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WEST-ÖSTLICHER DIWAN

TORSTEN SCHWANKE

Der Diwan sei geweiht – fern allem Streit -


Der Allerheiligsten Dreifaltigkeit.

PERRSISCHE LIEBESLIEDER

Sulima ist so lieblich


Wie keine Rose ist,
Doch macht sie mich betrüblich,
Da werd ich gar ein Christ.

Da find ich Wein und Rose


In Jesu Religion.
Und bin ich leicht und lose
Und ein verlorner Sohn,

So ist doch Gott der Eine,


Der mir zurecht verziehn
Ob dem verworfnen Steine,
Den mir der Geist verliehn,-

So ist doch Gott der Eine,


Den lobt die Nachtigall
Bei Rosen und beim Weine,
Bei Liebchens Seidenschal.

Sulima ist ihr Namen


Und Salem heiße ich,
Die Schönste aller Damen
Verehr ich herziglich.

Wie Mirjams ihre Augen,


Ihr Haar wie Fatimas.
Am Munde will ich saugen
Als an des Weines Glas.

Und will sie mich nicht küssen,


So singe ich ein Lied.
Und muß ich sie vermissen,
Preis ich sie Sulamith.

O Nelken, Lilien, Rosen,


O rote Tulipan -
Gott machte euch im großen
Beginn im Liebeswahn!

Doch seid ihr nicht so schöne


Und glühet nicht so mild,
Gott selber sich bekröne
Mit schönstem Ebenbild,

Sein allerschönstes Gleichnis,


Sulima ists, o Christ!
Unendliches Ereignis
Mir ihre Schönheit ist!

Laßt mich am Weinkelch saugen


Begeisterung mir ein
Für ein Paar blaue Augen
Wie Abendsternes Schein.

In zaubrisch schmalen Schlitzen


Pupillen dämmern blau
Und da erscheint in Blitzen
Die Seele meiner Frau.

Die Rebe alkoholisch


Macht nicht so trunken mich,
Wie sie so melancholisch
Und sanft und inniglich.

Von ihrer Seele Trauer


Kommt in mich unbewußt
Ein seelenvoller Schauer
Von ungeheurer Lust!

Modell mir, Liebe, sitze,


Dann bild ich dich in Stein;
Doch deine blauen Blitze
Schreib ich in Feuerwein!

Aus deinen schmalen schrägen


Dämmernden Grotten glüht
Der Sterne schöner Segen
In meiner Seele Lied.

Doch sagen jene Sterne,


Die glühn in deinem Blick:
Kehr in die fernste Ferne,
Zum Schöpfer selbst zurück!

Der uns aus Licht gebildet


Am sechsten Schöpfungstag.
Ob er uns schön vergüldet
Dein fromm Gewissen frag.

Ja! schöner als die Sterne


Ist deiner Seele Licht!
Für dieses leb ich gerne,
Dies göttliche Gedicht!

Sulima, o Sulima,
Laß mich dein Salem sein!
Sulima, o Sulima,
Küss mich wie Feuerwein!

Sulima, o Sulima,
Mein holdes braunes Reh!
Sulima, o Sulima,
Mein Glück du und mein Weh!

Sulima, o Sulima,
Mich tötet deine Brust!
Sulima, o Sulima,
Mich mordet meine Lust!

Sulima, o Sulima,
Du Rosenblüte rot!
Sulima, o Sulima,
O du mein Liebestod!

Ich bin im Kelch ertrunken


Der süßen Liebeslust,
Ich stieb wie Feuerfunken,
Ich stäub wie Staubes Dust,

Ich schwebe in die Ferne


Und töne wie ein Hall
Und kreise um die Sterne
Und schau das ganze All

Und Universums Mitte -


Da ist es Liebe pur,
Und nichts von falscher Sitte,
Nur reiner Liebe Spur!

Und in des Weltalls Zentrum


Sitzt Liebe auf dem Thron -
In Herzgepoches Metrum
Hör ich Sulima schon!

Ihr Dichter und ihr Mädchen


Mögt lesen dieses Buch,
Gerollt von Schicksals Rädchen
Der Liebe Zauberspruch.

Ihr Dichter und ihr Mädchen


Mögt lesen, was ich schreib,
Gerollt ist Lebens Fädchen
Um ihren schönen Leib.

Ihr Dichter und ihr Mädchen


Mögt trinken meinen Wein,
Wenn ich im Himmelsstädtchen
Werd mit Sulima sein!

Um deinen Arm von Tibet


Den braunen Rosenkranz,
Weil meine Seele liebet
Die deine Seele ganz!

Am Halse Chinas Jade


Und Lapislazuli
Ägyptens, weil die Gnade
Der Liebe ziert dich, sie!

Im Nabel eine Perle,


Geschöpft im Roten Meer.
Nicht wie die blöden Kerle -
Dich liebet Salem sehr!

Am Arme Silberspangen.
Und von dem Muschelohr
Bis zu den glühen Wangen
Rubin ich dir erkor.

Und deine Mundrubine


Auflöse mir in Wein,
Der ich dir trunken diene
Mit meiner Liebespein!

Du Schatz vor allen Schätzen,


Du wahrer Edelstein,
Mein inniges Ergötzen -
Aufwiegt dich Gott allein!

Du Biene aller Bienen,


Gib mir den Honig ganz
Und deine Mundrubinen,
Der Zähne Perlenkranz!

Du Biene aller Bienen,


Gib mir den Nektar ganz
Und deiner Brustjasminen
Zitronengoldnen Glanz!

Du Biene aller Bienen,


Gib mir den Naphta ganz
Und laß mich Mosleminen
Dir tanzen Derwischtanz!

Im Harem würd ich wählen


Die Eine immer nur,
O Seele aller Seelen,
Geliebte Kreatur!

Und gliche ich Eunuchen,


Sollt meiner Seele Glut
Dem toten Leibe fluchen
In wilder Liebeswut!

Als Mosleminen-Turban
Wähl ich dein Lockenhaar.
O segne mir Papst Urban
Sulima immerdar!

10

Ich salbe dir mit Myrrhe


Den ganzen Frauenleib.
In öder Wüstendürre
Denk ich ans schönste Weib.

Ich salb mit Rosenöle


Dein Haar, mit Aloe.
Du vielgeliebte Seele,
Mein Glück du und mein Weh!

Ich salbe dich mit Narde


Vom fernen India.
Vom Norden stammt der Barde,
Der dich, o Südland, sah!

Ich salbe dir mit Onych


Den Leib, mit Tragakant.
Ich leg den schwarzen Onyx
An deine helle Hand.

Gesalbt im Salbungsbade
Tritt zu mir, schöne Frau,
Dann leg den Leib von Jade
In grünen Mooses Tau.

Da soll in Lenzes Lüften


Im roten Rosenhain
Mir deine Liebe düften,
Geliebte, mir allein!

11

Wie rote Rosenblüte


Ist deines Mundes Glut.
Gesang aus dem Gemüte
Strömt dir wie eine Flut.

Und deiner Brüste Spitzen


Wie Rosenknospe rot.
Gesänge sollen blitzen,
Wie Seligkeit im Tod.

In roten Rosenkelches
Geheimnis will ich ruhn.
Ein Lied dir singen, welches
Dich immer lobt und nun.

12

Ich will wie Nachtigallen


In süßem Liebesweh
Dir schluchzen und dir lallen,
O du mein Aloe!

Ich will wie Nachtigallen


In süßer Liebeslust
So schelmisch schön dir schallen
Vor der Jasminenbrust!

Ich will wie Nachtigallen


Der Rose süßen Glut
Lobsingen und gefallen
Für alle Zeiten gut.

Ich will wie Nachtigallen


Nächtlichem Pilger gleich
Zum Rosenhaine wallen
Und in der Liebe Reich.

Ich will wie Nachtigallen


Zur Rose und zum Stern,
Den ich erwählt vor allen,
Zu ihr und meinem Herrn!

13

Meine Seele sehnt sich glühend,


Dich Sulima anzuschauen,
Deine Anmut, Feuer sprühend,
Allerflammendste der Frauen!

Jede Nacht sind meine Träume


Liebestrunken, mondentauen,
Durch sie streichen Seidensäume,
Allerlieblichste der Frauen!

O Zypresse, rühr die Zeder


Mit dem zarten Blatt, dem blauen,
Händchen, weich wie Schwanenfeder,
Allerzarteste der Frauen!

Ferne bin ich in der Wüste,


Schmachte heiß im Abendgrauen,
Liebzukosen deine Brüste,
Allerlüsternste der Frauen!

Stechen mich die Lockenhaare,


Wimpernpfeile, Augenbrauen,
Sehn ich mich nach Ruh der Bahre,
Allertödlichste der Frauen!

Möcht mit deinem Kuß, o Süße,


Auferstehn in grünen Auen,
Huri du im Paradiese,
Allerseligste der Frauen!
14

Wähle mich als deine Zither,


Streiche meine Saiten sachte,
Lieder gibt es süß, nicht bitter,
Weil ich deine Seele achte.

Wähle mich als deine Harfe,


Greife mir in meine Stränge,
Sing ich herzlichem Bedarfe
Lobgesang und Huldungsklänge.

Wähle mich als Violine,


An die Schulter mich zu lehnen,
Daß ich dir mit Liedern diene
Und mit Liebesfreudentönen.

Aber, meine Morgenröte,


Aus den Instrumentensippen
Wähle mich als deine Flöte,
Spiele mich mit deinen Lippen!

Will ich geben dir den Windhauch,


Meines Lebens Seelenfunken,
Küss ich dich mit Lippen lind auch,
Welche viele Glut getrunken!

15

Persiens Feuerpriester fodern:


Sei die Flamme nimmer schief,
Sondern aufrecht soll sie lodern,
Möge flammen attraktiv.

Moslems kämpfen für den Glauben,


Tüchtig, wie es ihr Kalif
Mohammed schien zu erlauben,
Glaubenskampf sei attraktiv.

Indiens Brahmanen wollen


Weise nur der Weisheit Brief
Lesen und der Veda Rollen,
Sei die Weisheit attraktiv.

Christen wollen Gott anbeten


Wie am Kreuz der Meister rief - -
Wollen in den Garten Eden,
Sei der Glaube attraktiv.

Was mir da noch übrig bliebe?


Meine Seele sah zu tief
In das Augenlicht der Liebe -
Liebste! du bist attraktiv!

16

Schöpfen will ich aus dem Vollen,


Sei es Sünde oder Tugend!
Rechnet Salem zu den Tollen,
Toll war er in seiner Jugend!

In dem Tollhaus angekettet


Ließ man zu ihm keinen Priester,
Er allein in Nacht gebettet
Schaute nur Dämonenbiester.

Öde, Leere, schwarze Nächte


Und der Einsamkeit Verzehren!
Keine, die ihm Liebe brächte,
Lebte er für das Entbehren.

Schlug den Schädel an die Wände,


Hörte andre Irre schreien,
Träumte von Gazellenlende
Und sich eine Braut zu freien.

Und Sulima, wo war sie da?


Lebte froh mit anderm Kerle
Abendländisch dolce vita.
Jener hob die Muschelperle -

Hob die schöne Muschelperle,


Ließ sie aber gleich entrollen.
Ach ihr liebt nicht, ach ihr Kerle,
Liebt nicht Salem gleich, dem Tollen!

17

Wahrlich, Salem ist der Wahnsinn,


Das verstehn nicht die Philister,
Daß ich ganz im Geist der Wahn bin,
Nicht die Eltern und Geschwister.

Überall verspritz ich Galle,


Weil mir niemand Zucker spendet.
Elendvolle Narren alle,
Euer hohles Dasein endet!

Salem aber, er wird tanzen


Himmelwärts die Derwischtänze!
Wird zergehn im Großen-Ganzen,
Nie jedoch ihr Hundeschwänze!

Salem gleich dem Sonnenballe


Wird im Kosmos bald verglühen,
Ihr in eurem Sündenfalle
Werdet in das Nichts zersprühen.

Salem wird im Garten Eden


Überirdisch Hochzeit feiern
Und Sulima in Reseden
Wird er seine Liebe leiern!

Liebe, geistesleibgestaltig,
Das ist Salems ganzes Sehnen!
Fort, Philister mannigfaltig,
Salem laßt im Wahn sich wähnen!

Eurer armen Herzen Eiszeit


Ist der Sünde tote Ahnin.
Aber Gottes hohe Weisheit
Lebt in Salems Lieb und Wahnsinn!

18

Salbte mir mit Moschusöle


Meinen Leib, der schon gestunken,
Und ich reinigte die Seele
Mit dem Wein, den ich getrunken.

Bin in Chisers Quell geschwommen,


Der mein Herz mir gar verjüngte.
Liebliche, nun kannst du kommen!
Gestern mir die Träne blinkte,

Heute wurde mir ein Lächeln,


Freude spendete der Becher.
Mög mir deine Locke fächeln,
Deiner langen Wimpern Fächer.

Möge mir dein Auge blinzeln


Wie verschleierte Demanten.
Mögen wir an Liebesinseln
Überm Wolkenmeere landen!

19

Elfenbein vom Davidsturme,


Weiß wie eine Turteltaube
Bist du! Und ich gleich im Sturme
Glühend aufgescheuchtem Staube.
Tau von Chisers Lebensquelle
Bist du und Zypressenlaube,
Darin weidende Gazelle -
Ich gleich unterm Huf dem Staube.

Deine Augen gleichen Tauben


(Dieses schöne Gleichnis raube
Muselman vom Judenglauben)
Rühr die Schwinge sacht am Staube!

Gleichnis kommt vom Zuckerbäcker:


Du bist meine Honigsüße,
Wie im Tee der Zucker lecker!
Staub beherrschen deine Füße,

Wandle durch den Staub der Wüste


Und im Staube der Oase -
Staub dir deine Füße küsste,
Staub verehrte deine Nase.

Königin des Herzens, Weibchen,


Muse meiner Liebesleier!
Meine Blickes lichtes Stäubchen
Laß durchdringen deinen Schleier!

Möcht an deine Seidensäume -


Moschusreh und Turteltäubchen,
Inhalt aller meiner Träume -
Rühren meines Leibes Stäubchen.

Möge mich dein reines Leibchen


Fangen, wie Marie das Einhorn,
Wollt ich taumeln, Sonnenstäubchen,
In dein rosarotes Weinhorn.

Leprakranke, Lahme, Taube,


Huren, Bettler, Krüppel, Blinde:
Alle gleichen wir dem Staube,
Aber du dem Königskinde!

20

Gib mir Kand vom Zucker-Bäcker


Und dann halten wir ein Schläfchen.
Meines Weines Jade-Becher!
Meines Paradieses Evchen!...

21
Salem flog hinan zur Sonne,
Um Sulima dort zu finden.
Seines Lebens schönste Wonne
Stand nicht unter Sonnen-Linden.

Salem tauchte in den Mondschein,


Ob er dort die Liebste sähe.
Doch der süße Leib aus Mondstein
War nicht in des Mondes Nähe.

Salem flog zum Marsplaneten,


Ob sich dort die Liebste füge,
Doch sie war nicht in den Städten
Auf dem roten Stern der Kriege.

Salem flog zur Merkursphäre,


Ob die Frau der schönsten Düfte
Badete im Äthermeere,
Doch sie hüllten nicht die Lüfte.

Und zum Jupiter in Blitzen


Sah der Himmel Salem fliegen;
Sah Sulima da nicht sitzen,
Sah Sulima da nicht liegen.

Salem flog zum Stern der Venus,


Denn da war Sulima sicher!
Aber Jesus Nazarenus
Hielt Sulima königlicher!

Zu Saturnus Sphäre flogen


Salems Schwingen, dort zu feiern
Die Geliebte auf den Wogen,
Die war nicht auf Sternen bleiern.

Und zur Sphäre von Kristallen


Fixer Sterne Salem strebte.
Aber da sah er nicht wallen,
Die in seinem Herzen lebte.

Schließlich stieg zum Empyreum


Auf der Leiter Diotimas
Salem, singend ein Te Deum,
Fand die Glorie Sulimas!

Gott im Herzen, der dreifaltig,


Liebliche Sulima lebte
Geisterfüllt und schöngestaltig,
Ewigschön mit Salem schwebte!
ENIS ADJELIS

„Aus tausend Nächten wähl ich Eine Nacht: Ich bin


Verliebt in eine wunderschöne Perserin.“

In Bassorah der König - Allah hab Erbarmen -


Die Bettler liebte er, die Elenden und Armen,
Er herrschte in dem reichen blühenden Gefilde
Mit wahrer Güte und mit wundervoller Milde:
Der König Mohammed, der Sohn des Suleiman,
War mit dem Turban hoher Würde angetan.
Der König hatte zwei Wesire, die um ihn
Geschart zu allen Zeiten: Fadel und Muin.

Und Fadel war von einem reinen lautern Blut


Und einem freien, offnen Geist, sein Herz war gut.
Hartherzig war Muin und böse und verschlagen
Und bauernschlau und dumm, nicht auszusagen.
Er war der Bastard einer Hure, die ein Hund
Begattet hatte, treulos wie ein Vagabund,
Gezeugt von Flohbesitzern und verlausten Streunern,
In Schwarzer Messe Nacht von indischen Zigeunern,
Die sittenlos und brünstig wie die Hasen hoppeln.
Von seiner Bosheit zeugte seines Kinnes Stoppeln.

Und König Mohammed, der Sohn des Suleiman,


Sah voller Liebe den Wesiren Fadel an:
O Glaubensheld! ein Mädchen möchte ich besitzen,
Dem aus den Grotten dämmerblaue Augen blitzen,
Die schlankeste Zypresse, in der feinsten Seide,
Die Mädchentaille schlank wie eine Schleierweide,
Der Busen lieblich gleich geschwollnen Euphrats Welle,
Die Schenkel zitternd wie die Flanken der Gazelle,
Die Haut so rein wie in dem Bach das Mondenlicht
Und schöner als die Mondin selbst ihr Angesicht!
Sie möge freundlich sein, geschmackvoll und zutraulich,
An Leib und Herz und Seele sanft und süß und fraulich
Und mit der ganzen Schönheit unverwelkter Jugend,
Ein bunter Strauß von Blumen blütenreicher Tugend!

Da sprach die Schar von Dienern, die am Throne waren:


Ein solches Mädchen wird von zehntausend Dinaren
Kaum aufgewogen werden, o des Landes Zier!
Da gab der König die Dinare dem Wesir.

Am nächsten Morgen eilte gleich der gute Fadel,


Zu suchen eine Sklavin mit der Schönheit Adel,
Das allerschönste suchte er, das klügste Mädchen,
Ein Mondenangesicht in Seidenschleiers Fädchen,
Sie sei wie Sulamith dem Salomon, die Braune,
Sei eine Luna für des Völkerhirten Laune,
Sei eine Blume in der Anmut ihrer Glieder,
Ein Thema für Arabiens Nachtigallenlieder.

Die Sklavenhändler schickten tausende Agenten


Ins weite Land, die tausend schöne Frauen senden.
Die einen haben Augen groß und mondentauen,
Die andern haben sichelmondne Augenbrauen,
Die eine wie die Lilie des Mondes küsste,
Die andre hebt die Mondgranatenbrüste.
Doch keine war der Inbegriff der höchsten Wonne,
Des guten Königs wert, der schönsten Schönheit Sonne.

Doch eines Tages ritt gerade der Wesir


Des Weges, als ihn einer ansprach: O du Zier
Des Glaubens, du in deinem hohen Edelmut!
Ich fand der Schönheit Ideal in Fleisch und Blut,
Ich fand der Schönheit allerlieblichste Idee;
Schlank wie die Silberbirke an dem Flötensee,
Der Leib gebogen schön wie eine Schwanenleier,
Glühende Wangen unter brauner Haare Schleier,
Und Augen: Sterne blitzen durch den Abenddämmer,
Die Seelen schmelzen vor der Kerzen Glanzgeflämmer,
Und lieblicher als am verbotnen Wein zu nippen
Ist süß der Zuckertau der Dattelfeigenlippen!

Und der Wesir befahl dem Sklavenhändler gleich,


Die Grazie zu bringen in des Königs Reich,
Daß sie dem König spende allerhöchste Wonne.
Ah, ihre Schönheit machte schwarz die lichte Sonne,
Die lichte Mondin ging vor ihr in Sack und Asche!
Sie glühte wie der Wein in der smaragdnen Flasche,
Durchsichtig war das grüne Glas dem Feuerwein,
Im Schein der Augen glühte ihrer Seele Sein,
Erleuchtend allumher des Königreiches Dunkel
Mit ihrer Schönheit Glanz und ihres Blicks Gefunkel.

Und für die Perserin, die rosige und rare,


Bezahlte der Wesir die zehntausend Dinare.
Doch war sie mehr noch wert, die Mehrung allen Mehrern,
Die Allerlieblichste, die Lehrerin den Lehrern.
Die langen Locken röter als Rubin im Turban,
Die sanfte Stimme süßer als der Geist im Koran!
Der Balsam, der ihr tröpfelte von ihrem Munde,
Heilsamer als die Weisheit aller Heilungskunde!
Die Augenlichter, die wie Sternenflammen flogen,
Mehr offenbarten als der Geist der Theologen!
Wie eine Peri-Fee in einer Houri Leibe,
Mehr märchenhaft als aller Märchenschreiber Schreibe!
Des Mundes Lebensatem, duftend wie Reseden,
War spiritueller als der Weisen Weisheitsreden!
Bevor sie küsste mit der Lippen Morgenröte,
Auftönte schon vor Seligkeit die Jadeflöte!

Da sprach der alte Sklavenhändler zum Wesiren:


Mußt diese Sklavin nicht sogleich zum König führen.
Sie ist durch die Strapazen ihrer langen Reise
So matt an ihrem schönen Leib, da wärs nicht weise,
Die matte Schönheit deinem König schon zu zeigen,
Mußt erst, daß du sie ihm erworben, noch verschweigen.
Behalt sie von der Sichel bis zum vollen Mond
In deinem Haus, daß sie sich in der Ruhe schont
Und stärkt die schönen Glieder und erfrischt die Seele
In einer Wanne mit dem Bad der Rosenöle,
Da wird sie selbst ein Tropfen sein von Rosenöl,
Wie eine Rose von Rubin, wie ein Juwel,
Dann wasche ihre Jadeglieder ihr mit Tau
Und mit Gazellenmilch und hüll die bloße Frau
In einen Seidenschleier und Gewand von Gaze
Und bring dem König sie zu herrlicher Ekstase!

Da brachte der Wesir die junge Perserin


In seinen edelsteinernen Palast, da hin
Und her Eunuchenvolk und Mohrensklaven hasten
Und Dienerinnen an der Sklavin Glieder tasten
Und sie mit Aloe- und Myrrheölen salben
Das braune Haupt und alle Glieder allenthalben.
Da glänzte ihrer Schönheit mondengleicher Schimmer
Auf Perserteppichen im goldverzierten Zimmer.
Man brachte ihrem Gaumen braungeratnes Huhn
Und roten Wein in blauer Abendstunde Ruhn.
Und da sie lagerte im Kissen auf dem Lager,
Las man ihr Liebesverse vor der Liebesklager.
So ging bei Liebespoesie und Saitenspiel
Die Zeit der Sklavin hin in schönem Wohlgefühl.

Nun hatte der Wesire einen holden Sohn,


Schön wie der Vollmond, blühend wie der rote Mohn,
Des Augen wie des blauen Mohnes Blüten blicken
Und senden Licht wie Mondenschimmer zum Entzücken
Der Mädchen seines Landes und der jungen Schenken
Und auch die jungen Mütter sich darein versenken
Und sind betört, wenn er sich wie ein Baumzweig wiegt
Und sich an das Gekose lauer Lüfte schmiegt,
In seiner Anmut glänzend wie das reine Gold,
Das Haupt von rabenschwarzem Lockenhaar umrollt,
Das schöne Angesicht in wundervollem Glanze
Getragen auf des schlanken Leibes langer Lanze,
Sein ganzes Wesen Grazie und Honigsüße,
Ein Strom von Milch und Honig aus dem Paradiese.
Sein Herz so treu wie Diamant und fest und bieder
Und himmlisch zärtlich die Bewegung seiner Glieder.
Nun war die wunderschöne Perserin gerad
Mit ihren himmlisch-schönen Gliedern in das Bad
Gestiegen, um in lieblich duftenden Essenzen
Wie eine Blüte im Gekos der Luft zu lenzen.
Die holden Dienerinnen, allesamt Gazellen,
Begossen sie mit Rosenöl und warmen Wellen,
Das Blut ihr zu beleben, Woinne zu erregen
Und zu vermehren gar der Schönen Schönheitssegen.
Dann trat sie aus dem Bade mit dem bloßen Fuß,
Da reichte man ihr ein Gewand aus einem Guß,
Das war aus Seide Chinas und wie Gaze fein,
Mit Blumenmuster: Edelstein an Edelstein,
Das barg und offenbarte ihrer Schönheit Schimmer.
So trat die Sklavin ein in ihrer Herrin Zimmer.

Die Gattin des Wesirs begrüßte sie sogleich:


O wundervoll Gebadete, so anmutreich,
Ein wunderanzuschaun, ein Mond der Finsternis,
Gott hat dich reich gesegnet, Enis Adjelis!
Die Sklavin süßer Stimme sprach, nicht eine Närrin:
Gott mehre deine Seligkeit, o holde Herrin!
Und da empfand die Herrin ebenfalls Verlangen,
In warmes Wasser und in Rosenöl zu langen.
Da sprachen ihre Dienerinnen, lieblich lugend:
Das Wasser sehnt sich, Herrin, sehr nach deiner Jugend!

Da lag nun in den Kissen die vom Bad entzückte,


Verschönerte und mit dem Hauch von Kleid geschmückte,
So anmutvolle Sklavin ganz allein und ruhte.
Da kam der Sohn des Hauses an, der schöne gute
Nureddin, und er stand vor ihres Zimmers Pforte
Und wandte an die Dienerinnen seine Worte,
Die vor des Ruhezimmers Pforte sittlich wachten,
Die manches schwatzten, aber allzuwenig dachten.
Da hörte Enis Adjelis auf ihren Kissen
Nureddins Stimmenklang. Ich möcht zu gerne wissen,
Wie aussieht wohl des Herren und der Herrin Sohn,
Vor dessen Schönheit mich ein Mädchen warnte schon.
Und da erhob sie sich aus ihren weichen Kissen
Und ließ an Anmut und an Grazie nichts missen
Und öffnete des Zimmers Türe und erblickte,
Was sie im ersten Augenblick sogleich entzückte:
Nureddin war so herrlich wie der goldne Mond,
Wie er im Onyxthron der schwarzen Mittnacht thront
Und überall unendlich süßes Licht verbreitet.
Da fühlt die Sklavin, daß sie Liebesmacht erleidet.
Da hatte aus den aufgesperrten Augentoren
Sie ihre schöne Seele schon an ihn verloren.
Nureddins Herz war ebenso ein trockner Zunder,
Darein die Flamme ihrer Schönheit wie ein Wunder
Mit Liebesallmacht fiel, sein Herz ihm zu verzehren:
Und da war er nur noch ein einziges Begehren,
Der alle Liebeskräfte seiner Seele weiht
Dem Inbegriff der Schönheit, dieser süßen Maid.
So fing die beiden ein der kleine blinde Götze
Mit seinem weltumspannend weiten Liebesnetze.

Nureddin fragte, ob sie jene Sklavin sei,


Die der Wesir für ihn erwarb, sein Wonnemai,
Sein Paradies, in dem er herrsche wie ein Schah?
Und Enis Adjelis gab sanft zur Antwort: Ja,
Entflammt ist mir mein Herz von deinem Seelenfunken,
Mein Rubinmund ist nur von deinem Weine trunken
Und sterbe ich, bist du mein Himmel allenfalls!
Und da umschlang Nureddin der Geliebten Hals.

Die Gattin des Wesirs trat laut ins Ruhezimmer


Und sah den Sohn und sah der Sklavin Schönheitsschimmer
Und ihn gleich einem Hirsch und sie gleich einem Rehen
Und fragte herrisch: Sklavin, was ist hier geschehen?
Und Enis Adjelis gab sanft zur Antwort ihr:
Der Jüngling fragte, ob ich sei als Sklavin hier
Für ihn erworben, ihm alleine zu gehören.
Da sagte ich zu diesem Hirsch: O mein Betören,
O meines Herzensreiches gottgesalbter Schah,
Ich bin die Deine immerdar und ewig, ja!
Da sprach die strenge Herrin: Mehr ist nicht geschehen?
Muß ich dich hier doch so im leichten Kleide sehen
Und glänzen wie von Liebestau die Rosenlippen.
Und lächelnd ließ die Sklavin ihre Füße wippen...

Als schließlich aber Fadel vom Geschehen hörte,


Wie Enis Adjelis Nureddin so betörte,
Wie sie verrückt vor Wollust und vor Liebe toll,
Schlug er sich so, daß Blut aus seiner Nase quoll
Und riß sich eine Handvoll Haare aus dem Bart:
O weh! Wesir Muin ist so von Herzen hart,
Er wird zu unserm wundervollen König treten
Und sagen so: O König, dir bestimmt aus Eden
Ist eine Houri, ist ein Paradiesesmädchen;
Doch rührte Fadels Sohn an ihres Saumes Fädchen
Und hob den Schleier, um die Wangen anzufassen,
Nun will sie Fadel seinem Sohn überlassen,
Weil sie zu schön für seinen König ihm erscheint!
Muin wird derart reden, weil ers böse meint.
Der König hält sich dann für einen Lustberaubten
Und wird Wesir und Sohn und Perserin enthaupten!

Doch dann besann sich der von Herzen gute Fadel,


Der sah in allen Liebenden den Seelenadel,
Der sprach aus Herzenfrömmigkeit nach langem Denken:
Geliebter Sohn, ich könnte dir sie Sklavin schenken,
Genieße ihres Leibes Schönheit und erfreue
An ihrer Seele Schönheit dich und halt die Treue
Ihr als der Einzigen, die deine Kissen teilt
Und in der Nacht an deines Traumes Seite weilt.
Ich schenke dir die allerschönste Kreatur,
Schwörst du ihr treu zu sein.- Nureddin sprach den Schwur.
So blieb der Täubrich mit der Schönsten der Zypressen.
Der König hatte sein Verlangen schon vergessen.

Ein Jahr lang sprach die schöne Lieblingin: Mein Lieber!


Da trat mit einmal Fadel aus dem Bad mit Fieber,
Er legte sich ins Kissen, konnte doch nicht schlafen,
Ward schwach und schwächer, ahnte schon den ewgen Hafen,
Da seines Schiffes Lebensreise enden sollte.
Da rief er seinen Sohn: Mein Sohn, nimm deine Holde,
Den Inbegriff der Schönheit, Schüchterne und Scheue,
Und halte wie versprochen ewig ihr die Treue.
Sei treuer Liebender, dann muß ich mich nicht schämen.
Mich möge Allah in sein Paradies aufnehmen!

Mit diesen Worten ist verschieden der Wesir,


Des Landes gute Sonne, jeder Tugend Zier;
Kein Todesengel möge seine Seele rauben,
Der über jegliches Verdienst geglaubt den Glauben.
Die Kinder weinten in den Schulen, und die Männer
In den Moscheen, und wahren Lebens weise Kenner
Beim Weine in den Schenken, und die schönen Frauen
Im Hain, gleich traurigen Zypressen anzuschauen.
Nureddin ehrte seinen Vater bis zum Grabe
Und netzte Grabes Staub mit seiner Tränen Gabe.

Er trauerte und Finsternis war ihm die Erde,


Bis eines Tags Nureddin nahte ein Gefährte,
Der küsste seinem Freunde freundschaftlich die Hand:
Mein Freund, es bleibet ja nicht in der Toten Land,
Wer einen Sohn auf dieser Erde hinterläßt.
Nureddin hörte es und feierte ein Fest
Mit Freunden und mit Frauen auf den weichen Kissen,
Da sie nicht Saitenspiel und Tänzerinnen missen
Und nicht den Wein, der strömte über Kelches Rand,
Und nicht des Zuckerbächers rosa Zuckerkand.

Doch eines Tags trat zu Nureddin leis ein treuer


Verwalter seines Goldes, Zahler seiner Steuer,
Und sprach zu ihm: O edler Herr, wer immer spendet
Und rechnet nicht, zuletzt am Bettelstabe endet.
Nureddin sprach: Wer morgens hat zu essen,
Der darf die Sorgen um das Abendbrot vergessen.
So lebte er in seinem Leichtsinn immer weiter,
Verschenkte Gärten, Häuser, Bäder, Salben heiter
An Freunde ohne Widerruf, die gerne nahmen
Und gern, um mehr zu nehmen, immer wieder kamen.

Und eines Tags trat wiederum zu ihm der treue


Verwalter: Lust ging hin, es bleibt die bittre Reue,
Kein Dirkam ist mehr übrig von den reichen Schätzen,
Um deiner Seele Wohlbefinden zu ergötzen.
Nureddin aus den Augenveilchen Tränen flossen,
Da flüsterten die vielesnehmenden Genossen:
Nureddin müssen wir in tiefer Armut sehen,
Da bleibt nur eines übrig, Freunde, laßt uns gehen!

Geliebte! können wir noch irgendwas verkaufen


Von Silber oder Teppichen mit goldnen Schlaufen?
Wir haben nichts mehr! sprach die schöne Perserin,
Doch hast du mich ja noch, Geliebtester, ich bin
Wohl zehntausend Dinare wert und den Betrag
Bekommst du auf dem Markt für mich an Einem Tag.
Und wenn uns auch der Sklavenhändler trennen kann,
Bestimmte dich das weise Schicksal mir zum Mann,
Durch Gottes Führung werden wir uns wiederfinden,
Dann wird das Schicksal ewig uns zusammenbinden.
O Enis Adjelis, ich kann es kaum ertragen,
Dich nicht zu sehen Einen nur von Gottes Tagen,
Kann missen deine Schönheit auch nicht Eine Stunde,
Wär gern mit dir vereint im ewgen Liebesbunde!
Da sprach die Schöne: Ich auch werd gewaltig leiden,
Kann ich mich immer nicht an deinem Anblick weiden,
Doch eigene Gesetze hat die bittre Not,
Wie Schlangengift, ist bitterer als süßer Tod.

Ausrufer Hadschi Hasan hatte schöne Fraun,


Kakao aus Afrika, wie Mitternächte braun,
In vollen Lippen Perlenreihn von Elfenbein
Und große runde Augen wie der Mondenschein
Und überm vollen Mund mit breiten Nasenflügeln Nasen;
Chinesinnen, wie schlanke zarte Jadevasen,
Blauschwarzer Haare Lack, mit Augen schmal wie Mandeln,
Chinesinnen, die sich in feine Seide manteln;
Und Südfranzösinnen, die Lieblichsten von allen,
Mit langer dunkelblonder Locken Mähnenwallen
Und Brüsten, wie Reichsäpfel für die Potentaten,
Wie Marmordome oder reifende Granaten,
Und mit verführerischer süßer Lippen Lächeln,.
Im Reigen sah man Enis Adjelis sich fächeln
Die Glut von ihren braunen Wangen mit dem Fächer:
Der Wein der schönen Liebe in dem Jaspisbecher,
Betrunken machte er die schauende Gemeinde,
Die baden wollte in dem Blut der Glaubensfeinde,
Um diese schwarze Kaaba zu befrein von Mekka,
Den allersüßsten Zuckerkand vom Zuckerbäcker,
Und die Orange Edens einmal nur zu kosten:
Sie war die allerswchönste Frau im ganzen Osten!

Nureddin schaute Enis Adjelis im Kreis


Der Sklavinnen und dachte nicht mehr an den Preis
Und riß sie aus der schönen Sklavinnen Gedränge
Und eilte eilig mit ihr fort durch Volkes Menge
Und kam zum Tigris, wo ein Schiff im Hafen lag
Und Anker lichtete, da sich erhob der Tag,
Und sprang mit der Geliebten auf das Schiff. Wohin?
In des Kalifen Stadt ich erst im Frieden bin,
Und darum reisen wir nach Bagdad im Iran,
Das überall mit Gottes Golde angetan.

O hier ist Bagdad! wahren Friedens wahre Stätte,


Da glänzen in der Morgenröte Minarette,
Der Frühling zieht herauf mit seinen roten Rosen
Und Mondennächten und der Nachtigallen Kosen,
In Blüte stehn Narzisse, Nelke, Tulipan,
Die blauen Bäche rieseln durch den Wiesenplan.
Das diamantne Licht des Abendsternes legt
Sich auf den Garten, der begossen und gepflegt.
Da breitet sich die Ruh von blauen Ruhebänken
Und an Spalieren grüne Rankgewächse hängen.
Und vor den Beiden war ein Gitterwerk aus Rohr,
Sie traten in den Garten durch das Rosentor.
Dies ist ein Ort von wundervoller Lieblichkeit
Und Schönheit, deiner ähnlich, und von Herrlichkeit,
Geliebte, laß uns kosen, nicht mehr länger reden!
Geliebter, laß uns ruhen, ruhen hier in Eden!
Ein linder Schlummer in dem Hain umfing sie da.
Gepriesen ewig sei, der niemals schläft, Allah!

Dies war der Garten des Kalifen Al-Raschid,


In dem Gefild das irdische Entzücken blüht,
Und in der Mitte der Zerstreuungen Palast,
Der zehnmal hunderttausend schöne Bilder fasst,
Achthundert Fenster und in jedem Fenster eine
Papierne Chinalampe spendet gelbe Scheine.
In diesem Schloß war Harun al-Raschid zumeist,
Wenn er die süße Muße suchte seinem Geist.
Dann sangen Sklavinnen ihm persische Gesänge
Von Liebespein, von Frauenlob im Prachtgepränge.

Scheich Ibrahim war Wächter im Kalifengarten


Und sah im Mondenschein die beiden sehr aparten
Verliebten unter einem Feigenbaum auf Kissen
Gelagert leicht und lose und sich immer küssen.
Scheich Ibrahaim, ein gutes Herz in Seidenhemden,
Gedachte göttlichen Gebotes, alle Fremden
Mit Achtung und mit Ehre würdig zu behandeln
Und Gottes Liebe nicht zu schänden und verschandeln.
Und diese beiden Fremden waren solche Schönen,
Die Liebliche vor allem wert, die Welt zu krönen
Als Diadem der Venus, Herrscherin am Morgen,
Zumal die Reize ihrer Schönheit kaum verborgen.
Nureddin wandte seine liebstrunknen Augen
Von Enis Adjelis, um einen Kuß zu hauchen
Scheich Ibrahim auf seine faltenreiche Hand,
Und fragte: Wem gehört dies wonnereiche Land,
Des irdischen Entzückens heimisches Gefilde,
Da süßer Nachtigall die süße Rose milde
Und kein Gewölk die silberreine Mondin trübt
Und die Geliebte dem Geliebten sich ergibt,
Wem ist ein solches wundervolles Land zu eigen?
Scheich Ibrahim sprach da nach nachdenklichem Schweigen:
Mir ist es eigen, es ist meines Vaters Erbe.
Dies sprach er nur, damit die Liebliche nicht sterbe,
Wenn sie den furchteinflößenden Kalifennamen
Vernähme, welchem untertan Arabiens Damen.

Sie schritten alle drei in einen Gang von Lauben,


Behangen von den blauen und den grünen Trauben,
Rubinen schimmerten die purpurroten Reben,
Wie Ebenholz die schwarzen an den Zweigen beben.
Dann traten sie zu einem Kiosk frischer Früchte,
Der süße Saft gereift vom süßen Sonnenlichte.
Im laubigen Gezweig erklang der Vögel Schall,
Ein schmelzendes Gekose sang die Nachtigall,
Die Tauben girren, die in süßer Wonne schwimmen,
Die Amseln flöteten wie feine Menschenstimmen,
Wie Menschen klingen, wenn sie jauchzen weinestrunken
Und Lobeshymne sich ergießt aus Seelenfunken.
Die hohen grünen Bäume mit belaubten Zweigen
Die Zweige schwer von reifen Früchten niederneigen,
Die Mandelbäume schauten zu den roten Rosen
Und zu den weißen Lilien sahn die Aprikosen,
Von süßen Liebeswonne zeugten süße Pflaumen,
Die manches Mädchen teilte für des Mannes Gaumen.
Die roten Kirschen (daß sie nicht ein Bettler stehle)
Paarweis am Bommel, Labsal der betrübten Seele.
Und ein Verweis auf eines, wert des Mannes Schweigen,
Wie Enis Adjelis so schön, die süßen Feigen.
Die Blumen, die im ganzen Meer des Gartens wallen,
Wie lilienweiße Perlen, rosige Korallen,
Die Rosen glühender als Wangen einer Braut,
Wenn sie beim Wein dem Liebsten in die Augen schaut,
Die Nelke trug erhaben ihre Feuerkronen,
Zephyre kosten Buschwindröschen, Anemonen,
Blutrote Tulipan wie ein Soldat im Händel,
Wie violette Jade blühte der Lavendel,
Die Hyazinthen ließen wallen ihre Locken,
Eitle Narzissen läuteten die Osterglocken.
Orangen waren goldne Paradiesesbecher,
Zitronen glühten golden in dem Laubgefächer,
Und seufzend säuselte die Luft in blauen Blümchen,
Die dufteten wie Enis Adjelis’ Parfümchen.
Nureddin sprach zu Ibrahim: Bring uns zu trinken!
Wir aber wollen nicht in Zuckersaft versinken,
Ertrinken wollen wir in Roten Meeres Wellen,
Wie Pharao mit den ägyptischen Gesellen,
Des Roten Meeres Flut soll unsre Lippen teilen
Und gottbegeistert wollen wir hinübereilen
In das gespriesne Land mit seinen Rebenlauben,
Da hängen an den Bäumen riesenhafte Trauben,
Die Nun und Kaleb kaum vermochten herzutragen,
Was Moses kümmerte zu bitterlichsten Klagen,
Er wußte doch, daß in dem roten Feuerregen
Wie in dem Manna selber ruhte Gottes Segen!

Scheich Ibrahim entsetzte sich: Es ist verboten


Muslimen, von dem Wein zu trinken, von dem roten,
Die Flüche des Propheten treffen alle diese,
Die Wein genießen vor der Zeit im Paradiese!
Da sah er in der Augen lichte Finsternis
Der allerwunderschönsten Enis Adjelis,
Verschleiert von den langen braunen Wimpernfädchen:
Ich bin im Paradies! Ein Paradiesesmädchen
Beseligt mich und Gottes Schönheit ich erschau
Zu ewiger Glückseligkeit in dieser Frau,
Das Licht des Lebens durch der keuschen Wimpern Fächer;
Drum her mit Paradiestrank und goldnem Becher!

Da holte er aus des Kalifen Vorratshalle


Die besten Becher, die da glänzten wie Kristalle,
Und brachte Früchte mit, beim Mahle nicht zu missen.
Da lagerte sich Enis Adjelis ins Kissen,
Da sie wie eine himmlische Sultanin thront
In allerhöchster Schönheit, schöner als der Mond,
Und weiß die Mondin noch so wundervoll zu prangen.
Wein rötete wie Feuer jener Schönen Wangen
Und ihre braunen Locken fielen hold verwirrt,
Darum auch in dem Laub die Turteltaube girrt.
Und alle drei ergötzten an der Purpurpracht
Des Rebenkönigs sich bis in die tiefe Nacht.

Und Enis Adjelis mit ihrem süßen sanften Herzen


Erleuchten wollte diesen Hain mit tausend Kerzen,
Sie mußte Ibrahim nicht lang am Saume zwackeln,
Da schaffte her der Scheich an hunderttausend Fackeln.

Nun hatte Allah es in Vorsicht so bestimmt,


Daß der Kalif den Garten, der im Lichte schwimmt,
Den Garten irdischen Entzückens, Ast an Ast,
Erblickt vom Fenster aus dem fürstlichen Palast.
Der Garten in dem hellen Glanz und Fackelschein
Verdunkelte des vollen runden Mondes Schein,
Zum Himmel loderte die Fackelflammenglut
Und malte rot wie Wein des breiten Tigris Flut.
Verloren hatte Harun al-Raschid den Frieden
Der Seele gleich, da rief er seinen Barmekiden:
Hyäne unter den Wesiren, o Djafar!
Erlaubtest du es, daß in meinem Garten gar
Ein Freudenfest gefeiert würde ohne mich?
Djafar gab dem Kalif zur Antwort: Sicherlich
Gibt Ibrahim, der Wächter deines Freudenhains,
In der Gemeinschaft wonnetrunkenen Vereins
Und unterm Duft von Myrrhebusch und Ros und Lilie
Ein Freudenfest für seine herrliche Familie!
Da sagte der Kalif: Wie ich mir hin- und her-wisch
Auf meiner Stirn, so denk ich, mancher Scheich und Derwisch
Wird nun in meinem Garten Wasserpfeife rauchen
Und Mädchen kosen, wo die Nachtigallen hauchen,
Da will ich eines nur und mich zu ihnen setzen
Und Weisen lauschen und an Mädchen mich ergötzen!

So traten der Kalif und der Wesir herzu,


Doch lag der Freudenhain in tiefer stiller Ruh
Und gar nichts wies auf Freudenfestes Lärmen hin,
Das wollte Harun al-Raschid nicht in den Sinn.
Er kletterte in einen Maulbeerfeigenbaum,
Der mächtig sich erhob an jenes Gartens Saum
Und hob die Krone hoch auf breitem Stamme stark,
Da schaute der Kalife über seinen Park.
Da schaute er auf weichen Kissen einen Mann
Von auserlesner Jünglingsschönheit, aber dann
Erblickte er ein Mädchen allerhöchster Schöne -
Auch ein Kalif an Wunder nimmer sich gewöhne
Und möge vor den Wunderwerken immer staunen -
Ein Wunder von den Füßen zu den Augenbraunen
War Enis Adjelis, ein Wunderwerk an Schöne,
Wohl wert, daß sie das ganze Morgenland bekröne,
Den Himmel zier, den Morgenstern als Diadem,
Der Mund die Perlenpforte von Jerusalem,
Die Augensterne glänzender als der Orion,
Vom Himmel stammte dieses Bild der Tochter Zion
Und sank als Edelstein an dieses Tigris Küste,
Aus Kaabastein gestaltet, trug sie ihre Brüste
Und reichte sie, gehüllt in leichte Chinaseide,
Dem Winde dar als eines Mannes Augenweide,
Da buhlerisch der Wind begehrte sie zu kosen,
Die Nachtigallen schmachten, heißer glühen Rosen!

Und dennoch bebte im Kalifen Zorn und Grimm,


Daß seines Gartens Wächter, dieser Ibrahim,
In seinen Garten fremde Leute eingelassen.
Gerad begann der Kaiser Ibrahim zu hassen,
Als Ibrahim zu Enis Adjelis sich wandte:
O allerhöchstes Bild der Schönheit, Gottgesandte!
Wer deine Schönheit ansieht, kann nicht mehr begehren,
Und doch kannst du mit Schönheit deine Schönheit mehren,
Wie Lerchenlied verschönt den Glanz der Morgenröte,
Stimmst du ein Lied an mit der Stimme Zauberflöte
Und singst mir aus der Süßigkeit der Seele
Von schöner Liebe eine persische Ghasele.
Und Enis Adjelis, aus ihres Busens Drang,
Hob an und sang von Liebe lieblichen Gesang:

Ich trink der Liebe Feuerwein


Und schwärme bis zum Morgenschein
Und aller Liebe tolle Lust
Ward meinem Herzen volle Pein!
Geliebtes Wesen flößte mir
Der Liebe Gift und Balsam ein.
Da starb ich tausendfachen Tod!
Da hört ich der Gequälten Schrein
Und loderte in Flammenglut
Und floh hinauf zum Freudenhain
Und fand dort auch die Liebe - ach!
Denn ewig ist der Liebe Sein -
Da gebe Gott der Liebe Lust!

Als Harun al-Raschid die Stimme, die da tönt,


Vernahm, war sein erzürntes Herz sogleich versöhnt,
Denn uns versöhnen die Gesänge wahrer Dichter,
Und Talismane gegen allzugrimme Richter
Sind wunderschöner Frauen wunderschöne Stimmen:
Die Göttin muß man lieben, kann dem Weib nicht grimmen.

Da sprach die Göttin in der Schönheit ihres Leibes,


An Leib und Seele die Vollkommenheit des Weibes:
Ehrwürdiger betrunkner Greis! dem Weibe tische
Zu ihres Gaumens Freude auf gebratne Fische!
Als Ibrahim das hörte, war er gleich verzweifelt,
Da sprach er zu der Frau: Die Lage ist verteufelt,
Ich muß mich meiner allzugroßen Schwäche schämen,
Woher soll ich in dieser Stunde Fische nehmen?

Das hörte Harun al-Raschid und er beschloß,


Zum Tigrisstrom zu gehn, der unter seinem Schloß
Vorüberfloß, um an der Stelle Ibrahims
Den Fisch zu bringen. Und so kam er zu Kherims
Des Fischers Angelplatz und sprach den Fischer an:
Gib die verlausten Lumpenkleider mir, zieh an
Die prächtigen Gewänder des Kalifen hier,
Dann überlasse auch den Korb mit Fischen mir,
Sie sollen Köder sein zu einem reichen Fang.
Dann ging er wieder zu dem Garten stromentlang.

Dann trat er mit den Fischen in den Freudengarten,


Um Enis Adjelis mit Fischen aufzuwarten.
Die Wunderschöne sprach: Bei des Kalifen Ehre,
O Fischer, wenn der Fisch nur schon gebraten wäre!
Da sagte der Kalif in Lumpen: Bin erbötig,
Den Fisch zu braten, Herrin, seid ihr nur so gnädig,
Den Fisch aus eines Lumpen Händen anzunehmen.
Sie sagte: Du mußt deiner Armut dich nicht schämen,
Was hülfe Gold und Silber, wenn ich hungrig bliebe?
Ich nehm die Fische an als Zeichen deiner Liebe!

Und so ging der Kalif zu einer Gartenhütte,


Um zu erfüllen jener Wunderschönen Bitte,
Da briet er in der Pfanne, in dem Öle Fische,
Betropfte die Gebratnen mit Zitronenfrische
Und zierte sie mit länglichem Bananenblatt,
Das er gepflückt von der Bananenstaude hat.

Da brachte fröhlich er die Gaumenfreudengabe


Der wunderschönen Perserin als Herzenslabe,
Sie dankte ihm mit einem Lächeln, zum Betören!
Da sagte der Kalif: Ich möcht nur einmal hören
Von Liebesleid aus deinem Munde Liederschall!
Da sang so süß sie, daß die liebe Nachtigall
Herbeigeflogen kam, betört von holdem Hauch
Und setzte sich und lauschte in dem Rosenstrauch,
Daß jemand übermeistre sie, ein wenig bang,
Und doch beglückt, zu hören solchen süßen Sang:

Ich bin ganz hingegeben, Schönheit,


An dein geliebtes Leben, Schönheit!
Ich muß mit meinem Herzen zittern
Und mit dem Herzen beben, Schönheit,
Vor deiner Anmut Allmacht, siehe,
Ich will mich in dich weben, Schönheit,
Und speisen will ich deinen Manna
Und trinken deine Reben, Schönheit,
Und will mit meiner Seele Schwingen
Zu deinem Throne schweben, Schönheit,
Ich will dir alles schenken, schenken
Mit ihren hundert Toren Theben, Schönheit,
Dir sollen Hügel, Berge, Gipfel
Zu deinen Füßen streben, Schönheit,
Ich will der Sterne lichten Kosmos
Vor deine Augen heben, Schönheit,
Ich will mein Nest wie eine Schwalbe
An deine Hütte kleben, Schönheit.
Friß mich! ich bin verstrickt in deinen
Fatalen Spinngeweben, Schönheit!
Werd ich von deinem Bisse sterben,
Ist Tod mir Wonne eben, Schönheit!

Da sagte der Kalif in Lumpen: Sehet her,


Ich bin ein Fischer nur in Lumpen, aber wer
Bin ich in Wahrheit? und die Wahrheit, sie ist tief!
Wer kennt des Herzens Adel? Ich bin der Kalif!
Ich frage euch, ihr schönen Menschen, wer seid ihr,
Erhabner Jüngling und du Maid in holder Zier?
Und als sie ihm von ihren Schicksalswirren klagen,
Begann soeben gold der Morgenstern zu tagen,
Da sagte der Kalif: Und ich bestimme euch
Zu Sultan und Sultanin von Bassorah gleich.
Dich, Mädchen, schmück ich mit der Venus Diadem,
Du, Jüngling, herrsch vom Indus bis Jerusalem,
Das über euch stets nur und immer Einer bliebe,
Und alles, was ihr denkt und tut, sei alles Liebe!

Gott ist nur Einer, wahrlich, sonst ist keiner mehr,


Er ist der Herr, Er ist der Herr, Er ist der Herr.

MADSCHNUN UND LEYLA

Ich lasse meine Liebespoesien


Frei mit dem Winde zur Geliebten fliehen.

Ein Beduinenfürst Arabiens lebte,


Der über ein gewaltiges Volk geboten.
Ihm in das Land der Frühling Rosen webte,
Und zu den allerfernsten Horizonten
Der Wind mit seines Ruhmes Düften schwebte.
Ein Sultan war er durch der Tugend Werke
Und weil nach Gott er alle Stunden strebte.
Er glich dem Krösus Persiens an Reichtum.

Doch war er herrlich auch auf seinem Thron


Und war berühmt er durch Barmherzigkeit,
Ein Schatten lag auf seiner Wange Mohn
Und eine Traurigkeit in seinem Herz,
Denn Eines fehlte ihm: ein lieber Sohn,
Daß er ihm seine Herrlichkeit vererb,
Wenn er entschwebt zu Paradieses Lohn,
Daß seine seele in ihm weiterleb.

Denn stürzte die Zypresse einmal hin,


Wo sollte der Fasan des Glückes nisten?
Umsonst die Lippen um die Gnade schrien
Und ganz vergebens alle die Gelübde.
Wo war der Vollmond, der für ihn nur schien?
Er ging nicht auf an seinem Lebenshimmel!
Umsonst aussäte Samen von Jasmin
Der Mann, denn keine Blume wollte blühen.

Und alle Freuden sanken ihm zurück


Ins schwarze Loch des Nichts, weil Eines fehlte!
Doch beugen muß ein jeder das Genick
Und sich in Herzensdemut fromm verneigen,
Denn in des Höchsten Hand liegt das Geschick
Und alle Lose und der ganze Faden.
Und wenn du heute missen mußt ein Glück,
Ist es vielleicht der Schlüssel dir zur Freude...

Doch da erwies der Herr ihm seine Gnade


Und schenkte das Juwel, das er begehrte,
Die Muschelperle aus dem Meeresbade,
Den Knaben, ähnlich einer weißen Rose,
Die über Nacht erblüht, und rein wie Jade
Vom Gipfel des Himalaya entstammend
Und lachend wie die purpurne Granate
Und schauend wie die reinsten Edelsteine!

Dann gab er jenes Kindlein einer Amme,


Die säugte er mit süßer Milch der Liebe,
Da sie sich selber nährte von dem Lamme,
Die trug in seinem Busen ein die Treue
Mit roter Tinte, ähnlich einer Flamme,
Die ihr die Zoroasterpriester schenkten.
So wuchs er auf gleich dem Zypressenstamme,
Darin die Nachtigallen Liebe singen.

Lichtstrahlen jener Liebe ihn durchdrangen,


Juwelenblitzen gleich, ihm seinen Körper.
Wie Moschus dufteten die Lockenschlangen,
Die sich im Flötenspiel des Windes regten.
Und auf des Jünglings Tulipanenwangen
Der erste veilchenblaue Bartflaum blühte.
Und wer ihn sah in seiner Schönheit Prangen,
Bat Gott um Segen für den schönen Jüngling.

Der Jüngling lernte in der Schule reden,


Als ob ihm Perlen von der Zunge tropften,
Und keiner wußt wie er so schön zu beten,
Weil Gott den Herrn der Sprache Schönheit ehrte.
Er lernte unter blühenden Reseden,
Da edle Mädchen in der Schule waren.
Doch da erschien der Rosenstrauch von Eden:
Ein wunderschönes Mädchen war gekommen!

Die Augen waren Augen der Gazelle,


Des Körpers Schlankheit Schlankheit der Zypresse.
Ein Blick aus ihres Auges Feuerwelle
Durchbohrte wie ein Blitzen tausend Seelen.
Ein Wimpernzucken mit des Dolches Schnelle
Zum Mörder würde an der ganzen Menschheit.
Die schwarze Iris in des Auges Helle
Verfinsterte den Mond und auch die Sonne.

Sie war wie eine Mondin anzuschauen,


So silbrig war ihr Blick und weiß ihr Antlitz,
Sie war die Mondin von Arabiens Gauen
Und auch ein Herzdieb wie ein Schenke Persiens.
In ihres Haares schwarzen Schattenauen
Ging um das Angesicht wie eine Fackel;
Die Haare, Schwingen schwarzer Rabenfrauen,
Umflatterten des Angesichtes Mondschein.

O welche Süßigkeit von solchem Mund,


Der war wie eine Quelle goldnen Honigs
Und machte doch wie Galle liebeswund,
Denn dieser Zucker kann ein Herr vernichten!
Die Lippen ohne Schminke rot, gesund
Und frisch und süß wie eine Dattelfeige!
Sie war ein Wunder höchster Schönheit und
Ihr Name war die „Nacht“ der Liebe: Leyla!

Wer glühte nicht in Sehnsucht und Begehr


Beim Anblick dieses wunderschönen Mädchens?
Der Jüngling stürzte in ein Liebesmeer,
Der er an Leyla schon sein Herz verschenkte
Und gab es ihr für alle Zeiten her
Und jener Leyla ging es da nicht anders.
Wie sollte die nicht lieben, die so sehr
Geliebt von dem, in dem sie Liebe weckte?

Die Sonne glühte nieder auf die Dächer,


Einander hatten Feuer sie entzündet
Und waren Widerschein einander, Zecher
Des Weines, welcher nüchtern trunken machte,
Einander waren sie wie Wein und Becher
Und trunken, ohne diesen Trank zu kennen,
Und naschten Zucker von dem Zuckerbäcker,
Der da der Gottesschelm und kleine Herzdieb!

Gekostet hatten sie der Blume Duft,


Der fremden, doch so zaubervollen Blume.
Sie tranken Blumenwein in Tagesluft
Und träumten von der Liebe alle Tage.
Sie tranken Blumenwein in Nächtegruft
Und träumten von der Liebe alle Nächte.
Da wurden taub sie beide für den Schuft,
Den man den menschlichen Verstand genannt hat.

Doch hockte Unheil schon in schwarzer Tonne.-


So wie der Liebling Jakobs, Träumer Josef,
Gezogen worden aus der dunklen Bronne,
So stieg am Morgen auf die Goldzitrone,
Die Freudenspenderin, des Himmels Sonne.
So war an jedem Morgen frisch auch Leyla,
In ihres Lebens Morgenrot war Wonne,
Sie Freudenspenderin für den Geliebten.

Und gaben Liebling und Geliebte hin


Einander ihre Träume alle Tage
Als wechselseitig blühenden Gewinn,
So sahen doch auch andre junge Männer
Der Schönen Grübchen im Zitronenkinn,
Und da sies sahen, barsten sie im Herzen
Wie Granatäpfel vor Begier im Sinn,
Und so fiel auf die Liebenden ein Schatten.

Wenn noch so sehr die vielen Menschen schwätzen


Im Hof der Schule und auf dem Basar
Und Schenken, Pagen, Bettler, Alte, Metzen
Sich über sie zerreißen ihren Mund;
Sie hatten aneinander ihr Ergötzen
Und wollen sich ergötzen ganz allein
In Einsamkeit, die Abgöttin am Götzen
Und Götze einsam an der Abgöttin.

Wie aber gäbe es da Heimlichkeit,


Wo herrschte solcher Liebe Allgewalt?
Der Hirsch von seiner Lebensquelle schreit
Und kann verheimlichen nicht Durst und Trank.
Die Sonne dringt durch dichter Wolken Kleid
Und offenbart der Erde ihre Glut.
Des Jünglings Seele immer prophezeit
Als wie ein Spiegel Leylas Grazie nur.

Wie sollte jener Jüngling sie denn meiden,


Da sie ihm seines Herzens Ruhe war?
Wenn ihn die Welt von Leyla wollte scheiden,
Schied seine Seele sie von seinem Gott!
Und war er fern, dann wollte er sich weiden
An seiner Augenweide, seiner Lust.
Und so zerriß das Schicksal ihn! Und Leiden
Des „Wahnsinns“ haben „Madschnun“ ihn getauft.

Und Madschnun war wie ein zerstörter Baum,


An dessen kranken Wurzeln Würmer nagen.
Er war ein Steppenwolf, am Maule Schaum,
Der nur noch redete von seinem Lämmlein.
Am hellen Tag von seiner Seele Traum
Allüberall erzählend, ging er närrisch.
Der Wahnsinn legte seines Schleiers Saum
Aus „Nacht“ gewoben ihm um seine Seele.
Da machte die Familie sich Sorgen,
Daß Leylas Ruf geschädigt werden könnte.
Da haben Leylas Leute sie verborgen,
So daß sie Madschnun nicht mehr sehen durfte.
Sie wollte ihrer Schönheit Reichtum borgen
Dem Liebenden und war zu Geiz genötigt.
Da weinte alle Nächte, alle Morgen
Und alle Abende die schöne Leyla.

Und weinte Leyla heimlich ihre Tränen,


So weinte Madschnun öffentlich vor allen,
Getrieben von dem Blut in seinen Venen
Und von dem kranken Herzen irrte Madschnun,
Die Haare wuchsen ihm zu Löwenmähnen
Und Kamm und Schere sah nicht mehr das Barthaar.
Stattdessen sang er voller wehem Sehnen
Von seinen Liebesleiden Liebeslieder.

Entzweigespaltner Frucht glich ihm sein Herze,


Auf seinem Antlitz lag des Herzens Brand,
Der ihn verbrannte wie den Wachs die Kerze.
Wer sah nicht strömen seines Herzens Blut?
Nicht schlafen ließ ihn seiner Seele Schmerze,
Er nährte Leib und Seele nur mit Leid.
Aus dem Verließ des Leids mit schwarzem Erze
Floh barfuß er und barhaupt in die Nacht.

Und sah er nicht der Liebsten Augenlichter,


War um so mehr er ihr Gefangener.
Sein Stern ward ihm zum Unstern und Vernichter
Und seine Wonne ward ihm seine Pein,
Barmherzigkeit und Gnade ward zum Richter
Und seine Liebe mordete sein Herz -
Und auferstanden war sein Herz als Dichter,
Der sang zur Liebesharfe seine Qual!

O Zephyr, mach dich auf zur Morgenfrüh


Und streichle meiner Leyla Moschuslocken
Und flüstre ihr, daß mehr als Sympathie
Ich für die heißgeliebte Seele hege
Und daß ich sechsmal täglich bet für sie
Und hier im Staub vor ihrer Schwelle liege
Und daß mir ihres Wesens Melodie
Die Harfe stimmt zu meiner Liebesklage!

Geliebte, dir hab ich mein Herz geweiht


Und meine Seele zittert vor Verlangen!
Mein Herz im Feuer meiner Seele schreit,
In diesem Purgatorium der Sehnsucht!
Die Sonne, die die Welt so weit und breit
Erleuchtet, wird versengt von meinen Seufzern!
Nachtfalter bin ich mit bestäubtem Kleid,
Verseng mich nicht, du meiner Seele Flamme!

Dein Blick ward meinem Herz in Einer Stunde


Zu seines innersten Geheimnisses Schicksal
Und deine Augen wie des Mondes Runde
Bereiten meinen Augen sieben Tode!
Das Leid um dich ist meines Herzens Wunde
Und auch mein Trost und meine Letzte Ölung!
Ach spend die Salbe mir mit deinem Munde,
Daß ich vor deinem Antlitz auferstehe!

Die junge Sonne, Königin der Welt,


Trug ihren leichten seidnen Morgenrock.
Die Sonne hat als Ohrgeschmeid erhellt
Die Locken jungen Tages und sein Ohr.
In flammendem Zinnoberrot zerschellt
Das Silber der gezierten Sternenschar.
Da eilte Madschnun heimlich zu dem Zelt
Der Vielgeliebten, auf daß er sie säh.

Stets löoderte nach ihr sein Seelenfunken


Und schrie nach ihr die Stimme seines Herzens!
Er war vom Feuerwein der Sehnsucht trunken
Und wirr vom Fieber der geheimen Hoffnung!
Das Licht ist auf das Zelt herabgesunken,
Das Licht der Liebe ließ das Zelt erglühen,
Und unverschleiert hat sie ihm gewunken
Mit einem Fächeln ihrer langen Wimpern.

Und Madschnun stöhnte auf, des Herzens Siegel


Wie Wachs vor ihrer Augen Flamme scmolz.
Sie war wie Mondschein über einem Hügel
Und nicht verbarg ihr Angesicht Gewölk.
In ihrem Antlitz wie in einem Spiegel
Und sie in seinem, sahn sie all ihr Leid!
Mit Zärtlichkeit der Stimmen und dem Flügel
Der Seele tauschten süße Klagen sie.

Und Leyla war wie eine schöne Laute


Und Madschnun schwang wie eine Lautensaite!
Sie war ein Garten, den der Mond anschaute,
Und Madschnun war die Sehnsucht nach dem Garten!
Sie war die Rose, die vom Tau betaute,
Der Tau der Rose waren Madschnuns Tränen!
Sie war wie eine Fee, die blühend blaute,
Und Madschnun war die Fackel dieser Göttin!

Verzaubern konnte Leyla mit dem Schein


Der Augensterne zwischen Moschuslocken
Und Madschnun tanzte Derwisch-Ringelreihn
Vor ihr und warf sich in den Staub als Sklave.
Und Leyla hielt den rosenroten Wein
Und hielt im Becher Wein mit Duft von Moschus,
Und Madschnun hatte nicht getrunken, nein,
Doch war er von dem Moschusduft betrunken!

Nur flüchtig war der Liebenden Begegnen


Und eine Schau gegönnt nur aus der Ferne
Und Madschnun floh mit Eile des Verwegnen
Aus Furcht vor der Familie Sittenwächtern.
Aus seinen Augentulpen Tränen regnen
Und seine Freude wandte sich ins Unglück.
So floh er dann vor Leyla, sie zu segnen,
Sie in der Ferne sehnsuchtsvoll zu suchen!

Und bitter ward die Welt und schwarze Nacht,


Man hatte Madschnun aus dem Glück verstoßen.
Ein Fremdling war er in des Diesseits Pracht
Und nicht zuhaus in Jenseits Paradiesen!
Das Haupt hat er zum Amboß sich gemacht,
Auf den er schlug mit seiner Fäuste Hammer.
Ein Toter ruht in Grabes Heimat sacht,
Doch Madschnuns Seele hatte keine Heimat.

Es weiß nur der Barmherzige allein,


Wie sich der Unglückselige bemeistert,
Daß er nicht tritt durch eigne Schuld hinein
In das ersehnte Reich der ewgen Ruhe!
Denn Gut und Böse fehlt ihm, Ja und Nein
Und Tod und Leben sind ihm ganz gleichgültig,
Und alles, was er weiß, hört man ihn schrein,
Es ist allein der Name Leyla, Leyla!

Wenn Madschnun dann ein Lied der Liebe sang


Und Verse seiner Herzensklage sprach,
Sein Herzensfeuer auf die Lippe drang,
Die Zunge glühend und beredsam ward,
Dann schlug von seiner Seele Überschwang
Die Stimmung aller guten Menschen um
Und alle wurden zag und zart und bang
Und jeder weinte über Madschnuns Los.

Doch ihm wars gleich, ob Segen oder Fluch,


Ob Tadel oder Lob die Menschen sprachen.
Er war gestrichen aus des Daseins Buch
Und stand nicht mehr im Buch der Welt geschrieben
Und gab nicht mehr des Lebens Wohlgeruch
Und roch auch noch nicht nach des Modes Myrrhe.
Bald hatte Madschnun nicht mehr Kraft genug
Und sank zum Staub und betete und weinte.

Gehorsam bin ich der Geliebten, die


Die Eigentümerin ist meiner Seele!
Und sagt sie mir: Sei trunken! will ich nie
Mehr nüchtern sein und kaltes Wasser trinken!
Und sagt mir Leyla: Sei verrückt! dann wie
Vor Achisch David soll mein Speichel schäumen!
Wer so zertrümmert ist wie ich - nur sie
Und niemand sonst kann je mich auferbauen!

Ach Leyla, Leyla, dich hält man gefangen,


Doch mich soll man wie einen Tollen fesseln!
O fessle mich mit deinen Lockenschlangen,
Doch um den Hals zerriß mir deine Locke
Und trotzdem bin ich nur von dir gefangen!
O hilf mir doch! Ich elendiger Sklave!
Laß küssen deine Milch- und Rosenwangen,
Stell deinen Fuß auf mich, daß ich ihn küsse!

O du mein Seelenfriede, wo bist du?


Was raubest du, o Leyla, mir mein Leben
Und meine Ewigkeit und Seelenruh?
Ich kann nur immer um Vergebung flehen
Zu dir Erbarmungsvollen immerzu
Und hab doch keine Schuld, als daß ich liebe!
Von tausend dunklen Mitternächten, hu,
Schenk mir nur Eine Mondennacht der Liebe!

Mir blieb als mein Gefährte nur mein Schatten,


Ihn aber wag ich nicht, nach dir zu fragen,
Weil wir vielleicht dieselbe Liebe hatten,
Er war vielleicht mein bitterster Rivale!
Ach wäre, Leyla, nur dein holde Schatten
Bei mir, doch du hast dich mir weggenommen
Und auch mein Herz, und in den Blumenmatten
Von Eden hab ich nimmer eine Seele!

Doch nichts kann mir aus diesem Herzen


Die Leyla-Liebe, nichts sie je entfernen!
Bei meiner Mutter Wehen, ihren Schmerzen
Und mit der Milch sog ein ich diese Liebe.
Sie stand in Flammen in den Sternenkerzen
Und schrieb mit Flammenschrift in meine Seele
Die Liebe - aber nicht ein Liebesscherzen,
Vielmehr ein endeloses Liebesleiden!

Wallfahrte Madschnun nach Jerusalem,


Der Stadt der Christen, Juden, Muselmanen,
Er ging zur Klagemauer, auf dem Lehm
Des Bergs Moria stand die Klagemauer.
Es war im frühen Frühling, angenehm
Der Frühlingsregen fiel, wie neue Tränen
Des Schmerzensmannes, Kind von Bethlehem,
Den die Muslime ehrten als Propheten.

Und Madschnun weinte vor der Klagemauer


Und weinte vor dem Gotte des Erbarmens:
O Gott, du siehst die Tränen meiner Trauer,
Sei mir barmherzig, wie du warst zu Abram!
Die Süße seines Leibes war schon sauer
Und hundert Jahre zählte seine Sara,
Da zündest du der Liebe Feuerschauer
Und schenkest ihnen ihrer Liebe Erben!

Gedenke mein, wie du an Josef dachtest,


Als er die schöne Asenat bekam,
Due schätztest ihn, weil du die Keuschheit achtest,
Mit der er Potifera abwies keusch,
Weil du ja über ihn mit Gnade wachtest
Und schenktest gnädige Barmherzigkeit,
Als du da Asenaths Geliebten machtest
Zum Vater zweier Söhne Israels.

Stimm meine Harfe mir wie Davids Psalter,


Mit der in den Palast von Elfenbein
Die Königin er rief, schön wie ein Falter,
Holdselige Jungfrauen um sie fein.
Und wenn ich warten soll, dann wie im Alter
Laß mich mit Abischag von Schunem sein,
Und ist mein Körper dann auch schon ein kalter,
Will trinken ich doch Liebes Feuerwein!

Erhör mich wie den weisen Salomon,


Dem du die schöne Sulamith gegeben,
Die weiß wie Mohnmilch, rot wie Purpurmohn
Und duftete wie süße Myrrhebüschel
Und gab mit Küssen ihren Minnelohn,
Mit ihren Küssen süßer als der Süßwein.
Und werd ich alt, dann mich mit Gnade schon,
Daß ich mich nicht zu eitlen Götzen wende!

Sieh meine Tränen an wie Jesu Tränen,


Die ich dir weine an der Klagemauer.
Laß mich an Mirjams weiße Schulter lehnen
Und möge sie für meine Seele bitten,
Denn schwarz ward mir das Blut in meinen Venen
Und schwarz die Leber mir und schwarz die Galle,
Weil unerfüllt ist all mein Seelensehnen,
Und gebe Jesus mir die schöne Leyla!
Dann will ich fliegen wie einst Mohammed
Auf einem Flügelesel in den Garten
Des Paradieses, das ist mein Gebet.
Dort laß ich jede keuschblickende Houri,
Vor der des Mosleminen Latte steht,
Und schweb vorbei an allen Engelinnen
Und eile nur zu Leyla: Liebe stet
Und immerdar soll sein im Paradiese!

Die weißen Blüten lachten an den Bäumen


Und dufteten wie Wohlgeruch der Freude;
Die roten Tulpen von dem Blute träumen,
In welchem schwimmen Heilige der Leiden;
Die gelben Rosen mit den goldnen Säumen
Im Lichte funkeln Glroie der Sterne;
Und grüne Gräser mit den Blütenschäumen
Verbreiten sich wie Grün des Paradieses.

Die Rosenknospe gürtet ihre Lenden


Und spitzt zum keuschen Kampf die Dornenspieße,
Die Wasserlilie legt mit weißen Händen
Den Schild der Jungfrau auf den Teichesspiegel,
Die Hyazinthe will der Biene spenden
Ambrosia und öffnet ihre Kelche.
Und alle Blumen lieben aller Enden
Die Sonne, goldne Königin des Himmels!

Der Buchs kämmt seine Locken und es sprühten


Die Blätter in der Luft wie grüner Schaum,
Es sehnen sich die Granatapfelblüten
Nach roter Granatäpfel runder Pracht,
Inwendig feurig die Narzissen glühten
Wie Fieberkranke glühn im Fiebertraum.
Und alle nur die Königin von Süden
Verehren mit der Schönheit Blütenkranz!

Wildrosen waschen sich in Silberquellen,


Jasmine schäumen ihren Silberquell.
In den Platanen Täubchen mit Gesellen
Vereinigt gurren ihre Liebesmärchen,
Und oben schluchzet in dem grünen hellen
Platanenlaub die Nachtigall und schluchzet
Und schluchzt elegisch in melodschen Wellen
Um ihre rote Rose - wie um Leyla!

Und Leyla ging wie eine keusche Maid


Des Paradieses in dem grünen Garten,
Doch nicht um in der Blumen Fröhlichkeit
Mit ihren hübschen Freundinnen zu scherzen,
Nein, sondern um hier in der Einsakeit
Zu reden mit der Nachtiagll von Liebe
Und zu beweinen rosenrotes Leid
Und Trost zu finden - Paradieseshoffnung!

Bei der Zypresse saß die Nachtigall


Und klagte Liebesklagen ihrer Rose:
O edler Jüngling, Lieblichster von all
Den Jünglingen der Erde, mein Geliebter,
Sieh meiner Trauertränen Wasserfall
Und komm, versiegle meiner Trauer Bronnen!
Sieh meiner Sehnsucht Feuerflammenschwall
Und heil das Brandmal mir in meinem Herzen!

Und während sie so saß in Tränen bang,


Ertönte eine Stimme vor dem Garten,
Ein Wanderer ein Lied von Madschnun sang:
Ah! weh und wund ist Madschnun von der Liebe,
Und spitze Dornenpfeile bohren schlank
Sich in mein rosenrotes Herz, das blutet,
Da schreit mein Blut zu Gott: Wie lang, wie lang
Muß ich noch um die Liebe Leylas leiden?

Da Leyla hörte von den Liebespeinen


Des vielgeliebten Madschnun seine Klage,
Da mußte sie wie eine Quelle weinen
Und schluchzen wie die Nachtigall der Rose.
Was half ihr da der Sonne goldnes Scheinen,
Da Trauer spendete ein Nächtedunkel?
O wann wird Gott die Liebenden vereinen
Und ihnen Paradieses Pforte öffnen?

Und Madschnun stob dahin auf seinem schnellen,


Windschnellen Pferde in die heiße Wüste.
Da sah er ferne Punkte flimmern, Stellen
In dem ätherischen Gefild der Lüfte,
Und als er näher kam, sah er Gazellen,
Die sich im Schlingennetz verfangen hatten,
Bei ihnen einen kräfigen Gesellen,
Der die Gazellen fing und schlachten wollte.

O laß die Tiere frei! rief durch den Wind


Mit lauter Stimme Madschnun zu dem Jäger;
Sieh doch, wie lieblich die Gazellen sind,
Die Augen gleichen denen der Geliebten,
Keuschblickenden, sie schaun so keusch und lind,
Und diese Brüste sind und diese Schenkel
Zum Fressen nicht bestimmt! So laß geschwind
Die lieblichen Gazellen in die Freiheit!

Da sprach der Jäger: Daß sich Gott erbarm!


Ich bin ein Jäger nur mit Weib und Kindern
Und wir sind arm, wir sind so bitter arm,
Und sollen meine Kinder Hunger leiden?
Zwar die Gazellen schaun mit keuschem Charme,
Doch geben sie auch gutes Fleisch zur Speise,
Und facht man Feuer, wird das Wasser warm,
Dann munden wohl gekocht Gazellenschenkel.

Und Tränen Madschnun aus den Augen flossen,


Als er vom Hunger jener Kinder hörte
Und von dem guten Weibe des Genossen,
Da sah er daß auch dieser Jäger liebte.
Da gab das schnellste Roß von allen Rossen
Dem Jäger Madschnun gleich, den eignen Renner,
Auf dem der Jäger ist davongeschossen
Und ließ zum Tausch die lieblichen Gazellen.

Und Madschnun beugte keusch und zart sich nieder,


Und ohne Angst gewährten die Gazellen,
Daß Madschnun küsste ihre Augenlider,
Die keuschen Schleier vor den Onyx-Augen,
Und zärtlich küsste Madschnun immer wieder
Die zärtlichen Gazellen, die es litten,
Dann sang er ihnen süße Lobeslieder
Auf ihre und der Vielgeliebten Augen:

O Lider seidensanft, o Wimpern sacht,


Die ihr verschleiert wie mit keuschem Schleier
Der Augen wundervolle Neumondnacht,
Laßt sehen mich die nachtverwandten Augen,
Die Gott der Ewige so schön gemacht,
Denn sie erinnern mich an Leylas Augen!
O Nacht, o Stern, o Seelenfunke! Pracht
Nächtlichen Kosmos’ ruht in Leylas Augen!

Und weil ihr Süßen mich erinnert habt


An meiner Vielgeliebten Neumondaugen,
Weil die Erinnerung mich sehr gelabt
Und mir beinahe meine Sehnsucht stillte,
Weil Gott euch so mit Grazie begabt,
Drum spend ich gern euch meinen frommen Segen,
Ihr holden lieblichen Gazellen: Trabt
Wie Zwillingssterne in das Reich der Freiheit!

Barfuß ging durch das Wüstenland hienieden


Und arm wie eine Maus von Mekka Madschnun.
In seiner Seele suchte er den Frieden
Des Paradieses, aber seine Seele
Ging in der Wüste glühenden Gebieten,
Da unbarmherzig glutenheiß die Sonne
Den Saft in Madschnuns Hirne bracht zum Sieden
Und glüher Sand ihm seine Sohlen brannte.
Gott der Allmächtige hat angefacht
Die Flammensonne überm Wüstenland,
Er ist es, der sie abends kühler macht
Und hüllt in dunklen Purpur alten Tag
Und in das blaue Kleid der Mutter Nacht,
Bestickt mit eines Sternes Diamant:
Die Mondin zieht am Firmament so sacht,
Die ihre Leuchte von der Sonne leiht.

Und da der Sterne glitzernde Juwele


Ihm schwarzen Samt des Himmels funkelten,
Da trat der Wanderer in eine Höhle
Und weinte weh wie ein Verwundeter:
Verwundet war er ja an seiner Seele.
Er las die Nacht in seinem Lebensbuch,
Das netzten seiner Liebestränen Öle
Die ganze Nacht, die schlaflos ihm zerrann.

10

Von China stieg die Sonne schön empor,


Wie rote Jade aus dem Reich der Mitte.
Und Madschnun ging und sang sich Lieder vor,
Die er auf seiner Wanderung gedichtet,
Und was er in der Tränen Schleierflor
Einsam gedichtet, würde balde singen
Des ganzen weiten Morgenlandes Chor,
Das Morgenland schätzt seine Liebesdichter!

Und als er ging in roten Abendröten


Und dachte voller Traurigkeit an Leyla
Und liebte sie in seinen Seelennöten
Wie seinen Tod und Gottes Paradiese
Und wie er ging mit traurigen Gebeten,
Da sah er ferne einen Jäger stehen,
Der wollte den gefangnen Hirschbock töten,
Der vor ihm stand voll Sehnsucht nach der Hirschkuh!

Hyänengleicher böslicher Tyrann!


Rief Madschnun zornig jenem Jäger zu,
Bist du denn ohne Gnade, böser Mann,
Daß du die schwache Kreatur so quälst?
Er, der nur stets in zarter Liebe sann,
Wie er die schöne Hindin wiederfind,
Den willst du töten? Denk doch, wie wird dann
Der schönen Hindin wohl zumute sein?

Die schöne Hindin, die so bange scheute,


Die wird vor Elend gar zugrunde gehen!
Denk nur, du seist der Hirsch, du seist die Beute,
Und jener stolze Hirschbock sei dein Jäger!
Was soll ich machen? sprach der Jäger, heute
Fing ich ein Mahl, mein Dasein mir zu fristen,
Sonst frißt mich gar des Hungers Hundemeute
Und reißt mich wie Hyänen und Schakale!

Da gab ihm Madschnun ein geweihtes Stück


Von Chrysolith, das war ein Talisman,
Er schützte sicher vor dem bösen Blick
Und war in Gold gefasst und wertvoll sehr,
Er gabs dem Jägersmann und wünschte Glück
Und Speise ihm für seinen leeren Bauch.
Der Jäger kehrte wieder in die Stadt zurück
Und ließ den wunderschönen Hirschbock frei.

Und Madschnun dankte seinem Gott geschwind


Und neigte sich zu jenem stolzen Tier,
Wie sich ein Vater neigt zu seinem Kind,
Liebkosend seinen schlanken braunen Hals:
Getrennt sind wir von der Geliebten, sind
Getrennt von der Geliebten, Elende!
Du Steppenläufer, schneller als der Wind,
O wie erinnerst du mich doch an Sie!

Geh, Hirschbock, eile, suche deine Braut,


Die Gott dir gab, die treuliche Gefährtin,
Die sehnsuchtsvoll nach ihrem Hirsch ausschaut,
Und geh zu ihr und ruh in ihrem Schatten
Und schlummere bei ihr, wenn Mondschein taut,
Und leg den Kopf auf ihre schlanke Flanke
Und kos mit deinen Nüstern ihre Haut
Und weide dich am Hügel ihrer Brüste.

Und wenn du auf dem Weg zu deiner Schönen


An Leylas blauem Zelt vorüberkommst,
So mögest du vor ihr voll Inbrunst stöhnen
Und bringen kummervolle Botschaft ihr:
Du, bist du traurig? Madschnun schwimmt in Tränen!
Du, bist du einsam? Madschnun ist es auch!
Du, sehnst du dich? Auch er vergeht vor Sehnen!
Du, willst du sterben? Madschnun ist schon tot!

Und über Madschnun zogen Karawanen


Von Sternen, abertausenden, einher,
Geordnet alle auf bestimmten Bahnen,
Orion doch getrennt vom Siebenstern,
Der schimmernden Plejade, und vom Schwan
Getrennt die Jungfrau aus der goldnen Zeit.
Da schwamm der Mond in silberfarbnen Kahnen
Hindurch des himmlischen Ägypten Nil.

Und Madschnuns Augen zu den Sternen dringen,


Allein er mußte auf der Erde bleiben,
So wie ein Vogel mit zerschnittnen Schwingen,
Doch aufgerichtet grad wie eine Kerze,
Die auch im Stehn verbrennt. Und unter Singen
Von Klageliedern wanderte er weiter,
Entblößt von Hoffnung und von allen Dingen,
Bis auf den blutenden Rubin des Herzens!

11

Die liebe Leyla, Madschnuns ganzes Leben,


Von ihrem Vater wurde sie verkauft,
Von ihrem Vater einem Mann gegeben,
Der eine Herde von Kamelen gab,
Doch Leyla hat sich niemals ihm ergeben,
Und nahte ihr der Gatte in der Nacht,
So weigerte sie ihm der Brüste Beben,
Verschlossen hielt den Schoß jungfräulich sie.

Das wusste Madschnun nicht, er wußte nur,


Daß Leyla eines Gatten Braut nun war.
Da ging er einsam in der Wüste Spur
Von streunenden Schakalen jammervoll,
Und dachte: Sie ist doch auch nur Natur
Und ihre Liebe gab sie hin dem Trieb,
Doch meine Liebe gilt der Kreatur,
Die Gott am sechsten Tag für mich gemacht!

Der Kummer machte dünn ihn wie ein Haar,


Kaum war noch Existenz und Atem in ihm,
Doch singen mußte er und wunderbar
Sang er von seiner Leyla-Liebe immer,
Und seiner Verse tausendfache Schar
Gab er dem Wind, daß der sie Leyla bringe,
Die Madschnuns Liebe immer, immerdar,
Doch Leyla hörte nimmer seine Lieder.

Geliebte, du hast einen Bund geschlossen


Mit einem Anderen als Madschnun? Weh mir!
Ein Anderer hat deine Frucht genossen
Und die Magnolienblüten deiner Brüste
Und ihm ist deiner Küsse Quell geflossen
Und mir nicht, sondern ich muß immer darben,
Obwohl mich Gott bestimmte zum Genossen
Und dich zu meines Paradieses Eva!

Einst war im grünen Garten ich ein Knabe


Und an der Palme reifte meine Dattel,
Daß sie mir spende ihre süße Labe,
Doch jetzt bin aus dem Garten ich vertrieben
Und an der Dattel pickt und pickt ein Rabe;
Werd diese Dattel ihm zu einer Distel,
Daß er statt Süßigkeit nur Dornen habe,
Und aus des Dornes Born ihm ströme Galle!

An jenem Tag, da ich mein Herz dir gab,


Da ich mein Herz für immer dir gegeben,
Was meinest du, geliebte Leyla, hab
Ich da geahnt mit meiner Seele Schwanen,
Daß deine Liebe würde mir zum Grab?
O schämst du dich nicht, schlankeste Zypresse,
Daß du nun einen Fremden labst? O lab
Doch deinen Madschnun nur mit der Jasminbrust!

Was ich gelitten und was ich gesungen,


Das wird auf Erden nimmerdar vergessen,
Denn meiner Traurigkeit ist es gelungen,
Sehr lobenswert der Liebe Lob zu singen,
Vor fernen Völkern ist mein Lied erklungen
Und die es hörten, weinten bittre Tränen
Und weinten süße Tränen, wehdurchdrungen,
Und alle sagten: Ihr gehört zusammen!

Wohl trug der Wind die Verse Madschnuns fort,


Doch Antwort brachte dieser Bote keine.
O Tränenkelch der Liebe, siehe dort
Ist auch das Aschenbrot einsamer Liebe!
Und zweifelte an ihrer Liebe Wort
Und Treue Madschnun auch, doch nicht an seiner
Zu ihr, der allerhöchsten Schönheit Hort,
Die seine Seligkeit und all sein Schmerz war!

Solang ich lebe, kann ich nur bekennen,


Geliebte, ich bin ganz und gar der deine,
Und niemand kann uns voneinander trennen,
Ich bin dir treu. Und quälst du mich - so sei es,
Ich werde immerdar in Liebe brennen,
O du mein Tod, o du mein ewges Leben!
Der Ewige wird uns zusammen nennen
An seines Jüngsten Tages ewgem Urteil!

12

Ein Jäger traf den einsamen Verwegnen


In einer Abendstunde in der Wüste:
Hier also muß ich, Madschnun, dir begegnen,
In dieser Wüste, ferne von den Deinen?
Willst du denn niemand außer Leyla segnen
Und nicht an Vater, nicht an Mutter denken?
Was wird wohl Gott dir im Gericht entgegnen,
Vor dessen Thron dein Vater jüngst getreten?

Du hörtest recht: dein Vater ist verschieden!


So geh, so eile hin zu seinem Grab
Und ehre seiner Seele ewgen Frieden
Und seiner Seele ewge Seligkeit
Am Grab, da seine Glieder ruhn hienieden
Bis zu Millionen Toter Auferstehn!
Da sollst du dem Erbarmer Gruß entbieten,
Gott bitt, daß er dir deine Schuld vergibt!

Und Madschnun eilte in den Abendstunden


Gleich fort und eilte gleich die ganze Nacht,
Bis er des guten Vaters Grab gefunden
Und warf sich nieder vor dem Marmorstein
Mit Weh des Herzens und der Seele Wunden
Und da verließ ihn der Besinnung Geist
Und kaum war Hoffnung noch auf ein Gesunden,
So war er krank vor Herzens Not und Qual!

Er krallte seine Finger in den Staub


Und weinte laut, vor Schmerz gepeitscht, gegeißelt,
Allen erfundnen Trostesworten taub
Ergab er ganz sich elender Verzweiflung
Und trieb im Sturm der Qual wie Herbsteslaub
Und ward vom Sturm der Seelennot geschüttelt
Und selber nahezu des Todes Raub,
Wenn Gott ihn nicht am Leben lassen wollte!

Ach Vater, ach, zu wem kann ich jetzt reden


Von meiner Not, da du nicht mehr auf Erden,
Du, der mich lehrte, in der Not zu beten,
Weil Freude mir nicht ward, im Glück zu beten,
Ich hätte auch im Glück gebetet jeden
Tag unsres Herrn zu unserm Gott der Gnade,
Der möge öffnen dir das Tor nach Eden,
Damit dich dort beselige die Houri!

Begleitet hast du stets mich und beschützt,


Doch ich bin dir ein schlechter Sohn gewesen.
Was hat mir all mein Wissen denn genützt,
Wenn ich dir damit keine Freude machte?
Ach ich verlorner Sohn, der weinend sitzt
Im Staube einsam, ohne seinen Vater,
Und aus den Augen Tränen nur verspritzt,
Weil ich allein muß auf der Erde bleiben!

Ich bleibe hier, doch du bist fortgegangen,


Ach Vater, wäre es doch andersrum!
Nun beißen mich der Reuequalen Schlangen,
Weil dich mein Leben nicht genug geehrt.
Ach könnt ich küssen deine bärtgen Wangen
Und dir die Hände küssen ehrfurchtsvoll!
Warst du denn stolz auf meiner Verse Prangen?
Die Lieder sind doch alles, was ich kann!

Licht spenden aber nicht der Verse Kerzen,


Kein Licht, das dir im Jenseits leuchten könnte,
Doch mögen die Gebete meiner Schmerzen
Und alle Frömmigkeit der Seelennöte
Und Gott der Herr in meinem armen Herzen
Erlösung stiften deiner ewgen Seele,
Auf daß du mögest mit der Houri scherzen
Vorm Throne Gottes in dem Garten Eden!

Im Garten Eden ist nun deine Heimat,


Der du den trauervollen Sohn verlassen,
Der auf der Erde findet keine Heimat
Und sich nur Gottes Gnade übereignet,
Daß Gott der Herr ihn führe in die Heimat,
Auf daß er lebe mit der lieben Leyla
Vor Gott, die seiner Seele wahren Reim hat,
Der ohne Leyla halb nur ist vor Allah!-

13

Und dann ging Madschnun wieder in die Wüste


Und blieb in grenzenloser Einsamkeit
Als wie ein Eremit, der Sünden büßte,
Und seine Sünde war die Liebe nur,
Sein Leid, daß Leyla einen Andern küsste,
Und dennoch glühte Liebesflammenglut
Und Liebeswogenschwall der Meeresküste
In ihm für seine Leyla ganz allein.

Da sang er hunderttausende Ghazelen


Und reihte sie wie Perlen an der Schnur
Und alle hatten Schönheit von Juwelen,
Doch streute er die Blätter in den Wind.
Und die im Morgenland, die schönen Seelen,
Die liebten schöne Liebespoesie,
Die fischten jedes Blatt, keins durfte fehlen;
Doch Madschnun ward das Los der Traurigkeit.

Er lebte als ein Wilder auf der Erde,


Als Wilder in der Wildnis ganz allein,
Alleine, doch so frei wie wilde Pferde,
Und doch in seiner Wildnis Einsamkeit
Fand er Gefährten, denn er ward Gefährte
Der Tiere. Wenn er in den Höhlen schlief,
Vertrieb er nie die Tiere. Auf der Fährte
Der wilden Tiere ging er als ihr Freund.

Geriet ein Tier in eines Jägers Falle,


Befreite Madschnun es mit zarter Hand.
Er liebte alle und er strich sie alle
Liebkosend mit der schönsten Zärtlichkeit.
Sie wurden ruhig, wenn mit Redeschwalle
Und stillem Flüstern er zu ihnen sprach.
Und all der Kampf und Krieg vom Sündenfalle
Ließ nach in Madschnuns schönem Friedensreich.

Und bald gewann der Tiere Schar ihn lieb


Und sie gewöhnten sich an seine Nähe,
Er zog sie an, und manches bei ihm blieb
Und kauerte sich gern in seinen Schatten,
Weil er kein Tier von seiner Seite trieb,
Er hatte alle gern an seiner Seite,
Wenn er im Sand der Wüste Verse schrieb,
Die bald der heiße Wüstenwind verwehte.

Und schließlich ging ein Löwe Schritt und Tritt


An Madschnuns Seite auf den Wanderungen,
Ging friedlich wie ein Hirtenhündchen mit
Und wachte über Madschnun als ein Lämmlein
(Ein schwarzes Lämmlein, das da bitter litt)
Und bald kam auch der Purpurfuchs der Wüste
Und auch der Hirschbock durch die Steppe glitt
An Madschnuns Seite. Alle hielten Frieden.

Er war ein König wie einst Salomon,


Der da verstand den Sang der lieben Vöglein.
Ein Felsen in der Wüste war sein Thron
Und friedlich scharte sich um ihn das Tiervolk
Und alle dienten, dienten nicht um Lohn,
Und waren sich gewiß doch Madschnuns Gnade.
Und jedes Tier war Tochter ihm und Sohn
Und er der Tiere König oder Kaiser.

Der Wolf riß nicht das Lamm, und von der Flanke
Der Eselin zog sich zurück der Löwe,
Und die Gazelle, die zypressenschlanke,
Bekam die Milch gespendet von der Löwin,
Und der Schakal begrub das sündenkranke
Gefecht mit dem verhuschten Wüstenhasen.
Und alle ließen sündiges Gezanke
Und folgten Madschnun auf den Wanderungen.

Und wollte Madschnun schlafen in der Nacht,


Bot ihm der Hirsch den Schenkel an zum Kissen,
Die Hindin koste seine Füße sacht,
Der Panther kreiste sichernd um das Lager
Und Wolf und Löwe hielten sorgsam Wacht.
Und Madschnun lebte unter den Geschöpfen
Als wie ein Engel voller Seelenpracht
Und doch ein Engel mit gebundnen Flügeln.

Je mehr er ward ein Herr und Freund den Tieren,


Um desto seltener ihm Menschen nahten.
Die Tiere aber Madschnuns Grafschaft zieren
Und bald verstand er auch der Tiere Sprache.
Und seine Lieder sich im Wind verlieren,
Nur manchmal schrieb er sie auf lose Blätter
Und übergab den Winden............................
....................................................................

(Der Rest ging verloren).

RUMIS HEILIGE TÄNZE

Wir wollen an der Hand der Liebe tanzen


Bis in den Einen, in den Großen-Ganzen!

Horch mit dem Ohr der Seele, o du Seele,


Im Grün, Grün der Juwele, o du Seele,
Dem Ruf der Liebe voller heißer Inbrunst!
Die Perlenschnüre zähle, o du Seele,
Die Schnüre eines aufgelösten Kleides!
Im Rausche fort dich stehle, o du Seele,
Und schau im Rausch der Liebe Himmels Schöne!
Und der Plejade Kehle, o du Seele,
Sie singt im Fliehen vor Orions Werben!
Die Welt dir nicht verhehle, o du Seele,
Wie aufgewühlt die Schöpfung durch die Liebe!
Von Tugend und von Fehle, o du Seele,
Ist rein der himmlisch-reine Rausch der Liebe!
Wo bleibt denn Philomele, o du Seele,
Wenn trunken jauchzt im Morgenrot die Lerche?
Mit Trübsal nicht verfehle, o du Seele,
Den Weg des Lebens, schau zur frohen Güte!
Ich schweige, sprich du Seele, o du Seele,
Du Seele in der Seele meiner Seele!
Wenn ich in Gluten schwele, o du Seele,
Verglüht mir alle Glut in deinem Feuer!

II

Gab gestern abend einem Stern, mein Himmel,


Den Liebesbrief, denn du bist fern, mein Himmel:
Ich biete meine Dienste meinem Monde,
Den Dienst der Liebe, meinem Herrn, mein Himmel,
Ich dien der Sonne, die mit ihrem Brennen
Vergoldet eines Felsen Kern, mein Himmel.
Und ich entblößte meinen wunden Busen,
Des roten Herzens Ordensstern, mein Himmel.
Die Liebe trinkt von meines Herzens Blute!
Ich schwanke, schwanke, insofern, mein Himmel,
Als wie ein Kind im Schoße seiner Mutter,
Und wie ein kleiner Junge lern, mein Himmel,
Ich von der Mutter sanftem Auge Frieden.
Der Weisheit Milch hab ich so gern, mein Himmel,
Und schlürfe oft die Honigmilch der Tröstung.
Des Herzens Heimat in der Fern, mein Himmel,
Ist deine Stadt - doch ich bin in Verbannung!
Ich trink aus schmutzigster Zistern, mein Himmel,
Verlorenheit, so fern des Lebens Quelle!
Nun lasse mich in die Tavern, mein Himmel,
Mach Schönheit trunken meines Auges Schmachten!

III

O Garten! seine Röselein, Geliebter,


Sie sollen dir erblühte sein, Geliebter,
Erblühte Rosen für die Auferstehung!
Mein Götze! Beide Welten sei’n, Geliebter,
Betört von deiner anmutvollen Schönheit!
Der schöne König geht allein, Geliebter,
Auf Jagd nach der Gazelle früh am Morgen;
Mög seines spitzen Pfeiles Pein, Geliebter,
Mit Schmerzen peinigen die andern Leute!
Wie kommt aus seiner Augen Schein, Geliebter,
Ein Evangelium in meine Augen!
Aus seiner Augen Edelstein, Geliebter,
Entspringe mir der Feuerglanz der Freude!
In eines Büßers Kämmerlein, Geliebter,
Bin ich getreten in der Nacht. Er sagte:
Es sei das ganze Leben mein, Geliebter,
In Schwermut tief verlassen und verloren!
Doch durch sein nüchternes Latein, Geliebter,
Ist mir mein Herz verlassen nicht und friedlos,
Ich habe doch der Liebe Wein, Geliebter,
Sei Gott der Ewige meiner Liebe gnädig!
Mein Leib ist gleich dem Mondenschein, Geliebter,
Dem kühlen Monde gleich, der schmilzt vor Liebe!
Mein Herz und meine Seele rein, Geliebter,
Sind wie die Harfe und die Harfensaite,
Wie David will ich benedein, Geliebter,
Den ewigen Gott, der da die Liebe heißet!
Will meine Harfe Schreie schrein, Geliebter,
Sieh an nicht die Zerrissenheit der Saiten!
Schau an die Süße meiner Pein, Geliebter,
Und seien meine Schmerzen tausendfältig!
Die Seele ist ein Jungfräulein, Geliebter,
Erfrisch die Anmut ihres Angesichtes
Der Erde menschlichen Verein, Geliebter!
Schau nicht die Haut der Wange an der Jungfrau
Beim liebevollen Stelldichein, Geliebter,
Schau an die Rosenwangen ihrer Seele
Und ihres Geistes Feuerschein, Geliebter,
Wie Herz und Seele lieblich sind der Jungfrau!
Des Menschenleibes Opferstein, Geliebter,
Er gleicht dem schwarzen Raben und dem Winter,
Doch sollen lichte Blümelein, Geliebter,
Im ewgen Lenz der schönen Seele blühen!
Erd, Wasser, Luft und Feuerschein, Geliebter,
Sind nicht die Seele - ewig ist die Seele!

