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Rituale im VCP

Eine Reflexion im Stamm/vor Ort


Inhaltsverzeichnis  — 

Vorwort ................................................................................................................................................................ 4

Rituale – Ein Überblick ...................................................................................................................... 5


1.1 Definition.................................................................................................................................................. 6
1.2 Merkmale von Ritualen.............................................................................................................................. 6
1.3 Funktion von Ritualen................................................................................................................................ 8
1.4. Ritualtypen .............................................................................................................................................. 8
1.5 Bewertung von Ritualen........................................................................................................................... 10

Rituale – in deinem Stamm.......................................................................................................... 11


2.1 Bestandsaufnahme der Rituale im Stamm ................................................................................................ 12
2.2 Reflexion der Rituale im Stamm ............................................................................................................... 12
2.3 Einführung von Ritualen........................................................................................................................... 13
2.4 Umgang mit schlechten Ritualen.............................................................................................................. 14
Rituale im VCP

2.5 Weitergabe von positiven Ritualen............................................................................................................ 15


Literaturverzeichnis:............................................................................................................................................ 16
Kontakt .............................................................................................................................................................. 18
Bildnachweise .................................................................................................................................................... 18
Impressum ......................................................................................................................................................... 18

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Vorwort
Rituale spielen seit jeher eine große Rolle im
menschlichen Zusammenleben. Auch im VCP
sind sie sehr bedeutsam. Sie prägen den Grup-
penalltag, helfen das Stammesleben zu gestalten
und sind auf Landes- und Bundesebene das ver-
bindende Element, wenn VCPerinnen und VCPer
aus den verschiedenen Regionen zusammenkom-
men.

Manche Rituale sind uns schon so vertraut, dass


uns manchmal nicht mehr bewusst ist, dass es
sich hierbei um ein Ritual handelt. Mitunter lösen
Rituale Irritationen aus, wenn neue Pfadis in eine
Gruppe oder einem Stamm kommen. Manchmal
müssen Rituale neu initiiert werden, wenn sich
eine Gruppe oder ein Stamm neu gründet.

Wir wollen mit dieser Handreichung unsere Ritu-


ale im VCP in den Fokus zu rücken und an die
Bedeutung von Ritualen zu erinnern. Gleichzeitig
wollen wir überprüfen, wo Rituale in der eigenen

Rituale im VCP
Gruppe und im eigenen Stamm existieren.

Als Einstieg in das Thema bietet diese Handrei-


chung zunächst einen theoretischen Überblick
über Rituale, in dem Merkmale, Funktion und
Typen von Ritualen beschrieben werden.

Kapitel drei gibt Anregungen, eure Rituale in


eurem Stamm näher anzusehen. Welche Rituale
habt ihr? Wie bewertet ihr diese? Wo fehlen euch
Rituale? Wie geht ihr mit »schlechten« Ritualen
um?

Mit dem vorliegenden Heft erscheint auch die


Handreichung »Übergangsrituale im VCP«. In die-
ser findet sich eine Sammlung von bewährten
Ritualen aus dem VCP zur Gestaltung von Über-
gängen.

Wir wünschen euch im Stamm/Ort gute Gesprä-


che und Impulse für eure Arbeit.

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Rituale – Ein Überblick

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Rituale im VCP

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1 — Rituale – Ein Überblick

1.1 Definition
Alle kennen Rituale. Alle leben sie – zuhause, in
der Schule, im Stamm. Aber was genau ist ein
Ritual?

Das Wort Ritual lässt sich sowohl aus dem indo-


germanischen »rta« als auch aus dem lateini-
schem »ritus« ableiten. »rta« bedeutet so viel wie
»zugehörig« oder »passend«; »ritus« bezeichnet
einen religiösen Brauch.

Der religiöse Brauch war lange Zeit die Hauptbe-


deutung des Begriffes. Das Wort »Ritual« wurde
bis in die 70er Jahre als »institutionell festgelegte,
tendenziell statische, feierliche und verbindliche
religiöse Handlung bestimmt«.1

Erst ab Mitte der 70er Jahre erfährt der Begriff Abb. 1: Das Begrüßen mit der linken Hand verbindet Pfadis weltweit
eine Erweiterung seiner Definition. Nun sind damit
nicht nur religiöse, sondern generell soziale Hand- Gruppe von Menschen durchgeführt wird. Not-

