Abwanderung von Fachlräften
 mangelnde bzw. fehlende Innovationskraft

 Europa: Entstanden auf der Basis von Steinkohlevorkommen (die sich von Schottland über
Mittel- und Südengland in das nordfranzösisch-belgische Revier und dort über das Saarland
und Ruhrgebiet nach Oberschlesien bis in das Donezbecken erstreckten)
 Heute: Auf Kohle und Stahl basierende industrielle Zentren der im 19. und bis Mitte des 20.
Jahrhunderts = erfolgreiche Regionen mit wenigen Ausnahmen zu strukturschwachen
Räumen
 Steinkohlebergbau, Eisen-, Stahl- und Textilindustrie = Schrumpfungsbranchen
 Ursachen (intern & extern):
→ intern erschweren sowohl die Durchmischung von Wohn- und Industriegebieten als auch
eine überholte Infrastruktur, eine schnelle Modernisierung
→ ein schneller Anpassungsprozess wird auch durch das Festhalten an alten Strukturen
gebremst, besonders durch staatliche Subventionen (z.B. der seit Jahrzehnte nicht mehr
wettbewerbsfähige deutsche Steinkohlebergbau erhält Zuschüsse zur Verstromung und zur
Stahlherstellung)
→ extern verursacht sind Schwankungen bei Nachfrage und Angebot
→ Teils können alte Branchen höherwetige Produkte nicht liefern, teils findet eine
Verlagerung von Hochlohnländern in Niedriglohnländern statt

Niedergang der Montanindustrie in Europa


 Verlust von Arbeitsplätzen im Ruhrgebiet: Bergbau, Stahlindustrie
→ 50% der Beschäftigten arbeiten im Dienstleistungssektor
 Großbritanien: Bergarbeiter
 Oberschlesien (älteste Montanreviere Europas): Bergarbeiter, Stahlarbeiter
→ Ausländische Direktinvestitionen leiteten einen Strukturwandel ein
Bsp. Ruhrgebiet
Industrieller Aufstieg
 wenig entwickelter Tage- und Stollenbau an Hängen der Ruhr (Nutzung der Wasserkraft
zum Antrieb der Maschinen)
 1850-1914: Gründerjahre gespickt von wirtschaftlichen Krisen
 Wanderung der Abbaulinie in Richtung Norden, Entstehung von Großzechen
 Industrieverbund: Steinkohle, Koks, Roheisen, Stahl
 Ausbau der Verkehrssysteme
 Fortschritte bei Stahlerzeugung (Thomasverfahren ermöglicht Herstellung
hochwertigeren, weniger brüchigen Stahls durch das Ausscheiden von Phosphor)
 Überlegenheit Englands war gebrochen
 Hellwegzone: Zentrum Stahlindustrie und Kernzone des Ruhrgebiets
 Veränderung des Standortfaktors für Hüttenindustrie: Nähe zu transportgünstigen
Wasserstraßen wichtig (Abhängigkeit von Importerzen)
 Bedeutungsgewinn für östliches Ruhrgebiet mit Dortmund-Ems-Kanal, Verlust für
mittleres Ruhrgebiet
 Entwicklung der Elektrostahlöfen kurz vor 1. WK führte zur Spezialisierung auf
Sonderstähle
 Nachfolge- und Ergänzungsindustrie: (Kohle-)Chemie
o Nutzung der bei Kokserzeugung entstehenden Abfallprodukte Rohteer und Teeröl
o Nutzung der ballast- und gasreichen Gas- und Flammkohlenarten
o Nutzung des Grubengases
 Nachfolgeindustrien: Maschinenbau, Elektrotechnik, Stahl- und Leichtmetallbau

Verflechtung zw. Bergbau, Energiewirtschaft, Grundstoffindustrie und Investitions- und


Konsumgüterindustrie auf der Basis der Steinkohle
 Kohle  Koks + importiertes Erz  Roheisen, Rohstahl, Walzstahl, Stromgewinnung 
Fahrzeuge, Maschinen, Stahlwaren
 Kokerei Gas, Teer, Benzol (Nebenprodukte Kokerei)  Verwendung für karbochemische
Industrie (Ammoniak, Düngemittel, Stickstoff, Kunststoffe, Chemiefasern, Farben)
 Importiertes Erdöl  Treibstoff/ Verwendung für petrochemische Industrie (Farben,
Waschmittel, Chemiefasern, Lacke, Kunststoffe)

Gunstfaktoren des Ruhrgebiets für Montanindustrie


 Wasserwege
 Kohlevorkommen
 Fachkräfte aus Sieger- und Sauerland
 Hellweg
 gute Infrastruktur

Krise der Montanindustrie


 in Wirtschaftswunderzeit bedeutendster Wachstumsträger und Wiederaufbaufaktor
 unter Vernachlässigung von Rentabilitätsmaßnahmen Vorantrieb des Steinkohleabbaus
durch Bau neuer Schachtanlagen und Vermehrung der Arbeitsplätze
 Krise:
o bis 1957 Subventionierung des Bergbaus, um starke Nachfrage während
Wirtschaftswunderzeit zu bedienen
→ Überangebot und Absatzschwierigkeiten
o Problem: hohe Produktionskosten aufgrund
 großer Abbautiefe (durchschnittlich 1000m, max. 1600m)
 geringmächtiger Flöze
 zahlreicher geologischer Störungen
→ Automatisierung der Kohlengewinnung
→ Schachtanlagen mit ungünstiger Lage aufgegeben werden
→ Verringerung der Abbaupunkte
 überdurchschnittlicher Lohnkosten für deutsche Bergleute im internat. Vgl.
 steigender Anteil von Braunkohle und Kernkraft an Energieerzeugung
o Aufhebung der Schutzzölle auf Erdöl  Umstieg privater Haushalte und Schifffahrt
von Kohle auf Öl
o Zechensterben unaufhaltbar
→ Reduktion der Kohlenförderung (1950- 2004 Abnahme um 80%)
→ Verringerung der Beschäftigten um 90%
→ aus 153 Schachtanlagen wurden 7
o 1.1.1969: Zusammenschluss der 26 Bergbaugesellschaften zur 'Ruhrkohle AG'
Aufgabe: gemeinsame Koordination der Bergbauaktivitäten

Rolle des Staates


23.1977: Entwicklung eines Stufenplans zw. Gesamtverband des dt. Steinkohlenbergbaus
und Elektrizitätswirtschaft ('Kohle-Strom-Vertrag')
 Ausgleich der Verluste in privaten Haushalten, Industrie und Verkehr durch
Einsatz von Kohle in Kraftwerken
 geplante jährliche Verstromung: 33 Mio. t Steinkohle
24.1997: Ablösung durch 'Gesetz zur Neuordnung der Steinkohlenverstromung'
 Abnahme der Zuwendungen seitens Bundesregierung um ca. die Hälfte bis 2005
 Verpflichtung des Bergbaus, Förderkapazität zu senken & Reduktion der
Belegschaft
 Diversifizierung der Betriebsstruktur (Schaffung neuer Einnahmequellen)
25.Ende 2003: Beschluss weiterer Förderung von 17 Mrd. €, ausgezahlt bis zum 2012
26.Situation 2004:
 Schichtleistung/ Arbeiter im Jahr: 6.300 t (Vgl. 1957: 1600t)
 Produktionskosten: 133€/t  USA: 50€/t
 nicht konkurrenzfähig
 Bergbau für regionale Arbeitsmärkte im Norden des Ruhrgebiets nach wie vor
von Bedeutung

Verkehrs- und Kommunikationsnetze in ihrer Bedeutung für die Verflechtung und


Gestaltung
von Räumen
- Zusammenhang zwischen der Modernisierung der Verkehrs- und Kommunikationsnetze
und der Globalisierung
Neue Kommunikationstechnologie
 alte Informationsträger: Presse, Rundfunk, Fernsehen, Telefon und Fax
 Neue: Internet mit E-Mail und Datenbanken; Firmen nutzen auch interne Netze: Intranet
→ Informationsaustausch erfolgt immer rascher und sehr zeitnah
→ Kosten sind minimal
→ Unternehmerisches Handeln ist unabhängig von jeder räumlichen Distanz möglich
→ Allerdings fehlt in manchen EL die Basisinfrastruktur für eine richtige Vernetzung

Transportwesen
 Größere Ladekapazität/Tragfähigkeit bei Öltankern, Containerschiffen, Massengutfrachter
→ Bei einer zu enormen Größe können sie nur noch wenige Häfen anlaufen und nicht mehr
alle Großkanäle passieren
 Organisation des Gütertransports über neue Logistiksysteme
→ durch elektronische Steuerungssysteme wird der gesamte Transportweg vom Versender
bis zum Empfänger über alle Zwsichenschritte (LKW, Zug, Binnenschiff, Hochseeschiff,
Zollabfertigung zsw.) durchgeplant und überwacht
 Integrierte Transportketten erlauben die Zusammenfassung mancher Sendungen
 das Transportgut bleibt in der Obhut einer internationalen Spedition
 Liegezeiten in Häfen werden weitgehend vermieden
 Alle Beteiligten wissen jederzeit über den aktuellen Aufenthaltsort einer Sendung Bescheid
 wichtig sind: schnelle Containerbrücken mit langen Auslegern in den Häfen für das Löschen
der Containerladung
 Ergebnis: Transportkosten und Transportzeiten werden radikal gesenkt
 Der Transportkostenanteil an den Produktionskosten liegt zwischen ½ % und 6%
 Auch bei Fracht- und Passagierflugzeugen nimmt die Kapazität zu
 Ebenfalls Verbesserung der Logistik
 notwendig aufgrund von
o steigendem globalen Wettbewerbsdruck
o verstärkte Dynamik der Märkte (wechselnde Bedürfnisse)
o ungewisse Kundenloyalität
→ wachsende Ansprüche

Hauptakteure sind transnationale Unternehmen TNU/Global Player


1. Vorstufe: Das internationale Unternehmen: Ein Unternehmen, das in einem einzigen
Land die Produktion plant und durchführt und das fertige Produkt dann auf
internationale Märkte bringt
2. Vorstufe: Das multinationale Unternehmen: Die Produktion erfolgt in verschiedenen
Ländern.
Vom Heimatland aus wird alles zentral organisiert und gesteuert.
Übergänge zu transnationalen Unternehmen fließend.
3. Das transnationale Unternehmen: Die internationalen Standorte des Unternehmens
(teilweise Tochtergesellschaften) haben mehr Selbstständigkeit erreicht, sind manchmal
auf bestimmte Aufgaben spezialisiert, können eigene Entwicklungsarbeiten haben. Mehr
Eigenverantwortlichkeit innerhalb der zentralen Vorgaben von der Konzernleitung.
Intensive Vernetzung aller einzelnen Standorte. Es werden auch Allianzen gebildet, um
Entwicklungskosten zu sparen. Zugang zu Technologien und hochqualifiziertem Personal
zu bekommen.

China – aufstrebende Wirtschaftsmacht im asiatisch-pazifischen Raum


 Wirtschaftswachstum in China: Zulassung marktwirtschaftlicher Mechanismen als Ersatz für
planwirtschaftlich gelenkte Strukturen seit Beginn des Reformprozesses 1978
 Raumstrukturelle Instrumentarien für dieses Prozess: Wirtschaftssonderzonen, geöffnete
Städte
 rasantes Wirtschaftswachstum
 Platz 2 bei den ausländischen Direktinvestitionen
 drittgrößte Handelsnation der Erde
 Platz 2 bei Energieverbrauch
 Platz 3 in punkto saurer Regen
 Starke Luftverschmutzung, Starke Verschmutzung der ländlichen und städtischen Flüsse
 Jährliche Umweltschaden = 8 – 13% des Sozialproduktes
 Langfristig gesehen werden Umweltschäden und Ressourcenverluste sämtliche Ergebnisse
der wirtschaftlichen Entwicklung aufheben

Wirtschaftssonderzone:
 vom Binnenland abgegrenztes Territorium mit rechtlichem Sonderstatus als Anreiz für
ausländische Unternehmen mit exportorientierter Produktion
Vorteile für China:
→ Erlernen marktwirtschaftlicher Prinzipien, Devisengewinn

Geöffnete Städte:
 Städtische Räume mit zusätzlich zu den Bedingungen der Wirtschaftssonderzone auch auf
den chinesichen Markt ausgerichteter Produktion und binnenwirtschaftlicher Verflechtung:
Vorteile für China:
→ Kapital-, Technologie- und Know-how-Transfer nach China; Impulse für einheimische
Industrie

Ausländische Direktinvestitionen (ADI)


- (engl. Foreign Direct Investmen, FDI) sind die finanziellen Beteiligung eines Investors an
einem Unternehmen in einem anderen Land, meist mit dem Ziel Markteintrittsbarrieren, z.B.
Handelshemmnisse, zu umgehen und dauehaften Einfluss auf die Geschäftspolitik dieses
Unternehmens auszuüben

Shangai = hervorragendes Standortpotential


→ 200 Millionen Einwohner
→ traditionsreicher chinesischer Industriestandort sie ca. 150 Jahren
→ Kaufkraft der Bevölkerung am höchsten in ganz China
→ gut ausgebildetes Arbeitskräftepotential
→ zahlreiche Hochschulen und Universitäten
→ sehr gute Verkehrsinfrastruktur

Join Venture in China:


Zusammenschluss von selbstständigen Unternehmen z.Z. Der Durchführung
gemeinschaftlicher Projekte, die von einem Unternehmen allein in der Regel nicht realisiert
werden können
 Gemeinschaftsunternehmen, dabei stellt die chinesische Seite:
- Grund und Boden
- Gebäude
- Arbeitskräfte
 der ausländische Partner stellt:
- Kapital
- hochwertige Maschinen
- Ausrüstung
- technisches know-how

WTO (World Trade Organization)


strebt die Liberalisierung des Welthandels an, z.B. durch Abbau von
 handelshemmenden Tarifen wie Importquoten, Zöllen, Local contents (= Vorschrift zur
Produktion eines festgesetzten Anteils an Zulieferteilen im Land des Endproduktes),
 Exportsubventionen

China trat der WTO 2001 bei, seit 1.1.2005 sind Einfurbeschränkungen für chinesiche Importe
in WTO-Mitgliedsländern entfallen

Ein deutsches Unternehmen verschafft sich Zugang zu asiatischen Märkten


 90km westlich von Shangai
 deutsch-japanische Joint-Venture Freudenberg & Vilene Vowovens
 150 Mitarbeiter ausschließlich chinesischer Herkunft, auch Firmenleitung
 technisches Wissen aus Dem Kenntnis des japanischen Partners vom asiatischen Markt,
Leitung durch Chinesen
→ Lohnkosteneinsparung, optimalen Abstimmung von Produktionsprozess – und zielen mit
den Besonderheiten der einheimischen Arbeitskräfte bzw. der Einbindung in lokale
Zuliefererverflechtungen
 Investition und Förderung von bestimmten Branchen: Bau- und Automobilundustrie →
wirtschaftlicher Aufschwung

Boom nach Wirtschaftsöffnung


Perspektive des Ausland: China als Markt und Industriestandort
 chinesische Wirtschaftsboom
→ Automobilindustrie (Schlüsselindustrie)
→ ausländische Investitionen
 maßgeblicher Standortfaktor: niedrigen chinesischen Löhne
 Anreize für ausländische Investitionen:
- exportorientierte Produktion für den Weltmarkt am kostengünstigen Standort China
- chinesische Absatzmarkt
 Join ventures: China profitiert vom Kapitalzufluss, vom Know-how-Transfer
 China: zu Beginn des 21. Jh.s: weltweit am schnellsten wachsende Automobilmarkt

Zusammenschluss der Unternehmen


 Steigerung des Umsatzes
 „Monopolstellung“ durch Vergrößerung der Unternehmen
Eindringen in europäischen bzw. amerikanischen Markt
 Innovationen durch Forschung, Entwicklung, vergrößertes Vertriebsnetz
 Erschließung ausländischen Marktes
 Berühmtheit/Präsenz
 Marktführung
 Vertriebsnetz/Seruice
 Kauf des Namens (Image)
 Kapitalanlage → Gewinne
 Verlagerung nach China
 preiswerter Einkauf in Unternehmen
 wirtschaftliche Entwicklung soll durch Outsourcing erreicht werden
 „Incentives“: staatliche Anreize wie Steuersenkungen, geringe Entstehungskosten,
Wegfallen von Mindestlöhnen
Vier-Welten-Land: Räumliche Disparitäten
 basierend auf BIP, und Beitrag zum Export
 1te Welt: riechen Küstenstandorte, Großstädte wie Shanghai, Tientsin, tragen nur 5% zum
Exportwert bei
Liegen über dem Durschnitss-BIP des Landes
 2te Welt: Küstenprovinzen, wie Fuijan, höchsten Exportwert
 3te Welt: Binnenprovinzen, flächenmäßig größte Teil Chinas
 4te Welt: Armutsinseln
 Aufteilung: 1/3 der Bewohner Chinas gehören zur ersten oder zweiten Welt, Großteil Chinas,
2/3, zählt zur dritten oder vierten Welt
 regionale Unterschiede: Stadt/Land
 Städte: bescheidener Wohlstand
 Land: Einkommen stagniert, oder geht sogar zurück
 städtischen Einkommen sind dreimal so hoch wie die ländlichen
 Bauern → Schuldenfalle → Ankaufpreis für Getreide und andere landwirtschaftliche
Produkte fällt = fallende Einnahmen → steigende Ausgaben für Dünger und Saatgut
 soziale Unterschiede:
 nicht krankenversichert
 hohe Schulgebühren (aus Kostengründung fehlende Schulausbildung)
 Bauern sind gezwungen sich andere Erwerbsmöglichkeiten zu erschließen:
 Bauarbeiter, Handwerker, Hausangestellte, Fabrikarbeiterinnen in der Stadt
 160.Mio ländliche Arbeitskräfte, die in den Städten ein Auskommen suchen
 trotz guter Schulausbildung haben Arbeitssuchende vom Land große Schwierigkeiten in der
Stadt einen Job zu finden
 Verstoß gegen die Menschenrechte
 starkes Bevölkerungswachstum, Wohnungsproblematik
 Landflucht

Handelsbilanz-Defizits China
 teilweise noch negative Bilanzen
 → Wirtschaftskrise, noch nicht vollkommen erholt
 muss für den einheimischen Markt viel importieren → heimische Wirtschaft am laufen zu
halten → trotz fehlender Gelder
 China = heiße Gasblase, die kurz davor ist zu explodieren, sollte sie weiter auf „pump“
wirtschaften

Herausbildung städtischer Teilräume: Funktionale Gliederung


Funktionale Gliederung:
räumliche Gliederung einer Stadt nach Kriterien der vorherrschenden Nutzungs- bzw.
Funktionsvergesellschaftung.
Zugrunde liegendes Konzept ist das der „Leistung“ eines städtischen Teilraumes für andere
bzw. für das gesamte städtische Gefüge, ferner der Gedanke der optimalen Nutzung der
Ressource Boden für die Daseinsgrundfunktionen und für die Versorgung der Bevölkerung.

Prinzipien der Standortverlagerung und der Beschaffungslogistik


 Standortverlagerung:
o Verlagerung eines Betriebs oder Betriebsteilen in Niederlassung im Inland oder
Ausland
o Niederlassung bleibt Teil des rechtlichen Unternehmens- bzw. Konzernverbundes
 Outsourcing/ Auslagerung:
o Abgabe von Unternehmensaufgaben und -strukturen an Fremdfirmen (auch
wenn diese vom Ursprungsunternehmen gegründet)
o zeitlich befristeter Vertrag verpflichtet zur Erbringung von Produktionen oder
Dienstleistungen
 Ziele:
o Umsatzmaximierung/ Wachstumsstreben
o Vergrößerung des Marktanteils
o subjektive Wertvorstellungen des Unternehmers

 Möglichkeiten der Logistik: Senkung der Kosten, Verkürzung der Reaktionszeit auf
Kundenwünsche, Verbesserung der Belieferungsqualität
 Die Logistik ist verantwortlich für: den Transport vom Hersteller zum Unternehmen,
den innerbetrieblichen Transport und den Transport zum Kunden
 Voraussetzung ist eine gut ausgebaute und effiziente Verkehrsinfrastruktur
 Weitere Funktionsbereiche: die Warenprüfung und Handhabung, Lagerung,
Verpackung, Steuerung und Planung der Produktionsabläufe und Koordination der
Prozessdurchführung
 Spezialgebiete der Logistik betreffen beispielsweise die Sicherung und Durchführung
von Geld- und Gefahrguttransporten
 Logistik im eigentlichen Sinne kann in vier Subsysteme untergliedert werden
 Beschaffungslogistik
 Produktionslogistik
 Distributionslogistik
 Entsorgungslogistik
Beschaffungslogistik
 umfasst den Wareneinkauf bis zum Transport des Materials zum Eingangslager oder zur
Produktion
 verbindet damit die Distributionslogistik der Lieferanten und die Produktionslogistik eines
Unternehmens
 Wesentliche Aufgaben der Beschaffungslogistik sind
→ die Produktion betriebsbereit zu halten
→ das Material verfügbar zu machen.
 Die Beschaffung steht am Anfang der logistischen Kette. Somit fällt der
Beschaffungslogistik eine besondere Rolle im Rahmen der optimalen Kundenversorgung zu
Güterverkehrszentren
 Zunahme der geforderten Kompetenzen erfordert Einrichtung von Drehkreuzen seitens
der Spediteure
 Knotenpunkt im Netz der Transportkette, logistische Dienstleistungszentren zum Laden,
Sammeln, Umschlagen, Verteilen; überbetriebliche Kooperationen
 Ziele:
o Trennung von Güterfern- und Nahverkehr
o Bündelung von Dienstleistungen
o Strukturverbesserungen für klein- und mittelständische Unternehmen
o Ansiedlungsanreiz
o Entlastung der Städte
o rationelle Nutzung der Verkehrswege, bessere Fahrzeugauslastung
o Verringerung der ökologischen Bilanz
 Zunahme der Straßenbelastung aufgrund differenzierter Sendungsaufteilung

Tertiärisierung als Motor für die räumliche Verteilung von Arbeitsplätzen und
Warendistribution
Wirtschaftsfaktor Fremdenverkehr in seiner Bedeutung für Zielregionen

Tertiärisierung
 Wirtschaft und Gesellschaft haben sich seit der Industrialisierung grundlegend verändert
 Verlagerung des wirtschaftlichen Schwerpunkt hin zum Dienstleistungssektor

