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► Wärmebrücken

► Bauteilanschlüsse und Isothermen


► Wärmebrückenkonstruktion
► PSI-Wert
► Schimmelpilzbildung

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Inhalt

1.0 Wärmebrücken detailliert berechnen......................................................................5


1.1 Übersicht.............................................................................................................5
1.2 Projekt anlegen...................................................................................................7
1.3 Außenwandanschluss (Außenecke)...................................................................7
1.4 Fensteranschluss..............................................................................................13
1.5 Geschossdeckenanschluss..............................................................................17
1.6 Sockelanschluss, Gleichwertigkeitsnachweis gemäß DIN 4108, Bbl. 2...........25
1.7 Auskragende Balkonplatte (aus bestehender Konstruktion)............................33
1.8 Traufanschluss (schräger Anschluss)...............................................................36
1.9 Materialbedingte Wärmebrücke (Wand mit Betonstütze )................................42
1.10 Exkurs: Schimmelpilzuntersuchung 2D und 3D .............................................47
2.0 Drucken ................................................................................................................56
3.0 Formeln..................................................................................................................59
1.0 Wärmebrücken detailliert berechnen

1.1 Übersicht

Mit DÄMMWERK lassen sich unterschiedliche Arten von Wärmebrücken konstruieren. Die
nachfolgende Übersicht soll Ihnen einen kurzen Überblick darüber geben, wie Sie die einzelnen Arten
konstruieren können.

Über „Wärmebrücke konstruieren“ in der oberen Menüleiste öffnen Sie das Eingabefenster. Dort
müssen Sie, bevor Sie mit der Konstruktion der Wärmebrücke beginnen, die Art der Wärmebrücke wie
unten dargestellt wählen.

Wärmebrücken konstruieren

Lineares Bauteil: Wände, Decken, …


Wandkante: Außen,- u. Innenecken
Fensteranschlüsse: Fenster
Anschluss mit 2 Bauteilen: Sockelanschluss, …
Anschluss mit 3 Bauteilen: Geschossdeckenanschluss, aus-
kragende Balkonplatte
Mit Geländeoberkante: Fußboden zu Erdreich
Sturz, Brüstung: Sturz, Brüstung

Beispiel: Attikaabschluss

Anschluss mit zwei Bauteilen und Ergänzungsbauteile. Geladen wird das Bauteil „Flachdach“, die
Außenwand wird als „1. Anschlussbauteil“ dazu geladen. Über „Ergänzungsbauteile“ wird die
Wärmebrücke komplettiert.

Ausgangsbauteil „Dach“

Ergänzungsbauteile

1. Anschlussbauteil

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Beispiel Anschluss mit 3 Bauteilen und 3 Temperaturbereichen

Sie müssen einstellen, wie viele Temperaturbereiche die Wärmebrücke aufweist. Es können bis zu
vier Temperaturbereiche gewählt werden. Das Beispiel unten zeigt eine Wärmebrücke mit drei
Temperaturbereichen und deren Darstellung im Eingabefenster „ Wärmebrücken berechnen“, wo Sie
die Temperaturen der Bereiche eingeben können.

1. Anschlussbauteil

Innenraum 20°C

Ausgangsbauteil

Innenraum 20°C 2. Anschlussbauteil

Außenraum -15°C

Beispiel Anschluss mit 3 Bauteilen und 4 Temperaturbereichen

Hier sieht man eine Außen- und drei unterschiedlichen Innentemperaturen. Ausgangsbauteil ist die
Geschossdecke, Anschlussbauteil 1 ist die Innenwand, Anschlussbauteil 2 ist die Außenwand.

1. Anschlussbauteil
Innenwand
Innenraum + 10°

Ausgangsbauteil
Innenraum + 20°
Geschossdecke

Keller + 5°

Außenraum -20°

2. Anschlussbauteil, Außenwand

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1.2 Projekt anlegen

► Anleitung Schritt für Schritt:


► Legen Sie sich ein neues Projekt mit dem Namen „Bauteilanschlüsse“ unter dem
Projektverzeichnis C:\dw2017 an.

► Die Bauteile die im Folgenden benötigt werden sind schon vorbereitet worden. Kopieren Sie diese
Bauteile über die Option „Bauteile beschaffen aus…“ in Ihr Projekt:

► Kopieren Sie die Datei aus dem bestehenden Projektordner „dw2017 > 001-Seminarbeispiele 2017
> Seminarbeispiel Wärmebrücken“. Wählen Sie „alle“; in der Bauteilübersicht sollten Sie dann fünf
Bauteile sehen.

1.3 Außenwandanschluss (Außenecke)

Aufgabenstellung
Es soll ein Außenwandeckanschluss thermisch untersucht werden. Berechnen Sie den PSI-Wert und
führen Sie den Nachweis zur Vermeidung der Schimmelpilzbildung gemäß DIN 4108. Als Grundlage
steht Ihnen folgende Skizze zur Verfügung:

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► Anleitung Schritt für Schritt:

► Öffnen Sie die Bauteilübersicht über „Bauteile“ (obere Menüleiste), wählen Sie das Bauteil
„Außenwand“ aus und wählen das Symbol „Kopie“ an. Als Namen geben Sie „Außenwandaußenecke-
PSI“ ein.

► Wechseln Sie in das Grafikfenster, indem Sie auf die Grafik im rechten oberen Bildschirmbereich
klicken oder in der linken Menüführung auf “Wärmebrücken“. Über das Menü „Einstellungen“lassen
sich die Beschriftungen und die Maßkette entfernen (Häkchen herausnehmen), da diese für die
Wärmebrückenkonstruktion entfallen können.

Einstellungen Wärmebrücken Schieberegler

► Nun richten Sie die Größe Ihres Bauteils über den Schieberegler ein.

► Über den Bildschalter „Wärmebrücke konstruieren“ in der Menüleiste des Grafikfensters öffnen Sie
den zugehörigen Bearbeitungsbereich. Das Bauteil dreht sich nun in eine waagerechte Position, da
die Wärmebrückenberechnung grundsätzlich aus der Waagerechten beginnt.

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► Es öffnet sich der Dialog zum Konstruieren von Wärmebrücken. Im angebotenen Klappmenü
wählen Sie für die Außenwandecke die „Wandkante “ an:

► Damit haben Sie die Außenwandecke schon fertig konstruiert. Stellen Sie Ihr Berechnungsnetz mit
„Maschenweite = 5 mm“ und „Netzgröße = 150 x 150 cm“ ein.

Tipp: Die Netzgröße sollte immer ausreichend groß gewählt werden, damit später die Isothermen
in den Schnittkanten wieder ungestört parallel verlaufen. Durch die Normung wird ein
Mindestabstand (gemessen von der Innenecke) vorgegeben. Als Richtwert soll von einer 3-4-fachen
Bauteildicke ausgegangen werden.

Außerdem ist darauf zu achten, dass die Konstruktionsschritte in mm mit der Maschenweite
übereinstimmen. Sie sollten sich also bereits beim Konstruieren der Bauteile Gedanken über Ihr
späteres Berechnungsnetz machen.

Ggf. passen Sie die Größe der Konstruktion nochmals über den Schieberegler an, damit der erzeugte
Konstruktionsausschnitt auch vollständig auf Ihrem Bildschirm sichtbar ist.

► Wechseln Sie nun über das Taschenrechnersymbol „Wärmebrücken berechnen“ in den Dialog
„Wärmebrücke berechnen“. Zunächst soll die Berechnung des PSI-Wertes erfolgen. In den
Randbedingungen wählen Sie daher „für PSI-Werte“ aus, indem Sie auf den blauen Schriftzug der
Übergangswiderstände klicken. Die Temperaturen stellen sich nun automatisch auf -10°C außen und
20°C innen, die Übergangswiderstände auf Rsi 0,13 und Rse 0,04 ein.

► Über „berechnen“ starten Sie die Isothermenberechnung. In der Auswahl der einfachen oder
beschleunigten Iteration wählen Sie „beschleunigte Iteration“ aus. Die Berechnung der
Isothermenverläufe beginnt nun und wird gemäß dem Abbruchkriterium der Normung (diese ist
voreingestellt) automatisch enden. Nach Ende der Berechnung speichern Sie die
Isothermenberechnung ab, beantworten Sie daher die Abfrage mit „Ja“.

► Durch Anklicken der farbigen Schalter unterhalb des Temperaturfensters wählen Sie die
Darstellung der Isothermen, Wärmeströme oder der Ecktemperaturen.

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Wärmebrücke
berechnen

Randbedingungen
einstellen

Isothermen, Temperatur
und Wärmefluss einstellen

Ecktemperaturen, Minimal-
und Maximaltemperaturen

psi Wert

PSI-Wert-Berechnung

► Über den Schalter „psi“ im unteren Bereich des Fensters erreichen Sie die PSI-Wert-Berechnung.

Für den PSI-Wert wird nun der zweidimensionale thermische Leitwert benötigt. Der thermische
Leitwert kann entweder außen (L2D,e) oder innen (L2D,i).auf der Bauteiloberfläche abgegriffen
werden.
In der Thermodynamik gilt: Die innere Energie ist eine Eigenschaft der stofflichen Bestandteile eines
Systems und kann nicht erzeugt oder vernichtet werden. Die innere Energie ist eine Zustandsgröße
(Satz der Energieerhaltung).
Für die Berechnung des PSI-Wertes bedeutet das, dass der L2D,e-Wert annähernd so groß sein sollte
wie der L2D,i.

► In den meisten Fällen greifen Sie den thermischen Leitwert außen ab. Wählen Sie im Dialog
„L2De“ und lassen Sie sich damit von DÄMMWERK den PSI-Wert berechnen.

► Den druckbaren Nachweis der Berechnung des PSI-Wertes finden Sie automatisch auf der Seite
„Bauteile“ im Berechnungsprotokoll, wenn Sie in den Berechnungsoptionen (rechts unten) unter
„gebäudebezogene Berechnungen“ die Option „psi-Wert (Wärmebrücken)“ zugeschaltet haben:

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Längenbezogener Wärmedurchgangskoeffizient y

Empfohlene Übergangswiderstände für Wärmestromberechnungen


Rsi = 0.13, Rse = 0.04 (EN ISO 10211-1, 6.1.2)

aus der DÄMMWERK-Berechnung vom 17.11.2015


Außenecke mit Rsi = 0,13 ~ Rse = 0,04m²K/W ~ Ti = 20,0°C ~ Ta = -10,0°C

L2D = 1,01 W/(mK) (2D-Leitwert nach der Isothermenberechnung)


Die Werte Ui der beteiligten Bauteile werden mit Rsi / Rse (neu) berechnet
S li * Ui = 1,860*0,300 + 1,870*0,300 = 1,12 (Leitwert ohne WB-Einfluß)

y = L2D - S li * Ui =-0,11 W/(mK)

xxx
verwendeter y - Wert = -0,11 W/(mK)

Hinweis: Grundlage des PSI-Wertes ist zunächst der thermische Leitwert. Er gibt den Energieverlust
des betrachteten Ausschnitts an. Über die Formel  = L2D -  li * Ui wird nun der eigentliche
Energieverlust des Ausschnitts (thermischer Leitwert) mit den bereits in der EnEV-Berechnung
veranschlagten Transmissionswärmeverluste (A*U) auf 2D-Ebene verglichen. Ein negatives Ergebnis,
wie im Beispiel, bedeutet also, dass im Vorfeld in den Transmissionswärmeverlusten bereits mehr
Energieverlust berechnet wurde, als real vorhanden ist.

