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Kapitel t

Schu

>r 2 Idyllische Landschaft mit See in den Schweizer


Bergen. Das Ufer des Vierwaldstätter Sees ist T
umgeben von hohen Felsen. Auf den Bergen sieht
man Dörfer und Höfe in der Sonne liegen. Ein
paar Fischer stehen am Ufer und beobachten die
,rd
I
dunklen Wolken am Himmel. ,,Es wird Gewitter
geben!" Sie ziehen ihre Boote und Netze an Land.
Ein Hirte treibt' seine Herde ins Tal.
Konrad Baumgarten läuft zu den Fischern.
,,Bitte, bringt mich schnell ans andere Ufer!", fleht
er, ,,ich werde von den Reitern verfolgt'. Es geht
um Leben und Tod!" Die Fischer schütteln den
Kopf und zeigen auf die Gewitterwolken: ,,Ein
Sturm ziehta:uf, es ist zu gefährlich."
,,Warum musst du denn vor den Reitern
fliehen3?", fragen die Fischer. ,,Ein Vogto wollte
meine Frau überfallen. Ich war gerade im Wald
und habe Holz gehackt", berichtet Baumgarten.
,,Ich kam ihr gerade noch rechtzeitigzu Hilfe.

{6
I
\ Kapitel l

In der Not habe ich ihn mit der Axtl erschlagen." Gertrud Stauffacher sagE z\ ihrem Mann:
jetzt schlimme Dinge. 'Wir
,,Oh weh, die Reiter werden dich töten, wenn sie ,,Überall passieren
dich finden!" müssen uns wehren'. Wenn wir uns mit den Leuten
Da kommt Wilhelm Tell vorbei. Er sieht, dass aus den anderen Kantonen2 verbünden, sind wir
der Mann Hilfe braucht und fährt ihn schließlich stark und können es schaffen." ,Ja, Gertrud, du
mit dem Boot hinüber, obwohl das Unwetrer schon hast Recht. So kann es nicht weitergehen. Ich
heftigl tobt. wcrde mich mit den Männern beraten, was wir
Kaum sind sie auf dem See, kommen schon gcgen die Ungerechtigkeit der Herrscher tun
die Reiter. Sie sind wütend, weil Baumgarten l<tinnen", beschließt Stauffacher. ,,Tell, hilf uns,
ihnen entwischt3 ist. Nun rächena sie sich an den cinen Plan zu entwickeln."
Fischern, die gar nichts getan haben. Die Reiter Aber Tell meidet' die Menschen. Er hilft lieber
verbrennen ihre Hütten und töten das Vieh. alleine wo er kann. So geht Stauffacher ohne Tell
Tell und Baumgarten erreichen mit letzter Kraft zu seinem Freund Walter Fürst. Tell begleitet ihn
das andere Ufer. Dort bringt Tell ihn zu'Werner cin Stück. Sie kommen an einer Baustelle vorbei.
Stauffacher, der Baumgarten in seinem Haus Überall im Land lassen die Vögte große Festungen
versteckt. ,,Bleib erst mal hier, hier bist du sicher." bauen, um ihre Machta zu demonstrieren. Die
Auch Stauffacher und seine Frau leiden unter Bevölkerung aus den Dörfern soll die schwere
den Grausamkeitent der Vögte. Erst kürzlich Arbeit verrichten5, sogar alte und kranke Menschen.
wollte einer ihr schönes, neues Haus wegnehmen Die neue Fesrung soll Zwing Uri heißen. Auf
und sie vertreiben. Der Vogt war neidisch und dem Gerüst schleppen die Arbeiter Steine, Kalk
wollte selber darin wohnen. I
sirh wehren sir h schLrtzen, sich verteidigen
1 /r Kanton, e VerwaltLrngsgebiet, die Ur-Kantone der Schweiz heißen Uri,
e Axt, "e \tr/erkzcuq zurrt llolzltackon
2heftig srlrr statx Scllvyz und Unteruralden
ientwischen f lirhen voi, l.le(iletife r, clIkonrme I jmdn./etw. meiden (etwlmdn )aus denr \l/eg gehen
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sirh rächen an bestrafen. zunLckrtcben e Macht, "e Gelvalthernchafi, UnterrlruckLrnq, ALrsbeutLrnq
5e 5
Grausamkeit, en ll.trte, BrLttalit,il verrichten Arbeit erledigen, arberten

L2 13
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\ Kapitel l Wilhelm Telt <.

In der Not habe ich ihn mit der Axt' erschlagen." Gertrud Stauffacher sagt zu ihrem Mann:
,,Oh weh, die Reiter werden dich töten, wenn sie ,,Überall passieren jetzt schlimme Dinge. Wir
dich finden!" müssen uns wehren' . Wenn wir uns mit den Leuten
Da kommt Wilhelm Tell vorbei. Er sieht, dass -
aus den anderen Kantonen2 verbünden, sind wir
der Mann Hilfe braucht und fiihrt ihn schließlich stark und können es schaffen." ,Ja, Gertrud, du
mit dem Boot hinüber, obwohl das Unwetter schon hast Recht. So kann es nicht weitergehen. Ich
heftig'tobt. werde mich mit den Männern beraten, was wir
Kaum sind sie auf dem See, kommen schon gegen die Ungerechtigkeit der Herrscher tun
die Reiter. Sie sind wütend, weil Baumgarten können", beschließt Stauffacher. ,,Te11, hilf uns,
ihnen enrwischt3 ist. Nun rächena sie sich an den cinen Plan zu enfwickeln. "
Fischern, die gar nichts getan haben. Die Reiter Aber Tell meidet3 die Menschen. Er hilft lieber
verbrennen ihre Hütten und töten das Vieh. alleine wo er kann. So geht Stauffacher ohne Tell
Tell und Baumgarten erreichen mit letzter Kraft zu seinem Freund Walter Fürst. Tell begleitet ihn
das andere Ufer. Dort bringt Tell ihn zu Werner ein Sti.ick. Sie kommen an einer Bausteile vorbei.
Stauffacher, der Baumgarten in seinem Haus Überall im Land lassen die Vögte große Festungen
versteckt. ,,Bleib erst mal hier, hier bist du sicher." bauen, um ihre Macht'zu demonstrieren. Die
Auch Stauffacher und seine Frau leiden unter Bevölkerung aus den Dörfern soll die schwere
den Grausamkeiten' der Vögte. Erst kürzlich Arbeit verrichten5, sogar alte und kranke Menschen.
wollte einer ihr schönes, neues Haus wegnehmen Die neue Festung soll Zwing Uri heißen. Auf
und sie vertreiben. Der Vogt war neidisch und dem Gerüst schleppen die Arbeiter Steine, Kalk
wollte selber darin wohnen.
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sirh wehren sich schutzen sich verteidiqen
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e Axt, "e llerrkzeirq zrm I krlzhart<en r Kanton, e Verwaltungsqebiet; die Ur-Kantone der Schwetz lreißen Ul,
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Grausamkeit, en Ilarte, Brirtaiiiät verrichten Arirert erlediqen, arberten

L2 r.3
\ Kapitel l
I
)

und Mörtel' hinauf. ,,Ich kann nicht mehr", ruft


ein alter Mann. ,,Mein Rücken tut weh. Habt
Erbarmen mit mir!" ,,Das ist unmenschlich",
protestieren die Arbeiter. ,,Der alte Mann kann
doch selbst kaum laufen." Aber derVogtzeigt kein
Mitleid'. ,,Faules Volk, steht nicht herum. Macht
weiter!" ,,Schneller, schneller, da oben", ruft der
Vogt dem Dachdecker zt, der einen schweren
Balken balanciert', ,,sonst mach ich dir Beine."
Vom Marktplatz her hört man Trommeln.
Männer tragen auf einer langen Stange den
Hut des Landvogts Gessler herbei. Mit einer I

Zerernonieo wird die Stange auf dem Marktplatz


aufgestellt. ,Jeder der hier vorbeigeht, muss von II r,-.* ,t" .§

nun an vor dem Hut auf die Knie gehen und sich
verbeugent. So als wäre es der Kaiser selbst", ruft
derVogt. ,,Wer diese Anweisung6 nichtbefolgt, wkd
bestraft." Der GeselleT sagt leise zu seinem Meister: i,1*"j-:.:*rg. :
,,Sich vor einem Hut verbeugen. Welch ein Unsinn!" ly

Plötzlich hört man ein lautes Rufen von der


Baustelle. ,,Hilfe, Hilfe! Kommt alle her!

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WilhelmTell -«
\ Kapitel

Der Dachdecker ist abgesnirztl", rufen einige rvrrrl jctzt nur aus meinem alten, kranken Vater?"
Arbeiter. ,,Schnell, helft ihm!" ,,Was ist mit ihm? Als Staurffacher das Haus von Walter Fürst
Ist er tot?" Der Meister nickt. ,,Er hat sich die c r t r'h t, vc rsteckt sich Melchthal im Nebenzimmer.
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Knochen gebrochen undbewegt sich nicht mehr." St.rr - Fürst unterhalten sich über
rllichcr und Walter
Dies ist ein schlechtes Zeichen, ein Fluch1 wird ,lic schrccklichen Dinge, die überall geschehen.
nun auf dieser Festung lasten. l)rc Vi)gtc bestehlen die arme Bevölkerung
Im Haus von Walter Fürst hält sich Arnold rrrrtl richtcn Grausamkeiten an. Immer neue Ge-
von Melchthal versteckt, der ebenfalls vor dem r,r Irir'lrtcn wcrden bekannt. Stauffacher berichtet,
Vogt fliehen musste. Der Vogt hat von Melchthal , l,rss rlic lLciter anstelle von Melchthalnun den alten
verlangt', seine Ochsen'herzugeben. ,,Gib mir die \/,rtt'r'.gc{ängen genommen haben. ,,Stell dir vor,
Ochsen! Dies ist ein Befehla des Vogts", herrscht tlrc glrlLlsämen Knechte' haben dem alten Mann
ihn der Bote des Vogts an. ,,Nein! Ich brauche rrr r I c i rr crrr Speer' beide Augen ausgestoch s1t Jetzt
die Tiere ftir die Feldarbeit. Ich kann sie nicht t'r'blind und sieht nichts mehr. Sie haben ihm
r:;t
weggeben", ruft Melchthal. Als der Bote die Tiere :;t'irr ganzes Hab und Gut'genommen."
mitnehmen will, schlägt Melchthal ihm mit einem Als Mclchthal das nebenan hört, bricht er
Stab' auf die Hand. Dabei bricht er ihm einen v,'r'zwcifblt zusammen. ,,Mein Vater!" Er ist ent-
Finger. Damit hat er den Vogt verärgert. Wenn die :,r'tzl iibcr die Brutalität der Herrscher. Stauffacher,
Reiter des Vogts ihn nun erwischen, werden sie \V.rltcr l;ürst und Melchthal schwören einander
ihn dafü r b estrafen. D eshalb mus ste er weglaufen. 'l'rcrrc auf Leben und Tod. Sie beschließen,
Melchthal macht sich nun große Sorgen um seinen ivt'itclc Verbündete' aus den Kantonen Uri,
alten Vater, der gepflegt werden muss. Er musste St'lrwyz und Unterwalden zu finden. Sie wollen
ihn bei seiner Flucht zurücklassen. ,,Oh weh, was I l('s('n die Unterdrückung kampfen.