Wirtschaftssektoren im Wandel
- Primärer Sektor
 Strukturwandel: Mit der Industrialisierung im 18./19. Jahrhundert der sich in der zweiten
Hälfte des 20. Jahrhunderts mit der europäischen Zusammenführung und durch die
Globalisierung verschärft hat
→ Veränderung des primären Sektors
- Agrarwirtschaft ist ein wichtiger Bestandteil der
europäischen Wirtschaft
- Durch neue Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten kam es zu einer kaum für möglich
gehaltenen Steigerung der Produktionsmengen und Produktivität
- Landwirtschaftliche Betrieb steht nicht mehr im
Mittelpunkt der Lebensmittelproduktion
- Weiterhin große Spannbreite von Betriebsgrößen, Betriebsformen und
Bodennutzungssystemen
- Sektorenwandel sorgt für demographischen Wandel → Entleerung der ländlichen Räume
- Stützung des primären Sektors durch Zuschüsse der EU
- Wiedervereinigung sorgt für Strukturwandel in der Landwirtschaft in Deutschland
- Konzentration auf immer weniger, aber immer größere Betriebe mit immer weniger
Beschäftigten
- Sekundärer Sektor
- Industrie: Die arbeitsteilig organisierte, mit hohem Maschinen- und Energieeinsatz betriebene
Massenproduktion normierter Investitions- und Verbrauchsgüter
- Mit der ab Mitte des 18. Jahrhunderts von England ausgehenden industriellen Revolution
wurde dieser Sektor immer bedeutender
- Selbstständiger Wandel des sekundären Sektors
- Strukturwandel nach dem zweiten Weltkrieg
- Strukturänderungen durch die Ölkrisen in den 1970er Jahren
- Strukturwandel durch Entstaatlichung der Betriebe
- Strukturwandel durch Globalisierung → Neue Produktionsketten, Erschließung neuer Märkte,
Produktionsbereiche und neue Konkurrenz
- Transformation im Osten durch Wegfall des „Eisernen Vorhangs“
- Strukturwandel durch Deindustrialisieren
- Cluster: räumliche Konzentration bestimmter wirtschaftlicher Aktivitäten mit >Standort- und
Agglomerationsvorteilen sowie mit ausgeprägten Standortgemeinschaften
- Bratislava Cluster der Automobilindustrie
→ Niedriglohn
→ Hohe Flexibilität bei Arbeitszeiten
→ Viele Zuschüsse
→ Niedrige Steuern
→ Dank EU ungehinderter Waren- und Dienstleistungsverkehr
- Tertiärer Sektor
- Handel, Verkehr, Tourismus, Banken, Versicherungen, öffentliche Haushalte
- Dominierender Wirtschaftssektor
- Immaterielle Leistung
- Viele Cluster
- Logistikzentren wie der Hafen von Rotterdam oder Singapur
- Quartärer Sektor
- High-Tech, Beratung, Kommunikationstechnologie
- Voraussetzung für Gebiete mit einem tertiären Sektor sind Hochschulen und
Forschungseinrichtungen
- Subventionierung durch EU
 Dresden Deutschlands High-Tech Metropole (München, Nürnberg, Karlsruhe)

Unterteilungen im tertiären Sektor


 produktionsorientierte Dienstleistungen
 wirtschaftsbezogen (Unternehmensrechtsberatung, Forschung, Banken, e-
commerce etc.)
 transportbezogen (Verkehr, Logistik, Nachrichtenübermittlung)
 konsumorientierte Dienstleistungen
 personenbezogen (Hotel-, Gastronomiegewerbe, Freizeit, Tourismusbereich)
 gesellschaftsbezogen (Bildungs-, Kultureinrichtung, behörden,
Gesundheitswesen, Betreuung)
 weitere Unterteilung: quartärer Sektor
 Hand- und Kopfarbeit: hochqualifizierter Tätigkeitsbereich
(Forschung/Entwicklung)
Wachstumsgründe
 steigendes Einkommen :⇒ steigende Nachfrage im Bereich Freizeit, Kultur etc.
 gesellschaftlicher Wandel (sozioökonomische Veränderung der Gesellschaft)
 ältere Gesellschaft(demographischer Wandel) :⇒ Betreuungsangebote
 kleinere Haushalte
 Berufstätigkeit von Frauen
 Konkurrenzfähigkeit von Industriebetrieben durch Dienstleistungen:⇒ Werbung, Steuer-,
Rechtsberatung, Softwareentwicklung
 starke Verflechtung der Industrie:⇒ Logistik, Informationsaustausch
 "neue" Dienstleistungen innerhalb der Betriebe:⇒ Wissen wird immer wichtiger
 Globalisierung:⇒ Internationalisierung der Wirtschaft:⇒ nue Kommunikationstechniken
 veränderte Produktion (weltweite Fertigung) → Notwendigkeit logistischer Begleitung
 Globalisierung → Einrichtung von Serviceleistungen für
o Globalisierte Produktion
o Finanzströme
o Investitionen
o Informationsströme
o Serviceeinrichtungen (Banden, Versicherungen, Unternehmensberatungen,
Medien- und Kommunikationskonzerne
⇒ die Informationstechnologie verändert Wirtschaft und Gesellschaft

Standortfaktoren
 besonders ausgeprägte Verkehrs- und Kommunikationsanbindungen
 qualifiziertes Personal
 weiche Standortfaktoren (u.a. zur Attraktivitätssteigerung für Arbeitnehmer)

Standorttypen von Dienstleistungsunternehmen allgemein


 Multifunktionale innerstädtische Standorte
o räumliche Konzentration in City/ Nebenzentren
o hohe Kundenfrequenz
o Nachbarschaft gleicher/ ähnlicher Branchen
o verstreute Standorte

 Imagestandorte
o z.B. Straße mit besonderem Ruf
o Wolkenkratzerviertel
o Historisches Stadtviertel

räumliche Auswirkungen der Dienstleistungsgesellschaft


 direkte Auswirkungen der Standortwahl von Dienstleistern auf Zentralität der
Siedlungen
 City und Umland:
o zunehmende Zahl von Bürogebäuden
o Umwandlung von Wohn-, Gewerbe- und Industriearealen in tertiärwirtschaftlich
genutzte Fläche
o Konzentration der Geschäfte mit hochwertigen Waren und gehobenen
privatwirtschaftlichen Dienstleistungen (Rechtsanwalt, Arzt,
Finanzdienstleistungen, Versicherungen)
o Flächenknappheit in Städten → hohe Wachstumsraten im
Dienstleistungsgewerbe im Umland der Städte
 Peripherie:
o Ansiedlung dezentraler Dienstleistungen (Einkaufszentren, Möbel- und
Baumärkte, Lager- und Transportbetriebe) und großflächiger Bürokomplexe,
speziell Unternehmen aus Kommunikationsbranche (Call Center, Software-
Entwicklung)
o Versorgungsgarantie cityferner Wohnbereiche
o trotzdem: aufgrund steigender Mobilität (Motorisierung)m geringerer
Bevölkerungsdichte und niedrigerer Kaufkraft rückläufige Ansiedlung von
Dienstleistern

Weitere Folgen
 weltweite Arbeitsteilung (Arbeit rund um die Uhr)
 meist keine Bindung an Standort oder Tageszeit
=> Nähe hat keine Bedeutung mehr (Arbeit kommt zum Menschen)
=> keine Bindung an lokale und regionale Märkte (Internet)
=> Bedarf an Büroräumen, Verkaufs- und Ausstellungsflächen sinkt (alles online)
⇒ Telearbeit und E-Commerce = footlose-industries

Tourist (nach Richtlinien der WTO)


 jeder Ausländer, der die Grenze überschreitet und sich mindestens 24h im land aufhält
 Transitreisende und ausländische Arbeitnehmer werden nicht mitgezählt
Wirtschaftsfaktor Tourismus
 internationale Verkehr kann die Kluft zwischen Industrie- und Entwicklungsländern
verringern oder gar beseitigen
 Tourismus schafft Arbeitsplätze und Einkommen
 fördert den Aufbau der Infrastruktur (Flugplätze, Häfen, Verkehrswege, Elektrizität, Banken
– und Kommunikationswesen)
 Wirke sich infolge der Nachfrage der Touristen positiv auf andere Wirtschaftszweige aus
(Agrar-und Fischereiwirtschaft, Nahrungs-und Genussmittelindustrie, lokale Handwerk
(Herstellung von Andenken), Baussektor oder Denkmalpflege
 traditionelle Abwanderungsgebiete werden aufgewertet
 periphere Gebiete werden stärker in die Volkswirtschaft integriert
 außenwirtschaftliche Bedeutung = Möglichkeit dringend benötigte Devisen zu
erwirtschaften EL geplagt von Handelsbilanzdefiziten und hohen Auslandschulden), wie z.b.
für den Import von Gütern, die für den Auf- bzw. Ausbau eines modernen Agrar- und
Industriesektors bzw der Infrastruktur notwendig ist
 vorallem für die Länder wichtig, die aufgrund ihrer Lage und/oderf fehlender Ressourcen
keine Möglichkeit haben, alternative Exportproduktionen aufzubauen

 Deviseneinnahmen aus dem Tourismusgeschäft vielfach trügerisch, vorallem wenn


Belastungen der Außenhandelsbilanz nicht mitberechnet wird
- Ausgaben für Auslandskredite und für den Einkauf von Investitionsgütern zum Aufbau der
Tourismusindustrie (Baumaterial, Möbel, Klimaanlage, Fahrzeuge etc.)

 Einfuhr von Konsumgütern für Touristen (Kaffee, Coca,Cola, deutsches Bier,


Frühstücksmarmelade, Mineralwasser...)

 Devisenausgaben für die Tourismuswerbung in den Herkunftsländern der Reisenden

Wem nützt der Tourismus?


 einziger Wirtschaftszweig mit einer so starken Globalisierung, rasanter Aufschwung (Seit
1980er Jahre ca. 5 & jährlich)
 Anteil am Weltwirtschaftsvolumen: 10-15 %
 weltweit über 10 % aller Arbeitsplätze
 für viele Länder bedeutendste Steuereinnahme
 Anteil des Fremdenverkehrs am Bruttonationaleinkommen mancher kleiner Inselstaaten,
z.b. Malediven, über 50 %
 EL verfügen über ein „absolut günstiges Angebot“
→ „unberührte“, von der modernen Zivilisation noch nicht überformte Landschaften
→ exotische Kulturen
→ warmes, angenehmes Klima
 2003: 1/5 der „Developing Countries“ entfiel auf Touristeneinkünfte, aller touristischen
Deviseneinnahmen
 starke Konzentrationsprozesse, sodass internationale Reisemarkt von wenigen
Großunternehmen beherrscht wird
 verfügen über die meisten Reisemittler, Fluggesellschaften, Hotelketten,
Gastronomiebetriebe und Freizeitanbieter
→ Monopolstellung der IL
 Nur ein Bruchteil der Ausgaben für Reisen in EL verbleibt auch in den EL
→ in Form von: Steuern, Einnahmen aus dem Gastronomie, Freizeit- und Zulieferbereich,
geringes Arbeitsentgeld, schlecht qualifizierte einheimische Arbeitskräfte
 Urlaubsformen wie „all inclusive“ (Urlauber bucht bereits Zuhause sämtliche
Dienstleistungen und Urlaubsvergnügen) → Wertschöpfung für einheimische Anbieter
nimmt ab
 Ansiedlung von Großunternehmen → Abhängigkeit der Peripherien
 Flächen müssen gerodet werden für das Angebot von Sportarten und anderen Aktivitäten →
Erosion, Bedrohung/Vernichtung von Pflanzen- und Tierarten
 Anreisen von Nah-und Fernverkerh → CO2
 Abwasser von touristischen Einrichtungen werden sofort ins Meer geleitet
=> negative wirtschaftliche, soziale und ökologische Folgen des Tourismus für das EL
=> Gewinne für die IL aus einem der größten Wachstumsmärkte der Gegenwart und
Zukunft

Tourismus – Frauen
 Anteil der im Tourismus beschäftigten Frauen in den dritte-Welt-Ländern : über 60 %
 Tourismus = Fraunen haben die Chance, sich durch persönliche Begegnungen mit den
Reisenden von überkommenden Strukturen zu lösen
 Tourismus = Antrieb für mehr Einfluss der Frauen bei politischen und gesellschaftlichen
Entscheidungsprozessen
→ Gegensätzliche Beurteilung der Veränderung traditioneller Werte und Strukturen durch
den Kontakt mit Fremden
 WTO (World Trade Organization): emanzipatorischer Prozess
 Tourismuskritiker: Negative Auswirkungen

Auswirkungen des Tourismus auf Zielgebiete der dritten Welt (Fettgedruckt = Positiv)
Wirtschaftlich Gesellschaftlich Kulturell Landschaftlich,
ökologisch
- Arbeitsplätze im Erforschung, Landschafts- und
Deviseneinnahmen formellen und Renovierung und Denkmalschutz,
zur Verbesserung informellen Sektor, Schutz historischer Anlage von
der Hotels und Stätten, dadurch Naturparks zur
Außenwirtschaftsbil Gaststätten, Bau, auch Stärkung der Erhaltung von
anz Verkehr, nationalen Identität Tierwelt und
Versorgung, Vegetation,
- Steigerung des tourismus- Ressourcensicherun
BSP/BIP spezifische g
Dienstleistungen
- Verbesserung der (Reisebüro,
Zahlungsbilanz Mietwagen,
Strandhandel)
- höhere
Steuereinnahmen - Abbau räumlicher
und sozialer
- steigende Disparitäten
Beschäftigung

- steigende
Einkommen

- Wandel und
Dynamisierung der
Wirtschaftsstruktur
- Nur Bruchteil des - Abhängigkeit von - Gefährdung - Rodung,
Gewinns bleibt in den Großkonzernen Umweltzerstörung
EL -
- erhöhter - steigende soziale Ressourcenzerstörung
Devisenabfluss Kosten
-Verschuldung im - wenig Geld an - Entwicklung nicht - Aufwand
Ausland Einheimische möglich → CO2-Ausstoß
- erhöhter → Wasserverbrauch
- Privater - saisonal bedingt - Wiederbelebung Tourismus wegen
Einkommenszuwach des Exotic
s Kunsthandwerks
- ungerechte - Ausbeutung Kein Markt (All-
Verteilung → Kluft inclusive)
zwischen Arm und
Reich
- - Akkulturation - Erhaltung und
Lebenshaltungskosten durch amtliche
steigen an Demonstrationseffe Unterstützung von
kte traditionellen
- Preissteigerung, Volksbräuchen und
Inflation Festen

- extreme Saisonalität - unangepasstes - Authentik ?


des Konsumverhalten
Arbeitsplatzangebotes (Demonstrationseffekt
)
- Verlust der
Identifikation
Tourismuszentren - Unzufriedenheit - Privatleben /
als Intimität geht verloren
Entwicklungspole: - Landfrlucht /
Infratsurkturausbau Kriminalität
- (Flughäfen,
Straßen,
Nachrichtenwesen
usw)
- Benachteiligung - Entlastung der
anderer Gebiete Verdichtunggsräum
- Verdrängung e durch Umleitung
überkommener von
Wirtschaftszweige Migrationsströmen
→ wirtschaftliche /
regionale Disparitäten
- Landflucht - Belastung in
→ Wirtschaftskraft Tourismusgebiete
nimmt ab

Aspekte der Nachfrage:


 steigende Einkommen
 steigende Urlaubs- und Freizeit
 günstige Wechselkurse
 Verringerung der Reisekosten, - zeit
 Information
 Reiseerwartungen, -motive, -bedürfnisse

Soziokulturelle Effekte
Pro Contra
- Erhaltung/Wiederbelebung überlieferter - Zerstörung der lokalen Identität (durch
Tradition Entfremdung der traditionellen Moral)

- Rezeption ausländischer kultureller - Entstehung eines einseitigen und mithin


Eigenarten falschen Bildes
- Überlegungen => Emanzipation /EW/& - Kommerzierung von Kulturgütern => Verlust
Wertschätzung der eigenen Kultur der kulturen Identität
- Prozesse des sich-Wehrens - Vergleich der Lebensführungen => Gefühl
der Unterlegenheit oder Minderwertigkeit
- Touristen nehmen Rolle der ehemaligen
kolonialen Herrscher ein =>
Identitätsverluste (von Jugendlichen)
- Neid/Auflehnung/Hass
- Verstärkung der Migrationsprozesse =>
Auflösung der familiären Bindungen
- Entstehung neuer Bedürfnisse und
Erwartungen

Fremdenverkehr als Belastungsfaktor in den Alpen


 Alpen: eine der größten Tourismusregionen der Welt
 Naturraum = Anziehungskraft für Wanderer, Kletterer, Skifahrer
→ interessante Relief, traditionelle Kulturlandschaft in Verbindung mit
attraktiven charakteristischen Ortsbildern
 Ortszentren:
- technische Infrastrukturen für Aktivsportarten
- breite Palette von Unterhaltunsmöglichkeiten
- Erschließung neuer Gebiete mit Straßen und Seilbahnen
- Zweitwohnungsbau im Gebirge
- zunehmende Lärmbelästigung durch Hubschrauber, verursacht durch Heliskiing und
Versorgungsflüge
 Landwirtschaft →
- kurze Vegetaionszeiten
- Reliefungunst
- geringwertige Böden
→ Betriebsaufgaben, Abwanderungen, vorallem junger Menschen aus den Bergdörfern
 Einheimische sehen in der touristischen Erschließung Möglichkeit wirtschaftliche und soziale
Situation zu verbessern
 in vielen Regionen, Tourismus = Alleinherrscher
 Belastung der Umwelt, Gefährdung der kulturellen Identität => Tourismus zerstört seine
eigenen Grundlagen
 Eigener Beitrag zur Entschärfung der Situation:
- doppelten Preis für Getränke und Verpflegung für ein Saumtier als Transport anstelle eines
Hubschraubers
- zu zahlende Abfallentsorgung in den Hütten
 Gäste erwarten gewisse Getränkeauswahl und die Möglichkeit zur Halbpension,
Serviceleistungen (Ursachen des Problems, die man versucht zu beseitigen)
 umweltbelastender Kurzurlaub, häufig mit dem eigenen PKW
 Schäden an einzelnen Pflanzen, die nur langsam über Jahrzente wachsen durch extreme
Trittbelastung oder beim Planieren einer Skipiste → irreparabel
 Geländeveränderungen und Folgen so stark, dass Sommertourismus zurückgeht (Schäden
erst nach Schneeschmelzung erkennbar)
 Eingriffe im Gelände und Vegetation: Verringern der Wurzelmasse, Beeinträchtigung des
Bodenschutz und das Wasserspeichervermögen des Boden
 ökonomische und ökologische Folgen

Mögliche Auswirkungen des Kunstschnees


 tieferes Durchfrieren des Bodens
 längeres Andauern der niedrigen Bodentemperatur im Frühjahr
 Schneeschmelze bei noch gefrorenem Boden und damit erhöhte Gefahr von
Oberflächenabfluss und Erosion
 Mineralstoffeintrag des Kunstschnees (durch mineralstoffhaltiges Sickerwasser)
 Verzögerung der Ausaperung und infolgedessen ein verspäteter Wachstumsbeginn
 erfordert ein umfangreiches Wasserleitungsnetz mit Pumpwerken und entsprechendem
Strombedarf

Allgemeine Folgen des Pistenskilauf


 Maßnahmen: Aufbau touristischer Infrastruktur
 Folgen:
- Zersiedelung und Verbrauch von Landschaft
- Verlust an landwirtschaftlicher Nutzfläche
- Erosion durch Fels-und Bodenanschnitte
- Luft - & Larmbelästigung
- Entsorgungsprobleme, Müll, Abwässer
- Veränderung traditioneller Lebensformen, Gefährdung kultureller Identität
- „Verstädterung“ von Ortsbildern
 Maßnahme: Eingriffe in die Landschaft, Geländeveränderungen
 Folgen:
- Gefahr von Lawinen und Muren
→ Veränderung der hydrologischen Verhältnisse: Hochwasserspitzen im Tal, Zunahme der
Feststofffracht
- Bodenerosion, Nährstoffausschwemmung
- Schädigung der Pflanzendecke
- Verkürzung der Vegetationszeit
- Entsorgungsprobleme: Müll, Abwasser
- Beeinträchtigung des Landschaftsbildes
=> Beeinträchtigung der Alpwirtschaft => Bedeutungsverlust der Landwirtschaft =>
(Langfristig) Beeinträchtigung des Freizeitwertes => (langfristig) Rückgang des
Fremdenverkerhs, besonders im Sommer

Internationale Zusammenarbeit: die Alpenkonvention


 1952: Natur-und Landschaftsschutzorganisationen schließen sich zu einer „Commission
Internationale pour la Protection des Alpes“ (CIPRA) zusammen
 Förderung einer nachhaltigen Entwicklung im Alpenraum
 Vertragspartner: Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Österreich, Schweiz,
Slowenien, europäische Gemeinschaft
 Ziele: Ressortübergreifende Raumordungspolitik
→ Erhaltung und Förderung der kulturellen und gesellschaftlichen Eigenständigkeit der
ansässigen Bevölkerung → Luftreinhaltung, Schutz von Boden, Wasser, Landschaft imd
Bergwald
 touristische und Freizeitaktivitäten im Einklang mit den ökologischen und sozialen
Erfordernissen, durch:
 qualitativen Umbau der touristischen Zentren, insbesondere in Sachen Verkehr, Energie,
Ver-und Entsorgung
 verbesserte Informationen und Angebote über umweltbewusstes Anreisen
 Ausweisung von Zonen ohne technische Erschließung (Ruhezonen)
 Verzicht auf belastende Tourismusformen (z.B. Helitourismus, Ultraleichtflugzeuge,
Mountainbokefahren abseits von Wegen, Einsatz von Geländefahrzeugen und Motorschlitten
zu Sport-und Freizeitzwecken)
 Förderung des längerfristigen Urlaubsverkerhs vor dem Tagesausflugsverkehr
 Verzicht auf weitere skitechnische Erschließungsmaßnahmen in Schutzgebieten und auf
Gletschern
 Forderung der Alpenkonvention nach Eindämmung umweltschädigender Aktivitäten wird
nicht erfüllt

Kulturexport
 Tourismus fördert in verschiedenen Ländern das, was man als Fünf-Sterne-Kultur
beschreiben kann
 schafft Oasen des Vergnügens in einer Wüste von Armut
=> negative Folgen, zu schnelle Entwicklung
 Zerstörung der lokalen Identität, indem sie die einheimische Bevölkerung ihrer
traditionellen Moral entfremden, wenn die Einheimischen sich an die Gewohnheiten und
Bedürfnisse der Gäste (meist aus den Westen kommenden) anpassen
 Entstehung eines einseitigen und mithin falschen Bildes vom Touristen, der außerhalb
seiner normalen Umwelt erlebt wird und möglicherweise ein Verhalten an den Tag legt, das
er sonst nicht zeigt
Kritische soziologische Stimmen
 Fremdenverkehr zwingt die gastgebende Gesellschaft, ihre Kulturgüter zu
kommerzialisieren, womit ein Verlust der kulturellen Identität einhergeht
 Der Vergleich der eigenen mit der als fortschrittlichen erachteten Lebensführung der
westlichen Gesellschaften kann in der einheimischen Bevölkerung ein Gefühl der
Unterlegenheit oder Minderwertigkeit hervorrufen
 Die Touristen nehmen teilweise die Rolle der ehemaligen kolonialen Herrscher ein, an deren
Werte und Normen, vor allem Jugendliche, ihre Identifikationsversuche binden
 Es entstehen Neid oder aber auch Auflehnung, die leicht in Hass umschlagen können
 Der Tourismus verstärkt Migrationsprozesse, dies bewirkt eine Aufgabe des traditionellen
Lebensstils und eine Auflösung der familiären Bindungen
 Kommerzialisierung von Gastfreundschaften und Kunst, das Ansteigen von Kriminalität,
Prostitution und Geschlechtskrankheiten sowei die Entstehung neuer Bedürfnisse und
Erwartungen, Zerstörung gewachsener sozialer Strukturen