Rituale im VCP
lungen gemeint. Als ein Ritual wird heute eine wendiger Bestandteil hierbei ist die symboli-
regelmäßig wiederkehrende und nach festem sche Handlung. Denn dadurch erhält das Ritual
Muster ablaufende, meist formelle und oft feier- seine eigentliche, über das beobachtbare Ge-
liche, sichtbare wie erlebbare Handlung definiert. schehen hinausgehende Bedeutung.
Es ist eine »in den Alltag eingebettete symboli-
sche Handlung und unterstützt die soziale Ord- • Besondere äußere Umstände
nung.«2 Rituale sind oft an Orte und Räume gebun-
den: das Vaterunser wird im Gottesdienst
Sie sorgen innerhalb einer Gruppe für Sicherheit gebetet, das Stammeslied auf der Stammes-
und Stabilität und schaffen, wie das indogerma- versammlung gesungen und das Wolfsgeheul
nische Wort »rta« andeutet, ein Gefühl der Zuge- gibt es nur in der Gruppenstunde der Kinder-
hörigkeit und Gemeinschaft. stufe.
Neben den Orten spielen häufig auch eine
spezifische Kleidung und Sprache eine Rolle,
1.2 Merkmale ebenso wie bestimmte Bewegungen, Klänge
(Musik, Gesang, Geräusche) und Gestik. Auch
von Ritualen diese Merkmale sind uns im Pfadfinden be-
kannt: Wir treffen uns in Tracht und Halstuch,
Die folgenden Merkmale kennzeichnen Rituale: Pfadfinderinnen und Pfadfinder erkennen sich
untereinander an dem typischen Gruß, sie
• Handlung singen bestimmte Lieder, beim Singen von
Ein Ritual ist immer eine sichtbare und erleb- »Nehmt Abschied Brüder« kreuzt man die
bare Handlung, die von einzelnen oder einer Arme vor dem eigenen Körper und reicht so
seiner Nachbarin oder seinem Nachbarn die
1 Dücker (2007) S.15 Hand, deutsche Pfadfinderinnen und Pfadfin-
2 Dücker (2004a) S. 581f in Dücker (2007) S. 18 der zelten »schwarz«.

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Rituale – Ein Überblick — 1

Abb. 2: Schwarz zelten – Ein Ritual deutscher Pfadfinderinnen und Pfadfinder

• Ganzheitlichkeit stimmten Zweck. Bei einem Ritual geht es um


Rituale im VCP

Rituale vermitteln sich nicht nur über Sprache, mehr als um das, was man bei der Durchfüh-
sondern möchten den ganzen Menschen an- rung des Rituals sehen kann. Die Ausführen-
sprechen. So sprechen Rituale alle, zumindest den des Rituals vergegenwärtigen sich in der
meist mehrere Sinne gleichzeitig an und sind rituellen Handlung, was für sie von großer Be-
deshalb häufig mit Emotionen verbunden. deutung ist.
Dabei kann es sich um einen Wert wie Ge-
• Wiederholung meinschaft, Treue oder Fürsorge, um den
Rituale prägen sich leicht ein und sie leben von Glauben an einen Gott oder eine politische
der Wiederholung. Das Ritual wird zum Auto- Idee handeln. Rituale finden sich häufig in
matismus, sodass die Ausführenden sich nicht religiösen Kontexten wieder. Der Glaube ist
mehr auf die Ausführung des Rituals an sich etwas, was sich oft nicht erklären und nicht
konzentrieren müssen, sondern sich auf das fassen lässt. Rituale helfen den Glauben trotz-
Wesentliche und das Erleben des Rituals ein- dem auszudrücken und uns die Welt hinter
lassen können. dem, was wir sehen und beschreiben können,
zu eröffnen.
• Ordnung Eine Handlung ohne diesen tieferen Sinn, ist
Jedes Ritual hat einen bestimmten Aufbau und »nur« eine Gewohnheit. Eine Gewohnheit hat
festen Ablauf. Es sind Beginn, Dauer, Gestal- mit einem Ritual einen geregelten, wiederhol-
tungsform und Ende festgelegt. Dieser klare baren Ablauf gemeinsam, aber eine Gewohn-
Rahmen gibt den Teilnehmenden des Rituals heit wird ohne besondere Aufmerksamkeit,
Sicherheit und Orientierung. ohne Gefühlsbeteiligung und ohne bewusste
Bedeutung ausgeführt. Eine Gewohnheit ist im
• Sinndimension Gegensatz zum Ritual praktisch ausgerichtet
Unverzichtbares Element von Ritualen ist je- und nur zweckmäßig.
doch ihr Symbolgehalt. Jedes Ritual enthält
einen tieferen Sinn und dient einem ganz be-

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1 — Rituale – Ein Überblick

1.3 Funktion von Ritualen


• Förderung von Gemeinschaft und Gruppenzu-
sammenhalt
Rituale fördern den Zusammenhalt einer Grup-
pe. Rituale werden meist von einer bestimmten
Gruppe,wie Familie, Schulklasse, VCP Gruppe
gelebt und gepflegt. Diese Gruppe kennt den
Ablauf des Rituals und weiß um die Bedeutung,
die in dem Ritual steckt. Ein Ritual ist ein klei-
nes Gemeinschaftserlebnis, es schweißt die
Gruppe zusammen und fördert den Zusam-
menhalt. So tragen Rituale auch dazu bei, dass
ein Zusammenleben in der Gruppe funktionie-
ren kann.