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Zum Nachweis der Vermeidung der Schimmelpilzbildung

► Erstellen Sie sich zunächst auf der Seite „Bauteile“ eine Kopie Ihrer Wärmebrückenkonstruktion
unter dem Namen „Außenwandaußenecke-Schimmel“ (über den Bildschalter „Diskette“).

► Danach wechseln Sie in die Berechnung der Isothermen (Grafikfenster > Taschenrechnersymbol)
und stellen die Randbedingungen gemäß der Vermeidung der Schimmelpilzbildung ein. Über
„berechnen“ starten Sie erneut eine Iteration, die wieder automatisch nach Erreichen des genormten
Abbruchkriteriums endet.

► Bei der Schimmelpilzbetrachtung geht es nun darum, die kälteste Oberflächentemperatur auf der
Innenseite abzugreifen. Diese wird sich direkt in der Ecke einstellen. Um die Temperatur an dieser
Stelle zu erfahren, klicken Sie mit Ihrem Mauszeiger (kleines Fadenkreuz) direkt in die Innenecke
Ihrer Konstruktion. Es erscheint ein kleines Quadrat, das die Temperatur des dort angewählten
Netzknoten abgreift. Sie müssen unbedingt darauf achten, dass Sie die Temperatur genau auf der
Oberfläche abgreifen, zur genaueren Einstellung nutzen Sie hierfür die Pfeiltasten unten rechts. Das
kleine Quadrat wird sich rot färben, wenn Sie genau die Oberfläche der Bauteilkonstruktion getroffen
haben.

(falsch) (richtig)

► Zum Abgreifen der Ecktemperatur für den Schimmelpilznachweis betätigen Sie den Bildschalter
„fRsi“, dann bestätigen Sie den folgenden Dialog und wählen den Nachweis auf 2D-Ebene aus. Der
fRsi und die Ecktemperatur wird nun in Ihrer Grafik angezeigt.

► Den druckbaren Nachweis finden Sie auf der Seite


„Feuchteschutz“ unter „Berechnungsoptionen“ >
„Schimmelpilzvermeidung“ und Punkt „20 Schimmelpilzbildung 2D“.

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1.4 Fensteranschluss

Aufgabenstellung

Es soll ein Fensteranschluss thermisch untersucht werden. Berechnen Sie den PSI-Wert der
Konstruktion. Als Grundlage steht Ihnen folgende Skizze zur Verfügung.

► Anleitung Schritt für Schritt:

► Kopieren Sie das Bauteil „Außenwand“ und nennen Sie die Bauteilkopie „Fensterleibung-PSI“
(Bauteilübersicht – Bauteil wählen - Kopie – Dateiname - bestätigen).

► Im Grafikfenster passen Sie die Größe Ihrer Konstruktion über den Schieberegler an und blenden
Sie überflüssige Bezeichnungen und Maße aus.

► Wechseln Sie dann in die Konstruktion von Wärmebrücken und stellen Ihr Berechnungsnetz auf
5mm ein. Die Netzgröße wählen Sie genügend groß aus, damit sicher ist, dass die später
berechneten Isothermen in den Schnittkanten ungestört (parallel) verlaufen.

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► Als Berechnungsmodell wählen Sie im Klappmenü Fensteranschluss aus. Bestätigen Sie die
Abfrage, ob Sie das „Paneelmodell“ verwenden möchten.

Es öffnet sich folgender Dialog:

Paneelmodell

Hinweis*: Zur Berechnung des PSI-Wertes nach DIN 4108 Bbl. 2 darf ein vereinfachtes Paneel-
Modell angewendet werden. Die Fensterkonstruktion wird hierbei durch ein einfaches Paneel mit
einer bestimmten Dicke und einer bestimmten Wärmeleitfähigkeit ersetzt, welches den U-Wert des
gesamten Fensters widerspiegelt (Uw =1,40 W/m²K).

► Im selben Dialog geben Sie manuell den U-Wert = 1,40 W/m²K ein. DÄMMWERK errechnet nun
über den U-Wert und die darunter stehende Dicke des Paneels die richtige Wärmeleitfähigkeit zum
eingegebenen U-Wert. Alternativ können Sie hier auch eine Fensterkonstruktion aus der
Bauteilübersicht auswählen, dann würde deren „Uw“ übernommen.

► Richten Sie ebenfalls die Größe des Modells ein, b x h = 40 cm x 8 cm. Bei einer Änderung der
Paneeldicke müssen Sie die Eingabe des U-Wertes ggfs. wiederholen, da die Wärmeleitfähigkeit des
Paneels neu berechnet werden muss.

► Bestätigen Sie danach die Eingabe mit „OK“ und richten sich die Konstruktion weiter ein.

Ergänzungsbauteil

Position Anschlag

Breite / Höhe

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► Sehen Sie sich die Eingangsskizze noch einmal an und erzeugen Sie den Fnsteranschlag: Über
das rechte Pfeilpaar „Anschlag“ bewegen Sie zunächst den Anschlag 30 mm nach links. Pro
Pfeiltastendruck bewegt sich der Anschlag einen Netzknoten, d.h.: bei 30 mm müssen Sie den
Anschlag sechsmal (6 * 5 mm Maschenweite) nach links bewegen. Das Fenster-Paneel schieben Sie
über „Position“ nach links oder ziehen es mit der Maus (linke Taste gedrückt halten) an die Kante des
Anschlags.

► Zur kompletten Konstruktion müssen der Gipsputz und der Kalkzementputz ergänzt werden.
Erzeugen Sie nun über den Schalter „+ neu“ ein Einbauteil und wählen Sie das gewünschte Material.

► Für den Gipsputz wählen Sie aus den „DIN-Baustoffen“ den „Putzmörtel aus Gips“:

► Im folgenden Dialog können Sie die Wärmeleitfähigkeit und die Größe des Einbauteils einlesen und
ggf. ändern. Über „OK“ gelangen Sie wieder zurück in das Grafikfenster. Zu Ihrer Konstruktion
erscheint nun ein weiterer Baustoff. Über die Pfeiltasten von „Position“ und „Breite / Höhe“ können Sie
Position und Größe des neuen Einbauteils ändern. Die direkte Eingabe der Größe ist ebenfalls
möglich, indem Sie den blauen Schriftzug der Größe anklicken und Ihre Eingabe gemäß der Abfrage
tätigen. Wie beim Paneel kann auch die Position des Einbauteils per Maus verschoben werden (linke
Maustaste gedrückt halten).Plazieren Sie den Gipsputz so, dass der Fensterrahmen gerade 5mm
überdeckt wird.

► Erstellen Sie nun ein zweites (Außenputz > Putzmörtel aus Kalkzement, b x h = 1,5 cm x 11,5 cm)
und ein drittes Einbauteil (Mineralfaser, 0,35 II, b x h = 1,0 cm x 8 cm), das Sie links hinter den
Rahmen schieben und vervollständigen Sie damit Ihre Konstruktion:

Zur PSI-Wert-Berechnung

► Wechseln Sie nun über das Taschenrechnersymbol in der oberen Menüleiste des Grafikfensters in
den Dialog „Wärmebrücke berechnen“. In den Randbedingungen wählen Sie „für PSI-Werte“ aus.
Klicken Sie hierzu auf den blauen Schriftzug der Randbedingungen. Die Temperaturen sollen für
PSI auf -10°C außen und 20°C innen eingestellt sein, die Übergangswiderstände auf Rsi 0,13 und
Rse 0,04.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 15 von 60


Über „ berechnen“ starten Sie die Iteration, die wieder nach dem normierten Abbruchkriterium
selbständig stoppt. Speichern Sie den Berechnungszustand ab indem Sie bei der Abfrage danach mit
„JA“ antworten.

Über den Schalter erreichen Sie die PSI-Wert-Berechnung. Für den PSI-Wert wird nun der
zweidimensionale thermische Leitwert benötigt. Der thermische Leitwert kann auf der Bauteiloberflä-
che abgegriffen werden, entweder außen (L2D,e) oder innen (L2D,i). Wählen Sie vorzugsweise im -
mer L2D,e, wenn nichts dagegen spricht (s.auch weiter unten.

Längenbezogener Wärmedurchgangskoeffizient y

Empfohlene Übergangswiderstände für Wärmestromberechnungen


Rsi = 0.13, Rse = 0.04 (EN ISO 10211-1, 6.1.2)

aus der DÄMMWERK-Berechnung vom 17.11.2015


Fensteranschluss mit Rsi = 0,13 ~ Rse = 0,04m²K/W ~ Ti = 20,0°C ~ Ta = -10,0°C

L2D = 0,89 W/(mK) (2D-Leitwert nach der Isothermenberechnung)


Die Werte Ui der beteiligten Bauteile werden mit Rsi / Rse (neu) berechnet
S li * Ui = 0,965*0,300 + 0,420*1,400 = 0,88 (Leitwert ohne WB-Einfluß)

y = L2D - S li * Ui =0,01 W/(mK)

xxx
verwendeter y - Wert = 0,01 W/(mK)

► Die Konstruktion einer Fensterbrüstung sowie einen Sturz mit Rolladenkasten finden Sie in unse-
rem Berechnungsbeispiel zum „Gleichwertigkeitsnachweis“.

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1.5 Geschossdeckenanschluss

Aufgabenstellung

Konstruieren Sie einen Geschossdeckenanschluss mit den vorhandenen Außenwänden, berechnen


Sie den PSI-Wert und führen Sie eine Untersuchung zur Vermeidung von Schimmelpilzbildung durch.
Zur Aufgabenstellung wird Ihnen folgende Skizze zur Verfügung gestellt:

► Anleitung Schritt für Schritt:

► Einen Geschossdeckenanschluss (Anschluss mit drei Bauteilen) beginnt man immer mit dem
waagerecht liegenden Bauteil, also der Decke. Die Deckenkonstruktion finden Sie in der
Bauteilübersicht unter dem Namen „Geschoßdecke.DWB“ .Erstellen Sie sich eine Kopie der Decke
und vergeben Sie den Dateinamen „Deckenanschluss-PSI.

► Wechseln Sie wie schon gewohnt in das Grafikfenster. Nachdem Sie die überflüssigen
Beschriftungen ausgeschaltet haben, beginnen Sie mit der Konstruktion der Wärmebrücke, indem Sie
auf den Bildschalter „ Wärmebrücke konstruieren“ klicken. Als Berechnungsmodell wählen Sie
„Anschluss mit 3 Bauteilen“.

► Stellen Sie auch „mit 3 Temperaturbereichen“ ein, indem Sie auf den farbigen Schriftzug
„Temperaturbereich“ klicken.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 17 von 60


► Richten Sie sich dann Ihr Berechnungsnetz genügend groß ein: Maschenweite = 5mm, Netzgröße
= 150 waagerecht / 120 senkrecht ab OK Bauteil.