=> Akkulturationseffekte

 postive Folgen: - Erhaltung oder Wiederbelebung überlieferter Traditionen und der


Rezeption ausländischer kultureller Eigenarten

Toursimus und soziokultureller Wandel


 EL laufen ohne einen Prozess des sozialen Wandels durch, ausgelöst z.B. durch
Industrialiserung und Verstädterung, durch verbesserte Informations-und
Kommunikationsmöglichkeiten sowie vor allem durch die Massenmedien im Zeichen der
Globalisierung
 Gegenströmung aufgrund der Befürchtung eines Verlustes der kulturellen Identität
 Gezielte Lenkung der Touristenströme, z.B. indem sie Urlaubsziele auf einige wenige –
ohnehin stark frequierte- Regionen konzentrieren und andere Gebiete für den bau von
Hotelanlagen als tabu erklären

räumliche Disparitäten und Regionalentwicklung – Beispiel Philippinen


 markantes Merkmal EL: extrreme wirschafts- und sozialräumliche Disparitäten, regionale
Ungleichgewichtheit
 Naturbedingt ( z.B. durch Lageungunst, Relief, Böden)
 durch eine Entwicklungspolitik, die einige wenige Wirtschaftsräume besonders fördert
 durch Einflüsse von außen (z.B. Einbindung in ein von den Industrieländern dominiertes
Weltwirtschaftssystem in der Kolonial- und Postkolonialzeit)
 Nur punktuelle Entwicklung: Infolge Konzentration der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen,
kulturellen und politischen Aktivitäten auf einige wenige Zentren oder gar ein einziges
Zentrum, in der Regel die Hauptstadtregion
 => Folge: Hinterland, die Peripherie, fällt zunehmend in der Entwicklung zurück
 ausgewogene, „gerechte“ Entwicklung => Ziel jeder Entwicklungspolitik muss sein, diese
Disparitäten abzubauen
→ dadurch könnten auch die mit der Ballung verbundenen sozialen Probleme
(Wohnungsnot, Marginalisierung großer Bevölkerungsgruppen), aber auch
Umweltbelastungen und anderes mehr reduziert werden
 mithilfe des Tourismus, aufgrund seiner spezifischen Standortansprüche
 Im Gegensatz zur Industrie oder zu anderen Bereichen des tertiären Sektors tendiert er zur
Peripherie (diese Regionen besonders attraktiv für den Touristen: ökologisch intakte, von
der Verstädterung und der Industrie noch nicht überformte Landschaften)
 Fremdenverkehr in Peripherieräumen = Wachstumpol, von dem vielfältige Impulse auf
andere, vor- und nachgelagerte Wirtschaftsberecihe ausstrahlen können

regionale Disparitäten und Regionalpolitik – Beispiel Philippinen


 punktuelle Entwicklung (auf Hauptstadtregion), infolge endogener und exogener Einflüsse

Fehgeschlagene Regionalpolitik
 1973: Pläne zur Entwicklung von Tourismusregionen, mit dem Ziel der Förderung
abgelegener Räume
 Bis 1983: Präsidentenfamilie gab dengrößten Teil der Gelder in Hotelinvestitionen (in der
Metropole) aus
 Manila sollte zu einem Luxustandort internationaler Kongresse ausgebaut werden
(Entstehung eines riesigen Messezentrums)
 Erst später gab es ernstliche Bemühungen, auch Investitionen in die peripheren Zonen
 Bis 1992: Ergebnis enttäuschend
 Förderung der peripheren Gebiete trat zurück, internationale Investoren wollten nicht
außerhalb der Metropole investieren
 Metropole: überproportional viele Arbeitsplätze im Fremdenverkehrsgewerbe wegen der
Luxusherbergen

Borcay – touristischer Boom in der Peripherie


 1993: Plan: touristische Entwicklungsmaßnahmen für den gesamten Inselstaat → soll der
Dominanz der Metropolregion Manila entgegenwirken
 Abbau regionaler Disparitäten, Umweltverträglichkeit, Berücksichtigung der kulturellen
Eigenarten der jeweiligen Regionen
 Insel Borcay: Region mit besonderer Förderung
 1980: 3000 Einwohner lebten noch von der Subsistenzwirtschaft

Stürmische Entwicklung in Boracay


 1958: Entstehung erster Hotelanlagen gehobenen Standarts (heute auch von europäischen
Reiseveransataltern vermarktet)
 Insel ist inzwischen eine der wichtigsten Destinationen des Archipels
 trägt als Peripheriestandort bisher am stärksten zur Abschwächung disparitärer Entwicklung
bei
 stürmische Entwicklung des Tourismus => radikale Umwälzung der Wirtschaft und der
Lebenswelt der Inselbewohner
 1994: 2500 – 3000 direkte und indirekte Arbeitsplätze
 kleinbetriebliche Struktur → Arbeitsplätze für eine relativ große Zahl von selbstständig
Beschäftigten
 11000 – 14000 Menschen (beträchtlicher Teil lebt allerdings auf der Hauptinsel Paray)sind
abhängig vom Tourismus als Einkommensquelle (unter Berücksichtigung der
Familienstrukturen)
 Insel wandelte sich von einem vormaligen Ab- zu einem Zuwanderungsraum
 touristische Entwicklung => Anstieg des Wertes vom Land

Schattenseiten
 200 Touristenunterkünfte aller Klassen auf Boracay (200.000 Touristen/Jahr)
 Westküste: Anreihung von Beach Resorts, Restaurants, Surf- und Tauchschulen, Bars,
Diskotheken
 Stromversorgung vom Festland, Dieselgeneratoren

Umweltgefahren
 Verlust von Natur – und Kulturlandschaften
 Folgekosten (ökologischer Rucksack)
 Verlust/Zerstörung von Fauna & Flora
 Erhöhtes Müllaufkommen /unzureichende Entsorgung => Wasserverschmutzung
 Luftverschmutzung
 steigende Lärmbelästigung
 Verschwendung von Energie und Trinkwasser
 Flächenversiegelung, Bodenverschmutzung

Konkurrierende Ressourcennutzung
 konkurrierende oder sich gegenseitig auschließende Landnutzungsansprüche zwischen dem
Fremdenverkehr und den Interessen bzw. wirtschaftlichen Notwendigkeiten der ansässigen
Bevölkerung
 Abholzen der Wälder in Nepal → größte Katastrophe auf dem indischen Subkontinent
 Ungerechte Verteilung von Wasser: Touristen sind fließend Kalt-und Warmwasser in ihrem
Wüstenurlaub gewöhnt, Oasenbauer haben kaum Wasser zur Bewässerung ihrer Palmen
 tägliche Wasserverbauch durch Touristen: 1983-1985 von 500.000l auf 1200.000l
 würde zur Versorgung von 50ha Oasenland mit 12.000 Dattelpalmen genügen
=> landwirtschaftlich nutzbare Vegetation verdorrt, Ziergrünanalgen der Hotels sprießen

Alternativen im Tourismus
 1990: Öko-Tourismus: Nutzung und langfristige Sicherung der natürlichen Ressourcen mit
den wirtschaftlichen Zielen im Einklang
 umweltverträgliches Reisen
→ geeignete Wahl der Transportmittel und Unterkünfte
→ strenge Schutzbestimmungen
→ gezielte Lenkung der Besucherströme oder deren zahlenmäßige Beschränkung
 Einkünfte aus dem Tourismusgewerbe → Finanzierung von Schutzgebieten
→ Einkommensmöglichkeiten für die lokale
Bevölkerung

Beispiel Galapagosinseln (Möglichkeiten alternativer, ökologisch orientierte


Reiseformen)
 Insel vor der Küste Ecuadors
 anschauliches Beispiel für Nutzung und Gefährdung eines einzigartigen Lebensraumes
seltener Tiere und Pflanzen durch den Tourismus
 1959: Erklärung zum Nationalpark → wirtschaftliche Nutzung weitgehend verboten
 1960: Alternative Einkommensmöglichkeit: Tourmis
 Tourismus nahm rapide zu
→ Zahl musste auf 25.000 im Jahr begrenzt werden
→ strenge Nationalparkregeln (Überwachung der Besucher durch Führer, fest
vorgeschriebene Exkursionsrouten, Schließung des Parks für Touristen zu bestimmten
Zeiten)
 Einnahmen aus den Besuchergebühren → Ausbauung der Charles-Darwin-
Forschungsstation
=> Verhinderung extremer Störungen des Ökosystems
 1979: UNESCO erklärt Galapagos zum „Naturerbe der Menschheit“
 Zahl der Touristen steig erneut an
 zum Schutz der empfindlichen Ökosysteme → strikte Regulierung der Besucherströme
 Kreuzfahrtschiffe, die die Inseln anfahren durften, wurden beschränkt
 Passagierzahl: maximal 30
 Regierung Ecuadors versucht durch Hochpreispolitik weitere Besucherzuströme zu
verhindern
=> alternativ ökologisch orientierter Tourismus: dauerhafter Prozess, weniger ein Produkt für
sich

Wirtschaftsfaktor Fremdenverkehr in seiner Bedeutung für Zielregionen

 EL oft ideale natürliche (Strände, Klima), soziokulturelle (ehemalige Hochkulturen),


wirtschaftliche (niedriges Preisniveau) Voraussetzungen für Tourismus
 fehlend: infrastrukturelle Faktoren (günstige Flugverbindungen, global angepasste
Standards im Beherbergungsgewerbe)
 Setzung punktueller Impulse zur folgenden, nachholenden Entwicklung der Wirtschaft
 Suche nach unberührter Natur fördert periphere Regionen
 positive Effekte
o Deviseneinnahmen (kann bis zu 95% des BIPs ausmachen z.B. Malediven)
o positive Effekte auf andere Branchen wie z.B. Landwirtschaft  Trickle-Down-
Effekt
o Abbau der Massenarbeitslosigkeit (personalintensive Branche)
o Hebung der Einkommen
o steigende Nachfrage nach traditionellem Kunsthandwerk
→ Beschäftigungsmöglichkeit speziell für Frauen
→ Emanzipation und gesellschaftliche Unabhängigkeit
 Gründe zur Skepsis
o einfache und schlecht bezahlte Aufgaben für Einheimische aufgrund geringer
Qualifikation → Stellung des Managements durch Ausländer
o starke Saisonalität (teiljährige Arbeitslosigkeit)
o Entstehung von Arbeitsplätzen im informellen Sektor
o Staat muss Infrastrukturkosten als Vorleistung erbringen
o Verstärkung räumlicher Disparitäten (keine flächendeckenden Impulse)
o Preissteigerung (großzügige Versorgung der Touristen mit hochwertigen
Lebensmittel → Verknappung)
o All-inclusive-Urlaub bietet wenig Anreize, Hotel zu verlassen  Nachteil für
Restaurants im Umland
o Massentourismus belastet Natur in meist interessanten, aber gefährdeten
Bereichen (Verbauung, hoher Wasserverbrauch, Müll, Abwasser, Zerstörung von
Flora und Fauna)
o Akkulturationsprozesse (Anpassung der einheimischen Kultur und Lebensweise
an Touristen) → Verlust von Traditionen
o Deviseneinnahmen minus Abflüsse ins Ausland:
 Flug und Reisebüro
 Gewinntransfers der investierenden Gesellschaften
 Devisenkosten für benötigte Investitionsgüter
 Kosten für importierte, von Touristen nachgefragte Konsumgüter
(gewohnte Speisen und Getränke usw.)
 Kosten für Tourismuswerbung
 Gehälter ausländischer Arbeitskräfte (Reisebegleiter usw.)

Veränderung von Konsummustern und Wertorientierungen als wesentliche


Voraussetzungen für nachhaltiges Wirtschaften in der Einen Welt

Nachhaltige Entwicklung (Sustainable development)


 1950er und 1960er Jahre: Beschränkung der Entwicklungspolitik auf wirtschaftliches
Wachstums
 1970er und 1980er Jahre: Armutsproblematik
=> globale Dimension wird zu wenig berücksichtigt
 1990er Jahre: - Begrenzung der natürlichen Ressourcen der Erde
- Belastbarkeitsgrenzen des globalen Ökosystems
=> grundlegend anderes Verständis von Entwicklung
 Industrieländer können nicht mehr länger als Geber, Helfer, Berater und erst recht nicht als
Vorbild agieren (→ ökologisch fehlentwickelt)
 Ziel: Erhaltung der Umwelt im sinne einer nachhaltigen, also zukunftssichernden
Entwicklung
 → globales, nicht regionales, Problem
 gegenwärtige und zukünftige Bedürfnisse, insbesondere Grundbedürfnisse der Ärmsten
sollte überwiegende Priorität sein
 Entwicklung = oft nur Prozesse wirtschaftlicher und sozialer Veränderungen
=> Verbindung von Umwelt und Entwicklung notwendig
 nationale und internationale politische Maßnahmen müssen in allen Ländern verändert
werden

Gipfel von Rio


 Juni 1992 in Rio de Janeiro, UN-Umweltkonferenz, 178 UN-Mitgliedstaaten: Konzept der
nachhaltigen Entwicklung als weltweit anzusehendes Prinzip

Grundsätze:
 Menschen stehen im Mittelpunkt der Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung
 gesundes produktives Leben im Einklang der Natur

 Umwelt- und Entwicklungsbedürfnisse der gegenwärtigen und zukünftigen Generationen


 Umweltschutz als ein integraler Bestandteil des Entwicklungsprozesses

Agenda 21 (Name verweist auf das 21.Jh.)


 nennt Maßnahmen zur Umsetzung der „Deklaration von Rio“
 gibt den Staaten politische, rechtlich aber nicht verbindliche Handlungsanweisungen
(Bereich der Entwicklungs- und Umweltpolitik)
 Bekämpfung der Massenarmut, Befriedigung der Grundbedürfnisse, Gesundheitsschutz,
Bevölkerungspolitik, Schonung der nicht erneuerbaren natürlichen Ressourcen, Schutz der
Meere und des Klimas, Umgang mit gefährlichen Abfällen
 Beteiligung der Bürger in Gemeinden und Regionen, aktive Mitarbeit gesellschaftlicher
Gruppen und Nichtregierungsorganisationen
 bisher einseitige Entwicklung von „oben“, Jetzt Prozess eines Miteinanders von „oben“ und
„unten“
 Durch Bildung lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Netzwerker soll mehr
Einfluss auf entwicklungs- und umweltpolitische Entscheidungsproesse entstehen
 Politiker → Druck
 Nachhaltige Entwicklung = Deckung des Bedarfs der heutigen Generationen, der Armen,
und nachhaltige Bedarfsdeckung der künftigen Generationen
 Merkmale von Fairtrade-Projekten
 fairer Handel:
1. Begriff: transportiert die Idee einer solidarischen Partnerschaft mit Erzeugern in Dritte-
Welt-Ländern, welche im Kern auf dem Kauf von Produkten mit einem Preisauschlag basiert
2. Charakteristika: Charakteristisch für Fair-Trade-Produkte sind
a) ein Minimalpreis, der es Produzenten erlauben soll, ihre Lebenshaltungskosten zu
decken
→ Linderung der Armut, Förderung einer nachhaltigen Entwicklung
b) ein Preispremium, der auf den Minimalpreis aufgeschlagen wird und insbesondere in
gemeinschaftliche Infrastrukturmaßnahmen fließt;
c) eine langfristige Partnerschaft zur Ermöglichung von Planungssicherheit;
d) Finanzierungsmöglichkeiten zur Vorfinanzierung von Produkterzeugnissen;
e) die Breitstellung von Informationen zur Verbesserung der
Verhandlungsposition der Erzeuger (Know-how)
f) eine demokratische Organisation von Kleinbauern;
g) Einhaltung internationaler sowie von Organisationen vorgeschriebener Umwelt- und
Sozialstandards
→ sicheres und gesundheitsverträgliches Arbeitsumfeld
→ Verbot von Ausbeutung, Kinder- und Sklavenarbeit
3. Aktuelle Entwicklungen:
 derzeitige Anteil von Fair-Trade-Produkten am Gesamtmarkt außerordentlich gering ist
 allerdings erfährt dieses Segment zunehmend Beachtung
 Im Nahrungsmittelsektor gehören Fair-Trade-Produkte zu den wachstumsstärksten
Marktsegmenten in Europa und den USA
 Bei einzelnen Produkten, etwa Bananen oder Kaffee, sind die Marktanteile bereits heute in
einigen Ländern als signifikant zu bezeichnen.
4. Kritik:
 Der Begriff „fair trade“ ist nicht gesetzlich geschützt, weshalb höchst unterschiedliche
Interpretationen und Ausgestaltungsmöglichkeiten existieren; auch eröffnet dies
Missbrauchsmöglichkeiten
 teils undurchsichtige Preiszusammensetzung für Verbraucher (Abschöpfung von Gewinnen
durch Einzelhändler)
 hohe Abnahmepreise für fairen Kaffee stiften zur Überproduktion an ( weiter sinkende
Weltmarktpreise)

 Ökobilanzierung
Ökobilanzierung
 listet alle Umweltbelastungen aus, die ein Prordukt im Laufe seines Lebenszyklus verursacht
hat
 gesamter Zyklus von der Entwicklung bis zu Entsorgung wird untersucht
→ Erreichung der ökologischen Optimierung
 Dient zur Analyse von Vor- und Nachteilen bestimmter Produkte im Vergleich zu anderen
Produkten oder Verfahren
 trägt zum ganzheitlichen Denken bei Konsument und Produzent an
 Mittel staatlicher Umweltpolitik & Möglichkeit, aus der Sicht der Unternehmen
umweltgerechte Fertigung zu fördern
Öko-Audit
 EU-weites System der Berechnung und des Umweltmanagements
 ermöglicht Unternehmen den betrieblichen Umweltschutz zu bewerten und zu verbessern
Produktlinienanalyse
 Ergänzt die ökologische Bilanzierung durch eine Untersuchung der wirtschaftlichen Aspekte
(„Öko-Effizienz“) und der Sozialverträglichkeit des Produktes
 Das Verfahren umfasst den gesamten Produktlebenszyklus
→ die Auswirkungen von Produkten und ihrer Alternativen auf allen Stufen des Zyklus sollen
systematisch erfasst und bewertet werden, einschließlich wirtschaftlicher und
gesellschaftlicher Faktoren
 Verfahren = überzeugend, aber sehr aufwendig
 Verlangt eine Vielzahl von Untersuchungen→ wird häufig nur in Ansätzen angewandt

Ökologischer Rucksack: sinnbildliche Darstellung der bei Herstellung, Gebrauch und


Entsorgung eines Produktes oder einer Dienstleistung verbrauchten Menge an
Ressourcen
Ökologischer Fußabdruck: Darstellung des Maßes der von der Bevölkerung eines Gebietes
(Staat, Erde, Gemeinde) in Anspruch genommenen Ressourcen
o sinnbildliche Darstellung der bei Herstellung, Gebrauch und Entsorgung eines
Produktes oder einer Dienstleistung verbrauchten Menge an Ressourcen

Konsumverhalten
 Verbraucher möchte billigere Lebensmittel
 hochwertige Produkte
 Aufstieg von Discounter und Großketten (können durch große Mengen, aber
eingeschränkter Vielfalt, wesentlich günstiger einkaufen und preisgünstiger anbieten, als
der Lebensmittelfachhandel

 Ungleicher Ressourcenverbrauch
 hoher Lebensstandart in Europa und Nordamerika
 Ressourcenverbrauch ist viel höher als eigentlich nötig
 technische Lösungen → Steigerung der Ressourceneffizienz, Reduzierung & Nachhaltigkeit
der Umweltbelastung

 Commons:
- globale, regionale, lokale Gemeinschaftsgüter wie Biodiversität, Boden, Klima, Wasser, Luft
=> nicht ersetzbar

Raumstrukturen und raumwirksame Prozesse im Spannungsfeld von Aktionen und


Konflikten sozialer Gruppen, Staaten und Kulturgemeinschaften

Raumbedarf und Tragfähigkeit im Zusammenhang mit demografischen Prozessen


 Demografischer Wandel (mit Modell)
Faktoren für die Bevölkerungsentwicklung eines Landes
Geburten- und Sterberate, Lebenserwartung, Zu- und Abwanderungen
Geburtenrate: Messziffer für die menschliche Fruchtbarkeit, bezieht sich auf Lebendgeborene
innerhalb einer bestimmten Zeit
Sterberate: Messziffer für Mortalität als Teilprozess der natürlichen Bevölkerungsbewegung
Fertilitätsrate: Fruchtbarkeitsrate, Zahl der Geburten pro Frau
=> Faktoren verändern sich laufend => Bevölkerungszusammensetzung wandelt sich auch
5-Phasen-Modell der demographischen Veränderungen (weist keine Gesetzmäßigkeiten
auf)

1. Phase - Vorbereitung
- Agrarbevölkerung mit hoher Geburten– und Sterberate
→ wegen Seuchen, Hungersnöten und Kriegen ist die Lebenserwartung niedrig
→ die Bevölkerung wächst kaum oder nur gering

2. Phase – Einleitung
- Absinken der Sterberate der frühindustriellen Bevölkerung, bei gleichbleibender
Geburtenrate ( aus Tradition, religiösen Vorstellungen oder als Altersversorgung,
aufgrund eingeschränkter Rechte, schlechter Bildung und finanzieller Abhängigkeit
schwierig für Frauen, Mutterrolle zu entkommen)
→ dank besserer Ernährung und medizinischen Fortschritten nimmt die
Bevölkerungszahl zu
→ Bevölkerungsschere beginnt sich zu öffnen

3. Phase - Umschwung
- weiteres Absinken der Sterberate
- regenerative Verhalten verändert sich
- Umdenken:
→ Altersversorge erfolgt nicht mehr durch Kinder allein
→ (bessere medizinische Versorgung ( → früher: hohe Sterberate = ca. 50% der Kinder
sterben)
→ Kinder als Kostenfaktor bei zunehmender Verstädterung und Einschulung)
- verändertes Konsum- und Freizeitverhalten (Frauen verstärkt berufstätig, Anstieg des
Lebensstandards)
- Empfängnisverhütung
=> geringere Geburtenrate
=> Bevölkerungswachstum erreicht seinen höchsten Stand
=> wirtschaftlicher Aufschwung des Landes: meistens "öffnet" sich in dieser Phase das
"demografische Fenster", das bedeutet, dass der Großteil der Bevölkerung im Alter von
ca. 15-65 ist, also im arbeitsfähigen Alter. Dieser Anteil ist größer als der Jugendsockel
(Bevölkerung im Alter von ca. 0-15) und der Rentensockel (Bevölkerung im Alter ab ca.
65). Somit gibt es mehr Menschen, die etwas erwirtschaften, als Menschen, die versorgt
werden müssen.

