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Es gibt heute alle möglichen Versicherungen gegen alle nur denkbaren Schäden - durch

Feuer, durch Unfälle. Und für den Fall, dass man selber Schäden verursacht, gibt es
sogenannte Haftpflichtversicherungen: für das Autofahren (dann möglichst mit Vollkasko!);
für die Schäden, die die Kinder verursachen usw. Bei allen Versicherungen empfiehlt es sich
jedoch, das Kleingedruckte genau zu lesen, zu studieren, d. h. wann die Versicherungen
zahlen und nicht zahlen. Auf der Vorderseite der Texte der Brautmesse sehen Sie eine
Steintreppe. Ich bin sicher: für jede Versicherung wäre eine solche steinerne Stiege, die nicht
einmal ein Geländer aufweist, ein Grund, für einen Unfall, für einen möglichen Schaden nicht
aufzukommen. Dafür gibt es keinen Versicherungsschutz.

Trotzdem bin ich der Meinung: dieses Bild der steinernen Treppe macht in einer treffenden
Weise deutlich, was wir in dieser Stunde erleben, mit vollziehen. Ein Ehe-Versprechen ist ja
(Gott sei Dank!) nicht ein Versicherungsabschluss, ist keine Blanko-Vollmacht, die zwei
Menschen einander ausstellen; es ist keine Garantie für das Gelingen einer Beziehung. Das
Versprechen, in Liebe und Treue zusammen zu stehen, darf nicht so etwas sein! Im Bild
gesprochen: Es ist ein Wagnis, ein Risiko; es ist der Entschluss, einen Weg, eine steinerne
Treppe hinauf zu gehen, bei der es kein sicherndes Geländer gibt. Für das Hinaufsteigen auf
dieser Treppe möchte ich euch, liebe Brautleute, einige Hinweise geben; einzelne Stufen
gleichsam beschreiben, damit Euch auch ohne Versicherung das Hinaufsteigen gelingt. Ich
will diese Stufenbeschreibung vornehmen mit Hilfe von einigen Zitaten, Erzählungen, die
sich bei mir in vielen Jahren angesammelt haben.

"Eine Gemeinschaft ist nicht die Summe von Interessen, sondern die Summe an Hingabe."
(A. de St. Exupéry) Ich meine : Das gilt in besonderer Weise für die eheliche Gemeinschaft.
Sie ist keine Zweckverbindung; schon gar nicht ist sie eine Zweckgemeinschaft zur
Bevölkerung der Erde. Sie ist Lebensgemeinschaft; sie ist Gemeinschaft des Herzens, der
Liebe. Grundlegend dafür ist das Wissen, die Überzeugung eines jeden: "Wie gut, dass es
dich gibt!" Das bedeutet präzise nicht: Wie gut, dass du schöne blaue Augen hast; dass du
diesen Beruf hast; dass du soviel Geld verdienst! Sondern: dieser Satz meint: Die
Voraussetzung der eigenen Erfüllung, der Selbstverwirklichung ist die Bejahung des anderen;
ist das Sehen des anderen, das Verstehen des anderen. Nicht nur als Kinder, sondern auch als
Erwachsene blühen wir nur auf, "gedeihen" wir nur, wenn uns eine aus dem Innersten
kommende und meine Herzmitte meinende Zuwendung und Zustimmung begegnet. Wir
brauchen - um das biblische Bild zu verwenden - nicht nur "Milch", d. h. wir brauchen nicht
nur alles, was zur Stillung des leiblichen Hungers, was wir zum Leben nötig haben. Uns darf
der "Honig" nicht vorenthalten werden - "Honig" als Symbol für die Süße des Lebens; für das
Glück, einfach da zu sein; da sein zu dürfen; wir selber sein zu dürfen; angenommen zu sein;
bejaht zu sein: "Wie gut, dass es dich gibt!"

In einer der chassidischen Geschichten, die Martin Buber aufgezeichnet hat, heißt es: "Was
wirkliche Liebe ist, das ist mir am Gespräch zweier Landleute aufgegangen. ‚Freund Iwan,
liebst du mich? - Natürlich, du weißt doch, dass ich dich liebe! - Weißt du auch, was mir weh
tut? - Wie kann ich wissen, was dir weh tut? - Freund Iwan, wenn du nicht weißt, was mir
weh tut, wie kannst du sagen, dass du mich liebst?' Liebe also heißt (so schließt die
chassidische Geschichte): Wissen, was dem anderen weh tut."