1 {rBefehl,e Anweisung, I
e {
r fluch, "e Verwünschung r l(necht, Diener des Vogts r Uerbündete, en Partnel Freund,
I
vellangen fordern Aufforderung rrSpeer,e Spieß
Vertrauter
t r 0chse, en männliches t rs Hab
Rrnd rStab, "e Stock und s Gut qesämter Besitz

r6 t7
Kreuzworträtsel
Lesen & Lernen Firrde die passenden Wörter.
Richtig oder Falsch? I W,rs bauen die Arbeiter?
RF 2 ln wolchem Land spielt die Geschichte?
I Der Fischer fährt Konrad Baumgarten 5
mit dem Boot über den See. ntr 4
Wic lreißt der Autor dieses Dramas?

2 Baumgarten ist von Beruf Holzfäller. trtr Wrc hcißt der Landvogt?
I r,r,, ,,cnkrechte Wort sagt dir, wer Baumgarten über den
3 Der Vogt ist freundlich zu den
Menschen. ntr ',1 r rr rnischen See fährt.

4 Die Arbeit auf der Baustelle ist schwer. trn 1


5 Den Hut auf der Stange soll man
grüßen. trtr 2
3
Melchthal schenkt dem Boten einen
Ochsen. trtr 4
7 Wilhelm Tell kommt mit zu Walter Fürst. trn
8 Melchthals Vater ist gesund und munter. nn Strukturen & Satzbau

Worte & Wörter ',r'tzc die nichtigen Präpositionen ein.

Eindringling
auf im über züfFr nach
Ein Wort passt nicht in die Gruppe. Welches?
lr lr r1r:he ...a-Y.n... Bäcker.
die Trommel - die Flöte - das Klavier - d€'t+üßbü+ -
I Iloot fährt .............. den See.
I ),r,,
die Gelge , tor lioiter sitzt .............. dem Pferd
I
1 der Fischer - der Holzfäller - das Pferd - t I )tl Männer treffen sich .............. Haus.
der Dachdecker - der Hirte
4 I Mädchen geht Hause.
2 die Wolke - der Sturm - das Gewitter - der Regen - ',r',
der Baum
3 die Burg - das Haus - das Schloss - das Auto - lnDeutsch2-Sprechen
der Bauernhof
ljiri'i,ll
4 der Fisch - der Hut - das Pferd - der Ochse - das Schaf I lrorna: Urlaub
!:ritrliti

5 der Arm - das Auge - der Rucken - das Bein -


rlirllilrl

'.lollc einem Mitschüler Fragen und beantwofte seine.


der Schuh I l.rrrutze dabei folgende Fragewörter:

der Berg - der See - die Sonne - die Wiese - das Tal
Wlc...? Wohin...? Wo...? Was...? Mit wem...? Wann...?
Wlc lange...?

rB 19
- Kapitel z

Der Schwur om Rätli

>,3 Im Wappensaalt des Edelhofes sizt der alte Frefüerrz


von Aninghausen auf seinen Stock gesci.itzt. Er ist
I
W
schon sehr alt. Seine Knechte sind bei füm und wie
jeden Morgen trinken sie zusammen aus einem
Becher, der refüum geht. Attinghausen ist ein
guter Herrscher, der sich um sein Volk kümmert.
Frtiher ist er mit ihnen aufs Feld gefahren, heute ist
er zu alt dafiir. Schließlich ist er schon 85 Jahre alt.
Sein Neffe Ulrich von Rudenz kommt herein.
Er ist Ritter und tragt einen blauen Umhang und eine
W
Feder am Hut. Er hat seine feinen Sachen angezogen,
weil er nach Altdorf auf die Herrenburg will.
,,Aber Uli, du kannst doch nicht an den Hof
vom Landvogt Gessler gehen. Weißt du denn
nicht, was er dem Volk annrt? Er ist ein Tyrann! \
Bleib hier bei deinen Leuten und bei deinem alten
Onkel*, bittet fün der onkel. ,,Ich habe keine
Kinder und werde bald sterben. Dann erbst' du
den Hof." -Ä
§aal,

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fl".-*,**
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\ Kapitel2 WilhelmTell

,,Ach Onkel, ichbinjung", entgegnet der Ritter. l,,rrscl wircl scin Volk beschitzen, wenn wir ihm
in den Bergen?
,,Was soll ich hier , I r. r rc r r . Wi r sollten uns mit Österreich vereinigen
Ich will hinaus in die weite Welt. Ich möchte un(l uns clcn I Iabsburgern anschließen. Dann hat
auf einem Ritterturniertkämpfen. Das würde mir ,rr r, lr tlit' N«rt cin Ende. Sei doch vernünftig Onkel,
gefallen. Hier in den Bergen verrosten' doch nur die \\1rt lcrstrrncl ' ist zwecklos."
Schilder und Wappen." Uli schwingt sein Schwert z\t lr f rrngc, wie kann ich dich nur überreden

in der Luft. ,,Heldentaten3 will ich vollbringen und . rr lrlcilrt'n? IIöre auf deinen alten Onkel!" Da
den Kaiser auf seinen Kriegszügen begleiten." Er I,,r r rr rrl Attinghausen ein neuer Gedanke.,,Es ist gar
rückt seinen Umhang zurecht. ,,Das Leben am rrr, lrl tlcl l(aiser, der dich lockt. Das Edelfräulein--
Hofe des Fürsten ist viel glanzvoller. Ich werde lirrr,r dir den Kopf verdreht'. Sie lebt
rst t's, sic hat

mich dem Fürsten anschließen." .rrrl ,['r' I lclrcnburg. In ihrer Nähe willst du sein.
,,Wie kannst du deine Heimat nur im Stich l)rr lrrs( vcrlicbt in sie. Gib es zu!",,Genug, mir
lassena?" sagt Attinghausen entsetzt. Früher lebte r r rr lrl ('s", sagt Uli und geht.

das Volk in Freiheit und der Landherr hat auf li:. ist Nacht in den Bergen. Der Mond scheint
seine Leute gut aufgepasst. Aber diese Zeiten sind I r.l I l\4rirrncr kommen von allen Seiten herbei und

für immer vorbei." ,,Die Zeiten ändern sich nun t rrllcn sich auf einer Wiese am See, die umgeben

ma1, Onkel. Dem Kaiser gehört sowieso alles. r',r \/( )n liclscn und Wald. Diese Wiese wird Rütli
'Waren lcn,rrrlt. ,,Seht ma1", sagt einer der Männer
Kaufleute transportieren ihre über den
Gotthardpass' auf Handelsstraßenu. Die Bauern unrl z('igt zum See. ,,Ein Mondregenbogen. Das
leben nicht mehr allein in den Bergen. Auch der \l,,rrtllit'ht bildet einen Regenbogen. So etwas
'.r.lrl nral-l nur sehr selten." Hinter dem See
r
s Ritterturnier, e Rittenpiel, ü/eltkarnpl
2
l.rrt lrtt'rr clie hohen Berge im Mondschein.
verrosten durch Rost kputt g,ohen
3
e Heldentat, en l4eisteriei$un0 I

{ jmdn./etw im Stich lassen sich nicht unrimdn./etw. kunrrrertt


5
rGotthardpas PassstraBe uber den St 6ottharci
6
e Handels$raße, n Straße, iLber die Waren transportiert,ruerden fLlr den Hande

22 23
++ * +
LPLteL 2
+
++ * + *t .*

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** *
*1 *+ *
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Die dreiVerschworenen' Stauffacher, Melchthal * *
und Walter Fürst haben ihr Versprechen gehalten \
und nach weiteren Verbündeten im ganzerl Land üi*
gesucht.
Viele Menschen haben sich ihnen angeschlos-
sen'und versammeln sich nun auf dem Rütli.
,,Überall auf meiner weiten Wanderung habe
ich Schweizer angetroffen, die genug haben von
den Gewalttaten der Vögte", berichtet Melchthal.
,,Sie wolien sich nicht mehr alles gefallen lassen \\
und sind nun hier zusammengekommen, weil sie
sich wehren3 wollen." üw
,,Hört ihr? Das ist das Horn von Uri", sagt
Stauffacher. ,Jetzt kommen auch die Verbtindeten
aus dem Kanton Uri an." ,,Dann kann unsere
Versammlungj a beginnen", beschließt Walter Fürst. $t§;'.ditri",
"äS

,,Lasst uns zuerst einen Vorsitzendena wählen. Er


soll aufpassen, dass wir nach dem Recht handeln",
rät der Pfarrer. Die anderen sind einverstanden. Sie
stimmen ab und ernennen Reding, den Altesten
unter ihnen, zu ihrem Vorsitzenden. Feieriich
I

24
I

\ Kapitel2
//-

erheben sie die Schwerter zt den Sternen. ,,Hat vcrw,rllctr halt", fUgt Fürst Walter hinzu. ,,Wir
j emand Wilhelm Tell gesehen? " fragt B aumgarten. rr',,llt'rr liir unrscre Rechte kampfen und gegen die
t ln,',r'n't'lrtigkcit der Vögte - notfalls mit WafFen",
,,Nein, er ist nicht hier", antwortet ein Mann' ,,Er
rrrllrr tlit'Mlinncr.
geht nicht gerne auf Versammlungen' und bleibt
, Wic wollcn wir den Außtand' gegen die Vögte
lieber a11ein fur sich."
,,Wir sind nun hier auf dem Rüt1i zusam- ' 'rl',rnrsi('r'('n? Und wann soller stattfinden?", fragt
lrlr lr r rl,,,,Anr bcsten wartenwirbis Weihnachten",
mengekommen", beginnt Walter Fürst, ,,um an das
',, lrl,rlil Stlrrllircher vor. ,,Es ist Brauch3, dass das
alte Bündnis' des Schweizer Volkes zu erinnern und
\,,11. ,lcrrr Vogt Geschenke auß Schloss bringt. So
über die Vertreibung der Tyrannen ztbetaten."
I ,,;1111'1r wir Lrnscre Waffen als Geschenke tarneno
,,Aber wir wollen keine Gewalt", bekräftiE rrrr,l urrlit'lrinclcrt in das Schloss kommen
Stauffacher.,,Wir haben nichts B öses vor. Wir wollen
lir:.t rlrirrncn stecken wir dann die Spitzen
einfach nur in Frieden leben. Wir sind die Vertreter rul ,lrc Stribc." ,,Seid ihr alle einverstanden, dass
fur das ganze Schweizer Volk. " ,,Außerdem", fährt er \\ r uns('r'('n Kampf bis z:urn Weihnachtsfest
fort, ,,wollen wir die Standesunterschiede' zwischen ,, r',, lrrclrcrrl", Fragt der Vorsitzende Reding. Die
uns aufheben. Ob jemand Großbauer, Pfarrer oder I\ l, lrrlrcit lrt'b1 dic Hand. ,,So ist es beschlossen."