4. Phase – Einlenken
- stagnierende Sterberate
- sinkende Geburtenrate (durch Industrialisierung, Verstädterung, staatliche Maßnahmen
(z.B. Indien und China), Verbeserung des Bildungsstandes von Frauen und Mädchen
→ starke Verringerung des Bevölkerungswachstums, Bevölkerungsschere schließt sich

5. Phase – Ausklingen
- Geburten- und Sterberate sind stabil und niedrig
- konstante Bevölkerungswachstum (gering und unterliegt kaum Schwankungen
→ bei zunehmender Überalterung und gleichzeitig rückläufiger Geburtenrate
Bevölkerungsrückgang (Bsp.: Italien, Japan, Deutschland)

Bevölkerungspyramiden
a) Dreicksform (gleichschenkliges Dreieck)
 über längere zeit konstante hohe Geburtenhäufigkeit (Fertilität),
sowie Sterbevorgänge (Mortalität), mit dem Alter zunehmend;
geringe Bevölkerungszunahme aufgrund hoher Mortalität
b) Pyramidenform (mit weit verbreiterter Basis und geschwungenen
Seiten)
 hohe Geburtenüberschüsse bedingen ein rasches
Bevölkerungswachstum
c) Bienenkorbform
 annähernd gleichbleibende (stationäre) Bevölkerung; über längere
Zeit gleichbleibende niedrige gebruten- und Sterberate, verbunden
mit hoher Lebenserwartung
d) Glockenform
 aufgrund des Ansteigens der Geburtenzahlen bei gleichbleibend
niedriger Sterblichkeit beginnt die stationäre Bevölkerung wieder zu
wachsen
e) Urnenform
 bei hoher Lebenserwartung und kontinuierlich abnehmenden
Geburtenzahlen schrumpft die Bevölkerung über lange Zeit
f) Tropfenform
- abrupt einsetzender Geburtenrückgang

Ursachen und Folgen von Wanderungsbewegungen


Arten von Wanderungen:
 Binnenwanderung (innerhalb eines Gebietes)
 Emigration: aus Sicht des Herkunftslandes Auswanderung
 Immigration: aus Sicht des Aufnahmelandes Einwanderer
 Transitstaaten: temporärer Aufenthalt beim Übergang vom Herkunfts- ins Zielland
allgemeine Ursachen(Push- und Pull-Faktoren):
- kulturelle, politische, wirtschaftliche, religiöse, demografische, ökologische, ethnische, soziale

Ursachen regionaler Wanderungen


 Berufliches Fortkommen, passendere Wohnmöglichkeiten, familiäre Gründe; Freizeitwert,
kultureller Wert, Ausbildungsmöglichkeiten im Zielgebiet
 in Industrieländern haben städtische Agglomerationen mit vielen Arbeitsplätzen und
Wachstumsbranchen eine besondere Attraktivität, aber auch ländliche Räume mit
städtischer Infrastruktur in Mittelzentren, die gut erreichbar sind
 Innerhalb einer Stadtregion hängt die Mobilität oft von persönlichen Verhältnissen ab oder
von veränderten Rahmenbedingungen: eigene Wohnung nach Schulausbildung im
citynahen Stadtbereich; nach Geburt eines Kindes Umzug in eine größere Wohnung im
Stadtbereich, später ins Umland, Scheidung oder Tod eines Partners eventuell ebenfalls mit
Ortswechsel verbunden
 Verdienstchancen haben nach der Aufhebung der Sklaverei in den USA Millionen von
Schwarzen aus den Südstaaten in den Nordosten gelockt
 Besonders in EL richtet sich die Binnenmigration vom Land in die Stadt, um Arbeit zu finden
 Räumliche Enge und fehlendes Ackerland waren der Grund für das große
Umsiedlungsprojekt Transmigrasi von Java nach Kalimantan in Indonesien
 in EL können auch regionale Hungersnöte oder Bürgerkriege Wanderbewegung auslösen,
die manchmal auch über die Grenze in einen Nachbarstaat führen

Ursachen grenzüberschreitender Wanderungen


 bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt
 Familienzusammenführung nach Jahren, wenn sicherer Arbeitsplatz gefunden ist
 Weitere Gründe ähnlich wie bei Flüchtlingen

Auswirkungen auf Quellgebiete und Zielgebiete


Positiv:
 Verringerung der Bevölkerungsdichte
 Abwanderung von religiös, ethnisch und national abgelehnten Minderheiten
 Abwanderung Arbeitsloser
 Gastarbeiter helfen im Gastland, Arbeitsplätze zu besetzten, die von Einheimischen nicht
angenommen werden; trägt zum reibungslosen Ablauf der Wirtschaft bei und verbilligt die
erzeugte Produkte
 Ein Gewinn wird erzielt, wenn Menschen zur Ausbildung in ein IL gehen und dann wieder in
ihre Heimat zurückkehren
Negativ:
 Wenn ausgebildete Fachkräfte aus EL in ein IL wandern, kann das einen Verlust für die
heimische Gesellschaft bedeuten (Braindrain) (→ Schädigung der Entwicklung
 )Zugewanderten häufig als Konkurrenten um den Arbeitsplatz oder um staatliche
Sozialleistungen angesehen
 Wahrnehmung der Zugewanderten als Bedrohung der ethnischen Einheit, nationaler
Sicherheit oder kulturellen Identität

Bedeutung internationaler Flüchtlingsströme


Gründe
 Materielle Not, rassische, politische, religiöse Verfolgung; Flucht vor Kriegen und
Bürgerkriegen; Vertreibung von nationalen Minderheiten; Verschleppung von Slaven;
Veränderungen der Umwelt „Umweltflüchtlinge“
Landflucht
Pushfaktoren:
 Überbevölkerung aufgrund hoher Geburtenraten
 geringe oder kleine Verdienstmöglichkeiten auf dem Land
 Mangel an Boden und Kapital (häufig konzentriert auf Großgrundbesitzer)
 Bodendegradation und -erosion
 Naturkatastrophen (z.B. Dürren oder Überschwemmungen)

Pullfaktoren:
 Hoffnung auf bessere Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten
 Ausbildungsmöglichkeiten
 bessere medizinische Versorgung
 soziale Aufstiegsmöglichkeiten
 leichterer Zugang zu Konsumgütern und größeres Freizeitangebot

Siedlungsentwicklung in Abhängigkeit von soziokulturellen und politischen


Leitbildern
- Grundzüge der Stadtentwicklung in Europa und Nordamerika mit entsprechenden
Modellen (GK und LK) sowie Stadtentwicklungsprozesse in Asien (nur LK)

Grundzüge der Stadtentwicklung in Europa und Nordamerika mit entsprechenden


Modellen sowie Stadtentwicklungsprozesse in Asien

Stadtentwicklung in Europa
 Entwicklung der Städte vor allem im Mittelalter
o damalige Gunstfaktoren:
 Verkehrsgunst (Kreuzung von Handelswegen und Flüssen)
 Verfügbarkeit von Wasser
 Handels- und Marktrecht
 ausreichender Schutz
o Ausbreitung der Siedlung um das religiöse Zentrum und den Markt
o teilweiser planerischer Eingriff der Landessherren (z.B. Karlsruhe)
o historische Merkmale: Stadtmauer, Burganlage, Marktplatz
 Entstehung von Industriestädten im Zuge der Industrialisierung durch Zusammenlegung
von Dörfern zu großen Städten (z.B. Gelsenkirchen)

Stadtentwicklung in Nordamerika
Grundriss:
 Schachbrettmuster, nach Nord-Süd und Ost-West ausgerichtet
 gleicher Straßenabstand, niemals gewundene Straßen
 Verlauf der Main Street: Stadtmitte in Nord-Süd-Richtung
 selten Diagonalstraßen
 fehlende Marktplätze wie im Zentrum europäischer Städte
 neue Außenbezirke: Anpassung des Straßenverlaufs an Gelände

Aufriss:
 Hochhausbebauung (Wolkenkratzer) im Zentrum (CBD)
 Gründe für Hochhausbebauung:
o Raummangel
o hohe Grundstückpreise
o Fühlungsvorteile der Wirtschaftsunternehmen
 starke Konzentration von Arbeitsplätzen des dritten Sektors
 extreme Verkehrsströme wegen völliger Trennung von Wohn- und Arbeitsplatz
 niedrige Bebauung mit Ein- und Zweifamilienhäusern im Außenbereich
 weit ausufernde Vorstädte

funktionale Gliederung:
 Innenstadt (Downtown)
o Konzentration von Dienstleistern:
 Handel
 Banken
 Versicherungen
 Geschäfte
 öffentliche Verwaltung
 Verwaltung von Konzernen
o Verhinderung der weiteren Ausdehnung der Downtown zu einer Seite durch
vorbeiführende Bahnlinien oder Schnellstraßen
o Splittung der Downtown in CBD und Downtown außerhalb des CBD
 CBD:
 geringe Flächenausdehnung
 Hochhausbebauung
 sehr gepflegtes Erscheinungsbild
 Sitz von Handelsfirmen, Banken, Versicherungen
 Einzelhandelsgeschäfte
 Downtown außerhalb CBD:
 neben Hochhausbauten viele heruntergewirtschaftete, alte 3- bis
4- geschossige Häuser, teilweise leer, teilweise abbruchreif
 manchmal Freiflächen, genutzt als Parkplätze
 Funktionen: neben Einzelhandel und Dienstleistungen Gebäude
der öffentlichen Verwaltung
→ Verfall alter Bausubstanz Hinweis auf Bedeutungsschwund
(Wegzug der Wohnbevölkerung, Bedeutungsverlust des
Einzelhandels)
o Maßnahmen der Städte zum Aufhalten des Bedeutungsschwundes
 Bau eines Kongresszentrums mit Hotels und Restaurants, Chance für
Einzelhandel mit Spezialgeschäften
 Anlage eines Schnellbahnnetzes
 Bau eines Stadiums am Rand
 Einrichten einer Fußgängerzone
→ Downtown-Aufwertung oft gelungen (Zunahme privater Dienstleister,
Hochhausbau

 Übergangszone
o in großen Städten sehr breit, bis zu 13 km
o sehr versch. Funktionen:
 öffentlicher Dienst (25%)
 Handel und Industrie (14%)
 Wohngebäude (alte Mietshäuser in schlechtem Zustand) (14%)
 Großhandel mit Lagerhallen (14%)
 Speditionen
 Busbahnhöfe
 Parkgaragen für Downtown
 Leichtindustrie, manchmal auch Schwerindustrie
o Wegzug Weißer → Zuzug Schwarzer
→ Ghettobildung → Abwanderung von Dienstleistungen und
Einzelhandel in Vororte, z.T. auch Industrie
→ Verfall → Slumbildung
 am stärksten an Grenze zur Downtown, nach außen hin abnehmend
o Sanierungsmaßnahmen der Behörden:
 neue Parkhäuser für Downtown
 Wohnhochhäuser mit sehr guter Ausstattung für junge, in Downtown
arbeitende Berufstätige
→ Übergangszone trotz Sanierungsversuchen Problemgebiet

 Stadtrand/ Suburbia/ Suburbs


o starkes Wachstum der Wohnbevölkerung dank Zuzug aus Übergangsgebiet
o Dominanz der Eigenheime  riesiger Flächenbedarf  Zersiedelung (urban
sprawl)
o monotones Siedlungsbild:
 relativ einfach gebaute Häuser
 Neubauten bevorzugt in verkehrsgünstiger Lage
 Schachbrettmuster, dazwischen Freiflächen
 manchmal geplante Wohnsiedlungen, dazwischen:
 Gartenstädte
 Wohnwagenkolonien auf kleinen Grundstücken
 Fertighäuser
o Unzulänglichkeiten des öffentlichen Verkehrsnetzes  Dominanz des
Individualverkehrs

 Handel, Dienstleistungen, Industrie an Ausfallstraßen


o Einkaufszentren entlang der Ausfallstraßen mit Mittelpunktcharakter für
Umgebung
 entweder langsam gewachsen: bandförmig, entlang der Straße
 oder geplant: Shoppingcenter (Malls) mit riesigen Parkplätzen,
Einzelhandelsgeschäften, privaten und öffentlichen Dienstleistungen
o industrial parks
 geplante, als Einheit verwaltete, moderne Industriekomplexe
 oft Grünflächen zwischen Hallen
 Klein- und Mittelbetriebe der Leichtindustrie
 High-Tech-Bereich und Dienstleistungsunternehmen
 → Fühlungsvorteile
o office parks
 Unternehmensverwaltungen
 private Dienstleistungsunternehmen
 Geschäftszentren mit Läden für gehobenen Bedarf (oft früher in CBD)
 → höherer Umsatz des Einzelhandels in Suburbs als in Kernstadt

Strukturmodelle
 Modelle zur Erfassung der Stadtstruktur
 Sternmuster: älteste, Stadtentwicklung im Straßenbahnzeitalter (Epoche zwischen
Fußgängerstadt und Autostadt)
 „Modell der konzentrischen Zonen“ (Kreismodell) geht aus dem Sternmuster hervor

Stadtmodelle
 Wenn sich auch in der Standortverteilung für jede einzelne Stadt unterschiedliche
Ausprägungen ergeben, so lassen sich doch insgesamt deutliche Regelhaftigkeiten in der
funktionalen Gliederung erkennen
 aus Beobachtung und Beschreibung von individuellen Städten Gesetzmäßigkeiten und
Ordnungsprinzipien abzuleiten und diese in Strukturbilder aufzuzeigen
 daraus ergibt sich die Gliederung einer Stadt

Kreismodell:
Geschichtliche Entwicklung:
- Stadtmauer als Schutz → alle wollen innerhalb der Stadtmauer wohnen → Verdichtung des
Kerns → Kein Platz mehr → zweite Stadtmauer um Neuansielder mit einzuschließen → Fixierung
der Kreisform

Das Zonen – oder Ringmodell


 1925/1929: amerikanischen Soziologen E.W. Burgess, am Beispiel von Chicago
 Übergangszone um die City, der sich weitere Ringe mit Wohngebieten unterschiedlicher
Sozialkulturen anschließen
 Annahmen:
→ Zuwanderer ziehen zunächst in das innere Stadtgebiet → wegen der dort niedrigeren
Mieten und geringeren Entfernung zum Arbeitsplatz

→ konzentrischen Wachstum: die Ausdehnung einer Stadt erfolgt von innen nach außen
tendenziell in alle Richtungen gleichmäßig.
→ Eines von der City ausgehenden Wachstums- und Verdrängungsprozesses: bei der
Ausdehnung einer Stadt dringen die Nutzungen und Bevölkerungsgruppen in die jeweils
außen angrenzende Zone aus.
→ das Hauptgeschäftszentrum entwickelt sich zentral im Bereich wichtiger
Verkehrskreuzungen mit höchsten Bodenpreisen aus dem Wettbewerb um Standortvorteile
→ in den nach außen anschließenden ringförmigen Zonen nehmen die Intensitäten der
Nutzungen mit sinkenden Bodenpreisen ab
→ die Durchdringung von Industrie- und Gewerbebetrieben sowie von Wohnungen geringen
Standards führte in der Übergangszone zu einer Abwanderung der wohlhabenderen
Schichten an den Stadtrand oder in Vororte
→ an die Übergangszone schließen sich ringförmig die Wohngebiete der Arbeiter, die des
Mittelstandes und Pendlerzonen an
 führt die Stadtentwicklung auf die Expansion der ökonomisch stärkeren gewerblichen
Nutzung im CBD zurück

 Kritik: Räumliche Wirklichkeit wird nur unzureichend erfasst


 Nicht Luftliniendistanz zum Zentrum, sondern ökonomische Distanz in Form des Zeit-
Kosten-Aufwands als der Erreichbarkeit sei entscheidend

(Kreis-)Sektorenmodell
 1939: Homer Hoyt, Grundlage: räumliche Mietpreisstruktur in 30 US-Städten
 Stadtkern wird von ringförmigen und sektoralen Strukturelementen umgeben, die sich an
Ausfallstraßen, Schnellbahnstrassen und Wohngebieten
orientieren (gute Erreichbarkeit)
 die Entwicklung von Wohngebieten unterschiedlicher
Miethöhe verlaufen sektoral nach außen
 Ausdehnung von Wohngebieten höheren Status verläuft
entlang bestehender Verkehrswege oder in Richtung auf
freies, höher gelegenes Land.
 Wohngebiete, insbesondere die der gehobenen Schichten ,
bilden sich sektoral aus
 diese Sekoren vergrößern sich mit dem Städtewachstum
 Entwicklung vollzieht sich entlang radialer Verkehrslinien
oder in Richtung auf freies, höher gelegenes Land.

 Wenn Wohngebäude wegen zu hoher Mieten verlassen
werden, drängen Bevölkerungsgruppen der
darunterliegenden Einkommensschicht nach
 Städte gliedern sich in homogene Sektoren, was
insbesondere für Industrie- und Arbeiterwohngebiete gilt
 Die wohlhabenden Schichten meiden gerade diese Sektoren
und siedeln sich dazwischen mit peripherer Ausrichtung an
 sieht die Ursache für die Stadtentwicklung in der Wohnstandortveränderungen der
statushohen Bevölkerung.
Filtereffekt: Bevölkerungsgruppen des nächstniedrigen Status dringen in die leerstehenden
Gebäude in Wohngebieten hoher Miete nach, wenn diese von ihren Bewohnern verlassen
werden.
Mehrkernmodell
 1945: C.D. Harris und E.L. Ullmann
 Mit dem Wachstum der Stadt, teils durch Eingemeindungen von Vororten, nimmt die Zahl
der Kerne (periphere Geschäfts-, Industrie- und Gewerbezentren) zu (zwangsläufig)
 Wohngebiete: Sozialgefälle von außen nach innen
 Industriekerne liegen am Rand der Stadtmitte, am Stadtrand, in den Vororten
 manche Aktivitäten ziehen andere an und andere Aktivitäten stoßen sich wiederum ab
 gegenseitigen Anziehungskräfte → funktionale Beziehungen zwischen industriellen
Nutzungen und Arbeiterwohngebieten

 1987: Amerikaner M. White: Stadtmodell für das 21. Jhd (Burgess modifiziert)
 Funktionen des CBD (central Business District) bleiben weitgehend erhalten
 nur um den Kern bildet sich eine Stagnationszone ohne nennenswerte Investitionen, die als
Wohngebiet der ärmeren Bevölkerung zu Sums absinkt
 Wohngebiete der Mittelschicht liegen verstreut
 Wohngebiete der Oberschicht liegen an der Stadtgrenze, z.T. Noch nahe des Kerns
 Eingestreut sind Inseln mit ethnischen Minoriäten, Büro- und Geschäftszentren sowei
Forschungseinrichtungen
 Dienstleistungsbetriebe entwickeln sich an den peripheren Schnittpunkten von Ringstraßen
und axialen Stadtautobahnen, in Konkurrenz zum CBD

Stadtentwicklung in Mitteleuropa
 europäische Stadt gegenüber Städten anderen Kulturen: größere historische Vielfalt
 Wichtige Fixpunkte: Kirchen, Paläste, Schlösser
 oft erhaltene Kernstadtbereich wird von einem Ring umgeben (Stadtmauer)
 Mit Beginn der Industrialiserung: linienhafte oder sektorale Ausbreitung von Industrieareale
entlang von Hauptverkehrsachsen
 Typisch: räumliche Verteilung der sozialen Schichten
 Unterschicht: ringförmig um den Innenstadtbereich
 Mittelschicht: sektoral, nimmt größten Raum ein, Subzentren durchstzt vom tertiären Sektor
 Oberschicht: Peripherie
 Citybereich: hochpreisige Wohngebiete
 Verkehrserschließung beeinflusst Wachstum und Gliederung der Stadt
→ Fußgängerstadt: hohe Bevölkerungsdichte, enge Bebauung ( 1h zwischen Wohn- und
Arbeitsplatz)
 Ende des 19Jhd. Bahnen, fuhren im Stadtradius von 4km → ermöglichen eine größere
Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsplatz
→ Trennung von Wohn- und Arbeitsplatz → Wachstum der Pendlerströme
→ Ausdehnung der Stadt, gewann durch Eingemeindungen an Fläche

Die islamisch-orientalische Stadt


 älteste Stadtkultur
 Agrargesellschaft in Bewässerungsoasen
 Abhängigkeit von Wasser, Schutzbedürfnis vor normadisierenden Nachbarn → Ummauerung
→ betonter Abgeschlossenheit gegen die Umgebung
 wichtig ist die Lage von Karawanenstraßen
 baumartig verzweigtes System von Sackgassen, winkeligen Knickgassen und überbauten
Tunnelgassen, dichte Verbauung mit Anbauten und Hofwohnungen (Einzelne Haus kaum
identifizierbar, Bestandteil einer amorphen Baumasse)
 Große Moschee und Basar im Zentrum (Basar=Geschäftszentrum: Groß-und Einzelhändler,
Handwerker)
 Wohnviertel siedeln sich kreisförmig daran an
 Viertel sind gegliedert nach Nationen, Religionen, Sippen, Stammesgemeinschaften
 Muslimischer und Christlicher Friedhof angrenzend außerhalb der Stadtmauer

heutige islamisch-orientalische Stadt


 alte Stadtkern weitgehend erhalten geblieben
 daneben: moderne Stadtkern (Central Business District (CBD) → nach amerikanischem und
europäischem Vorbild entwickelt
→ zweite, wichtigere Zentrum mit modernen Geschäften, Banken und Dienstleistungen
 alte Kernsstadt hat zum Teil ihre Funktion behalten, könnte aber zur Touristenattraktion
verkommen
 Außen herum lagern sich die Wohn- und Industriegebiete mit ihrer Differenzierung an
→ um den alten Stadtkern: Wohngebiete breiter Bevölkerungsschichten, abgewertete
Stadtrandzone/Slums
→ Zwischen Alt- und Neustadt liegt eine Industriezone
→ um die CBD: moderne dichte Wohnbebauung, Mittelstands-, Villenvororte)

Die chinesische Stadt


 schachbrettähnliche Grundriss: Ausrichtung der Straßen prarallel zu den Mauern und auf die
Tore zu (Orientiert auf die Haupthimmelsrichtungen → entsprechende Namen)
 Doppelstadtcharakter:
 Eine innerhalb der Stadt gelegene, von einer besonderen Mauer umgebene „verbotene
Stadt“ war Sitz des Herrschers und seiner Beamtenschaft
 chinesische und södostasiatische Flußstädte: Wohnboote → Bootsstädte