"Wissen, was dem anderen weh tut." Ich meine, dies sei gerade für das Miteinander in der
ehelichen Gemeinschaft eine Grundvoraussetzung für das Gelingen. Es kostet sehr viel Mühe
(wie das Hinaufsteigen auf einer steinernen Treppe mit den viel zu hohen Stufen), zu
erspüren, was den anderen bedrückt; was ihm Sorgen bereitet; womit er nicht fertig wird;
wonach er sich im Innersten sehnt. Diese Aufmerksamkeit und Behutsamkeit im Umgang
miteinander gehören unabdingbar zur Liebe dazu. Ein fast verbrauchtes Wort unserer Sprache
spricht von der "Ehrfurcht". "Ehrfurcht" meint genau dies: den Respekt vor dem anderen.
Thomas von Aquin, der große Theologe des Mittelalters, gibt als Begründung für diese
Ehrfurcht und diesen gegenseitigen Respekt an: Gott begegne ja dem Menschen "cum magna
reverentia", mit großer Ehrfurcht. Diese Ehrfurcht will gelernt, will eingeübt sein. Wirkliche
Liebe, die diesen Namen verdient, übt diese Ehrfurcht. Denn nur die Liebe hat ein Auge
dafür; nur die Liebe ist sehend - wiederum ein Wort des Thomas von Aquin: "ubi amor, ibi
oculus - nur die Liebe ist sehend". Wirkliche Liebe macht nicht blind. Die Liebe ist
Schwester der Ehrfurcht.

"Liebe entsteht, wo einer dem anderen den Zutritt zur eigenen Welt öffnet." Ist das aber nicht
gefährlich? Missbraucht der andere nicht vielleicht mein Vertrauen, meine "Schwäche", die
ich ihm zeige? Heinrich Böll sagt in einem seiner Romane einmal: "Bei jedem Menschen
frage ich mich, ob ich ihm gerne ausgeliefert sein möchte; und es gibt nicht viele, bei denen
ich sagen würde: Ja!" Dieses Risiko, unser Herz zu öffnen, müssen wir alle, nicht nur in der
Gemeinschaft der Ehe, eingehen: dem anderen einen Blick ins eigene Herz zu gestatten.
Freilich liegt darin die Gefahr der Verwundung, verkannt und ausgenützt zu werden. Der
Liebende ist immer der "Schwächere". Zu diesem Risiko jedoch müssen wir im
Zusammenleben immer und überall bereit sein. Sonst wären wir verurteilt zum Alleinsein,
zum Umverstandensein; würde Gemeinschaft unter Menschen unmöglich; wären wir tot
mitten im Leben. Dann hätte Sartre recht: "Die Hölle - das sind die anderen." Außerdem:
dieses Wagnis der Liebe, das eigene Herz zu öffnen, ist nicht nur die Voraussetzung jeder
menschlichen Gemeinschaft. Dieses Wagnis lässt uns auch erst begreifen, ahnen, was
Christsein eigentlich bedeutet; lässt uns ahnen, was Gott eigentlich für uns getan hat in Jesus
Christus. In ihm hat er uns einen Blick tun lassen in sein innerstes Wesen. Wenn es einen
"Grund-Satz" für den Christen gibt, dann diesen: "Gott ist die Liebe." Gott lässt niemand aus
seiner Liebe fallen. Gott liebt nicht auf Zeit.

Noch eine Stufe aus der Treppe Eures Lebens möchte ich nennen: "Ein liebendes Herz ist ein
frohes Herz." Der Satz stammt von Mutter Teresa aus Kalkutta. Dieser Satz lässt sich auch
umkehren: ein frohes Herz ist immer ein liebendes Herz. Im letzten gibt es keine Freude,
wenn sie nicht aus der Liebe entspringt. Mit Hass im Herzen kann man sich nicht freuen;
kann man kein Fest feiern. Einer der großen Prediger der alten Kirche, Johannes
Chrysostomus, formuliert es einmal so: "Wo die Liebe sich freut, da ist Fest!" Freuen kann
sich nur, wer zu allem Ja sagen, wer alles gut heißen kann. Wer ein Nein zu irgend etwas, zu
irgend jemand im Herzen trägt (also das Gegenteil von Liebe), der kann sich nicht freuen. Für
den Verneinenden, für den Hassenden gibt es kein Fest. Ja aber zu allem zu sagen, alles gut
heißen können: im letzten ist dies nur möglich als Lob Gottes, als Preisung des Schöpfers
dieser Welt; dass wir hinter allem das Antlitz des heilend-erlösenden Herrn entdecken und
erkennen, auch wenn diese Erkenntnis uns nur unter Tränen möglich ist. Darum heißt ein Fest
feiern: sich in der Gegenwart Gottes wissen; sich in die Gegenwart Gottes begeben. Gerade
die Eucharistiefeier hat dies zum Inhalt: sich immer in der Gegenwart Gottes wissen und in
diese Gegenwart hinein begeben - ein unbegrenzt liebendes Ja sagen zu allem, was ist - Dank
zu sagen dafür, dass die Welt und das Dasein im Ganzen in Gott heilgeworden ist.