Diener ist, soll keine Rolle mehr spielen. Auch f ir l I rr r rr', rlic Sonne geht schon auf es wird Tag.
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nicht, aus welchem Kanton er kommt, ob aus Uri, \\'rr I'r'lrcrr jt'tzt besser, damit uns keiner sieht",
Schwyz oder Unterwalden. rl:t .llr' l)lirrrcr. ,,Aber lasst uns vorher noch
Wirsindalle Schwe2erBürger. ",,Denktdaran, wie ',, lr\\,, rr (.n ilu[' Iiinigkeit, Freiheit, Gotrvertrauen

unsere Vorfahren'das Bergland erst in mühevoller urrrl lrrrrr'lrtlosigkcit, Männer!" Die Männer
'Wir waren , r l r, 'l rc n t l it' tlrci F'inger zum Schwurt. Dann gehen
Arbeit bewohnbar gemacht haben.
immer ein freier, unabhängiger Staat, der sich selbst ,l ',trll rrrrtl t'irrzcln in alle Richtungen auseinander. w
I tlth vtwalten sirlr se lbst rr Brauch, "e Sitte, Tradition

It|ttttrrlttr sein
rrrrr, urr,rllhänqig
a
talnen etwas verhüllen, verstecken
llAU[tfnd,"e Krrtrrpf fürdie 5rSchwur,"e Ehrenwort

frollx'll

zG 27
lesen & Lernen lnDeutsch2-lesen iiliiiiiiliriririiiiiiiiii iriii

Weißt du die Antwort? Llcr den Text und kreuze an.


1 Wo empfängt der alte
Attinghausen seine Knechte? ITIITIITiI
2 Wohin möchte Uli gehen? Mtt 260 Jahren wurde der berühmte deutsche Dichter und Dramatiker
3 ln wen ist Uli verliebt? I tlnrlrlr:lt Schiller geboren. Aus diesem Anlass haben Schüler im
llaltttton olnos Schiller-Rap-Wettbewerbs seine Texte gerapt. Die
4 Was entdecken die Männer Über (lltlllto-lnstltute in Polen, Litauen, Slowakei, Tschechien und Ungarn
dem See? Itnlrrrtr rlon Schiller-Rap-Wettbewerb für Jugendliche aus Mittel- und
Wann wollen die Männer den :1I
( )rlottr«l;ln lns Leben gerufen. Es sind 96 Songs und elf Videos
Aufstand wagen? ,ttrHnlnongekommen.
Wie wollen die Männer ihre Ittt ( )orrmrunity-Bereich der Webseite kann man sich die Schiller-
Schwerter ins Schloss VatfuttttttrJlon der Schüler anhören und die Videos sehen, wie z.B. ,,An
schmuggeln? tlla I tottrlu", ,,Punschlied" oder,,Vier Elemente".
ii;l:l:llili.lii l)at llnlrpor DOPPEL-U hat dieAktion mit einer Live-Konzert-Tournee
trtrlarnl(llzl,
Malr lttfrlrtnntionen bekommt ihr auf der Webseite vom Goethe-lnstitut.
tvww gr ntlru,do/schiller-rap
2 Setze die Adiektive an der richtigen Stelle und in der
richtigen Form ein.
wclchem Anlass ist der Wettbewerb entstanden?
'r,( ) lor lc:stag von Friedrich Schiller
",{ ) Arrlf Lihrung von Wilhelm Tell
1 Attinghausen trinkt mit seinen Knechten aus einem 'r,( ) ( ,('ltLtrtstag von Friedrich Schiller
Becher.
Uli trägt einen ......... Umhang und eine Feder wrrrrlen die Texte vertont?
,rl', l:,,r1r
am Hut.
, rl', I ', rp S<>t'rg
Er hat seine .......... Sachen angezogen,
, rl', l, l, r',',t',r:hcs Lied
Berta im Schloss treffen will.
4 Sein Onkel Attinghausen ist ein ............... Mann. Länder haben teilgenommen?
5 Der ............. Ritter träumt davon, auf einem ll,rlt,,tr
Ritterturnier zu kämPfen. ll11rl,ril)
6 Er umgibt sich gerne mit .............. Dingen. I t , rt rl,.tott.lt

29
ffi
28
Kapitel3
WilhelmTell

Der Apfelschuss
Irr cirrcm Wald in den Bergen treffen sich der
lur1f' I{ittcl Ulrich von Rudenz und Berta von
lh'rrrrt't'k. Dic beiden nehmen an einer Jagd teil.
>4 In Wilhelm Tells Haus in Bürglen spielen seine ,\rr. t.rrtli.rrrcn sich etwas von den anderen, um
beiden Söhne mit einer kleinen Armbrust'' r tr r1',t'stiit't zu sein.

,,Papa" ,ruft Walter ,,die Sehne' ist gerissen' Mach ,,( )h llcrta, ich habe schon so lange auf diesen
sie wieder ganz!",,Ein richtiger Schüzeu kann das Arrlit'rrblick gewartet, dir meine Liebe gestehen'
alleine. Schau mal", sagt Tell, ,,so geht das'" ,,Aber rrr liirrrrrcr-r", sagt Uli und greift nach Bertas Hand.
jetzt komm, Walter, wir wollen deinen Opa Walter Alrcr llt'r'ta weist'ihn zurück. ,,Uli, du redest von
Fürst in Altdorf besuchen", ruft Tell seinen Sohn' I rrlrt' rrncl lässt dabei dein Volk im Stich. So einen
Seine Frau Hedwig ist besorgt und möchte, ln,rrrrr it'h nicht lieben. Ich möchte jemanden, der

dass die beiden zu Hause bleiben' ,,Wilhelm, bitte r,rpli'r'liir scin Volk kämpft", fordert Berta.
geht nicht", sagt Hedwig. ,,Der Landvogt Gessler lllr vt'r'stcht die Welt nicht mehr. ,,Aber Berta,
ist heute in Altdorf. Es ist besser, ihm aus dem rr lr lrrhc meine Heimat und meine Leute nur

Weg zu geheno." v('r'litss('r'r, um in deiner Nähe sein zu können."


,,Mach dir keine Sorgen, Hedwig", entgegnet Tell llt'r'ta lcbt zwar am Hofe und ist adeiig3, aber
,,Ich habe nichts Schlimmes getan und brauche r r c l r ir t gcsehen, wie die Vögte das Volk ausbeuten.
mich deshalb auch nicht vor Gessler zu fürchten' Ich ,,l, lr lt'iclcmit den Menschen. Es ist unsere Pflicht,
bin ein freier Mann und kann gehen, wohin ich wi11"' \r(. 7.u bcschützen." Am Ende schafft es Berta,
,,Dann lass bitte den Jungen hier", versucht es ,l,rss I Jli sich aus Liebe zu thr dem Kampf um die
Hedwig erneut. Aber Tell und Walter sind schon I tr t'ilrt'it anschließt.
unterwegs und hören nicht auf sie. 'I
t' I Iu nd Walter kommen in Altdorf am Marktplaz

.)..rr(t : .: l ' r;r,',k'lrur, qestand, gestanden liir,iltii:i, zititi'iri't,


rrrrrrrkwrisett,wieszurürk,zurückgewiesen riiri:lrlta'r,,irirlrl i,ri ' :1-.-i't i

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31
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vorbei, wo auf einer langen Stange der Hut von


Landvogt Gessler aufgestellt wurde. ,,Papa, wir
müssen den Hut grüßen. So verlangt es der Vogt!"
,,Aber mein Sohn," erwidert Tell, ,,wir werden uns
doch nicht vor einem Hut verbeugen. So etwas
Dummes! Komm, wir gehen einfach weiter."
Ein Wachmann beobachtet, wie die beiden ohne
{
Verbeugung' an dem Hut vorbei laufen. ,,He, ihr
oiilrrl.a
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da!" ruft er. ,,Sofort stehen bleiben. Wer den Befehl'
des Vogts nicht befolgt, muss ins Gefängnis!"
Walter ruft laut: ,,Hilfe! Kommt alle her. Sie
wollen meinen Vater gefangen nehment."
Stauffacher, Melchthal, Walter Fürst und viele
andere Leute laufen herbei. ,,Lasst ihn los! Tell ist ein
guter Bürger. Er hat nichts getan", sagt Walter Fürst.
Der Wachmann entgegnet: ,,Wer den Hut nicht I
rt
grüßt, wird bestraft!" I
Da kommt Landvogt Gessler auf seinem Pferd I (
(

herbeigeritten. Der Wachmannzeigc auf Tell und


sagt: ,,Mein Herr, dieser Mann hat Euren Hut
nicht gegrüßt, so wie Ihr befohlen habt."
Gessler spricht zu Tell: ,,Bist du nicht der Tell,
von dem alle sagen, wie gut er schießen kann? /fr

', 1i..,it,r,.1,;,_ 1.11 "l


.i,,i:.,:,. r:i!),.,..

li.rr ,r,, r,.r. i, I, !

32
\
KapiteL 3 WilhelmTell

l,r r l.r r " ( ir.sslt'r' wirdwütendundbefiehltihmzu


Zeig es mir! Nimm deine Armbrust und schieße

-<
r rr

,lrrrr rl,r'n l),t'r'ta stcht neben Uli und bewundert


diesen Apfel vom Kopf deines Sohnes' Wenn du
den Apfel triffst, dann lasse ich dich frei'" ' ilr( il Nlltl.
I ),r l,rllr cirr Schuss. Das Volkhält den Atem an.
,,Herr, so efwas Grausames könnt Ihr nicht
von mir verlangen. Ich kann doch nicht mit der
I,, r l'l, rl llit'st clLrrch die Luft und durchbohrt'
l, rr \1,1,'l lil hat cs geschafft! Der Junge lebt!
Armbrust auf meinen geliebten Sohn zielert",
antwortet Tell verzweifelt.
'\ rlr, r l,rrrlt,rrrl' scincn Vater ntundumarmt ihn.
l ll, lrrl', lrr r.r'lt.it'htcrt.
,,Wenn du meinen Befehl verweigerstl, lasse
ich dich und deinen Sohn töten!"
tl ti ll rrrrrl Walter gehen wol1en, sagt Gessler
Tell hat keine andere Wahl', als es zu versuchen'
,r l, ll l)u lrrrst dcn Apfel genau durchschossen.
r ll, \, lrtilrrrl! Altcr wozu hast du den zweiten pfeil
Aber was ist, wenn er nicht den Apfel trift,
sondern den Kopf seines Sohnes? Darüber will
r, ,1, rrr Kiir'ltcl gcnommen?" ,,Och, das ist so
Tell lieber nicht nachdenken.
I rr, l, l,, r tlt'rr.fiigcrr-r", sagt Tel1. ,,Das glaube ich
1,, rrr, lrt s,lllt (lcssler. ,,Für wen war der zweite
,,Macht Plawt" ,ruft Tellplötzlich dem Volkzu'
l'1, rl l,r,,rilnnrtl mir! Ich verspreche dir, dass
,,Papa, ich habe Angst! Schieß nicht!", ruft Walter
Sag cs
,, l, , lr, lr rrrt lrl tiitt.n werde, wenn du es mirverrätst."
verzweifelt. Inzwischen holt Tell zwei Pfeile
t, ll., ,,\rrqt'rr blitzen2. ,,Damit hätte ich Euch
aus seinem Köcher3. Den ersten legt er in seine
, r r,r, r l,rlls rt'h clcrr Apfel nicht getroffen hätte.
Armbrust und sPannt die Sehne'..
I ,r, lr lr.rur.rr lr ganz sichergetroffen!"
Uli steht neben Gessler und versucht, ihn von
r ,, .'.1.r liot'hl vor Wut. ,,Ich habe dt zwat
seinem Vorhaben abzubringen.,,Flerr Landvogt,
das war doch sicherlich nur eine Prüfung' Nun
, , l',,,r lrr.n. tlrrss ich dich leben lasse, aber daftir
,,ll r ,lrr rrrr ( it.liingnis büßen! Ich werde dich mit
ist der Zweckerftillt und wir können die Übung

r
velweigem Nein sagen. nicht
2
lrrr,lrllrlttlll
keineandere Wahl haben kei
rlrlill
I rKöther, - Behälterfur die Pf