► Für die Anschlussbauteile wählen Sie die schon bekannte Außenwand, die Sie durch einfaches
Klicken auf den blauen Schriftzug „1.Anschlussbauteil“ oder „2.Anschlussbauteil“ ansteuern können.
Die Position Ihrer Anschlussbauteile verändern Sie durch Verziehen mit der Maus (linke Maustaste
gedrückt halten) oder über die Pfeiltasten der Anschlussbauteile.

► Über „Ergänzungsbauteile“ vervollständigen Sie nun die Konstruktion:Normalbeton, bewehrt nach


DIN 1045, b/h gemäß Skizze und Randdämmstreifen Mineralwolle ,Lambda = 0,40 W/mK und b x h =
1cm x 6cm.

Tipp: Ziehen Sie zuerst das obere Anschlussbauteil auf die Rohdecke und danach das untere hoch
bis zum oberen Anschlussbauteil und überlagern dann das Mauerwerk mit dem Ergänzungsbauteil
Beton. Berechnet wird stets nur der sichtbare Baustoff. So benötigen Sie nur zwei Einbauteile zur
vollständigen Konstruktion.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 18 von 60


Zur PSI-Wert-Berechnung

► Wechseln Sie nun über das Taschenrechnersymbol“ in den Dialog „Wärmebrücke berechnen“. In
den Randbedingungen wählen Sie „für PSI-Werte“ aus. Klicken Sie hierzu auf den blauen Schriftzug
der Randbedingungen. Die Temperaturen stellen sich wie gewohnt auf -10°C außen und 20°C innen,
die Übergangswiderstände auf Rsi 0,13 und Rse 0,04 ein. Evtl. müssen Sie die Temperaturrand-
bedingungen für die hier benötigten 3 Temperaturen manuell einstellen wie gezeigt:

► Über „berechnen“ starten Sie die Iteration, die wieder nach dem normierten
Abbruchkriterium selbständig stoppt. Speichern Sie den Berechnungszustand ab indem Sie bei der
Abfrage danach mit „JA“ antworten.

► Über den Schalter erreichen Sie die PSI-Wert-Berechnung. Für den PSI-Wert wird nun der
zweidimensionale thermische Leitwert benötigt. Der thermische Leitwert muss hier außen abgegriffen
werden (L2D,e). Vergleichen Sie die Werte und die Darstellung ebenfalls indem Sie beispielhaft den
Leitwert innen (L2D,i) anwählen.

► Da über und unter der Geschossdecke jeweils 20°C herrschen müsste der thermische Leitwert
innen oben und unten abgegriffen werden. Dämmwerk greift den Leitwert in unserem Beispiel aber
nur über der Geschossdecke ab, dadurch ist der Leitwert zu klein. Gemäß der oben genannten Regel
ist es egal, wo wir den Leitwert abgreifen, auf der Innen- oder Außenoberfläche. Es muss aber die
gesamte Innen- und die gesamte Außenoberfläche, also der gesamte gestörte Bereich berücksichtigt
werden.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 19 von 60


► Der thermische Leitwert muss daher außen (L2D,e) erfasst werden, um zum richtigen Ergebnis
gelangen.

► Aufschluss über die Berechnung des PSI-Wertes geben auch die angezeigten Maßketten, diese
sollten mit Ihren Systemgrenzen aus der EnEV-Berechnung übereinstimmen.

► Den druckbaren Nachweis finden Sie wieder im Bauteilformular, schließen Sie hierzu das
Grafikfenster.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 20 von 60


Zum Nachweis der Vermeidung der Schimmelpilzbildung

► Erstellen Sie sich zunächst eine Kopie Ihrer fertigen Wärmebrückenkonstruktion unter dem Namen
„Deckenanschluss-Schimmel“ (Bildschalter Diskette – Eingabe neuer Dateiname).

► Danach wechseln Sie in die Berechnung der Isothermen (Bildschalter „Wärmebrücke berechnen“)
und stellen die Randbedingungen gemäß der Vermeidung der Schimmelpilzbildung ein. Über
„berechnen“ starten Sie erneut eine Iteration, die wieder automatisch nach Erreichen des genormten
Abbruchkriteriums endet.

► Bei der Schimmelpilzbetrachtung geht es darum, die kälteste Oberflächentemperatur auf der
Innenseite abzugreifen. Betrachten wir den Anschluss genau, dann muss sich die kälteste
Oberflächentemperatur unterhalb der Geschossdecke einstellen.

► Um die Temperatur an dieser Stelle zu erfahren, klicken Sie mit Ihrem Mauszeiger (kleines
Fadenkreuz) direkt auf die Oberfläche Ihrer Konstruktion. Zur genaueren Einstellung nutzen Sie die
Pfeiltasten. Das kleine Quadrat wird sich rot färben, wenn Sie die Oberfläche der Bauteilkonstruktion
genau getroffen haben.Wenn Sie unsicher sind, ob Sie „getroffen“ haben, vergrößern Sie die
Darstellung vorübergehend mit dem Schiebeschalter:

► Zum Ablesen der Ecktemperatur für den Schimmelpilznachweis betätigen Sie „fRsi“, dann
bestätigen Sie die folgenden Dialoge und wählen den Nachweis auf 2D-Ebene (fRsi,2D) aus. Der
fRsi,2D und die Ecktemperatur werden nun in Ihrer Grafik angezeigt:

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 21 von 60


► Den druckbaren Nachweis finden Sie wieder auf der Seite „ Feuchteschutz“ (Häkchen bei Punkt
„Schimmelpilzbildung 2D“ in den „Berechnungsoptionen“, falls nicht schon eingestellt)

Vermeidung von Schimmelpilzbildung in Raumecken nach DIN 4108-2

2D-Betrachtung nach EN ISO 10211-2:2001


Randbedingungen für die Berechnung des Temperaturfaktors
Rsi = 0.25 Rse = 0.04 m²K/W Ji = 20 °C Je = -5 °C fi = 50% (DIN 4108-2:2003, 6.2)

Schnittkante "[18,08°C fRsi,2D = 0,923]" (sh. Isothermenberechnung)


Jsi(x,y) = 18,08°C mit Rsi = 0,25 Rse = 0,04 Ji = 20,00°C Je = -5,00°C

Temperaturfaktor
Rsi,2D = ( Jsi - Je) / ( Ji - Je) = 0,92  0.70 ausreichend nach DIN 4108-2

Ecken (3D), die aus schimmelpilztechnisch unbedenklichen Kanten gebildet werden und bei denen
keine darüber hinausgehende Störung der Dämmebene vorliegt, bedürfen keines weiteren Nachweises
(DIN 4108-2:2013).

Vertiefung: der thermische Leitwert L2D für den PSI-Wert


Wie Sie in der Übung zuvor gesehen haben, wurde der thermische Leitwert auf der Innenoberfläche
nur oberhalb der Geschossdecke abgegriffen. Diesen Fall benötigen Sie zum Beispiel bei der PSI-
Wert-Ermittlung eines Deckenanschlusses über einem unbeheizten Raum (z.B. unbeheizter Keller).
Eine kleine Übung soll Ihnen helfen, die Zusammenhänge besser zu verstehen.

► Kopieren Sie den „Deckenanschluss-PSI“ unter einem anderen Namen, z.B.: „Decke-über-
unbeheizt-PSI“. Öffnen Sie dann das Grafikfenster und die Isothermenberechnung mit dem
Taschenrechnersymbol und ändern Sie die Temperaturrandbedingungen wie unten dargestellt:

► Starten Sie nun die Isothermenberechnung über „berechnen“ (beschleunigte Iteration) und
berechnen Sie im Anschluss den PSI-Wert.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 22 von 60


► In unserem Fall interessiert uns nur die Energie, die von oben in
die Konstruktion eingeht. Beim Bestimmen des thermischen
Leitwertes wäre es daher falsch, den Leitwert außen (L2D,e) zu
bestimmen, denn das Temperaturgefälle des unbeheizten Raumes
unterhalb der Geschoss-decke nähme sonst ebenfalls Einfluss auf
die Größe des thermischen Leitwertes. Für die Bestimmung des
PSI-Werts soll aber nur ein Temperaturgefälle betrachtet werden
und die angezeigten Maßlinien sollten unbedingt mit Ihren
Systemgrenzen der Hüllflächenberechnung (EnEV)
übereinstimmen. Zur richtigen PSI-Wert-Ermittlung muss der
thermische Leitwert daher von innen abgegriffen werden (L2D,i).

► Nur über den thermischen Leitwert von innen (L2D,i)


bekommen Sie das Maß für die Geschossdecke (1,495
m) und für die Außenwand (1,305 m) angezeigt.

Über die Formel  = L2D -  li * Ui wird nun der


eigentliche Energieverlust des Ausschnitts (thermischer
Leitwert) mit den bereits in der EnEV-Berechnung
veranschlagten Transmissionswärmeverluste (A*U) auf
2D-Ebene verglichen.

Da die Transmissionswärmeverluste der Decke über dem unbeheizten Raum aber bereits mit Fx = 0,5
abgemindert werden, fließt dieser ebenfalls in die Formel des PSI-Wertes mit ein:

( = L2D -  li * Ui * Fxi).

DÄMMWERK berechnet daher den PSI-Wert unter Berücksichtigung des bereits gewählten Fx-Wertes
(Fx = 0,5, für Decke über unbeheizt):

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 23 von 60


Fx-Werte können bei Bedarf im Bauteilformular über den blauen Schriftzug verändert werden.

→ Tipp: Ob der thermische Leitwert innen ober- oder unterhalb der Decke berücksichtigt wird, wird
über den Bauteiltyp im Bauteilformular geregelt.

Bauteilquerschnitt
Bauteiltyp
Projekt Seminarunterlagen-Wärmebrücken
Bauteil: Decke-gegen-unbeheizt-PSI

Bauteiltyp "Wohnungstrenndecke in zentralbeh. Geb. nach unten"


mit den Wärmeübergangswiderständen Rsi = 0,17 und Rse = 0,17 m²K/W

Querschnitt

 s
R 
Bauteiltyp "Wohnungstrenndecke
von innen in zentralbeh. [mm]
Geb.[kg/m³]
nach unten"
[W/mK] [kg/m²]
[m²K/W]

Rsi 0,170
01 Eiche (Parkett) 10,0 800 8,0 0,200 0,050

Bauteiltyp "Wohnungstrenndeckein zentralbeh. Geb. nach oben"

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 24 von 60


1.6 Sockelanschluss, Gleichwertigkeitsnachweis gemäß DIN 4108, Bbl. 2

Der Gleichwertigkeitsnachweis ist durch die Initiative der KfW in den Fokus gerückt. Eine ausführliche
Betrachtung finden Sie in unserem Skript „Gleichwertigkeitsnachweis (11/2016). Zur Übung zeigen wir
Ihnen hier jedoch auch noch ein altes Beispiel:

Bis zur EnEV 2007 war bei Verwendung des pauschalen Wärmebrückenzuschlags dUWB = 0,05
W/m²K ein Gleichwertigkeitsnachweis gemäß DIN 4108 Bbl 2:2006 zu führen. War keine Zuordnung
des konstruktiven Grundprinzips möglich und / oder wurden Materialien mit abweichender
Wärmeleitfähigkeit verwendet, musste ein rechnerischer Gleichwertigkeitsnachweis mit
Randbedingungen gemäß des Bbl 2 durchgeführt werden. Mit der EnEV 2009 wurde ein vereinfachter
Gleichwertigkeitsnachweis eingeführt. Am Ende der Übung wird hierauf nochmals eingegangen.