Die lateinamerikanische Stadt


 kolonialzeitliche Schöpfung
 Schachbrettartigen Grundriss und Anordnung der damals wichtigsten Funktionen um den
zentralen Platz
 Plaza, Mittelpunkt
 An den vier Seiten dieses Platzes liegen die wichtigsten öffentlichen
Gebäude/Repräsentationsbauten:
→ Kathedrale, Rathaus, Regierungsgebäude, Gericht, Schulen, Klöster(Geschäftszentrum)
 daran angelagert die palastartigen Wohnviertel der Oberschicht
 Einfache Stadtrandsiedlungen der oberen Schicht(Beamten, Händler, Handwerker)
 an der Peripherie: Slums der Unterschicht
=> besseren Wohnviertel liegen zentraler, die ärmeren randlich
 Seit den 1930er Jahren setzte mit der Industrialisierung ein rasantes Städtewachstum ein
 Plaza und umgebende Stadtvierecke = heutige City, an die sich eine Mischzone mit
Wohnungen sowei Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe anschließt
 Es folgt eine Zone innerstädtischer Elendsviertel (vorher lebten dort Ober- und
Mittelschicht)
 Auf ehemaligen Freiflächen entstanden illigale und z.T. Halblegale Hüttenviertel
 Entlang Bahnlinien und Ausfallstraßen: Industriezonen mit Wohnviertel der Unter- und
unteren Mittelschicht
 Oberschicht zog vom Zentrum weg in Richtung Stadtrand und Vororte (Bildung neuer
Subzentren)
 In die Wohnviertel der Oberschicht wanderten weibliche Migranten als Dienstpersonal ein
 andere Zuwanderer lassen sich zunächst in den innerstädtischen Elendsvierteln nieder,
verlassen dieser aber wieder, sobald sie finanziell dazu in der Lage sind → ziehen weiter in
außerhalb gelegene Marginalsiedlungen

Die angloamerikanische Stadt /räumlich: US-amerikanische Stadt – Werden und


Wandel
Begriff
 Nordamerikanische Bezeichnung irreführend → Stadttyp gilt nicht für den gesamten
Kontinent
→ Vielzahl von Ausprägungen (Größe des Kontinents, multikulturelle Einflüsse bei seiner
Erschließung und Besiedlung)
 Städte in den Neuenglandstaaten = Abbild der europäischen Stadt
 Südwesten = spanisch-mexikanischer Einfluss
=> Begriff der angloamerikanische Stadt /räumlich: US-amerikanische Stadt angebrachter
 Ungeachtet regionaler Besonderheiten: Mehrzahl der US-amerikanischen Städte weist
typische Grund- und Aufrissmerkmale auf (deutliche Abhebung von Städten anderer
Kulturkreise)
 Wiederspiegleung von Werten, Normen und Einstellungen der Gesellschaft, die sie
aufgebaut hat
 Bildung eines Nationalkonsens mit übergreifenden Identitätsvorstellungen,
gesellschaftlichen Normen und Wertvorstellungen (= American Way of Life), trotz
unterschiedlichen Ethnien und Auswanderergruppen
 Städte waren für Amerikaner nie kulturelle Zentren
 Angloamerika: Urbanität im Sinne von städtischem Leben, sozialer Kommunikation, Vitalität
und Weltoffenheit spielten immer eine untergeordnete Rolle
 Vielmehr haben die Amerikaner ihre Städte hauptsächlich nach ökonomischen und
pragmatischen Aspekten entworfen und gestalten

 nordamerikanische Städte sind jung → wenig historische Bausubstanz


 heute zählt die USA zu den am höchsten verstädterten Ländern der Erde

Funktionale Gliederung
 die meisten angloamerikanischen Städte besitzen eine weitgehend einheitliche funktionale
Gliederung
 Downtown: wirtschaftliche Zentrum der Kernstadt
 Unterteilung der Downtown in: Central Business District (CBD) im Kern, daran
anschließenden Ring (Ergänzungsfunktion für den CBD)
 Funktion des CBD = Funktion der Cities der mitteleuropäischen Städte
→ Ballung von Einrichtungen des tertiären Sektos, vorallem hochrangigen
Verwaltungseinrichtungen von Unternehmen, Banken und Versicherungen
 Charakeristisches Merkmal : Hochhäuser
 Nach Außen an den CDB angrenzenden Bereich der Downtown (transition zone) :
Stärkere Mischfunktion, z.b. Gewerbebetriebe, Bürozentren, Einkaufszentren Hotels,
Tagungsgebäude, vereinzelt Wohnungen
 Zone of transition( an die downtown anschließende Übergangszone) : starke Mischung von
Wohngebäuden (meist sozial Schwächere, ethnische Minderheiten), Lagerhallen,
Parkflächen, Kleingebewerbebetrieben
→ diese Zone ist das Hauptproblemgebiet der Stadt (Verfall der Bausubstanz, Ghettobildug)
→ Aufwertung = Gentrification
→ auch Gated Communities der Oberschicht
 öffentlicher Nahverkehr = schwach ausgeprägt → hoher Individualverkehr (→
Suburbanisierung ist weit fortgeschritten)
 Nach außen folgen die Suburbs (niedrige Einfamilienhäuser, die sich über sehr große
Flächen erstrecken)
→ beliebte Wohngebiete, ziehen in ihren Kernen immer mehr Funktionen auf sich →
Entwicklung von edge cities → erspart lange Pendlerwege in den CBD

 starkes flächenhaftes Ausufern


 zwei physiognomische Merkmale
1. schachbrettartige Straßennetz
- → 1785: Einführung des quadratischen Landvermessungssystems
- Gelegentliche Abweichungen durch besondere topographische Verhältnisse
- nord-südlich & west-östlich verlaufende Straßen
- außerhalb der Kernstädte meist radialkonzentrisches Straßennetz (Spinnennetz-artig)
2. Hochhausbebauung in den Stadtkernen
- Reaktion auf den Raummangel und die steigenden Grundstückspreise
- erste eigenständige Leistung der amerikanischen Architektur und Symbol für die
amerikanische Geselschaft

aktuelle Leitbilder der Stadtentwicklung

Begrifflichkeiten

Gentrification
 Gegensatz zur Sanierung durch die öffentliche Hand
 soziale Aufwertung eines einzelnen Stadtviertels mittels Aufwertung der historischen
Bausubstanz
 durch die „Gentrifiers“ oder „Yuppies“, also jüngeren Menschen mit einem bestimmten
Lebenstil und gut bezahlter, oft in der City lokaliserter Tätigkeit im Dienstleistungssektor

Gated Community
 mit Sicherheitseinrichtungen geschützte private Wohngebiete
 Schutz vor Kriminalität bei den Unterprivilegierten
 Wunsch nach Exklusivität und Sicherheit bei den Mittel- bzw. Oberschichten
 Unterscheidung von drei Haupttypen
1. Lebensstil-Communities
- ersten einer Massenmarktentwicklung
- Siedlungen für spezifische Lebenstile (Senioren, Ehepaaren nach dem Auszug der
Kinder, spezifische Freizeitaktiviäten wie Golf- bzw. Country-Stil, neu angelegte Städte)
2. „Elite-Communities“
- traditionellen Gated Communities
3. Die aus Angst vor Kriminalität entstehenden

Gated Communities auch in Europa?


 In der europäische staatliche Organisation nicht möglich
 demokratische Verfassungen der europäischen Staaten gestatten keine Privatisierung von
territorialen Einheiten als Rechts- und Steuereinheiten
 Alarmanlagen und Sicherheitskräfte sind erlaubt

Post-Suburbia = Edge Cities


 neue Reifestufe in der Umlandentwicklung
 Verlagerung über suburbane Räume hinaus in pseudo-urbane Räume
 pseudo-urbane Kerne: Abkopplung des Umlandes von den Kernstädten, weisen keine
funktionalen Verflechtungen mit den ihrer zentralen Funktionen mehr und mehr beraubten
Kernstädte auf
 z.B. an Autobahnkreuzen, eigenständige Arbeitsmärkte (USA: Kreuzungspunkten der
Highways am Rande der Stadtregion)
 eigenständig, monofunktional
 Pendlerbeziehungen, die sich von den Kernstädten gelöst haben
 eigenständige Arbeitsmärkte
 deutlicher Anstieg der Ausgaben für Kultur
 können nicht mehr als suburban bezeichnet werden
 stellen vielmehr eigenständige Knoten in einem Raummuster dar = „Patchwork“
 Bedeutungsverlust der Kernstädten, Autonomie, Entzug der zentralen Funktionen,
 Neue Netzstrukturen von Zentralität
→ autonom von Kernstadt, multifunktionale Zentrenkonzentration (Wohnen, Arbeiten,
Einzelhandel)
Polarisierung

Shrinking City
 Deutschland: sinkende Geburtenrate, aber wachsende Lebenserwartung → konstante
Bevölkerung, Abnahme der Zahl der Einwohner mit wachsender Geschwindigkeit
 Sinkende Nachfrage nach privaten Gütern und Diensten → führt zu wirtschaftlichen
Schwierigkeiten vom Einzelhandel bis zu den freien Berufen
 Schließung von öffentlichen Einrichtungen, wie z.B. Schulen
 Rückläufige Bevölkerung → beeinflusst das Angebot von (qualifizierten) Arbeitskräften (→
wichtiger Standortfaktor)
=> Akktraktivitäsverluste → betreffen Stadt als Wirtschafts- und Lebensraum → betreffen
kommunale Einnahmen
=> wirtschaftliche Grundlage einer City bricht weg
 zwar sind Bevölkerungsgewinne der wachsenden Städte deutlich höher als die Verluste der
schrumpfenden Städte, aber → Anzahl der schrumpfenden Städte stark zugenommen

Segregation
 soziale: lokale Konzentration bestimmter Bevölkerungsgruppen → weitgehende
Gemeinsamkeiten in Bildungsstand, Beruf und Einkommen
 Verhinderung des Zuzugs unterer Schichten in Wohnviertel der oberen Schichten durch
strenge Bauvorschriften, Bebauungspläne und entsprechende Besteuerung
o upper class: große Villen auf Grundstücken in exklusiven Vororten
o middle and upper middle class: bessere Einfamilienhäuser am Stadtrand
o lower middle class: weniger gute Einfamilienhäuser in ungünstigen Bezirken und
Randbereichen der Übergangszone
 ethnischer: dieselben Merkmale im Hinblick auf Staatsangehörigkeit, Herkunft oder
Geburtsland, Sprache

Renaissance der Städtewachstum


 Wohnattraktivität der Städte steigern
 Nebeneinander unterschiedlicher sozialer Schichten, Einkommensklassen und Altersstufen

Ghetto
 jüdisch-italienischer Begriff für die im Mittelalter den Juden zugewiesenen Stadtvierteln
 Da Gehttos in den meisten Städten nachts durch Tore abgeschlossen wurden, beinhaltet der
Begriff Ghettoisierung heute allgemein die
→ weitgehende Isolierung einer bestimmten Bevölkerungsgruppe
 starke räumliche Konzentration
 geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt (→ einhergehende Arbeitslosigkeit)
 Bildungsmisserfolge von Migrantenkindern
 schlechte Sprachkenntnisse
Kriterien eines Ghettos:
 ein mehr als nur einzelne Straßenzüge oder Häsuerblocks umfassendes, häufig
diskriminertes Minderheitenviertel mit nach Herkunft, Ethnie, Religion oder
sozioökonomischem Status homogenen Bevölkerungsgruppen
 weitgehende Versorgung mit Waren und Dienstleistungen durch die eigene Gruppe
 Binnenintegration mit bewusst auf einem Mindestmaß beschränkten Kontakten zu anderen
Gruppen aufgrund der sozialen Diskriminierung

Hyper-Ghettos
 Ausmaße europäischer Großstädte
 nehmen z.b. in Atlanta mehr als die Hälfte des Stadtgebietes ein, in Washington D.C. Knapp
40%
 für künftige Generationen: Sozial vordefinierte Lebenswelt: „Basic needs“ (nötigste
Versorgung mit Nahrung, Kleidung, Arbeit)
 den Bewohnern wird ein völlig andersartiges, kollektives Muster der Lebensbewältigung
aufgezwungen (lässt kaum Handlungsspielräume zu)
 Mangelende Arbeitsplätze → Drogenhandel, kriminelle Aktivitäten

Parallelgesellschaften
Erlebnisgesellschaft
 sozioökonomischer Begriff = hedonistische Lebenseinstellung (Alles ist auf Spaß
ausgerichtet)
 Gebäude werden einzig zum Zweck der Unterhaltung errichtet (Clubs, Musicalhalls,
Konzerthäuser, Erlebnisbäder, Skihallen)
 Grund für Shrinking Cities, wenn Städte sich nicht anpassen

 städtische Siedlungsformen verschiedenen Charakters entstanden durch


→ die sich entwickelnden sozialökonomischen Formen (Landwirtschaft, herrschaftlich
organisierter Agrar-Stadt-Staat, Handwerk und Handel)
→ sie sich bildenen Stände (Adel, Geistlichkeit, Bürger und Bauern, differenziert nach
unterschiedlichem Einflussgewicht)

 Städte weisen bestimmte Züge auf


→ ihre Genese (Entstehung)
→ Physiohnomie (Erscheinungsbild)
(Grund- und Aufriß, innere und funktionale Gliederung)
→ Grundrißstruktur und Funktion (Bestimmte Leistungsanforderungen der Bewohner der
Stadt und der Umgebung an die Siedlung)

Slums
 ein Wohngebiet in Städten, das einer Reihe von Merkmalen der Bewohner und Behausung
aufweist, die unter den Standarts des betreffendes Landes liegt
→ Standard muss länderspezifisch festgelegt werden
 innerstädtische Wohngebiete, früher von Ober-, Mittel- oder Unterschicht bewohnt, stark
heruntergekommen
 einseitige soziale Sozialstruktur (Standard extrem niedrig)
 meistens erste Anlaufstelle für Zuwanderer
 hohe Kriminalität
 Mit staatlicher Unterstützung oder in Eigenregie werden Strom- und Wasserleitungen und
Kanalisationsrohre verlegt
 Bewohner arbeiten meistens im informellen Sektor
 Erfolg durch homogenen Zusammenhalt, doppelter Verdienst, schützende Hand durch
Regierung, Selbsthilfegruppen (Verbesserung des Images, Beseitigung von Vorurteilen,
Reklame)
 In EL ist der Grund für die Entstehung von Slums Landflucht

Marginalisierung
 am Stadtrand gelegene Hüttensiedlungen ( halb – oder illegal angeeignete Flächen)
 in Eigentätigkeit errichtet
 Fehlen von Wasser-, Kanal- und Stromanschlüssen und Müllabfuhr
 Infrastruktur gelegentlich nachträglich errichtet
 Bewohner leben am Rand des Existenzminimums
 sind selbst marginalisiert → sind als Randgruppe weder wirtschaftlich noch gesellschaftlich
integriert
 Gelegenheitsjob oder Tätigkeit des informellen Sektors

Selektive Abwanderung
 ins Umland ziehende Haushalte: - junge und einkommensstärkere Familien
→ Kernstädte → selektive Abwanderung → Zurückbleiben Einwohner die aus Altersgründen
ihren angestammten Wohnplatz nicht mehr verlassen wollten, und diejenigen, denen die
finanziellen Voraussetzungen für einen Wohnstandortwechsel fehlten
 frei gewordenen Wohnungen: ausländische Arbeitsmigranten und ihre Familien, Umsiedler,
Asylanten und andere Minoritäten

Strukturwandel in Stadtvierteln
 Gentrification (Aufwertung eines Stadtviertels)
 Degradierung von Stadtvierteln
 Gated Communities (Zusammenschluss der Bewohner eines Viertels, um Viertel
abzuschotten, einzäunen und bewachen zu lassen)
 Segregation + soziale Randgruppen
 Überalterung in best. Vierteln
 Verfall von Stadtvierteln

Stadträume
1. Zentren
 wirtschaftlichen und kulturellen Knotenpunkte in Städten
 Orte der Kommunikations und Identifikation
 City, zentralste Stadtgebiet
 besondere Bedeutung: Hauptgeschäftszentrum der Stadt & Versorgung der
Umlandbewohner mit Gütern und Dienstleistungen
 wird am deutlichsten wahrgenommen von Besuchern → trägt mehr als andere Stadtteile zur
Imagebildung bei
 Definition: junger, innerstädtischer Teilraum (Funktionale Zentrum einer größeren Stadt)
→ hochrangige Wirtschafts – und Verwaltungsfunktionen
 1820: Citybildung (zuerst in London, City of Westminster)
 2. Hälfte des 19 Jh. Citybildung auch in anderen europäischen Großstädten
 rasch entwickelnde Einzelhandel suchte die zentralsten Standorte auf: gute Lage,
Verkehrsbündelung → größte Kundenpotential
 Kennzeichen der Citybildung: Verdrängung der Wohnbevölkerung (gestiegenen
Bodenpreise) zu Gunsten kommerzieller und administrativer Funktionen
 später Verdränungswettbewerb im Einzelhandel..Ansiedlung von Fach- und
Spezailgeschäften sowie Warenhäusern mit einem breiten und zugleich tiefen Sortiment
 Möglich durch;
→ Industrialiserung, wirtschaftl. Entwicklung → Nachfrage nach zentralen Plätzen (auf
Grund des wirtschaftlichen Erfolgs bezahlbar)
→ fortschreitende Trennung von Wohn- und Arbeitsplatz während der Industrialiserung
(Menschen ziehen vor die Stadt wenn Fabriken sich vor der Stadt ansiedeln) → Stadt wächst
um die Fabriken herum → Problem: später sind die Fabriken mitten in Wohnvierteln
 Beschleunigung des Prozesses durch wachsenden tertiären Sektor
 1960: Cityentwicklung stößt an ihre Grenzen → Stagnation
 zunehmender Wohlstand, Automobiliserung → zunehmende Beengtheit, Autolärm und
Abgase
 Umwandlung der am stärksten frequentierten City-Einkaufsstraßen in Fußgängerzonen,
Parkhäuser und Tiefgaragen
=> City, Subzentren „Shopping-Center“, Fachmarktzentren, ältere Nebenzentren, Urban
Entertainment Center (UEC)
Innenstadt
City + umliegende Bebauung
2. Wohngebiete
 Architektur, Zustand = Ergebnis von historischen Ereignissen und Prozessen
→ wie Kriegszerstörung und Wiederaufbau,
→ von kommunaler Stadtplanung, wie Stadtsanierung
→ privaten Initiativen, wie Gentrification
=> Altstadt-Wohngebiete, Neustadt-Wohngebiete, Gründerzeitliche Vorortwohngebiete
(Arbeiterquartiere, Villenviertel), Stadtrandsiedlungen, Großwohnsiedlungen, New Town
3. Industriegebiete
 trotz Deindustrialisierung bildet Industrie in den meisten Städten noch immer das zentrale
wirtschaftliche Fundament, ohne das viele Dienstleistungsbetriebe nicht existenzfähig
wären
 Industriebetriebe → Umweltgefährdent (kontaminierte Böden, Emissionen)
 Industriebrachflächen (durch Aufgabe industrieller Nutzungen) = aus stadtplanerischer
Sicht von Bedeutung
=> Industrieller Großbetrieb, Industrieparks, Gewerbeparks
4. Grün – und Freiflächen
 Naherloungsgebiete
 ökologische Ausgleichsräume

Weitere städtische Teilräume


Citnahen Viertel
 hervorgegangen aus den Stadterweiterungen des 19. Jhd im Zuge von Industrialiserung und
Landflucht
 Kranz von Vierteln höchster Wohndichte mit kompakter Überbauung
 Ursprünglich: Gewerbebetrieben, die die Standortvorteile dieser citynahen Lage nutzten
 überalterten Bausubstanz und unzureichenden sanitären Ausstattunf → schwieriges
 Erbe vieler Städte
 Ende der 1920er-Jahre :in vielen großen deutschen Großstädten begannen
Sanierungstätigkeiten (heute weitgehend abgeschlossen)

Die Außenzone
 aufgelockerte Bebauung, Heterogenität von Baukörpern und Flächennutzung
 Vielfalt → mit dem Städtewachstum wurden die unterschiedlichsten Siedlungselemente
miteinander verbunden
 alte Dorfkerne, selbstständige Städte, Vorstadtgründungen des 18./19. Jahrhunderts,
Werkssiedlungen großer Industriebetriebe, Kleingartenkolonien, Industrieflächen oder neue
Wohnsiedlungen
 viele Einrichtungen, die einen hohen Flächenverbrauch bzw. starke Emissionen aufweisen
 z.B. kommunale Ver – und Entsorgungseinrichtungen wie Wasser- oder Kraftwerke, Klr – und
Müllverbrennungsanlagen oder Verkehrs – und Messeeinrichtungen, Vergnügungsparks,
Sporteinrichtungen

Funktion der City (die den Standort nötig haben & sich ihn leisten können)
 Städte: Wohnorte, Standorte von Güterproduzenten und Dienstleistungsunternehmen,
Verteilerstellen, Innovations- sowie Macht-und Verwaltungszentren.
 Also Einrichtungen des Einzelhandels und der Dienstleistungen
 Diese Funktionen siedeln sich innerhalb des Stadtgebietes in bestimmten Zonen, Gürteln
oder Quartieren an
 Ihr Standort wird beeinflusst durch Faktoren Verkehrsanbindung, Transportkosten, Boden-
und Mietpreise, Flächenbedarf, historische Voraussetzungen
 Spezialgeschäfte, Großkaufhäuser, Zentralen von Banken und Versicherungen, Makler,
Architekturen, Ingenieurbüros, Werbeagenturen, Rechtsanwaltskanzleien: Erreichbarkeit
durch einen großen Kundenkreis, Möglichkeit direkter Kontakte (Fühlungsvorteile)
aufzusuchen (=> Werbung, Auftreten (→ Präsenz), Kundennähe, Kontakt zwischen
Geschäften (konkurrierende Marktbeobachtung, Kontakte zu konkurrierenden Gewerben)
 Extreme Boden-und Mietpreise → Hohe Umsätze pro Flächeninhalt, um sich dieses leisten
zu können
 Öffentliche Verwaltung besitzt besitzt Grundstücke und Gebäude in zentraler Lage
 Weiterer Funktionsbereich: Zeitungs- und Verlagswesen, Gründe für die Ansiedlung in der
Stadt: Informationsbeschaffung und – übermittlung, Nähe zu zentralen Auftraggebern
 zentrale Angebote im Bereich Unterhaltung und Vergnügen, Kunst und Kultur, Gastronomie
spielen eine immer größere Rolle
 Einzelhandel zieht sich immer mehr zurück
 Verdrängungswettbewerb zwischen der City und der „grünen Wiese“

Vorteile der „grünen Wiese“


 verkehrsgünstige gelegene Einkaufszentren auf der „Grünen Wiese“
 Bessere Erreichbarkeit
 Höheres Parkplatzangebot
 Größere absolute (mehrere unterschiedliche) und relative (mehrere von einem Typ)
Produktpalette
 Größere Bandbreite von Geschäften
 Höherer Komfort (Schutz vor Wetter, künstliches Klima, Kinderstätten...)
 Größere Preisspanne
 Einkaufsgewohnheiten haben sich geändert
→ Einkaufen = Event
 Deutlich längere und gleiche Öffnungszeiten
 Gemeinsame Marketingkonzepte
=> Durchbrechen das Prinzip der wohnortnahen Versorgung
=> Entziehen der jeweiligen Stadt bzw. City wichtige Zentralitätsfunktionen
=> Konzeption der City extrem gestört

