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Leitfaden zur

Auftragsvergabe

Podlesnic, Pichler; Leitfaden


Vergaberecht
Pichler; Leitfaden Vergaberecht
Leitfaden zur Auftragsvergabe
Auf den folgenden Seiten finden Sie einen kurzen Leitfaden zum
Vergaberecht. Dieser soll Sie dabei unterstützen, die gesetzlichen
Bestimmungen rund um das Vergaberecht einzuhalten, die
Nichtbeachtung der vergaberechtlichen Bestimmungen kann unter
Umständen (Uebergehung des Bestbieters) zu Schadenersatzansprüchen
führen. Benützen Sie den Leitfadens um anhand Ihrer Informationen
festzulegen:
¾ ob Vergaberecht anzuwenden ist,
¾ in welchem Bereich des Vergaberechts Ihr Auftrag liegt,
¾ zwischen welchen Vergabeverfahren Sie auswählen können und
¾ wie sich diese Verfahren, grob skizziert, darstellen.

Die jeweiligen Folien sind so miteinander verbunden, dass Sie bei


anklicken des gewählten Datenfeldes auf die nächste Detailinformation
kommen.

Hinweis: Bei der vorliegenden Darstellung handelt es sich nur um einen Überblick. Für weitere
Informationen wenden Sie sich bitte an die Rechtsabteilung.

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Anwendbarkeitsüberprüfung
Inhalt des Auftrags

Lieferauftrag Bauauftrag Dienstleistungsauftrag Keiner der genannten


Aufträge

Von den
Ausnahmebestimmungen: z.B. Kauf einer Immobilie, Arbeitsvertrag,
Bestimmungen des
Vergaberechts
ausgenommen

Geschätzter Auftragswert Bestimmungen über


ohne Umsatzsteuer unter 40.000 € die Direktvergabe

Gesch. Auftragswert Gesch. Auftragswert Gesch. Auftragswert Bestimmungen für den


unter 211.000 € unter 5.278.000 € unter 211.000 € Unterschwellenbereich

Geschätzter Geschätzter Geschätzter


Bestimmungen für den
Auftragswert Auftragswert Auftragswert
Oberschwellenbereich
mind. 211.000€ mind. 5.278.000 € mind. 211.000 €

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Wahl des Vergabeverfahrens im


Oberschwellenbereich
Ohne zusätzliche Voraussetzungen (= immer möglich) Offenes Verfahren

Nicht offenes Verfahren mit


•Wenn ein vorher durchgeführtes offenes / nicht offenes Verfahren mit vorheriger
vorheriger Bekanntmachung oder ein durchgeführter wettbewerblicher Bekanntmachung
Dialog kein für den Auftraggeber geeignetes Angebot gebracht hat und
die ursprünglichen Bedingungen nicht grundlegend geändert wurden
oder Verhandlungsverfahren
•Der Bau/Liefer/Dienstleistungsauftrag keiner globalen Preisgestaltung mit vorheriger
unterliegt oder Bekanntmachung
•Sonderfälle z.B. geistige Leistung

•Wenn ein vorher durchgeführtes offenes / nicht offenes Verfahren mit


vorheriger Bekanntmachung oder ein durchgeführter wettbewerblicher
Dialog kein im Sinne des Gesetzes geeignetes Angebot gebracht hat und
die ursprünglichen Bedingungen nicht grundlegend geändert wurden und
der Kommission auf Wunsch Bericht erstattet wird oder
•Beschleunigtes Verfahren Verhandlungsverfahren
•Sonderfälle, die den Vertragsinhalt betreffen ( z.B. Forschung, ohne vorherige
Ausschließlichkeitsrechte, technische und künstlerische Besonderheiten Bekanntmachung
oder „Folgeauftrag“)

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Wahl des Vergabeverfahrens im


Unterschwellenbereich
Offenes
Verfahren
Ohne zusätzliche Voraussetzungen (=immer möglich)
Nicht offenes
Zu den im Oberschwellenbereich angeführten Ausnahmebestimmungen Verfahren mit
treten im Unterschwellenbereich folgende hinzu: vorheriger
Bekanntmachung
•Bauauftrag unter 120.000 €,Liefer-/ Dienstleistungsauftrag unter
80.000 € sofern genügend geeignete Unternehmer für freien und Nicht offenes
lauteren Wettbewerb bekannt sind Verfahren ohne
vorherige
Bekanntmachung

