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Thomas Crätz

Fachkunde & Prüfun


für den Taxi- und
Mietwagenunternehmer
Autor:
Thomas Grat*
Rechtsanwalt In Frankfurt am Main
Geschäftsführer des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes e V, (BZP)

© 2004 Verlag Heinrich Vogel GmbH, München -


em Unternehmen von Springer Science + Business Media

3. Auflage 2005
Stand: November 2005

Umschlagoesialtung: Bernd Walser


Lektorat: Ulrike Hurst
Herstellung: Markus Tröger
Satz & Layout: satz-siudio gmbh, Bäumenheim

Das Werk einschließlich aller seiner Teile Ist urheberrechtlich geschützt. Jede
Verwertung außerhalb der engen Grenze Oes Urheberrechtsgesetzes ist ohne
Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Ver-
vielfältigungen. Übersatzungen, Mikroverfilmung und die Einspeicherung und Ver-
arbeitung in elektronischen Systemen.
Das Werk ist mit größter Sorgfalt erarbeitet worden, Eine rechtliche Gewähr für die
5

VORWORT

Mit Fachkunde & Prüfung für den Taxi- und Mietwagenunternehmer" wird
h

dem Interessenten an diesem vielseitigen und verantwortungsvollen Beruf


ein Lehr- und Lernbuch vorgelegt, welches ihn befähigen soll, die Fachkun-
deprüfung bei der Industrie- und Handelskammer erfolgreich zu bestehen.
Das Buch vermittelt die Grundlagen auf den Prüfungs-Sachgebieten Recht,
Betriebsführung, Technik, Straßenverkehrssicherheit, Umweltschutz sowie
grenzüberschreitender Taxi- und Mietwagen verkehr Es kann sicher nicht
alles enthalten, was Gegenstand einer Fachkundeprüfung werden tonn,
dazu ist das Prüfungsgebiet letztlich zu weit gesteckt. Derjenige, der den
Inhalt „drauf h a f , dürfte aber ein ausreichendes Rüstzeug erworben haben,
um den Prüfungsanforderungen gewachsen zu sein. Es empfiehlt sich
ohnehin neben dem fleißigen Lernen mit Hilfe dieses Buches zusätzlich der
Besuch eines Vorbereitungskurses. Denn diese vorbereitenden Lehrgänge
können angesichts dor permanenten Flut von Neuregelungen zeitnäher als
dieses Buch auf neue G e s e t z e reagieren, örtliche Erfahrungen wie thema-
tische Prüfervorlieben einbringen und ste bieten zudem Gelegenheit zum
mündlichen Kurzvortrag, was wichtig für das Bestehen des mündlichen Pru-
fungsteiles werden kann.
Neben der Darstellung des eigentlichen Prüfungsstoffes wird in Umsetzung
des Titels „Fachkunde und Prüfung für den Taxi- und Mietwagenunterneh¬
mer* auch versucht, dem Kandidaten durch die Darstellung des Prüfungs-
ablaufes, Prüfungstipps und einem beispielhaften Prüfungstest ein wenig
von der wohl jeden treffenden Prüfungsangst zu nehmen und ihm damit eine
größere Prüfungssicherheit zu vermitteln.
Es bleibt zum Schluss, dem Leser eine erfolgreiche Fachkundeprüfung und
viel Erfolg im Beruf des Taxi- und MietwagenUnternehmers zu wünschen.

Frankfurt am Main, im Dezember 2005

Thomas Grätz
6 Inhalt

1. Was erwartet den Prüfling in


der Fachkundeprüfung? 9

1. Katalog der Sachgebiete für Unternehmer


des Taxen- und Mietwagen Verkehrs 11

2. Ablauf der Fachkundeprüfung 13


- schriftliche Fragen 13
- schriftliche Übungen/Fallstudie 14
- mündliche Prüfung 15

II- Sachgebiete 17

A. Innerstaatliche Beförderungen 19

19
1:1 Personenbeforderunqsrecht 19
1.1.1 Themenschwerpunkt Grundlagen des Ordnungsrahmens 19
1.1.2 Themenschwerpunkt Taxi und Mietwaejen
und die Unterschiede 2b
1.1.3 Themenschwerpunkt Berufszugang 38
1.1,4 Themenschwerpunkt Pflichten des Unternehmers,
d e s Fahrpersonals und der Fahrgäste 54
1.2 Straßenverkehrsrecht . 6?
1.2.1 Themenschwerpunkt Hauptverkehrsgesetze und -Verordnungen 62
1.2.2 Themenschwerpunkt Voraussetzung für die Erteilung und den
Entzug der Fahrerlaubnis 70
1.3 Arbeitsrecht .. 73
1.3.1 The mensch werp u n kt A rb e i ts ve rtrag, Tarifvertrag, Bet riebs-
Vereinbarung 74
82
1,3.3 Themenschwerpunkt Geringfügige und befristete
Arbeitsverhältnisse 68
Inhalt 7

1.6<2 Themenschwerpunkt Gesellschaftsformen. 116


1.6.3 Themenschwerpunkt Umsatzsteuer 120
1.6.4 Themenschwerpunkt Kfz-Steuer 126
1.6.5 Themenschwerpunkt Einkommen-, Lohn- und Körperschaft-
steuer, Gewerbesteuer 128
1.6.6 Themenschwerpunkt Weiteres zur steuerlichen Gewinnermittlung 131

2. Kaufmännische und finanzielle Führung


des Betriebes 135
2.1 Zahlungsverkehr 135
2.2 Beförderungsentgelte und -bedingungen (Tarife) 141
2.2.1 Themenschwerpunkt Kostenrechnung 142
2.2.2 Themenschwerpunkt Tarifbildung im Taxi- und
Mietwagen verkehr 148
2.3 Ermittlung der Finanz* und Rentabflitätslage eines
Taxen-und Mietwagenunternehmens 154
2.4 Buchführung 157
2.5 Versicherungswesen 173

3. Technischer Betrieb und Betriebsdurchtührung 179


3.1 Themenschwerpunkt Technischer Betrieb und Betriebs¬
durchführung 179
3.2 Themenschwerpunkt Funkverkehr 185

4. Straßenverkehrssicherheit, Unfallverhütung sowie


Grundregeln des Umweltschutzes bei der
Verwendung und Wartung der Fahrzeuge 188
4.1 Themenschwerpunkt Straßenverkehrssicherhert und
Unfallverhütung 188
4.2 Themenschwerpunkt Lärmbekämpfung, Luftreinhaltung,
B o d e n - u n d Wasserrelnhaltung 192

B. Grenzüberschreitende Personenbeförderung 196


8 Inhalt

V. Vorschriftensammlung 223

VI. Wichtige Verbände und


weitere Berufsorganisationen 315

VII. Interessante Daten zum Taxi- und


Mietwagengewerbe 319

VIIL Abkürzungs- und


Stichwortverzeichnis 321

Hinweis und ErkEärung zu den in diesem Buch verwendeten Pikiogrammen:

* bedeutet Merksatz

• bedeutet Definition
I.

Was erwartet den Prüfling


in der Fachkundeprüfung?
I. Was e rwa riet den Prüfling i n der Fachku ndeprüfun g 7 11

1. Katalog der Sachgebiete für Unternehmer des


Taxen- und Mietwagenverkehrs

S i e haben sich für den Beruf des Taxi* und /od er Mietwagen Unternehmers
entschieden. Bevor Sie diesen ausüben dürfen, haben Sie nachzuweisen,
d a s s Sie dafür auch fachlich geeignet sind. Denn angesichts der Verantwor-
tung des Straßenpersonenverkehrsuntemehmers will die staatliche Gemein-
schaft wissen, ob Sie auch qualifiziert und leistungsfähig sind. Diese
fachliche Eignung wird im Allgemeinen in einer Prüfung vor einem Prüfungs-
ausschuss bei der Industrie* und Handelskammer (IHK) nachgewiesen. Das
Niveau an Kenntnissen, welches in der Fachkundeprüfung von dem Bewer-
ber verlangt wird, ist dasjenige, das durch eine Ausbildung erreicht wird, die
nach Pfiichtschute entweder durch eine Berufsausbildung und zusätzliche
Fachausbildung oder durch eine sonstige Fachschule oder ähnliche Ausbil-
dung auf Sekundarstufe erworben wird . Das Wissen wird in verschiedenen
1

Sachgebieten abgefragt, die im Einzelnen in einem Katalog der Sachgebie-


te für Unternehmer des Taxen- und Mietwagen Verkehrs in der Berufszu-
gangsverordnung für den Straflenpersonenverkehr= niedergelegt s i n d Des-
sen Gliederung folgt auch der Aufbau dieses Lehrbuches:

S a c h g e b i e t e für U n t e r n e h m e r d e s T a x e n - u n d M i e t w a g e n v e r k e h r s

A. Sachgebiete, deren Kenntnis für I n n e r s t a a t l i c h e Beförderungen


n o t w e n d i g ist

7. Recht
Berufsbezogenes Recht auf folgenden Gebieten:
7.1 PersonenbefÖrd&rungsrecht
einschließlich d e r Tarifbifdung i m Taxen- u n d M i e t w a g e n v e r k e h r
1.2 Straßenverkehrsrecht
Der Bewerber muss insbesondere
a ) d i e erforderlichen Q u a l i f i k a t i o n e n des F a h r p e r s o n a i s ( F a h r e r l a u b n i s , ärzt-
l i c h e B e s c h e i n i g u n g e n , Befähigungszeugnisse):
b ) d i e Vorschriften über d i e K i n d e r s i c h e r u n g s p f l i c h t k e n n e n .
1.3 Arbeitsrecht
D e r B e w e r b e r m u s s i n s b e s o n d e r e das A r b e i t s z e t t g e s e t z u n d d i e L e n k - u n d Ruhe-
I, Was erwartet den Prüfling in der Fachkundeprüfung?

1.5 Grundzüge des Beförderungs vertragsrechts


1.6 Grundzüge d e s S t e u e r r e c h t s
Der B e w e r b e r m u s s i n s b e s o n d e r e d i e Vorschriften für f o l g e n d e S t e u e r n k e n n e n :
a ) d i e U m s a t z s t e u e r auf V e r k e h r s l e i s t u n g e n , i n s b e s o n d e r e d i e A u s s t e l i u n g
von Rechnungen und Quittungen;
b) d i e Kraftfahrzeugsteuern:
c) die E i n k o m m e n s t e u e r u n d die Gewerbesteuer

2. Kaufmännische u n d f i n a n z i e r e Führung des Betriebs


2.1 Zahlungsverkehr
2 2 Beförderungsentgeite u n d - b e d i n g u n g e n (Tarife)
2 . 3 E r m i t t l u n g d e r F i n a n z - u n d Rentabilitätslage eines Taxen- u n d Kfietwagenun-
ternehmens
2 . 4 Buchführung
Der Bewerber muss insbesondere
- e i n K a s s e n b u c h führen können;
- K e n n t n i s s e über d i e E r m i t t l u n g des G e w i n n s d u r c h e i n e B e t r i e b s e i n n a h -
men-/-ausgaben-Überschussrechnung i m S i n n e d e s § 4 A b s . 3 E i n k o m -
mensteuergesetz haben.
2.5 Versicherungswesen

3. Technischer Betrieb und ßetriebsdurchführung, fnsbesondere


- Z u l a s s u n g u n d Betrieb von F a h r z e u g e n
- Ausrüstung u n d B e s c h a f f e n h e i t d e r F a h r z e u g e
- Instandhaftung und Untersuchung der Fahrzeuge
- Bereitstellung der Fahrzeuge
- Femsprech- und Funkverkehr

4. Straßenverkehrssicherheit Unfallverhütung s o w i e G r u n d r e g e l n des U m w e l t -


s c h u t z e s b e i der Verwendung u n d Wartung d e r F a h r z e u g e

B, S a c h g e b i e t e , deren zusätzliche K e n n t n i s für grenzüberschreitende Be-


förderungen erforderlich Ist, s o w e i t s o l c h e Beförderungen i m B e z i r k d e s
Prüfungsausschusses b e d e u t s a m s i n d
I. Was erwartet den Prüfling in der Fachkundeprüfung? 13

2. Ablauf der Fachkundeprüf ung


Die Fachkundeprüfung ist eine kombinierte schriftlich/mündliche Prüfung,
Der schriftliche Teil besteht aus den zwei Teilprüfungen „Schriftliche Fragen"
und „Schriftliche Übungen/Fallstudien". Der abschließende Teil ist, sofern die
Prüfung insgesamt noch bestanden werden kann, die mündliche Prüfung.
W e n n nämlich der Bewerber in einer der schriftlichen Teilprüfungen weniger
als 50 % der auf den Prüfungsteäf entfallenden Punkte erzielt hat, dann hat
er die Prüfung insgesamt nicht bestanden, sodass die mündliche Prüfung
entfällt.
Sollte der Prüfling schriftlich bereits die für d a s Bestehen notwendige Punkt-
zahl von 60 % der Gesamtpunktzahl erreicht haben, entfällt die mündliche
Prüfung ebenfalls.

/ Die Fachkundeprüfung ist grundsätzlich dreiteilig:


X - schriftliche Fragen
- schriftliche Übunge n/Fall Studie
- mündliche Prüfung

In der Taxi -/Nlietwagenuntemehmerp ruf ung sind insgesamt 150 Punkte


erzietbar, wobei für ein Bestehen mindestens 60 % erreicht werden müssen,
also 9 0 Punkte.

Für den Prüfungsteil „Schriftliche Fragen" stehen dem Aspiranten 60


Minuten zur Verfügung, wobei als HÖchstergebnis dort 60 Punkte erreicht
werden können. Z u m Erreichen der zum Bestehen notwendigen 50%-Gren-
ze muss er mindestens 30 Punkte erzielen, ansonsten ist die Gesamtprü-
fung schon nicht bestanden. Das Vergeben von halben Punkten steht im
Ermessen des Prüfungsausschusses und wird angewandt.

Als Fragenarten werden auf den Prüfungsbögen der IHK sowohl sog, Mul-
tiple*Choice*Fragen mit jeweils 4 Antworten zur Auswahl als auch Fragen mit
direkter Antwort gesteift.
14 I. Was erwartet den Prüf fing in der Fach kundeprüf ung?

Beispiel für MultipJe-Choice-Frage:

(1 Punkt)
Wo besteht für den Taxifahrer die B e f ö r d e r u n g s p f l i c h t ?
Kreuzen Sie die richtige Antwort an.

Nur :n der Gemeinde, in welcher der Taxiunternehmer •


seinen Betriebssitz hat.
Für den Taxifahrer besteht bei jeder Fahrt Befördernngspflicht. •
Die Beförderungspflicht besteht nur für Fahrten innerhalb des
PfJichtfahrbereiches.
Die Beförderungspflicht gilt nicht für Taxifahrer, sondern nur für
den Linienverkehr mit Bussen, •
Beispiel für Frage mit direkter Antwort:

(2 Punkte)
Erläutern S i e den Begriff „ P f l i c h t f a h r b e r e i c h " ,

Der Pfltchtfahrbereich ist der Geltungsbereich der behördlich festgesetz-


ten Taxitarife.

Beim Prüfungsteil „Schriftliche Übungen/Fallstudien ' stehen ebenfalls 1

für die Bearbeitung 60 Minuten zur Verfügung, wobei hier 52,5 Punkte erzielt
werden können. Um das Bestehen der Gesamtprüfung nicht zu gefährden
( J 5 Q % - G r B n z e ' } , müssen also mindestens 26,5 Punkte erreicht werden.
1

Bei der Fallstudie wird eine Ausgangssituation geschildert, die dann


grundsätzlich für alle der einzelnen Aufgabenstellungen gilt bzw. die dann für
einzelne Fragen fortgeschrieben wird.
I. Was erwartet den Prüfling in der Fachkundeprüfung? 15

Baispie! für Fallstudie

Ausgangssituation:
S i e s i n d M i e t w a g e n u n t e r n e h m e r mit 3 M i e t w a g e n g e n e h m i g u n g e n in
einer Kleinstadt mit k n a p p 40,000 E i n w o h n e r n .
(Von Ihnen wird erwartet, d a s s S i e sämtliche Antworten begründen!)

Frage: (3 Punkte)

M u s s s i c h Ihr a n g e h e n d e r Fahrer Müller einer Orts kenntnisprüf u n g


unterziehen?