• Vermittlung von Halt und Orientierung


Rituale strukturieren das Leben: das Tischge-
bet vor dem Mittagessen, der Abschiedskuss, Abb. 3: Ein Ritual schweißt zusammen
bevor man das Haus verlässt, die Andacht zu
Beginn einer Tagung, das Stammeslied vor der Rituale sind häufig in Krisensituationen zu

Rituale im VCP
Stammesversammlung, die Abendrunde auf finden, in Zeiten der Trauer und Angst. Ritu-
dem Lager, der Besuch der Passionsandach- ale helfen uns, uns zu verhalten, mit Krisen­
ten in der Fastenzeit, das Plätzchenbacken vor situationen zurechtzukommen und mit Exis-
Weihnachten … Rituale führen uns durch den tenzängsten umzugehen.
Alltag und das Jahr. Sie zeigen uns, wann et-
was »dran« ist, sie helfen uns, in Anfangssitua-
tionen anzukommen, sie helfen uns, Abschied 1.4. Ritualtypen
zu nehmen. Mit Hilfe von Ritualen können wir
ausdrücken, wofür uns sonst die Worte fehlen Je nach Umfeld und Situation lassen sich in Alltag
würden. und Praxis eine Vielzahl an unterschiedlichen Ritu-
Rituale helfen uns bei der Orientierung in der alen in ihrem Typ und ihrer Funktion unterscheiden.
hochkomplexen Welt. Sie machen uns das Le- Im Folgenden sollen drei Arten von Ritualen vor-
ben einfacher, weil sie uns Verhaltensmuster gestellt werden, die im pfadfinderischen Alltag von
für bestimmte Situationen vorgeben und Alter- besonderer Relevanz sind. Dabei wird auf die Über-
nativen einschränken. gangsrituale etwas näher eingegangen, sie spielen
im pfadfinderischen Leben eine besondere Rolle
• Ausbildung von Werten und Normen und sind Schwerpunkt der Handreichung »Rituale
In Ritualen leben alte Gebräuche und Traditio- im VCP. Gestaltung von Stufenübergängen.«3
nen über Generationen hinweg. Auf diese Wei-
se tragen sie dazu bei, Werte und Normen aus- • Alltagsritual
zubilden, an denen wir uns in unserem Leben Bei dem wohl am häufigsten anzutreffenden
orientieren können. Rituale tragen dazu bei, Ritual handelt es sich um das Alltagsritual.
unsere Traditionen zu pflegen. Es wird täglich, oder zumindest regelmäßig

• Auseinandersetzung mit Grundfragen mensch- 3 Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (2016).
licher Existenz ermöglichen Rituale im VCP. Gestaltung von Stufenübergängen. Kassel

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Rituale – Ein Überblick — 1

Abb. 4: Die Weitergabe des Friedenslicht – ein besonderes Ereignis im Pfadijahr

durchgeführt. Im Gruppenalltag können dies und etwas Neues im Leben zu begrüßen. Es


Rituale im VCP

Rituale zur Begrüßung oder Verabschiedung geht um die Würdigung und Anerkennung des
oder Tischrituale sein. Alltagsrituale gestalten Zustands der Veränderung. Im pfadfinderi-
das Zusammenleben im Alltag harmonischer, schen Alltag gestalten und feiern wir Übergän-
schaffen Entspannung und geben ein größeres ge zwischen den Stufen. Ein Kind wird Jung-
Gefühl von Sicherheit. pfadfinder, eine Pfadfinderin Ranger. Jeder
Übergang bedeutet für die Kinder und Jugend-
• Rituale zum Kirchenjahr/Jahreskreis lichen einen neuen Abschnitt im »Pfadfinder-
Andere Rituale begegnen uns nicht täglich, leben«, der mit neuen Abenteuern und Heraus-
sondern nur einige Male, oft nur einmal im forderungen verbunden ist.
Jahr. Dazu gehören die Rituale zu den Feiern Veränderungen im Leben lösen oft Unsicher-
im Kirchenjahr wie Ostern, Pfingsten oder heiten oder gar Ängste aus. Man verlässt Ver-
Weihnachten, aber auch Feste wie Geburtsta- trautes, Bekanntes und kommt in eine neue
ge und andere Gedenktage. Die Rituale im Jah- Situation mit unbekannten Menschen und
reskreis geben uns eine Struktur im Jahr und Herausforderungen. Zwischen diesen beiden
schenken uns Zeiten zum Freuen und Feiern, Abschnitten herrscht eine Art undefinierter
Zeiten für Trauer und Zeiten zur Besinnung. Zwischenzustand. Diesen Zwischenzustand
zu überwinden helfen Übergangsrituale. Nach
• Übergangsrituale dem Ethnologen Arnold von Gennep teilen sich
Übergangsrituale sind bewusste Handlungen, Übergangsrituale in drei Phasen:
die den Zeitpunkt einer Veränderung im Leben
markieren. Zu den Übergangsritualen gehören 1. Ablösung (vom Alten)
die bekannten Feiern aus unserem Leben: Ein- 2. Übergang (Wandlung)
schulung, Konfirmation, Schulabschlussfeier, 3. Angliederung (Neubeginn)
Hochzeit, Ausstand beim Wechsel der Arbeits-
stelle. Es handelt sich dabei jeweils um eine Am Beispiel des Stufenübergangs sollen die
bewusste Entscheidung, etwas loszulassen Phasen verdeutlicht werden: Die Phase der