Abgrenzung der City


 Kriterien wie Flächennutzung, Beschäftigtenstruktur, Bodenpreisniveau, Verkehrsintensität
(insbesondere Fußgängerströme in einzelnen Straßenabschnitten), physiognomische
Merkmale (offensichtliche gestaltene Merkmale, äußerlich sichtbar)
 Geschlossenheit und Kompaktheit!
 Weitere äußere Kennzeichen: Gebäudeüberhöhungen, durchgehende Ladenfronten, hohe
Schaufensterdichte, Ballung der Werbung, weitgehende Rückverlegung von
Wohnungseingängen, Passagen, Arkaden, Fußgängerzonen
 horizontale Ausdehnung ist den Erfordernissen des Fußgängerverkehrs angepasst, d.h. Die
City kann flächenmäßig nicht unbegrenzt werden
 Erreichbarkeit der Einrichtungen der City in maximal 10 Gehminuten
 In Abhängigkeit von der Größe der Stadt, der historischen Entwicklung und der
Kulturraumzugehörigkeit weist jede City innere Differenzierungen auf
 So nehmen in der Regel Flächennutzungsintensität und die Höhe der Gebäude vom City-
Kern in Richtung City-Mantel ab, der Fahrzeugverkehr zum Beispiel aber zu

Innere Differenzierung der Stadt


 Städtische Funktionen: Wohn-und Freizeitbereich, Versorgung der Bevölkerung,
Verwaltungs-, Transport- und Kommunikationsaufgaben, spezifische wirtschaftliche
Tätigkeiten
 vorindustrielle Zeit → europäische Stadt: Konzentration von Handel, Handwerk,
administrativen und kirchlichen Funktionen
 Arbeitsteilung Trennung von Wohn-und Arbeitsplatz → Funktionsentmischung, die zur
Viertelsbildung führte

 Städte: Umweltprobleme treten besonders auf


→ Güterprdoduktion, Energie- und Stoffumsätze, intensive Nutzung von Flächen,
Verkehrsleistung
Trends, die große Herausforderungen an einen ressorucenschonenden und
umweltverträglichen Städtebau dar :
 Zunehmender Siedlungsdruck und disperser Verstädterungsprozess sowie räumliche
Ausdehnung der Siedlungsfläche in das weitere Umland der Agglomerationen
 ein zunehmendes Auseinanderfallen der Standorte für Wohnen und Arbeiten, Versorgens-
Freizeiteinrichtungen
Damit entstehen zunehmend separierte „monofunktionale Nutzungseinheiten“ vorallem am
Stadtrand und im suburbanen Raum
 ein Anstieg und eine räumliche Ausweitung des Individualverkerhs mit dem PKW und des
Wirtschaftsverkerhs mit dem LKW
Diese drei Trends – die Sieldungsdispersion, die Entmischungsprozesse und das
Verkehrswachstum – sind in den einzelnen Städten in Abhängigkeit von Lage, Größe und
wirtschaftlicher Leistungskraft unterschiedlich wirksam

Entwicklung städtischer und ländlicher Räume – Raumordnung


Siedlungs- und Stadtentwicklung

Siedlungssystem
Gesamtheit der Siedlungen (= menschliche Niederlassungen), durch Funktionsverflechtungen
miteinander verbunden

Ökumene
menschlischer Siedlungs- und Wirtschaftsraum, durch naturgegebene Grenzen bestimmt
(Kälte-, Trocken-, Höhengrenze); Gegenteil: Anökumene, vom Menschen nicht besiedelt

Entwicklung von Siedlungssystemen


 rasante Entwicklung der Verstädterung → Industrialisierung des 19ten und 20ten Jhd
 bevorzugte Siedlungsgebiete in der Agrargesellschaft lagen an Flüssen
→ Wasser für die häusliche Versorgung
→ für die Feldbewässerung
→ verkehrsgünstige Lage → als Transportweg
 Taulauen boten zugleich Möglichkeit für die landwirtschaftliche Nutzung und die Anlage von
Siedlungen
 günstig gelegene Hafenorten → später Handelsstädte
 Siedlungsgunst eingeschränkt durch
→ über Ufer tretende Flüsse
→ nicht ausreichenden Mengen an Wasser ( wie z.b. auf den Karsthochflächen)
 Lagefaktoren: Klima, Vegetation, Relief (Bergsporne, Hügel, Hanglagen → Schutzbauten
und Burgen)
 in unmittelbarer Nachbarschaft: Ansiedlung von Bauern, Kaufleuten
 Kreuzungen von Fernhandelswegen, Stützpunkten von Kaufleuten → Siedlungskern
 Ländliche Siedlungen: Produktion von Nahrungsmitteln, pfanzlichen, tierischen Stoffen
 Andere Städte enstanden in der Nähe des Rohstoffvorkommes (Ruhrgebiet)
 Entwicklung von verschiedenen Dorffomen wie
→ das geschlossen bebaute Haufendorf mit einem unregelmäßigen Grundriss,
→ das sich an den topographischen Gegebenheiten orientierterende langgezogene
Straßendorf
→ das an Entwässerungskanälen planmäßig angelegte Marschhufen – oder Moorhufendorf
(Eine Hufe = Notwenig für den Lebensunterhalt einer Familie)
 Mitteralterlichen Bürgerstadt & Residenzstadt des Barockzeitalters: Stadtzentrum = „soziale
Mitte“ der Stadt (Oberschicht im Stadtzentrum)
 Industriezeitalter: Arbeitsteilige Gesellschaft, Arbeitsstätten mit der höchsten Rendite im
Stadtzentrum, kompakte Bauweise, da das Wohnen nahe der Arbeitsstätte eine große Rolle
spielte, → geringes Einkommen, lange Arbeitszeiten
 heutige Dörfer und Städte = Dauersiedlungen, die die grundlegenden Bedürfnisse bzw
Funktionen erfüllen sollen
 ein Raum muss über eine bestimmte Ausstattung verfügen, um die Daseinsfunktion (sich
fortpflanzen, in Gemeinschaft leben, wohnen, arbeiten, sich versorgen, sich bilden, sich
erholen, am Verkehr teilnehmen, entsorgen) abzudecken
 Siedlung kann nicht allein alle Grundbedürfnisse befriedigen, folglich ist ein
Zusammenwirken mit anderen Siedlungen unumgänglich → Arbeitsteilige Gesellschaft

 Vergleiche schwierig, wegen der unterschiedlichen Bemessungszahlen für die Größe eines
Dorfes
 Deutschland:Größenklassifikation vo Gemeinden, Skandinavien: Orte mit bereits mehr als
200 Einwohnern = Städte
 Städtische Siedlungen entwickelten sich aus Dörfern mit neuen Funktionen und
Bevölkerungszuzug, oder gehen auf planmäßige Gründungen zurück
 Städtewachstum → Industriegründungen, Innovationen im Verkehrsbereich (Eisenbahn,
PKW)
 Agglomeration: Verdichtung von Siedlungen und die funktionale Verflechtung von Städten
 Stadt-Land-Dichtotomie (dichotom = griech. Zweigeteilt): gegensätzlichen Lebensformen
von Stadt und Dorf.
 Das Stadt-Land-Kontinuum geht von einer durch Verdichtung und Suburbanisierung
begünstigten Angleichung der Lebensverhältnisse aus
 Stadtzenturm = Ort bester Erreichbarkeit & gleichzeitig als Motor der Stadtentwicklung
fungiert
 früher: Land: Agrarwirtschaft; Stadt: Handel und Gerwerbe
durch Industrialisierung, Verstädterung, verändertes Freizeitverhalten
 heute: Verdichtungsräume, keine klare Abgrenzung zwischen Stadt und Land mehr, Stadt
fügt sich in den ländlichen Raum ein

Probleme der Raumstruktur: die unterschiedliche Zentrenerreichbarkeit


Raumstruktur in Deutschland
 Zentralraum (hohe Bevölkerungsdichte)
 Peripherieraum (Geringe Bevölkersungsdichte)
 Zwischenraum (geringem eigenem Bevölkerungspotenzial)

Zentralraum Peripherieraum Zwischenraum


Vorzüge - gute Erreichbarkeit - - gute Zugänglichkeit
- hohe Arbeitsquote Bauland( PLatzangebo zu bedeutenden
- Versorgungs- t Zentren
angebote -
Probleme - Umweltprobleme - schlechte
(Stau, Erreichbarkeit
Bodenversieglung) - niedrige
- Platzmangel Immobilienpreise
(Bevölkerung & aufgrund des
Verkehr) großzügigen
- hohe Frequenz bei Platzangebotes
den einzelnen
Geschäften
- steigende
Bodenpreise
Zentralraum der Bundesrepublik DE:
 Kiel, Hamburg, Bremen, Hannover, Bieldefeld, Ruhrgebiet (Thein-Raum),
Frankfurt (Rhein-Main-Raum), Stuttgart, Freiburg, Ulm, München, Nürnberg,
Kassel
Zentralgebiete OST-DE
 Roststock, Berlin-Potsdam, Markteburg, Halle-Leipzig, Erfurt, Chemnitz, Dresden

alle anderen Gebiete sind Zwischenräume oder periphere Räume

Ausweisung von Vorrang- und Schutzgebieten


Naturschutzgebiete, Nationalparks:
 mit stärkstem Schutz; außer behördlichen Pflegemaßahmen keine weiteren Eingriffe oder
Nutzungen erlaubt
Landschaftsschutzgebiete, Biospährenreservate:
 zur Erhaltung gewachsener Kulturlandschaften; jede Veränderung der wirtschaftlichen
Nutzung untersagt
Naturdenkmale:
 Schutz einzelner landschaftlicher Besonderheiten wie Wasserfälle, Bäume oder
Baumgruppen
Naturparke:
 schwächste Schutzstatus; entsprechende Einrichtungen für Erholungsfunktionen erlaubt;
aber Wahrung der ökologischen Vielfalt

Raumordnung als Planungsinstrumente zur Angleichung der Lebensbedingungen


und Chancen in allen Teilen des Bundesgebietes
 Dafür stehen zur Verfügung:
- Das System der Zentralen Orte
- der Aufbau von Entwicklungsachsen
- das Prinzip der Vorranggebiete
- der Aufbau städtischer Netze

Das System der zentralen Orte


 Durch das konzentrierte Angebot von Dienstleistungen auf engem Raum kann einerseits der
Landschaftsverbrauch begrenzt werden, andererseits lassen sich Problemgebiete gezielt
durch Infrastrukturausbau fördern
 Durch die Ansiedlung zentraler Einrichtungen in öffentlicher Trägerschaft beseitzt der Staat
ein raumordnerisches Instrument, die Struktur einer Region zu verbessern
 Frage nach Kosten

Aufbau von Entwicklungsachsen


 Im Sinne der geforderten Gleichwertigkeit der Lebensbedinungen muss im System der
zenralen Orte bis in die Randgebiete eines Versorgungsbereiches ein optimaler Zugang zu
den zentral angebotenen Diensten gewährleistet sein
=> Gezielter Ausbau der Verkehrsinfrastruktur
→ Zentrale-Orte-Konzept wird von der Raumordnung verbunden mit dem Ausbau so
genannter Entwicklungsachsen (punkt-axiales System)
 bänderartige, dichte Folge von Siedlungen, die sich entlang leistungsfähiger
Verkehrsstränge und anderer Infrastruktureinrichtungen erstrecken
 Entlang dieser Achsen soll sich die Entwicklung von Wirtschaft, Verkehr und Siedlungen
konzentrieren
→ soll einer
- flächenhaften Ausbreitung von Verdichtungen entgegenwirken
- die Zersiedelung der Landschaft stoppen
- Freiräume erhalten
→ Bremsung der ringförmige Ausdehnung besonders der großen Verdichtungen
→ Förderung einer strahlenförmigen Ausbildung von größeren und kleineren Zentren entlang
von Achsen
=> Verflechtung der Verdichtungsbereiche mit dem ländlichen Raum
=> Zwischen den Zentren und Achsen bleiben Freiräume ausgespart

Aufbau von Städtenetzen


 Konkurrenz der Regionen und Städte untereinander
→ europäischen Binnenmarktes
→ Öffnung nach Osteuropa
→ Globalisierung

 Kommunen müssen Strategien der Nachhaltigkeit und Kostenerparnis entwickeln


→ Verknappung und Verteuerung natürlicher Ressourcen
→ wachsende Umweltbelastungen
→ chronische Finanzarmut der Städte und Gemeinden
=> 1993: Zusammenschluss vieler Städte, um sich gemeinsam im nationalen und
internationalen Wettbewerb behaupten zu können
 Hervorhebung von Standortvorteilen der Stadtregionen
 Bessere Nutzung der großräumigen Infrastruktur
 Entwicklungsimpulse für die Region
 Vernetzung der Städte einer Region, durch Grünzüge oder ein verbessertes ÖPNV-Angebot
 jede Gemeinde ist gleichberechtigter Partner
 zusammenarbeitende Städte können handlungsorientierter, situationsabhängiger und
flexibeler kooperieren

Handlungsfelder von Städtenetzen
offener Katalog von Maßnahmen, der je nach Situation geändert oder erweitert werden kann
 politische Außenvertretung und Marketing, z.B. Profilierung der Region, Schaffung einer
besseren Ausgangsposition im Wettbewerb der europäischen Regionen
 Wirtschaftsförderung und Gewerbeentwicklung, z.B. Ausweisung gemeinsamer
Gewerbefläche oder Einrichtung von Technologiezentren
 Siedlungsentwicklung, z.B. Durchführung eines gemeinsamen Flächenmanagements,
Ausweisung von Sanierungs- und Neubaugebieten
 Verkehrsentwicklung, z.B. Entwicklung von ÖPNV-Konzepten und Einrichtungen von
Güterverkerhszentren
 Umweltvorsorge und Umweltschutz, z.B. Festlegung überörtlicher Standorte für Deponien
und Müllverbrennungsanlagen
 Tourismus und Fremdenverkehr, z.B. gemeinsame Werbeaktionen, Ausbau der touristischen
Infrastruktur

Probleme der City


 rasante Ausweitung großflächiger Ansiedlung im Umland
 Aufkommen so gegannter Factory-Outlet-Centers
→ neue Dimension des Verdränungswettberwerbs
 angespannte Absatzlage des Einzelhandels in den Stadtzentren
→ Vielfalt des Angebotes in den Innenstädten müssen ausgedünnt werden
 Inhabergeführtes Geschäft (selbstzusammengestelltes Sortiment) → Kundenmangel →
Laden muss schließen → Ladenketten kommen (können hohe Mieten sicherer zahlen

Suburbaniserung
Definition:
flächenhafte Ausdehnung städtischer Siedlungsweise bzw. Bevölkerung in das Umland einer
Stadt. Zudem kann Suburbanisierung auch die Prozesse der Abwanderung von
Dienstleistung/Handel und Industrie bedeuten.
Jährlich verlieren die großen deutschen Städte durch die Suburbanisierung Einwohner an ihr
Umland. Somit gewinnt dasUmland an Bedeutung, wobei gleichzeitig die Bedeutung der
Kernstadt abnimmt.
 Nach dem zweiten Weltkrieg: Dezentralisierungswelle, hing mit der Nutzung des PKWs für
die meisten Wege, eingeshlossen dem zur Arbeit, zusammen
 Laufe des 20. Jh.s.: Verlagerung von Wohnungen, Arbeitsplätzen aus den Städten ins
Umland → Anstieg im Lebensstandart, zunehmende Mobilität, Bevorzugung
von Grunflächen und reichlich Platz, zuviel Lärm und Schmutz
=> vielfältige raumplanerische Stadt-Umland-Probleme
→ Funktionsverlust der Kernstadt, zentrale Funktion der Stadt bleibt aber bestehen
→ erhöhten Verkehrsbelastungen durch den zunehmenden Pendelverkehr
→ Preisverfall der Mieten in der Stadt
→ finanzielle Belastung der Städte, Steuereinnahmen fehlen
(Von der zentralen Kernstadt wird erwartet, dass sie weiterhin hochwertige Einrichtungen
der Infrastruktur (z.B. Krankenhausplätze, Spezialkliniken, Opernhaus und Messehallen)
bereitstellt. Andererseits vermindern sich durch die Abwanderungen von Bevölkerung und
Gewerbe ihre Steuereinnahmen)
→ Betriebsauflösung
→ Degegradierung von Wohnvierteln
→ verarbeitende Gewerbe, das größere, als im Zentrum vorhandene Flächen benötigte
→ Hochtechnologiebranche, die durch gute Wohnqualität in der direkten Umgebung
versuchte hochqualifizierte Arbeitskräfte zu locken
→ Unternehmen der elektronischen Datenverarbeitung, die ihren Standort wechselten, um
im Zentrum sehr teure Büromieten zu sparen und Dienstleistungen, die keinen
Kundenkontakt benötigten „suburbanisiert“ haben
→ Ausbau der Infratsurktur und die damit verbundenen Kosten
→ Versiegelung von Flächen
→ Verlust von Grünflächen: Umweltbelastung in den Kernstädten steigt
→ Landwirtschaftliche Nutzflächen werden verkleinert
→ Standortkonkurrenz zwischen den Unternehmen in der City und den in den Vorstädten
→ Zunehmende Verkehrsbelastung durch die wachsenden Verkehrsströme
→ Zerfall der Innenstädte, bemerkbar durch leer stehende Gewerbsflächen
 Vorteile des Standortwechsels: Expansionsmöglichkeiten sind gegeben, die eine sofortige
Ausdehnung der Produktionsfläche ohne innerstädtische, strenge Umweltauflagen
ermöglichen
=> Stadt-Rand-Wanderung: soziale und demographische Polarisierung
Teilprozesse der Suburbanisierung
 1950er & 1960er Jahre: Bevölkerungssuburbaniserung
 rasche Zunahme der Bevölkerung in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg → Flüchtlinge,
Zuwanderung von Vertriebenen, persönlich generative Verhalten
→ starke Bevölkerungswachstun → hohe Bevökerungsdichte in den Kernstädten
 Knappheit von Wohnräumen
 finanzkräftige tertiäre Sektor treibt Boden- und Immobilienpreise in die Höhe
 wachsende wirtschaftliche Bedeutung der Innenstädte (Kommerzialisierung des
Stadtzentrums)→ Verdrängung der Wohnbevölkerung
 Anstieg des Lebensstandarts der Mittelschicht → aufgrund finanzieller Mittel Möglichkeit
abzuwandern
 Arbeitsplätze verbleiben noch in den zentralen Innenstadtkomplexen, sodass es vorerst nur
zur Verlagerung von Wohnungen und einer Abwanderung des Wohlstands der Bevölkerung
ins Umland (Suburbs) der Städte kommt
→ Ausdruck des Wunschen, im eigenen Heim „draußen im Grünen“ zu wohnen
 zunehmende Motorisierung des Einzelnen, verbunden mit dem Ausbau der Infrastruktur des
öffentlichen Nahverkerhs wie der U.- bzw S-Bahnnetze, ist der Bevölkerung das tägliche
Pendeln in die zentrennahen Arbeitsstätte ermöglicht
 1970er & 1980er Jahre: Industriesuburbanisierung
 Bisher war der Stadtkern ein hervorragender Standort der Industrie, umgeben von den
Wohngebieten der Arbeitskräfte
 Voorte verfügen jedoch über ein großes Angebot an freien Gewerbeflächen, die von
Industriebetrieben u.a. für die Lagerhaltung genutzt werden können
 Leitungs-, Verwaltungs- und Handelsfunktionen sowie Forschung und Entwicklung befinden
sich in den Kernstädten, die Produktionsbetriebe wandern in den suburbanen Raum ab
 Enge Straßen, hohe Verkehrsdichte → erschweren für Kunden, Lieferanten und
Arbeitskräften die Anfahrt
 Flächenbedarf nimmt immer mehr zu, z.B. für den ruhenden Verkehr (Parkplätze)
 Suburbanisierung des Einzelhandels
→ Mietpreise außerhalb der City günstiger
→ viele Betriebe wie Gastronomie sind auf die Bevölkerungszunahme im suburbanen Raum
angewiesen
 Durch elektronische Datenübertragung und Fernverarbeitung, sowie durch Verkehrs-,
Transport-, und Kommunikationstechnologien ist der Bedarf an zentralen Standorten stark
gesunken
 1990er Jahre: Suburbaniserung im tertiären Sektor
 industrielle Produktion und Dienstleistungsroutinen werden in Ländern mit geringer
Regulationsdichte verlagert
 Standortverlagerung von Dienstleistungsbüros geschieht im Grunde aus den gleichen
Gründen wie bei der Industriesuburbaniserung

 in den Wohnvierteln der Innenstadt, insbesondere der zone of transition, entwickelten sich
Slums und Ghettos
→ vornehmlich einkommensschwace Bevölkerungsgruppen der „Urban underclass“ sowie
Mitglieder ethnischer Minderheiten
=> Niedergang der Kernstädte und Aufschwung der Suburbs

Kurz nochmal: Faktoren die Suburbanisierung ausgelöst/beeinflusst haben


 Anstieg des Lebensstandarts
 zunehmende Mobilität
 Ausbau der Verkerhsinfratsurktur und der Ssyteme des öffentlichen Personennahverkehrs
 Suche nach hochwertiger Wohnqualität in naturnahen Räumen
 Entstehung von leicht erreichbaren suburbanen Knotenpunkten mit günstigen Boden-und
Mitepreisen: Pull-Faktor für Dienstleistungen

Beispiel USA
 Suburbanisierung hat früher eingesetzt als in Europa
 viel umfassender gewesen → angesichts anderer politischer Vorgaben, schwacher
Kommunen, fehlender Regionalplanung, eines praktisch unbegrenzten Raumangebotes,
Investorenstädtebaus sowie anderer Mentalitäten
 an peripheren Autobahnkreuzen entstanden Edge Cities, gewaltige Zentrenkonzentrationen
mit Büros, Einzelhandel und Wohnen

Probleme in städtischen Räumen:


Überbelastung öffentlicher Einrichtungen
Platznot (ruhender Verkehr)
Versorgung/ Entsorgung
Verödung der Cities (Einkaufszentren am Stadtrand)
Selektive Abwanderung
Funktions- und Bedeutungsverlust der Städte zugunsten Suburbia