IV

In Venus’ Rosenländerei, o Schönheit,


Lehrst du der Liebe Neckerei, o Schönheit,
Der schönen Sternin lose Liebeskünste!
Der Venus Aug voll Zauberei, o Schönheit,
Hält offen all des Himmelreiches Augen.
Was immer auch gescheh und sei, o Schönheit,
Ich bin vereint der Liebe und sonst niemand!
Zuerst gebar mich aus dem Ei, o Schönheit,
Die Liebe, ihr gab ich mein Herz als Letzter.
Ergebe dich der Tänzerei! O Schönheit,
So sprach zu mir der Liebe Lockenspitze.
Der Kerzenwange Konterfei, o Schönheit,
Begehrte eine Motte für die Flamme!
Ohne des Feuers Raserei, o Schönheit,
Halt ich es nimmer aus, zum Brand geschaffen!
Aus dieses Glühens Sakristei, o Schönheit,
Errettet nicht einmal der Quell des Lebens!

Ging je ein Baum mit Füßen, würd er nicht


Die Säge dulden. Käm die Sonne nicht
Mit Flügeln, würd die Erde nicht erhellt.
Und steig mit seinem Salz das Wasser nicht,
Wie würd es regnen auf den grünen Hain?
Und trennte sich vom Meer der Tropfen nicht,
Gäbs keine Perle in der Muschel Schoß.
Ging Josef weinend von dem Vater nicht,
Er wär nicht Herrscher nach dem Pharao.
Und dennoch wählte deine Seele nicht
Den Weg in deines Herzens Rubinschacht?
Und wanderst du nicht in dich selbst und nicht
Zum Grund des Herzens, findst du nie das Gold.
Aus allem Bittern kommst du anders nicht,
Als durch die Süßigkeit des Inneren.
Schaust du die Sonne deiner Liebe nicht,
So grünt dir niemals wahren Lebens Baum!
VI

Ich schrie im Herzen wild um Mitternacht:


Im Herzen ist ein Bild um Mitternacht!
Die Liebe trat zu mir und sprach: Ich bins,
Die dir im Herzen quillt um Mitternacht!
Von meiner Schönheit ist der Mond beschämt,
Die Mondin im Gefild um Mitternacht!
Doch was ist deines Herzens stilles Haus
Mit Bildern angefüllt um Mitternacht?
- Ach, das sind die Gedanken über dich,
Die Liebe anmutmild um Mitternacht.
- Und was ist das da, rot von Herzensblut?
- Gedankliches Gebild um Mitternacht,
Das ist mein wundes Herz, das weint im Staub.
- Die Seele war gewillt um Mitternacht,
Als Gläubige der Liebe sich zu weihn.
Schön wie das Mondenschild um Mitternacht,
Tat auf die Liebe ihr bewimpert Aug.
Die Seele ungestillt um Mitternacht
Nach dem geliebten Wesen streckt die Hand.
Das liebe Wesen brüllt um Mitternacht
Und schreckt das Herz mit seiner Grausamkeit;
Die Grausamkeit enthüllt um Mitternacht
Der wahren Liebe Sanftmut rein und süß.
Wie heißest du das Bild um Mitternacht?
Reib dir die Augen - schau des Herzens Bild!

VII

Was nimmt die Seele sich nicht Flügel vor? Komm!


Denn Gottes Gegenwart haucht dir: Empor! Komm!
Wie sollte Fischlein nicht vom Ufer schlüpfen,
Trifft frischer Wogenflut Gesang sein Ohr: Komm!?
Wie sollt der Weise nicht den Tanz beginnen
Wie Sonnenstäubchen in der Sonne Flor - komm! -
Wenn er vernimmt im Licht der Ewigkeiten
Neunfältig gottergebner Engel Chor: Komm!?
O Gnade! Lieblichkeit! der Schönheit Leben!
Welch Elend, wenn die Schönheit wer verlor! Komm!
O komm zu der Lebendigkeit der Schönheit!
Der Vogel aus dem Lande, wo er fror, komm,
Er fliege in das Südland süßer Sonne!
Willst du zum süßen Freudenhain, zuvor komm
Du fort aus dem Gefild der Bitterkeiten!
Vom Lande von Philister und von Tor komm
Zum wahren Land des Glaubens und der Weisheit!
Die Welt das arme Lämmlein Seele schor; komm
Auf deines Hirten quellenreiche Auen!
Komm von der Erde ödem Korridor, komm
Ins prächtige Gefild des Himmelreiches!
Die Seele ist der Fürst, der Leib der Mohr; komm,
O Herz, ins Fürstentum der wahren Liebe!

VIII

Ich bin ein Maler und ich mal geschwind


Und jeden Augenblick ein Bild ich find
Und lösche sie in deiner Gegenwart.
Erscheinung um Erscheinung lieb und lind -
Einflöß ich allen Geist von deinem Geist.
Und seh ich dich vor mir erscheinen, find
Ich jegliche Gestalt des Feuers wert.
Bist der du, dessen Schönheit ich empfind,
Der Schenke mit dem Flammenwein im Kelch?
Bist du der Gegner, dem ich mich verbind,
Der Gegner aller öden Nüchternheit?
Bist du der Krieg, der heiße Wüstenwind,
Der meine Hütte und mein Land verheert?
In deinen Geist mit meinem Geist verschwind
Ich ganz, in deiner Seele meine schmilzt.
In meiner Seele ich mich wohlbefind,
Weil meine Seele von der deinen stammt.
Blutstropfen, der aus meiner Wunde rinnt,
Ist eis mit deiner Liebe Feuerrot.
Im Haus aus Lehm und Wasser ich mich wind
Und trostlos ohne dich ist mir mein Herz.
O Herzenskönig! nimm mich zum Gesind,
Ansonsten flieh ich aus des Herzens Land!

IX

O wenn wir uns besitzen, du und ich,


Und im Palaste sitzen, du und ich,
Die Liebe uns in Eine Seele schmilzt
In doppeltem Erhitzen! Du und ich!
Die Sonne spendet uns Unsterblichkeit,
Wenn wir im Garten schwitzen, du und ich.
Wie Edelsteine schaun uns Vögel an,
Und unter Baumes Spitzen: du und ich.
Wir werden zu des Himmels Sternenschar
Als neue Sterne glitzen, du und ich.
Wir hängen an Marien Mutterbrust,
Der Mondin weißen Zitzen, du und ich,
Und werden wie die Mondin selber sein.
Wir werden nicht zerschnittne Skizzen, du und ich,
Wir werden wie ein Bild der Einheit sein.
Ein Wunder wird uns schützen! Du und ich,
Trotz aller Ferne sind wir doch vereint.
Mög unsre Liebe blitzen! Du und ich!
In Mekka du, ich in Jerusalem!
Und doch zusammen sitzen du und ich
In unsrer Herzensliebe Freudenhain!

NACHDICHTUNGEN AUS DEM KORAN

Poete sah die Huri schon hienieden,


Prophete rufet: Frieden, Frieden, Frieden!

Es betete, die da gebar Maria:


O Herr! in meinem Schoße war Maria,
Die war in meinem Schoß, will ich dir weihen,
So nimm du zu dir immerdar Maria!
Du bist der Wissende, du bist die Weisheit! -
Und als die Mutter sie gebar, Maria,
Sprach sie: Ich hab geboren eine Jungfrau!
Da sah, der sein wird, ist und war, Maria,
Daß Imrans Weib geboren eine Jungfrau.
Ich nenn die Schönste aus der Schar Maria
Und weihe dir die Magd und ihren Samen,
Daß du die Jungfrau wunderbar, Maria
Und ihren Samen, vor dem Satan schützest!

II

Die Engel sprachen: O Maria, Maid,


Erwählte du, von Gott gebenedeit,
Gott machte dich zur Reinsten aller Fraun!
Maria, sei du Gott dem Herrn geweiht
Und bete an mit deiner Stirn im Staub!
- War ich im Jünglingskreis zu jener Zeit,
Als jeder um Maria warf das Los,
Und als sie stritten ihren Männerstreit,
Wer da die Jungfrau frein darf als Gemahl? -
Die Engel sprachen aus der Ewigkeit:
Maria, Gott verkündet dir sein Wort,
Messias Jesus, Sohn der reinen Maid,
Geliebt auf Erden und im Reich bei Gott!
Und wenn ein Kindlein in der Wiege schreit,
Spricht Jesus diesem Kindlein Gnade zu...
Maria sprach, die immerwährende Maid:
Wie, da ich keinen Mann erkennen werd,
Wie wird mir da der Sohn der Ewigkeit?
Gott sprach: Ich schaffe, was ich will! Ich red
Das Wort: Es sei! Da ist es in der Zeit.-
Gott gibt Torah und Evangelium,
Gott sendet seine Weisheit in die Zeit,
Ihm glauben möge all das Volk der Schrift.

III

Gedenke auch im Himmelsraum Maria,


Gedenke auch im Erdenraum Maria,
Die einsam lebte in dem Land des Ostens,
Verschleiert von dem Schleiersaum, Maria.
Da sandte Gott als Bräutigam die Taube,
Den Heiligen Geist in ihren Traum Maria.
Ich nehme meine Zuflucht zum Erbarmer!
Sprach frommen Wortes hörbar kaum Maria.
Da sprach der Heilige Geist, die sanfte Taube:
O Tropfen aus dem Meeresschaum, Maria,
Gebären wirst du Jungfrau einen Knaben!
Da schattete der Taube Flaum Maria,
Da sie den Sohn des Ewigen empfangen.
Da trat zu einem Feigenbaum Maria,
Da hat die Maid den Feigenbaum umschlungen.
Da quoll dir einer Quelle Schaum, Maria,
Und ließ dich reines Lebenswasser trinken.
Du schütteltest den Feigenbaum, Maria,
Da warf er in den Schoß dir eine Feige.

IV

Der Ewige sprach sein Gebot: O Jesus,


Du Sohn Mariens, Rose rot, o Jesus,
Mit dir und deiner Mutter ist die Gnade,
Weil ich den Heiligen Geist dir bot, o Jesus,
Dir meine Kraft gesandt als sanfte Taube!
Aussätzige von ihrer Not, o Jesus,
Die Armen und die Elenden erlöse
Und weck die Toten aus dem Tod, o Jesus,
Gib ihnen Leben du von meinem Leben! -
Du sprachest, Sohn der Rose rot, o Jesus,
Dein Wort zu Gott, dem Ewigen der Gnade:
Gibst du der Welt des Lebens Brot? - O Jesus,
So fragtest du den Ewigen der Gnade?
Du selber bist des Lebens Brot, o Jesus,
Und Gott im Himmel hat den Tisch bereitet!

Und Jesus kam mit offenbaren Zeichen


Herab aus seinen sieben Himmelreichen:
Zu euch gekommen bin ich mit der Weisheit,
Was wollt ihr anderes dem Herrn vergleichen?
Gott ist der Weg, die Wahrheit und das Leben,
Ihr möget nie von Gottes Wegen weichen!
So tretet ein in eure Freudengärten
Zu Paradiesesfrauen, freudenreichen!
Fürsprecher haben euch den Weg bereitet.

VI

Verlockend sind den Menschen anzuschauen


Die Kinder und die Freude an den Frauen
Und Rassepferde, Gartenland und Silber.
Dies wird der Gnädige der Welt vertrauen
Auf Erden. Doch der Himmel ist die Heimat
Der Heiligen. Dort wandeln sie in Auen
Bei den kristallnen Bächen unter Rosen
Und finden in den Paradiesen Frauen -
Das ist des Allerbarmers Wohlgefallen!

VII

In Edens Gärten werden die gelangen,


Die Offenbarung glaubensvoll empfangen.
Sie werden an den reinen Bächen wandeln,
Die schlängeln sich wie unschuldvolle Schlangen.
Die Heiligen des Himmels, reine Frauen,
Sie werden dort geschmückt mit goldnen Spangen.
Sie werden lebensgrüne Leinen tragen
Und jadeschön in feinster Seide prangen.
Die Dichter werden auf dem Diwan ruhen
Mit Paradiesesmädchen, die sie sangen.
Ja, dies ist Gottes Liebe, Gottes Gnade,
Die werden nur die Glaubenden erlangen,
Der schönsten Wonnen ewige Ruhestätte!

VIII

Dem reinen Diener Gottes aber sei


Prophetenhimmel mehr als Phantasei,
Dort wartet seiner eine süße Frucht,
Im Wonnegarten immer duftet Mai,
Auf Kissen kost er da mit einer Frau!
Der Freund auch seiner Freude sei dabei,
Der Becher kreise, voll mit bestem Wein,
Auf Erden tröstete die Melancholei
Der Wein, im Himmel sei er eingeschenkt!
Und Mädchen schauen schöner Schelmerei
Und herzen gerne Gottes treuen Knecht.
Das Aug der Einen wie ein Zauber-Ei,
Die seine Lieblingin im Paradies!
IX

Die Throne in dem weiten Himmelsraum


Stehn alle um des Lebens Lotosbaum.
Da lagern wir uns leicht und lässig hin
Und reden vom verflossnen Erdentraum
Mit schönen Jünglingen, wie Perlen zart.
Da tauchen herrlich aus dem Quellenschaum
Die Schöngeaugten in dem Seidenkleid,
Mit Funkelblicken unterm Wimpernsaum,
Vermählen sich mit uns in ewiger Lust!

Den Gottesfreunden Garten neben Garten,


Mit Maienblumen, Rosen aller Arten,
Mit duftenden und blütenreichen Zweigen.
Und alle, die auf Gottes Gnade warten,
Die werden trinken von den frischen Quellen.
Sie werden Früchte finden aller Arten,
Granaten, Datteln, Feigen und Jampusen.
Sie lehnen sich auf Lager in dem Garten
Und in die weichen Kissen von Brokaten.
Keuschblickende erscheinen in den zarten
Gewändern duftend hingehauchter Seide,
Kein Mensch noch Engel hat die ganz aparten
Keuschblickend-Schöngeaugten je entjungfert!
Sie gleichen rosigen Korallenarten,
Auch Onyx, Lapislazuli und Jade.
Was sollte sonst ein Gläubiger erwarten?
Auf Erden wird er stets entgegenschmachten
Der süßen Liebesstunde, lang erharrten,
Mit seiner Haura in dem Himmelszelte!

XI

Die da gegangen sind auf Gottes Wegen,


Erlangen einen ganz besondern Segen:
Sie werden ruhen in dem Wonnegarten
Und in des Weinbergs fruchtenden Gehegen,
Und Mädchen werden mit den hübschen Brüsten
Sich zu den Männern in die Kissen legen,
Gleichaltrig wie die Männer sind die Mädchen,
Die Mädchen, die die Trinkenden erregen,
Sind schön wie Eva einst im Garten Eden!

XII
Posaunen haben Jüngsten Tags begonnen,
Da gingen aus den Nächten vor die Sonnen,
Da gingen aus den Gräbern vor die Toten.
Gott ist gerecht und ist euch wohlgesonnen,
Die festgehalten habt am wahren Glauben.
Im Paradiese lebt ihr lauter Wonnen
Und werdet spielen wie der Weisheit Kinder
Und trinken besten Wein aus tiefen Bronnen
(Kopfschmerzen aber werdet ihr nicht kennen).
Und Weiber warten auf den Hochzeitsthronen
Auf ihre nimmermüden Ehegatten.
Und Frieden! Frieden! rufet die Madonne,
In Schmuck von Ofirgold vor Gottes Herzen.

SALOMO UND DIE KÖNIGIN VON SABA

Fürst Salomon, der Fürst der Juden,


War König über alle Guten,
Die alle dienen, alle beten,
Die alle wert des neuen Eden,
Obs läge auf dem Berge Sion,
Ob auf dem Siebenstern Orion,
Wo schweben die astralen Engel
Und tragen Leiern, Lilienstengel
Und Schwerter, Scharen Michaelis,
Die treuen Boten Jahwe Eli’s.

Doch waren auch von Strahlenthronen


Geworfen Lucifers Dämonen
Und schwirrten nun durch Luft und Äther,
Um zu versuchen Juda’s Väter
Und Mütter auch, wie Eva weiland,
Von der doch kommen soll der Heiland.

Auf den Messias immer warten


Sah man Fürst Salomon im Garten,
Da schritt er einsam seine Runde
In stiller blauer Dämmerstunde.
Der Engel Salem, ewig lebend,
Umgab ihn unsichtbar und schwebend.
Ein Schimmer glänzte um die Krone
Dem gottgeliebten Davidssohne.
Da stand er in orangnen Mohnen
Und dachte über die Dämonen
Und wie sie zu beschwören seien.
Es war zur Abendzeit im Maien,
Da Salomon die Kunst begehrte
Der Dschinn-Beschwörung, und beschwörte:
O dunkler Geist der Wissensschätze,
Des Goldes der geheimen Plätze,
Tritt du zu meinem moosnen Kissen
Und bring von der Magie dein Wissen,
Von Sterne, Steinen, Sprüchen, Zahlen.
Im letzten Gold der Sonnenstrahlen
Und bei dem Abendruf vom Tauber:
Lehr Weisheit mich und Liebeszauber!
Weißt du die Liebe zu beschwören
Und schöne Frauen zu betören,
Dann komm und töne tausendtönig!
Doch bleib ich allezeit dein König,
Ich werde nicht in Zauberakten
Mit einem bösen Geiste pakten,
Du sei mein Knecht, du sei mein Sklave,
Doch über mich allein herrscht Jahwe!---

Und ein asketisch hagres Männchen


Trat leis mit einem Weihrauchkännchen
Zu Salomon, im Duft vom Öle
Und Schimmer in der Augenhöhle,
Und sagte zu dem Judenfürsten:
Vernommen habe ich vom Dürsten
Nach Weisheit und Magie und Wissen
Und dien dir fleißig und beflissen.
Hier hab ich Staub aus Adams Urne,
Den Gott schuf unter dem Saturne,
Hier hab ich Stachel von Skorpionen,
Die hoch auf dem Skorpione wohnen.
Schau, über die Skorpionenstiege
Ich ungeflügelt zu dir fliege.
Ich flog am Ischtar-Stern vorüber,
Und was ich sah und schaute, Lieber,
Im Spiegel auf dem Ischtar-Sterne?
Das Weib schmückt schon sich in der Ferne!
So sprach der Dschinn und war verschwunden
Wie Füchse fliehen vor den Hunden.

Und Salomon ging ganz alleine


Auf die Terrasse, um beim Weine
Allein zu beten, zu betrachten.
Er sah die Nacht ihn rings umnachten,
Er sah der Bäume Sinnlichkeiten
Und fühlte seiner Seele Leiden,
Wie Sehnsuchtsfernen in ihm glühten,
Er sah die Sterne schön wie Blüten,
Wie Himmelsblumen voller Düfte.
Und da umarmte er die Lüfte,
Der Bäume Blühn, der Gräser Sprießen.
Er wollte nur den Wein genießen
Und auch den scharfen Trank der Feigen
Und lange schweigen, einsam schweigen,
Um in dem Himmelreich zu weilen,
Wo göttliche Balsamen heilen.
Er sprach mit Abraham, mit Jakob
Und mit dem Himmlischen vom Jabbok,
Den Patriarchen und den Engeln.
An Tugend arm und reich an Mängeln,
Vertraute er auf Rat von oben.
Da hat sich sanft zu ihm geschoben
Die schwarze Pharaonenkatze
Auf ihrer sammetweichen Tatze.
Sie schaute zärtlich, schaute zage,
Sie tänzelte so weich und vage,
Sie ging in einer schönen Scheue,
Daß er sich ihrer Sanftheit freue.
Da führte er den Wein zum Munde
Und hörte das Geheul vom Hunde,
Der da zum hohen Monde heulte
Und dann in einen Garten eilte.
Schakale waren in der Wüste,
Delphine an der Meeresküste,
Um hohe Berge flogen Aare,
In Wipfeln ruhten Taubenpaare,
Es flogen Palästinas Möwen
Und ferne jagten Sabas Löwen.
Und Salomon zur Nacht alleine
Sah alle Welt in seinem Weine,
Die Schöpfung sah, die ganze gute,
Er wie in Jahwe’s Purpurblute.- -
Oh daß ich in den Lüften bade
Wie neugeboren durch die Gnade!
Oh daß die Sterne allenthalben
Mit dem astralen Tau mich salben!
Daß die Gazellen mir vergeben
Mit ihrer Brüste keuschem Beben!
Daß mich die grenzenlose freie
Süßwarme Nacht zur Liebe weihe!
Daß ich des Kosmos sieben Kreise
Als wie das Fleisch der Weisheit speise! - -

Und da er Harfen, Saitenspiele,


Die Dschinn von ihrem Feuerpfühle,
Die Tiere alle eingeladen,
Zu feiern Gottes große Gnaden,
Da kam beim frommen Gottesmann
Als letztes Tier der Hudhud an,
Der Wiedehopf, der Liebesbote.
Fürst Salomon sang eine Note,
Er konnte Vogelsprache sprechen,
Nicht nur barbarisch radebrechen,
Er konnte flöten, trillern, singen.
Und Hudhud hob die schönen Schwingen
Und ließ die Federn plustern, bauschen,
Und stellte sich, dem Herrn zu lauschen:
Schon kam die Mitternacht geschwommen,
Was bist du erst so spät gekommen,
Mit mir zu feiern Gottes Gnaden?
Ich hab die Tiere eingeladen,
Nur Hudhud wollt sich nicht beeilen?
Wo wolltest du so lange weilen?

Sprach Hudhud mit dem Räuspern edel,


Mit klugen Augen in dem Schädel
Und mit der Füße Paar Stolzieren
Und mit der Rede Prunk und Zieren:

O Majestät der Majestäten,


Du Zweiter Adam, Herr von Eden
Und von Jerusalem und Sion!
Ich war in Galilee und Dion,
Ich war im unteren Ägypten,
Umflog die Sphinxen und die Krypten,
Ich war in Kusch und war in Ofir
Und sah Granit und Gold und Porphyr,
Ich flog entlang der Skylla-Riffe,
Begleitete die Tarsis-Schiffe,
Begleitete ein Schiff von Schittim,
Fuhr nach Elischa, fuhr nach Kittim
Und schaute Jawans Inseln alle,
Flog weiter überm Edenballe
Und eilte durch die Sonnenmilde
Kleinasiatischer Gefilde,
Ich nistete in einer Zeder
Bei Susa in dem Land der Meder,
Vernahm das Streiten kontroverser
Dispute in dem Land der Perser,
Flog überm Euphrat trotz der Welle
Bis an des Euphrat hohe Quelle,
Am Kaukasus, dem Patriarche
Der Berge, schaute ich die Arche,
Ich flog mit Lust des Vogelsanges
Nach Hindostan und bis zum Ganges,
Sah China, der Chinesen Mauer,
Die Vögel dort im Vogelbauer,
Ich aber vogelfrei, ich habe
Den Weg gesucht zu Adams Grabe.
Und alle Länder, die ich schaute,
Die Gott zu sehn mir anvertraute,
Sie alle loben laut und ehrlich
Die Weisheit Salomonis herrlich,
Und alle weihen sich dem Ruhme
Von Sions Jahwe-Heiligtume! -
Jedoch - - Ich wag es kaum zu sagen,
Und denk ich drüber, muß ich klagen,
Es gibt ein Land, schön zum Ergötzen,
Da dienen alle noch den Götzen,
Die Königin ist eine Schöne,
So schön, daß ich vor Wollust stöhne,
Bilkis ihr Name, Sabas Herrin!
.................................................

Und Salomon vernahm die Töne


Und sprach: Du lobtest ihre Schöne?
An Schönheit will ich mich ergötzen
Und sie bekehren von den Götzen
Zum wahren Gott, der Schönheit Quelle.
Sag, ist sie dunkel oder helle?

Sprach Hudhud: Viele sah ich, viele,


Geeignet für der Liebe Spiele,
Ich sah der Griechen hübsche Nymphen
Mit bloßen Füßen, nicht mit Strümpfen,
Ich sah in maienem Aroma
Die holden Herrinnen von Roma,
Sah schwarzgeaugte Perserinnen
Und göttergleiche Inderinnen,
Prinzessinnen sehr süß in China -
Doch Sabas herrliche Regina,
An Schönheit nimmer übertroffen!
Als stünd das Reich der Himmel offen!
Wenn ich in ihre Augen sehe,
Fühl ich der Ewigen Weisheit Ehe! - -
.......................................................

Sprach Salomon: So fliege eilig


Und spanne deiner Flügel Segel,
Du Erster aller meiner Vögel,
Und nimm das Briefchen in den Schnabel:
Jerusalem, der Erde Nabel,
Will feiern Gottes schöne Gnaden,
Bilkis in meine Halle laden!
Da sollst du zirpen, sollst du tändeln,
Mit Sabas Herrin anzubändeln,
Sollst huldigen und Weisheit heucheln,
Vor allem ihrer Schönheit schmeicheln,
Solange sie mit Worten kosen,
Bis schamhaft glühn die Wangenrosen,
Bis daß sie kennt nur Ein Begehren:
Die weite Wüste zu durchqueren
Und durch das Rote Meer zu fahren,
Die Schönheit mir zu offenbaren!
Weil Weisheit sich in Schönheit zeiget,
Der Weise sich zur Schönen neiget!

Die afrikanische Madonne


Früh betete zur Morgensonne,
Da flog durchs offne Fenster leise
Der kleine Wiedehopf im Kreise,
Und zu Bilkis das Briefchen tragend,
Sah zu ihm Sabas Herrin fragend:
Von wo bist, Hudhud, du gekommen?
Sprach er: Bin durch die Luft geschwommen
Von meinem König Salomone,
Der sandte mich zu deinem Throne,
Bilkis, du schöne Königinne,
Er rufet dich zur Jahwe-Minne!
Er will die Weisheit mit dir preisen,
Gottgleiche Gattin aller Weisen!
Er will dich seine Weisheit lehren,
Du wirst die Tochter Sion ehren,
In der die Weisheit wollte wohnen,
Sie wollte in dem Tempel thronen
Der Maid Jerusalem voll Gnade,
Ihr Wort bewahrt die Bundeslade
In Gottes dunklem Tabernakel,
Denn Tochter Sion ohne Makel
Allein ist wert und auserkoren,
Ihr hat sich Jahwe zugeschworen!

Bilkis sprach sanft mit ihrer leisen


Jungfrauenstimme: Gott zu preisen
Weiß Salomon die rechte Weise?
Ist gottesfürchtig, fromm und weise?
Ich will ihm reiche Gaben senden,
Ihm Elfenbein und Silber spenden,
Zu sehn ob er sich läßt bestechen
Und läßt sich kaufen wie die frechen
Weltweisen dieser Welt und Erde.
Ja, hör, daß ich ihn prüfen werde!

Gepriesen unsre Königinne!


Rief Sabas Volk in großer Minne:
Der Jungfrau Lob, des Volkes Mutter!
Die Haut wie Schokoladenbutter,
Die Zähne weiß wie Elfenbeine,
Die Augen gleich dem Mondenscheine,
Wie schwarze Perlen die Pupillen,
Die großen, träumerischen, stillen,
Wir preisen Sabas Windessäuseln
In ihrer dunklen Locken Kräuseln,
Wie kleine goldne Samenkerne
In ihrem Haar des nachts die Sterne,
Ihr Purpurmantel Sonnengluten,
Die Stoffe geistig sie umfluten,
Die Welt im Mondschein findet Ruhe,
Legt Saba sich vor ihre Schuhe
Und ruht Arabien zur Rechten
Und links Äthiopien in den Nächten
Und badet sie im Roten Meere,
Wo Schilfes Rohre stehn wie Speere,
Die Wasser nicht Bilkis befeuchten,
Kristallne Tropfen um sie leuchten
Wie Perlen, Diamantgeschmeide,
Tritt sie in dunkler Haare Seide
Ans Ufer jenes Meers, des roten,
Dann reift die Frucht von Affenbroten,
Johannisbrote in den Bäumen
Von Afrikas Ernährung träumen,
Du Mutter Afrikas, du linder
Traum aller kleinen schwarzen Kinder,
Dich preisen alle Spatzenjungen
Und seligen Arabiens Jungen,
Jungfrauen folgen dir jungfräulich,
Der holden Herrin traut und treulich,
Umschwärmt von Roten Meeres Möwen,
Begleitet von Äthiopiens Löwen,
Führn Jungfraun dich zu deinem Ziele,
Zur Mündung streben sieben Nile
Von unerkannter Ursprungsquelle,
Und Saba in der Morgenhelle
Von Kilimandscharo-Schnee und Mohne
Versammelt sich vor deinem Throne,
O Königin des Südens! Sterne
Vom Kreuz des Südens kränzen ferne!

An Salomon, den Unbekannten,


Hier einen goldnen Elefanten,
Daneben sieben goldne Affen,
Dir hundert Jungfraun, tausend Waffen,
So will ich deinem Briefe danken!

Kamele durch die Wüste wanken,


Eunuchen treten zu dem Throne
Des Herrn und sagten Salomone:
Dies alles sendet Sabas Herrin,
Die keine Törin, keine Närrin,
Die selber doch nicht kommen wollte
Und gab dir diesen Schatz vom Golde
Und sprach: Nun geht, ihr meine Mädchen,
Lebt froh fortan in Sions Städtchen,
Ich sandte euch, ihr schwarzen Schönen,
Saba und Sion zu versöhnen.

So also sprachen die Eunuchen


Und niemand hört den König fluchen,
Vielmehr von seinem Löwenthrone
Erhob die Stimme Salomone
Und hob sie zu Jehowah droben:
O Ewiger! Ich will dich loben,
Ich will dich preisen, lieber Abba!
Ich weihe dir das Reich von Saba
Und dir das Herz von Sabas Herrin!
Doch spricht sie nicht wie eine Närrin?
Und handelt so! will sie mir bringen
Geschenk von tausend schönen Dingen,
Von Fraun, die sich in Seide bauschen,
Und naht doch selber nicht, zu lauschen
Der Weisheit, die Du mir gegeben,
Du meine Wahrheit und mein Leben!

Bilkis der Königin im Süden,


Sei Gottes Gunst und Huld und Frieden!
Dir schreibt von seinem Löwenthrone
Der Geist des Königs Salomone,
Der alle Weisheit aus dem Osten
Dich lehren will, dich lassen kosten
Die Weisheit, die ihm Gott gegeben!
Ich will nicht Reichtum, langes Leben,
Ich wollte Weisheit nur empfangen!
Sie möchte nun zu dir gelangen,
Dein Herz erobern, neugebären,
Auf daß du lebst, den Herrn zu ehren,
Den wir im Geist und in der Wahrheit
Anbeten in der dunklen Klarheit
Des Tempels, in dem Tabernakel!
Bilkis, o Schöne ohne Makel,
Dich selbst will ich nach Sion laden
Und weihen dich Jehowahs Gnaden!

Und Königin Bilkis, die wahre


Gebieterin, sie fuhr drei Jahre
Hoch auf dem Rücken der Kamele,
Mit Wißbegier in ihrer Seele,
Durch Wüsten und Oasenplätze
Trug herrliche Geschenke, Schätze,
Reichtümer sie und reiche Gaben,
Den König Israels zu laben.

Der saß in ihren Wanderzeiten


Auf seinem Thronstuhl, dem zu Seiten
Die Löwen standen und die Wächter,
Fronvögte, Offiziere, Pächter.
Da rief der Fürst mit einem leisen
Ruf seines Landes alte Weisen,
Sich mit den Weisen zu beraten,
Die alle ganz bescheiden taten,
Von seiner Weisheit übertroffen.
O Freunde, sprach er, ich will hoffen,
Daß wir die Königin empfangen,
Wie es gebührt den braunen Wangen,
Den schönen dunklen Wangenbeeten,
Auf daß vor Freude sie erröten!
Was ratet ihr mir, daß ich tue?

Sprach einer so: Sie liebt die Ruhe,


Sie liegt auf einem Diwan immer
In ihrem Innern Purpurzimmer,
Auf weichen Polstern, weichen Kissen.
Bequem will sie erlangen Wissen
Und Weisheit und vom Höchsten Kunde.
Drum rate ich in dieser Stunde,
Ihr Thronbett, herrlich wie Orion,
Zu pflanzen in das schöne Sion.
Hier sollen Geister es verklären
Mit Gold und Glanz und Sternensphären,
Ob sie es wieder wird erkennen
Und es ihr eignes Thronbett nennen.
Dann mag bequem sie darin lagern,
Da wirst du sagen von den Sagern
Der Weisheit und sie übertreffen
Und alle Afterweisheit äffen,
O unser Weiser, denn du bist erleuchtet!

Die Lippen Salomon befeuchtet


Und hob die Stimme zum Gebete:
Erzengel, der zur Jungfrau wehte,
Eil du nach Saba, mir zu bringen
Ihr Thronbett her auf deinen Schwingen
Und es mit Vollmacht deiner Worte
Als Poesie erlesner Sorte
Zu Glanz zu bringen, zu verklären.
Gott tat nach Salomons Begehren
Und sandte Engel Gabriele
Wie später zu der Jungfraunseele.

Tochter Sion! Schau, ich bringe


Tauben, an den Füßen Ringe,
Die wir dir zur Treue banden,
Königliche Elefanten
Mit dem weißen Elfenbeine,
Edelkeit der Edelsteine
Bringen weiße Elefanten,
Rotes Gold und Diamanten,
Orang-Utan, Paviane,
Einen Dolch vom Tigerzahne,
Schwarzgefleckte goldenhelle
Schöne Leopardenfelle,
Bringen dir mit grün und blauen
Federschweifen stolze Pfauen,
Lassen sie in stolzen Zieren
Königlich vor dir stolzieren,
Freu dich auch am Spiel der Affen
Und am Waffenklang der Waffen
Und am Schwertgeklirr der Schwerter,
Bringen sollen schwarze Wärter
Afrikanische Rubine,
Silber aus der Silbermine,
Lapislazuli, Smaragde,
Tanz der Tänzerin im Takte
Soll dich freuen, Schwung der Hüften,
Jemens Weihrauch soll dir düften,
Räucherwerk der Wüstendürre,
Onych, Galbanum und Myrrhe,
Stakte, Aloe und Narden
Sollen blühn in deinem Garten.

Und Salomon in seinem Warten


Erbaute in dem schönsten Garten
Für Sabas Herrin eine Halle,
Für sie allein und nicht für alle.
Dem Waldhaus gleich im Libanone
Und schöner baute Salomone
Zum Preis der Weisheit diese Räume,
Wie sie gezeigt ihm seine Träume.
Den Boden aber mit den Wegen
Mit blauem Glase auszulegen
War seine Freude, ihr zum Ruhme,
Die da der Weisheit blaue Blume,
Da glich der Boden blauen Meeren.

Dann ging er hin mit seinen Heeren,


Bilkis mit schönen braunen Wangen
Im schönsten Sion zu empfangen.
Die Perle kam, die schwarze Jade.
Die salomonische Parade
Geleitete sie zum Palaste.
Die Weisen und die Priesterkaste
Und auch das Volk in seinem Trubel
Empfingen Sabas Stern mit Jubel.

Da trat sie in die Hallenräume


Und sah der Säulen Zedernbäume
Und sah die gläsernen Gestade.
Die Perle nun, die schwarze Jade,
Hielt diesen Boden für ein Wasser.
Der Fürst von Ephraim und Asser
Erheitert lächelt voller Gnaden.
Sie hob den Rock bis zu den Waden,
Daß naß nicht würden ihre Säume,
Die waren herrlich, schön wie Träume,
Die Beine wie die Nacht, wie Onyx,
Gesalbt mit Aloe und Onych
Und glatt rasiert - wie die Chronisten
Behaupten und Äthiopiens Christen!

Salomone, Salomone
Führte nun zu seinem Throne
Königin Bilkis alleine.
In dem goldnen Gnadenscheine
Goldner Sonnen allerorten
Tat er weithin auf die Pforten.
Sonne in der Halle leuchtet
Und mit Tau des Lichts befeuchtet
Zedern- und Zypressenwände.
Salomons Gesicht spricht Bände,
Als er Sabas Herrin leitet
Und zu seinem Throne schreitet.
Cherubinen hör ich rufen
Weisheit von des Thrones Stufen,
Sechsgeflügelt Seraphinen
An des Thrones Treppe dienen.
Salomone lächelt heiter
Vor der neuen Himmelsleiter.

In dem Diwan, auf dem Pfuhle,


Auf dem goldnen Gnadenstuhle
Saß auf seinem Königsthrone
Der geliebte Salomone.
Seine Adler um ihn gleiten,
Darauf saß er oft zu reiten,
Seine Adler laut verkünden
Die Erlösung von den Sünden,
Tragen in den Adlermunde
Pergament mit froher Kunde,
Sahen in das Aug der Sonne
Afrikanischer Madonne,
Die, von Jahwes Huld gereinigt,
Mit der Weisheit sich vereinigt.

Schönste Weisheit will ich nennen:


Gottes Liebe zu erkennen!

GHAZELEN

„Wenn Hafis Liebe, Rumi Gott besingt in der Ghazele,


So schimmert es wie Schlomos salomonische Juwele,
Da wird mir wie dem Liebchen Schullammyth im Hohen Liede,
Gazellengleich inbrünstig lechzt nach Weisheit meine Seele.“

I. SULEIKA

1
Suleika, schüttele dein Haar, das schwarze,
Dein Haar wie Lebensfäden meiner Parze,
Mich schlinge ein in deiner Locken Fesseln!
Suleika, schüttele dein Haar, das schwarze,
Erröten laß die Wangen du vom Rotwein,
Den Wein in dem kristallnen Glas vom Quarze
Aufsaug mit rosigen Rubinenlippen
Und saug aus der Zypreß vom goldnen Harze
Die Perlen! Schau, ich weihe dir den Samen
Des Wortes, schlimme Hexe du vom Harze,
Du weise Magierin vom Morgenlande!
Suleika, schüttele dein Haar, das schwarze,
Und öffne mir dein Kleid von Seidengaze
Und offenbare deiner Brüste Warze!

Du bist die Rose und der Mondin Horn,


Ich bin die Nachtigall, die dich erkorn,
Du bist der Neumond in der Mitternacht,
Bist Nessel, Distel, Amors Pfeil und Dorn,
Ich bin das Huhn, das unterm Flügel will
Dich bergen, blindes Huhn, find auch ein Korn,
Das ist von deiner Hand das Abendmahl,
Das oftmals ich aus meiner Hand verlorn,
Weil immer ich nur übers Fasten sann.
Ich Israel und du Jehowahs Zorn,
Du schöne Weisheit in der Fleischgestalt!
Ich aber der Verwirrte bin verworrn,
Da löse mich und schenk mir deine Huld,
Aus Gnade öffne deines Schoßes Born!

Du bist die Rose, ich die Nachtigall,


Du bist mir ferner als der Sonnenball
Zur Mitternacht im Jammertränental,
Bist unerreichbar, tief wie ein Korall
Verborgen in dem Schoß des Roten Meers,
Ich tauche tief und such dich überall.
Ich bin der Armut schmachtender Verzicht,
Du Garten Edens Wonne lebensprall,
Ich bin des Todes hageres Skelett,
Du aber Wonneweib, du Eva drall,
Ich bin die Schlange im Erkenntnisbaum
Und möcht verführen dich zum Sündenfall!
Ich bin die Nachtigall des Minnesangs
Und singe ohne deinen Echohall!
Du bist des Universums Königin
Und ich der Sternensphären Sphärenschall!
Ich bin der Esel und ich bin der Stier,
Du die Madonna in dem Weihnachtsstall!

Die Parzen mir bestimmten an der Schicksalsspule:


Du Minnesänger, gehe in die Minneschule!
Ach, daß ich einsam nun an grauen Nordmeers Küste
Das rosa Fleisch den Krabben aus dem Panzer pule,
Und doch dein Fleisch nicht aus der transparenten Seide
Dir schäle, liebe Seele, sondern dumm mich sule
In einem eingebildeten Hetärenschoße
Als wär ich in dem Feuersee, dem Höllenpfuhle!
Vergebens mahnt die Keuschheit mich der frommen Tugend,
Und statt des Katechismus vom Apostelstuhle
Will ich die Offenbarung deiner Lippen lesen,
Du Himmlische! ach wär ich dein geliebter Buhle!

Wie gerne möchte ich mich dir vereinen,


Und, liebe Sonne, als dein Spiegel scheinen
Und Sonnenstrahlen in die Sonne spiegeln!
Wie gerne deinen Leib in leichten Leinen
In blühende Magnolienblüten betten,
Du Huri aus den Paradieseshainen!
Ich wäre gern dein Einziger und Abgott
Und gönne dir, du Einzige, sonst keinen,
Erst recht nicht den Hethither, den Uria,
Sein Herz ist hart wie Härtigkeit von Steinen,
Die Ursach aller meiner Eifersüchte!
Was willst du mit dem Priap denn, dem seinen?
Gleicht mehr doch einem Gotte mein Priapus!
Das will ich dir beweisen, will ich meinen!
Doch schaust du meine Herrlichkeit nicht an, und
So muß ich weinen, o Suleika, weinen!

Wenn seine Völker zählen wird August,


Ist Weihnachtszeit, da werd ich mir bewußt,
Suleika, wie so sehr ich einsam bin!
Nicht daß ich Jesus wär, ich denke just,
Ich bin wie Jesus so verloren auch!
Wenn du Erbarmen hast, Suleika, mußt
Marien gleich du in der Höhle mich
Empfangen - oder ewiger Verlust
Mich scheidet von der Minne Paradies!
Du öffnest ja des Garten Edens Lust
Durch deines Leibes benedeite Frucht:
Durchbohr mich mit der Spitze deiner Brust!

Suleika, gerne wäre ich dein Freier


Und Minner auf der Minne Hochzeitsfeier,
Auch ohne Staates und der Kirche Segen,
Nur in das Nest zu legen meine Eier,
Mich wie ein Engel stürzen auf das Manna,
Mich auf das Lämmchen stürzen wie ein Geier!
Gern wär ich durch die Vollmacht meiner Lende
Dir deines Leibes Himmelsprophezeier!
Ich wäre gern die straffgespannte Saite
Des Minnesangs in deines Leibes Leier,
Wär gerne deines Schoßes Schwanensänger
Und deines Grabesschoßes letzter Schreier,
Ich stürbe gern in deinem Mutterschoße
Und wär zugleich auch dir ein Herzbefreier
Und möchte mich in dir so gern vermehren,
Vertausendfachen, als dein Ein-und-Dreier!

Du bist Frau Venus, ich bin Eros,


Die Göttin du und ich der Heros,
Ich bin Achillus und zugleich auch Paris,
Du bist die Helena Homeros,
Bist Unsre Liebe Frau vom Berge,
Ich Minnesänger der Palmeros,
Du bist die Königin des Weltalls
Und ich dein Echo und dein Sphairos!

Ich bin die Nachtigall, du bist die Rose,


Ich preise deines Brüstchens Aprikose,
Du bist die galiläische Hetäre
Und ich am See Genezareth Matrose,
Du bist die Schwangestaltige, die Lyra,
Ich aber bin der Lyra Virtuose,
Du bist des Mittelmeeres Aphrodite,
Ich als ein Genius des Windes tose,
Du bist der süße Odem meines Lebens,
Ich bin der Stöhner und der Atemlose,
Du bist das Himmelreich im kurzen Blaukleid,
Ich aber bin die Wolke in der Hose,
Du bist des Maien dornenlose Pfingstros,
Ich aber bin der Schwermut Herbstzeitlose,
Du bist der Scharonwiese reine Lilie,
Du bist die Nymphe in der Metamorphose
In die Unendlichkeit der blauen Blume,
Du bist die Mondin, die ich nimmer kose,
Ich bin die Sonne, die ich untergehe,
Du bist Madonna in der Venuspose
Und ich der weise Josef mit dem Stabe.
Ich singe deiner Schönheit Apotheose!

II. HAFIS

Die Dichter preisen oft der Liebe Schenke,


Daß da ein Schenke ihnen Wein einschenke
Und daß sie dort den heilgen Kelch gefunden
Und dort des ewgen Lebens Quellentränke.
Mir aber muß es, ach, ganz anders scheinen:
Ich fand des Pöbels Schimpfen und Gestänke
Und die Taverne als ein Reich des Teufels
Mit Fluchen und Geläster und Gekränke
Und Schlägereien und Gelärm von Kerlen
Und Häßlichkeit und weibisches Gezänke.
Was bin ich für ein Tor, nur Narr, nur Dichter,
Daß immer wieder ich die Schritte lenke
Herab in die dämonische Taverne?
Da mich aus lauter Liebesleid versenke
Ich in berauschenden und bittern Becher!
O Hafis, in dem Himmel mein gedenke!

Sie ist wie eine rote Rose,


Die ich als Nachtigall liebkose -
Die unberührbar ist wie Nonnen!
Das Paradies in ihrem Schoße
Ist mir durch Gottes Fluch verschlossen!
Tautropfen auf dem weichen Moose
Sind nichts als meine Liebestränen!
Entstieg sie gar Pandoras Dose -
Wie sollte ich nicht Hoffnung hegen?
Ich aber bin der Hoffnungslose
Und kann doch nicht auf sie verzichten,
Madonna in der Venuspose!
Aus diesem Grund in mir vereinigt
Sind Lieb und Leid in Symbiose!
Was hättest du getan, o Hafis,
Der allezeit an Minne Große?
3

Wie ist so lieblich doch der Knabe,


Den ich so lieb von Herzen habe!
Er ist so schön in seinen Locken
Und seine Küsse meine Labe!
Er ist mein Reiter, ich sein Renner,
Wenn ich mit ihm die Pfade trabe.
Er ist schon herrlich auferstanden
Aus meines Menschenherzens Grabe,
Er strahlt so golden wie ein Engel
Und licht wie Honig in der Wabe!
Er ist ja wie der junge Jesus
Und ich wie Josef mit dem Stabe.
O Hafis, bet für meinen Liebling,
Daß er sich ewig wohlgehabe!

Fürwahr, wir alle sind von Gott geschaffen


In reiner Nackigkeit, auch ohne Waffen,
Was sind die Menschen mir denn so zuwider?
Mich, den Bewahrer heiliger Karaffen
Und Speisenden des guten Fleisches Gottes,
Mich trifft Hartherzigkeit der feisten Pfaffen
Und ihre Weltverliebtheit, ihre Dummheit!
Sie sagen mir: Du gleichst den eitlen Laffen
In deinen großen Trieben deiner Wollust
Und liebst, einsamer Dichter, wie die Affen! -
Wir lassen als Muslime oder Christen
Der Torheit Weihrauch in das Nichts verpaffen,
O Hafis, trotz der Frömmler aller Tempel
Wir in der Gottesminne nicht erschlaffen!

Der heilge Geist schenkt Funken von Wein


Und darum bin ich gerne trunken von Wein,
Ich bin in grenzenloser Trauer allein
Und in die Mutter Nacht versunken von Wein!
Jedoch in übergroßer Bitterkeit hat
Mein lumpiges Gewand gestunken von Wein!
Doch will allnächtlich weiter fleißig den Schlund
Benetzen mit den Tropfentunken von Wein,
Was auch die Seelenärzte, Weltweise all
Und Väter mir von Süchten unken von Wein!
Ich will mit meines Liebs kristallenem Kelch
Und mit der weisen Rede prunken von Wein!
Jedoch will ich in meiner Einsamkeit nur
Betrunken sein, nicht mit Halunken, von Wein!
Will lieber laden aus dem Himmel den Gast:
O Hafis, schenk aus Mondspelunken den Wein!

Wo, Weiser, unsre Kunst sich trifft,


Ist in der Liebe zu der Schrift:
Koran und Evangelium!
Auf unsrer Tenne oder Trift
Ist ausgesät das Gotteswort!
Ist alle andre Rede Gift,
Die Offenbarung nur das Heil!
Mit Feder schreiben wir und Stift,
Was uns diktiert der heilge Geist!
Als ob ihr Frömmler es begrifft,
Was der Poet-Prophete sagt!
Wir Schüler in der Weisheit Stift
Sind anderer Erkenntnisse
Als, Fundamentalisten, ihr!
Dies, Hafis, meine Unterschrift!

In meinem liebenden Delirium


Wallfahr ich zu der Minne Heiligtum!
Die Toren sind dabei, sind gut zu Fuß
Und haben allezeit ihr Gaudium,
Ich aber, weh mir, schleiche liebeskrank,
Vor Kummer nur mit mürrischem Gebrumm!
An feisten Pfaffen geh ich auch vorbei
(Vom apostolischen Kollegium
Hab ich so meine eigene Idee),
Sie züchten Toren nur zum Säkulum
Und schenken Wein ein jedem hohlen Tropf!
Da ruf ich ärgerlich: Silentium!!!
Und siehe da - das Ziel der Pilgerschaft
Ist da - ist Mirjam in Elysium!
Die Mutter des Messias ist mein Lieb!
O Hafis, Lob dem Evangelium!

Wir glauben nicht den Glauben fremder Bonnen,


Die Ammenmärchen sind uns lang zerronnen,
Allein bleibt unsre Religion - die Minne!
Was brauchen wir da, Minner, Klosternonnen?
Wenn eine Nonne - eine dann wie Sappho,
Die ihren Schwestern Küsse abgewonnen!
Uns haben unsre Mütter in die Windeln
Den Eros ohne Anteros gesponnen!
Doch tauchen wir mit Todesmut der Minne
In dunkle Herzen als in Schicksalsbronnen
Und haben immer in den Seelennächten
Des Ungeliebtseins Liebchen nachgesonnen!
Wir geben nimmer auf den Liebesglauben,
Es bleiben Minneschmerzen unsre Wonnen
Und unser Gott die mystische Geliebte -
Und alle unsre Liebchen sind Madonnen!
Ich singe dies Ghazel dem Meer zur Stille,
Und, Hafis, zur Glückseligkeit der Sonnen!

Schau da, die Mondin goldner Röte


Sanft lächelt über meine Nöte
Der Einsamkeit all meiner Nächte
Und bittet mich, ob ich ihr böte
Zu ihrer Huldigung den Handkuß -
Und wenns auch der Prophet verböte!
Doch solchen Küssens überdrüssig,
Weil Liebchens Hand ich oft erhöhte
Durch Huldigungen meiner Küsse,
Biet ich der Mondin an: Ich flöte
Dir keuscher Mondin meine Lieder
Und mit den mystischen Gesängen
Vertreib die Hexe und die Kröte
Und alle Teufel ich verjage
Mit meiner weißen Knochenflöte
Und ruf herauf den lichten Morgen,
Da ich den alten Drachen töte
Mit meiner Feder, Flammenzunge,
Daß mir Auroras Scham erröte
Vor keuscher, wonniger Begierde,
Daß ich Ghazele leim und löte,
Der Morgenröte Minnesänger,
Wie du, o Hafis, und wie Hatem!...

III. MOHAMMED

Gott wollte dich der Handelsherrin trauen,


Chadidscha, die die Erste deiner Frauen,
Die tief verstanden deine Offenbarung,
Die dir der Geist gezeigt im Morgengrauen
Beim Glöckchenklingeln in der mystischen Höhle.
Chadidscha hob die schwarzen Augenbrauen -
Und sie gebar vier Töchter dir, zwei Söhne,
Dann ging Chadidscha ein in Edens Auen.
Du lebtest in der heiligen Medina
In einem Harem, herrlich anzuschauen:
Aischa, deines Freundes Tochter, blutjung,
War Auserwählte unter deinen Frauen.
Auch Witwen hattest du in deinem Harem
Von Marterzeugen, die der Feind zerhauen.
Und auch die Sklavin aus der Koptenkirche,
Die war so schön wie voller Gottvertrauen.

Der selige Prophet, dem offenbart


Der heilige Koran vom Engel ward,
War schöner noch als andre Männer schön.
Nicht übermäßig riesig, nicht zu zart,
Das Antlitz gleich dem milden Mondenglanz,
Die Augen wie ein Sternenpaar gepaart
In Liebe, Venusstern und Hesperus,
Nicht kurzes Kraushaar, nicht zu reich behaart,
Mit einer offnen Diamantenstirn,
Die braunen Wimpern lang, von solcher Art,
Das man sie Amors Pfeilen gleichen kann,
Vor allem aber des Propheten Bart
Ist heilige Reliquie der Moschee,
Die Hände seidenweich, nicht eisenhart,
Die Finger des Propheten Myrrheduft.
Die Frauen haben seinen Schweiß bewahrt,
Verwendet als betörendes Parfüm.
Aus seinem Schweiße ward die Rose zart,
Als der Prophet dereinst zum Himmel fuhr
Und Blutschweiß tropfte von der Himmelfahrt,
Da wurde aus des Schweißes Perlentau
Die Rose rot. Das ward uns offenbart.

Sprach der Prophete voll Begeisterung


Von Gott und von der Frommen Heiligung,
So sprach er zu den Menschen dieses Wort:
Säht ihr, was ich erschau, ‘s ist ernst genung,
Ihr würdet weinen, lachen nicht wie Narrn,
Säht ihr der letzten Zeiten Zeitigung
Und Gottes Zorn, die Stunde des Gerichts!
Doch lächelte er sanft und sprach mit Schwung
Von seiner Hoffnung: von dem Paradies!
Als einmal nötigten mit Nötigung
Ihn alte Weiber mit erschlaffter Brust:
Prophet, wir leben wie auf Hiobs Dung,
Geht alten Weibern auch die Pforte auf
Und dürfen ewige Beseligung
In Eden alte Weiber auch erfahrn?
Er lächelte, es flammte seine Zung:
Ein altes Weib kommt nicht ins Paradies -
Im Paradiese sind die Weiber jung!

Blutjung, jungfräulich wie Gezitter


Aischa spielte in des Harems Gitter
So minnezart mit ihrer Lieblingspuppe.
Ihr meinet, der das göttliche Gewitter
Geoffenbart des schrecklichen Gerichtes
Des Einzigen, er sei ein harter Ritter?
Er war so sanft, so zärtlich und so schamhaft!
Nie war das Leben als die Seine bitter!
Er sprach zu mir so oft im Ehebette:
Sprich, Röslein rot! entblößt von allem Flitter!
Bist du mir nicht wie eine von den Huris?-
In seinen Augen Balken nicht noch Splitter,
Nur Fatima, die vielgeliebte Tochter!
Entgegen dem geschichtlichen Geklitter
Vor allem er auf Erden Frauen liebte
Und sagte oft: Erscheint der Engel Schnitter,
Dann find ich Frauen in dem Garten Eden!
Das Paradies zu Füßen ruht der Mütter!

Der Dichter Gottes war ein Analphabet,


Ein Ummi, wie es in den Schriften steht.
Das macht wohl Sinn. Der reinen Wein
Der Weisheit durch das tägliche Gebet
Als Schenke Menschen in die Seelen geußt,
Der selber ganz aus Weisheitswein besteht,
Für Gottes Wein das irdene Gefäß,
Muß leer sein, daß der Gottwein in ihn geht,
Muß Ummi sein, wenn Gott sich offenbart.
So mußte auch (wenn ihr mich recht versteht)
Maid Mirjam unbefleckte Jungfrau sein,
Sie, die gebenedeit Elisabeth,
Als zu ihr kam die Mutter ihres Herrn,
Daß sie empfangen konnt vom Wind der weht
Messias Jesus, keuscher Jungfrau Sohn,
Der ist das Wort - und nicht das Alphabet.
6

Ich rufe den Sandalenträger an, den Mann,


Der den Beweis der Wahrheit ausersann, den Mann,
Der Einsicht und Erkenntnis und Vernunft besitzt,
Der mit der Vollmacht und der Macht begann, den Mann,
Der da heroisch nachts durch sieben Himmel ritt,
Der Huris sich zu Freundinnen gewann, den Mann,
In dessen Gegenwart der Feigenbaum sich neigt,
Am Maulbeerbaum der Wurm mehr Seide spann, den Mann,
Von dessen Licht die Sterne schimmern und der Mond,
Der da den Mond mit Fingern spalten kann, den Mann,
An dessen Mantel sich Gazelle schmiegt und Hirsch,
Der schiffte durch der Wüste Ozean, den Mann,
Der wie kein andrer Reimgesang vom Paradies
Gesungen hat als Gottes Sangesschwan, den Mann!

Vom Jäger war gefangen die Gazelle,


Die keusche Jungfrau in der Morgenhelle,
Die junge Mutter war von einem Kitzlein.
Da sah sie den Propheten und sprach schnelle:
Herr, setz mich frei und laß mich in die Wüste,
Daß ich mein Kitzlein führe an die Quelle,
Ich mein die Quelle meiner Mutterzitzen.
Da sprach zum Tier der heilige Geselle
Der Engel: Geh du nur, spring in die Freiheit,
Gott ist mit dir, so ich das Urteil fälle,
Ich spreche auch für die Gazellen Fürsprach.
Damit dem Jäger sich des Zornes Welle
In seiner Schläfenader legt, dem Jäger
Geb ich mich als sein Opfer in die Ställe
Und in den Kerker, sei’s, auch in den Kochtopf!
Bin, Freundin, unfrei ich an deiner Stelle,
So bist du frei! So lieb hat der Prophet dich
Als ein Gazellenbock hat die Gazelle!

Im Traume überschritt den Lethefluß


In meiner Seele ich und setzte Fuß
Um Fuß voran und kam ins Paradies:
Das war ein paradiesischer Genuß!
Der aber höchlich übertroffen ward,
Als mir erschien der Weisheit letzter Schluß!
Und zu mir sprach der heilige Prophet:
Du segnetest mich mit Gebetes Gruß,
Drum lass du küssen dich, mein frommer Freund!-
Was wunder, das ich mich entsetzen muß
Aus Ehrfurcht vor dem hohen Heiligen!
Ich halt ihm meine Stirne hin zum Kuß,
Er aber, wahrlich, küsste meinen Mund!...
Und von dem inspirierenden Erguß
Erwacht ich in den Armen meiner Frau,
Ein Moschusduft war Siegel und Beschluß.

Zur Nacht kam Gabriel und sprach Latein:


Erhebe dich, Prophet, du Mütterlein
Der heiligen Gemeinde und der Welt,
Und trete in das Reich des Ew’gen ein,
Zum Ortelosen wende deinen Fuß,
Klopf an das Tor mit deines Ringes Stein.
Um deinetwillen ist erregt das All,
Gehorsam sind dir alle Engelein,
Propheten stehen alle aufgereiht,
Zu sehen deine Schönheit, dich allein,
Geöffnet ist des Himmels Paradies,
Beglückt durch deines Anblicks Widerschein.
Erbitte heute Nacht von Gott die Huld,
Barmherzigkeit erbitt, berauscht von Wein,
Vom Allerbarmer Gnade für die Welt!
Dann wirst du schaun in deinem Stelldichein
Mit diesen deinen schwarzen Augen - Gott!
Denk an der leidenden Gemeinde Pein,
Denk an der pilgernden Gemeinde Not,
Du der Mysterien Kenner ungemein.-
Blitzschnell herangeführt war Pegasos,
Medusas Sohn, aus reinem Mondenschein.
Und der Prophet flog in das Paradies.
Cheruben und Seraphenschlängelein
Erhoben ihre Stimmen vor dem Thron:
Der Gott ist und da außer Ihm ist kein
Gott außer Gott, - der naht dir, o Prophet!
Die Engel standen voller Liebe, nein,
Die Engel tanzten voller Minneglut,
Da Mahom Mirjam sah, die Jungfrau rein,
Da Mahom Jesus den Messias sah!
Da wurde Mahomet das Antlitz fein,
Da wurde der Prophet von Anmut schön.
Er eilte in des ewgen Lebens Hain,
Da Gott sprach - siehe da, Gott sprach sein Wort -
Laßt Gottes Wort uns alle benedein! - :
O Staub, der du aus Staub geschaffen bist!
Du bitte mich, ich will der Welt verzeihn,
Du glaube an die grenzenlose Huld
Des Allerbarmers, sein Barmherzigsein,
Weil Ich die Lieb, die Lieb, die Liebe bin,
Dein Ewigliebender, EIN EINIG EIN!

IV. THERESE VON LISIEUX

Du kleine Jungfrau, Lilie in dem Tal


Und Feldes Blume, Blumen ohne Zahl
An irdische Geliebte schenken sich
Und prägen menschlich sich der Minne Mal
In ehelichen Küssen auf den Mund.
Zu keinem Manne sagtest du: Mein Baal!
Du hast dich für die Gottheit aufgespart.
Wir betteln um die Liebe allzumal
Bei den Geschöpfen, deren Ärmlichkeit
Durchbohrt das Herz mir mit dem Schwert von Stahl.
Du betteltest um Liebe aber Gott
Die Liebe selber an und deine Wahl
War Jesus Christus als dein Bräutigam,
Denn Gott ist wahrhaft liebender Gemahl!
Er tränkte dich mit seinem Minnetrank,
Bewirtet selber dich beim Hochzeitsmahl
Und führte deine Seele durch die Nacht
Ins Brautbett in des Himmels Hochzeitssaal!

Mein Trost in meiner Leiden Bitterkeit


Ist eine kleine Heilige, die Maid,
Die selbst im Leben viel gelitten hat.
Das war dir deine Freude ja: dein Leid,
Ob du auch Freude nicht empfunden hast,
Das war dein Trost dir ja: Trostlosigkeit
So bitter zu verkosten in der Nacht!
Das Leid macht für die Liebe ja bereit,
Und Liebe, deine einzige Begehr,
Verschweigen ließ sie Gott die Traurigkeit,
Du wolltest Jesus nur zur Freude sein.
Und wenn die Wogen voller Heftigkeit
Auch branden um dein Schifflein in der Nacht
Und wenn der Sturm auch in dem Dunkel schreit
Und Jesus aber schläft in deinem Boot -
Kleingläubig warst du nicht, in Gläubigkeit
Bewahrtest du den Frieden und die Ruh,
Gab Frieden dir Vertrauensseligkeit,
Gab Willen, voller Ruh zu leiden, dir,
Geduldig bis zum Schluß trugst du dein Leid
Als Anteilhabe an des Christus Kreuz -
Du Heilige der Liebes-Lieblichkeit!

O Heilige, du liebst das Jesuskind,


Das liebe Kind der Maid Maria lind!
Dem Kinde wolltest du zur Freude sein!
Und wenn die Blätter wirbeln in dem Wind,
Soll mit dir spielen Ball der kleine Sohn.
Doch launisch wie die kleinen Kinder sind,
Der kleine Sohn den Ball oft liegen ließ,
Und unbeachtet blieb der Ball im Spind.
Er kann mich unbeachtet lassen, ja,
Wegwerfen gar! so hast du ihn geminnt!
Doch wenn es ihm gefällt, dann bin ich da,
Daß er erneut sein Spielzeug sich gewinnt!
An dir war nichts gelegen dir, du Ball,
Zur Freude warst du da dem Jesuskind!

Du wolltest klein sein, einzig klein,


Der Schwachheit dir bewußt, allein
Vertrauen auf des Geistes Kraft!
Du bildetest dir auch nichts ein
Auf deines Leidens fromm Verdienst,
Verdienst erwirbt dir nämlich kein
Zuhausesein im Himmelreich,
Nur Gottes Gnade! Deine Pein
War Antwort auf der Liebe Wort,
Selbstlos zu lieben! Liebe mein
Ist das unendliche Vertraun,
Daß Gott sein kleines Vögelein
Zur Himmelssonne tragen wird,
Kanns sich nicht selbst erheben, nein,
Das Vöglein ist kein großer Aar,
Der herrlich steigt zum Sonnenschein,
Ich bin ein kleines Vöglein nur,
Gewölk bedeckt der Erde Hain,
Doch glaube ich, das Licht ist da,
Ist vor Gewölk nicht Sternenschein,
Wenn ich auch sehe nichts als Nacht!
Zum letzten Male Brot und Wein
Und auf die Stirne mir das Öl,
Dann werd ich, ohne aufzuschrein,
In Jesus sterben Liebestod -
Die Seele steigt aus dem Gebein
In Jesu Armen in das Paradies,
Wo Gott will Vater-Mutter sein!
5

Du Jungfrau sahest zu der Jungfrau hin,


Mariens Lächeln ward dir zum Gewinn,
Sie schenkte Heilung dir, erbat dir Heil.
Du drangest tief in Sankt Marien Sinn,
Geschrieben steht im Evangelium
Mariens Glaube, steht ja alles in
Der Mutter Leben mit dem lieben Kind,
Das schmiegte sich der Mutter an das Kinn
Und gab ihr kindlich-zärtlich Kuß um Kuß!
Was wunder, wenn ich Sankt Maria minn,
Lieb ich so sehr das kleine Jesuskind
Und selber auch ein Kind der Mutter bin!
Maria, seliger als du bin ich -
Denn du hast keine Himmelskönigin!

Ist alles eitel unter dieser Sonne! Warum


Soll Menschenbeifall ich erstreben umme und um?
Die Menschen klatschen Beifall bei den Fehlern und, ach,
Bei den verborgnen Tugenden, da bleiben sie stumm!
Ich hab im Herzen eine einz’ge Herzensbegier,
Daß ich der Biene gleich das Evangelium summ
Und Gottes Herzensrose als die Nachtigall sing
Und singend mich erheb, spricht Jesus: Talitha kum!
Ihm will ich singen mit dem allersüßten Geschwätz
Des kleinen Vögleins oder ob wie Bären ich brumm!
Ich sing als Dornenvogel, sind die Dornen auch lang,
Ich pflück von ihnen blauer Lieder Blume um Blum;
Je schmerzlicher die Dornen, desto süßer mein Lied!
Die Freude Jesu ist allein mein dichtrischer Ruhm!

Mein Seelenführer ist der Herr allein!


Die Menschen gaben keinen Ratschlag, nein,
Und rieten Menschen doch, sie rieten falsch,
Da machte mir ihr Raten manche Pein.
Sie alle sind erwachsen, sind so groß,
Ich aber bin ein armes Kindlein klein
Und will ja nicht erwachsen werden, nur
Bis zu dem Tode kleines Kindlein sein.
Der Weisen und Asketen Wege steil
Hinan die Tugendberge über Stock und Stein,
Sind mir zu schwer, dazu bin ich zu schwach.
(Johannes von dem Kreuze mög verzeihn!)
Auch manche komplizierte Theorie
Macht Kopfzerbrechen nur dem Köpfchen mein,
Ist alles mir zu hoch! Ich bin nicht dumm,
Nur liebe ich das schlichte Einfachsein.
Und weiß ich einmal nicht mehr weiter, schau
Ich in das Evangelium hinein!

Ich opfre mich der Liebe und Barmherzigkeit


Des Herrn als Ganzbrandopfer auf! ich bin bereit,
Daß Gottes Liebesfeuer mich zutiefst verzehrt!
Ergieß die Ströme grenzenloser Zärtlichkeit
Auf deine kleine Jüngerin, auf daß sie wird
Zum Spiegel deiner Liebe, deiner Lieblichkeit,
Daß sie die Sonne deiner Liebe widergibt
Zu deiner Freude! Dir zur Freude will die Maid
Dir manche Seele schenken, die dich lieben wird,
Die Seelen will ich dir erwerben durch mein Leid.
Ich will, daß du geliebt wirst! und im Himmel will
Ich lieben! Weil ich der Barmherzigkeit geweiht,
Barmherziger, holst du mich in den Himmel heim,
Nicht aus Verdienst und eigener Gerechtigkeit,
Allein aus Huld! Da werd ich Liebe singen dir
Zum Lob der Gottesliebe alle Ewigkeit!

Im Paradiese will ich ehren die Liebe


Und fortan auf der Erde lehren die Liebe!
Daß Seelen fortan nicht erlösende Gnade
Bestrebt verneinend abzuwehren, die Liebe!
Daß Menschen nicht mehr betteln bei den Geschöpfen,
Die göttliche allein begehren, die Liebe!
Daß Gläubige durch stellvertretende Leiden
Und Gottesliebe reich vermehren die Liebe,
Die Gott wir schulden, der die Liebe ist! Leidvoll
Durchbohre sie mit Liebesspeeren die Liebe,
Wenn sie nur freudevoll anbetende Minne
Dem Ew’gen weihn, dem dreimal Hehren, die Liebe!

V. JUNGFRAU MIRIAM

In deinen Armen darf ich weinen,


O Miriam, den Gram ausgreinen!
Zum Trost in meiner Nacht der Seele
Seh ich dich Morgenröte scheinen,
Schön, Miriam, wie Morgenröte!
Die Nachtigallen in den Hainen
Auch nicht von ihrer Klage schweigen,
Mit der sie ihre Rose meinen -
Und du bist doch die mystische Rose!
Ich habe Keine mehr und Keinen
Als dich, Zypresse meines Grabes,
Als dich, du Haus aus Edelsteinen,
Jerusalem im Himmelreiche!
Dir will ich ewig mich vereinen!

O Miriam, allein mein Trost,


Vom Tröstergeist zur Braut erlost,
Komm, trockne alle Tränen mir!
O Miriam, in West und Ost
Erscheinst du, Friedenskönigin,
Als Stern des Meeres, das da tost,
Der Leidenschaften Meeresstern!
Laß meine Seele nicht erbost
Der Liebe sich verschließen, laß
Gemischt die Tränen mit dem Most
Mich meine Tränen weinen dir,
Dir, die mich in der Nacht liebkost!

Die Dornen stechen mich der Rose,


Die Zunge eine Frau, lieblose
Gemeine Frauen mich verraten,
Seit ich entsprang dem Mutterschoße
Hab keine Liebe ich gefunden
Und suchte Liebe doch, die große.
Ah, Miriam, ich bin ein Seufzer
Als flücht’ger Hauch im Erdenkloße
Und lang schon fehlt mir meine Rippe
Und traurig lieg ich auf dem Moose
Und träume von der bloßen Eva
Vor mir in ihrer Venuspose
Und bleib allein.- Du neue Eva,
O Miriam, du Makellose,
Willst du der Nachtigall, dem Adam,
Geliebte sein und mystische Rose!?

Wie bitter hat verwundet mich Frau Welt,


Wo alles quält, was mir so sehr gefällt,
Wo Minne wurde mir zur Kreuzespein,
Wo ich in Sommerhitze mich erkält,
Wo nur die Nacht eröffnet ihren Schoß
Und mich nur Einsamkeit in Armen hält,
Dieweil die Frauen leben für den Schmuck,
Dieweil die Männer leben für das Geld.
Ich aber sehne einzig mich nach dir:
O Miriam, du blaues Himmelszelt,
Du Paradies, daraus der Morgenstern
Hervorgeht wie ein Bräutigam und Held,
Laß mich in deinen Schoß, das Paradies,
Wo meine Seele ewger Wonnen schwellt!

Was singt so bang die Nachtigall


In wehmutsüßem Sangesschwall:
Ihr Ein und Alles ist die Ros,
Ist ihre Nacht und ist ihr All!
Wie bange seufzte Adam auch,
Als Eva er gesehn im Fall,
Die liebende Ergänzung ihm
In schwarzer Haare Lockenfall
Bis zu der Lenden Schlangengurt!
Verlassen seufzt der Täuberich
Nach seiner Taube brünst’gen Schwall!
Wie einsam die Mimose blüht
Vergessen auf dem Mauerwall!
Wie einsam weint Narzissus doch
Um seiner Nymphe Echo-Hall!
- O Miriam, dein göttlich Kind
Hat mich vergessen, seinen Ball!...

In schwarzer Haare Flut,


Mit schwarzer Augen Glut -
O schöne Miriam,
Du schön und wahr und gut,
Du reines Spiegelbild
Der Schönheit, Höchstem Gut,
Wie wohl mir deine Huld,
Der Minne Mutter, tut!
Der Schönheit Inbegriff
Tauchst du aus meinem Blut!
Heil dem , der dir im Schoß
Und dir am Busen ruht!
7

Vergebens meine Jugendzeit


Hinlebte in Vergessenheit
Und fern von deiner Minne Huld!
Vergebens falsche Geistlichkeit
Mit Ketzertum und Häresie
Und männlicher Gelehrsamkeit
Versuchte mich von dir, o Frau,
Zu scheiden in der Zwistigkeit!
Du kamest doch mit deiner Huld
Und mit des Friedens Neuigkeit
Als deinem Evangelium
Weihnachtlicher Gelegenheit
Zu dem, der lang dich schon ersehnt
In tränenreicher Einsamkeit.
Da reichtest du dein Schleiertuch
Der Tränen reichen Feuchtigkeit
Und wecktest mich vom Kummer auf
Und lächeltest der Mattigkeit
Als goldenschönes Morgenrot
In minnereicher Artigkeit
Und lehrtest mich die Weisheit dann
Von Christus und der Christenheit -
Mir aber gabst du selbst dich hin
In seliger Vertraulichkeit...

Ich streifte gleich dem Hunde


Begierlich-geil zur Abendstunde
Und schmachtend um des Hauses Pforte.
Die Wächter gingen in der Runde
Mit den aufdeckenden Laternen
Und scheuchten mich vondannen. Wunde
Um Wunde schlugen mir die Frauen,
Mir würgte Qual an meinem Schlunde,
So sehr ich auch gebrüllt, gehungert
Nach eines lieben Wortes Kunde.
Da lag ich einsam und verlassen
Im Tränental, im Jammergrunde.
Da ward ich aber deiner Gnade
Und deiner Minnehuld zum Funde.
Du heiltest langsam meine Schwären,
Gabst mir zu trinken, daß gesunde
Ich an den Tropfen deiner Tränen.
Du küsstest - daß ich sage unde
Singe - mit deinen Lippen
Mich, Miriam, mit deinem Munde!...
9

Die Weihnacht feiern alle Christen,


Weltmenschen nur die Mammonslisten.
Mir aber ward das Fest der Jungfrau!
Ich meine, alle Minner müssten
Das Fest der Frau der Frauen feiern!
Ach, wenn die Frommen alle wüssten,
Wie du verlangst nach ihrer Minne!
Du Meeresstern an unsern Küsten,
Wir wollen einzig deiner Minne
Und deines Kindes Huld uns brüsten!
Wir lassen einzig uns der Liebe
Von Gottes Himmelreich gelüsten!
Bei Gott, die Weihnacht will ich feiern,
O Miriam, an deinen Brüsten!...

VI. DIE GOTTHEIT

Und sollt ich nicht klagen und sollt ich nicht weinen,
Seh allüberall ich nur Herzen von Steinen?
Heroisch die Heil’gen ihr Leiden verschweigen,
Mir aber gewähre, o Gottheit, das Greinen!
Laß rufen um Liebe, um Liebe mich betteln,
Ich hab doch auf Erden nicht Eine, nicht Einen,
Ich hab doch die Gottheit alleinzig im Himmel,
Als Sonne, wenn nirgends die Sterne mir scheinen,
Als Mond in der Nacht, wenn unendliches Dunkel
Durchschauert die Seele mit schaudernden Peinen,
Als Hoffnung und Glauben, als Liebe im Busen,
Drum laß mich den Armen der Gottheit vereinen!

Was kann in meiner Brust die grenzenlose Leere


Allein erfüllen mit der Liebe Feuermeere?
Fand keine Frau ich, die zu lieben wusst und mochte,
Nur die durchbohrt mich mit der Liebe Leidensspeere.
Fand keinen Freund ich auch, der sich geweiht der Weisheit,
Beschäftigt alle, fern von der Gedankenschwere.
Ist auch in meiner Mutter Busen keine Heimat
Und ich mich auch vergebens zu dem Vater kehre.
Ich schaute, ob die Mondin reichte ihre Zitzen,
Doch träufelt in der Nacht allein der Tau der Zähre.
Was aber sagen mir zum Trost beim Wein im Kelche
Der Dichter Liebeslieder und der Weisen Lehre?
Ergib von ganzem Herzen dich der Unbefleckten
Als Minneritter der Heerführerin der Heere,
Sie führt dich zu der Liebe in den Schoß der Gottheit -
Die Herrlichkeit ist Gottes und der Liebe Ehre!

Ich schlage meines Saitenspieles Darm


Und singe zu der Harfe meinen Harm:
Ich bin allein in dieser kalten Welt
Und nimmer ist des Nachts mein Lager warm,
Gebrochen ist mein Herz von Minnepein,
Ist mir verschwunden meiner Seele Schwarm,
Vergebens sehn ich mich nach frommer Frau,
Der marianischen Gestalt voll Charme.
O Liebe Gottes, o Barmherzigkeit!
Nimm mich als Opfer hin! Erbarm, erbarm
Dich der Elendigkeit aus Staub und Nichts!
O Liebe, die du reich bist - ich bin arm!

O Gottheit, die mein Sinn als Mutter preist,


Weil du von Mutterzärtlichkeiten weißt,
Du weißt, wie sehr die Welt der Frauen mir
Mit ihrem Schmuck und ihrer Schminke gleißt,
Oft ist mir auch, als ob du in die Welt
Sinnlosem Ding gleich meine Seele schmeißt,
Daß mir an Babels Flüssen im Exil
Die Harfe stumm ist, wenn der Becher kreist.
Doch deine Weisheit in den Heiligen
Ist mir der Beistand, der mich unterweist.
Ich glaub, mir wird der Weisheit Honigseim,
Wenn mich das Schicksal nur mit Wermut speist.
Sieh meiner frommen Seele Minneglut
In dieser Welt, die steinern und vereist,
Und gib daß deine Liebe als ein Aar
Hinauf mich in den Schoß der Gottheit reißt
Und satt ich werd an deinem Angesicht -
O Mutter Weisheit voll der Minne Geist!

In der Torheit des Gedichts,


Sänger, an dem Sinn gebrichts
Deinem frommen Pilgerlied.
Aber weinenden Gewichts
Seufz ich zu der Gottheit auf:
All und Eines! Sein und Ichts!
Du die Mutter, ich dein Sohn,
Du die Liebe, ich das Nichts!
Ich die Traurigkeit der Nacht,
Du die Lieblichkeit des Lichts!
Ich bin blind, doch schau ich einst
Schönheit deines Angesichts!
Daß ich darum leiden muß,
Deines Kreuzes Weisheit sprichts.

Alles dir weihe ich, alles vom Meinigen,


Gib von der Liebe mir, gib von der deinigen,
Gib deine ewige Liebe dem Elenden!
Willst du im Fegfeuer heut mich schon peinigen,
Deinen anbetenden Dichter, den weinenden,
Möge das Feuer der Trübsal mich reinigen,
Daß ich geselle mich einst zu den Heiligen,
Daß ich mich darf deiner Weisheit vereinigen!

Träne meiner schwarzen Schwermut, fließ!


Seele, all dein Kreuzesleid genieß!
Wenn ich Tränen säe in den Grund,
Daß daraus mir Seligkeit ersprieß!
Daß wie Gideon von feuchtem Tau
Feucht ich seh Marien goldnes Vließ,
Weil es eine Prophezeiung ist:
Geist, die Liebesflamme in mich gieß!
Selig nämlich sind die Weinenden,
Jesus Christus selbst verkündigt dies.
Speist mich Aschenbrot und Tränenkelch,
Wird es mir zum Sakramente süß,
Weil im Schweigen, dem verschwebenden,
Gott in meine Seele Hoffnung blies:
Bist du hier im Purgatorium,
Kommst du rasch ins Paradies!

Der Geist verleihe, daß ich leb in Minne,


Dem Ewigen nichts andres geb als Minne,
In meinem Elend, meiner Nacht und Armut
In Gott nichts anderes erstreb als Minne,
In Teppich immerwährenden Gebetes
Beschaulich mich und lobend web in Minne,
Und daß alltäglich wird mir zum Symbole
Durchs Dankgebet mir Ähr’ und Reb’ in Minne,
Daß ich nicht auf den Leim Geschöpfen gehe
Und nur an meinem Jesus kleb in Minne,
Daß mich am Ende meines Erdenlebens
Mein Heiland Jesus Christus heb in Minne,
Daß ich im Himmel in dem Schoß der Gottheit
Glückselig als Erlöster schweb in Minne!

Was singt der fromme Sänger zu der Schwanenleier?


Der Seufzer seiner Brust bewegt den Tränenschleier
Und stimmt die Saiten ihm auf des Psalmisten Klage
Und wendet sich zum Lobgesang an den Befreier
Aus Elend und Verbannung an den Strömen Babels,
Singt Heimkehr nach Jerusalem, die Friedensfeier,
Weil Frieden auf dem Berg verkündet Tochter Zion,
Wo sich der Geist zuletzt ergießt als ewges Liebesfeuer,
Wo Gott dem Sänger offenbart sich als die Weisheit -
Ich bin die Gottheit, deine Braut, du bist mein Freier!

NACH DEM KORAN

DAS PARADIES

Verheiße denen, die glauben und das Gute tun und sprechen,
Daß Gärten für sie bestimmt sind, durcheilt von Bächen.
Sooft sie werden gespeist mit ihren Früchten als Speise,
Sie sprechen: Dies war zuvor doch auch schon unsre Speise,
Und ähnliche werden ihnen noch und noch gegeben,
Und darinnen werden sie leben
Und reine Bräute empfangen
Und sie ewig im Garten umfangen.

Verlockend ist gemacht den Leuten


Die Liebe zu den Freuden
An Frauen und Kindern hold
Und Silber und Gold
Und rassigen Pferden und Acker und Herde.
Solches ist der Genuß des Lebens auf der Erde.
Aber Gott allein –
Bei Ihm wird die schönste Heimat sein!
Soll ich euch noch Besseres künden als dieses?
Die Gläubigen finden bei Gott die Gärten des Paradieses,
Durch welche die Bäche eilen,
Ewig darinnen zu weilen,
Und reine Bräute den Gläubigen allen
Und Gottes Wohlgefallen!

Diejenigen nämlich, die glauben und das Gute tun,


Die lassen Wir in ewigen Gärten ruhn,
Durch welche Bäche eilen,
Daß sie ewig darinnen weilen,
Und reine Bräute erwarten dort die Gatten,
Und führen werden Wir sie in überschattenden Schatten.

Für die Gläubigen sind ja Edens Gärten,


Durcheilt von Bächen, wo sie weilen werden.
Geschmückt sind sie dort mit Spangen von Gold,
Gekleidet in Seide und Brokat, in grüne Kleider hold,
Werden sich dort auf Diwane lehnen.
Ein glorreicher Lohn und eine schöne Ruhe den Gläubigen, jenen!

Siehe, Gott führt die Gläubigen, die das Gute tun,


In Gärten, wo sie ruhn,
Durcheilt von Bächen. Dort ruhen sie hold,
Geschmückt mit Spangen von Perlen und Gold,
Und ihre Kleider fein
Sollen reine Seide sein.

Am Tag des Gerichts soll keiner Seele Unrecht geschehen,


Nach eurem Tun sollt ihr belohnt euch sehen.
Siehe, des Paradieses Bewohner werden nach Kräften
Sich ergötzen an Vergnügungsgeschäften,
Sie werden sich mit ihren Bräuten, jenen,
In Schatten auf Hochzeitsthrone lehnen.
Früchte werden da sein und was sie verlangen
Und werden Frieden – das Wort des barmherzigen Herrn empfangen!

Siehe, die lauteren Gottesknechte,


Sie erhalten die zugemessne Versorgung, die rechte:
Früchte, gereift in der Sonne,
Und sollen geehrt sein in Gärten der Wonne,
Auf Polstern ruhend einander gegenüber,
Kreisen soll der Becher, kein trüber,
Ein reiner Wein ergötzt die Trinkenden,
Nicht im Rauschschwindel Sinkenden,
Und daß bei ihnen züchtig blickendes Mädchen mit großen Augen sei
Gleich einem verborgenen Ei!

Siehe, für die gottesfürchtigen Knechte


Ist eine schöne Einkehr, eine rechte:
Edens Gärten, auserkoren,
Mit offenen Toren.
Zurückgelehnt dort rufen sie nach Früchten und Trank,
Sind bei ihnen – Gott sei Dank! –
Züchtig blickende Jungfraun in den Lauben,
Altersgenossinnen derer, die glauben.

Siehe, die Gottesfürchtigen werden sein an sicherem Ort,


In Gärten, sind Quellen dort,
Gekleidet in Brokat und Seide licht,
Sitzend einander gegenüber von Angesicht zu Angesicht.
Wahrlich, Wir vermählen sie mit Mädchen, reinen,
Denen die großen dunkelschimmernden Augen scheinen.
Rufen werden sie nach süßen Früchten in Sicherheit.
Das ist Huld des Herrn! Das ist ewige Seligkeit!

10

Dies ist das Bild des Paradieses,


Den Gottesfürchtigen ward verheißen dieses:
In ihm sind nie-verderbende Wasserbäche,
Von ihren Geschmack nie ändernder Milch sind dort Bäche,
Bäche von Wein, den Trinkenden wonnig,
Und Bäche von geläutertem Honig.
Sie speisen dort süße Trauben mit Kern
Und haben Verzeihung von ihrem Herrn.

11

Siehe, die Gottesfürchtigen kommen in Gärten der Wonne,


Genießen, die ihnen der Herr gespendet, die Wonne,
Befreit hat sie ihr Herr von der Höllenpein.
Um eurer Werke willen: Esset und trinket und wohl laßt euch sein!
Sie lehnen sich auf Polster, die liegen gereiht,
Und Wir vermählen sie mit Mädchen mit großen Augen, Maid bei Maid.
Diejenigen, welche leben im Glauben,
Denen die Söhne folgen nach im Glauben,
Wir wollen sie mit ihren Söhnen, den reinen,
In den Gärten vereinen,
Um nichts von ihren Werken wollen Wir sie bringen.
Jedermann wird sein eignes Werk erringen.
Wir wollen sie reichlich mit Früchten und Fleisch ernähren,
Wie sie es begehren.
Reichen sollen sie einander Becher um Becher,
Ist dabei keine Sünde und kein Geschwätz der Zecher.
Unter ihnen wandeln Knaben, noch nicht gereift zu Kerlen,
Reine Pagen, gleich verborgenen Perlen.

12

Jener, der ehrfürchtig war vor seinem Herrn,


Der sieht die Gärten gern.
Sind Gärten mit Zweigen,
Die sich auf eilende Quellen neigen.
In ihnen sind Früchte aller Arten.
Sie ruhen auf Betten in dem Garten,
Mit Decken aus Brokat und Seide,
Und Früchte sind nahe, schöne Augenweide.
Keusch blicken die Mädchen, die verführen,
Tat nimmer ein Mann noch ein Engel die Mädchen berühren.
Mädchen sinds wie Hyazinthen und Korallen!
Soll den Guten andres als Gutes wohlgefallen?
Und da sind andere Gärten für immer,
In grünem Schimmer,
In denen die Quellen durch Bäche flüchten
Bei Granatäpfeln, Palmen und allerlei Früchten.
In ihnen sind gute Mädchen, die schönsten Mädchen der Welten,
Huris, wartend in Zelten,
Huris, die verführen,
Tat weder Mann noch Engel sie jemals berühren.
Sie lagern sich auf grünen Kissen,
Auf herrlichen Teppichen liegen sie und küssen!

13

Sie sind nahegebracht zu Gott, ihrer Sonne,


In Gärten der Wonne,
Eine große Schar der Früheren, reich an Gebeten,
Und eine kleine Schar von Späten,
Auf weichen Polstern sich dehnend,
Einander gegenüber in die Kissen sich lehnend.
Die Runde machen bei ihnen unsterbliche Knaben,
Sie mit Becher und Kelch und Wasserkrügen zu laben.
Der Wein wird nicht im Schädel dröhnen,
Wird niemand bewußtlos, wird niemand lallen und stolpern und stöhnen.
Früchte sind da, die süßen,
Geflügelfleisch ist zu genießen.
Mit großen Augen warten die Huris da,
So schöne Perlen niemand sah.
Die sind der Lohn für die guten Taten nach dem Gesetz.
Und man hört von den Mädchen kein Geschwätz
Und niemand klagt die Männer der Sünde an.
Friede! Friede! Nichts andres hört der Mann.
Und die Gefährtinnen da zur Rechten?
Selig sind die Gerechten!
Unter dornenlosem Lotus, dem lichten,
Bananen mit Blütenschichten,
Und weitem Schatten vor Sonnengluten
Und bei strömenden Wasserfluten
Und Früchten in Menge, begehrten,
Unaufhörlich gespendeten, unverwehrten,
Liegen sie in weichen Kissen
Und küssen!
Wir erschufen in besonderer Schöpfung Huris
Und schufen als Jungfraun die Huris,
Zu liebenden Altersgenossinnen für die Gerechten,
Zu Gefährtinnen sie für die zu Gottes Rechten!

14

Siehe, Er wird sie für ihre Treue belohnen und weiden


In grünen Gärten und Kleidern von Seiden.
Sie lehnen sich in die Hochzeitsthrone,
Sie leiden nicht schneidende Kälte, nicht stechende Sonne.
Nahe über ihnen sind die Schatten der Lauben,
Über sie hängen herab die prallen Trauben,
Es kreisen Gefäße von Silber, Mandeln zu naschen,
Und Becher voll Wein wie volle Flaschen.
Sie stürzen die Becher in durstigen Stürzen,
Den Wein, den sie mit Ingwer würzen.
Eine Quelle ist in dem Garten, ein Wasserspiel,
Geheißen Salsabil.
Die Runde machen unsterbliche Knaben, noch nicht gereift zu Kerlen,
Siehst du sie, so hältst du sie für reine rosige Perlen.
Schaust du, so schaust du Wonne an Freuden reich
Und ein ewiges Reich.
Sie werden Kleider von Brokat und Seide empfangen
Und sich schmücken die Arme mit silbernen Spangen,
Und es tränkt sie ihr Herr, dem Herrn sei Dank,
Es tränkt sie der Herr mit heiligem Trank!

15

Siehe, für die Gottesfürchtigen ist ein seliger Ort,


Gärten und Weinberge dort,
Jungfraun mit schwellenden Brüsten,
Altersgenossinnen voll von Lüsten,
Volle Becher,
Nicht Schwatzen und nicht Lügen hören die Zecher.

16

Wahrlich, die Heilige Schrift der Gerechten ist in Illiyun.


Was lehrt dich die Weisheit, was ist Illiyun?
Ein Buch ohne Mängel!
Bezeugen werden es die Gott-nahen Engel!
Siehe, die Gerechten weiden in Wonne-Auen,
Auf Hochzeitsthronen sitzend werden sie schauen,
Erkennen wirst du auf ihren Angesichtern der Wonne Schein,
Sie werden getränkt mit versiegeltem Wein,
Das Siegel ist Moschus, dem Duft ist nicht zu wehren,
Begehrende mögen dieses begehren,
Der Wein ist gemischt mit Wasser aus der Tasnim-Quelle,
Die Gott-Nahen trinken aus dieser Quelle.

17

Dies lies,
Denn gnädig ist dein Herr im Paradies,
Der die Feder gelehrt mit der Weisheit Lust,
Zu lehren den Menschen, was er nicht gewußt.

MARIA

Für Zacharias des Herrn Barmherzigkeit ist tief,


Da er zum Herrn im Verborgenen rief,
Sprach: Herr, mein Gebein ist schwach, grau schimmert das Haar schon mir,
Nie war erfolglos mein Gebet zu dir.
Ich fürchte meine Sippe, mein Weib ist ohne Frucht,
Gib mir einen Sproß und Jakobserben nach deiner Zucht.
O Zacharias, Wir künden dir den Knaben Johannes,
Genannt mit dem Namen keines anderen Mannes.
Herr, wie wird mir ein Sohn, mein Weib ist unfruchtbar und ich bin alt geworden.
So spricht der Herr: Ein Leichtes Mir! Ich schuf dich, bevor du geworden.
Herr, gib mir ein Zeichen, hat er gebetet.
Dein Zeichen sei, daß du, Gesunder, drei Tage lang nicht zu Leuten redest.
Er schritt aus der Nische zum Volk, sprach: Lobpreist am Morgen und Abend!
Johannes, nimm hin die Schrift in Kraft, Wir sind dich Kind mit Weisheit begabend
Und Barmherzigkeit und Reinheit und der Frömmigkeit Wohlgeruch
Und Liebe zu den Eltern. Er war nicht stolz, nicht voll Widerspruch.
Friede seiner Geburt, seinem Tode, seiner Erweckung zum Leben!
Gedenke Maria im Buch! Sie hat sich gen Osten hinwegbegeben,
Sie verschleierte sich, Wir sandten Unseren Geist zu ihr, den Seelengast.
Sie sprach: Meine Zuflucht ist der Erbarmer, so du Gottesfurcht hast!
Ich bin der Gesandte des Herrn, dir den Knaben zu bescheren mit reinem Sinn!
Wie wird mir ein Knabe? Da mich kein Mann berührt, ich keine Dirne bin!
Der Herr spricht: Mir Leichtes! Er wird ein Zeichen,
Erbarmen von Gott ist er ohnegleichen.
So ist es beschlossen.
Sie empfing ihn und zog an einen Ort, der verschlossen.
Die Wehen kamen bei der Palme: Ach wär ich tot! Ach daß ihr mich vergesst!
Es sprach aus der Tiefe: Der Herr dir ein Bächlein fließen läßt,
Schüttle und rüttle die Palme, so werden dir frische Datteln fallen.
Iß und trink und sei getrost. Siehst du einen Menschen wallen,
So sprich: Ich hab dem Erbarmer ein Schweigefasten gelobt, so sage an.
Sie kam, ihn tragend, zum Volk, das sprach: Maria, was hast du getan?
Schwester Aarons, deine Mutter war keine Dirne, dein Vater kein Bösewicht.
Sag uns, wie man mit ihm, dem Kind in den Windeln, spricht.
Sprach Jesus: Ich bin Gottes Knecht! Er gab mir die Schrift und sprach: Sei Mein Prophet,
Er segnete mich, wo ich bin und befahl mir Almosen und Gebet
Und hat mir selige, demutreiche Liebe zu meiner Mutter gegeben.
Friede meiner Geburt, meinem Tod und meiner Erweckung zum Leben!
Dies ist Jesus, Marien Sohn, das Wort der Wahrheit, das sie leugnen.
Zeugt Gott einen Sohn? Er spricht: Es werde! So wird sichs ereignen.
Gott ist der Herr, ist mein Gott und euer Gott. Den Weg will ich euch zeigen.
Die Sekten sind irrig. Wehe den Gottlosen an des schrecklichen Tages Zeugen!
Laß sie schauen den Tag der Heimkehr zu Uns. Die Frevler aber will der Irrtum rauben.
Warne sie vor dem Tag des Seufzens, wenn das Urteil ergeht, wenn sie nicht glauben.
Wir erben die Erde und alle Erdenwohner, wenn die Erde zum Erbarmer geht.
Gedenke Abrahams in der Schrift. Er war wahrhaftig ein Prophet.

Imrans Weib sprach: Herr, ich weihe dir meine Leibesfrucht! Sie sei ganz dein!
Du hörst Gebet, du bist Weisheit allein!
Als sie geboren, sprach sie: Ich hab geboren eine Jungfrau rein.
Gott kannte die Jungfrau. Ich hab sie Maria genannt und weihe sie und ihren Samen
Zum Schutz vor dem gesteinigten Satan in deine Hut und deinen Namen!
Gott nahm Maria in Gnade an und segnete schön den Wachstum Marias.
Es pflegte sie Zacharias.
Trat Zacharias in Marias Zelle, fand er Manna süß:
O Maria, woher denn ward dir dies?
Sie sprach: Das ist von Gott. Gott versorgt die, denen er gnädig ist
Und rechnet nicht in Geiz und List.
Rief Zacharias zum Herrn: O gib mir einen Sproß! Du erhörst Gebet!
Da riefen die Engel, dieweil er betend in der Zelle steht:
Gott verheißt dir Johannes, gewiß ist Gottes Wort seinen Knechten,
Einen Asketen, Propheten und Gerechten.
Wie wird mir Altem und meinem unfruchtbarem Weib ein Knabe?
Gott gibt, die er will, die Gabe.
Herr, gib mir ein Zeichen!
Drei Tage lang wirst du vor den Leuten den Stummen gleichen
Und reden nur durch Winke verborgen.
Preise Ihn am Abend und am Morgen!
Die Engel sangen: O Maria, Gott hat dich auserwählt,
Du Reine, du Auserwählte unter den Weibern in der Welt!
O Maria, sei voll Andacht zum Herrn und wirf dich nieder
Und beuge dich mit den sich Beugenden immer wieder.
Wir offenbaren dir ein Geheimnis, weil Gott es wollte:
Warst du bei den Männern, die stritten, welcher Maria pflegen sollte?
Warst du bei ihnen, als sie stritten dort?
Die Engel sangen: O Maria, Gott verkündet dir das Wort:
Sein Name ist Jesus, der Messias,
Sohn Marias,
Daß jeder auf Erden und im Jenseits ihn mit Wohlgefallen sehe,
Er ist in Gottes Nähe!
Reden wird er in der Wiege mit Vollmacht schon,
Der Gerechte. Sie sprach: Wie wird mir ein Sohn?
Wo doch mich nie ein Mann berührt!
Er sprach: Gott schafft, was er will. Er spricht: Es werde! Und es wird!
Er wird ihn lehren Schrift, Weisung, Weisheit, Freudenkunde!
Wird ihn senden zu Israels Kindern, er wird sprechen mit dem Munde:
Ich komme mit einem Zeichen vom Herrn!
Ich will euch Vögel aus Ton erschaffen und Geist in sie hauchen von fern,
Sie sollen lebendige Vögel werden, will Gott es erlauben.
Ich will heilen Blindheit, Aussatz, und, daß ihr mögt glauben,
Tote auferwecken! Ich gebe euch, was ihr speisen wollt,
Was ihr in euren Häusern aufbewahren sollt.
Ich bin wahrlich ein Zeichen gebenedeit,
So ihr wahrhaft gläubig seid!
Ich komme als Siegel der Weisung, die vor mir war,
Um euch manches zu erlauben, was euch verboten war.
Ich komme als ein Zeichen vom Herrn.
Habt Ehrfurcht vor Gott und gehorcht mir gern!
Gott ist mein Gott und euer Gott. Ihm naht!
Das ist der rechte Pfad.

Gott spricht: O Jesus, Marien Sohn, gedenke der Gnade für dich und den Schoß Marias,
Als ich den Heiligen Geist dir gab, daß du sprichst als Kind, als Messias.
Ich lehrte dich Schrift, Weisheit, Weisung, Freudenkunde,
Daß du aus Ton die Tauben erschufst nach der Erlaubnis aus meinem Munde,
Mit meiner Erlaubnis Geist in sie hauchend eiltest,
Aussatzbefallne und Blinde mit meiner Erlaubnis heiltest
Und Tote wieder zu Lebenden machtest.
Ich schützte dich vor den Juden, als du ihnen das Zeichen brachtest.
Da sprachen die Gottlosen, sie:
Das ist nichts als offenkundig Magie.
Ich inspirierte die Jünger: Glaubt an Gott und seinen Gesandten.
Sie sprachen: Wir glauben! Sei Zeuge, daß wir uns zu Gott bekannten.
Die Jünger sprachen: Jesus, Marien Sohn, ist vom Herrn aus dem Himmel ein Tisch bereit?
Er sprach: Habt Ehrfurcht vor Gott, so ihr Gläubige seid!
Sie sprachen: Wir wollen essen vom Tisch und unsre Herzen sollen im Frieden sein,
Wir wollen die Wahrheit kennen und ihre Zeugen sein.
Sprach Jesus, Marien Sohn: O Herr, so sende den Tisch vom Himmel herab,
Denn du bist der, der den Festtag uns gab,
Dem Ersten und Letzten von uns, von dir ein Zeichen.
Ernähre uns, denn du bist der Ernährer, von dem wir nicht weichen.
Sprach Gott: Ich sende den Tisch vom Himmel auf die Erde.
Gottlose straf ich mit Strafe, wie ich keinen der Erde strafen werde.
Spricht Gott: O Jesus, Sohn Mariens, Gottesmann,
Du sprachest nicht: Nehmet neben Gott noch Götter an!
Spricht Jesus: Ich spreche nichts, was nicht wahr.
Wenn ich es gesprochen hätte, so wär es dir offenbar.
Gott weiß, was in des Menschen Seele ist,
Der Mensch weiß nicht, was in Gottes Seele ist.

Gott gab ein Gleichnis den Gläubigen allen:


Das Weib des Potiphar sprach: O Gott, mir baue im Paradiese die Hallen,
Rette mich vor Pharao, vor seinem Tun, dem schlechten,
Rette mich vor dem Volk der Ungerechten.
Und Maria, Imrans Tochter, die hütete ihre jungfräuliche Scham,
Drum hauchten Wir den Heiligen Geist in sie als Bräutigam.
Sie glaubte an das Wort des Herrn, wie die Schrift gesagt,
Sie ist die sanftmütige, demütige Gottes-Magd!