Kehren wir zu unserer Treppe zurück mit den steinernen Stufen, die nach oben führen. Euer
Versprechen vor dem Altar ist der Ausdruck dafür, dass ihr bereit, dass ihr entschlossen seid,
einen Weg hinaufzugehen; das Wagnis des gemeinsamen Weges auf Euch zu nehmen - ohne
Geländer, ohne Garantien und Versicherungen. Dieses Wagnis ist nur eingehbar, weil und
wenn wir uns gehalten wissen durch die Hand eines guten Vaters im Himmel, in dessen
Händen wir verzeichnet sind; der uns nie fallen lässt. Wir alle, die wir hier versammelt sind
und an Eurer Hochzeitsfeier teilnehmen, die wir Euch schätzen und gern haben, wir
wünschen Euch für Euren Aufstieg von Herzen Mut, Vertrauen zueinander, nicht zuletzt das
Vertrauen auf den, der mit Euch geht: auf Gott, unseren Vater im Himmel.

Dass zwei junge Menschen sich entschließen, ihren Lebensweg gemeinsam zu gehen, das ist
nichts Außergewöhnliches. Dass sie es aber bewusst hier vor dem Altar tun, also vor Gott
einander Liebe und Treue geloben, das ist nicht selbstverständlich in einer Zeit, der das
Christliche im allgemeinen, die christliche Auffassung von Liebe und Ehe im besonderen
fremd, wenn nicht sogar anstößig ist. Dabei lässt sich, wie ich meine, einsichtig machen, dass
gerade die christliche Sicht von Liebe und Ehe eine Antwort ist auf eine Not unserer Zeit.

Wenn wir ein Gespür für gesellschaftliche Entwicklungen, Strömungen und Stimmungen
haben, dann nehmen wir heute doch allenthalben ein Unbehagen wahr, ein tiefes Misstrauen.
Diesem Unbehagen, diesem Misstrauen liegt das Gefühl, ja die Erfahrung zugrunde, mehr
und mehr zum "Rollenträger" degradiert zu werden - nicht der Rolle, die man sich selber
auswählt, sondern der Rolle, die einem zugeteilt wird. Der Wert eines Menschen besteht
anscheinend nur noch in der Funktion, die er ausübt. Das macht die Angst erklärlich,
ausgenützt und beherrscht zu werden; eingespannt zu sein in ein unmenschliches System, in
dem man beliebig auswechselbar ist. Das macht die Angst erklärlich, auch im Bereich von
Liebe und Ehe einem derartigen Denken zu begegnen und deswegen der Bindung der Ehe aus
dem Weg zu gehen, weil man auch diesen so persönlichen Bereich in den allgemeinen Sog
des Funktions-Denkens einbezogen sieht, dem sich kaum jemand entziehen kann. Daher das
Bemühen, seinen Eigenstand, seine Unabhängigkeit zu betonen, sich selbst zu behaupten.
Aber dieses ängstliche Festhalten an sich, ja dieses Verschlossensein in sich selbst (aus
Angst, sich zu verlieren, ausgenützt und beherrscht zu werden) führt zum Egoismus, weil es
das eigene Ich absolut setzt und sich selbst zum Maß für alles macht.

Wirkliche Liebe aber, die den anderen sieht und ihn als anderen gelten lässt, durchbricht den
Teufelskreis des Egoismus, indem sie auf Selbstbehauptung, auf Machtausübung verzichtet;
indem sie nicht die eigene Erfüllung obenan stellt, sondern das Gegenüber sieht und innerlich
bejaht: "Wie gut, dass es dich gibt!" Wirkliche Liebe kann den anderen nicht degradieren zu
einem austauschbaren Mittel der eigenen Befriedigung und Erfüllung. Der geliebte Mensch
ist mehr. Er ist nicht Mittel zum Zweck. Er ist Helfer, zu sich selbst zu finden. Denn nur im
anderen und durch den anderen, zu dem ich Ja sage, komme ich zu mir selbst, ist mein
Eigensein bewahrt und aufgehoben - aufgehoben über die Ebene des Machbaren, der
Funktion, auf die Ebene des Personalen. Darum, weil der geliebte Mensch mich erst meine
eigene Identität finden lässt, ist Liebe, die diesen Namen verdient, ausschließlich,
gleichbedeutend auch mit unwandelbarer Treue. Diese Liebe und Treue von Menschen aber
ist letztlich garantiert und umfangen von der Liebe und Treue Gottes: Gott hebt diese Liebe
hinein in die Sphäre seiner Liebe oder - wie wir mit einem verbrauchten und
missverstandenen Wort sagen - in die Sphäre der Gnade. Gnade meint ja, dass Gott zu dieser
Liebe und Treue von Menschen sein Ja spricht; dass er diese Liebe aufgreift und heiligt; dass
die Liebenden in der göttlichen Liebe angeblickt, angenommen sind. Wenn wir die Ehe als
Sakrament bezeichnen, dann meinen wir genau dieses: dass die Liebe von Menschen
hineingehoben ist in die Sphäre der göttlichen Liebe; dass sie darum auch Bild der
unwandelbaren Liebe und Treue Gottes zum Menschen ist.
Diesen Wesenszug der Ehe, dass sie eine Bindung in Liebe und gegenseitiger Treue meint,
möchte ich an einer Geschichte noch mehr verdeutlichen. Vom Mönchsvater Benedikt wird
berichtet, er habe einmal einige Einsiedlermönche in den Bergen besucht. Einen fand er in
seiner Höhle angekettet. Benedikt war empört und schalt ihn deshalb: Äußerer Zwang, eine
äußerliche Bindung, ja Ketten seien eines Mönches völlig unwürdig. Wenn du nicht aus
innerer Überzeugung Mönch bist, dann bist du am falschen Platz. Da gab ihm der alte
Einsiedler zur Antwort: Natürlich hast du Recht, dass es auf die innere Überzeugung
ankommt. Aber manchmal wird das Licht der inneren Überzeugung, zum Leben des Mönches
berufen zu sein, verdunkelt; und in diesem Augenblick, da Weglaufen Freiheit zu bedeuten
scheint, da ist es gut, angekettet zu sein; nicht weglaufen zu können; durch die Kette erinnert
zu werden an die eingegangene Verpflichtung. Und wenn dann das Licht der inneren
Überzeugung wieder leuchtet, dann, Vater Benedikt, dann bin ich froh, dass mich wenigstens
die Kette gehalten hat.