34 35
I
'n 'i $
^dlpllcl
^r,
,
meinem Schiff außer Landes' bringen und dich in
einen tiefen Kerker'werfen. Du wirst nie wieder
üffi^
die Sonne sehen!"
Stauffacher versucht Gessler zu besänftigen'.
,,Tell ist ein Meisterschütze. Hier ist ein Wunder
geschehen! Er hat seine Freiheit verdient'
't I (

Verschont ihn." Das Volk ist entsetzt. ,,Ihr dürft


ihn nicht außer Landes bringen. Das ist gegen das
Gesetz!"
,,Warum hast du nicht den Mund gehalten'?",
HH
fragt Stauffacher Tell. ,,Er hat mir solchen Schmerz
angetan. Fast hätte ich meinen eigenen Sohn I
,u
-
getötet. Ich konnte nicht anders", erklärt Tell.
,,Papa!", schreit Walter und klammert sich an
Tell und weint. Tell umarmt seinen Sohn zum
Abschied. Walters Opa, der Walter Fürst, nimmt
seinen Enkel auf den Arm und tröstet ihn' Die I
Männer können nicht verhindern, dass Gesslers
Leute Tell fesseln und wegbringen. r

e6
T o
ilü

[Uorter ffi
Hll

Was ist richtig? '.r,.ll rllr vor, cltr bist Walter. Du kommst nach Hause zu
rlr'lsq1'1 Mrrttcr und erzählst ihr, was dir und deinem Vater
1 A n Hedwig möchte mit Tell und Walter mitkommen'
1r.r'.'.IltI l.,l,
1 B E Hedwig sagt, dass der Landvogt Gessler zu Besuch
kommt. I , rr rrrrr lr, rl r lcr Wachmann euch beide festgehalten?

1CD Hedwig möchte nicht, dass Tell und Walter gehen' ! t lr,rl ,lr,r I ,rndvogt Gessler deinem Vater befohlen?
I r, lr,r',1 ,lrr<lic;lr gefühlt, als du mit dem Apfel auf dem
r , ,t ,l ,rrrl ,lr'n ljcl'russ gewartet hast?
2 A n Berta und Uli nehmen an einer Safari teil' .l , ,lrrrr I,rl tr lon SiG deinen Vater?
2 B n Uli ist in Berta verliebt.
r. I ,r rr rl, ,tr , lrr, violcn Menschen deinem Vater helfen?
2 c n Die beiden haben sich im Wald verlaufen. ifr
fls
il!

3 R I fett hat mit seinem Pfeil den Hut getroffen. nl


3 gI Watter isst den APfel auf.
3 C fI oer Apfel wlrd von dem Pfeil durchbohrt' | 1,.,. lllrr Arrzr.ige und schreibe eine Antwort.

r lr. rr,'rprrl;«'kt,,Wilhelm Tell" vOn SChiller


, lr ru..;rir.lr.r gcsucht!
, ! r , lr1 , 1r,11t,' Ihcater? Stehst du gerne auf der
2 Komposita. Welche Worthälften passen zusammen?
1 Regen - schütze , , I , rr r, . I ltr',rtcrgruppe und wollen ,,Wilhelm Tell"
lrrll, r,rrrllrrltrcn.
2 Land - brust
,r, lr,,rr wrr rroch Mitspieler.
3 Meister - vogt
r ! 1,, rr nrrrrrt'r. rnittwochs von 16-18 Uhr.
4 Arm- saal
l,r,lrl,r.t.'
5 Markt - bogen , ,,,, l, l, ,lr, lr lrr:i Julia:
6 Wappen - see , ll| ,1,,
7 Gebirgs - platz
I r, trrlr, r I r,,r I Mail (mindestens 50 Wörter).
r lr lr , ,r r l.l, rrrrc, Alter, Schule, ...)
t, r , l r, ,r ,rrrur,rl Theater gespielt?
(

, r,, I ,,11,, wrrrrlcst du bei ,,Wilhelm Tell" gerne

r Ir rrrll\,,7(,r lt,, vctt-t l6-18 Uhr Zeit?


i , l, t ,lr,, llrr,,rtcrprobe statt?

3B 39
'!

Kapitel +
\\ illit'1;ri /i'11

Flucht bei stärmischer See

rrr\\,rrtrt tlr.r'Vrrtt.r'. Sic sehen, wie das Schiffvon


,1, rrr ',trrrrrr lrin trnd hcrgerissenwird.
I r,r
l..,rrrrrrl t.incr., der hat so eine Armbrust
>5 In Fesseln' bringen Gesslers Leute Tell auf ein . rr r l, r li.ll", sirgt clcrJunge.
,,Oh, er ist es!"
Schiff, das ihn nach Küssnacht auf die andere Seite l, ll, rvrr. li.orrrn.rst du hierher? Warst du nicht
des Sees bringen soll. Dort steht seine Burg mit rll ,1, rrr lir lrrll, clrrs irr Seenotr geraten ist?", fragt
einem tiefen Kerker. Der Landvogt wili seiber auf ,1, r Ir'., lrrr
dem Schiff mitfahren, um Tell hinter Schloss und l, ll, r,..rl rll, rvrrs 1'rassiertist.,,GesslerhatteAngst,
Riegel zu bringen'. Als sie an Bord gehen, ziehen 1,, r ,1, rrr liturrn zrr crtrinken. Deshalb hat er mich

schwarze Gewitterwolken am Himmel heran. Es l,, l,rrr,l, rr l,r:rscrr, wcil crwusste, dassicheinSchiff
blitztund der See schlägt hohe Weilen. 1,, r ',rrrrrrr lr.trlit'n lialtn. Ichhabe
eszu demflachen
Etwas entfernt stehen ein Fischer und sein t, l, rr r,.r .,tr.u(.t 1, lncilteArmbrustgeschnappt2und
Junge am See. Sie haben von dem schrecklichen 1,,,, ur I lllr tJ.spt'11gc1. MitdemFußhabeichdas
Vorfall' gehort und sind verzweifelt darüber, dass , lrrll rrr rr, rrr tlic Wcllen gestoßen."
1..

Tell ins Gefängnis muss und niemand helfen kann. \\ r, lr,r:,1 tltr jctzt vor?", fragt der Fischer.
Der Srurm wird immer stärker. ,Jetzt werden sie t'.,r rr t,,.,,r,lr.r' lrrr I,and
kommt, wird er dich
wohl nicht hinüberfahren können", meint der "
r,,r, r 1.r.,.,, n ,,Atr['clcm Schiff habe ich gehört,
Fischer zu seinem Sohn. ,,Bei dem Unwetter ist ,lr rr rr,rr lr l(iissrracht wollen. Wie komme ich
die Überfahrt unmöglich. " ,l,,rrlrrrr' lr,rr',t 'li.ll. ,,Mein Sohn zeigt dtr den
,,Vater, hörst du die Glocke?", fragt derJunge. \\ r 1 l rt\\,( )t lt't tlt.t, ItiSChef.
ülfl
,,Da ist wohl ein Schiff in Not geraten!" ,,Wer I r ,lrr r, lrittt' t.citc z\ meiner Frau nach
jetzt arf dem See ist, dem kann nur Gott helfen", t1,l l, rr rrr,l :,,r1i rlrr., class Walter lebt und ich mich
retessel,n \ul
hinter Schlos und Riegel bringen lrri (,ili,llrirlrts illi'lrlill
El
2

I "e
t Vorfall, I rerLiitis

40 47
\ Kapitel4

retten konnte", bittet ihn Tell. ,,Ich werde bald


heimkommen. Aber vorher muss ich noch etwas
erledigen."
Der alte Attinghausen liegt im Sterben'. Walter ll
Fürst, Stauffacher, Melchthal und Baumgarten
sind bei füm, während er schlaft. Sie wissen noch
nicht, dass Tell sich retten konnte. Walter Fürst
hat auch seinen Enkel Walter mitgenommen.
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,,,/.,,
Da kommt Hedwig herein, die ihren Sohn ,tI
sehen will. ,,Walter, mein Kind. Gott sei Dank,
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du lebst!" ,,Mama, Mama!" Walter läuft zu ihr I

und umarmt sie.


Sie ist wütend darüber, dass Tell mit dem
Pfeil auf seinen eigenen Sohn gezielt hat. ,,Wie
kann ein Vater so efwas run? Liebt er sein Kind
nicht?", fragt sie. Die Männer erklären Hedwig,
dass Gessler ihn gezwungen'hat. ,,Tell hatte keine
andere Wahl. Wenn er sich geweigert hätte, hätte
Gessler ihn und Walter töten lassen!"
,,Warum habt ihr ihm nicht geholfen?", fr^gt
Hedwig die Männer. ,,Te11 hat Baumgarten trotz
heftigem Sturm über den See gefahren, als er
verfolgt wurde. Das war sehr gefährIich."

42
F

r\ Kapitel4 . ), L j
-'e,.*u.-*+fi;'
, !