Antwort:
Nein, Herr Müller braucht keine Ortskenntnisprüfung abzulegen, da Miet-
wagenfahrer die erforderliche Ortskenntnis nur dann besitzen müssen,
wenn der Ort des Betriebssitzes 50.000 und mehr Einwohner hat,

Herr MüNer arbeitet e i n i g e Zeit für S i e , m u s s dann a u s privaten G r ü n -


d e n u m z i e h e n in die Kreisstadt mit 53,000 E i n w o h n e r n . Weil ihm der
Weg zu weit ist, kündigt er bei Ihnen, Er fragt S i e , ob er d e n n o h n e
Weiteres dann bei e i n e m M i e t w a g e n u n t e r n e h m e n in der K r e i s s t a d t
Mietwagen fahren darf.

Frage: (2 Punkte)

W a s antworten S i e Ihm?

Antwort:
Wenn ein Mietwagenfahrer in einem anderen Ort tätig wird als in dem-
jenigen, für den er die Ortskenntnisse nachgewiesen hat (bzw. in dem der
Nachweis wegen der Einwohnerzahl nicht nötig war), hat er die erforder-
lichen Kenntnisse für diesen Ort nachzuweisen, sofern der Ort des
Betriebs Sitzes mehr als 5 0 0 0 0 Einwohner hat.

In der m ü n d l i c h e n P r ü f u n g schließlich werden bis zu 37.5 Punkte verge-


ben, von denen der Kandidat mindestens 19 Punkte erzielen muss, um über
16 I Was erwartet den Prüfling in der Fachkundeprüfung?

Die Facnkundeprüfung ist bestanden, wenn der Bewerber mindestens


/ 60 % der Gesamrpunktezah! und darüber hinaus in jeder der 3 Teilprü-
fungen mindestens einen Punkteanteil von 50 % der jeweils zu erzie-
lenden Punkte erreicht hat.

Den Bewerber beim Erreichen dieses Ziels tatkräftig zu unterstüt-


zen, Ist Aufgabe dieses Lehr- und Lern buch es 1
I
II. Sachgebiete 19

A. Innerstaatliche Beförderungen
1. Recht
1.1 Fachkundesachgebiet: Personenbeförderungsrecht ein-
schließlich der Tarifbildung im Taxen- und Mietwagenver
kehr sowie Grundzüge des Gewerberechts 1

Zur Orientierung
Prüfungsinhalte: insbesondere Ordnungsrahmen für den Taxen* und
Mietwagenverkehr, Hegelungen für den Zugang zum Beruf sowie über
Kontrollen und die Ahndung von Zuwiderhandlungen, Regelungen für die
Tarifbildung Im Taxen- und Mietwagenverkehr, auch allgemeine Regeln
für die Gründung eines Unternehmens des Taxi- und Mietwagenverkehrs
Rechtsquellen (Beispiele); Personenbeförderungsgesetz (PBefG),
Berufszugangsverordnung für den Straßenpersonenverkehr (PBZugV),
Verordnung über den Betrieb von Kraftfahruntemehmen im Personenver-
kehr (BOKraft), Allgemeine Verwaltungavorschrift zum P B e f G , Freistel-
lungsverordnung zum P B e f G , Gewerbeordnung (GewO)

1.1.1 Themen Schwerpunkt Grundlagen des Ordnungsrahmens

Das Personenbeförderungsrecht regelt den öffentlichen und privaten Per-


sonennahverkehr mit Straßenbahnen, Kraftomnibussen und O b u s s e n , Miet-
omnibussen, mit Taxen und Mietwagen sowie Ausflugsfahrten und Ferren*
ziel-Reisen mit Kraftomnibussen oder Pkw. Das grundlegende Regelwerk für
das gesamte Personenbeförderungsrecht stellt das Personenbeförde-
rungsgeset2 dar, für dessen Durchführung noch verschiedene ergänzende
Rechtsverordnungen erlassen worden sind. Die für den Taxen- und Mietwa-
genverkehr wichtigsten davon sind die
- Verordnung über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen im Personenver-
kehr (BOKraft)
- Berufszugangs-Verordnung für den Straßenpersonenverkehr {PBZugV}.
20 IJ. Sachgebiete

- Verordnung über die Befreiung bestimmter Beforderungsfälle von den Vor-


schriften des Personenbeförderungsgesetzes (FreistellungsVO PBefG).
Weiter enthalten auch noch andere Verordnungen wichtige Regeln für die
Personenbeförderung, so die
- Fahrerlaubnis-Verordnung {FeV)
- Straßenverkehrs-Ordnung (StVO}
- Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) +

P e r s o n e n b e f ö r d e r u n g s r e c h t im e n g e r e n S i n n e
PBefG und aufgrund des PBefG erlassene Rechtsverordnungen
PBefG

BOKraft PBZugV FreistellungsVO PBefG

Personenbeförderungsrecht im weiteren Sinne


PBefG und weitere Vorschriften aus verschiedenen Gesetzen, die unmittelbar auf die
Personenbeförderung einwirken
PBefG

BOKraft PBZugV FreistellungsVO PBefG FeV StVO StVZO

Nicht jegliche Personenbeförderung ist im P B e f G geregelt sondern nur die


entgeltliche oder geschäftsmäßige Beförderung von Personen auf der
Straße, Nur bei solchen zeigt der Gesetzgeber sein Interesse, d a s s die
Sicherheit der Beförderung und ordnungsgemäße Abwicklung der Beförde-
rung nach den gesetzlichen Vorschriften gewährleistet wird.

Unter Entgelt ist dabei jede Gegenleistung zu verstehen, die mit einer
Beförderung angestrebt wird. Geschäftsmäßigkeit wird bejaht, wenn Per-
sonenbeförderungen gleicher Art wiederholt werden sollen und sich als
dauernder oder wiederkehrender Teil der geschäftlichen Tätigkeit dar-
stellen, Eine Gewinnerziel ung braucht nicht beabsichtigt zu sein und auch
Gewerbsmäßigkeit ist nicht erforderlich.
IL Sachgebiete 21

Weiterhin werden vorn P B e f G nicht erfasst Beförderungen mit K r a n k e n -


kraftwagen, wenn damit kranke, verletzte oder sonstige hilfsbedürftige Per-
sonen befördert werden, die während der Fahrt einer medizinisch-fachlichen
Betreuung oder der besonderen Einrichtung d e s Krankenkraftwagens be-
dürfen oder bei denen solches aufgrund Ihres Zustandes zu erwarten ist.
Taxen und Mietwagen ist aber damit keineswegs die Möglichkeit zur Beför-
derung von Kranken genommen, vielmehr führen sie im sog. nicht-qualifi-
zierten Krankentransport (Krankentransport ohne medizinisch-fachliche
Betreuung, auch Patientenfahrten genannt) eine Vielzahl von solchen
Beförderungen durch.

Vor allem aber schrankt die V e r o r d n u n g über die Freiste flu ng bestimmter
Beförderungsfälle v o n den Vorschriften d e s Personenbefördernngsge-
s e t z e s (Freistell ungsVQ PBefG) den Anwendungsbereich des P B e f G ein.

Freigestellt von den Vorschriften des PBefG sind danach

1. Beförderungen mit Kraftfahrzeugen außerhalb öffentlicher Straßen und


Plätze im Sinne des S t V G ;
2. Beförderungen mit Kraftfahrzeugen in Ausübung hoheitlicher Tätigkeit;
3. Beförderungen mit Personenkraftwagen, die nach ihrer Bauart und Aus-
stattung zur Beförderung von nicht mehr als sechs Personen (inkf, Fahr¬
zeugführer) geeignet und bestimmt sind, es sei denn, dass für die Beför-
derung ein Entgelt zu entrichten ist;
4. Beförderungen
a) von Berufstätigen mit Kraftfahrzeugen zu und von ihrer Eigenart nach
wechselnden Arbeitsstellen, insbesondere Baustellen, sofern nicht ein
solcher Verkehr zwischen gleichbleibenden Ausgangs- und Endpunk-
ten länger als ein Jahr betrieben wird!
b) von Berufstätigen mit Kraftfahrzeugen zu und von Arbeitsstellen in der
Land- und Forstwirtschaft,
c) mit Kraftfahrzeugen durch oder für Kirchen oder sonstige Religions-
gemeinschaften zu und von Gottesdiensten,
d) mit Kraftfahrzeugen durch und für Schufträger zum und vom Unter*
rieht,
22 II. Sachgebiete

g) von körperlich, geistig oder seelisch behinderten Personen mit Kraft-


fahrzeugen zu und von Einrichtungen, die der Betreuung dieses Per-
sonenkreises dienen,
h) von Arbeitnehmern durch den Arbeitgeber zu betrieblichen Zwecken
zwischen Arbeitsstätten desselben Betriebes,
I) mit Kraftfahrzeugen durch oder für Kindergartenträger zwischen W o h -
nung und Kindergarten,
es sei denn, d a s s von den Beförderten ein Entgelt zu entrichten ist;
5. Beförderungen durch die Streitkräfte mit eigenen Kraftfahrzeugen;
6. Beförderungen durch die Polizei mit eigenen Kraftfahrzeugen;
7. die Mitnahme von
a) umziehenden Personen in besonders für die Möbelbeförderung einge-
richteten Fahrzeugen»
b) Personen in Kraftfahrzeugen, die zur Leichenbeförderung bestimmt
sind.

Es wird bei der Fach kundeprüf ung nicht erwartet, dass Sie diese ein-
/ zelnen Frerstellungsverkehre alle wissen, aber die drei häufigsten soll-
ten schon parat sein; freigestellte Schüler-, Behinderten- und Kinder¬
gartenfahrten. Auf jeden Fall gewusst werden muss die Folge dieser
Befreiung:
Die Betreiber der freigestellten Verkehre müssen keinerlei Pflich-
ten, welche sich aus dem PBefG ergeben, erfüllen.

Insbesondere gilt, dass sie keiner Genehmigung bedürfen, aber die Fahrer
auch keiner Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung. Immerhin ergeben
sich aus der Verordnung über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen im Per-
sonenverkehr (BOKraft) für drei der freigestellten Verkehrsformen, nämlich
den schon angesprochenen Schüler-, Behinderten und Kindergarten verkehr
einige Gleichstellungen mit den PBefG-Verkehren (bspw, jährliche Haupt-
untersuchung des Fahrzeuges), aber auch nur dann, wenn dabei Kraftfahr
zeuge eingesetzt werden, die nach Bauart und Ausstattung zur Beförderung
von mehr als sechs Personen (inkl. Fahrzeugführer) geeignet und bestimmt
sind.
IL Sachgebiete 23

Grundsatz:
Das PBefG gilt für alle entgeltlichen oder geschäftsmäßigen Beför-
derungen von Personen auf der Straße

Bei Pkw-Fahrten Qualifizierte Kran- Von den Vorschrif-


übersteigt das ken betörde ru ng e n ten des PBefG frei-
Gesamtentgelt für mit Kranken kraft¬ gestellte Verkehre
die Fahrt deren wagen (§ 1 Abs. 2 {§ 1 FreistellungsVO
Betriebskosten Nummer 2 PBefG) PBefG)
nicht (§ 1 Abs. 2
Nummer 1 PBefG)

Zurück zur sog. sachlichen Regelungsmaterie des P B e f G : die entgeltliche


oder geschäftsmäßige Personenbeförderung mit Straßenbahnen, mit Ober-
leitungsomnibussen (Obussen) und mit Kraftfahrzeugen. Sowohl Taxen als
auch Mietwagen sind augenscheinlich Kraftfahrzeuge, denn darunter ver-
steht man Straßenfahrzeuge, die durch eigene Maschinenkraft bewegt wer-
den, ohne an Schienen oder Fahrleitung gebunden zu sein, Bei den Kraft-
fahrzeugen unterscheidet man wieder zwischen drei Arten:

Krattf ah rze u ga rten

i
Personenkraft- Kraftomnibusse Lastkraftwagen
wagen (Pkw) (Korn) (Lkw)

Kraftfahrzeuge, die Kraftfahrzeuge, die Kraftfahrzeuge, die


nach ihrer Bauart nach ihrer Bauart nach ihrer Bauart
und Ausstattung zur und Ausstattung zur und Einrichtung zur
Beförderung von Beförderung von Beförderung von
nicht mehr als mehr als neun Gütern bestimmt
neun Personen Personen {inkl. sind
24 IL Sachgebiete

Taxen- und Mietwagenverkehr ist also Personenbeförderung mit Pkw, noch


genauer gesagt G e l e g e n h e i t s v e r k e h r mit P k w . Darüber hinaus kann man
mit P k w auch sog. L i n i e n v e r k e h r durchführen, das ist dann aber kein
Taxen- und Mietwagenverkehr, selbst wenn ein als Taxi oder Mietwagen
zugelassener Pkw eingesetzt wird.

Gelegenheitsverkehr Linienverkehr
die Personenbeförderung mit Kfz, die eine zwischen bestimmten Ausgangs-
nicht Linienverkehr ist (§ 46 PBefG) und Endpunkten eingerichtete regel-
mäßige Verkehrsverbindung mit
Kfz, auf der Fahrgäste an bestimm-
ten Haltestellen ein- und aussteigen
können. Er setzt nicht voraus, dass
ein Fahrplan mit bestimmten
Abfahrts- und Ankunftszeiten besteht
oder Zwischenhaltestellen eingerich-
tet sind (§ 42 PBefG)

Beispiel: Beispiel:
Taxen- und Mietwagen verkehr Buslinie

Neben dem allgemeinen Linienverkehr mit Kfz, so wie ihn die obige Defini-
tion kennzeichnet, kennt das P B e f G noch L i n i e n v e r k e h r s s o n d e r f o r m e n ,
die eines gemeinsam haben, nämlich dass es regelmäßige Beförderungen
unter Ausschluss anderer Fahrgäste sind:

- B e r u f s v e r k e h r , d a s ist die Beförderung von Berufstätigen zwischen W o h -


nung und Arbeitsstelle (§ 43 Satz 1 Nummer 1 PBefG)
- Schülerfahrten, das ist die Beförderung von Schülern zwischen Woh-
nung und Lehranstalt (§ 43 Satz 1 Nummer 2 P B e f G )
- Marktfahrten, das ist die Beförderung von Personen zum Besuch von
Märkten {§ 43 Satz 1 Nummer 3 PBefG)
- Theaterfahrten, das ist die Beförderung von Theaterbesuchern (§ 43
Satz 1 Nummer 4 PBefG),

Diese Sonderformen des Linienverkehrs können entweder mit Omnibussen


oder aber auch mit Taxen oder Mietwagen ausgeführt werden.
IL Sachgebiete 25

- Ferienziel-Reisen (§ 48 Abs. 2 PBefG)


- Mietomnibusverkehr (§ 49 Abs, 1 PBefG)
- Mietwagenverkehr (§ 49 Abs. 4 PBefG)

Lernkontrotte Grundlagen des Ordnungsrahmens

Was regelt das Personenbeförderungsgesetz?


D a s Personenbeförderungsrecht r e g e l t d e n öffentlichen u n d p n v a t e n P e r s o n e n -
n a h v e r k e h r m i t Straßenbahnen* K r a f t o m n i b u s s e n u n d O b u s s e n , M i e t o m n i b u s s e n ,
m i t Taxen u n d M i e t w a g e n s o w i e Ausflugsfahrten u n d F e r i e n z t e l - B e i s e n m i t
K r a f t o m n i b u s s e n o d e r Pkw.

N e n n e n S i e d i e w i c h t i g s t e n personenbeförderungsrechtlichen G e s e t z e u n d
V e r o r d n u n g e n m i t s a m t d e r e n gebräuchlichen Abkürzungen!
- PersonenbefÖrderungsgesetz (PBefG)
- Verordnung über d e n B e t r i e b v o n K r a f t f a h r u n t e m e h m e n i m P e r s o n e n v e r k e h r
(BOKraft)
- B e r u f s z u g a n g s - V e r o r d n u n g für d&n Straßenpersonenverkehr (PBZugV)
- Verordnung über die Befreiung b e s t i m m t e r Beförderungsfäfte v o n d e n Vorschrif-
ten d e s Personenbeförderungsgesetzes ( F r e i s t e l l u n g s V O P B e f G ^

W e i c h e r G r u n d s a t z g i l t für d e n A n w e n d u n g s b e r e i c h d e s Personenbeförde¬
rungsgesetzes?
D a s P B e f G findet für a l l e e n t g e l t l i c h e n o d e r geschäftsmäßigen Beförderungen v o n
P e r s o n e n a u f d e r Straße A n w e n d u n g .