Die große Parole unsere Zeit ist Freiheit, Freisein von Bindungen; und wenn schon eine
Bindung, dann nur so lange, wie ich es vor mir selbst verantworten kann. Und trotz dieser
Einstellung stellen wir allenthalben Unfreiheit fest, Sklavengeist. Warum? Freiheit lebt, so
paradox es klingen mag, von der Bindung. Wollte ein Mensch alle Bindungen, in denen er
lebt, durchschneiden, um unabhängig zu sein, dann würde er in die unduldsamste Tyrannei
geraten, die es gibt: in das Verfallensein an sich selbst. Die Sklaverei des Egoismus zerstört
den Menschen und seine Freiheit am grausamsten. Wirkliche Freiheit kommt von einem Du,
das aus dem Verschlossensein herausruft in die freie Bindung des Vertrauens, der
Verantwortung, des Gewissens, des Dienstes. Wahre Liebe macht frei, weil sie den Menschen
am vollkommensten öffnet und bindet zugleich. Freiheit und Bindung, Selbstverantwortung
und Hörenkönnen sind in der wahren Liebe eine Einheit. Wo diese Freiheit der bindenden
Liebe nicht ist, da verfällt der Mensch unpersönlichen Mächten: der Gesetzlichkeit, den
verschiedenen Heilslehren und Parolen der Zeit und der Masse.

Wirkliche Freiheit - ich sagte es schon - kommt von einem Du, das aus dem Verschlossensein
in sich selbst herausruft in die Bindung des Vertrauens und der Liebe. Wir wissen aber (das
ist eine schmerzliche Erfahrung), dass kein menschliches Du und keine menschliche Liebe
uns so öffnen können, dass wir ganz frei sind. Es gibt - davon sind wir als Christen überzeugt
- nur eine Stelle, die ganz offen ist zur Freiheit hin. Es ist das Kreuz unseres Herrn Jesus
Christus, in dem allein wir uns, wie Paulus sagt, der Freiheit rühmen können, weil im Kreuz
Heil, Leben und Auferstehung sind, und weil wir in ihm gerettet und befreit sind; weil im
Kreuz und am Kreuz die letzte, die endgültige Offenbarung dessen geschehen ist, was Liebe
ist und wozu Liebe fähig ist: Dasein für die anderen bis zum Tod. Diese göttliche Liebe ist
nun das Maß, die Norm für alle menschliche Liebe, auch für die eheliche Liebe geworden.
Mögen wir noch so weit dahinter zurückbleiben, und mag uns dieses Maß oft wie eine harte
Kette erscheinen, so wissen wir als Glaubende doch, dass diese Bindung erst unsere Freiheit
als Menschen und Liebende ermöglicht und vertieft.

Einen weiteren Wesenszug der christlichen Ehe möchte ich an einem Abschnitt aus dem
Tagebuch von Max Frisch erläutern. Es heißt dort: "Darin besteht die Liebe, das Wunderbare
an der Liebe, dass sie uns in der Schwebe des Lebendigen hält, in der Bereitschaft, einem
Menschen zu folgen in all seinen möglichen Entfaltungen. Wir wissen, dass jeder Mensch,
wenn man ihn liebt, sich wie verwandelt fühlt, wie entfaltet, und dass auch dem Liebenden
sich alles entfaltet, das Nächste, das längst Bekannte. Vieles sieht er wie zum ersten Mal. Die
Liebe befreit es aus jeglichem Bildnis. Das ist das Erregende, das Abenteuerliche, das
eigentlich Spannende, dass wir mit den Menschen, die wir lieben, nicht fertig werden: weil
wir sie lieben, solange wir sie lieben."