-
1\-

Da wacht Attinghausen auf und fragt nach Uli. \\'rr :,,rlltt'rr nicht bis zum Weihnachtsfest
,,Er ist auf dem Weg." ' ur, rr Wir r-nüssen Tell und Berta schnell
Die Männer berichten vom Rütlischwur 1,, lr, r'n Allt' I(antone bereiten sich auf den

und ihren Plänen. Und davon, dass Uli sich bei I rrrrl'l v,r'l Wit'geben Rauchzeichen', wenn es
Gessler mutig für Tell eingesetzt hat. ,,Uli hat sich l', r,, lrt , lrt'st'hlicllt Uli.
geändert, er hilft jetzt seinem Volk." l, ll r',r rr rz,wischenbei Küssnacht angekommen,
,,Das ist gut", sagt Attinghausen matt. ,,Haltet ,r r rr ',, lrrrrrrlcr't Weg zwischen hohen Felsen
zusammen, gemeinsam werdet ihr es schaffen." l,,rr,lrrr,lrlrrlrlt. ljs gibt keinen anderen Weg.
Er stirbt. , .' l, r rrrrrss clLlrch diese Felsspalte kommen,

Da kommt Uli herein, nur einen Moment zu ' r, , | ,,tr st'incl Burg will. Tell versteckt sich
spät. ,,Oh weh, jetzt kann ich mich nicht mehr bei lrrrrrr r r lt(.nt llrrsch und wartet. ,,Wenn Gessler

meinem Onkel entschuldigen." l, I rrrrr'ut'r' llu{' dem See überlebt, wird cr -


,,Ich habe nun gesehen, wie grausam Gessler t,,rl, r ,,, llr spiitcr_-hiervorbeikommen", denkt
ist. Er hat nicht nur Tell, sondern auch meine 'rr,lr
geliebte Berta in seiner Gewalt! Ich will mit euch r ,, , ,lr r r',irrrl zLr
weit, als er von Tell verlangte,
gegen die Vogte kämpfen", verkündet Uli. ,,rl r rrr l.rrrtl zrr zielen. Zu so etwas darf man
,,Als Nachfolger' des Freiherrn zu Attinghausen ' ,,r' rr \,rtlr rrit'ltt zwingen! Nicht auszudenken',
verspreche ich, mein Volk zv schützen. , r,rr, l, r l'lcil rlcnJungen getroffen hätte.

Gemeinsam werden wir das Land befreien", sagt I t, r \\'( rt(' I)ll'il war für Gessler bestimmt'.

Uli entschlossen. I r r lrrr r r srr lr in ciicsem Moment geschworen.

Die Männer sind froh, dass Uli sie unterstützen l, r r \\r r(lc rr lr lncir-r Versprechent auch halten",
will. ,,Sei unser Anführer2. Wir folgen dir." r, r l, ll 'rr:,rr lr.,,lcl-rwerdemichanihmrächen!"
r lr,rr '::il,;itt.l.lil;lii,

44 45
WilhelmTell
\\ Kapitel4

Tell beobachtet von seinem Versteck aus, wie \1. ,lrr' lir':rrr urrd ihre Kinder nicht aufstehen,
eine Bäuerin mit ihren Kindern an der Stelle rr, rlrr ( r scirr l)fcrd an. Da wird Gessler von
zwischen den Felsen stehen bleibt und wartet. Da ' r l rrr l'lrrl nrittct-r in die Brust getroffen. Gerade
kommt ein Reiter und ruft: ,,Aus dem Weg! Der , ,, ,, lr r , , lrt zcitig hr>nnte Tell die Bäuerin und ihre
Landvogt kommt." I rn,lr r r('lt('lt. .Sorrst hätte Gessler sie mit dem
Die Bäuerin anrwortet: ,,Das ist gut. Hier t'1, r,l, rrrl.r, lr rrrrrgcritten.

kann der Vogt mir nicht ausweichen'. Er muss I rrr 1,.r.1r l,r'tttc laufen schnell nach Küssnacht
mich anhören2. W'ir sind in großer Not. Gessler ,,,,,1 rrl, n ,,( icsslct'ist tot! Gessler ist tot! Es lebe

hat meinen Mann ins Geflängnis stecken lassen, 1,,11,1111111'riiii,


obwohl er nichts getan hat. Schon ein halbesJahr
ist er im Kerker. Ich gehe nicht eher weg, bis er
ihn freilässt!"
Gessler kommt auf dem Pferd herbeigeritten.
,,Platz da, Frau, geh mir aus dem Weg!", ruft
Gessler.
,,Nein. Ich gehe nicht weg, bis Ihr meinen
Mann freilasst." Sie setzt sich mit ihren Kindern
mitten auf den Weg.
,,Wenn du nicht sofort da weg gehst, reite ich
dich mit meinem Pferd um!"

I
auswekhen, wirh aus, ausgewichen aus denr Weg gehen
2
anhören zuhören ihbm, tnoettleben das Pferd rn Bewegung bringen

46 47
il 2 - Lesen
Ordne die Sätze in der richtigen Reihenfolge I t.,.. rltr. lrr,l1l1.11 Zeitungsartikel Und kreUze an.
nf Rts das Schiff in Seenot gerät, lässt Gessler Tell t
',wlllor..lrrnll brachte SChiff in SeenOt
losbinden, damit er das Schiff steuert. | ,.1, rrrrrtl,,rll, r11,1.;rm Donnerstag überdem
B f Zuerst bringen Gesslers Leute Tell in Fesseln auf das , ,1, I l, rl lr ,1 ',r'c tobte, geriet ein Schiff in
Schiff. ,r I Ilr,lll1,r16r,3p beriChteten VOn Böen mit
C t] Scfrtießlich stößt er das Schiff mit dem Fuß wieder in L , r, lr, rl,r ,rlr.rr [ris zu l3o Stundenkilometern.
die stürmlsche See zurück. 'r ,r ,rtr,1,, l.'1,,1r,nfiille führten in der gesamten Region
D L] Oann fahren sie los, obwohl sich ein Unwetter nähert. I I r , l r,,ir ,rnn lunlJCn. Ein Passant beobachtete, wie
EI Daraufhin steuert Tell das Schiff auf einen r | , lrrll , rrrl rlio Felsen zusteuerte. Ein Mann konnte
Felsvorsprung zu und springt an Land. ' , 'rr , rr' rr ',l)rung ans Ufer retten. Weniger Gluck
, , tr, r,, ,tlr, lrorr [Jesatzungsmitglieder. Sie trieben
:-i't ..,ir:,,-:,,;.: :' rlii , r r l, rrr ' ,r,,,cl wieder zurück ins tosende
Wasser.
' r, ' r, . ,,lr,1r'll1rl werden konnte, ist bis heute noch
Setze die Verben in der richtigen Form ein. | 'r, , \r, r,,,,( ,r ,,r lrrrtzbehörden warnen davor, bei
Gessrers Leute ....t:,.1?-5.p..... Ter .9-9f.9::9.{t. und auf ein ' !t ,, r r, l, .rrr I lrrwi:ttcr auf den See zu fahren.
Schiff gebracht. (fesseln) RF
1
2
Tell ...... von dem Schiff ans Ufer ...... . (springen)
Die Männer ...... sich bei Attinghausen ...... . (versammeln)
I
I
rr rrrt 1,,,1I r,r<:htete einen Regenbogen.
r,r' r .1, r,l ,,r lrir--n die Sonne über dem
nn
3
4
Gessler ...... Ulis Freundin Berta ...... . (entführen)
Tell ...... sich hinter einem Busch ...... . (verstecken) t,
,l I I rllr'1 ',1'1r.
t,,l,,lrr'(.t.cw gerettetwerden konnte.
nr
xn
5 Der Landvogt ...... der Frau mit seinem Pferd nicht ...... .
rllt,nr I ,, l1l1.fl1rtt als Wettkampf
(ausweichen)
1. ,, I ,rrr t,,, lrrr'[.lcn wird auf einer Entfernung von
, , , I l, l'.| r tnrl cincr Armbrust auf Scheiben
,rr 1,r,./\rrrrlrrrrst ist eine Waffe, mit der über
| ,,r1, l| ril|, t,,rr lrrrrwcg geschossen werden kann.
3 Was bedeutet das? Verbinde die Ausdrücke mit der
richtigen Erk!ärung.
,r L irlr | ,.r lIrr,iltnliche Form, geschossen wird
r ,, r , r r\ltrlrrrrsl schießen zählt heute ZU den
1 Nicht auszudenken! a Sei still! . i ,,
2 Er muss mich anhörenl b Er nimmt seine
'rl l r,,rlprl trur noch im sportlichen Bereich auf
., ,r t, rr rrr, | ,,r,lrr sr:ltcn zur Jagd eingesetzt.
3 Tell schnappt sich seine Armbrust.
Armbrust. c Nicht vorstellbar!
I ,,lrrrlt,l 2 Man schießt mit
4 Jemanden hinter Schloss d Er soll mir zuhören!
I r1rl,;l AI Tomaten
F ,il, Bn Kugeln
und Riegel bringen. e Jemanden ins t ' lrrr lrrttrrlltl cI pfeilen
5 Halt den Mund! Gefängnis bringen.
48 49
G

Kapitel5

Kompf fur die


l, l, lrrlr,rl rrrrcl Baumgarten kommen dazu.
r, lrtr.rr Waltcr Fürst, wie sie mit den
lrr 1r,

I ,rr,l l, rrtr.rr' tlic irnderen beiden Burgen zerstört


In der Dämmerungl steigt Rauch von den Bergen l, rl,, rr rrrr,l rvrrs ihncn dabei passiert ist:,,Als die
auf. Die Feuer sind das Zeichen für den Angriff.
L,ri. rrr ll,rrrrrrrcn stand, sagte Gesslers Sohn, dass
Die Leute rufen: ,,Seht nur, die Feuer!" ,,Das L I r rrr ,lr.r llrrr.g cingesperrt ist. Gessler hat sie
bedeutet, dass die anderen Burgen schon zerstört
| ,rr i, l,rrr1',r.rr gr.haltcn. Uli war außer sich, als er
sind!" I ' I r, ,r I r l.r.rrrt. llcrta! Mutig sflirzte er sich in die
Ein anderer sagt: ,,Worauf warten wir dann noch?
| ,, r
', lr l,,r rrg rrnd suchte nach ihr.
r r rr

Jetzt zerctören wir Gesslers Burg!" W'alter Ftirst ist Lr ti.rll t.rr ficl knapp hinter Uli krachend
noch vorsichtig: ,,Wir warten besser noch ab, was in
r, , ,1, lrrr lr.rztt.l) Augenblick, trat er die Tür
den Kantonen Schwyz und Unterwalden passiert." ,, l r, rn .'rrrlr('l. ein und befreite sie. Kaum
Aber die Männer wollen nicht länger warten. ,,, r r{ .ut:i tlr.r' I}urg entkommen, stürzte das
Sie wollen jerzt endlich auch die Zwing tJri i , ,, ,, rr,l, | ),rr lr t'ir-t und begrub alles unter sich."
zerstören. Der Bau von diesem Tyrannenschloss3
1i r ,r I r,l, lr,,rr gcht vorbei und trägt auf einer
hat den Menschen viel Leid gebracht. ,, ,, r,, ,',lr.rs llLrt. Der Hut, vordem sich a1le
Sie blasen in ihre Hörnera zum Angriff. Das .,1, rr'r r rlussl(.n. Baumgarten fragt: ,,Was
ll Echo aus den Bergen schallt bis in a1le Täler. ,', ' L , \\ u rlr.rrrr jctzt mit dem ollen, Hut?" Die
,,Stürzt alle Baugerüste5 um! Reißt die Mauern ein! I , r, rrrlr rr ,.lrrs lreuer damit!" Walter Fürst
Kein Stein soll mehr auf dem anderen bleiben!" ,,,r, r ljrrtr,r'rlicscm Hut stand mein Enkel.
Die Männer srtirmen auf den Bau. ., , ,r ,,,lltr.rr ihn aufbewahren als Zeichent
r 1,,,1r,1111111.111"
e Dämmerung, en am Abend, yveiln es rtLrnkel y,rird
: r Angriff, e
euren Kampf anlanqen
rs "er
Tyrannensthloss, ias Srhloss von einem bösen i.lei'rsrher ,r |r
4
s Horn, "er ein lvfusikrnstrument
5s
Baugerüst, e 6eru$ auf elner Bausteile l,lrl