MAHOM UND DIE EWIGE FRAU

SURE 1

J.H.W.H.
Allah ist Gottheit, Mahom Ihr Prophet!
Ihr Fundamentalisten aber seht
Den Satan in Gestalt des Dämons Frau,
Die Frauen als Dämoninnen, und schau,
Ihr höhnt die Frauen und verschleiert sie.
Doch Mahom war voll Minnesympathie!
Für Freiheit und für Gleichberechtigung
Der Frau sprach Mahom voll Begeisterung.
Sprach Mahom einst: In eurer Erdenwelt
Drei Dinge mir gefallen, mir gefällt
Der Wohlgeruch der Rosen, mir gefallen
Die Wonneweiber, wie sie wonnig wallen,
Und mir gefällt vor allem das Gebet!
So sprach der Freund der Frauen, der Prophet.
Er war ein guter Mensch, ein weiser Mann.
Sechs Jahre war er alt, als aber dann
Die Mutter starb, die schöne weiße Rose,
Da wuchs der Waise auf, der vaterlose,
Bei einer lieben frommen Kinderamme,
Die hütete des Knaben Lebensflamme.
Er wurde Ziegenhirte bei den Ziegen,
Er lernte über Bär und Löwe siegen.
Als Jüngling ward er Karawanenführer.
Er ward ein feministischer Aufrührer,
Dem grausam schien das Patriarchat, brutal.
Den Herren galten Weiber allzumal
Als lästig, wie ein Maul, das Hunger hat,
Nichts galten Mädchen in dem Patriarchat,
Die Weiber waren lästiges Gepäck,
Man mordet Mädchen, sperrt die Weiber weg.
Die Welt war von der Mannesmacht gemacht,
Es herrschte absolute Mannesmacht.

SURE 2

A.M.D.
Chadischa zählte zwar schon vierzig Jahre,
Doch waren noch erotisch schwarz die Haare.
Ist Mahom Karawanenführer auch,
Trifft er Chadischa, trifft ihn Gottes Hauch.
Ein einzigartiges Erlebnis die Begegnung,
Wie der Urgottheit der Urschönheit Segnung.
Chadischa machte ihn zu einem Weisen,
Sie konnte ihn mit Brot der Einsicht speisen.
Mit vierundzwanzig Jahren Mahom recht
Und richtig wird der hohen Herrin Knecht.
Er führt der Herrin ihre Karawanen.
Sie sieht ihn fromm und treu zu seinen Ahnen
Und zuverlässig und loyal und ehrlich.
Da ward Chadischa nach dem Mann begehrlich,
Sie ist erlegen seinem feinen Charme,
Sie will ihn freien, ach dass Gott erbarm,
Sie schickt die Magd vor, die spricht zu dem Mann:
Und schautest du ein süßes Weibchen an
Und würde sie sich ganz Frau Weisheit weihen
Und beten Gott an, wolltest du sie freien?
Er sprach: Das könnte nur Chadischa sein,
Und zu Chadischa sag ich Ja, nicht Nein.
Er war der Hirte und Chadischa Herrin,
Vornehme Dame, nicht gemeine Närrin,
Die Händlerin verschafft ihm Rang und Namen,
Nun ist er angesehn bei Herrn und Damen.
In fünfzehn Jahren Ehe, was vermöcht er
Wohl bessers, als zu zeugen viele Töchter?
Im Hügelland von Bekka meditierte
Der weise Mann. Die Perlenschnur ihn zierte,
Als zu ihm Gabriel getreten: Ave!
Nun den Koran will offenbaren Jahwe!
Und Gabriel ihm wies ein Seidentuch
Und kalligraphisch drauf ein Gottesbuch
Und sagte: Lies vom allerhöchsten Wesen!
Und Mahom stotterte: Ich kann nicht lesen.
Und Gabriel sprach zweimal noch: Nun lies!
Und Mahom eilte in sein Paradies,
Er eilte in Chadischas Frauenarm,
Er ruhte aus an ihrem Busen warm,
Er schmolz dahin wie in der Sonne Butter,
So ein erschrocknes Kind eilt zu der Mutter,
So eilen Kinder zu der Mutter, zu der größten,
Die Kleinen, und die Mutter muß sie trösten.
Und Mahom lernte mit Chadischa nun,
Als Beter innerlich in Gott zu ruhn.
Er lernte, leugnen das auch Exegeten,
Er lernte von Chadischa erst das Beten.
Die Erste der Muslima war Chadischa,
Die Erste aller Frauen, Eva Ischa,
Das leugnen immer Fundamentalisten,
Doch Mahom hörte an Chadischas Brüsten
Die erste Offenbarung des Koran,
Das erste Gotteswort der Gottesmann,
Und seine trunkne visionäre Schau
Gab er der ersten Jüngerin, der Frau
Chadischa seine Offenbarung weiter,
Da er in ihrem Arm lag selig heiter.
Gott ist die Einheit, Mahom Ihr Prophet!
Nun zu den Männern und den Frauen geht.
In Bekka aber gab es viele Götter,
Gottlose, Übeltäter, Frevler, Spötter.
Chadischa aber immer solidarisch
Zu Mahom hielt (sie kochte vegetarisch),
Begleitete in Weisheit und in Glauben
Den Gottesseher sanft wie Turteltauben.
Chadischa war bei ihm in guten Zeiten
Und stand ihm treu auch bei in allen Leiden
Und schütze ihn als Schutzfrau des Propheten.
Zu ihren Füßen ruht der Garten Eden.
Er nimmt sich weiter keine andre Frau,
Er liebt nur sie allein und ganz genau
Trotz aller Tradition des Patriarchates.
Sie wird die Mutter seines Gottesstaates.
Nach fünfundzwanzig Jahren treuer Ehe
Die Mutter-Braut gelangt in Gottes Nähe.
Sie stirbt. Ihr Todesjahr ist Jahr der Trauer.
Gott-Mutter war sie für den Gottes-Schauer!

SURE 3

U.L.F.
Chadischa war im Tode neugeboren.
Nun Mahom seine Förderin verloren,
Gottlose, die den Gottesmann nicht lieben,
Sie haben ihn aus Bekka-Stadt vertrieben.
Mit seinen Töchtern ist er fortgezogen,
Mit ihnen in Medina eingezogen.
Dem Fünfzigjährigen ein neues Leben
Ward von dem Herrn, dem Ewigen gegeben.
Das Kind befreite sich von seiner Mutter
Chadischa, deren Busen war wie Butter.
Er wählte sich nun Frauen zu der Ehe,
Zwei Frauen kamen nah in seine Nähe.
Die Erste sorgte sich um seine Töchter
Und mit dem zweiten Weibe, was vermöcht er
Doch sonst zu tun, als mit dem besten Triebe
Zu zelebrieren seine große Liebe?
Aischa war der Liebesleidenschaft
Genossin, die mit starker Lendenkraft
Er liebte und befriedigte, die war
Ganz reine Jungfrau, heilig, lauter, klar,
Die witzig war, humorvoll und verspielt.
Hier Eros hat den Liebespfeil gezielt!
Aischa Mahom nun verdreht den Kopf
Mit ihrer schwarzen Lockenflut am Schopf
Und Mandelaugen ohne alle Trübe.
Sie leben in der Innigkeit der Liebe,
Die keiner sonst versteht, der draußen ist,
Ist ein Geheimnis, wie Aischa küsst,
Mysterium ist Mahoms Manneskraft,
Ist eine grenzenlose Leidenschaft!
Sie nehmen gegenseitig in Besitz
Des andern Seele in dem Augenblitz,
Bekommen voneinander nie genug,
Sie lieben treu und ohne allen Trug.
Und Mahom schwor beim Auferstehn der Toten:
Unlösbar wie in einem Seil ein Knoten
Ist meine Liebe zu Aischa stark!
Noch saugt sie mir das Leben aus dem Mark!
Der Gottesmann im tiefsten Seelentriebe
Die Sinnlichkeit entdeckt und Lust der Liebe,
Die freudenvolle Sexualität!
Und Mahom betete ein Lobgebet
Und pries der Gottheit herzliches Erbarmen
Und lag dabei Aischa in den Armen!
Aischa sprach: Es ward ihm Offenbarung
Zuteil, dieweil wir in der Liebespaarung
Die Brust am Busen beide schwitzend lagen
Gebettet unter reinem weißem Laken!
Islam ist Liebe, Freude und Gebet,
Islam ist Glück der Sexualität!
Gott ist die Liebe, Mahom ist Ihr Heros,
Das Wesen des Islam ist Gottes Eros!
Zwar Mahom war von großer Leidenschaft
Und sprach viel von der Lust der Lendenkraft
Des Mannes, doch in liebestrunkner Schau,
Er sah, wie zu befriedigen die Frau,
Wie ist der Frau zu schenken ihre Stillung,
Der weibliche Orgasmus der Erfüllung!
Ja, Mahom sprach so oft wie vom Gebet
Von freudenvoller Sexualität!
Denn was den Mann vom Tiere unterscheidet
Ist, dass er seinem Weibe Lust bereitet!
Die körperliche Wollust, trotz des Spottes,
Die Sexualität ist Gabe Gottes!

SURE 4

M.M.
Der Vizekönig von Ägypten schickte
Maria.................................................
Die Sklavin, eine Koptin, eine Christin,
Betörte Mahom mit Gazellenbrüsten!
Er schloß sich ein mit ihr wohl vierzig Nächte
Und diente mit prophetischem Gemächte
Maria, Moses gleich auf Sinai,
So Mahom liebte vierzig Nächte sie
Allein, vergaß die andern Haremsfrauen,
Enttäuschte so der Anderen Vertrauen.
Die Frauen aber sandten ihre Väter:
Beschworen sei, Prophet, beim Vater Äther,
Du musst die Weiber alle gleich behandeln,
Nicht ewig mit der Einen nur lustwandeln
Und nur Maria schenken dein Gestöhn
Der Liebeslust und ist sie noch so schön!
Die Haremsfrauen voller Lebensfreude,
Sie waren stolze starke Frauenleute,
Sie sprachen laut, sie flüsterten nicht züchtig,
Doch waren sie auch rasend eifersüchtig!
Es wollte jede Lieblingsgattin sein,
Doch Eine war ihm Lieblingsfrau allein:
Aischa war im Wettstreit Siegerin
Und war wie eine schwarze Pantherin
Und schützte ihren Platz als Lieblingsfrau.
Doch rollte oft ihr auch der Tränentau,
Denn war Aischa auch ein Wonneborn,
Oft packte auch die Lieblingsfrau der Zorn,
Da war Aischa, Lieblingsgattin züchtig,
Wie Feuer von Gehenna eifersüchtig!
Da kam das Gotteswort in den Koran:
Vier Frauen darf nur haben je ein Mann,
Soll alle gleich behandeln und gerecht,
Doch kann der Mann das nicht, so geht’s ihm schlecht,
So soll er sich mit Einer Frau bescheiden,
Sonst wirkt ihr Männer große Frauenleiden,
Ihr könnt nicht also groß und göttlich wandeln
Und alle eure Frauen gleich behandeln.
Drum Mahom rät den Männern ohne Spott:
Liebt Eine Frau allein und Einen Gott!

SURE 5

X.P.
Nun aller der Musliminnen Prophet
Im Kreis der hochgeschätzten Frauen steht.
Begierlich kann er schon die Blicke werfen
Und kann das Schwert schon in der Scheide schärfen,
Doch schaut vor allem er die Frauen an
Als geistig ebenbürtig einem Mann
Und Partnerinnen in der Diskussion.
Trat eine Frau zu Mahoms Richterthron
Und sprach: Mein Gatte schafft mir keine Wonne
Der Wollust mehr, wenn unterging die Sonne
Und wenn am Himmel herrscht die große Venus,
Denn, ach, mein Mann hat einen schlaffen Penis!
Die Jünger Mahoms schlugen sich die Stirne
Und riefen laut: Wie sprichst du schamlos, Dirne!
Doch Mahom lachte: Das ist zu verzeihen,
Wir können dich von diesem Kerl befreien,
Der nicht befriedigen die Gattin kann,
Was ohne Phallus ist das für ein Mann!?
Trat eine andre Frau zum Richterthrone
Des Sehers, sprach: Mein Mann ist leider ohne
Respekt, geohrfeigt hat er seine Gattin!
Sprach Mahom: Bei Allath, der Liebesgöttin,
Ohrfeigen sollst du deinem Gatten geben,
Daß er sie nicht vergisst sein ganzes Leben!
Wie Mahom nicht gesinnt sind Islamisten,
Die Fundamentalisten, Terroristen,
Die den Islam nicht als die Liebe feiern,
Die alle Frauen wollen ganz verschleiern,
Sie fürchten sich vor hohen Busenwogen
Und nacktem Nabel, denn die Psychologen
Erklären das: Vor Frauen wie vor Schlangen
Die Männer vor dem eignen Dämon bangen,
Sie bangen vor des Weibes Zierrat Zierde,
Sie bangen vor der eigenen Begierde,
Sie bangen vor des Weibes Liebeslust,
Vor Buhldämonen in der eignen Brust!
Dem Mann wie Sog ins Nichts der Todesnacht –
Das ist des weiblichen Orgasmus Macht!

SURE 6

A.O.
Zwar Mahom revolutionierte mächtig
Der Frauen Stellung, darin war er prächtig,
Er gab den Frauen Erbrecht, Recht zu erben,
Vererben konnten Frauen, wenn sie sterben,
Er ließ nicht zu der süßen Töchter Mord,
Er sprach sein seherisches Donnerwort:
Auch die Geburt der Töchter ist gewollt
Von Gott, die Gottheit ist den Töchtern hold!
Er ließ nicht zu das Werk der Finsternis:
Beschneidung an der Frauen Klitoris!
Doch war der alte Mann voll ernster Sorgen,
Man schafft das edle Frauenrecht ab morgen.
Er hat sich dieser Sorgen so entledigt:
In Bekka sprach er in der Abschiedspredigt:
Gott ist als euer Zeuge anzuschauen
Und euer Richter im Belang der Frauen!
Aufmerksamkeit, Verbundenheit mit Frauen
War immerdar bei Mahom nur zu schauen,
Respekt auch vor der Geistigkeit der Weiber,
Trotz der Begierdeblicks auf ihre Leiber!
So blieb es bis zum letzten Atemzug,
Nie hatte er vom Weiblichen genug!
Sonst war er ganz gerecht zu allen Frauen
Des Harems, als Gerechter er zu schauen,
Nun aber Mahom war ein alter Mann,
Er stand noch in der großen Liebe Bann.
Die Vielgeliebten all, die Haremsfrauen,
Dem Seher in die weise Seele schauen,
Sie sehen, der Prophet ist alt und krank,
Er will nur Gott abstatten seinen Dank
Und preisen Gottes ewiges Erbarmen
Am allerliebsten in Aischas Armen!
So sagen seine Haremsdamen all:
Den Rosen allen sang die Nachtigall,
Nun sterbend will die Nachtigall der Rose,
Der Lieblingsrose ruhn im roten Schoße!
Die Frauen wussten: Isch will seine Ischa –
So Mahom will zur Lieblingin Aischa!
Und so verbrachte er die letzten Tage
Im Arme der Geliebten, sagt die Sage,
Denn seine Eine Liebe war so groß,
Er selig lag der Lieblingin im Schoß,
Er voller Liebe starb in ihren Armen
Hinüber in des Ewigen Erbarmen!

GOETHES TOD

ERSTE SZENE

(Goethe in seinem Schlafgemach allein. Der Schattenriß einer schönen Frau an der Wand. Davor
eine Kerze, brennend. Goethe schaut abwechselnd in die Kerzenflamme und in das Antlitz der
Frau.)

GOETHE
(trinkt den letzten Becher dunkelroten Weines aus und murmelt, fast lallend)
Wem soll ich aber den Gedanken sagen?
Wie einsam ist der Weise! Nicht verzagen
Darf doch der Diener an dem Wahren-Schönen,
Wenn auch die Toren meinen Geist verhöhnen.
Ich aber muß mit liebevollen Tränen
Mich hier nach meinem Liebestode sehnen!
Die Liebenden ja stets in Tränen schwammen,
Der Liebende ersehnt der Liebe Flammen,
Ersehnt der Liebe letztes Abenteuer,
Ersehnt den Liebestod im Liebesfeuer!

(Schweigend starrt er eine Weile in den Tanz der seraphischen Flamme.)

Denke ich an jene dunkle Nacht,


Da mein Schöpfer meinen Leib gemacht,
Als der Gatte für die Gattin brannte,
Als der Bräutigam die Braut erkannte,
Als der Mannessame ist geronnen
In des Weibes Ei mit Wollustwonnen,
Als der Ewige die Seele hauchte –
Damals auch die stille Flamme rauchte!
Aber denk ich auch an jene Kammer,
Da das Eisen schmiedete der Hammer,
Donnernd auf den Amboß niedersauste,
Funkenglut in Feuerströmen brauste,
Die Geliebte mit der Wonnebrust
Schmolz in eins mit meiner Liebeslust
Und gestillt der Wollust Spannungsschmerzen –
Damals strahlten auch wie Tempelkerzen
Sieben Lichter über uns zusammen,
Sieben Sternenkerzen voller Flammen!
Nein, ich will nicht bleiben in der Nacht,
Liebe reißt mich mit Gewalt und Macht
Aus der Finsternis der Todesschatten,
Himmlisch will ich mich der Liebe gatten,
Werde alle Liebeskünste lernen
Mit der Paradiesfrau auf den Sternen!
Liebe reißt mit heißer Feuersbrunst
Mich zur Lehrerin der Liebeskunst!
Über dieses Todes Nebeldünsten
Lebt die Meisterin von Liebeskünsten,
Die der Liebe Lehrbuch las auf Sternen!
Auf dem Venussterne will ich lernen
Ihre Weisheit mit Begeisterung
Von den Künsten der Vereinigung!
Ist sie noch so fern, ich darf nicht weilen,
Weil die Liebe lockt, so muß ich eilen,
Wie die Schmetterlinge liebend kosen
Mit den Fühlern Kelche roter Rosen,
Also sei der Liebe Licht erkannt,
Bin ich doch zuletzt in Lust verbrannt,
Der ich nach dem Schein der Schönheit hasche,
Bleibt auf Erden nur ein Häufchen Asche!
Schwebt mein Seelchen doch, der Psyche-Falter,
Auf zur Liebe mit der Liebe Psalter!
Also will ich sterben! Also werden!
Will kein trüber Gast sein auf der Erden,
Werde liebend sterben und vergehen
Und in Liebeswonnen auferstehen!

ZWEITE SZENE

(Goethe und ein Priester, der ihm das letzte Bekenntnis als Geständnis entlockt und ihn segnet für
die mystische Reise.)

PRIESTER
Gehst du getrost, getröstet in den Tod?

GOETHE
Ganz ruhig kann ich denken an den Tod,
Mein Geist ist doch ein Wesen unzerstörbar,
Geistwesen, das unsichtbar und unhörbar,
Fortlebend Ewigkeiten Ewigkeiten
In der Äonenwelt der Himmelsweiten.

PRIESTER
Unsterblichkeit ist also deine Wonne?

GOETHE
Ja, meine Seele ist wie eine Sonne!
Die Menschenaugen sehn das Abendrot
Und sehn die Nacht und sehn das Morgenrot
Und doch ists immerdar dieselbe Sonne,
Die leuchtet fort und fort in heller Wonne!

PRIESTER
Und kann der Sarg dir gar nicht imponieren?
Kannst du da deinen Glauben nicht verlieren?

GOETHE
Ein starker Geist lässt sich gar niemals rauben
An die Unsterblichkeit den wahren Glauben.

PRIESTER
So fürchtest du dich gar nicht vor dem Nichts?

GOETHE
Die Seele, Tochter himmlischreinen Lichts,
Sie bleibt doch treu der Mutter, der Natur,
Sie ist ja doch der Mutter Kreatur,
Und diese Mutter lässt ihr Kind nicht enden,
So wird sie ihre Schöpfung nicht verschwenden!

PRIESTER
Natur lehrt also dich Unsterblichkeit?

GOETHE
Der die Natur in meines Lebens Zeit
Betrachtet und erforscht und tief erkannt,
Ich überall doch in der Schöpfung fand
Nicht Tod und Nichts, allein nur Metamorphose,
Sie lehrte mich der Falter und die Rose.

PRIESTER
Denkst du, die eigene Persönlichkeit
Bestehe fort und fort in Ewigkeit?

GOETHE
Ach, was von der Persönlichkeit noch bliebe,
Was wert des Dauerns sei, entscheid die Liebe!
Was bleibt von der Person, will ich gelassen
Geheimnisvoller Gottheit überlassen.

PRIESTER
Was ist die Seele aber, was der Geist,
Den du als ewig und unsterblich preist?

GOETHE
Ich glaub an Anfangspunkte der Erscheinung
In der Natur, ich denk an Leibnitz’ Meinung,
Ur-Seele ist es, schaffende Monade,
Der Kosmos wird durch der Monaden Gnade,
Ur-Keime sind es oder Ur-Gestalten,
Die schöpfrisch tätig eine Welt entfalten.
Monaden gibt es schwache oder starke,
So wird der Staub, so wird mit Saft und Marke
Die Pflanze und so wird das Tier, der Stern,
So auch der Schöpfung Krone, Fraun und Herrn.
Die Hauptmonade als des Menschen Geist
Die Schar Monaden schaffend an sich reißt,
Die Hauptmonade, königliches Weib,
Sie bildet sich als Hofstaat einen Leib.
Auflösung aber nennen wir den Tod.
Die Monas dann gebietet mit Gebot,
Daß die Monaden sich im letzten Leiden
Von ihrer Herrin Monas schließlich scheiden,
Daß die Monaden auf der Schöpfung Spur
Eingehen in die Seele der Natur,
Zu Meer und Land, zu Bergen in der Ferne,
Verschweben in die Feuer, in die Sterne.
Die Herrin Monas aber, trotz den Spöttern,
Die Monas teil hat an der Lust von Göttern!
Bei schöpferischen Göttern oder Engeln
Die Hauptmonaden frei von allen Mängeln
Sich selig in der Götter goldnen Netzen
Sich Ewigkeit um Ewigkeit ergötzen!
PRIESTER
Du denkst die Hauptmonade also süß
Als Monas selig in dem Paradies?

GOETHE
Ich zweifle nicht nach allem meinen Lernen,
Daß da ein Leben ist auf höhern Sternen.
Der Mensch ist ja das Sprechen der Natur
Mit Gott! Der Mensch als Wort der Kreatur
Wird sprechen noch mit Gott und Weisheit lernen
Und Liebe singen auf den Morgensternen!
Dann stöhnt man von der Liebe süßer, leiser,
Der Weisen Diskussionen werden weiser
Und glühender der Lodernden Gestöhn,
Dort sind die schönen Frauen mehr als schön!

PRIESTER
Sagt einer aber, dass der liebe Gott
Die Welt schuf in sechs Tagen ohne Spott
Und sich am siebten Tage gönnte Ruhe?

GOETHE
Hier ist der Boden heilig! Ohne Schuhe
Will ich den Schöpfer preisen, nicht wie Pfaffen,
Den Schöpfer nicht, der einst die Welt geschaffen,
Der dann großväterlich sich ausgeruht,
Den Schöpfer preis ich, der mit Schöpferwut
Alltäglich schafft und wirkt und an sich reißt
In Hauch-Begeisterung des Menschen Geist!
Den Schöpfer preis ich, der auf dieser Erde
Die Menschheit schafft, auf dass auf Erden werde
Die Höhere, die Geisterwelt erzogen,
Die steten Umgang mit dem Herrn gepflogen,
Die Geisterwelt, mit Gott vereinter Geist,
Die alles Niedre machtvoll aufwärts reißt,
Gott bildet überall ein Geisterreich
Von Geistern, die den Göttersöhnen gleich!
Des Menschen Geist ist ja ein Gottessohn!
Anbetend schweig ich vor der Gottheit Thron!

PRIESTER
Und so erteil ich dir die Absolution.

DRITTE SZENE

(An der Perlenpforte des Paradieses erscheint der verklärte Goethe als Jüngling Hatem, die
Schönste der Huris, Sankt Haura, empfängt ihn.)

SANKT HAURA
Heut steh ich an des Paradieses Pforte
Zum Garten Eden, dem geliebten Orte.
Du aber, so gelassen und bedächtig,
Wer bist du denn? Du bist mir fast verdächtig!
Bist du denn einer von den frommen Christen,
Daß ich dich lasse ein zu Himmelslüsten
Und Wonnen in des Garten Eden Lauben,
Bist du denn einer auch vom wahren Glauben?
Hat dich Verdienst? hat dich allein die Gnade
Gebracht in Zions Gartenstadt von Jade?
Bist du Bekenner? Doktor? Marterzeuge?
Von deinem Marterzeugnis mir nicht schweige!
Zeig mir die Wunde für den Glauben an,
Die dir den Weg ins Paradies gewann!

HATEM
Leg mir mein Wort nicht auf die goldne Waage,
Verstehe mit dem Herzen, was ich sage:
Ich war als Mann ein Minner reiner Minne,
Durch Minne ich das Paradies gewinne,
Ich hab zur Paradiesestür gefundnen
Und zeige rühmlich meine Minnewunden,
Die Minne hat gemartert mich am Herzen,
Die Minne war mir Kreuz und Todesschmerzen!
Du sollst mit deinen lichten Mandelaugen
Mir in die Seele schauen: Sie wird taugen
Zu Paradieseslust und Himmelsliebe,
Denn Liebe lebt im tiefsten Seelentriebe!
Schau, Haura, in das Innre meiner Brust,
Hier lebt der Liebe Leid, der Liebe Lust!
Doch trotz der Liebeswunden, Liebesschmerzen
Anstaunend stand ich vor der Herrin Herzen,
Bewundernd hoch aus meinem tiefbetrübten
Gemüt stand preisend ich vor der Geliebten
Und schien in Ihr, der Schönsten aller Frauen,
Der Gottheit Gloria schon anzuschauen!
Mein Zeuge aber sei der Totenrichter:
Die Schöne Liebe sang ich als Ihr Dichter,
Verewigte die Vielgeliebte rein
Und ging zum Nachruhm in die Nachwelt ein!
Du wählst nicht den Geringen und Gemeinen,
Du Himmlische, du kannst dich mir vereinen,
Komm, laß uns wandeln, Haura, Hand in Hand,
Gemeinsam hier durch Edens Gartenland,
Und wenn wir ganz verschmolzen unsre Seelen,
Will ich an deinen Fingern Jamben zählen!

SANKT HAURA
Da draußen vor der Paradiesespforte
Im Wind des Geistes an dem Himmelsorte,
Da dacht ich an die göttlichen Gebote
Und wie gerettet wird so mancher Tote,
Da hört ich, ohne irgendwas zu sehen,
So einen Klang von Jamben und Trochäen,
So einen Klang von altvertrauten Reimen,
So wonnesüß wie Schmack von Wabenseimen.
Ich dacht im himmlischen Jerusalem,
Das sei von dir ein frommes Verspoem!

HATEM
Du Ewige Geliebte, meine Braut,
Wie sind wir doch von Ewigkeit vertraut,
Ins eins geschlungen unsre Himmelsglieder!
Und nun denkst du auch noch an meine Lieder,
Wie ich mit Patriarchen mich besinne
Und sing Mysterien der frommen Minne!
Auf Erden schallen irdisch hin und wieder
So erdgeborner Erdenmenschen Lieder,
So Kling und Klang vom sündigen Gelichter!
Propheten aber sind wir Priesterdichter
Und wissen alle nur von Einem Worte,
Sie schweben um die Paradiesespforte
Und haben nur vom Paradies geschrieben
Und werden ewige Geliebte lieben!
Wenn aber deine schönen Schwestern, Huri,
Die Lieder an Sulima, an Siduri
Und an Suleika auf der Erde hören,
So sollen sie aus ihren Engelschören
Mit inspirierendem Gebläse stärken
Die Dichter meisterlich zu Meisterwerken!
Das wird den Himmel ehren und auf Erden
Die Guten werden schön getröstet werden.
Wenn aber dann der Minnedamen Dichter
Ins Jenseits treten vor den Totenrichter,
Das Weltgericht wird ihre Liebe lohnen,
Die Dichter dürfen bei den Huris wohnen!
Du aber bist mir einzig anvertraut,
Die Ewige, die Einzige, die Braut,
Von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du
Mein Licht des Lebens, meiner Seele Ruh,
Dich, Haura, laß ich nicht aus meinem Zelt,
Die andern Huri in der Himmelswelt,
Sie sollen warten an der Himmelspforte
Auf andre Minnedichter edler Sorte!

SANKT HAURA
Schon wieder schlugst du liebend deinen Arm
Um Haura, tief bezaubert von dem Charme,
Und wie betrunken von den Himmelsdüften
Ergötzt du dich an der Geliebten Hüften!
Wie viele Ewigkeiten Ewigkeiten
Wir uns die Liebeslüste schon bereiten!

HATEM
Was weiß denn ich, wie lange es schon währt?
Von Ewigkeit zu Ewigkeit begehrt
Die Ewige Geliebte nur mein Geist,
Die Paradiesfrau, die mich an sich reißt!
In Ewigkeit glückseliger Genuß!
Als währte ewig unser Erster Kuß!

SANKT HAURA
Doch seh ich schweben meinen Freier schon
In Einsamkeit hinan zu Gottes Thron!
Als ob der Ewige dich herberiefe,
Singst du vorm Thron der Ewigen Liebe Tiefe!
Sing du als Lobgesang dem Lieben Gotte
Nur immerdar dein Liebeslied an Lotte!

VIERTE SZENE

(Hatem im Chor der Seraphim anbetend schwebt mit der goldenen Harfe im geflügelten Arm vor
dem Thron der Ewigen Liebe.)

SERAPHIM
Daß wir von nichts als von der Liebe singen!

HATEM
Man möge in den eignen Busen dringen!

SERAPHIM
Wie Liebe ewig selig anzuschauen!

HATEM
Schaut, Freier, an die Schönheit lieber Frauen!

SERAPHIM
So singen wir der Liebe Seelenfrieden!

HATEM
Wie Selige der Liebe auch hienieden!

SERAPHIM
Der Selige an Gottes Brust gebettet!

HATEM
Der Mensch weiß gern sein Wahres Selbst gerettet!

SERAPHIM
Wer immer liebte, wird die Liebe preisen!

HATEM
Die schönen Frauen, frommen Dichter, Weisen!
SERAPHIM
Frau Minne preisen wir voll Liebesdrang!

HATEM
Ganz wie im reinen deutschen Minnesang!

SERAPHIM
Das Wort der Liebe preisen wir in Worten!

HATEM
Mit Maß und Reim im Himmel allerorten!

SERAPHIM
Und vor der Einen Liebe, höchstverehrten –

HATEM
Empfinden sich unendlich die Verklärten!

SERAPHIM
So schwingen wir und dringen wir durch Sphären –

HATEM
Voll Liebe mit unendlichem Begehren –

SERAPHIM
Durch Liebesparadiese fort und fort –

HATEM
Durchhaucht das Paradies von Gottes Wort –

SERAPHIM
Mit Feuersbrunst und Leidenschaft der Triebe –

HATEM
Wir beten an die Macht der Schönen Liebe –

SERAPHIM
Die Ewige Schöne Liebe makellos –

HATEM
Und sinken, ah, der Liebe in den Schoß...

SURE

Im Namen von Allah, der Allbarmherzigkeit.


Prophet, gehorch dem Herrn, nicht der Gottlosigkeit,
Gottlosen nicht und auch nicht übler Heuchler Kreisen,
Nur dem Allwissenden gehorche, dem Allweisen,
Der Offenbarung folg, was Gott dir offenbart,
Denn Gott der Herr weiß wohl von eurer Lebensart.
Vertraue auf den Herrn, die Schirmung ist genügend.
Zwei Seelen nicht ist Gott in eure Busen fügend!
Die Frauen hat er nicht zu Müttern euch gemacht,
Habt ihr bei Frauen auch nur auf den Rücken acht.
Die angenommenen der Söhne von den Schönen
Hat Gott euch nicht gemacht zu angebornen Söhnen.
Dies spricht zwar euer Mund, doch Gottes Wort ist wahr
Und leitet auf dem Weg der Wahrheit recht und klar.
Die angenommenen der Söhne nach den Vätern
Benennt, so tut ihr recht, nach ihren Zeugungstätern.
Kennt ihr den Vater nicht: Den angenommnen Sohn,
Als Bruder seht ihn an, als Freund der Religion.
Wenn in der Sache ihr euch irrt, ists nicht vom Bösen,
Versöhnend will der Herr vom Übel euch erlösen.
Barmherzig ist der Herr. Und der Prophet ist nah
Und näher Gläubigen, im Herzensinnern da
Wohnt der Prophet, er wohnt den Gläubigen im Herzen
Noch tiefer als sie selbst in Freuden und in Schmerzen.
Und des Propheten Schar von frommen Frauen ist
Euch eurer Mütter Schar, ihr Frommen, dass ihrs wisst.
Die Blutsverwandten sind sich näher noch gekommen
Als andre Fromme, die vereint sind mit den Frommen,
Die ausgewandert sind aus gottvergessner Welt,
Gebt den Verwandten stets der Liebe Lösegeld.
Es steht in Gottes Buch. Die Gottheit wird euch fragen
Nach der Wahrhaftigkeit an des Gerichtes Tagen,
Ob dem Propheten ihr in seiner Religion
Gefolgt seid, Abraham und Sankt Marien Sohn
Und Noah, Moses auch, der weidete die Schafe.
Den Gottvergessnen wird von Gott die Höllenstrafe.
O Gläubige, gedenkt der Liebe eures Herrn!
Der Gottvergessnen Schar zog gegen euch von fern,
Da schickten Wir den Wind, der Engel Heeresscharen,
Ihr konntet sie nicht sehn. Wir taten offenbaren
Die Engel. Und der Herr sah euer ganzes Tun.
Zog gegen euch der Feind von oben, unten nun,
Als eure Augen ihr abwendetet vom Feinde
Und Angst stieg durch das Herz zur Kehle der Gemeinde,
Da dachtet mancherlei Gedanken ihr voll Spott
Und dachtet Törichtes von eurem Herrn und Gott.
Die Gläubigen, geprüft sind sie vom Schöpfer worden,
Ein Zittern sie ergriff, erschreckt der ganze Orden.
Die Heuchler sprachen da (im Herzen waren schwach
Die Heuchler), sprachen so: Ach, unser Vater, ach,
Der Schöpfer und der Herr hat nichts als Trug versprochen!
Ein andrer Teil der Schar hat dieses Wort gesprochen:
Ihr Leute, Jathribs Volk, hier ist kein sichrer Ort,
Drum kehrt zurück und flieht von dieser Stätte fort!
Ein andrer Teil der Schar hat aber vom Propheten,
Zu kehren heim voll Angst, verzagt sich auserbeten
Und sprach: Die Häuser sind vor Feinden unbeschützt!
Doch fehlte nicht der Schutz, die Stunde ward genützt,
Um voller Angst die Flucht umgehend zu ergreifen.
Ob auch der Feinde Schar, ob auch die Rotten streifen,
Von allen Seiten sind gedrungen in die Stadt
Und forderten euch auf zum Glaubensabfall! Hat
Der feigen Frevler Schar darein auch eingewilligt,
Den Glaubensabfall doch die Gottheit niemals billigt.
Wer Gottes treuen Bund vorzeiten schloß mit Gott,
Der darf nicht fallen ab, das wäre böser Spott.
Ihr, kehrt doch eurem Herrn nicht sündig zu den Rücken,
Seid treu dem Herrn, ihr sollt ihm in die Augen blicken!
Was man verspricht dem Herrn mit seines Mundes Hauch,
Was man gelobt dem Herrn, das muß man halten auch.
Sprich: Flucht nützt gar nichts euch, das sollt ihr sicher wissen.
Wie eitel ist die Welt, die Welt voll von Genüssen.
Und flieht ihr auch den Tod, dem Tode durch Gewalt,
Vielleicht auch durch Natur, weil ihr geworden alt,
Ihr werdet sterben doch! Doch Gott mit seinen Armen
Ist euer Schutz allein, sein ewiges Erbarmen.
Wer hilft euch gegen Gott, wenn Gott euch gibt den Tod,
Denn ewig ist der Herr und ehern sein Gebot.
Gott kennt die unter euch, die halten ab vom Beten,
Die drängen euch, dass ihr nicht nachfolgt dem Propheten,
Die sagen: Kommt zu uns, dass nur noch kleine Schar
Den Kampf des Glaubens kämpft. Sie sind doch offenbar
Voll Eitelkeit und Geiz und gönnen euch nicht Gnade.
Wenn aber Todesangst sie überfällt und Schade,
Dann schauen sie zu euch und schaun euch staunend an,
In Todesangst verdrehn die Augen sie, im Bann
Der Angst und Todesfurcht. Ist diese Angst vorüber,
Dann ist der Zunge Zank den Leuten wieder lieber,
Und mit der Zunge sie dann streiten gegen euch
Und nach der Erde Gut geht gierig ihr Gekeuch.
Die glauben nicht an Gott, Gott macht ihr Tun vergeblich,
Umsonst ist all ihr Werk, das Eitle überheblich.
Das ist doch Kleinigkeit für unsern Schöpfer Gott!
Sie glauben nicht daran und leugnen voller Spott,
Daß die Verbündeten nun kommen. Kamen schließlich
Doch die Verbündeten zur Rettungstat ersprießlich,
Die Gottvergessnen dann von Gottes Machtgewalt
Die Wüste wünschen sich zum letzten Aufenthalt.
Arabien sei dann ihr Aufenthalt, die Wüste,
Ob auch die kleine Schar nur betete und büßte.
An dem Propheten habt ein gutes Beispiel ihr:
Der hofft auf Gott den Herrn, das lieben herzlich Wir,
Glaubt an den Jüngsten Tag, die Stunde des Gerichtes,
Ist eingedenk des Herrn, der thront im Glanz des Lichtes.
Als nun die Frommen sahn, die Bundesbrüder sahn,
Wie die Verbündeten mit Macht zur Hilfe nahn,
Da sprachen Gläubige: Gott doch erhört das Beten!
Die Rettung uns verheißt der Herr durch die Propheten!
Der Glaube ward gemehrt, die Ganzhingabe auch,
Denn unter Frommen sind Gerechte, deren Hauch
Erfüllt dem Herrn getreu, was sie dem Herrn gelobten,
Gelübde halten sie, die von dem Herrn Erprobten,
Sie warten auf den Herrn und der Erfüllung Licht,
Was sie versprochen Gott, das ändern solche nicht.
Wahrhaftige wird Gott belohnen für die Wahrheit,
Die Heuchler straft der Herr in des Gerichtes Klarheit,
Die Heuchler straft der Herr, doch wendet voller Huld
Sich Gott den Sündern zu, bereuen sie die Schuld,
Versöhnlich ist der Herr und voller Allerbarmen.
Gottlose trieb der Herr zurück mit starken Armen,
Sie konnten siegen nicht, denn Gott der Herr gibt Sieg
Den Gläubigen allein in dem gerechten Krieg.
Allmächtig ist der Herr und voller Macht und Stärke!
Gott ließ auch zu der Schrift-Besitzer falsche Werke,
Gott flößte ihnen Angst und Schrecken in das Herz,
Man nahm gefangen sie. Und welche voller Schmerz
Gestorben sind den Tod. Wenn Schriftbesitzer sterben,
Die Kinder Gottes dann ihr Erbgut reichlich erben.
Gott hat als Erbe euch den Schriftbesitz vermacht,
Denn Gott der Herr ist groß und reich an Kraft und Macht!
O mein Prophet, nun sprich zu deinen lieben Frauen:
Wollt ihr denn zum Genuß nichts als die Erde schauen,
So sorge ich für euch, entlaß euch ehrenvoll,
Sprecht, oder wollt ihr Gott im Glauben gnadenvoll,
Wollt den Propheten ihr, dann wird euch Gott verschonen
Und in der Ewigkeit mit Jugend euch belohnen.
Ihr des Propheten Fraun, wollt Sünden ihr begehn,
So sollt ihr doppelt auch der Strafe euch versehn.
Wer aber Gott gehorcht, gehorcht auch dem Propheten,
Die handelt recht und fromm im Fasten und im Beten,
Belohnt wird doppelt sie und wird von Gott ernährt,
Gott wird versorgen die, die seinen Seher ehrt.
Ihr des Propheten Fraun, seid nicht wie andre Frauen!
Und ehrt ihr Gott den Herrn, dann will er euch so schauen,
Daß ihr nicht zu vertraut in euren Reden seid,
Daß nicht ein Mann entbrennt in wüster Lüsternheit,
Der Mann, der liebeskrank nach eurem Reiz der Jugend.
Nein, sprecht nur fromm und rein und ehrbar voller Tugend,
Wohlweislich würdevoll bleibt ihr in eurem Haus
Und geht nicht reichgeschmückt wie Heidendirnen aus,
Verrichtet das Gebet, den Armen gebt Almosen,
Gehorcht dem Herrn, gehorcht dem Seher, solche Rosen
Will Gott der Herr von euch, die ihr zum Haus gehört
Des Sehers eures Herrn, der bei der Weisheit schwört!
Unreinheit sei euch fern und Sünde und Gemeinheit,
Ja, euer Schöpfer will von euch besondre Reinheit.
Der Wunder eingedenk, der Weisheit eingedenk
Seid allezeit, von Gott ist Weisheit ein Geschenk.
Denn Gott der Herr versteht all euer Liebesscherzen
Und Gott der Herr erkennt Geheimnisse im Herzen.
Den Männern und den Fraun, die da wahrhaftig sind,
Die standhaft sind und sind voll Demut wie ein Kind,
Almosen-Gebende, die keusch sind und die fasten,
Die denken an den Herrn: Gott wird von schweren Lasten
Erlösen sie und wird beschenken sie mit Lohn.
Es ziemt den Frommen nicht, wenn Allah und Sein Sohn
Beschlossen haben eins, in wilder Menschenfreiheit
Zu wählen andres dann aus eitler Einerleiheit.
Wer nicht dem Herrn gehorcht (Er ist der Gute Hirt)
Und folgt dem Seher nicht, solch einer böse irrt!
Als du zu deinem Sohn, dem Gott erwies die Gnade,
Gesprochen hast voll Huld: Behalt dein Weib, die Jade,
Frau Seineb bleib bei dir und ehre deinen Gott;
Da suchtest du, Prophet, du Odem im Schamott,
Geheim zu halten die Verliebtheit in dem Herzen.
Dein Schöpfer wollte doch, dass du die Liebesschmerzen
Machst allen offenbar! Du fürchtetest die Welt?
Vor Gott allein hat Furcht der wahre Glaubensheld.
Da Said endlich doch entschlossen sich zur Scheidung,
Da gaben Wir sie dir, nach ihres Manns Entscheidung.
Für Fromme kein Vergehn ist es nun mehr fortan,
Des Patensohnes Frau zu nehmen sich als Mann.
Was Gott der Herr gebot, das musste auch geschehen.
Was Gott geboten sonst von Heiligkeit der Ehen,
Das hat er dir erlaubt, das ist auch keine Schuld,
Denn Gottes Machtgebot ist voller Gunst und Huld.
Die frühern Seher all nur fürchteten den Schöpfer
Und ehrten Gott allein, wie Ton verehrt den Töpfer,
Doch der Gesandte ist nicht Vater eines Sohns,
Der Seher Siegel er, gesandt vom Herrn des Throns.
Allwissend ist der Herr, der kennt die Seelentriebe,
Von Seineb weiß der Herr, von des Propheten Liebe...
Ihr Gläubigen, gedenkt des Herrn, preist in der Früh
Und an dem Abend Gott, euch schützt der Schöpfer wie
Kein anderer und auch sind bei euch seine Engel
Und treten für euch ein und aus der Welt der Mängel
Sie führen euch ins Licht, aus tiefer Dunkelheit
In Gottes Reich des Lichts. Gott ist Barmherzigkeit.
An jenem Tag, da sie aus dieser Welt hienieden
Heimkehren zu dem Herrn, da grüßen sie ihn: Frieden!
Denn die Barmherzigkeit die Gläubigen verschont
Und mit der Ewigkeit der Wonne sie belohnt.
Prophet, du bist gesandt, die Strafen anzudrohen
Und zu verheißen Glück den Frommen, wahrhaft frohen
Gerichtstag deines Herrn, dass du die Menschen rufst
Und leuchtest als ein Licht. O Schöpfer, der du schufst,
Die Menschen du berufst, so deiner Liebe Wille,
Du rufst sie all hinan zu großer Segensfülle.
Gehorche aber nicht Ungläubigen und nicht
Den Heuchlern, denen Lug und Trug ist ihre Pflicht.
Und keine Unruh soll dich reißen aus den Gnaden,
Wenn die Ungläubigen dir wollen böse schaden.
Vertraue nur auf Gott und weise sei gewitzt,
Sei dessen dir gewiß, dass Gott der Herr dich schützt.
Ihr Gläubigen, wenn ihr gefreit habt fromme Frauen
Und wollt euch trennen dann, bevor ihr voll Vertrauen
Berührt habt eure Fraun, so keine Wartefrist
Bis zu der Trennung Tag bestimmt vom Schöpfer ist
Und nicht gesagt ist euch vom Vater, dem Uralten,
Wie lang ihr eure Fraun noch müsst bei euch behalten,
Versorgt sie aber gut, mit Anstand sie entlasst,
Wenn ihr der Frauen Leib noch nicht habt angefasst.
Dir aber, o Prophet, erlauben wir die Frauen,
Die schönen Frauen all, die du begehrst zu schauen,
Die schönen Frauen all, gabst du das Brautgeschenk,
Die Morgengabe gabst, und alle Frauen, denk
Daran, die Frauen all, die Sklavinnen gewesen
Und Beute wurden dein, die Schönsten auserlesen,
Der Onkel Töchter und der Tanten Töchter auch,
Die mit dir gläubig flohn aus Mekka, ja der Brauch
Sei dir, dass jede Frau, die der Prophet will freien,
Soll dem Propheten sich in aller Schönheit weihen!
Wir wissen wohl, was da war Unser Machtgebot
Betreffs der Frauen sonst und aller Liebesnot,
Doch du, Prophet, doch du begehst ja kein Vergehen,
Wenn du die Freiheit nimmst, die Frauen anzusehen.
Denn die Barmherzigkeit ist Gottes und versöhnt
Ist Gott mir dir, Prophet, ob der Prophet auch stöhnt.
Verweigere, Prophet, wem du nur willst, die Ehe,
Nimm zu dir, die du willst! Ich aber alles sehe!
Und nimm auch die zu dir, die du verstoßen hast,
Nimm du sie wieder an als deiner Freundschaft Gast,
Wenn du Verlangen hast und willst sie wieder sehen,
Begehst du keine Schuld und tust auch kein Vergehen.
Nur halt die Augen hell und leuchtend deinen Fraun,
Der Frauen Augen solln mit Freudenstrahlen schaun,
Wirst wieder du an sie in holder Gnade denken,
Und was sie wünschen sich, das sollst du ihnen schenken,
Daß jede Frau mit dem, was du ihr zubemisst,
Mit deiner Huld und Gunst auch ganz zufrieden ist.
Allwissend ist der Herr. Und was in euren Herzen
Wohnt, weiß der Herr, die Lust und alle süßen Schmerzen.
Doch dir ist nicht erlaubt, die eigne Ehefrau
Im Tausch zu tauschen aus! Und nicht erlaubt ists, schau,
Ein andres junges Weib zu nehmen von den Söhnen,
Ob sie dir auch gefällt und ob du dieser Schönen
Von ihren Augen auch viel hohen Ruhm gesagt.
Doch nehmen darfst du dir gern deiner Frauen Magd!
O all ihr Gläubigen, die Räume des Propheten
Sollt ihr zur rechten Zeit zum Liebesmahl betreten,
Und speiset dann mit ihm, wenn er es euch erlaubt,
Daß, wenn er’s nicht erlaubt, ihr nicht die Zeit ihm raubt.
Lädt er euch aber ein, dann kommt zur rechten Stunde.
Wenn ihr gegessen habt, dankt Gott mit eurem Munde.
Entfernt euch wieder dann und haltet das Gesetz,
Setzt euch nicht nieder noch zu weltlichem Geschwätz,
Belästigt so mir nicht den Seher, der zu scheu ist,
Euch kund zu tun, dass ihr nichts wisst, was ihm noch neu ist.
Doch ist der Herr nicht scheu, der euch die Wahrheit sagt!
Und wollt ihr etwas gar von des Propheten Magd,
Von seinen Frauen all, dann bittet hinterm Gitter
Und macht das eigne Herz nicht durch die Sünde bitter.
Auch ziemt es euch nicht, den Propheten Gottes noch
Zu kränken, nehmt euch nicht sein Weib ins Ehejoch.
Wenn er ein Weib entlässt, so dürft ihr sie nicht freien,
Das wäre Schuld vor Gott, Gott wird’s euch nicht verzeihen.
Und tut ihrs öffentlich und tut ihrs heimlich, weiß
Gott alles auf der Welt, der ganzen Erde Kreis.
Doch des Propheten Fraun, sie tragen keine Sünde,
Wenn unverschleiert sie mit des Propheten Kinde
Besprechen sich und auch, wenn unverschleiert sie
Dem eignen Vater fromm begegnen liebend wie
Ein Kind, dem Bruder auch und selbst der eigne Sklave
Darf unverschleiert sehn die Frau, drauf steht nicht Strafe.
Doch fürchtet Gott den Herrn, ihr des Propheten Fraun,
Denn Gott weiß jedes Ding auf Erden anzuschaun.
Es segnet Gott der Herr, es segnen seine Engel
Den Seher, darum ihr sollt segnen ohne Mängel
Den Seher! Grüßt ihn so: Der Friede sei mit dir!
Die Gott beleidigen, sind schlimmer als ein Tier,
Wer den Propheten kränkt, der wird mit schwerem Fluche
Gestrichen aus der Schrift in Gottes Lebensbuche,
In diesem Leben schon wird er geplagt durch Schuld
Und in der Ewigkeit entzieht ihm Gott die Huld,
Und strafen wird er sie als Richter mit der Strafe,
Wenn von den Böcken trennt der Hirte seine Schafe,
Und wer den frommen Mann und wer die fromme Frau
Als schlimmer Sünder kränkt, der wird gerichtet, schau,
Die Lästerzunge wird vom Schöpfer der Gerechten
Gestraft mit Zorn und Grimm, der ruht auf Ungerechten.
Sprich, o du mein Prophet, zu allen deinen Fraun,
Daß nur im Oberkleid keusch lassen sie sich schaun,
So ist es schicklich rein, es soll sie keiner lästern,
Verhüllt auf keusche Art gehen des Propheten Schwestern.
Versöhnlich ist der Herr und voll Barmherzigkeit.
Ob Heuchler, Idiot, der Feind voll Hässlichkeit
Auch stürmen gegen dich, so werden Wir dich senden
Und der Gottlosen Reich wird deine Hand beenden.
Die Frevler sind verflucht, durch Gottes Machtgebot
Erfahren sie den Zorn, erfahren sie den Tod,
Wie auch die Frevler einst durch Gottes Ratschluß starben
Und durch den Zorn des Herrn im Totenreich verdarben.
Gott ist sich immer gleich, ist unveränderlich.
Die Menschen werden dann befragen aber dich
Wohl nach dem Jüngsten Tag. Sprich: Gott nur kennt die Stunde,
Vielleicht ist nah der Tag! Es ist im Höllengrunde
Bereitet Feuersglut für die Gottlosigkeit,
Gottlose brennen drin in aller Ewigkeit
Und finden keinen Schutz und Hilfe nicht noch Rettung.
Sie wälzen sich in Glut unglücklicher Verkettung
Und schreien zu dem Herrn, der nicht mehr auf sie horcht:
Ach hätten wir dem Herrn und seinem Wort gehorcht!
Doch wir gehorchten nur den Höchsten und den Größten,
Die brachten so uns ab vom Wege der Erlösten,
Den Hohen darum gib und Großen doppelt Pein,
Verfluch mit schwerem Fluch die Reichen, Einig-Ein!
Ihr Frommen, seid nicht gleich den Lästerern des Mose,
Doch Mose pries der Herr: Er ist der Makellose.
Ihr Frommen, fürchtet Gott, dass Gott auch eure Werke
Gedeihen lasse gut durch seiner Gnade Stärke
Und euch die Schuld vergibt. Wer Gott gehorcht allein
Und folgt dem Wort des Herrn, der soll glückselig sein.
Und wär der Glauben gar des Götzendiensts gepredigt
Auch Himmel, Erde, Meer, sie hätten sich entledigt
Des falschen Glaubens gleich. Der Mensch nahm aber an.
Wahnsinnig ist der Mensch, ein Tor der Erdenmann.
Die Heuchler aber wird und alle Heuchlerinnen,
Die Götzendiener all und Götzendienerinnen
Wird strafen Gott der Herr für ihren bösen Spott.
Den Frommen aber wird zuwenden sich mein Gott,
Den Männern und den Fraun, den Kleinen und den Armen,
Mein großer Gott, der Herr, mit herzlichem Erbarmen!

ZAINAB

ERSTE SZENE

(Mohammed beim Adoptivsohn Zaid in dessen Wohnung zu Gast. Frühe Nacht.)

ZAID
Vater, segne diese Speise,
Sind aus der Türkei Maronen,
Karamellisierte Früchte,
Süß wie süße Dattelfeigen.
MOHAMMED
Allah, segne unsre Speise,
Dir zum Ruhm und höchster Ehre!
ZAID
Segne auch den Wein, den edlen,
Alten, der uns nicht verboten.
MOHAMMED
Allah, danke für den Weinstock,
Segne uns das Blut der Reben!
ZAID
Wie doch singen unsre Dichter
Von dem Wein, der inspirierend
Ist wie Gabriel, der Engel,
Dessen Kuß macht Sänger singen.
MOHAMMED
Allah hat den Wein geschaffen
Zu der Freude unsrer Herzen.
Was ist denn ein Gastgelage
Ohne Allahs Blut der Traube?
Schön ist die Musik der Flöte,
Schön ist die Musik der Zimbel,
Schön der Sang der Sängerinnen,
Schön der Tanz der Tänzerinnen!
Aber bei Musik und Festmahl
Ist das Segensblut der Traube
Der Rubin der Kaiserkrone,
Der Granat im Kaiserturban.
Ein Rubin in goldner Fassung
Ist der Wein beim Gastgelage.
Rede, Jüngling, auf der Feier,
Rede, wenn die Becher kreisen,
Rede, messe deine Worte,
Sprich als Wissender vielwissend,
Doch das meiste uns verschweigend.
ZAID
Alter, wenn die Becher kreisen,
Deiner fünfzig Jahre Summe
Deiner Weisheit uns berichte,
Gut ist Wein mit Weisheitsworten.
MOHAMMED
Aber wenn die Mädchen singen,
Wenn die Mädchen Bauchtanz tanzen,
Wenn der Mädchen Becken schwingen
Und sie schütteln ihre Brüste,
Wenn die Flöte und die Zimbel
Sich im Liebeslied vermählen,
Spare deine Weisheit, Alter,
Spar sie auf für andre Stunden.
ZAID
Ich bin trunken von der Liebe,
Ich bin trunken von dem Weine!
Aber bin ich nun betrunken
Von der Liebe, von dem Weine?
MOHAMMED
Was auf Erden mich begeistert
Sind Gebete zum Allweisen
Und der Liebreizduft der Rose
Und die Anmut schöner Frauen!
ZAID
Doch die Schönste aller Frauen,
Die hast du noch nicht gesehen,
Meine Zainab ist die Schönste,
Makellose Mädchengöttin!
MOHAMMED
Schön sind alle meine Frauen
In der Jugendzeit gewesen,
Aber flüchtig ist die Jugend,
Aber flüchtig ist die Schönheit.
So wie Salomo geredet,
So hat Mohammed gesprochen:
Flüchtig ist der Anmut Schönheit,
Lob der Frau, die Allah fürchtet!
Eitel sind die schwarzen Haare,
Eitel ist der Jugend Schwarzhaar!
Alles wandelt sich auf Erden,
Wir auch wandeln in der Zeit uns.
ZAID
Allah schuf die Jugendschönheit
Uns zum Gleichnis für die Huris,
Wie die frische Rosenknospe
Zainab stammt vom Garten Eden.
Weil ich oft am Glauben zweifle
An des Paradieses Huris,
Sandte Allah mir dies Mädchen
Zainab, meine Paradiesfrau!
Und nun glaub ich an den Himmel
Und des Paradieses Wonnen,
Denn ich möchte ewig lieben
Zainab, Zainab ewig lieben!

(Zainab tritt in den nächtlichen Raum. Sie trägt ein fast durchsichtiges weißseidnes Nachthemd. Der
Schimmer des vollen Mondes ergießt sich über ihren perfekten Körper. Sie strahlt wie eine junge
Venus.)

ZAINAB
Mohammed, Gesandter Gottes,
Friede sei mit deiner Seele!
MOHAMMED
Ich, die Nachtigall der Rose,
Sing vor Allahs Rosenherzen!
ZAINAB
Schautest du schon Allahs Schönheit?
MOHAMMED
Heute schau ich Allahs Schönheit!
ZAINAB
Herr, dein Wort ist süß wie Honig!
MOHAMMED
Du bist süßer als der Honig!
ZAINAB
Nimm von Zainab diese Feige!
MOHAMMED
Schenk Erkenntnis mir die Feige!
ZAINAB
Allah wohnt in meinem Busen!
MOHAMMED
Lobpreis sei dem Throne Allahs!
ZAINAB
Allahs Auge schaue gnädig
Voller Gunst auf den Propheten!
MOHAMMED
Deine Augen strahlen Liebe,
Unbefleckte Seelenspiegel,
Allah strahlt aus deinen Augen,
Allah liebt den Gottgesandten!
ZAINAB
Allah ewig ist mein Liebling
Und Mohammed ist mein Liebling,
Nämlich Allah ist die Liebe
Und Mohammed ihr Gesandter!
MOHAMMED
Allah lebt in deiner Seele
Selig wie im Garten Eden!
Schau ich dich, geliebte Zainab,
Steigt mein Esel in den Himmel
Und ich schau im dritten Himmel
In dem Venusparadiese
Eine makellose Huri,
Allahs Gegenwart im Himmel,
Ja, ich schau der Huri Antlitz,
Ja, ich schau das Antlitz Allahs!

ZWEITE SZENE

(Morgens, noch vor Sonnenaufgang. Mohammed betet auf seinem Rosenkranz die 99 Namen
Allahs.)

MOHAMMED
In dem Namen... und so weiter!
Zainab, voller Allerbarmen,
Du barmherzige Geliebte,
Schau mich an mit mildem Mitleid!
Meine Königin der Liebe,
Meine heilige Geliebte,
Zainab, Inbegriff des Friedens,
Schenke mir die Seelenruhe!
Meine Sicherheit gestiftet
Wird von Zainabs schönen Händen,
Die in ihren schlanken Händen
Hält das ganze Universum!
O gewaltige Geliebte
In der Allgewalt der Liebe,
Schöne Dame, stolze Dame,
Stolze Demut, stolze Demut!
Meine Schöpferin, Geliebte,
Du erschufest meine Liebe,
Bildnerin des Seelenbildes,
Darf ich auch kein Bild mir machen!
Zainab, milde im Vergeben,
Zainab, lieblich im Verzeihen,
Alle Fehler meiner Seele
Deckt der Mantel deiner Liebe!
Du besitzt die Macht der Liebe,
Diese Macht bezwingt das Weltall,
Zainabs Macht bezwingt das Weltall
Und die Seele des Propheten!
O wie dank ich deiner Großmut,
Die in freier Gnade spendet
Was ich brauch vom Brote täglich,
Was ich brauch vom Wein allnächtlich!
Meine Richterin voll Weisheit,
Die du richtest nach der Wahrheit,
Du weißt ja Bescheid im Menschen
Und du liest in meiner Seele!
Zainab, wie du maßvoll zuteilst
In dem Überfluß der Gnade,
Die du voller Großmut zuteilst,
Du freigebigste Geliebte!
Zainab, du machst Hasser niedrig,
Zainab, du erhöhst die Minner,
Du verleihst mir neue Kräfte
Und erniedrigst meine Feinde!
Deine süßen Muschelohren
Hören alles auf der Erde,
Deine schwarzen Himmelsaugen
Schauen alles auf der Erde!
Meine Richterin, o Zainab,
Richte nach dem Maß der Liebe,
Bist gerecht in dem Gerichte,
Liebe Zainab, voll der Gnade!
O feinfühligste Geliebte,
Sehr sensible schöne Seele,
Alles weißt du, deiner Weisheit
Nichts ist in der Welt verborgen!
O ich preise deine Langmut,
Deine Sanftmut, deine Demut,
Majestät der Schönen Liebe,
Majestät des dritten Himmels!
Immer möchtest du verzeihen,
Allen Menschen gern vergeben,
Und wie gern zeigt deine Seele
Sich erkenntlich deinen Freiern!
Du erhabene Geliebte,
Hocherhabene Geliebte,
Deine grenzenlose Größe
Übersteigt das Universum!
Hüte mütterlich den Minner
Und versorge den, der hungert
Und der dürstet nach der Liebe,
Du bist wachsam in den Nächten!
Rechne ab mit deinen Feinden
In Gerechtigkeit, Geliebte,
Rechne ab mit deinen Feinden
In Barmherzigkeit, Geliebte!
Hocherhabne, voller Würde,
Würdigste, ich nah in Ehrfurcht
Der ehrwürdigsten Geliebten,
Lebe nur zu deiner Ehre!
Wächterin in meinen Nächten,
Höre meine Liebesseufzer,
Liebe Frau, wie gern erhörst du
Meines Liebesstöhnens Stammeln!
Liebevolle, voll der Liebe,
Würdig allerhöchster Ehren!
Auferweckerin vom Tode,
Zainab, und vom Todesschlafe!
Allumfassende Geliebte,
Quelle ewiglicher Weisheit,
Meine Weisheit, meine Mutter,
Schwester-Braut und Bettgenossin!
Zeugin meiner wahren Liebe,
Du wahrhaftige Geliebte,
Die du Wahrheit liebst und Weisheit,
Du Verwalterin des Weltalls!
Starke Jungfrau, starke Herrin,
Herrin meiner Heeresscharen,
Feste Burg und fester Felsen,
Fest sind deine Mädchenbrüste!
Meine Freundin, lobeswürdig,
Alles Ruhmes würdig, Freundin,
Du erfasst das ganze Wissen,
Alle Weisheit deines Freundes!
Schöpferin des Universums
Durch die Worte deiner Liebe,
Wiederschöpferin des Weltalls
Durch das Opfer deiner Liebe!
Deine Liebe macht lebendig
Alle meine Lebensgeister,
Aber deine Liebe tötet
Alle hassenden Dämonen!
All-Lebendige, mein Leben,
Du Beständige in Dauer,
Ewig währt mir meine Liebe
In der Ewigkeit der Schönheit!
Meine Seele rief ins Dasein
Meine hochgelobte Herrin!
Du bist meine Eine, meine
Reine, meine Feine, meine
Ewig liebende All-Einheit,
Undurchdringlich deine Keuschheit!
Zainab, o du Macht der Liebe,
Du allmächtige Geliebte,
Herrsche über den Propheten
Nur die Allmacht deiner Liebe!
Alles schickst du in die Zukunft
Und du hältst zurück das Unheil,
Du die Erste, du die Letzte,
Unsichtbar bist du und sichtbar!
Schutzgeist meines Liebeslebens,
Transzendente, Transparente,
O wie lieb ich deine Güte,
Wenn du voller Gnade lächelst!
Zainab, dein nur ist die Rache,
Doch du liebst es, zu verzeihen,
Wie so milde ist dein Mitleid,
Mütterliches Minne-Mädchen!
Herrin aller Königreiche,
Herrin aller Fürstentümer,
Herrin aller Herzogtümer,
Holde Herrin jeder Grafschaft!
Hocherhabne, Vielgeliebte,
Aller Ehren bist du würdig!
Deine Taten sind gerechte,
Die du Menschen gern versammelst,
Bist auf keinen angewiesen,
Doch dein Herz verteilt den Reichtum!
Du wehrst ab die schlechten Dinge
Und gewährst den Schutz als Schutzfrau!
Schaden bringst du den Verworfnen,
Segen spendend den Geliebten!
Meine Führerin, mein Lichtglanz,
Meine Mondin, meine Sonne,
Du mein Sternbild, meine Jungfrau,
Licht, das alle Welt erleuchtet!
O du Jungfrau ohnegleichen,
Schöpferin des Universums!
Du bestehst in Ewigkeiten,
Erbin aller Menschenkinder,
Die du kennst den Weg der Weisheit,
Führst die Straße in den Himmel!
Du bist voll Geduld und Langmut,
Gnädig, voller Huld und Treue,
Zainab, meine Allerliebste,
Ich bin dein, geliebte Jungfrau!

(Die Morgenröte erscheint im Orient.)


EIN TRAUM VOM MORGENLAND

“Al-Wajib al-busidan?”
“Kus-i-naupaschm!”

ERSTER GESANG

Ich will die Göttin Sprache preisen,


Die Verschleiernde,
Die Mystifizierende!
Ich preise auch die Musik
Und die Pieta von Marmor,
So rein und schön!

Ich greife gern zurück


Auf den Erfahrungsschatz meiner Brüder.
Ich hauche alten Mythen
Neuen Atem ein,
Daß sie nicht ins Land des Vergessens versinken.

Ich suche Waq Waq,


Das Land, das so viel reines Gold besitzt,
Daß die Eingebornen
Goldene Kettchen machen für ihre Affen.
Auch tragen sie dort Kleider
Mit Gold bestickt.
Ebenholz ist dort von edler Sorte,
Mahagoniholz und Almuggimholz
Und Sandelholz für Harfen und Balkone.

Waq Waq ist die selige Insel


Jenseits des östlichen Horizonts.

Dort leben Astomen,


Die sich nur vom Apfelduft ernähren,
Dort wohnen Gymnosophen
Bei den Amazonen.

Gestern traf ich siebenhundert Menschen.


Ich sah gute Männer,
Reizende Frauen
Und fromme Kinder.
Die Königin war wunderschön,
Sie trug ein schwarzes Gewand.
Ihr Mund war scharlachrot
Und die Zehennägel scharlachrot geschminkt.
Auf dem Haupte trug sie
Einen Turban aus Palmenfächern.
Ich aber sage euch,
Die Indianer waren Kannibalen,
Die Azteken opferten Tausende Menschen täglich!

Die Indianer schändeten Weiber,


Mordeten Kinder
Und schnitten den Männern den Skalp vom Haupt.

Der fromme Pionier


Hatte die Gerechtigkeit auf seiner Seite,
Denn die gottgeliebte Insel Amerika
Durfte nicht länger Spielwiese sein
Für wilde Barbaren.

Nun redet ihr aber alle


Vom edlen Wilden.
(Ich kannte in meiner Jugend
Einen einzigen edlen Wilden.)
Der große Haufen
Ist blutrünstig und barbarisch,
Ah, sie haben Kannibalengelüste!

Freitag aber will ich preisen,


Der Robinson Crusoe beigestanden,
Und Pocehontas will ich singen,
Die John Smith gerettet
Und christliche Ehefrau geworden!
Diese indianische Prinzessin
Ward getaufte Jüngerin Jesu!

Aber ich sah auch die Ströme von Blut,


Die Indianer frohlockten bei den Strömen des Blutes,
Wurden erregt und gerieten in Ekstase,
Viele knieten nieder und tranken
Von diesem Strom des Blutes
Und besoffen sich ungehemmt
Und freuten sich wie Dämonen!

Und ich muß euch auch sagen von den Hexen,


Von ihrer sexuellen Gier,
Von ihrem Kannibalismus,
Von ihrem Geschlechtsverkehr mit Buhldämonen,
Von ihrem Starrsinn und verstockten Herzen
Und ihren sublunaren Launen!

Ja, der Orient ist ein Ort


Der Lust und der Sinne
Und doch von Gewalt gezeichnet.

Die Völker des Ostens sind lüstern,


Faul wie vom Opiumrausch,
Unfähig, sich zu regieren.
Wir haben eine zivilisatorische Mission!

Wenn ich aber reise in den Orient,


So suche ich meine eigene Bildung
Und Heiligung der Persönlichkeit.
Die Klassiker hassen das Ego,
Doch heute glorifizieren alle das Ego.
Ich aber bin als Reisender wahrlich
Pilger zum Grabe Christi,
Ritter Christi im Dienst meiner himmlischen Dame!
Mein Ruf eilt mir voraus
Und nimmt die Dimensionen des Rufes des Orpheus an!

Ja, den erotischen Orient sing ich!


Liebes-Sklavinnen alle Weiber,
Sie verheißen sexuelle Wonnen,
Die in Deutschland ein Tabu!

Die orientalischen Menschen


Haben manches mit Tieren gemeinsam.
Othello zum Beispiel
Gleicht einer Araberhengst.

Ich war in den Minen des Königs Salomo.


Ich war der König des Dschungels.
Ich durchquerte Urwälder einsam,
Durchwatete Flüsse,
Zähmte Horden von Wilden
Und blieb doch zivilisiert.

Der Chinese, den ich traf,


War beseelt von einem tiefen Gefühl des Respekts
Vor den deutschen Dichtern und Denkern.
Ja, es war beinah Liebe!
Es war viel Wertschätzung da
Für die deutsche Dichtkunst
In seiner demütigen Seele.

Aber Asiaten sah ich, die waren faul,


Die waren unsauber, rauschgiftsüchtig.
Jener ist feige in Gefahr
Und frech, wenn es nichts zu befürchten gilt.
Jener hat keine Idee der Wahrheit
Und keinen Begriff der Gerechtigkeit.
Und wäre jener genialer,
So wäre er der Inbegriff des Übels!

Das empört mein aristokratisches Herz,


Wenn sich der kommunistische Pöbel aufbläht!

Der barbarische Wilde


Und der revolutionäre Prolet
Sind ein und dieselbe Schlange
In mancherlei Kleidern.

Ich gebe euch die Ideen


Der Tradition des Abendlandes,
Des christlichen Abendlandes wieder.

Soll ich die Heiligen Orte


Jerusalems schildern?
Was kann ich sagen,
Was nicht schon gesagt?
Dies Thema Jerusalem
Ist unerschöpflich!

Wenn die Wirklichkeit unaussprechlich,


Bleibt die Phantasie und der Traum.
Ich inszeniere mein Leben
Und meine Leiden und meine Liebe
Auf der Bühnenszene des Orients.
Ich singe romantisch meine Romanze
Vom Pfingsten der Schönen Liebe!

Herrliche Städte,
Einst bevölkert von tugendsamen Menschen,
Geschmückt mit Tempeln und Säulenhallen,
Wahre Weltwunder architektonischer Schönheit,
Jetzt leer und verlassen,
Verödet, zu Trümmern zerfallen,
Durch die Barbarei des primitiven
Islamismus heruntergekommen,
Hier leben nur noch Wildkatzen und Schakale
Vor den Toren der einstigen Tempel.
Oft hab ich die Wildkatzen angeschaut
Vor den Türen der altehrwürdigen Kirchen,
Und es zerbrach mir das Herz!

Der Libanon, Gott sei Dank,


Der Libanon ist christlich!

Orient, Orient,
Schon dein Name
Erweckt mir einen Tanz von Bildern,
Sarazenen schau ich und Märchenerzähler,
Die arabischen Nächte Lailas hör ich flüstern,
Haremsfrauen schau ich,
Schönheiten seh ich Bauchtanz tanzen,
Ich denke an die Tempelritter,
An die Kreuzritter Christi
Und die Heilige Schrift!
ZWEITER GESANG

Lässt du dich von Mohammed irren?


In Purpur gekleidet geht Mohammed,
Er schminkte seine Lippen
Und liebte betörende Düfte
Von Rosen und Frauen.
Gott war ihm geeignet,
Den sexuellen Appetit zu stillen!
Mohammeds Himmel kreist um die Wollust!
Das gefällt dem Orientalen!
Er lebt ja beständig
In einem Klima der brünstigen Hitze!

Mohammed verheißt einen Himmel


Des Sexualkommunismus,
So laufen die Scharen von Männern
Der reinen Wahrheit davon
Und hängen sich an die ersehnten Huris!

Und siehst du jene Götzendiener,


Die den Antichrist rufen?
Und siehst du jene Götzendiener,
Die da die Naturgöttin feiern?

Heiliger Vater Dante,


Wo ist Mohammed im Jenseits?
Ist er im Schoß der Huris?
Ist er zur Rechten Gottes?
Oder sitzt er in der Hölle
Neben Luther und andern Ketzern,
Die die Gemeinschaft der Heiligen
Durch den Irrtum gespalten?

Ich singe mein Ideal,


Die Hohe Minne
Des Rittertums Christi
Und die überlegene Weisheit Gottes
Über alle religiösen Phantasien!

Ich singe den christlichen Ritter,


Der den hundeköpfigen Riesen erschlug!
Ich singe den Muslim,
Der sich zum Sohne Gottes bekehrt!
Ich singe die Prinzessin von Persien,
Die den christlichen Ritter liebt!

Die persische Prinzessin ist bereit


Mit der Demut einer Magd
Dem christlichen Ritter zu helfen.
Der Minneritter weckte
In der Magd Verlangen,
Sie hatte Lust an ihm!
So betritt die persische Prinzessin
Das Schlafgemach des christlichen Ritters
Und bietet ihm ihre Liebe an,
Der keusche Ritter Christi
Weist alle Unzucht zurück.

O die Verführerin!
In ihrer Sinnlichkeit ist sie bereit,
Dem Aberglauben abzuschwören
Und Freundin des Sohnes Gottes zu werden!
So schwor die Prinzessin dem Ritter,
Sie werde Christin,
Wenn er sie nur Einmal umarme!
Folgend dem Missionsbefehl des Herrn
Umarmte der Ritter die Prinzessin,
Sie wird Christin!

Die Prinzessin von Babylon


Ward von ihrem Vater gefangengehalten.
Sie entsagte der babylonischen Religion
Und löste sich aus den Familienbanden.
Als die Magd der Prinzessin
Sich geweigert, dem Ritter Christi zu helfen,
Warf die Prinzessin
Die Magd ins Meer!
Sie lockte den christlichen Ritter
In ihr Schlafgemach,
Versuchte ihn
Mit verlockenden Liebeskünsten zu verführen,
Doch der Minneritter blieb keusch!
Dann aber half die Prinzessin von Babylon
Der Armee des Blutes Christi,
Den König von Babel abzusetzen.

O ihr christlichen Ritter,


Meine Brüder und Freunde,
Wollt ihr den König von Babel
Von seinem Throne stürzen,
So nehmt als Hilfe an
Die Liebe der Prinzessin von Babylon!

Lest doch den Koran,


Lest doch vom Paradies im Koran!
Der Araber ist voll Begierde,
Ein Himmel ist ihm offenbart,
Der ewig Befriedigung
Seines sexuellen Appetits verheißt!

Das Paradies der Christen


Ist das Land von Milch und Honig,
Dort wird Jesus Christus
Mit uns vom Gewächs des Weinstocks trinken!

Die frommen Muslime genießen im Garten Eden


Ewige Wollust und Sinnenfreuden,
Die Christen sind im Himmel
Wie Engel Gottes glückselig
Im Genuß der Liebe Gottes!

Die Christen setzen ihre ewige Hoffnung


Auf die Freuden des vergöttlichten Geistes
Und die Muslime setzen ihre ewige Hoffnung
Auf die Genüsse der Fleischeslust!

Mit Horaz will ich reisen


Nach Ormuz, Ophir und Aleppo,
Ich will nach Syrien pilgern!

Den reichen Orient sang


Der Dichter, der die Königin von Saba besang,
Und jener große Künstler,
Der die drei Magier aus dem Morgenland malte.

Die Renaissance verband


Die Königin von Saba
Mit den drei Magiern des Morgenlandes
Und goß darüber die ganze Erotik der Schönheit.

Die jungfräuliche Königin Gloriana Elisabeth


Bemühte sich um die Gunst
Des türkischen Sultans,
Sie sandte ihm eine goldene Orgel
Nach Konstantinopel.
In der Hitze des Bosporus
Schmolz die Orgel.
Der Orgelbauer stellte die Orgel wieder her,
Er übergab die Orgel dem Sultan
Zum großen Entzücken Konstantinopels.
Der Orgelbauer durfte
Einen Blick in den Serail des Sultans tun!

Die Mauer am Gitter war breit,


Mit Eisenstangen versehen,
Durchs Gitter schaut ich
Dreißig Konkubinen,
Die auf einem Hof mit einem Balle spielten.
Sie hatten lange Haare,
Mit Perlenketten zusammengehalten.
Es waren Frauen
Und außerdem sehr schöne!
Ich stand lange da und staunte.
Allmählich wurde der Sultan,
Der mir die Schönen zeigte,
Von Ungeduld ergriffen.
Ich musste mich von dem Anblick trennen,
Das tat ich ausgesprochen ungern,
Weil mir alles, was ich da schaute,
So wahnsinnig gut gefiel!

Der Sultan warf


Die nackten Konkubinen
In den künstlichen Teich aus Porphyr
Und schoß mit kleinen Perlen auf sie,
Doch ohne sie zu verletzen.
Dann ließ er Wasser laufen in den Teich
In solcher Menge, dass die Nackten
Auftauchten, um ihr Leben kämpfend.
Dann rief der Sultan den Eunuchen,
Daß er die nackten Frauen
Aus dem Wasser hole.

Der türkische Sultan verliebte


Sich in ein Sklavenmädchen.
Er verließ die Geschäfte des Staates,
Um in ihren Armen zu liegen.
Seine Minister tadelten ihn,
Da bat er seine Geliebte,
Ihr durchsichtigfeines Seidenkleid anzuziehen
Und ihn zum Festmahl zu führen,
Wo er sie vor den Augen seiner Minister umarmte.
Er zog sie aus vor den Augen der Minister,
Sie durften ihre Augen weiden
An dem Anblick ihrer Nacktheit!
Dann zog er sein Schwert,
Die Sklavin zu enthaupten!

Othello ist reingewaschen


In den Wassern der Taufe,
Er dient Venezia!
Dennoch bleibt er ein Widder,
Aber ein edler Widder.
Seine Natur ist leicht erregbar,
Die Instinkte seiner Leidenschaft
Verwüsten seine Seele.
Der schwarze Widder darf nicht einfach zügellos
Das weiße Schäfchen decken!

Mark Anton war Römer von Überzeugung,


Er reiste nach Ägypten
Und war sogleich gefesselt
Von den sich bietenden Möglichkeiten.
Er gab sich der süßen Trägheit
Der Liebesstunden hin.
Er verfiel dem Orient.
Seine Vernarrtheit überstieg jedes Maß.
Sein Herz war zum Blasebalg geworden,
Die heiße Zigeunerin abzukühlen!
In Rom galt Staat und Ehe,
Pflicht, Ehre, Tugend,
In Kleopatras Ägypten herrschte
Die Maßlosigkeit süßester Sinnenfreuden,
Vernachlässigung alles politischen Amtes,
Überwältigung durch die sexuelle Begierde!
Mark Anton wollt sich befreien
Von der verzehrenden Leidenschaft!
Hier riss ihn die Staatskunst nach Rom,
Dort rief ihn die Leidenschaft nach Ägypten.
Die starke ägyptische Fessel
Muß ich zerreißen!
Sonst geh ich unter in der Wollust!
Er stieg zwar in die römische Staatsmacht auf,
Schloß eine politische Ehe
Mit einer tugendsamen Römerin,
Doch wollt er sowohl die Staatskunst Roms
Als auch die Sinnlichkeit von Ägypten.
Der Wahrsager führte ihn
Zurück in den Kreis der Magie,
Die Verkörperung von Ägypten.
Er ward an seine Begierde erinnert.
Nach Ägypten eil ich!
Schloß ich die Vernunftehe auch
Für Romas Frieden,
Im Osten wohnt doch meine Wollust!
Das Abendland ist der stabile Staat,
Das Morgenland hemmungsloser Liebesgenuß!
Die Römerin ist wohl weise und ehrbar,
Doch wenn die Ägypterin naht
In ihrer Barke,
Bist du überwältigt von ihrer Schönheit!
Sie macht hungrig nach mehr,
Je mehr sie schenkt!
Kleopatra ist die verkörperte sexuelle Begierde,
Unstillbar!
Markus Antonius folgt
Der großen Zerstörung
Durch Kleopatras Zauber!
O du falsches ägyptisches Herz!
O deine tiefe Magie!
Du winkst mein Herz in den Kampf,
Du ziehst mich heim in deinen Schoß!
Nur deine Brüste waren meine Krone, mein Ziel!
Zigeunerin, du hast mich betrogen
Beim falschen Spiel,
Wo ich mein Leben eingesetzt!
Ach Eros, ach Eros!
Markus Antonius stirbt!
Der Tod ist eine Liebe,
Stärker als die Leidenschaft!
Markus Antonius stirbt,
Kleopatra küssend!

O Kleopatras Barke!
Das ist der ganze Orient!
Der Duft von Parfüm und Weihrauch!
Stickereien, die in der Sonne glänzen!
Vor allem die Frau,
Die Göttin und Lustobjekt,
Königin ist und heilige Hure,
Tyrannin und Mätresse!

Dido von Karthago


Hieß den Äneas willkommen
In ihrem Bette!
Dido ist personifizierte Begierde,
Ein Lustobjekt für den ruhlosen Heros!
Ihre königliche Hoheitsgestalt
Ist Attribut der sexuellen Begierde,
Die sie erweckt im Mann.
Wie alle Verführerinnen
Bindet sie den Pius Äneas an sich.

Bilkis von Jemen,


Die Königin von Saba,
Ist die arabische Schönheit,
Die Salomos Weisheit prüfte.
Sie ist erotisch,
Mit Edelsteinen geschmückt,
Die Braut der Phantasie.

Salomes Schönheit,
Ihr verruchter Schleiertanz,
Der biblische Striptease,
Verzückt
Und flößt zugleich geheimen Schrecken ein!

DRITTER GESANG

Arabische Nächte!
Alf Laila wa Laila!

Die orientalischen Weiber


In ihrer orientalischen Weiblichkeit
Verbringen ihr Leben im süßesten Müßiggang,
In süßer Bequemlichkeit,
Sie liegen den ganzen Tag auf dem Bette
Und lassen sich von Sklaven massieren,
Einem der höchsten Genüsse des asiatischen Weibes,
Oder sie rauchen Tabak.
Wenn die Königin
Den König betrügt
Und sich sexuell vereinigt
Mit einem Geliebten,
Dann decken wir über den Akt
Und seine Art und Weise der Vereinigung
Den Schleier der keuschen Scham.

Im Orient schöpf ich Romantik,


Ich schöpf aus der Quelle!
Die südlichen Gluten Spaniens
Werden mir kühl erscheinen
Verglichen mit dem bengalischen Feuer
Der asiatischen Sinnlichkeit!

Ich werde Ruinen betrachten,


Den gelben Nil befahren,
Durch Arabien und durch Persien reisen,
Den Kaukasus besteigen
Und den Himalaya
Und im einsamsten Tale Kaschmirs wohnen.

Hier gibt es keine Armut, keine Bettler mehr,


Hier gibt es nur Bäder, Düfte,
Tänze, alle Genüsse Asiens!

Hier blüht die Rose,


Hier singt die Nachtigall!

Meine Freundin, wirst du reisen


In das Land der Eifersucht,
Wo die leidenden Weiber
Von Gatten werden bewacht,
Die abgeschnittnen Gurken gleichen?

In jener Stadt saß sie auf dem Sopha,


Dort lernte sie den Turban binden,
Hier nahm sie ein Bad,
Hier ließ sie sich mit Ölen massieren.
Ich werde von dir erfahren,
Wie du einen Traum gehabt
Vom Paradiese!
Glücklich sind die Weiber
Im Garten Eden,
Denn sie haben keine Seele,
Der schöne nackte Körper ist vollkommen frei
Von irgendeiner Seele!
Denn ach, wie plagt uns doch in Deutschland
Die Seele der Frau!
Doch dort im Himmel ist der Körper frei,
Ist endlich vollkommen frei,
Um all die schönen Liebeskünste
Und schönen Liebesspiele zu treiben,
Für die der Körper geschaffen!

Ich habe vernommen,


Daß die Menschen im Osten
Keine Opern kennen,
Sondern dass sie leben in eine Serail.
Die asiatischen Schönen
Sind die angenehmsten Weiber der Welt!
Sie haben nämlich keine Seele!
Wirklich, in der ganzen Natur
Ist nichts so liebenswert
Wie ein schönes Weib ohne Seele!
In Deutschland dagegen
Zerstört die tugendsame Seele
Den Reiz des Körpers vollkommen!

Das deutsche Phlegma


Und die deutsche Kälte
Quälen meine Seele zu Tode!
Ich bin viel zu empfindsam!
Ich kann die Gleichgültigkeit
Des deutschen Weibes nicht mehr ertragen!
Sicher, der deutsche Wald ist schön,
Die deutschen Weiber aber,
Helft mir, Götter!

Ich werde noch menschenscheu!


Mich plagen Depressionen!
Ich will wohnen in der Ägyptischen Halle,
Die orientalische Poesie zu studieren!
Don Quijote wird durch Marokko reiten!
Ich glaube, ich bin in den Gräbern Ägyptens
Und werde jeden Augenblick auferstehen!

Lord Byron, du hast mich ermutigt,


Mein Bruder und Freund,
Denn unsre Musen sind Schwestern,
Aus der Quelle
Des Ostens zu schöpfen:

Mein Mayer! Halte dich an den Orient,


Schrieb Byron mir,
Denn das Orakel der Madame verriet mir,
Dies sei die wahre poetische Strategie.
Was ich getan in meinen östlichen Poemen
Ist nur die Stimme eines Rufers in der Wüste!
Der Weg steht dir offen, Mayer!

Rehäugig alle Weiber,


Schmachtend sich verzehrend!
Sich verzehrend vor Sehnsucht!
Böse Gatten halten die Schönen gefangen!
Spitzenunterwäsche!
Kaschmir!
Juwelen, Parfüme,
Musik und Tanz
Und Nachtigall und Rose!

Der Himmel ist rasch bereitet,


Denn es genügen schöne Mädchenaugen und Limonade!

Freudenhäuser, Grotten, Bronnen, Milch!


Dies alles wartet in Xanadu!

Ich wünsche mir wie ein indischer Götze


Im Schoß einer Lotosblüte
Über einen grenzenlosen Ozean
Aus schäumender Milch zu treiben.

Ich kenne die Stätte,


Wo Lewti ruht,
Wenn Mutter Nacht ihr die Augen schließt.
Es ist eine Gartenlaube von Jasmin,
Dort singt die Nachtigall.
O Stimme der Nacht!
O hätt ich die Kraft,
Dies Labyrinth der Liebe zu füllen!
Könnt ich leis in den Garten kommen
Und erblicken ihre weißen Brüste!
Lieblich schwellen ihre weißen Brüste
Und bieten sich meinen Blicken!
Die beiden Schwäne werden sich heben und senken
Auf der Flut der Liebe!

VIERTER GESANG

König Ludwig der Vierzehnte


Sprach heute zum Dichter Mayer:
Wir sind Eurer Begabung günstig gesonnen!
Ich sprach zum König:
Majestät, wir singen immer vom Eros der Griechen,
Jetzt aber sing ich Asias Wollust!

Als ich der Küste nah kam,


Fühlt ich mich wie ein Bräutigam,
Der lüftet den Schleier seiner Braut
Und schaut zum ersten Mal das Antlitz,
Das ihn bezaubert!

Der Orient ist die Erotik,


Die pure Erotik, verkörpert in einer Frau!
Der Orient ist die Pforte
Zu einem imaginären Harem.

Die Frau ist wirklich wie ein Engel,


Ist auch wie eine Hure
Und wahrlich eine vertraute Freundin!

Die Frau liebt sexuelle Ekstase


Und ist zugleich ätherisch wie eine Aura
Und hoheitsvoll wie die Madonna!

Die Künstler unter den Nazarenern


Sahen diese Frau,
Bekleidet mit schönsten Gewändern,
Sie überragt die andern Frauen alle,
Man meint, sie sei aus einer Pyramide gekommen.
Ihre Aura ist die Aura der Fremdheit,
Sie stammt aus einer andern Kultur,
Vielleicht aus Luxor?
Ihre dunkle wallende Haarflut,
Ihre dunklen Augenbrauen,
Die Aura des Geheimnisvollen,
Der ägyptische Stoff ihres Kleides,
Das macht ihren Reiz aus.
Sie schnürt nicht die Brüste ein
Und doch ist sie unnahbar verschlossen,
Sie verströmt Erotik,
Die nicht von dieser Welt ist!

Diese orientalische Herrin


Steht wie ein numinöses Himmelswesen
In Beziehung zum Ewigen Ur-Geheimnis.

Die Schönheit Salomes


Stammt aus dunkler Quelle,
Ihre verruchte Schönheit
Faszinierte schon Johannes den Täufer.
Salomes Schleiertanz
Als Evangelischer Striptease
Ist Blutdurst der Sehnsucht
Nach dem Haupt Johannes des Täufers,
Die dunkle Seite
Der erotischen Leidenschaft.
Salome tanzt den Schleiertanz
Über dem blutigen Abgrund
Und küsst in ihrem Blutdurst
Und ihrer besinnungslosen Ekstase
Das abgeschlagene Haupt!

Ich habe deinen Mund geküsst, Johannes,


Ich habe deine Lippen geküsst!
Es war ein bittrer Geschmack auf deinen Lippen.
Es schmeckte nach Blut!
Es schmeckte nach Liebe!
Die Liebe schmeckt bitter,
Aber mein Kuß schmeckt bitterer noch als die Liebe,
Johannes, ich habe deinen Mund geküsst!

Der Mond verfärbte sich scharlachrot,


Als Salome tanzte
Den Wahnsinnstanz der Entschleirung!

Oben auf der Treppe


Legte sie ihren Schleier ab,
Begann zu tanzen.
Die Kettchen an ihren Knöcheln klangen
Zum Tanz der nackten Füße,
Die Flöte blies,
Die Zimbel des Jubelschreis erschallte!
Ihre runden Arme riefen ihn,
Der immer geflohen vor den Frauen!

Die Klassiker malten die nackte Aphrodite,


Aber die Orientalen
Malten eine Nacktheit,
Die zum Greifen nahe!

Der Logos des Philosophen


Vermählt sich oft mit der puren Erotik!

Reich verzierte Decken!


Klare Spiegel!
Alle Pracht des Orients!
Alles sprach die Seele an
Mit lieben Heimatworten!

Sie ist die weiße Dame


Der platonischen Liebe
Und zugleich die schmachtende Asia!

Amulette mit grüner Patina aus Ägypten!


Mumienglieder aus Grotten!
Florentinische Bronze!

Die Königin von Saba ist sie,


Die Versuchung des heiligen Antonius sie!
Die Königin von Saba verführt
Den Eremiten der Wüste
Mit orientalischer Wollust,
Sie verheißt unendliche sexuelle Lust
Und ungeahnte Liebeswonnen!

Ich bin kein Weib, ich bin ein Kosmos!


Meine Kleider brauchen nur zu fallen
Und du findest das Mysterium
Meines Leibes und Blutes!
Berührst du mit deinen Fingern meine Schulter,
Entflammt ein Feuer in deinen Venen!
Der Genuß eines Stückes meines Leibes
Würde dich mit mehr Glück erfüllen
Als der Besitz der ganzen Welt!
Meine Vereinigung schmeckt wie die Feige,
Die in deinem Herzen schmilzt!

Sei doch fröhlich, mein Eremit,


Sei heiter und glücklich!
Ich spiele die goldne Leier
Und tanze wie die Bienenkönigin
Und kann Gedichte inspirieren,
Eins schöner als das andre!

Ach, ich verzehre mich vor Sehnsucht


Nach Asia, nach der phyrgischen Asia!

O diese bezaubernde Frau in ihrem feierlichen Kleid!


Grüner und roter Damast
Mit aufgeschlitzten Ärmeln!
Vollendet geformte nackte Arme!
Breiter Zaubergürtel,
Mit filigranen Kügelchen reizend verziert!
O breiter Becher ihres Beckens!

Sie ist die Tscherkessin


Aus dem tscherkessischen Süden,
Sie ist Puschkins Muse!

Sie nähert sich mir


Und taucht den Löffel
In Kirschmarmelade
Und leckt den Löffel ab
Mit dem liebreizendsten spielenden Lächeln um die Lippen!

Sie ist die Geberin


Und selbst das Geschenk!
Ein appetitlicher Leckerbissen,
Süßer als reiner Zucker,
Sie wartet nur darauf,
Von mir vernascht zu werden!

FÜNFTER GESANG

Ich liebe dich, Madonna!


Ich nehme die Menschenflut
In meine Hand
Und schreibe mit Galaxien
Meine Liebe an den Himmel!
Dir will ich bauen das Haus mit sieben Säulen,
Das goldene Haus der Weisheit!

O wenn ich in deinen Augen


Den Lichtglanz der Liebe sehe
Bei meiner Ankunft im Himmel!

Madonna bittet mich,


Das makellose goldene Haus der Weisheit,
Unser gemeinsames Werk,
Zu ihrem Ruhm zu errichten!

DER HAREM

Der König von Marokko saß


In einem Haus von blauem Glas
Und um ihn waren seine Leute,
Doch wollte er alleine heute
Nachhängen seiner Traurigkeit,
Wie lang doch die Verbannungszeit
Auf Erden, bis wie Honig süß
Die Speise ist im Paradies,
Des Paradieses süße Feigen!
So heiß der König alle schweigen
Und schickte alle Leute fort,
Er wollte nur Prophetenwort
Und Gottesweisheit meditieren
Und Gottes Allmacht kontemplieren,
Die Allmacht mit den großen Brüsten,
Die uns erschuf zu ewigen Lüsten!
Die Leute gingen alle fort
Auf ihres Königs ernstes Wort
Und jeder machte sich zu schaffen
Mit Werkzeug, Feder oder Waffen,
Allein der König blieb zurück
Mit Trauer in dem milden Blick.

Der König Hassan war allein,


Sein Blick war schwer wie dunkler Wein
Und wie ein langer Regenschauer
Ihm strömten Tränen seiner Trauer,
Wie Donnerwetter laut gewittert
Die Seele war ihm schwer erschüttert.
Wie Balsam war die Einsamkeit,
Wie Medizin für Seelenleid.
Wie in der weltlichen Gemeinde
Er hatte doch so viele Feinde
Und nirgends stand ein Freund ihm bei!
So traurig war er selbst im Mai,
Bei Rosen dachte er, bei roten,
Voll Trauer an die lieben Toten.
Ein Derwisch tanzt wohl auf dem Grab,
Dem König Hassan aber gab
Das Totenangedenken Wehmut.
So saß er still in seiner Demut
Und sagte: Großer Gott, ich glaube,
Ich bin nicht mehr als Staub vom Staube,
Ein Schatten bin ich, Hauch und Nichts,
In Unzugänglichkeit des Lichts
Lebst du in Heiligkeit und Reinheit,
Allah in ewiger All-Einheit!

Was geht dem König durch den Sinn?


Denkt er an andre Staaten in
Dem Orient, in Asia,
Arabia, in Afrika?
Denkt er an Könige von Staaten,
Tyrannenherrscher, Demokraten?
Denkt er an Hunger und an Seuchen?
Muss lästige Moskitos scheuchen
Von Aberglaubens Schamanisten,
Von Atheisten, Kommunisten?
Denkt er an religiöse Kriege,
Wollt er verhelfen zu dem Siege
Dem Glauben Mohammeds, ihm wert,
Indem er kämpfte mit dem Schwert?
Die Marterzeugen von dem Orden
Allahs, die selber sich ermorden
Und andre in den Tod mitreißen,
Ob er sie wollte selig preisen?

Ist in dem Harem seiner Rosen


Gedrungen von den Glaubenslosen
Ein Frevler aus Amerika,
Ein Räuber aus Brittannia?
Ob freche Gottesfeinde lästern,
Verführen seine Haremsschwestern,
Sie sollten sich nicht mehr verschleiern,
Mit Freiern lieber Wollust feiern?
Die Haremsfrauen sollen trinken
Den Schaum des Sekts, im Rausch versinken?
Die Haremsschwestern, rein und keusch,
Sie sollten fressen Schweinefleisch?
Nein, König Hassan, das sei ferne,
Dass deine schönen Venussterne
So gottlos leben wie im Westen,
Nur feiern wild auf wüsten Festen
Und halbnackt gehen wie die Huren
Und nicht mehr lesen in den Suren.
Kein Krieger aus Amerika
Ins Frauenhaus von Afrika
Ist eingedrungen bei den Schwestern,
Allah als Götzen zu verlästern.
Die Frauen leben still verborgen.
Nein, unser Mann hat andre Sorgen,
Die scheuchen lästig seinen Schlummer.
Was aber ist des Königs Kummer?

Die Mädchen sind vom Zeh zum Scheitel


Im Harem närrisch, töricht, eitel,
Die jungen hübschen Mädchen närrisch,
Die alten strengen Weiber herrisch,
Die Weiber, alte Tanten, klatschen
Und lästern gerne, plaudern, tratschen,
Sie essen den Rosinenkuchen
Und gerne auch den Feigenkuchen
Und trinken Tee von Pfefferminz
Und seufzen: Käme doch ein Prinz!
Sie möchten einmal wieder flirten
Mit einem Liebeslust-Betörten,
Sie möchten schnurren wie die Katzen
Und schelmisch schäkern, schüchtern schwatzen,
Sie trinken keusches Wasser nüchtern
Und sind schon lange nicht mehr schüchtern
Und manche wurde eine Geile
Und manche starb vor Langeweile.
Sie alle hütet der Eunuch,
Der allzeit liest in Gottes Buch,
Dem abgeschnitten ward der Pimmel,
Damit er herrschen kann im Himmel.
Eunuchen für das Himmelreich!
Der Himmel einem Harem gleich!
Eunuchen lächeln nur ironisch,
Sie lieben geistig und platonisch,
Sie werden nie ein Weib begatten,
Sie sorgen sich nicht um die Latten.
Im Harem dient nur der Eunuch
Allah und Gottes weisem Buch.

Eunuchen für das Himmelreich,


Euch keiner ist an Gnaden gleich,
Frei dürft ihr sehen die Najade
Ganz nackend stehen in dem Bade
Und nackend unter den Kaskaden
Den nackten Superkörper baden
Und trocknen ab den nackten Leib
Und wie sich kleidet dann das Weib
Und da steht in dem Unterkleide
Als allerhöchste Augenweide.
Die Haremsschwester, dieses Luder,
Sieht den Eunuchen an als Bruder,
Und weil der gute Mann beschnitten,
Drum wandeln diese Feigenschnitten
Auch nackend vor ihm hin und her
Wie Aphrodite auf dem Meer.
Auch hört er allezeit die Schwestern
In ihrem Plaudern, ihrem Lästern
Und seufzen sie nach fremden Kerlen
Und juckt es sie an ihren Perlen,
Dann kennt er alle ihre Sorgen.
Und wenn sie schon am frühen Morgen
Verwirrten Haares treten vor
Aus ihres Schlafgemaches Tor
In morgenkühle Gartenräume,
Erzählen sie ihm ihre Träume.
So hört er mancherlei Geständnis
Und Beichte oder auch Bekenntnis.
Denn jede Schwester in ihm sieht
Den lieben Bruder ohne Glied.

Doch warum ist der König traurig,


Die Seele ihm so tränenschaurig?
Trank er zuviel verbotnen Wermut
Und wimmert jetzt in schwarzer Schwermut?
Wie fügsam wird die Hundedemut
Doch durch Tristesse und sanfte Wehmut!
Sein Blut verboten alkoholisch,
Voll schwarzer Galle melancholisch.
Er raucht in seiner Wasserpfeife
Noch heute in der Mannesreife
Das Haschisch von Afghanistan,
Das Haschisch auch von Hindostan,
Afghanen schwarz in gutem Schnitt
Und auch den roten Nepal-Shit
Und weißen Nepal-Shit voll Schimmel
Und träumt, er wäre schon im Himmel.
Dann stürzt er in die Traurigkeit
Der irdischen Verbannungszeit
Und denkt als Moslem an den Orden
Der Männer, die sich selbst ermorden,
Zu enden alle Seelenleiden,
Die Kehle selbst sich durchzuschneiden.
Noch protestiert die arme Seele.
Der König aber gibt Befehle
Dem willig kommenden Eunuchen.
Nun König Hassan will besuchen
Die Frauen in dem Frauenhaus,
Sie leben dort in Saus und Braus,
Die Liebsten mit den lieben Lenden,
Sie sollen süßen Trost ihm spenden,
Die Huris, von Allah Erlösten,
Sie sollen König Hassan trösten!

Die jungen Mädchen waren fröhlich,


Die süßen hübschen Kinder selig,
Als König Hassan eingetreten,
Der Adam in den Garten Eden.
Sie schwatzten wie die Papageien,
Wie Falter flatterten im Maien,
Charmant mit Rosenlippen lächelnd,
Mit langen Seidenwimpern fächelnd,
Sie kämmten ihre Seidenhaare,
Es hüften ihre Brüstepaare
Wie Zwillingskitze von Gazellen,
Die hochgetürmten Busenwellen,
Die junmgen Mädchenstimmen flöten,
Erotisch sie vor Scham erröten,
Sie wussten, dass er sie begehrte
Und dass er sie zu hoch verehrte,
Als ob er im Ideensaal
Säh Ideal bei Ideal
Und säh die Grazien in dem Glanz
Wie Ideale an im Tanz,
Wenn sie wie Lerchen morgens schnattern,
Monarchen, Admirale flattern,
Die junge Hur, die junge Hex
In ihrem femininen Sex.
Als König Hassan eingetreten
Als Adam in den Garten Eden,
Der Gute Hirte seiner Schäfchen,
Frohlockte Evchen neben Evchen!