Liebe besteht in der Bereitschaft, einem Menschen zu folgen in allen seinen möglichen
Entfaltungen, sich kein Bildnis von ihm zu machen, nie mit ihm fertig zu werden. Diese
Bereitschaft schließt ein die Fähigkeit, die Last des anderen zu tragen. Dieses Tragen besteht
nicht nur darin, Nachsicht und Geduld mit der Schwäche des anderen zu haben, sondern
darin, dass man seine Last der Versuchlichkeit und der Schuld als die eigene auf sich nimmt,
d. h. dass man mit ihm gegen die Sünde kämpft, mit ihm und für ihn bei Gott bittend eintritt.
Jeder von uns wird zum Tragen gerufen; aber jeder von uns gibt auch den anderen zu tragen
und bedarf des Tragens der anderen. Hierin erweist sich die Ehe, die Familie als Kirche im
kleinen. Die Kirche, die Gemeinschaft der Glaubenden, ist ja eine Gemeinschaft des
gegenseitigen Tragens und Ertragens; ohne das wäre sie nicht die Kirche Jesu Christi, der
sich mit der Last aller beladen hat. Wir sind von ihm getragen und ausgehalten. Er geht uns
nach - auch auf den Wegen, die scheinbar von ihm wegführen. Gerade im Verstehen und
Verzeihen zeigt sich, dass wir seinen Namen zu Recht tragen. Jede christliche Ehe lebt von
diesem Verstehen, lebt vom Verzeihen, von der Bereitschaft, einander zu tragen und zu
ertragen, nie mit dem anderen fertig zu sein.

Euer Ja vor dem Altar, vor Gott und vor uns allen, die wir euch gern haben, ist - so meine ich
- das Bekenntnis nicht nur zu eurer gegenseitigen Liebe. Es ist auch und gerade das
Bekenntnis zur Liebe und Güte, zum Erbarmen Gottes. Weil diese Liebe Gottes uns begegnet
in Jesus Christus, deshalb ist euer Ja das Bekenntnis dazu, das Maß seiner Liebe zur
bindenden Norm eures Lebens zu machen. Dass dies seine Erfüllung finde in einem Leben
der Liebe und Treue, des gegenseitigen Tragens und Ertragens, das wünschen wir euch alle
von Herzen. Darum wollen wir in dieser Feier mit euch und für euch zu unserem Vater im
Himmel beten, dem Geber alles Guten.

1. Luftig

• Das Bild auf dem Titel des Liedblatts stammt aus einer Ausstellung zu dem
Dokumentarfilm "Nomaden der Lüfte". Dazu hat das Brautpaar ein Zitat von Antoine
de Saint-Exupéry gestellt: "Liebe besteht nicht darin, dass man einander ansieht,
sondern dass man in die gleiche Richtung blickt." Wobei der Blick der beiden
abgebildeten Vögel weit hinaus und nach vorn in die Landschaft geht. Dass es sich
um Störche handelt, sei, so wurde mir versichert, reiner Zufall und nicht mit der den
Störchen zugeschriebenen Transportfunktion in Zusammenhang zu bringen.
Natürlich, man wolle einer solchen Funktion der Störche auch nicht dauerhaft im
Wege stehen.
• Aneta und Christian haben mit Bedacht das Photo mit einem nachdenkenswerten Zitat
kommentiert. Denn so lenken sie von der Herkunft des Bildes ab: Nomaden der Lüfte.
Nichts scheint zu den beiden weniger zu passen, als zu den Nomaden der Lüfte
gezählt zu werden. Christian ist ortstreuer Frankfurter und auch Aneta ist zwar von
weit her gekommen, um die Liebe ihres Lebens zu finden. Ein Ortwechsel macht sie
aber nicht zum Nomaden. Und luftnomadig sind alle beide ganz sicher nicht.
• Daher mag erstaunen, welche Lesung sie ausgesucht haben. Nimmt man den kurzen
Abschnitt aus dem Buch Kohelet für sich, so ist er durchaus luftig-unbeschwert: Iss
und trink und sei fröhlich dabei! Ergreife die Gelegenheit! Genieße dein Leben! - das
scheint dieser Text nahezulegen. Wenn ich mir aus unserer kurzen Bekanntschaft die
Bemerkung erlauben darf: luftig-unbeschwert wäre nicht das erste, was mir zu Ihnen
beiden einfiele, vielmehr habe ich eine große Sorgfalt, Nachdenklichkeit und Tiefe
angetroffen. Und das hat mich sehr positiv beeindruckt.