•Liefer- und Dienstleistungsaufträge ohne Einschränkung Verhandlungs-


•Bauaufträge unter 350.000 € verfahren
mit vorheriger
•Wenn ein vorher durchgeführtes offenes / nicht offenes Verfahren kein im Bekanntmachung
Sinne des Gesetzes geeignetes Angebot gebracht hat und die
ursprünglichen Bedingungen nicht grundlegend geändert wurden oder
•Auftragssumme unter 60.000 € ( Liefer- und Dienstleistungsaufträge),
80.000 € (Bauaufträgen) oder Verhandlungs-
•Auftrag betrifft börsenotierte Waren, Gelegenheitskauf (besonders verfahren
günstig), Kauf aus Konkursmasse ohne vorherige
Bekanntmachung

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Offenes Verfahren im
Oberschwellenbereich

•Beim offenen Verfahren wird eine unbeschränkte Anzahl von


Unternehmern öffentlich, durch Ausschreibung im
Amtsblatt der Europäischen Union zur Abgabe von
Angeboten aufgefordert.
•Nach Ablauf der Angebotsfrist (mind.52 Tage) wird nach
Durchführung einer formalen Angebotsöffnung und
Bewertung der eingelangten Angebote der
•Zuschlag unter Einhaltung einer Stillhaltefrist von 14 Tagen
an das beste/ billigste Angebot erteilt.

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Nicht offenes Verfahren mit


vorheriger Bekanntmachung im
Oberschwellenbereich
• Eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmern wird
öffentlich, im Amtsblatt der Europäischen Union zur
Abgabe von Teilnahmeanträgen innerhalb einer Frist von
mind. 37 Tagen aufgefordert .
• Aus diesen Teilnahmeanträgen werden die am besten
geeigneten Unternehmer (mind. 5) ausgewählt und zur
Abgabe von Angeboten aufgefordert.
• Nach Ablauf der Angebotsfrist (mind. 40 Tage) und
Durchführung einer formalen Angebotsöffnung, werden
die Angebote bewertet und der
• Zuschlag unter Einhaltung einer Stillhaltefrist (mind. 14
Tage) an das beste/ billigste Angebot erteilt.

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Verhandlungsverfahren mit
vorheriger Bekanntmachung im
Oberschwellenbereich
• Eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmern wird
öffentlich, im Amtsblatt der Europäischen Union zur
Abgabe von Teilnahmeanträgen innerhalb einer Frist von
mind. 37 Tagen aufgefordert
• Mindestens 3 befugte befugte, leistungsfähige und
zuverlässige Unternehmer werden aus den
Teilnahmeanträgen ausgewählt und zur Abgabe eines
Angebots eingeladen
• Nach Ablauf der Angebotsfrist ( ausreichend ca.10 Tage)
wird mit den Bietern verhandelt- (nicht ausschließlich
über den Preis) und der
• Zuschlag unter Einhaltung einer Stillhaltefrist (mind.14
Tage) an das beste/ billigste Angebot erteilt.

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Verhandlungsverfahren ohne
vorherige Bekanntmachung im
Oberschwellenbereich
• Mindestens 3 befugte, leistungsfähige und zuverlässige
Unternehmer werden zur Abgabe eines Angebots
eingeladen.
• Nach Ablauf der Angebotsfrist ( ausreichend ca.10 Tage)
wird mit den Bietern verhandelt- (nicht ausschließlich
über den Preis) und der
• Zuschlag unter Einhaltung einer Stillhaltefrist (mind. 14
Tage) an das beste/ billigste Angebot erteilt.