Aufgabenstellung

Konstruieren Sie einen Sockelanschluss mit der vorhandenen Außenwand und führen Sie einen
rechnerischen Gleichwertigkeitsnachweis gemäß DIN 4108 Bbl.2. Zur Aufgabenstellung wird Ihnen die
folgende Skizze zur Verfügung gestellt:

► Anleitung Schritt für Schritt:


► Die Grundlage eines Sockelanschlusses bildet die Bodenplatte zu einem späteren „Anschluss mit
zwei Bauteilen“. Laden Sie die Bodenplatte aus der Bauteilübersicht, erstellen eine Kopie und nennen
diese „Sockelanschluss-Gleichwertigkeit“. Auf Folien und Abdichtungen wurde bei der
Bauteilkonstruktion verzichtet, da diese nicht relevant für die Wärmebrückenberechnung sind (denken
Sie wieder an das spätere Berechnungsnetz mit der Maschenweite, z.B. 5mm. In diesem Abstand
sollte auch die Konstruktion erstellt werden).

► Danach wechseln Sie in das Grafikfenster, blenden über die „Einstellungen“ oben links
überflüssige Bezeichnungen aus und beginnen mit „Wärmebrücken konstruieren“.

► Richten Sie sich jetzt Ihr Berechnungsnetz mit Maschenweite und Anzahl der Maschen ein. Alle
einzustellenden Werte sind in der nebenstehenden Grafik sichtbar:

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 25 von 60


► Da im Gleichwertigkeitsnachweis auf eine Erdreichkonstruktion verzichtet wird, wählen Sie als
Berechnungsmodell „Anschluss mit 2 Bauteilen“ aus.

► Als „1. Anschlussbauteil“ wählen Sie sich die bereits bekannte Außenwand und richten diese
entsprechend aus.

► Über „neu“ komplettieren Sie nun die Konstruktion mit Ergänzungsbauteilen.

► Konstruieren Sie die Frostschürze in Normalbeton mit der


Breite 30cm und der Höhe 40cm.

► Danach erstellen Sie den Randdämmstreifen aus einem


beliebigen Dämmmaterial mit WLG 040 mit 1cm Breite und 6cm
Höhe.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 26 von 60


► Zuletzt fehlt Ihnen nur noch der Dämmstreifen an der
Frostschütze, den Sie mit einem „PS-Extruderschaum 035, II“ b
x h = 8cm x 6cm erstellen und danach ausrichten.

► Nachdem Sie die Konstruktion vervollständigt haben, öffnen Sie über das Taschenrechnersymbol
im Grafikfenster die Isothermenberechnung und stellen sich entsprechend der nachfolgenden Grafik
aus dem DIN 4108 Bbl.2 sämtliche Randbedingungen ein.

Auszug aus DIN 4108 Bbl.2 zum Gleichwertigkeitsnachweis (nur zu Schulungszwecken):

Der einzuhaltende Wert ist demnach 0,34 W/mK.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 27 von 60


Randbedingungen, die zum Gleichwertigkeitsnachweis angesetzt werden müssen, sind:

► Wie zu sehen ist, sollen verschiedene Randbedingungen an den Oberflächen verwendet werden.
Diese können zum Teil automatisch voreingestellt werden, indem Sie über den blauen Schriftzug
unter den Randbedingungen entsprechende Einstellungen (hier für PSI-Werte) vornehmen.

► Einzelnen Oberflächen können unterschiedliche Randbedingungen zugewiesen werden. Hierfür


muss zunächst die Oberfläche, der eine eigene Randbedingung
zugewiesen werden soll, angewählt werden. Prinzipiell funktioniert
das ähnlich dem Abgreifen der Temperatur beim
Schimmelpilznachweis. Setzen Sie den Mauszeiger und das kleine
Quadrat, das nach Klicken im Bild auftaucht, direkt auf die
Oberfläche. Erst wenn es sich rot eingefärbt hat, wissen Sie dass
sie es genau auf der Oberfläche platziert haben. Zur Hilfe nehmen
Sie sich die Pfeiltasten über die Sie zielsicher die
Bauteiloberfläche anwählen können. Beginnen Sie unter
der Bodenplatte.

► Wenn Sie die gewünschte Oberfläche markiert haben, öffnen Sie über den Bildschalter die
„Berechnungsdetails“.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 28 von 60


► Nun wählen Sie über gemäß der Vorgaben des DIN 4108 Bbl.2 :

eine individuelle Randbedingung (Rs und Temperatur) aus:

☼ Hinweis: Da im Bbl.2 keine konkreten Werte, sondern lediglich Faktoren angegeben sind, müssen
die Temperaturen über einen Dreisatz ermittelt werden. Für fx = 0,6, -10°C Außentemperatur, 20°C
Innentemperatur und der Formel f=1-F ergibt sich eine Erdreichtemperatur von 2°C. Die Herleitung
finden Sie in DIN 4108,Bbl.2.

► Belegen Sie danach alle weiteren Oberflächen Ihrer Konstruktion mit den im Bbl.2 vorgegebenen
Randbedingungen, indem Sie die eben besprochenen Schritte wiederholen.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 29 von 60


Vergleichen Sie Ihre Grafik mit folgender:

► Über starten Sie die Iteration, die nach einem normierten Abbruchkriterium selb-
ständig endet. Speichern Sie den Berechnungszustand ab, indem Sie bei der späteren Abfrage mit
„JA“ antworten. Ihr Isothermenbild sollte dem folgenden gleichen.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 30 von 60


► Über den Schalter wird der PSI-Wert berechnet. Den zweidimensionalen thermische
Leitwert müssen Sie jetzt auf der Innenseite (L2D,i) ablesen, da ein Abgreifen von außen (L2D,e)
durch die beiden unterschiedlichen Temperaturen 2°C und -10°C zu verfälschten Ergebnissen
führen kann, da evtl. Temperaturströme von 2°C zu -10°C ebenfalls mit aufgenommen werden.

Es gilt aber nach wie vor , das was an Energie reingeht, kommt draußen auch wieder an.

► Stimmen die Maßketten? Dämmwerk besitzt eine Rechenroutine, die das Maß der Bodenplatte
immer ab OK Betonplatte ansetzt. Die Systemgrenzen der Hüllflächenberechnung nach EnEV und die
in der Wärmebrückenberechnung verwendeten Längen (Maße) müssen aber miteinander
übereinstimmen. Ggfs. müssen Sie die Werte im druckbaren Nachweis im Bauteilformular
nachträglich ergänzen. Vergleichen Sie die Vorgaben des DIN 4108 Bbl.2.

► Wird Ihr PSI-Wert richtig berechnet? Überprüfen Sie, ob das Ergebnis stimmen kann und
kontrollieren Sie bei Bedarf Ihre Konstruktion. Wenn Sie für die Bodenplatte in Ihrer EnEV-
Berechnung eine Temperaturkorrektur über einen Fx-Wert vorgenommen haben, müssen Sie das im
Ergebnis der PSI-Wert-Berechnung berücksichtigen.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 31 von 60


► Führen Sie daher folgende Änderung durch:

 li * Ui = 1,610*0,241*0,6 + (1,620)*0,300 = 0,66

Die Formel wird um den Fx-Wert (0,6) der Bodenplatte (Transmissionswärmeverlust aus der EnEV-
Berechnung = A*U*Fx) vervollständigt.

Längenbezogener Wärmedurchgangskoeffizient 

Empfohlene Übergangswiderstände für Wärmestromberechnungen


Rsi = 0.13, Rse = 0.04 (EN ISO 10211-1, 6.1.2)

aus der DÄMMWERK-Berechnung vom 20.06.2016


Gebäudekante mit Rsi = 0,13 ~ Rse = 0,04m²K/W ~ Ti = 20,0°C ~ Ta = -10,0°C

L2D = 0,82 W/(mK) (2D-Leitwert nach der Isothermenberechnung)


Die Werte Ui der beteiligten Bauteile werden mit Rsi / Rse (neu) berechnet
S li * Ui = 1,610*0,241*0,6 + 1,620*0,300 = 0,72 (Leitwert ohne WB-Einfluß)

y = L2D - S li * Ui =0,10 W/(mK)

xxx
verwendeter y - Wert = 0,10 W/(mK)

Als Ergebnis sollte nun ein PSI-Wert von 0,10W/mK stehen. Der Gleichwertigkeitsnachweis wird
demnach eingehalten, denn als Höchstwert sind hier nur 0,34 W/mK gefordert. Das bedeutet, dass für
die EnEV-Berechnung der pauschale Wärmebrückenzuschlag dUWB = 0,05 W/m²K verwendet werden
darf.

Exkurs: Vertiefung zum vereinfachten Gleichwertigkeitsnachweis gemäß EnEV 2009/2014

Mit der EnEV 2009 änderten sich die Anforderungen an die Wärmbrückenzuschläge. Gemäß EnEV
2009, § 7 gilt der Gleichwertigkeitsnachweis als erfüllt, wenn die U-Werte der beteiligten Bauteile den
U-Werten der Bauteile des jeweiligen Details aus dem DIN 4108 Bbl.2 mindestens gleichwertig sind.
Dieser Paragraph ist unverändert in die EnEV 2014 übernommen worden. Falls Bauteile die U-Werte
der Bauteile im DIN 4108 Bbl.2 unterschreiten, erfüllen sie die Anforderung der EnEV 2009/2014 und
Sie dürfen mit einem Wärmebrückenzuschlag von dUwb = 0,05 W/m²K rechnen.

Das bedeutet eigentlich, dass theoretisch keine Randdämmung mehr notwendig ist. Den
Vergleichswert des DIN 4108 Bbl.2 würde man allerdings ohne Randdämmung kaum einhalten.

Führen Sie übungshalber eine solche Vergleichsrechnung durch, indem Sie den Randdämmstreifen
aus Ihrem Anschluss löschen, die Iteration erneut starten und den PSI-Wert nochmals ermitteln.
Achten Sie dabei auch auf die Nachbearbeitung des PSI-Wertes. Interpretieren Sie das Ergebnis.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 32 von 60


1.7 Auskragende Balkonplatte (aus bestehender Konstruktion)

Aufgabenstellung

Erstellen Sie einen Geschossdeckenanschluss mit auskragender Balkonplatte aus einer bereits
angelegten Wärmebrückenkonstruktion der DÄMMWERK-Datenbank. Es geht um einen Bestandsbau,
dessen baukonstruktive Qualität Sie untersuchen sollen.