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1 — Rituale – Ein Überblick

Ablösung ist die Verabschiedung aus der alten Gruppe gestärkt. Bedenklich ist es allerdings,
Gruppe. Die Pfadfinderin oder der Pfadfinder, wenn Mitglieder, die eigentlich zur Gruppe ge-
die oder der übertritt, sagt »Tschüss« und wird hören, im Unwissen gelassen werden und so
von seiner alten Gruppe symbolisch auf den zu Außenseitern gemacht werden. Die »Wis-
Weg geschickt. Die Phase des Übergangs ist senden« machen sich so zur »Elite«, die sich
der eigentliche Übertritt von der einen Stufe in über die anderen erhebt.
die andere Stufe. In vielen Übergangsritualen
gestaltet sie sich so, dass die oder der Über- • Rituale ganz bewusst negativ eingesetzt wer-
tretende einen bestimmten Weg zurücklegen den. Es gibt Situationen, in denen Rituale als
oder eine Aufgabe erfüllen soll. Die Angliede- Machtmittel missbraucht werden, etwa um zu
rung ist das Ankommen in der neuen Gruppe. disziplinieren, zu reglementieren, zu manipulie-
Das Kind, die oder der Jugendliche bekommt ren und soziale Kontrolle auszuüben.
das neue Halstuch verliehen und legt das Ver-
sprechen ab. Die »schlechten« Rituale sind oft nicht einfach
Jede Phase wird eigens gestaltet. Konkretere zu erkennen, denn oft tarnen sie sich als »Spaß«.
Hinweise hierzu findet ihr in der Handreichung Man kennt vielleicht solche Ritualen von Schulen,
»Übergangsrituale im VCP«. an denen die »kleinen Neuen« von den »großen
Alten« Angst eingejagt bekommen und beispiels-
weise in eine Mülltonne gesteckt werden – erst
1.5 Bewertung dann gehören sie dazu.

Rituale im VCP
von Ritualen Die Presse berichtet regelmäßig von regelrechten
Gewaltritualen in Jugend- und Sportverbänden.
Rituale stiften und erhalten Gemeinschaft, sie Im Dezember 2014 berichtete die Süddeutsche
geben uns Orientierung und Halt, sie ermöglichen Zeitung von einem Fall »des Pflockens« in einem
spirituelle Erfahrungen, helfen Krisen und Verän- Sommerlager eines großen Pfadfinderinnen- und
derungen zu durchleben. Rituale sind wichtig und Pfadfinderverbandes. Kinder und Jugendliche
wertvoll. Alle Menschen brauchen Rituale. werden dabei von den Gruppenleitungen »ausge-
guckt« und mit gespreizten Armen und Beinen auf
Es gibt Situationen, in denen die positiven Aspekte den Boden »gepflockt«. Dann wird das Opfer aus-
eines Rituals nicht mehr wirken oder sich gar ins gekitzelt, mit Filzstiften bemalt oder mit Wasser
Negative verkehren. Dies ist der Fall, wenn: übergossen.

• Rituale nur durchgeführt werden, weil »es im- Mit Sicherheit war der berichtete Fall ein Einzelfall,
mer schon so gemacht« wurde. Aber niemand denn darüber dass »Pflocken« ein absolut demüti-
weiß mehr, warum ein Ritual eingeführt wor- gendes und grenzüberschreitendes Verhalten ist,
den ist und welcher Sinn dahinter steht. So herrscht inzwischen in allen Pfadfinderinnen- und
wird das Ritual von den Ausführenden nur Pfadfinderverbänden Konsens.
noch lustlos ausgeführt und eventuell sogar
als lästig empfunden. Die Grenzen zwischen scherzhaft gemeinten
• Rituale, die nur von »Eingeweihten« verstanden Ritualen und demütigenden und verletzenden
oder praktiziert werden. Dies führt zur Aus- Ritualen sind jedoch oftmals fließend. Deshalb
grenzung und Beherrschung »Unwissender«. müssen Rituale ab und zu kritisch hinterfragt wer-
Manchmal ist eine Abgrenzung gegenüber an- den. Entscheidend bei der Reflexion ist die Frage
deren durchaus – und auch im positiven Sin- nach ihrer Funktion: Warum wird ein Ritual durch-
ne – gewollt, denn so werden die Integration geführt? Welcher Zweck wird mit dem Ritual ver-
nach innen und das Gemeinschaftsgefühl der folgt? Wird dieser Zweck erfüllt?

