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Wenn es um

Produktivität geht!

TRAINING VDA 16
Übersicht & Anwendung

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ZWECK Wenn es um
Produktivität geht!

Die VDA 16 dient als Ausgangsbasis für bilateral zwischen OEM und Lieferant bzw.
zwischen Kunde und Lieferant in der gesamten Supply Chain.

Die VDA 16 dient ferner der eindeutigen Beschreibung von dekorativen


Produktoberflächen, sowie der Festlegung einheitlicher Prüfbedingungen zur Vermeidung
von Prozessstörungen beim Kunden und Lieferanten aufgrund „unscharfer“ oder
fehlender Maßstäbe.

Um die durch eine verspätete Oberflächenspezifikation nach SOP verursachten Kosten


und Qualitätsprobleme zu vermeiden, ist im Rahmen des Projektmanagements bei der
Herstellbarkeitsanalyse frühest möglich die technisch mögliche Merkmalausprägung der
geforderten Oberflächen vorzustellen und einvernehmlich mit dem Kunden im Rahmen
der Qualitätsvorausplanung festzulegen.

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ANWENDUNGSBEREICH Wenn es um
Produktivität geht!

Die VDA 16 gilt für dekorative Oberflächen von Anbau- und Funktionsteilen im Außen-
und Innenbereich von Automobilen.

Dieser Bereich ist definiert als der Fahrzeugsichtbereich, der im Stehen oder im Sitzen bei
normaler Nutzung eines Fahrzeuges überschaut wird.

GELTUNGSBEREICH

Betroffen sind primär folgende Produktarten:

• Zierleisten • Embleme
• Blenden • Spiegelkappen
• Abdeckungen • Tankklappen
• Bestätigungselemente • Holzverkleidungen
• Dachleisten
• Dach- und Heckträgersysteme

Mitbetrachtet werden Bauteile und oberflächenrelevante Komplettierungen.


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BEWERTUNGSZONEN Wenn es um
Produktivität geht!

Die Festlegung der Bewertungszonen muss in der Teile Zeichnung, bzw. im Datenmodell
erfolgen.

ZONE DEFINITION ZUORDNUNG

A
Flächen im Außen:
unmittelbarem Fahrzeug oberhalb der Gürtellinie des Betrachters,
Sichtbereich gegebenenfalls ergänzt durch eine spezifische Zuordnung.

Innen:
Alle Teile im direkten Blickfeld der Fahrzeuginsassen.

B
Flächen die sich im Außen:
Sichtschatten befinden, Fahrzeug unterhalb der Gürtellinie des Betrachters bis
oder nicht im oberhalb Stoßstangenebene, bzw. Funktionselemente
Normalposition (geöffnete Klappen, Türen, usw.)
wahrnehmbar sind
Betrachtungssektor <45° Innen:
Alle Flächen ohne unmittelbare Wahrnehmung

C
Flächen, die nach der Keine Oberflächenrelevanz
Montage verdeckt sind 4
BEURTEILUNGSBEDINGUNGEN Wenn es um
Produktivität geht!

POSITION

Die Begutachtung der Zierteile muss entsprechend dem Einbauwinkel und der Position am
Fahrzeug oder seiner Funktionslage normal zur Teilehauptfläche, in der Regel OHNE
ausspiegeln, erfolgen.

BELEUCHTUNGSBEDINGUNGEN

Zur Beurteilung der Merkmalsausprägungen ist Tageslicht (Nordhimmel) oder eine


gleichwertige Kunstlicht Beleuchtung einzusetzen. Diese müssen folgende Vorgaben
erfüllen:

• Beleuchtungsstärke 1000 LUX am Prüfobjekt


• Für die Beurteilung von Merkmalausprägungen sollte Lampentyp 865 und 840
eingesetzt werden
• Für die Farbbeurteilung sollte auch Typ 965 und 940 bevorzugt werden (siehe hierzu
auch die Empfehlungen des VDA Arbeitskreises Farbmetrik)

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BEURTEILUNGSBEDINGUNGEN Wenn es um
Produktivität geht!

LICHTEINFALLSWINKEL

Bei der Gestaltung eines Prüfplatzes, bzw. bei einer Prüfung am Fertigungsort muss die
künstliche Beleuchtungsquelle in ca. 120cm vertikalem Abstand über dem Prüfobjekt
angeordnet sein.

ORIENTIERUNG DER LICHTQUELLE

Im Schiedsfall sind bei Anwendungen von Leuchtstoffröhren diese parallel zur


Fahrzeuglängsachse auszurichten.

BETRACHTUNGSABSTAND

Bei der Teilebeurteilung ohne optische Hilfsmittel ist ein Abstand zum Begutachter von ca.
50 – 70cm normal zum Prüfobjekt (ausgestreckter Arm) einzuhalten.

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BEURTEILUNGSBEDINGUNGEN Wenn es um
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BETRACHTUNGSZEIT

Für die Beurteilung der Qualitätslage sind zonenbezogen Betrachtungszeiten zu


berücksichtigen:

TEIL / PRODUKT ZEITSPANNE BEMERKUNG


Logos klein 5sec
GWS Blenden 10sec
Frontblenden 15sec
Schaltspangen 10sec
Chromringe 5sec
Füllstücke 5sec
Außenspiegel 20-30sec Je nach
Komplexität
Zierleisten 15sec
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BEURTEILUNGSBEDINGUNGEN Wenn es um
Produktivität geht!

Grundsätzlich gilt zu beachten bei einer Serienprüfung:

• Betrachtung immer in Einbaulage


• Kein bewusstes Ausspiegeln der Teile
• Kein Suchen nach fehlerhaften Merkmalausprägungen sondern nur beim Prüfschritt
erkannte Merkmalausprägungen, die außerhalb der festgelegten Grenzen und MTP-
Muster liegen sind auch als Fehler zu bewerten.