☼ Hinweis: Dieser Weg eignet sich besonders, wenn Sie mal nicht so recht wissen, wie Sie eine
Konstruktion beginnen sollen. DÄMMWERK beinhaltet eine Vielzahl bereits konstruierter
Wärmebrücken, die über die Bauteilübersicht kopiert und später durch wenige Schritte verändert
werden können

► Anleitung Schritt für Schritt:

► Öffnen Sie die Bauteilübersicht in der oberen Menüleiste über „Bauteile“ und wählen nun über den
links angezeigten Dateipfad folgende Ordner jeweils mit Doppelklick an „dw2017 – Wärmebrücken –
Wärmebrücken-Bestand“. Hier kopieren Sie sich den Anschluss „Geschossdecke3.DWB“ und
benennen die Kopie „Balkonanschluss“.

► Auch wenn diese Konstruktion wahrscheinlich nicht Ihren Vorstellungen entspricht, werden wir sie
als Grundlage verwenden, da Sie mit relativ einfachen Schritten Änderungen vornehmen können.
Passen Sie zunächst die Konstruktion der Decke an und wechseln danach in das Grafikfenster und
beschäftigen sich mit der Konstruktion der Wärmebrücke mittels „Wärmebrücken konstruieren“.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 33 von 60


► Die beiden PE-Folien löschen Sie aus dem Bauteil Decke, da diese keinen thermischen Einfluss
auf die Wärmedämmung und Wärmebrücke haben. Passen Sie auch die Bauteilschichten der unten
gezeigten Tabelle an:

Querschnitt
s r l R
von innen cm kg/m³ kg/m² W/(mK) m²K/W

Rsi 0,170
01 Zementestrich 6,00 2000 120,0 1,400 0,043
02 Mineralfaser 035 4,00 30 1,2 0,035 1,143
03 Stahlbeton 20,00 2400 480,0 2,100 0,095
Rse 0,170

d = 30,00 G = 601,2 RT = 1,62

Wärmedurchgangskoeffizient U = 0,617 W/(m²K) (ohne Korrekturen)

☼ Hinweis: Die Baustoffdaten für ältere Bauteile finden Sie im Baustoffassistenten in einer der
historischen Baustoffdatenbanken, z.B. in der Rubrik „1991-2007“.

► Passen Sie danach die Wärmebrückenkonstruktion an. Als Anschlussbauteile ziehen Sie die
bereits erstellte Außenwand heran (blauer Schriftzug „1.Anschlussbauteil“ und „2.Anschlussbauteil“).

► Ihr Berechnungsnetz kann unverändert bleiben, sollte aber nochmals überprüft werden.

► Die thermische Trennung soll vorerst gelöscht werden. Markieren Sie hierzu das zu löschende
Bauteil und wählen dann den Bildschalter „Löschen“. Durch Ausrichten der Anschluss- und
Einbauteile, sowie der Anpassung deren Größen vervollständigen Sie die Konstruktion.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 34 von 60


► Zur Isothermenberechnung gelangen Sie über „Wärmebrücken berechnen“. Stellen Sie nun, wie in
den Übungen zuvor, die richtigen Randbedingungen ein und starten Sie die Isothermenberechnung
über „berechnen“.

► Je nachdem, welchen Nachweis Sie führen möchten, bestimmen Sie entweder die kritische
Oberflächentemperatur für den Schimmelpilznachweis oder den PSI-Wert der Konstruktion.

► Die jeweils druckbaren Nachweise finden Sie wieder im Bauteilformular oder im


Feuchteschutzformular.

► Zur Kontrolle: Folgende PSI-Werte sollten für die Konstruktion errechnet werde:

Längenbezogener Wärmedurchgangskoeffizient y

Empfohlene Übergangswiderstände für Wärmestromberechnungen


Rsi = 0.13, Rse = 0.04 (EN ISO 10211-1, 6.1.2)

aus der DÄMMWERK-Berechnung vom 22.06.2016


Deckenanschluss mit Rsi = 0,13 ~ Rse = 0,04m²K/W ~ Ti = 20,0°C ~ Ta = -10,0°C

L2D = 1,18 W/(mK) (2D-Leitwert nach der Isothermenberechnung)


Die Werte Ui der beteiligten Bauteile werden mit Rsi / Rse (neu) berechnet
S li * Ui = 0,895*0,300 + 0,995*0,300 = 0,57 (Leitwert ohne WB-Einfluß)

y = L2D - S li * Ui =0,61 W/(mK)

► Führen Sie übungshalber wieder eine thermische Trennung ein, lassen Sie DÄMMWERK neu
berechnen und interpretieren Sie das Ergebnis.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 35 von 60


1.8 Traufanschluss (schräger Anschluss)

Aufgabenstellung

Berechnen Sie den Wärmebrückenverlustkoeffizienten für einen Traufanschluss. Da es sich hierbei


um einen schrägen Anschluss handelt (Dachneigung 45°) und dieser in einem rechtwinkligen Netz,
wie es DÄMMWERK verwendet, nicht konstruiert werden kann, nutzen Sie das Näherungsverfahren
von Feist (Passivhausinstitut). Dabei wird zunächst ein rechtwinkliger, danach ein vertikaler
Anschluss gerechnet und dann zueinander ins Verhältnis gesetzt. Als Grundlage erhalten Sie die
nachfolgende Skizze:

► Anleitung Schritt für Schritt:

► Laden Sie aus der Bauteilübersicht die „Holzbau-Dachschäge“ und erstellen Sie sich eine Kopie
mit dem Namen Traufe rechtwinklig“ Dampfsperren und andere Abdichtungen sind der Einfachheit
halber bereits außen vorgelassen. Da in der PSI-Wert-Berechnung nur von den Gefach-U-Werten
ausgegangen wird (die Regel-Holzquerschnitte eines zusammengesetzten Bauteils und deren
Wärmebrückeneinflüsse sind bereits im Gesamt-U-Wert enthalten), reicht es aus, dass lediglich das
Gefach konstruiert wurde.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 36 von 60


► Gemäß Feist wird nun der PSI-Wert eines schrägen Anschlusses aus zwei
Wärmebrückenberechnungen gemittelt. Hierfür benötigen wir unseren Anschluss einmal in
rechtwinkliger Ausführung und einmal als linearen Anschluss (gerader Anschluss zweier Bauteile).
Wir beginnen mit dem rechtwinkligen Anschluss:

► Wechseln Sie in das Grafikfenster, indem Sie auf die Grafik im rechten oberen Bildschirmbereich
oder in der linken Menüführung auf „ Wärmebrücken“ klicken. Über den Bildschalter „Einstellungen“ in
der oberen Menüleiste, können Sie sich die Bezeichnungen und ggf. die Maßkette deaktivieren.

► Richten Sie nun die Größe Ihres Bauteils über den Schieberegler ein.

► Über „Wärmebrücke“ in der oberen Menüleiste öffnet sich das


Fenster zum Konstruieren von Wärmebrücken. Wählen Sie als
Berechnungs-modell den „Anschluss mit 2 Bauteilen“..

► Danach wählen Sie als 1.Anschlussbauteil die


„Außenwand-Holzbau“.

► Stellen Sie sich Ihr Berechnungsnetz mit einer Netzgröße von


150 x 150 cm ein, 5 mm-Netzmaschenabstand. Die horizontale und
vertikale Netzgröße sollte ausreichend gewählt werden, damit später
die Isothermen in den Schnittkanten wieder ungestört parallel verlaufen.
Durch die Normung wird ein Mindestabstand (gemessen von der Innen-
ecke) vorgegeben. Gehen Sie von einer 3-4-fachen Bauteildicke aus.

► Außerdem ist darauf zu achten, dass die Konstruktionsschritte in mm mit der Maschenweite
übereinstimmen. Sie sollten sich also bereits beim Konstruieren der Bauteile Gedanken über Ihr
späteres Berechnungsnetz gemacht haben.

► Über den Bildschalter „neue Ergänzungsbauteile“ komplettieren Sie nun die Konstruktion.

► Fügen Sie ein Holzteil mit den Abmessungen 16cm / 16cm ein und positionieren Sie es wie in der
Abbildung dargestellt. Dabei ragt die Pfette ca. 4cm in die Dachkonstruktion.

Tipp: Um die 4cm Verschiebung genau einstellen zu


können, verschieben Sie das Ergänzungsbauteil mit
Hilfe der Pfeiltasten in 5mm-Schritten nach oben

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 37 von 60


Als Abstellbrett fügen Sie bitte ein Holzteil mit der Größe 2cm / 20cm ein und positionieren dieses.

Tipp: Sie können das Ergänzungsbauteil auch kopieren und


modifizieren.

► Wechseln Sie nun über in den Dialog „Wärmebrücke berechnen“. Sie sollen den PSI-Wert
berechnen, in den Randbedingungen wählen Sie daher „für PSI-Werte“ aus. Klicken Sie hierzu auf
den blauen Schriftzug der Temperaturrandbedingungen. Die Temperaturen sollten sich nun wie
abgebildet einstellen:

► Über „berechnen“ starten Sie die Isothermenberechnung. In der Auswahl der einfachen oder
beschleunigten Iteration wählen Sie „beschleunigte Iteration“ aus. Die Berechnung der
Isothermenverläufe beginnt nun und wird gemäß dem voreingestellten Abbruchkriterium der Normung
automatisch enden. Nach Ende der Berechnung speichern Sie die Isothermenberechnung ab,
beantworten Sie daher die Abfrage mit „Ja“.

► Durch Anwählen der Symbole richten Sie sich die Darstellung der Isothermen, Wärmeströme oder
der Ecktemperaturen ein.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 38 von 60


Zur PSI-Wert-Berechnung

► Über den Schalter erreichen Sie die PSI-Wert-Berechnung. Für den PSI-Wert wird nun der
zweidimensionale thermische Leitwert benötigt. Der thermische Leitwert kann, wie bereits bekannt,
auf der Bauteiloberfläche entweder außen (L2D,e) oder innen (L2D,i) abgegriffen werden.

► Wählen Sie vorzugsweise, so auch hier, L2D,e aus und lassen sich den PSI-Wert berechnen. Den
druckbaren Nachweis der Berechnung des PSI-Wertes finden Sie im Bauteilformular.

Auswahlmenü 166

► An dieser Stelle müssen Sie DÄMMWERK mitteilen, dass es sich um einen zusammengetzten
Anschluss handelt. Öffnen Sie dazu das Auswahlmenü 166, indem Sie mit Ihrer linken Maustaste auf
die magentafarbenen Kreuzchen klicken. Wählen Sie nun „schräge Anschlüsse“, danach „berechnen“.
Es öffnet sich folgender Dialog.

► Wie Sie im Dialog sehen können, wurde der erste berechnete PSI-Wert bereits in die Eingabe
übertragen. Um zum Ergebnis zu gelangen, fehlt noch der PSI-Wert für den geraden Bauteilstoß und
die Dachneigung.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 39 von 60


Gerader Bauteilstoß

► Um zum geraden Bauteilstoß zu gelangen, schließen Sie das Menü mit einem Klick auf OK.
Klicken Sie danach auf den Schriftzug „Wärmebrückenverlustkoeffizient“ und öffnen so nochmals das
Auswahlmenü 166. Aktivieren Sie „geraden Bauteilstoß vorschlagen“:

► Es wird automatisch eine Bauteilkopie angelegt und die


Wärmebrücke in einem linearen Stoß angezeigt. Wechseln
Sie erneut in das Grafikfenster - „Wärmebrücken
konstruieren“ und passen Sie die Konstruktion Ihrer
Wärmebrücke an, indem Sie die beiden Anschlussbauteile
und die Ergänzungsbauteile entsprechend verschieben.
Erreichen können Sie das wie folgt: zuerst müssen Sie den
Anschluss „Sturz,Brüstung“ neu auswählen, dann die
Bauteile durch Festhalten und Verschieben per Maus oder
durch Betätigen der entsprechenden Richtungs-Pfeiltasten
verschieben. Der Anschluss sollte nun wie rechts abgebildet
aussehen.