Merkmale von Global Cities – ein Steuerungszentrum der globalisierten Weltwirtschaft


 neue räumliche Strukturen im System der weltweiten Wirtschaftsbeziehungen
→ Nationalstaaten verlieren an Einfluss
 auf globaeler Ebenen gewinnen Rahmenordnungen (z.B. WTO, IMF, Weltbank), Institutionen
der supranationalen Inegrationsräume (z.B. die EU-Kommission) und multinationale
Unternehmen (Global Player) an Bedeutung
 Nicht alle Teilregionen sind gleichermaßen in die Globalisierung eingebunden
 In den stark integrierten Ländern entwickelt sich ein neuer Typ von Zentren (Global Cities)
 ragt aus dem nationalen Städtesystem heraus, besitzt internationale
Vernetzungen
 Global Cities gelten als die Steuerungs- und Kontrollzentralen der globalen
wirtschaftlichen Aktivitäten

Merkmale von Global Cities


 definiert sich über ihre Funktion im weltweiten Wirtschaftssystem
 beruhen auf einer Konzentration von Einrichtungen, die globale Aktivitäten steuern
 Es befinden sich dort:
→ zahlreiche Hauptsitze multinationaler Unternehmen, wo strategische Entscheidungen
getroffen und Forschungsaufgaben erfüllt werden
 weltweit tätige politische Institutionen (z.B. UN- und EU-Organe, NGOs)
 zahlreiche hochrangige Dienstleistungensbetriebe, die weltweite Finanzgeschäfte tätigen
(Banken, Aktienhändler, Devisenhändler, Börsen, E-Commerce)
 unternehmensorientierte Dienstleistungen (Unternehmens-,Rechts, Steuerberatung,
Werbung, Marketing, Logistik)
 Es werden Kapital- und Informationsströme gesteuert
 internationale Kommunikationsaktivitäten (Messen und Kongresse)
→ wichtig: gute Verkehrsausstattung mit internationaler Verflechtung

Zentralität als Ausdruck funktionaler Verflechtungen: Strukturen und Raumordnungsziele,


einschließlich modellhafter Darstellungen

Geographische Stadtbegriff
Es kann keinen für alle Zeiten und Länder gültigen Stadtbegriff geben
Merkmale von Städten
 statistischer Stadtbegriff: wenig aussagekräftig wegen der etwas willkürlichen
Festlegung der Mindestgrößen und der von Land zu Land sehr unterschiedlichen
administrativen Abgrenzung
 rechtlich-historischer Stadtbegriff: Gemeinde mit historisch erworbenen
Stadtrecht ebenso wenig aussagekräftig
- Jede Gemeinde erhielt irgendwann das Stadtrecht (durch Landesherren, König oder Kaiser)
- Mittelalter: Verleihung des Stadtrechts → besondere Privilegien wie Marktrecht, Zollrecht,
Gerichtsbarkeit, Aufhebung der Leibeigenschaft
- Zuge der Industrialiserung: Auflösung der räumlich scharfen Trennung zwischen Stadt
und Umland
→ Verlust von Landgericht und anderen zentralen Einrichtungen → Rückgang von Handel
und Handwerk → Gemeinden konnten städtische Funktionen nicht mehr ausüben, verloren
aber nicht den Stadttitel
- Erscheinungsbild: Grund- und Aufriss mit Stadtmauer
 geographischer Stadtbegriff:
- Kompakter Siedlungskörper mit hoher Wohnstätten- und Arbeitsplatzdichte
- durch Wanderungsgewinn wachsende Bevölkerung, begleitet vom generatives
Verhalten der Stadtbevölkerung mit sozialen Trend zu Einpersonenhaushalten und
Kleinfamilien
- weit gefächertes Berufsspektrum der Einwohner bei überwiegend tertiär- und
sekundärwirtschaftlichen Tätigkeiten
- gut ausgebaute Infrastruktur mit hoher Verkehrswertigkeit
- Marktfunktion und ein mit wachsender Größe zunehmender Bedeutungsüberschuss
des Waren- und Dienstleistungsangebotes auch für einen außerhalb des Stadtgebiets
gelegenen Bereich
- mit wachsender Größe zunehmender Grad innerer räumlicher Differenzierung (z.B.
Viertelsbildung)
- hohes Maß künstlicher Umweltgestaltung und meist starke Umweltbelastung

Kriterien des geographischen Stadtbegriffs


1.
 Zentralität
 wesentliche Kennzeichen der Stadt
 Zentralität = Bedeutungsüberschuss
 Stadt hat Funktionen, die auch auf ihr Um- und Hinterland gerichtet sind
→ Konzentration von Verwaltungs-, Bildungs-, kulturellen, medizinischen und politischen
Einrichtungen sowie von spezialiseriten Einzelhandelsunternehmen

2.
 unterschiedliche Mindestgröße an Bevölkerung und Flächen (zu allen Zeiten, in allen
Kulturen)
 Bei überschreiten einer gewissen Größe kann eine Siedlung ihre Bewohner nicht mehr
unmittelbar durch den eigenen Boden ernähren
3. (schwaches Kriterium)
 hohe Bebbauungs- und Bevölkerungsdichte bedingen die Geschlossenheit der
Ortsform.
 in allen Kulturen und Epochen: innerer Teil einer Stadt → morphographisch verhältnismäßig
kompakte Siedlungs- und Baukörper mit hoher Wohnstätten- und Arbeitsdichte (haben sich
von ihren Randzonen abgehoben)
 Heute: durch Sub- und Desuburbanisierung → (Groß)städte sind stark verschmolzen mit
ihrem Umland
4.
 Funktionsräumliche Gliederung von Vierteln
 Städte → hoher Grad an funktionaler Differenzierung
 in Abhängigkeit von der jeweiligen Lage unterschiedlichen Bodenpreise → priorisieren
bestimmte Nutzungen, schließen andere dagegen aus
5.
 ausgeprägte soziale und ethnische Differenzierung ihrer Bevölkerung
 Segregation nach Quartieren unterschiedlicher Wohnstatus
 Konzentration bestimmter sozialer oder ethnischer Gruppen in bestimmten Stadtvierteln
bedingt durch Standortvor- oder nachteile
6.
 aus politischer, gesellschaftlicher und technologischer Sicht → normative
Innovationszentren (politisch, gesellschaftlich, technologisch)
 Entwicklung von neuen gesellschaftlichen Trends, Normen und Wertvorstellungen → werden
auf unterschiedlichen Wegen (Medien, persönliche Erfahrungen) in den ländlichen Raum
eingetragen
 technologische Innovationszentren
7.
 Städte profitieren von den Ressourcen des ländlichen Raumes
 ökologische Ausgleichsfunktionen des ländlichen Raums = ökologisch notwendige
Ergänzungsräume & Naherholungslandschaften für städtische Bevölkerung
 Funktion des ländlichen Raumes als Standort „sperriger“ Infrastruktureinrichtungen (z.B.
Trinkwassertalsperren, Sondermülldeponien, Großflughäfen)
8.
 Stadt: ökologisch stark bzw. überlasteter Raum
 Verdichtungsschäden → Emissionen, Verkehrs- und Industrielärm,
Wasserverunreinigungen, Flächenversiegelung etc.

Zentralität und zentrale Orte


Zentraler Ort
 Standort mit Bedeutungsüberschuss
- Versorgt die Einwohner über den eigenen Bedarf hinaus ins Umland hinein
 Je höher der Rang eines Zentrums, desto breiter das Sortiment der Angebote von Gütern
und Dienstleistungen
Zentrale Güter und Einrichtungen
 machen Bedeutungsüberschuss aus
 Zentrale Einrichtungen bestehen aus Dienstleistungen, Verwaltungseinrichtungen &
Güterangebot, die die Menschen in einem bestimmten Umkreis versorgen
→ Erfüllen die Funktion des Zentralen Ortes
Zentralität (oder auch Bedeutungsüberschuss)
 stellt das Verhältnis an Dienstleistungen pro Einwohner dar
 werden mehr Dienste angeboten, als die Eunwohner einer Stadt benötigen, besteht ein
bedeutungsüberschuss
 Je größer die Anzahl an Dienstleistungen & das Angebot von Gütern je Bewohner, dsto
höher ist die Zentralität einer Stadt
Ergänzungsgebiet
 Gebiet um einen zentralen Ort, welches von ihm mitversorgt wird
 Ergänzungsgebiet wird von der Reichweite der zentralen Güter & Dienstleistungen
bestimmt
 Alle zentralen Güter und Dienstleistungen haben unterschiedliche Reichweiten bzw.
unterschiedlich große Marktgebiete
obere/äußere Reichweite

 jene Grenze, bis zu der ein Gut nachgefragt wird


 außerhalb dieser Grenze sind die Konsumenten nicht mehr bereit, die Kosten aufzubringen,
um zu einem zentralen Ort zu gelangen
 Die Abnahmemenge (Nachfrage) wird mit zunehmender Entfernung zum Konsumort
geringer
 mit zunehmender Entfernung steigen die Transportkosten & die Nachfrage sinkt
=> maximale Entfernung, die die Bevölkerung bereit ist, zurück zulegen, um ein Gut zu
beziehen
innere/untere Reichweite
 begrenzt jenes Gebiet um einen zentralen Ort, das die Mindestnachfragemenge für ein Gut
abdeckt (Angebot rentabel zu machen/Gewinn zu erwirtschaften)
 Nachfrage zu gerin → Gut wird nicht angeboten
 geringe Bevölkerungsdichte → Grenze der innen/unteren Reichweite zum Zentrum größer
=> Kunden wohnen nicht unmittelbar um das Geschäft
 hohe Bevölkerungsdichte, Grenze der innen/unteren Reichweite zum Zentrum geringer
=> Einzugsgebiet des Unternehmens, das mindestens nötig ist, um kostendeckend arbeiten zu
können

Zentrale Orte höherer Ordnung haben ein größeres Einzugsgebiet als zentrale Orte niederer
Orte
Hierachie der Verfelchtungsbereiche
Zentraler Ort höchster Stufe (z.B. Landeshauptstadt)
 Angebote des hochspezialisierten und seltenen Bedarfs
 überregionales Verwaltungs-, Wirtschafts-, Kulturzentrum
Oberzentrum (Großstädte)
 spezialisierte Fachgeschäfte mit hoch- und höchstwertigen Gütern für den
langfristigen/episodischen Bedarf
z.B. Krankenhäuser, Universitäten, Museen, bedeutende Verwaltungszentren
Mittelzentrum (Mittel-/Kreisstädte)
 Einrichtungen für den mittelfristigen (periodischen) gehobenen Bedarf des Stadtumlandes
z.B. Fachärzte, Rechtsanwälte, höhere Schulen
Unterzentren (Kleinstädte im ländlichen Raum)
 zur Versorgung des Nahbereiches mit Gütern & Dienstleistungen des täglichen &
kurzfristigen Bedarfs

 Die Zahl der zentralen Orte, die den Raum versorgen, soll minimal sein
(Verkerhserschließung in alle Richtungen gleich)
Lösungsansätze:
 Nachfragekreise eines Standortes im gleichen Abstand zueinander → unversorgte Gebiete
 Es soll aber kein Gebiet unversorgt bleiben → Kreisen rücken näher zusammen
→ Versorungsgebiete überschneiden sich → Überangebot
 optimale Form: Hexagonales (Sechseckiges) Muster

Güter niedrigster Ordnung


 Güter des täglichen Bedarfs (Lebensmittel))
 Je öfter ein Gut nachgefragt wird, desto weniger werden die Konsumenten bereit sein,
größere Entfernung für den Erwerb zurückzulegen
 Gut niederer Ordnung muss an allen Orten bereitgestellt sein
=> besitzen kleines Ergänzungsgebiet
Güter mittlerer Ordnung
 Dinge, des mittelfristigen/periodischen Bedarfs (Schuhe, Bekleidung)
Güter höchster Ordnung
 Dinge des langfristigen Bedarfs (Autos, Möbel)
Je seltener ein Gut nachgefragt wird, desto wahrscheinlicher legen die Konsumenten für die
Inanspruchnahme eine größerere Entfernung zurück
→ Güter höherer Ordnung werden daher nur an Orten höhrer Zentralität angeboten, wo sie ein
großes Ergänzungsgebiet ausbilden

Die hierarchische Struktur der zentralen Orte


 nach Walter Christaller (933): Gesetzmäßigkeiten, um die Anzahl, Größe und Anordnung,
also die hierarchische Struktur von Siedlungen zu beschreiben
 Ideal: homogene Flächen
→ keine räumlichen Unterschiede bei der Produktion, der Nachfrage, der
Verkehrserschließung, der Bevölkerungsverteilung, dem Einkommen und den Bedürfnissen
der Individuen
 Konsumenten sollen möglichst mit allen Gütern und Diensten bei einer minimalen Anzahl an
zentralen Orten versorgt werden
 Güter und Dienste werden nicht in gleicher
Weise und Häufigkeit von den Bewohnern eines
Raumes in Anspruch genommen
→ z.B. Lebensmittel für den täglichen Bedarf
(müssen leicht erreichbar sein)
→ Luxusartikel der Bekleidung werden nur
selten oder nicht von allen nachgefragt
 Je seltener ein Gut oder ein Dinest benötigt
wird, umso größer muss das Absatzgebiet
(zentralörtlicher Bereich) sein, um ein deratiges
Angebot wirtschaftlich erbringen zu können
 A-Standorte sind zentrale Orte höchster
Ordnung
 innerhalb ihrer Marktgebiete werden 2B-
Standorte & 6c-Standorte mit Gütern höchster
Zentralität versorgt
 Die B-Standorte befinden sich in Reichweite
dreier angrenzender Marktgebiete von A-
Standorten
 Die wahrscheinlichkeit, dass die Anwohner von
B nach A fahren, um ein bestimmtes Gut zu
erwerben, beträgt 1:3
 Bei sechs B-Standorten, die zu einem Drittel von einem A-Standort versorgt werden,w erden
insgesamt zwei B-Standorte einem A-Standort zugeteilt
 weiterhin 6c-Standorte von einem A-Standort versorgt
 Das Ergänzungsbiet eines zentralen Ortes enthält jeweils drei Marktgebiete niederer
Ordnung
Anders: Ein Ort höherer zentraler Ordnung versorgt drei Marktgebiete niederer Ordnung
 hierarchiische Struktur von zentralen Orten, Versorgungsbereiche sind klar gegeneinander
abgegrenzt
 langfristige Wirksamkeit

Kritikpunkte an Christallers Modell


 Homogenität des Raumes: Unterschiede im Verhalten oder in der Kaufkraft von
Konsumenten werden nicht berücksichtigt
 Unterschiedliche Bevölkerungsdichten, räumlich differenziertes Wachstum, städtische
Entwicklung, Agglomerationseffekte
 Modell erscheint starr & realitätsfern, aber hohen Wert als Baustein weiterer Theorien
 Heutzutage:
 Durch erhöhte Mobilität spielen Distanzen eine geringere Rolle
 Einkaufen → nicht nur das reine Besorgen des Produktes
→ Attraktivität des Einkaufsortes
-

Das Konzept der Wachstumspole (Entwicklungszentren)


 französischer Wissenschaftler Perroux
 geopgraphische Agglomeration wirtschaftliche Aktivitäten mit „motorischen Industrien“
Wachstumskräfte besitzen, die die strukturschwache Region stärken können
 Wachstumskräfte der motorischen Industrien werden durch „Polarisationseffekte“ auf
komplementäre Industrien, sowie besonders den tertiären Sektor übertragen
→ Arbeitsplätze werden geschaffen
→ Einkommens- und Lebenssituation wird verbessert
 Agglomerationseffekte = Agglomerationsvorteile (nach Weber)
=> Vorteile, die bei Ballung an einem Standort technisch und ökonomisch entstehen
 Kriterien wie Bevölkerungsgröße, Abstand zu konkurrierenden Ballungszentren,
Verflechtung von motorischen Kern- und Folgebereichen, Angebot an tertiären
Einrichtungen, das Arbeitsplatz- und Arbeitskräfteangebot und die infrastrukturelle
Versorgung von Bevölkerung und Gewerbe lassen potentielle Wachstumspole erkennbar
werden und als Standorte für Wirtschaftsförderung geeignet erscheinen
 Das Konzept der Wachstumspole versucht gleichsam durch die großräumige Polarisierung,
Ballungsräume, periphere Räume, hervorgerufene Strukturschwächen der letzteren durch
kleinräumige Polarisierung auf Wachstumspole in den betreffenden Regionen aufzuheben
bzw. zu entschärfen
=> Überschneidung mit „Zentralen Orten“
=> gesamtwirtschaftliche Aspekt steht hier im Vordergrund
=> Hierarchisierung der Zentren entfällt
=> nimmt als Konzept der Entwicklungszentren einen bedeutenden Platz bei den
wirtschaftsfördernden Instrumenten ein

Das Konzept der Entwicklungsachen


 keine theoretisch fundierte Grundlage
 linienhafte Ergänzung des an Punkten orientierten Zentrale-Orte-Konzept bzw. des
Wachstumspole-Konzepts
 Vorteile:
→ Erreichbarkeitsvorteile, Bündelungseffekt der Bandinfrastruktur, Steuerungswirksamkeit
in bezug auf Fachplanung und nachgeordnete Landes- bzw. Regionalplanungen

Das Konzept der Vorrangräume


 dient zur Zweckbestimmung verbliebener Freiräume
 fünf Freiraumfunktionen
→ land- und forstwirtschaftliche Produktion
→ Freizeit und Erholung
→ langfristige Sicherstellung der Wasserversorgung
→ besonders ökologische Ausgleichsfunktionen
→ Gewinnung von Rohstoffen und Mineralvorkommen
 handelt sich nicht um ein eigenständiges, raumplanerisches Konzept, sondern um eine
pragmatische Ergänzung der vorgestellten Konzepte

Das System der zentralen Orte und der Entwicklungsachsen


 fassen verschiedene Funktionen auf engem Raum zusammen
→ Verhinderung unnötigen Landverbrauchs
→ Wirtschaftlichkeit der zentralen Einrichtungen wird gesichert
 Behörden sollen z.B. auch für das umgebende Umland zuständig sein
 zentrale Einrichtungen öffentlicher Trägerschaft haben in der Raumordnung besondere
Bedeutung, da sie eine direkte Veränderung der Raumstruktur bewirken
(Für den Staat ein raumordnerisches Instrument, mit dem er direkten Einfluß ausüben kann)
 im sekundären Sektor dagegen hat der Staat nur die Möglichkeit durch Anreizmittel (wie
Steuervergünstigungen und Investitionszuschüsse) indirekt einzuwirken
 ne nach der Stufe der zentralen Einrichtungen muss ein Mindesteinzugsbereich vorhanden
sein, damit Wirtschaftlichkeit gewährleistet ist
 Kunden aus den Randgebieten des Versorgungsbereichs müssen weite Wege zurücklegen
=> Widerspruch zwischen Prinzipien der gleichwertigen Versorgung und der
Wirtschaftlichkeit

Beispiel Agglomerationsraum Paris


 wirtschaftliche Dynamik beginnt sich von der Kernstadt in die umliegende Départements zu
verlagern
 die Flughäfen entwickeln sich zu neuen Wirtschaftszentren, die sich vom Funktionsangebot
der Innenstadt zunehmend abkoppeln
 Problem der zunehmenden Konkurrenz bzw Aufgabenverteilung zwischen Paris unud den
neuen Entwicklungszentren des Agglomerationsraumes

Zur Terminologie der US-amerikanischer Städte


 Unterteilung der städtischen Siedlungen in cities, towns, villages
→ bezogen aug den rechtlichen Status
→ geographisch wenig aussagekräftig
 Metropolitan Statistical Areas (MSAs): Stadt mit 50.000 – 100.000 Einwohnern
 Consolidated Metropolitan Statisticval Areas (CMSAs): mehr als 1 Mio. Einwohner
Berlin- Großstadt vor neuen Herausforderungen

 Anfang des 20. Jh.s. Berlins wirtschaftlichen Verflechtungen reichen weit über die nationalen
Grenzen hinaus
 dynamischer Industriestandort
 wichtiger Knotenpunkt im europäischen Verkehrsnetz
 Mitte des 20. Jh.s. Entwicklung wird schlagartig unterbrochen
→ Teilung als Folge des zweiten Weltkrieges (7.10.1949)

 Schwierigkeiten seine Bedeutung als Kultur- und Wirtschaftszentrum von internationalem


Rang aufrecht zu erhalten
→ Mauerbau (13.08.1961)
 (Mauerfall 9.11.1989), deutsche Wiedervereinigung (3.10.1990) & Öffnung der ehemaligen
Ostblöcke für den internationalen Handel
→ sprunghafter Anstieg der Verkehrsströme, insbesondere des Individualverkehrs mit dem
Auto bzw. LKW
→ Belastungen durch Unternehmerkonzepte, deren Lagerlogistik darauf abzieht, nur noch
kurzfristige Lagerbestände zu halten und den Nachschub an Gütern, Roh- und Hilfsstoffen
durch tägliche Zulieferungen auf die Straße zu verlagen (Just-in-time)
 Verkehr bricht in Stoßzeiten zusammen
 Einige Städte versuchen eine „Politik der autofreien Städte“ zu praktizieren und richten
autofreie Zonen ein
 „Park and Ride-Systeme“ : Autoströme in die Städte soll an der Periphere aufgefangen
werden
 Autobahn- und Straßennetz ist dem steigenden Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen
 Folgen: Lärm, Luftverschmutzung, Energieverbrauch, Unfälle, Stress
→ müssen von der Gesellschaft getragen werden → soziale Kosten
 Öffnung des europäischen Binnenmarktes droht in den nächsten 20 Jahren eine weitere
Verdopplung der Verkehrsströme, insbesondere in Ost-West-Richtung

- Berlin: Bundeshauptstadt und Sitz der Bundesregierung (20.6.1991)

 wichtigsten Aufgaben Berlins in den ersten Jahrzehnten des 21. Jh.s.:


→ den West- und Ostteil Berlins zu einer einheitlichen Stadt zusammenwachsen zu lassen
→ zwischen der Hauptstadt und dem Brandenburger Städtekranz sinnvolle funktionale
Verflechtungen herzustellen
→ Berlin als Hauptstadt und Metropole weiter zu stärken
→ die Hauptstadtregion so in das dezentrale Siedlungssystem Deutschlands mit seinem
ausgeglichenen Städtenetz eunzufügen, dass kein störendes Übergewicht der Metropole
entsteht
→ die Funktion Berlins als Brücke nach Osteuropa und Skandinavien

 Westteil vor der Wiedervereinigung: =„verlängerte Werkbank“ Westdeutschlands mit


niedriger Facharbieter – und Innovationsdichte
 nach der Wende: Abhängigkeit von Subventionen und fehlender Verflechtungen mit
regionalen Zulieferern
 Zustand der ostdeutschen Wirtschaft ebenso problematisch
 sei 1990 ¼ aller Stellen im öffentlichen Dienst abbgebaut worden
 Arbeitslosenquote stieg von 10,6 % im Jahr 1991 auf 19,4 % Mitte 2005
 unterschiedliche, widersprüchliche Entwicklung einzelner Stadtteile → sozialer Polarisierung
 Berlin als Hauptstadt und Metropole muss gestärkt werden → ohne Entstehung eines
störenden Übergewichts der Metropole in das dezentrale Siedlungssystem Deutschlands