LIED DER HAREMSMÄDCHEN

Glückselig, wer besiegt die Christen,


Bekriegt die Juden und die Heiden,
Der ruht einst an der Huri Brüsten,
Erquickt sich an den Augenweiden.

Glückselig ist, wer jung gestorben,


Der muß aufs Paradies nicht warten,
Der hat die Wonne schon erworben
Bei Huris in dem Himmelsgarten.

Glückseliger, ja, überselig,


Wer schaut die Schokoladenrose
Und scherzt mit Layla lieb und fröhlich
Und liegt in Laylas keuschem Schoße!

Doch Layla saß im grünen Hain


In Einsamkeit und ganz allein.
Wie lang das seidenschwarze Haar,
Wie voll das volle Busenpaar,
Die aus dem Seidenhemdchen quollen,
Moscheekuppeln gleich die vollen,
Wie spielte sie mit sanften Händen
An ihren straffgespannten Lenden,
Ein breiter Gürtel um die Hüfte,
War sie wie Wolken süßer Düfte,
Wie nackend waren ihre Füße,
Die Knöchelkettchen klirrten Grüße,
Der Füße Zehen rot von Henna.
Ein Paradies und ein Gehenna
War Layla, war der Wonnen Küste,
Der Inbegriff der Liebeslüste,
Erregte sie die große Brunst
Und kannte alle Liebeskunst
Und konnte mit dem Becken schaukeln
Und konnte mit der Zunge gaukeln.
Jetzt aber seufzte sie voll Wehmut:
Ach Sklavendemut, Hundedemut,
Denn König Hassan liebt jetzt sie,
Die südfranzösische Julie,
Er ist nach ihr nur liebeskrank,
Sie ist wie eine Palme schlank,
Er möchte haben nur im Bette
Die Schwarze nicht, doch die Brünette,
An ihren Rosenlippen saugen
Und schauen ihre Mandelaugen.
Ach, heiße Layla doch nur wie
Die südfranzösische Julie,
Dann würde König Hassan mich
Auch lieben weiter inniglich.
Was bin ich ihm? Bin ich die Alte,
Das welke Weib mit mancher Falte,
Nicht schaut er meines Beckens Schwung,
Schaut nur Julie so reizend jung.
Was schert ihn Frömmigkeit und Tugend?
Er liebt nur Anmut, Reiz der Jugend!

Zehn junge Jahre alt war sie,


Die südfranzösische Julie,
Die schmollte stets französisch-mündlich,
Die schmollte kindlich mehr als sündlich,
In aller Unschuld eine Kindes
Ließ sie das Haar im Hauch des Windes
Wie einen langen Schleier wehen,
Ließ nicht die nackten Beine sehen,
Ließ sehen nur die nackten Füße,
So voller Schamgefühl die Süße.
Was reit denn einen Bräutigam
So sehr wie keusche Mädchenscham?
Kein Mann mag Lotterweiber, Dirnen,
Schamlosigkeit auf frechen Stirnen,
Man liebt viel mehr das junge Fleisch,
Das unberührt noch ist und keusch.
Jedoch das süße Kind Julie
Nach Ehemännern fragte nie
Und wollt nichts wissen von den Männern,
Den Alleskönnern, Alleskennern.
Sie fragte nichts nach wilden Kerlen
Wie andre jugendliche Perlen.
Sie suchte keinen jungen Heros
Und fragte nichts nach schwülem Eros.
Die südfranzösische Julie
Mehr betete zur Vierge Marie.
Sie war ihr Vorbild, Ideal,
Der Geist des Herrn war ihr Gemahl,
Sie betete zu Notre Dame,
La Vierge Marie, plus belle des femmes.
Im Mädchenzimmer die Ikone
Auf ihres Hausaltares Throne,
War das Palladium der Familie,
Dort blühte allzeit Frankreichs Lilie.

Wie kam sie in den Harem, sie,


Die südfranzösische Julie?
Es war ein Fall von Schicksal, tragisch,
Die Schicksalsgöttin wirkte magisch,
Es war auf Erden Streit und Zank,
Die Welt war von der Streitsucht krank,
Da sehnte Hassan sich nach Frieden.
Es sollten Gläubige hienieden
Sich schlagen nicht die Schädel ein,
Gott sollte Fürst des Friedens sein.
Es sollten handeln in den Buden
Die Muselmänner mit den Juden,
Die Christen, Jesu Christi Glieder,
Die Muselmänner nannten Brüder.
Der König Hassan wollte nun
Am Busen einer Christin ruhn.
Die edle Heidin Layla zwar
Er liebte noch, ihr schwarzes Haar,
Das lange Haar, den Frauenschleier,
Den Leib, gebaut wie eine Leier,
Doch wollte er im Harem auch
Verspüren einer Christin Hauch,
Daß sie aus ihrer kleinen Nase
Ihm Heilig Geist entgegenblase.

Sie weinte voller Melancholie,


Die südfranzösische Julie.
Sie blieb in dem Gemach allein,
Ergeben ihrer Seelenpein.
Fern blieb ihr Herrscher und Gemahl,
Sie blieb allein mit ihrer Qual.
Doch unter lauter wilden Heiden
Die junge Heilige bescheiden
Verliebt war in die Einsamkeit,
Allein mit Gottes Ewigkeit
Sie ganz sich dem Gebet ergibt,
Mit Worten ihren Gatten liebt,
Den Seelengatten Jesu Christe.
Das Kruzifix an ihre Brüste
Hielt liebend innig sie gebettet,
Daß sie ihr Gott und Gatte rettet
Aus dieser wüsten Heidenwelt
Ins himmelblaue Himmelszelt.
Die Jungfrau und die Christin keusch
Begehrte einzig Christi Fleisch
Und geistig in der Kommunion
Erkannte sie den Gottessohn,
Den großen Gott, den Gott der Wetter,
Den wahren Gottessohn, den Retter,
Den Geist, die weiße Turteltaube.
Sie sagte Tag für Tag: Ich glaube
Nur dir, Beatra Trinitas!
Julie in der Virginitas
Als reine Jungfrau ist zu rühmen,
Die sie bewahrte – ach – ihr Hymen!

Es war in einer dunklen Nacht,


Wind rauschte in Zypressen sacht,
Die Wiesen standen voller Quendel,
Die Luft voll Düften von Lavendel,
Die Nachtigallen Rosen rühmen,
Die Rosen duften nach Parfümen,
Um Fackeln taumeln trunkne Motten,
Die Sterne Jungfrau Mond vergotten,
Die Nacht durchwallt von Nebelschleiern,
Kallistos sieben Sterne feiern,
Die Himmelsstadt der Tochter Zion
Strahlt wie der Gürtel des Orion,
Die Nacht ist voll des süßen Friedens,
Am Himmel scheint das Kreuz des Südens,
Die Lüfte blättern in den Zedern,
Die Luft spielt mit den Taubenfedern,
Die süßgewürzten Lüfte wallen,
Schön schallen süße Nachtigallen,
Die süßen Bulbul-Sänger buhlen
Nach roten Rosen-Hierodulen,
Die Rosen öffnen ihre Schöße,
Entblättern sich bis auf die Blöße,
Die zahme Hindin und die Kitze
Die Brüste lassen beben. Schlitze
Von schwarzen Löchern magisch saugen,
Die Nacht schaut mit den Mandelaugen,
Lavendelbüsche süß umbuschen
Den Garten, schwarze Schatten huschen,
Da rascheln Tiere in dem Laube,
Die Totenseele ahnt der Glaube,
Die weißen Totenschatten wallen
Um Rosen und um Nachtigallen,
In stillen Elfenbeinpalästen
Ist Schweigen nach den trunknen Festen,
Nur leis noch junge Mädchen flüstern,
Wie Edens Huris liebeslüstern.
Benommen schläft auf Gottes Buch
Der sturzbesoffene Eunuch.

O Nacht voll Paradieseswonnen,


Wo Sterne sind zehntausend Wonnen,
Wo Feuer glühen in dem Dunkeln,
Wo Seelen in den Augen funklen,
Das Leben man verbringt in Bausch
Und Bogen in dem höchsten Rausch,
Doch morgens nicht die Schädel dröhnen,
Wo gegenwärtig sind die Schönen
Und Frauen mysteriös erscheinen
Und hold wie Himmelsengel scheinen,
Wo wiederum die Toten leben,
Den Toten ihre Brüste beben,
Gebettet an der Wonnen Küste
Durchschauern Seelen Liebeslüste
Und alle Weiber werden Musen,
Die Männer saugen an dem Busen
Der großen göttlichen Natur,
Wo überschön die Kreatur
Des Weibes nahzu göttlich ist,
Wo jeder Mann die Brüste küsst
Der Weiber in dem Mondenschein
Und aus dem Busen schlürft den Wein
Und mit dem Wein den Seelenfunken,
Vom heißen Blut der Liebe trunken,
Und wo das Blut ist voller Schmachten
Und unterm Himmel übernachten
Die trunknen Dichter und die Musen,
Poeten an der Weiber Busen,
Die Männer in die Weiber dringen,
Die Weltenachsen singen
Von Gott und Gottes großem Eros,
Der Kosmos wird zum großen Sphäros,
In Wollust lodernd das Äon,
Des Kosmos Amorisation,
Bis trunken sinken ich und du
In Gottes süße Sabbath-Ruh!

Da liegt der trunkene Eunuch,


Den Schädel auf dem Gottesbuch,
Da liegt er auf des Harems Schwelle.
Da schleicht ein Weib aus ihrer Zelle,
Da hört sie den Eunuchen husten
Im Schlaf und röcheln, schnaufen, prusten.
Sie aber stand im Dunkeln auf,
Fasst mit der Hand der Pforte Knauf,
Der Türknauf trieft von Myrrhenöle.
So scheu und schüchtern ihre Seele
Schleicht leise wie auf samtnen Tatzen
Und wie im Mondschein gleiten Katzen
Und wandelt heimlich durch die Nacht
Wie eine Wolke leicht und sacht,
Wie eine Wolke in der Hose,
Im Kleid der Blätter einer Rose.
Und trotzdem merkt es der Eunuch,
Er kennt der schönen Frau Geruch,
Sie duftet nach dem Rosenöle,
Ja, wie Parfüm ist ihre Seele.
Er öffnet seiner Augen Schlitz
Und blinzelt durch den schmalen Ritz
Und sieht ein Weib wie Mondenschein
Und schläft dann schnarchend wieder ein.

Das Weib ist Layla. Sie tritt ein


Ins Zimmer der Julie. Ein Schein
Von Mondlicht flutet durch den Raum.
Julie ist lieblich wie ein Traum
Und Layla ist so feigensüß
Wie Feigen aus dem Paradies.
Julie sitzt still vor der Ikone
Der Gottesmutter mit dem Sohne,
Vor der Ikone brennen Kerzen,
Sie betet zum Marienherzen,
Sie schaut mit Feuchtigkeit des Blicks
Zum Bräutigam am Kruzifix:
O Bräutigam, von Wunden rot,
Du starbst für mich den Liebestod!
Und Layla sieht die fromme Szene,
Im Auge der Julie die Träne,
Zu Feuermeteoren taugen
Die großen braunen Mandelaugen.
Und Layla ist ein Weib der Wonne,
Wollüstig wie des Südens Sonne,
Sie muß mit ihren großen Reizen
Der Femininität nicht geizen,
Sie zeigt die vollen Brüsteglocken,
Sie schüttelt ihre schwarzen Locken,
Sie schwankt wie ein betrunknes Schiff,
Das eben scheitert an dem Kliff,
Sie schwankt wie ein beladnes Boot,
Die Wangen wie Granaten rot,
Die Wangen unter ihrem Schleier,
Im schwarzen Auge Seelenfeuer,
Unlöschbar ist die Liebesglut,
Vor Eifersucht in wilder Wut
Schießt heißes Blut in hoher Welle
Auf ihre Wangen. Wie die Hölle
Ist eines Weibes Eifersucht,
Der Skorpion von Satans Zucht!
Julie in betender Vigilie
Ist ähnlich der Madonnenlilie,
Verklärt von unnennbarem Weh,
Weiß wie der Jungfraunalpe Schnee.
So in den ersten Glaubenszeiten
Die Marterzeugen selig leiden
Und bleiben makellos und keusch
Und opfern ihrem Gott das Fleisch.
Julie scheint nachts in der Vigilie
Madonna mit der tiefen Lilie.
Und Layla wie ein Skorpion
Sticht zu: Du sprichst mir Spott und Hohn!
Der König Hassan liebte nur
Von allen Frauenkreatur
Die schwarze Layla in der Nacht,
Da haben Liebe wir gemacht.
Jetzt aber sieht er nur Julie,
Julie liebt er mit Sympathie
Und will sich bei dem Mädchen betten.
Du, Schwester, du nur kannst mich retten!
Schau alle Reize meiner Glieder,
Gib mir den Vielgeliebten wieder!

O Schwester, sagte Layla wie


Betrunken zu dem Kind Julie,
Der König Hassan liebte mich
Vor allen Frauen inniglich,
Die Königin im Frauenhaus,
Ging Hassan bei mir ein und aus,
Ich die Prinzessin, er der Prinz,
Wifr tranken Tee von Pfefferminz,
Wir sogen and er Wasserpfeife
Und rauchten Haschisch in der Riefe
Und wussten uns geschickt zu vögeln
Nach allen Kamasutra-Regeln,
Ich war die Huri ihm von Eden
Und er der Enkel des Propheten.
Er sagte: O mein Skorpion,
Ich will von dir noch einen Sohn.
Ich aber träumte einen Traum,
Ich sah uns zwei im Weltenraum
Wie erste Morgensterne schweben,
Als Gott erschuf der Welt das Leben.
Allah nahm in die Hand das Glied,
Das Glied stand aufrecht im Zenit,
Und in der Rechten von Allah
Zwei Samentropfen glänzten da,
Der eine Tropfen Hassan war,
Der andre Layla offenbar.
Von Ewigkeit für mich geschaffen,
Geschaffen noch vor Menschenaffen,
Ist unser mystischer Verein
Zweieinigkeit des Einig-Ein.
Ich bin das Yin, bin scheu und bänglich,
Ich bin das Yin und bin empfänglich,
Er ist das Yang voll Überschwang,
Der Potentat, er ist das Yang.
Ich bin empfänglich und kann schweigen,
Er ist der Schöpfer, er kann zeugen.
Er ist Potenz allmächtig groß,
Geist, zeugend in der Schönheit Schoß.
Er ist Allah im Gottesstaat,
Ich bin die göttliche Allath!
Ich möchte Hassan wiedersehen!
Julie, du mögest ihn verschmähen!
Will er an deinen Lebensborn,
Stoß ihn zurück in heißem Zorn!
Will er begatten deine Scham,
Verwehr es meinem Bräutigam,
Du sollst dich meinem Mann nicht gatten,
Sonst schick ich dich ins Reich der Schatten,
Da kannst du dann mit Helena
Und Dido und Kleopatra
Die Haare färben dir mit Henna
Und Zähne knirschen in Gehenna!

Julie ist kühl und keusch wie Schnee,


Ist scheu und schüchtern wie ein Reh,
Sie weiß nichts von der Leidenschaft,
Von der Erotik Lebenskraft,
Ihr Körper ist wie Eiskristall,
Kein sinnlich-schwüler Überschwall
Ihr lodert durch erhitzte Glieder,
Nicht Brüste quellen aus dem Mieder,
Sie weiß nichts von der Wollust Wonnen,
Sie ist wie nordische Madonnen
Der Tugend Inbegriff und keusch,
Asexuell ihr Mädchenfleisch.
Doch lässt sie Hassan nicht als Mann
An ihren Mädchenleib heran,
Verweigert eheliche Pflichten,
Dann wird sie der Tyrann vernichten,
Mit allen, die an Gott nicht glaubten,
Wird er sie mit dem Schwert enthaupten.
Der Marterzeugin Julia
Verwandt ist doch Julie, und ja,
Der Herr ist ihres Lebens Sinn
Und früher Tod ist nur Gewinn!
O dürfte sie im Reich der Schatten,
Dem Jenseitsfürsten bald sich gatten
Und weiden auf der Lilienwiese
Mit Gottes Lamm im Paradiese,
Wo Engelknaben sie bewirten,
Die Nymphe bei dem Guten Hirten,
Und wo in ewgen Morgenröten
Sie darf die Jubelflöte flöten
Und ihres Heilands Pfahl erheben,
Der er sich ganz ihr hingegeben!

Julie ist tot! Sie ist gestorben!


Der ganze Harem ist verdorben.
Julie ist jetzt bei Gott im Himmel
Und all das weibliche Gewimmel
Zerstreute sich auf Mutter Erde,
Die Mutterschafe dieser Herde
Und auch die Lämmlein und die Schäfchen,
Vertrieben ist aus Eden Evchen,
Das Frauenhaus ist jetzt nur Trümmer,
Die Raben krächzen immer schlimmer,
Es krächzen auf den Trümmern Krähen,
Die Eulen sind des nachts zu sehen,
In dieses Harems Trümmern wohnen
Die dichtbehaarten Bocksdämonen
Und laden Sattyr-Teufel ein
Zum vom Koran verbotnen Wein
Und in dem öden Tränentale
Den Mond anheulen die Schakale,
Die wilden Wüstenhunde bellen,
Die Wölfe heulen zu dem hellen
Und hohen Mond, zur Göttin Luna.
So launisch ist die Frau Fortuna,
Heut noch ein Ideal des Glücks
Und morgen Schatten an dem Styx!
Das Nachtgespenst geht nun zur Ruh,
Frau Lilith schließt die Pforte zu.

Der König Hassan in der Öde,


Schwachsinnig ward, wahnsinnig, blöde.
Fortan in religiösen Kriegen
Half er dem Sensemann zu siegen
Und in dem wirren Weltgewirre
Er lallte nur noch närrisch, irre,
Hielt sich für einen weisen Mann,
Doch stand er in des Wahnsinns Bann,
Des Idioten Arroganz
Vollzog den wüsten Derwischtanz,
Zum Tanzplatz wurden da die Gräber,
Ihm war vergiftet schon die Leber,
Wie man die Säuferleber kennt,
Er baute noch ein Monument,
Granit und Lapislazuli,
Der südfranzösischen Julie.

Auch ich war auf dem Friedhof einst,


Wo du, Lavendel, leise weinst.
Ich sah die Gräber, Monumente,
Vergänglich alle Elemente,
Wir werden ganz zu trocknem Staube.
Und wenn uns lehrte nicht der Glaube
Die Auferstehung aller Toten,
Wenn mächtig blasen Gottes Boten,
Dann bliebe nichts als nacktes Nichts.
Was ist das Nichts? Die Kraft des Lichts
Kann ja nicht ganz zunichte werden.
All das, was lebte auf der Erden,
Wo ist die Seele hin, der Leib,
Ach wo ist hin das schöne Weib?
Ist nun ihr Körper nichts als Kot,
Der Geist allein bei Zebaoth,
Und wird der Herr nach allen Leiden
Mit Fleisch erneut den Geist bekleiden,
Und wird, wie gerne Dichter flüstern,
Der Geistleib jung sein, schön und lüstern?
Wird nach der süßen Sinnlichkeit
Beschert die Über-Sinnlichkeit,
Wo alles Liebe in der Brust,
Wo jeder hat an Liebe Lust
Und alle sich mit Gott vereinen
Und lustvoll Freudentränen weinen?

Und tat ich, als ich dies geschrieben,


Die schöne schwarze Layla lieben,
Tat lieben ich voll Sympathie
Die südfranzösische Julie?
Nein, ich hab keine andre gern
Als dich allein, du Magd des Herrn!
Ich wollte wieder einmal schauen
Maria, Schönste aller Frauen!
Ich betete: O dass ich seh
Madonna, Gottes Ur-Idee!
Ich sah die himmlische Madonne,
Ihr Herz war feurig wie die Sonne,
Wie himmelblaue Heiterkeit
Ihr Ätherleib im lichten Kleid,
Die heilige Urania
Am Herzen trug die Hostia,
Ihr Herz war voller heißer Liebe,
Sie wollte, dass ich dieses schriebe
Vom Füllen einer Eselin,
Auf der ich nicht geritten bin.
Leb wohl, du herrliche Maroc,
Frau Afrikaq mit kurzem Rock!
Ich möchte von der Meeresküste
Von Agadir hinab zur Wüste
Und in dem Wüstensand mich baden
Und mit Kamelen der Nomaden
Und den Gerechten in der Wüste
Ganz einsam leben und die Brüste
Der Allmacht auf den Hügeln saugen
Und unter Gottes Venusaugen
Mich betten auf den Dünenhügeln
Und fliegen fort mit Seelenflügeln
Und schreiben mit der flinken Hand
Die Reime in den Wüstensand
Und schauen, ob in der Oase
Ich an der Quelle der Ekstase
Frau Weisheit schaue in der Glut,
Frau Weisheit ganz von Fleisch und Blut,
Und will mit trocknen Lippen spröde
Dann in der Mitte der Einöde
Den Geist in Gluten reinigen,
Frau Weisheit mich vereinigen
Und lebend schon auf Erden hier
Geöffnet sehn die Himmelstür!

Allmächtig und allweise ist


Und allbarmherzig Jesu Christ!

DER ELFTE SEPTEMBER

ERSTE SZENE

(Pius-Hospital. Der zwölfjährige Valentin liegt im Krankenbett. Seine Mutter Eva und der Dichter
Josef stehen an seinem Bett. Zwei weißgekleidete Ärzte geben ihm eine Spritze. Im Hintergrund
läuft ein Radio.)

MUTTER EVA
Wie geht es dir, mein lieber Sohn? Mußt du sehr leiden, mein Söhnchen? Verliere nicht den Mut!
Ich werde immer Mitleid mit dir haben!
DICHTER JOSEF
Lieber Valentin, wir wollen doch bald wieder Schach zusammen spielen.
ARZT
So, mein Junge, jetzt muß ich dir mit einer Spritze Blut abnehmen an einer sensiblen Stelle, das
wird weh tun, da musst du tapfer sein. Liebe Frau, bitte halten Sie ihren Sohn fest, dass er nicht um
sich schlägt, wenn ich ihm den Schmerz zufüge.
RADIOSTIMME
Soeben bekommen wir die Meldung, dass ein Flugzeug in das World Trade Center von Amerika
geflogen ist. Das Flugzeug ist in einen der beiden Türme hineingeflogen und explodiert. Der Turm
ist eingestürzt. Über die Zahl der Opfer liegen noch keine genauen Meldungen vor.

(Der Arzt sticht mit der Spitze in den zwölfjährigen Valentin.)

VALENTIN
(schreit auf)
Ah! Ihr Sadisten! Warum quält ihr mich so!?
MUTTER EVA
(mitleidend)
Mein Sohn, mein Sohn, mein armer Sohn!
ARZT
(zieht die Spritze heraus)
Das musste sein!

(Die beiden Ärzte verlassen das Krankenzimmer.)

MUTTER EVA
(ihren Sohn liebkosend)
Nur Mut, nur Mut! Bald wird es besser werden! Nun heilt es!
DICHTER JOSEF
Ach Eva, Geliebte, in der Welt geschehen Schreckliche Dinge! Ich muß jetzt gehen, aber ich liebe
euch, beide Mutter und Sohn.

ZWEITE SZENE

(Der Dichter Josef in seinem Kämmerchen. Das Tohuwabohu der Weltschöpfung. In der Laterna
Magica sieht er in einer Tele-Vision den Zusammenbruch des World Trade Centers.)

DICHTER JOSEF
O Gott! Wie können diese Terroristen
Im Namen von Allah so grausam morden?
Amerika mit seinem Präsidenten
Und allen seinen Puritaner-Sekten
Wird Rache und Vergeltung üben und
Mit Krieg antworten diesem Terrorismus.
Erheben Christen sich zu einem Kreuzzug?
Und werden Christen nicht nur Schwerter nehmen,
Nein, Panzer und Raketen, wie sie ja
In dem gelobten Land Amerika
Die atomare Bombe tauften auf
Den Namen der Beata Trinitas!
Ist der Islam so kriegerisch, so grausam,
Im Namen von Allah zu morden und
Im Namen von Allah zu führen Kriege
Und Hass zu predigen im Namen Gottes?
Jetzt kommen die Erinnerungen wieder
An Richard Löwenherz und Saladin,
An Prinz Eugen, das Türkenheer vor Wien!
Was glauben die Muslime? Glauben sie
An einen Gott der Gnade und des Friedens?
Was glauben die Muslime? Ist Allah
Der wahre Gott, der Vater in dem Himmel?
Und sind die Terroristen des Islam
Die wahren Jünger Mohammeds? Ist Gott
Ein Gott der Liebe – oder Gott des Hasses?
Ein Gott des Friedens – oder Gott des Krieges?
Und ist es recht, wenn sich die Christen rächen
Und Rache und Vergeltung üben, Herr?
Hat Christus nicht geboten Feindesliebe?

(In der Tele-Vision erscheint ein Protestant.)

PROTESTANT
Die Opfer dieses Terroranschlags fallen,
Doch tiefer nicht als in die Arme Gottes!

(In der Tele-Vision erscheint der Papst Johannes Paul der Große.)

PAPST JOHANNES PAUL


Der Papa wird für eure Toten beten!

(Eine junge Nonne erscheint in der Tele-Vision.)

SCHWESTER MIRJAM VON DEM GEKREUZIGTEN CHRISTUS


Ich bete für den Chef der Terroristen,
Daß Gottes Liebe ihm die Umkehr schenke.

DRITTE SZENE

(Im Weißen Haus. Der Präsident von Amerika vor Journalisten.)

PRÄSIDENT
Amerika ist das Land der Freiheit. Amerika ist das Land der Menschenrechte und der Demokratie.
Amerika ist Gottes eigenes Land! Wir sind die von Gott dem Allmächtigen auserwählte Nation, um
die Demokratie und Freiheit in die ganze Welt zu tragen. Wir beweinen unsre Toten, die als
Märtyrer für die Freiheit gestorben sind. Die Freiheit in Gestalt einer göttlichen Frau bewacht
Amerika. Diese göttliche Frau bekamen wir von den Franzosen geschenkt, die in ihrer Großen
Revolution die Menschenrechte ausgerufen haben. Aber die barbarischen Kräfte des Islam hassen
die Freiheit, sie hassen die Demokratie. Wir waren unantastbar, aber jetzt hat die Macht des Bösen
uns eine schwere Wunde zugefügt. Amerika ist erschrocken, verletzt, verwundet! Amerika trauert!
Aber wir verzweifeln nicht! Wir werden keinen Frieden in der Welt erlangen, wenn die Mächte des
Bösen und der Finsternis weiter in islamischen Schurkenstaaten ihr Unwesen treiben und die
Menschheit mit Terror und Krieg überziehen. Wir werden alle Ratten ausrotten! Wir werden die
islamischen Terroristen durch den ganzen Orient jagen, bis wir auch dem letzten Menschenmörder
das Lebenslicht ausgeblasen haben. Jeder islamische Diktator und jeder islamische Terrorist soll
wissen: Sein Leben ist nicht mehr sicher! Amerika schwört: Wir werden nicht eher ruhen, bis
Terrorismus und Tyrannei auf Erden ausgerottet sind und die amerikanischen Tugenden der
Toleranz und Freiheit auf der ganzen Erde herrschen. Mit der ganzen Macht des Dollar und der
ganzen Macht des Militär werden wir als Gottes auserwähltes Volk das Reich der Freiheit auf Erden
errichten.
JOURNALIST
Wird es Krieg geben?
PRÄSIDENT
Der Krieg ist unumgänglich, um Gottes Friedensreich auf Erden zu errichten. Gott segne Amerika!

VIERTE SZENE

(Der Papst erscheint auf dem Balkon des Apostolischen Palastes. Die Gläubigen jubeln: Viva il
Papa! Viva il Papa!)

JOHANNES PAUL DER GROSZE

Ich bin zutiefst erschüttert, liebe Freunde,


Gewalt kann niemals die Probleme lösen!
Wir Christen sollen lieben unsre Feinde

Und sollen niemals widerstehn dem Bösen


Und Böses auch mit Bösem nie vergelten!
Gott möge von dem Übel uns erlösen,

Besonders von dem Kriege zwischen Welten.


Die Erben Abrahams und seine Kinder
Bedürfen der Versöhnung. Ich muß schelten,

Ob sie nun Indianer oder Inder,


Die in dem Namen Gottes Kriege führen.
Der Friede sei mit jedem Überwinder!

Erst wenn wir selber in uns Frieden spüren,


Weil wir mit Gott versöhnt im Frieden leben,
Dann werden wir die Trommeln nicht mehr rühren.

Macht Frieden nur mit Gott! Und geben


Wird Gott uns seinen Frieden in die Herzen.
Und wie der Saft des Weinstocks nährt die Reben,

Wird Friede blühen in der Welt. Mit Schmerzen


Gedenk ich der Tragödie vielen Toten,
Ich werde ihnen zünden sieben Kerzen

Und beten, beten, wie es Gott geboten


Und wie die Königin des Friedens möchte.
Wir Christen sollen werden Friedensboten

Und Friedensstifter. Der ist der Gerechte,


Wer seine Feinde segnet, die ihm fluchen,
Wer fleht für die, die ihn verfolgen. Schlechte

Und böse Mächte wollen uns versuchen,


Uns, die wir alle Schwestern sind und Brüder!
Wir aber sollen Christi Frieden suchen!

Gott segne euch! Nie wieder Krieg, nie wieder!


(Die Gläubigen applaudieren und rufen wieder: Viva il Papa!

FRAU AUS DER MENGE


John Paul Two – I love you!

PAPST
Grazie, Grazie!

FÜNFTE SZENE

(Im Western von Elysium. Goethe, zu seinen Seiten Platen und Rückert. Sie sitzen beim Elfer.)

GOETHE
Islam, das heißt Gott ergeben,
Gott ergeben sind wir alle,
Gott ergeben die Muslime,
Gott ergeben sind die Juden,
Gott ergeben sind die Christen.
Ja, mir scheint die Einheit Gottes
Doch der heiligste Gedanke.
An den Einen glaubte Abram,
An den Einen glaubte Moses,
Und den Einen lehrte Jesus.
Wie erkenne ich den Einen?
In der Schönheit der Geliebten!
Denn die Schönheit der Geliebten
Ist ein Bild der Schönheit Gottes!
PLATEN
Frauenschönheit übertreiben
Alle Dichter dieser Erde!
Hafis aber wie auch Platon
Liebten auch die schönen Knaben!
Ah, der Knabenliebe Weisheit!
Wenn ich dürfte, wie ich wollte...
GOETHE
Du hast viel Talent, mein Platen,
Meister im geschickten Ausdruck,
Aber du hast keine Liebe!
Ohne Liebe ist der Dichter
Nichts als eine Narrenschelle!
RÜCKERT
Orientalische Poeten
Kommen durch mein Übersetzen
Zu des Abendlandes Christen.
Das Shi-Ging, die Krishna-Minne,
Hafis hab ich übertragen.
Doch die hochberühmte Schönheit
Des Koran geht ganz verloren
In der Professoren-Prosa.
Ich hab Mohammed, den Dichter
Aller Dichter Morgenlandes,
Als ein Dichter übertragen.
GOETHE
Der Koran ist sehr barbarisch,
Schrecklich, grausam und gewaltig,
Doch wer öfter ihn gelesen,
Findet mehr und mehr erhaben
Diese tiefe Gottesehrfurcht.

SECHSTE SZENE

(Im Osten von Elysium. Hafis sturzbetrunken, zu seinen Seiten Rumi und Nizami betrunken.)

HAFIS
Die Kapelle ist ein Weinhaus,
Wo wir Blut aus Bechern zechen!
RUMI
Wir sind deine Ministranten,
Wenn du hebst den breiten Becher,
Klingeln wir mit Narrenschellen,
Denn wir sind die Narren Gottes!
NIZAMI
Unsre Religion ist Liebe,
Denn die Liebe ist die Gottheit
Und die Gottheit ist die Liebe!
Christen zelebrieren Liebe
Und die Muselmänner lieben
Ihre Liebe, ihren Liebling!
Moses liebte Gottes Feuer,
Dieses Feuer war die Liebe,
Salomon die Liebe nannte
Eine Feuerflamme Gottes!
HAFIS
In der Nüchternheit der Kirche
Sehne ich mich nach der Liebe,
In Moscheen und Minaretten
Seh ich der Geliebten Körper.
NIZAMI
Selbst noch in den Hindu-Tempeln
Sehe ich den Schoß der Liebsten!
HAFIS
Ein Verliebter ist der Dichter,
Der verliebt ist in die Liebe!
Kennt ihr der Geliebten Namen?
Unaussprechlich ist ihr Name,
Unaussprechlich ist die Liebe!
RUMI
Wisst ihr von der Gottesweisheit,
Die da ruht im Schoß des Bechers?
O, der Wein des frommen Zechers
Ist das Blut der Gottesweisheit!
NIZAMI
Ja, die Gottesweisheit führte
Mich zur großen Liebestorheit!
HAFIS
All ihr Weisen, all ihr Frommen,
All ihr hochgelehrten Männer,
Seid so fromm nicht und so weise
Wie die Ewig-Vielgeliebte,
Wenn sie sagt zu ihrem Knaben:
Hafis, ach, hat keinen Wein mehr!

SIEBENTE SZENE

(Türkisches Viertel in einer deutschen Stadt. Der Lammfleischverkäufer, der


zweiundzwanzigjährige Azur, ist zugleich der Haschischverkäufer des Viertels. Nacht im
Mondschein. Vor dem Kiosk sitzt der Dichter Josef bei Brot, Lammfleisch, Knoblauchquark.)

AZUR
Willst du Haschisch?
JOSEF
Ich will Wein zum Lammfleisch.
AZUR
Mohammed verbietet den Wein.
JOSEF
Jesus verwandelt den Wein in sein Blut.
AZUR
Wein macht dumm. Aber Haschisch gibt dir Flügel, du fliegst auf dem Flügelpferd des Propheten
ins Paradies und liebst schon zu Lebzeiten die Huris.
JOSEF
Und am folgenden Tage bringst du dich um! Im Wein liegt die Wahrheit.
AZUR
Und am nächsten Tag hast du Katzenjammer.
JOSEF
Maria verbietet die Drogen! Sie zeigte mir Drogenhändler und sagte: Das ist der Triumph Satans!
Ich sah einen moslemischen Haschischverkäufer, er schwor falsch auf den Koran, um sich seinen
Gewinn zu erschwindeln. Neben ihm sah ich den Satan, der den armen Haschischraucher auslachte.
AZUR
Die Assassinen in den Wüstenbergen des Orients rauchten schwarzen Afghanen in den
Wasserpfeifen und lebten auf Erden schon im Paradies.
JOSEF
Trügerische Halluzinationen!
AZUR
Du liebst mehr die Delirien?
JOSEF
Auch Hafis hat den Wein geliebt.
AZUR
Aber nur den allegorischen, mystischen Wein.
JOSEF
Den sakramentalen Wein!
ACHTE SZENE

(Der Schenke Azur und der Dichter Josef.)

AZOR
Den Koran musst du im arabischen Original lesen, er ist unübersetzbar. Der Beweis für die göttliche
Offenbarung an den Propheten Mohammed – Friede sei mit ihm – ist die unübertreffliche Schönheit
des Koran. Mohammed ist kein Dichter. Die Dichter dichten nur Mythen und Märchen. Aber
Mohammed kündet die göttliche Offenbarung im Gewand der Schönheit. Der Koran ist nicht von
Menschenhand geschaffen, sondern er ist von Ewigkeit. Der himmlische Koran, die Mutter des
Buches, ist das Urbild der Schöpfung.
JOSEF
Weißt du, was die Juden über die Tora sagen? Sie ergründen jedes Wort, jede Silbe, zählen die
Worte und die Buchstaben, denn jedes Jota ist eine Offenbarung Gottes, alles kündet den Namen
Gottes. Die Tora auf Erden beginnt mit dem Buchstaben B – Bereschit – aber die ewige und
himmlische Tora beginnt mit dem Buchstaben A. Die himmlische Jungfrau Tora ist die göttliche
Weisheit selbst. Und Gott der Ewige, als er die Welt erschaffen, nahm er sich die himmlische
Jungfrau Tora zum Vorbild und machte den Kosmos nach dem Urbild der göttlichen Weisheit.
AZUR
Tora und Evangelium sind von Gott, aber die Juden haben die Tora verfälscht und die Christen
haben das Evangelium verfälscht. Allein der Koran ist die unfehlbare Offenbarung Gottes.
JOSEF
Was ist das Evangelium? Es ist das Zeugnis von Jesus, dem Messias. Wer aber ist der Messias
Gottes? Der Messias Jesus ist das ewige Wort Gottes, in dem Gott sein innerstes Herz vollkommen
ausgesprochen hat und für alle Ewigkeit offenbart. Dieses ewige Wort Gottes ist das schöpferische
Wort. Durch das Wort und in dem Wort und für das Wort ist das Universum geschaffen. Und dieses
göttliche Wort ist Mensch geworden in Jesus von Nazareth, ist Fleisch geworden im eucharistischen
Christus.

NEUNTE SZENE

(Der Dichter Josef und die vierzehnjährige Schwester des Schenken, die schöne Zozan.)

JOSEF
Ich las von dem Propheten Mohammed,
Er hatte eine kluge Ehefrau,
Er war ein Kaufmann, sie war eine Dame,
Sie glaubte an die Sendung des Propheten.
Doch nach dem Tode dieser Ehefrau
Mohammed legte einen Harem an.
Maria, Christin aus der Kopten-Kirche,
War seine Sklavin und geliebte Braut.
Er liebte viele Frauen. Aber eine
War seine Lieblingin, das war Aischa,
Sechs Jahre jung war sie, als er sie freite,
Neun Jahre jung war sie, als er sie nahm.
Von seinem Adoptivsohn nahm er noch
Die Ehefrau, die er gesehen hatte
Im Mondenschein im seidenfeinen Nachthemd.
ZOZAN
Von all dem weiß ich gar nichts, alter Herr.
JOSEF
Man sagt, dass die Propheten allesamt
Die vierzigfache Manneskraft von Männern,
Daß Abraham und Moses, Salomon
Und David und Herr Jesus, Sohn Marias,
Die vierzigfache Manneskraft von Männern,
Doch Mohammed, das Siegel der Propheten,
Die vierzigfache Manneskraft von Sehern.
ZOZAN
Warum erzählst du mir das, alter Herr?
JOSEF
Man sagt, dass in dem Paradiese Huris
Die Marterzeugen des Islam beglücken,
Die Mädchen, welche ewig Jungfraun sind,
Die nach dem Liebesakte wieder Jungfraun
Und ewig eng gebaut wie Mädchen sind,
Und dass die Latten der Muslime nie
Ermatten und erlahmen in dem Garten.
ZOZAN
Willst du ein Tässchen Tee, mein alter Herr?
JOSEF
Du Aphrodite von dem Bosporus!
Dein Körper ist der schönste Marmorkörper,
Dein Angesicht vollkommne Symmetrie,
Dein Körper ist der Körper einer Venus,
Dein Gürtel ist der Gürtel aller Reize,
Dein Becken gleicht dem Becher voller Mischwein,
In deinen Augen funkelt keine Seele,
Doch du bist schön – auch ohne eine Seele!

ZEHNTE SZENE

(Der Dichter Josef unter besoffenem Pöbel in der Schenke Zum Goldenen Löwen.)

PÖBEL
Willst du lieber den Rauschtrank von der Feige oder lieber den Rauschtrank von der Pflaume?
DICHTER JOSEF
Je mehr ich trinke von dem Wein, o Haura,
Je mehr verseufz ich mich allein, o Haura,
Du bist die Seele meines Universums,
Ich sehe dich in jedem Stein, o Haura,
Weltseele, die du bist von Gott geboren,
Ich bin in der Passion der Pein, o Haura,
Du parallele Seelenzwillingsschwester,
Wir beide eins im Einig-Ein, o Haura,
Vereint in dem Mysterium der Liebe,
Wir beide sind von Gott ein Schein, o Haura,
Einst war dein Name Unsre Mutter Eva,
Jetzt heißt du Neues Evalein, o Haura,
Ich hör die Symphonie des Universums,
Ins Paradies mich ladend ein, o Haura,
Was aber wäre mir der Garten Eden,
Wenn dort wir wären nicht zu zwein, o Haura?
Du bist das feminine Antlitz Gottes,
Und ich bin ganz vollkommen dein, o Haura,
Im Anbeginn der Welt die Gottesweisheit
Schuf dich für mich, so bist du mein, o Haura,
Brautmystiker bin ich der Gottesweisheit,
Du folgst der Mystik von dem Sein, o Haura,
Maria sprach zu Gott für uns das Ja-Wort,
So sage du zu mir nicht Nein, o Haura,
In Demut ich gehör dir als ein Schoßhund,
So lobe mich und sage: Fein, o Haura,
Ich brenne in verzehrender Begierde
Und wäre gern im Herzen rein, o Haura,
Ich bin ja Adam, du bist meine Eva,
O Fleisch bei Fleisch und Bein bei Bein, o Haura,
Du bist die Muse, ich dein Musenpriester,
Du mögest mir dies Lied verzeihn, o Haura!
PÖBEL
Mehr Rauschtrank von der Feige! – Konvulsivische Kontraktionen! – Lalla, lalla!

ELFTE SZENE

(Beichtzimmer. Priester Beichtvater und Dichter Josef, der Bekenner. Ein freundliches weißes
Beichtzimmer, Licht der Septembersonne strahlt herein in goldener Milde.)

JOSEF
Ich bin der Herr, dein Gott, ich bin’s alleine,
Hab keine andern Götter neben mir.
O Vater, wenn ich lese im Koran,
So scheine mir prophetisch diese Worte.
PRIESTER
Das zweite vatikanische Konzil
Hat den Islam hochachtungsvoll geschätzt
Und nannte die Muslime unsre Brüder.
Doch galubst du: Gottes Sohn ist Jesus Christus?
JOSEF
Ja, Gott von Gott und Licht von Licht! Mein Christus
Ist mir die menschgewordne Weisheit Gottes.
Doch wenn ich im Koran vom Garten Eden
Und von dem Himmelsparadiese lese
Und von den reinen wunderschönen Jungfraun,
Die Gläubigen im Paradies beglückend,
Berührt mich das an einer tiefen Sehnsucht.
Denn auf der Erde leiste ich Verzicht
Und leb im Zölibat um Gottes Willen,
Doch für den Himmel hoff ich Frauenliebe,
Mein Paradies, das wäre Frauenliebe.
PRIESTER
Nun schweige einen Augenblick, mein Sohn,
Hör nicht auf die Gedanken des Verstandes,
In Stille lausch der Stimme deines Herzens!

(Eine Weile Stillschweigen. Dieses Schweigen ist angenehm wie eine himmlische Harmonie.)

JOSEF
Ach Vater, ich bekenne keinem Menschen,
Sonst würd ich es nicht wagen auszusprechen,
Doch ich bekenne dem geliebten Jesus.
PRIESTER
Ja, Jesus hört dir zu. Sag ihm nur alles!
JOSEF
Ich denke an Marias Ehebett!
Mein Himmel ist die Ehe mit Maria!
PRIESTER
So sprech ich dich von deinen Sünden los
Und gebe dir zur Buße auf, zu lesen
Im Evangelium: Am dritten Tag
War eine Hochzeit und da war MARIA.

DIE SCHOLASTIK

ERSTER TEIL
ERSTES GESPRÄCH

AGABUS
Was ist der Mensch?
MARIA
Wenn Aristoteles sich dem Menschen zuwendet und ihn anatomisch untersucht, findet er, dass das
Gehirn nicht so wichtig ist wie das Herz. Das Geistige im Menschen, das Innere seiner
geistseelischen Persönlichkeit findet sich im Herzen. Das Gehirn mit seinem Verstand ist so etwas
wie eine Kühlung für das aufwallende Blut des Menschen, zur Beherrschung seiner Leidenschaften,
die im Blut sich erhitzen und aufwallen.
AGABUS
Ich will ganz menschlich mich selbst verwirklichen.
MARIA
Ja, der Mensch ist ein Geist und ein Organismus. Organismus ist der Leib, denn Organismus heißt
Organon, nämlich Werkzeug. Der Leib ist das Werkzeug der geistigen Seele. Der Organismus hat
aber ein Ziel, eine Bestimmung. Dieses Ziel des Organismus wird nicht von außen an den
Menschen herangetragen, durch die Gesellschaft etwa, sondern das Ziel des Organismus ist im
Organismus selbst im Inneren angelegt. Und dieses Ziel des Organismus ist die Entfaltung aller
seiner Möglichkeiten, die Verwirklichung aller seiner Potenzen.
AGABUS
Was treibt den Menschen an, die Verwirklichung aller seiner Potenzen zu erzielen?
MARIA
Aristoteles nennt das Entelechia. Es ist ein geistiges Prinzip, innewohnend dem lebendigen
menschlichen Organismus, ein lebendiges geistiges Entwicklungsprinzip, das geistige Prinzip der
Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung, welches zum Ziel führt, der vollkommenen
Selbstverwirklichung des Menschen.
AGABUS
Wenn das für den Menschen gilt, den Mirkokosmos, gilt es dann auch für die ganze Welt, den
Makrokosmos?
MARIA
Die ganze Welt, ich meine den Kosmos, die geschaffene Natur, drängt mit innerem Antrieb zur
Selbstvollendung, zur Vollkommenheit. Dieser innere Drang nach Vollkommenheit macht die
Schönheit des Kosmos aus. Der ganze Kosmos, oder wenn du willst, die ganze geschaffene Natur
drängt aus innerem Trieb zur höchsten Vollkommenheit, zur höchsten Selbstentfaltung all ihrer
Möglichkeiten, zur Vollendung. Die vollkommene Schönheit der Natur und des Kosmos ist das Ziel
der Schöpfung, welche im Innern der Schöpfung als angestrebtes Ziel angelegt ist. Das nennt man
Teleologie, die Wissenschaft vom Ziel. Das Universum hat ein Ziel, und dieses Ziel ist die
vollkommene Schönheit.
AGABUS
So strebt auch der Mensch nach der vollkommenen Schönheit?
MARIA
Im Menschen ist von Natur aus ein inneres Streben, ein unstillbarer Drang, ein heiliger Trieb nach
dem Guten, dem Vollkommenen und nach dem Glück des Menschen, oder, wenn du nicht Glück
sagen willst, nach der vollkommenen Glückseligkeit und ewigen Wonne. Der Mensch strebt also
nach dem Guten und Schönen. Was aber ist gut für den Menschen, was beschert ihm das
angestrebte Glück? Aristoteles sagt, die höchstmögliche Selbstverwirklichung ist das Gute für den
Menschen, die Realisierung aller seiner innewohnenden Möglichkeiten und die Vollendung aller
seiner leibseelischen Potenzen in das wahre Gute für den Menschen, oder, anders gesagt: Werde,
was du bist, o Mensch, werde wahrhaft Mensch. Ja, der Mensch muß wahrhaft zum Menschen
werden, zum vollkommenen oder heiligen Menschen, das ist des Menschen Bestimmung, die ihm
nicht von außen auferlegt ist, sondern die als inneres Gebot von Natur aus in ihm wohnt. Die
Heiligkeit entspricht der Natur des Menschen.
AGABUS
Ist denn der Mensch von Natur aus gut, ganz gut, und macht ihn die Gesellschaft böse, oder ist der
Mensch von Natur aus böse, ein Wolf der Mensch dem Menschen, und macht ihn die Gesellschaft
zu einem guten Menschen?
MARIA
Aristoteles glaubt daran, das der Mensch wesenhaft gut ist. Mit dem Christentum kam die
Erkenntnis, dass der Mensch zwar gut geschaffen ist, aber dass er eine Krankheit hat, man nennt das
Sünde, ein Geneigtsein zum Bösen.
AGABUS
Der Mensch, man sagt, er sei ein höherer Affe.
MARIA
Eines unterscheidet den Menschen wesentlich vom Tier, das ist die Vernunft, der Logos. Der
Mensch als vernünftiges Lebewesen ist von wesentlich anderer Art als die unvernünftigen
Lebewesen. Darum soll der Mensch sich auch besonders in dem Bereich selbst verwirklichen, der in
der ganzen Schöpfungsordnung allein dem Menschen gegeben ist, das ist seine Vernunft, sein
geistiges Wesen. Dieses geistige Wesen des Menschen bedeutet, dass der Mensch nicht von seiner
tierischen Natur getrieben wird, von Instinkten getrieben, sondern dass er mit einem freien Willen
die Gabe hat, zu entscheiden, ob er sich dem Guten oder dem Bösen zuneigen will. Das geistige
Wesen drückt sich nicht allein im abstrakten Wesen aus, sondern auch in der Geistigkeit der
menschlichen Sprache und im Schöpfertum der Kultur, der Arbeit und der Kunst. Darin soll der
Mensch sich verwirklichen, seine geistigen Potenzen selbst verwirklichen, damit der Mensch werde,
was er von Natur aus ist, ein vernünftiges Lebewesen.
AGABUS
Wenn sich also der Mensch vor allen andern Lebewesen durch den Logos auszeichnet, was ist dann
dieser Logos?
MARIA
Damit der Mensch auch richtig sein Wesen verwirkliche, seinen Logos realisiere, ist es wichtig, den
Logos des Menschen zu erkennen und zu verstehen. Was also ist der Logos? Der Logos ist die
Fähigkeit zur Erkenntnis, die Fähigkeit, die Dinge der Welt zu erkennen. Wenn der Mensch also als
einzigartiges Lebewesen sich dadurch auszeichnet, den Logos zu besitzen, die Fähigkeit, die Welt
zu erkennen, so ist es nach Aristoteles auch die innere Bestimmung des Menschen, die Welt zu
erkennen. Aber anders als im neuzeitlichen Denken, dient die Erkenntnis der Welt nicht der
Beherrschung der Welt, sondern die Erkenntnis der Welt dient der Wahrheit und der
Selbstvervollkommnung des Menschen. Nicht die Herrschaft über die Natur, sondern die Erkenntnis
der Natur ist das Höchste, ja, der Sinn des menschlichen Daseins überhaupt.
AGABUS
Dann ist der Mensch also im wesentlichen ein Erkennender?
MARIA
Das Höchste ist für Aristoteles nicht der handelnde Mensch, sondern der erkennende, nicht der
Arbeiter, sondern der Philosoph, höher als die Vita Aktiva steht die Vita Kontemplativer, über dem
Herrscher steht der Weise.
AGABUS
Sei mit gegrüßt, Göttin der Muße!
MARIA
Aber der Mensch wird auch gedacht als Handelnder, aber sein Handeln hat nicht die Priorität,
sondern die Priorität hat die Erkenntnis. Die erkennende Vernunft, der wissende Logos oder die
Einsicht der Vernunft, wie immer du es nennen willst, übt die Herrschaft über die Handlungen aus.
Der Mensch soll nicht blindlings seinen Trieben, Leidenschaften und Begierden folgen, wie das Tier
blind dem Instinkt vertraut, sondern der Mensch soll besonnen leben und handeln, er soll durch die
Vernunft seine Leidenschaften beherrschen. Die Leidenschaften, nicht gelenkt von der Vernunft,
sondern ihre Begierden frei auslebend, sind zerstörerisch für den Menschen. Wenn der Mensch aber
durch seine Vernunft die Leidenschaften zügelt, stehen die Leidenschaften im Dienst der
Selbstverwirklichung des Menschen.
AGABUS
Wie in der Liebe offenbar wird.
MARIA
Ja, mein Herz, mein Traum, mein Leben!
AGABUS
Wo wir schon auf die Liebe gekommen sind – was ist Gott?
MARIA
Gott ist der Ursprung der Welt und des Menschen.
AGABUS
Muß man das im Glauben einfach annehmen und für wahr halten, weil man eben so spricht? Oder
gibt es vernünftige Beweise oder zumindest überzeugende Indizien für die Existenz Gottes? Ich
frage das aus intellektueller weiblicher Neugierde, nicht etwa weil ich an der Existenz Gottes
zweifelte.
MARIA
Wir sehen in der ganzen Welt Bewegung. Woher kommt die Bewegung, was hält die Bewegung in
Gang? Es muß doch ein Erstes geben, was die Bewegung verursacht hat. Es muß doch den
Urbeweger geben, von dem alle Bewegung ihren Ausgang nimmt. Dieser Urbeweger aber darf
selbst nicht von einem anderen bewegt sein, sonst wäre eben der andere der Urbeweger. Dieser
Urbeweger aber wird erkannt an seinen Wirkungen. Seine Wirkung ist Bewegung und Streben.
Wodurch aber wird die Bewegung mit ihrem inneren Streben erregt? Offensichtlich durch das Ziel,
das angestrebt wird. Das Zeil zieht die strebende Bewegung an, immer weiter zu streben, bis sie das
Ziel erreicht hat.
AGABUS
So ist es ja auch in der Liebe. Die Sehnsucht ist das Streben des Liebenden, der keinen
Seelenfrieden findet, bis er am Herzen der Geliebten ruht.
MARIA
Ja, du kannst dir den Erstbeweger denken wie das Urbild der Liebe, wovon die menschliche Liebe
das Abbild ist. Der Urbeweger als die schöpferische Liebe schafft alle Bewegung, alles Streben, alle
Sehnsucht in der Welt, alles Treiben und Drängen auf ein Ziel hin, welches Er selber ist.
AGABUS
Wie definiert sich nun das Ziel der strebenden Welt?
MARIA
Alles Streben des Menschen und der Welt zielt ab auf die Selbstverwirklichung, auf die
höchstmögliche Realisierung aller innewohnenden Möglichkeiten. Im Menschen und im Kosmos
sind Potenzen, Möglichkeiten und Fähigkeiten, die alle volle Wirklichkeit annehmen wollen, das ist
ihr Trieb und Streben. Das Ziel also ist die volle Selbstverwirklichung von Mensch und Welt. Das
Ziel ist also volle Verwirklichung aller Möglichkeiten, vollkommene Realisierung aller Potenzen.
Damit definiert sich das Ziel als höchste Wirklichkeit, als vollkommene Wirklichkeit. Wie aber
kann man das nennen, was vollkommene Wirklichkeit ist?
AGABUS
Das nennt man Gott.
MARIA
Ja, in Ihr, der Gottheit, entspringt alles Streben, alle Bewegung. Der Dichter sagt: Es ist eine
Sehnsucht in der Welt. Aber alles Streben mündet auch in die Gottheit. Sie ist Ursprung und Ziel,
sie ist das Alpha und Omega. Aber sie ist nicht allein der Ursprung von Welt und Mensch und ist
nicht allein das höchste Ziel von Welt und Mensch, sondern es ist, wie Aristoteles sagt, etwas
Göttliches in der Natur, denn die Gottheit ist eben auch der Weg, sie ist die innere Kraft, die die
Welt und den Kosmos vom Ursprung herausführt, führt den Weg des Strebens und der liebenden
Sehnsucht und führt als innere Kraft und als Weg auch schließlich die Welt und den Menschen heim
in den Schoß der Gottheit.
AGABUS
Ist das nun der Schöpfergott, der von außen die Welt ins Leben ruft? Oder ist das eine heidnische
Gottheit, die im Innern der Natur lebt?
MARIA
Der Urbeweger des Aristoteles als das Ziel der Schöpfung übersteigt natürlich die Schöpfung, ist
selbst nicht Bestandteil der Schöpfung, ist also eine transzendente Gottheit. Der Schöpfergott des
Christentums ist auch nicht ein Gott, der in absoluter Transzendenz oberhalb und außerhalb der
Welt steht, sondern ist zugleich die göttliche Liebe, die, wie der Hymnus der Kirche sagt, die Welt
im Innersten zusammenhält. Die wahre Gottheit ist nicht allein die transzendente Gottheit, sondern
gleicherweise die immanente Gottheit.
AGABUS
Was aber ist nun das Wesen dieser Gottheit selbst?
MARIA
Wenn die Gottheit des höchste Ziel des Menschen ist, wenn die vollkommene Selbstverwirklichung
des menschlichen Wesens ins Gott erzielt wird, muß Gott in absoluter und vollkommener Form das
besitzen oder gar sein, was des Menschen Vollkommenheit ausmacht. Der Mensch aber zeichnet
sich vor allen andern Lebewesen dadurch aus, dass er Geist und Vernunft besitzt. Gott als die
Vollkommenheit besitzt also Geist und Vernunft in Vollkommenheit. Aber Gott besitzt nicht einen
menschlichen Geist und eine menschliche Vernunft, sondern Gott ist mehr als Geist und Vernunft,
Gott ist göttliche Vernunft, das heißt göttlicher Logos, und Gott ist göttlicher Geist, das heißt
Heiliger Geist.
AGABUS
Gott ist also der Logos. Das sagt im Übrigen der Evangelist Johannes auch: Und der Logos war bei
Gott und der Logos war Gott. Der Logos aber wurde definiert als die Fähigkeit, zu erkennen. Der
Mensch mit seinem menschlichen Logos erkennt die Welt. Was aber erkennt der Logos Gottes? Was
erkennt Gott?
MARIA
Wenn Gott das Ziel der Welt und des Menschen ist, kann Gott nicht abhängig sein von der Welt und
dem Menschen. Wenn der Logos Gottes aber die Welt und den Menschen denken und erkennen
würde, wäre Gott abhängig von der Schöpfung, die er bräuchte als den Gegenstand seiner
Erkenntnis. Gott aber als das höchste Ziel von Mensch und Welt ist vollkommen und unendlich
erhaben über Welt und Mensch und lebt in vollkommener Freiheit von Welt und Mensch.
AGABUS
Was kann dann der Gegenstand der Erkenntnis Gottes sein?
MARIA
Wenn Gottes Logos nicht die Schöpfung erkennt, kann der Logos Gottes also nur Gott allein
erkennen. Der Logos Gottes und der Geist Gottes erkennen Gott. Hier erhebt sich die natürliche
Weisheit des Philosophen an die Grenze der Selbstoffenbarung Gottes als Dreifaltiger Gottheit: Gott
der Ursprung, Gott der Logos, Gott der Geist, die drei Personen Gottes erkennen einander.

ZWEITES GESPRÄCH

AGABUS
Wenn der Mensch also den Logos besitzt, was ist dann Logik?
MARIA
Logik ist die richtige Art des Denkens. Logik lehrt nicht, wie die Psychologie, wie der Mensch
denkt, sondern wie er denken soll, damit er zu wissenschaftlicher Erkenntnis kommt.
AGABUS
Womit beginnt das richtige Denken?
MARIA
Die wissenschaftliche Erkenntnis beginnt bei den Begriffen. Begriffe gewinnt man durch
Definition. Die Definition eines Begriffes erfordert zwei Bestimmungen: Erstens, in welche Klasse
von allgemeinen Begriffen lässt sich der Begriff einordnen? Also: Was ist der Mensch? Der Mensch
gehört zur Klasse der Lebewesen. Zweitens muss die Definition den Begriff von den andern
Begriffen der gleichen Klasse unterscheiden. Also: Was ist der Mensch? Der Mensch ist ein
Lebewesen, aber ein vernunftbegabtes, denkendes, sprechendes, kulturschaffendes Lebewesen. Die
Begriffe bilden eine Hierarchie vom Allgemeinen zum Besonderen. Die Definition des Begriffes
schreitet vom Allgemeinen zum Besonderen fort. Also: Es ist ein Lebewesen, es ist ein vernünftiges
Lebewesen, es ist ein Mann, es ist ein Deutscher, es ist ein Friese, es ist ein blonder Friese, es ist ein
bärtiger blonder Friese, es ist eben jener bärtige blonde Friese.
AGABUS
Nachdem der Begriff definiert worden ist, wie schreitet der Logiker in der Erkenntnis fort?
MARIA
Wenn man die Begriffe anschaut, kommt man zu höheren und allgemeineren Gattungsbegriffen.
Aristoteles kam zu zehn allgemeinen Grundkategorien: Substanz, Quantität, Qualität, Relation, Wo,
Wann, Wie, Haben, Wirken, Leiden. Die ersten vier Kategorien sind die wichtigsten. Also bestimmt
man die Begriffe nach den vier Kategorien, nach der Substanz des Dinges, also seinem Wesen, nach
der Quantität des Dinges, also seiner Menge, nach der Qualität des Dinges, also seiner
Beschaffenheit, und nach der Relation des Dinges, also seinen Beziehungen zu anderen Dingen.
AGABUS
Wenn man die Begriffe nun geklärt hat und nach den Kategorien genauer bestimmt, wie geht der
Denker dann vor?
MARIA
Nun bildet der Denker einen Satz über den Begriff. In dem Satz oder philosophischen Urteilsspruch
sind zwei Dinge enthalten: Das Subjekt ist der Begriff, über den etwas ausgesagt werden soll, das
Prädikat ist die Aussage, die über den Begriff gemacht wird. Es gibt nun verschiedene
Urteilssprüche. Das bejahende Urteil sagt: Diese Rose ist blutrot. Das verneinende Urteil sagt:
Diese Rose ist nicht blutrot. Das allgemeine Urteil sagt: Alle Rosen verwelken. Das besondere
Urteil sagt: Einige Rosen sind dornenlos. Das Urteil, das ein Sein aussagt, sagt: Die Rose blüht. Das
Urteil, das eine Notwendigkeit aussagt, sagt: Diese Lilie muß morgen aufblühen. Das Urteil, das
eine Möglichkeit aussagt, sagt;: Diese Lilie kann heute nacht noch aufblühen.
AGABUS
Maria, meine Philosophin, wenn du philosophierst, so wird es zur Poesie. Aber wenn der Denker
nun sein philosophisches Urteil gesprochen hat, wie schreitet er fort in der Erkenntnis?
MARIA
Nach dem Urteilsspruch zieht der Denker seine Schlüsse. Ein Schluß ist eine Rede, in der aus
bestimmten Voraussetzungen etwas Neues hervorgeht. Aus Urteilen wird ein neues Urteil
geschlussfolgert. Die vorgegebenen Urteile sind die Prämissen, das geschlussfolgerte neue Urteil ist
die Konklusion. Aristoteles schließt: Alle Menschen sind sterblich, Platon ist ein Mensch, also ist
Platon sterblich.
AGABUS
Was zu beweisen war! Aber da kann man ja alles beweisen: Alle Menschen sind Sünder, Maria ist
ein Mensch, also ist Maria eine Sünderin! Hier ist doch der Irrtum offensichtlich.
MARIA
Ich danke dir für deine Liebe zu meiner Unbefleckten Erkenntnis. Ein Schluß ist auch noch kein
Beweis. Die Prämisse muß natürlich stimmen. Wenn ich sage: Alle Menschen sind sterblich, das ist
meine Prämisse, dann ist ja logisch, das der Mensch Platon sterblich ist. Wenn aber nun Platon
unsterblich wäre, dann wäre die Prämisse falsch, denn dann müsste es heißen: Alle Menschen,
außer Platon, sind sterblich.
AGABUS
Ich danke dir, meine Philosophin. So muß man eben sagen: Alle Menschen sind Sünder, außer dem
Gottmenschen Jesus und der Unbefleckten Empfängnis Maria, das wäre die richtige Prämisse.
MARIA
Ja wahr. Will man fortlaufende Schlüsse zu Beweisen werden lassen, muß also als erstes die
Grundlage stimmen. Man muß den Satz, aus dem man eine Behauptung zum Beweis werden lassen
will, aus höheren und allgemeineren Sätzen ableiten. Nach Aristoteles stößt der Geist so immer
weiter vor in immer höhere Höhen, bis der menschliche Geist zu einigen Grundwahrheiten kommt.
Über allen Grundwahrheiten steht die Eine Grundwahrheit, das ist der Satz vom Widerspruch: Das,
was ist, kann nicht gleichzeitig und in derselben Hinsicht nicht sein.
AGABUS
Also: Gott der gut ist, kann nicht böse sein?
MARIA
Ja, und Gott, der das ewige Sein ist, der ewige Ich bin, kann nicht absolute Leere oder das ewige
Nichts sein.
AGABUS
Wir sind schon bei der Metaphysik.
MARIA
Du hörtest doch schon oft von den Ideen, die Platon das einzig Wirkliche nannte, dagegen die
sogenannte konkrete Wirklichkeit, die uns umgibt, von Platon nur als Schatten der Ideen betrachtet
wurde. Aristoteles sieht eine intimere Verbindung zwischen den Ideen und dem Konkreten. Die
Ideen nennt er das Allgemeine, die allgemeinen Begriffe. Das Allgemeine ist nun für Aristoteles in
dem Konkreten. Die konkreten Bäume vergehen, aber der allgemeine Baum an sich bleibt bestehen.
Allerdings ist der allgemeine Baum an sich nicht losgelöst von den konkreten Bäumen existent,
sondern er ist das unvergängliche Wesen, das in den konkreten Bäumen ist. Wir Menschen kommen
zum Allgemeinen, in dem wir von den konkreten Dingen abstrahieren und denkend zu ihrem
allgemeinen Wesen vordringen. Wenn du die vielen Frauen betrachtest und von dem konkreten und
zufälligen der einzelnen konkreten Frauen abstrahierst und dich zum unvergänglichen Wesen der
Frau erhebst, zur natürlichen Bestimmung der Frau, dann erhebst du dich zu der Frau an sich, zur
allgemeinen Frau, zur Idee der Frau.
AGABUS
Und das ist mir die Weise, in einer intellektuellen Vision dich, Maria, zu schauen.
MARIA
Ja, mein Schatz, so erkennst du die Makellose Konzeption der Frau der Offenbarung.
AGABUS
Wie ist nun genauer das Verhältnis zwischen Himmel und Erde, Geist und Natur, Allgemeinen
Ideen und Konkreter Wirklichkeit?
MARIA
Adas allgemeine Wesen der konkreten Einzeldinge nennt Aristoteles Formen, manchmal aber
verwendet er auch den platonischen Begriff der Ideen dafür. Du weißt ja, das Platon der
achtzigjährige Lehrer war und Aristoteles der zwanzigjährige Schüler. Die Form aber braucht auch
etwas, das geformt wird, sonnst wäre es sinnlos, von Form zu sprechen. Das, was geformt wird,
nennt Aristoteles Stoff oder Materie. Die Materie an sich ist noch nicht wirklich, sondern sie hat in
sich nur die Möglichkeit zur Wirklichkeit. Wirklich wird die Materie, in dem sie von der Form
gestaltet wird. Die Formen allerdings, die der Möglichkeit der Materie zur Wirklichkeit verhelfen,
sind nicht allein die ewigen Ideen, sondern auch die Kraft, die die Materie zur Wirklichkeit führt
und zudem der letzte Zweck, das höchste Ziel der Materie. Die Materie aber ist nicht etwas rein
Passives, sondern sie hat einen gewissen Widerstand in sich gegen die Form, daraus erklärt
Aristoteles die Unvollkommenheit des Daseins. Zusammengefasst in vier Punkten gibt es also zum
ersten der Stoff, etwa das Gold, aus dem ein Kelch geformt wird, zweitens die Form, das ist also die
eigentliche Form des Kelches, etwa in Form einer Lilienblüte, zum dritten gibt es die Wirkursache,
das ist der Goldschmied, der den goldenen Kelch bildet, und zum vierten gibt es die Zweckursache,
das wäre dann die Verwendung des goldenen Kelches beim eucharistischen Opfer.
AGABUS
Während du sprachest, kam mir ein Gedanke: In der Heiligen Schrift ist bei der
Schöpfungsgeschichte die Rede von dem chaotischen Urmeer, über welchem der Heilige Geist
schwebte. Das Chaosmeer heißt im Lateinischen aber Maria. Wenn du nun das Urmeer wärest, die
Urmaterie, der Stoff des Kosmos, und der Heilige Geist schwebte über dir als die Form?
MARIA
(lächelt)
Ja, auch Aristoteles denkt sich die Formen so, dass eine erste und absolute Form existieren muß.
Denn wo Form und Stoff aufeinander treffen, entsteht Bewegung. Die Form ist das Bewegende und
der Stoff das Bewegte. Wie wir aber schon erklärt haben, muß man bei aller Bewegung an einen
Erstbeweger denken. Der Erstbeweger ist die absolute Form, der absolute Geist, die totale
Vollkommenheit. Die absolute Vollkommenheit aber ist Gott. Dieser absolut vollkommene Gott ist
Geist und Erkenntnis und erkennt sich selbst. Gott ist der Logos, der vermittels des Geistes die
Urgottheit erkennt.

DRITTES GESPRÄCH

AGABUS
Heute wird viel über die Schöpfungsgeschichte nachgedacht. Die Materialisten leugnen die
Existenz eines Schöpfergeistes und erklären alles aus der Selbstentwicklung einer Urmaterie. Wie
ist denn die Stellung des Philosophen Aristoteles zu diesem Problem?
MARIA
In den Mythologien der Heiden steht am Anfang die chaotische Urmaterie, aus der die Götter
geboren werden, diese Götter zeugen neue Götter, diese neuen Götter des Geistes ermorden die
Götter der Natur und herrschen dann auf dem Olymp. Der Geist entwickelt sich durch Kampf aus
der Urmaterie. Diese Mythologie haben die heiligen Kirchenväter immer abgelehnt. Aber die
griechische Philosophie leitet die Welt aus dem göttlichen Sein ab. Das Sein ist aus sich selbst
seiend. Allein der göttliche Geist ist der letzte Grund für alles wirkliche Dasein. Gott ist also in der
Philosophie nicht das Produkt einer langen Entwicklung der Materie, sondern Gott ist Geist und
ewiges Sein und ist die Ursache der Welt. Gott schafft die Welt auch nicht, weil er sie nötig hätte,
sondern Gott als das Vollkommene und perfekte Totale ist in sich vollendet und bedarf keines
Dings. Gott ist als göttlicher Geist das ewige Sein ist totaler Vollkommenheit und besitzt sich
vollkommen selbst. Gott denkt sich selbst als das absolute Sein.
AGABUS
Gott denkt sich selbst? Was denkt der göttliche Geist, kannst du das sagen?
MARIA
Der göttliche Geist denkt sich selbst. Gott ist der Denker, Gott ist das Gedachte und Gott ist das
Denken. Der Vater ist der Denker, der Logos ist der Gedachte und der göttliche Geist ist das
Denken.
AGABUS
Die griechischen Philosophen ahnten also auch schon die Drei-Einheit Gottes?
MARIA
Sowohl Platon als auch Aristoteles umschrieben das Höchste Gut als Dreifaltigkeit von Ewiger
Wahrheit, vollkommener Güte und perfekter Schönheit. Gott als das Sein an sich, Gott fasst in sich
zusammen die Wahrheit, die Güte und die Schönheit des ganzen Seins.
AGABUS
Ist Gott nun das Sein, gibt es dann noch ein anderes Sein als Gott?
MARIA
Außer dem seienden Gott gibt es nur Nichtsein. Gott ist das totale Sein, weil es nichts gibt, was zur
vollkommenen Totalität des göttlichen Seins noch ein Etwas hinzufügen könnte.
AGABUS
Gott als das totale Sein, kann dieser Gott böse sein?
MARIA
Für Platon und Aristoteles ist das göttliche Sein, das die vollkommene Güte, die absolute Wahrheit
und die perfekte Schönheit ist, dieser Gott kann nur als der Gute an sich bezeichnet werden,
Agathon, das Höchste Gut ist diese Gutheit Gottes. Und diese Güte Gottes wird gedacht als der
Urgrund und die Quelle alles wirklichen Daseins.
AGABUS
Madonna! In der vollkommenen Güte, in der ewigen Wahrheit und in der perfekten Schönheit
erkenne ich dich! Du bist so gütig, mild und süß! Du lehrst die Wahrheit und du bist die Besiegerin
aller Irrlehren! Und vor allem bist du makellos schön!
MARIA
Ja, mein Geliebter, ich werde immer und ewig für dich das junge schöne Mädchen sein, denn ich
allein bin die Immerwährende Jungfrau, und ich bin ganz dein!

ZWEITER TEIL

ERSTES GESPRÄCH

AGABUS
Maria, kannst du mir etwas erzählen über die arabischen und jüdischen Traditionen des
Aristotelismus?
MARIA
In der christlichen Kirche wurde zuerst das Gespräch zwischen dem Evangelium und der
platonischen und neuplatonischen Philosophie geführt, später wurde das Gespräch zwischen dem
Evangelium und Aristoteles geführt. Ähnlich war es in der Entwicklung der arabischen Philosophie.
Die Muslime, die dem Gottesbilde Mohammeds glaubten, befassten sich zuerst mit dem
Zusammenspiel von muslimischer Religion und Neuplatonismus. Da sind zu nennen Alkindi, von
dem aber nichts überliefert ist, und zum anderen Alfarabi, der die Sekte der Lauteren Brüder
gründete. Diese Sekte versuchte eine Verschmelzung von muslimischer Religion und
Neuplatonismus. Von der islamischen Geistlichkeit wurde diese Sekte sehr skeptisch betrachtet.
Dann aber gewann der Aristotelismus mehr Einfluss auf die arabischen Philosophen.
AGABUS
Die berühmtesten arabischen Philosophen sind doch Avicenna und Averroes?
MARIA
Avicenna gilt als der größte arabischen Philosoph im arabischen Morgenland. Er war wie
Aristoteles Naturforscher. Avicenna lehrte nicht wie die Neuplatoniker eine Emanation der Natur
aus Gott, sondern er stellte den göttlichen Geist und die Materie einander gegenüber und behauptete
mit Aristoteles die Ewigkeit der Materie.
AGABUS
Aristoteles sprach also nicht von der Materie als einem Geschöpf Gottes?
MARIA
Die Materie war für Aristoteles das Prinzip der Vervielfältigung und Einschränkung des geistigen
Prinzips. Die Materie mit ihrer Vielheit und ihrem ewigen Wandel von Stirb und Werde konnte nach
der Ansicht Aristoteles nicht vom göttlichen Geist geschaffen sein, da sonst der Geist als der Eine
und Grenzenlose ein Prinzip der Vielheit und Einschränkung geschaffen hätte, eine Welt geschaffen
hätte, in welchem die Vergänglichkeit der Vielheit herrscht, das heißt, ein Reich des Todes.
AGABUS
Avicenna nahm also auch an, die Materie sei ewig. Wie ist dann das Verhältnis von Gott und Welt in
der Weltsicht Avicennas?
MARIA
Gott ist der Erstbeweger der Welt, die aus Gott emanierenden geistigen Form-Ideen realisieren sich
in der ewigen Materie.
AGABUS
Die geistigen Formideen, was lehrt Avicenna über sie? Sind sie wie die Ideen Platons die wahre
Wirklichkeit und sind sie im Ideenhimmel? Oder sind sie die Formprinzipien an der Materie, die
dem Stoff innewohnende Entelechie? Oder sind sie allein Abstraktionen einer abstrahierenden
menschlichen Logik, Produkte des Gehirns des Mannes?
MARIA
Die Ideen sind vor den Dingen im Geiste Gottes. Die Ideen sind in den Dingen als Formen und als
Prinzip der Entelechie, was ihr Dasein in der Schöpfung begrifft. Was aber die menschliche
Erkenntnis betrifft, erkennt der Mensch die Form-Ideen durch logische Schlüsse, durch rationales
Denken, durch Abstraktion. Sie sind vor den Dingen für Gott, sie sind in den Dingen für die Welt,
sie sind nach den Dingen für den Menschen.
AGABUS
Das selbe lehrte doch auch Abälard, der verliebte Mönch. Aber hat ihn nicht Bernhard von
Clairvaux kritisiert?
MARIA
Wenn du vom heiligen Bernhard sprichst, dann geht mein Herz mir über vor Wallungen heißer
Liebe! Mein Troubadour! Aber was den Universalienstreit betrifft, das lassen wir vorerst beiseite.
AGABUS
Was lehrt denn nun Averroes?
MARIA
Wie Avicenna der größte Philosoph des arabischen Ostens genannt wird, nennt man Averroes den
größten Philosophen des arabischen Westens. Er nennt Aristoteles einfach den Philosophen.
AGABUS
Tat das der heilige Thomas nicht auch?
MARIA
Ja, Thomas nannte Aristoteles einfach den Philosophen, und Thomas nannte Averroes einfach den
Kommentator. Die Werke des Averroes sind nämlich im Wesentlichen Kommentare zu den Werken
des Aristoteles.
AGABUS
Was war nun die Lehre des Averroes?
MARIA
Artistoteles sprach von der Materie, als dass sie keine Wirklichkeit habe, sondern nur Möglichkeit,
Potenz. Der göttliche Geist trage die geistigen Formen an die potente Materie heran und so
verwirklichen sich die Formen in der Materie und die Möglichkeiten der Materie werden zu
Wirklichkeiten. Averroes aber dachte, die Formen werden nicht vom göttlichen Geist quasi von
außen an die Materie herangetragen, sondern in der ewigen Materie ruhen im Innern verborgen die
ewigen geistigen Formen als das geistige Prinzip in der Materie, als Entelechie, die in Evolutionen
oder Entwicklungen die mögliche Materie zur wirklichen Materie sich entwickeln lassen.
AGABUS
Diese Philosophie ist weit entfernt von der Offenbarung an den Creator Spiritus, den Creator ex
nihilo!
MARIA
Averroes schloß sich auch dem Aristoteles an, was die Unsterblichkeit betrifft. Nämlich für
Aristoteles ist allein der göttliche Geist unsterblich. Die Materie als Prinzip der Vielheit und
Vereinzelung ist nicht unsterblich. Die persönliche Seele eines konkreten Menschen sah Aristoteles
als mit dem Körper vergänglich an, allein der innewohnende göttliche Geist sei unsterblich.
Averroes schloß sich dem an. Es ist also nicht Sokrates unsterblich und es ist nicht Diotima
unsterblich, sondern die Philosophia allein ist unsterblich.
AGABUS
Sokrates wird also nicht in Mohammeds Garten Eden kommen und dort auf weichen Sofas liegen
und allerbesten Wein trinken und Geflügel essen und die schönen schwarzhaarigen Huris lieben?
MARIA
Nein, das wird er nicht. Der Geist des Sokrates ist unsterblich und kehrt heim zu Gott.
AGABUS
Averroes entwickelt also eine arabische Philosophie, die sich unterscheidet von den Gesetzen der
arabischen Religion des Islam. Wie definiert er das Verhältnis von Glaube und Vernunft?
MARIA
Die Religion des Islam und die Gottesvorstellungen des Koran waren für Averroes für die
einfältigen Menschen gemacht, für die Unweisen. Die höhere Wahrheit über die göttlichen Dinge
lehre die Philosophie. Der Koran ist für die unweise Masse, die Philosophia ist für die wenigen
Wissenden.
AGABUS
Sophia ist, wie ihr Name sagt, nur wenigen bekannt, sagt Jesus Sirach.
MARIA
Darum warf die islamischen Obrigkeit die Schriften des Philosophen auch ins Feuer. Aber das
änderte nichts daran, dass Thomas reichlich von ihm lernte. Nach dem Tode des Averroes und dem
Niedergang des arabischen Aristotelismus wandte sich die arabischen Geisteswelt mehr den Fragen
des Glaubens im Sinne einer mystischen Gottesliebe zu. So wird auch auf Albertus Magnus und den
Engelgleichen Thomas der Mystiker Meister Eckard folgen.
AGABUS
Jetzt bleibt mir nichts, als dich zu grüßen als die Neue Eva vom Himmlischen Lustgarten Eden, als
die Königin des Paradieses, welcher ich meine unsterbliche Seele für alle Ewigkeiten schenke!

ZWEITES GESPRÄCH

MARIA
Sprechen wir einmal von den beiden philosophischen Zechgenossen Al-Gazzali und Thomas.
AGABUS
Willst du die beiden zum Wettstreit antreten lassen?
MARIA
Ja, wir wollen schauen, wer die Perle der Weisheit gefunden hat.
AGABUS
Wer ist Al-Gazzali?
MARIA
Er schrieb wie Thomas eine Theologische Summe. Ein Christ sprach einmal, er sei überzeugt, dass
es seine erste Aufgabe sei, Gott in seinen Reden und Sinnen sprechen zu lassen. Auch Al-Gazzali
wollte von Gott sprechen und nach dem Gesetz Gottes leben. Ihm erschien der Koran als das Gesetz
Gottes. Die Sufi-Mystik lehrte ihn, seine Seele aufsteigen zu lassen zu Gott.
AGABUS
Und Thomas?
MARIA
Thomas schrieb eine philosophische Summe gegen die Heiden, nämlich vor allem gegen die
ketzerischen Auffassungen von Avicenna und Averroes, die mit der Christus-Offenbarung nicht
vereinbar waren. Thomas nannte sein Schaffen Theologie, Al-Gazzali nannte es Wissenschaft von
der Religion, das ist ein sehr bezeichnender Unterschied.
AGABUS
Thomas, in seiner Argumentation gegen die arabischen Philosophen, hatte er da einen
intellektuellen Bundesgenossen?
MARIA
Ja, er zog immer wieder den Moses Maimonides heran, der er Rabbi Moses nannte. Wir werden, so
Gott will, später über ihn sprechen.
AGABUS
Wo sind denn Gemeinsamkeiten zwischen Al-Gazzali und Thomas?
MARIA
Die scholastische Methode, die Dialektik, findet sich bei beiden. Diese Methode des Ja und Nein
fand sich schon bei Photios, dem byzantinischen Botschafter beim Kalifen von Bagdad und späteren
Patriarchen von Konstantinopel.
AGABUS
Ich meine, Dante reiht ihn in seiner Commedia unter die Irrlehrer ein.
MARIA
Auch behaupten einige, die Kunst, eine theologische Summe zu schreiben, sei zu Thomas über den
islamischen Umweg gekommen.
AGABUS
Sind sich denn Thomas und Al-Gazzali auch als Persönlichkeiten ähnlich?
MARIA
Beide haben schon früh eine tiefe religiöse Bildung erhalten. Beide zeichnen sich durch eine große
intellektuelle Kraft aus. Beide lehrten in den akademischen Zentren ihrer Kulturbereiche, der eine in
Bagdad, der andre in Paris. Beide fühlen sich angezogen vom armen mönchischen Leben. Thomas
stammte aus einer reichen Großgrundbesitzerfamilie und schloß sich dem Bettelorden an. Al-
Gazzali wandte sich als glänzender Hoftheologe dem Sufi-Weg der Armut und Demut zu. Beide
sind systematische Theologen und vom Intellekt bestimmt. Beide fanden nach anfänglichen
Widerständen von Traditionalisten ihrer Religion schließlich eine weite Verbreitung, ja, ihr Einfluss
wirkt noch tausend Jahre später nach.
AGABUS
Gibt es auch Parallelen in ihren Werken?
MARIA
Beide wollten eine Neubelebung der Wissenschaft von der Religion. Beide hatten nach zahlreichen
juristischen oder philosophischen Büchern das Bedürfnis, eine Quintessenz ihrer Theologie zu
verfassen, ihrer Weisheit über Gott und Welt und Mensch. Beide hatten es zu tun mit einer
traditionalistischen Theologie einerseits und einer ungläubigen Philosophie andererseits. Dem
Islamisten genügte nicht der Koran, sondern er wollte einen vernünftigen Weg zu Gott begründen.
Der Aquinat wollte nicht allein die Lehre der Bibel und der Kirche gläubig annehmen, sondern
darüber hinaus die Lehre mit der Vernunft ergründen und begründen. Beide Theologen schätzten
Aristoteles unter allen Philosophen am meisten. Beide waren sich aber einig darin, das über den
Philosophen Aristoteles die göttliche Offenbarung zu stellen ist. Dem Islamisten schein dies der
Koran zu sein, Thomas sah in Christus die volle Offenbarung Gottes. Beide beginnen und enden in
ihren theologischen Summen bei Gott. Beide Werke handeln von den Lastern, der Fressgier, der
Sexgier, Zorn, Haß, Lüge, Habgier, Geiz und Stolz, und von den Tugenden. Al-Gazzali nennt die
Tugenden Reue, Umkehr, Geduld, Dankbarkeit, Gottesfurcht und Hoffnung. Thomas nennt die
Tugenden Glaube, Liebe, Hoffnung, Klugheit, Starkmut, Maßhalten, Gerechtigkeit.
AGABUS
Nach so vielen Parallelen müssten nun doch einige Unterschiede auftauchen.
MARIA
Trink erst einmal einen Becher Wein. (Pause) –
AGABUS
Man spricht immer so schlecht vom Stil des scholastischen Mönchslatein. Die Humanisten spotten
immer über das mittelalterliche Latein.
MARIA
Und du nennst dich einen Römer und kannst noch nicht einmal Latein? Nein, lege alle Vorurteile
und Scheuklappen ab! Wir wollen nun über die Unterschiede zwischen unsern beiden Denkern
sprechen. Gazzali lehnte die aristotelische Begrifflichkeit ab und weigerte sich über Substanz und
Akzidenz zu philosophieren. Thomas dagegen machte sich nicht nur die aristotelische Logik,
sondern auch dessen Physik und Metaphysik weitgehend zu eigen. Er versuchte, mit Hilfe
aristotelischer Prinzipien die Christus-Offenbarung neu zu durchdenken.
AGABUS
Das versuchte doch auch Abälard.
MARIA
Abälard stellte die Vernunft des Menschen über den gottgeoffenbarten Glauben. Bernhard dagegen
stellte die mystische Gottesliebe über den Verstand des Menschen. Bernhard meinte, die Liebe der
Braut Seele zu ihrem Bräutigam Jesus sei die schönste Weisheit.
AGABUS
Was war bei Gazzali und Thomas die Absicht ihres Werkes?
MARIA
Gazzali wollte eine Versöhnung des mystischen Sufismus mit der islamischen Jurisprudenz, der
Scharia. Er war ein Jurist und Gottsucher und meinte, das Gesetz, dem der Jurist zu folgen habe,
stehe nicht im Widerspruch zu einem Aufstieg zu Gott. Thomas war mehr Philosoph als Jurist und
er wollte die Versöhnung zwischen Philosophie und Theologie. Das Dogma aber, wie es von den
Kirchenvätern herausgearbeitet worden ist und entwickelt aus der Heiligen Schrift, ließ Thomas
unangetastet. Er erkannte die Autorität der heiligen Mutter Kirche und ihre Deutungshoheit über die
Schrift eindeutig an. Einige sprachen von den zwei Wahrheiten, einer natürlichen Wahrheit der
Naturphilosophie und einer davon verschienen Glaubenswahrheit der Schrift. Aber Thomas lehrte,
dass die Wahrheit nur eine ist und sich selbst nicht widersprechen kann. Die Vernunft kann dem
Glauben nicht widersprechen. Er ordnete die Philosophia als Ancilla Domini der Theologie unter,
denn die Wissenschaft von der Offenbarung Gottes in Christus muß die philosophierende Vernunft
erleuchten und führen du vollenden, die Philosophie aber dient der Offenbarung, indem sie die
Offenbarung durchdenkt, erkennt, begründet und verteidigt und erläutert.
AGABUS
Wie haben die beiden Denker ihre theologischen Summen konzipiert?
MARIA
Gazzali gestaltete sein Werk nach dem stufenweisen Aufstieg der Sufi-Mystik. Er stellte den
Lebensweg eines frommen Moslems dar, angefangen vom Bekenntnis zur Einheit Gottes, bis zum
Eingang in den Huri-Himmel. Ohne Erlösungsdrama ist der Weg, von Station zu Station schreitet
der Moslem voran zum Ziel der Glückseligkeit. So behandelt Gazzali zuerst die religiösen Pflichten
des Moslems, das Bekenntnis zur Einheit Gottes, das Gebet, das Almosen, die Wallfahrt nach
Mekka. Dann werden die Pflichten des Menschen gegenüber den Menschen behandelt, Tischsitten,
Arbeit, Ehe, Freundschaft, Reisen. Dann wird ein Lasterkatalog geschildert und daraufhin ein
Tugendkatalog. Die Tugenden gipfeln im Gottvertrauen. Alles schließt mit einem mystischen Weg
ins Jenseits und den Paradiesgarten. Thomas, obwohl aristotelisch denkend, wählt eine
neuplatonische Konzeption: Der Mensch kommt von Gott und kehrt heim zu Gott. Der erste Teil
der Summe handelt von Gott der, Ursache alles Seins, dem Schöpfer der Kreaturen und des
Menschen und von der Ursünde des Menschen. Der zweite Teil handelt von der Heimkehr des
Menschen zu Gott.
AGABUS
Das ist ein unterschiedlicher Aufbau der Werke, eine grundverschiedene Struktur. Aber was ist der
eigentliche wesentliche Unterschied zwischen dem Moslem und dem Katholiken, zwischen dem
Juristen und dem Philosophen, zwischen dem Sufi-Lehrer und dem Engelgleichen Doktor?
MARIA
Das Gemeinsame von Islam und Judentum und Christentum ist die Herkunft der Welt von Gott her
und die Bestimmung Gottes als das Ziel der Welt. Aber was ist die Mitte, das Herzstück der
theologischen Summen? Vierzig Kapitel verfasste Gazzali, und im zwanzigsten Kapitel preist er
Mohammed, den Schreiber des Koran. Gazzali nennt Mohammed einen Propheten, schildert ihn als
einen leuchtenden Menschen voll von Tugenden, aber er bekräftigt die Wahrheit, dass Mohammed
ein Mensch und nichts als ein Mensch ist, ein Geschöpf Gottes. Thomas dagegen stellt in die Mitte
seiner Summe Jesus Christus, der gerade der Weg des Menschen zu Gott ist, der Weg der Heimkehr
der Welt und des Menschen zu Gott. Dieser Jesus Christus ist ein wahrer Mensch und zugleich der
wahre Gott. Er ist nämlich der einzige Gott-Mensch! So schreibt Thomas in neunundfünfzig
Betrachtungen von der göttlichen und der menschlichen Natur in der einen Person Jesus Christus.
Diese Betrachtungen führen ihn zu den Betrachtungen über das Geheimnis Gottes: In
siebenundzwanzig Betrachtungen spricht Thomas von der einen göttlichen Natur Gottes, des Einen,
und in sechzehn Betrachtungen von den drei Personen in der einen Natur Gottes, nämlich den drei
göttlichen Personen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Dies kann muslimische
Philosophie nicht begreifen. Alles dreht sich bei Thomas, dem Engelgleichen Doktor, um das
Mysterium Trinitatis und das Mysterium Incarnationis.
AGABUS
Das Mysterium Incarnationis: Dass Gott das kleine Jesuskind in der Krippe ist! Wer also hat die
Perle der Weisheit gefunden?
MARIA
Die Perle im Schoß der Muschel fand Thomas!

DRITTES GESPRÄCH

MARIA
Mit Philon von Alexandrien, den neuplatonischen jüdischen Philosophen und der Kabbala hast du
dich ja schon beschäftigt. Wir wollen jetzt über den jüdischen Aristotelismus sprechen und wollen
uns auf Maimonides beschränken, vom heiligen Thomas einfach Rabbi Moses genannt.
AGABUS
Wenn es interessant ist, wollen wir uns Zeit nehmen, nicht wahr?
MARIA
Ich danke Gott für jede Stunde, die ich mit dir zusammensein darf.
AGABUS
Meine Lehrmeisterin, lehre mich die Weisheit! In deiner Schule will ich wiese werden! Ohne dich
ist jede Weisheit nur Torheit!
MARIA
Wir wollen also jetzt über Rabbi Moyses sprechen.
AGABUS
Was schrieb er?
MARIA
Er schrieb die Leitung für die Ratlosen, den Führer der Unschlüssigen.
AGABUS
Die Welt ist voll von Ratlosen, Unschlüssigen!
MARIA
Da sind die Ratlosen, die sehen die religiöse Überlieferung der Genesis und dann sehen sie ihre
naturphilosophische Verstandeserkenntnis und begreifen nicht, in welchem Verhältnis Glaube und
Wissenschaft stehen. Rabbi Moyses schreibt für jene, die das mosaische Gesetz kennen, an die
Offenbarung vom Sinai glauben, die redlich in ihrem Charakter sind und sich mit Naturphilosophie
beschäftigen und von der menschlichen Vernunft geführt werden.
AGABUS
Er schreibt also für zwei, drei Männer.
MARIA
Maimonides übernimmt die wissenschaftliche Welterklärung des Aristoteles, wie er sie von Alfarabi
und Avivcenna übernommen hat. Er anerkennt aber gleichzeitig die Tora, die Gott dem Mose
offenbart hat. Er ist von der Gültigkeit der biblischen Offenbarung überzeugt und will deren
Richtigkeit mit Hilfe der Philosophie beweisen. Er glaubt also nicht wie die arabischen
Philosophen, die Religion sei nur eine Verschleierung von Wahrheit, der unweisen Masse gegeben,
allein die Philosophie sei die Wahrheit, die nur wenigen Eingeweihten gegeben sei, sondern Rabbi
Moyses glaubt an die heilige Wahrheit der biblischen Offenbarung und will diese deuten im Lichte
der Philosophie.
AGABUS
Ist Rabby Moyses denn nur dem Aristoteles wohlgesonnen?
MARIA
Die Werke des Empedokles, des Pythagoras, des Hermes Trismegistos und des Porphyrius seien
nichts wert. Platons Werke seien dunkel, sie seien durch Aristoteles überholt und folglich
entbehrlich.
AGABUS
Das erinnert mich an meine Freunde, die meinen, sie kennten Christus und folglich könnten sie
Platon und Pythagoras auch ruhig beiseite lassen mit höhnischem Hochmut.
MARIA
Nun, Rabbi Moyses richtet sich an eine intellektuelle Elite. Er schreibt für jene, die durch die
Beschäftigung mit der Naturphilosophie in Konflikt mit dem biblischen Glauben gekommen sind.
Er will sie lehren, den Bibeltext nicht im buchstäblichen Sinn zu verstehen, sondern den
geheimnisvollen eigentlichen Sinn der Bibel zu erkennen.
AGABUS
Der Rabbi Moyses hat also eine andere Deutung der Schöpfungsgeschichte als unsere armen
Freunde, die Buchstabengläubigen?
MARIA
Rabbi Moyses ist vertraut mit den jüdischen Geheimlehren vom tieferen Sinn des
Schöpfungswerkes und der tieferen Bedeutung des himmlischen Thronwagens Gottes.
AGABUS
Ich habe darüber in der Kabbala gelesen.
MARIA
Rabbi Moyses bringt nun die Theologie der Schöpfung in Verbindung mit der Physik des Aristoteles
und die mystischen Geheimnisse vom himmlischen Thronwagen Gottes bringt er in Verbindung mit
der Metaphysik des Aristoteles.
AGABUS
Wie spricht nun Rabbi Moyses über Gott, den er mit dem rechten Auge der jüdischen Geheimlehren
und dem linken Augen der aristotelischen Metaphysik anschaut?
MARIA
Rabbi Moyses gewinnt ein geläutertes Gottesbild, von allen Anthropomorphismen frei. Dann
betrachtet er das Verhältnis Gottes zur intelligiblen Welt und betrachtet schließlich das Verhältnis
Gottes zu den Menschen.
AGABUS
Man spricht doch von Gottes Hand, man spricht sogar von Gottes Gebärmutter.
MARIA
Rabbi Moyses zeigt, dass Gottes Gebärmutter in körperlicher Ausdruck ist für das rein geistige
göttliche Wesen der Allbarmherzigkeit. Wenn eine körperliche Sprache über Gott nicht
übereinstimmt mit dem philosophischen Gottesbild des Einen, der Geist ist, dann muß man die
körperlichen und menschlichen Ausdrücke über Gott philosophisch interpretieren und ihren
geistigen Gehalt herausarbeiten.
AGABUS
Und wen die Rede von den sechst Tagen ist, in denen Gott die Welt erschuf?
MARIA
Nur Narren glauben, dass es sechs Tage von vierundzwanzig Erdenstunden waren. Rabbi Moyses
spricht über die Schöpfungsgeschichte als einem esoterischen Geheimnis, welches die jüdischen
Weisen nur wenigen Wissenden überlieferten.
AGABUS
Was meinst du mit esoterisch?
MARIA
Ich meine weder Gnosis noch Okkultismus noch Aberglauben, was alles Satanismus ist. Ich meine
die tiefere geheimere Bedeutung der Schrift im Gegensatz zu ihrem exoterischen Gewand, welches
die Buchstaben darstellen.
AGABUS
Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig?
MARIA
Ja, der heilige Augustinus stieß sich auch erst an der exoterischen Gestalt der Heiligen Schrift und
suchte deshalb die Weisheit beim Pseudomystizismus der Manichäer, bis der heilige Ambrosius von
Milan dem heiligen Augustinus die esoterische Innenseite der Heiligen Schrift aufschloß. Dazu
verwendet Rabbi Moyses nun die Philosophie, um den geheimnisvollen geistigen Inhalt der
Heiligen Schrift zu erschließen.
AGABUS
Was ist für Rabbi Moyses das Zentrum des Alten Testaments?
MARIA
Das Zentrum der Tora ist der Begriff oder Name Gottes. Rabbi Moyses will den Begriff Gottes
klären. Er verwendet dazu die negative Theologie des Neuplatonismus. Die negative Theologie
besagt, das man von Gott allein sagen kann, was Gott nicht ist. Was Gott in seinem Wesen ist, ist
unergründlich, aber indem man mehr und mehr alles ablegt, was Gott nicht ist, gewinnt man eine
Ahnung, eine mystische Vision von Gott.
AGABUS
Aber die Bibel spricht von Gott doch eher so, als wäre es ein Mann.
MARIA
Rabbi Moyses legt alle Schriftworte, die von Gott so sprechen, als wäre Gott ein Mensch, auf
seinen göttlich-geistigen Sinn aus und bleibt nicht kleben an der Sprache, die in menschlichen
Gleichnissen den Menschen einen Begriff von Gott geben will. Gott ist Geist und besitzt nicht einen
menschlichen Körper, weder den eines Mannes noch auch den einer Frau.
AGABUS
Die menschlichen Begriffe von Gott sind also nur Allegorien?
MARIA
Die allegorischen Begriffe sind nur das Kleid der Bibel, aber der geistige Sinn ist der nackte Leib.
AGABUS
Ist diese geistige Erkenntnis Gottes denn für die Menschen erreichbar oder ist sie allein ein
Geheimwissen für eine Elite von Eingeweihten?
MARIA
Die arabischen Philosophen sagten, der Koran sei für die ungebildete Menge, die Philosophische
Erkenntnis Gottes allein für eine Elite von Wissenden. Rabbi Moyses dagegen forderte von allen
Menschen die Erkenntnis des geistigen Gehaltes der Bibel. Die Philosophie der Weisen dient dem
Volk, den inneren Sinn der Bibel als eines Redens vom geistigen Gott zu verstehen.
AGABUS
Wie kann man aber einen Gott erkennen, der so ganz der absolut Andere zu allem Seienden ist, dass
man von ihm nicht sagen kann, wer er ist, sondern nur, was er nicht ist?
MARIA
Nachdem Maimonides also auf neuplatonische Weise gemäß der negativen Theologie als den
absolut unbeschreiblichen Gott definiert hat, bemüht er sich, Gott nun doch auch positiv zu fassen.
Er meint, das absolute Wesen Gottes sei undefinierbar, aber über die Eigenschaften Gottes, über
Gottes Attribute, lasse sich etwas positives aussagen. Die arabischen Philosophen sagten, wenn Gott
Einer ist und eine absolute Einheit, dann würde der Satz: Gott ist barmherzig, schon eine Zweiheit
behaupten, nämlich Gott und die Barmherzigkeit, und damit wäre die totale Einheit Gottes nicht
mehr gegeben. Wenn wir nun von Gottes Allmacht, Gottes Weisheit, Gottes Schönheit sprechen,
dann kämen wir mit der Vielzahl von göttlichen Hypostasen zur Vielgötterei, da es eine Göttin der
Macht gibt, eine Göttin der Weisheit und eine Göttin der Schönheit, wie bei Homer. Über die
Einheit des Wesens Gottes könne also nichts ausgesagt werden, als: Gott ist Gott.
AGABUS
Wenn diese Einheit des Wesens Gottes also undefinierbar ist und wenn dieser von allen positiven
Bestimmungen entleerte Begriff des Einen als des Gottes der Philosophen in absolutem
Widerspruch zu aller geschaffenen Vielheit steht, wie können die Menschen, die in der Vielheit des
Daseins leben, zu diesem absolut Einen in Beziehung treten und andererseits wie kann der absolut
Eine in Beziehung treten zu der kreatürlichen Vielheit?
MARIA
Das Volk Israel kann einen Gott, zu dem die Menschen nicht in Beziehung treten können, nicht
akzeptieren. Das Volk des alten Bundes Gottes versteht Gott als Gesetz mit ethischen Forderungen.
Die Israeliten erkennen aus der Heiligen Schrift des Alten Bundes Gott als den persönlichen
Herrscher und Vater. Dieser Gott Israels ist gemäß der Torah ein transzendenter Gott. Damit ist die
Selbstständigkeit der Schöpfung gegeben und damit auch die Möglichkeit der philosophischen und
naturwissenschaftlichen Erkenntnis der Schöpfung. Ein Gott der Philosophen als das absolut Eine,
das in keine Beziehung treten kann zur kreatürlichen Vielheit, ist für die Juden nicht akzeptierbar.
Rabbi Moyses will also das biblische Gottesbild der Torah bewahren, wenn er es auch
philosophisch durchdringen und interpretieren will, und will die Vereinbarkeit des biblischen
Gottesbildes mit der Gotteserkenntnis der menschlichen Vernunft beweisen.
AGABUS
Gibt es denn überhaupt Gotteserkenntnis, wenn Gott der Unerkennbare, der Unaussagbare und
Ganz-Andere ist?
MARIA
Rabbi Moyses korrigiert darum auch die neuplatonische Gottesvorstellung von dem vollkommen
Unaussagbaren hin zu dem persönlichen Gott als Herrscher und Vater, wie er ihn gemäß der
Offenbarung der Torah erkennt.
AGABUS
Wenn Rabbi Moyses also über den Gott der Philosophen den Gott Abrahams, den Gott Isaaks, den
Gott Israels stellt, ist dann wieder eine Beziehung wischen Gott und den Kreaturen möglich?
MARIA
Die Tora offenbart Gott als einen Gott des Willens zum Guten, der ethische Forderungen an den
Menschen stellt. Der Mensch ist gemäß der Heiligen Schrift ein Mensch, der gut sein soll, ja, heilig
sein soll. Diese Ethik des Guten als Wille Gottes und als Soll des Menschen verbindet nach Rabbi
Moyses Gott und die Menschen.
AGABUS
Wenn Rabbi Moyses also den Gott des Glaubens über den Gott der Vernunft stellt, gibt es dann
noch eine natürliche vernünftige Gotteserkenntnis?
MARIA
Die natürliche Gotteserkenntnis der menschlichen Vernunft kann die Eigenschaften Gottes an den
Wirkungen Gottes in der Welt erkennen. Die menschliche Vernunft kann Gott als erste Seinsursache
der Schöpfung erkennen und als Wille zum Guten, der dem Menschen gebietet, gut zu sein. Diesem
Gott, der in der Welt und in den Menschen als Schöpfer und als Wille zum Guten erkennbar ist, soll
sich der Mensch nähern so weit es der Abstand zwischen Schöpfer zu Geschöpf zulässt.
AGABUS
Eine vollständige Vereinigung ist also nicht möglich?
MARIA
Im Judentum ist die Vereinigung von Gottheit und Menschheit nicht anerkannt.
AGABUS
Wie nähert sich also der Mensch dem Gott Israels?
MARIA
Der Gott, der an den Wirkungen in der Schöpfung als Seinsursache erkennbar ist und in den
Menschen als Wille zum Guten, dieser Gott ist das Vorbild des Menschen und das Ziel, auf welches
der Mensch hinleben soll.
AGABUS
Gott ist also das Ziel des Menschen. Aber ist der Mensch das Ziel der Schöpfung? Ist die Schöpfung
geschaffen allein um des Menschen willen? Oder ist auch die Schöpfung auf Gott als Ziel hin
geschaffen?
MARIA
Gott ist die Seinsursache der Schöpfung und das Ziel der gesamten Schöpfung. Allerdings ist die
Schöpfung um des Menschen willen geschaffen, darum ist, als der Mensch von Gott abfiel, auch die
Schöpfung gefallen, darum aber wird mit der Erlösung des Menschen auch die Schöpfung erlöst.
AGABUS
Warum ist die Schöpfung überhaupt geschaffen? Muß es notwendigerweise eine Schöpfung geben?
Oder ist es ein freier Willensakt Gottes gewesen, die Welt zu schaffen? Was meint Rabbi Moyses?
MARIA
Rabbi Möyses hält den Zweck der Zwecke für unerkennbar. Er weiß nicht, warum Gott die
Schöpfung und den Menschen geschaffen hat und warum Gott nicht lieber nichts geschaffen hat.
Rabbi Moyses weist auf die Unergründlichkeit des göttlichen Schöpferwillens hin.
AGABUS
Wenn dennoch Gott das Ziel des Menschen ist und das göttliche Vorbild, wie kann der Mensch dann
den unerkennbaren Gott erkennen? Wie kann der Mensch mit Gott in Verbindung treten?
MARIA
Nach Rabbi Moyses ist das absolute eine Wesen Gottes unerkennbar, aber der Mensch kann mit
Hilfe der Gotteserkenntnis die Eigenschaften Gottes erkennen und mit den Hypostasen Gottes
persönlich in Verbindung treten. Indem der Mensch mit einer Hypostase Gott mittels der Erkenntnis
in Verbindung tritt, ist der individuelle Mensch in Verbindung mit dem allerhöchsten Weltzweck.
Rabbi Moyses stellt die geistigen Tugenden des Menschen über die moralischen Tugenden und
erklärt die Gotteserkenntnis zur höchsten Tugend des Menschen, darum sei der Mensch verpflichtet
zum Lernen und zum Studium des göttlichen Gesetzes. Allein durch die geistige Gotteserkenntnis,
die der Schüler aus dem Studium der Tora gewinnt, tritt der Mensch in Verbindung mit den
Hypostasen Gottes und in den Hypostasen Gottes mit dem unerkennbaren Einen.
AGABUS
Rabbi Moyses spricht von der Möglichkeit, den unerkennbaren Gott in seinen Attributen zu
erkennen, den nur negativ zu definierbaren Einen in seinen Attributen dennoch positiv definieren zu
können. Wie definiert nun Rabbi Moyses Gott in seinen Eigenschaften positiv?
MARIA
Er greift auf Aristoteles zurück und nennt Gott das Denken des Denkens.
AGABUS
Gott ist also Logos.
MARIA
Gott ist die Einheit von Denker, Gedachtem und Denken. Das Denken Gottes ist nicht ein Attribut
Gottes, das ihm zukommt, sondern es ist sein inneres Wesen, da das Selbstbewusstsein die höchste
Stufe des Seins ist.
AGABUS
Rabbi Moyses also wählte die negative Theologie nur, um allzumenschliche Gottesbilder vom
transzendenten Vater fernzuhalten, wählte dann aber schließlich doch die positive Bestimmung
Gottes als des Denkens des Denkens?
MARIA
Die negative Theologie führte ihn eben nicht zu dem Irrtum, Gott sei absolute Leere, sondern zu der
Vorstellung, Gott ist der Inbegriff aller Vollkommenheit.
AGABUS
Und dieser Gott, den Rabbi Moyses mit Hilfe der aristotelischen Philosophie definiert als den
Logos, ist er, wie in der Bibel, der Schöpfer? Oder ist die Welt etwa von Ewigkeit, wie die
arabischen Aristoteles Kommentatoren behaupteten?
MARIA
Rabbi Moyses sagte, dass die Frage von Weltschöpfung oder Weltewigkeit philosophisch
unentschieden sei, dass er aber die Lösung der Frage akzeptiere, die die Propheten überliefert
haben, da die jüdische Prophetie Dinge erklärt, zu denen die spekulative Vernunft des Menschen
allein nicht gelangen kann. Nachdem der Standpunkt der Propheten, Gott sei der Schöpfer der Welt,
von Rabbi Moyses angenommen worden ist, bemüht er sich, mit Hilfe der Philosophie die
Überlegenheit des prophetischen Standpunktes zu beweisen.
AGABUS
Die Philosophie steht also unter der Offenbarung.
MARIA
Aber Rabbi Moyses rationalisierte den Glauben an den Gott Israels. Seine nüchterne Logik ist fern
von der Poesie des Alten Testaments und auch fern von den mystischen Spekulationen der Kabbala.
Der heilige Thomas aber verwandte die Argumente des Rabbi Moyses in seiner Schrift gegen die
Philosophie der arabischen Heiden.
AGABUS
Ich bin begierig, auch über den engelgleichen Thomas von dir zu lernen.
MARIA
Jetzt nimm erst einmal deinen Sommerurlaub, lies fleißig in der Bibel, und wenn du wiederkommst,
wollen wir wieder in den philosophischen Kindergarten gehen und von Thomas reden.