5O
5r.
\
Kapitel ) WilhelmTell. !§

,,Wir haben alles geschafft, was wir uns am t ,r',,,,k'r'wurclc aus Notwehrgetötet", sagt Melchthal
Rütli geschworen habenl Los, jetztwird gefeiert!",
' illrtisl('1.
schlagt Melchthal vor. ,,W.enn der Kaiser hört, was ,,Wohin sind die Mörder geflohen?", ftagt
wir getan haben, schickt er sein Heerr undbestraft \\'.rltcr lrlirst. ,Jeder in eine andere Richtung",
uns! ", entgegnet Baumgarten. ,rrr\vortct der Mann. ,,Das ganze Land ist in
Ein Mann lauft herbei und ruft: ,,Habt ihr schon \rrllrtltt'r."
gehört? Der Kaiser ist tot! Er wurde ermorderz!" ,,Wrrs wird denn nun passieren?", fragt
,,Was? Der Kaiser! Das kann doch nicht wahr l'l.rrrrrgarten. ,,Ein neuer Kaiser wird kommen.
sein!", ruft das Volk durcheinander. ,,Wie konnre llrrtl wir wissen noch nicht, ob er uns in Freiheit
das gescheheno? Wer tut so etwas?" l, l,t'n liisst", vermutet Walter Fürst.
,,Sein eigener Neffe war's", berichtet der Mann .Wo ist eigentlich fragt Stauffacher. ,,Er
Te11?",
,,Der Kaiser wollte ihm sein Erbe nicht geben. r',r ur)ricr Befreier! Wir sollten ihm danken und ihn
Da wurde er so wütend, dass er seinen Onkei Ir rr rr r ! I(ommt alle mit, wir gehen zu seinem Haus."
getötet hat. Mit zwei Kumpeln' hat er ihm lrr 'lblls Haus sind Hedwig und die Kinder.
aufgelauert und ihm einen Dolch' in die Brust I lcrrtc kommt euer Vater nach Hause!", sagt
gestoßen. Der andere Kumpel durchbohrte ihn ,lrc Mutter. ,,Er lebt und ist frei. Wir sind alle frei!
mit einem Speer und der dritte schnitt ihm die I rr rt'r' Vater hat das Land gerettet! Er ist ein Held!"

Kehle durch." ,[\,l,rnra, ich war auch dabei. Ich habe nicht
,,Pfui! Das ist ja ungeheuerlich6! Aus Geldgier, lczittcrt, mit dem Pfeil auf den Apfel auf
als Papa
einen Menschen zu töten! Das ist Unrecht8! rrrcirrcm Kopf gezielt hat. Dabei hatte ich solche
,'\rrqst. Fast wäre ich gestorben." Die Mutter
1
s Heer, e Milität 6 rrrrnrmt Walter. ,,Welch ein Glück, dass du lebst,
Armer ungeheueilirh unglaublich,
2
elmorden töten schreckl ich rnt'in Kind!"
i geschehen passieren ?e
Geldgier (nur Sg) wenn man
arl(umpel,- Freund immer mehr Geld haben will
5rDolch,e l,lesser I (nurJa) Schuld
s Unrecht ' r ArrIlltltr llirl .i]) A rislllrll, Al iicl L;r'l;

52 53
Kapitel **r-r r 6;

,,Schau mal, dakommt ein Mönch,zu unserem ,llrrrrcn ist cin Mönch", anrwortet Hedwig. ,,Ich
Haus", sagt Waiter. ,,Er hat bestimmt Hunger und
lil,rrrl'r', tlcl ist gar kein richtiger Mönch. Er ist mir
Durst", anrwortet die Mufter. ,,Lasst ihn herein, rrtr lrl lichcurcr'. Bitte schau mal nach."
Kinder. Er soll sich hier erst mal stärken2... .Wt'r'sir.rd Sie?", fragt ihn Tell.
Der Mönch schaut mit irrem Blick umher. ,,Wo Srt' lrabcn den Landvogt erschossen, weil er
bin ich hier? Ist Ihr Mann zu Hause?.. Irgendwie ',, lrlrrrrrrrc Sachen von Ihnen verlangt hat. Auch
ist ihr der Typ, unheimlich. Hedwig bekommt t, lr lr,rlrt'.icmanden getötet, der mich ungerecht'
richtig Angst vor ihm. ,,Sie sind gar kein richtiger I lr,rrrtlt'lt hat", erklärt der Mönch.
',
Mönch. Was wollen Sie hier von uns? Lassen Sie I i ' I I bittct Hedwig, mit den Kindern ins Haus zu

uns in Ruhe!"
;,, lrlrr. .Sic sollen nicht hören, was der Mann sagt.
Da ruft Walter ,,Mama, da kommt der papa! I r,rrrrr sir-rd Sie der Herzog von Österreich' und
Ich laufe ihm schon enrgegen!.. Hedwig atmer I r,rl,r'r r I hrcn Onkel, den Kaiser, getötet!", vermutet

erleichtert auf. Sie geht nach draußen, um ihren lrll


Mann zu begrüßen. ,,lrr wollte mir mein Erbe nicht geben",
toll, dass du wieder da bist! Wo ist denn
,,Papa, r nll'('l1lct der falsche Mönch. ,,Sie haben aus
deine Armbrust?", f.rgt Walter. ,,Die habe ich I l,rlrliit'r-r den Kaiser getötet! Das ist unfassbar!"
begraben. Damit will ich nie wieder schießen... llll rst cntsetzt. ,,Ich habe als Vater aus Notwehr
Hedwig umarmt ihren Mann. ,,Du lebst! Weich lr.rntlclt. Wie können Sie so etwas vergleichen.
1,,
ein Glück! Endlich bist du wieder bei uns. Du hast lr,r', ist ctwas ganz anderes. Verschwinden Sie!
uns alle gerettet." f\lrt t'irrcm Mörder5 will ich nichts zutunhaben!"
,,Liebe Hedwig, warum schaust du so llrnc helfen Sie mir! Gewähren Sie mir Unter-
erschrockena? Ist erwas passiert?.., fragt Tell. ',, rl, clamit mich niemand findet", fleht der Mann.
,,Da IrIr r
1

rrr,lrl rlr,lrr,U(,rstitt I' I,:llli' :,,t reäahgief (;it/ )ar)'1,;ti'i.r)illr.i.


I
rl'lönch, e Klosterbruder 4
elschletken, erschrak, erschrocken I unoere(ht nicht gerecht wenn man immer mehr haben will
2
sich stärken erfrischen I I l{tnog von Ö$eneich -
Ir
Angst bekommen Adelstitel, 5
r Mördet, Killer
Typ, en (haraktet lrlann
llt,t,tlitlrrcr

54 55
Kapitel S

,,Ich rate Ihnen, gehen Sie über die Berge bis


nach Rom in den Vatikan. Bitten Sie den Papst um
Hilfe. Beichten' sie ihm Ihre Schuld. Dann tun Sie,
was er Ihnen sagt." Tell bittet Hedwig ihm etwas
Reiseproviant einzupacken. Dann schickt er den
Mann weg.
Von weitem hören sie Musik und fröhliche
Stimmen2 näher kommen. Eine große Gruppe von
Menschen kommt den Berg herauf zu Tells Haus.
Sie rufen laut: ,,Es lebe Tell! Unser Beschützer'
und Rettera!"
t
Unter ihnen sind auch Berta und Uli. Berta sagt
zu den Leuten: ,,Ich will keine Adelige mehr sein.
Nehmt mich auf als Bürgerin. Ich bin eine von
euch." Und Uli ruft seinen Knechten zu: ,,Ihr seid
l\t
jetztfteie Leute. Ich bin nicht mehr euer Herr. " Uli
und Berta umarmen sich. ,,Wir wollen heiraten \ l\
und als Schweizer Bürger5 unter euch leben."
Alle jubeln und tanzen und feiern noch lange
frohlich weiter. r

'beichten Schuld
2Stimmen (hieD I

ry
3r
Beschützer, - jr
1r -
Retter, lmd., r

trBtirger,e jmd. äM"b


SG
Gib Befehle!
Sie sollen Gesslers Burg zerstören.
Die Leute rufen: ,,Zerstört Gess/ers Burg!"
Wer sagt was? Ordne den Aussagen die richtigen
Personen zu. I Er soll Berta retten.
das Volk Walter Baumgarten
ein Mann Gesslers Sohn 2 Walter soll Tell entgegen laufen.
1 Berta ist noch in der Burg eingesperrt!
3 Sie sollen ins Haus gehen.
2 Was machen wir denn jetzt mit dem ollen Hut?

Der Mönch soll verschwinden.


3 Habt ihr schon gehört? Der Kaiser ist tot!

4 Dabei hatte ich solche Angst.

5 Es lebe Tell! Unser Beschützer und Retterl


Buchstabensalat. Diese Wörter aus dem letzten Kapitel
haben damit zu tun, was sich die Männer am Rütli
geschworen haben. Erkennst du sie?
I RUGB
2 Deshalb. verbinde satzteil 1 mit dem passenden satzteil 2 UEFRE
2undschreibedenvollständigenSatzauf.Achteaufdie 3 RITEFHEI
lnversion. 4 TSGRÖZEURN
Beispiel: Auf dem Berg brennt ein Feuer, deshalb steigt 5 HCZNEIE
Rauch auf.
\',
1 f] Gessler hat die Menschen sehr schlecht behandelt' t,

2 E Berta ist noch in der Burg'


S X fettgrußt den Hut nicht. Gemeinsam eine Aufgabe lösen.
+ tr rett hat die Menschen gerettet' Berichte deinem Lernpartner von eurer Klassenfahrt.
- Wohin seid ihr gefahren?
a Uli läuft in die Flammen' - Was habt ihr gesehen?
b Er soll einen Apfel vom Kopf seines Sohnes schießen' - Was hat dir am besten gefallen?
c Sie kommen zu seinem Haus und feiern ihn' - Was fandest du nicht so gut?
d Sie wollen die Burg anzünden.
Stelle nun deinem Lernpartner Fragen zu seiner Klassenfahrt.