2. Im Unscheinbaren

• Nun entstammt die Lesung einem Buch der Bibel. "Iss dein Brot und trink deinen
Wein und sei fröhlich dabei!" könnte auch völlig oberflächlich gesagt sein. Hier aber
steht es in einem Buch, das in weiten Teilen geprägt ist durch weise Skepsis.
Gegenüber allen, die sich groß tun mit ihrer Bedeutung und ihrem Einfluss, sagt
Kohelet, der Weisheitsdichter: Windhauch, das alles ist Windhauch.
• Wenn zwei das große Wort vom Lebensbund einander antragen, mag mancher
skeptisch sein und auf Statistiken verweisen. Ich bin aber nach den Monaten der
gemeinsamen Vorbereitung dieser Hochzeit ganz fest davon überzeugt, dass Aneta
und Christian es sehr ernst miteinander meinen, wenn sie sich Liebe und Treue
versprechen im Angesicht Gottes. Sie wissen, dass das eine nicht leichte
Lebensaufgabe ist. Sie wissen, dass es ihre Lebensaufgabe ist. Und es ist eine
Aufgabe, die ein Leben lohnt.
• Die Skepsis des Buches Kohelet ist nicht negativ, sondern heilsam. Kohelet
bezweifelt die Erfolgsrezepte von Einfluss und Macht, Reichtum und Wohlstand,
historischer Bedeutung und vollendeter Selbstverwirklichung. Da ist er skeptisch.
Diese Haltung führt ihn aber dazu, tiefer zu sehen. Er spürt, dass alles, was wir haben,
ein Geschenk des Schöpfers ist, der uns auf diesem Lebensweg begleitet. Und dieser
Gott lässt sich durch menschliches Großgehabe nicht beeindrucken. In einer Krippe
ist er Mensch geworden. In einem schlichten Brot, das gebrochen wird, will er sich
uns schenken. Hier, im Unscheinbaren, zeigt sich die Liebe.