E s g i b t d r e i F a H g e s t a f t u n g e n b e i d e n e n Personenbeförderungen, d i e d e m
t

Ausführenden E n t g e l t e i n b r i n g t , t r o t z d e m n i c h t d e m Personenbeförderungs-
gesetz unterliegen. Nennen Sie diese!
1. Personenbeförderungen m i t Pkw, w e n n das E n t g e l t d i e B e t r i e b s k o s t e n n i c h t
übersteigt.
2 . Beförderungen m i t K r a n k e n k r a f t w a g e n , w e n n d a m i t k r a n k e , verfetzte o d e r s o n s -
t i g e hilfsbedürftige P e r s o n e n befördert w e r d e n , d i e während d e r Fahrt e i n e r
m e d i z i n i s c h - f a c h l i c h e n B e t r e u u n g oder d e r b e s o n d e r e n E i n r i c h t u n g des K r a n '
k e n k r a f t w a g e n s bedürfen o d e r b e i d e n e n s o i c h e s a u f g r u n d ihres Z u s l a n d e s z u
erwarten ist
26 IL Sachgebiete

Welche R e c h t s f o l g e ergibt s i c h , wenn eine Personenbeförderung u n t e r die


F r e i s t e l l u n g s v e r o r d n u n g P B e f G fällt?
tm F r e i s t e l t u n g s v e r k e h r bedarf es k e i n e r G e n e h m i g u n g u n d a u c h a n s o n s t e n müs-
s e n k e i n e r l e i P f l i c h t e n , w e l c h e s i c h aus d e m P B e f G e r g e b e n , erfüllt werden.

N e n n e n Sie d i e drei w i c h t i g s t e n F o r m e n d e r F r e i s i e l l u n g s v e r k e h r e f
Freigestetlte Schüler-, B e h i n d e r t e n - u n d K i n d e r g a r t e n f a h r t e n .
Taxen u n d M i e t w a g e n s i n d Kraftfahrzeuge. Was versteht m a n d a r u n t e r ?
Kraftfahrzeuge s i n d Straßen fahrzeuge die durch eigene Maschinenkraft b e w e g t
t

werden, o h n e a n S c h i e n e n o d e r F a h r l e i t u n g g e b u n d e n z u s e i n .

Was versteht das Personenbeförderungsrecht d a n n u n t e r d e m Begriff P k w ?


Pkw i s t d i e Abkürzung für P e r s o n e n k r a f t w a g e n , worunter Kraftfahrzeuge fallen, d i e
n a c h ihrer Bauart u n d A u s s t a t t u n g z u r Beförderung v o n n i c h t m e h r a l s n e u n Per-
s o n e n ( i n k l Fahrzeugführer) g e e i g n e t u n d b e s t i m m t s i n d .

Ist Taxenverkehr L i n i e n v e r k e h r mit P k w oder G e l e g e n h e i t s v e r k e h r m i t P k w ?


Begründen S i e I h r e A n t w o r t .
G e l e g e n h e i t s v e r k e h r wird n e g a t i v definiert a l s d i e Personenbeförderung, d i e n i c h t
L i n i e n v e r k e h r ist. D a L i n i e n v e r k e h r eine z w i s c h e n b e s t i m m t e n A u s g a n g s - u n d
E n d p u n k t e n e i n g e r i c h t e t e regelmäßige Verkehrsverbindung m i t Kfz, a u f d e r Fahr-
gäste an b e s t i m m t e n H a l t e s t e l l e n e i n - u n d a u s s t e i g e n können, ist, m u s s Taxiver-
kehr G e l e g e n h e i t s v e r k e h r sein. D e n n Taxenverkehr findet nicht regelmäßig, son-
dern a u f A n f o r d e r u n g des F a h r g a s t e s s t a t t . A u c h das z w e i t e M e r k m a i ist z u
verneinen, d e n n e s g i b t i m Taxenverkehr z u m i n d e s t k e i n e b e s t i m m t e n E n d p u n k t e
für d i e F a h r t e n , s o n d e r n d i e s e w e r d e n d u r c h d e n F a h r t w u n s c h j e w e i l s n e u d u r c h
d e n F a h r g a s t f e s t g e l e g t Schließlich b e s t e h t a u c h k e i n e Regelmäßigkeit wie b e i
d e m Fahrplan eines L i n i e n b u s s e s o d e r e i n e r Straßenbahn, s o n d e r n a u c h hier g i l t
die Anforderung durch den Fahrgast.

1.1.2 Themen Schwerpunkt Taxi und Mietwagen und die Unterschiede

Nun näher zu den Verkehrsmitteln, die den Hauptzweck des Lehrbuches bil-
den, den Taxen und Mietwagen, die beide als Pkw-Verkehrsmittel im Gele-
genheitsverkehr einerseits große Ähnlichkeit, andererseits allerdings auch
gravierende Unterschiede haben.
II. Sachgebiete 27

Vergleich Taxi- und Mietwagen verkehr

Ein Taxlverkehr ist nach § 47 PBefG Ein Mietwagen verkehr ist nach § 49
dadurch charakterisiert, dass Abs. 4 PBefG dadurch charakterisiert,
dass
- Personenbeförderung mit Perso-
nenkraftwagen durchgeführt wird, - ebenfalls Personenbeförderung mit
Personenkraftwagen durchgeführt
- wobei die Personenkraftwagen von
wird.
Taxi Unternehmern entweder an
behördlich zugelassenen Stellen - wobei die Personenkraftwagen nur
bereitgehalten werden oder „im ganzen" gemietet worden sind,
- die Beförderungsaufträge während - die Beförderungsaufträge für den
einer Fahrt oder am Betriebssitz Mietwagenverkehr am Betriebssitz
entgegengenommen werden oder in der Wohnung des Unter-
nehmers entgegengenommen wor-
- und mit dem Pkw Fahrten durchge-
den sind
führt werden, deren Ziel der Fahr-
h

gast bestimmt - mit dem Pkw Fahrten durchgeführt


werden, deren Zweck, Ziel und
Ablauf der Fahrgast bestimmt
und diese Fahrten nicht Taxen ver-
kehr sind.

Gravierender noch für die Unterscheidung der beiden Gelegenheitsver-


kehrsformen mit Pkw sind drei Hauptpflichten, die für das Taxi gelten (und
ganz ähnlich auch für den Linienverkehr mit Omnibussen und den Straßen-
bahnverkehr), nicht aber für den Mietwagen verkehr.

Die „drei Taxi-Hauptpflichten"


Betriebspflicht Beförd e r u ngs pf licht Tarif pflicht
§ 21 PBefG § 22 PBefG § § 5 1 , 39 PBefG

Die Pflicht, den geneh- Die Pflicht, tm Pflicht- Die Pflicht, im Pflicht-
migten Betrieb einzu- fahrgebiet mit jedem fahrgebiet den gelten-
richten und aufrecht- Interessenten einen den Taxitarif anzuwen-
zuerhalten B ef ÖT de run gs vert rag den
l
28 ][. Sachgebiete

| Öffentlicher Personennahverkehr ist die allgemein zugängliche P e r s o -


• nenbeförderung mit Verkehrsarten, die überwiegend dazu b9stimmt sind,
die Verkehrsnachfrage im Stadt-, Vorort- und Regionalverkehr zu befrie-
digen (§ 8 A b s . 1 PBefG).

Konkret benannt sind dies erst einmal die ÖPUV-Verkehrsarten Linienver-


kehr mit Kraftfahrzeugen, also vornehmlich der allgemeine Linienverkehr
mit Omnibussen, und der Straßenbahnenverkehr einschließlich des U-
Ba hn verkehrs.

Aber auch Taxen und sogar Mietwagen werden durch den Gesetzgeber in
den Begriff d e s öffentlichen Personennahverkehrs einbezogen, aber nicht
vollkommen, sondern nur soweit sie den Linienverkehr ersetzen, ergän-
zen oder verdichten (§ 8 A b s . 2 P B e f G ) . Ungeachtet dessen ist der Taxl-
verkehr aber in der höchsten Rechtsprechung auch in seinem eigentlichen
Einsatz als Gelegenheitsverkehrsform wegen seiner Bedeutung als „wich-
tigster Träger individueller Verkehrsbedienung" (Bundesverfassungsgericht,
Beschluss vom 9.06. 1960 - BVerfGE 11, 168 [186 f.)) und aufgrund seiner
dem Linienverkehr vergleichbaren Unterworfenheit unter Betriebs-, Tarif-
und Beförderungspflicht als öffentliches Verkehrsmittel, also als Teil des
ÖPNV, anerkannt. Hinsichtlich dieses Begriffes ÖPNV ist nämlich auf die
Bedeutung des Verkehrsangebotes für den Verkehrsnutzer v.A, hinsichtlich
der Erreichbarkeit des Verkehrsmittels und seiner Unabdingbarkeit innerhalb
der Verkehrskette abzustellen.
II. Sachgebiete 29

Ersatz-, Ergänz ung s- und Verdichtungsfunktion des Taxen Verkehrs


Einige Beispiele für den Ersatz von Linienverkehr im Sinne des Abs. 2 sind fol-
gende flexible Sonderformen:
- Linien-Taxi (Taxi verkehrt anstelle von Omnibus zu festgelegten Fahrplan Zei-
ten auf derselben Linie in verkehrsschwachen Zeiten auf Strecken mit gerin-
ger, aber regelmäßiger Nachfrage)
- Anschluss-Linien-Taxi (auf bestimmten Streckenabschnitten am Ende einer
Linie» bei denen das Fahrgastaufkommen zu bestimmten Zeiten den Omni-
bus-Einsatz wirtschaftlich nicht lohnend gestaltet, übernimmt das Taxi die
Reststrecke)
- AbruMJnien-Taxi (wie Anschfuss-Linien-Taxi, allerdings wird das Taxi nicht
vorgehalten, sondern nur bei Bedarf per Funk vom Omnibus aus bestellt)
- Linien-Taxi kombiniert mit Flächenerschließung (in stadtauswärtiger Richtung
erfolgt ab einem bestimmten Haltepunkt des Omnibusses die Fein Verteilung
der Fahrgäste bis zu deren Haustür mit dem Taxi)
- Festzelt-Sammeftaxi oder Veranstaltungs-Sammellaxi (nach Beendigung
von Veranstaltungen werden Voranmeldungen disponiert und die Fahrgäste
bis vor die Haustür gefahren).
Für Ergänzung des Linienverkehrs stehen:
- Anruf-Sammeltaxi („AST-Verkehr\ Taxi übernimmt in verkehrsschwachen
Zeiten - aber auch als Ersatz verkehr ganztägig möglich - nach Voranmel-
dung von festgefegten Haltestellen nach Fahrplan mehrere, „gesammelte"
Fahrgäste und bringt diese bis vor die Haustür)
- .Frauen-Nachttaxi * (dieses wegen des besonderen Sichern ei tsbedürfnEss es
4

mancherorts eingerichtete Taxi fährt nach entsprechender Voranmeldung


und möglichst als Sammelverkehr Frauen evtl, in Begleitung ihrer Kinder in
den Abendstunden von Veranstaltungen. Gaststätten etc. zur heimischen
Haustür)
- Taxi-Ruf-Service (im Omnibus oder der Straßenbahn lässt sich der Fahrgast
vom Fahrer ein Taxi für die AnschJussfahrt von einer Haltestelle rufen).
Für Verdichtung des Linienverkehrs kann v.A. angeführt werden:
- AST-Verkehr. der als Variante obiger Beschreibung auch so gestaltet werden
kann, dass er zwischen dem nur in größeren Zeitabständen verkehrenden
Bus- bzw, Straßenlmien das Verkehrs an gebot bietet, also die zeitlichen
Lücken des Massenverkehrsmittelangebots überbrückt.
30 II Sachgebiete

| Die Betriebspflicht verpflichtet den Unternehmer, seinen Betrieb ord-


• nungsgemäß einzurichten und dann für die Geltungsdauer der Genehmi-
gung nach den Bedürfnissen des Verkehrs und dem Stande der Technik
ordnungsgemäß aufrechtzuerhalten.

Mit der Verpflichtung zur ordnungsgemäßen Einrichtung des Betriebes


wird der Zweck verfolgt, d a s s sich die Verkehrsmittel selbst sowie die zur
Abwicklung des Verkehrs notwendigen sonstigen Einrichtungen und die
dazugehörenden baulichen Anlagen stets in ordentlichem, vor Allem ver-
kehrssicheren Zustand befinden. Die geforderte Anpassung des Betriebes
an den Stand der Technik bedeutet, d a s s der Unternehmer seinen Betrieb
dem technischen Fortschritt Im Fahrzeugbau und Neuerungen auf dem
Gebiet der Betriebs- und Verkehrssicherheit anzupassen hat. wenngleich
nicht jede Neuerung sofort mitzumachen ist.

Der Betrieb ist femer nach den Interessen des Verkehrs ordnungsgemäß
aufrechtzuerhalten. Dies kann so geregelt werden, d a s s aufgrund freiwilliger
Vereinbarungen oder durch die Genehmigungsbehörde Dienstpläne und
Bereitstellungszeiten festgelegt werden. Eine weitere Konkretisierung der
Betriebspflicht erfolgt in den Taxiordnungen (§ 47 A b s . 3 P B e f G ) . Diese
regeln u.A. auch den Umfang der Betriebspflicht, so das Bereithalten von
Taxen in Sonderfälfen einschließlich eines Bereitschaftsdienstes.

Die Verletzung der Betriebspflicht ist zwar nicht bußgeldbedroht, sie kann
aber insbesondere im Wiederholungsfälle zum Widerruf der Genehmigung
führen (§ 25 P B e f G ) . Nimmt der Unternehmer den Betrieb nicht innerhalb
einer ihm von der Genehmigungsbehörde gesetzten Frist auf, erlischt die
Genehmigung (§ 26 Nr. 1 a) P B e f G ) . Ebenso erlischt die Genehmigung,
wenn der Unternehmer seinen Betriebssitz in eine andere Gemeinde verlegt
(§ 26 Nr 2 P B e f G ) .

Auf seinen Antrag hin kann der Unternehmer seitens der Genehmigungs¬
behörde von der Betriebspfiicht vorübergehend oder dauernd für den gesam-
ten oder für einen Teil des Betriebes entbunden werden (§ 21 A b s . 4 PBefG),
Dies ist aber nur möglich, wenn dem Unternehmer die Erfüllung der Betriebs-
IL Sachgebiete 31

Die zweite der „drei Taxi-Hauptpflichten" ist die Beförderungspflicht.

| Der Unternehmer ist aufgrund der Beförderungspflicht im Pf lichtfahr-


• bereich verpflichtet, mit jedermann einen Beförderungsvertrag abzu-
schließen, der die geltenden Beförderungsbedingungen und behördli-
chen Anordnungen beachtet und anerkennt (..Kontrahierungszwang)
Darüber hinaus muss die Beförderung mit den regelmäßigen Beförde-
rungsmitteln möglich sein und darf nicht durch Umstände verhindert sein,
die der Unternehmer nicht abwenden kann (§ 22 P B e f G ) .

Vorab: Der Pflichtfahrbereich ist das Gebiet, in dem die behördlich festge-
setzten Taxitarife zwingend gelten, näheres dazu bei der Darstellung der
Tanfptlicht.

Unter bestimmten Voraussetzungen wird der Unternehmer indessen von der


Beförderungspflicht befreit. § 13 BOKraft besagt, d a s s Taxifahrer und -unter-
nehmen eine Beförderung ablehnen können, wenn Tatsachen vorliegen,
welche die Annahme rechtfertigen, d a s s die zu befördernde Person eine
Gefahr für die Sicherheit und Ordnung des Betriebes oder für die Fahrgäste
darstellt. Der Fahrer muss jeweils aufgrund der Einzelumstände feststellen,
ob eine konkrete Gefahrenlage vorliegt, die den Ausschluss rechtfertigt, Die
Beförderung kann im Pflichtfahrgebiet niemals mit der Begründung abge-
lehnt werden, d a s s der Fahrtweg zu kurz sei.