IM GARTEN DER ZÄRTLICHKEIT

Weißer sind und schätzereicher


Als die aufgeblasnen Zelte
Eines Fürsten deine Brüste,
O Geliebte, deine Brüste
Sind die Zelte meiner Liebe.
Wenn ich mich verberge mittags,
In dein Haar berg ich mein Antlitz.
Deine Augen, meine Freude,
Venussterne deine Augen,
Welche meine Nacht erleuchten.

Müsst ich eines Tages hören,


Daß ein andrer Mann geschlafen
In den schönen schwarzen Haaren
Und dass deine Venusaugen
Einen andern Mann erleuchtet,
Fluchte ich die schlimmsten Flüche!
Hure! Gift will ich nicht kaufen,
Aber meine Pfeife blasen,
Blasen, meine Hunde rufen!

Die Gazelle will ich fangen,


Schmücken sie mit Perlenketten!
Ich bin eine Silberperle,
Tropfen, ach, in deinem Abgrund!

Diese Grille ist doch harmlos,


Alles spürt sie auf im Garten.
Heute Abend schlief die Grille
Stille unter der Zypresse.
Eine Grille seh ich sitzen
In den Haaren der Geliebten,
Liebeslieder singt die Grille:
Meine beiden Polo-Kugeln!
Hör mir zu, gekrönte Göttin,
Meine Wurzel ist verborgen
In dem Moos der Schwarzen Erde!

In der Stunde meines Todes


Will ich deinen Namen stöhnen
Und den Namen deines Gartens
Und den Namen deines Schlosses:
Lustschloß meiner schönsten Nächte!

O die Paradieses-Waldung,
Nimmer kann ich sie vergessen,
Sündige Erkenntnisbäume
In dem Garten meiner Eva.
Unter ihren Achseln schmeckte
Ich die Tränen meiner Freude.
Einen samtnen Rasenteppich
Hab ich lieber, o Geliebte,
Als rasierte Rasenflächen.
Gärtner bin ich in dem Garten,
Ackermann des Ackerbodens
In dem Garten meiner Eva.
Ja, die Melodie der Quelle
Zu dem Fuß des Thrones Gottes
Scheint mir schöner nicht als jene
Quelle deiner Felsenspalte!

Jetzt, wo ich gegangen, Liebste,


Bist du noch in deinem Garten?
Ach, du schenkst mir feuchte Träume
Von der Quelle deines Gartens.
Meine Trauer, meine Wonne!
Doch was sagst du, o Geliebte,
Würdest du den Traum erraten,
Den ich hellwach für dich träume?

Eines Abends war ich bei dir,


Unter deinem Lebensbaume
Sah ich dich ganz nackig, Eva!

An dem Himmel stand die Jungfrau,


Als ich dich zum ersten Male
Mit dem ersten Küsschen küsste!
Und als die Plejaden standen
Im Skorpione, o Geliebte,
Gabst du mir zurück mein Küsschen!

Meine Vielgeliebte sagte:


Inkarnierte Engel haben
Solche grünen Mandelaugen!
Ich sprach zu der Vielgeliebten:
In dem Himmel deiner Augen
Seh ich tausend Galaxieen!

Du bestreue mich mit Rosen,


Balsamiere meinen Körper
Für den Schlaf im Schoß der Erde!

Heute in der Nacht der Himmel


Loderte im Brand der Sterne.
Meine Vielgeliebte sagte:
Denkst du, dass im Garten Eden
Schöner war die Erste Rose
Als die Rose Meiner Schönheit?

Stille in dem Schatten sitzend,


Streichelte ich ihre Schenkel,
Weißer als der Luna Schimmer,
Luna selbst noch Demut lehrend.

Ha! Mein Bruder Wissenschaftler


Kennt die Stellungen der Sterne,
Weiß vom Schweife des Kometen!

Was sagt denn der Wissenschaftler


Mir von seinem Eheweibe,
Diesem Kältetod des Weltalls?

Tausendmal davongegangen,
Tausendmal zurückgekommen.
Doch jetzt weiß ich, wenn ich gehe,
Werde bald ich wiederkommen.

Doch ich mag nicht diesen Wechsel,


Dieses Werden und Vergehen.
Wehe! Wenn sie sterben würde,
Würde ich vor Sehnsucht sterben!

Habe ich bei dieser Marter


Einer ewigen Umarmung
Gar befleckt den Frauenkörper?

Bei der Scham! Hab ich nicht Stärke,


Endlich ganz mich loszureißen
Von dem Weibe, dass mich martert,
Weil ihr Körper ist ein Wunder?

Sie versteifte ihren Nacken,


Heute war sie wieder trotzig!
Licht verklärt in ihren Augen,
So ein wunderschöner Schimmer,
Warf ich mich auf ihre Lippen,
Um mich selber zu ermorden!
Oh die deliziösen Küsse!
Als sie drohte, fortzugehen,
Lag sie faul in ihrem Sessel.
Als ich ihr mit Selbstmord drohte,
Sang sie nur ein freches Spottlied:
Wer wird Feuerrosen heilen?

Ach, ich leb mit meiner Schande


Und ich warte auf die Stunde,
Da ihr Körper unvergleichlich
Sich entblättert wie die Rosen!

Meine Vielgeliebte sagte:


Nicht verdient hab ich die Liebe!

Ihre langen schwarzen Haare


Wollte ich mit meinen Händen
Breiten über ihre Schultern,
Sie hat mich zurückgestoßen!

Meine Vielgeliebte sagte:


Liebe ist ein Krieg, Geliebter,
Ritter! Würdest du bereit sein,
Lieblos einst zu triumphieren?

Wie verächtlich sie mich ansah!


Sich zurückzog in den Schatten!
Ihre Augenblitze trafen
Meine Augen – Tränenschauer!

Wieder sagte die Geliebte:


Nicht verdient hab ich die Liebe!
Warum sollt ich mich verlassen,
Deinen Armen hingegeben?
Wer da trägt der Liebe Fahne,
Sei ein Krieger wie ein Panther!
Trägt da einer mehr der Wunden
Als du trägst an deinem Herzen?
O Magie! Wirst du dich fürchten
Vorm Martyrium der Liebe?

Zärtlich nahm ich ihre Hände,


Flüsterte in ihre Ohren:
May be, blessed virgin Mary...

Da erschien die Morgenröte!


Eifersüchtig! Will Aurora
Kommen lassen nicht die Sonne?
Darf ich nicht ihr Lächeln sehen?

Ihre Hände hielten meine


Und sie wiederholte leise:
Nicht verdient hab ich die Liebe!
Wie denn könnte ich dich stillen,
Sättigen den Liebeshunger?
O Geliebte, wisse, wisse,
Daß ich bin ein Überwinder!

In der Ferne blies ein Hirte


Leise seine Knochenflöte
Und ich sagte zu dem Hirten:
Hör, wie ich die Flöte blase!

Liebe! Wir Erschöpften stöhnend,


Stöhnend wie die Totenstille!
Unsere Armeen kämpften!
Wer wird kämpfen für die Liebe?
Zwischen uns des Todes Stille!
Krieger wir des Liebeskrieges!
Unsre Küsse – unsre Schwerter,
Unser Keuchen – unsre Wunden,
Unser Pochen in den Venen
War das Donnern der Raketen!
Dicht und dichter an mich pressend
Hielt ich die Geliebte fest wie
Die zerrissne blaue Fahne.

DON JUAN IM HAREM

nach Lord Byron

Der Eunuch Abba schaute Don Juan an und sagte: Sei so gut und kleide dich selbst an, und zeigte
auf ein Kleid, in dem eine Prinzessin sich wohlgefühlt hätte mit ihren Gliedern. Aber Don Juan war
nicht in der Stimmung, sich zu maskieren, er gab dem Kleid einen Tritt mit seinem christlichen Fuß.
Und als der alte Neger Abba zu ihm sagte: Mache dich bereit, sagte Don Juan zu ihm: Alter Herr,
ich bin keine Frau!

Was du bist, interessiert mich nicht, sagte Abba, aber bitte, tu was ich von dir verlange. Ich habe
keine Zeit und keine Worte zu sparen. Don Juan sprach: Wenigstens will ich den Grund für diese
Travestie erfahren. Sei nicht albern, sagte Abba, die Zeit wird es offenbaren. Ich habe nicht die
Autorität, dir den Grund zu nennen.

3
Wenn ich mich schon als Frau verkleiden muß, dann möchte ich lieber sein die... Halt, sagte Abba,
der Neger, provoziere mich nicht! Dein Geist ist gut, aber er schmilzt so schnell. Du wirst finden,
dass wir zu Scherzen bereit sind. Warum, sagte Juan, soll ich meinen Sexus mit diesem Kleid
verleugnen? Aber Abba schlug alle Widerrede nieder und sagte: Widersprich mir nur, dann ruf ich
jene, die dafür sorgen, dass du gar kein Geschlecht mehr hast (no sex at all!)

Ich biete dir eine Menge Kleider an, Frauenkleider, aber es gibt Gründe, warum du sie tragen sollst.
Was, sagte Juan, wenn ich nicht das richtige Kleid finde? Was soll ich mit all diesen
Gazekleidchen? Gaze, so nannte er den allerfeinsten, transparenten Stoff, den je eine Jungfrau-Braut
bei ihrer Hochzeit trug.

Seufzend schlüpfte Don Juan aus seiner Hose und wurde gegürtet mit einem Jungfraun-Gürtel, der
gürtete ein leichtes weißes Kleidchen, weiß wie Schaum, ein Petticoat –

So trug er sein neues Kleid und fühlte sich schrecklich, aber er machte weiter mit seiner Toilette,
der Neger Abba half ihm ein wenig, aber einige Teile saßen zu eng. Zuletzt steckte Juan seine
Hände in lange weiße Damenhandschuh und wandelte auf und ab.

Ein Problem aber blieb: Don Juans Haar war nicht lang genug, aber Abba fand eine herrliche
Perücke, so dass Don Juans Haupt bald mit der prächtigsten Mähne gekrönt war, ganz nach der
Mode frisiert. In seinen Haaren steckten goldbesetzte Spangen. Abba kämmte ihm die Haare und
salbte ihm das Haupt.

Nun feminin arrangiert, mit Maskara, Lippenstift und Rouge verschönt, sah er aus wie ein hübsches
Mädchen. Abba lächelte entzückt und sagte: Sie sehen, mein Herr, dies ist eine perfekte
Transformation. Nun komm mit mir, mein Herr, das heißt, komm, meine Herrin! Abba klatschte
dreimal in die Hände und sofort standen vier Neger an seiner Seite.

Du, sagte Abbas zu Master Jonson, wirst diese vier schwarzen Neger zum Essen begleiten, aber du,
Don Juan, du würdige christliche Nonne, du folgst mir. Kein Zögern, denn wenn ich etwas gebiete,
so soll es sofort geschehen. Hab keine Angst. Dies hier ist keine Löwenhöhle. Nein, dies ist ein Ort,
wo die wahrhaft Weisen antizipieren das Paradies!

10

Du Narr, keiner will dir was Böses! Don Juan sprach: Um so besser für sie, denn sonst fühlten sie
die Kraft meines rechten Arms, der nicht so schwach ist, wie du vielleicht denkst. Nun, ich
gehorche, aber bald breche ich diesen Zauber, so dass, zu jedermanns Heil, diese Verkleidung zu
keinen peinlichen Missverständnissen führt.
11

Sturkopf, komm und sieh, sagte Abba, während Don Juan sich an seinen Kameraden Master Jonson
wandte, der kaum anders konnte, als zu lächeln über diese Metamorphose seines Freundes.
Lebewohl, sagten sie zueinander, dies hier scheint fruchtbar zu werden in neuen seltsamen
Abenteuern. Master Jonson als Moslem verkleidet und Don Juan als Mädchen durch diesen alten
schwarzen Magier, den wir nicht um Hilfe gebeten haben!

12

Lebewohl, sagte Don Juan, und wenn wir uns nicht wiedersehen sollten, wünsche ich dir einen
gesegneten Appetit! Lebe auch du wohl, sagte Master Jonson, obwohl ich traurig bin, aber wir
müssen folgen, wenn die Schicksalsgöttin uns an den fatalen Lethe-Strand ruft! Bewahre dir einen
guten Namen, obwohl einst gefallen Eva - - Nein, sagte Don Juan, der Sultan kann uns nicht in
Versuchung führen, wenn auch Seine Hoheit versprochen, mich zu heiraten.

13

So schieden sie von einander durch verschiedene Türen. Abba führte Don Juan weiter durch
verschiedene Räume, sie glitschten durch Galerien mit Marmorboden, bis ein gewaltiges Portal in
der Ferne erschien. Da duftete ein betörendes Parfüm. Es war, als kämen sie ins Allerheiligste, denn
alles war still, heilig, göttlich.

14

Die Pforte war hoch und breit, von vergoldetem Kupfer, und verziert mit den seltsamsten
Darstellungen: Krieger führten schreckliche Kriege, hier trat der Triumphator dem Feind auf den
Nacken, Gefangene heulten Tränenströme, in der Ferne flohen feindliche Heerscharen. Es schien
ein Werk aus der Zeit zu sein, da Konstantinopel noch römisch war.

15

Dieses massive Portal war der Eingang in eine große Halle. Zu Seiten saßen zwei Zwerge, die
kleinsten, die du dir denken kannst, wie Zwillinge vereint. Sie schienen die riesige Pforte zu
verspotten durch ihre Kleinheit, da das Portal stolz wie eine Pyramide war. Aber die Pforte war so
herrlich in all ihrer Form, dass du nicht dachtest an die beiden winzigen Zwillingszwerge.

16

Die Aufgabe der winzigen Zwillingszwerge war, die gewaltige Pforte zu öffnen. Das konnten sie,
denn die Tür hing in ihren Angeln so geölt, sie glitt so sanft wie Schwankes Reime. Außerdem
trugen die beiden Zwillingszwerge Pfeil und Bogen über den Schultern, um unberufene
Eindringlinge abzuschießen.

17

Die Zwillingszwerge verständigten sich nur mit Zeichensprache, sie sagten kein Wort. Sie schauten
jeder wie ein Inkubus, als Abba ihnen gebot, die mächtige Pforte zu öffnen. Don Juan war
erschrocken vor diesen Zwillingszwergen, die ihn einen Augenblick anschauten wie die Schlange
das Kaninchen hypnotisiert. Es war, als ob ihre magischen Augen jeden verzaubern oder vergiften
könnten.
18

Bevor sie eintraten, gab Abba dem Don Juan noch einmal wichtige Lehren als sein Seelenführer. Du
hast noch etwas Männliches an dir und gehst so breitbeinig mit großen langen Schritten, das musst
du dir abgewöhnen. Mach kleine trippelnde Schritte und bewege dabei dein Becken reizend hin und
her!

19

Sonst werden dich diese Wächter töten, denn sie haben Augen wie Nadeln, die dein Petticoat
durchbohren können! Und wenn sie deine Maskerade durchschauen, nun, du weißt, wie nahe der
Bosporus ist, in dem sie dich ersäufen werden.

20

Nun führte Abba den Don Juan in einen Raum, der noch herrlicher war als der vorige. Konfus lag
der Reichtum umher, dass das umherschweifende Auge kaum etwas von der Stelle bewegen konnte.
Objekt um Objekt von blitzender Herrlichkeit, eine betörende Menge von Edelsteinen, Gold und
Silber und allerlei glitzerndem Flitter.

21

Reichtum hat Wunder getan, der gute Geschmack weniger. Solche Dinge findet man in Palästen des
Orients und selbst in manchen keuschen Domizilen westlicher Könige (von denen ich sechs oder
sieben gesehen habe). Ich kann sagen, dass Gold und Diamanten großen Glanz geben, aber da muß
man auch vieles verzeihen, schlechte Götterstatuen, wacklige Tische, kaputte Stühle, obszöne
Gemälde.

22

In dieser Imperialen Halle lag eine Dame in der Ferne unter einer Decke auf eine königliche Weise.
Abba stand still vor ihr und bedeutete Don Juan, niederzuknien. Don Juan war es nicht gewöhnt,
anbetend niederzuknien, aber jetzt drängte ihn sein Instinkt, niederzuknien vor dieser Dame,
obwohl sein Verstand sich wunderte, was das alles zu bedeuten habe. Abba aber neigte sein Haupt
und berührte mit der Stirn den Boden, bis die Zeremonie beendet war.

23

Die Dame erhob sich mit einer Aura wie Venus, als sie tauchte aus dem Mittelmeer, und schaute die
beiden Männer an. Ihre beiden aphrodisischen Augen glichen den Augen einer Antilope,
überstrahlend alle Edelsteine. Sie erhob ihren Arm, der schön war wie das Licht der Luna, und
zeigte auf Abba, der den Saum ihrer scharlachroten Robe küsste, dann sprach sie leise und zeigte
auf Don Juan, der noch vor ihr kniete.

24

Ihre Gegenwart war so lieblich wie ihre Kleidung. Ihre Schönheit war von überwältigender Macht,
deren Gewalt unbeschreiblich ist. Ich überlasse es deiner eigenen Phantasie, dir diese Dame zu
evozieren. Wenn ich sie dir erscheinen ließe, würdest du geblendet erblinden. Zu deinem Glück also
versagt mir die Sprache.

25
Das will ich noch sagen: Sie war von reifem Alter, das heißt, wohl schon sechsundzwanzig Jahre
alt, aber es gibt Figuren, die von der Zeit unberührt bleiben. Die Zeit wendet ihre Sense lieber an
ordinäre Gestalten. So erging es auch Maria, der Königin von Schottland. Wahrlich, Tränen und
Liebe zerstören uns und der Jammer wringt allen Zauber aus dem Zauberer. Aber manche werden
niemals schlecht, zum Beispiel Ninon de l’Enclos.

26

Sie sprach einige Worte zu ihren Wärterinnen, einem Chor von zehn oder zwölf Mädchen, alle
gleich gekleidet. Don Juan trug auch dieselbe Uniform, wie Abba sie für ihn ausgesucht hatte. Sie
sahen wirklich aus wie Nymphen, wie Cousinen der Jungfrau Diana, so weit wie das Äußerliche
jungfräulich war, was das Innere betrifft, weiß ich nichts davon zu sagen.

27

Die Mädchen verneigten sich vor der Herrin und gingen, aber nicht durch jene Tür, durch die Abba
und San Juan hereingekommen waren. San Juan stand voller Bewunderung da in einiger Entfernung
und staunte alles an, was er in diesem Saal sah, alles wie geeignet, Wunder und Lobpreis zu
inspirieren. Ich muß sagen, ich konnte nie ein großes Glück darin erkennen, nichts zu bewundern.

28

„Nichts zu bewundern, ist die einzige Kunst, die ich kenne“ (Ja, mein Freund, einfache Wahrheit
braucht nur wenige Worte) „um Männer glücklich zu machen oder im Glück zu erhalten“. Das
schrieb Horaz vor langer Zeit, wie wir wissen, und Pope übersetzte das. Aber hätte keiner
bewundert, hätte Horaz dann gesungen und Pope übersetzt?

29

Abba, als die Mädchen gegangen waren, forderte San Juan auf, wieder niederzuknien und den Fuß
der Herrin zu küssen. Als San Juan das hörte, erhob er sich zu seiner vollen Höhe und sagte
männlich: Ich küsse keinem Menschen die Füße, nur dem Papst!

30

Abba war verlegen von diesem Stolz zur falschen Zeit und murmelte (aber es war beiseite
gesprochen) etwas von Pfeil und Bogen, doch vergeblich. San Juan würde sich nicht niederwerfen
und wäre es auch vor einer von Mohameds Bräuten. Nichts ist so wertvoll wie Etikette, sowohl in
imperialen Sälen als in ländlichen Hütten.

31

San Juan stand da, wie Abba, mit einer Welt von Worten um seine Ohren. Das Blut all seiner
spanischen Väter wallte in seinen Venen, und lieber, als sich zu ergeben, hätte er sich von tausend
Schwertern tausend Tode geben lassen. Als Abba sah, dass es mit dem Füßeküssen nichts würde,
forderte er ihn auf, der Herrin höfisch die Hand zu küssen.

32

Das war ein ehrenwerter Kompromiß, eine diplomatische Vermittlung, wo sie sich auf freundliche
Weise treffen könnten. San Juan zeigte sich willig, all seine höfische Ehrfurcht auszudrücken auf
minnigliche Weise und sagte, dies sei das Beste, denn der Süden gebietet den Männern, den Damen
die Hand zu küssen.

33

Und so folgte er, wenn auch mit etwas grimmiger Gnade, obwohl er nie eine adligere,
aristokratischere Hand gesehen als diese langen schlanken Finger einer feinen Hand. Auf diese
aristokratische Hand drückte er die Spur seines Küssens, obwohl er etwas zu feucht küsste. So wird
es dir auch ergehen, wenn jene Frau, die du liebst, dir erlaubt, ihre Hand zu berühren. Und
manchmal selbst eine vorübergehende Fremde gefährdet eine zehnjährige Treue.

34

Die Dame betrachtete San Juan und schaute ihn von oben bis unten an. Dann bat sie Abba, sich
zurückzuziehen, und der schwarze Sklave gehorchte. Er flüsterte San Juan noch etwas zu, er solle
sich nicht fürchten, und schaute auf San Juan mit der Zufriedenheit eines Menschen, der eine gute
Tat getan hat.

35

Als Abba gegangen war, war alles anders. Ich weiß nicht, was die Herrin dachte, aber über ihren
Brauen blitzte ein finsterer Tumult und auf ihre weißen Wangen kam das Blut, blutrot wie
Sommersonnenwolken am Abendhimmel. In ihren großen Augen sensationelle Gefühle, halb
wollüstig, halb gebieterisch.

36

Ihre Form hatte alle Sanftmut des femininen Sexus, ihr Körper die ganze Süßigkeit des Teufels, als
er die Gestalt eines Seraphs annahm, um Eva zu verführen und verlockte sie (Gott weiß wie) auf die
Straße des Bösen. Die Sonne selbst war nicht so fleckenlos wie sie, von der sich das Auge nicht
abwenden konnte. Aber irgendwie fehlte etwas, da sie mehr zu gebieten schien als gnädig zu
gewähren.

37

Irgendetwas Hässliches zog durch alles, was sie tat, wie eiserne Ketten, die sie dir über den Nacken
werfen will. Begeisterung selbst erscheint als Schmerz, wenn dir der Despotismus erscheint. Unsere
Seelen sind frei! Vergeblich gehorchen wir dem Fleisch im Widerstreben gegen unsere Seele – der
Geist geht am Ende doch seinen Weg.

38

Ihr Lächeln war mächtig, aber auch süß. Sie war Eigenwille selbst in ihren Füßchen, als wüssten
selbst ihre Füßchen, dass sie Herrscherin war. Diese Füßchen waren es gewohnt, auf Nacken zu
treten. Um sich zu vervollkommnen, trug sie einen mächtigen Gürtel, der sie als Ehefrau des
Sultans auswies (Gott sei Dank – nicht meine Ehefrau!)

39

Zuhören und gehorchen! Dies war von Jugend an ihre gewohnte Umgebung, ihr Gesetz. Alle ihre
Phantasien zu erfüllen, die ihr Spaß und Lust versprachen, war die größte Freude ihrer Sklaven, und
ihr Wille, ihr Blut schlug hoch, aber sie schien nicht von dieser Welt zu sein. Urteile selbst, ob sie
nicht Capricen haben muß! Wäre sie Christin, wir hätten bestimmt das Perpetuum mobile erfunden.

40

Was immer sie sah und begehrte, ward ihr gebracht. Was immer sie nicht sah, aber sehen wollte,
wurde gesucht, und wenn gefunden, sofort zu ihr gebracht. Da war kein Ende der Dinge, die sie
haben wollte, und nicht ein Ende des Ärgers, den ihre Phantasie erregte. Aber ihre Tyrannei hatte
solch eine Anmut, die Frauen verziehen ihr alles, außer der Schönheit ihres Angesichts.

41

Juan war das letzte ihrer Spielzeuge. Sie warf ein Auge auf ihn. Sie hatte direkt geboten, ihn zu
kaufen. Abba besaß mehr Klugheit als sie und darum stand Juan jetzt in Frauenkleidern vor ihr.

42

Seine Jugend begünstigte seine Verkleidung. Fragt ihr euch, wie sie als Sultansgattin sich solchen
Spaß erlauben konnte, nun, das muß seine Sultana selbst entscheiden. Kaiser sind in den Augen der
Frauen auch nur Männer, und Fremde werden oft mystisch fixiert, wie wir alle wissen, einige aus
eigener Erfahrung, andere aus Büchern.

43

Aber zur Hauptsache, was wir sagen wollen – Sie meinte nun, alle Schwierigkeiten wären beiseite
geräumt. Sie meinte, sie hätte sich sehr weit herabgeneigt, als sie mit aller Power und Passion ihrer
blendenden Augen einen Blick auf Juan warf und zärtlich fragte: Christ! Kannst du lieben? Sie
meinte, diese Phrase wäre genug, ihn zu bewegen.

44

Und so war es auch, angesichts der Zeit und des Ortes. Aber Juan dachte noch an die griechische
Nymphe, die er kurz zuvor in Zypern genossen hatte. Er fühlte sein warmes Blut durch sein Haupt
strömen, zurückfließen in sein Herz, und sein Antlitz war blass und bleich. Ihre Worte durchbohrten
ihn wie türkische Krummdolche! Er konnte nicht sprechen, nur weinen.

45

Sie war geschockt. Nicht wegen der Tränen, Tränen schocken Frauen nicht. Denn Frauen können
nach Belieben Tränen vergießen, wenn sie es gerade gebrauchen können. Aber das ist etwas, wenn
die Augen eines Mannes feucht werden. Die Tränen der Frauen fließen wie Wasser aus einer Quelle.
Aber um einen Mann zum Weinen zu bringen, musst du ihm schon das Herz durchbohren! Für
Frauen sind Tränen ein Genuss. Für uns Männer sind Tränen eine Peinigung!

46

Sie hätte ihn gerne getröstet, aber sie wusste nicht wie. Da sie nicht ihresgleichen hatte, hatte sie
auch nie Mitleid oder Mitgefühl mit einem andern Menschen empfunden. Sie kannte auch keinen
peinigenden Schmerz, nur leichte Sorgen huschten manchmal über ihre Brauen. Sie wunderte sich
nur, wie ein Mann, der ihr so nah sein durfte, in Tränen ausbrechen konnte.

47
Aber die Natur lehrt mehr als die Macht. Und wenn sie ein starkes Gefühl bewegt, sind Frauen
genial. Von welchem Volk auch immer, sie haben immer Wein und Öl wie die Barmherzigen
Samariterinnen. Und so fühlte Sultana, sie wusste selbst nicht wie, in ihren Augen feuchte Tränen
des sympathischen Mitgefühls.

48

Aber auch das Weinen hört auf, wie alles einmal aufhört. Als sie Juan gefragt hatte, ob er lieben
könne, musste er weinen, denn er dachte, wie er geliebt hatte. Aber nun kehrte die stoische
Seelenruhe zu ihm zurück. Seine Augen leuchteten. Und obwohl er empfänglich war für
Frauenschönheit, fühlte er doch allzu deutlich, dass er nicht frei war.

49

Sultana geschah das zum ersten Mal im Leben. Sie dachte ja, dass sie Tutor wäre und dass sie Juan
unterrichtete in der Schule der Liebe, wie ein Rendezvous und wie ein Tete-a-Tete zu geschehen
haben und so weiter... Nun aber sollte sie Märtyrerin der Liebe werden? Ach, und es war schon eine
Viertelstunde vergangen, ohne dass etwas passiert war!

50

Ich rate allen Ehrenmännern, die richtige Zeit zu beachten. Wie verhält man sich in südlichen
Ländern? Im Norden gibt es genaue Regeln, zum Beispiel für die Fuchsjagd, da muß man sich auch
genau an die Regeln halten. Aber hier im Süden ist ein kleines Vergehen schon ein großes Unglück.
Nimm dir zwei Minuten, deine Liebe zu erklären, wenn du dann noch länger redest, hast du deinen
Ruf als Liebhaber verloren!

51

Juan war ein guter Liebhaber, aber er hätte besser sein können, wenn er nicht seine vorherige
Jugendliebe im Kopf gehabt hätte. Merkwürdig, er konnte sie nicht vergessen, darum war er jetzt
bei Sultana ein wenig schlecht gelaunt. Sultana aber sah auf Juan, als wäre er ihr Schuldner, weil sie
ihn in diesen Palast eingeführt hatte. Sie errötete, dann erblasste sie, dann errötete sie wieder.

52

Auf kaiserliche Art legte sie ihre Hand auf seine und sah voll Liebe in seine Augen und suchte nach
Gegenliebe – aber sie fand in seinen Augen keine Gegenliebe! Da warf sie sich einfach an seine
Brust und presste an seine Brust ihre Brüste!

53

Sie wollte ihn nur prüfen, dachte Juan. Sein Wille war gestählt durch vielen Schmerz, Zorn und
Stolz! Zärtlich löste er ihre weißen Arme, die ihn umschlangen. Dann ließ er sie sich neben ihn
niedersetzen. Er erhob sich und schaute strahlend umher und sah kalt in ihr Gesicht und rief: Der
gefangene Adler wird sich nicht paaren und Ich diene nicht einer Sultana sinnlichen Phantasien!

54

Du fragtest, ob ich lieben könne? Ich beweise dir heute, wie sehr ich geliebt habe und dass ich dich
nicht liebe! Diese prächtigen Kleider sind nichts als Tand für mich! Liebe gibt es nur in Freiheit!
Mich beeindruckt dieser Palast nicht. Deine Macht scheint groß, und ob dir sich auch Knie beugen,
Sklaven dir dienen, deine Füße geküsst werden, mein Herz gehört dennoch mir!

55

Das ist eine einfache Wahrheit, ihr aber unbekannt. Sie dachte, ihr Befehl wäre die höchste Freude
aller. Die Erde sei allein für Tyrannen wie sie. Ob das Herz links oder rechts im Busen schlage,
davon verstand sie nichts.

56

Aber, wie gesagt, sie war sehr schön. Selbst wenn sie arm gewesen wäre, hätte sie ein Königreich
ruinieren können. Sie hatte einigen seltenen Charme, ja, sie war eine ganz besondere Zauberin. Sie
dachte, ihr Zauber gäbe ihr ein göttliches Recht. Und so denke ich übrigens auch über mich...

57

Denkt euch Suleika, Potiphars Weib, gestochen vom Stachel in der Hundstagshitze, wie sie dem
keuschen Josef die Kleider vom Leibe reißen wollte! Aber die keusche Jungfrau Josef wies die
lüsterne Dirne einfach kühl zurück! Oder denkt an Phädra, wie sie gepeitscht von Aphrodite über
die keusche Jungfrau Hippolith herfallen wollte! Aber die keusche Jungfrau Hippolith wollte sich
nicht paaren mit der Begierbesessenen! Wie es Suleika und Phädra ging, so ging es auch meiner
Sultana!

58

Juan ging nun mit den Odalisken weiter, den liebreizenden Odalisken, die auf das gegebene Signal
hin in ihren Bereich gingen. Zwar war es riskant, was er unternahm, aber er konnte sich nicht
versagen, alle ihre Reize zu bestaunen, die Reize der Brüste! Die Reize der Popos!

59

Er vergaß jedoch nicht, dass er als Frau verkleidet war. Sie gingen nun durch die Galerien von
Raum zu Raum, eine Schar von Jungfraun, nur begleitet von Eunuchen. Eine Matrone sorgte für
Disziplin unter den Jungfraun. Ohne die Erlaubnis der Matrone scherte keine aus der Prozession der
femininen Schönheiten.

60

Diese elftausend Jungfraun sahen keine Männer, abgesehen von ihrem König und Herrn. Sie waren
bewacht von den Kastraten und den hohen Mauern, und im Innern dieser heiligen Hallen war es so
kühl wie in einem französischen Karmel-Kloster, wo all die Passion der Liebe, ach, ach, nur Einen
einzigen Ausfluss kennt.

61

Und welches ist dieser Ausfluss? Devotion! Ohne Zweifel, Devotion! Wie könnt ihr fragen? Nun,
dieser Fluss von Frauen aller Völker floss wie ein Bach, leise und klar, wie weiße Lotosblumen auf
einem stillen Fluss oder weiße Seerosen auf einem Teich, so wandeln sie langsam, jungfräulich und
melancholisch.

62
Als sie ihre eigenen Zimmer erreichten, da wurden sie so ausgelassen wie Vögel, Knaben oder
Psychotiker oder wie irgendwelche Frauen, von denen die Fesseln gefallen waren, oder wie Iren bei
einem Tinkerpony-Rennen. Die kastrierten Eunuchen-Wächter waren jetzt gegangen. Da war es
klar, die Jungfraun fingen an zu singen, tanzen, plaudern, spielen, lachen!

63

Ihr Gespräch drehte sich natürlich um die Neue, um ihre Kleidung, ihr Haar, ihre Aura, ihr gewisses
Etwas! Einige meinten, diese Kleidung passe nicht zu ihr, oder andere fragten, warum sie keinen
Ohrring trage. Einige meinten, ihr Lebensalter habe bald den Sommer erreicht, andere sagten, sie
sei noch ganz in ihrem Frühling. Einige meinten, sie habe eine männliche Größe in der Gestalt,
andere wünschten, ach, wäre sie doch nur ein Mann!

64

Aber keine zweifelte daran, dass sie, wie ihre Kleider zeigen, ein schönes Mädchen war, ein frisches
und außerordentlich hübsches, die sich mit den schönsten Georgierinnen vergleichen konnte. Sie
wunderten sich, wie die Herrscherin Sultana so ein Mädchen dulden könnte, denn es bestand doch
die Gefahr, dass der Herr sich dieses Mädchen zu seiner Braut erwähle und ihr seinen Thron
schenke und alles andere auch.

65

Aber seltsam, diese Schar von Jungfraun, je länger sie die Neue vexierten, desto weniger Flecken
fanden sie an der neuen Schönen. Sie fühlten eine geheime sympathetische Magie, eine
Seelenverwandtschaft, einen mystischen Magnetismus, ein waltendes Dämonisches – wir wollen
nicht darüber streiten.

66

Sie fühlten alle für ihre neue Genossin eine Art von reiner sentimentaler Freundschaft durch und
durch, von extremer Reinheit. Sie wünschten alle sich diese Neue zur Schwester. Einige wünschten,
sie hätten einen Bruder wie diese. Hätten sie in der Heimat Cirkassia einen solchen Bruder, sie
hätten ihn zu ihrem Pascha ernannt.

67

Von denen, die den höchsten Genius für solche Art von sentimentaler Freundschaft hatten, waren
drei: Lilith, Karima und ein Mädchen, das sich Herr Toto nannte. Um die ausführliche Beschreibung
zu sparen, sie waren alle drei außergewöhnliche Schönheiten, und alle drei bewunderten ihre neue
Genossin.

68

Lilith war lasziv wie Indien und auch so bengalisch-feurig. Karima kam aus Georgien, war weiß
und rot, hatte blaue Augen, zärtliche Hände und kleine Füße. Herr Toto war so gebaut – wie
geschaffen fürs Bett! Herr Toto war irgendwie lässig, lasziv, sinnlich, von einem Liebreiz, der dich
wahnsinnig macht!

69

Wie die schlafende Venus von Giorgione oder Tizians Venus von Urbino, so war Herr Toto. Sie war
geeignet, dir deinen Schlaf zu ermorden, wenn du ihre transparente weiße Jadehand betrachtest, ihr
antikes Marmorantlitz. Ihre Nase – gleich der Nase der knidischen Venus! Etwas schlanker hätte sie
sein können, das ist wahr, aber kaum sinnlicher zu denken, kaum lasziver zu phantasieren! Alles in
allem könnte keiner sagen, wo noch irgendein femininer Zauber fehlte.

70

Sie war nicht auf gewaltsame Art lebendig, nein, sie glich dem Morgenlüftchen am ersten Mai. Ihre
Augen waren nicht groß, sondern wie fast geschlossen, so dass nur geheimnisvolle Blitze aus
schmalen Spalten schossen, was nur zärtliche Seelen bemerkten. Sie war gebaut wie die knidische
Aphrodite, die Pygmalion nachts in ihrem Tempel befeuchtet hatte, wo man nicht wusste, ob sie aus
Fleisch oder aus Marmor war.

71

Lilith fragte nach dem Namen der Neuen. – Ich heiße Juanna. – Nun, ein charmanter Name. Karima
fragte: Woher kommst du? – Aus Spanien. – Wo liegt denn Spanien? – Frag nicht so dumm! Du in
deiner sklavischen Ignoranz! Schäm dich deiner Dummheit! So sagte Lilith zu Karima und führte
aus: Spanien ist eine Insel, die zwischen Ägypten und Zypern liegt.

72

Herr Toto sagte nichts, setzte sich einfach an Juannas Seite und spielte mit ihrem Schleier, ihrem
Haar. Immer auf sie schauend, seufzte sie innig, als ob sie Mitleid mit ihr habe, dass sie nun hier
war, eine schöne Fremdlingin ohne Seelenführer und ohne wahren Freund.

73

Nun trat die Matrone ein: Meine Damen, es ist Zeit, zu Bett zu gehen! Was mach ich nur mit dir,
sprach sie zu Juanna, deine Ankunft hier ist unerwartet und alle Betten sind besetzt. Am besten wäre
es, du legtest dich zu mir in mein Bett! Morgen früh bringen wir für dich alles in Ordnung.

74

Hier trat Lilith dazwischen: Mama, du weißt, du schläfst nachts schlecht, und ich will nicht, dass
dich jemand im Schlafen stört. Ich werde Juanna in mein Bett lassen, wir geben ein schönes Paar,
wie zwei Hälften eines Apfels. Sag bitte nicht Nein! Ich werde gut aufpassen auf dies Kindchen.
Aber nun mischte sich Karima ein und sagte: Ich habe Mitleid und ein Bett!

75

Übrigens schlaf ich nicht gern allein, fügte Karima hinzu. Die Matrone sagte: Warum? Karima
sagte: Ich fürchte mich vor den Diven und den Devas! Ich fürchte mich vor diesen dämonischen
Wesen! Die Matrone sprach: Zwischen dir und deinen Träumen von Diven und Devas hätte Juanna
kaum Ruhe zu schlafen.

76

Du, Lilith, musst weiterhin allein schlafen! (Die Gründe hierfür werden nicht offenbart.) Dasselbe
gilt für dich, Karima. Ich werde Juanna zu Herrn Toto ins Bett legen. Herr Toto liebt die Stille, das
Schweigen, die Ruhe, die Reinheit. Sie wird Juanna nicht aufwühlen und auch nicht die ganze
Nacht lang besprechen. Was sagst du dazu, mein Kind? Herr Toto schwieg still. Ihre besonderen
Talente waren von der stillen Klasse.

77

Herr Toto erhob sich einfach und küsste die Matrone auf die Stirn und küsste Lilith auf beide
Backen und Karima auch, und mit einer leisen Verneigung nahm sie Juannas Hand, ihr den
Ruheplatz zu zeigen. Die andern beiden sprachen über die Vorliebe der Matrone für Herrn Toto,
ohne offen zu sagen, wie ungerecht sie das fanden.

78

Es war ein geräumiges Zimmer. Oda wird es genannt. An den Wänden standen Sofas,
Toilettentische und viel Schmuck und Tand, ich könnte alles beschreiben, wenig fehlte, es war alles
da, was Frauen begehren, bis auf ein Ding oder zwei und selbst diese waren näher, als sie wusste.

79

Herr Toto war eine süße Kreatur, sehr gewinnend, von großer Anziehungskraft, mit viel Charme
und Zauber in ihrer Figur. Kein Maler, der gegen die Symmetrie sündigte, könnte ihr Antlitz malen.
Aber malte ein Maler sie, so müsste er sie mit wildem Pinselstrich malen, begeistert wie in der
ersten Leidenschaft!

80

Sie glich einer schönen stillen Landschaft, wo alles Harmonie und Stille ist, voll von luxuriösen
Blüten. Fröhlich ohne Albernheit. Ihre stille Freude ist himmlischer als eure bengalisch-feurigen
Stürme der Leidenschaft, die ihr die Göttliche nennt. Ich kenne aufgewühlte Meere und
aufwühlende Stürme und habe mehr Mitleid mit den Verliebten als mit den Seemännern.

81

Aber sie war mehr innerlich als melancholisch und mehr ernst als nachdenklich und heiter-klar
mehr als alles – ihre Gedanken nie unheilig – bist jetzt. Das merkwürdigste war, so wunderschön sie
war, sie war sich ihres Liebreizes nicht bewusst. Sie, eben sechzehn Jahre, sie wusste nicht, ob sie
dick oder dünn war, sie dachte nie an sich selber.

82

Darum war sie auch so gütig wie das Goldene Zeitalter, da man das Gold nicht schätzte. Herr Toto
zeigte nun Juan oder Juanna alle diese Räume des Femininen und beschrieb ihr alles mit wenigen
Worten. Solche schweigenden Frauen sind wie ein lautloser Donner!

83

Sie klärte Juanna auf über alle Gesetze des Harems, dann gab sie ihr ein keusches Küsschen. Oh,
Herr Toto war Meisterin in der Kunst des Küssens - - ich weiß, das mag niemand missen, und es ist
nichts so schön wie ein Küsschen, wenn es keusch ist, und besonders zwischen Schwesterseelen ist
es nichts Böses. Wenn Schwestern sich küssen, hat das nur zu bedeuten, dass gerade kein Mann in
der Nähe ist. Küsse reimen auf Genüsse, ich hoffe nur, dass euch die keuschen Küsschen nicht zu
Sünden verführen.

84
In vollkommener Unschuld entkleidete sie sich! Das dauerte nicht lange, denn als eine Tochter der
Natur trug sie nur wenig, ein leichtes Kleidchen, und ihr Kleidchen war wie die Spiegelwelle, in
welche Narziss schaute und sich spiegelte in dem durchsichtigen Wasser.

85

Einen nach dem andern legte sie ihre Schleier ab! Sie bot auch Juanna an, ihr zu helfen beim
Ausziehen. Juanna musste leider ablehnen, aber sie litt heimlich darunter. Juanna nestelte nur an
den Knöpfen in den Knopflöchern, die nur zur Strafe unsrer Sünden erfunden worden sind!

86

Diese Knöpfe in den Knopflöchern sollen die Frauen nur davor bewahren, allzu rasch am nackten
Körper berührt zu werden. O ihr Dichter, deren Schicksal es ist wie das meine, der Herrin als Zofe
zu dienen – ich tu mein Bestes, sie schön zu kleiden, wenn sie tanzen gehen will. Jeder Knopf
gehört in ein bestimmtes Knopfloch. Aber meine Herrin tut immer den falschen Knopf in das
falsche Knopfloch!

87

Aber das sind alles nur Torheit für die Weisen. Ich liebe FRAU WEISHEIT! Ich liebe Sie eben
mehr als Sie mich! Meine Neigung ist es, über alles zu philosophieren, über Könige und Bäume,
aber dennoch, die unverheiratete Herrin SOPHIA flieht vor mir! Wer bin ich? Woher komme ich?
Und was und wer und wie werde ich in der Ewigkeit sein? Und ach, was will die Gegenwart? Ich
bekomme keine Antwort!

88

Da war tiefe Stille im Zimmer. Die Lichter brannten, eine Kerze fern der andern. Schimmer schlich
über die lieblichen Leiber. Wenn es Nachtgespenster gibt, dann schlichen sie um Mitternacht durch
das gespenstische Schlafzimmer, dann kommen sie aus dem Jenseits und zeigen sich von ihrer
besten Seite und zeigen sich als Geister von gutem Geschmack, von besserem Geschmack als durch
Wüsten oder Trümmerruinen alter Städte wie Nachteulen zu fliegen.

89

Viele Schönheiten lagen da herum wie verschiedenste Blüten, wie man sie in exotischen Gärten
findet, mit Liebe und Wärme gepflegt, bereit, zu erblühen. Eine mit ihrem roten Kleidchen leicht
bekleidet und schönen Augenbrauen lag da mit regelmäßigem Atem, die Lippen leicht geöffnet, die
Perlenschnur der Zähne war zu sehen.

90

Eine mit glühenden Wangen lag auf ihrem schneeigen Arm und rabenschwarzen Locken ringelten
sich um ihr Ohr, so lag sie still und träumte süß. Und sie lächelte in ihrem Traum, wie Luna, nur
halb verschleiert, in der Nacht erscheint, als schaue sie in den schneeigen Spiegel, ihre Schönheiten
kämpften von der unbewussten Nacht ins Licht hinüber.

91

Dies ist keine päpstliche Bulle für Sankt Evi, obwohl es so klingt. Es war Nacht, aber da waren
Leuchter. Eine träumte voller Kummer und ihre betrogene Brust hob sich schwer und dachte an
ferne Strände schöner Inseln, wo sie geliebt war. Wie Nachttropfen tropfen auf die schwarzen
Zweige der Zypressen, so tropften ihr die Tränen aus den Augen durch den Schleier ihrer langen
Wimpern.

92

Eine war wie eine Marmorgöttin, wie eine Venusstatue, ganz still, in atemloser Ruhe und ewigem
Schlaf, weiß, kühl, rein, wie der Schnee auf der Jungfrauenalpe oder, wenn du willst, wie Lots Frau,
erstarrt zur Salzsäule, oder wie eine Madonna auf einer Siegessäule.

93

Und eine war da im reifen Alter. Wie alt sie war, kann ich nicht sagen. Seit sie siebzehn war, zählte
sie ihre Jahre nicht mehr. Sie kam in die Lebensperiode, die Mann und Frau an den Strand wirft, zu
meditieren über ihre Jugendsünden.

94

Aber wie schlief Herr Toto? Was träumte Herr Toto? Mitternacht war eben vorüber. Die Lampen
gingen aus. Phantome schwebten – oder schienen zu schweben – von einem zum andern, als sie
plötzlich aufschrak und aufschrie.

95

Sie schrie so laut, dass der ganze Harem erwachte und sich versammelte: Matronen und Sklavinnen,
Jungfrauen und heilige Dirnen, sie kamen wie die Wellen des Meeres, eine nach der andern, durch
die heiligen Hallen. Alle zitterten, alle wunderten sich, was Herrn Toto veranlasst hatte, so
schreckhaft zu erwachen.

96

Aber sie war jetzt hellwach. Die heiligen Dirnen standen um ihr Bett herum – verwirrte Bettdecken,
verwirrte Lockenfluten, blitzende Augen, bloße Brüste, nackte Arme, behaarte Achseln, alles
glänzend nackt, alles so licht wie ein Meteor. Sie fragten nach ihrem Kummer, denn sie schien
mächtig aufgewühlt, erregt und erhitzt.

97

Aber seltsam, welch ein Segen ist doch ein fester tiefer Schlaf, Juanna lag da wie tot, ganz wie ein
alter Ehemann (mehr Eunuch als Mann), der in der heiligen Ehe allein auf seinem Sofa schnarcht!
Die ganze Erregung der heiligen Dirnen störte Juannas tiefen Schlaf nicht, bis sie aufgerüttelt
wurde, da öffnete sie die Augen und gähnte mit diskretem Überraschtsein.

98

Herr Toto erzählte ihren Traum: In der Mitte meines Lebens ging ich spazieren in einem dunklen
Wald – alles obskur wie bei Dante! In der Mitte des Lebens werden die Damen mit den Virtutes
gekrönt. Da sind die Liebhaber nicht mehr roh. Und dieser dunkle Wald war voll von Früchten,
wollüstig anzuschauen! Die Bäume waren gut gewachsen und mit tief eingesenkten Wurzeln.

99
Und in der Mitte hing eine Feige – Fica religiosus – aber die Feige hing zu hoch! Ach, die Feige
war unerreichbar! Herr Toto schaute zur Feige auf, die all ihre Strahlen auf sie ergoss, Herr Toto
versuchte die Feige vom Baum zu schütteln, alles vergebens! Die verlockende Feige hing da,
evident in all ihrer Süßigkeit, aber in provozierender Unerreichbarkeit!

100

Aber als Herr Toto schon alle Hoffnung verloren hatte, jäh fiel die reife süße Feige vom
Feigenbaum (the fig from the fig-tree) und Herr Toto wollte sie sofort vernaschen und in ihr süßes
Fleisch beißen, aber eben als sie ihre süßen Lippen leicht öffnete, mit ihrer Zunge die Lippen
befeuchtete, hatte sie eine Vision: Eine Schlange schlüpfte aus der Feige, züngelte, und schlüpfte
mit dem Schlangenkopf in ihren Mund und verspritzte den ganzen Venom. Und da sie so von der
feurigen Schlange gebissen war, erwachte sie. – And so for ever!

DAS BEFREITE JERUSALEM

nach Torquato Tasso

Der Fürst der Finsternis rät dem heidnischen Zauberer, wie er den Zauber der Versuchung der
christlichen Ritter zu bewerkstelligen habe. Die Nichte des Königs gewinnt den Preis der Schönheit
im ganzen Morgenland, weiße Lilien, verborgene Fesseln. Der Frau und Zauberin sind alle
Fesselstricke bekannt. Der Fürst der Finsternis ruft die Zauberin, erklärt ihr seinen Willen und bittet
sie, sein Verlangen auszuführen.

Der Magier sprach: Geliebte, die du, bei deinen schwarzen Haaren und deinem weichen Leib,
bewanderter bist in der Magie als ich selber, klug ist wie eine Greisin und schrecklich wie eine
kriegerische Jungfrau, ich habe einen weitreichenden Plan. Wenn du willst, so paaren sich die
Hoffnung und der Erfolg schon in Freuden. Das von mir gesponnene Netz zeige ich dir. Führe du
aus, was der Alte sich erdacht!

Geh zu den Christenrittern! Entfalte alle verderblichen Künste und verlocke sie mit süßem Liebreiz
zu glühendem Stöhnen! Wenn du sprichst, so flüstere in Seufzern. Bitte sie um Hilfe und lass deine
Augen von Tränen schimmern. Erscheine als traurige Schönheit, schüchtern bittend, dann kann dir
selbst das männlichste Herz nicht widerstehen! Verhüll in Keuschheit deine freche Begierde! Um
deine Rebellion hülle du den Mantel der Weisheit!

Erobere Gottfried mit liebreichen Blicken, mit lieblich-flötender Stimme versuche ihn zu bewegen,
wenn es möglich ist, vom Kampf um Jerusalem abzulassen, den er so heftig begann. Wenn es dir
bei Gottfried nicht gelingt, versuche andere Ritter zu bezirzen, führe sie an jene Schwelle, von der
noch keiner zurückgekommen ist! Er gibt ihr noch manchen Rat und beteuert ihr endlich, alles sei
erlaubt, für Palästina und den Islam.

Armida in ihrer Schönheit, stolz auf die Fülle ihrer Reize, die Schönheit selbst in der erotischsten
Gestalt, nimmt den Auftrag des großen Magiers an. In der Stille der Nacht wandelt sie verborgene
Pfade. Sie vertraut darauf, dass alle ihre üppigen Reize die Krieger besiegen werden. Bevor sie in
das Lager der Christen kam, war dort schon das Gerücht ihrer übermenschlichen Schönheit ertönt.

Die Frau kam bald in das Lager der Franken, zu den Zelten der christlichen Ritter. Als die neue
Schönheit vor den Christen erschien, da starrten die Ritter sie an, und man hörte die Ritter rufen:
Am helllichten Tage seh ich einen feurigen Kometen erscheinen! So starrte jeder Christ die fremde
Schönheit an und lief ihr hinterher und fragte sich: Wer hat sie geschickt?

Weder Zypern noch Delos sah jemals solch eine Göttin, solch ein Schönheitswesen, so
wohlgeformt! Eine lange schwarze Mähne umflatterte ihr Haupt, manchmal in lasziven
Lockenschlangen niederwallend, manchmal aufgesteckt in verwirrenden Knoten. Wenn der Himmel
durch Wolken verdunkelt ist und dann die Wolken sich spalten und der feurige Strahl der Sonne
erscheint, so ist es gleich der Erscheinung dieser Frau.

Der Wind blies in ihre schwarzen gekräuselten Haare, die sich natürlich wie Schlangen ringelten.
Die Augenlider senkten sich über ihren Augen und verbargen die lichten Blitze der süßen Liebe. Im
Antlitz ist ein Gluthauch von roten Rosen auf den elfenbeinernen Wangen. Auf dem Mund, dem
Mund, der Liebe haucht, erblühte die scharlachrote Feuerrose.

Die schneeweißen schönsten Brüste waren wie ein Spiegel, an dem Eros sein Feuer entzündet und
seine Flamme nährt. Halb verborgen die grausamen Berge der Brüste, aber eben auch nur zur Hälfte
versteckt im leichten Hemdchen! Ah, die feurige Sehnsucht lässt sich nicht zügeln, werden auch den
dürstenden Augen die vollen Reize verborgen! Der Mann ist nicht zufrieden mit der äußeren Hülle
der Schönheit – er will ins Allerheiligste der Schönheit kommen!

10

Wie der Strahl der Sonne dringt durch die Fensterscheibe von Glas, ohne die Fensterscheibe von
Glas zu zerbrechen, so dringt des Mannes Geist durch die feine Hülle des seidigen Kleidchens und
schaut die verborgenen Schönheiten ihres Leibes. Im Geiste wandelt er auf den Hügeln und durch
die Täler ihres Leibes und tastet Zone um Zone ihren Leib ab. Dann verrät er ihr seine geheimen
Visionen – und sie erglüht heimlich in verborgener Lust!

11

Angebetet und mit Wollust angeschaut, so wandelt Armida inmitten der hungrigen Ritter. Sie merkt,
wie sie begehrt wird, und das ergötzt sie im Innern. Sie hofft, dass sie triumphieren werde. Sie sucht
Gottfrieds Zelt und fragt bald leise und bald laut den einen oder den andern nach dem Weg.
Eustachius führte sie, der Bruder des Hauptes des Christenheere.

12

Wie die Motten taumeln um die nächtliche Lampe, so nahte Eustachius ihrer göttlichen Schönheit.
Die Augen, verborgen unter demütig gesenkten Augenlidern, die Augen will er schauen. Wie ein
Schwamm das Wasser einsaugt, so saugt Eustachius die feurigste Glut aus den Augenblitzen der
göttlichen Schönheit, so wird er von Weißglut durchzückt. Jugendlich kühn und vom Drang der
Begierde ermutigt, spricht Eustachius diese Worte zu der Schönheit:

13

Magd Gottes – wenn ich dich so nennen darf – Du scheinst mir keine unvollkommene
Gemeinsterbliche zu sein. Nie bisher hat die heilige Sonne des Himmels eine Tochter der Erde so
geküsst wie dich, die du die reinste Glut zu sein scheinst! Was wünschst du dir? Was für ein
Begehren hat dich zu uns geführt? Suchst du dein eigenes Heil oder suchst du auch unser Heil?
Rede zu mir, damit ich dich würdig preisen kann! Ich ahne, du bist würdig, dass ich dir die Füße
küsse!

14

Sie spricht: Du preisest mich zu hoch! Ich bin nicht Gott! Nicht nur bin ich leider sterblich, sondern
das Schicksal hat mir mein Leben verdunkelt. Das Leben ist Leiden, ist Schmerz, Schmerz,
Schmerz! Und was mich fremde Frau zu den Christenrittern brachte, ist eben mein Elend! Zum
frommen Gottfried komm ich, dessen Ruf der Heiligkeit überall erschallt.

15

Dein Herz erscheint mir fromm und gut, darum bitt ich dich, führe mich zu Gottfried! Er sprach:
Daß dich Gottfrieds Bruder bei Gottfried einführt, das ist recht. Deine Flucht aus dem Lager des
Islam soll Früchte bringen. Gottfried hört auf meine Bitten. Befiehl du mir, was du begehrst, und
alles will ich dir gewähren, alles ist dein, was Gottfrieds Macht vermag und meine Waffe.

16

Sie schweigt. Er aber führt sie dahin, wo im Kreise seiner Großen Gottfried thront, fern von
gemeinem Volk. Sie verneigt sich in Demut und voller Ehrfurcht vor Gottfried, errötet vor Scham
und schweigt vor dem Herrn. Das ängstliche Mädchen glüht vor Schamesröte! Der Heros spendet
ihr Trost und zeigt ihr den Morgenstern der Hoffnung. Nun kann sie ihren Plan ausführen, ihre
Täuschung, die sie mit süßer Stimme die Herzen umschmeichelt.

17

Heros! Strahlender Ritter! Prachtvoll erleuchtest du die Erde! Die Fürsten der Völker rühmen sich,
von deinem Schwert überwunden zu sein! Bekannt ist deines Adels Rose, selbst deine Feinde
müssen dich hoch verehren! Ja, dein Feind hat zu dir Vertrauen, flüchtet sich zu dir und bittet um
deinen Segen!

18

Eustachius ruft Armida zurück und spricht: O Frau! Begraben sei jetzt all dein Schmerz! Du sollst
von uns alle Hilfe bekommen, ganz wie es dein Herz begehrt! Da strahlte Armidas Antlitz wie die
Sonne, vom Gram erlöst, wieder bereit zu heiteren Scherzen und charmantem Lächeln. Mit dem
durchsichtigen Schleier wischte sie sich die Tränentropfen von den Wangen, da schien Gott selbst in
sie verliebt!

19

In honigsüßen Worten und mit flötender Stimme dankte sie für die empfangenen Gnaden, von
denen ihr Busen voll ist! Das soll die ganze Erde vernehmen! Ihr Antlitz ist eine sprechende Ikone,
Unaussprechliches auszusprechen! Über ihr verborgenes Innenleben legt sie den Schleier ihres
charmanten Lächelns, so dass keiner etwas Schreckliches ahnt.

20

Sie sieht, dass ihr das Schicksal gnädig zugelächelt, darum will sie rasch ihr Werk vollenden, ehe
das Unglück alles wieder ruiniert. Mit süßem charmantem Lächeln und freundlich leuchtenden
Augen übt sie die Zaubereien der Circe und ihre Stimme gleicht dem Flötenspiel der Sirene, so
weiß sie den wachenden Geist in Schlaf zu singen.

21

Alle Künste der Frauen kennt diese Frau! Immer neue Freier will sie sich fangen! Je nach Ort und
Zeit bemisst sie die Art und Weise, den Mann zu behandeln, damit sie ihn verlocken kann. Bald tut
sie keusch und wendet ihm den Rücken zu, bald strömt ihre Aura von Feuer über, alles zu
durchdringen mit dem allmächtigen Eros! Dieser ist ihr zu lahm – den spornt sie an! Jener Hengst
ist ihr zu feurig – den zügelt sie! Dieser ist ihr zu kalt – und jener zu hitzig!

22

Sieht sie den Mann, der ihr nicht vertraut und sich trotz seiner glühenden Liebe von ihr zurückzieht,
so schenkt sie ihm die Gnade eines bezaubernden Lächelns und liebevoll freundlicher Blicke voller
Wärme. So spornt sie seine äußerliche Zurückhaltung an und lässt die Flamme der Hoffnung neu
auflodern. Denn wenn das Feuer der Liebe wieder hoch lodert, dann zerschmilzt das Eis der
Zurückhaltung.

23

Sieht sie den Mann, der von blinder Liebesglut in seinem Triebe willenlos herumgewirbelt wird, der
sie in kühnster Wollust zu erobern versucht, dann schenkt sie ihm kein freundliches Wort und keine
zärtlichen Blicke, sie zwingt ihn zur scheuen Ehrfurcht! Ernst ist ihre Stirne und herrisch! Nur ab
und an lässt sie einen milden Schimmer von Mitleid durch die dunkle Nacht ihrer Herrschaft
scheinen. Er aber zittert vor Furcht und doch voll hoffnungsloser Hoffnung wirft er sich der
strengen Herrin sklavisch zu Füßen!

24

Manchmal aber tritt sie zurück, Trauer in der Seele und in den Augen. Einmal leuchten
Tränenperlen auf ihren glühenden Wangen, bald unterdrückt sie das Weinen. Toren weinen dann
wegen der Ängste der Frau und wegen ihres Unglücks. Sie aber schmiedet in der Glut des Mitleids
die Pfeile des Eros, damit die schreckliche Waffe der Liebe des Mannes Herz durchbohre!

25
Bald aber entflieht sie den traurigen Gedanken und es quillt ihr wieder die Quelle der Hoffnung.
Heiter leuchtet dann ihre Stirn. Dem Freier gewährt sie nun lange Reden in süßesten Worten und
grüßt ihn wie eine Sonne. Zwei feurige Sonnen scheinen dann ihre Augen. Ihr himmlisches süßes
Lächeln zerstreut dann allen Gram und Kummer, der zuvor des Mannes Herz sehr schwer gepresst.

26

Süßes Lächeln und süße Worte schickt sie und berauscht mit doppelter Wonne des Mannes Geist, so
raubt sie dem Mann das Herz aus seiner Brust, weil er gespeist wird mit nie geahnter himmlischer
Speise! Schrecklicher Gott Eros! Erst verheißt die Frau den süßen Honig, dann spendet sie bitteren
Wermut! Zu allen Zeiten werden die tödlichen Herzenswunden von den Liebenden gleich
schmerzlich gefühlt.

27

So wechselt sie von Eis zu Glut, von Glut zu Eis, jetzt lächelnd, dann weinend, jetzt voller
Hoffnungen, dann voll von Ängsten. Die Zauberin Armida lässt den Mann nie gewiss sein ihrer
Sympathie. Gesteht ihr ein Mann, wie sein gebrochenes Herz vom Feuer der Liebe brenne, wie Eros
ihn kreuzige, wie die lebendige Liebesflamme ihn verzehrt, dann tut sie, als ob sie nicht wüsste,
wovon die Rede sei.

28

Dann schminkt die purpurne Schamesröte ihre Wangen und keusch sieht sie auf den Boden. Dann
werden die glühenden roten Rosen ihrer Wangen schneeweiß wie kalte Lilien. Dann aus den grauen
Wolken am Ende der Nacht erhebt sich die glühende Göttin Morgenröte. Glühendes Schamrot paart
sich mit dem heiligen Zorn der Herrin!

29

Merkt sie, dass der Mann ihr sein heißes Verlangen gestehen will, so flieht sie ihn, dann wieder
öffnet sie ihm ihr Muschelohr, und spricht er dann heiß von seinem Begehren, lässt sie ihn rasch
wieder los. So spielt sie mit ihm den ganzen Tag in neckenden Scherzen und lässt den Erschlafften
endlich zurück in hoffnungsloser Verzweiflung! Dann gleicht er dem Jäger, der des Nachts im
dunklen Wald die Spur der schönen Hirschkuh nicht mehr findet.

30

Dies waren ihre Künste, die tausend Männer in Fesseln legten. Sie gingen alle blind in die
Venusfalle! Nein, das war nicht Magie, nicht Betrug, das war Krieg! Das war Waffengewalt! Die
Gewalt der Liebe hat alle vergewaltigt! Wenn selbst Herakles und Theseus und Achill die Fesseln
der Liebe trugen, ist es da ein Wunder, dass sich auch ein christlicher Ritter fangen lässt vom
goldenen Netz der Venus?

DIE KÖNIGIN VON SABA


ERSTER GESANG

Die Bücher der Gottessucher


Schildern die Korrespondenz
Zwischen König Salomo und der Königin von Saba.
Unter den vielen Charismen,
Die Gott dem Salomo schenkte,
War das Verstehen der Sprache der Vögel,
Und jede Art von Weisheit.

Er war der Herr der Menschen,


Der Genien und der Vögel.
Wenn er durch den Äther reiste
Auf seinem magischen Teppich aus grüner Seide,
Der vom Wind gewoben war
Nach des Königs Gebot,
Dann standen die Menschen zu seiner rechten Seite,
Die Geister zu seiner linken Seite
Und eine Armee von Vögeln
Flog über dem Teppich,
Um alle auf dem Teppich
Vor der Sonnenhitze zu schützen.

Eines Tages beschaute er alle seine Vögel,


Da merkte er, dass der Wiedehopf fehlte,
Und als er fragte, warum Hudhud abwesen war,
Beschloß er, Hudhud zu bestrafen,
Weil er nicht mit den andern Vögeln gekommen.
Als er seine Rede beendet,
Erschien der Wiedehopf und entschuldigte sich
Für seine Abwesenheit,
Denn er hätte Länder angeschaut,
Die den König noch nie gesehen hatten,
Und er hatte Saba gesehen,
Das regiert ward von der Königin von Saba,
Die sehr reich war
Und auf einem Thron saß,
Der von Gold und Silber gemacht
Und besetzt mit kostbaren Edelsteinen.

Die Königin und ihr Volk


Waren Anbeter der Idole
Und huldigten der Sonne.
Sie waren unter dem Einfluss Satans,
Der sie abgebracht hatte vom rechten Weg.

Darum schrieb Salomo folgenden Brief


An der Königin von Saba:
Vom Knechte Gottes, Salomo, dem Sohn Davids,
An die Königin von Saba.
Im Namen Gottes des Herrn!
Friede sei mit dem,
Der folgt der rechten Weisung!
Erhebe dich nicht gegen mich,
Streite nicht gegen mich,
Aber komm und unterwirf dich meiner Weisheit!

Salomo parfümierte diesen Brief


Mit Rosenöl
Und siegelte den Brief
Mit seinem wundertätigen Siegel,
Dann gab er Hudhud den Brief
Und sprach zu Hudhud,
Er solle den Brief nach Saba tragen
Und ihn fallen lassen im Gemach der Königin.
Dann solle Hudhud demütig warten
Auf die Antwort der Königin von Saba.

Der Wiedehopf flog los


Und überbrachte den Brief,
Er flog durch das offene Fenster
In das Privatgemach der Königin
Und ließ den Brief in ihren Ausschnitt fallen
Auf den mächtigen Busen.

Als die Königin den Brief gelesen hatte,


Rief sie ihre Weisen,
Daß sie ihr raten mögen,
Was sie nun zu tun habe.
Die Weisen sagten, sie seien Krieger und bereit,
Gegen Salomo aufzumarschieren,
Sobald die Königin dieses gebiete.
Der Brief sei aber an sie persönlich gerichtet
Und darum müsse sie selber
Die Entscheidung fällen.

Die Königin wünschte,


Eine Invasion zu vermeiden
Und all das Übel, das den Kriegen folgt,
Darum beschloß sie, Salomo Gaben zu senden
Und sie wählte dazu
Fünfhundert männliche Sklaven
Und fünfhundert weibliche Sklavinnen aus
Und fünfhundert ingots aus Gold,
Eine Krone von allerbestem Edelgestein
Und eine große Menge von Moschusparfüm,
Amberparfüm und Gewürze.

Der Wiedehopf kehrte eilig zurück


Zu König Salomo und erzählte ihm,
Was geschehen war
Und dass die Karawane
Mit den Geschenken der Königin von Saba unterwegs war.
Als die Leute aus Saba
Beim König Salomo ankamen,
Wurden sie vom König empfangen
In einem großen Hof,
Umgeben von einer Mauer aus Gold und Silber.
Salomo sprach verächtlich
Von den Gaben der Königin von Saba
Und schickte die Karawane zurück.
Er bat die Leute noch,
Ihrer Königin auszurichten,
Daß König Salomo unsichtbare Heere
Gegen die Hauptstadt von Saba schicken werde
Und dass er so Saba erobern
Und das Volk der Königin gefangen nehmen werde.

Als die Königin diese Botschaft empfing,


Beschloß sie, zu Salomo zu reisen
Und seiner Weisheit sich zu unterwerfen.
Sie schickte ihren Thron
Mit einer Armee
Nach Jerusalem.

Als sie schon auf dem Weg


Nach Jerusalem war,
Sagte Salomo zu seinen Fürsten:
Wer von euch wird den Thron
Der Königin von Saba
Zu mir bringen,
Bevor die Königin selber ankommt?

Und ein Genius,


Dessen Erscheinung schrecklich war,
Sagte: Ich bringe dir den Thron,
Bevor du deine Versammlung hier beendet hast.
Einer, der viele Bücher gelesen hatte
Und der anwesend war, meinte,
Der Genius brauche zu viel Zeit,
Den Thron zum König zu bringen,
Und er sagte: Ich bringe dir den Thron,
Bevor zu du nur einmal deine Augenlider bewegt hast
Und ebenso schnell bring ich den Thron zurück.
Einige halten diesen Belesenen für Asaf,
Den Wesir Salomos,
Andere für den Vater Elias,
Wieder andere für den Erzengel Gabriel
Oder einen andern der Erzengel.
Die meisten aber sind überzeugt,
Daß es Asaf war, denn Asaf kannte
Den Namen des HERRN.
Wie dem auch sei –
Salomo nahm das Angebot an.
Salomo hob seine Augen gen Himmel
Und schlug seine Augen nieder zur Erde
Und schon sah er
Den Thron der Königin von Saba
Vor sich stehen in seiner Halle.
Salomo veränderte nun den Thron,
Denn er wollte sehen,
Ob die Königin von Saba
Ihren eigenen Thron erkennen würde?

Als die Königin von Saba


In die Gegenwart Salomos kam,
Zeigte er auf den Thron und sagte:
Ist dein Thron wie dieser Thron?
Und sie gab zur Antwort:
Mein Thron ist in allem diesem Thron gleich.

Dann wurde die Königin eingeladen,


In den Palast zu gehen,
Den Salomo besonders für sie gebaut hatte.
Die Mauern waren aus Blöcken von weißem Glas
Und der Boden war gleichfalls aus Glas,
Über welches Wasser floß,
Und im fließenden Wasser schwammen viele Fische.
Als die Königin sich wandte,
In den Palast einzutreten,
Und als sie das Wasser sah,
Dachte sie, das Wasser wäre tief,
Da hob sie den Saum ihres Rockes,
Bevor sie das Wasser durchschritt.
Bei dieser Handlung offenbarte sie
Ihre Beine, und Salomo hatte den Beweis,
Daß ihre Beine behaart waren
Wie die Beine einer Stute.
Die Ansicht des Glases auf dem Boden
Erstaunte die Königin von Saba,
Und sie sagte: O Meister,
Ich habe ungerecht an meiner eignen Seele gehandelt!
Nun weihe ich mich,
Gemeinsam mit Salomo,
Gott dem HERRN,
Dem Schöpfer aller Kreaturen.

Einige Kommentatoren meinen,


Daß die Königin diese Worte aussprach
Als Buße für ihre Anbetung der Sonne
Und teilweise auch aus der Furcht heraus,
In dem Wasser, dass sie sah, ertränkt zu werden.

Manche sagen, dass Salomo daran dachte,


Die Königin von Saba zu heiraten,
Aber er konnte sich dazu nicht durchringen
Wegen ihrer behaarten Beine.
Die Dämonen, die allzeit Salomo auflauerten,
Entfernten die Haare von den Beinen der Königin
Durch die Benutzung eines höllischen Rasiermessers,
Aber es ist noch die Frage,
Ob Salomo sie daraufhin heiratete.

Manche sagen auch, es sei nicht klar,


Wen die Königin von Saba schließlich heiratete,
Aber vermutlich war es
Der Häuptling eines heidnischen Stammes.

ZWEITER GESANG

Wie wurde Salomo Vater


Des Menelek von Äthiopien?

Die Mutter des Menelek


War ein Mädchen vom Tigris,
Das ist die Königin von Saba.

Ihr Volk betete eine Schlange an,


Und jeder Mann hatte einmal
Seine älteste Tochter
Dieser Schlange zu opfern
Und große Mengen von Bier
Und süßer Milch.

Als die Reihe an ihre Eltern kam,


Banden sie sie an einen Baum,
Zu dem die Schlange gewöhnlich kam,
Nach Trank und Speise zu suchen.
Gleich danach kamen sieben Heilige
Und setzten sich unter den Baum
Wegen des Schattens, den der Baum gab.
Als sie da saßen, tropfte eine Träne
Von der Jungfrau über ihnen auf sie
Und als sie nach oben sahen,
Sahen sie die Jungfrau an den Baum gefesselt,
Und da fragten sie die Jungfrau,
Ob sie ein Mensch sei oder ein Engel.
Die Jungfrau sagte ihnen, dass sie ein Mensch sei
Und antwortete schon auf alle möglichen weiteren Fragen,
Indem sie erzählte,
Sie sei an diesen Baum gefesselt,
Auf dass sie zur Speise diene der Schlange.
Als die sieben Heiligen die Schlange sahen,
Zog einer von ihnen sich an seinem Bart
Und ein anderer sagte:
Die Schlange jagt mir Angst ein!
Und ein dritter schrie laut:
Lasst uns die Schlange zerreißen!
Und er schlug auf das Monster ein,
Unterstützt von seinen Kameraden,
Sie töteten die Schlange mit einem Kreuz.
Als sie die Schlange getötet hatten,
Floss Blut aus der Schlange
Und fiel auf die Füße der Jungfrau,
Und von diesem Moment an
Hatte sie die Beine einer Stute.
Die Heiligen lösten ihre Fesseln
Und schickten sie in ihr Heimatdorf.
Aber die Leute dort verjagten sie,
Denn sie dachten,
Die Jungfrau wäre vor der Schlange geflohen.
Da kletterte sie in einem Baum
Und verbrachte dort die Nacht.
Am folgenden Tag holte sie
Einige Leute aus dem Dorf
Und zeigte ihnen die tote Schlange.
Und so machten die Leute
Die Jungfrau zu ihrer Königin.

Sie wählten zu ihrem Oberoffizier


Ein Mädchen, das wie die Königin Jungfrau war.

Bald danach hörte die Königin von Saba


Von der medizinischen Weisheit
Des Königs Salomo,
Und sie plante, zu ihm zu gehen,
Daß er ihre Stutenbeine
Wieder in Frauenbeine verwandle.

Sie und ihr jungfräulicher Offizier


Frisierten sich die Haare
Nach Art der Männer
Und gürteten Schwerter um ihre Hüften
Und zogen zum Hof Salomos in Jerusalem.

Ihre Ankunft wurde dem König berichtet,


Der seinen Dienern gebot,
Den König von Abessinien
In seine Gegenwart zu bringen.
Sobald ihre deformierten Füße
Den Boden berührten
Des Königspalastes in Jerusalem,
Wurden ihre Beine wieder zu schönen Mädchenbeinen!

Salomo hatte Brot, Fleisch und Wein hereingebracht


Und setzte es den beiden Frauen vor,
Die als Männer verkleidet waren.
Aber sie aßen und tranken so wenig,
Daß Salomo vermutete,
Daß sie Frauen wären.

Als die Nacht hereinbrach,


Ließ er zwei Betten bereiten
Für seine Gäste
In seinem eignen Schlafgemach.
Er hängte in dem Raum einen Lederbeutel auf
Mit Wabenhonig darin
Und durchlöcherte den Lederbeutel,
So dass der Honigseim
In einen Becher tropfte.
Und Salomo und seine beiden Gäste gingen zu Bett.
In der Nacht hielt der König
Mit geschlossenen Augen Nachtwache,
Dann schlief er mit offenen Augen.
Die beiden Frauen erhoben sich von ihren Betten
Und wollten vom Honigseim im Becher kosten,
Aber sie sahen den König
Mit offenen Augen im Bette liegen
Und dachten, er sei wach,
Und so unterdrückten sie ihre Begierde
Nach dem Honigseim
Und blieben im Bett.
Nach einiger Zeit wachte der König auf
Und schloss seine Augen,
Und die Frauen dachten,
Er schlafe nun,
So erhoben sie sich von ihren Betten
Und begannen vom Honig zu schlecken.
So wusste Salomo, dass sie Frauen waren,
Und er legte sich zu beiden ins Bett.

Als er sie verließ,


Gab er jeder der Frauen
Einen silbernen Stab und einen goldenen Ring:
Wenn dein Kind ein Mädchen ist,
Gib ihr den Stab
Und schicke sie zu mir,
Wenn es ein Knabe ist,
Gib ihm den Ring
Und schick ihn zu mir.

Beide Frauen kehrten schwanger


In ihre Heimat zurück.
Nach neun Monden
Gebar jede der Frauen einen Sohn
Und jede Frau sagte ihrem Sohn,
Daß Salomo sein Vater sei.

Als die beiden Knaben größer geworden,


Schickten die Mütter die beiden Knaben
Nach Jerusalem.
Salomo wusste, dass sie den Anspruch stellten,
Als seine Söhne anerkannt zu sein.
Er gebot ihnen, auf ein Gespräch zu warten,
Und ließ sie drei Jahre
Auf ein Gespräch mit ihm warten.
Am Ende des dritten Jahres
Legte er seinem Freund
Die royale Robe an
Und setzte ihn in den Königsthron,
Während er sich in Lumpen hüllte
Und sich auf einen Fußschemel setzte.

Als die beiden jungen Männer


In den Thronsaal eintraten,
Streckte der Sohn der Ministerin
Seine Hand nach dem Freunde Salomos
Im Königsthron,
Denn er hielt ihn für den König.
Aber der Sohn der Königin von Saba,
Menelek war sein Name,
Stand aufrecht und verneigte sich nicht
Vor dem Freunde im Königsthron.
Er schaute in den magischen Spiegel,
Den seine Mutter ihm mitgegeben hatte,
Und er sah, dass das Aussehn
Des angeblichen Königs nicht so königlich war
Wie sein eignes, dass er nicht vor Salomo stand.
Er schaute sich um
Und sah alle Männer im Saal
Und fand keinen so königlich wie sich selber.
Schließlich fiel sein Blick auf Salomo,
Der in Lumpen auf dem Fußschemel saß,
Und er erkannte ihn sofort,
Trat zum Schemel
Und huldigte dem wahren König.
Und Salomo sprach:
Mein wahrer Sohn!
Der andere ist auch mein Sohn,
Doch er ist ein Narr!

Menelek ließ sich nieder in Jerusalem


Und assistierte Salomo in der Königsherrschaft.

Aber nach einiger Zeit merkte das Volk,


Daß Vater und Sohn sich nicht immer einig waren
In den Richtersprüchen,
Und das Volk ward unzufrieden.
Darum sagte das Volk,
Sie wollten nicht von zwei Herren regiert werden
Und dass Salomo seinen Sohn
Zurück in dessen Heimat schicken müsse.
Als Salomo dies Begehren des Volkes
Seinem Sohne mitteilte,
Sagte Menelek zu seinem Vater:
O Salomo, sage dem Volk:
Ist nicht Menelek mein wahrer Sohn?
Ich werde meinen Sohn fortschicken,
Wenn ihr eure Söhne mit ihm ziehen lasst.
Und die Leute willigten ein,
Und so zogen die Söhne
Mit dem Prinzen Menelek
Nach Abbessinien in Afrika.

Als Salomo
Die Abreise seines Sohnes vorbereitete,
Sagte er ihm,
Die Bundeslade des Erzengels Michael sei mit ihm.
Aber Menelek meinte,
Die Bundeslade Marias sei bedeutender.
Er vertauschte das Äußere der beiden Laden
Und nahm die Bundeslade Marias
Mit sich nach Abessinien.

Einige Tage später


Ward Jerusalem heimgesucht
Von einem Wirbelsturm.
Salomo gab seinen Dienern den Befehl,
Nach der Bundeslade Marias zu schauen,
Denn Salomo glaubte,
Die Bundeslade Marias allein
Könne Jerusalem jetzt noch retten.
Die Diener berichteten ihrem König,
Daß die Bundeslade Marias noch an Ort und Stelle war.
Salomo gebot den Dienern,
Die äußere Verkleidung abzunehmen,
Und so entdeckten die Diener,
Daß es die Lade Michaels war.

Salomo sandte Menelek einen Boten nach


Und forderte den Prinzen auf,
Die Bundeslade Marias zurückzugeben.
Doch Menelek behielt die Bundeslade Marias.

Menelek und seine Schar


Wanderten weiter und kamen nach Kayeh Kor.
Der Diakon, der die Bundeslade Marias trug,
Starb dort und wurde dort begraben.
Nach der Beerdigung
Wollten sie ihre Reise fortsetzen,
Aber die Bundeslade Marias
Weigerte sich, sich zu bewegen.
Menelek gebot,
Den Leichnam des Diakons auszugraben,
Und sie fanden, dass ein Finger des Diakons
Nicht begraben worden war.
Als sie nun den Leichnam
Mit dem Finger wieder begruben,
Ließ sich die Bundeslade Marias wieder bewegen.

Menelek und seine Leute zogen weiter.


Sie kamen auf direktem Wege nach Tegray
Und erreichten schließlich Akksum.
Dort fanden sie den Satan dabei,
Ein Haus zu bauen
Und gegen Gott zu streiten.
Als Menelek dem Satan sagte,
Die Bundeslade Marias sei gekommen,
Hörte Satan auf, das Haus zu bauen,
Und er riß nieder, was er bisher gebaut,
Und Satan zog von dannen.
Die Steine wurden nun von Menelek verwandt,
Eine Kirche zu bauen
Für die Bundeslade Marias.

DRITTER GESANG

Wie die Königin geboren wurde,


Steht in einem alten Manuskript.

Auch das Evangelium


Erwähnt diese Frau.
Als Jesus die Leute verdammte,
Die ihn verurteilt zur Kreuzigung,
Sagte Er: Die Königin des Südens
Wird sich erheben am Tag des Gerichts
Und wird mit ihnen disputieren
Und sie verurteilen
Und niederschlagen diese Generation,
Die nicht lauschen der Predigt Meines Wortes,
Denn die Königin des Südens
Kam vom Ende der Erde,
Zu hören die Weisheit Salomos.
Und hier ist mehr als Salomo.

Die Königin des Südens,


Von der Jesus sprach,
War die Königin von Äthiopien.
Und mit den Worten,
Daß sie vom Ende der Erde kam,
Wies Jesus auf die schwächliche Konstitution von Frauen hin
Und dass sie die lange Reise auf sich nahm
Und die brennende Sonnenhitze
Und den Hunger auf der Reise
Und den Durst nach Wasser.
Diese Königin des Südens
Hatte ein sehr schönes Antlitz
Und ihre Gestalt war superb
Und ihr Verständnis und ihre Intelligenz,
Die Gott ihr gegeben hatte,
Waren von edlem Charakter,
So dass sie nach Jerusalem reiste,
Zu hören die Weisheit Salomos,
Dies tat sie nach einer Weisung Gottes
Und so fand sie Gottes Wohlgefallen.

Desweiteren war sie ausgesprochen reich


Und Gott hatte ihr geschenkt
Herrlichkeit und Reichtümer,
Gold und Silber,
Eine glänzende Erscheinung,
Kamele und Sklaven und Händler.
Und die Händler besorgten ihre Geschäfte
Und reisten umher für ihre Königin
Zu Wasser und zu Lande,
Auch bis nach Syene in Ägypten,
Ja bis nach Indien.

VIERTER GESANG

Und die Königin sprach:


Höre, mein Volk,
Und leihe deine Ohren meinen Worten.
Ich begehre Weisheit,
Mein Herz verlangt nach Einsicht.
Ich bin geschlagen mit der Liebe zur Weisheit.
Ich bin gefesselt von den Fesseln der Erkenntnis.
Weisheit ist besser als Schätze von Gold und Silber,
Weisheit ist besser als jede Kreatur auf Erden.
Was unter der Sonne wollt ich der Weisheit vergleichen?
Sie ist süßer als Honig
Und lässt einen mehr jubeln als Wein
Und sie erleuchtet mehr als die Sonne
Und ist kostbarer als Perlen und Edelsteine.
Weisheit fettet besser als Salböl
Und sättigt besser als Speise
Und gibt mehr Ehre als Gold und Silber.
Sie ist die Quelle der Herzensfreude
Und ein helles Licht für die Augen.
Sie gibt feste Schritte den Füßen
Und ist ein Schutzschild für die Brust
Und ein Helm für das Haupt
Und ein Kettenhemd für den Rücken
Und ein Gürtel für die Lenden.
Sie lässt die Ohren hören
Und die Herzen verstehen.
Sie ist eine Lehrerin der Gelehrten
Und eine Meisterin der Klugen
Und gibt Ruhm den Ruhmbegierigen.
Ein Königreich kann ohne Weisheit nicht bestehen
Und Wohlstand lässt sich ohne Weisheit nicht bewahren
Und die Nahrung bleibt ohne Weisheit nicht in den Vorratskammern.
Ohne Weisheit sind die Reden der Zunge unerträglich.
Weisheit ist der beste Schatz.
Wer Gold und Silber aufhäuft,
Tut dies ohne Gewinn,
Wenn ihm die Weisheit mangelt,
Aber wer Weisheit aufhäuft,
Diesen Schatz kann seinem Herzen niemand entreißen.
Wegen der Bosheit der Übeltäter
Werden die gerechten Wohltäter gepriesen
Und wegen der Frevel der Narren
Werden die gütigen Weisen gepriesen.
Weisheit ist erhaben und reich.
Ich will sie lieben wie eine Mutter
Und sie soll mich liebkosen als ihr Kind.
Ich will folgen den Fußspuren der Weisheit
Und sie soll mich immer beschützen.
Ich will Weisheit suchen
Und sie soll immer bei mir sein.
Ich folge den Spuren ihrer Füße
Und sie wird mich nicht verschmähen.
Ich will mich auf sie stützen
Und sie soll mir wie eine diamantne Mauer sein.
Ich will Asyl suchen bei ihr
Und sie soll meine Kraft und Stärke sein.
Ich will in ihr frohlocken
Und sie soll mir graziöse Gnade sein.
Es ist recht, den Fußspuren der Weisheit zu folgen,
Und recht für unsre Füße, in den Pforten der Weisheit zu stehen.
Wir wollen sie suchen,
Dann werden wir sie finden.
Wir wollen sie lieben
Und sie wird uns nie verlassen.
Lasst uns ihr folgen
Und wir werden sie gewinnen.
Lasst uns um Weisheit bitten
Und wir werden sie empfangen.
Wir wollen ihr unser Herz schenken,
So dass wir sie nie vergessen.
Wenn wir an sie denken,
Denkt sie auch an uns.
In Gegenwart von Narren erinnere nicht an die Weisheit,
Denn die Narren ehren die Weisheit nicht
Und die Weisheit liebt die Narren nicht.
Die Liebe der Weisheit gilt dem weisen Mann
Und sie scheidet sich nicht von ihm.
Wenn du den weisen Mann betrachtest,
Wirst du selber weise.
Höre auf die Aussprüche seines Mundes,
Daß du weise wirst wie er.
Schau dir an, wo er geht und steht,
Und verlasse ihn nicht.
Mögest du Erbe seiner Weisheit werden!
Ich liebe es, ihm zu lauschen,
Und ich liebe ihn auch, ohne ihn zu sehen,
Und die ganze Geschichte, die ich über ihn hörte,
Weckt in mir Begierde nach ihm
Wie Durst nach frischem Wasser.

Und ihre Edlen,


Sklaven und Mädchen sprachen:
Unsre Herrin,
Die Weisheit fehlt dir nicht,
Und wegen deiner Weisheit liebst du die Weisheit.
Wenn du zu ihm gehen willst,
Wollen wir mit dir gehen,
Und wenn du dich setzt,
Setzen wir uns mit dir,
Und dein Tod soll unser Tod sein
Und unser Leben soll dein Leben sein.

Die Königin machte sich bereit für die Reise


Mit großem Pomp und Majestät
Und vielen Dingen und langen Vorbereitungen.
Denn durch den Willen Gottes
Verlangte ihr Herz,
Nach Jerusalem zu reisen,
Daß sie lausche der Weisheit Salomos.
So machte sie sich bereit.
Und siebenhundertdreiundsiebzig Kamele wurden beladen
Und unzählige Maultiere und Esel wurden beladen.
Und sie machte sich auf die Reise
Und folgte dem Weg ohne Pause
Und ihr Herz vertraute auf Gott.

FÜNFTER GESANG

Sie kam an in Jerusalem


Und brachte dem König
Viele kostbare Geschenke,
Welche er begehrte zu besitzen mit großem Verlangen.
Und er gab ihr große Ehre
Und freute sich.
Und er gab ihr eine königliche Wohnung
Nahe bei seinem Palast.
Und er schickte ihr Speise am Morgen und am Abend,
Jedesmal fünfzehn Maß weißes Mehl,
Gebacken mit Öl,
Und Gewürze und Saucen,
Und dreißig Maß von weißem Korn,
Woraus Brot gebacken wurde
Für dreihundertfünfzig Leute,
Zehn Ochsen, fünf Bullen,
Fünfzig Schafe, ungezählte Lämmer,
Und Hirsche und Gazellen,
Und eine Tonne voll Wein von sechzig Maßen,
Und dreißig Maßen alten Wein,
Und fünfundzwanzig singende Männer
Und fünfundzwanzig singende Frauen
Und Mädchen
Und Honig und Süßigkeiten,
Und manches von der Speise, die er selber aß,
Und manches von dem Wein, den er selber trank.
Und jeden Tag bekleidete er sie mit Kleidern,
Die bezauberten
Und verhexten die Augen des Mannes.
Und er besuchte sie
Und ward gesegnet,
Und sie sah seine Weisheit
Und sein gerechtes Richten
Und seinen Glanz und seine Gnade
Und hörte die Beredsamkeit seiner Zunge.
Und sie wunderte sich in ihrem Herzen
Und war erstaunt in ihrem Geist
Und sie erkannte in ihrem Verstehen
Und empfing mit ihren Augen sehr klar,
Wie bewundernswürdig er war,
Und sie staunte außerordentlich über alles,
Was sie sah und hörte,
Wie perfekt er gebaut war von Gestalt,
Wie weise er war im Verstehen,
Wie friedlich er und gnädig war,
Wie gebietend seine Erscheinung.
Und sie bemerkte,
Wie tief seine Stimme war
Und wie diskret seine Lippen sprachen
Und dass er würdevoll gebot
Und dass seine Antworten leise waren
Und voller Ehrfurcht vor Gott.
Alles dies sah sie
Und sie war erstaunt
Über den Umfang seiner Weisheit
Und da mangelte nichts
In seinen Worten und Reden,
Sondern alles, was er sprach, war perfekt.

SECHSTER GESANG

Und die Königin von Saba


Sprach zu König Salomo:
Gesegnet bist du, mein Meister,
Da solche Weisheit und Erkenntnis
Dir von Gott gegeben worden ist.
Für mich wünsche ich nur,
Daß ich die Geringste deiner Kammermädchen sein darf,
So dass ich dir die Füße waschen dürfte
Und lauschen deiner Weisheit
Und vernehmen deine Erkenntnis
Und dienen deiner Majestät
Und mich erfreuen an deiner Klugheit.
O wie sehr erfreute mich deine Antwort
Und die Süßigkeit deiner Stimme
Und die Schönheit deines Ganges
Und der Gnadenreichtum deiner Worte.
Die Süßigkeit deiner Stimme
Macht mein Herz jauchzen
Und macht das Mark in meinen Gebeinen stark
Und gibt Mut dem Herzen
Und guten Willen und Gnade den Lippen.
Ich schaue auf dich
Und sehe deine unausschöpfliche Weisheit
Und deine außerordentliche Erkenntnis,
Deine Weisheit ist wie eine Lampe in der Dunkelheit
Und wie ein Granatapfelbaum im Garten
Und wie eine Perle im Meer
Und wie die Venus unter den Sternen
Und wie der Vollmond im Nebelschleier
Und wie die glorreiche Morgenröte am Horizont.
Ich danke dem Herrn,
Der mich zu dir geführt hat
Und dich mir gezeigt
Und ließ mich deine Stimme hören.

Und König Salomo antwortete ihr und sprach:


Weisheit und Erkenntnis kommen von dir selber.
Was mich betrifft, ich besitze die Weisheit
In dem Maß, wie Gott sie mir gegeben,
Weil ich sie von ihm erbeten habe.
Und du, obwohl du nicht kennst den Gott Israels,
Hast diese Weisheit wachsen lassen in deinem Herzen
Und bist gekommen, mich zu sehen,
Mich, den Sklaven Gottes,
Und den Tempel und das Tabernakel,
Welchen ich errichtet habe
Und wo ich diene
Und bewege mich vor meiner Herrin,
Der Bundeslade
Des Gottes Israels,
Der heiligen und himmlischen Tochter Zion.
Nun, ich bin der Sklave meines Herrn,
Und ich bin nicht ein autonomer Mensch,
Ich diene nicht gemäß meinem eigenen Willen,
Sondern entsprechend dem Willen des himmlischen Vaters.
Und diese Rede entspringt nicht mir selber,
Sondern ich sage nur,
Was Gott mir zu sagen gebietet.
Was immer der Herr mir gebietet, das tu ich,
Wohin immer er mich ruft, dahin geh ich,
Worüber er mich belehrt, das versteh ich.
Ich bin nur Staub vom Staube,
Aber Gott hat mir einen Leib und eine Seele gegeben,
Und obwohl ich nur aus Wasser bestehe,
Hat Gott aus mir einen starken Mann gemacht,
Und obwohl ich nur ein ausgegossener Samentropfen bin,
Der vertrocknet wäre,
Hätte mein Vater ihn auf die Erde fallen lassen,
Hat Gott mich gemacht zu seinem Ebenbild
Und hat mich Gott selbst ähnlich gemacht.