3. Liebesfreuden

• Indem Sie sich das Sakrament der Ehe spenden, zeigen uns Aneta und Christian, was
Liebe ist. Mit einem Zitat von Erich Fromm haben Sie beide es mir gesagt: "Liebe ist
in erster Linie nicht Bindung an eine besondere Person; sie ist vielmehr eine Haltung,
eine Orientierung des Charakters, die das Verhältnis einer Person zur Welt als
Ganzes, nicht aber zu einem einzigen 'Objekt' der Liebe bestimmt." Liebe ist immer
die Liebe zu konkreten Menschen. In der Trauung trauen Sie sich einem ganz
konkreten Menschen an. Denn diese Liebe geht über die Verliebtheit hinaus.
Wahrscheinlich werden Sie im Laufe der Jahre erleben, dass Sie Verliebtheit auch
gegenüber anderen empfinden. Heute aber entscheiden Sie sich, aus dieser einen
Verliebtheit eine Charakterhaltung werden zu lassen. Einen Bund, der die Grundlage
ihres ganzen Lebens werden soll.
• Bevor Ihr einander lieben könnt, müsst Ihr Euch prägen lassen durch die Liebe. Die
"Orientierung des Charakters" entsteht und wächst, wo wir uns der Erfahrung öffnen,
dass Gott uns zuerst geliebt hat. Die Haltung der Liebe entsteht und wächst, wo wir in
der Liebe Jesu Christi bleiben. "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", dieses Gebot
prägt und macht fähig, einen Menschen, einen geliebten Menschen in der Ehe so sehr
zu lieben, dass man ihr oder ihm die Treue hält, alle Tages des Lebens.
• Das klingt wie eine schwere Aufgabe. Vielleicht sind Aneta und Christian eher in
Versuchung als andere, das auch eher schwer zu nehmen. Jesus hat das Liebesgebot
aber gegeben "damit seine Freude in uns ist und unsere Freude vollkommen wird".
Seine Freude, Jesu Freude, das ist die Frucht eines Lebens in der Gegenwart Gottes,
seines und unseres Vaters. Tragt einander im Gebet und Ihr werdet diese Freude
erfahren. Amen.
• Ich verspreche dir die Treue in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und
Krankheit. Ich will dich lieben, achten und ehren, solange ich lebe."
• So werdet ihr, liebe Gretje, lieber Bernhard euch gleich gegenseitig
versprechen, und wir alle sollen eure Zeugen sein.
• Mut gehört dazu, meine ich, einander dieses Wort zuzusprechen. Aus
Übermut jedenfalls, so scheint mir, ist es unmöglich für einen Menschen,
solch ein Wort zuzusagen.
• Ich lade euch beide ein und alle, die mit euch diesen euren Hochzeitstag
begehen, sich mit mir auf den Weg zu machen, den Weg nachzugehen, den
ich gegangen bin, als ich mich fragte: Was gibt Menschen den Mut, solch ein
Wort einander zu geben.
• Der Weg, ein konkreter eigener Weg soll mein Nachdenken verbildlichen.
• DIE EHE IST EIN ANSTRENGENDER WEG.
• Scheint es nicht unschicklich, am Hochzeitstag von den möglichen
Anstrengungen der Ehe zu sprechen? Als ich in der vergangenen Woche mit
einem Freund durch die Berge wanderte und dabei hin und wieder an die
Ansprache dachte, da wurde mir überdeutlich: als erstes muss ich über
Anstrengungen sprechen!
• Da machte ich mich also mit meinem Freund auf, um durch die Stubaier
Alpen zu wandern. Wir hatten uns auf der Karte für einen bestimmten Weg
entschieden. Wir fanden in Oetz/Tirol den richtigen Einstieg und begannen,
beladen mit unseren Rucksäcken und guter Hoffnung den Weg: ein
wunderbarer Wegweiser markiert uns den richtigen Weg, zeigt unser Ziel an:
die Bielefelder Hütte. Der Weg ist einladend und breit und steigt für den
Anfang nur schwach an, die Anstrengungen sind nicht zu groß. Bald sind wir
alleine auf dem Weg, zu zweit miteinander, aufeinander verwiesen. Der
Weg wird schmaler, steiler. Plötzlich ist der Weg - so scheint es uns - zu
Ende. Und wirklich: wir finden keine ausgetretene Spur, kein Wegzeichen.
Wir müssen unseren Weg finden. Da gehen wir zunächst in der bisherigen
Richtung weiter: nun aber beschwerlich durch Dickicht, über Geröll und in
Abhängen. Schwierigkeiten stellen sich uns in den Weg: umgestürzte Bäume,
Gerölllawinen, ein Bach. Und dann, wir wagten kaum noch zu hoffen: in der
Ferne eine rote Markierung! "Unser Weg" - so denken wir nicht nur, so rufen
wir es uns auch zu. Denn die beschwerlichen Wegverhältnisse haben Distanz
gebracht zwischen meinen Freund und mich. Jeder von uns strengt sich an,
alleine und gemeinsam. Da stehen wir an der Markierung: glücklich wieder
ein Wegzeichen gefunden zu haben, halten wir inne, machen eine Pause, um
Kraft zu schöpfen für den weiteren Weg.
• Aber, welche Enttäuschung: unser Weg war ein Holzweg, das vermutete
Wegzeichen war ein Zeichen für irgendetwas, aber nicht für uns und unseren
Weg: Wir standen vor dem Nichts.
• Im Gespräch mit meinem Freund schlug ich vor, wir sollten noch eine Stunde
weitersuchen. Stießen wir nicht auf den Weg, sollten wir umkehren, einen
Neuanfang machen am nächsten Tag.
• Wir fanden den richtigen Weg nicht, aber wir fanden einen Sessellift. Dieser
sollte uns als Wegweiser dienen: wenn wir unter diesem weiter den Berg
aufstiegen, müssten wir einmal an eine Station kommen. Die Anstrengung
schien widersinnig: im Lift fuhren die Leute talwärts, der Abend brach
herein, und wir beide kämpften uns unter dem Lift bergwärts, einem
erhofften Ziel entgegen. Mehrmals fragte ich die Hinabfahrenden, wieweit
es wohl nach oben sei. Aber ihre Zeit war bestimmt vom Fahren, meine
eigene von den abnehmenden Kräften, von Verzagtheit ob des fehlenden
Weges, von der Unsicherheit, wo wir ankämen.
• Endlich: in einiger Entfernung sahen wir dann Häuser einer Alm. Wir hatten
wieder ein Ziel vor Augen, fassten Tritt - wenn auch viel langsamer als beim
Start.