/ Oberster Leitsatz ist immer: Die Pflicht zur Beförderung Ist die Regel,
/ das Recht zur Ablehnung die Ausnahme.

Auch ein bereits eingestiegener Fahrgast kann von der weiteren Beförde-
rung ausgeschlossen werden, wenn er eine konkrete Gefährdung für die
Sicherheit und Ordnung d e s Fahrbetriebes darstellt. Allerdings können in
diesem Fall für den Fahrzeugführer gegebenenfalls Fürsorgepflichten ent-
stehen. Somit kann die Beförderung zum Beispiel einer wegen ihrer starken
Trunkenheit randalierenden Person abgelehnt werden. Nicht die Betrunken-
heit rechtfertigt den Beförderungsausschluss, sondern das Verhalten, d a s zu
einer Gefahr geworden ist. Allerdings hat der Taxifahrer die Verpflichtung, die
Polizei zu benachrichtigen, sofern der Randalierer so betrunken ist, dass für
32 IL Sachgebiete

Gefahr für die Sicherheit des Betriebes bewirken. Von der Beförderung aus-
geschlossen sind gefährliche Stoffe und gefährliche Gegenstände, insbe-
sondere explosionsfähige, leicht entzündliche, radioaktive, übel riechende
oder ätzende Stoffe, unverpackte oder ungeschützte Sachen, durch die
Fahrgäste verletzt werden können, Gegenstände, die sich zu einer Beförde-
rung im Taxi nicht eignen, weil sie zu groß, zu schwer oder zu sperrig sind.
Ansonsten sind nicht nur alte Gegenstände, sondern auch Tiere grundsätz-
lich mitz übe fordern. Jedoch müssen diese so untergebracht werden können,
dass die Sicherheit und Ordnung des Betriebes nicht gefährdet ist. Aus-
nahmsweise gilt die Beförderungspflicht hinsichtlich der mitgeführten Tiere
v.A. wegen der räumlichen Enge im Taxi und Mietwagen verkehr nicht, wenn
nämlich die Angst d e s Fahrers vor Munden seine Fähigkeiten beeinträchtigt,
das Kfz sicher zu führen.

Eine Verletzung der Beförderungspflicht ist als Ordnungswidrigkeit bußgeld¬


bewehrt {§ 61 A b s . 1 Nummer 3 c) P B e f G ) ,

E n g verknüpft mit dem Begriff der Beförderungsptlicht ist der des Bereithal-
ten. Darunter versteht man das Recht des Unternehmers, sein Taxi auf
einem Taxihalteplatz oder auch Taxistandplatz, das Gesetz spricht von
„behördlich zugelassenen Stellen", den Fahrgästen anzubieten. So weit das
R e c h t Verbunden damit ist aber auch, d a s s der Unternehmer bzw. Fahrer
dann, wenn er sich dort am Taxihalteplatz aufstellt, schlüssig seine Bereit-
schaft zur sofortigen Ausführung von Fahrtaufträgen ausdrückt. Der Begriff
d e s Bereithaltens beinhaltet nicht nur die durch Aufstellen an einer behörd-
lich zugelassenen Stelle oder durch Leerfahrt mit beleuchtetem Taxi-Dach-
zeichen (vgl § 39 PBefG) ausgedruckte Bereitschaft, Fahraufträge a n z u -
nehmen und sofort auszuführen, sondern darüber hinaus auch jedes
andere Verhalten des Taxifahrers, welches die Bereltschaft zur Aufnah-
me eines Fahrgastes zum Ausdruck bringt So ist d a s Aufstellen in der
Reihe am Taxihalteplatz immer als ein Bereithalten zu bewerten, auch wenn
der Taxifahrer beispielsweise wegen einer Reservierung bestimmte längere
Fahrten gar nicht ausführen wollte. Die Pflicht, das Taxi an einem nach Zei-
chen 229 S t V O gekennzeichneten Tax [halte platz bereitzuhalten, soll den
ordnungsgemäßen Verkehrsablauf sichern und sie ist gleichzeitig auch ein
IL Sachgebiete 33

Die Auftragsannahme ist allerdings nicht beschränkt auf solche Fahrtaufträ-


ge, die der Fahrer des Taxis am Taxihalteplatz erhält, sondern er kann diese
auch während einer Fahrt, bspw. durch Abwinken eines am Fahrbahnrand
stehenden Fahrgastes, oder am Betriebssitz entgegennehmen. Die Taxen
dürfen grundsätzlich nur in der Gemeinde bereitgehalten werden, in welcher
der Unternehmer seinen B e t r i e b s s i t z hat. Ausnahmsweise gilt dies nicht,
wenn die Fahrt auf vorherige Bestellung durchgeführt wird (§ 47 Abs- 2
PBefG}.

Die Dritte der Haupt pflichten des Taxiwesens ist die Tarif pf licht ( § 5 1 A b s . 5
i A / . m . § 3 9 Abs, 3 PBe1G>.

| Tarif pf licht im Taxiverkehr bedeutet die Pflicht, die in der Rechts verord-
• nung - der sog. Taxitarifordnung - festgesetzten Beförderungsent-
gelte im PfHchtfahrbereich anzuwenden. Die Beförderungsentgelte
dürfen dort - im Pflichtfahrbereich - weder unter- noch überschritten wer-
den und sie sind gleichmäßig anzuwenden (§ 39 A b s . 3 Satz 1 PBefG}.

Der Verstoß gegen die Tarifpflicht hat nach § 13ö B G B Nichtigkeit der
zugrundeliegenden Abrede zur Folge, i.Ü. stellt er für den Fahrer eine Ord-
nungswidrigkeit mit Bußgeldfolge nach § 61 A b s . 1 Nr. 3 c) P B e f G dar. Ist der
Unternehmer selbst der Fahrzeugführer, so kann sich schon aus einem erst-
maligen Verstoß gegen die Tarif pflicht ein W ider ruf sg rund hinsichtlich der
Taxigenehmigung nach § 25 Abs. 1 P B e f G ergeben, Soweit der Unterneh-
mer nicht ausreichend dafür Sorge trägt, d a s s Tarifpf Ii cht verstoße seiner
Fahrer nicht für die Zukunft ausgeschlossen sind, was bei mehrmaligen Ver-
stößen seiner Fahrer innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes vermutet
werden kann, ist seine unternehmerische Unzuverlässigkeit anzuzweifeln,
was ebenfalls z u m Widerruf dar Genehmigung nach § 25 A b s . 1 P B e f G
fuhren kann.

Bei Fahrten nach außerhalb des Pflichtfahrbereichs gilt für die gesamte
Fahrtstrecke grundsätzlich freie P r e i s Vereinbarung. Darauf hat der Fahr-
zeugführer den Fahrgast vor Fahrtbeginn hinzuweisen. Kommt keine Preis-
vereinbarung zustande, gelten die für den Pflichtfahrbereich festgesetzten
34 II. Sachgebiete

| De r Pf 1 i c h Ha h r bere ic h i st de r räuml iche G el tu ng sbe re ich de r in d e r Tax i-


• larifordnung behördlich festgesetzten Beförderungsentgeltregelungen.

Seförderungs- und Tarifpflicht innerhalb des Pflichtbereiches

nur innerhalb des Pflichtfahrbereiches nur innerhalb des Pflichtfahrbereiches


gilt die Beförderungspflicht, also die gilt die Tarifpflicht, also die Verpflich-
Verpflichtung, jeden Antrag auf Ab- tung, den geltenden Tarif anzuwen-
schluss eines BeförderungsVertrages den und ihn weder zu unter- noch zu
anzunehmen überschreiten

Nicht nur das Taxi hat seine drei Hauptpflichten. Insbesondere zu einer ein-
deutigen Abgrenzung des Mietwagen- vom Taxen verkehr beinhaltet die
Mietwagenbestimmung in § 49 A b s . 4 P B e f G zwei besondere Verpflichtun-
gen, die Rückkehrpflicht und die Auf Zeichnung spf licht.

Die zwei „Mietwagen-Hauptpflichten"


Rückkehrpflicht: Auf zeich n u ngspf ficht:
Nach Ausführung des Beförde- Den Eingang des Beförderungsauf-
rungsauftrages hat der Mietwagen trages am Betriebssitz oder in der
unverzüglich zürn Betriebssitz Wohnung hat der Mietwagen Unter-
zurückzukehren, es sei denn, er hat nehmer buchmäßig zu erfassen und
vor der Fahrt von seinem Betriebssitz die Aufzeichnung ein Jahr aufzube-
oder der Wohnung des Unternehmers wahren (§ 49 Abs. 4 Satz 4 PBefG).
oder während der Fahrt fernmündlich
einen neuen Beförderungsauftrag
erhallen (§ 49 Abs. 4 Satz 3 PBefG),

Unverzügliche Rückkehr zum Betriebssitz nach Ausführung eines Beför-


derungsauftrages bedeutet, dass der Mietwagenfahrer nach Absetzen des
Fahrgastes weder eine Pause ein fegen noch ohne Weiteres größere Umwe-
ge fahren darf, sondern sofort und ohne Verzögerung den W e g zum
Betriebssitz einzuschlagen hat. Ausnahme: er hat bereits vor der Fahrt am
Betriebssitz bzw. der Wohnung des Unternehmers einen Folgeauftrag erhal-
ten. Als zweite Ausnahme gilt, wenn er einen im Betriebssitz oder in der
Unternehmerwohnung eingegangenen Auftrag während der Fahrt fern-
mündlich (per Sprach-, Daten- oder Mobilfunk) erhalten hat.
IL Sachgebiete 35

| Unter Betriebssitz beim Mietwagen- wie auch Taxenverkehr ist der


• geschäftliche Standort des Unternehmens zu verstehen, dort wo die für
den Betrieb des Unternehmens wesentlichen Tätigkeiten wie Entgegen-
nahme und Weiterieitung der Fahrtaufträge an das Fahrpersonal, die
Fahrzeugdisposition, Erfassung der Beförderungsvorgänge, Aufbewah-
rung der Aufzeichnungen geschehen.

Dies kann auch der Ort der Tätigkeit einer rechtlich selbstständigen Vermitt-
lung szentrale sein, sofern von dieser wichtige Tätigkeiten für das Beförde-
rungsuntemehmen wie Fahrzeugdisposition, Auftrags weiterieitung und
buchmäßige Erfassung der Aufträge ausgeführt werden.

Die Aufzelchnungspflicht dient dem Machweis, dass die Beförderungsauf¬


träge an den zulässigen Orten entgegengenommen worden sind. Die Ver-
pflichtung zur buchmäßigen Erfassung macht deutlich, dass die Aufzeich-
nungen in geordneter Reihenfolge, lückenlos und dauerhaft zu erfolgen
haben. Eine „Zettelwirtschaft" ist danach ausgeschlossen, die Eintragung
hat in ein gebundenes Buch zu erfolgen. Neben der Uhrzeit des Auftrags-
eingangs ist der Beginn und das Ende der Beförderung zu erfassen.

Neben den beiden Pflichten gibt es noch diverse weitere Ge- und Verbote
für Mietwagenunternehmen, die ebenfalls dem verkehrspolitischen Ziel der
Abgrenzung des Mietwagen- vom Taxenverkehr dienen.

Ge- und Verbote für Mietwagenunternehmer


Es dürfen nur Beförde- Annahme, Vermittlung Den Taxen vorbehalte-
rungsaufträge ausge- und Ausführung von ne Zeichen und Merk-
führt werden, die am Bef örde ru ngsaufträ- male dürfen für Miet-
Betriebssitz oder der gen, das Bereithalten wagen nicht verwendet
Wohnung des Unter¬ des Mietwagens sowie werden
nehmers eingegangen Werbung für den (§ 49 Abs. 4 Satz 6
sind Mietwagen verkehr dür- PBefG)
(§49 Abs. 4 Satz 2 fen weder allein noch in
PBefG) ihrer Verbindung dazu
geeignet sein, zur Ver-
IL Sachgebiete 37

Lernkontrotle Taxi u n d Mietwagen u n d die Unterschiede

N e n n e n Sie die charakteristischen Merkmate eines Taxenverkehrs!


Taxenverkehr erkennt m a n daran, dass
- Personenbeförderung m i t P e r s o n e n k r a f t w a g e n durchgeführt wird,
- wobei d i e P e r s o n e n k r a f t w a g e n v o n T a x i u n t e m e h m e m e n t w e d e r a n behördlich
z u g e l a s s e n e n Stetten b e r e i t g e h a l t e n w e r d e n o d e r
- d i e Beförderungsaufträge während e i n e r Fahrt o d e r a m B e t r i e b s s i t z e n t g e g e n -
g e n o m m e n worden s i n d
- u n d d a m i t Fahrten durchgeführt w e r d e n , d e r e n Z i e l d e r F a h r g a s t b e s t i m m t

Wie b e s c h r e i b t d a s G e s e t z d e n V e r k e h r m i t M i e t w a g e n ?
E i n M i e t w a g e n v e r k e h r ist d a d u r c h c h a r a k t e r i s i e r t , da$$
- Personenbeförderung m i t P e r s o n e n k r a f t w a g e n durchgeführt wird.
- wobei d i e P e r s o n e n k r a f t w a g e n n u r j m g a n z e n ' g e m i e t e t worden s i n d ,
- d i e Beförderungsaufträge d a z u a m B e t r i e b s s i t z o d e r in d e r Wohnung d e s
U n t e r n e h m e r s e n t g e g e n g e n o m m e n w o r d e n sind,
- d a m i t Fahrten durchgeführt w e r d e n , d e r e n Z w e c k . Z i e l u n d A b t a u f d e r F a h r g a s t
bestimmt
- u n d kein Taxen verkehr v o r l i e g t

B e i m T a x e n v e r k e h r s p r i c h t m a n v o n d e n „drei T a x i - H a u p t p f t i c h t e n ' \ B e n e n -
nen Sie diese u n d beschreiben Sie jeweils den Inhalt dieser Pflichten*
1 . D i e B e t r i e b s p f l i c h t i s t d i e Pflicht, d e n g e n e h m i g t e n B e t r i e b e i n z u r i c h t e n u n d auf-
rechtzuerhalten.
2 . D i e Beförderungspflicht b e s a g t , d a s s i m Pflichtfahrbereich mit j e d e m I n t e r e s -
s e n t e n e i n Beförderungsvertrag abzuschließen ist.
3. Tarifpflicht schließlich i s t d i e Pflicht, i m Pftichtfahrbereich d e n g e l t e n d e n Taxita-
rif a n z u w e n d e n .

Was v e r s t e h t m a n u n t e r P f t i c h t f a h r b e r e i c h u n d w e l c h e B e d e u t u n g h a t e r i m
R a h m e n der Taxl-Hauptpftichten?
Der Pflichtfahrbereich i s t der r a u m l i c h e G e l t u n g s b e r e i c h d e r in d e r Taxitariford-
n u n g behördlich f e s t g e s e t z t e n Beförderungsentgeltregetungen. N u r i n n e r h a l b d e s
P f t i c h t t a h r b s r e i c h a s g e l t e n Bsförderungs- u n d Tarifpflicht.

Unter ganz engen V o r a u s s e t z u n g e n i s t e s e i n e m T a x i f a h r e r g e s t a t t e t aus~


33 IL Sachgebiete

Die Tarifpfticht g i l t nur bei Beförderungen im Pftichtfahrbereich, Was gut


d e n n b e i F a h r t e n darüber h i n a u s ?
Bei F a h r t e n n a c h außerhalb d e s Pfiichtfahrbereichs gut für d i e g e s a m t e F a h r t -
s t r e c k e grundsätzlich freie P r e i s v e r e i n b a r u n g . Darauf h a t der Fahrzeugführer d e n
F a h r g a s t vor F a h r t b e g i n n h i n z u w e i s e n . K o m m t k e i n e P r e i s v e r e i n b a r u n g z u s t a n d e ,
g e l t e n d i e für d e n Pftichtfahrbereich f e s t g e s e t z t e n Beförderungsentgeite als ver-
einbart.