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Offenes Verfahren im
Unterschwellenbereich

•Beim offenen Verfahren wird eine unbeschränkte Anzahl von


Unternehmern öffentlich, durch Ausschreibung im
Österreichischen Lieferanzeiger ,zur Abgabe von Angeboten
aufgefordert
•Nach Ablauf der Angebotsfrist (mind. 22 Tage) wird nach
Durchführung einer formalen Angebotsöffnung und Bewertung der
eingelangten Angebote der
•Zuschlag unter Einhaltung einer Stillhaltefrist ( 14 Tage) an das
beste/ billigste Angebot erteilt.

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Nicht offenes Verfahren mit vorheriger


Bekanntmachung im
Unterschwellenbereich
• Eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmern wird
öffentlich, im Österreichischen Lieferanzeiger zur Abgabe
von Teilnahmeanträgen innerhalb einer Frist von mind.14
Tagen aufgefordert.
• Aufgrund dieser Teilnahmeanträge werden die am besten
geeigneten Unternehmer (mind. 5) ausgewählt und
• zur Abgabe von Angeboten aufgefordert
• Nach Ablauf der Angebotsfrist (mind.22 Tage) und
Durchführung einer formalen Angebotsöffnung werden
die Angebote bewertet und der
• Zuschlag unter Einhaltung einer Stillhaltefrist (mind. 14
Tage) an das beste/ billigste Angebot erteilt.

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Nicht offenes Verfahren ohne


vorherige Bekanntmachung im
Unterschwellenbereich
• Eine beschränkte Anzahl von Unternehmern wird zur
Abgabe von Angeboten aufgefordert
• Die Auswahl dieser Unternehmen darf nicht
diskriminierend sein,
• Nach Ablauf der Angebotsfrist (mind.22 Tage) und
Durchführung einer formalen Angebotsöffnung werden
die Angebote bewertet und der
• Zuschlag unter Einhaltung einer Stillhaltefrist ( 14 Tage)
an das beste/ billigste Angebot erteilt.

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Verhandlungsverfahren mit vorheriger


Bekanntmachung im
Unterschwellenbereich
• Eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmern wird
öffentlich, im Österreichischen Lieferanzeiger zur Abgabe
von Teilnahmeanträgen innerhalb einer Frist von mind.
14 Tagen aufgefordert.
• Aus diesen Teilnahmeanträgen werden die am besten
geeigneten ausgewählt- (mindestens 3) und
• zur Abgabe von Angeboten aufgefordert
• Nach Ablauf der Angebotsfrist ( ausreichend ca.10 Tage)
wird nach Durchführung einer formalen Angebotsöffnung
und Bewertung der eingelangten Angebote der
• Zuschlag unter Einhaltung einer Stillhaltefrist ( 14 Tage)
an das beste/ billigste Angebot erteilt.

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Verhandlungsverfahren ohne vorherige


Bekanntmachung im
Unterschwellenbereich
• Mindestens 3 befugte, leistungsfähige und zuverlässige
Unternehmer werden zur Abgabe eines Angebots
eingeladen.
• Nach Ablauf der Angebotsfrist ( ausreichend ca.10 Tage)
wird mit den Bietern verhandelt- (nicht ausschließlich
über den Preis) und der
• Zuschlag unter Einhaltung einer Stillhaltefrist (mind. 14
Tage) an das beste/ billigste Angebot erteilt.

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Direktvergabe

• Bei der Direktvergabe wird eine Leistung formfrei


unmittelbar von einem ausgewählten Unternehmer gegen
Entgelt bezogen, dieser muss lediglich befugt,
leistungsfähig und zuverlässig sein
• Die für die Durchführung einer Direktvergabe
maßgeblichen Gründe sind schriftlich festzuhalten. Die bei
der Durchführung einer Direktvergabe gegebenenfalls
eingeholten Preisauskünfte sind entsprechend zu
dokumentieren
• Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit empfiehlt es sich
solche Preisauskünfte einzuholen.

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Berechnung des Auftragswerts

• Geschätzter Betrag ohne USt


• Bei befristeten Verträgen der Gesamtbetrag der während
der Vertragsdauer voraussichtlich zu leistenden Entgelte
• Bei unbefristeten Verträgen oder bei unklarer
Vertragsdauer das Vierfache des voraussichtlich zu
leistenden Jahresentgeltes

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