• Als wir dann im Dämmerlicht auf den Wald und den verfehlten Weg
zurückschauten, meinten wir, irgendwie doch verrückt zu sein, auch wenn
es nur ein bisschen wäre: Was sollte alle diese Anstrengung? Warum habe ich
nicht den Rückzug angetreten? Warum sollte ich durchhalten?
• Und da wurde mir deutlich, dass die Anstrengung, das Verrückte nicht das
war, was mich hielt, was mich stärkte, durchzuhalten! Was mich "trotzdem"
bei der Stange hielt, war die Liebe: zu meinem Freund und unserem
gemeinsamen Plan, der Bergtour.
• Das alles soll jetzt Bild und Gleichnis sein für eure Ehe, liebe Gretje, lieber
Bernhard! Ist das nicht doch weit hergeholt? Ich meine nein!
• In dieser Eucharistiefeier wollt ihr durch euer Ja-Wort eure Liebe
zueinander zum Ausdruck bringen: Und wenn diese Liebe eine Wirklichkeit
ist, dann ist sie ganz schön strapazierfähig, da gibt es fast nichts, das zu
anstrengend sein könnte, so ziemlich jede Verrücktheit wird dann wieder
zurecht gerückt.
• Die Liebe, von der auch der erste Korinther-Brief spricht, ist also jene
Wirklichkeit, die wir immer nur in Zeichen und bruchstückhaft erfassen
können, die aber die Grundbestimmung unseres Lebens ist oder werden soll.
• In eindrucksvoller Weise hat Paulus in diesem Brief aufgezählt, welche guten
Eigenschaften des Menschen ohne diese Liebe als Grundoption nicht
vorstellbar sind. Unser Leben erhält seinen Sinn aus dieser Liebe, mehr
noch, da wo das Leben anstrengend, ja hoffnungslos zu werden droht, hilft
uns die Liebe "trotzdem" zu leben.
• So wie auf dem Weg, als mein Freund und ich mit unserer eigenen Weisheit
und dem Studium der Karte am Ende waren: die Liebe war langmütig genug,
uns auf den richtigen Weg zu führen.
• Machen wir uns aber gemeinsam mit euch beiden weiter auf den Weg.
Vergessen wir nicht, dass wir für die Liebe optiert haben.
• Die Anstrengungen, die Verirrungen des ersten Tages sind vergessen, vor uns
liegt eine neue Wegstrecke: der Weg wird lang, das wissen wir, als wir
morgens aufbrechen. Wieder begegnen uns andere auf dem Weg, wir
sprechen miteinander über die Beschaffenheit des Weges, über
Widerfahrnisse, Gefährdungen. An einer verlassenen Hütte trennen sich
unsere Wege, wir sind wieder alleine, zu zweit auf dem Weg.
• Die Schneefälle des Frühsommers haben Lawinen losgelöst, der Weg ist oft
verschüttet. Er führt über Schneefelder und Klettersteige und immer wieder
frage ich meinen Freund: Kann ich darauf treten? Hält wohl dieses Seil? Wo
soll ich meinen Fuß hinsetzen? Ich fühlte mich immer wieder unsicher. Ich
musste von ihm hören, dass er sagte: Das kannst du! Du schaffst es! Sein
Wort war mir wichtig.
• Das Wort, das Sicherheit gibt, es ist die Liebe, die Gestalt annimmt. Ist das
nicht kühn, übermütig, so auf ein Wort zu vertrauen! Setze ich nicht
leichtfertig mein Leben aufs Spiel, wenn ich jemandes Wort vertraue?
• Liebe Gretje, lieber Bernhard! Ihr sprecht euch das Wort der Treue zu. Das
Wort, das euch bindet, ist enger als meine Zweierseilschaft verbunden
durch die Karabinerhaken. Ich brauchte für eine Woche Vertrauen in meinen
Freund und er in mich. Ihr wollt ein Leben hindurch eine "Seilschaft"
miteinander bilden und baut diese auf euer Wort.
• Unser menschliches Wort, das Wort, das ihr einander geben werdet, ist
eingebunden in ein umfassenderes Wort, das uns im Prolog des Johannes-
Evangeliums vorgestellt wurde: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war
bei Gott, und Gott war das Wort."
• Dieses Wort hat Gestalt angenommen in Jesus Christus. Dieses Wort ist der
Grund, der es uns ermöglicht, einander das Wort zu geben, einander auf das
Wort zu vertrauen. Die Geschichte Gottes mit den Menschen, die in der
Selbstmitteilung Gottes im menschgewordenen Wort ihren unüberhörbaren
Gipfelpunkt erreicht hat, geht auch heute weiter: ihr gebt euch euer Wort,
weil ihr erfahren habt, dass es Vertrauen, Hoffnung, Glaube, Liebe gibt. All
das habt ihr auf eurem bisherigen Lebensweg schon erfahren: positiv als
beglückend, oder negativ, weil es fehlte, als so bedrückend.
• Wir alle, liebe Schwestern und Brüder, sind heute auf verschiedenen Wegen
nach Ellingen in die Schlosskirche gekommen, um mit Gretje und Bernhard
Eucharistie zu feiern, weil sie heute vor Gott und den Menschen ihren
gemeinsamen Lebensweg beginnen wollen mit dem Versprechen
gegenseitiger Treue in Liebe.
• Euer Ja-Wort, liebe Gretje, lieber Bernhard, innerhalb der Eucharistie, der
großen Danksagung der Kirche, wird hineingenommen in jenes große und
einmalige Wort Jesu, das er seinen Jüngern gegeben hat, ehe er in Liebe
sein Leben hingab für seine Freunde: Das ist mein Leib. Das ist mein Blut.
Diese so einfachen Zeichen von Brot und Wein sind Symbol jener großen
Liebe, die Jesus zu uns Menschen hatte und hat. Sein Wort, dem wir
vertrauen dürfen, macht diese Gaben der Erde zu seinem Fleisch und Blut:
damit wir eins werden, wie er mit dem Vater eins ist.
• Liebe Gretje, lieber Bernhard. Ihr werdet jetzt vor Gott und den Menschen
einander euer Wort schenken. Ihr werdet so eine Einheit miteinander
begründen, die tiefer reicht, als alle Zeichen und jede Sprache es
ausdrücken können. Eure Ringe sind Zeichen dieser tiefen Verbundenheit.
• Lasst eure Liebe Gestalt annehmen. Lasst uns, die wir hier zugegen sind, mit
euch Wegstrecken eures Lebens gehen. Lasst uns Jesus als unseren
Weggefährten wählen, weil sein Wort und seine Liebe uns fähig machen,
den Mut zu haben, einander Wort und Liebe zu versprechen, wie ihr es jetzt
tun werdet.
• Seine Liebe erfülle euch, heute und alle Tage. Amen.