A u c h d e r Verkehr mit M i e t w a g e n hat z w e i b e s o n d e r e Pflichten, die s i c h i n d e r


Definition d e s M i e t w a g e n b e g r i f f e s bereits finden. B e n e n n e n S i e d i e s e u n d
b e s c h r e i b e n S i e , was m a n d a r u n t e r v e r s t e h t !
1. L a u t d e r Rückkehrpflicht h a t d e r M i e t w a g e n n a c h Ausführung des Beförde-
r u n g s a u f t r a g e s unverzüglich z u m B e t r i e b s s i t z zurückzukehren, e s s e i d e n n , er
hat v o r d e r Fahrt v o n s e i n e m B e t r i e b s s i t z o d e r d e r Wohnung des U n t e r n e h m e r s
oder während d e r Fahrt femmündlich einen n e u e n Beförderungsauftrag erhalten.
2 . Die A u f z e i c h n u n g s p f l i c h t b e s a g t , d a s s d e r M i e t w a g e n u n t e r n e h m e r d e n E i n g a n g
d e s Beförderungsauftrages a m B e t r i e b s s i t z oder in d e r Wohnung buchmäßig z u
erfassen u n d d i e A u f z e i c h n u n g e i n J a h r a u f z u b e w a h r e n h a t .

Was versteht m a n u n t e r d e m B e t r i e b s s i t z e i n e s Taxi- oder M i e t w a g e n u n t e r *


nebmens?
Unter B e t r i e b s s i t z ist der geschäftliche S t a n d o r t des U n t e r n e h m e n s z u v e r s t e h e n ,
wo d i e für d e n B e t h e b des U n t e r n e h m e n s w e s e n t l i c h e n Tätigkeiten wie E n t g e g e n -
n a h m e u n d Weiterleitung d e r Fahrtaufträge a n das F a h r p e r s o n a i d i e F a h r z e u g - t

d i s p o s i t i o n . Erfassung d e r Beförderungsvorgänge, A u f b e w a h r u n g d e r A u f z e i c h -
nungen geschehen.

D e r G e s e t z g e b e r hat d e m M i e t w a g e n v e r k e h r n e b e n Rückkehr- und A u f z e i c h -


n u n g s p f l i c h t e n n o c h a n d e r e s a u f e r l e g t u m i h n d e u t l i c h von d e m Taxenver-
k e h r a b z u g r e n z e n . N e n n e n Sie d i e s e w e i t e r e n Gc- und Verbotet
- M i t M i e t w a g e n dürfen n u r Beförderungsaufträge ausgeführt werden, d i e a m
B e t r i e b s s i t z o d e r d e r Wohnung des U n t e r n e h m e r s e i n g e g a n g e n s i n d .
- Die A n n a h m e , Vermittlung u n d Ausführung v o n Beförderungsaufträgen, d a s
B e r e i t h a l t e n d e s M i e t w a g e n s s o w i e Werbung für d e n M i e t w a g e n v e r k e h r dürfen
weder a t i e i n n o c h i n i h r e r Verbindung d a z u g e e i g n e t s e i n , z u r Verwechslung m i t
d e m Taxen verkehr z u führen.
- Den Taxen v o r b e h a i t e n e Z e i c h e n u n d M e r k m a l e dürfen für M i e t w a g e n n i c h t ver-
wendet werden,
II. Sachgebiete 39

das allgemeine Gewerberecht zu beachter. Grundsätzlich ist es jeder-


mann gestattet, ein Gewerbe zu betreiben, wenn er die gesetzlichen Vor-
aussetzungen beachtet. Es besteht Gewerbefreiheit die Teil der grundge-
setzlich geschützten Berufsfreiheit ist,

| Unter Gewerbe versteht man eine selbstständige planmäßige Betäti-


• gung, die mit der Absicht der Gewinnerziel ung ausgeübt wird.

Ein stehendes Gewerbe (in Abgrenzung z u m Reisegewerbe und dem


Marktverkehr) ist regelmäßig ein solches mit einem Betriebssitz oder einer
anderweitigen gewerblichen Niederlassung, das Taxen- und Miel wagenge¬
werbe fällt also unter diesen Begriff. W e r ein solches Gewerbe ausüben
möchte, hat dies dem zuständigen Ordnungsamt anzuzeigen und erhält eine
Empfangsbestätigung.

Diese Anzeigepflicht nach § 14 Gewerbeordnung (GewO) gilt für folgende


Tatbestände;

- Selbstständiger Betrieb eines Gewerbes, Errichtung einer Zweignie-


derlassung oder selbstständigen Zweigstelle
- Betriebsvertegung, Wechsel oder Erweiterung der Gewerbetätigkeit
- Betriebsaufgabe

Mit der Anzeige beim Ordnungsamt erfolgt gleichzeitig die nach der Abga-
benordnung (AO) zu erfolgende Anmeldung beim Finanzamt sowie die
Anmeldung der mit Beginn des Gewerbebetriebes entstehenden Mitglied-
schaft bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer Bei Kaufleuten
muss die Eintragung in das Handelsregister beim zuständigen Amtsgericht
beantragt werden.

Die grundsätzliche Gewerbefreihert kann eingeschränkt sein» wenn öffent-


liche Interessen wie Gesundheit, Sicherheit und Wohlfahrt berührt werden.
Deshalb gibt es auch für den gewerblichen Straßenpersonenverkehr im
P B e f G besondere Zulassungsvoraussetzungen sowohl subjektiver (persön-
IL Sachgebiete 41

Das PBefG-Genehmigungsverfahren verläuft vierstufig;


I . A n t r a g des Antragstellers mit Unterlagen zu den subjektiven Berufszu-
gs n gs vo raussetzu ngen
2. Anhörung diverser Anhörstellen (andere B e h ö r d e ^ Gewerkschaf-
ten, Fachverbände)
3. Prüfung des Antrages und der Stellungnahmen der Anhör-
stellen durch die Genehmigungsbehörde
4, E n t s c h e i d u n g der Genehmigungsbehörde

Auf dem vorgeschriebenen A n t r a g s f o r m u l a r hat der angehende Unterneh-


mer nach § 12 Abs- 1 P B e f G folgende Angaben zu machen:

- Namen sowie Wohn- und Betriebssitz des Antragstellers, handelt es sich


dabei um eine natürliche Person auch Geburtstag und -ort;
- Angabe, ob er bereits eine Genehmigung für eine Verkehrsart besitzt oder
besessen hat;
- neuerdings auch die Darstellung der Maßnahmen zur Erreichung der
möglichst weitreichenden barrterefreien Nutzung des beantragten Ver-
kehrs entsprechend den Aussagen im Nahverkehrsplan:
- Benennung der Verkehrsform des Gelegenheitsverkehrs;
- Angaben über die Zahl, Art und das Fassungsvermögen (Sitzplätze) der
zu verwendenden Fahrzeuge.

Dem Antrag sind weiterhin Unterlagen beizufügen, die der Genehmigungs-


behörde ein Urteil erlauben über die
- Zuverlässigkeit des Antragstellers oder des bestellten Geschäftsführers,
- Fachliche Eignung des Antragstellers oder des bestellten Geschäftsfüh-
rers,
- Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Betriebes,

Folgende Unterlagen kommen dabei in Frage, wobei zu berücksichtigen ist,


dass die Behörde weitere Angaben sowie Vorlage weiterer Unterlagen im
Rahmen der Ausübung pflichtgemäßen Ermessens verlangen kann (vgl.
§ 12 A b s - 3 PBefG):
42 IL Sachgebiete

- Dienst- und Prüfungszeugnisse


- Gesellschaftsvertrag (bei Personengeselfschatten)
- Auszug aus dem Handelsregister (nicht älter als drei Monate)
- Bescheinigungen d e s Finanzamtes sowie der Betriebssitzgemeinde über
die steuerliche Zuverlässigkeit
- Bescheinigung der Krankenkasse über die ordnungsgemäße Entrichtung
der Sozialversicherung sbe iträge
- Bescheinigung der Berufs genossen schalt über die ordnungsgemäße Ent-
richtung der BG-Beiträge

Subjektive Berufszugangsvoraussetzungen im Taxi- und


Mietwagen verkeh r
Zuverlässigkeit des An- Sicherheit und finanziel- Fachliche Eignung des
tragsteilers oder des le Leistungsfähigkeit Antragstellers oder des
bestellten Geschäfts- des Betriebes bestellten Geschäfts-
lührers führers

Für alle diese drei Aspekte ist eine spezielle Regelung in der Berufszu-
gangsverordnung für den Straßenpersonenverkehr (PBZugV) enthalten:

Die persönliche Zuverlässigkeit des Unternehmers und der zur Führung


der Geschäfte bestellten Personen ist nach § 1 P B Z u g V gegeben, wenn
keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass bei der Führung
des Unternehmens die für den Straßenverkehr geltenden Vorschriften miss-
achtet oder die Allgemeinheit bei dem Betrieb des Unternehmens geschä-
digt oder gefährdet werden.

Anhaltspunkte für eine UnZuverlässigkeit des Unternehmers oder der für


die Führung der Geschäfte bestellten Person sind insbesondere
- rechtskräftige Verurteilungen wegen schwerer Verstöße gegen strafrecht-
liche Vorschriften
- schwere Verstöße gegen
•Vorschriften des Personenbeförderungsgesetzes oder der auf diesem
Gesetz beruhenden Rechtsverordnungen,
IL Sachgebiete 43

* d i e abgabenrechtlichen Pflichten, die sich a u s unternehmerischer Tätig-


keit ergeben,
* § 1 des Pflichtversicherungsgesetzes,
• umweltschützende Vorschriften, insbesondere des Bundes-Immissions-
schutzgesetzes oder der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung,

Die finanzielle Leistungsfähigkeit des Unternehmens ist dann als gewähr-


leistet anzusehen, wenn die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, die zur
Betriebsaufnahme und -führung erforderlich sind. S i e ist im Taxi- und Miet-
wagenbereich zu verneinen (vgl, § 2 A b s . 1 P B Z u g V ) , wenn
1. die Zahlungsfähigkeit nicht gewährleistet ist oder erhebliche Rückstände
an Steuern oder an Beiträgen zur Sozialversicherung bestehen, die a u s
unternehmerischer Tätigkeit geschuldet werden;
2. das Eigenkapital und die Reserven d e s Unternehmens weniger als
2.250 € für d a s erste Fahrzeug und weniger als 1.250 € für jedes weitere
Fahrzeug betragen.

Der Nachweis über die finanzielle Leistungsfähigkeit des Betriebes wird


durch die Vorlage folgender Bescheinigungen geführt (§ 2 Abs. 2 P B Z u g V ) :
1. Unbedenklichkeitsbescheinigungen d e s Finanzamtes, der Gemeinde, der
Träger der Sozialversicherung und der Berufsgenossenschaft, wobei die
Stichtage dieser Bescheinigungen zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht
länger als drei Monate zurück liegen dürfen, sowie
2. einer Eigenkapitalbescheinigung eines Wirtschaftsprüfers, vereidigten
Buchprüfers, Steuerberaters, Steuerbevollmächtigten, Fachanwafts für
Steuerrecht, einer Wirtschaftsprüfungs-, Buchprüfungs- oder Steuerbera-
tungsgesellschaft oder eines Kreditinstituts. Bei Unternehmen des Taxen-
und Mietwagenverkehrs, die keinen Jahresabschluss vorlegen können, ist
eine von den vorgenannten Stellen bestätigte Vermögensübersicht vorzu-
legen. Der Stichtag der Eigenkapltafbeschelnigung oder der Vermögens-
übersicht darf zum Zeitpunkt der Antragsteilung nicht länger als ein Jahr
zurückliegen.

Als Reserven d e s Unternehmens können nicht realisierte Reserven, Darle-


hen. Bürgschaften oder der Verkehrswert privater Vermögensgegenstände
44 IL Sachgebiete

Schließlich muss der Antragsteller als Unternehmer oder die für die Führung
der Geschäfte bestellte Person auch lachlich geeignet sein. Diese Anfor-
derung erfüllt, wer über die zur ordnungsgemäßen Führung eines Unterneh-
mens des Taxen- und Mietwagen Verkehrs erforderlichen Kenntnisse auf den
Sachgebieten verfügt, die im Einzelnen in der Ihnen schon bekannten Anla-
ge 3 zur Berufszugangs-Verordnung aufgeführt s i n d Die fachliche Eignung
wird durch eine Prüfung nachgewiesen, der gewisse Abschlussprüfungen In
gewissen qualifizierteren Verkehrsberufen b z w Verkehrsstudiengängen
gleichgestellt sind oder durch eine mindestens dreijährige leitende Tätigkeit
in einem Unternehmen, d a s Straßenpersonenverkehr betreibt

Fachliche Eignung
Erfolgreiche Fachkun- oder oder
deprüfung mindestens dreijährige Abschlüsse in gewissen
leitende Vortätigkeit Verkehrsberufen/
Studiengängen

Die Fachkundeprüfung umfasst zwei schriftliche Teilprüfungen und gegebe-


nenfalls einen ergänzenden mündlichen Prüfungsteil und wird vor dem Prü-
fung sau sschuss bei der Industrie- und Handelskammer abgelegt. Wer die
Taxi-/Mi et wagen-Prüfung erfolgreich absof viert hat, dem wird eine Beschei-
nigung nach dem Muster der Anlage 5 der P B Z u g V erteilL

Der erfolgreichen Fachkundeprüfung gleichwertig gestellt und damit als


Nachweis der fachlichen Eignung gelten nach § $ P B Z u g V auch
- Abschlussprüfungen zum Kaufmann/zur Kauffrau im Eisenbahn- und
Straßenverkehr, Schwerpunkt Personenverkehr
- Abschlussprüfung zur Fortbildung zum Verkehrsfachwirt/zur Verkehrs-
fachwirtin
- Abschlußprüfung als Betriebswirt/Betriebswirt bei der Deutschen Außen¬
handels- und Verkehrsakademie Bremen
- Abschlussprtjfung a/s Diplom-Betriebswirt/Dipiom-BetriebswJrtJn im F a c h -
bereich Wirtschaft Studiengang Verkehrsbetriebs Wirtschaft und Logistik
an der FH Heilbronn
IL Sachgebiele 45

- Die Tätigkeit muss die zur ordnungsgemäßen Führung eines Straßenper-


sonenverkehrsunternehmens erforderlichen Kenntnisse auf den Sachge-
bieten vermittelt haben, die sich aus Anlage 3 der P B Z u g V ergeben,
- d a s Ende dieser Tätigkeit darf zum Zeitpunkt der Antrag stell ung nicht län-
ger als zwei Jahre zurückliegen.

Hält die zuständige Industrie- und Handelskammer die Voraussetzungen


aufgrund von aussagekräftigen Unterlagen des Bewerbers oder aufgrund
eines zusätzlichen ergänzenden Beurteilungsgespräches für gegeben, so
stellt sie eine Fachkundebescheinigung aus.

Ausnahmsweise muss die fachliche Eignung nicht nachgewiesen werden


(§ 8 PBZugV), von

- Unternehmen, welche die erneute Erteilung einer auslaufenden G e n e h -


migung beantragen,
- Unternehmen, welche die Erteilung einer weiteren gleichartigen G e n e h -
migung beantragen,
- Unternehmen mit einer Genehmigung für den Straßenpersonenverkehr,
ausgenommen den Verkehr mit Taxen oder Mietwagen! dte eine G e n e h -
migung für eine andere Verkehrsart oder Verkehrsform beantragen,
- Unternehmen mit einer Genehmigung für den Verkehr mit Taxen, die eine
Genehmigung für den Verkehr mit Mietwagen beantragen,
- Unternehmen mil einer Genehmigung für den Verkehr mit Mietwagen, die
eine Genehmigung für den Verkehr mit Taxen beantragen.

Die zuständigen Behörden sind verpflichtet sich regelmäßig zu vergewis-


s e m , dass das Unternehmen die Berufszugangs Voraussetzungen auch
nach Genehmigungserteilung erfüllt Im Bereich des Taxen- und Mietwa-
gen Verkehrs besteht diesbezüglicher Handlungsbedarf für die Behörden nur
dann, wenn Zweifel daran angezeigt sind, dass die Voraussetzungen bei
einem bestimmten Unternehmen noch vorliegen (§ 9 Abs. 1 Satz 3
PBZugV). In diesem Fall kann sie sämtliche Auskünfte zur persönlichen
Zuverlässigkeit sowie zur finanziellen Leistungsfähigkeit erneut einholen.
!
46 II. Sachgebiete

Genehmigung zu versagen, wenn die öffentlichen Verkehrsinteressen


dadurch beeinträchtigt werden, dass durch die Ausübung des beantragten
Verkehrs das örtliche Taxigewerbe in seiner Funktionsfähigkeit bedroht wird
(§ 13 A b s , 4 PBefG), Bei diesem Merkmal handelt sich um eine sog. objek-
tive B e r u f s z u g a n g s v o r a u s s e t z u n g .