59
5B
-"\.
-' e
Auf der Bähne
> Wilhclnt'fcll *A&,

#
>7 Personen:
Ein paar Leute aus
los ist.

Mann: (zu
Altdorf kommen, .um zLt sehen,

der Frau) Was ist denn


da passiert?
wAs
ffi
ffi
Wilhelm Tell Landvogt Gessler Frau: Er hat den Hut nicht
gegrüßt.
Walter Tell Wachmann Gessler kommt auf seinem pferd herbeigeritten.
Hedwig Tell Steuermann
Gessler: W.as ist hier los?
uli Reiter
Wachmann: Herr Landvogt,
Berta Gesslers Leute dieser Mann hat
Euren Befehl nicht befolgt.
Landsleute Ich nehme ihn
Fischer und sein Sohn gefangen.

Bäuerin mit ihren Kindern Gessler: Bist du nicht Telt?


Der so gut schießen
kann? Das will ich sehen!
Szene 7: Marktplatz in Altdorf, In der Mitte des Platzes
ZuWalter: Siehst du den Baum
ist eine Stange aufgestellt, auf der Gesslers Huthtingt. dort hinten?
Nimm diesen Apfel und gehe
Wilhelm T ell und s ein S ohn Walt er gehen dar an v orb ei. zu dem
Baum. Dann lege den Apfel
Walter: Papa, schau mal! Da hangt ein Hut auf auf deinen
Kopf und bewege dich nicht von
der Stange. der Stelle.
Walter geht nichts ahnend.,
Tell: Das ist Gesslers Hut. Er will, dass jeder, mit dem Apfel zum Baum.
Gessler: So, Tell. Nun zeig
der daran vorbeigeht, sich vor dem Hut mal, was du kannst.
verbeugt. So efwas Dummes! Komm Wenn du mit dem pfeil den
Apfel triffst,
lasse ich euch beide frei.
Walter, wir gehen einfach weiter.
Tell schaut ihn entsetzt an.
EinWachmann sieht das.
W'alter (schreit) : papa! Neint
Wachmann: He ihr! ftr habt den Hut nicht gegrtißt. ! I

TelL Herr Landvogt, Ihr könnt


Was fällt euch ein, den Befehl von Landvogt doch nicht
verlangen, dass ich auf
Gessler nicht zu befolgen'? Ihr seid verhaftet! meinen eigenen
r llii, I
befOlggn l),'.ltlrilr,r.1r{ llir nirhts ahnend ctlrliilrllslcs. jrr qiitt:rn
Gi,trrhan

6o
6r
(
§
-l
f-''
Auf der Bühne

I
Sohn schieße! Habt ihr denn gar kein Herz?
Gessler: Wenn du dich weigerst, lasse ich dich
4
und deinen Sohn töten. il
Ai
x il&. lNrt
I - rl
versucht Ges sler von s einem schrecklichen Vorhab en
obzubringen.
T5
ßl
I
Uli: Herr Landvogt, das war doch sicherlich

Y nur eine Prüfung. Ihr wolltet nur seine


Reaktion testen. Jetzt können wir die
Übungbeenden.
B erta steht neb en ihm und s chaut üi b ewundernd' An.
auf ihn, dass er so mutigist und mit dem
Sie ist stolz

ffi Landvogtr spricht. Währenddessen2 nimmt Tell zwei


Pfeile aus seinemKöcher und spdnnt den erstenin seine
Armbrust.
I'
ffi Gessler: Ich scherze3 nicht. Los, Tell, schieß endlich!
Walter steht mit dem Apfel auf dem Kopf am Baum. Er
f-
hat grofe Angst. Jetzt blo! nicht zittern! Er kneifi die I
tu Augrn zusammenn. Besser nichthinschnuen. Daftillt ein
Schass. Ein Pfeilfliegt durch die Lufi und trifi den Apfrl.
\t
V Alle atmen erleichtert auf, Puh! Dds ßt ja nochmol gut

o
gegangen! Die Leute jubeln. \ l
Die Leute: Bravo Tell! Dubist ein Meisterschütze5!
I
r
bewundern iri lri lnr.ul l. !eriilieir
^^. I währenddessen .ru\!r,',.hor l

X r

l
5r
stherzen Sl;al; n i,riitti r

die Augen zusammenkneifen rtie Ailgt,ir zlilr,r(lrelr

X
Meisterschütze, n i: r l,'lei:trr irr \ri eßer

. ;::d,
6z , \r
-l \./
Z\
WilhelmTell
\ Auf der Bühne
..V
ffi Gessler: Z:ugegeben', Teil, das war nicht Das Schiff frihrtlos.
in Seenot.
BalA" darauf gerdt esbei dem[Jrwetter

schlecht. Aber wofür war der zweite Pfeil?


,
ffi. Tell: Och, das ist so Brauch unter denJägern' Steuermann: Herr Landvogt, der Sturm ist
M
ffi\ Gessler: Das glaube ich dir nicht! Sag die
so stark, dass sich das Schiff nicht mehr
lenken lässt. Wir werden untergehen. Nur
Wahrheit, worauf wolitest du mit dem
W
,ffi\
zweiten Pfeil schießen? einer kann ein Scffibei solchem Wellengang,

x
noch steuern. Und das ist Tell.
Tell: Wenn ich nicht den Apfel, sondern meinen
Sohn getroffen hätte, dann hätte ich mit
Gessler ist sclton ganz grün um die Ndse'.

dem zweiten Pfeil auf Euch geschossen' Gessler: Nun gut. Bindet ihn los. Er soll das
Und euch hätte ich ganz bestimmt Schiff steuern.
Tell nimmt das Steuer. Aus dem Augenwinkel3 schaut

ffi
getroffen!
dit zwar er, wo seine Armbrust ist. Als er am Ufer einen
Gessler: (kocht vor Wut) Ich habe
Felsvorsprung sieht, steuert er darauf zu. Plötzlich
versprochen, dass ich dich leben lasse' Aber
greifi er mit der Hand nach seiner Armbrust und

ffi dafür wirst du im Gefangnis büßen! Du


wirst nie wieder die Sonne sehen!
Gesslers Leute fesseln Tell und fuhren ihn ab'
springt aus dem Schiff auf den Felsen. Mit dem FuJl
stö$t er das Scltiff zurück in die Wellen.

Gessler: (zu seinen Leuten) ZurijLck ans Ufer!

ffi
V Szene
Walter: (weint) PaPa! PaPa!

2: Am t'Jfer des Vierwaldsttitter Sees' Gesslers


Ein
Fasst ihn! Er darf uns nicht entkommen!
Aber das Unwetter ist zu stark. Sie können das Schiff
nicht zurück zu denFelsenlenken.
Leute bingen den gefesselten Tell auf das Schiff' Tell streckt die Arme zum Himmel. Hurra!

I Sturm koÄmt ouf, Die Wellen sind sehr hoch' GessLer


^^.
steig! ebenfalk auf das Schifi,

I
Gessler: Los, ablegen2!
(nur Sg) sehr hohe Wellen
' r Wellengang
I ZUggben .ri rl.,i,1,
2
gdn um die t{ase wenn einem yhlecht wrrd, ist man grün um die Nase
l
I
aus dem Augenwinkel von der Seite aus schauen
I 2
ablegen il,:i \irrtli los ll,ltiltil il rLl
'li)lrlilii'll

6+ 6s
r

Auf der
I
Szane 3: Ein Fischer steht mit seinemJungen am Ufer
Sie sehen, wie das Schiff bei dem Unwetter von den
Wellen immer hin- und hergens s en1 wird.

Fischer: Mit diesem Schiffbringen sie Tell zum


Gefängnis nach Küssnacht.
Junge: Schau mal, da kommt ein Mann. Der hat
so eine Armbrust wie der Tell.
Fischer: Das ist Tell!
Sie laufut ihm entgegen. # ffi

&d

Fischer: Was ist passiert? Wie konntest du


entkommen?
Tell: Weil der Sturm so stark war, haben sie

meine Fesseln losgebunden2, damit ich das


Schiff steuere. Ich konnte at dern Felsen
dort unten fahren und an Land springen.
Dann habe ich das Schiff wieder zurück ins
Wasser gestoßen.
{..:7,
Fischer: Bravo! Das hast du wirklich gut
gemacht. Was hast üt jetzt vor? Sie werden
nach dir suchen.
Tell: Wenn sie es schaffen, ans andere Ufer nt'
kommen, will ich vor ihnen da sein. Welcher
ist der schnellste Weg nach Ktissnacht?

' hin- und hergerissen das Schif{


2losbinden die Feseln lösen

66
\ Auf der Bühne WilhelmTell
,n
Fischer: Mein Junge kommt mit dir und zeigt Gessler: Platz da,Frau! Mach, dass du wegkommst!

dir eine Abkürzung. Bäuerin: Bitte, Herr Landvogt, hört mir zu.
Ti{t Bitte reite zu meiner Frau nach Btirglen und sage Aber der Gessler hört der Frau gar nicht zu, sondern
m*tt treibt' sein Pferd an. Er will im Galopp einfoclr über die
rhr, dass ich mich retten konnte und bald
Briuerin unl. ihre leleinen Kinder reitut. D a kommt plötzlich
komme. Vorher muss ich noch etwas erledigen''
ein Pfeil geJb grn und trifi G e s sler ! Mitt en itu H er z.
Tell" geht mit dem Jungen den Weg nach Küssnacht' Einige Leute, die in der Nrihe wdren,laufenin das Dorf
Es glbthohe Feken, durch die ein sehr schmalet' Weg und verkänden' die N achricht.
hindurchfuhrt. Es §btkeinen anderenWegzu dem Ort'
Mann: Stellt euch vor, was passiert ist! Gessler
Gessler und seine Leute milssenhier entlangkommen'
ist tot! Er wurde von einem Pfeil getroffen.
Tell: Ich werde mich hier oben im Gebüsch Ein anderer Mann: Das kann nur Tell gewesen sein.
verstecken. Von hier aus kann ich den Weg
Es lebe Tell! Er hat uns von diesem Tyrannen3
gut sehen. Aber keiner kann mich sehen'
befreit.
Eine Bäuenn mit ihren Kndern geht den Weg entlang
Die Leute jubeln und tanzen.
und, setzt sich genau on der engen Stelle auf denBoden'
Ein Reiter von Gessler rcitet voraus. Szene 4: ln Tells Haus sind Hedwig und die Kinder
Reiter: Frau, geh weg da! Der Landvogt kommt Walter: Mama, schau nur, da kommt der Papa!
mit seinem Pferd. Walter läufi ihm entgegen und umarmt ihn.
Bäuerin: Ich gehe hier nicht weg. Ich bin in großer Walter: Papa, wo ist denn deine Armbrust?
Not. Gessler hat meinen Mann ins Geftingnis Tell: Damit werde ich nie wieder schießen!
gesteckt. Er hat nichts Schlimmes getan. Wer
fröhliche Stimmen. Viele Menschen kommen
Sie hören
versorgt' dertn jetzt die Familie? Die Kinder den Weg zu Telk Haus. Sie jubeln und rufen:
haben Hunger und wollen zu ihrem Vater' Hoch iebe Wilhelm Te1l! Unser Befreiera!
Dakommt Gessler im Galopp' den Weg entldng' ENDE
1 3
machen rGalopp (nur Sg.)mit dem Pferd ' antreiben dem Pferd dre Sporen geben, rTyrann, en Diktatol
'erledigen
2schmal nicht breit, eng schnell reiten damit es schnell läuft Gewaltherrscher
3veßorgen sich kümmern um 2
verkünden bekannt machen, weiterezählen 4rBefreier,- Retter

68 6g
Lesen & Lernen

Formuliere die Passenden Fragen. 2 gilae Sätze.


auf dem Kopt / einen Apfel ,/ haben / Walter
G ess I er : e st ..d{. f.l c-fi
i .t . Q.9 1..r.9.1.1.?......... .....
... .W. p.
! !.e r.. h.e.l..e t n e n A.p.[p.t.. p.*t f.. d en K e p.f,,
Tell: Ja, ich bin der Tell.
. .