► Wechseln Sie nun über in den Dialog „Wärmebrücke berechnen“. Es soll die Berechnung des
PSI-Wertes erfolgen. In den Randbedingungen wählen Sie daher „für PSI-Werte“ aus. Klicken Sie
hierzu auf den blauen Schriftzug der Temperaturrandbedingungen. Zunächst stellen sich die
Temperaturen auf -10°C außen und 20°C innen, die Übergangswiderstände auf Rsi 0,13 und Rse auf
0,04 ein.

► Über starten Sie die Isothermenberechnung. In der


Auswahl der einfachen oder beschleunigten Iteration wählen Sie
„beschleunigte Iteration“ aus. Die Berechnung der Isothermenverläufe
beginnt nun und wird gemäß dem Abbruchkriterium der Normung
automatisch enden. Nach Ende der Berechnung speichern Sie sich die
Isothermenberechnung ab, beantworten Sie die Abfrage wieder mit „Ja“.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 40 von 60


Zur PSI-Wert-Berechnung

► Über den Schalter erreichen Sie die PSI-Wert-Berechnung. Für den PSI-Wert wird nun der
zweidimensionale thermische Leitwert benötigt. Der thermische Leitwert kann auf der
Bauteiloberfläche abgegriffen werden… entweder außen (L2D,e) oder innen (L2D,i).

Wählen Sie L2D,e und lassen Sie sich den PSI-Wert berechnen. Den druckbaren Nachweis der
Berechnung des PSI-Wertes finden Sie wie gewohnt im Bauteilformular:

Längenbezogener Wärmedurchgangskoeffizient y

Empfohlene Übergangswiderstände für Wärmestromberechnungen


Rsi = 0.13, Rse = 0.04 (EN ISO 10211-1, 6.1.2)

aus der DÄMMWERK-Berechnung vom 22.06.2016


Sturz / Brüstung mit Rsi = 0,13 ~ Rse = 0,04m²K/W ~ Ti = 20,0°C ~ Ta = -10,0°C

L2D = 0,58 W/(mK) (2D-Leitwert nach der Isothermenberechnung)


Die Werte Ui der beteiligten Bauteile werden mit Rsi / Rse (neu) berechnet
S li * Ui = 1,500*0,164 + 1,730*0,169 = 0,54 (Leitwert ohne WB-Einfluß)

y = L2D - S li * Ui =0,04 W/(mK)

Wärmebrückenverlustkoeffizient für den schrägen Anschluss


nach Feist PHI 1999/5 mit y90° = -0,021 und y0° = 0,000 W/(mK)
y0° = y0° + ( y90° - y0°) * 90 / 90 = -0,021 W/(mK)

verwendeter y - Wert = 0,04 W/(mK)

► Um den korrekten PSI-Wert des schrägen Traufanschlusses zu ermitteln, wechseln Sie über die
Bauteilübersicht, Icon „ Bauteile“ in der oberen Menüleiste zurück in den rechtwinkligen Anschluss.

► Öffnen Sie erneut das Auswahlmenü 166, indem Sie auf „Wärmebrückenverlustkoeffizient“ klicken.
Wählen Sie nun „schräge Anschlüsse“, danach „berechnen“ aus. Geben Sie bitte den soeben
berechneten, in der Maske noch fehlenden, PSI-Wert des geraden Bauteilstoßes ein und
vervollständigen Sie die Eingabe mit der Dachneigung=45°.

Der gemittelte PSI-Wert unseres schrägen Anschlusses wird nun angezeigt, er beträgt 0,009 W/mK.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 41 von 60


1.9 Materialbedingte Wärmebrücke (Wand mit Betonstütze )

Aufgabenstellung

Konstruieren Sie die dargestellte Situation „Betonstütze in monolithischer Außenwand“. Geben Sie
dazu zunächst eine Außenwand mit dem unten angegebenen Aufbau ein. Verwenden Sie ein
Konstruktions- und Berechnungsnetz mit 5 mm Maschenweite und einer horizontalen Ausdehnung
von 160 cm. Die Betonstütze ist 30 x 30 cm groß. Positionieren Sie die Stütze in der Mitte des
Konstruktionsnetzes. Bringen Sie das Netz dazu zur Anzeige.

Führen Sie die Isothermenberechnung durch und stellen Sie das Oberflächen-Temperaturprofil wie
unten gezeigt dar. Bewerten Sie das Oberflächen-Temperaturprofil.

► Anleitung Schritt für Schritt:

► Erzeugen Sie folgenden, neuen Bauteilquerschnitt mit dem Namen „ Außenwand-mit Betonstütze“:

Querschnitt

s r l R
von innen cm kg/m³ kg/m² W/(mK) m²K/W

Rsi 0,130
01 Gipsputz ohne Zuschlag 1,50 1200 18,0 0,510 0,029
02 POROTON Plan-T 12 DM VD 30,00 650 195,0 0,120 2,500
03 Kalkzementputz 1,50 1800 27,0 0,870 0,017
Rse 0,040

d = 33,00 G = 240,0 RT = 2,72

Wärmedurchgangskoeffizient U = 0,368 W/(m²K) (ohne Korrekturen)

► Speichern Sie das Bauteil unter dem Namen „Außenwand-mit-Betonstütze“ ab. Ändern Sie die
Bezeichnung im Bauteilformular.

► Richten Sie das Konstruktions- und Berechnungsnetz ein, indem Sie das Grafikfenster öffnen und
den Schalter „Wärmebrücke konstruieren“ anklicken. Der Bauteilquerschnitt wird für die Berechnung
gedreht. Klicken Sie anschließend auf die blaue Schrift „10 er Netz ...“ und Stellen Sie über den
Schalter „5 mm“ für die Einflussbreite 160 cm und für die Einflusshöhe ab OK Bauteil 40 cm ein. Die
Eingaben werden mit „OK“ bestätigt. Mit dem Schiebebalken „Maßstab“ stellen Sie die
Querschnittsbreite so ein, dass das Bauteil unter dem Konstruktions-/ Berechnungsnetz liegt.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 42 von 60


► Die Betonstütze wird als Ergänzungsbauteil konstruiert, klicken Sie dazu auf den Bildschalter
„neues Ergänzungsbauteil erzeugen“. In der Menüwahl „2. Baustoffe“ wählen Sie „2. Beton → 2.1
Normalbeton → Beton 2400“. Nachdem Sie das neue Einbauteil Beton (30 x 30 cm) dimensioniert
haben, verschieben Sie es mit der Maus in die Mitte der Querschnittsdarstellung, Ansatzpunkt ist
Oberkante Gipsputz.

► Führen Sie die Isothermenberechnung durch. Die Randbedingungen stellen Sie für das
Schimmelpilzkriterium auf Rsi 0,25 und Außentemperatur -5°C ein. Die Berechnung wird über den
Schalter „berechnen → beschleunigte Iteration“ neu gestartet. Betrachten Sie den Isothermenverlauf:

► Die Grafik des Oberflächen-Temperaturprofils erzeugen Sie über den Bildschalter „Oberflächen-
Temperaturprofil“ (im Bearbeitungsfenster unten rechts, Schalter mit Kurvengrafik). Markieren Sie
zunächst mit der Maus den Startpunkt für das Oberflächenprofil, einen Punkt der inneren
Bauteiloberfläche links von der Stütze (Markierung muss rot sein).

► Klicken Sie erneut auf „ Oberflächen-Temperaturprofil“ und geben nun Sie nun die folgenden
Einstellungen ein:

Länge (Abwicklung) = 100 cm


Ordinatenhöhe = 20
Abszisse = 10
niedrigste Temperatur =8
Abstand vertikale Längsmarkierung =5

x- und y-Position bezeichnen die Lage der Grafik im Grafikfenster, belassen Sie diese zunächst bei
„0“.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 43 von 60


► Falls das Oberflächen-Temperaturprofil vom Bearbeitungsfenster „Isothermen berechnen“ zu sehr
verdeckt wird oder Sie die Position ändern wollen, kann es manuell verschoben werden. Klicken Sie
mit der Maus an die Grafik und ziehen Sie sie an die gewünschte Position. Alternativ können Sie
natürlich auch die anderen sichtbaren Grafikbausteine mit der Maus verziehen, bis die Darstellung
Ihren Wünschen entspricht. Versuchen Sie folgende Darstellung zu erzeugen:

► Die Grafik können Sie wie gewohnt als JPEG-Datei abspeichern.

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Vertiefung

Überprüfen Sie, wie sich die Oberflächentemperatur ändert, wenn die Sichtbetonstütze mit Versatz
konstruiert wird. Bauen Sie zusätzlich einen Mineralfaserdämmstreifen an der Innenseite ein und
berechnen Sie dann die Oberflächentemperatur erneut.

► Anleitung Schritt für Schritt:


Kopieren Sie das Bauteil, indem Sie es unter dem neuen Namen „Außenwand-mit-Betonstütze-2“
abspeichern. Den Stützenversatz realisieren Sie, indem Sie die Position der Stütze über die
Wippschalter „y-Position“ um 10 Netzmaschen (5 mm Netz) nach oben verschieben:

► Der Dämmstreifen (WLG 035) an der Innenseite ist 30 * 5 cm groß.Für den eingebauten
Dämmstreifen verwenden Sie einen Dämmstoff der WLG 035 (z.B. Mineralfaser), dimensionieren ihn
(30 x 5 cm) und positionieren ihn wie in der Aufgabenstellung (Grafik) gezeigt.

► Führen Sie nun eine weitere Isothermenberechnung durch. Erzeugen Sie für diese Berechnung
das Oberflächen-Temperaturprofil wie oben beschrieben.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 45 von 60


Vertiefung zum PSI-Wert

Fragestellung: Welche Berechnungsgrundlagen wirken maßgeblich auf den PSI_Wert ein?

Aufgabenstellung

Berechnen Sie für die verwendete Außenwand mit Beton-Stütze den längenbezogenen
Wärmedurchgangskoeffizienten mit abgewandelter Ausgangslage. Kopieren Sie dazu den
Bauteilanschluss und ändern Sie die Maschenweite des Konstruktionsnetzes von 5 auf 10mm,
rechnen Sie damit erneut. Sie sollten in der ersten Berechnung einen PSI-Wert von 0,144 W/mK
erhalten, in der zweiten Berechnung mit 10 mm Maschenweite einen Wert von 0,164 W/mK ermitteln.

Sehen Sie sich dann den druckbaren Nachweis des PSI-Wertes im Berechnungsblatt Bauteil an.
Welchen Differenzwert stellt der PSI-Wert dar? Spielt es eine Rolle, mit welcher Außentemperatur
gerechnet wird? Ändern Sie die Außenlufttemperatur auf -5°C / 80%, rechnen Sie erneut.