SIEBENTER GESANG

Die Königin gewöhnte sich daran,


Zu Salomo zu gehen
Und zu lauschen seiner Weisheit
Und sie in ihrem Herzen zu bewahren.

Und Salomo ging täglich zu ihr


Und besuchte sie
Und gab ihr Antwort auf alle ihre Fragen,
Und die Königin besuchte ihn oft
Und fragte ihn alles, was sie wissen wollte,
Und er gab ihr auf alles eine Antwort.

Und als sie sechs Monate bei ihm gewohnt hatte,


Wünschte sie, in ihre Heimat zurückzukehren,
Und sie sandte eine Botschaft an Salomo:
Ich verlange sehr, bei dir zu wohnen,
Aber nun, aus Liebe zu meinem Volk,
Will ich heimkehren in meine Heimat.
Alles, was ich von dir gehört habe,
Möge Gott es fruchtbar machen in meinem Herzen
Und fruchtbar in den Herzen aller,
Die es jemals hören werden.
Denn das Ohr kann nicht satt werden
Im Lauschen auf deine Weisheit
Und das Auge wird nie satt
Im Schauen auf die Schönheit deiner Weisheit.

Und als die Königin diese Botschaft


An Salomo geschickt,
Dachte er in seinem Herzen:
Eine Frau von solcher herrlicher Schönheit
Kam zu mir vom Ende der Erde!
Was weiß ich?
Wird Gott mir Samen in ihr geben?
Nun war Salomo ein großer Frauenfreund.
Er nahm hebräische Frauen,
Ägyptische und kanaanäische Frauen,
Amoritische und moabitische Frauen,
Syrische Frauen und andere Frauen,
Von denen er gehört,
Daß sie außergewöhnlich schön wären.
So hatte er vierhundert Königinnen
Und sechshundert Konkubinen.
So hatte Gott schon zu Abraham gesagt:
Ich will deine Samen zahlreich machen
Wie die Sterne am Himmel
Und den Sand am Strande des Meeres!
Und so tat Salomo.
Also sprach Salomo:
Was weiß ich?
Wird Gott mir Söhne geben
Von allen meinen Frauen,
Werden meine Söhne
In all den heidnischen Völkern
Könige werden
Und die Götzen zertrümmern.

ACHTER GESANG

(...)

NEUNTER GESANG

Die Königin freute sich


Und machte sich zur Abfahrt bereit.
Der König begleitete sie auf ihrem Weg
Mit viel Pomp und Zeremonie.
Salomo nahm sie beiseite,
So dass sie alleine waren,
Und nahm den Ring von seinem Ringfinger
Und gab ihn der Königin
Und sagte zu ihr:
Nimm diesen Ring,
Auf dass du mich nie vergisst!
Und wenn ich einen Sohn von dir bekomme,
Soll der Ring sein Zeichen sein.
Und wenn es ein Knabe ist,
Soll er zu mir kommen.
Der Friede Gottes sei mit deinem Geiste!
Während ich mit dir schlief,
Hatte ich viele Visionen im Traum,
Und es schien, als ob eine Sonne aufging über Israel,
Aber die Sonne wanderte nach Äthiopien.
Dieses Land Äthiopien soll durch dich gesegnet werden,
Gott will das.
Bewahre alles im Herzen, was ich dir gesagt hab,
Auf dass du Gott anbetest von ganzem Herzen
Und des Vaters Willen tust.
Der Herr stürzt die Arroganten
Und zeigt Mitgefühl mit den Kleinen,
Er reißt die Throne der Stolzen um
Und bringt die Armen zu Ehren.
Tod und Leben kommen von Gott
Und Reichtum und Armut
Sind verteilt nach Gottes Willen.
Alles ist sein
Und niemand kann seinen Befehlen widerstreben
Und seinem Gericht im Himmel und auf Erden
Oder auf dem Meer oder in der Unterwelt.
Gott sei mit dir!
Geh im Frieden Gottes!

DIE SIEBEN TÄLER DES GLANZES

DAS ERSTE TAL

Die Stute, die ich reite,


Ist die Stute der Geduld.

Der Pilger wird sein Ziel erreichen


Allein durch Geduld,
Er darf nicht hitzig voraneilen
Wie ein zorniger Unbeherrschter.

Wenn er auch alle Jahre seines Lebens


Und wären es auch hundert Jahre
Den Geliebten nicht sehen wird
Und seine göttliche Schönheit,
So darf er sich dennoch nicht betrüben.

Der Pilger muß seine Seele reinigen lassen,


Auf dass er den himmlischen Schatz
Von Rost und Dieben frei bewahrt,
Er darf auch nicht die Väter
Und Heiligen blind imitieren.
Auch soll er die Tür seines Herzens schließen
Der Freundschaft mit den Kindern der Welt.

Er wird finden, dass alle Kreaturen


Aufgeregt suchen den Liebling!

Er sieht Jakob, der seinen Josef sucht.


Er findet eine ganze Welt von Freunden,
Die alle den Einen Geliebten suchen.
Er findet ein Universum voller Verliebter,
Die alle den Einen Liebling begehren!

Jeden Tag erlangt er eine neue Erkenntnis.


Jeden Tag begegnet ihm ein neues Mysterium.
Er hat sein Herz erhoben
Über die sichtbare Welt
Und sucht nur in den Tempel des Geliebten zu kommen.

Diese Suche sollte so leidenschaftlich sein


Wie der wahnsinnige Medschnun
Seine Layla begehrte, die Göttin der Nacht.

Wie der wahnsinnige Medschnun


Seine Nachtgöttin Layla liebt,
In purer menschlicher Liebe
Von höchster Liebesart,
So soll der fromme Pilger
Die Ewige Gottheit suchen.

Denn eines Tages sahen die Leute,


Wie Medschnun den Staub aufwühlte
Und heiße Tränen vergoss.
Was machst du, fragten die Leute.
Ich suche Layla, meine Geliebte, sprach Medschnun.
Die Leute riefen: Weh dir!
Layla ist von reiner Geistigkeit
Und du suchst die Geliebte im Staub?
Medschnun sagte: Ich suche sie überall,
Ach, dass ich sie irgendwo finde!

Zwar suchen die Weisen


Den König der Könige
Nicht im Staub,
Doch suchen die Weisen
Mit solchem leidenschaftlichen Liebesverlangen
Wie der wahnsinnige Medschnun
Seine geliebte Layla sucht.

Der Gottsucher muß die Gottheit so suchen,


Daß er alles verneint, was existiert,
Und zu allen Geschöpfen Nein sagt,
Bis er durch die negative Theologie
Zu jenem geistigen Nichts gelangt,
Da er ausruft voller Staunen:
Aber du, o Herr!
Es ist kein Gott außer Gott der HERR allein.
Es ist kein Gott, ist Negation,
Denn Gott ist Nichts,
Verglichen mit allem Seienden.
Doch Gott ist der Herr allein,
Das ist das letzte Ja,
Das göttliche Aber:
Aber du, o Herr!
Das ist der Beginn des Glaubens
Und des wahren Bekenntnisses.

Der Pilger aber muß sich selbst verlassen


Auf der Suche nach Ihm,
Da erst wird er den Honig schmecken
Und schmecken, wie gut der Herr ist,
Und kosten, wie süß der Name des Herrn ist,
Und genießen die Kommunion mit Ihm.

Wenn du dann den Becher leerst


Der Kommunion mit dem Liebling,
Vergisst du die Welt und ihre Kinder
Und vergisst du dich selbst
Und verlierst dich in den Geliebten.

Suche den Geliebten an allen Enden der Erde,


Bei allen Völkern und Zungen,
Suche, bis du entdeckst
Das Mysterium des Vielgeliebten.

Schau, und siehe, du wirst schauen


Das Antlitz des Einziggeliebten
In manchem menschlichen Antlitz.

Wenn der Pilger in diesem Tal


Durch den Beistand der göttlichen Gnade
Die Spur der Fußtapfen seines Geliebten findet,
Wird er augenblicklich hinübergehen
In das Tal der Ewigen Liebe
Und dort wird er verschmelzen
Mit der lebendigen Liebesflamme.

DAS ZWEITE TAL

In dem Tal der Liebe


Ist ein attraktives Himmelreich
Und eine all-erleuchtende Sonne,
Brennendes Begehren,
Und die lebendige Liebesflamme
Lodert wie Feuerschlangen!

Wo die lebendige Liebesflamme


Wie feurige Schlangen lodert,
Da wird die Ernte des Verstandes verbrannt.

Hier ist der Pilger bewusstlos,


Bewusstlos aller Kreaturen
Und bewusstlos seines eigenen Ichs.

Er weiß nichts von dem Wissen


Und weiß nichts von der Unwissenheit,
Er schwebt über den Dogmen
Und ist frei von aller Gottlosigkeit.

Er überlässt die Gottlosigkeit den Gottlosen


Und die Dogmatik den Dogmatikprofessoren.
Ein kleiner Dorn der Pein
Von der Rose der göttlichen Liebe
Ist genug dem Pilger.

Die Stute, die ich reite


Im Tal der Liebe,
Ist die Stute der Pein.

Ohne Kreuz wird die Pilgerschaft nicht vollendet.

Der Verliebte kann an nichts andres denken


Als an den Einen Liebling.
Der Pilger sucht keine Zuflucht
Als an dem Rocksaum des Geliebten.
An jedem Tag
Gibt er in tausend Toden sein Leben hin
In der Nachfolge des Geliebten.
Bei jedem Schritt
Wirft er tausend Feinde
Zu den Füßen des Schemels des Geliebten.

Mein Bruder!
Erst wenn du in das Ägypten des Geistes ziehst,
Wirst du Josef finden,
Die Schönheit des Geliebten.
Wie Jakob musst du aufgeben
Die äußeren weltlichen Augen
Und das innere Auge des Herzens öffnen.
Erst wenn du erfüllt bist
Von der lebendigen Liebesflamme,
Wirst du in Kommunion sein
Mit dem Liebling in Ekstase!

Der Liebende fürchtet kein Geschöpf


Und kein Verlust kann ihn betrüben.

Man wird ihn finden


Kühl im Feuerofen
Und trocken in den Meereswogen.

Die Liebe akzeptiert keine Existenz


Und wünscht sich nichts auf Erden.
Der Gottsucher findet Leben im Tod
Und in der Demütigung findet er seinen Ruhm.

Viel Weisheit ist notwendig,


Um einen bereit zu machen
Für die Weißglut der Liebe.

Selig ist das Haupt,


Das in den Staub geworfen liegt
Vor den Spuren der Fußtapfen
Seines Lieblings.

Sei ein Fremdling deinem Ich,


Damit du den Weg findest
Zu dem einzigbegehrten Liebling.

Verbanne die sterbliche Erde,


Damit du Ruhe findest
Im Taubennest
Der allmächtigen Liebe!

Zu Nichts musst du werden,


Damit du erfüllt wirst
Vom Feuer des Ewigen Seins
Und angenommen werden kannst
Von der Ewigen Liebe.

Die Ewige Liebe akzeptiert


Keinen, der an sterblichen Dingen hängt.
Der Falke des Himmels
Speist keine toten Ratten!

Jeden Augenblick
Verzehrt die Liebe
Die sterbliche Welt.

In welchem Land auch immer


Der Pilger die Fahne der Liebe hisst,
Die Liebe macht ihn
Immer und überall
Trostlos traurig!

Die eigne Existenz


Hat kein Sein
Im Bereich der Ewigen Liebe!
Und Männer des Verstandes
Haben kein Bürgerrecht
Im Fürstentum der Schönen Liebe!
Der Walfisch der Liebe
Speit aus die Männer des Verstandes
Und zerstört die Stolzen,
Die auf ihr Vielwissen stolz sind.

Selbst die sieben Weltmeere


Löschen nicht den Durst,
Den das Feuer der Liebe
Im Herzen des Pilgers entzündet!

Und dennoch ruft der Pilger:


Ist da noch irgendein Mensch
Der Liebe auf Erden?

Die sieben Schleier


Des satanischen Egoismus
Werden verbrannt
Vom Feuer der Ewigen Liebe,
So dass der Geist ganz nackt
Und sauber und pur
Vorm Herrn der Herren steht
Und spricht: Für dich allein!

Dann spricht Gott zum Gottseher:


Für dich, für dich allein
Bin ich gestorben am Kreuz!

Entzünde die Flamme der Liebe


Und lass vom Liebesfeuer verzehren
Alle Besessenheiten des Egoismus,
Dann steige barfuß und unbeschuht
Auf den Gipfel des Berges der Liebe.

Von dort wird der Pilger


Hinüberschreiten vom Gipfel der Liebe
Ins Tal der göttlichen Erkenntnis!

DAS DRITTE TAL

Der Pilger wird geführt


Vom Zweifel zum Vertrauen
Und geführt von der Nacht
Der weltlichen Irrtümer
Wilden Begehrens
Ins Licht
Der Führung
Durch die Pietät.

Sein inneres Auge


Wird geöffnet
Und er wird leben
In inniger Kommunion
Mit seinem Liebling!

Er öffnet die Pforte


Der Wahrheit und der Devotion
Und schließt das Tor
Des Aberglaubens und Stolzes.

Er gehorcht dem Gesetze Gottes,


Wird Leben im Tod erkennen
Und empfängt die Mysterien
Des Lebens der kommenden Welt
Und der Neuen Schöpfung
Und erkennt den Neuen Himmel und die Neue Erde
Mit den inneren Augen,
Und mit einem spirituellen Herzen
Erkennt er die Ewige Weisheit
In der Evidenz Gottes.

In einem Ozean
Erkennt er den Tropfen
Und in dem Tropfen
Erkennt er den Ozean.

Der Pilger empfängt in diesem Tal


Visionen, so dass er schaut
In aller Schöpfung
Die ewigen Ideen Gottes.
Wohin immer er schaut,
Er schaut die Spuren Gottes.

Über aller Ungerechtigkeit


Erkennt er die göttliche Justitia,
Über der strengen Justitia
Sieht er triumphieren
Die mütterliche Misericordia.

In allen Irrlehren
Entdeckt er
Den Samen der absoluten Wahrheit.

Er bricht aus dem Gefängnis


Der fleischlichen Begierde
Und wird berührt vom Geist
Der Heiligen in der Unsterblichkeit.
Er bittet um die Himmelsleiter
Und steigt hinan
In den Ideenhimmel.

Wird er unterdrückt
Von den Kindern dieser Welt,
So leidet er in Geduld.
Wenn er Zornige sieht
In ihren Zornausbrüchen,
Hat er Mitleid mit ihnen.

Der Pilger sieht


Den Anfang aller Dinge
Und das Ziel aller Dinge
Als Eines.
Ja, mehr noch,
Der Pilger schaut Eines,
Welches ohne Anfang
Und ohne Ende ist.

Die vollkommene
Erkenntnis des Herrn
Ist es, ihn zu befreien
Von allem, was nicht Gott ist.

Herr, führe uns den rechten Weg


Und segne uns
Mit göttlicher Liebe,
Deiner Substanz!
Frei von uns selber
Und frei von allen Geschöpfen
Sind wir, frei für dich,
Um nichts zu wissen als Gott allein,
Um nichts zu schauen als Gott allein,
Um nichts zu lieben als Gott allein.

Ja, der Pilger


Geht noch über die Liebe hinaus,
Denn die Liebe
Ist eine dünne Haut
Zwischen dem Liebenden und dem Liebling.

Ich bin Gottes Eigentum


Und kehre heim
In Gottes Schoß.

Und so schreitet der Pilger


Vom Tal der göttlichen Erkenntnis
Hinüber ins Tal
Der göttlichen Vereinigung!

DAS VIERTE TAL

Der Pilger trinkt


Vom heiligen Kelch
Der Theoria
Und schaut
Die Hypostasen
Der Einen Gottheit.

Er reißt den Schleier herunter


Des Vielen,
Flieht die Welt
Der irdischen Lüste
Und steigt in den Himmel
Der Einen Gottnatur.

Er lauscht
Mit heiligen Ohren
Und schaut die Wunder
Der Schöpfung
Durch das Wort des Herrn
Mit heiligen Augen.

Er betritt den Garten


Der göttlichen Freundschaft
Und tritt ein in den Pavillon
Seines Lieblings!

Er weiß nichts mehr


Von seinem Ich
Und hat auch seinen Namen vergessen
Und kennt nur noch
Sein Selbst versunken in Gott
Und kennt nur noch
Den Namen des Herrn, ja,
Den Namen des Herrn als seinen eigenen Namen.

Er hört die Stimme


Des Königs
Und die Melodien
Des Saitenspieles Gottes.

Er schaut alle Dinge an


Mit der Vision
Des einzigen Gottes
Und sieht das Licht Gottes
Durch alle Dinge scheinen.

Siehe das Phänomen der Sonne,


Die über Gute und Böse scheint.
Aber das Maß,
In dem die Sonne
Die Orte erleuchtet,
Ist gemäß der Orte Offenheit.

In einem fleckenlosen Spiegel


Scheint die Sonne hell
Und in einem Kristall
Offenbart sich ihr Feuer.

Einige Menschen aber


Haben den Seelengrund
Der Erkenntnis Gottes
Ummauert
Mit Egoismus und Begierden
Und leben verschleiert
Von Taubheit und Blindheit
Und sehen die Sonne der Ideen nicht
Und kennen die sieben Mysterien des Lieblings nicht
Und sind beraubt des Schatzes
Der Ewigen Weisheit
Und der göttlichen Schönheit
Und ausgeschlossen
Vom Allerheiligsten
Der göttlichen Gloria.

Ein reines Herz


Ist wie ein Spiegel,
Gereinigt durch Liebe
Und durch Absonderung von allem
Außer Gott,
Und die Ideale Sonne
Und die Ewige Luna
Spiegeln sich im reinen Herzen.

Der Himmel aller Himmel


Kann Gott nicht umfassen
Und kein Tempel auf Erden
Und dennoch will Gott
Wohnen im reinen Herzen.

Wenn die Ideale Sonne


Als Lichtglanz des Lieblings
Thront in deinem Herzensthron,
So strahlt das göttliche Feuer
Durch alle deine Glieder.

Wenn ein Gottesknecht


Mit Gott spricht im Gebet,
Hört Gott den Gottesknecht
Und spricht zu ihm
Und mehr noch,
Gott hört
Dann mit den Ohren seines Knechtes.

Denn der Hausherr


Ist im ganzen Hause der Herr
Und die Säulen des Tempels
Sind Lichtstrahlen Gottes.
Alles lebt und bewegt sich
Durch Gottes Leben
Und alles erhebt sich
Nach Gottes Begehren.

Dies ist die Quelle,


Von der jene trinken,
Die Gott nah sind.

Gottes Evidenz
Ist Gottes Menschwerdung.
Gottes Ewiges Sein
Ist Sein Name.

Einen sterblichen Schatten


Kannst du nicht vergleichen
Der Idealen Sonne!

Und dennoch wird


Die Sonne der Wahrheit
Sichtbar in den Spiegeln
Ihrer Heiligen.

Die göttliche Sonne


Strahlt im Herzen,
Aber sie ist verschleiert
Von irdischer Sinnlichkeit.
Entferne den Schleier,
Dann schaust du
Die bloße Sonne.

Wenn du von dem Antlitz


Deines Herzens
Den Schleier der Täuschung
Herunterreißt,
Schaust du die göttliche Sonne
Klar im Spiegel
Des unverschleierten Angesichts
Deines inneren Menschen.

In dir ist
Ohne Eingang und Ausgang
Die Sonne der Gottessubstanz,
Die Substanz alles Seienden,
Das Urmysterium
Des begehrten Lieblings!

Zwischen dem Liebenden


Und dem begehrten Liebling
Darf nicht die dünnste Haut sein!

Dies ist nicht Bücherwissen


Und nicht studierte Weisheit
Und angelesene Erkenntnis,
Sondern unmittelbar
In der Nacht des Kreuzes
Eingegossene Weisheit.

Der Gottesknecht
Erkennt sich als Nichts
Selbst im Kreis der Gottesfreunde,
Wieviel mehr dann erst
In der Realpräsenz
Des Einzigen Lieblings!

Halleluja dem Herrn!


Hosianna in der Höhe!

Friede sei mit dir,


Der du vollendest die Pilgerreise
Und folgst dem Herrn, geführt
Vom Licht seiner Gnade!

DAS FÜNFTE TAL

In diesem Tal vernimmt der Pilger


Das Blasen
Der göttlichen Befriedigung,
Das kommt aus der Wüste des Geistes
Und verzehrt den Schleier
Der Entbehrung.

Hier bezeugt der Pilger


Den Tag, da der Herr kommt,
Alle zu befreien
Mit der Kraft seines rechten Arms.

Der Pilger schaut


Den Tag der Erlösung
Mit den inneren Augen
Und mit den äußeren Augen
In den unsichtbaren
Und in den sichtbaren Dingen.

Der Pilger schreitet fort


Von der großen Traurigkeit
Zur stillen Freude
Und er wechselt
Die Depression aus gegen
Die Heiterkeit

Obwohl die Pilger


Äußerlich noch auf Erden sind,
Doch innerlich ruhen sie
Auf dem Sopha der Ideen,
Der Pilger hat Anteil
An der Gnade des Ideals
Und trinkt Tropfen
Puren spirituellen Weins.

Die menschliche Zunge


Kann nicht sprechen
Von der Gnade
Der letzten drei Täler
Und der Pilger spricht
Kurz angebunden.

Die Feder kann es nicht beschreiben


Und die Tinte lässt nur Kleckse zurück.

Die Nachtigall
Seines Herzens
Singt andre Melodien
Und tönt Mysterien.
Das Herz ist erregt
Und der Geist ist verstört.

Aber das Rätsel


Der Idee
Kann nur offenbart werden
Von Herz zu Herz
Und bekannt werden
Von Busen zu Busen.

Nur das Herz


Kann kommunizieren
Mit dem Herzen
Dessen, der Erkenntnis erlangt
Der göttlichen Geheimnisse.
Das kann kein Briefbote sagen
Und kein Schriftsteller schreiben in Texten.
Über vieles muß ich schweigen,
Denn ich bin nicht in der Lage,
Es so zu sagen, wie es ist.
Mein Zustand ist jenseits
Des Sagbaren
Und meine Worte sind ungenügend.

Erst wenn du den Garten erreicht


Der göttlichen Zeichen und Wunder,
In dem Unwirklichen
Siehst das Zeichen
Der göttlichen Realpräsenz
Und durch die Akzidentien
Schaust das Mysterium
Der göttlichen Substanz,
Wenn verzehrt ist der Schleier
Durch einen glühenden Seufzer
Und die Vorhänge aufgehen,
Starrst du an das göttliche Antlitz
Der Idealen Sonne.

Am Tag des Herrn


Wird deine Aussicht klar!
Das ist die Evidenz der Aussage.

Das Tal der göttlichen Befriedigung


Wird irrtümlich auch
Das Tal des Reichtums genannt.

Von diesem Tal


Der puren Befriedigung
Gelangt der Pilger
In das Tal
Des kindlichen Staunens.

DAS SECHSTE TAL

Der Pilger wirft sich


In das Meer der Größe
Und jeden Augenblick
Wird sein Erstaunen größer.

Er staunt
Vor der Gloria
Des all-liebenden Gottes
Und gibt auf
Sein eigenes Ich.

Viele Bäume
Der ewigen Ideen
Blühen durch das Blasen
Des Staunens
Und viele gefiederte Seelen
Wohnen in den Kronen.

Jeden Augenblick
Staunt der Pilger
Über Neue Welten,
Eine Neue Kreation,
Er wundert sich und staunt,
O Staunen über Staunen,
Über den Neuen Himmel und die Neue Erde
Des einen Herrn
Der drei Personen.
Wenn wir nur über eine einzige Welt
Der Neuen Kreation
Beschaulich meditieren,
Erkennen wir tausend mal zehntausend
Weisheiten!

Eine dieser Weisheiten


Ist die Weisheit des Schlafs,
Die Weisheit des Traums.
Bedenke, welche Schätze
Im Traum des Schlafs
Verborgen sind und welche
Weisheiten darin umhergehen.

Siehe, du schläfst in einer Wohnung,


Die Türen sind abgeschlossen.
Plötzlich bist du in einer andern Stadt,
Du gehst umher in der fernen Stadt
Ohne deine Füße zu bewegen,
Du siehst die Herrlichkeiten dieser Stadt
Ohne die Augen zu bewegen,
Du sprichst zu den Bewohnern
Ohne die Zunge zu bewegen.

Es kann sein, zehn Jahre später,


Da bezeugst du in Wirklichkeit,
Daß du dann alles erlebst,
Was dir einst im Traum geschehen ist.

Viele sichtbare Weisheiten sind


In deinem Traum,
Aber nur die Pilger
Aus dem Tal des Staunens
Erkennen diese Weisheiten in der Nacht.

Was ist das für eine Welt,


Die man sinnlich wahrnimmt
Ohne seine Sinne zu gebrauchen?

Wie kann es sein,


Daß du heute erlebst
In der wirklichen Welt,
Was du Jahre zuvor
Erlebt hast im Traum?

Gott, der Allerhöchste,


Hat diese Zeichen und Wunder gestiftet
In den menschlichen Kreaturen,
So dass die Philosophen nicht leugnen können
Das Leben nach dem Tod.

Einige Philosophen nämlich


Glauben nur an die Vernunft,
Obwohl die Vernunft allein
Von den göttlichen Dingen nichts wissen kann,
Es sei denn durch die göttliche Vernunft selber.

Wie kann ein Mensch


Begreifen Gottes Wort?
Wie kann eine Spinne
In ihrem Spinnennetz fangen
Den auferstandenen Phönix?

Alle diese Wunder


Findet der Pilger
Im Tal des kindlichen Staunens
Und er sucht
Zeichen und Wunder,
Ohne verrückt zu werden.

Der Herr derjenigen, die nicht mehr leben auf Erden,


Der Herr derjenigen, die noch nicht leben auf Erden,
Er teilt jedem das Maß zu
Der Reflektion und des Staunens.
O Herr, ich staune über dich!

Auch staune über die Größe


Der ganzen Schöpfung
Und ihrer Entwicklung
In Myriaden Äonen
Und staune: Dies All
Liegt in Gottes Hand!

Warum denkst du,


Dein Körper sei unbedeutend?
In deinem Körper
Ist ein ganzes Universum
Von staunenswerten Wundern!

Es ist aber notwendig,


Zu übersteigen
Die animalische Daseinsweise
Und ganz menschlich zu sein.

Lokman
Trank an der Quelle der Weisheit
Und schmeckte das Wasser
Des Ozeans der Allbarmherzigkeit
Und sprach zu Nathan, seinem Sohn:
Ein Traum ist dieses Dasein,
Das Erwachen ist das Ewige Leben.

Sohn, wenn du nicht einschlafen kannst,


Kannst du auch nicht sterben,
Und wenn du morgens nicht erwachen kannst,
Kannst du nicht auferstehen vom Tod
Zum Ewigen Leben in Gott.

Das Herz ist wie ein Kaufmannsladen,


Wo man göttliche Mysterien handelt.

Du bist ein Bürger


Des Hofes der gottnahen Heiligen,
Wähle kein irdisches Haus!

Diese Worte bleiben unvollendet.


Ich bin entmutigt
Und niedergeschlagen.
Gott, erbarme dich meiner!
Meine Feder weint
Und meine Tinte tropft Tränen
Und der Strom meines Herzens
Rollt in Wellen des Blutes.

Nichts kann uns schaden,


Denn Gott allein genügt!

Friede sei mit dir,


Der du folgst der Führung
Des heiligen Geistes!

Von dem Tal des kindlichen Staunens


Oder dem Tal des Perplexseins
Kommt der Pilger
Ins Tal der geistlichen Armut
Und der absoluten Vernichtung.

DAS SIEBENTE TAL

Dies ist das Tal,


Da das Ich stirbt
Und lebt fortan in Gott.
Der Mensch ist arm in seinem Ich
Und reich in dem begehrten Liebling.

Armut meint hier,


Arm zu sein an allem Geschaffnen
Und reich zu sein
An allen Schätzen der absoluten Wahrheit.

Denn wenn ein guter Freund


Und verliebter Freier
Zur Freundschaft Gottes kommt,
Zum göttlichen Liebling,
Ein Feuer fährt in ihn
Vom Lichtglanz der göttlichen Schönheit
Des Ewiggeliebten.
Die Hitze im Herzen des Liebenden
Verzehrt alle Schleier
Und verzehrt alle Kleidung.

Ja, alle Schleier,


Alle Kleidung verbrennt,
Die Haut verbrennt!
Nichts bleibt
Als allein die Freundschaft Gottes!

Wenn die Hypostasen


Des alten Gottes
Sich offenbaren,
Dann verzehrt der Mittler
Alle akzidentiellen Attribute.

Der diese Blöße erreicht,


Der ist geheiligt
Und losgelöst und abgesondert
Von allen weltlichen Kindern.

Die eintauchen
In den Ozean der Mystischen Union,
Die besitzen kein begrenztes Ding
In dieser sterblichen Welt,
Seien es Begierden
Nach stofflichen Lüsten
Oder egoistisches Denken,
All das kümmert den Pilger nicht.

Wer besessen ist


Von begrenzten Dingen,
Der ist gefangen in den Grenzen der Dinge,
Aber wer besessen ist von Gott allein,
Der ist grenzenlos frei.

Frau Armut,
Sagt der Heilige,
Ist meine Gloria.

Die Spuren aller Dinge


Sind vernichtet
In dem Pilger
Und die Schönheit
Des Heiligen Antlitzes
Entschleiert sich selbst
Im Orient der Ewigkeit
Und du verstehst das Wort:
Alles ist sterblich und vergänglich
Außer dem menschlichen Antlitz Gottes!

Lausche den Melodien


Des heiligen Geistes in allem!

Die Erleuchtung durch das göttliche Licht


Wird nicht zu aller Zeit
Durch deine Seele scheinen.

Obwohl die Gnade


Des gnadenreichen Herrn
Ist ewig und ohne Unterbrechung fließend,
Misst die göttliche Gnade
Doch ihre Gaben
Und ordnet jedem die Gaben zu
Nach ihrem Wohlgefallen.

Die Wolke der Allbarmherzigkeit


Wird regnen auf den Garten der Seele
Allein in Zeiten des Frühlings.

Andre Jahreszeiten haben keinen Anteil


An der allmächtigen Gnade
Und versteinerter Erdboden
Ist kein Favorit der göttlichen Gnade.

Nicht jedes Meer bringt Perlen hervor,


Nicht jeder Dornstrauch bringt Rosen,
Nicht in jedem Rosenbusch singt die Nachtigall.

Bis die Nachtigall heimkehrt


In den göttlichen Rosengarten
Und das Licht der spirituellen Morgenröte
Heimkehrt zur Sonne der absoluten Wahrheit,
Suche zu erhaschen
Einen Duft
Des Unsterblichen Rosengartens
Schon auf Erden!

Wenn du diesen Zustand erreicht hast,


Werden dir alle Freunde fremd sein
Und du schaust allein den Liebling,
Das unverschleierte Antlitz
Des göttlichen Lieblings allein!

Du hast aufgegeben
Den Tropfen vereinzelten Lebens
Und bist eingetaucht
In den Ozean der Ewigen Liebe!

Dies ist das Ziel,


Das du von Gott begehrst,
Hier fallen selbst die Schleier
Aus reinem Licht!

Vor der göttlichen Schönheit Antlitz


Sind keine Schleier
Als Transparenz allein
Und der göttliche Liebling
Trägt keine Kleider
Als allein die göttlichen Hypostasen!

Hier wird der Pilger


Eins mit Gott,
Ja,
Gott in Gott!

Gott ist Alles in Allen


Und Alles ist in Gott.

Wer in diesem Weinberg


Sein Zelt aufgeschlagen –
Wer gelegen unter diesen Rosen
Im Garten Eden –
Der weiß, was ich sage.

Dies ist es, was der Dichter meint mit dem Vers:

Leb in der Liebe, doch / die Liebe lebt in Not,


Der Liebe Anfang: Schmerz! / Der Liebe Ende: Tod!

RUBAIYAT

Hier weißes Brot im grünen Gartenzelt


Und Verse und den besten Wein der Welt
Und Vögel singen in der dunklen Nacht,
Das ists, was Mein Geist für den Himmel hält.

II

Die einen wollen nichts als Lust hienieden,


Die anderen des Paradieses Süden,
So nimm dein Gold, laß ab von deinen Schulden,
Ob auch die Trommeln treiben aus den Frieden.

Ich trinke Wein, man nennt mich einen Heiden,


Lässt mich an Ruhm und Ehre Schande leiden,
Ich staune, was die Schenkenwirte kaufen,
Nur halb so guten Wein wollt ich bescheiden.

Wir lieben gute Weine, so als hätte


Die Zeit sie selbst gekeltert um die Wette,
Ein Becher Wein, den zweiten und den dritten,
Den vierten, taumelnd torkeln wir zu Bette!

Mein Knabe ist ganz hilflos bei dem Spiele,


Der auf dem Schachbrett nicht gelangt zum Ziele,
Stellt bloß die Dame, schlägt den eignen König,
Dann legt er nieder sich in seinem Pfühle.

Mein Finger schreibt und was ich hab geschrieben


Wird nicht von deinem Glauben ausgetrieben,
Nicht eine halbe Zeile will ich löschen,
Ich schriebs und alle Verse sind geblieben.

III

Im süßen Frühling auf der grünen Wiese


Mit Wein und Weib und einer milden Brise -
Ihr dürft mich schimpfen einen Straßenköter,
Doch dieses gleiche ich dem Paradiese.

IV

Schau nicht zum Himmel, denn da herrscht das Schweigen,


Auch dem Gebet sich keine Ohren neigen,
Die Nähe ist so nah bei Gott wie Ferne,
Das Hier ist wie das Dort, ich wills dir zeigen.

Denkst du, daß einem solchen irren Hunde


Wie dir ward von dem wahren Glauben Kunde?
Ich wüsste aber nichts vom wahren Glauben?
Glaub, was du willst - es kommt der Wahrheit Stunde!

Gott lässt doch Trauben wachsen! Trauben winken


Wie Brüste! Gott verbietet, Wein zu trinken?
Gib Ehre Gott! Er lässt die Trauben reifen,
Er liebt es, wenn die Trunkenen versinken!

Nur eine Flasche Wein, ein Buch Gedichte,


Genug, daß ich mein Lebenswerk verrichte,
Nur ich und du in einem stillen Garten,
Das macht des Sultans Herrlichkeit zunichte!
Nur einen Brotlaib Weißbrot, lieben Leute,
Zwei Kannen Wein und Lammfleisch will ich heute
Und dann im Garten, ah, das Rosenmädchen -
Kein Sultan kennt auf Erden solche Freude!

VI

Schatz! Morgenrot! Du mögest dich erheben,


Mit Fingern lass die Harfensaiten beben!
Die hier sind, werden hier nicht lang mehr bleiben -
Die Toten kommen nicht zurück ins Leben.

VII

Ein Becher Wein,


Ein Lamm ganz rein,
Mein Schatz, und du!

Ich höre lang


Zur Nacht Gesang
In tiefster Ruh.

NACH DEM KORAN

In dem Namen meines Gottes,


Des barmherzigen Erbarmens!
Unvermeidlich der Gerichtstag
Kommen wird zu allen Menschen.
Dann wird keine Menschenseele
Länger leugnen den Gerichtstag.
Gott erniedrigt alle Stolzen,
Gott erhebt die Armen, Kleinen.
Wenn erschüttert wird die Erde
Und zerschmettert werden Berge,
Alles wird zu Staubeswolken,
Wird es geben diese Klassen:
Die Gefährten zu der Rechten
(O glückselig sind die Lämmer),
Die Gefährten zu der Linken
(Ach elendig sind die Böcke)
Und die Heiligen vor allem,
Die da sind vorausgegangen
In dem Guten, in der Liebe,
In dem Glauben, in den Werken,
Gehen auch voran im Himmel,
In dem Paradiese Gottes,
Werden sein dem Herrn die Nächsten,
Leben in dem Garten Eden.
Diese ruhen dann auf Kissen
Unter Gold und Edelsteinen,
Die einander gegenüber
Lehnen sich in weichen Kissen.
Jünglinge und Knaben werden
Unverwelkter Jugendblüte
Ewig jung den Frommen dienen
Mit der Schönheit ihrer Reinheit,
Werden sie umkreisen heiter
Mit den Bechern für die Zecher,
Heilig mit geweihten Kelchen
Und mit Flaschen besten Weines,
Dieser Wein von reinen Knaben
Wird bereiten keinen Kopfschmerz,
Wird berauschen mit der Wahrheit,
Doch nicht die Vernunft verdunkeln.
Und die himmlisch-reinen Knaben
Kommen mit den süßen Früchten
Und die Frommen in dem Himmel
Wählen sich die schönsten Früchte
Und die himmlisch-reinen Knaben
Mit dem Fleische von Geflügel
Kommen, wie die Frommen wünschen,
Mit der leckersten der Speisen.
Und die Frauen – oh die Frauen! –
Mit den großen schönen Augen,
Perlen gleich in ihren Muscheln,
Sie sind Minnelohn den Minnern!
Frauen, welche Weisheit reden
Und kein närrisches Geschwätze,
Frauen in der Tugendreinheit,
Ohne Laster, ohne Sünden,
Diese Frauen rufen: Friede,
Friede sei den Himmelsbürgern!
Die Gefährten zu der Rechten
(O glückselig sind die Lämmer)
Ruhen unter dornenlosen
Lotosblumen, Lotosblüten,
Ruhen unter grünen Büscheln
Himmlischer Bananenbäume.
Ruhen bei den Wasserbächen
Unter Überfluß von Früchten,
Nie zuende gehen die Feigen,
Nicht verboten sind die Feigen!
Wohnen werden sie mit Huris
Hingebettet in die Kissen,
Frauen ganz besondrer Schöpfung,
Nimmer alternd, ewig reizend,
Nie gebärend, nie erschlaffend,
Nie verwelkend ihre Brüste,
Immer eng der Schoß der Frauen,
Nach dem Akt erneut jungfräulich,
Diese machte Gott zu Huris,
Immerwährend sind sie Huris,
Stets intakt das süße Hymen,
Immer eng der Schoß der Frauen,
Dieser Himmelsfrauen Gatten
Sind wie Jünglinge bei Jungfraun,
Siebzehnjährig in dem Himmel,
In der Blüte ihrer Schönheit,
Dieser Himmelsfrauen Gatten
In den Gärten in den Himmeln
Werden allezeit geliebt sein
Mit bedingungsloser Liebe!

In dem Namen meines Gottes,


Allbarmherzigkeit-Erbarmen!
Allbarmherzigkeit-Erbarmen
Lehrte mich die Offenbarung.
Gott der Herr erschuf den Menschen,
Lehrte ihn Vernunft und Sprache,
Lehrte ihn die Unterscheidung
Und die Schönheit seines Wortes.
Es bewegen sich die Sonne
Und der Mond nach ihrer Regel,
Welche nach gewissen Regeln
Lenkt die Liebe unsres Gottes.
Auch die Gräser auf der Erde
Und die Bäume Gott verehren
Und der Himmel ist erhoben
Und die Waage steht am Himmel.
Weil die Waage steht am Himmel,
Messt auch ihr mit eurer Waage
Als Gerechte in dem Handel,
Seid gerecht in allen Werken.
Gott hat für die Lebewesen
Mutter Erde zubereitet,
Mutter Erde mit den Äpfeln
Und den hohen Dattelpalmen,
Mit den Samen in den Früchten,
Mit den Körnern in den Ähren,
Mit den Kräutern in den Beeten
Und den Trauben an den Reben.
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Gott der Herr erschuf den Menschen
Aus dem Ton der Mutter Erde.
Gott der Herr erschuf den Menschen
Aus dem Ton der Mutter Erde,
Modellierte wie ein Töpfer
Eine Frau wie eine Vase.
Und den Genius der Frauen
Hauchte Gott aus seinem Feuer
Und die Geister seines Himmels
Schuf als Winde er und Flammen.
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Salzigem und süßem Wasser
Machte Gott der Herr die Betten,
Salzigem und süßem Wasser,
Beide Wasser werden einmal
Sich in Einem Bett vereinen,
So verheißt es Gottes Weisheit.
Aber zwischen beiden Wassern
Jetzt ist eine Scheidemauer,
Daß sich jetzt die beiden Wasser
Nicht vermischen voller Liebe.
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Aus den beiden Wassern stammen
Große Perlen, kleine Perlen.
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Gottes sind des Meeres Schiffe,
Welche hohen Bergen gleichen.
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Eitel ist auf Erden alles,
Nichts als Luftgespinst und Windhauch,
Nur die Herrlichkeit und Ehre
Von dem Angesichte Gottes
Bleibt in alle Ewigkeiten,
Gottes Antlitz höchster Schönheit!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Alle Himmel, alle Erden
Beten täglich zu dem Schöpfer.
Alle sieben Himmel beten,
Mutter Erde ruft zum Schöpfer,
Täglich wirkt die schöpferische
Gottesweisheit in der Schöpfung.
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
O ihr Genien und Menschen,
Rechenschaft verlangt der Richter!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Ihr des Himmels Heeresscharen,
O ihr Menschenkinder alle,
Brecht doch einmal aus den Grenzen,
Die der Schöpfer euch bestimmte,
Himmelsgrenzen, Erdengrenzen,
Möge Gott es euch erlauben!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Feuer wird der Richter schicken,
Seines Strafgerichtes Feuer!
Vor den Feuern des Gerichtes,
Ohne Rauch die Feuerflammen,
Rauch auch ohne Feuerflammen,
Kann sich schützen nicht die Menschheit!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Ja, zerreißen wird der Himmel,
Rot wie eine Scharlachrose,
Und zerschmelzen wird der Himmel,
Wie Balsamen-Salben schmelzen,
Und der Himmel wird zerfallen
Wie zerfällt das braune Leder!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Dann wird Gott der Weltenrichter
Keinen erst befragen müssen.
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Gott erkennt dann alle Frevler
An dem Zeichen auf der Stirne,
Gott wird dann die Frevler packen
An den Haaren ihres Hauptes,
Gott ergreift die Frevler alle
Und reißt ihnen weg die Füße!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Frevler kommen in die Hölle,
In den Feuersee voll Schwefel!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Wer gelebt in Ehrfurcht Gottes,
Der wird kommen in den Garten!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Ausgeschmückt mit Lebensbäumen
Und mit breiten Wipfelkronen!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
In den beiden Himmelsgärten
Plaudernd plätschern reine Quellen!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
In den beiden Himmelsgärten
Reifen Feige und Banane!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Ruhen sollen sie auf Betten,
Auf den Kissen, unter Decken,
Betten, die aus Samt und Seide
Und durchwirkt mit Goldbrokaten!
Und die Feigen aus dem Garten
Haltet ihr mit euren Händen!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
In den beiden Himmelsgärten
Sich befinden schönste Huris!
Schön die Augen dieser Huris,
Keusch gesenkt die langen Wimpern,
Frauen, die kein Mann erkannte,
Die kein Genius erkannte!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Schön sind Paradieses Huris
Wie Rubin und Süßmeerperle!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Soll der Lohn der Liebeswerke
Andres sein als süße Liebe?
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Außer jenen beiden Gärten
Sind da auch noch andre Gärten!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Diese andern Himmelsgärten
Sind beschattet von der Grünkraft!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Quellen sind in jenen Gärten,
Welche unerschöpflich sprudeln!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
In den beiden Himmelsgärten
Sind auch Feigen und Granaten!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
In den beiden Himmelsgärten
Reizend sind die schönsten Frauen!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Groß der Frauen schöne Augen,
Sie erwarten euch im Zelte!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Keusche unberührte Huris,
Nie erkannt von Mann und Engel!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Ihr liegt dort auf grünen Kissen
Und auf Teppichen von Blumen!
Welche von den Gnaden Gottes
Wollen denn die Leugner leugnen?
Ehre sei der Gottheit Allmacht –
Allbarmherzigkeit – Allweisheit!

DER MOSLEM

Der Moslem sprach: Sei Fatima gegrüßet!


Denn in den Himmel reiste Mohammed,
Er hat den alten Götzendienst gebüßet
Und nun im Paradiese Gottes steht,
Die Feige ihm das Paradies versüßet,
Die Feige ein zu seinem Mund geht
Und wird in seiner Lende Mannessamen,
So ging er ein zur Liebsten seiner Damen.

Und Mohammeds Gemahlin hat geboren


Die allerschönste Jungfrau Fatima.
Und Mohammed in ihre Muschelohren
Geflüstert hat: Am Tag, da ich dich sah,
Hielt ich für eine Jungfrau dich, erkoren
Von Gott, des Paradieses Jungfrau, nah
War mir in Fatima die schönste Huri,
Die schöner als Suleika und Siduri.

Die Jungfrau Fatima im Himmelreiche,


Sie reitet auf dem schaukelnden Kamel,
Die Wimpern des Kamels sind ohnegleiche,
Das Tier geführt vom Engel Gabriel
Trägt Fatima, die honiggoldne, weiche,
Zur Seite ihr der Engel Michael,
Die Engel alle Fatima bedienen,
Ihr roter Mund gleicht purpurnen Rubinen.

Der Engel Gabriel ruft: Seid nun stille,


Ihr Himmelsbürger in dem Paradies,
Denn jetzt kommt Fatima, und Gottes Wille
Ist, dass ihr stille seid, und überdies
Verehrt der schönsten Paradiesfrau Fülle,
Daß jeder Moslem Fatima genieß,
Ja, Fatima im Leib von Honiggolde,
Des Paradieses Jungfrau sie, die Holde!

O, Fatima ist voller Licht und Schimmer,


Sie ist verherrlicht von Allah, dem Herrn!
In ihres himmlischen Palastes Zimmer
Wie der Rubin erstrahlt der Morgenstern.
Das Allerbarmen Gottes waltet immer,
Die Gottheit ist dem Paradies nicht fern,
Da Fatima erstrahlt wie ein Karfunkel,
Ein Diamant, erleuchtend alles Dunkel

Wir werden alle einst von Gott gerichtet


Vorm Richtstuhl göttlicher Gerechtigkeit.
Die Übeltäter werden dann vernichtet
Und leiden Qualen alle Ewigkeit.
Wer aber auf die Lust der Welt verzichtet,
Vertraut der göttlichen Barmherzigkeit,
Der lebt im Himmel auf smaragdner Wiese
Im Garten Eden, in dem Paradiese.

Gerichtet werden wir nach unsern Werken,


Die Werke seien böse oder gut.
Allah wird die gerechten Moslems stärken
Und wird sie laden ein zum Höchsten Gut.
Im Paradiese, das sollt ihr euch merken,
Fließt unterm frischen Grün kristallne Flut
Und hohe Palmen sanft sich zu euch neigen
Und schütten euch in euren Schoß die Feigen.

Ihr werdet Gott im Paradies nicht sehen,


Doch Jungfraun seht ihr in dem Paradies.
Die Jungfraun sich im Schleiertanze drehen,
Sie alle honiggold und honigsüß,
Die langen schwarzen Haare flattern, wehen.
O Moslem, deinen Harem dort genieß,
Du kannst Allahs Barmherzigkeit vertrauen,
Er schenkt dir zweiundsiebzig Haremsfrauen!

Du wirst in hoher Dattelpalmen Schatten


Dich mit den Jungfraun dort in deinem Zelt
Vereinigen, die Jungfraun dort begatten,
Die Jungfernhaut wird stets neu hergestellt,
Und nie erlahmen dort der Moslems Latten,
Die Huris, schöner als die Fraun der Welt –
Ich kenne jeder Haura, jede Huri,
Suleika und Sulima und Siduri.

Der Duft von Einer ihrer Lockenspitzen


Erfüllt die Welt mit einem Liebestraum,
Du wirst mit ihr auf grünem Sopha sitzen,
Sie ist so schön wie Sohre aus dem Schaum,
Du saugst an ihrer großen Brüste Spitzen
Und merkst vor Lust dass du gestorben kaum
Und wirst die Huris in den Paradiesen
Von Ewigkeit zu Ewigkeit genießen.
Jetzt aber will ich meinen Liebling preisen,
Sein Name, der beginnt mit einem A,
Und ich bekenne wie die andern Weisen,
Sein Name endet mit der Letter H.
Ich ewig will um meinen Liebling kreisen,
Ich sage allzeit zu dem Liebling Ja
Und nenne ihn mit andern Menschensöhnen,
Den Liebling nenn ich Schönsten aller Schönen.

Ich will ihm meine ganze Liebe schenken,


Im Tempel, in dem Dom, in der Moschee,
Ja, in dem Wirtshaus und in dunklen Schenken,
Ich überall im Geist den Liebling seh,
Und sehe ich den Knaben, meinen Schenken,
Wenn ich mich vom verbotnen Weine dreh,
Will ich betrunken von dem Geiste meinen,
Es kommt der Liebling selbst, mir zu erscheinen.

Ich such den Liebling in Ägyptens Wüste,


Ich such den Liebling auch in Hindostan,
Ich, der ich den verbotnen Rotwein büßte,
Ich such den Liebling in Afghanistan,
Ich such ihn an des Roten Meeres Küste,
Am Himalaya und in Pakistan.
Wo lebt der Liebling, wo, in welchen Zelten?
Ja, ist er überhaupt in diesen Welten?

Ich such den Liebling auf smaragdner Wiese,


Bei Paradieses Jungfraun in dem Zelt,
Bei Knaben such ich ihn im Paradiese,
Ich such den Liebling in der Sternenwelt,
Ich such ihn in den Universen, diese,
Die alle er in seinen Händen hält.
Wo aber kann ich meinen Liebling finden,
Mich ewig mit dem Liebling zu verbinden?

Ich glaub, mein Liebling ist jetzt bei den Toten,


Er ist der Lebende im Totenreich.
Bei meinem Liebling sind die Engelsboten,
Die Engel sind den Himmelsjungfraun gleich.
Ich such ihn in dem Wein, dem scharlachroten,
Ich such ihn in den süßen Feigen weich.
Der Liebling ist aus dieser Welt verschwunden,
Ich hab ihn erst in meinem Tod gefunden.

AUS DEM KORAN


DRITTE SURE
DIE FAMILIE VON AMRAM

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.


Alif Lam Mim.
Gott, es gibt keinen Gott außer Ihm, den Ewiglebenden,
Den Selbstbestehenden, durch den alle Dinge bestehen.
Er hat dir das Buch mit der Wahrheit offenbart,
Die Überprüfung, was vor ihm ist,
Und er offenbarte die Thora und das Evangelium
Vordem als Rechtleitung für die Menschen,
Und Er schickte die Erlösung.
Wahrlich, die ungläubig sind, in der Kommunikation mit Gott
Sollen sie eine strenge Strafe haben,
Und Gott ist mächtig, der Herr der Vergeltung.
Gott - sicherlich ist nichts von Ihm
In der Erde oder im Himmel verborgen.
Er ist es, Der euch im Mutterleib bildet, wie Er mag,
Es gibt keinen Gott außer Ihm,
Dem Allmächtigen, dem Weisen
Er ist es, Der hat dir das Buch offenbart;
Einige seiner Verse sind entscheidend,
Sie sind die Grundlage des Buches,
Und andere sind allegorische,
Dann als für diejenigen, in deren Herzen es Perversität gibt,
Sie folgen dem Teil, der allegorisch ist.
Ich suche sie in die Irre zu führen und zu versuchen,
Sie geben ihre eigene Interpretation.
Aber keiner kennt ihre Deutung außer Gott,
Und diejenigen, die fest verwurzelt sind,
In Kenntnis zu sagen: Wir glauben daran,
Es ist alles von unserem Herrn,
Und niemand tut dies, außer diejenigen mit Verstandes Verständnis.
O unser Herr! lass unsere Herzen nicht abweichen,
Nachdem Du uns recht geleitet hast,
Und gewähre uns Gnade von Dir;
Du bist der liberalste Geber.
O unser Herr!
Du bist der Versammler von Männern an einem Tag,
Über den es keinen Zweifel gibt;
Wahrlich, Gott wird es nicht versäumen,
Sein Versprechen.
Was jene, die ungläubig sind, betrifft,
Sicherlich weder ihr Vermögen
Noch ihre Kinder werden ihnen im geringsten nützen
Gegen Gott, und diese sind es,
Die sind der Brennstoff des Feuers.
Wie das Streben der Menschen
Von Pharao und denen vor ihm es war,
Sie leugneten Unsere Kommunikation,
So Gott vernichtete sie wegen ihrer Fehler,
Und Gott ist streng im Vergelten des Bösen.
Sprich zu denen, die ungläubig sind:
Ihr werdet besiegt werden,
Und zusammen in die Hölle fahren,
Und das Böse ist eure Ruhestätte.
In der Tat gab es ein Zeichen für euch
In den beiden Heeren, die trafen sich in der Begegnung,
Eine Partei kämpfte in Gottes Weg
Und die anderen waren Ungläubige,
Die sie sahen, zweimal so viele mit dem Anblick des Auges.
Und Gott stärkt mit Seiner Hilfe, wen Er will,
Für die meisten sicherlich gibt es eine Lektion,
Für diejenigen, die Augen haben.
Die Liebe voller Sehnsucht,
Frauen und Söhne
Und gehortete Schätze von Gold und Silber
Und gut erzogene Pferde
Und Rinder und Acker, alles wird gemacht,
Um schön für die Menschen zu sein,
Das ist die Bestimmung des Leben in dieser Welt,
Und Gott ist Der, mit dem ist das gute Ziel des Lebens.
Sprich: Soll ich ihnen sagen, was besser ist als dieses alles?
Für diejenigen, die sich gegen das Böse schützen,
Sind Gärten bei ihrem Herrn,
Durch die Bäche fließen,
Um in ihnen zu leben,
Und reine Schätze und Gottes Wohlgefallen,
Und Gott sieht die Knechte.
Diejenigen, die sagen: Unser Herr!
Wahrlich, wir glauben, damit uns unsere Sünden vergeben werden,
Bewahre uns vor der Strafe des Feuers!
Der Geduldige wird der Wahrheit entsprechen,
Und die Gehorsamen,
Und diejenigen, die wohlwollend ihr Leben verbringen,
Und diejenigen, die um Vergebung am Morgen fragen.
Gott bezeugt, dass es keinen Gott gibt außer Ihm,
Und das tun die Engel und diejenigen, die besessen sind vom Wissen,
Die Aufrechterhaltung seiner Schöpfung in Gerechtigkeit,
Es gibt keinen Gott außer Ihm,
Dem Allmächtigen, dem Weisen.
Sicherlich, die wahre Religion bei Gott ist die Ergebung,
Und diejenigen, denen das Buch gegeben worden ist,
Zeigten keine Opposition,
Sondern nachdem das Wissen zu ihnen gekommen war,
Aus Neid untereinander lebten sie,
Und wer nicht glaubt an die Kommunikation von Gott,
Wahrlich, Gott ist schnell im Abrechnen.
Aber wenn sie mit euch streiten, sagt:
Ich habe mich ganz Gott ergeben
Und so ein jeder, der mir folgt,
Und sagt zu denen, die das Buch
Und die Menschen verlernt haben:
Glaubst du, ordnest du dich unter?
Also, wenn sie dann einreichen eine Tat,
Folgen sie dem richtigen Weg,
Und wenn sie sich abkehren,
Dann ist auf euch nur die Pflicht der Zustellung der Nachricht
Und Gott sieht die Knechte.
Wahrlich, wie für diejenigen, die die Mitteilungen Gottes hören
Und töten die Propheten zu Unrecht,
Und diejenigen unter den Menschen,
Die die Gerechtigkeit stören,
Verkünde ihnen eine schmerzliche Strafe.
Sie sind es, deren Werke sind null in dieser Welt
Als auch im Jenseits,
Und sie werden keine Helfer haben.
Hast du nicht jene gesehen, die sich einen Teil der Schrift gegeben?
Sie entsprechen dem Buch Gottes,
Die es zwischen ihnen entscheiden könnten,
Die werden eingeladen,
Dann kommt ein Teil von ihnen zurück
Und sie biegen sich und ziehen sich zurück.
Das ist, weil sie sagen: Das Feuer wird uns nicht berühren,
Aber nur für ein paar Tage,
Und was haben sie geschmiedet,
Das täuscht sie in der Angelegenheit ihrer Religion.
Und wie wird es sein,
Wenn Wir sie sammeln werden an einem Tag,
Über den es keinen Zweifel gibt,
Und jede Seele wird in vollem Umfang bezahlen,
Was sie verdient,
Und sie sollen nicht ungerecht behandelt werden!
Sprich: O Gott, Herrscher des Königreichs!
Du gibst das Königtum, wem Du willst,
Und Du nimmst hinweg das Reich von wem Du willst,
Und Du ehrst, wer Dir gefällt,
Und erniedrigst, wen Du willst.
In Deiner Hand ist das Gute, die Bürgschaft,
Du hast Macht über alle Dinge.
Du machst die Nacht in den Tag gehen
Und Du machst den Tag in die Nacht gehen,
Und Du lässt das Lebendige aus dem Toten kommen
Und lässt die Toten aus dem Lebendigen kommen,
Und Du gibst, wem Du willst, ohne Maß.
Lasse nicht die Gläubigen die Ungläubigen nehmen als Freunde
Anstelle der Gläubigen,
Und wer dies tut, soll nichts von der Vormundschaft Gottes haben,
Aber du sollst dich gegen sie schützen,
Sollst sie bewachen sorgfältig,
Und Gott macht dich vorsichtig bei der Vergeltung,
Und zu Gott ist die Heimkehr.
Sprich: Egal, was in euren Herzen ist oder was es manifestiert,
Gott weiß es, und Er weiß,
Was in den Himmeln ist und was auf der Erde,
Und Gott hat Macht über alle Dinge, sie zu verbergen.
An dem Tag wird jede Seele ein Geschenk finden,
Was sie Gutes und was sie Böses tat,
So wird sie wünschen,
Dass zwischen ihm und ihr es nur eine lange Dauer der Zeit gegeben hat,
Und Gott macht dich vorsichtig sein,
Der Vergeltung gibt,
Und Gott ist barmherzig zu den Dienern.
Sprich: Wenn ihr Gott liebt, dann folgt mir,
Dann wird Gott euch lieben
Und euch eure Sünden vergeben,
Und Gott ist verzeihend, barmherzig.
Sprich: Gehorcht Gott und dem Apostel,
Aber wenn sie sich abkehren, dann wahrlich,
Gott liebt nicht die Ungläubigen.
Wahrlich, Gott wählte Adam und Noah
Und die Nachkommen von Abraham
Und die Nachkommen von Amran vor den Völkern.
Es entsprang einer dem anderen,
Und Gott ist allhörend, allwissend.
Wenn eine Frau von Amran sagte: Mein Herr!
Sicherlich, ich gelobe Dir, was ist in meinem Leibe, Dir zu widmen,
Auf dass es Dein Diener werde,
Akzeptiere es daher von mir,
Du bist der Hörende, der Wissende.
Also, wenn sie hervorgebracht hat, sagte sie: Mein Herr!
Sicherlich habe ich geboren einen weiblichen Menschen –
Und Gott wusste am besten, was sie hervorgebracht hat –
Und das Männchen ist nicht wie das Mädchen,
Und ich habe sie mit dem Namen Maria benannt,
Und ich empfehle sie
Und ihre Nachkommen
In Deinen Schutz vor dem verfluchten Satan.
So nahm ihr Herr sie mit einer guten Akzeptanz
Und ließ sie aufwachsen bei guten Wachstumsbedingungen,
Und gab ihr die Einladung des Zacharias,
Wann immer Zacharias das Heiligtum betrat,
Siehe, so fand er bei ihr Nahrung.
Er sagte: O Maria!
Woher kommt diese für dich?
Sie sagte: Es ist von Gott.
Wahrlich, Gott gibt, wem Er will, ohne Maß.
Es kam Zacharias betend zu seinem Herrn,
Er sagte: Mein Herr!
Gewähre mir von Dir gute Nachkommenschaft,
Du bist der Allhörende des Gebets.
Und die Engel riefen ihn,
Als er betend im Heiligtum stand:
Dass Gott gibt dir die frohe Botschaft von Johannes,
Die Überprüfung eines Wortes von Gott,
Und ehrbar und keusch
Und einen Propheten aus den Reihen der Guten.
Er sagte: Mein Herr!
Wenn es ein Sohn wird, mein zu sein,
Und das Alter ist schon über mich gekommen,
Und meine Frau ist unfruchtbar?
Er sagte: Selbst also macht euch Gott, was Er will.
Er sagte: Mein Herr!
Ernennt ein Zeichen für mich.
Er sagte: Dein Zeichen ist,
Dass du sollst nicht zu den Menschen sprechen
Für drei Tage, außer durch Zeichen,
Und gedenke deines Herrn häufig
Und preise Ihn am Abend und am Morgen.
Und als die Engel sprachen: O Maria!
Wahrlich, Gott hat dich erwählt
Und dich gereinigt
Und dich auserwählt vor den Frauen der Welt!
O Maria!
Sei gehorsam deinem Herrn und demütige dich,
Und beuge dich mit denen, die sich beugen.
Dies sind die Ankündigungen
In Bezug auf das Unsichtbare,
Die Wir dir offenbaren.
Und du warst nicht bei ihnen,
Wenn sie ihre Stäbe nahmen, zu entscheiden,
Wer von ihnen Maria in seiner Obhut haben sollte,
Und du warst nicht bei ihnen, als sie stritten miteinander.
Als die Engel sprachen: O Maria,
Wahrlich, Gott gibt dir eine gute Nachricht
Mit einem Wort von Ihm von einem,
Dessen Name der Messias ist,
Sohn von Maria, Jesus,
Würdig in Hinsicht dieser Welt und des Jenseits
Und von denen, die in der Nähe Gottes sind.
Und er wird zu den Menschen sprechen,
Wenn er in der Wiege ist und im Mannes-Alter,
Und er ist einer der Guten.
Sie sagte: Mein Herr!
Wenn es wird ein Sohn mir geboren,
Und der Mann hat mich nie berührt!
Er sagte: Trotzdem schafft Gott, was Er will,
Wenn Er eine Sache beschlossen,
So spricht Er nur: Es sei! und sie ist.
Und Er wird ihn das Buch lehren
Und die Weisheit
Und die Thora
Und das Evangelium.
Und ihn als einen Apostel zu den Kindern Israel schicken:
Das habe ich für euch, ich komme mit einem Zeichen
Von eurem Herrn,
Dass ich für euch bestimme,
Aus Staub nehme ich die Form eines Vogels,
Dann werde ich in ihn hauchen
Und es wird ein lebendiger Vogel mit Gottes Erlaubnis,
Und ich heile den Blindgeborenen und den Aussätzigen,
Und bringe die Toten zum Leben mit Gottes Erlaubnis
Und ich werde euch mitteilen, was ihr essen sollt
Und was ihr in euren Häusern zu speichern habt;
Darin ist wahrlich ein Zeichen für euch,
Wenn ihr Gläubige seid.
Und ich bin ein Gutachter von dem, was vor mir ist in der Thora,
Und dass ich euch erlauben kann ein Teil dessen,
Was bereits euch verboten wurde,
Und ich komme zu euch mit einem Zeichen
Von eurem Herrn,
Daher sollt ihr vorsichtig sein,
Eure Pflicht ist zu Gott und gehorcht mir!
Wahrlich, Gott ist mein Herr und euer Herr,
Daher dienet Ihm; das ist der richtige Weg.
Aber als Jesus ihren Unglauben wahrgenommen,
Sagte er: Wer will mein Helfer sein in Gottes Weg?
Die Jünger sagten: Wir sind Helfer in der Art von Gott:
Wir glauben an Gott und bezeugen, dass wir Seine Diener sind.
O unser Herr!
Wir glauben an das, was Du herabgesandt hast,
Und wir folgen dem Apostel,
So schreibe uns mit denen,
Die Zeugnis ablegen.
Und sie haben es geplant und Gott hat es auch geplant,
Und Gott ist der beste Planer.
Und als Gott sprach: O Jesus,
Ich werde die Zeit deines Aufenthalts auf Erden beschützen
Und beendest du es, werde ich dich veranlassen,
Zu mir aufzusteigen,
Und werde dich reinigen von denen,
Die ungläubig sind,
Und mache es gut mit denen, die dir folgen,
Nicht mit denjenigen, die ungläubig sind
An dem Tag der Auferstehung;
Dann zu Mir wird eure Rückkehr sein,
So wird entschieden zwischen euch über das,
Worüber ihr uneins seid.
Dann auf diejenigen, die ungläubig sind,
Ich will sie mit einer schweren Strafe im Diesseits
Und im Jenseits bestrafen,
Und sie werden keine Helfer haben.
Und zu jenen, die glauben und gute Werke tun,
Die wird er voll bezahlen mit ihrem Lohn,
Und Gott liebt nicht die Ungerechten.
Dieses haben Wir dir vorgetragen von den Mitteilungen
Und den Weisen erinnert.
Wahrlich, das Gleichnis von Jesus ist bei Gott
Wie das Gleichnis von Adam;
Er erschuf ihn aus Erde,
Alsdann sprach Er zu ihm, er sollte sein, und er war.
Dies ist die Wahrheit von eurem Herrn,
So sei nicht einer der Disputanten.
Aber wer mit dir streiten will in dieser Sache,
Was dir von Wissen zugekommen ist,
Dann sollst du sagen: Kommt,
Lasst uns rufen unsere Söhne und eure Söhne
Und unsere Frauen und eure Frauen
Und unsere Nähe von Menschen
Und eure Nähe von Menschen,
Dann lasst uns ernst sein im Gebet,
Und beten für den Fluch Gottes über den Lügner.
Wahrlich, dies ist die wahre Erklärung,
Und es gibt keinen Gott außer Gott,
Und Gott ist am sichersten.
Er ist der Allmächtige, der Allweise.
Aber wenn sie sich abkehren,
Dann, wahrlich, Gott kennt die Unruhestifter.
Sprich: O Volk der Schrift!
Kommt zu einem Wort des Ausgleichs
Zwischen uns und euch,
Dass wir nicht einem dienen außer Gott,
Und dass wir werden in keinem Fall irgendwie abirren von Ihm,
Und dass einige von uns nicht nehmen die Anderen
Zu Herren neben Gott,
Aber wenn sie sich abkehren, dann sagt:
Bezeugt, dass wir Ergebene sind.
O Volk der Schrift! warum streitet ihr über Abraham,
Wo die Thora und das Evangelium
Sind nicht erst nach ihm offenbart,
Wisst ihr es denn nicht zu begreifen?
Seht! Sie sind es, die über das, wovon du Kenntnis hast, streiten,
Warum dann streitet ihr über das,
Wovon du kein Wissen hast?
Und Gott weiß es,
Während ihr es nicht kennt.
Abraham war weder Jude noch Christ,
Aber er war ein aufrechter Mann,
Ein Ergebener,
Und er gehörte nicht zu den Polytheisten.
Wahrlich, die nächsten von Menschen zu Abraham sind die,
Die ihm und diesen Propheten folgen
Und diejenigen, die glauben,
Und Gott ist der Beschützer der Gläubigen.
Die Partei der Anhänger des Buches wünschen,
Dass sie dich in die Irre führen,
Und sie werden dich nicht in die Irre führen, sondern sich selbst,
Und sie nehmen die Wahrheit nicht wahr.
O Volk der Schrift!
Warum sollt ihr in den Bereichen der Kommunikation Gottes glauben,
Während sie es bezeugen?
O Volk der Schrift!
Warum glaubt ihr zu verwechseln die Wahrheit mit der Lüge
Und wollt die Wahrheit verbergen,
Während ihr doch um sie wisst?
Und eine Partei der Anhänger des Buches sagt:
Bekennt den Glauben an das,
Was für diejenigen, die glauben,
Im ersten Teil des Tages geboten ist,
Die ungläubig sind und denen es am Ende enthüllt wird,
Vielleicht gehen sie zurück auf ihre Religion.
Und nicht zu glauben, aber an Ihn,
Dem eure Religion folgt.
Sprich: Sicherlich, die wahre Rechtleitung
Ist die Rechtleitung Gottes,
Die an euch ergangen ist,
Es kann durch Ihn euch werden das,
Was ihr bekommen habt,
Oder sie würden mit euch durch ein Argument
Über euren Herrn streiten.
Sprich: Wahrlich, Gnade ist in Gottes Hand,
Er gibt sie, wem Er will,
Und Gott ist Licht gebend, allwissend.
Er wählt speziell für Seine Gnade, wen Er will,
Und Gott ist die große Huld.
Und unter den Anhängern des Buches gibt es einige,
Wenn du einem von ihnen einen Haufen von Reichtum anvertraust,
Er soll es bezahlen dir zurück;
Und unter ihnen gibt es einige,
Wenn du etwas ihnen anvertraust, einen Denar,
Soll er nicht zahlen es dir zurück, so lange,
Wie du fest im Anspruchsvollen bleibst,
Es ist dies, dass sie sagen:
Es steht nicht bei uns in der Frage,
Den ungelernten Menschen eine Möglichkeit zum Vorwurf zu geben;
Und sie erzählen eine Lüge gegen Gott,
Während sie Ihn doch kennen.
Ja, wer auch immer erfüllt sein Versprechen
Und wacht auf der Wache gegen das Böse,
Dann, wahrlich, Gott liebt diejenigen, die gegen das Böse wachen.
Es ist für diejenigen, die einen kleinen Preis nehmen
Für den Bund Gottes
Und ihre eigenen Eide,
Sicher sie haben keinen Anteil am Jenseits,
Und Gott wird nicht mit ihnen sprechen,
Noch wird Er auf sie blicken am Tag der Auferstehung,
Noch wird Er sie reinigen,
Und sie werden eine schmerzliche Strafe haben.
Wahrlich, es gibt eine Partei unter denen,
Die das Buch mit der Zunge bekennen,
Die du hältst für einen Teil des Buches,
Und sie sagen, es zu verzerren,
Es ist von Gott, während es nicht von Gott ist,
Und sie erzählen eine Lüge gegen Gott,
Während sie Ihn doch kennen.
Er ist nicht für einen Sterblichen zu treffen,
Dass Gott ihm das Buch
Und die Weisheit und die Prophetie gegeben,
Dann sollte er es den Menschen sagen:
Seid meine Diener statt Gottes,
Sondern er würde sagen: Seid Anbeter des Herrn
Wegen deiner Lehre des Buches
Und deiner Lektüre des Buches.
Und keiner würde dir gebieten,
Dass du solltest die Engel und die Propheten
Zu Herren zu nehmen, was!
Dir gebieten würde er es mit Unglauben,
Nachdem du ein Ergebener bist?
Und wenn Gott einen Bund gemacht durch die Propheten:
Sicher, was ich euch vom Buch
Und der Weisheit gegeben –
Damals ein Apostel kam zu euch, um euch zu prüfen,
Ob was bei euch ist, ihr müsst an ihn glauben,
Und ihr müsst ihm helfen.
Er sagte: Wisst ihr zu bestätigen und zu akzeptieren
Mein kompaktes Wissen in dieser Materie?
Sie sagten: Wir versichern es dir.
Er sagte: So bezeugt es,
Und ich bin von den Trägern der Zeugenschaft mit euch.
Wer nun dreht sich wieder nach diesem,
Das sind die Ungerechten.
Ist es dann anderes als Gottes Religion,
Dem sie suchen zu folgen, und sich ihm unterwerfen,
Wer in den Himmeln und auf Erden,
Willig oder widerwillig,
Und zu Ihm müssen sie zurückgegeben werden.
Sprich: Wir glauben an Gott
Und was uns offenbart worden,
Und was Abraham und Ismael und Isaak und Jakob
Und den Stämmen offenbart wurde,
Und was Moses und Jesus und den Propheten
Von ihrem Herrn gegeben wurde,
Wir machen keinen Unterschied zwischen einem von ihnen,
Und Ihm sind wir ergeben.
Und wer eine andere Religion als die Ergebung lehrt,
Es soll nicht von ihm angenommen werden,
Und im Jenseits wird er unter den Verlierern sein.
Wie soll Gott ein Volk führen,
Die nach ihrem Glauben ungläubig wurden
Und danach hatten sie bezeugt,
Dass der Apostel mit wahren und klaren Argumenten
Zu ihnen gekommen war,
Und Gott leitet nicht die ungerechten Leute.
Was für diese ihr Lohn ist,
Dass auf ihnen der Fluch Gottes liegt
Und der Engel und der Menschen, von allen zusammen.
Ihre Strafe soll nicht gemildert werden
Noch soll sie Aufschub erlangen.
Außer denen, die danach umkehren und sich bessern,
So ist Gott verzeihend und barmherzig.
Wahrlich, diejenigen, die ungläubig sind,
Ach, ihr glaubt, dann im Unglauben euch zu erhöhen,
Ihre Reue wird nicht angenommen werden,
Und diese sind es, die in die Irre gehen.
Wahrlich, diejenigen, die ungläubig sind und sterben,
Während sie Ungläubige sind,
Die Erde voll Gold ist,
Darf nicht einer von ihnen akzeptiert werden,
Obwohl er sich mit seinem Lösegeld freikaufen wollte,
Sind es diese, die so eine schmerzliche Strafe haben,
Und sie haben keine Helfer.
Auf keinen Fall soll man Gerechtigkeit erreichen,
Bis ihr wohlwollend seid,
Was ihr liebt zu geben,
Und was immer ihr spendet, Gott weiß es.
Alle Speise war recht,
Die man den Kindern Israel gab,
Außer dem, was Israel hatte sich selbst verboten,
Bevor die Thora offenbart wurde.
Sprich: Bringt denn die Thora
Und lest sie, wenn ihr wahrhaftig seid.
Und wer erfindet eine Lüge gegen Gott nach diesem,
Diese sind die Ungerechten.
Sprich: Gott hat die Wahrheit gesprochen,
Folgt daher der Religion Abrahams, des Aufrechten,
Und er gehörte nicht zu den Polytheisten.
Wahrlich, das erste Haus, das für Menschen bestimmt ist,
Ist dasjenige bei Bekka –
Gesegnetes Haus von Bekka –
Und eine Rechtleitung für die Völker.
In ihm sind deutliche Zeichen,
Der stehende Platz von Abraham,
Und wer es betritt, wird sicher,
Und die Pilgerfahrt zum Hause obliegt Männern
Für die Sache Gottes,
Auf dass jeder, der in der Lage ist, die Reise zu unternehmen, pilgert
Und wer nicht glaubt,
Dann ist Gott autark über jedes Bedürfnis der Welten.
Sprich: O Volk der Schrift!
Warum willst du in der Kommunikation Gottes glauben?
Und Gott ist Zeuge dessen, was ihr tut.
Sprich: O Volk der Schrift!
Warum willst du ihn hindern, der auf dem Weg Gottes glaubt?
Sie suchen es krumm zu machen,
Wenn ihr Zeugen seid,
Und Gott ist nicht unachtsam dessen, was ihr tut.
O die ihr glaubt!
Wenn ihr eine Partei aus dem Kreis derjenigen seht,
Denen das Buch gegeben, zu gehorchen,
Werden sie sich wenden wieder als Ungläubige ab,
Nachdem sie geglaubt haben.
Aber wie kann man glauben,
Während euch die Zeichen Gottes vorgetragen werden,
Und unter euch Sein Apostel ist?
Und wer hält an Gott fest,
Der ist in der Tat auf den rechten Weg geführt.
O die ihr glaubt!
Vorsichtig sein ist eure Pflicht vor Gott
Mit der Sorgfalt, die Ihm gebührt,
Und ihr sollt nicht sterben, es sei denn, ihr seid Ergebene.
Und haltet durch den Bund Gottes alle zusammen
Und ihr sollt nicht zersplittert werden,
Und ich erinnere mich an die Gnade Gottes auf euch,
Als ihr noch Feinde wart,
Dann wird Er eure Herzen vereinen,
So durch Seine Gnade als Brüder wurdet ihr vereinigt,
Und ihr wart am Rande einer Grube des Feuers,
Dann wird Er euch davor bewahren,
Also macht euch Gott das klar durch Seine Kommunikation,
Dass ihr dem richtigen Weg zu folgen wisst.
Und unter euch sollte es eine Partei geben,
Die Gute einladen
Und gebieten das Rechte
Und verbieten das Falsche zu tun,
Und diese sind es, die werden erfolgreich sein.
Und seid nicht wie jene, die geteilt wurden
Und stimmten nicht zu den deutlichen Zeichen,
Die zu ihnen gekommen waren,
Und diese sind es, die eine gewaltige Pein haben werden.
An dem Tag die Gesichter werden wieder weiß
Und manche Gesichter werden schwarz werden,
Dann zu jenen, deren Gesichter schwarz sind, heißt es:
Habt ihr nach eurem Glauben ungläubig gelebt?
Koste nun die Strafe, wie du geglaubt hast.
Und zu jenen, deren Gesichter weiß sind,
Sie werden in Gottes Gnade sein;
Darin werden sie ewig bleiben.
Dies sind die Zeichen Gottes,
Die wir dir mit der Wahrheit vortragen,
Und Gott wünscht sich nicht jede Ungerechtigkeit
Gegenüber den Geschöpfen.
Und was in den Himmeln und was auf der Erde ist, ist Gottes;
Und zu Gott alle Dinge zurückkehren.
Du bist der Beste der Nationen,
Erhoben für den Nutzen der Männer;
Sie gebieten das Rechte
Und verbieten das Unrechte
Und glauben an Gott,
Und wenn die Anhänger des Buches hätten geglaubt,
Es wäre besser für sie gewesen;
Von ihnen einige sind die Gläubigen
Und die meisten von ihnen sind Frevler.
Sie werden auf keinen Fall schaden,
Wenn du aber mit einem Leichten böse wirst,
Und wenn sie kämpfen mit euch,
Sollen sie machen ihre Sicherung,
So wird ihnen nicht geholfen werden.
Erniedrigung ist die Spaltung, die bei ihnen gemacht wurde,
Wo immer sie gefunden werden,
Außer unter dem Bund mit Gott
Und einem Bund mit den Menschen,
Und sie haben sich verdient Zorn von Gott,
Und Demütigung ist für ihre Spaltung, die bei ihnen gemacht wurde,
Das ist, weil sie glaubten nicht an die Zeichen Gottes
Und töteten die Propheten zu Unrecht,
Das ist, weil sie ungehorsam sind
Und haben die Grenzen überschritten.
Sie sind nicht alle gleich;
Der Anhänger des Buches ist eine aufrechte Partei,
Sie rezitieren Gottes Kommunikation in der Nacht
Und sie verehren Ihn.
Sie glauben an Gott und den Jüngsten Tag,
Und sie gebieten das Rechte
Und verbieten das Unrecht,
Und sie streben miteinander in guten Taten eilig,
Und die sind unter den Guten.
Und alles, was sie an Gutem tun,
Nehmen sie es, wenn es ihnen nicht verwehrt wird,
Und Gott kennt diejenigen, die gegen das Böse wachen.
Es ist für diejenigen, die ungläubig sind,
Sicherlich, weder ihr Vermögen
Noch ihre Kinder
Werden ihnen im geringsten nützen gegen Gott;
Und diese sind die Bewohner des Feuers;
Darin werden sie ewig weilen.
Das Gleichnis dessen, was sie verbringen im Leben dieser Welt
Ist wie das Gleichnis von Wind,
In dem intensive Kälte ist,
Dass er schlägt die Saat eines Menschen,
Die Unrecht getan, um ihre Seelen zu zerstören,
Und Gott ist nicht ungerecht gegen sie,
Aber sie sind ungerecht gegen sich.
O die ihr glaubt!
Nicht intime Freunde nehmt euch aus anderen
Als den eigenen Leuten.
Sie müssen nicht verfehlen, zuzufügen euch einen Verlust,
Sie lieben, was dir Pein macht;
Heftiger Hass ist bereits aus ihren Mäulern erschienen,
Und was ihre Herzen verbergen ist noch größer,
Ja, haben wir die Kommunikation klar,
Du hast es gemacht, wenn sie verstehen werden.
Siehe! Sie sind es, die lieben euch,
Während sie nicht lieben euch,
Und Sie glauben an das Buch, das Ganze,
Und wenn sie euch begegnen, sagen sie:
Wir glauben,
Und wenn sie allein sind, beißen sie die Spitzen ihre Finger
Im Zorn gegen euch.
Sprich: Die in ihrer Wut, wahrlich,
Gott weiß, was in den Brüsten ist!
Wenn du Gutes triffst, es schmerzt sie,
Und wenn ein Unheil dich trifft, so freuen sie sich,
Und wenn du geduldig bist und ihr wehrt euch,
Ihre Regelung nicht zu verletzen in keiner Weise,
Denn Gott begreift, was sie tun.
Und wenn man wollte weiter gehen
In den frühen Morgenstunden deiner Familie,
Um die Gläubigen in Lagern für den Krieg zu versammeln
Und Gott ist erhaben, ist allhörend, allwissend.
Wenn zwei Parteien unter euch bestimmt sind,
Sie sollten Feigheit zeigen,
Und Gott war der Hüter der beiden,
Und in Gott sollten die Gläubigen trauen.
Und Gott hat sicherlich geholfen euch bei Badr,
Als du schwach warst;
Vorsichtig zu sein ist deine Pflicht vor Gott dann,
Dass ihr dankbar seid zu geben.
Wenn du zu den Gläubigen sagst:
Genügt es nicht, dass dich dein Herr
Soll mit dreitausend Engeln unterstützen, die Er herabgesandt?
Ja! wenn du geduldig bist und bleibst auf der Hut,
Und sie kommen auf euch in einer ungestümen Art und Weise,
Wird euer Herr euch mit fünftausend Engeln unterstützen.
Und Gott hat es nicht geschafft,
Aber als gute Nachricht für dich,
Und dass eure Herzen könnten wohl dabei sein,
Und der Sieg ist nur von Gott,
Er ist der Allmächtige, der Allweise.
Dass er möglicherweise abgeschnitten einen Teil
Aus dem Kreis derjenigen, die ungläubig sind,
Oder sie erniedrigt, so dass sie zurückkehren sollten,
Enttäuscht zu erreichen, was sie sich wünschten.
Sie haben keine Sorge in der Affäre,
Ob Er zu ihnen sich wendet glücklicherweise
Oder züchtigt sie,
Denn sicherlich sind sie ungerecht.
Und was in den Himmeln und was auf der Erde ist, ist Gottes;
Er vergibt, wem Er will,
Und Er straft, wen Er will,
Und Gott ist verzeihend und barmherzig.
O die ihr glaubt!
Fresst nicht Wucher,
So dass er zu verdoppeln ist,
Und zu verdoppeln und vorsichtig zu sein,
Ist eure Pflicht vor Gott,
Auf dass ihr erfolgreich seid.
Und wehrt euch gegen das Feuer,
Das für die Ungläubigen vorbereitet wurde.
Und gehorcht Gott und dem Apostel,
Damit euch Barmherzigkeit gezeigt werde.
Und ich beeile mich, Vergebung von eurem Herrn zu erlangen;
Und einen Garten, der weitläufig ist,
Von denen wie der Himmel und die Erde,
So ist es für diejenigen, die sich gegen das Böse zu schützen bereit sind.
Diejenigen, die wohlwollend verbringen das Leben
In einfachen Zeiten als auch in der Not,
Und diejenigen, die ihre Wut und Begnadigung
Gegen die Männer zurückhalten,
Und Gott liebt diejenigen, die Gutes für andere tun.
Und diejenigen, die, wenn sie eine Unanständigkeit begehen
Oder Unrecht zu tun,
Um ihre Seelen Gottes gedenken zu lassen
Und bitten um Vergebung für ihre Fehler –
Und wer verzeiht die Fehler außer Gott,
Und wer nicht wissentlich in dem,
Was er getan hat, fortbesteht.
Was davon ihr Lohn, das ist ihres Herrn Vergebung
Und Gärten, durcheilt von Bächen,
In ihnen zu leben,
Und herrlich ist der Lohn der Arbeiter.
In der Tat gab es Beispiele für dich;
Deshalb ist in der Erde zu reisen und zu sehen,
Was das Ende der Ungläubigen war.
Dies ist eine klare Feststellung für die Menschen
Und eine Rechtleitung
Und Ermahnung für diejenigen, die gegen das Böse wachen.
Und seid nicht gebrechlich,
Und ihr werdet nicht trauern,
Und ihr werdet die Oberhand haben,
Wenn ihr Gläubige seid.
Wenn man eine Wunde hat,
Mit einer Wunde ist behaftet,
Wie es auch die ungläubigen Menschen befallen hat,
Und wir bringen in diesen Tagen
Den Menschen zur Umkehr,
Und dass Gott die, die glauben,
Zu Zeugen nehmen wird aus dem Kreis, den du kennst,
Und Gott liebt nicht die Ungerechten.
Und dass er die, die glauben,
Berauben lässt die Ungläubigen,
Sie von Segnungen zu säubern.
Glaube du, dass du wirst ins Paradies eingehen,
Während Gott noch nicht diejenigen sieht,
Die hart von euch sich bemühen,
Und Ihm ist es bekannt, die Geduldigen sind Ihm bekannt.
Und sicherlich gibt Er dir den gewünschten Tod,
Bevor du ihn trafst,
So in der Tat hast du es gesehen
Und du schaust darauf.
Und Mohammed ist nicht mehr als ein Apostel,
Die Apostel sind bereits verstorben vor ihm,
Wenn er dann stirbt oder getötet wird,
Werdet ihr umkehren auf euren Fersen?
Und wer dreht sich wieder auf seinen Fersen um?
Er wird auf keinen Fall schaden
Gott im geringsten,
Und Gott wird euch belohnen dankbar.
Und eine Seele wird nicht sterben,
Aber nur mit der Erlaubnis Gottes
Wird der Begriff fixiert.
Und wer will den Lohn dieser Welt,
Ich werde ihm davon geben,
Und wer will den Lohn des Jenseits,
Werde Ich ihm davon geben,
Und Ich werde ihn dankbar honorieren.
Und wie viele Propheten gekämpft haben,
Mit denen es viele Anbeter des Herrn gibt,
So dass sie nicht zu schwache Nerven haben wegen dessen,
Was widerfuhr ihnen auf Gottes Weg,
Noch haben sie sich schwächen lassen,
Noch haben sie erniedrigt sich selbst,
Und Gott liebt den Geduldigen.
Und deren Spruch war kein anderer
Als dass sie sagten: Unser Herr!
Vergib uns unsere Fehler
Und unsere Extravaganz in unserer Sache
Und mache unsere Füße fest
Und hilf uns gegen das ungläubige Volk.
Und Gott gab ihnen den Lohn dieser Welt
Und besseren Lohn des Jenseits
Und Gott liebt die Gutes tun für andere.
O die ihr glaubt!
Wenn man diejenigen, die werden umkehren,
Auf euren Fersen sieht, ungläubig zu gehorchen,
So dass sie nicht umkehren, sie sind Verlierer.
Nein! Gott ist euer Patron
Und Er ist der beste von den Helfern.
Wir werden Schrecken in die Herzen derer schicken,
Die ungläubig geworden,
Weil sie eingerichtet bei Gott das,
Wofür Er hat keine Ermächtigung herabgesandt,
Und ihr Aufenthalt ist das Feuer,
Und schlimm ist die Wohnung der Ungerechten.
Und Gott hat sicherlich gut zu dir zu sein
Mit Seinem Versprechen,
Wenn du sie erschlugst mit Seiner Erlaubnis,
Bis wann dir wurden schwache Nerven
Und umstrittenen war es in der Affäre
Und sie waren ungehorsam,
Nachdem er dich gezeigt hatte,
Dass die dich geliebt;
Von euch gab einige, die wünschten diese Welt,
Und von euch waren einige, die das Jenseits gewünscht,
Dann wandte Er sich weg von ihnen, dass Er euch prüfe,
Und Er hat sicherlich verziehen euch,
Und Gott ist gütig gegen die Gläubigen.
Wenn du dich überstürzt
Und du liefest nicht, für jeden einzelnen zu warten,
Und der Apostel nannte die von euch, die hinten waren,
So gab er euch ein anderes Leid statt eurem Kummer,
Damit ihr nicht traurig dächtet,
Wem ihr entkamt, noch was euch widerfuhr,
Und Gott ist sich bewusst, was ihr tut.
Dann, nach dem Kummer
Er hat herabgesandt die Sicherheit auf euch,
Eine ruhige Ruhe wird kommen auf einen Teil von euch.
Und es gab eine weitere Partei,
Denen ihre eigenen Seelen gemacht hatten Angst,
Sie unterhalten sich über Gott
Mit Gedanken der Unwissenheit
Ganz zu unrecht, zu sagen:
Wir haben keine Hand in der Affäre.
Sprich: Sicherlich ist die Sache ganz in den Händen Gottes.
Sie in ihrer Seele zu verbergen,
Was war für sie nicht zu offenbaren.
Sie sagen: Hätten wir eine Hand in der Affäre,
Wären wir nicht hier getötet worden.
Sprich: Wären sie geblieben in ihren Häusern,
Die für die Schlachtung zum Priester geweiht wurden,
Wären sicher weiter zu den Orten gegangen,
Wo sie getötet werden,
Und dass Gott prüfe, was war in euren Brüsten,
Und dass er zu säubern kam, was in euren Herzen war;
Und Gott weiß, was in den Herzen ist.
Es ist für diejenigen, die zurück auf den Tag schauen,
Als die beiden Heere sich trafen,
Da suchte nur der Satan sie zu veranlassen,
Einen Zettel wegen einiger Taten zu machen, die sie getan hatten,
Und sicherlich hat Gott ihnen vergeben;
Sicherlich, Gott ist verzeihend und langmütig.
O die ihr glaubt!
Nicht wie jene, die ungläubig sind
Und sagen, von ihren Brüdern,
Wenn sie in der Erde
Oder in Kämpfe eingreifend reisen werden:
Wären sie bei uns gewesen,
Wären sie nicht gestorben
Und sie würden nicht erschlagen worden sein,
So Gott macht dies zu einem intensiven Bedauern in ihren Herzen,
Und Gott macht lebendig und lässt sterben,
Und Gott sieht, was du tust.
Und wenn du auf Gottes Weg getötet wirst
Oder du stirbst,
Sicherlich, Verzeihung von Gott und Barmherzigkeit
Ist besser als das, was sie anhäufen.
Und wenn du tatsächlich stirbst oder du wirst getötet,
Sicherlich, zu Gott sollt ihr versammelt werden.
So ist es aufgrund der Barmherzigkeit Gottes,
Dass du vorsichtig mit ihnen umgehen sollst,
Und waren sie rau und hartherzig,
Würden sie sicherlich um dich herum alles verteilt haben,
Verzeihe ihnen deshalb und bitte um Vergebung für sie,
Und berate dich mit ihnen in der Affäre,
So dass, wenn sie sich entschieden haben,
Dann setzen sie ihr Vertrauen in Gott,
Wahrlich, Gott liebt diejenigen, die vertrauen.
Wenn Gott hilft dir, dann gibt es keinen, der dich überwinden kann,
Und wenn er dich verlässt, wer ist es dann, der dir helfen könnte?
Und auf Gott sollen die Gläubigen vertrauen.
Und es ist nicht bei einem Propheten, dass er treulos handelt,
Und wer treulos wirkt, bringt dies,
Dass er treulos gehandelt im Hinblick auf den Tag der Auferstehung,
Dann wird jeder Seele wieder voll bezahlt werden, was sie verdient,
Und sie dürfen nicht mit Unrecht zugefügt werden.
Es wird dann derjenige, dem das Wohlgefallen Gottes gilt,
Wenn er machte sich verdient um das Missfallen von Gott,
Sein Aufenthalt ist die Hölle, die folgt,
Und es ist eine üble Bestimmung.
Es gibt unterschiedliche Typen mit Gott,
Und Gott sieht, was sie tun.
Gewiss, Gott hat verliehen einen Vorteil den Gläubigen,
Da Er unter ihnen einen Apostel erhoben,
Zu rezitieren seine Kommunikation
Und zu reinigen sie,
Und lehrt sie das Buch
Und die Weisheit,
Obwohl vorher sie sicher waren in einem offenkundigen Irrtum.
Was! wenn ein Unglück widerfuhr dir,
Und du warst sicherlich behaftet mit den Ungläubigen doppelt so viel,
Begann man zu sagen: Woher kommt das?
Sprich: Es kommt von euch selber,
Denn Gott hat Macht über alle Dinge.
Und was widerfuhr dir an dem Tag,
Als die beiden Armeen aufeinander trafen,
Da war es mit Gottes Wissen,
Und dass Er die Gläubigen kennt,
Und dass Er die Heuchler kennt,
Und es wurde ihnen gesagt:
Komm, kämpfen wir auf Gottes Weg oder wehrt euch.
Sie sagten: Wenn wir zu kämpfen wüssten,
Wir würden euch gewiss folgen.
Sie waren an diesem Tag viel näher als der Unglauben zum Glauben.
Sie sagen mit ihren Mündern, was nicht in ihren Herzen ist,
Und Gott weiß am besten, was sie verbergen.
Diejenigen, die von ihren Brüdern sagten,
Während sie selbst sich zurückhielten:
Hätten sie uns gehorcht, wären sie nicht getötet worden.
Sprich: Dann haltet den Tod von euch selbst ab,
Wenn ihr die Wahrheit sagt.
Und rechnet nicht diejenigen, die auf Gottes Weg getötet werden,
Wie tot sie seien, ja, sie sind am Leben
Und Nahrung ist von ihrem Herrn zur Verfügung gestellt;
Seid fröhlich in dem, was Gott euch gegeben hat
Von seiner Gnade und nutzt sie zum Wohle derer,
Die da links hinter euch noch nicht beigetreten sind,
Dass sie sich freuen, dass sie sollen keine Angst haben,
Noch sollen sie trauern.
Sie jauchzen wegen der Gunst von Gott und jubeln in Seiner Gnade,
Und dass Gott ihnen nicht verschwendet die Belohnung der Gläubigen.
Es ist für diejenigen, die auf den Ruf Gottes und des Apostels reagierten,
Nachdem die Wunde ihnen widerfahren war,
Es sind diejenigen unter ihnen, die Gutes tun für andere
Und wachen gegen das Böse, die haben eine große Belohnung .
Diejenigen, von denen das Volk sprach:
Wahrlich, Männer haben sich gegen dich versammelt,
Deshalb fürchtet sie,
Aber dies erhöht ihren Glauben, und sie sagten:
Gott ist für uns ausreichend
Und der trefflichste Herr ist der Beschützer.
So kehrten sie mit Gnade von Gott und Seiner Huld,
Es berührte sie nichts Böses
Und sie folgten dem Wohlgefallen Gottes;
Und Gott ist die große Huld.
Es ist nur der Satan, der dir mit seinen Freunden Angst verursacht,
Aber hab keine Angst vor ihnen,
Und fürchtet Mich, wenn ihr Gläubige seid.
Und lass dich nicht jene betrüben, die hastig dem Unglauben verfallen;
Sie können sicherlich nicht schaden,
Denn Gott tut, was Gott will,
Dass Er sollte ihnen keinen Anteil am Jenseits geben,
Und sie werden eine gewaltige Pein haben.
Diejenigen, die den Unglauben gekauft haben
Um den Preis des Glaubens,
Sie werden keinen Schaden überhaupt Gott tun,
Und sie werden eine schmerzliche Strafe haben.
Und lasse nicht diejenigen, die ungläubig denken,
Dass Unsere Gewährung ihnen Aufschub gewähre,
Besser für ihre Seele,
Gewähren Wir ihnen Aufschub nur,
Dass sie zu ihren Sünden hinzu fügen,
Und sie werden eine schmähliche Strafe haben.
Auf keinen Fall wird Gott die Gläubigen in dem Zustand lassen,
In dem sie sind, bis er das Böse vom Guten trennt,
Und Gott ist nicht gegangen,
Dass ihr den Unsichtbaren kennt,
Sondern Gott erwählt von Seinen Aposteln, wen Er will,
Deshalb glaube an Gott und Seinen Apostel,
Und wenn du wachst gegen das Böse und glaubst,
Dann wirst du eine große Belohnung haben.
Und lasst nicht diejenigen halten,
Die nicht so freigiebig verschenken in dem,
Was Gott ihnen gewährt aus Seiner reichen Fülle,
Dass es gut für sie sei,
Ja, es ist schlimmer für sie,
Sie haben, womit sie geizig gemacht wurden,
Um ihre Hälse am Tag der Auferstehung geschlungen;
Und Gottes ist das Erbe der Himmel und der Erde,
Und Gott ist sich bewusst, was ihr tut.
Gott hat sicherlich das Sprichwort von denen gesagt, die hören:
Wahrlich, Gott ist arm und wir sind reich.
Ich werde aufschreiben, was sie sagen,
Und ihr tötet die Propheten zu Unrecht,
Und ich werde sagen: Kostet nun die Strafe des Verbrennens.
Dies ist für das, was die eigenen Hände vorausgeschickt haben,
Und weil Gott ist nicht im Geringsten ungerecht gegen die Diener.
Das sind sie, die sagten: Wahrlich, Gott hat uns befohlen,
Wir sollten nicht an jeden Apostel glauben,
Bis er uns ein Opfer bringt, das das Feuer verzehrt.
Sprich: Ja, es kamen zu euch vor mir Apostel
Mit klaren Argumenten und mit dem,
Was ihr gefragt habt,
Warum habt ihr dann sie getötet, wenn ihr wahrhaftig seid?
Aber wenn sie dich ablehnen,
So in der Tat wurden abgelehnt die vor dir kamen
Mit klaren Argumenten und Schriften
Und dem erleuchtenden Buch der Apostel.
Jede Seele wird den Tod kosten,
Und du wirst nur dann voll bezahlen
Deinen Lohn am Tag der Auferstehung;
Wer wird dann weit weg sein von dem Feuer,
Den Garten er in der Tat als das Lust-Objekt hat er erreicht,
Er wird ihm gegeben,
Und das Leben dieser Welt ist nichts
Als eine Bereitstellung von Eitelkeiten.
Du sollst sicherlich versuchen zu respektieren ihr Vermögen
Und ihre Seelen,
Und ihr werdet sicherlich von jenen sein,
Denen das Buch gegeben ist,
Bevor du gekommen bist,
Und von denen, die Götzendiener sind
Und viel lästiges Gerede hören,
Und wenn du bist geduldig
Und wachst gegen das Böse,
Das ist sicherlich einer der Angelegenheiten,
Was sein sollte und bestimmt war.
Und wenn Gott einen Bund mit denen schließt,
Denen die Schrift gegeben wurde:
Du sollst sicherlich machen es den Menschen bekannt,
Und ihr werdet es nicht verbergen,
Aber sie warfen es hinter ihren Rücken
Und nahmen einen kleinen Preis dafür,
So böse ist das, was sie kaufen.
Glaube du nicht, wer für sie was getan hat
Und die sich lieben und sich freuen,
Dass sie für das, was sie nicht getan haben, sollten gelobt werden.
Dies auf keinen Fall.
Denken sie sicher zu sein vor der Strafe,
Und sie werden eine schmerzliche Strafe haben.
Und Gottes ist das Reich der Himmel und die Erde,
Und Gott hat Macht über alle Dinge.
Wahrlich, in der Schöpfung der Himmel und der Erde
Und dem Wechsel von Nacht und Tag
Sind Zeichen für Leute, die verstehen.
Diejenigen, die Gottes im Stehen, Sitzen und Liegen
Auf ihrer Seite sich erinnern
Und über die Schöpfung der Himmel und der Erde sagen:
Unser Herr! Du hast dies nicht umsonst erschaffen!
Ehre sei Dir, rette uns von der Strafe des Feuers:
O unser Herr!
Sicherlich, wem Du das Feuer gegeben,
Du hast zu ihn zuschanden gemacht,
Und es dürfen keine Helfer für die Ungerechten sein:
O unser Herr!
Sicherlich haben wir einen Prediger,
Der ruft zum Glauben und sagt:
Glaubt an euren Herrn,
Also machten wir uns glaubend,
Unser Herr! vergib uns unsere Fehler daher,
Und decke unsere bösen Taten zu
Und lass uns mit den Gerechten sterben.
O unser Herr! und gib uns, was du versprochen hast,
Uns durch Deine Apostel;
Und stürze uns nicht am Tag der Auferstehung;
Du weißt sicher, wie wir nicht scheitern,
Und Du wirst die Versprechen erfüllen.
Also ihr Herr ihr Gebet akzeptiert:
Das werde Ich nicht verschwenden,
Die Arbeit eines Arbeiters unter euch,
Ob Mann oder Frau,
Das einer von euch den anderen tut.
Sie also, die flohen und wurden aus ihren Häusern geholt
Und verfolgten Meinem Weg
Und gekämpft haben und getötet wurden,
Ihnen werde Ich ganz sicher zudecken ihre bösen Taten,
Und Ich werde ganz sicher machen sie in Gärten eingehen,
Durcheilt von Bächen,
Eine Belohnung von Gott,
Und Gott ist da mit noch besseren Lohn.
Lasst euch nicht betrügen von denjenigen,
Die ungläubig sind und hin und her gehen in den Städten furchtlos.
Ein kurzer Genuss! dann ihr Aufenthalt ist die Hölle,
Und schlimm ist die Ruhestätte.
Aber wie für diejenigen, die vorsichtig sind in ihren Pflichten,
Die sind bei ihrem Herrn,
Sie werden Gärten bleibend haben,
Durcheilt von Bächen,
Eine Unterhaltung von ihrem Herrn,
Und was bei Gott ist, ist besser für die Gottesfürchtigen.
Und wahrlich, der Anhänger des Buches gibt es denjenigen,
Die an Gott glauben,
Und was ihnen darin wurde gezeigt
Und was ihnen als Demütigen vor Gott offenbart worden ist,
Sie nehmen nicht einen kleinen Preis
Für die Kommunikation von Gott;
Diese sind es, die ihren Lohn bei ihrem Herrn haben;
Wahrlich, Gott ist schnell im Abrechnen.
O die ihr glaubt! Geduld und Ausharren in Geduld
Und standhaft sollt ihr bleiben,
Und seid vorsichtig in eurer Pflicht vor Gott,
Auf dass ihr erfolgreich seid.