U n t e r s c h i e d z w i s c h e n subjektiver u n d objektiver
Berufszugangsvoraussetzung
Subjektive Berufszugangs Objektive Berufszugangs-
voraussetzung voraussetzung
beeinflusst die Berufswahl
anhand
- persönlicher Eigenschaften Kriterien, die nicht
- persönlicher Fähigkeiten - mit den Fähigkeiten und Eigenschaf-
ten des Antragstellers zusammen-
hängen und
- auch nicht von ihm beeinflus&t
werden können
Bsp.: Bestandene Fachkundeprüfung Bsp.: Beeinträchtigung des öffentlichen
Verkehrsinteresses, weil die Zulassung
wetterer Taxigenehmigungen die Funk-
tionsfähigkett des önliehen Taxigewer-
bes bedrohen würde

Zur Beurteilung der Funktionsfähigkeit des örtlichen Taxigewerbes hat


die Genehmigungsbehörde für ihren Bezirk insbesondere folgende Einfluss-
größen zu berücksichtigen (§ 13 A b s . 4 Satz 2 PBefG):

- d i e Nachfrage nach Beförderungsaufträgen im Taxiverkehr


- die Taxidichte
- d i e Entwickiung der Ertrags- und Kosten läge der Unternehmen unter Ein*
beziehung der Einsatzzeit
- die Anzahl und Ursachen der Geschäftsaufgaben.
II, Sachgebiete 47

lieh gerechtfertigt. Die Behörde hal deshalb die Aufgabe, die Entwicklung in
diesem Bereich des öffentlichen Verkehrs sorgfältig zu beobachten und die
Ihr nach dem Gesetz zur Verfügung gestelften Maßnahmen zu ergreifen,
wozu insbesondere die Entscheidung über die Vergabe weiterer Genehmi-
gungen gehört. Wenn mehrere Bewerbungen vorliegen, erfordert dies eine
behördliche Prognose, welche Zahl neuer Taxen das örtliche Taxigewerbe in
der Lage ist aufzunehmen, ohne in seiner Funktfonsfähigkeit bedroht zu
sein. Dieser Gesichtspunkt erlaubt nicht, jeweils nur über die einzelne bean-
tragte Genehmigung und mit Blick auf die Auswirkungen nur dieser einen
Genehmigung auf die Funktionsfähigkeit des örtlichen Taxengewerbes zu
entscheiden. Je größer der Ort und je höher damit auch der Bestand bereits
erteilter Genehmigungen ist, um so weniger sind überhaupt die Auswirkun-
gen der Erteilung nur einzelner Genehmigungen auf das örtliche Taxenge¬
werbe insgesamt abzuschätzen. Deshalb soll die Behörde nach § 13 Abs. 4
S. 3 P B e f G vor der Entscheidung über neue Anträge einen B e o b a c h t u n g s ¬
zeltraum zur Feststellung der Auswirkungen früher erteilter Genehmigun-
gen auf die öffentlichen Verkehrsinleressen einschalten.

Die Funktionsfähigkeit des örtlichen Taxigewerbes ist nur wegen des


öffentlichen Verkehrsinteresses geschützt, nicht hingegen zum Schutz des
bestehenden Gewerbes vor Konkurrenz, selbst wenn diese einzelne Unter-
nehmer ruiniert. Die Funktionsfähigkeit ist allerdings nicht erst dann bedroht
wenn die Gefahr eines Zusammenbruchs des Örtlichen Taxengewerbes ins-
gesamt besteht. Der Gesetzgeber schützt die Funktionsfähigkeit des örtli-
chen Taxengewerbes mit dem Ziel einer möglichst guten Bedienung des
Individuelten öffentlichen Verkehrs in Ergänzung vor allem zu dem
öffentlichen Linienverkehr. Zur Annahme einer Bedrohung der Funktions-
fähigkeit dieses jedermann zugänglichen Verkehrsangebots genügt deshalb
eine von der Behörde konkret zu belegende Gefahr, dass die Erteilung wei-
terer Genehmigungen zu schwerwiegenden Mängeln in der Verkehrs-
bedienung durch Taxen führen kann. Etwa derart, dass die Existenzfähig¬
keit von Betrieben allgemein nur unter übermäßiger, die Verkehrssicherheit
gefährdender Einsatzzelt der Fahrer oder mit ähnlichen Gefahren für die
Verkehrssicherheit oder die ansonsten zuverlässige Verkehrsbedienung
gesichert werden kann,
48 El. Sachgebiete

- die Industrie- und Handelskammer,


- die Fachgewerkschaften
- sowie die Verkehrsverbände, also regelmäßig die Landesverbände des
Deutscher Taxi- und Mietwagenverbar des (BZP),
gutachtlich dazu zu hören (§ 14 A b s , 2 PBefG).

Auf dieses A n h ö r v e r f a h r e n darf sie nur dann verzichten, wenn sie aus eige-
ner Kenntnis der Sachlage dem Antrag nicht entsprechen wilL Die schriftli-
chen Stellungnahmen dieser Anhörstellen sind von der Behörde bei ihrer
Entscheidung über den Antrag zu berücksichtigen, sofern sie innerhalb von
zwei Wochen nach der behördlichen Unterrichtung Ober den Antrag bei der
Behörde eingehen (§ 14 A b s . 4 P B e f G ) .

Über den Antrag ist innerhalb von drei Monaten nach Eingang bei der
Genehmigungsbehörde zu entscheiden, wobei diese Frist mittels eines Zwi-
schenbescheides nur um höchstens weitere drei Monate verlängert werden
darf. Wenn nicht innerhalb dieser höchstens sechs Monate die Genehmi-
gung versagt wurde, gilt sie als erteilt ( § 1 5 A b s . 1 P B e f G ; sog. fiktive
Genehmigung). Diese Vorschrift wurde aus Verfahre nsbeschleunigungs-
gründen in d a s P B e f G eingeführt.

Eine Entscheidung der Genehmigungsbehörde kann allerdings auch sein,


den Antragstelier in die Vormerk liste aufzunehmen. Diese auch Warteliste
genannte Einrichtung vieler Genehmigungsbehörden ist eine Ausprägung
d e s Prioritätssystems, welches bei einem Überhang von Bewerbungen um
Taxikonzessionen grundsätzlich anzuwenden i s t Ein solcher Überhang
kann insbesondere entstehen, wenn neue Konzessionen deshalb nicht aus-
gegeben werden dürfen, weil d a s örtliche Taxigewerbe dadurch mit nega-
tiver Folgeerscheinung für das öffentliche Verkehrs Interesse in seiner Funk-
lionsfähigkeit bedroht würde. Mittels dieser nach Altunternehmen und
Neubewerbem gesplitteten Vormerklisten wird nach zeitlicher Reihenfolge
der Anträge Neubewerbem der Zugang zum Taxiuntemehmerberuf ermög-
licht, zum anderen bewährten Altunternehmern die Möglichkeit einer
Betriebsvergrößerung eingeräumt.
II. Sachgebiete 49

Inhalte der G e n e h m i g u n g s u r k u n d e für Taxi- u n d Mi et wagen verkehr


§ 17 A b s , 1 P B e f G
- Name, Wohn- und Betriebssitz des Unternehmers
- Bezeichnung der Verkehrsart und Verkehrsform
- Geltungsdauer der Genehmigung
- Etwaige Bedingungen und Auflagen
- Bezeichnung der Aufsichtsbehörde
- Amtliche Kennzeichen der einzusetzenden Fahrzeuge

Mit dem Erhalt der Genehmigungsurkunde ist der Antragsteller nun Unter-
nehmer i.S.d. PBefG geworden. Er muss den genehmigten Verkehr Im
eigenen Namen, unter eigener Verantwortung und für eigene Rechnung
betreiben.

Die Genehmigung hält aber nun nicht ewig, sondern sie läuft nach einiger
Zeit auch wieder aus:

Genehmigungsdauer läuft aus


normalerweise (nach Gesetzestext bei einem Neubewerber für den Taxi-
aber „höchstens") nach vier Jahren verkehr bereits nach zwei Jahren,
(§ 16 Abs. 3 PBefG) bei einem Taxi- wobei die aus der Genehmigung
Alt Unternehmer, aber auch bei erwachsenden flechte und Pflichten
jedem Mietwagen Unternehmer in diesem Zeitraum nicht üben ragen
werden dürfen (§ 13 Abs, 5 Satz 5
PBefG).

Rechtzeitig vor Ablauf der Genehmigung, spätestens drei Monate vorher, ist
vom Unternehmer mit kompletter Unterlagenbeibringung eine Wiederertei-
lung zu beantragen, der die Behörde nur dann entsprechen wird, wenn
sämtliche subjektiven Voraussetzungen beim Antragsteller weiterhin gege-
ben sind. Die rechtzeitige Antragstellung auf Wiedererteilung der Genehmi-
gung initiiert insoweit also nicht ein ununterbrochenes Weiterlaufen der
bisherigen Genehmigung, sondern bei positiver Entscheidung der Genehmi-
gungsbehörde entsteht nach Ungültig werden der bisherigen eine neue
Genehmigung. Demzufolge ist auch der Praxissprachgebrauch „Genehrni-
i

50 tl. Sachgebiete

weil der Unternehmer seine Antragsverspätung ausreichend entschuldigen


kann.

Die Genehmigung kann von der Behörde bei gewissen Unregelmäßigkeiten


auch zurückgenommen bzw. widerrufen werden,

Unterschied Rücknahme und Widerruf


Rücknahme der Genehmigung Widerruf der Genehmigung
Die Genehmigung war von Anfang Die Genehmigung ist rechtmäßig
an rechtswidrig, sodass sie gar nichl erteilt worden, spater aber ist ein
hätte erteilt werden dürfen Ereignis eingetreten, welche den
weiteren Betrieb rechtswidrig
Beispiel: unrichtige Angaben im
werden lässt
Antrag
Beispiel: schwere Verstöße des
Unternehmers gegen Straßenver-
fceh rssicherh ei 1 s Vorschriften

Das P B e f G regelt in § 25 nur den Widerruf einer Genehmigung, die Mög-


lichkeit zur Rücknahme einer Genehmigung ergibt sich aber aus dem all-
gemeinen Verwaltungsverfahrens recht (§ 48 VwVfG) Das G e s e t z regelt im
+

Absatz 1 des § 25 P B e f G , wann die Behörde widerrufen m u s s im A b s . 2,


t

wann sie widerrufen kann. Die Widerrufsgrunde des § 25 Absatz 1 beziehen


sich auf die subjektiven Genehmigungsvoraussetzungen des § 13 A b s . 1
(Sicherheit und Leistungsfähigkeit d e s Betriebs» persönliche Zuverlässigkeit
und fachliche Eignung). Wird im Widerrufsverfahren festgesteift, d a s s die
eine oder andere dieser Voraussetzungen in der Person des Unternehmers
nicht mehr gegeben ist, so lässt sich der Widerruf ailer in seinem Bereich
befindlichen Genehmigungen nicht vermeiden. Nach Absatz 2 kann die
Behörde nach pflichtgemäßen Ermessen widerrufen, wenn der Unterneh-
mer die ihm gesetzlich obliegenden Verpflichtungen arbelts- und sozial-
rechtlichen Verpflichtungen oder die sich aus seinem Unternehmen erge-
benden steuerrechtlichen Verpflichtungen wiederholt nicht erfüllt oder in
schwerwiegender Weise dagegen verstoßen hat.
II. Sachgebiete 51

selbstständige und abgrenzbare Teile d e s Unternehmens (Zweigniederlas-


sungen u.Ä,) übertragen werden (§ 2 A b s . 2 und 3 P B e f G ) . Um uner-
wünschten Konzessionshandel zu unterbinden, hat der Gesetzgeber gere-
gelt, dass der Übertragende, wenn er innerhalb der letzten acht Jahre ganz
oder teilweise veräußert oder verpachtet hat. unabhängig vom Zeitpunkt sei-
ner Antragsteflung bei einem Genehmigungsantrag n a c h r a n g i g behandelt
wird (§ 13 A b s , 5 Satz 3 Ziffer 2 PBefG), also auf den letzten Platz der Vor¬
merkliste gesetzt wird.

Auch der Pächter kann aufgrund des Pachtverhältnisses keine genehmi-


gungsrechtlichen Vorteile ziehen, insbesondere wird er nicht durch die Pacht
zum Altuntemehmer mit entsprechendem Besitzstandsschutz (vgl. § 13 A b s .
3 PBefG),

Die Genehmigung erlischt, wenn der Unternehmer seinen Betriebssitz in


eine andere Gemeinde verlegt [§ 26 Nr. 2 P B e f G ) . Der Unternehmer darf
dann weder in der alten noch in der neuen Gemeinde den Taxi betrieb wei-
terführen, es sei denn, er ist im Besitz einer Genehmigung für die „neue"
Gemeinde.

Die Genehmigung erlischt nicht ohne Weiteres, wenn der Unternehmer


stirbt. Der Erbe kann nämlich den Betrieb zunächst vorfäufig weiterführen
oder diese Befugnis auf einen Dritten übertragen. Gleiches gilt für den Testa-
mentsvollstrecker, Nachlasspfleger oder Nachlassverwalter während der
Ausübung ihrer Ämter oder Bestellungen. Die Befugnis zur vorläufigen Wei-
te rführung erlischt allerdings, wenn der Erbe oder ein Dritter nicht innerhalb
von drei Monaten nach Ablauf der für die Ausschlagung der Erbschaft vor-
gesehenen Frist bzw. Testamentsvollstrecker, Nachlasspfleger oder Nach-
lassverwalter innerhalb von drei Monaten nach Annahme ihres Amtes oder
ihrer Bestellung die Genehmigung beantragt haben (§ 19 A b s . 1 und 2
PBefG).

Auch für den Fall der Erwerbs- oder Geschäftsunfähigkeit des Unterneh-
mers oder des bestellten Geschäftsführers trifft das Gesetz eine Regelung.
Ein Dritter darf das Unternehmen bis zu einem Jahr weiterführen, wobei in
II. Sachgebiete 61

F o r m u l i e r e n S i e die G r u n d r e g e \ für d e n F a h r d i e n s t " !


i t

D i e s e R e g e t tautet, d a s s d a s i m F a h r d i e n s t e i n g e s e t z t e B e t r i e b s p e r s o n a l d i e
b e s o n d e r e Sorgfalt a n z u w e n d e n h a t , d i e s i c h d a r a u s e r g i b t d a s s ihm P e r s o n e n
z u r Beförderung a n v e r t r a u t s i n d .

A u s d i e s e r Grundregef folgen Verhaltenspflichten bzw. -verböte d e s Fahr-


p e r s o n a i s gegenüber den Fahrgästen. Welche n e n n t die B e t r i e b s o r d n u n g ?
- Gebot e i n e s rücksichtsvollen u n d b e s o n n e n e n Verhaltens,
- Verbot, während d e s D i e n s t e s und d e r D i e n s t b e r e i t s c h a f t a l k o h o l i s c h e Geträn-
k e oder a n d e r e d i e d i e n s t l i c h e Tätigkeit beeinträchtigende M i t t e l z u s i c h z u n e h -
m e n o d e r d i e Fahrt a n z u t r e t e n , o b w o h l e r u n t e r d e r Wirkung s o l c h e r Getränke
oder Mittal steht
- Grundsätzliches Verbot, während d e r Beförderung zu r a u c h e n (Ausnahme:
Zustimmung des Fahrgastes)
- Verbot, b e i m L e n k e n d e s F a h r z e u g s e i n e n Femsehrundfunkempfänger z u
benutzen
- Verbot d e r Fahrtätigkeit b e i b e s t i m m t e n , übertragbaren K r a n k h e i t e n ( w i e Diph-
therie, L u n g e n t u b e r k u l o s e e t c . ) .