► Anleitung Vertiefung Schritt für Schritt:


► Laden Sie das erzeugte Bauteil „Außenwand-mit-Betonstütze“. Ändern Sie die Putzstärke auf 2 cm.
Überprüfen Sie das Berechnungs- / Konstruktionsnetz. Geben Sie für die Netzmaschenweite 10 mm,
für die Einflussbreite horizontal 160 cm und vertikal 30 cm an. Unter Umständen müssen Sie die
Einbauteile anders positionieren. Beenden Sie den Dialog. Wechseln Sie von „Wärmebrücke
konstruieren“ in das Isothermen-Modul. Überprüfen Sie die Einstellungen (Rsi,
Temperaturrandbedingungen etc.) und ändern Sie diese gegebenenfalls, wie in der Aufgabenstellung
abgebildet. Starten Sie die Berechnung mittels rotem Bildschalter „neu“ (Iteration starten / fortsetzen).
Wählen Sie im Dialogfeld den Schalter „beschleunigte Iteration“. Wenn die Berechnung beendet ist,
speichern Sie den aktuellen Temperaturzustand. Betätigen Sie den Bildschalter „ψ psi“
(längenbezogener Wärmedurchgangskoeffizient). Im folgenden Dialogfenster können Sie den
Berechnungsgang über verschiedene Möglichkeiten beeinflussen. Betätigen Sie den Schalter „ L2D,e“
(außenbezogen).In der Bauteilgrafik wird jetzt die gerechnete Länge durch rote Punkte dargestellt. Im
Informationsfenster wird das Ergebnis der Berechnung angezeigt.

Die genaue Berechnung lässt sich im Bauteilformular nachvollziehen, wenn mittels Bildschalter
„Inhalt“ der PSI-Wert aktiviert ist.

Für die Berechnung mit 5 mm-Maschen fertigen Sie eine Bauteilkopie an (speichern unter neuem
Namen Außenwand B2a) und ändern das Berechnungsnetz im Fenster „Wärmebrücke“.

Ob eine Berechnung mit 5 mm Maschen notwendig ist, lässt sich anhand des PSI-Wertes nicht
erkennen. An den PSI-Wert werden bisher keine Genauigkeitsanforderungen gestellt. Allerdings
verlangt die EN ISO 10211-1, dass eine genauere Berechnung durchgeführt wird, wenn sich dadurch
die kritische Oberflächentemperatur wesentlich ändert. Das EN-Kriterium bedeutet etwa, dass man an
der kritischen Stelle einen Temperaturunterschied von mehr als 0.1 °K berechnet. Die kritische
Temperatur befindet sich unter der Stütze an der inneren Bauteiloberfläche. Sie lässt sich mit der
Beschriftung „Tmin / Tmax“ anzeigen. Mit 10 mm-Maschen berechnet man 17.07 °C und mit 5 mm
Maschen 17,06 °C. Dieser Unterschied ist kleiner als 0.1 K, die genauere und länger dauernde
Berechnung mit 5 mm-Maschen also nicht gefordert.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 46 von 60


1.10 Exkurs: Schimmelpilzuntersuchung 2D und 3D

Die Randbedingungen für den Nachweis des Schimmelpilzkriteriums mittels des Temperaturfaktors f Rsi
(2D) befinden sich in DIN 4108-2 : 2013-02, 6.2. Das vereinfachte Verfahren zur Betrachtung und
Beurteilung eines Schnittpunkts dreier linienförmiger Wärmebrücken (3D) war Bestandteil der EN ISO
10211-2:2001, Anhang B. Bei der Bearbeitung der aktuellen Fassung DIN EN ISO 10211:2008 wurde
das Verfahren ersatzlos gestrichen. Zur vollständigen Darstellung der Möglichkeiten im DÄMMWERK
wurde das Beispiel beibehalten. Folgende Bauteile werden benötigt, „Außenwand A1“ und „Flachdach
F2-Warmdach“. Geben Sie den Schichtaufbau wie unten gezeigt ein.

Bauteil: Außenwand A1

Bauteiltyp "Außenwand"
mit den Wärmeübergangswiderständen Rsi = 0,13 und Rse = 0,04 m²K/W

Querschnitt
s r l R
von innen cm kg/m³ kg/m² W/(mK) m²K/W

Rsi 0,130
01 Gipsputz ohne Zuschlag 1,50 1200 18,0 0,350 0,043
02 Hochlochziegel-MW LM21/LM36 1000 24,00 1000 240,0 0,400 0,600
03 EPS 033, I 14,00 20 2,8 0,040 3,500
04 Putzmörtel aus Kalkzement 1,50 1800 27,0 0,870 0,017
Rse 0,040

d = 41,00 G = 287,8 RT = 4,33

Wärmedurchgangskoeffizient U = 0,231 W/(m²K) (ohne Korrekturen)

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 47 von 60


Bauteil: Flachdach F2 - Warmdach

Bauteiltyp "Dachdecke"
mit den Wärmeübergangswiderständen Rsi = 0,13 und Rse = 0,04 m²K/W

Querschnitt

s r l R
von innen cm kg/m³ kg/m² W/(mK) m²K/W

Rsi 0,130
01 Gipsputz 1,50 1200 18,0 0,350 0,043
02 Stahlbeton 14,00 2400 336,0 2,100 0,067
03 Dachdämmplatte 20,00 135 27,0 0,040 5,000
04 Bitumenbahn, kaltselbstklebend 0,50 1000 5,0 0,170 0,029
05 Bitumneschweißbahn, beschiefert 0,50 1000 5,0 0,170 0,029
Rse 0,040

d = 36,50 G = 391,0 RT = 5,34

Wärmedurchgangskoeffizient U = 0,187 W/(m²K) (ohne Korrekturen)

Für die 3D Untersuchung werden die folgenden drei Anschlüsse betrachtet.

2
1

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Konstruktion Flachdachanschluss mit Attika

Aufgabenstellung

Konstruieren Sie die Attikasituation unter Verwendung des Flachdachs F2 und der Außenwand A1.
Als Berechnungsmodell wählen Sie: Anschluss mit zwei Bauteilen. Ringanker (24 x 25 cm),
Aufmauerung (24 x 48 cm, KS-MW 1400), Wärmedämmung EPS 035 ( 4 cm) und Kalkzementputz
werden als Ergänzungsbauteile dargestellt.

► Laden Sie die Flachdachkonstruktion „Flachdach A2“ und speichern diese unter dem Namen
„Attika-1“. Wählen Sie im Wärmebrücken-Modul über das Klappmenü einen Anschluss mit 2
Bauteilen. Das Anschlussbauteil ist die „Außenwand A1“.

► Bevor Sie die Einbauteile entsprechend der Vorgaben wählen, sollten Sie die Netzabmessungen
überprüfen und gegebenenfalls ein 5-er Netz mit folgenden Abmessungen einstellen: horizontal 140
cm, ab OK Bauteil 100 cm.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 49 von 60


Schimmelpilzuntersuchung - 2-D Betrachtung

Als Vorbereitung für die 3D-Betrachtung führen Sie zunächst separate Schimmelpilzuntersuchungen
für die oben beschriebenen 3 Anschlusspunkte durch wie schon aus den vorher gezeigten Beispielen
bekannt. Bringen Sie den jeweiligen Nachweis „Vermeidung von Schimmelpilzbildung in Raumecken“
zur Anzeige und bewerten Sie das Ergebnis.

Anschlüsse 1 + 2 (siehe Steite 48)

► Anleitung Schritt für Schritt


► Laden Sie den Dachrandanschluss „Attika-1“. Die Randbedingungen für die
Schimmelpilzbetrachtung sind in DIN 4108-2:2013, 6.2 wie folgt festgelegt:

• Innentemperatur 20°C und 50% Luftfeuchtigkeit,


• innere Wärmeübergangswiderstand Rsi = 0,25 m² K / W
• Außentemperatur –5°C
• äußere Wärmeübergangswiderstand Rse = 0,04 m² * K / W.

► Zur Erinnerung: die Einstellungen befinden sich im Dialog „Übergangswiderstände ändern“ unter
dem blauen Werten Rse und Rsi. Führen Sie die Berechnung durch und markieren Sie mit dem
Cursor den kritischen Punkt für die Schimmelpilzbetrachtung in der Raumecke. Die Markierung
(viereckiges Kästchen) kann mit den blauen Richtungspfeilen schrittweise verschoben werden. Die
Markierung wird für Randknoten rot, für Außen- und Innenknoten grau dargestellt.

► Betätigen Sie anschließend den Schalter „fRsi“ und wählen im Dialogfenster „fRsi,2D“. Die
berechnete Oberflächentemperatur des markierten Eckpunktes und die Randbedingungen werden
damit gesichert.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 50 von 60


► Markieren Sie für die spätere 3D-Betrachtung einen Oberflächenpunkt im ungestörten
Deckenbereich und wiederholen Sie die Dialogabfrage, notieren aber diesmal fRsi,1D“.

Tipp: Ungestörte Oberflächentemperaturen sollten Sie am Netzrand vorfinden, dort verlaufen die
Isothermen parallel zur Bauteiloberfläche und kennzeichnen den stationären Temperaturverlauf, wenn
die Netzausdehnungen groß genug gewählt wurden.

► Schließen Sie das Grafikfenster und wechseln Sie links in der Navigationsleiste in den Bereich
Feuchteschutz. Bei den Berechnungsoptionen auf der rechten Seite schalten Sie
„Schimmelpilzbildung 2D“, falls nicht voreingestellt, dazu (und die übrigen Berechnungen zum
Feuchteschutz ab). Die 2D-Betrachtung kann mit der zuvor markierten Ecktemperatur nachvollzogen
werden.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 51 von 60


3-D Betrachtung

Die kritischen Bereiche sind meistens die dreidimensionalen Raumecken. Die dort auftretende
Oberflächentemperatur und der fRsi-Faktor können näherungsweise nach EN ISO 10211-2:2001,
Anhang B (ACHTUNG: alte Fassung, s.o.) ermittelt werden. Laden Sie dazu die
Außenwandkonstruktion A1, fertigen Sie eine Bauteilkopie an, erzeugen Sie eine Wandkante und
berechnen Sie dafür den fRsi-Faktor. Bringen Sie dann die zweidimensional gerechnete Wandkante mit
der Attikasituation rechnerisch zum Schnitt und ermitteln Sie den f Rsi-Faktor für die 3D-Ecke.

Wesentlichen Einfluss auf die Berechnung hat der Mittelwert der eindimensionalen
Temperaturfaktoren der angrenzenden Bauteile, also der Außenwand auf zwei Seiten und von oben
der Dachdecke. Deshalb markieren Sie geeignete Oberflächenpunkte Rsi,1D im ungestörten
Bauteilbereich. Die Berechnung des mittleren Temperaturfaktors aus den markierten
Oberflächenpunkten wird im Berechnungsprotokoll angegeben und kann ggf. korrigiert werden. Dabei
müssen die Außenbauteile in der korrekten, flächenanteiligen Gewichtung Berücksichtigung finden.