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Rituale – in deinem Stamm

2
Rituale im VCP

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2 — Rituale – in deinem Stamm

2.1 Bestandsaufnahme
der Rituale im Stamm
In diesem Kapitel soll es darum gehen, die Ritu-
ale, die ihr in eurem Stamm pflegt, genauer zu
betrachten und kritisch zu reflektieren. Dazu ist
es notwendig, sich zunächst zu vergegenwär-
tigen, welche Rituale im Stamm existieren und
durchgeführt werden. Dazu sollten sich die Ver-
antwortungsträgerinnen und -träger im Stamm
zusammensetzen und eine Liste erstellen. Damit
kein Ritual vergessen wird, kann nach folgender
Systematik gearbeitet werden:

• Rituale zur Begrüßung und Verabschiedung


(z. B. Pfadfindergruß, Lied »Nehmt Abschied
Brüder«
• Rituale zum Kirchenjahr/Jahresrhythmus (z. B. Abb. 5: Fahne hissen ist auch ein Ritual
Neujahresempfang, Osterfeuer, Friedenslicht)
• Rituale zur Gestaltung von Übergängen (z. B. • Warum wurden sie eingeführt? Welchen Sinn

Rituale im VCP
Aufnahme, Versprechen, Prüfungen, Initia- erfüllen sie?
tionsriten) • Werden die Rituale von allen verstanden?
• Lagerrituale (z. B. Bannerklau, Nachtwache, • Wie werden die Rituale von den Mitgliedern
Tschai, Andachten) des Stammes aufgenommen und gepflegt?
• Rituale in den Gruppen (z. B. Gruppentagebuch, • Werden die Rituale gerne gemacht? Ist man
Ratsfelsen) bei der Ausführung der Rituale eher lustlos?
• Tischrituale (z. B. Gebet, Lied, Klopfen) • Habt ihr das Gefühl, dass euch Rituale fehlen?
• Gibt es Rituale, die von Beteiligten als grenz-
Bei der Bearbeitung aller Überschriften sind alle verletzend empfunden werden könnten?
Stufen und Gruppen zu berücksichtigen. Welche • Welchen positiven Effekt haben eure Rituale?
Rituale zur Begrüßung und Verabschiedung gibt • Was macht sie besonders wertvoll?
es in der Kinderstufe? Welche Tischrituale in der • Wie haben neue Mitglieder auf Rituale re-
Pfadistufe? Welche Rituale zum Kirchenjahr bei agiert?
den Rangern und Rovern?
Einige der genannten Fragen zielen auf die
Gefühlsebene ab. Rituale sprechen Emotionen an
2.2 Reflexion der und helfen auszudrücken, was sich nicht in Worte
fassen lässt. Auch die Bewertung der Rituale ist
Rituale im Stamm zunächst einmal eine Gefühlssache.

Sobald eine vollständige Liste der Rituale vorliegt, Deshalb kann es ein erster Schritt der Reflexion
können die einzelnen Rituale reflektiert werden. sein, in sich hinein zu hören und zu prüfen, wie
Geht sie der Reihe nach durch. man die Rituale empfindet.

• Wisst ihr, seit wann es die einzelnen Rituale Um das, was man fühlt, sichtbar zu machen, emp-
gibt? fiehlt sich folgende Reflexionsmethode:

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Rituale – in deinem Stamm — 2

Erläuterung ab. Am Ende ergibt sich ein »Gefühls-


bild« der Teilnehmenden. Daran kann sich eine
Diskussion über die Rituale anschließen.

Die Methode bietet sich auch an, um möglichen


fehlenden Ritualen auf die Spur zu kommen.
Dabei wird jedes Segment einer Situation zuge-
ordnet, das nach einem Ritual »verlangt«. Zum
Beispiel Anfangssituationen, Abschiede, Geburts-
tage, Aufnahmen, Begrüßung neuer Mitglieder,
Übergänge, Wahlen, Ehrungen und Dank nach
Ausscheiden aus Ämtern. Dann bewerten die Teil-
nehmenden, wie zufrieden sie mit den Ritualen in
der jeweiligen Situation sind.