Berlin – Marzahn
 Probleme:
→ leerstehende Wohnungen, Kosten, Wertverfall, Image der Stadt
 Zwänge
→ Vermietung, Kosten, Einheitliches Stadtbild (Angleichung)
 Maßnahmen:
→ Rückbaumaßnahmen, Abriss, Sanierung
 Perspektive:
→ Attraktivität durch großzügige Dachterassen, attraktive Grundrisse, Angleichung der
Lebensqualitäten (Ost/West), Mietpreise, Zuwanderung

Berlins Gestaltung zur Hauptstadt


 Probleme:
→ unterschiedliche Entwicklungen im Osten und Westen, finanzielle Probleme, hohes
Verkehrsaufkommen
 Ziele:
→ Bereitstellung von Geldern für Regierungsinstitutionen, Aufhebung der unterschiedlichen
EW Ost/West, Renovierung von öffentlichen Gebäuden, Gestaltung von Grünflächen,
Befreiung von Sozialistischen (Plattengebäude)
 Maßnahmen:
→ Verschönerung des Erscheinungsbildes, Ausbau der Infrastruktur, funktionale Aufwertung
 Perspektive: Tourismus, Verjüngung, Image-Aufwertung

Wirtschaftsstandort Berlin
 vorangekommen beim Umbau seiner Wirtschaftsstruktur
 insbesondere im privaten Dienstleistungsbereich (50%)
(einschließlich im bereich Handel, Banken und Versicherungen, Verkehr und Nachrichten)
 Konzentration auch auf eine moderne und leistungsfähige industrielle Fertigung
(als Anker für den wachsenden Bereich produktionsnaher Dienstleistungen)
 Berlin besitzt herausragende Wissenschafts, Forschungs – und Entwicklungslandschaft
 besondere Perspektiven bieten:
→ Informations – und Kommunikationstechnik
→ Bio – und Medizintechnik
→ Verkehrstechnik
=> Kompetenzzentrum auf diesen Gebieten = wichtigste wirtschaftspolitische Ziel
 deutschlandweit sehr hohe Arbeitslohenquote
 BIP sehr niedrig, stabilisert sich langsam wieder
 Berlin stark verschuldet

Ausbau der Verkehrsinfrastruktur – Grundlage für die Regionalentwicklung


Verkehrsplanung in Berlin nach der Wiederverinigung ist auf die Überwindung zweier
elementarer Nachteile ausgerichtet, die sich nach 1945 ergeben haben:
 Teilung der Stadt und damit auch der innerstädtischen Verkehssnetze
 Abtrennung von den internationalen Verkehrsnetzen

weitere Herausforderungen
→ Zunehmende Verkehrsaufkommen
→ steigende Ansprüche an die Umweltverträglichkeit
→ höheres Maß an Effizienz und Wirtschaftlichkeit aus finanziellen Gründen

Neue Leitlinen: Ziele des Stadtentwicklungsplans Verkehr


Forderungen:
 konsequenten Vorrang des Bestandserhalts & Qualifizierung der vorhanden
Verkehrsnetze vor Infrastrukturerweiterungen
 bessere Ausnutzung der großen Kapazitätsreserven in der Verkehrsinfrastruktur
durch intelligente Organisation und Verkehrstelematik (Palnung)
 viel größere Beachtung des vernachlässigten nichtmotorisierten Verkehrs
 stärkere Bemühung um Vermeidung zusätzlichen Verkehrs

=> Leitlinien bedeuten eine deutliche Gewichtsverschiebung gegenüber der bisherigen


Verkehrspolitik

Pilz-Konzept
 Trasse der alten Stdtbahn wird ausgebaut → Ost-West-Verkehr
 fehlende Nord-Süd-Verbindung entsteht völlig neu
→ im zentralen Bereich der Stadt durch einen aufwändigen Tunnel geführt
→ vierspurige Straße, U-Bahn
 Schnittpunkt beider Achsen:
→ Lehrter Bahnhof als neuer zentraler Großbahnhof Berlins
→ Kreuzungspunkt von ICE-Strecken
 Ausbau des Schienennetzes
 Funktion des Bahnhofs wird verändert
 beseitigt die Probleme des früheren Systems der Kopfbahnhöfe, das zu einem Anstieg des
innerstädtischen Verkehrs geführt hatte

Der Lehrter Bahnhof als Teil der Regionalentwicklung


 Entwicklung Berlins zur europäischen Wirtschaftsmetropole → Steigen des
Fahrgastaufkommens
 neue Bahnhof
→ Nord-Süd-Verbindung auf geradem Weg durch die Stadt
→ Beseitigt die Probleme des früheren Systems der Kopfbahnhöfe
 Stadtbahnviadukt (Brücke)
→ Ost-West-Verbindung
=> neuer Bahnhof als Schnittpunkt der beiden Hauptverkehrsachen zur wichtigsten
Bahnstation der Stadt

Berlin/Brandenburg
 Verflechtungen regional weit entwickelt, in das brandenburgische Umland hinein
→ mehr Baugrund zu günstigeren Bodenpreisen
→ Suburbanisierungsprozess
 Verhinderung von Fehlentwicklungen = Aufgabe der Raumplanung (Umsetzung, Erreichung
des Ziels)
 Leitidee für die Region Berlin/Brandenbrug ist das Prinzip der dezentralen
Konzentration(Entlastung Berlins)
 Ausbau und die Funktionsstärkung von Mittelstädten im „Brandenburgischen Städtekranz“
→ Raumordnung (Planung des Raums, wie er sein soll)→ Steuerung des
Suburbaniserungsprozesses (im Sinne des Konzeptes der zentralen Orte und der
Entwicklungsachsen)
 Zwischen Mittelzentren sollen Freiräume gesichert werden → sollen den Hauptstädtern eine
naturnahe Erholung ermöglichen, Existenzgrundlage einer leistungsfähigen Landwirtschaft,
Versorgung Berlins
 Trinkwasserversorgung → im Berliner Raum müssen entsprechende Schutzgebiete
freigehalten werden
 Entsorgung von Abwasser und Abfall
 Bereitstellung von Energie
=> enge Zusammenarbeit innerhalb der Region Berlin/Brandenburg
 Das Konzept der dezentralen Konzentration unterscheidet für Brandenburg zwei Teilräume:
→ der „negere Verflechtungsraum“ (der neu entstandene „Speckgürtel“)
= Ausgleichs-, Entlastungs- und Ergänzungsfunktionen für die Hauptstadt
→ „Äußere Entwicklungsraum“ (Regionen wie Prignitz, Uckermark, ist durch
Strukturprobleme unud Abwanderung junger Menschen gekennzeichnet)
= gezielte Förderprogramme zur Erhaltung industrieller Kerne und zur Bewahrung ländlicher
Areale als wertvolle Natur-, Erholungs- und Kulturlandschaften

Städtekranz und regionale Entwicklungszentren


 Städtekranz: Gruppe von Städten, die eine stabilisierende Rolle im äußeren
Entwicklungsraum wahrnehmen sollen
 Anbindung an Berlin verbessert → Erreichbarkeit an den engeren Verflechtungsraum
herangerückt
 Gleichzeitig sollen die Oberzentren Magneten für weitere öffentliche und private
Investitionen sein
=> Städte des Städtekranzes = Stabilisatoren der Raumentwicklung im äußeren
Entwicklungsraum
=> Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse
 ergänzt wird der Städtekranz durch die Regionalen Entwicklungszentren des äußeren
Entwicklungsraumes

Einbindung Berlins in das Netz europäischer Metropolen


 Deutschland: Sieben Metropolregionen von europäischer Bedeutung (Berlin/Brandenburg,
Hamburg, München,Rhein-Ruhr, Rhein-Main, Stuttgart, Sachsendreieck)
=> „Räumliche und funktionale Standorte, deren herausragende Funktionen im
internationalen Maßstab über die nationalen Grenzen hinweg ausstrahlen“
=> Diese Metropolen sollen als „Motoren der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen
und kulturellen Entwicklung die Leistungs – und Konkurrenzfähigkeit Deutschland und
Europas erhalten und dazu beitrageb, den europäischen Integrationsprozess zu
beschleunigen“
 Berlin: Als Folge der deutschen Teilung hat Berlin den überwiegenden Teil seiner
metropolitanen Funktionen im nationalen Kontext verloren, z.B. im Banken-, Medien- und
Industriesektor
 Nach dem zweiten Weltkrieg und der Teilung bestanden diese Funktionen nur noch im
Oststeil Berlins
 Aus dem Weststeil wurden sie wegen der geopolitischen und peripheren „Insellage“ nach
Westdeutschland verlagert
 Ausbau der Metropol- und Brückenfunktion Berlins ist eine Aufgabe auf lange Sicht
→ zur Stärkung der Region in ihrer europäischen Mittellage
→ Ausbau der Kontakte mit den Mittel- und Osteuropäischen Staaten
→ Vorausssetzung schaffen, dass auf allen Ebenen wissenschaftliche und wirtschaftliche,
aber auch andere gesellschaftliche Funktionen nach Berlin gezogen werden können
Ausbau der überregionalen Verkehrsnetze
 EU-Osterweiterung & die damit verbundene Integration der Wirtschaftsmräkte lässt einen
weiteren Schub im grenzüberschreitenden Verkehr erwarten
(wie auch bei der EU-Süderweiterung in den 80er Jahren, der EU-Norderweiterung in den
90er Jahren)
 Innerhalb der nächsten 15 Jahren → Verdopplung der grenzüberschreitenden
Gütertransporte, auch Zunahme des Personenverkehrs
 großräumige Eisenbahnnetz: Schwerpunkt beim Ausbau der Verbindung Berlin-Frankfurt
(Oder) – Richtung Warschau auf 160 km/h
=> Verbesserung der Verbindungsqualität (Reisezeit von 35min im hochwertigen
Fernverkehr für den Teilabschnitt zwischen berlin und Frankfurt (oder)
 Parallel: Verbesserung der Anbindung der Zentren im äußeren Entwicklungsraum im
Regionalverkehr
 Erschließungsdefizite in das südöstliche Europa: fehlende Ausbauentscheidungen für die
Eisenbahnlinen Berlin-Cottbus-Forst/Görlitz
 Ebenso Berlin-Szczecin/Stettin
 Weitere Voranschreitungen im Straßenbau
→ Instandsetzung und Modernisierung des Autobahnnetzes => Fernerreichbarkeit im
Individualverkehr

Zentralismus und Zentralität in Frankreich


 Metropole überragt alle anderen Städte an Bevölkerungszahl, Wirtschaftskraft,
administrativem und politischem Gewicht
 Frankreich: streng hierarchische Aufbau von der Regierung in Paris über die Departements
bis hin zur beinahe machtlosen Gemeinde
 Zentralmacht ist bestrebt, die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen
Entscheidungsorgane im ganzen Lande zu kontrollieren
 Zentralismus: Dominanz eines zentralen Ortes, ein Prozess, der in alle Bereiche eindringt
und der deshalb als „staats-organisatorisches Leitprinzip“ bezeichnet werden kann
Zentralismus als Leitprinzip
 Paris als Schwerpunkt von Politik, Kultur, Handel, Finanzen, Transport, Tourismus, als eine
der tonangebenden Weltstädte
 abruptes Gefälle von der Metropole zu den folgenden Städten
 Von der Metropole ausstrahlende Haupttransportachsen, die das Land in darauf
ausgerichtete, sternförmige Sektoren aufteilen (geringer räumlich-zeitlicher Abstand zu
Paris)
 Persistenz des Zentralismus (wirtschaftliche Dominanz der metropole, noch die Macht der
etablierten Zentralbürokratie konnten abgebaut werden)
Gründe:
 die mit dem Wachstum von Bevölkerung und Wirtschaft immer weiter expandierenden
Zentralbürokartie in Paris
 die Herausnahme der Energieversorgung aus jeglichem Dezentralisierungsansatz wegen
„nationaler Interesse“
 die Steuerung aller großen Unternehmen von Paris aus mit der Folge einer Konzentration
des gehobenen Tertiären Sektors dort
 der stetige Gewinnabfuss aus der „Provinz“ ins Zentrum, damit verbunden die Dominanz
von Bankwesen und Börse in der Hautpstadt

Raumwirksamkeit globaler Zusammenarbeit in Abhängigkeit von soziokulturellen


Rahmenbedingungen
 Zielsetzungen von Wirtschaftsbündnissen
Regionale Wirtschaftsbündnisse
- Weltwirtschaft durch drei große regionale Kooperationen gekennzeichnet: die Europäische
Union, den nordamerikanischen und den asiatischen Wirtschaftsraum
 Neben der Europäischen Union gibt es folgende wichtige Wirtschaftskooperationen:
ASEAN (Association of South East Asian Nations)
APEC (Asia-Pacific Economic Cooperation)
NAFTA (North America Free Trade Agreement)
MERCOSUR (Mercado Común del Cono Sur)
ECOWAS (Economic Community of West African States)
Ziele
 Förderung der regionalen Kooperation und der Stärkung der wirtschaftlichen und sozialen
Stabilität
 Liberalisierung des Handels, stärkere Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet,
Errichtung eines multilateralen Handelssystems zwischen den Mitgliedstaaten
 Abbau von Handelshemmnissen, Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Partner, Schaffung
neuer Arbeitsplätze und eine nachhaltige Umweltpolitik

→ Schaffung einer Freihandelszone


→ Schaffung eines gemeinsamen Binnenmarktes

Transnationale Bedeutung von Sonderwirtschafts- und von Freihandelszonen

Zusammenwachsen oder Desintegration von Räumen aufgrund politischer Vorgaben


und kultureller Prägung
 Transformationsprozesse im Osten Europas
Bedeutung von Transformation
- allgemein: Umgestaltung des gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Systems
eines Landes; wirtschaftlich: Umwandlung von der Zentralverwaltungswirtschaft
(Planwirtschaft) in eine Marktwirtschaft

Zusammenbruch der Sowjetunion und der Auflösung dessowjetisch dominierten „Rates für
Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW)
→ Ziel der Länder in Mittel-, Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa: radikale Umgestaltung ihrer
Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung
→ Bezeichnung der Länder: Transformationsländer, Reformländer, MOE-Staaten (Mittel- und
Osteuropa), GUS(Gemeinschaft unabhängiger Staaten → 12 Mitgliedstaaten, 3 batische
Staaten)
 Transformation hin zu einer Dinestleistungsgesellschaft
 Transformation verlief in den einzelnen Staaten mit unterschiedlicher Intensität und
unterschiedlichem Zeithorizont
 Anfangsphase: De-Industrialisierung und Entstaatlichung des Arbeitsmarktes (fast überall)
→ Folgen waren: Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten, hohe Arbeitsloigkeit, hohe
Inflationsraten bis hin zur Hyperinflation
 Privatisierung der Industrie verlief zum Teil nur schleppend oder mit schweren
wirtschaftlichen Verwerfungen
 krasses Beispiel: die Umwandlung von russischem Staatsbesitz in Aktiengesellschaften
→ Betriebsangehörige, die Anteilsscheine erhalten hatten, verkauften diese später an
Wirtschaftsführer (Oligarchen), die neue Wirtschaftsimperien aufbauten
 Kritik: Schocktherapie in den Transformationsländern → Lösung von zu vielen Problemen auf
einmal
→ keine Rücksichtnahme auf die Befindlichkeit der Bevölkerung (Wertvorstellungen,
Normen, ideologische Erziehung)
=> Widerstand gegen die Reformprogramme
=> Gesellschaftliche Transformationsprozesse erfordern einen längeren Zeitraum

Agrarsektor
 tiefgreifende Wandlungen von der Kollektiv- zur Marktwirtschaft (außer Landwirtschaft in
Polen = nicht kollektiviert)
 Rückgang der Agrarproduktion und der Einkommen der Landwirte in der ersten Hälfte der
1990er-Jahre
→ Preisfreigabe, Subventionsabbau und geringere Kaufkraft der Bevölkerung
 Im Rahmen der Privatisierung erhielten in einigen Ländern Alteigentümer ihre Flächen
zurück (Restitution)
→ z.T. Wurden überdimensionierte Großbetriebe in kleinere Einheiten aufgeteilt und in eine
neue Eigentumsstruktur überführt

 Andere Transformationsprozesse wie Direktinvestitionen, Gründung von Banken und


(ausländischen) Industriebetrieben waren in den meisten Reformländern schnell erfolgreich
 Weißrussland oder Moldawien = kaum wirtschaftlicher Fortschritt
 Länder, deren Transformationsanstrengungen am weitesten fortgeschritten waren, wurden
in die EU aufgenommen

Transeuropäisches Verkehrsnetz
 Verdopplung des Verkehrsaufkommen in der EU, insbesondere durch die Osterweiterung der
EU bedingte Lkw-Verkehr in Ost-West-Richtung
 Transitländer in Mitteleuropa wie z.B. Deutschland sind besonders betroffen
 Streckenstill-Legungen → prozentuale Anteil des Güterverkehrs auf der Bahn
zurückgegangen
 Gewährleistung des schnellen Personen- und Güterverkehrs → Vernetzung der europäischen
Regionen bis 2020
→ Ausbau der Straßen, Eisenbahnhochgeschwindigkeitsstrecken, Binnenwasserstraßen,
Häfen, Flughäfen, kombinierte Verkerhs Schiene/Straße
 zur Ergänzung 10 Paneuropäische Verkehrskorridore
 Meeresautobahnen, d.h. Seeverbindungen zwischen mindestens zwei mitgliedsstatten
→ bessere Anbindung peripherer Räume & Entlastung der Verkehrskorridore auf dem Land
Beispiel: zwischen Spanien, Frankreich und Italien den Frachtverkehr über die Pyrenäen und
Alpen verringern

Europäische Union
 Überwindung der nationalistischen Gegensätze
 Sicherung des Friedens durch eine organisierte Einigung Europas
Die Vertreter dieser Europa-Idee argumentierten:
 Das System souveräner Nationalstaaten in Europa sei auf Dauer nicht in der Lage,
zwischenstaatliche Konflikte gewaltfrei zu lösen
 größerer Wohlstand sei erst durch die ungehinderte Entfaltung der Produktionsfaktoren in
einem einheitlichen Wirtschaftsraum möglich
 angesichts der dominierenden Stellung der beiden Weltmächte USA und Sowjetunion könne
nur ein Vereinigtes Europa die Interessen der europäischen Länder wirksam vertreten

 27 Mitgliedsstaaten
 17 Staatssprachen
 Beitrittskandidat: Türkei, Kroatien, Mazedonien
 Gründungsstaaten, 1951: DE, Frankreich, Italien, Niederlande, Brüssel, Luxemburg

 Binnenmarkt funktioniert nach dem Prinzip der „vier Freiheiten“; der Reisefreiheit, der
Handelsfreiheit für Waren und Dienstleistungen“, Freiheit im Kapitalverkehr
→ Voraussetzung ist die gegenseitige Anerkennung von Rechts- und
Verwaltungsvorschriften
 Privatpersonen können in einem anderen EU-Land wohnen, arbeiten und studieren
 Ausgenommen sind Beamte, die hoheitliche Aufgaben erfüllen (Polizei, Finanzverwaltung)
 Grundprinzipien des Europarates:
→ Menschenrechte, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit
Die EU als „Global Player“
„Global Player“
 Weltkonzern, umgangssprachlich auch Multi; kapitalstarkes international tätiges
Großunternehmen mit Tochtergesellschaften in anderen Ländern, global-strategisches
Unternehmen für produktion und Absatz

 EU = größte Handelsmacht der Welt (20% Anteil an den Weltein-und-ausfuhren)


 Abbau von Handelshemmnissen
→ Aufhebung von Handelszöllen zwischen den Mitgliedsstaaten
→ Vereinheitlichung der Zölle gegenüber den Einfuhren aus Drittländern

=> einheitlicher Wirtschaftsraum, nur ein Einfuhrzoll => viele Abnehmer, sehr großer Markt,
große Kaufkraft & Wirtschaftsleistung, dank des zunehmenden Wettbewerbs profitieren
Verbraucher von niedrigen Preisen und einem verbesserten Verbraucherschutz

Kennzeichen für eine bedeutende internationale Rolle


=> überdurchschnittliche Wirtschaftskraft, Führungsposition im Welthandel, Kapitalbildung
=> große Bevölkerungszahl, hohes Bildungsniveau, gut ausgebaute Infrastruktur
=> attraktives Gesellschafts- und Wertesystem
(Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges herrscht Frieden zwischen den Mitgliedsstaaten)
=> Fähigkeit zur Bildung von Allianzen und Verflechtungen
=> Fähigkeit, sich für die weltpolitische Ziele einzusetzen
(drei große globale Herausforderungen: Kampf gegen Armut, Fortschritte im Klimaschutz und
Unterstützung für die Beilegung von Konflikten sowie Frieden schaffende Initiativen)
=> Bekämpfung der Armut
=> Klimaschutz
=> Beilegung von Konflikten

EU-Beitritt der Türkei


 Beitrittsantrag wurde aus politischen Gründen abgewiesen
 Gründe:
→ Schwäche der demokratischen Institutionen, der große politische Einfluss des Militärs, die
Diskriminierung der Kunden und Menschenrechtsverletzungen
→ Modernisierungsrückstand, schlechten makroökonomischen Rahmendaten (extrem hohe
Inflation)
 Eine um die Türkei erweiterte EU hätte eine gemeinsame Grenze mit Syrien, dem Irak und
Iran sowie den Kaukasusrepubliken und stieße somit an einen weltpolitischen Krisenbogen
 Religion = kein Ausschlusskriterim, jedoch Zweifel gegenüber der islamischen Prägungen
des Landes

 Europäische Raumordnungsmodelle, u. a. die „Blaue Banane“ (nur LK)


Oberstes Ziel:
 Schaffung von Chancengerechtigkeit und gleichwertigen Lebensverhältnissen in allen
Teilräumen
 Gleichwertigkeit = nicht identische Lebensverhältnisse an jedem Ort, sondern lediglich
Zugang zu Leistungen und Einrichtungen der Daseinsfunktionen
 Konzentration auf Westeuropa → monozentrische Raumentwicklung → Versträkung
räumlicher Disparitäten
→ polyzentrische Entwicklung, d.h. Weitere Regionen müssen an die Kernzone herangeführt
werden

- Goldene (Gelbe) Banane: Erstreckt sich um den nordwestlichen Mittelmeerraum und ist so
eine Raumerweiterung zur „Blauen Banane“
- Blaue Banane: Modell des Franzosen Roger Brunet von 1989, der Europa in Aktiv- und
Passivräume untergliedern wollte. Die „Blaue Banane“ ist ein europäischer Großraum, der sich
vom nördlichen England bis nach Norditalien erstreckt und eine zentrale Rolle einnimmt, vor
allem in der Wirtschaft.
- Europäisches Pentagon: London-Paris-Mailand-München-Hamburg
- Sunbelt Europas: Gebiet mit Wachstumsindustrien, Tourismus und Zuwanderung im
nordwestlichen Mittelmeerraum