ZWÖLFTE SURE
JOSEF – FRIEDE SEI MIT IHM!

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.


Alif Lam Ra.
Dies sind die Verse des Buches,
Das Dinge manifestiert.
Wahrlich, Wir haben es offenbart,
Einen arabischen Koran, damit ihr begreift.
Wir erzählen euch die schönste der Geschichten,
Indem Wir enthüllen diesen Koran,
Obwohl dies vor euch war sicherlich
Einer von denen, die nicht wussten.
Als Josef zu seinem Vater sagte: O mein Vater!
Sicherlich, ich sah elf Sterne und die Sonne und den Mond,
Ich sah sie sich neigen vor mir.
Er sagte: O mein Sohn!
Nicht beziehe deine Vision auf deine Brüder,
Damit sie einen Plan gegen dich ersinnen;
Sicherlich, der Satan ist ein offener Feind der Menschheit.
Und so wird dein Herr dich erwählen
Und dich lehren die Interpretation der Worte
Und wird machen seine Gunst abgeschlossen,
Dir und Kindern Jakobs, wie er es gemacht,
Bevor er abschließen tat den Bund mit deinen Vätern,
Abraham und Isaak,
Dein Herr ist allwissend, der Weise.
Wahrlich, in Josef und seinen Brüdern
Sind Zeichen für den Anfragenden.
Als sie sagten: Wahrlich, Josef und sein Bruder
Unserm Vater sind lieber als wir,
Obwohl wir stärker sind im Unternehmen,
Die meisten sicherlich meinten:
Unser Vater ist in einem offenkundigen Irrtum:
Tötet Josef oder werft ihn ins Land hinaus,
So dass dein Vater sich nur noch für dich interessiert,
Und danach werdet ihr rechtschaffene Leute sein.
Ein Sprecher unter ihnen sagte: Tötet Josef nicht,
Und warf ihn in den Boden der Grube,
Wenn sie es tun müssen, damit einige der Reisenden ihn abholen.
Sie sagten: O unser Vater!
Aus welchem Grund hast du uns nicht vertraut
In Bezug auf Josef?
Und wahrlich, wir sind seine aufrichtigen Gönner:
Und sende ihn morgen mit uns,
Er kann sich selbst und Freuden genießen
Und sicherlich werden wir ihn gut bewachen.
Er sagte: Sicherlich ist es betrüblich für mich,
Dass du solltest ihn ausziehen,
Und ich fürchte, der Wolf wird ihn fressen,
Während du auf ihn acht gibst.
Sie sprachen: Wahrlich, wenn der Wolf
Möchte ihn fressen, ungeachtet dessen,
Dass wir eine starke Unternehmung sind,
Sollten wir dann sicherlich Verlierer sein.
Als sie nun mit ihm gegangen waren,
Und vereinbarten es,
Sie sollten ihn legen am unteren Rand der Grube,
Und wir offenbarte ihm:
Du wirst ganz sicher informieren sie
Über diese ihre Affäre,
Während sie es nicht wahrnehmen.
Und sie kamen zu ihrem Vater
Bei Einbruch der Dunkelheit, weinend.
Sie sagten: O unser Vater!
Wahrlich, wir gingen eilend
Und ließen Josef bei unserer Ware,
So dass der Wolf ihn gefressen,
Und du wirst nicht glauben, wenn wir ehrlich sind.
Und sie brachten sein Hemd mit falschem Blut.
Er sagte: Nein, eure Seelen
Haben die Angelegenheit voll Licht für euch gemacht,
Aber Geduld ist gut,
Und Gott ist der, dessen Hilfe ist
Gegen das, was ihr zu beschreiben sucht.
Und es kamen Reisende
Und sie schickten ihren Wasser-Eimer,
Und er ließ seinen Eimer hinunter.
Er sagte: Gute Nachricht!
Dies ist ein Jugendlicher;
Und sie verbargen ihn wie einen Artikel der Ware,
Und Gott weiß, was sie taten.
Und sie verkauften ihn für einen kleinen Preis,
Ein paar Stücke aus Silber,
Und sie zeigten kein Verlangen nach ihm.
Und der Ägypter, der ihn gekauft hat,
Sagte zu seiner Frau:
Gib ihm einen ehrenvollen Aufenthalt,
Vielleicht wird er uns nützlich sein,
Oder wir nehmen ihn als Sohn an.
Und so setzten Wir Josef im Lande ein
Und dass Wir ihn lehren die Interpretation der Worte,
Und Gott ist der Herr über seine Affäre,
Aber die meisten Menschen wissen es nicht.
Und als er seine Reife erlangte,
Verliehen Wir ihm Weisheit und Wissen:
Und so belohnen Wir die, die Gutes tun.
Und sie, in deren Haus er gesucht wurde, um sich zu ergeben ihr,
Und sie machte schnell die Tür auf und sagte:
Komm nach vorne.
Er sagte: Ich suche Zuflucht bei Gott, meinem Herrn,
Sicherlich, gut macht Er meinen Wohnsitz:
Sicherlich, die Ungerechten werden nicht gedeihen.
Und natürlich machte sie für ihn sich schön,
Und er würde für sie sich schön gemacht haben,
Wäre es nicht, dass er das Manifest
Und den Beweis seines Herrn gesehen,
Und so war es, dass Wir vielleicht von ihm abwenden
Das Böse der Unanständigkeit,
Er sicherlich war einer Unserer auserwählten Diener.
Und beide eilten zur Tür,
Und sie zerriss sein Hemd von hinten,
Und sie traf ihren Mann an der Tür.
Sie sagte: Was ist die Strafe dessen, der böse ist,
Deine Frau will es annehmen,
Freiheitsstrafe oder eine schmerzhafte Strafe?
Er sagte: Sie suchte, dass ich mich ergeben sollte ihr.
Und ein Zeuge ihrer eigenen Familie bezeugte:
Wenn sein Hemd ist zerrissen von vorne,
Spricht sie die Wahrheit, und er ist einer der Lügner:
Und wenn ihm das Hemd zerrissen ist von hinten,
Erzählt sie eine Lüge, und er ist einer der Wahrheit Sprechenden.
Also, als er sein Hemd von hinten zerrissen sah, sprach er:
Gewiss ist es eine List von euch Frauen;
Sicherlich, ihre Arglist ist groß:
O Josef! wende dich ab von dieser meiner Frau!
Bitte um Vergebung für deine Schuld,
Du bist sicherlich einer der Ungerechten.
Und die Frauen in der Stadt sagten:
Die Häuptlings-Frau sucht ihren Sklaven,
Dass er sich ergebe ihr,
Sicherlich hat er sie tief betroffen mit seiner Liebe,
Die meisten sicherlich sehen wir sie in einem offenkundigen Irrtum.
Also, als sie von ihren schlauen Reden hörte,
Sie schickte nach ihnen und bereitete ihnen ein Mahl,
Und gab jedem von ihnen ein Messer
Und sagte zu Josef: Komm heraus zu ihnen.
Also, als sie ihn sahen, wurden sie toll,
Und schnitten sich die Hände vor Überraschung,
Und sagten: Frei ist Gott von Makel;
Dies ist kein Sterblicher, sondern ein edler Engel.
Sie sagte: Das ist er in Bezug auf den, den du mit Schuld belastest,
Und ich suchte das Seine sicherlich,
Was sich für mich schickte,
Aber er enthielt sich der Stimme,
Und wenn er nicht tut, was ich ihn heiße,
So soll er sicher eingesperrt werden,
Und er wird sicherlich von denen sein,
Die in einem Zustand der Schande sind.
Er sagte: Mein Herr!
Das Gefängnis ist mir lieber als das,
Wozu sie mich einlädt,
Und wenn du nicht abwendest ihren Plan von mir,
Da werde ich sehnen mich nach ihnen
Und werden wird sie eine der Unwissenden.
Darauf sein Herrn akzeptiert sein Gebet
Und wandte ihre List von ihm;
Er ist der Hörende, der Wissende.
Dann fiel sie, nachdem sie die Zeichen,
Dass sie ihn bis zu einer Zeit einsperren sollte,
Nicht gesehen hatte.
Und zwei Jugendliche betraten das Gefängnis mit ihm.
Einer von ihnen sagte:
Ich sah mich Wein auspressen.
Und der andere sagte:
Ich sah mich selbst Brot tragen auf dem Kopf,
Von dem die Vögel fraßen.
Informiere du uns über ihre Auslegung;
Sicherlich, sehen werden wir dich
Als von den Rechtschaffenen einen.
Er sagte: Es gilt nicht für dich das Essen,
Mit dem du gefüttert kommst,
Aber ich will euch beiden über ihre Auslegung informieren,
Bevor er zu dir kommt, das ist,
Was mein Herr hat mich gelehrt,
Sicherlich habe ich verlassen die Religion der Menschen,
Die nicht an Gott glauben,
Und sie sind Leugner des Jenseits:
Und ich folge der Religion meiner Väter,
Abraham, Isaak und Jakob,
Es ziemt uns nicht, wir sollten irgendetwas mit Gott verbinden,
Dies ist durch Gottes Gnade über uns
Und über die Menschheit,
Aber die meisten Menschen sind nicht dankbar:
O meine beiden Freunde aus dem Gefängnis!
Sind verschiedene Herren besser
Oder Gott der Einzige, der Höchste?
Ihr müsst nicht außer Ihm einem dienen,
Sondern dem Namen, den ich euch genannt habe,
Ihr und eure Väter;
Gott hat nach unten keine Autorität für sie geschickt;
Urteil ist nur Gottes,
Er hat geboten, dass du sollst nichts dienen außer Ihm,
Das ist die richtige Religion,
Aber die meisten Leute nicht wissen dies:
O meine beiden Freunde aus dem Gefängnis!
Als für einen von euch,
Der soll seinem Herrn Wein zu trinken geben,
Und für den anderen, so soll er gekreuzigt werden,
So dass die Vögel werden von seinem Kopf fressen,
So wird die Angelegenheit verfügt, über die ihr euch erkundigtet.
Und er sprach zu ihm, von dem er wusste,
Dass er von beiden freigelassen wird:
Erinnere dich an mich bei eurem Herrn.
Aber der Satan ließ ihn vergessen,
Ihn zu erwähnen bei seinem Herrn,
So blieb er im Gefängnis ein paar Jahre.
Und der König sprach:
Wahrlich, ich sehe sieben fette Kühe,
Die von sieben mageren Kühen gefressen werden;
Und sieben grünen Ähren und sieben andere trocken:
O Fürsten! erklärt mir meinen Traum,
Wenn man den Traum interpretieren kann.
Sie sagten: Wirre Träume sind es,
Und wir kennen nicht die Deutung von Träumen.
Und einer der zwei Gefangenen,
Der Erlösung gefunden hatte
Und erinnerte sich nach langer Zeit, sagte:
Ich werde dich über seine Auslegung informieren,
So lass mich gehen:
Josef! Oh Wahrhafter!
Erkläre uns die sieben fette Kühe,
Die von sieben mageren Kühen gefressen werden,
Und sieben grüne Ähren und sieben andere trocken,
Dass ich zurück gehe zu den Menschen, damit sie wissen.
Er sagte: Du sollst sieben Jahre lang kontinuierlich säen,
Dann ernten, was zu ernten ist,
Außer einem kleinen, von dem du essen kannst.
Dann beschließe, dass sieben Jahre der Entbehrungen kommen,
Da zerfressen ist alles, was du vorher in die Scheune gelegt hast,
Außer ein wenig von dem, was du behalten hast:
Dann wird nach diesem ein Jahr kommen,
In denen die Menschen Regen haben sollen
Und in dem sie drücken die Trauben aus.
Und der König sprach: Bringt ihn zu mir.
Also, als der Bote zu ihm kam, sagte er:
Geh zurück zu deinem Herrn und frage ihn,
Was der Fall der Frauen ist, die sich in die Hände schnitten;
Fürwahr, mein Herr kennt ihre List.
Er sagte: Wie war eure Sache,
Wenn man versucht, Josef nachzugeben?
Sie sagten: Frei ist Gott von Unvollkommenheit,
Wussten wir doch gar nichts Böses auf seinem Teil.
Dem Fürst sagte die Frau:
Hat nun die Wahrheit sich etabliert:
Ich suchte ihn, dass er sich mir ergebe,
Und er ist wahrlich der Wahrhaftige.
Das ist, damit er weiß, dass ich nicht ihm untreu im Geheimen
Und dass Gott leitet nicht die Pläne der Untreue.
Und ich glaube nicht und erkläre mich frei,
Am sichersten der Mensch selbst pflegt den Befehl,
Zu tun das Böse, es sei denn,
Wie mein Herr hat Erbarmen,
Fürwahr, mein Herr ist voller Vergebung und Barmherzigkeit.
Und der König sprach: Bringt ihn zu mir,
Ich werde ihn für mich selbst wählen.
Also, als er mit ihm geredet hatte, sagte er:
Sicher bist du in unserer Gegenwart
Heute ein ehrenwerter, ein treuer Mann.
Er sagte: Gib mir das Amt über die Schätze des Landes,
Siehe, ich bin ein guter Wächter, wohl wissend.
Und so sprachen Wir zu Josef, ihm Macht im Land zu geben –
Er hatte es in Meisterschaft, wo immer er wollte;
Wir senden Unsere Barmherzigkeit, wem Wir wollen,
Und Wir verschwenden nicht den Lohn derer, die Gutes tun.
Und sicherlich, der Lohn des Jenseits ist besser für jene,
Die glauben und wachen gegen das Böse.
Und Josefs Brüder kamen und gingen zu ihm,
Und er kannte sie, während sie ihn nicht erkannten.
Und als er sie mit ihrer Bereitstellung eingerichtet, sagte er:
Bringt mir einen Bruder von eures Vaters Samen,
Siehst du nicht, dass ich volles Maß gebe
Und dass ich der beste Gastgeber bin?
Aber wenn du nicht bringen solltest ihn zu mir,
Du sollst kein Maß vom Mais von mir haben,
Noch sollt ihr mir nahe kommen.
Sie sagten: Wir werden uns bemühen,
Seinem Vater Ruhe in Bezug auf ihn zu machen,
Und wir sind sicher es zu tun.
Und er sprach zu seinen Knechten:
Legt ihr Geld in ihre Taschen, dass sie es erkennen,
Wenn sie zurück zu ihrer Familie gehen,
Damit sie wiederkommen.
Also, als sie zu ihrem Vater zurückgekehrt sind, sagten sie:
O unser Vater, das Maß wird uns verweigert,
Also sollst du mit uns senden den Bruder,
Damit können wir das Maß erhalten,
Und wir werden am sichersten ihn bewachen.
Er sagte: Ich kann nicht vertraue auf dich in Bezug auf ihn,
Es sei denn ich vertraute auf dich in Bezug auf seinen Bruder,
Doch Gott ist der beste Wächter,
Und Er ist der Barmherzige der Barmherzigen.
Und als sie ihre Waren öffneten,
Fanden sie ihr Geld, zurückgekommen zu ihnen.
Sie sagten: O unser Vater!
Was mehr können wir uns wünschen?
Dies ist unser Eigentum, zurückgekommen zu uns,
Und wir werden Mais für unsere Familie bringen
Und bewachen unseren Bruder,
Und es wird zusätzlich über das Maß von einer Kamel-Last sein;
Dies ist ein einfaches Maß.
Er sprach: Ich will auf keinen Fall schicken ihn mit dir,
Bis du mit mir einen festen Bund im Namen Gottes schließt,
Dass du ganz sicher bringst ihn zurück zu mir,
Es sei denn, dass du vollständig umgeben bist.
Und als sie ihm ihren Bund zuschworen, sagte er:
Gott ist der Eine, dem Vertrauen gebührt
In Bezug auf das, was wir sagen.
Und er sprach: O meine Söhne!
Nicht alle sollen durch ein einziges Tor eintreten
Und geht durch verschiedene Tore ein
Und ich kann nicht in Anspruch nehmen etwas gegen Gott;
Urteil ist nur Gottes;
Auf Ihn kann ich vertrauen
Und auf Ihn sollen sich die, die darauf angewiesen sind, verlassen.
Und als sie zu ihrem Vater eingetreten waren,
Gebot er ihnen,
Sie sollten nicht in Anspruch nehmen etwas gegen Gott,
Sondern es war nur ein Wunsch in der Seele des Jakob,
Dass er zufrieden war,
Und sicherlich war er besessen von Wissen,
Weil Wir hatten ihm Wissen gegeben,
Aber die meisten Menschen wissen nicht.
Und als sie zu Josef gingen,
Wo er wohnte, nahm er seinen Bruder mit sich und sprach:
Ich bin dein Bruder, deshalb trauere nicht, was sie tun.
Also, als er sie mit ihren Bestimmungen eingerichtet,
Jemand platzierte den Trinkbecher in seines Bruders Sack.
Dann ein Ausrufer rief: O Karawane!
Sie sind gewiss Diebe.
Sie sagten, während sie konfrontiert wurden damit:
Was ist das, was sie vermissen?
Sie sagten: Wir vermissen des Königs Trinkbecher,
Und wer sollte es als eine Kamellast haben
Und ich bin für sie verantwortlich.
Sie sagten: Bei Gott! Du weißt sicher,
Dass wir nicht gekommen sind,
Um Unheil im Land zu stiften,
Und wir sind keine Diebe.
Sie sagten: Aber was soll der Lohn dafür sein,
Wenn du ein Lügner bist?
Sie sagten: Die Vergeltung dafür ist,
Dass die Person, in deren Tasche es sich findet,
Wird er selbst sein die Befriedigung dafür,
Damit wir die Übeltäter bestrafen.
So begann er mit ihren Säcken vor dem Sack seines Bruders,
Dann brachte er ihn aus seines Bruders Sack.
So richteten Wir es aus Gründen für Josef ein,
Es war nicht rechtmäßig,
Er solle seinen Bruder unter des Königs Gesetz nehmen,
Es sei denn, Gott ist zufrieden,
Heben wir den Grimm von wem Wir wollen,
Und über jeden, der Wissen besaß, ist die Allweisheit.
Sie sagten: Wenn er zu stehlen beginnt,
Ein Bruder von ihm in der Tat zu stehlen beginnt,
Sondern Josef hielt es in seinem Herzen geheim
Und offenbarte es ihnen nicht.
Er sagte: Sie sind in einem bösen Zustand
Und Gott weiß am besten, was sie sagen.
Sie sagten: Oh Fürst! er hat einen Vater,
Einen sehr alten Mann,
Deshalb behalte du einen von uns an seiner Stelle;
Sicherlich sehen wir dich von den Rechtschaffenen einen sein.
Er sagte: Gott möge uns beschützen,
Die wir nutzen sollten außer ihm,
Mit dem wir unser Eigentum gefunden,
Denn dann haben wir am sichersten das getan,
Was wäre gerecht.
Dann, als sie von ihm verzweifelt zogen,
Sprachen sie privat zusammen.
Der Älteste von ihnen sagte: Weißt du nicht,
Dass dein Vater von dir nahm einen Bund im Namen Gottes,
Und wie kurz du deine Pflicht tatest in Bezug auf Josef?
Darum will ich auf keinen Fall fahren von diesem Land,
Bis mein Vater es mir erlaubt
Oder Gott für mich entscheidet,
Und Er ist der beste der Richter:
Geh zurück zu deinem Vater und sage: O unser Vater!
Sicherlich hat dein Sohn Diebstahl begangen,
Und wir wissen es nicht zu bezeugen,
Außer dem, was wir gekannt haben,
Und wir konnten nicht halten Wache über das Verborgene
Und fragen in der Stadt, in der wir waren,
Und die Karawane, mit der wir gingen,
Und die meisten sicherlich von uns sind ehrlich.
Jakob sagte: Nein, eure Seelen haben eine Angelegenheit gemacht,
Ein Licht für dich,
So dass Geduld ist gut,
Vielleicht wird Gott sie alle zusammen bringen zurück zu mir,
Er ist der Allwissende, der Allweise.
Und er wandte sich von ihnen und sprach:
O mein Kummer um Josef!
Und seine Augen wurden feucht wegen der Trauer,
Und er war ein Depressiver voll Trauer!
Sie sagten: Bei Gott!
Er wird nicht aufhören, Josef zu erinnern,
Bis du eine Beute konstanter Krankheit bist
Oder bis du bist von denen, die untergehen werden.
Er sagte: Ich beklage nur meinen Kummer
Und meine Sorgen vor Gott,
Und ich weiß von Gott, was ihr nicht wisst.
O meine Söhne!
Geht und fragt respektierlich Josef und seinen Bruder
Und verzweifelt nicht an Gottes Barmherzigkeit;
Sicherlich, keiner zweifelt an Gottes Barmherzigkeit,
Außer das ungläubige Volk.
Also, als sie zu ihm kamen, sagten sie: O Fürst!
Not hat uns und unsere Familie heimgesucht,
Und wir haben spärliches Geld gebracht,
So gib uns das volle Maß
Und sei wohltätig zu uns;
Wahrlich, Gott belohnt die Gemeinnützigen.
Er sagte: Weißt du, wie du Josef und seinen Bruder behandelt hast,
Als sie unwissend waren?
Sie sagten: Bist du denn wirklich Josef?
Er sagte: Ich bin Josef und das ist mein Bruder,
Gott ist wahrlich gnädig gegen uns gewesen;
Sicherlich, wer wacht gegen das Böse und ist geduldig, wird belohnt,
Denn Gott vergeudet nicht die Belohnung derer, die Gutes tun.
Sie sagten: Bei Gott!
Jetzt hat Gott gewiss dich über uns gewählt,
Und wir waren sicherlich Sünder.
Er sagte: Es ist kein Vorwurf gegen euch an diesem Tag;
Gott hat dir vergeben,
Und Er ist der Barmherzige der Barmherzigen.
Geht mit diesem meinem Hemd
Und legt es auf das Gesicht meines Vaters,
So wird er wieder in der Lage sein, zu sehen,
Und kommt zu mir mit allen euren Familien.
Und als die Karawane sich entfernt hatte,
Sagte ihr Vater: Wahrlich, ich kann die Größe von Josef wahrnehmen,
Wenn du mich nicht hältst zum Aussprechen des Urteils zu schwach.
Sie sagten: Bei Gott, du bist am sichersten in deinem alten Fehler.
Also, als der Überbringer der guten Nachricht kam,
Warf er das Hemd auf sein Gesicht,
So dass er unverzüglich sehend ward.
Er sagte: Habe ich dir nicht gesagt,
Dass ich von Gott weiß, was du nicht weißt?
Sie sagten: O unser Vater!
Bitte um Vergebung unserer Fehler für uns,
Doch wir waren Sünder.
Er sagte: Ich werde für dich um Verzeihung bitten,
Mein Herr, Er ist die Vergebung, der Barmherzige.
Dann, als sie kamen zu Josef,
Nahm er seinen Vater und erhob ihn und sagte:
Lebe hier sicher in Ägypten, wenn Gott es gefällt.
Und er hob seinen Vater auf den Thron
Und da fielen sie nieder in Niederwerfung vor ihm,
Und er sagte: O mein Vater!
Dies ist die Bedeutung meines Traums von einst,
Mein Herr hat ihn wirklich gemacht,
Und Er war in der Tat gut zu mir,
Als Er mich brachte aus dem Kerker
Und euch aus der Wüste führte,
Nachdem der Satan hatte Meinungsverschiedenheiten gesät
Zwischen mir und meinen Brüdern,
Sicherlich, mein Herr ist gütig zu wem Er will;
Er ist der Allwissende, der Allweise.
Mein Herr! Du hast mir das Reich gegeben
Und hast mich gelehrt die Auslegung der Worte:
Schöpfer der Himmel und der Erde!
Du bist mein Schutzengel in dieser Welt und im Jenseits,
Lasse mich sterben als einen Ergebenen
Und komme zu mir mit dem Guten.
Dies ist die Ankündigung in Bezug auf das Unsichtbare,
Wir zeigen es euch,
Und du warst nicht bei ihnen,
Als sie entschlossen waren in ihrer Affäre,
Und als sie ihre Pläne entwickelten.
Und die meisten Menschen werden nicht glauben,
Obwohl man es eifrig wünschen wird.
Und du wirst fragen nicht, was sie für einen Lohn dafür erhalten,
Es ist nichts anderes als eine Mahnung für die ganze Menschheit.
Und wie viele Zeichen in den Himmeln und auf der Erde,
Die geschehen, doch wenden sie sich davon ab.
Und die meisten von ihnen glauben nicht an Gott,
Sie glauben ohne Zuordnung anderen neben Ihm.
Haben sie dann sichere Gefühle,
Dass möglicherweise zu ihnen kommen wird
Eine umfangreiche Strafe von Gott
Oder dass die Stunde kommt, sie kann plötzlich kommen,
Während sie es nicht wahrnehmen?
Sprich: Das ist mein Weg: Ich rufe zu Gott,
Ich und diejenigen, die mir folgen, sicher zu sein,
Und gepriesen sei Gott,
Und ich gehöre nicht zu den Polytheisten.
Und Wir haben vor euch gesandt von Männern
Unter die Menschen in den Städten,
Denen Wir Offenbarungen gaben.
Haben sie denn nicht die Erde durchwandert und gesehen,
Was war das Ende derer, die vor ihnen lebten?
Und sicherlich, die Wohnstatt des Jenseits ist besser
Für diejenigen, die sich gegen das Böse schützen;
Wissen sie es denn nicht zu begreifen?

NEUNZEHNTE SURE
MARIA

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.


Kaf Ha Ya Ain Suad.
Eine Erwähnung der Barmherzigkeit deines Herrn
Zu Seinem Diener Zacharias.
Als er zu seinem Herrn rief mit leiser Stimme,
Er sagte: Mein Herr!
Sicherlich, meine Knochen werden geschwächt
Und mein Kopf von Haaren wird grau,
Und, mein Herr!
Ich war noch nie in meinem Gebet zu Dir erfolglos:
Und siehe, ich fürchte, meine Cousins nach mir,
Und meine Frau ist unfruchtbar,
Deshalb gewähre mir von Dir einen Erben,
Der sollte mir erben
Und vererben von den Kindern Jakobs,
Und mache ihn, mein Herr, zu einem,
Mit dem Du wohl zufrieden bist.
O Zacharias!
Wir geben dir sicherlich gute Nachricht
Von einem Jungen, dessen Name Johannes sein soll:
Wir haben nicht seinesgleichen gemacht.
Er sagte: O mein Herr!
Wann werde ich haben einen Sohn,
Und meine Frau ist unfruchtbar,
Und ich selbst habe den äußersten Grad des Alters erreicht?
Er sagte: So soll es sein, sagt eurem Herrn:
Es ist leicht zu bleiben,
Und tatsächlich habe Ich mit dir etwas vor,
Als du noch nicht warst.
Er sagte: Mein Herr! gib mir ein Zeichen.
Er sagte: Dein Zeichen ist, dass du nicht in der Lage bist,
Zu den Menschen zu sprechen drei Tage,
Während du bei guter Gesundheit bist.
Und er ging hinaus aus seinem Volk
Zu seinem Ort der Anbetung,
Dann machte er ihnen bekannt,
Dass sie zu verherrlichen hätten Gott morgens und abends.
O Johannes! Fasse das Buch mit Kraft,
Und Wir gaben ihm Weisheit,
Während er noch ein Kind war,
Und Zärtlichkeit von Uns und Reinheit,
Und er war derjenige, der gegen das Böse wachte,
Und pflichtbewusst zu seinen Eltern,
Und er war nicht frech, nicht ungehorsam.
Und Frieden war auf ihm am Tag, da er geboren wurde,
Und an dem Tag, da er stirbt,
Und an dem Tag, da er wird zum Leben erweckt.
Und erwähne im Buch Maria,
Als sie beiseite zog von ihrer Familie an einen östlichen Ort;
Da nahm sie einen Schleier von ihnen,
Dann schickten Wir ihr Unseren Geist,
Und es erschien ihr ein gut geformter Mann.
Sie sagte: Ja, ich fliege zum Zufluchtsort vor Dir, Du guter Gott,
Wenn Du eine Bewachung gegen das Böse bist.
Er sagte: Ich bin nur ein Bote deines Herrn:
Dass ich gebe dir einen reinen Jungen.
Sie sagte: Wann werde ich einen Jungen bekommen
Und hat noch kein Sterblicher mich angerührt,
Noch habe ich unkeusch gelebt!
Er sagte: Auch so, euer Herr sprach: Es ist leicht zu geschehen:
Wir können das und machen ihn zu einem Zeichen für die Menschen
Und eine Barmherzigkeit von Uns,
Und es ist eine beschlossene Sache.
Und sie empfing ihn,
Und dann zog sie sich mit ihm an einen entlegenen Ort zurück.
Und die Wehen der Geburt zwangen sie,
Sich an den Stamm einer Palme zu begeben.
Sie sagte: Oh, wäre ich doch zuvor gestorben
Und wär eine Sache ganz vergessen!
Dann das Kind rief ihr von unten her zu:
Sei nicht traurig,
Dein Herr ließ einen Strom fließen unter dir;
Und schüttle zu dir den Stamm der Palme,
Wird sie auf dich fallen lassen frische reife Datteln:
So iss und trink und erfrische das Auge.
Dann, wenn du irgendwelche Sterblichen siehst, sage:
Sicherlich habe ich ein Fasten gelobt dem guten Gott,
So werde ich mit keinem Menschen sprechen heute.
Und sie kam zu ihrem Volk mit ihm, sie trägt ihn.
Sie sagten: O Maria!
Du hast doch eine seltsame Sache getan.
O Schwester Aarons!
Dein Vater war kein schlechter Mann,
Noch war deine Mutter eine unkeusche Frau.
Aber sie deutete auf ihn.
Sie sagten: Wie sollen wir auf einen schauen,
Der ein Kind in der Wiege lag und sprechen konnte?
Er sagte: Ja, ich bin ein Diener Gottes,
Er hat mir das Buch gegeben
Und machte mich zu einem Propheten;
Und Er hat mich gesegnet, wo ich war,
Und Er hat mich auf das Gebet und Almosen verpflichtet,
Solange ich lebe;
Und ich bin pflichtbewusst zu meiner Mutter,
Und Er hat mich nicht unverschämt, nicht unselig gemacht;
Und Friede auf mir an dem Tag, als ich geboren wurde,
Und an dem Tag, da ich sterbe,
Und am Tag, da ich zum Leben erweckt werde.
Dies ist Jesus, der Sohn Marias;
Der ist das Wort der Wahrheit, über die sie streiten.
Es geziemt Gott nicht,
Dass Er sollte sich selbst eine Frau nehmen.
Der Sohn sollte Ihm die Ehre erweisen,
Wenn Er eine Sache beschlossen,
Er sagt nur: Sei! und es ist geworden.
Und wahrlich, Gott ist mein Herr und euer Herr,
Daher dienet Ihm; das ist der richtige Weg.
Aber Parteien unter ihnen widersprechen einander,
So wehe denen, die ungläubig sind,
Wegen der Präsenz an einem großen Tag.
Wie klar sind sie und hören,
Wie gut sie am Tag sehen, wenn sie zu uns kommen,
Aber die Ungerechten an diesem Tag
Sind in einem offenkundigen Irrtum.
Und warne sie vor dem Tag des intensiven Bedauerns,
Wenn die Sache bereits so entschieden wurde,
Und sie sind jetzt in Nachlässigkeit und glauben nicht.
Wahrlich, Wir erben die Erde
Und all jene, die darauf sind,
Und zu Uns werden sie zurückgebracht werden.
Und erwähne im Buch Abraham;
Sicherlich war er ein wahrhaftiger Mensch, ein Prophet.
Als er zu seinem Vater sagte: O mein Vater!
Warum willst du beten an, was weder hört noch sieht,
Noch hilft es dir im geringsten:
O mein Vater! wirklich das Wissen ist zu mir kommen,
Das nicht zu dir gekommen ist, also folge mir,
Ich will dich auf den rechten Pfad führen:
O mein Vater! diene nicht dem Satan,
Der Satan ist sicherlich ungehorsam gegen den guten Gott:
O mein Vater! Ich fürchte, dass eine Strafe
Vom Allerbarmer Gott dich heimsuchen sollte,
So dass du solltest ein Freund Satans sein.
Er sagte: Magst du nicht meine Götter, Abraham?
Wenn du nicht ablässt,
Werde ich dich sicher beschimpfen,
Und lass du mich eine Zeit lang.
Er sagte: Friede sei mit dir,
Ich werde zu meinem Herrn beten,
Dir zu vergeben;
Sicherlich, Er ist immer liebevoll zu mir:
Und ich will von dir nichts und was du forderst, außer Gott,
Und ich werde meinen Herrn anrufen und zurücktreten;
Kann ich nicht bleiben
In der Aufforderung meines Herrn.
Also, als er von ihnen sich zurückzog
Und von dem, was sie statt Gottes verehrten,
Verliehen Wir ihm Isaak und Jakob,
Und in jedem von ihnen Wir haben einen Propheten.
Und Wir gaben ihnen Unsere Barmherzigkeit,
Und Wir ließen zurück eine wahrheitsgemäße Erwähnung
Des hohen Ansehens für sie.
Und erwähne im Buch Moses,
Er war sicherlich ein Gereinigter,
Und er war ein Apostel, ein Prophet.
Und Wir riefen ihn von der gesegneten Seite des Berges,
Und Wir ließen ihn herannahen,
Dass er hält die Gemeinschaft mit Uns.
Und Wir gaben ihm aus Unserer Barmherzigkeit
Seinen Bruder Aaron als Propheten.
Und erwähne im Buch Ismael;
Sicherlich war er in seinem Versprechen wahr,
Und er war ein Apostel, ein Prophet.
Und er gebot über seine Familie Gebet und Almosen,
Und war einer, an dem sein Herr Wohlgefallen fand.
Und erwähne im Buch Idris;
Sicherlich war er ein wahrhaftiger Mensch, ein Prophet,
Wir erhoben ihn hoch in den Himmel.
Das sind die, denen Gott Gnade erwiesen,
Von den Propheten der Nachkommenschaft Adams
Und derer, die Wir mit Noah durchgeführt,
Und der Samen von Abraham und Israel,
Und derer, die Wir geführt und erwählt hatten.
Als die Kommunikation des gnädigen Gottes ihnen rezitiert wurde,
Fielen sie nieder in Ehrerbietung und weinten.
Aber es kam, nachdem eine böse Generation
Das Gebet vernachlässigte
Und gefolgt war den sinnlichen Begierden,
So dass sie gewinnen die Fülle des Verderbens,
Außer sie bereuen und glauben und tun gute Werke,
Dann sind diese in dem Garten,
Und sie werden nicht behandelt werden mit Unrecht:
Die Gärten Edens,
Die der gute Gott Seinen Dienern verheißen hat,
Während sie ungesehen waren;
Sicherlich, Sein Versprechen wird geschehen.
Sie dürfen nicht darin hören ein eitles Wort,
Sondern nur: Frieden,
Und sie sollen ihre Nahrung haben dort morgens und abends.
Dies ist der Garten, den Wir schenkten jenen Unserer Diener,
Die wachen gegen das Böse.
Und wir wissen es nicht, aber durch den Befehl deines Herrn kam es herab,
Von Ihm gehört, was vor uns war
Und was auch immer hinter uns war
Und was war zwischen diesen,
Und dein Herr ist nicht vergesslich.
Der Herr der Himmel und der Erde
Und was zwischen ihnen ist,
So dient Ihm und seid geduldig in Seinem Dienst.
Kennst du ein gleiches Ihm?
Und sagt man: Was! wenn ich tot bin,
Werde ich wirklich wieder hervorgebracht werden lebendig?
Kann nicht der Mensch daran denken,
Dass Wir ihn zuvor erschufen, als er nichts war?
Also bei deinem Herrn!
Wir werden ganz sicher sie sammeln zusammen
Und die Satane, dann werden wir sicherlich bewirken,
Dass sie gegenwärtig sind in der Hölle auf den Knien.
Dann werden wir sicherlich weiter ziehen
Aus jeder Gruppe von ihnen den,
Der rebellisch war gegen den gnädigen Gott.
Wir haben sicherlich am besten diejenigen versorgt,
Die am meisten verdienen, davon zu wissen.
Und es ist nicht einer von euch, dem soll es kommen,
Das ist ein unvermeidbares Dekret von eurem Herrn.
Und Wir werden diejenigen, die gegen das Böse wachen,
Und Wir werden das Ungerechte darin hinterlassen auf ihren Knien.
Und wenn ihnen Unsere deutlichen Zeichen vorgetragen werden,
Sagen diejenigen, die ungläubig sind, zu denjenigen, die glauben:
Welche der beiden Parteien ist am besten im Bleiben?
Und wie viele Generationen haben Wir schon vor ihnen gesehen,
Die besser in Bezug auf Waren und äußere Erscheinungen waren zerstört!
Sprich: Wie für ihn, der im Fehler bleibt,
Der gute Gott wird sicherlich verlängern seine Länge von Tagen,
Bis sie entweder mit der Strafe oder der Stunde bedroht werden,
Dann sollen sie wissen, wer mehr im Übel zugerichtet
Und schwächere Kräfte im Guten hat.
Und Gott steigt in Führung der Gottesfürchtigen;
Und immer bleibende gute Werke
Sind mit ihrem Herrn am besten in Lohn
Und am besten in ertragreichen Früchten.
Sie, dann haben sie Ihn gesehen,
Die sich zu Unserer Kommunikation ungläubig verhalten und sagen:
Ich werde gewiss mein Vermögen und meine Kinder erhalten?
So hat er gewonnen Wissen über das Verborgene,
Oder machte er einen Bund mit dem guten Gott?
Keineswegs! Wir schreiben auf, was er sagt,
Und Wir werden ihm verlängern die Länge der Strafe
und Wir wollen von ihm erben, was er sagt,
Und er soll zu Uns in die Ruhe kommen.
Und sie haben Götter statt Gott angenommen,
Dass sie ihnen eine Quelle der Kraft seien;
Keineswegs! Sie werden bald ihre Verehrung leugnen,
Und sie sind Gegner ihnen.
Hast du nicht gesehen, dass Wir die Satane
Gegen die Ungläubigen geschickt,
Anstiftung um Anstiftung bei ihnen?
Darum seid nicht in der Eile gegen sie,
Wir nur zahlen ihnen aus eine Zahl der Tage.
Der Tag kommt, an dem wir diejenigen, die sich schützen gegen das Böse
Mit dem Allerbarmer, sich versammeln lassen,
Um von Gott Ehre zu empfangen
Und Wir fahren die Schuldigen durstig in die Hölle.
(...)

SIEBENUNDZWANZIGSTE SURE
DIE AMEISE
Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.
Ta Sin!
Dies sind die Verse des Korans
Und das Buch, das die Dinge deutlich macht,
Eine Führung und frohe Botschaft für die Gläubigen,
Wer das Gebet verrichtet und zahlt die Almosen,
Und des Jenseits sind sie sicher.
Und diejenigen, die nicht an das Jenseits glauben,
Haben wir sicher ihre Taten schön und anmutend gemacht,
Aber sie sind blind auf der Wanderung,
Diese sind es, die eine böse Strafe haben sollen,
Und im Jenseits werden sie die größten Verlierer sein.
Und wahrlich, sie werden gebildet,
Um den Koran von dem Weisen,
Dem Allwissenden, von Gott zu empfangen.
Als Moses zu seiner Familie gesagt: Ja, ich sehe Feuer,
Ich will dir von ihm ein paar Neuigkeiten bringen,
Oder ich werde euch einen Feuerbrand daraus machen,
So dass ihr euch wärmen könnt.
Also, als zu ihm kam eine Stimme, die ausgesprochen wurde, nämlich:
Gesegnet ist, wer im Feuer ist
Und was auch immer darüber ist,
Und gepriesen sei Gott, der Herr der Welten;
O Moses! siehe, Ich bin Gott, der Allmächtige, der Allweise;
Und schlug eure Mitarbeiter.
Also, wenn er sie sah in Bewegung,
Als ob es eine Schlange war,
Wandte er sich wieder, den Stab zurückzuziehen
Und kehrte nicht zurück:
O Moses! fürchtet euch nicht;
Sicherlich, die Apostel haben nichts in Meiner Gegenwart zu fürchten;
Weder er, der ungerecht gewesen ist,
Dann hat er Gutes getan, nachdem er das Böse getan,
Denn siehe, Ich bin die Vergebung, die Barmherzigkeit:
Und gebe du deine Hand in die Öffnung deines Busens,
Sie wird weiß hervorkommen ohne ein Übel,
Unter neun Zeichen zu Pharao und seinem Volk,
Doch sie sind ein Volk von Übertretern.
Also, als Unsere deutlichen Zeichen zu ihnen kamen, sagten sie:
Das ist offenkundige Zauberei.
Und sie verwarfen sie ungerecht und voller Stolz,
Während ihre Seele war davon überzeugt, dies zu betrachten,
Dann war das Ende der Störenfriede.
Und Wir haben Wissen gegeben David und Salomon,
Und sie sprachen: Alles Lob gebührt Gott,
Der hat uns gezeichnet wie viele Seiner gläubigen Diener.
Und Salomon war Davids Erbe, und er sagte:
O ihr Menschen! haben wir die Sprache der Vögel gelehrt,
Und wir haben alles gegeben,
Am sichersten ist dies offenbar Gnade.
Und seine Heerscharen der Geister
Und der Menschen und der Vögel wurden ihm versammelt,
Und sie wurden in Gruppen geordnet.
Bis sie in das Tal der Ameisen kamen,
Da sagte eine Ameise: O Ameisen!
Gib deine Häuser, dass Salomon und seine Heerscharen dich nicht zertreten,
Während sie es nicht wissen können.
Da lächelte er und fragte sich, beim Wort, und sagte:
Mein Herr! gewähre mir,
Ich solle dankbar sein für deine Gnade,
Die Du mir und meinen Eltern erwiesen hast,
Und dass ich Gutes tun soll, wie bist Du zufrieden damit,
Und gib mir Deine Barmherzigkeit,
Die Deinen Dienern zukommt, den Guten.
Und er bewertet die Vögel und sagte dann:
Wie kommt es, dass ich den Wiedehopf nicht sehe
Oder ist es, dass er von den Abwesenden ist?
Ich werde sicherlich bestrafen ihn mit einer schweren Strafe
Oder ihn töten,
Oder er soll mir ein klares Plädoyer bringen.
Und er blieb nicht lange aus, dann sagte er:
Ich begreife das, was du nicht verstehst,
Und ich habe dir eine sichere Informationen aus Saba gebracht.
Sicherlich fand ich eine Frau über sie herrschen,
Und ihr wurde reichlich gegeben
Und sie hat einen mächtigen Thron:
Ich habe sie gefunden und ihr Volk
Die Sonne anbeten statt Gott,
Und der Satan hat ihre Taten gemacht schön und anmutend,
Und damit wandte er sie ab vom Weg,
So dass sie nicht richtig gehen,
Dass sie sich nicht niederwerfen vor Gott,
Der ans Licht bringt, was in den Himmeln und auf der Erde versteckt ist
Und weiß, was ihr verbergt und was ihr manifestiert:
Gott, es gibt keinen Gott außer Ihm:
Er ist der Herr der gewaltigen Macht.
Er sagte: Wir werden sehen, ob du die Wahrheit gesagt hast
Oder ob du ein Lügner bist:
Nimm meinen Brief und übergib ihn der Frau,
Dann wende dich ab von ihnen
Und sieh, was für Antwort sie zurückschickt.
Sie sagte: O Fürst!
Sicherlich, ein ehrenwerter Brief wurde mir geliefert.
Sicherlich ist er von Salomon,
Und sicher ist es im Namen Gottes,
Des Gnädigen, des Barmherzigen;
Mir zu sagen: Erhebe dich nicht gegen mich
Und komm zu mir in Ergebenheit.
Sie sagte: O meine Fürsten!
Gebt mir einen Rat über meine Affäre:
Ich habe nie entscheiden eine Affäre,
Bis ihr in meiner Gegenwart wart.
Sie sagten: Wir sind Besitzer der Kraft
Und Besitzer der mächtigen Fähigkeiten,
Und der Befehl ist dein,
Daher sehen wir, was du befiehlst.
Sie sagte: Sicherlich, die Könige, wenn sie in eine Stadt gehen,
Sie zu ruinieren
Und lassen die höchsten unter seinen Bewohnern gering sein,
Und damit bleiben sie immer noch;
Und siehe, ich bin dabei, ein Geschenk an sie zu senden,
Und bin gespannt, was für Antwort die Boten zurückholen.
Also, als er zu Salomon kam, sagte er:
Was! wirst du mir helfen mit Reichtum?
Aber was Gott mir gegeben hat,
Ist besser als das, was Er euch gegeben hat.
Nein, ihr seid die Jubelnden wegen deiner Gegenwart;
Geh zurück zu ihnen, so werden wir ganz sicher kommen,
Um sie mit den Gastgebern zu vereinen,
Die sie nicht die Macht haben, sich zu widersetzen,
Und wir werden sicherlich sie vertreiben in Erniedrigung,
Und sie werden in einem Zustand der Schande sein.
Er sagte: O Fürsten!
Wer von euch bringt mir ihren Thron,
Bevor sie zu mir kommt in Ergebenheit?
Ein kühner unter den Geistern sagte:
Ich werde ihn dir bringen,
Bevor du steigst aus deinem Sessel,
Und die meisten wissen, ich bin stark und vertrauenswürdig.
Einer, der das Wissen des Buches gesagt hatte:
Ich werde ihn dir bringen im Handumdrehen.
Dann, als er ihn sah neben sich, sagte er:
Das ist die Gnade meines Herrn,
Dass Er mich versuche,
Ob ich dankbar oder undankbar bin,
Und wer dankbar ist, ist nur für seine eigene Seele dankbar,
Und wer ist undankbar, dann sicher,
Mein Herr ist autark, wohlwollend.
Er sagte: Verändere ihren Thron für sie,
So werden wir sehen, ob sie dem richtigen Weg folgt
Oder ist von denen, die gehen nicht richtig.
Also, als sie kam, hieß es weiter: Ist dein Thron wie dieser?
Sie sagte: Es ist als ob es der gleiche wäre,
Und wir haben das Wissen, bevor es gegeben wurde,
Und wir waren unterwürfig.
Und was sie statt Gott verehrten, verhinderte sie,
Sicherlich war sie von einem ungläubigen Volk.
Es wurde ihr gesagt: Sieh den Palast,
Aber als sie ihn sah, hielt sie es für eine große Ausdehnung des Wassers,
Und entblößte ihre Beine.
Er sagte: Sicherlich ist es ein Palast glatt mit Glas.
Sie sagte: Mein Herr!
Sicher bin ich ungerecht zu mir selbst,
Und ich behaupte, mit Salomon ist Gott, der Herr der Welten.
(...)
RABIA

Lass du mich in dir verstecken mich vor allem, was mich ablenkt von dir, vor allem, was mir im
Weg ist, wenn ich zu dir laufen will.

Die eigentliche Arbeit ist im Herzen: Erwecke dein Herz! Denn wenn das Herz ganz wach ist, dann
braucht es keinen Freund.

Ich habe zwei Möglichkeiten, dich zu lieben: Eine egoistische Liebe und ein anderer Weg, der
deinem Wert angemessen ist. In meiner egoistischen Liebe erinnere ich mich an dich und an dich
allein. In jener anderen Liebe aber hebst du den Schleier und lässt mich weiden meine Augen an
deinem lebendigen Angesicht. Dass ich mich an dich erinnere immer oder dass ich sehe dich von
Angesicht zu Angesicht - keine Ehre ist es für mich, denn du tust alles.

Möge Gott alles von dir stehlen, dass du gestohlen wirst von ihm.

O Gott! Wenn ich dich verehre aus Furcht vor der Hölle, lass mich brennen in der Hölle! Wenn ich
dich verehre aus Sehnsucht nach dem Paradies, sperr mich aus dem Paradies aus! Aber wenn ich
dich liebe wegen dir allein, entziehe mir nicht Deine ewige Schönheit zu schauen!

O Gott, du weißt, dass das einzige, was ich will in diesem Leben, ist gehorsam zu sein, um deine
Befehle auszuführen. Selbst das Leben vor den Augen ist der Dienst an deinem Hof.
Meine Freude, mein Hunger, meine Zuflucht, mein Freund, meine Nahrung für die Reise, mein Ziel
der Reise bist du, mein Atem, meine Hoffnung, mein Begleiter, mein Verlangen, mein reichlicher
Reichtum.

Derjenige, der dich erklärt, lügt. Wie können die Leute beschreiben die wahre Form von etwas, in
dessen Gegenwart man ausgelöscht wird? Und in wessen Namen sprechen sie noch?
Ich schaue überall nach deiner Liebe aus - Und plötzlich bin ich von ihr erfüllt. O Kapitän meines
Herzens, strahlendes Auge der Sehnsucht in meiner Brust!

Ich schwöre, dass seit dem ersten Tag du mich wieder brachtest zum Leben, der Tag, an dem du
mein Freund wurdest, ich habe nicht geschlafen - und selbst wenn du mich von deiner Schwelle
schicktest, ich schwöre, dass wir nie wieder getrennt werden - weil du lebst in meinem Herzen.

O Herr! Einmal wollte ich dich so sehr, ich wagte nicht einmal, an deinem Haus vorbeizugehen -
und jetzt bin ich nicht einmal würdig, dass wir eins werden.

Deine Hoffnung in meinem Herzen ist der seltenste Schatz,


Dein Name auf meiner Zunge ist das süßeste Wort,
Meine erlesensten Stunden
Sind die Stunden, die ich mit dir verbringe -
O Gott, ich kann nicht in dieser Welt leben
Ohne Erinnerung an dich -
Wie kann ich ertragen die kommende Welt,
Ohne zu sehen dein Angesicht?
Ich bin ein Fremder in deinem Land
Und einsam unter deinen Verehrern:

Dies ist der Inhalt meiner Beschwerde.

Traumfabel:
Ich sah mich in einem großen, grünen Garten, schöner als ich sagen könnte. In diesem Garten war
ein junges Mädchen. Ich sagte zu ihr: „Wie wunderschön ist dieser Ort!“ – „Möchtest du einen Ort
noch schöner als diesen hier sehen?“, fragte sie. – „Oh ja“, antwortete ich. Dann nahm sie mich bei
der Hand, führte mich, bis wir zu einem prächtigen Palast kamen, der war wie nichts, was jemals
von menschlichen Augen gesehen wurde. Das junge Mädchen klopfte an die Tür, und jemand
öffnete sie. Sofort waren wir beide von Licht durchflutet. Gott allein kennt die innere Bedeutung
der Mädchen, die wir dort leben sahen. Jede hielt in der Hand ein Tablett mit Licht. Das junge
Mädchen fragte die Mädchen, wohin sie gingen, und sie antworteten ihr: „Wir sind nach jemandem,
der im Meer ertrunken war, auf der Suche, und so wurde er zum Märtyrer. Sie hat nie geschlafen in
der Nacht, nicht ein Augenzwinkern lang! Wir werden bei der Beerdigung Gewürze auf ihrem
Körper zerreiben.“ – „Dann streicht mir über meine Freundin hier“, sagte das junge Mädchen. „Es
war einmal“, sagten die Mädchen, „ein Teil dieses Gewürzes und dieses Duftes, der an ihrem
Körper klebte - aber dann hat sie es gescheut.“ Schnell ließ das junge Mädchen meine Hand los,
drehte sich um und sagte zu mir:
„Deine Gebete sind dein Licht,
Deine Hingabe ist deine Stärke,
Schlaf ist der Feind von beiden.
Dein Leben ist die einzige Möglichkeit,
Die das Leben dir geben kann.
Wenn du es ignorierst,
Wenn man es verschwendet,
Wirst du nur zu Staub zerfallen.“
Dann war das junge Mädchen verschwunden.

In der Liebe gibt es nichts zwischen Brust und Busen.


Sprache wird aus Sehnsucht geboren,
Wahre Beschreibung aus dem echten Geschmack.
Derjenige, der schmeckt, der weiß.
Derjenige, der erklärt, der lügt.
Wie könntest du beschreiben die wahre Form von etwas,
In dessen Gegenwart man ausgelöscht wird?
Und in wessen Namen sprichst du noch?
Und wer wohnt als ein Zeichen für deine Reise in dir?

Rabia wurde einmal gefragt: „Wie ist zu erreichen, was du erreicht hast?“ – „Durch häufiges Beten
dieses Gebetes: Ich nehme Zuflucht zu dir, o Gott, vor allem, was mich ablenkt von dir, und vor
jedem Hindernis, das mich daran hindert, dich zu erreichen.“
*

In der Liebe gibt es nichts zwischen Herz und Herz.


Sprache wird aus Sehnsucht geboren,
Wahre Beschreibung kommt aus dem echten Geschmack.
Derjenige, der schmeckt, der weiß.
Derjenige, der erklärt, der lügt.
Wie könntest du beschreiben die wahre Form von etwas,
In dessen Gegenwart man ausgelöscht wird?
Und in wessen Namen sprichst du noch?
Und wer wohnt als ein Zeichen für deine Reise in dir?

Ich habe zwei Möglichkeiten, dich zu lieben:


Eine egoistische Art und Weise
Und eine andere Art und Weise, die es wert ist.
In meiner egoistischen Liebe erinnere ich mich an dich allein.
In jener anderen Liebe hebst du den Schleier
Und lässt mich weiden meine Augen an deinem lebendigen Angesicht.

Die Quelle meiner Leiden


Und meiner Einsamkeit
Ist tief in meinem Herzen.
Dies ist eine Krankheit, die kein Arzt heilen kann.
Nur die Union mit dem Freund kann sie heilen.

Ich habe dich als den Begleiter meines Herzens.


Aber mein Körper ist für diejenigen, die deinen Verein lieben,
Und mein Körper ist gegenüber seinem Gast freundlich,
Aber der Geliebte meines Herzens ist der Gast meiner Seele.

Brüder, mein Frieden ist in meinem Alleinsein.


Mein Geliebter ist mit mir allein da, immer und ewig.
Ich habe nichts in allen Welten gefunden,
Das passen könnte zu seiner Liebe,
Zu dieser Liebe, die den Sand der Wüste für mich durchfurcht.
Wenn ich komme, um nach Wunsch zu sterben,
Und mein Geliebter ist immer noch nicht zufrieden,
Ich würde in ewiger Verzweiflung leben.
Alles, was ich aufgegeben habe,
In der Palme der Hand zu halten,
Ist ein Beweis dafür, dass Er mich liebt!
Die Liebe ist der Name und das Ziel meiner Suche.

*
O Herr,
Wenn morgen am Tag des Gerichts
Du sendest mich in die Hölle,
Ich werde dir sagen ein Geheimnis,
Das wird die Hölle von mir entfernen,
Bis sie tausend Jahre weit entfernt ist.
O Herr,
Was auch immer für einen Anteil an dieser Welt
Du mir geben könntest,
Gib ihn deinen Feinden.
Was auch immer für einen Anteil an der kommenden Welt
Du mir geben wolltest,
Gib ihn deinen Freunden.
Du allein bist genug für mich!
O Herr,
Wenn ich dich anbete
Aus Angst vor der Hölle, lasse mich brennen in der Hölle!
O Herr,
Wenn ich dich anbete
Aus Hoffnung auf das Paradies, versperren mir seine Tore!
Aber wenn ich verehre dich wegen dir allein,
Dann ziere mich für immer mit dem Glanz deines Angesichts!

Ein frommer Freund hatte Rabia eines Tages gefragt,


Wie sie die Wahrheit Gottes gelernt hat?
Durch welche Anweisungen war ihr Gedächtnis geführt,
Wie wurde ihr Herz entfremdet der Torheit dieser Welt?

Sie antwortete: „Du, der du kennst Gott in Teilen,


Deines Geistes Stimmungen und Prozesse lassen sich erzählen;
Ich weiß nur, dass in meinem Herzen des Herzens
Ich habe mich selbst verachtet und ihn geliebt für alles Gute.“

Als einiges Unheil über Rabia fiel,


Und derjenige, der sie liebte und sie gut kannte,
Gemurmelt hat, daß Gott mit ungebührlichen Schmerzen
Sollte ein Kind so lieben und wirklich schlagen,
Antwortete sie: „Glauben und Vertrauen brauch ich nur,
Dass alles, was ich leide, geschieht den meisten;
Ich hatte in der Betrachtung angestrebt,
Die Freuden des Himmels zu verwirklichen;
Ich hatte Lust, die Flüge zu erweitern
Durch alle diese Regionen der Genüsse, -
Gezählt hatte ich, bis die Zahlen ausgefallen sind,
Die Freuden der Seligen brachte es mir, -
Erklungen war die ekstatische Ruhe,
Ich sollte auf Gottes Brust genießen; -
Und für die Gedanken büße ich jetzt,
Denn sie waren etwas Eigenes,
Und waren nicht Gedanken an ihn allein.“

Als Rabia nach Mekka kam,


Stand sie eine Weile allein,
Auch schloss sich die Menge mit Herzen aus Flammen
Gesammelt rund um den heiligen Stein der Kaaba.

Sie, wie die andern, hatte mit Mühe gekreuzt


Die Wellen von Wasser, Felsen und Sand,
Und nun, als eine lange sturmbewegte,
Sah sie die Kaaba, das Gelobte Land.

Doch in ihren Augen keine Bewegung glänzte;


Sie schien von Scham und Trauer gebeugt,
Die Rufe der Gebete hörte sie kaum,
Doch ihr Herz schlug und schrie laut: -

“O Herz! schwacher Nachfolger der Schwachen,


Dass du überwinden solltest Land und Meer,
An diesem fernen Ort Gott zu suchen,
Der schon vor langer Zeit zu dir kommen wollte!“

Rund um der heiligen, leidenden Rabia Bett


Die weisen Männer versammelt waren und blickten ernst:
„Tochter Gottes!“, der jüngste sagte,
“Ertrage deines Vaters Züchtigung tapfer;
Sie, die ihre Seele durchdrungen hat mit Gebet,
Kann jeden Schmerz mit Gleichmut ertragen.“

Sie antwortete nicht, und wandte sich ab,


Obwohl weder vorwurfsvoll noch traurig;
“Tochter Gottes!“, rief der älteste,
“Erdulde deines Vaters Züchtigung gerne;
Sie, die gelernt hat, richtig zu beten,
Vom Schmerz der dunklen Brunnen wird aufsteigen Freude.“

Dann sprach sie: „Deine Worte sind schön;


Aber, oh! die Wahrheit liegt noch tiefer;
Ich weiß nicht, wann ich im Gebet versunken war,
Freude oder Schmerz, oder gut oder schlecht, was wars?
Sie, die Gottes Antlitz erkennen kann,
Fühlt nicht die Bewegungen seiner Hand.“

O Gott, wenn ich auf die Stimme hin nichts höre -


Du hast gemacht
Das Rauschen der Bäume,
Das Rieseln des Wassers,
Die Schreie der Vögel,
Das Flackern der Schatten,
Das Brausen des Windes,
Das Lied der Donner, ich höre es sagen:
“Gott ist Einer! Nichts kann mit Gott verglichen werden!“

Eines Tages waren Rabia und ihre Magd bereit, eine Reihe von mehreren Tagen zu brechen. Die
Magd benötigt eine Zwiebel und wollte gerade nach nebenan gehen und sie ausleihen, aber Rabia
sagte: „Vor vierzig Jahren habe ich nicht versprochen, um alles jemanden zu fragen, aber von Gott
können wir es erbitten, auch ohne Zwiebeln.“ Gerade da flog ein Vogel vorbei und ließ eine
Zwiebel in die Pfanne Rabias fallen, geschält und fertig zu braten.
“Interessant, aber nicht überzeugend“, sagte sie. „Soll ich glauben, dass Gott ein Zwiebel-
verschenker ist? Ich meine, wirklich!“ An diesem Tag aß sie ihr Brot ohne Zwiebeln.

Lässt du mich dich nicht lieben


Aus Angst vor dem Zorn,
Lässt du mich nicht dich sehen
Aus Hoffnung auf Gewinn,
Lasse du mich dich schauen
Die Schönheit deines Angesichts,
Schönheit, die ich nicht sehen kann
Mit meinem Auge.
Von Schönheit kann ich nicht wissen
Mit meinem Verstand.
Ich spüre die Schönheit
In meinem Herzen,
Wo du gebildet hast
Deinen Marmortempel,
Wo du hingelegt hast
Rosa Blüten,
Wo du verborgen hast
Den Schatz deines Selbst.

Meine Ruhe, o meine Brüder und meine Schwestern, ist meine Einsamkeit,
Und mein Geliebter ist immer bei mir,
Für seine Liebe finde ich keinen Ersatz,
Und seine Liebe ist die Prüfung für mich unter den sterblichen Wesen,
Immer wenn über seine Schönheit ich nachdenken kann,
Er ist mein Schutzgott, zu ihm ist meine Zuflucht.
Wenn ich aus Liebe sterbe, bevor du zufrieden bist,
Ach, für meine Angst in der Welt, ach für meine Not,
O Heiler der Seelen, das Herz nährt sich von seinen Wünschen,
Das Streben nach Vereinigung mit dir hat meine Seele geheilt,
O meine Freude und mein bleibendes Leben,
Sie waren die Quelle meines Lebens
Und von dir kam meine Ekstase.
Ich habe mich von allen geschaffenen Wesen getrennt,
Meine Hoffnung ist die Vereinigung mit dir,
Denn die ist das Ziel meiner Sehnsucht.

O Geliebter der Herzen, ich habe niemand dir gleich,


Deshalb habe Mitleid heute mit der Sünderin,
Die kommt zu dir.
O meine Hoffnung und meine Ruhe und meine Freude,
Das Herz lieben kann keinen anderen als dich.

Die Augen werden in ruhig, sind unter die Sterne versetzt.


Leise sind die Regungen der Vögel in ihren Nestern,
Still ist es von Monstern in dem Ozean.

Du bist der Gerechte, der keine Veränderung kennt,


Die Balance, der man nie ausweichen kann,
Der Ewige, der nie vergeht.

Die Türen der Könige sind jetzt verschlossen und von Soldaten bewacht.
Deine Tür ist offen für alle, die dich anrufen.

Mein Herr,
Jede Liebe ist nun allein mit ihrem Geliebten.
Und ich bin allein mit dir.

Mit meinem Geliebten bin ich allein gewesen,


Wenn Geheimnisse werden am Abend ausgestrahlt
Und sind vergangen, und die Vision ist gesegnet
Und wurde auf meine Gebete hin gewährt,
Das krönt mich, sonst dunkel, mit endlosem Ruhm;
Das erstaunt mich, während zwischen
Seiner Schönheit und seiner Majestät
Ich stand in stiller Ekstase.
Aufschlussreich, dass die Vision über meinen Geist ging und kam.
Siehe, in seinem Angesicht vermischten
Sich Anmut und Grazie;
Die ganze Schönheit einzigartig
Von einem perfekten Angesicht,
Wer ihn erblickte, würde weinen vor Freude,
Es gibt keinen Gott außer ihm, und er ist der Erhabene.

*
IN MEINER SEELE

In
Meiner Seele
Befindet sich ein Tempel, ein Schrein, eine Moschee, eine Kirche,
Wo ich kniee.

Das Gebet sollte uns zu einem Altar bringen,


Wo keine Mauern oder Namen bestehen.

Besteht nicht die Region der Liebe,


Wo die Souveränität ist,
So erhellt sich nichts,

Wo Ekstase wird in sich selbst gegossen


Und wird verloren,

Wo der Flügel ist völlig lebendig,


Hat aber keine Sinne
Oder Körper.

In
Meiner Seele
Befindet sich ein Tempel, ein Schrein, eine Moschee,
Eine Kirche -

Das macht mich lösen, dass


Ich mich löse auf in
Gott.

Wenn ich dich aus Furcht vor der Hölle ehre, lass mich brennen in der Hölle!
Wenn ich dich anbete aus der Sehnsucht nach dem Paradies,
Sperre mich aus dem Paradies aus!
Aber wenn ich dich anbete wegen dir allein,
Versage mir nicht deine himmlische Schönheit!

Nimm mein Gebet, wie es ist, mit den Teufeln allen.

O Gott, nimm die Worte des Teufels weg,


Sie mischen sich mit meinem Gebet.
Wenn nicht, dann nimm mein Gebet, wie es ist, mit allen den Teufeln.

Du nennst dich einen Lehrer.


Deshalb lerne!
*

Wo ein Teil von dir geht,


Der Rest von euch wird folgen
Zum vorherbestimmten Zeitpunkt.
Du nennst dich einen Lehrer:
Deshalb lerne.

Ich liebe Gott: Ich habe mir keine Zeit gelassen,


Um den Teufel zu hassen.

Ich trage eine Fackel in der Hand


Und einen Eimer Wasser in der anderen:
Mit diesen Dingen werde ich Feuer in den Himmel gießen
Und löschen die Flammen der Hölle,
So dass Pilger zu Gott können die Schleier zerreißen
Und sehen das eigentliche Ziel.

Wie lange hämmerst du auf eine offene Tür ein?


Bettelst du nach jemandem, um sie zu öffnen?

DIE GEHEIMNISSE

ERSTER GESANG

Bruder Markus kam zum Ritter,


Der da den Islam studierte,
Murmelnd an dem Rosenkranze
Neunundneunzig Namen Allahs.

Gott ist herzlicher Erbarmer,


Ist Barmherzigkeit und Mitleid,
Gott ist König aller Himmel
Und der Heilige der Völker,

Gott ist Frieden auf der Erde,


Ist die Sicherheit bewahrend,
Ist Beschützer und Bewacher,
Ist erhaben und ehrwürdig,
Gott ist kräftig, ist der Starke,
Gott ist vornehm, ist der Stolze,
Gott ist Schöpfer aller Wesen,
Ist der Schaffende der Schöpfung,

Gott ist formend alle Formen,


Der Verzeiher, Allbezwinger,
Ist der Geber und Verteiler,
Der Versorger aller Menschen,

Der Allwissende, der öffnet,


Der die Gabe auch zurückhält,
Doch in Großmut Gaben spendet,
Der Erniedriger der Stolzen,

Der Erhörer der Bescheidnen,


Der Verteiler wahrer Ehre,
Der da schlägt die Unterdrücker,
Gott kann hören, Gott kann sehen,

Ist der Richter, der Gerechte,


Ist feinfühlig und ist gütig,
Ist der Kenner aller Herzen,
Er hat Nachsicht, er hat Mitleid,

Gott ist voll von reicher Großmut


Und von herzlicher Verzeihung,
Gott ist dankbar, ist der Höchste,
Ist der Große, der Bewahrer,

Der ernährt und der berechnet,


Majestät und voller Ehre,
Der Versammler, der Erhörer,
Der Erhörer der Gebete,

Ist der Weite voller Wohltat,


Ist der Weise, ist die Weisheit,
Gott ist (den wir Allah nennen)
Gott ist nichts als schöne Liebe!

Gott ist glorreich und ist herrlich,


Wird die Menschen auferwecken,
Ist der Zeuge, ist der Wahre,
Ist der Helfer aller Schwachen,

Gott ist mächtig, ist der Starke,


Ist der Feste, Dauerhafte,
Ist der Schutzherr aller Armen,
Dank sei ihm und Ruhm und Lobpreis,

Alles weiß er aufzuzeichnen,


Ist der Ursprung aus dem Nichtsein,
Der zum Leben wird erwecken,
Der da alles Leben spendet,

Gott den Tod hält in den Händen,


Der Lebendige, das Leben,
Gott allein ist ewig seiend,
Gott, der alle Seelen findet,

Gott ist reich an Ruhm und Ehre,


Ist der Einzige, der Eine,
Unabhängig er von allen,
Ist der Mächtige, ist Allmacht,

Gott bestimmt ein jedes Schicksal,


Gott schiebt auf das böse Unheil,
Und voran stellt er die Guten,
Ist der absolute Herrscher,

Ist der Erste, ohne Anfang,


Ist der Letzte, ohne Ende,
Der Verborgne, Offenbare,
Ist der Reine, ist der Gute,

Ist es, der die Reue annimmt,


Wird gerecht Vergeltung üben,
Voller Mitleid, voller Herrschaft,
Ihm allein gebührt die Ehre,

Ist der Richter aller Menschen,


Der Versammler in dem Jenseits,
Der zurückweist die Verbrecher,
Schaden zufügt allen Bösen,

Ist der Reiche, Vorteil gebend,


Ist das Licht und ist die Leitung,
Gott ist Schöpfer alles Neuen,
Gott allein ist ewig bleibend,

Ist der Erbe in dem Himmel,


Ist der Führer der Gerechten,
Gott ist voll Geduld und Langmut –
Wer das sagt, kommt in den Himmel!

ZWEITER GESANG

Bruder Markus kam zum Ritter,


Der studiert die Sufi-Mystik,
Dieser mystische Sufismus
Ist in dem Islam die Gnosis.

Dieser Sufi-Mystizismus
Gründet auf dem Worte Gottes,
Dem Koran, doch übersteigt er
Mystisch alle Religionen.

Sufi-Weise sprechen gerne


Beim Koran vom innern Sinne,
Die unmittelbar zur Gottheit
Individuell gelangen.

Mohammed in seinem Leben


Ist der Sufi-Meister Vorbild,
Wie man kann im Geist gelangen
Zu der einen Gottheit Einheit.

Schon als Mohammed noch lebte,


Gabs islamische Asketen,
Welche in der Wüste Jemens
Lebten große Ich-Abtötung.

Rabia, die Tochter Gottes,


Heilige der Sufi-Mystik,
Lebte starke Selbstkasteiung,
Lebte trunkne Gottesliebe.

Nicht aus Furcht vorm Höllenfeuer,


Nicht aus Lust am Paradiese
Wollte sie den Herrn anbeten,
Sondern weil er ist die Gottheit.

Misri lehrte die Auflösung


Seiner Selbst und die Erkenntnis
Seines Herrn, intuitive
Einheit und den Lobpreis Gottes.

Und Bistami sprach: Die Liebe


Ist der Weg zur Gottes-Einheit.
Denn die liebevolle Gottheit
Ist der Weg, das Ziel des Weges.

Doch al-Halladsch sagte mystisch:


Ich bin selbst die Gotteswahrheit!
Ich bin Gott! Doch man verbrannte
Diesen Mystiker als Ketzer.

Rumi sprach: Ich bin die Gottheit,


Denn es ist nichts als die Gottheit.
Gott allein ist existierend,
Gott allein ist Eins und einzig.

Al-Ghazali, Theologe
Der sunnitischen Muslime,
Orthodoxe er versöhnte
Mit dem mystischen Sufismus.

Al-Ghazali sprach vom Herzen,


Das feinstofflich ist, der Fromme
Bildet dieses Herz, das feine,
Das verwandt ist mit den Engeln.

Dieses feine Herz ist Führer


In den Paradiesesgarten.
In dem Jammertal der Erde
Aber lebt es in Verbannung.

Rumi lebte die Gebete,


Immerwährende Gebete
Und den Tanz der Namen Gottes,
Ja, er tanzte noch auf Gräbern!

Lösche aus die Welt der Sinne,


Individuelle Züge,
Lass dein Ich vorm Tode sterben,
Lös dich ins Prinzip der Gottheit.

Nämlich Gott ist der Geliebte


Und die Liebenden die Frommen.
Die poetischen Gebete
Preisen trunken den Geliebten.

Das Gesetz, das sind die Dornen,


Und der Weg, das ist der Stängel,
Und die Blüte ist die Wahrheit
Und der Duft ist die Erkenntnis.

Tief berauscht von Gottesliebe


Sind die Mystiker, sind trunken
Von dem Wein der Gottesliebe,
Gott berauscht wie Wein den Trinker.

Und der Schenke – o der Knabe! –


Ist der Scheich, der Mystik Meister,
Und das Glas, gefüllt mit Rotwein,
Ist der Derwisch, Gottes Bettler.

Jesus Sohn Marias ist der


Heilige Prophet der Liebe:
Hu! Die Gottheit ist die Liebe!
Hu! Die Gottheit ist die Einheit!

DIWAN
ERSTER TEIL

Lass Blumen sprechen, mit eines Bechers Trankopfer,


Spalte den Himmel und beginne neu die Schöpfung!

Wenn die Kräfte der Trauer erobern unserer Liebenden Venen,


Der Schenke und ich werden wegwaschen diese Versuchung.

Mit Rosenwasser wir schmelzen Rubin in des Weines bitteren Kelch,


Wir geben Zucker in das Feuer und des Rauches Emanation versüßen wir.

Nimm dieses feine Leier, Musiker, streiche ein Liebeslied,


Lasst uns tanzen, singen die ganze Nacht, wild auf der Feier!

Wie Staub, o Westwind, lass uns in den Himmel steigen,


Schwimmend in des Schöpfers Glut mit Hochgefühlen gratis.

Wenn der Geist wünscht zurückzukehren, während das Herz schreit zu bleiben,
Hier ist ein Streit um der Liebe Überlegung.

Ach, es sind diese Worte und Lieder für die Katz in diesem Land,
Komm, Josef, erschaffen wir eine neue Generation!

Schönheit strahlt in die Ewigkeit


Mit ihrem Licht,
Eros wurde geboren
Und lässt dich in die Welten steigen.

Es zeigte sich den Engeln,


Wer nicht wusste zu lieben.
Er stellte sich scheu gegenüber den Menschen
Und hat in Brand gesetzt sein Herz.

Der Grund wagte es zu leuchten


Von seiner eigenen Flamme und die Krone zu tragen,
Aber deine Ausstrahlung
Wandte sich in die Welt
Und stellte die Vernunft auf den Kopf.

Andere haben Spaß,


So war ihr Schicksal.
Mein Herz war
Ganz zur Trauer geneigt,
Für mich war die Trauer bestimmt.

Schönheit sehnte sich, sich selbst zu sehen,


Sie stellte sich den Menschen, dass sie zu ihrem Lob singen.

Josef schrieb dieses Lied


Trunken von Eros,
Mit einem Herzen,
Das trägt ein seliges Geheimnis.

Schenke, es ist Morgen, fülle meinen Kelch mit Wein!


Beeile dich, es weiß die himmlische Sphäre von keinem Aufschub!
Bevor diese vergängliche Welt ist ruiniert und zerstört,
Verderbe mich mit einem Becher rosenroten Weines!
Die Sonne des Weines dämmert im Osten des Kelches.
Verfolge das Leben des Vergnügens, Träume aufzugeben,
Und der Tag, wenn das Rad der Krüge seinen Ton gibt,
Soll darauf achten, dass mein Schädel mit Wein gefüllt ist!
Wir sind keine Männer für Frömmelei, Buße und Predigt,
Sondern geben uns selbst eine Predigt zu Ehren eines Bechers klaren Weines.
Wein-Gottesdienst ist eine edle Aufgabe, o Josef,
Steige auf und treibe voran und halte fest an deiner edlen Aufgabe!

Das Haar zerzaust, lächelnde Lippen, schwitzend und beschwipst,


Die Kleidung zerrissen, singt ein Liebeslied, den Becher in der Hand,
Schlichtet einen Streit, singt einen Zauber,
Gestern um Mitternacht kam sie und setzte sich neben mein Bett.

Sie senkte den Kopf an mein Ohr und flüsterte traurig stimmhaft,
Mein alter Liebhaber, schläfst du?
Der Liebhaber, dem ein solcher Alptraum das Getränk eingegossen,
Ist ein Ungläubiger der Liebe, wenn er nicht anbeten darf den Wein.

Komm, Einsiedler, gib nicht die Schuld denen, die bis zur Neige trinken,
Es gab kein anderes Geschenk, als Gott Seine Herrschaft angekündigt hat.
Das Lächeln des Weinbechers, ein Mädchen mit wirren Locken,
Gebrochen haben sie die Buße, da sie die Buße von Josef brachen.

Wenn das Leben bleibt, werde ich zurück in die Schenke kommen
Und keine andere Arbeit tun als zu dienen, als zu feiern.
Glücklicher Tag, wenn auch mit weinenden Augen,
Ich werde wieder kommen, um der Schenke Boden zu benässen.
Es gibt kein Wissen unter diesem Volk,
Lass mich, Gott, mein Juwel des Selbst einem anderen Käufer anbieten.
Wenn der Freund gegangen ist, ablehnend die alte Freundschaft,
Gott bewahre, ich sollte gehen und suchen nach einem anderen Freund.
Wird die Drehung des himmlischen Rades begünstigen mich,
Ich werde einige andere Wagen nehmen, um ihn zurückzuholen.

Meine Seele sucht Ganzheit, wenn diese zugelassen wird,


Durch seine mutwilligen Blicke und räuberischen Locken.
Siehe unser gehütetes Geheimnis, ich hab eine Ode gesungen
Mit Trommel und Flöte an der Pforte des anderen Marktes.
Jeden Moment seufze ich in Trauer, denn das Schicksal jede Stunde
Streikt bei meinem verwundeten Herzen mit anderen Qualen.
Doch wahrlich, ich sage: Josef ist nicht allein in dieser Not;
So viele andere waren in der Öde verloren gegangen.

Es ist Zeit aufzuwachen!


He du, Papagei! sprich in Rätseln,
Lass den Zucker nicht auf der Zunge zergehen!

Lösche deinen Kopf, so wird dein Herz sich freuen,


Und dann imitiere die Worte des Geliebten!

Für jeden, der vorbei geht, hast du gemischte Botschaften;


Um Gottes willen, sag uns, was wir nicht wissen!

O Schenke, gieß deinen besten Wein in unser Gesicht,


Denn es ist Zeit aufzuwachen!

Was für ein Akkord war es letzte Nacht, da der Barde spielte,
Das ließ die Betrunkenen und die Frommen auch tanzen?

Welche Drogen hast du getan in unsere Becher,


Das veranlasste uns, Hüte und Köpfe zu verlieren?

Nicht einmal Alexander der Große hätte


Deinem Liebhaber gegeben den Wein des Lebens;
Er hatte nicht die Macht oder das Gold für diesen Preis.

Heute ist Verrat die Währung der Welt,


Aber verglichen mit der Liebe,
Hat sogar die Alchemie ihre Macht verloren.

Komm und höre unsere Geschichten vom Schmerz;


Auch mit wenigen Worten, die Weisheit ist immer noch da!

O Herr, sag nicht unsere Geheimnisse denen, die nicht trinken;


Man kann nicht geben ein Bild an der Wand ihren nüchternen Geistern.

Um ein Millionär zu sein, das Geld ist der Maßstab der Welt;
Josef sagt: O Bettler, ich habe mein ganzes Geld
Für diese Gedichte eingetauscht!
7

Frühling mit all deinen Blumen,


Jetzt fröhlich brich deine Gelübde des Schweigens!
Es ist Zeit zu feiern, nicht zu lügen;
Auch du – tilge das Unkraut aus den Wurzeln,
Die Traurigkeit aus deinem Herzen.

Der Wind von Süden kommt an


Und in tiefer Resonanz blüht die Blume,
Leidenschaft reißt an ihrer Kleidung,
Sie stoßen dich von sich ab.

Der Weg der Wahrheit, von der Klarheit des Wassers zu erfahren,
Erfahre die Freiheit von der Verbreitung des Grases.

Achte besonders auf die Kunst des Windes von Süden,


Da wabert er in den Pollen aus der Ferne,
Und Wellen sind die schönen Locken
Der Felder der Hyazinthen-Blumen.

Von der Privatsphäre der Frauenhauses


Rutscht die Jungfrau-Blüte aus,
Offenbart sich unter dem Morgenstern,
Verbrennend dein Herz und deinen Glauben
Mit Schönheit.

Und die rasende Nachtigall fliegt wild


Aus dem Haus der Trübsal,
Sich mit den Blumen zu vereinigen;
Ihre liebestollen Rufe wie tausend Posaunen.

Josef sagt, und die erfahrenen Alten sind mit ihm einig:

Alles, was du wirklich brauchst,


Ist es, Geschichten zu erzählen
Der heiligen Messe und des Feuerkelches voll Wein.

O, der Schenke ist die Sonne! Fülle meinen Becher voll Wein!
Beeile dich, denn die Nacht wird kommen, und dann haben wir zu schlafen.

Draußen sind die Schwarzseher und kündigen an das Ende der Welt.
Schnell! Gib uns etwas von deinem köstlichen Wein!

Wenn es Ruhm und Ehre bringt, dass du für dich etwas von der Sonne suchst,
Dann geh zurück zu schlafen, es gibt nur göttliches Wissen um ihre Strahlen.

Wenn das Weltgericht kommt, und der Himmel wird ein Krug aus schlechtem Ton,
Mach deinen Schädel zu einem Tonbecher und fülle ihn mit diesem Wein!

Jetzt ist nicht die Zeit, zu plaudern mit deinen Freunden;


Sprich nur von dem Becher und dem Wein!

Josef, steh auf! Raus aus dem Bett! Du hast viel zu tun,
Und die Anbetung des Weines ist lohnende Arbeit!

Gib den Becher des reinen Weins an meine Lippen!


Die Nachtigall beginnt zu singen!

Zum Bibliothekar geh und frag nach dem Buch dieses Vogels und
Dann geh in die Einsamkeit.
Brauchst du wirklich Universitäten, um dieses Buch zu lesen?

Brich alle Beziehungen zu Menschen ab, sie zu lehren, und lerne


Vom reinen Vogel. Von Pol zu Pol die Nachricht von den Sitzen
In stiller Einsamkeit breitet sich aus.

Auf der Titelseite der Zeitung der alkoholisierte Kanzler der Universität
Sagte: Der Wein ist illegal! Es ist noch schlimmer als das Leben in Liebe!

Es ist nicht wichtig, ob wir Franzosen oder Spanier trinken, trinken!


Und glücklich sind wir, denn was unser Schenke bringt,
Das ist das Wesen der Gnade!

Die Geschichten von Gier und Phantasien aller sogenannten Weisen


Erinnern mich an die Teppich-Weber, die Touristen sagen,
Dass jeder Strang ein Garn aus Gold ist.

Josef sagt: Die Fälscher von falschen Münzen sind auch Präsidenten der Bank.
So sei ruhig und hüte den Hort des Lebens!
Ein guter Wein ist zum Trinken geschaffen!

10

Der Garten ist das Ausatmen der Luft des Paradieses heute
Und atmet auf mich ein, ein Freund mit einer süßen Natur, und dieser Wein.

Es ist in Ordnung für den Bettler, zu prahlen, dass er ein König ist heute.
Sein königliches Zelt ist ein Schatten, von einer Wolke geworfen;
Sein Thronsaal ist ein Acker.

Diese Wiese ist die Komposition einer Geschichte


Von einem Frühlingstag im Maien;
Der kluge Mann lässt die Zukunft gehen und nimmt das Geld jetzt.

Glaubst du wirklich, dein Feind wird dir treu sein?


Die Kerze des Einsiedlers erlischt in der verweltlichten Kirche.

Mach deine Seele stark, indem du heimlich Wein trinkst!


Wenn wir zu Staub geworden sind,
Wird diese faule Welt unseren Staub zu Ziegeln pressen.

Mein Leben ist ein schwarzes Buch. Aber strafe mich nicht zu sehr!
Kein Mensch kann jemals lesen die Worte auf meine Stirn geschrieben.

Wenn Josefs Sarg kommt, wird alles in Ordnung sein, einst.


Obwohl er ein Gefangner der Sünde ist,
Ist er auf dem Weg in den himmlischen Garten.

11

Wo hast du deinen süßen Gesang hergenommen?


Komm zurück und spiel mir eine Melodie.

Ich habe nie wirklich für die Dinge dieser Welt gesorgt.
Es war die Glut deiner Anwesenheit,
Die erfüllte die Welt mit Schönheit.

12

Wir haben die Vision unserer Morgenröte-Studien


In Richtung des Trinkers abbiegen lassen.
Die Ernte unserer Gebete haben wir in die Kornkammer
Der ekstatischen Seele verwandelt.

Das Feuer, aus dem wir unser Gesicht gemacht haben, ist so intensiv,
Es wäre Feuer im Stroh, die Ernte von hundert vernünftigen Männer eingestellt.

Der König der Vor-Ewigkeit gab uns die Schatztruhe der Liebe
Und Trauer als Geschenk;
Deshalb haben wir unsere Trauer
In Richtung dieser baufälligen Reise-Kabine gewandt,
Die wir nennen die Welt.

Von nun an werde ich keine Türen in meinem Herzen offen lassen
Für die Liebe zu den schönen Geschöpfen;
Ich habe das Siegel der göttlichen Lippen an der Tür des Hauses.

Es ist an der Zeit! Unter unseren Mänteln haben wir so oft geglaubt.
Das Fundament für unsere Arbeit ist eine Intelligenz,
Die alle diese Spiele durchschaut.

Wir haben unser Gesicht an der Perle liegend


Auf dem Meeresgrund verwandelt.
Also, warum sollten wir uns dann Sorgen machen,
Ob dies wacklige alte Boot weiterschwimmt oder nicht?
Wir wollen die Intellektuellen abschalten
Und nennen sie Parasiten der Vernunft;
Gott sei Dank sind wir wie echte Liebhaber treulos und ohne Herz!

Die Mystiker haben sich für eine Fantasie angesiedelt


Und Josef ist nicht anders.
Wie fern, unsere Ziele zu erreichen, und wie schwach unser Wille!

ZWEITER TEIL

Ach, was war da in dieser Licht-spendenden Kerze,


Dass sie in Brand gesetzt mein Herz und riss das Herz hinweg?
Sie, die das Feuer eingestellt haben,
Mein Herz, ich bin verbraucht,
O Freund, komm schnell, komm schnell!
Die Form des Herzens ist nicht ein erstelltes Formular,
Denn die Schönheit Gottes manifestiert sich
Auf der Wange des Herzens.
Ich habe keine Hilfe, seinen Zucker zu sparen,
Hab keinen Gewinn, auf seiner Lippe zu speichern.
Erinnere mich an ihn,
Der als eine Morgenröte dieses mein Herz
Öffentlich an der Kette seines Halses trug.
Meine Seele, ich hörte ihn zum ersten Mal und hab gesehen,
Wie er meiner Seele etwas von der Seele nahm.
Wenn mein Herz Wasser trank aus dem Brunnen,
Darin ertrunken in dir,
Und die Flut riss mich hinweg.

Nachts fallen wir in jeden Anderen mit solcher Anmut.


Wenn es hell ist, wirfst du mich zurück,
Wie du dein Haar zurückwirfst.

Meine Augen haben nun mit Gott getrunken,


Meine Augen im Schauen auf dich,
Ein Trunkenbold kümmert sich um eine Andere.

Körper aus Erde, nicht von der Erde sprich,


Erzähl die Geschichte der reinen Spiegel!
Der Schöpfer hat dir diese Pracht gegeben -
Warum reden von etwas anderem?
4

Mit dem Gott, der war in der Vor-Ewigkeit lebend


Und bewegend und allmächtig, ewig,
Sein Licht zündete die Kerzen der Liebe,
Damit hunderttausend Geheimnisse bekannt würden.
Durch ein Dekret von Ihm war die Welt erfüllt worden –
Liebhaber und Geliebte, Herrscher und Beherrschte.
In dem Talisman des Dichterfürsten
Der Schatz seiner Wunderwerke wurde verschwiegen.
Denn ab dem Moment, da du hierher reistest,
Wurden wir getrennt von der Süße wie Wachs;
Die ganze Nacht haben wir wie Kerzen gebrannt,
Um seine Flamme gepaart und beraubt des Honigs.
In der Trennung von deiner Schönheit,
Mein Körper ist eine Verschwendung,
Und die Seele in mir ist wie eine Eule.
Wende diese Zügel in diese Richtung,
Drehe den Stamm des Elefanten der Freude!
Ohne deine Anwesenheit ist das Konzert nicht rechtmäßig,
Die Musik wird wie Satan gesteinigt.
Ohne dich eine Ode wird nicht gesungen,
Bis diese gnädige Vision von dir angenommen und verstanden wurde;
Dann aus der Freude des Hörens deines Briefes
Fünf oder sechs Oden wurden komponiert.
Möge unser Abend durch dich eine strahlende Morgenröte sein,
O du, bei dem Morgenland und Abendland Herrlichkeit haben.

Komm,
Wir fallen
In der Liebe
Wieder
Und wenden uns
Von all dem Schmutz ab
In dieser Welt,
Bis alles glänzendes Gold ist.

Komm,
Lass uns
Ein neuer Frühling sein
Und eine Liebe neugeboren!

Finde unser Aroma


Aus dem Wesen
Aller heraus, die
Ausgießen himmlischen Duft.
Wie ein frischer Baum
Blüten verbreitet,
Alle Segnungen
Rechtmäßig kommen von innen.

Im Laufe des Tages werde ich mit dir singen.


Nachts schliefen wir im selben Bett.
Ich war mir nicht bewusst, ob Tag oder Nacht war.
Ich dachte, ich wüsste, wer ich war,
Aber ich war in dir.

Es gibt verborgene Süße der Magen-Leere.


Wir sind Gitarren, nicht mehr und nicht weniger.
Wenn der Schallkörper
Ist vollgestopft mit allem,
Gibt es keine Musik.
Wenn Gehirn und Bauch sauber gebrannt werden
Vom Fasten,
Jeden Augenblick kommt ein neues Lied aus dem Feuer.
Der Nebel verzieht sich, und neue Energie lässt dich
Laufen die Treppe hinauf.
Sei leer und töne wie Blasinstrumente deinen Schrei!
Leer, schreibe Geheimnisse mit der Feder!
Wenn du voller Lebensmittel und Getränke bist,
Sitzt Satan da,
Wo dein Geist ist wie eine hässliche Metall-Statue
Anstelle des Allerheiligsten.
Wenn du fastest,
Gute Gewohnheiten zu sammeln wie Freunde,
Die werden dir helfen.
Fasten ist Salomos Ring.
Gib ihn nicht ab für eine Illusion
Und verliere nicht seine Macht,
Aber selbst wenn du schon allen Willen und alle Kontrolle verloren,
Sie kommen wieder, wenn du schnell wie Soldaten
Aus dem Boden steigst, fliegende Wimpel über dir.
Ein Tisch senkt sich in deinem Zelt,
Jesu Tisch - - -
Erwarte, um ihn zu sehen, wenn du fastest, diese Tafel
Besetzt mit einem anderen Lebensmittel,
Besser als die fade Suppe aus Kohl.

Gott ist euch näher als eure eigene Halsschlagader.


Du hast den Pfeil der Spekulation in die Ferne geworfen.
O du, du hast dich bereit gemacht, deinen Bogen und deine Pfeile,
Das Spiel ist in der Nähe zu dir, und du schießt zu weit weg.
Je weiter ein Mann schießt, desto weiter weg ist er,
Und desto mehr von dem Schatz, den er sucht, entfernt.
Der Philosoph tötet sich mit dem Denken,
Sag ihm, dass er mit dem Rücken zu diesem Schatz steht;
Sag ihm, dass, je mehr er läuft hin und her,
Desto weiter er sich von seinem Herzenswunsch entfernt.
Der Allmächtige sagt: Bemühe dich um Meine Wege,
Nicht: Bemühe dich, los von Mir zu kommen,
O unruhiger Einer.

Wie lange wirst du sagen:


Ich werde die ganze Welt erobern
Und füllen sie mit mir?
Auch wenn Schnee bedeckt die Welt vollständig,
Die Sonne könnte ihn mit Einem Blick schmelzen.
Ein einziger Funke von Gottes Barmherzigkeit
Kann Gift in Quellwasser verwandeln.
Wo es Zweifel gibt,
Da stellt er sicher.

10

Ich trinke Quellwasser und die Luft


Klar, das ist alles, was ich zu tun habe.

Ich werde ein Wasserrad,


Ich drehe, und schmecke du mich, so lange
Wie sich das Wasser bewegt.

11

Ich verlor meine Welt, meinen Ruhm, meinen Geist -


Die Sonne schien, und alle die Schatten liefen.
Ich lief ihnen nach, aber sie verschwanden, als ich lief -
Das Licht lief mir nach und jagte mich.

12

Ich halte mich nicht ans Außen und die Wörter,


Ich betrachte das Innere und den Zustand des Herzens.
Ich schaue auf das Herz, ob es demütig ist,
Obwohl die Worte auf der Rückseite demütig zu sein scheinen.
Weil das Herz ist die Substanz, und Wörter sind Unfälle,
Unfälle sind nur ein Mittel, diese Substanz ist die letzte Ursache.
Wie lange wirst du bei Wörtern und Äußerlichkeiten wohnen?
Ein brennendes Herz ist es, was ich will;
Liebling mit brennendem Herzen!
Zünde im Herzen die Flamme der Liebe
Und verglühe völlig die Gedanken und feinen Ausdrücke!

13

Ich lächle wie eine Blume nicht nur mit meinen Lippen,
Sondern mit meinem ganzen Wesen,
Denn ich bin allein mit dem König
Und verlor mich in ihm, gewesen zu sein.

Im Morgengrauen deine Flamme ergriff mein Herz,


Aber ich habe meinen Körper verlassen.
Ich werde schreien und erhöhen die Verwüstung,
Bis du kommst zurück zu mir heute Nacht.

Mein Liebling, lass nicht zu, dass Wut entfremdet mein Herz,
Großzügig sei, lade mich zu deinem Fest!
Niemand soll der Freude beraubt werden
Deines Werkes!

14

Ich bin weder schön noch hässlich,


Weder dies noch das.

Ich bin weder der Bettler auf dem Markt,


Noch die Nachtigall im Rosengarten.

Der Lehrer soll mir einen Namen geben, damit ich weiß,
Wie mich anrufen.

Ich bin weder Sklave noch Freier,


Weder Kerze noch Eisen.

Ich bin nicht in Liebe zu jemand gefallen,


Noch ist jemand in mich verliebt.

Ob ich bin sündig oder gut,


Sünde und Güte kommen aus einer anderen Quelle.

Wohin Er mich schleppt, dahin gehe ich,


Nie Nein zu sagen in der Sache.

15
Wenn ein Schlag kommt zu dir vom Himmel,
Wirst du wie bei einem Geschenk der Ehre aufmerksam sein;
Denn er ist nicht der König, um dich zu schlagen,
Ohne dass du eine Krone bekommst
Und einen Thron, um dich auszuruhen.
Die ganze Welt ist wert nur eines Mücken-Flügels,
Eine einzige Ohrfeige kann eine unendliche Belohnung bringen.
Schiebe deinen Hals behände aus diesem goldenen Halsband
Der Welt, und nimm die Ohrfeigen entgegen, die von Gott kommen!
Die Propheten erlitten diese Schläge auf den Hals,
Und von diesem Elend hoben sie ihre Köpfe hoch.
Aber immer da sei, aufmerksam und bereit, in dir selbst,
Jugendlicher Einer, damit Er dich zu Hause finde.
Ansonsten wird Er zurücknehmen sein Geschenk der Ehre,
Und sagen: Ich fand niemanden an.

16

Dieser Ort ist ein Traum,


Nur ein Schläfer hält ihn für Wirklichkeit,
Denn der Tod kommt wie Morgengrauen
Und du wirst aufwachen lachend!
Denn das, an was du dachtest,
War deine Trauer.

Ein Mann geht in der Stadt schlafen,


Wo er immer gelebt,
Und er träumt,
Dass er in einer anderen Stadt lebe
Im Traum, denn er kann sich nicht erinnern
An die Stadt, in der er in seinem Bett schläft,
Er glaubt an die Realität
Der Traumstadt.
Die Welt ist diese Art von Schlaf.

Die Menschheit wird geführt


Entlang einer natürlichen Entwicklung
Durch diese Migration
Von Intelligenzen
Und obwohl wir scheinen
Zu schlafen,
Es ist eine innere Wachsamkeit,
Die lenkt den Traum.
Und das wird schließlich
Erschrecken,
Die Wahrheit,
Wer wir sind.

17
Fahre fort, anzuklopfen,
Bis die Freude innen
Öffnet ein Fenster,
Um zu sehen, wer da ist.

18

Blicke auf die Liebe,


Wie es Verwicklungen gibt
Mit dem Geliebten.

Blicke auf den Geist,


Wie er verschmilzt mit der Erde,
Die ihm neues Leben gibt.

Warum bist du so beschäftigt


Mit diesem oder jenem
Oder gutem oder schlechtem?
Beachte, wie sich die Dinge mischen.

Warum über alle reden,


Die Bekannten und die Unbekannten?
Sieh, wie die Unbekannten
Gehen in den Bekannten auf.

Deshalb denke separat


Von diesem Leben und dem kommenden Leben.

Blicke auf das Herz und die Zunge,


Man fühlt sich aber taub und stumm.
Der andere spricht Worte und Zeichen.

Blicke auf Wasser und Feuer,


Erde und Wind,
Freunde und Feinde auf Einmal.

Der Wolf und das Lamm,


Der Löwe und das Reh,
Sind lange noch nicht zusammen.

Blicke auf die Einheit dieses All,


Frühling und Herbst
Manifestieren sich in der Tag- und Nachtgleiche.

Sie müssen auch mischen meinen Freund,


Da die Erde und der Himmel
Sind nur für dich und mich vermischt.

Sei wie Zuckerrohr


Süß und leise,
Nicht mit bitteren Worten vermischt.
Mein Geliebter wächst direkt aus meinem Herzen!
Wie viel mehr Union könnte sein?

19

Liebe ist hier, sie ist das Blut in meinen Adern, meiner Haut.
Ich bin vernichtet, er hat mich mit Leidenschaft überwunden.
Sein Feuer hat die Nerven meines Körpers überflutet.
Wer bin ich? Nur noch mein Name, der Rest ist in Ihm.

SALOMON UND KARINA

In der Wüste von Ägypten


Salomo war auf der Jagd.
Bei ihm waren seine Freunde
Und er trug den Pfeil und Bogen.

Jagen wollte er den Fuchs,


Doch der Fuchs war listig, schlau,
Und er floh vor Salomo,
So der Fuchs ward unsichtbar.

Salomo verfolgte dann


Eine bunte Wüstenschlange,
Doch die Schlange ist geflohen,
Unsichtbar die Schlange wurde.

Salomo verfolgte dann


Den Schakal und die Hyäne,
Doch die Hinterlistigen
Flohen eilends vor dem Jäger.

Salomo den Geier jagte,


Der beim Aase sich gesammelt,
Doch der Geier flog davon,
Als er sah den Jäger kommen.

Salomo schlich nach dem Hasen,


Unrein ist er, Wiederkäuer,
Frisst erneut den eignen Kot,
Doch der Hase floh davon.

Dann gejagt ward das Kaninchen,


Doch es hoppelte davon.
Friedlich sieht es aus, das Tier,
Aber es ist voller Streitlust.

Salomo den Dachs verfolgte,


Klippdachs in den Felsenklüften,
Doch der Klippdachs ist geflohen,
Ward nicht mehr gesehn vom König.

Der ging nach der Antilope,


Doch die Antilope eilte,
Und wenn eilt die Antilope,
Dann kann keiner sie ereilen.

Salomo nun wollte jagen


Die Gazelle voller Anmut,
Doch sie huschte wie ein Blitz
Und schon ward sie unsichtbar.

Nun verfolgte Salomo


Ein sehr dummes Straußenweibchen,
Die nicht fliegen kann, doch rennen,
Rennt auch schneller als ein Pferd.

Salomo zu seinen Freunden


Auf der Jagd sprach diese Worte:
Heute ist wohl nicht mein Glückstag,
Heute stehen schlecht die Sterne.

Wo sind alle meine Freunde?


Alle haben mich verlassen!
Also klagte Salomo
Plötzlich in der Einsamkeit.

Meine Freunde waren da,


Als ich war erfolgreich, glücklich,
Doch als mich das Glück verlassen,
Da hat Gott mich auch verlassen!

Und nun steh ich einsam da,


Nur Frau Weisheit blieb bei mir.
Ach wie treulos meine Freunde,
Alle ähnlich Hiobs Freunden!

Und nun bin ich unbewaffnet,


Mir entfallen Pfeil und Bogen
Und das Schwert von meinem Vater,
Der den Goliath enthauptet.