2.3 Einführung
Abb. 6: Jedem Segment wird ein Ritual zugeordnet von Ritualen
Dartscheibe Möglicherweise ist ein Ergebnis der Reflexion,
Rituale im VCP

Dauer: ca. 10 Minuten dass Rituale im Stamm fehlen und man ein oder
Eignung: ab 8 Jahren, Jugendliche und Erwach- mehrere Rituale einführen möchte.
sene.
Für beliebige Gruppengrößen Damit die Rituale eine möglichst hohe Akzeptanz
Material: individuelle Dartscheibe, ausreichend erfahren, sollten die Kinder und Jugendlichen der
Klebepunkte Gruppe in den Entstehungsprozess mit einbezo-
gen werden. Gemeinsam sollte darüber nachge-
Es wird eine individuelle Dartscheibe vorberei- dacht werden:
tet, möglichst auf einem sehr großem Papier,
damit alles Platz findet. Jedem Ritual wird ein • Was soll das Ziel des Rituals sein?
Segment zugeteilt. (Je nach Anzahl der Ritu- • Welche Handlung eignet sich zur Verdeutli-
ale sind auch mehrere Dartscheiben notwen- chung der Absicht?
dig.) Jede und jeder Teilnehmende bekommt
für jedes Ritual einen Klebepunkt. Die Platzie- Bei der Neuentwicklung von Ritualen ist vieles
rungen sind wie beim Dartspiel – in der Mitte erlaubt. Es kann neu gedacht und spielerische
bedeutet »ins Schwarze getroffen«, das heißt in sowie humorvolle Ideen eingebracht werden, es
unserem Fall »ein Ritual, welches ich in keinem können aber auch bekannte Rituale aus anderen
Fall missen möchte«. Je weiter man nach außen Pfadfinderstämmen oder -verbänden oder ande-
auf der Scheibe geht, desto weniger positiv wird ren Kontexten übernommen und für die eigene
das Ritual gewertet. Es gibt auch die Möglich- Situation angepasst werden.
keit, den Punkt außerhalb des Kreises zu kle-
ben – was dann gleichbedeutend mit »dieses Wichtig ist, dass das Ritual zum Ziel passt und
Ritual sollte abgeschafft werden« ist. es eine Akzeptanz in der Gruppe/Stamm findet.
Ein neues Ritual muss dann über einen längeren
Entweder kleben alle gleichzeitig ihre Punkte Zeitraum eingeübt werden. Dabei wird das Ritual
an, oder nacheinander und geben dazu ihre eventuell nochmals verändern.

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2 — Rituale – in deinem Stamm

Abb. 7: Gute Rituale – ein Gewinn für den ganzen Stamm

2.4 Umgang mit die Aufgabe den Weg zu einem Treffpunkt zu

Rituale im VCP
finden. Abgesehen von der Verletzung der Auf-
schlechten Ritualen sichtspflicht in diesem Fall, kann die Situation
die Jugendlichen derart ängstigen, dass die
Stammesleitungen und Gruppenleitungen tragen Situation schnell zu einer extremen Belastung
eine besondere Verantwortung für die Kinder und wird. Auch wenn die Aufgabe von zwei oder
Jugendlichen in ihrem Stamm beziehungsweise drei Jugendlichen zusammen erledigt werden
ihrer Gruppe. kann, können sich die »Prüflinge« unsicher
oder ängstlich fühlen und so wird das seelische
Bei der Reflexion der Rituale im Stamm sollten sie Wohl der Kinder und Jugendlichen gefährdet.
deshalb besonders kritisch danach fragen, ob es • Bei einem Stammeslager werden die neuen
Rituale in ihrem Stamm oder ihrer Gruppe gibt, die Mitglieder durch einen Wurf ins Wasser »ge-
negativ zu bewerten sind. tauft«. Bei einem der beteiligten Mädchen
zeichnet sich für alle sichtbar der Busen durch
Das Ausführen von negativen Ritualen kann beim das nasse T-Shirt ab. Es fühlt sich beschämt
Opfer zu seelischen Verletzungen oder gar Trau- und verletzt. Eines der Kinder kann nicht
matisierungen führen. Es ist Aufgabe des Stam- schwimmen und erlebt den Wurf ins Wasser
mes- beziehungsweise der Gruppenleitung, nega- als lebensbedrohlich.
tive Rituale zu unterbinden. Das ist nicht immer
einfach. Denn auch negative Rituale haben oft Empfindet die Stammes-, beziehungsweise die
eine Tradition und verstecken sich hinter soge- Gruppenleitung ein Ritual als negativ, sollten sie
nannten »Spaßritualen«. Hier zwei Beispiele: dies unbedingt ansprechen und mit der Gruppe
reflektieren. Dazu gehört ein hohes Maß an
• Ein Übergangsritual sieht einen nächtlichen Selbstreflexion, denn es sind oft ja die Stammes-
Probelauf vor. Die Pfadfinderinnen und Pfad- und Gruppenleitungen selber, die Rituale einfüh-
finder werden allein an einem ihnen unbekann- ren bzw. weitergeben. Außerdem werden Rituale
ten Ort im Wald ausgesetzt und bekommen selten in bewusst böser Absicht durchgeführt,