Das Fahrpersonal im Taxi und M i e t w a g e n trifft Mitführungspflicht h i n s i c h t -


l i c h diverser P a p i e r e . Führen Sie d i e s e auf!
B e i d e r Fahrt s i n d s t e t s f o l g e n d e P a p i e r e mitzuführen:
Führerschein, F a h r e r l a u b n i s z u r Fahrgastbeförderung, F a h r z e u g s c h e i n , G e n e h m i -
g u n g s u r k u n d e o d e r e i n e gekürzte a m t l i c h e A u s f e r t i g u n g . F a l l s d a s F a h r z e u g mit
e i n e m Funkgerät ausgerüstet ist: e i n e F u n k g e n e h m i g u n g s u r k u n d e . E i n Taxifahrer
h a t darüber h i n a u s s t e t s d i e g e l t e n d e Taxi-Tarifordnung mitzuführen, i n d i e e r auf
Verfangen des F a h r g a s t s d i e s e m E i n s i c h t z u gewähren h a t .

Nennen Sie Verhattenspflichten, d i e d e r F a h r g a s t e i n e s Taxis oder e i n e s


M i e t w a g e n s z u b e a c h t e n hat!
Der F a h r g a s t darf k e i n e s f a l l s d i e S i c h e r h e i t u n d O r d n u n g des B e t r i e b e s gefährden,
i n s b e s o n d e r e ist e s i h m u n t e r s a g t
- während d e r F a h r t eigenmächtig d i e Türen z u öffnen
- S i c h e r u n g s e i n r i c h t u n g e n missbräuchlich z u b e n u t z e n
- Gegenstände a u s d e m F a h r z e u g z u werfen o d e r h i n a u s r a g e n zu l a s s e n
- während d e r Fahrt a u f - oder a b z u s p r i n g e n
- I n e i n als b e s e t z t b e z e i c h n e t e s F a h r z e u g e i n z u s t e i g e n
- in N i c h t r a u c h e r - T a x e n zu r a u c h e n
62 IL Sachgebiete

1.2 Fachkundesachgebiet: Straßenverkehrsrecht einschließ-


lich Fahrerlaubnisrecht und die Vorschriften der Kinder-»
Sicherung

Zur Orientierung
Prüfungsinhalte: insbesondere erforderliche Qualifikationen d e s Fahr-
personals (Fahrerlaubnis, ärztliche Bescheinigung, Fahrerlaubnis zur
Fahrgastbeförderung usw.) sowie Vorschriften über die Kindersicherungs-
pfticht
Rechtsquellen (Beispiele); Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV). Straßen-
verkehrsgesetz (StVG), Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO).
Straßenverkehrs-Ordnung (StVO)

1.2.1 Themenschwerpunkt Haupt Verkehrsgesetze und -Verordnungen

D a s Straßenverkehrsrecht stellt v A . durch das Straßenverkehrsgesetz


(StVG}. die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) sowie die Straßenverkehrs-
Zulassungs-Ordnung (StVZO) mit Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV)
grundsätzliche Regelungen für die Teilnahme am und Zulassung zum
Straßenverkehr zur Verfügung. In der S t V O , S t V Z O sowie der F e V sind aber
auch spezielle Regelungen für den Taxi- und Mietwagen verkehr enthalten.
II. Sachgebiete 63

Regelungsinhaite der Hauptverkehrsgesetze und -Verordnungen


StVG StVO StVZO mit FeV

grundlegende Verkehrs- Verhalten im Straßen- Voraussetzungen für


vorscbriften verkehr die Teilnahme am
(„Grundgesetz des Straßenverkehr
Straßenverkehrs"}

uA berühmte General klau- u.A.


Kfz-Zulassung se\ in § 1 Abs. 2: Fahrerlaubnis-
Fa h rerlau bn is-Ertei 1 u n g „Jeder Verkehrsteilneh- Klasseneinteilung
und Entziehung mer hat sich so zu Zulassungspflicht
Haftpflicht des Kraft- verhalten, dass kein für Kfz und Anhänger
fahrzeughalters anderer geschädigt. Bau- und Betriebs-
Ve rkeh rszentral register gefährdet oder mehr, vorschriften
als nach den Umstän-
den unvermeidbar.
behindert oder belästigt
wird."

D a s StVG regelt grundsätzliche F r a g e n wie die Zulassung von Kfz, Ertei-


lung und Entziehung der Fahrerlaubnis durch die Verwaltungsbehörden, das
Verkeh rszentral reg ister das Fahrzeug reg ister Rahmenre gelungen für den
h

Führerschein auf Probe sowie Gebühren und Kosten.

Mit eine der wichtigsten Regelungen ist die Haftpflicht des Kfz-Halters, die
als sog. Gefährdungshaftung ausgestaltet ist (§ 7 StVG). Wird bei dem
Betrieb eines Kfz ein Mensch getötet, der Körper oder die Gesundheit eines
Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, ist der Kfz-Halter auch ohne
Verschuldensnachweis verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehen-
den Schaden zu ersetzen. Die Ersatzpflicht ist nur dann ausgeschlossen,
wenn der Unfall durch höhere Gewalt verursacht ist. Ist eine Person mit
einem Kraftfahrzeug im entgeltlichen, geschäftsmäßigen Personenverkehr
befördert worden - dies betrifft also auch den Taxen- und Mietwagen verkehr
- so kann die HaftungsVerpflichtung des Halters wegen Körperverlet-
zung oder Tötung weder ausgeschlossen noch beschränkt werden. Entge-
64 IL Sachgebiete

Schaden 1.000 Euro übersteigt; dieser Ausschluss ist aber unwirksam, wenn
der Schaden durch Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit verursacht worden
ist.

Die StVO gibt dem Straßen Verkehrsteilnehmer Verhaltens reg ein auf, so v.A.
in der berühmten Generalklausel des § 1 S t V O : „Jedermann h a t s i c h i m
Straßenverkehr s o z u verhaften, d a s s er k e i n e n a n d e r e n gefährdet,
schädigt oder m e h r b e h i n d e r t oder belästigt, als n a c h d e n Umständen
u n v e r m e i d b a r ist".
Einige der wichtigsten durch die StVO aulgestellte ailgemeine Verkehrsre^
geln:
- Rechtsfahrgebot: Fahrzeuge haben grundsätzlich die rechte Fahrbahn
einzuhalten und möglichst weit rechts zu fahren; Abweichungen davon
sind abhängig von der Verkehrsdichte ebenso möglich wie, d a s s bspw. im
Kolonnenverkehr bei mäßiger Geschwindigkeit rechts schneller als auf
der linken Spur gefahren wird. Innerhalb geschlossener Ortschaften kön*
nen Pkw und kleinere Lkw den Fahrstreifen frei wählen(§§ 2, 7 S t V O ) .
- Richtgeschwindigkeit 130 km/h: Die zulässige Geschwindigkeit richtet
sich zunächst einmal nach den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterver-
hältnissen sowie nach den Fähigkeiten des Fahrzeugführers ebenso wie
nach den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung. Geschwindigkeitsbe-
grenzungen existieren innerhalb geschfossener Ortschaften mit 50 km/h,
außerhalb geschlossener Ortschaften für Pkw mit 100 km/h (§ 3 StVO).
Auf Autobahnen sowie auf Straßen mit durch Mittelstreifen oder sonstigen
baulichen Einrichtungen getrennten Fahrbahnen in einer Richtung oder
Straßen mit zwei Fahrbahnen in beiden Richtungen gilt eine empfohlene
Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Diese Richtgeschwindigkeit ist zwar
nicht rechtsverbindlich in dem Sinne, dass ein Überschreiten eine Ord-
nungswidrigkeit darsteilen würde, allerdings kann das Überschreiten der
Richtgeschwindigkeit nach der Rechtsprechung zu einer zumindest teil-
weisen Schadenersatzpflicht auch dann führen, wenn denjenigen an
einem Unfall ansonsten kein Verschulden trifft.
- Vorfahrt: an Kreuzungen und Einmündungen gilt die allgemeine Regel
„ r e c h t s vor l i n k s " , wenn Verkehrszeichen fehlen. Derjenige, der die Vor¬
fahrt zu beachten hat, muss durch sein Fahrverhalten, insbesondere
IL Sachgebiete 65

Spezielle Regelungen der StVO für den Taxiverkehr


1 Taxifahrzeuge dürfen zum Zweck des Be retinal tens an ihnen vorbehaltenen
+

Tax (Standplätzen halten


2 Taxifahrer dürfen in zweiter Reihe halten, um Fahrgäste ein- oder ausstei-
+

gen zu lassen. Aber: nur dann, wenn die Verkehrslage dies zuEässt
3. Busspuren dürfen mitbenutzt werden, wenn dies durch das Zusatzschild
„Taxi frei angezeigt ist
L

4. Taxifahrer sind bei der Fahrgastbeförderung von der Anschnall Verpflich-


tung befreit.
DJßSG Regelung gilt auch für Mietwagenfahrer
5. Bei nichbregelmäßiger Taxibeförderung müssen maximal zwei Kinder
auf Rücksitzen in Taxen mit geeigneten und zugelassenen Rückhalteeinrich-
tungen gesichert werden, davon wenigstens ein Kind der Klasse I.
Kinder der Gewichtsklasse 0 müssen nicht gesichert werden

Dazu nun im Einzelnen mehr;


1. Taxen haben nicht nur d a s Recht zum Bereithalten an Taxenständen, son-
dern andere Verkehrsteilnehmer dürfen dort an den Taxi Standplätzen
nicht haften (§ 12 A b s . 1 Nr. g StVO)- D a s Recht für die Fahrer von
Taxen, sich dort aufzustellen, ist an das Bereithalten geknüpft; sofern ein
Fahrer sich nicht bereithält, also beispielsweise d a s Taxi für eine längere
Zeit veriässt, liegt auch bei einem Taxi ein Halte Verbots verstoß vor.

2. Taxifahrer dürfen ausnahmsweise in „zweiter R e i h e " halten, um Fahrgäs-


te ein- oder aussteigen zu lassen. Voraussetzung ist aber dafür, d a s s „die
Verkehrslage es zulässf (§ 12 A b s . 4 Satz 3 StVO), eine Begrifflichkeit die
t

nicht eindeutig ist und unterschiedlich ausgelegt werden kann. Eine reine
Belästigung anderer Verkehrsteilnehmer dürfte jedenfalls davon noch
gedeckt sein, nur wenn ein Passieren des in zweiter Reihe stehenden Taxis
nicht möglich ist, darf das Taxi nicht dort stehen bleiben. Der Begründung
des Verordnungsgebers ist noch fotgendes zu entnehmen: Taxifahrer dür-
fen nicht nur in zweiter Reihe stehen bleiben, um abzurechnen und das
Fahrgastgepäck auszuladen, sondern auch das Taxi verlassen, um in
Restaurants oder Kneipen Bescheid zu geben bzw. insbesondere auch
II. Sachgebiete

Zusatzschild „Taxi frei" angezeigt ist (§ 4t Abs. 2 - Zeichen 245 - StVO).


Taxen sollen nach der zugehörigen Verwaitungs vor schritt grundsätzlich
auf den Sonderfahrstreifen zugelassen werden. Dies gilt aber nicht, wenn
dadurch der Linienverkehr, auch unter Berücksichtigung der besonderen
Lichtzeichenregelung, gestört würde. Auf Busspuren, die im Gleisraum
von Schienenbahnen angelegt werden, dürfen Taxen aber nicht zugelas-
sen werden. Die Busspurmitbenutzung ist eines der wichtigsten Vorteile
des Taxis, um dem Fahrgast in den stark verkehrsbelasteten Innenstadt-
bereichen ein deutlich schnelleres Vorwärtskommen im Vergleich zum pri-
vaten Individualverkehr zu ermöglichen. Insofern hat das Taxigewerbe
dieses Privileg insbesondere durch Unterlassung jedweder Störung des
Linienverkehrs zu pflegen. Dazu gehört auch die sicherere Kenntnis und
Beachtung der Sonderlichtzeichen auf den Busspuren. Den Taxen,
welche die Busspur berechtigt mitbenutzen, Ist das Halten darauf verbo-
ten. Ausgenommen sind freie Bushaltestellen z u m sofortigen Ein- bzw.
Aussteigenlassen von Fahrgästen (§ 12 Abs. 1 a StVO). Nähert sich ein
Linienbus der Haltestelfe, hat d a s Taxi unverzüglich Platz zu machen.

4, Die Anschnallverpflichtung nach § 21 a S t V O , also die Verpflichtung,


vorgeschriebene Sicherheitsgurte während der Fahrt anzulegen gilt un-
t

eingeschränkt für die Fahrgäste, die auf einem Schild auf diese Verpflich-
tung hingewiesen werden sollten. Weigert sich ein Fahrgast, gibt dies dem
Taxifahrer nur dann einen Grund zur Beförderungsverweigerung, wenn
dadurch die Sicherheit der Beförderung gefährdet wird. Denn die Verant-
wortlichkeit liegt nach h.NL grundsätzlich beim beförderten Fahrgast. Eine
Ausnahme kann es bei erkennbar schuldunfähigen Personen geben, dann
kann den Taxifahrer eine Garantensteif ung (Verantwortlichkeit) treffen.
Taxi- und auch Mietwagenfahrer selbst sind bei der Fahrgastbeförde-
rung von der Anschnallverpflichtung befreit {§ 21 a A b s . 1 Satz 2 Ziffer 1
StVO), Diese Ausnahmeregelung ist aus Sicherheitsgründen eingeführt
worden, um den Fahrer im Falle eines Überfalls in die Lage zu setzen, kör-
perliche Angriffe leichter abwehren zu können bzw. dem Angriff dadurch zu
entgehen, d a s s er sich aus der geöffneten Autotür fallen lässt. Diese Aus-
nahme hat nicht nur die Auswirkung > dass der Taxi- oder Mietwagenf ahrer
in einem solchen Falle kein Bußgeld fürchten muss, sondern auch der z ' m l -
68 II. Sachgebiete

gen mitgenommen werden dürfen. Das gilt ausnahmsweise dann nicht,


wenn wegen der Sicherung von anderen Personen kein Platz mehr
bleibt, um die spezielle Känder-flückhalteeinrichtung befestigen zu kön-
nen.

Der Verstoß gegen die Kindersicherungspflicht wird im Regelfall dann,


wenn ein Kfz-Führer bei der Kinderbeförderung nicht für die vorschrifts-
mäßige Sicherung gesorgt hat, mit 30 € bei einem bzw. 35 € bei mehre>
ren Kindern geahndet, zusätzlich gibt es einen Punkt und 35 € bzw. 40 €,
wenn ein bzw. mehrere Kinder überhaupt nicht gesichert werden.

Weitere Regelungen durch die StVZO: Die StVZO schließlich regelt ins-
besonderegrundlegend, dass derjenige, der auf öffentlichen Straßen ein Kfz
führen will, einer Fahrerlaubnis bedarf. Diese wird nachgewiesen durch
eine amtliche Bescheinigung, den Führerschein. Zur Regelung der vielfa-
chen Fragen um das Fahrerlaubnisrecht ist aufgrund Ermächtigung aus der
S t V Z O die F e V erlassen worden, dazu gfeich mehr. In der S t V Z O wird wei-
ter die grundsätzliche Zulassungspflicht für alle Kfz und Anhänger gere-
gelt, die einer Betriebserlaubnis oder einer EG-Typgenehmigung bedürfen.
Aufgrund der Belriebsertaubnis wird der Fahrzeugbrief ausgefertigt, der wie-
derum Grundlage für die Erteilung eines Kennzeichens ist. Die Kennzeichen
wiederum haben eine Prüfplakette zu tragen, die nachweist, dass das Kfz in
festgelegten Zeiträumen einer technischen Prüfung unterzogen worden ist.
Weiterhin enthält die Verordnung zahlreiche B a u - und Betriebsvorschriften
über einen verkehrssicheren B a u und ebensolche Ausrüstung.

Spezielle Regelungen für die gewerbliche Personenbeförderung mit Pkw


enthält die S t V Z O in ihrer Anfage VIII zu § 29 S t V Z O , wo ausgeführt wird,
d a s s Taxen, Mietwagen sowie Fahrzeuge im freigestellten Schüler-, Behin-
derten- und Kindergarten verkehr sich alle 12 Monate einer Hauptuntersu-
chung zu unterziehen haben. Für diese Fahrzeuge gilt auch, d a s s sie alle
12 M o n a t e die Abgasuntersuchung (AU) zu absolvieren haben.