1 durch die Luft / Der Pfeil / fliegen


Gessler: Wo .............
Tell: Der Hut hängt auf der Stange. 2 bei dem Sturm / Das Schiff / in Seenot / geraten

Gessler: Hast ........... 3 mit dem Fuß / Tell/ stoßen / in den See / das Schiff /
zurück
Tell: Nein, ich habe den Hut nicht gegrußt.
Gessler: Wie ............ 4 sein Sohn/ Der Fischer / am Ufer / und / stehen

Tell: lch kann gut mit der Armbrust schießen.


Gessler: Was ...........
Tell: lch habe den APfel getroffen.
3 finde zu jedem Adjektiv das Gegenteil und verbinde sie
Fischer: Warum miteinander.
Tell: Das Schiff ist wegen dem Sturm in Not geraten. klein leise
1 gut langsam
Fischer: Wie ............ 2 laut trocken
Tell: Mit einem Sprung ans Ufer konnte ich 3 traurig groß
entkommen. 4 dunkel schlecht
5 schnell mutig
Fischer: Wohin 6 nass hell
Tell: lch will nach Küssnacht gehen. 7 hoch fröhlich
8 ängstlich tief
Tell: Wer ............

Fischer: Mein Sohn zeigt dir den Weg.

77
Fit in Deutsch - Lesen Sprechen & Sprache
4 ties den Artikel und beantworte die Fragen. ä Gemeinsam eine Aufgabe
lösen.
Das klassische Drama Wilhelm Tell aus der Feder des Auch die Werbung hat Tell
deutschen Drchters Friedrich von Schiller, 1BO4 am entdeckt. Wähle gemeinsam
mit einem partner/einer partnerin
Hoftheater in Weimar uraufgeführt, ist zweifellos die für das Tell Werbung machen
,"i0", ein produkt aus,
berühmteste literarische Bearbeitung des Stoffes. Heute könnte. Verfasst dazu einen
originellen Werbespruch.
noch finden jährlich in lnterlaken die Iel/spiele statt.
Produkt:
Sie wurden 1912 gegrundet. Mittlerweile sind es schon
uber 125O Aufführungen des Stückes. Mit etwa 2OO
I
Laiendarstellern, vom Kind bis zum rüstigen Rentner Vorteile des produktes:
in stilechter historischer Kleidung, findet heute das
Freilichtspiel Tell statt. Die faszinierend wirklichkeitsnahe
Wofür verwendet es Tell:
Kulisse mit Ziegen, Kuhen und Pferden ist ein besonderes
Erlebnls.
Werbespruch:
ln diesem Theater sind die prachtvoll inszenierten Szenen
Rütlischwur und Apfelschuss zu einem spannenden
historischen Krimi verdichtet. Ausserdem kann man auch Malt dazu ein plakat.
neugierig hinter die Kulissen blicken, ein Privileg, das der
normale Zuschauer nicht hat. 6 tm Theater. Ergänze mit
deinen ldeen und Assoziationen.
Über zwei Millionen Besucher haben die lnszenierungen
über die Jahre besucht. Bühne
RF
Das Drama Wilhelm Iel/ wurde 1BO4 in
nterlaken uraufgeführt. ND
ntr
I

2 Es treten echte Ziegen, Kühe und Elefanten auf.


5 Die Tellspiele finden jedes Jahr in lnterlaken statt. trtr
4 Auch Kinder spielen mit. nn
5 Der Zuschauer kann hinter die Kulissen blicken. nn Schauspieler Pubtikum

72
73
Zum Weiterlesen

Wer vuar eigentlich Schiller?

Schillers Wohnhaus

Friedrich Schiller wird am 10. November eingeschränkt. Schließlich flieht er nach


in Weimar
1759 in Marbach geboren. Die Familie zieht Thüringen und gibt seinen Beruf als Arzt ln das Wohnhaus in Weimar ist Friedrich Der berühmte Komponist Gioacchino
oft um. Seine Eltern schicken ihn auf eine auf. Es folgen Aufenthalte in Mannheim, Schiller mit seiner Farnilie am 29. April Rosinihat die Geschichte von Wilhelm
Militärschule nach Stuttgart, Dort studiert er lB02 eingezogen. Vorher hatten sie
Leipzlg, Gohlis und schließlich in Weimar. Tell zu einer Oper verarbeitet:
Jura, später l'ledizin. Weilan dieser Schule zur Miete in Jena gewohnt, aber in der Guillaume Tell(Guillaume ist die
Er findet zwar Verlage für seine Werke,
die Beschäftigung mit Literatur verboten kleinen Wohnung hatte Schiller keine französische Übenetzung von Wilhelm;
trotzdem reicht das Geld kaum zum Leben.
ist, liest er heimlich die berühmten Werke Ruhe zum Arbeiten. Das neue Haus ließ im ltalieniyhen sagt man Guglielmo).
Am 22. Februar 1790 heiratet er [harlotte
der antiken Schriftsteller. Schiller wird er vor dem Einzug umbauen: Die Zimmer Es war die letzte Oper, die Rosini
von Lengefeld. Friedrich und Charlotte
Regimentsant. Nebenbei schreibt er von Charlotte und den Kindern kamen schrieb. Sie wurde am 3. August 1829
Gedichte und Theaterstücke. Seine Werke haben vier Kinder. Eine Lungenentzündung
in die erste und seine Arbeitsräume in in Paris uraufgeführt. Bekannt ist vor
muss er anonym herausgeben. Schiller führt schließlich am 9. Mai 1805 zu seinem
die zweite Etage, damit er ungestört allem die 0uvertüre. Hier könnt ihr sie
ist häufig krank. Sein Freiraum wird frühen Tod - ein.lahr nachdem er den schreiben konnte. ln diesem Haus ist anhören. Kennt sie jemand von euch?
durch Vorschriften und Verbote sehr stark Wilhelm Iell vollendet hatte, Schiller drei jahre später gestorben.

74
Zum Sleiterlesen
Ein Museum
i(lt
zum Schweizer lL\r ll)(lttl
t*":,j*'
WilhelmTell Freiheitshelden : Sllltr

heute lm Tell-Museum in Bürglen im


Kanton Uri werden Dokumente :lsxi ii?rrl :ir'i'iiirl
!r, :i :'

und Gegenstände über den


Hat es Tell wirklich Freiheitshelden Wilhelm Iell

gegeben? gezeigt. Das Dorf Bürglen ist

sehr alt. ln einer Urkunde wird


Historisch kann nicht nachgewiesen
es bereits im lahre 857 erwähnt.
werden, ob Tell tatsächlich gelebt hat.
Bürglen gilt seit jeher als die
ß gibt viele fantasievolle Varianten der
Heimat Wilhelm Teils.
Sage. Vermutlich gab es ein besonderes
Ereignis, das mündlich von Dorf zu Dorf und www.tellmuseum.ch

von Generation zu Generation erzählt wurde.


Jeder hat die Geschichte etwas anders euählt,
ausgeschmückt und weitere dramatische
Der Vierwaldstätter See
Zwischenfälle eingebaut. So entstand mit der
Der vierwald$ätter see ist ein see in der
Zeit die berühmte Legende um den Schweizer Zentralschweiz. sein ufer ist von Bergen
umgeben.
k heißt so, weil vier waldstätten an ihn grenzen:
die l(antone uri, unterwalden, scrrwra uno
Nationalhelden.
Luzern. Er be$eht aus mehreren Armen
und Buchten. Durch den Föhn aus den Bergen
kommt es
häufig zu Sturm und Unwettern.
Der Mythos Tell
0b Tell nun wirklich gelebt hat, i$ im Grunde
genommen nebensächlich. Der Nationalheld

ist zum Mythos geworden und verkörpert


ldentität, Einigkeit, Freiheit und das Recht
auf Selbstbestimmung. lmmer mehr wird
Iellals lkone auch in der Werbung für eine
Vielzahl von Produkten und Dienstleistunqen
eingesetzt, Die Armbru$ steht beispielsweise
für Schweizer 0ualität und Präzision. Eine
bekannte Jeansfirma hat auf Plakaten die

fAhbffi Statue von Tell und seinem Sohn gezeigt,

o"#,'gtr wo die beiden Jeans dieser Marke trugen. Es

Plflt,^] gibt unzählig viele Filme unterschiedlichster

Gattungen zur Geschichte von Wilhelm Tell.


Teste dich seübst! I Syllabus
,//////////2///22/////////////2222
1 Riclrtlg oder Falsch?
RF Themen
1 Altdorf liegt am Meer. trtr Geschichte der Schweiz
2 Die Vögte sorgen gut für die Menschen. ND Landschaft
3 Auf dem Vierwaldstätter See gibt es häufig Leben in den Bergen
Unwetter. nn Freiheitskampf
4 Tell ist ein geschickter Steuermann. trn Feudalherrschaft
5 Uli ist ein Fischer. trn Gerechtigkeit
6 Berta ist eine Adelige und lebt am Hof. nn Theater
7 Beim Treffen auf dem Rütli wird Musik gemacht
und getanzt. trn Sprachhandlungen
8 Rütli ist ein Berg. nn mündlicher und schriftlicher Ausdruck
Wortgruppen zuordnen
9 Die Schweizer Eidgenossen möchten in Freiheit
in den Bergen leben. ntr Textverständnis
1O Hedwig findet den Mönch nett. ntr Assoziationen
11 Tell schwimmt an Land. trn Geschehnisse erzählen
Fragen formulieren
12 Der einzige Weg nach Küssnacht führt durch
eine Felsspalte. nn Umgebung beschreiben
Vermutungen und Vorstellungen formulieren
ä Wer ist wer? Werbeslogan texten
1 Wer hat den Vogt mit der Axt Grammatik
erschlagen? .Adjektive
Wer hat ein schönes Haus, auf . Präpositionen
das der Vogt neidisch ist? . Perfekt
3 Wer trinkt mit den Knechten . Komposita
aus einem Becher? . Konnektor deshalb
4 Wer muss mit einem Apfel auf
dem Kopf am Baum stehen?
5 Wer möchte nicht, dass Tell und
Walter nach Altdorf gehen?

7B