14
Rituale – in deinem Stamm — 2

werden, dass Grenzverletzungen vermieden wer-


den können. So kann der nächtliche Hindernislauf
zum Stufenübergang auch angstfrei gestaltet
werden, indem der Weg mit Petroleumlampen
beleuchtet wird und an verschiedenen Posten Mit-
arbeitende sind. Vielleicht kommt man aber auch
zum Schluss, ein bestehendes Ritual durch ein
neues zu ersetzen.

Ferner können für eine präventive Auseinander-


setzung mit dem Thema in der Gruppenstunde
drei grundsätzliche Fragestellungen hilfreich und
weiterführend sein:

• »Wer setzt zu welchem Zweck und zu welchem


Ziel ein negatives Ritual ein?
• Ist das negative Ritual mit den pädagogischen
Zielen des VCP vereinbar?
Abb. 8: Gutes weitererzählen • Entspricht es der Pfadfindertradition im Sinne
von Baden-Powell?
sondern werden vordergründig als spaßig verstan-
Rituale im VCP

den. Um den »Spaß« zu entlarven und die Motive Durch diese Diskussion werden alle Gruppenmit-
bzw. Absichten eines Rituals differenziert zu glieder in die Lage versetzt, Spaß von Ernst zu
betrachten, ist eine kritische Reflexion notwendig. unterscheiden und demütigende und grenzverlet-
zende Rituale zu erkennen, entsprechend zu han-
Die Gruppenteilnehmenden sind oft Expertinnen deln und sich gegen sie zu wehren. Zudem kann
und Experten und ihnen sind mögliche Grenzver- neben dem Problembewusstsein und der Sensi-
letzungen durchaus bewusst. In der aktiven Ausei- bilisierung für negatives Verhalten die Bedeutung
nandersetzung mit dem Thema kann ein Umgang der christlichen Pfadfinderpädagogik vertieft und
mit den negativen Ritualen erarbeitet werden.4 verinnerlicht werden. Hier bietet die Beschäfti-
gung mit dem Pfadfindergruß und seiner Bedeu-
Dabei wird unterschieden werden müssen, ob das tung eine weitere Verknüpfungsmöglichkeit: Pfad-
Ritual grundsätzlich ein positives Ziel verfolgt, die finder stehen in der Gemeinschaft füreinander
Gruppe das Ritual beibehalten möchte, Grenzver- und der Starke schützt die Schwachen! So kann
letzungen nicht beabsichtigt sind und Ergebnisse die Auseinandersetzung mit dem Thema eine
mangelnder Aufmerksamkeit sind oder ob es sich positive Wirkung auf die Gruppe haben.«5
um ein Ritual handelt, das eindeutig als negativ
zu bewerten ist, wie beispielsweise Bestrafungs-
rituale. Diese sind grundsätzlich abzuschaffen, 2.5 Weitergabe von
andere Rituale können eventuell so abgeändert
positiven Ritualen
4 Für die Bearbeitung des Themas »achtsam sein – Grenzen
achten – aktiv werden«, eignen sich die Filmclips »achtsam Im VCP werden viele Rituale gelebt. Sie fördern
& aktiv im VCP«. Sie können unter www.vcp.de/aktionen/ die Gemeinschaft und den Zusammenhalt, bieten
praevention-sexualisierter-gewalt/filmclips/ mit passenden für die Teilnehmenden einen Orientierungsrahmen
Methodenvorschlägen für die jeweilige Gruppe herunter
geladen werden. 5 Sorge (2013)

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2 — Rituale – in deinem Stamm