Lernkontrolle Hauptverkehrsgesetze und -Verordnungen

D a s Straßenverkehrsrecht steift grundsätzliche R e g e l n für die T e i l n a h m e am


IL Sachgebiete 69

Wo s t e h t d i e „Grundreget i m Straßenverkehr" u n d w i e t a u t e t s i e ?
i n § 1 A b s . 2 S t V O heißt e s : „Jedermann h a t s i c h i m Straßenverkehr s o zu v e r t i a l -
ten. d a s s er k e i n e n a n d e r e n gefährdet, schädigt oder m e h r behindert o d e r beläs-
tigt, a l s nach d e n Umständen u n v e r m e i d b a r ist".

D i e S t V O t r i f f t i n s g e s a m t fünf s p e z i e l l e R e g e l u n g e n für d e n T a x i v e r k e h r Wei-


che sind dies im Einzelnen?
1. Taxifahrzeuge dürfen z u m Z w e c k d e s B e r e i t h a l t e n s a n i h n e n v o r b e h a l t e n e n
Taxihalteptätzen h a l t e n .
2 . Taxifahrer dürfen i n z w e i t e r R e i h e haften, u m Fahrgäste e i n - o d e r a u s s t e i g e n z u
l a s s e n , wenn d i e Verkehrslage d i e s zufässt.
3. B u s s p u r e n dürfen m i t b e n u t z t werden, w e n n d i e s d u r c h das Z u s a t z s c h i f d Taxi m

frei" g e s t a t t e t i s t
4. Taxifahrer s i n d b e i d e r Fahrgastbeförderung v o n d e r A n s c h n a i l v e r p f l i c h t u n g
befreit.
5. Bei nicht-regelmäßiger Taxibeförderung müssen m a x i m a l z w e i Kinder auf Rück-
s i t z e n i n Taxen m i t g e e i g n e t e n u n d z u g e l a s s e n e n Rückhälteeinrichtungen g e s i -
chert werden, d a v o n w e n i g s t e n s e i n K i n d d e r G e w i c h t s k l a s s e I . Kinder d e r
G e w i c h t s k i a s s e 0 müssen n i c h t g e s i c h e r t w e r d e n .

W a n n dürfen a n d e r e V e r k e h r s t e i l n e h m e r a u f e i n e r a l s T a x e n s t a n d p l a t z
g e k e n n z e i c h n e t e n Fläche h a t t e n u n d w a n n dürfen T a x i f a h r e r d o r t n i c h t
hatten ?
Die Taxenstandplätze d i e n e n ausschließlich d e m B e r e i t h a l t e n von Taxen, für j e d e n
a n d e r e n g i l t grundsätzlich e i n a b s o l u t e s H a l t e v e r b o t . A u c h das A b s t e l l e n e i n e s
Taxis o h n e Beförderungsabsicht steift e i n e n Verstoß g e g e n d a s a b s o l u t e H a l t e v e r -
bot dar.

D a r f e i n T a x i f a h r e r i m m e r d i e S o n d e r f a h r s t r e i f e n für O m n i b u s s e b e n u t z e n ?
N e i n , s o n d e r n n u r d a n n , w e n n d i e B e r e c h t i g u n g z u r M i t b e n u t z u n g d u r c h c/as
Zusatzschifd.,Taxi frei" a n g e z e i g t Ist.

Bei einer berechtigten Busspur-Mitbenutzung gilt eine spezielle Regelung


h i n s i c h t l i c h d e s Ein~ u n d A u s s t e i g e n s v o n Fahrgästen, Wie t a u t e t d i e s e ?
D a s zügige Ein- u n d A u s s t e i g e n v o n Fahrgästen i s t b e i d e r B e n u t z u n g v o n B u s -
S o n d e r s p u r e n n u r a n d e n H a l t e s t e l l e n e r t a u b t Nähen s i c h e i n L i n i e n b u s d e r Hal-
testelfe, h a t d a s Taxi unverzüglich P l a t z z u m a c h e n .
70 II. Sachgebiete

Was g i l t in B e z u g auf die K i n d e r s i c h e r u n g b e i regelmäßigen Taxibeför-


d e r u n g e n und b e i Beförderungen mit M i e t w a g e n ?
Wie b e i Privatfahrten g i l t a u c h hier, d a s s Kinder in Kfz a u f S i t z e n , für d i e Sicher-
h e i t s g u r t e v o r g e s c h r i e b e n s i n d , n u r m i t s p e z i e l l e n Rückhalteeinrichtungen m i t g e -
n o m m e n werden dürfen. D a s gilt a u s n a h m s w e i s e d a n n n i c h t , wenn w e g e n d e r
S i c h e r u n g v o n a n d e r e n P e r s o n e n k e i n P l a t z m e h r b l e i b t , u m d i e s p e z i e l l e Kinder-
Rückhalteeinrichtung b e f e s t i g e n z u können.

Welche Vorschrift g i l t b e i nicht-regelmäßigen Kinderbeförderungen i m Taxi?


Es müssen nur b i s z u z w e i K i n d e r (bis v o l l e n d e t e s 12. Lebensjahr u n d unter e i n e r
Körpergröße v o n ISO c m ) in a m t l i c h g e n e h m i g t e n u n d g e e i g n e t e n Kinderrückhai-
t e e i n h c h t u n g e n g e s i c h e r t w e r d e n , w o b e i w e n i g s t e n s für e i n K i n d der G e w i c h t s -
k l a s s e I ( 9 - 1 & kg) eine S i c h e r u n g möglich s e i n muss> Kinder d e r G e w i c h t s k l a s s e
0 ( 0 - 9 kg) müssen b e i Beförderungen m i t d e m Taxi n i c h t g e s i c h e r t w e r d e n .

N e n n e n S i e d i e Fristen für d i e H a u p t u n t e r s u c h u n g b e i P k w die i n der Fahr-


t

gastbeförderung e i n g e s e t z t werden.
Taxen, M i e t w a g e n sowie Fahrzeuge im freigestellten Schüler-, Behinderten- und
Kindergartenverkehr sind a l l e 12 M o n a t e einer H a u p t u n t e r s u c h u n g zu unterziehen,

1.2.2 Themenschwerpunkt Voraussetzung für die Erteilung und den


Entzug der Fahrerlaubnis

Wer Fahrgäste befördern möchte, braucht wegen der dafür erforderlichen


persönlichen Zuverlässigkeit neben seinem „normalen" Führerschein die
Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung nach § 48 FeV.

Eine solche Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung benötigt, wer


• e i n Taxi oder
• einen Mietwagen oder
• einen Krankenkraftwagen oder
• einen Personenkraftwagen im Linienverkehr (§§ 42, 43 PBefG) oder bei
gewerbsmäßigen Ausflugsfahrten oder Ferienziel-Reisen {§ 48 PBefG)
führt.
IL Sachgebiete 71

• das 21. Lebensjahr vollendet hat, bei Beschränkung auf Kranken kraft wa-
gen das 19. Lebensjahr, und die Gewähr dafür bietet, d a s s er der beson-
deren Verantwortung bei der Beförderung von Fahrgästen gerecht wird,
• geästig und körperlich geeignet ist und dies nachweist,
• nachweist, d a s s er bestimmte Anforderungen an das Sehvermögen erfüllt,
• nachweist, d a s s er eine E U - oder EWR-Fahrerlaubnis der Klasse B oder
eine entsprechende Fahrerlaubnis a u s bestimmten anderen Staaten seit
mindestens zwei Jahren, bei Beschränkung auf Krankenkraftwagen seit
mindestens einem Jahr, besitzt oder innerhalb der letzten fünf Jahre beses-
sen hat,
• schließlich - wenn er Taxiverkehr ausüben will - in einer Prüfung nach-
weist, dass er die erforderlichen Ortskenntnisse für den Pflichtfahrbereich
besitzt bzw. beim Mietwagenverkehr einschließlich Krankenkraftwagen in
einer Prüfung nachweist, dass er die erforderlichen Ortskenntnisse am Ort
des Betriebs Sitzes besitzt; letzteres gilt nicht, wenn der Ort des Betriebssit-
z e s weniger als 50,000 Einwohner hat.

Die Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung wird auf die Dauer von nicht
mehr als fünf Jahren ausgesteift. Sind sämtliche Voraussetzungen weiterhin
gegeben, erfolgt eine Verlängerung, die ebenfalls bis zu fünf Jahren betra-
gen kann.

B e i Jeder Ersterteilung sowie mit Vollendung des 60. Lebensjahres muss


sich der Bewerber um die (Erst-)Erteilung oder Verlängerung einer Fahrer-
laubnis zur Fahrgastbeförderung mit Personenkraftwagen einer besonde-
ren Eignungsüberprüfung unterziehen. Das bedeutet, dass er ein Be-
triebs- oder arbeitsmedizinisch es Gutachten beizubringen hat, welches
belegt, d a s s hinsichtlich Belastbarkeit, Orientierungsleistung, Konzentrati-
onsleistung, Aufmerksamkeitsleistung und Reaktionsfähigkeit die Verkehrs-
srcherheitsanforderungen erfüllt werden, Dieser Nachweis kann auch durch
ein Gutachten einer amtlich anerkannten Begutachtungsstehe für Fahreig-
nung geführt werden (§ 48 Abs. 5 i.V.m. Anlage 5 FeV).

Der Halter des Fahrzeuges, also regelmäßig der Unternehmer, darf die Fahr-
gastbefördenjng nicht anordnen oder zulassen, wenn der Fahrer die erfor-
72 IL Sachgebiete

den Mietwagenfahrer gilt dies vergleichbar, sofern der andere Ort 50.000
oder mehr Einwohner hat.

Fehlt eine der Voraussetzungen für die Erteilung einer Fahrerlaubnis zur
Fahrgastbeförderung, muss die zuständige Behörde einschreiten und den
„Zusatzführerschein" entziehen; er erlischt mit der Entziehung. Die Fahrer-
laubnis zur Fahrgastbeförderung erlischt ferner, wenn einem Fahrer der all-
gemeine Führerschein, also gewöhnlich die Fahrerlaubnis Klasse B, entzo-
gen wird.

Lernkontrotte Voraussetzung für die Erteilung und den Entzug der Fahr-
erlaubnis

Welcher P e r s o n e n k r e i s benötigt d i e F a h r e r l a u b n i s z u r F a h r g a s t b e f o r d e -
rung?
Jeder, d e r e i n Taxi, e i n e n M i e t w a g e n , K r a n k e n k r a f t w a g e n oder P e r s o n e n k r a f t w a -
g e n i m L i n i e n v e r k e h r oder b e i gewerbsmäßigen A u s f i u g s f a h r t e n oder F e r i e n z i e i -
R e i s e n führt, bedarf d e r F a h r e r l a u b n i s z u r Fahrgastbeförderung, w e n n i n d i e s e n
F a h r z e u g e n m i n d e s t e n s e i n F a h r g a s t befördert wird.

N e n n e n S i e die Voraussetzungen, d i e v o r l i e g e n müssen, um e i n e F a h r e n


i a u b n i s z u r Fahrgastbeförderung für d e n Taxiverkehr z u e r h a l t e n !
D e r A n t r a g s t e i f e r m u s s d e n für d e n Pkw-Verkehr a l l g e m e i n v e r l a n g t e n Führer-
s c h e i n K l a s s e B b e s i t z e n , das 2 1 . Lebensjahr v o l l e n d e t h a b e n u n d e s dürfen k e i n e
B e d e n k e n b e s t e h e n , d a s s e r der b e s o n d e r e n Verantwortung bei d e r F a h r g a s t b e -
förderung n i c h t g e r e c h t wird. Weiterhin hat er s e i n e g e i s t i g e u n d körperliche Eig-
n u n g d u r c h e i n e U n t e r s u c h u n g n a c h w e i s e n . N a c h z u w e i s e n h a t er a u c h d i e Erfül-
l u n g b e s t i m m t e r A n f o r d e r u n g e n a n d a s Sehvermögen, Weiterhin m u s s e r b e l e g e n ,
d a s s e r eine EU- o d e r E W R - F a h r e r l a u b n i s d e r K l a s s e B o d e r e i n e e n t s p r e c h e n d e
Fahrerlaubnis a u s bestimmten anderen Staaten mindestens zwei Jahre besitzt
o d e r i n n e r h a l b d e r l e t z t e n fünf J a h r e b e s e s s e n h a t . Schließlich hat d e r Führer-
s c h e i n a s p i r a n t in e i n e r Prüfung n a c h z u w e i s e n , d a s s e r d i e für d e n Taxiverkehr
erforderlichen O r t s k e n n t n i s s e im Pfiichtfahrbereich b e s i t z t .

Im Vergleich z u m Taxiverkehr b e s t e h e n bei d e n Voraussetzungen für d e n


Erhalt d e r F a h r e r l a u b n i s z u r Fahrgastbeförderung mit M i e t w a g e n w e l c h e
Unterschiede?
IL Sachgebiete 73

Wie ist die G e n e h m i g u n g s d a u e r b e i d e r F a h r e r l a u b n i s z u r Fahrgastbeförde-


r u n g attgemein g e r e g e l t ?
D i e Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung wird für d i e Dauer v o n n i c h t m e h r a i s
fünf J a h r e n a u s g e s t e i f t . S i n d sämtliche V o r a u s s e t z u n g e n weiterhin g e g e b e n ,
erfolgt e i n e Verlängerung, d i e e b e n f a l l s b i s z u fünf J a h r e n b e t r a g e n k a n n .

Weiche B e s o n d e r h e i t e n für d e n Erhalt d e s Führerscheins z u r Fahrgastbeför*


d e r u n g g e l t e n bei der E r s t e r t e i l u n g s o w i e dann w e n n ein älterer B e w e r b e r
s

die Verlängerung b e a n t r a g t ?
B e i j e d e r E r s t e r t e i t u n g s o w i e m i t Vollendung d e s 6 0 . Lebensjahres m u s s s i c h d e r
B e w e r b e r u m d i e (Erst-)Erteitung o d e r Verlängerung e i n e r F a h r e r l a u b n i s z u r Fahr-
gastbeförderung m i t P e r s o n e n k r a f t w a g e n e i n e r b e s o n d e r e n Eignungsüberprüfung
u n t e r z i e h e n . D a s b e d e u t e t , d a s s e r e i n betriebe* o d e r a r b e i t s m e d i z i n i s c h e s Gut-
a c h t e n beizubringen hat t w e l c h e s befegt, d a s s h i n s i c h t l i c h B e l a s t b a r k e i t ,
Odentierungsieistung, Konzentrationsleistung, Aufmerksamkeitsieistung und
Reaktionsfähigkeit d i e V e r k e h r s s i c h e r h e i t s a n f o r d e r u n g e n erfüllt w e r d e n D i e s e r
N a c h w e i s kann a u c h durch ein Gutachten einer amtlich anerkannten Begutach-
tungsstelfe für F a h r e i g n u n g geführt w e r d e n

Welchen N a c h w e i s m u s s e i n Taxi- bzw. M i e t w a g e n f a h r e r e r b r i n g e n , der in


e i n e m a n d e r e n Gebiet in d e r Personenbeförderung tätig werden will als in
dem, für w e l c h e s er die O r t s k e n n t n i s in einer Prüfung n a c h g e w i e s e n h a t ?
Wenn e i n Taxifahrer i n e i n e m a n d e r e n G e b i e t tätig wird a l s in d e m j e n i g e n , für das
e r d i e erforderlichen O r t s k e n n t n i s s e n a c h g e w i e s e n h a l m u s s e r d i e s e K e n n t n i s s e
für d a s a n d e r e G e b i e r in d e m er n u n m e h r tätig wird, n a c h w e i s e n . Für d e n Miet*
w a g e n f a h r e r g i l t d e r e r n e u t e O r t s k e n n t n i s - N a c h w e i s ebenfalls, a b e r mit der Maß-
g a b e , d a s s d e r „neue" Ort 5 0 . 0 0 0 o d e r m e h r E i n w o h n e r h a b e n m u s s .

1.3 Fachkundesachgebiet: Arbeitsrecht, insbesondere


Arbeitszeitvorschriften

Zur Orientierung
Prüfungeinhalte: insbesondere die Regeln für Arbeitsvertrage von Taxen-
und Mietwagen unternehmen (Form der Verträge, Verpflichtungen der Ver-
tragsparteien. Arbeitsbedingungen und -dauer, bezahlter Jahresurlaub,
Arbeitsentgelt, Auflösung des Arbeitsverhältnisses usw.) sowie das Arbeits¬