Anschluss 3 (siehe Setie 48)

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 52 von 60


► Anleitung Schritt für Schritt
► Für die Betrachtung der 3D-Ecke wird nun noch der Anschlusspunkt 3, die Wandkante konstruiert
und die Ecktemperatur zwei-dimensional berechnet. Kopieren Sie dazu das Bauteil „Außenwand A1“
als „Außenwandkante A1“ und wählen im Fenster „Wärmebrücke konstruieren“ „Wandkante“. Stellen
Sie ein 5 mm Netz ein, b/h = 130 / 100 cm. Nach der Berechnung markieren und speichern Sie
die Temperaturen für die kritische Wandecke (fRsi,2D) und zwei Oberflächenpunkte im ungestörten
Bereich (fRsi,1D), wie schon oben beschrieben

► Die zweidimensional berechneten Wärmebrücken können nun räumlich geschnitten werden. Über
eine Näherungsformel kann dann auf die Temperatur in der dreidimensionalen Ecke geschlossen
werden. Hierzu wechseln Sie links in der Navigation in den Feuchteschutz, wählen auf der rechten
Seite bei den Berechnungsoptionen „Schimmelpilzvermeidung“ und setzen einen Haken bei der
Option „Schimmelpilzbildung 3D“.

In der EN ISO 10211-2:2001 werden obere Gebäudeecken aus drei linienförmigen Wärmebrücken
berechnet (Auszug nur zu Schulungszwecken):

Die Attika muss demnach als 3. linienförmige Wärmebrücke ausgewählt werden. Der Mittelwert der
Temperaturfaktoren der angrenzenden, homogenen Bauteile wird aus den markierten fRsi,1D
berechnet. Die Formel dafür ist angegeben und kann ggf. korrigiert werden. Im Regelfall sind drei
homogene Bauteile, im betrachteten Fall auf zwei Seiten die Außenwand und von oben die
Dachdecke, zu berücksichtigen. Nur die angrenzenden Außenbauteile beeinflussen den 3D-
Temperaturfaktor. Aus dem Kehrwert der Summe (Kehrwerte ein- und zweidimensional berechneter
Temperaturfaktoren) wird nun der gesuchte dreidimensionale Faktor Rsi,3D ermittelt. Er muss
ebenfalls mindestens den Wert 0.7 erreichen.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 53 von 60


► Klicken Sie auf den Schriftzug „3D Betrachtung“ und laden die zuvor berechnete Attika als 2. und 3.
linienförmige Wärmebrücke und sehen Sie sich das Ergebnis an.

Vermeidung von Schimmelpilzbildung in Raumecken nach DIN 4108-2

2D-Betrachtung nach EN ISO 10211-2:2001


Randbedingungen für die Berechnung des Temperaturfaktors
Rsi = 0.25 Rse = 0.04 m²K/W Ji = 20 °C Je = -5 °C fi = 50% (DIN 4108-2:2003, 6.2)

Schnittkante "[16,89°C fRsi,2D = 0,876]" (sh. Isothermenberechnung)


Jsi(x,y) = 16,89°C mit Rsi = 0,25 Rse = 0,04 Ji = 20,00°C Je = -5,00°C

Temperaturfaktor
Rsi,2D = ( Jsi - Je) / ( Ji - Je) = 0,88  0.70 ausreichend nach DIN 4108-2

Ecken (3D), die aus schimmelpilztechnisch unbedenklichen Kanten gebildet werden und bei denen
keine darüber hinausgehende Störung der Dämmebene vorliegt, bedürfen keines weiteren Nachweises
(DIN 4108-2:2013).

3D-Betrachtung nach EN ISO 10211-2:2001, Anhang B (vereinfachtes Verfahren)

Schnittpunkt zweidimensional berechneter, linienförmiger Wärmebrücken


2D-Schnittkante "[16,89°C fRsi,2D = 0,876]" wird geschnitten
mit "Attika-Anschluss", Kante [14,93°C fRsi,2D = 0,797]
und "Attika-Anschluss", Kante [14,93°C fRsi,2D = 0,797]

mittlerer Temperaturfaktor der angrenzenden, homogenen Außenbauteile


informativ: Temperaturfaktoren Rsi,1D = (Rt + Rse) / (Rt + Rse + Rsi) in der Umgebung der Wärmebrücke: 0,944
(Außenwandecke-A1), 0,954 (Attika-Anschluss), 0,944 (Außenwand-A1)
Rsi,1D,Mittel = (0,943 + 0,954 + 0,954) / 3 = 0,95
xxx

Temperatur im Schnittpunkt
Temperaturfaktor Rsi,3D = 1 / (1 / Rsi,2D,x + 1 / Rsi,2D,z + 1 / Rsi,2D,y - 2 / Rsi,1D) = 0,65
Die Temperatur im 3D-Schnittpunkt beträgt mindestens 11,2°C

Rsi,3D = 0,65 < 0.70 nicht ausreichend

Bessere Werte werden mit einer dreidimensionalen Berechnung des Temperaturfeldes erzielt.
Für den Fall, dass ein rechnerischer Nachweis geführt wird, darf eine Oberflächentemperatur an
der ungünstigsten Stelle von mindestens 10,0 °C als unbedenklich hinsichtlich Schimmelbildung
gelten (E DIN 4108-2:2011).

Die Näherungsberechnung nach DIN EN ISO 10211-2 ergäbe keinen ausreichenden Wert. Beachten
Sie aber die Festlegung aus DIN 4108-2:2013: „Ecken (3D), die aus schimmelpilztechnisch
unbedenklichen Kanten gebildet werden und bei denen keine darüber hinausgehende Störung der
Dämmebene vorliegt, bedürfen keines weiteren Nachweises .“

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 54 von 60


Exkurs: Grafik- Beschriftung

Testen Sie die Funktionen „Beschriftungen“ im Fenster „Wärmebrücke konstruieren“.


Mit dieser Funktion können Sie Einbauteile beschriften und deren Maße angeben. Der Bildschalter
„Beschriftungen“ befindet sich im Fenster „Wärmebrücken konstruieren“

► Anleitung

Um ein Einbauteil zu beschriften, müssen Sie es vor Betätigen des Schalters durch anklicken
aktivieren. Ein aktives Ergänzungsbauteil ist an den markierten Eckpunkten zu erkennen.

Im Dialogfeld erscheinen Schalter für verschiedene Beschriftungsoptionen. Betätigen Sie den Schalter
„Einbauteil“, im erscheinenden Eingabedialog werden das Material und dessen Ausdehnung
vorgeschlagen. Hier können Sie durch Löschen des Vorschlages, eine andere Beschriftung /
Bezeichnung wählen. Sobald das Dialogfeld geschlossen wird, erscheint eine Rückfrage bezüglich
der Positionierung der Beschriftung. Sie haben verschiedene Positionen zur Auswahl, um
gegebenenfalls Überschneidungen zu vermeiden. Die Beschriftung löschen Sie, indem das Feld des
Eingabedialoges leer bleibt (Text entfernen). Über die Schalter „Hauptquerschnitt“, „Hauptmaßlinie
und „Anschlussbauteil“ können weitere Legenden in ähnlicher Weise zu- und abgeschaltet werden.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 55 von 60


2.0 Drucken
► Anleitung Schritt für Schritt

(1) Um Nachweise und Berechnungen zu drucken, klicken Sie in der Funktionsleiste den Bildschalter
"Drucken" an.

(2) Das Fenster mit der Druckjobliste öffnet sich. Hier können Sie die gewünschten Einstellungen
vornehmen. Gehen Sie zunächst auf "Druckjobs hinzufügen", um Ihre Druckaufträge zu sammeln.

(3) Im darauf folgendem Fenster wählen Sie die Option „Druckjobliste detailliert“ aus.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 56 von 60


(4) Wählen Sie, welches Thema bzw. welche Berechnungen, die entsprechende Berechnungsseite
und die gewünschten Teile die Sie ausdrucken möchten:

(5) Danach gehen Sie auf „hinzufügen" und auf den Bildschalter "beenden".

Hinweis: Im Druck-Dialog unter "Einstellungen" können Sie verschiedene Optionen zum Drucken
festlegen, aber auch Standardeinstellungen für „word“ oder „open office“ auswählen.

(6a) Ausgabe mit Microsoft Word: Um die Berechnungen an das Textverarbeitungsprogramm


weiterzugeben, wählen Sie im Dialog „Drucken“ im Fensterbereich „Übergeben“ den "word- export".
Klicken Sie auf „starten“ und wählen Sie die Standard-Textausgabe.

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 57 von 60


(6b) – Alternative: Ausgabe mit einer anderen Textverarbeitung: Legen Sie eine alternative
Textverarbeitungs-Software fest, indem Sie auf "starten" klicken und die Option "mit Textverarbeitung
A bzw. B" ansteuern. Im Dialog „Ihre bevorzugte Textverarbeitung“ wählen Sie die ausführbare Datei
der Textverarbeitung und klicken auf "öffnen". Falls Sie mit Microsoft Office arbeiten, wählen Sie die
„winword.exe", bei Open Office bestimmen Sie die Datei „swriter.exe“. Öffnen Sie das Dokument
indem Sie die Schaltfläche „OK / Starten“ betätigen.

(6c) – Alternative: Ausgabe als pdf-Datei: Falls Sie ihre Berechnungen direkt als pdf exportieren
wollen betätigen Sie die Schaltfläche „PDF Direktausgabe“ in der Rubrik „Drucken“. Mit der
nebenstehende Schaltfläche „Druckvorschau (Druckjobliste) haben Sie die Option die Daten vorab zu
prüfen. Wenn Sie alle Daten überprüft haben und die „Direktausgabe“ öffnen wird das Windowsfenster
zum Drucken angezeigt. Hier wählen Sie die forderten Einstellungen und speichern die Datei an
einem von Ihnen definierten Pfad ab.

Hinweis: Sollten die Grafiken nicht in der Textverarbeitung erscheinen, drücken Sie bitte auf Ihrer
Tastatur "Strg+A" (alles markieren) und dann "F9" (Grafikeinbindungen aktualisieren). Optional
können Sie auch die Word-App zur automatischen Einbindung der Grafiken nutzen (download unter:
http://www.bauphysik-software.de/aktuell/aktuelles.html).

Weitere Hinweise zum Drucken finden Sie in der örtlichen Hilfe oder in unserem Forum
unter: http://www.bauphysik-software.de/aktuell.html

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 58 von 60


3.0 Formeln
Thermischer Leitwert


L 
2D T max

mit: Φ Wärmestrom des / der betrachteten Raumes / Räume


ΔTmax max. Temperaturdifferenz, die sich im Berechnungsmodell ergibt

Wärmebrückenverlustkoeffizient (psi-Wert)

   nj 1 Uj * lj * Tj

T max

mit: Φ Wärmestrom des / der betrachteten Raumes / Räume


Uj Wärmedurchgangskoeffizient des jeweiligen betrachteten Bauteile
lj Länge des jeweiligen betrachteten Bauteils
ΔTj Temperaturdifferenz über das jeweilige betrachtete Bauteil
ΔTmax max. Temperaturdifferenz, die sich im Berechnungsmodell ergibt

DÄMMWERK 2017 | Wärmebrücken Seite 59 von 60


KERN ingenieurkonzepte
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