und haben die eingangs erwähnten positiven Sorge, Reinhard (2013). Welche Funktion erfüllen
Aspekte. Dies – und nur dies – kann und darf die Rituale beim Verband Christlicher Pfadfinde-
ebenfalls das Ergebnis einer kritischen Reflexion rinnen und Pfadfinder? Bachelorarbeit. Hamburg
der Rituale im Stamm/vor Ort sein.
Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfad-
Die obigen Ausführungen legen den Schwerpunkt finder (2015) Bundesordnung Teil III: Pfadfinden
auf kritische bzw. negative Rituale. Es liegt in der macht Spaß! Pfadfinderisches Leben in verschie-
Natur der Sache, dass über den Umgang damit denen Altersstufen – die Stufenkonzeption des
mehr Worte gemacht werden als über Rituale, die VCP. Kassel.
ihre positive Funktion erfüllen und deshalb weiter-
gelebt werden sollen. Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfad-
finder (2013) Die Mowgligeschichten. Teil I. Die
Gute Beispiele von positiven Ritualen dürfen gerne VCP Version. Aus der Reihe der Kinderstufe im
auch weiter erzählt und getragen werden. Manche VCP. Kassel.
Stämme, insbesondere neu gegründete, sind froh
über gute Ideen und Beispiele für Rituale. Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfad-
finder (2014) Dschungelwegweiser. Aus der Reihe:
Also erzählt davon! Schickt uns eine Beschreibung Kinderstufe im VCP. Kassel.
eures Rituals an info@vcp.de. Wir veröffentlichen
es dann in unserem Blog www.vcp.de/pfadfinden. Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfad-
finder (2014) Programmplanung. Aus der Reihe:

Rituale im VCP
Ranger-/Roverarbeit im VCP. Kassel.
Literaturverzeichnis:
Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfad-
Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (2013) finder (2011) Die Wache. Aus der Reihe: Ranger-/
Das Versprechen. Ratgeber für Leitungsteams. Roverarbeit im VCP. Kassel.
Georgsverlag. Neuss.

Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (2014)


Arbeitshilfe Stufenwechsel. Neuss.

Dücker, Burckhard (2004) Lexikon Literatur- und


Kulturtheorie. Verlag J. B. Metzler. Stuttgart.

Dücker, Burckhard (2007) Rituale. Formen – Funk-


tionen – Geschichte. Verlag J. B. Metzler. Stuttgart.

Enders, Ursula; Pieper, Eckhard; Vobbe, Frederic


(2011) Das ist niemals witzig! Gewaltrituale in
Jugend- und Sportverbänden.

www.zar tbitter.de/0/Eltern_und_Fachleute/
7000_gewaltrituale.pdf 08.04.2016

Holm, Franziska (2012). Rituale im pädagogischen


Alltag als Hilfsmittel in Institutionen der frühen
Kindheit. Bachelorarbeit. Neubrandenburg.

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Rituale – in deinem Stamm — 2
Rituale im VCP

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Impressum
Kontakt Herausgegeben von der Bundesleitung des Ver-
bands Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder
VCP-Bundeszentrale (VCP) e.V.
Wichernweg 3
34121 Kassel Verantwortliche Referentin und verantwortlicher
Tel.: 0561/78437-0 Referent der Bundesleitung: Antje Zelmer, Neals
E-Mail: info@vcp.de Nowitzki
www.vcp.de
Autorinnen und Autoren: Esther Koch, Mitglieder
der Fachgruppe Kinderstufe, Mitglieder der Fach-
Bildnachweise gruppe Pfadfinderinnen und Pfadfinderstufe, Mit-
glieder der Fachgruppe Ranger/Rover
Bei den folgenden Personen liegen die Rechte
für die in dieser Publikation verwendeten Fotos. Redaktion: Esther Koch, Jessica Peterson, Diane
Ihnen sei für die freundliche Überlassung herzlich Tempel-Bornett, Antje Zelmer
gedankt.
Layout: FOLIANT-Editionen, Ralf Tempel,
Titelbild Andreas Kläger info@foliant-editionen.de
Abbildung 1 André Jörg
Abbildung 2 Roman Heimhuber Stand: September 2016
Abbildung 3 Andreas Kläger

Rituale im VCP
Abbildung 4 Andreas Kläger Alle Rechte, insbesondere das Recht der Verviel-
Abbildung 5 Jan-Hendrik Helm fältigung, Verbreitung und Übersetzung vorbehal-
Abbildung 6 Ralf Tempel ten. Kopien für den individuellen Gebrauch in der
Abbildung 7 Andreas Kläger pädagogischen Arbeit sind erwünscht. Die Nut-
Abbildung 8 Andreas Kläger zung ist nur unter Angabe folgender Quelle gestat-
Abbildung 9 Roman Heimhuber tet: Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfad-
finder (2016). Rituale im VCP. Eine Reflexion von
Ritualen. Kassel.

Der VCP ist Mitglied im Ring Deutscher Pfadfin-


derinnenverbände (RDP) und im Ring deutscher
Pfadfinderverbände (RdP) und über diese im
Weltbund der Pfadfinderinnen (WAGGGS) und in
der Weltorganisation der Pfadfinderbewegung
(WOSM). Darüber hinaus ist der VCP Mitglied im
Deutschen Bundesjugendring (DBJR) und in der
Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in
Deutschland e.V. (aej).

Wir danken für die freundliche Unterstützung und


Förderung unserer Arbeit.

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