Was sind Männer ohne Waffen?


Zwar ich bin der Friedefürst,
Doch versuche einmal, Knaben
Ohne Waffen zu erziehen,

Sie verwandeln jeden Stock


In ein scharfes Heldenschwert
Und sie schnitzen Pfeil und Bogen,
Für Gerechtigkeit zu streiten.

Löwen haben ihre Zähne


Und das Nashorn hat sein Horn,
Doch der Menschensohn hat nichts
Als sein Hirn und seine Waffe.

Und nun hab ich mich verirrt,


Habe selbst den Weg verloren!
Wo ist Osten, wo ist Westen,
Wo ist Süden, wo ist Norden?

Keine Sonne weist am Himmel


Mir den Weg in meine Heimat
Und kein Mond geht auf im Osten
Und ich sehe nicht den Bären.

Keine Straße ist zu sehen


Und von Menschenhand kein Schild,
Keine Bäume, abzulesen
An dem Moos die Himmelsrichtung.

Wehe, mitten in der Öde Mitte


Bin ich! Und nun bricht herein
Plötzlich tiefe Dunkelheit
Und die Finsternis der Nacht!

O du dunkle Nacht der Sinne,


O du dunkle Nacht der Seele,
O du dunkle Nacht des Glaubens,
O du dunkle Nacht des Nichts!

Nacht! Es nennen dich die Weisen


Layla! Alles ist vergeblich,
Alles Nichtigkeit, wenn Layla
Erst die Sinne dir verwirrt!

Und wo bin ich in der Nacht?


Was ist das für eine Gegend?
Eine unbekannte Gegend!
Ach, ist dies der Wald des Bösen?

Also klagte Salomo.


Und der Vater voller Mitleid
Hörte seinen Knecht im Elend
Und ihn tröstete Frau Weisheit.

Plötzlich in der dunklen Nacht


Schaute Salomo ein Weib,
War das Halluzination
Oder ein Erleuchtungsbild?

Ach, ihr Oberkörper nackt


Hatte große Wonnebrüste!
Solche Brüste hatte einst
Babels große Göttin Ishtar!

Und die schwarze Mähne wallte


Wie ein Wasserfall herab,
Reichte zu den großen Brüsten,
Reichte zu der schlanken Taille!

Und sie warf das Haupt zurück


Und mit ihrem nackten Arm
Hielt sie eine Rebentraube
Über ihren schönen Mund.

Und es lachten ihre Lippen,


Sinnlich volle, feuchte Lippen,
Und sie hatte weiße Zähne,
Eine weiße Perlenschnur.

Ihre hellen blauen Augen


Strahlten wie der Ozean
Und es ging ein Leuchten aus
Von den großen offnen Augen.

Und die schwarzen Augenbrauen


Waren feingezogne Bogen,
Zierlich wie der Wahrheit Feder
Auf der Waage des Gerichts.

Ihre Nase war sehr klein,


Wirklich eine hübsche Nase,
Zitternd ihre Nasenflügel,
Zitternd zart vor Zärtlichkeit.

Auf der Stirne war ein Lichtglanz,


So als thronte dort der Gott.
Um die weibliche Gestalt
Eine Aura der Erleuchtung,

So als wär sie übergossen


Von der Gloria der Gottheit
Oder so, als ob erschienen
Selber eine Liebesgöttin.

Salomo sprach zu der Frau:


Schönheit! Nenn mir deinen Namen!
Woher kommst du, wohin gehst du?
Sag mir, wo bist du geboren?

Antwort gab die schöne Frau


Nicht dem König Salomo,
Sondern fragte: Wer bist du?
Was tust du in meinem Wald?

Antwort gab der weise König:


Ich bin König Salomo,
Bin Prophet des Gottes Jahwe,
Gottgeliebter Gottesmann.

Jahwe ist mein Herr und Gott


Und er redet auch zu mir
Und ich gebe seine Worte
Weiter als geschickter Schreiber.

Und ich singe meine Lieder


Wie mein Vater, König David,
Und ich singe sie dem Herrn
Und dem kommenden Messias.

Ich bin König Israels,


König Benjamins und Judas,
Ephraim, Manasse, Josef,
Mann der Tochter Pharao.

Und ich herrsche von dem Euphrat


Bis zum gelben Vater Nil,
Ofir ist mir untertänig,
Tarsis schickt mir seine Schiffe.

Herrscher bin ich aller Tiere,


Und ich spreche über Fleiß
Mit der Ameiskönigin,
Sie erzählt mir ihre Weisheit.

Und mein Bote ist der Hudhud,


Stets verliebter Wiedehopf,
Der dereinst den Kuppler machte
Zwischen Salomo und Balkis.

Und in meinem Siegelringe


Stehen neunundneunzig Namen
Gottes, mit dem Talisman
Bin ich auch der Engel Fürst.

Nicht nur dient mir Gabriel,


Das bedeutet Gottes Kraft,
Sondern auch die Dschinn-Dämonen
Sind mir alle untertänig.

Auch der Kobold muss mir dienen,


Eule auch und Nachtgespenst,
Und wenn ich mich schlafen lege,
Willig ist die Lilith dann.

Also sagte Salomo.


Bei dem Namen Lilith aber
Lachte laut die schöne Frau
Und der große Busen bebte.

Und sie trat zu Salomo,


Stand vor ihm im roten Rock,
Rot wie eine rote Rose,
Ihre Haut so weiß wie Schnee.

Und sie zeigte ihre Schönheit,


Einer Liebesgöttin Schönheit,
Sagte: Willst du meine Milch?
Möchtest du von meinem Honig?

Salomo sprach zu der Frau:


Wohin gehst du? Sag die Wahrheit!
Ich beschwöre dich im Namen
Des Messias, sag die Wahrheit!

Und da sprach die schöne Frau:


Du gebietest, ich gehorche,
Also muss ich dir jetzt sagen,
Wohin ich zu gehen denke.

Ja, ich geh zu einer Frau,


Welche Kinder trägt im Schoß,
Zwillinge im Mutterleibe,
Dräng die Mutter, abzutreiben!

Denn ich möchte ihre Kinder


Fressen, ihre toten Körper
Will ich fressen und ihr Blut
Saufen, so als wär es Wein!
Ihre kleinen zarten Knochen
Möchte ich zu Staub zermalmen
Und den Staub von diesen Knochen
Will ich von der Erde lecken.

Denk dir nichts dabei, o König,


Denn ich bin es so gewohnt.
Selber war ich einmal Mutter,
Schwanger ich mit Leibesfrucht

Dreimal, aber alle meine


Kinder wurden tot geboren,
Und ich fraß die Totgeburten,
Wollte so Magie erlangen!

Du bist weise, Salomo,


Du kennst die geheimen Zahlen
Und die Namen der Dämonen,
Dir gehorchen Dschinn-Dämonen.

Gott der Herr gab dir die Weisheit.


Doch wir ordinären Weiber
Ehren nicht den Vatergott,
Wir begehren die Magie!

Oh, ich wollte die Magie


Nur beherrschen, zu bezaubern
Alle Männer, die ich wollte,
Mit geschriebnem Liebeszauber.

Ich begehrte, wahrzusagen


Aus den Sternen unser Schicksal,
Wollt der Isis Wissen haben
Vom geheimen Namen Gottes!

Darauf sagte Salomo:


Ah du Kindermörderin,
Ich verfluche deine Sünde,
Gottes Zorn ist über dir!

Leibesfrüchte abzutreiben
Und die Menschen aufzufressen!
Gottes Fluch auf Satans Werke!
Gott verabscheut diese Sünde!

Zwar die Sünder liebt der Herr,


Will, dass sie sich noch bekehren,
Doch die Sünde hasst der Herr,
Sold der Sünde ist der Tod.
Wer dem Schoß der Frauen naht,
Leibesfrüchte auszusaugen,
Leibesfrüchte auszukratzen,
Leibesfrüchte zu vergiften,

Der ist auf dem Weg zur Hölle!


Und die Hölle ist bereitet
Satanas und seinen Engeln
Und den Sklaven Satans auch!

Dir droht ewige Verdammnis,


O du Kind des Zornes Gottes,
Fluch sei deinem Satanspakt,
Allen Werken der Dämonen!

Mache du dich nicht zur Sklavin


Der Dämonen und der Hölle!
Baue nicht das Reich des Bösen,
Denn sonst trifft dich Gottes Fluch!

Also zürnte Salomo.


Doch es sprach zu ihm die Frau:
Fluche nicht, o weiser König,
Fluche du nicht deinen Feinden.

Dass ich deinen Segen mir


Auch verdiene, will ich sage,
Wie ein Mensch sich schützen kann
Vor dem Unheil, dass ich tu.

Weißt du doch von Lilith auch,


Dass man nur Drei Engel Namen
Schreiben muss auf ein Papier,
Dies als Amulett benutzen.

Gott der Herr gab dir doch Weisheit


Und du kennst der Engel Namen,
Die vor Liliths Fluch dich schütze
Und die Tochter Pharao.

Also rate meinen Namen,


Die vier Namen meines Wesens
Musst du sagen und sie schreiben
Mit dem Griffel auf Papyrus,

Wenn du unter allen meinen


Namen den geheimen weißt,
Unter welchem ich bekannt bin
Bei dem Herrn und seinen Engeln,

Sagst du den bewussten Namen,


Werde ich dich segnen müssen
Und die Tochter Pharao,
Deine Freundin Sulamith.

Da sprach König Salomo:


Wohl, ich kenne dich, du Böse,
Du hast in dir nicht die Liebe
Gottes, gehst den Weg des Irrtums.

Ja, die Engel Luzifers


Kommen oft als Lichtgestalten,
Doch sie dienen nicht dem Herrn,
Weihen sich dem bösen Feind.

Ja, ich kenne Satans Pläne,


Der die Kinder will verderben.
Gottes Arbeit ist die Schöpfung,
Satans Werk der Kindermord.

Du stehst in den Diensten Satans


Und ich kenne deine Namen,
Du bist Liliths Busenfreundin,
Beides Bräute Luzifers.

Salmas heißest du mit Namen


Und al-Hammas heißt du weiter,
Was du treibst, ist Terrorismus,
Mord an Gottes Lieblingskindern!

Umm al-Sibyan heißt du weiter,


Lässt dich Kindermutter nennen.
So auch nennt sich ja Frau Lilith,
Nennt sich gleichfalls Kindermutter.

Mörderinnen seid ihr beide,


Und könnt ihr der Kinder Körper
Nicht vernichten, so verderbt
Ihr die reinen Kinderseelen.

Ihr verderbt die Kinderseelen,


Die so rein am Anfang sind,
Bis sie euch Dämonen gleichen,
Nicht mehr in der Liebe sind!

Nicht nur in dem Nahen Osten


Fürchten Frauen Liliths Schwester,
Sondern auch im Fernen Osten
Fürchten sie die Kuntianak!
Ja, ich kenn dich, Kuntianak,
Dich, den femininen Teufel,
Die du schlägst die kleinen Kinder
Und die Männer treibst zum Selbstmord!

Du machst Männer unfruchtbar,


Und so schön ist auch dein Aussehn,
So ist finster deine Seele,
Voller Bosheit, Zank und Zorn!

Aber denke nicht, ich wüsste


Nicht den eigentlichen Namen:
Die Karina aller Frauen
Bist du und du heißt Tabia!

Als der weise Salomo


Sprach den Namen aus – KARINA
Und TABIA – da erbebte
Salomo trotz seiner Macht

Über alle die Dämonen,


Denn der feminine Teufel,
Die Karina und Tabia,
War sehr mächtig in der Welt.

Plötzlich war die Teufelin


Größer als ein Menschensohn,
Von der Rasse der Giganten,
Welche stolz den Himmel stürmten.

Berge häuften sie auf Berge


Und bekriegten so den Himmel,
Kinder sinds der Mutter Erde,
Sind gesonnen allzeit irdisch.

Die Gigantin war nun größer


Als der kluge Salomo,
Der trotz seiner Intelligenz
Wie ein kleines Kindlein schien.

Und da sprach die Teufelin:


Überwinden kann mich nicht,
Der von einer Frau geboren,
In der Erdenwelt ein Mann.

Ich bin der Triumph der Frau


Und der Großen Mutter Herrschaft,
Nichts bedeutet mir ein Mann,
Nichts ein weiser Menschensohn.
Salomo entgegnete:
Teufelin der Großen Mutter,
Geist der Katzengöttin Isis,
Zeig nur deine scharfen Krallen

Und die Zähne deiner Vulva,


Doch du musst es mir bekennen:
Wer ist mächtiger als du?
Wer kann deine Macht bezwingen?

Und da stöhnte die Dämonin:


Michael, der Drachentöter,
Michael kann mich bezwingen,
Gegen Engel bin ich machtlos.

Salomo im Herzen jauchzte:


Michael, wer ist wie Gott?
Gabriel, Gott ist die Kraft,
Raphael, Gott ist mein Arzt!

Lobpreis allen Engeln Gottes!


Siehe, hier ist Mahanajim,
Doppellager, Heereslager,
Hier der Engel Heereslager!

Cherubinen, Seraphinen,
Mächte, Throne und Gewalten,
Tugenden und Fürstentümer,
Die Erzengel, die Schutzengel!

Dieser Geist der Mutter Erde


Nicht erkannte Salomo,
Sie besaß nicht Gottes Weisheit,
War so dumm wie Straußenweibchen,

Sie erkannte nicht, wie mächtig


War der weise Salomo,
Stets begleitet von den Engeln,
Von der weißen Dame Weisheit!

Salomo sprach im Gebet:


Komm, mein Bruder, rasch zu Hilfe!
Ich bedarf der Bruderhilfe,
Denn ich bin in großer Not!

Bruder, du mein Freund und Bruder,


Hilf mir in der Welt des Hasses,
Da die Menschen sind so lieblos,
Mammon herrscht und Moloch herrscht.

O mein Bruder, Weggenosse,


Rette mich vor den Dämonen!
Ich bin einsam unter Menschen,
Habe nur der Engel Hilfe.

Komm aus deiner Ferne zu mir,


Tröste mich in meiner Not,
Auf der Erde herrscht der Hass,
Keiner will der Liebe dienen.

Michael, Sankt Michael,


Wenn ich bring das Speiseopfer,
Bitte ich Sankt Michael,
Satanas hinabzustürzen.

O mein Bruder, o mein Engel,


Ich bekenne meine Sünden,
Stürze du die Engel Satans
In die Ewigkeit der Hölle!

Ja, die Hölle, sie ist ewig,


Ist Gehenna und Scheol,
Ist bereitet für den Satan
Und die bösen Jünger Satans.

Keine Hoffnung auf Erlösung


Gibt es für die Engel Satans,
Aber von den Menschenkindern
Keiner ist bestimmt zur Hölle.

Gott will alle Seelen retten,


Und so flehe ich dich an,
Führe alle Menschenkinder
Zur Barmherzigkeit des Herrn!

Da erschien der Engelfürst,


Schön war er in seinem Glanz,
Ritt auf einem weißen Pferde,
Mit dem Schwert in seiner Hand.

Silbern war des Engels Rüstung


Und auf seinem Wappen stand:
Wer ist mächtig wie der Herr,
Wer ist mächtig wie El Shaddai?

Michael in seinem Glanz


Kam mit Heeresscharen Engeln.
Mahanajim, Mahanajim
War der Engel Doppellager.
10

Heil dir, starker Michael,


Gruß dir, guter Engel Gottes!
Du bist schön und stark und herrlich,
Also sagte Salomo.

Du bist ja der Schutz der Kinder


Israel, des Volkes Gottes,
Gott ist unsre Wehr und Waffen,
Zebaoth ist unsre Burg.

Wenn die Perser kämpfen werden


Gegen Gottes Augenstern,
Wirst du mit der Perser Engel
Siegreich kämpfen, Michael.

Und wenn die Hellenen kommen


Mit des Hellenismus Weltreich,
Wirst du mit der Griechen Engel
Siegreich kämpfen, Michael.

Ja, ich sah den Satan stürzen


Wie ein Blitz aus hohem Himmel,
Luzifer, der sich erhoben,
Gottes schöner Morgenstern,

Der nicht dienen wollte Gott


Und der Königin der Engel,
Diesen stürztest du hinab
In die Hölle, Michael.

Und die Königin der Engel


Als die Dame in der Sonne
Wird gebären den Messias,
Gottes Sklaven als ein Kind,

Doch der feuerrote Drache


Streitet gegen jene Frau,
Aber du, o Michael,
Bist der Ritter dieser Dame.

Und ich sehe in den Norden,


In das Land der Mitternacht,
Wenn Barbaren sich bekehren
Zu dem Herren Zebaoth,

Wirst du der Germanen Engel.


Und ich sehe auf der Erde
Aufgebaut der Hölle Lager
Und des Antichristen Herrschaft,
Jedem wird zuteil das Seine,
Steht geschrieben an der Hölle,
Und dass Arbeit erst den Affen
Macht zu einem freien Menschen.

Doch die Kinder Israel


Kehren jauchzend heim nach Zion
Und die Schechina-Matrone
Führt die Kinder zum Messias.

Also sagte Salomo


Zu dem Engel Michael
Und der Engel Michael
Sagte zu dem weisen König:

Lieber Freund und Bruder, sag,


Was gebietet mir mein Bruder?
Gerne will ich meines Freundes
Tiefsten Herzenswunsch erfüllen.

11

Salomo zum Engel sagte:


Lieber Bruder, bitte hilf mir,
Diesen Dämon auszutreiben,
Diese Kindermörderin!

Denn wir beten in dem Tempel


Nach Vollzug des Speiseopfers:
Michael, die bösen Geister
Stürze nieder in die Hölle!

Und der Engel lächelte:


Nur die Alten beten so,
Doch die Neuen glauben nicht,
Dass der Teufel existiert.

Aber höre, Salomo,


Dass die weibliche Dämonin
Längst schon überwunden ist
Durch den Namen des Messias.

Zwar ihr Juden wartet noch


Auf den kommenden Messias,
Doch uns Engeln ist er längst
Gegenwärtig in den Himmeln.

Denn der kommende Messias


Ist der Sohn des Allerhöchsten,
Gott von Gott und Licht vom Licht,
Eines Wesens mit dem Vater.

Und es ist der Logos Gottes


Existent vor aller Schöpfung
Und er ist der Engel Schöpfer
Und wir haben anzubeten.

Dieser Logos in dem Himmel


Zeigte mit dem Finger Gottes
Auf Karina, auszutreiben
Diese Kindermörderin,

Und es sprach der Logos Gottes


Mit gebieterischer Stimme:
Vor dem Namen Jehoschua
Sollst du weichen, böser Geist!

Salomo zum Engel sagte:


Wer ist dieser Jehoschua?
Ist es aller Engel Höchster?
Oder ists ein guter Mensch?

Michael gab diese Antwort:


Jahwe ist der wahre Gott,
Ist der Vater in dem Himmel
Und der Schöpfer aller Welten,

Jehoschua (Jahwe rettet)


Ist der Sohn des Hochgelobten,
Ist der Logos, ist der Heiland,
Ist der kommende Messias,

Jahwe nun und Jehoschua


Sind wie Sohn und Vater liebend,
Beider Liebe ist die Ruach,
Heilig, geistig, Odem Gottes!

Und Jeschua mit dem Finger


Gottes austreibt die Dämonen
Und es ist der Finger Gottes
Ruach ha-kadosch, die Geistkraft!

12

Bei dem Namen Jehoschua


Und dem rechten Finger Gottes
Wurde plötzlich die Karina
Krumm und welk wie eine Greisin.

War sie erst der Jugend Liebreiz


Mit den nackten großen Brüsten
Und dem sinnlich vollen Mund
Und der langen Lockenmähne,

Hat beim Namen des Messias


Die Karina sich verwandelt,
Es erblindeten die Augen
Und der Gaumen wurde zahnlos,

Statt der langen Lockenmähne


War das Haar nun dünn und grau,
Statt der glatten Pfirsichwange
Trug sie einen Damenbart.

Statt der voller straffen Brüste


Hatte sie nun Hängebrüste,
Statt des Nabels voller Mischwein
Trug sie nun das Fett am Bauche.

Nicht mehr hüpften ihre Beine


Wie die zierliche Gazelle,
Sondern humpelnd, sondern hinkend
Ging Karina an dem Krückstock.

Nicht mehr war ihr Hintern prächtig


Wie die Hälften eines Apfels,
Sondern auf den Steiß gefallen,
Schmerzte das verletzte Steißbein.

Aber schlimmer als das Welken


Ihres einst so schönen Leibes
War die Dunkelheit der Seele,
Vor dem Zorne Gottes zitternd,

Vor der Herrlichkeit des Engels


Michael zutiefst erschrocken,
Hatte Angst sie vor dem Tod
Und der ewigen Verdammnis.

Michael, der starke Engel


Gottes, aber fuhr gen Himmel,
Er fuhr als ein Knecht zur Mutter
Des verheißenen Messias.

Gruß dir, Mutter des Messias,


Grüßte sie der Engel, Mirjam!
Du erlöse alle Frauen
Auf der Erde von Karina!

13

Und Karina wollte gehen,


Doch der König Salomo
Packte sie an ihrem Arm
Und er zog sie mächtig an sich,

Und er sah ihr Angesicht


Und er war zutiefst erschrocken!
Nein, nicht einer Göttin Antlitz,
Dies war eines Teufels Antlitz!

Antichristlich dieser Teufel


Und auch antimarianisch,
Hier erhob sich stolz die Schlange
Gegen Jahwe, den All-Einen!

Und er sah ihr Angesicht,


Und die langen schwarzen Locken
Waren nur noch graue Strähnen,
In den Strähnen saßen Läuse.

Und die meeresblauen Augen


Oder grünen Katzenaugen
Waren rötlich unterlaufen,
Schwarzer Teufel, rote Augen!

Und die feinen Augenbrauen,


Sonst gewölbt wie eine Waage,
Beim Gericht der Wahrheit Waage,
Wie die feine Feder Maats,

Diese waren schwarz und buschig,


Augenbrauen schwarz und buschig
Aber sind im Antlitz unschön,
Schön sind einzig feine Brauen.

Und die Nase fein und zierlich,


War nun eine Hakennase,
Auf der Hakennase saß
Eine dicke Hexenwarze.

Und die Oberlippe, sonst


Zärtlich zitternd vor Empfindung,
Trug nun einen Damenbart,
Zu behaart war dieses Weib!

Aber in dem roten Mund


Glühten rötlich schwarze Kohlen,
Aus der Nase Nüstern stieg
Ein Gestank und blauer Rauch.

Und die Zunge in dem Mund,


Die so köstlich küssen konnte
Und liebkosen einen Mann
Und des Mannes Glieder lecken,

Das war eine Schlangenzunge,


Die gespaltne Schlangenzunge
Zischte zwischen ihren Lippen,
Lüstern züngelnd, Lügen lispelnd.

Und die Haut des Angesichtes


War nicht mehr wie weiße Jade,
Sondern gelb und welk und faltig,
Wie vergilbte Pergamente.

Salomo zum Dämon sagte:


O Karina und Tabia,
Ich beschwöre dich beim Namen,
Den allein der Priester kennt,

Nenne du mir deine Werke!


In dem kommenden Äon
Satans wirst du als die Göttin
Satans angebetet werden!

Doch dass sich die Frommen schützen,


Die anbeten Gott den Herrn,
Decke deine Werke auf,
Nenne deine Übeltaten.

14

Und Karina hob die Stimme


Und Tabia nun bekannte
Alle ihre Übeltaten
Vor den Ohren des Propheten:

Wenn ein Mann als Bräutigam


Sich verlobt mit seiner Braut
Und sie singen in dem Frühling,
Salomo, dein Hoheslied,

Wenn sie dann die Ehe schließen


Wie einst Adamas und Eva
Und der Mann verlässt die Mutter,
Um dem Weibe anzuhangen,

Und die beiden sich vereinen


Und sind nicht mehr zwei, sind eins,
Und wenn sie, was Gott verbunden,
Nicht als Menschen wieder scheiden,

Ist das wohlgefällig Gott.


Doch wenn Bräutigam und Braut
Hochzeit feiern, feiern Hochzeit
Die Karina und der Karin.

Ja, Karina ist mein Name,


Das bedeutet die Gefährtin,
Und der Karin ist mein Gatte,
Das bedeutet der Gefährte.

Ich, Karina, bin der Schatte


In dem Inneren der Braut
Und der Karin ist der Schatte
In dem Herz des Bräutigams.

Das gibt eine Doppelhochzeit,


Freit die Braut der Bräutigam,
Freit Karina auch der Karin,
Die Dämonin freit der Dämon.

Wenn auf Braut und Bräutigam


Ruht der Vatersegen Gottes,
Stehen Karin und Karina
Unterm Zorn des Weltenrichters.

Aber wie die Weisen sagen,


Freien nicht nur Eheleute
Und dazu auch die Dämonen,
Auch die unbewussten Seelen

Freien sich bei einer Hochzeit


Und der Animus der Frau
Freit die Anima des Mannes
In der mystischen Union.

Doch die Anti-Ehe zwischen


Der Karina und dem Karin
Drängt, die Ehe zu zerstören
Zwischen Braut und Bräutigam.

15

Wenn ich Mann und Frau betrachte,


So erzeuge ich Begierde,
Und so wird die schöne Frau
Nur des Mannes Lustobjekt.

Frauen lehr ich gerne schwatzen


Mit intimer Busenfreundin
Und dabei den Mann verlästern,
Übel stets ihm nachzureden.

Und wenn sich die beiden streiten,


Stift ich Missverständnisse,
Jeder dünkt sich frei von Schuld,
Schuldig ist allein der andre.

Und wenn sich die beiden zanken,


Dann verhindre ich das Schöne,
Dass sie vor dem Schlafengehen
Zärtlich sich versöhnen wieder.

Männer mache ich gefühlskalt


Und die Frauen mach ich wütend,
Dass die Frau mit Fäusten schlage
Wütend auf des Mannes Brustkorb.

Und ich treibe Keile zwischen


Mann und Frau, und ihre Betten
Stelle weit ich auseinander,
Lass ihn auf dem Sofa schlafen.

Frauen schenk ich stolze Herrschsucht,


Lass die Männer protestieren
Gegen ihre Matriarchin,
Die die Frauenherrschaft einführt.

Und wenn Frauen Kinder wollen,


Gebe ich den Männern ein,
Dass sie keine Kinder wollen,
Mache Männer kinderfeindlich.

Und ich flüstre ein dem Mann:


Wünsche dir nur keine Kinder,
Denn die Kinder schmieren Brei
An die weißlichen Tapeten.

Und ich bringe bei der Frau,


Weder Ja noch Nein zu sagen,
Provoziere so den Mann,
Lasse ihn cholerisch toben.

16

Wenn die Frauen in der Ehe


Leben mit den Ehemännern,
Dann erweck ich in den Frauen
Die Begier nach andern Männern.

Wo ward eine Frau gefunden,


Die zufrieden war mit einem
Mann allein, die braucht dazu
Einen zweiten Mann als Hausfreund.
Wenn der Ehemann der Frau
Ist an seiner Arbeitsstelle,
Schicke ich der Frauen Hausfreund
An den Mittagstisch der Frau.

Und ich sage zu der Frau:


Bade deinen weißen Körper,
Aber so, dass auch der Hausfreund
Einen Blick erhaschen kann.

Wenn der Ehemann der Frau


Bei der Arbeit Frauen trifft,
Mach ich diese jungen Frauen
Reizend für den Ehemann.

Und ich lass den Ehemann


Denken über seine Gattin:
Wenn ich von der Arbeit komme,
Wartet zänkisch meine Alte,

Aber diese junge Frau


Schmeichelt meiner Männlichkeit.
Ach, ein Hauskreuz ist die Ehe!
Freie Liebe nur ist himmlisch!

Schließlich wird es in dem Himmel


Keine Ehe geben, sondern
Freie Liebe mit den Mädchen,
Welche immer Jungfrau bleiben!

Also flüstre ich, Karina,


In der Eheleute Ohren,
Ich, die ewige Idee
Jeden Ehebruchs auf Erden.

Woran denn erkennen Richter,


Was da sei ein Ehebruch?
Bei den vielen Ehebrüchen
Sehn sie einzig die Idee,

Die Idee des Ehebruchs


Ist der wahre Ehebruch,
Ehebrüche auf der Erde
Sind nur unreale Schatten.

Ich bin nicht nur die Idee


Jeden Ehebruchs auf Erden,
Sondern bin auch die Idee
Jeder Scheidung einer Ehe.

Ehefrauen mach ich toll,


Dass sie in das Tollhaus kommen,
Dass die Ehemänner sagen:
Nun, ich lass mich von dir scheiden.

Ich begeistre Scheidungsrichter


Und die Winkeladvokaten.
Ich bin die Idee der Scheidung,
Denn ich hasse Liebestreue!

17

Wenn ein Mann in Männlichkeit


Hat ein starkes Mannesglied
Und in seinen Zwillingshoden
Fruchtbar reiche Mannessamen,

Blase ich, Karina, ihn


An mit meines Mundes Odem,
Dass sein Phallus werde schlaff,
Baumle zwischen seinen Beinen,

Dass er nicht errichten kann


Seines Phallus stolze Säule
Und ich blase so ihn an,
Dass der Samen nicht mehr fließt.

Die Millionen Samenzellen


In den Hoden jenes Mannes
Mach ich faul und unfruchtbar,
Keiner kann ein Ei befruchten.

Selbst wenn noch der Same fließt,


Mach ich, dass die Samenzellen
Schüchtern weichen vor dem Ei
In dem Schoß der Ehefrau,

Und die Samen drängeln sich


Von dem Ei der Frau zurück,
Keiner will das Ei befruchten,
Keiner möchte Leben zeugen.

Wenn jedoch ein Mann in Kraft


Noch den Phallus heben kann
Und sein Same auch noch fließt,
Blase ich ihn an, Karina,

Dass er nicht begatten will


Einen Mutterschoß der Frau,
Sondern dass den Samen er
Auf die Erde fallen lässt.

Nicht die Frau soll ihn erregen,


Dass sie fruchtbar schwanger werde,
Sondern seine rechte Hand
Melke Milch aus seinen Hoden.

Kennst du, weiser Salomo,


Die Geschichte von dem Mann,
Der von seiner Mutter ward
Angelogen, dass sie sprach:

Dieser Mann an meiner Seite


Ist dein Zeuger und dein Vater,
Doch der Mann war nicht sein Zeuger
Und der Mann war nicht sein Vater,

Und der falsche Vater schlug


Und verprügelte den Knaben,
Dass der Jüngling schwor: Ich werde
Nie ein Zeuger, nie ein Vater?

Weißt du, was der Jüngling tat,


Als ihm kam die Mannesreife?
Er ließ sich vom Arzt kastrieren,
War steril und unfruchtbar.

Das war mein geheimer Plan,


Dass der schändliche Kastrat
Nicht mehr zeugen Knaben kann,
Nicht Benoni, nicht Benjamin,

Dass er unfruchtbar, steril,


Dass er lebe mit der Frau
So wie der Eunuch im Harem
Mit den zweiundsiebzig Jungfraun!

18

Wenn ich einen Ehemann


Neben seiner Gattin sehe
Liegen in dem Ehebett,
In dem breiten Doppelbett,

Dann erscheine ich dem Mann


In der Nacht in einem Traum
Und ich biete mich ihm an
Als Erfüllung seiner Sehnsucht.

Denn es will der Ehemann


An dem Tage eine Hausfrau,
Welche reinigt die Gemächer,
Nachts begehrt er eine Hure.
Aber seine Gattin keusch
Seine Lustbegier verschmäht
Und die Praktiken des Sex,
Wie man sie im Süden feiert.

Dann erscheine ich als Weib


In des Ehemannes Traum,
Eine blonde Lockenmähne
Fällt auf üppig große Brüste.

Üppig große Brüste hab ich,


Aber eine schlanke Taille.
Und ich beug mich vom Gewicht
Meiner üppig großen Brüste.

Und dann tanz ich mit der Schlange,


Die ich um die Schultern lege
Und ich nehm der Schlange Haupt
In den Mund mit vollen Lippen.

Ich versuche, in dem Traum


Des Gemahles Lust zu wecken,
Dass er in dem tiefen Schlaf
Eine Erektion erfährt.

Wenn ihm dann im tiefen Schlaf


Aus dem steifen Mannesglied
Samen ausfließt, saug ich diesen
Auf mit meinem feuchten Munde.

Und ich locke den Gemahl


Mit dem Spreizen meiner Schenkel,
Dass er sich im Traum vereint
Mit der Phantasie der Wollust.

Wenn ich zwischen meinen Schenkeln


Fühle seinen Phallus, dann
Breche ich mit ihm die Ehe
In der Wollust seines Traums.

Wenn der Mann erwacht am Morgen,


Ist noch heiß sein Mannesglied
Und er muss dem Priester beichten:
Ich betrog mein Eheweib!

19

Wenn ein Mann mit einer Frau


Schlafen will, geb ich ihm ein,
Dass er keine Kinder will,
Dass er Kinder will verhüten.
Also aus dem Ochsendarm
Oder aus dem Gummi schuf ich
Einen Überzieher für
Das potente Mannesglied,

Dass der Mannessamen wird


Aufgefangen in dem Beutel
Und nicht zu dem Ei gelangt
In dem Mutterschoß der Frau.

Also lehr ich Männer streicheln


Ihre Frau mit einem Handschuh
Und ich trenne von dem Sex
Die Funktion der Fruchtbarkeit.

Oder ich belehre Frauen,


In die Vulva Schaum zu schmieren,
Der den Mannessamen tötet,
Noch bevor er zeugen konnte.

Oder ich belehre Ärzte,


Dass sie nicht die Frauen heilen
Und die Unfruchtbaren machen
Fruchtbar, wie es Gott gefällt,

Sondern dass sie Drogen geben,


Die die Fruchtbarkeit der Frau
Durch ein Gift zerstören, so
Dass die Frau wird unfruchtbar.

Oder wenn ein Ei befruchtet


Ist vom Mannessamen schon,
Gebe ich den Frauen Drogen,
Dass das Ei nicht nistet ein

In dem Eierstock der Frau,


Sondern dass die Menschenzelle
Wird vernichtet in dem Schoß
Einer ungewollten Mutter.

Denn ich hasse alle Kinder,


Denn es wird ein Kindlein sein,
Das mich einst vernichten wird,
Gottes eingebornes Kind!

20

Wird die Mutter schließlich schwanger,


Wie sie es von Gott erbeten,
Es erbettelt unter Tränen,
Als erwart sie den Messias,

Lass ich in den ersten Wochen


Oft die Frucht im Schoße sterben,
Einen Klumpen Menschenzellen,
Angetan mit einer Seele.

Wenn den Frauen das geschieht,


Sagen sie, wenn sie sehr fromm sind:
Ein Kind hab ich schon im Himmel,
Das beim Heiland auf mich wartet.

Lange sagten zwar die Priester:


Wenn ein Kind nicht eingeweiht ist
Mit dem Wasser der Besprengung,
In Vorhöllen lebt es leidlos.

Aber weil so viele Kinder


Starben in dem Mutterschoße
OhneWasser der Besprengung,
Sprach ein weiser Hohepriester:

Kinder, die im Schoße sterben


Ohne Wasser der Besprengung,
Können durch des Heilands Gnade
Kommen in den Himmel Gottes.

Wenn das Kindlein überlebte


Seine ersten Lebenswochen,
Sich entwickelt hat im Schoße,
Tret als Dämon ich zum Vater

Und ich flüstre ein dem Vater:


Sage deinem Eheweibe:
Treibe doch dein Kindlein ab,
Unterbrich die Schwangerschaft!

Und dann schicke ich die Frau


Zu dem Arzt, der einst geschworen,
Alles Leben zu bewahren,
Und nun bricht er seinen Schwur,

Und mit einem Messer kratzt


Er den Menschen aus der Mutter
Oder mit dem Schlauche saugt
Er das Leben aus dem Schoß,

Und er nimmt den kleinen Menschen


Und er wirft ihn zu dem Müll,
Nach Gehenna, wo der Müll brennt,
Gott erlöst das Kindlein trotzdem!
Alles das sind meine Werke,
Ich bin die Idee des Frevels,
Kleine Kinder abzutreiben,
Ich, die Kindermörderin!

21

Ich, Karina und Tabia,


Mache, dass die Leibesfrucht
Den Geburtskanal nicht findet,
Diesen Tunnel in das Licht.

Oder wenn die Leibesfrucht


Den Geburtskanal wohl findet,
Mach ich den Kanal so eng,
Dass sie nicht hindurch kann kommen.

Oder dies ist auch mein Werk,


Dass die Mutter zwar gebiert,
Doch gebiert ein totes Kind,
Mutter einer Todgeburt.

Dann kommt nur ein Klumpen Fleisch


Aus dem offnen Mutterschoß,
Unbeseelter Fleischeshaufen,
Nichts als Erde, Kot und Asche!

Oder wenn geboren wird


Von dem Mütterchen ein Baby,
Wickle ich die Nabelschnur
Um den Hals des Neugebornen.

Wenn die Nabelschnur das Kind


Nicht erwürgt, wie ich es plante,
Hat das Kindlein doch ein Trauma,
Und es muss als junges Kind

Neunmal wickeln um den Hals


Einen langen Schal, das ist
Dann sein Trauma, wiederholend
Seinen Schreck bei der Geburt.

Wenn das neugeborne Kind


Liegt dann an dem Mutterbusen,
Schaue ich es böse an,
Werf darauf den bösen Blick,

Denn in meinen Katzenaugen


Ist die Macht des bösen Blickes.
Ja, wenn Blicke töten könnten!
Töten kann mein böser Blick!
Höre dies von einem Mädchen,
Welches war im Mutterschoß,
Doch die Eltern ihres Vaters
Boten tausend Drachmen an,

Wenn das Kind wird abgetrieben,


Tausend Drachmen, ja zehntausend
Drachmen für den Tod des Mädchens!
Also wertvoll ist der Mensch.

Doch das Mütterchen gebar


Dieses Mädchen, gab es dann
In die Obhut seiner Oma,
Die das Mädchen Sophie nannte.

Da hab leider ich versagt,


Denn allmächtig bin ich nicht,
Meine Kraft wird oft beschränkt
Von der Hagia Sophia.

22

Also sagte die Karina


Und Tabia, die Dämonin.
Salomo, der weise König,
Hatte sie dies reden lassen.

Aber nun sprach Salomo:


Dämon, schöre bei dem Namen
Der gebenedeiten Mutter
Des Messias, Herrin Mirjam:

Schwöre, mit den Übeltaten


Und den Freveln aufzuhören
Und fortan zu fördern alle
Fruchtbarkeit in meinem Reich!

Da erzitterte Karina
Vor der Allgebenedeiten
Und so schwor es die Dämonin
Bei dem süßen Namen Mirjam:

Bei dem süßen Namen Mirjam,


Der Dämonen lässt erzittern,
Schwöre ich, Karina, alle
Kimderlein ins Licht zu lassen!

So schwor die Karina. Siehe,


Herrin Mirjam dies bewirkte,
Dass fortan Karina war
Göttin aller Fruchtbarkeit.

O Karina, Liebesgöttin,
Mach den Mannessamen stark,
Mach den Frauenschoß empfänglich,
Kinder lass geboren werden!

Und der weise Salomo


Sagte dieses Weisheitswort:
Lasst die kleinen Kinder kommen,
Deren Engel sehen Gott,

Es gehört den kleinen Kindern


Gottes Himmelsparadies,
Nur wer wie die Kinder wird,
Kann in Gottes Himmel kommen!

SURE II DIE KUH

Notre Dame, priez pour les Muselmans!

Alif - Lam - Mim.


Dies ist das Buch, an dem gibt es keinen Zweifel, eine Anleitung für diejenigen, die Gerechte sind
und die haben die große Liebe Gottes.
Wer glaubt, und betet, und spendet von dem, was Wir ihm zur Verfügung stellen, und gibt es sich
selbst, seinen Eltern, seinen Kindern, seinen Frauen, und der Nächstenliebe übt an den Armen und
auch für Gottes Ehre eintritt.
Und wer darin liest, was herabgeschickt wurde, glaubt an dich, und an die Thora und das
Evangelium, die zuvor waren, bevor dir herabgeschickt wurde, und wer glaubt, mit Sicherheit
kommt er ins schönste Jenseits.
Solche gehen gemäß der Führung des Herrn, und solche sind siegreich.
Wahrlich, denen, die ungläubig sind, ist es gleich, ob du sie zu warnen oder nicht zu warnen
kommst, sie wollen nicht glauben!
Gott hat ein Siegel auf ihre Herzen gesetzt und auf ihre Ohren, und auf ihren Augen liegt ein
Schleier. Ihnen wird eine große Qual werden.
Und unter den Menschen gibt es einige, die sagen: "Wir glauben an Gott und den Jüngsten Tag",
während sie in Wahrheit nicht glauben.
Sie täuschen Gott und diejenigen, die glauben, während sie sich nur selbst täuschen und wissen es
nicht!
In ihren Herzen ist eine Krankheit, und Gott hat ihre Krankheit vermehrt. Eine schmerzhafte Strafe
ist es ihnen, weil sie Lügen erzählen.
Und wenn zu ihnen gesagt wird: "Schafft keinen Unfrieden auf der Erde!", sagen sie: "Wir sind nur
Friedensstifter."
Wahrlich! Sie sind diejenigen, die Unfrieden schaffen, aber sie nehmen es gar nicht wahr.
Und wenn ihnen gesagt wird: "Glaubt, wie die Menschen geglaubt haben", sagen sie: "Sollen wir
glauben, wie die Toren glauben?" Wahrlich, sie sind die Toren, aber sie wissen es nicht.
Und wenn sie mit den Gläubigen zusammentreffen, sagen sie: "Wir glauben", aber wenn sie allein
mit ihren Satanen sind, sagen sie: "Wahrlich, wir sind bei euch, wahrlich, wir waren voller Spott."
Gott spottet über sie und gibt sie ihren Untaten preis und lässt sie blind dahin wandern.
Diese sind es, die den Irrtum zu ihrer Führung erkoren haben, ihr Werk ist nutzlos. Und sie wurden
nicht recht geleitet.
Ihre Ähnlichkeit ist wie das Gleichnis von einem, der ein Feuer entfacht, und dann, wenn es alles
um ihn erhellt ist, nimmt Gott ihr Licht weg und lässt sie in der Dunkelheit zurück. So konnten sie
nicht schauen.
Sie sind taub, stumm und blind, so dass sie nicht umkehren.
Oder wie ein Regenschauer vom Himmel, bei Dunkelheit, Donner und Blitz. Sie steckten ihre
Finger in die Ohren, um die atemberaubenden Donnerschläge aus Angst vor dem Tod nicht zu
hören. Aber Gott stets erfasst die Ungläubigen.
Der Blitz reißt sie weg, fast vor ihren Augen, wenn er aufblitzt für sie, dann gehen sie darin umher,
und wenn die Dunkelheit sie bedeckt, stehen sie immer noch da. Und wenn Gott es gewollt hätte, er
hätte ihnen ihr Gehör und ihr Augenlicht genommen. Gewiss, Gott hat Macht über alle Dinge.
O ihr Menschen! Betet den Herrn Gott an, der hat euch und alle, die vor euch waren, geschaffen,
damit ihr Gerechte werdet.
Wer hat die Erde zu einem Ruheplatz für euch gemacht, und den Himmel als Baldachin, und sandte
Wasser vom Himmel und damit Früchte als Ergebnis für euch? Und dann zögert ihr nicht, Rivalen
zu Gott einzusetzen, während ihr doch wissen könnt?
Und wenn ihr im Zweifel über das seid, was Wir hinabgeschickt und Unserem Sklaven gesandt,
dann bringt doch selbst eine Sure hervor von euren Zeugen außer Gott und ruft sie aus, wenn ihr
wahrhaftig seid.
Aber wenn ihr es nicht tut, und ihr könnt es nie tun, so fürchtet das Feuer, dessen Brennstoff
Menschen und Steine sind, für die Ungläubigen vorbereitet.
Und gib die Frohe Botschaft denen, die glauben und gute Werke tun, dass für sie sein werden
Gärten, unter denen Bäche fließen. Jedes Mal, wenn ihnen eine Frucht daraus zur Verfügung gestellt
wird, werden sie sagen: "Das ist das, was uns zur Verfügung gestellt wurde", und ihnen werden die
Dinge in Ähnlichkeit gegeben werden, und sie werden darin reine Genossinnen oder Bräute haben,
die keine Menstruation haben werden, und sie werden dort für immer mit ihnen leben!
Wahrlich, Gott schämt sich nicht, ein Gleichnis sogar von einer Mücke zu nehmen, um so viel mehr,
wenn es größer ist. Und diejenigen, die glauben, sie wissen, dass es die Wahrheit von ihrem Herrn
ist, aber diejenigen, die ungläubig sind, sagen: "Was hat Gott für eine Absicht mit diesem
Gleichnis?" Durch sie verführt er viele, aber viele führt er damit. Und er täuscht damit nur
diejenigen, die Revolutionäre sind.
Diejenigen, die Gottes Bund nach der Ratifizierung brechen, und trennen, was Gott zu verbinden
gebot, und die Unfrieden auf Erden stiften, sie sind es, die verlieren werden.
Wie könnt ihr Gott verleugnen? Da ihr tot wart und er gab euch Leben. Dann wird er euch den Tod
zu geben, dann werdet ihr wieder zum Leben erweckt und dann kehrt ihr zu ihm heim.
Er ist es, der euch alle, die auf der Erde leben, erschaffen hat. Dann wird er auffahren gen Himmel
und er machte sieben Himmel und er ist der Allwissende von allem.
Und wie dein Herr zu den Engeln sprach: "Wahrlich, ich werde Generationen nach Generationen
auf der Erde pflanzen." Sie sagten: "Seid ihr denn dort diejenigen, die ihr Unfrieden anrichten und
Blut vergießen, während wir verherrlichen ihn mit Lob und Dank und heiligen ihn?" Er sagte: "Ich
weiß, dass die euch nicht kennen."
Und er lehrte Adam alle Namen, dann zeigte er alles den Engeln und sagte: "Sagt mir die Namen
dieser Dinge, wenn ihr wahrhaftig seid."
Sie sagten: "Gepriesen seiest du, wir haben kein Wissen außer dem, was du uns gelehrt hast.
Wahrlich, du bist es, der Allwissende, der Allweise!"
Er sagte: "O Adam, informiere sie über ihre Namen", und als er ihnen ihre Namen mitgeteilt hatte,
sagte er: "Habe ich dir nicht gesagt, dass mir das Unsichtbare in den Himmeln und auf der Erde
gehört, und ich weiß, was du zeigen und verbergen willst, wie du es bisher getan?"
Und wie Wir zu den Engeln sprachen: "Werft euch vor Adam nieder!" Und sie alle außer dem
Teufel warfen sich nieder, er aber weigerte sich und war stolz und war einer der Revolutionäre.
Und Wir sprachen: "O Adam, wohne du und deine Frau im Paradies und esset beide frei mit Lust
und Freude alle Dinge darin und seid überall dort, wo ihr wollt, aber kommt nicht in die Nähe
dieses Baumes oder ihr beide werdet Übeltäter sein."
Dann vertrieb sie der Satan daraus, und er bekam sie heraus aus dem, in dem sie waren. Wir haben
gesagt: "Feindschaft sei zwischen euch, auf der Erde wird eine Behausung für euch sein und eine
Freude für eine Zeit."
Dann von seinem Herrn Worte empfing Adam. Und sein Herr begnadigte ihn. Wahrlich, er ist der
Eine, der vergibt, die Barmherzigkeit!
Wir haben gesagt: "Geht alle von diesem Ort weg, und dann, wenn zu euch kommt die Anleitung
von mir, und wer folgt meiner Anleitung, es soll keine Angst über sie kommen, noch sollen sie
traurig sein!“
Aber diejenigen, die ungläubig sind und Unsere Verse verleugnen, das sind die Bewohner des
Feuers, so werden sie dort für immer bleiben.
O ihr Kinder Israels! Erinnert euch an meine Bevorzugung, die ich euch erwiesen, und erfüllt
meinen Bund, so dass ich auch erfülle euren Bund, und fürchtet niemanden außer mich.
Und das glaubt, was ich herabgeschickt, das bestätigt, was bei euch ist, und sei nicht der Erste derer,
die daran nicht glauben, und verkaufe nicht meine Verse für einen geringen Profit, und fürchte mich
und mich allein.
Und mische nicht Wahrheit mit Irrtum, noch sollst du die Wahrheit verbergen, während du doch
weißt.
Und bete und gib Almosen, und beuge dich mit Gehorsam gegenüber Gott.
Sie gebieten Frömmigkeit den Menschen, und vergessen sie selbst, während sie die Schrift
rezitieren! Haben sie denn keine Vernunft?
Und sucht Hilfe bei der Geduld und dem Gebet und tu es wirklich extrem schwer und hart, wer ein
Gerechter ist.
Sie sind diejenigen, die bestimmten, dass sie gehen, um ihres Herrn Willen zu erfüllen, und dass sie
zu ihm gehen, um heimzukehren.
O ihr Kinder Israels! Erinnert euch an meine Bevorzugung, die ich euch erwiesen, und die ich euch
vor allen Menschen und Geistern bevorzugt verliehen habe.
Und fürchtet den Tag des Gerichts, wenn eine Person nicht in Anspruch nehmen kann eine andere,
noch Fürsprache von ihm angenommen wird, noch wird eine Entschädigung von ihm genommen
werden, noch wird ihnen geholfen werden.
Und als Wir euch in des Pharao Hände gaben, wir ihr gelitten habt, mit schrecklichen Qualen, als er
tötete eure Söhne und eure Mädchen verschonte, und darin war eine mächtige Prüfung von eurem
Herrn.
Und als Wir geteilt das Meer für euch und euch gerettet haben, und ertrunken sind des Pharao
Leute, während ihr auf der Wanderung wart.
Und wie Wir ernannten Moses vierzig Nächte, und ihr nahmt das Goldene Kalb und ihr wart
Übeltäter.
Dann, danach, dass Wir euch vergeben haben, so dass ihr vielleicht dankbar sein könntet.
Und als Wir gaben Moses die Schrift und das Urteil, so dass ihr richtig geführt wurdet.
Und als Moses zu seinem Volk sagte: "O mein Volk! Wahrlich, ihr selbst habt mit der Anbetung des
Goldenen Kalbes Unrecht getan. So kehre nun in Buße zu deinem Schöpfer um und tötet euer Ich,
das wird besser für euch sein, und ihr werdet mit eurem Herrn sein." Dann akzeptierte er deine
Buße. Wahrlich, er ist der Eine, der Buße akzeptiert, die Barmherzigkeit.
Und als ihr sagtet: "O Moses! Wir werden nie glauben an dich, bis wir deutlich Gott sehen." Aber
ihr wurdet mit einem Blitz geschlagen, während ihr auf der Suche wart.
Dann richten Wir euch auf nach eurem Tode, so dass ihr vielleicht dankbar seid.
Und Wir beschatteten euch mit Wolken und schickten zu euch das Manna und die Wachteln: "Esset
von den guten Dingen, die Wir rechtmäßig euch gegeben haben." Und Wir taten euch nichts Böses,
aber ihr selbst habt Unrecht getan.
Und wie Wir sprachen: "Nehmt diese Stadt ein und esst reichlich darin mit Lust und Freude, was
immer ihr möchtet, und unterwerft das Tor und sagt: Vergib uns! - und Wir werden euch eure
Sünden vergeben und werden für die Gerechten den Lohn vermehren.“
Aber diejenigen, die Unrecht taten, veränderten das Wort von dem, was anders gesagt worden war,
so sandten Wir auf die Ungerechten die Strafe vom Himmel wegen ihrer Revolution gegen Gottes
Gehorsam.
Und als Moses bat um Wasser für sein Volk, da haben Wir gesagt: "Schlag den Stein mit dem Stab."
Dann sprudelten zwölf Quellen hervor. Alle Menschen wussten ihren eigenen Platz für das Wasser.
"Esset und trinket, was Gott euch gegeben, und handelt nicht korrupt, stiftet keinen Unfrieden auf
Erden!"
Und als ihr sagtet: "O Moses! Wir können nicht ertragen solch eine Art von Essen. So rufe deinen
Herrn für uns an, dass er weiter für uns sorge, was die Erde wachsen lässt, ihre Kräuter, ihre
Gurken, ihren Knoblauch, Linsen und Zwiebeln." Er sagte: "Würdet ihr tauschen das Bessere gegen
das Geringere? Geht in irgendeine Stadt, und ihr werdet finden, was ihr wollt." Und sie sind in
Schande und Elend gefallen, und auf sich selbst zogen sie den Zorn Gottes herab. Das war, weil sie
versuchten, die Verse Gottes zu leugnen und töteten die Propheten zu Unrecht. Das war, weil sie
ungehorsam waren und die Grenzen übertraten.
Wahrlich! Diejenigen, die glauben, die Juden und Christen und Sabäer sind, wer immer an Gott und
den Jüngsten Tag glaubt und gute Werke tut, der soll seinen Lohn bei seinem Herrn finden, über den
soll keine Angst kommen, noch soll er traurig sein!
Und als Wir einen Bund schlossen und über euch hoben den Berg: "Haltet fest an dem, was Wir
euch gegeben haben, und denkt daran, dass ihr darin bleibt, so dass ihr fromm werdet.“
Dann, danach, wandtet ihr euch ab. Wäre nicht die Gnade und Barmherzigkeit Gottes zu euch
gekommen, ja, ihr wäret verloren gegangen.
Und in der Tat kannte man diejenigen unter euch, die in der Frage des Sabbats übertraten. Wir
sagten zu ihnen: "Seid Affen, verachtet und verschmäht!"
Wir haben mit dieser Strafe ein Beispiel gegeben für ihre eigene und die nachfolgenden
Generationen und eine Lektion für diejenigen, die Fromme sind.
Und wie Moses sagte zu seinem Volk: "Wahrlich, Gott befiehlt euch, dass ihr eine Kuh schlachten
sollt." Sie sagten: "Machst du dich über uns lustig?" Er sagte: "Ich nehme Zuflucht zu Gott vor den
Narren!"
Sie sagten: "Rufe für uns zu deinem Herrn, dass er uns deutlich mache, was sein soll." Er sagte: "Er
sagt: Wahrlich, es soll eine Kuh sein, weder zu alt noch zu jung, sondern dazwischen.. Also das ist
es, was dir befohlen ist."
Sie sagten: "Rufe für uns zu deinem Herrn, uns deutlich ihre Farbe zu nennen." Er sagte: "Er sagt:
Es soll eine gelbe Kuh sein, hell von Farbe, angenehm für den Betrachter."
Sie sagten: "Rufe für uns zu deinem Herrn, uns klar zu machen, was es sein soll. Wahrlich, uns sind
alle Kühe gleich. Und sicher, wenn Gott will, werden wir geführt werden."
Er sagte: "Er sagt: Es soll eine Kuh sein, die noch nicht beackert hat, weder den Boden noch die
Felder, und die keine andere Farbe außer leuchtend gelber hat." Sie sagten: "Jetzt hast du die
Wahrheit gebracht." So schlachteten sie die Kuh, obwohl sie nahe dran waren, es nicht zu tun.
Und wenn du einen Menschen getötet hast und er fiel im Streit unter euch beim Verbrechen: Aber
Gott bringt das, was du versteckt hältst, ans Licht.
Wir haben gesagt: "Schlagt ihn mit einem Stück von ihr." So bringt Gott die Toten zum Leben
zurück und zeigt euch seine Verse, so dass du verstehen kannst.
Dann, danach, dass eure Herzen sich verhärteten und wurden wie Steine oder noch härter! Und in
der Tat, es gibt Steine, aus denen Bäche hervorsprudeln, und in der Tat, es gibt von ihnen welche,
die sich gespalten haben, so dass Wasser aus ihnen hervorkommt, und in der Tat, es gibt von ihnen
welche, die aus Furcht vor Gott niederfallen. Und Gott ist sich dessen bewusst, was du tust.
Habt ihr begehrt, dass sie in eurer Religion leben, trotz der Tatsache, dass ein Teil von ihnen das
Wort Gottes zu hören glaubt, dann es wissentlich änderte?
Und wenn sie die Gläubigen treffen, sagen sie: "Wir glauben", aber wenn sie sich gegenseitig im
Privaten treffen, sagen sie: "Sollt ihr sagen, dass sie, was Gott euch enthüllt hat, mit euch darüber
streiten vor eurem Herrn?" Habt ihr denn keine Erkenntnis?
Wisse, dass sie nicht wissen, dass Gott weiß, was sie verbergen und was sie kundtun.
Und es gibt unter ihnen ungebildete Menschen, die nicht kennen das Buch, aber die auf falsche
Wünsche vertrauen und auf Meinungen.
Doch wehe denen, die ein Buch schreiben mit ihren eigenen Händen und dann sagen: "Das ist von
Gott", um mit ihm einen kleinen Profit zu machen! Wehe ihnen, die, was ihre Hände geschrieben
haben, verkaufen, um wenig damit zu verdienen, wehe!
Und sie sagen: "Das Feuer wird uns nicht berühren, aber die Tage sind gezählt." Sprich: "Hast du
einen Bund mit Gott gemacht, so dass Gott seinen Bund nicht brechen wird? Oder ist es so, dass du
von Gott redest, was du nicht wissen kannst?"
Ja ! Wer verdient das Böse und wen die Sünde erfüllt hat, sie sind Bewohner des Feuers, da sie für
immer darin wohnen werden.
Und diejenigen, die glauben und gute Werke tun, sind Bewohner des Paradieses, sie werden für
immer darin wohnen.
Und wie Wir haben einen Bund mit den Kindern Israels geschlossen: „Dient keinem außer Gott und
seid pflichtbewusst und gut zu den Eltern und den Verwandten und den Waisen und den Armen, und
sprecht gut über die Menschen, und betet und gebt Almosen.“ Dann fielen sie ab, außer ein paar von
euch, während sie Abtrünnige sind.
Und als Wir einen Bund schlossen: Vergießt nicht das Blut des Menschen, noch vertreibt die Leute
aus ihren Wohnungen. Dann ist der Bund ratifiziert und ihr könnt dies bezeugen.
Danach ist es euch ergangen, einander zu töten und zu vertreiben eine Gruppe von euch aus ihren
Häusern, zu unterstützen die Feinde gegen sie, in Sünde und Übertretung. Und wenn sie zu dir
kommen als Gefangene, können sie gegen Lösegeld freigegeben werden, obwohl ihr Verkauf euch
verboten wurde. Dann glaubst du an einen Teil der Schrift und den Rest lehnst du ab? Und was ist
der Lohn derer, die dies tun unter euch, außer Schande im Leben dieser Welt, und am Tage der
Auferstehung werden sie der schwersten Strafe übergeben werden. Und Gott ist sich dessen
bewusst, was du tust.
Diese sind es, die das Leben in dieser Welt um den Preis des Jenseits gekauft haben. Und ihre Qual
soll darum nicht gemildert werden noch soll ihnen geholfen werden.
Und in der Tat, Wir gaben Moses das Buch und folgten ihm mit einer Reihe von Boten. Und Wir
gaben JESUS, dem Sohn Marias, klare Zeichen und unterstützten Ihn mit dem Heiligen Geist. Ist es
nicht so, dass, wann immer zu euch ein Gesandter kam mit dem, was ihr euch nicht gewünscht habt,
ihr arrogant umgegangen seid mit ihm? Einige sind Ungläubige und einige sind Getötete.
Und sie sagen: "Unsere Herzen sind verstockt." Nein, Gott hat sie wegen ihres Unglaubens
verflucht, so nichtig ist das, was sie glauben.
Und wenn zu ihnen kam ein Buch, von Gott bestätigt, was ist mit ihnen, obwohl sie fürwahr Gott
hatten für den Sieg über die Ungläubigen, dann, wenn es zu ihnen kam, was sie erkannt hatten, sie
wurden ungläubig. Also lasst den Fluch Gottes über den Ungläubigen.
Wie schlimm ist das, wofür sie ihre Seelen verkauft, dass sie ungläubig sind an Gott, widerwillig,
dass Gott voll der Gnade sei, wem er will von seinen Dienern etwas offenbaren. So dass sie auf sich
selbst Zorn über Zorn gehäuft haben. Und für die Ungläubigen gibt es Schande und Pein.
Und wenn man zu ihnen sagte: "Glaubt an das, was Gott herabgesandt hat", sagen sie: "Wir glauben
an das, was zu uns herabgesandt ist." Und sie glauben nicht mehr an das, was danach kam, während
es doch die Wahrheit bestätigt von dem, was ihnen gegeben ward. Sprich: "Warum hast du die
Propheten Gottes vordem getötet, wenn du in der Tat gläubig gewesen wärest?"
Und in der Tat, Moses kam zu euch mit klaren Beweisen, doch du hast das Goldene Kalb angebetet,
nachdem er gegangen, und du warst ein Götzendiener.
Und wie Wir einen Bund schlossen und über euch hoben den Berg: "Haltet fest an dem, was Wir
euch gegeben haben, und hört.“ Sie sagten: "Wir haben gehört und gehorcht." Und ihre Herzen
wurden verstockt wegen ihrer Ungläubigkeit. Sprich: "Das schlimmste ist, dass in der Tat die, die
euch den Glauben gebieten, wenn ihr Gläubige seid, ungläubig sind."
Sprich zu ihnen: "Wenn das Haus des Jenseits bei Gott ist in der Tat für euch besonders und nicht
auch für andere aus der Menschheit, dann bereitet euch auf den Tod vor, wenn ihr wahrhaftig seid."
Aber sie werden nie für lange da sein, wegen dem, was ihre Hände vorausgeschickt haben. Und
Gott ist sich der Götzendiener bewusst.
Und wahrlich, du wirst sie finden die Gierigsten der Menschheit nach dem Leben und noch gieriger
als diejenigen, die Gott Partner zuschreiben. Jeder von ihnen will, dass er ein Leben von tausend
Jahren habe. Aber die Gewährung eines solchen Lebens wird ihn nicht retten, auch wird nicht
gering die Strafe sein. Und Gott sieht alles, was sie tun.
Sprich: "Wer ist ein Feind von Gabriel?“ Denn in der Tat war er es, der es in dein Herz gebracht hat,
was mit Gottes Erlaubnis bestätigt kam, und das vor ihm, Weisung und Frohe Botschaft für die
Gläubigen.
"Wer immer ein Feind Gottes ist, seiner Engel, seiner Gesandten, Gabriels und Michaels, dann,
wahrlich, Gott ist ein Feind der Ungläubigen."
Und in der Tat haben Wir zu euch herabgesandt manifestierend diese Verse über sie, und keiner sei
ungläubig oder ungehorsam.
Ist es nicht so, dass jedes Mal, wenn sie einen Bund machen, einige Parteien unter ihnen werfen den
Bund beiseite? Nein! Die Wahrheit ist, die meisten von ihnen glauben nicht.
Und wenn zu ihnen kam ein Gesandter, von Gott bestätigt, bestätigend, was sie hatten, eine Partei
von denen, denen die Schrift gegeben war, warf das Buch Gottes hinter ihren Rücken, als ob sie
nicht wüssten!
Sie folgten dem, was die Satane gaben in der Lebenszeit Salomos. Salomo war nicht ungläubig,
aber die Satane glaubten, er habe die Menschen Magie gelehrt und solche Dinge, die in Babylon zu
den beiden Engeln Harut und Marut kamen, aber keiner der beiden Engel lehrte solches, bis sie
gesagt hatten: "Wir sind nur zur Prüfung da, so seid nicht ungläubig." Und von diesen die Menschen
lernten magische Künste, mit denen sie die Trennung zwischen Mann und Frau bewirken, aber sie
konnten so niemandem schaden, außer mit Gottes Erlaubnis. Und sie lernten, was ihnen schadet,
und sie profitierten davon nicht. Und ja, sie wussten, dass die Käufer der Magie würden keinen
Anteil am Jenseits haben. Und wie schlimm es war, dass in der Tat sie für die Magie verkauften ihre
Seelen, wenn sie doch nur wüssten!
Und da sie geglaubt hatten, und behüteten sich vorm Bösen und hielten ihre Pflicht Gott gegenüber
ein, wäre sie viel besser gewesen, die Belohnung von ihrem Herrn, wenn sie nur wüssten!
O ihr, die ihr glaubt! Sage nicht Raina, sondern sage Unzurna, und höre. Und für die Ungläubigen
gibt es eine schmerzhafte Strafe.
Es glauben nicht diejenigen, die unter den Leuten der Schrift wie Heiden leben, dass euch etwas
Gutes von eurem Herrn geschickt worden ist. Aber Gott erwählt in seiner Gnade, wen er will. Und
Gott ist der Besitzer von großem Reichtum.
Was auch immer für einen Bund Wir auch aufheben oder dem Vergessen anheim geben, Wir bringen
einen besseren oder ähnlichen. Wisst ihr nicht, dass Gott in der Lage ist, alle Dinge zu tun?
Wisst ihr nicht, dass es Gott ist, dem das Königreich der Himmel und der Erde gehört? Und außer
Gott habt ihr keinen Beschützer oder Helfer.
Oder hattet ich eure Gesandten, als Moses wurde befragt? Und der, der Glaube in Unglauben
ändert, wahrlich, er hat in die Irre geführt und ist vom rechten Weg abgegangen.
Viele der Leute der Schrift wünschen, dass sie dich als Ungläubigen abwenden könnten, nachdem
du in deiner Seele geglaubt hast, und wünschen dies aus Neid, weil die Wahrheit sich dir offenbart
hat. Aber vergeben und verziehen! Gott bringt seinen Befehl. Wahrlich, Gott hat Macht, alle Dinge
zu tun.
Und bete und gib Almosen, und tu was gut ist, das du für dich selbst tust, bevor du es weitersendest,
dann wirst du es bei Gott wiederfinden. Gewiss, Gott ist gut und sieht alles, was du tust.
Und sie sagen: "Es wird niemand in das Paradies eingehen, wenn er nicht ein Jude oder ein Christ
ist." Das sind ihre eigenen Wünsche. Sprich: "Bringt euren Beweis, wenn ihr die Wahrheit sagt."
Ja, aber wer macht geltend sein Gesicht vor Gott und wer ist ein Wohltäter, dann wird er seinen
Lohn vom Herrn empfangen, über solch einen soll keine Angst kommen, noch soll er traurig sein.
Die Juden sagten, dass die Christen nicht folgen, und die Christen sagen, dass die Juden nicht
folgen, obwohl sie beide die Schrift rezitieren. Ihrem Wort folgen die Heiden nicht, die nichts
wissen. Gott wird zwischen ihnen am Tag der Auferstehung über das, worin sie uneinig waren,
richten.
Und wer ist ungerechter, als die, die verbieten, dass Gottes Name verherrlicht wird und oft erwähnt
wird in Gottes Moscheen? Diese streben nach ihrem Untergang. Es war nicht passend, dass solche
sollten gehen in Gottes Moscheen, außer in Angst. Für sie ist Schande in dieser Welt, und sie
werden eine große Qual im Jenseits haben.
Und Gottes ist der Osten und der Westen, also überall dort ist er, wo ihr euch oder eure Gesichter
wendet zum Gesicht Gottes. Sicherlich! Gott ist für seiner Geschöpfe Bedürfnisse der Allgenügende
und Weise!
Und sie sagen: Gott hat einen Sohn gezeugt. Preis sei Ihm! Ihm gehört, was in den Himmeln und
auf der Erde ist, und alle sind mit Gehorsam Ihm ergeben.
Der Schöpfer der Himmel und der Erde ist er. Wenn er beschließt eine Sache, so spricht er nur: "Es
werde!" Und so wird es.
Und diejenigen, die kein Wissen haben, sagen: "Warum hat Gott nicht zu uns gesprochen oder
warum kommt kein Zeichen zu uns?" So sagten die Leute, bevor sie Wörter mit ähnlicher
Bedeutung bilden. Ihre Herzen sind gleichgültig, Wir haben in der Tat schlicht die Zeichen für
Leute gemacht, die glauben mit Gewissheit.
Wahrlich, Wir haben dich mit der Wahrheit ausgestattet, ein Überbringer der Frohen Botschaft bist
du und ein Mahner. Und du wirst nicht über die Bewohner des brennenden Feuers befragt.
Weder die Juden noch die Christen sind mit dir zufrieden, bis du ihrer Religion folgst. Sprich:
"Wahrlich, die Rechtleitung Gottes ist meine Anleitung.“ Und wenn du ihrer Religion folgen
würdest nach allem, was du empfangen hast, die Weisheit, dann würdest du gegen Gott weder
Beschützer noch Helfer haben.
Diejenigen, denen Wir das Buch gegeben, rezitieren das Buch, sie sind diejenigen, die daran
glauben. Und wer nicht glaubt an das Buch, das sind diejenigen, die Verlierer sind.
O ihr Kinder Israels! Erinnert euch an meine Bevorzugung, die ich euch erwiesen, und die ich euch
vor den Menschen und Geistern bevorzugt verliehen habe.
Und fürchtet den Tag des Gerichts, wenn keine Person eine andere in Anspruch nehmen kann, noch
eine Entschädigung von ihm angenommen werden kann, noch gibt es den Einsatz der Fürsprache
für ihn, noch soll ihm geholfen werden.
Und wie der Herr den Abraham versuchte, mit bestimmtem Befehl, den er erfüllen sollte. Er sagte:
"Wahrlich, ich werde dich zu einem Führer der Menschheit machen." Er sagte: "Und von meiner
Nachkommenschaft?" Er sagte: "Mein Bund gehört nicht den Übeltätern."
Und wie Wir das Haus zu einem Ort der Zuflucht für die Menschheit machten und zu einem Ort der
Sicherheit. Und nehmt den Ort von Abraham als Ort des Gebets, und Wir befahlen Abraham und
Ismael, dass sie mein Haus reinigen sollten für diejenigen, die es umkreisen, oder sich dort
aufhalten oder sich verbeugen oder sich niederwerfen.
Und wie Abraham sagte: "Mein Herr, mache diese Stadt zu einem Ort der Sicherheit und biete den
Menschen Früchte an, wer von ihnen glaubt an Gott und an den Jüngsten Tag."
Und wie Abraham und Ismael legten das Fundament des Hauses, sie sprachen: "Unser Herr, nimm
dies von uns an, du bist wahrlich der Allhörende, der Allweise."
"Unser Herr, und mach uns dir unterwürfig und mach aus unserer Nachkommenschaft eine Nation
dir unterwürfig, und zeige uns unsere Zeremonien der Pilgerfahrt, und nimm unsere Buße an.
Wahrlich, du bist der Eine, der Buße akzeptiert, die Barmherzigkeit.“
"Unser Herr, sende ihnen einen Gesandten aus ihrer eigenen Mitte, der ihnen sagen wird deine
Verse und sie unterweisen wird im Buch und der Al-Hikmah (Frau Weisheit), und heilige sie.
Wahrlich, du bist der Allmächtige, der Allweise."
Und die sich von der Religion Abrahams abwandten, die haben sich selbst betört. Wahrlich, Wir
haben Abraham in dieser Welt gesegnet, und wahrlich, im Jenseits wird er unter den
Rechtschaffenen sein.
Als sein Herr zu ihm sprach: "Unterwirf dich!" sagte er: "Ich habe mich als Knecht des Herrn allen
Menschen vorgestellt."
Und diese Unterwerfung unter Gott wurde von Abraham auf seine Söhne und auf Jakob vererbt: "O
meine Söhne, Gott hat für euch die Religion gewählt, denn die sterben nicht im Glauben der
Unterwerfung, die werden nicht angenommen."
Oder warst du Zeuge, als der Tod sich Jakob nahte? Als er sagte zu seinen Söhnen: "Was werdet ihr
nach mir anbeten?" Sie sagten: "Wir werden anbeten deinen Gott, den Gott deiner Väter Abraham,
Ismael und Isaak, Einen Gott, und Ihm sind wir ergeben."
Das war eine Nation, die gestorben ist. Sie werden den Lohn erhalten von dem, was sie verdient
haben, und ihr werdet, was ihr verdient habt, erhalten. Und ihr werdet nicht nach dem, was sie zu
tun pflegten, gefragt.
Und sie sagen: "Werdet Juden oder Christen, dann werdet ihr recht geführt werden." Sprich: "Nur
die Religion von Abraham, Hanifa, und er war nicht einer der Götzendiener."
Sprich: "Wir glauben an Gott und an das, was zu uns kam, und das, was Abraham, Ismael, Isaak
und Jakob gesandt wurde und den zwölf Söhnen Jakobs, das, was Moses und JESUS gegeben
wurde, und was den Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde. Wir machen keinen Unterschied
zwischen einem von ihnen, und Ihm sind wir ergeben."
Also, wenn sie in der Weise, was jene glaubten, glauben, dann werden sie rechtgeleitet, aber wenn
sie abfallen, dann sind sie nur in der Opposition. So wird euch Gott gegen sie unterstützen. Und er
ist der Allhörende, der Allwissende.
Unsere Religion ist von Gott, welche Religion könnte besser als die Gottes sein? Und wir sind seine
Knechte.
Sprich: "Streitet ihr mit uns über Gott, während er unser Herr und euer Herr ist? Und wir werden für
unsere Taten belohnt werden und ihr für eure Taten. Und wir sind aufrichtig Ihm in Anbetung und
Gehorsam ergeben."
Oder sagst du, dass Abraham, Ismael, Isaak, Jakob, die zwölf Söhne Jakobs waren Juden oder
Christen? Sprich: "Weißt du es besser oder weiß Gott es besser? Und wer ist ungerechter, als wer
das Zeugnis verbirgt, das er von Gott hat? Und Gott ist sich dessen bewusst, was du tust."
Das war eine Nation, die gestorben ist. Sie werden den Lohn empfangen, was sie erworben, und ihr
erhaltet, was ihr verdient. Und du wirst nicht nach dem, was sie zu tun pflegten, gefragt.
Die Narren unter den Menschen werden sagen: "Was haben sie von ihrer Gebetsrichtung Jerusalem,
wohin sie im Gebet ihr Gesicht wenden?" Sprich: "Gottes ist der Osten und der Westen. Er leitet,
wen er will, auf einem geraden Weg."
So haben Wir euch gemacht, eine beste Nation, dass ihr Zeugen über die Menschen und den
Gesandten seid und er wird ein Zeuge über euch sein. Und Wir haben die Gebetsrichtung nach
Jerusalem bestimmt, dass ihr dahin wendet euer Gesicht, dies ist nur für diejenigen, die dem
Gesandten gefolgt sind, und denen auf seinen Fersen. In der Tat war es schwer, außer für diejenigen,
die Gott leitete. Und Gott würde nie euren Glauben verlieren. Wahrlich, Gott ist voll der Güte,
gegen die Menschen sehr barmherzig.
Wahrlich! Wir haben die Wende des Gesichts in Richtung des Himmels gesehen. Sicherlich werden
wir euch eine Gebetsrichtung vorgeben, wohin ihr euch wenden sollt, so wende dein Gesicht in
Richtung der Kaaba von Mekka. Und überall, wo die Leute sind, falten sie ihre Hände in diese
Richtung. Sicher, die Menschen, die die Heilige Schrift haben, wissen genau, dass euer
Hinwendung in Richtung der Kaaba in Mekka im Gebet die Wahrheit von ihrem Herrn ist. Und Gott
ist sich dessen bewusst, was sie tun.
Und selbst wenn man den Leuten der Schrift alle Verse bringt, würden sie nicht folgen eurer
Gebetsrichtung, noch werdet ihr gehen, ihrer Gebetsrichtung zu folgen. Und sie werden nicht folgen
einander in der Gebetsrichtung. Wahrlich, wenn ihr euren eigenen Wünschen folgt, nachdem ihr das
Wissen erhalten habt, dann werdet ihr in der Tat Frevler sein.
Diejenigen, denen Wir die Schrift gaben, erkennen ihn, wie sie ihre Söhne erkennen. Aber wahrlich,
ein Teil von ihnen verbirgt die Wahrheit, während sie wissen, was geschrieben worden.
Die Wahrheit von eurem Herrn. Also sei nicht einer von denen, die zweifeln.
Für jede Nation gibt es eine Richtung, in die sie sich stellen. So beschleunigt euch gegenüber allem,
was gut ist. Wo immer du auch sein magst, Gott wird euch zusammenführen. Wahrlich, Gott hat
Macht über alle Dinge.
Und von überall, wo du beginnst zu beten, wende dein Gesicht in Richtung Mekka, das ist in der Tat
die Wahrheit von eurem Herrn. Und Gott ist sich dessen bewusst, was du tust.
Und von überall, wo du zu beten beginnst, wende dein Gesicht in Richtung Mekka, und wo immer
du bist, wende dein Gesicht dahin, so dass die Menschen kein Argument gegen euch haben, außer
diejenigen von ihnen, die Frevler sind, also fürchtet sie nicht, sondern fürchtet Mich! Damit ich auf
dich gnädig schaue und dass du geführt werden kannst, dass sich vollende mein Segen.
Wir haben unter euch einen Gesandten der eigenen Nation, euch zu rezitieren unsere Verse und euch
zu heiligen und dich zu lehren das Buch und die Hikmah (Frau Weisheit) und dich zu lehren, was du
nicht wusstest.
Deshalb erinnere ich dich daran. Ich werde dich daran erinnern, dankbar zu sein und nie undankbar
zu sein.
O ihr, die ihr glaubt! Sucht Hilfe in Geduld und im Gebet. Wirklich! Gott ist mit den Geduldigen.
Und sage nicht von denen, die auf Gottes Weg getötet werden, sie seien tot. Nein, sie leben, aber
man nimmt es nicht wahr.
Und sicherlich werden Wir dich mit Angst, Hunger, Verlust von Vermögen prüfen, aber bringe die
Frohe Botschaft den Geduldigen.
Du, wenn dich ein Unglück trifft, sage: "Wahrlich, zu Gott gehören wir, und wahrlich, zu ihm
kehren wir zurück!"
Sie sind diejenigen, auf denen der Segen ruht von ihrem Herrn, und die erhalten seine Gnade, und
sie sind es, die geführt werden.
Wahrlich! Der Berg As-Safa und der Berg Al-Marwa sind Symbole von Gott. So ist es keine Sünde
für ihn, die Pilgerfahrt des Hauses durchzuführen, die Pilger zwischen den Bergen
hindurchzuführen. Und wer dies freiwillig tut, dann, wahrlich, Gott ist der Erkennende, der
Allwissende.
Wahrlich, das sind sie diejenigen, die klare Beweise und die Führung haben, die Wir hinabgesandt
haben, nachdem Wir es klar machten, für die Menschen im Buch geschrieben, aber es verborgen
denen, die von Gott verflucht sind und vom Fluch verdammt.
Außer jene, die bereuen und gute Werke tun und bezeugen offen. Diesen werde ich ihre Buße
akzeptieren. Und ich bin der, der Buße akzeptiert, die Barmherzigkeit.
Wahrlich, da sind jene, die ungläubig sind und sterben, während sie Ungläubige sind, auf ihnen ist
der Fluch Gottes und der Engel und der Menschen.
Sie werden drunten bleiben, die Strafe wird weder aufgehoben werden, noch werden sie begnadigt
werden.
Und dein Gott ist Ein Gott, es ist keiner, der das Recht hat, angebetet zu werden, außer ihm, der ist
der Allerbarmer, die Barmherzigkeit.
Wahrlich! In der Schöpfung der Himmel und der Erde und in dem Wechsel von Nacht und Tag, und
in den Schiffen, welche durch das Meer ziehen mit dem, was zum Nutzen für den Menschen ist, und
in dem Wasser, das Gott sendet vom Himmel und macht die Erde lebendig, nach dem Tod , und in
der Bewegung der Tiere aller Art, die er darin verstreut, und in der Bewegung der Winde und
Wolken, die zwischen Himmel und Erde stattfinden, in alledem sind in der Tat Beweise für die
Menschen zu verstehen.
Und unter den Menschen gibt es einige, die neben Gott noch Rivalen annehmen, andere als Gott.
Sie lieben sie, wie sie Gott lieben. Aber diejenigen, die glauben, lieben Gott mehr als alles andere.
Wenn nur diejenigen, die Unrecht tun, sehen könnten, wenn sie die Strafe sehen könnten, und dass
alle Macht Gott gehört und dass Gott streng im Strafen ist.
Wenn diejenigen, die beobachteten, verleugnen diejenigen, die ihnen gefolgt sind, und sie sehen die
Qual, dann werden alle ihre Beziehungen von ihnen abgeschnitten werden.
Und diejenigen, die folgen, werden sagen: "Wenn wir nur noch eine Chance haben, wir würden
verstoßen werden, wie sie verstoßen wurden von uns." So wird Gott ihre Taten bedauern. Und sie
werden nie aus dem Feuer geholt.
O ihr Menschen! Esst von dem, was recht und gut auf der Erde ist, und folgt nicht den Fußstapfen
Satans. Wahrlich, er ist euch ein offenkundiger Feind.
Satans Befehle sind es, die euch nur das tun lassen, was böse ist und Sünde, und dass ihr gegen Gott
sagt, was ihr nicht wisst.
Wenn ihnen gesagt wird: "Folgt dem, was Gott herabgesandt hat!" sagen sie: "Nein, wir folgen dem,
was wir fanden unsere Väter tun!" Auch wenn ihre Väter nichts verstanden, auch wenn sie nicht
geführt wurden?
Und das Beispiel von denen, die ungläubig sind, ist wie das von denen, die auf die Schafherde nicht
achten, die nichts tun, die Rufe und Schreie nicht hören. Sie sind taub, stumm und blind. Damit sie
nicht verstehen.
O die ihr glaubt! Esst die rechtmäßigen Dinge, die Wir euch zur Verfügung gestellt haben, und seid
Gott dankbar, wenn er es in der Tat ist, den du verehrst.
Er hat euch nur das Aas verboten, und das Blut und das Fleisch von Schweinen, und das, was als
Opfer für andere als Gott geschlachtet wird, und worüber Gottes Name nicht erwähnt wird. Aber
wenn man von der Notwendigkeit gezwungen wird, ohne Ungehorsam und ohne das Maß zu
überschreiten, zu essen, dann gibt es keine Sünde dabei. Wahrlich, Gott ist allverzeihend,
allbarmherzig.
Wahrlich, diejenigen, die verbergen, was Gott im Buch geschickt hat, und kaufen einen kleinen
Gewinn dafür, sie essen in ihren Bäuchen nichts als Feuer. Gott wird am Tag der Auferstehung nicht
zu ihnen kommen, noch wird er sie reinigen, und ihnen wird eine schmerzliche Qual sein.
Diese sind es, die Irrtum zum Preis der Rechtleitung erworben haben, und Pein. Also, wie fett sie
sind mit dem Feuer!
Das ist, weil Gott das Buch in Wahrheit geschickt hat. Und wahrlich, diejenigen, die in Bezug auf
das Buch leben, sind weit weg in der Opposition und umstritten.
Es ist nicht Frömmigkeit, dass ihr euer Gesicht nach Osten oder Westen im Gebet wendet, aber
Frömmigkeit ist es, dass ihr an Gott, den Jüngsten Tag, die Engel, das Buch, die Propheten glaubt
und euren Reichtum gebt trotz der Liebe für die Verwandten, an die Waisen, und Armen, und den
Wanderer, und denen, die fragen, und um Sklaven zu befreien, und gebt die Almosensteuer, und die
den Bund erfüllen, wenn sie es machen, und die sind die Geduldigen, in extremer Armut und
Krankheit und im Kampf. Das sind die Menschen der Wahrheit und sie sind Fromme.
O ihr, die ihr glaubt! Das Gesetz der Gleichheit in der Strafe ist für euch im Falle des Mordes
vorgeschrieben: der Freie für den Freien, der Sklave für den Sklaven, und die Frau für die Frau.
Aber wenn der Mörder durch den Bruder des Getöteten Blutgeld bezahlen muss, dann haftet er mit
Gerechtigkeit und der Zahlung des Blutgeldes, dem Erben vergeben werden sollte der Gerechtigkeit
halber. Dies ist eine Erleichterung und eine Barmherzigkeit von deinem Herrn. Also wer nach
diesem übertritt die Grenzen, so hat er eine schmerzhafte Strafe zu erleiden.
Und es gibt Leben für euch im Gesetz der Gleichheit in der Strafe, o Leute von Verstand, dass ihr
Fromme werdet.
Es ist euch vorgeschrieben, wenn der Tod jemandem von euch naht, ob er verlässt seinen Reichtum,
dass er ein Vermächtnis an die Eltern und nächsten Angehörigen macht, nach angemessenen
Umgangsformen. Dies ist eine Pflicht den Frommen.
Wer ändert die Hinterlassenschaft nach Anhörung, so wird die Sünde auf diejenigen fallen, die den
Wechsel machen. Wahrlich, Gott ist der Allhörende, Allwissende.
Aber wer von einem Erblasser einige ungerechte Handlungen oder Fehlverhalten fürchtet, und
darauf macht er den Frieden zwischen den beteiligten Parteien, da soll keine Sünde für ihn sein.
Gewiss, Gott ist allverzeihend, allbarmherzig.
O ihr, die ihr glaubt! Beobachtet das Fasten, es ist euch vorgeschrieben, wie es denen vor euch
vorgeschrieben war, dass ihr Fromme werdet.
Beobachtet das Fasten für eine feste Anzahl von Tagen, aber wenn einer von euch krank ist oder
sich auf eine Reise begibt, die gleiche Anzahl von anderen Tagen sollte gefastet werden. Und für
diejenigen, die es nur mit Mühe können, so haben sie die Wahl, einen Armen zu füttern. Aber wer
das tut von selbst, so ist es besser für ihn. Und dass ihr fastet, ist besser für euch, wenn ihr nur
wüsstet.
Der Monat Ramadan ist der Monat, in welchem der Koran offenbart wurde, eine Führung für die
Menschheit und klare Beweise für die Führung und das Kriterium. Also wer von euch sieht die
Mondsichel in der ersten Nacht im Monat, muss das Fasten beobachten, und wer krank oder auf
einer Reise ist, die gleiche Anzahl. Gott will es euch leicht machen, und er will nicht, dass die
Dinge schwierig für euch sind. Ihr müsst die gleiche Anzahl abschließen, und dass ihr Gott, dass er
euch so geführt hat, dankbar seid, bis ihr „Gott ist der Größte Gott“ sagt.
Und wenn meine Diener dich bitten, zu bleiben, dann ist zu sagen, ich bin in der Tat in der Nähe.
Ich reagiere auf die Aufrufungen der Bittsteller, wenn sie mich bitten. So ließ ich sie mir gehorchen
und glauben an mich, so dass sie richtig geführt werden.
Es ist erlaubt für dich, sexuelle Beziehungen mit Frauen in der Nacht des Fastens zu haben. Du bist
Fleisch, denn du und sie, ihr seid das gleiche. Gott weiß, dass ihr euch täuscht, so wandte er sich an
dich und hat dir vergeben. So, jetzt habe sexuelle Beziehungen mit ihnen und versuche, was Gott
für euch an Nachkommen ordiniert hat, und esst und trinkt, bis der weiße Faden der
Morgendämmerung erscheint, den du von dem schwarzen Faden unterscheidest, dann trage dein
Fasten bis zum Einbruch der Dunkelheit. Und habe keine sexuelle Beziehungen mit deinen Frauen,
während du betest in den Moscheen. Das sind die Grenzen von Gott, so nähere dich ihnen nicht. So
macht Gott deutlich seine Verse, um die Menschheit zu unterrichten, dass sie Fromme werden.
Und fresst nicht einer des anderen Eigentum zu Unrecht, noch gebt Bestechung an die Richter, denn
dass ihr wissentlich fresst einen Teil des Eigentums anderer, ist sündhaft.
Sie fragen dich über die neuen Monde. Sprich: Dies sind Anzeichen auf feste Zeit für die
Menschheit und um die Pilgerfahrt zu markieren. Es ist nicht Frömmigkeit, die Häuser von der
Rückseite zu betreten, aber Frömmigkeit ist es, die Gott fürchtet. So geht in die Häuser durch ihren
rechten Türen, und fürchtet Gott, dass ihr erfolgreich sein könnt.
Und bestreitet in Gottes Weg jene, die euch bekämpfen, aber ihr sollt nicht die Grenzen
überschreiten. Wahrlich, Gott liebt nicht die Übertreter.
(...)
Wenn sie jedoch ablassen, dann ist Gott allverzeihend, allbarmherzig.
Und kämpft gegen sie, bis es keinen Unglauben mehr gibt und Gottesdienst Gott allein erwiesen
wird. Aber wenn sie aufhören, lasst keine Übertretung außer gegen die Übeltäter da sein.
Der heilige Monat ist für den heiligen Monat, und für die verbotenen Dinge gibt es das Gesetz der
Gleichheit. Wer übertritt das Verbot gegen euch, so sollt ihr ebenfalls überschreiten gegen ihn. Und
fürchtet Gott und wisst, dass Gott mit den Frommen ist.
Und in der Sache Gottes kämpft und bringt euch nicht ins Verderben, und tut Gutes. Wahrlich, Gott
liebt die Gutes tun.
Und es sind richtig durchzuführen der Hadsch und die Umra für Gott. Aber wenn man verhindert
wird, opfere man ein Tier, wie du dir es leisten kannst, und schert nicht die Köpfe, bis die Tiere
erreicht den Ort des Opfers. Oder mit einem Opfer - wer von euch krank ist oder ein Leiden an
seiner Kopfhaut hat, so muss er Lösegeld geben entweder zur Beobachtung des Fastens oder füttern
die Armen und bezahlen ein Lamm. Dann, wenn du in Sicherheit bist und führst die Umra durch in
dem Monat Haj, vor dem Haj muss er schlachten Tiere, wie er es sich leisten kann, aber wenn er
sich nicht leisten kann, sollte er fasten drei Tage während des Haj und sieben Tage nach seiner
Rückkehr, so dass es zehn Tage sind. Dies ist für den, dessen Familie ist nicht Bewohner von
Mekka. Und fürchtet Gott sehr und wisst, dass Gott streng im Strafen ist.
Die Pilgerfahrt ist in den bekannten Monaten durchzuführen. Dann sollte er keine sexuelle
Beziehung eingehen, noch Sünde tun, noch Streit beginnen, denn das wäre Unrecht während der
Pilgerfahrt. Und alles, was du gut tust, Gott weiß es. Und nimm eine Bestimmung mit dir auf die
Reise, aber die beste Bestimmung ist Frömmigkeit. So fürchtet mich, o ihr Verständigen!
Es ist keine Sünde für euch, wenn ihr die Gnade von eurem Herrn sucht. Dann, wenn du die
Wallfahrt beginnst, erinnere dich an Gott in Mekka. Und an ihn denke, wie er dich rechtgeleitet hat,
und wahrlich, du warst zuvor von denen, die in die Irre gegangen waren.
Dann fahre von dem Ort, den all die Menschen verlassen, und bitte Gott um seine Vergebung.
Wahrlich, Gott ist allverzeihend, die Barmherzigkeit.
Also, wenn du dein Ziel erreicht hast, halte dich auf in Arafat, Muzdalifah und Mina, Ramy und
Jamarat, schlachte ein Tier. Denke daran, wie sich erinnerten an Gott deine Vorfahren oder mit einer
weit besseren Erinnerung. Aber in der Menschheit gab es einige, die sagen: "Unser Herr, gib uns in
dieser Welt!" und für diese gibt es keinen Anteil am Jenseits.
Und von ihnen gibt es einige, die sagen: "Unser Herr, gib uns in dieser Welt, was gut ist, und im
Jenseits auch, was gut ist, und bewahre uns vor der Strafe des Feuers!"
Ihnen wird eine Gabe gegeben für das, was sie verdient haben. Und Gott ist schnell im Abrechnen.
Und gedenkt Gottes während der genannten Tage. Aber wer sich beeilt, in zwei Tagen den Ort zu
verlassen, für den gibt es keine Sünde, und wer bleibt, es gibt keine Sünde für ihn, wenn es sein Ziel
ist, Gutes zu tun und zu gehorchen Gott, und wisse, dass du sicherlich versammelt wirst zu ihm.
Und unter den Menschen ist er, dessen Rede dich bittet in diesem weltlichen Leben, und er ruft Gott
an als Zeuge für das, was in seinem Herzen ist, aber er ist ein streitsüchtiger Gegner.
Und wenn er sich wegwendet, dann sind seine Anstrengungen im Land, Unfrieden zu stiften und die
Ernte und das Vieh zu vernichten. Und Gott liebt den Unfrieden nicht.
Und wenn du zu ihm sagst: "Fürchte Gott!", wird er von Arroganz zur Kriminalität geführt. So
genug für ihn ist die Hölle, und das Schlimmste ist, dass in der Tat dies ist der Ort seiner Ruhe!
Und unter den Menschen ist derjenige, der sich verkaufen würde, der sucht die Freude an Gott. Und
Gott ist voller Güte zu den Sklaven.
O ihr, die ihr glaubt! Gebt euch perfekt im Islam hin und folgt nicht den Fußstapfen Satans.
Wahrlich! Er ist euch ein bloßer Feind.
Dann, wenn du, nachdem die deutlichen Zeichen zu dir gekommen sind, umkehrst, dann wisse, dass
Gott allmächtig und allweise ist.
Sie warten auf etwas anderes, als dass Gott zu ihnen im Schatten der Wolken und die Engel mit ihm
kommen? Dann der Fall wäre schon gerichtet worden. Und zu Gott kehren zurück alle
Angelegenheiten.
Frage die Kinder Israels, wie viele deutliche Verse Wir ihnen gaben. Und Gott ändert nicht die
Bevorzugung, nachdem sie zu ihnen gekommen war, aber sicherlich, Gott ist in der Strafe streng.
Verschönert ist das Leben in dieser Welt für diejenigen, die ungläubig sind, und die diejenigen, die
glauben, verspotten. Aber diejenigen, die Gottes Befehlen gehorchen und sich fernhalten von dem,
was er verboten hat, er wird über ihnen am Tag der Auferstehung sein. Und Gott gibt, wem er will,
ohne Begrenzung.
Die Menschheit war eine Gemeinschaft, und Gott sandte Propheten mit der Frohen Botschaft und
Warnungen, und mit ihnen schickte er die Schrift der Wahrheit, um zwischen den Menschen in
Sachen zu richten, worin sie sich unterschieden. Und nur die, denen gegeben wurde, unterschieden
sich, nachdem klare Beweise zu ihnen gekommen waren, durch Hass, einer für den anderen. Gott
mit seiner Erlaubnis führt diejenigen, die die Wahrheit geglaubt haben, dass sie uneins sind. Und
Gott leitet, wen er will, auf dem geraden Weg.
Oder denkst du, dass du ohne ein solches Paradies kamst zu denen, die vor euch dahingingen? Sie
wurden mit großer Armut und großen Leiden heimgesucht und waren so erschüttert, dass sogar der
Gesandte und diejenigen, die mit ihm glaubten, sagte: "Wann wird kommen die Hilfe Gottes?" Ja!
Sicherlich ist die Hilfe von Gott in der Nähe!
Sie fragen dich, was sie spenden sollen. Sprich: Was auch immer ihr von Gutem bringt, bringt es
den Eltern und Verwandten und den Waisen und den Armen und den Pilgern, und was du für gute
Taten tust, wahrlich, Gott weiß es wohl.
Heiliger Kampf für Gottes Sache ist für dich bestimmt, obwohl du es nicht magst, und es kann sein,
dass du eine Sache, die gut für dich ist, und dass du eine Sache, die schlecht für dich ist, gerne
magst. Gott weiß, aber du weißt nicht.
Sie fragen dich über den Kampf in den heiligen Monaten. Sprich: "Das Kämpfen in ihnen ist eine
große Übertretung, aber eine größere Übertretung bei Gott ist es, die Menschheit an der Nachfolge
auf Gottes Weg zu hindern, und denen, die an ihn nicht glauben, den Zugang nach Mekka zu nicht
verwehren, und die Vertreibung seiner Bewohner, das ist schlimmer als Töten. Und sie werden nie
aufhören, euch zu bekämpfen, bis sie euch von eurer Religion entfernt haben, wenn sie könnten.
Und wer von euch sich abwendet von seiner Religion und stirbt als ein Ungläubiger, dann werden
seine Taten in diesem Leben und im Jenseits verloren sein, und sie werden die Bewohner des Feuers
sein, darin werden sie ewig bleiben."
Wahrlich, diejenigen, die geglaubt haben, und diejenigen, die ausgewandert sind und haben hart
gekämpft für Gottes Weg, all diese haben in Hoffnung Gottes Barmherzigkeit angestrebt. Und Gott
ist verzeihend und allbarmherzig.
Sie fragen dich über alkoholische Getränke und Glücksspiel. Sprich: "In ihnen ist eine große Sünde,
und auch Nutzen für die Menschen, aber die Sünde von ihnen ist größer als ihr Nutzen." Und sie
fragen, was sie sollten bringen. Sprich: "Das, was über deine Bedürfnisse hinausgeht." Gott macht
dir klar seine Gesetze in der Ordnung, dass du gedenkst zu geben.
In diesem weltlichen Leben und im Jenseits. Und sie fragen dich über die Waisen. Sprich: "Das
Beste ist es, ehrlich für ihren Besitz zu arbeiten, und wenn du deine Angelegenheiten mit ihnen
vermischst, so sind sie deine Brüder, und Gott kennt die Unheilstifter. Und wenn Gott es gewollt
hätte, er hätte es euch schwer gemacht. Wahrlich, Gott ist allmächtig, der Allweise."
Und nicht heirate eine Götzendienerin, bis sie glaubt. Und in der Tat eine Sklavin als Frau, die
glaubt, ist besser als eine andere Götzendienerin, auch wenn sie dir gefällt. Und gebe nicht deine
Töchter in die Ehe mit Götzendienern, bis sie glauben, und wahrlich, ein gläubiger Sklave ist besser
als ein anderer Götzendiener, auch wenn er ihnen gefällt. Diejenigen laden dich zum Feuer ein, Gott
aber lädt dich ins Paradies ein und zur Vergebung mit seiner Erlaubnis, und er macht seine Verse
klar für die Menschheit, sie zu erinnern.
Sie fragen dich nach der Menstruation. Sprich: Das ist eine schädliche Sache für einen Mann,
Geschlechtsverkehr mit seiner Frau zu haben während ihrer Menstruation, also bleibe fern von
deinen Frauen während ihrer Menstruation und gehen nicht ein zu ihnen, bis sie sich gereinigt
haben. Und wenn sie sich gereinigt haben, dann gehe ein zu ihnen, wie Gott es bestimmt hat für
dich. Wahrlich, Gott liebt diejenigen, die zu ihm in Buße umkehren, und liebt die, die sich reinigen.
Deine Frauen sind ein Acker für dich, so gehe ein in ihre Krume (und pflege sexuelle Beziehungen
mit deinen Frauen in jeder Art und Weise, solange es in der Vagina und nicht in anderen Öffnungen
ist), wann und wie man will, und spende für die Kinder. Und fürchte Gott und wisse, dass du ihn
treffen wirst, und gib die Frohe Botschaft an die Gläubigen.
Und mache nicht Gottes Namen zu einer Entschuldigung bei deinem Eid und handle fromm, und
stifte Frieden unter den Menschen. Und Gott ist der Allhörende, Allwissende.
Gott wird nicht das, was unbeabsichtigt war in euren Eiden, berücksichtigen, aber er wird dich
anrufen, und wird das, was eure Herzen verdient haben, berücksichtigen. Und Gott ist verzeihend
und langmütig.
Diejenigen, die einen Eid nicht in Bezug auf sexuelle Beziehung mit ihren Ehefrauen geleistet
haben, müssen vier Monate warten, dann, wenn sie zurückkehren, wahrlich, Gott ist allverzeihend,
allbarmherzig.
Und wenn sie bei der Scheidung entscheiden, dann ist Gott der Allhörende, Allwissende.
Und geschiedene Frauen müssen warten drei Monatsblutungen lang, und es ist ihnen nicht erlaubt,
zu verbergen, was Gott in ihrem Schoß erschaffen hat, wenn sie an Gott und an den Jüngsten Tag
glauben. Und ihre Ehemänner haben das Recht, sie besser in dieser Zeit zurückzunehmen, wenn sie
eine Aussöhnung wünschen. Und die Frauen haben Rechte über ihre Ehemänner in Bezug auf die
Lebenshaltungskosten, ähnlich zu denen ihrer Ehemänner über die Frauen hinsichtlich des
Respekts, was angemessen ist, aber Männer haben einen Bund geschlossen.
Die Scheidung ist zweifach, dass entweder du sie zu angemessenen Bedingungen zu halten hast
oder frei mit Güte. Und es ist euch nicht erlaubt, ihr Männer, zurückzuverlangen von euren Frauen
das Brautgeld, das sie dir gegeben haben, nur nimm es, wenn beide Parteien befürchten, dass du
nicht in der Lage wärest, die Grenzen von Gott zu halten. Dann, wenn du befürchtest, dass du nicht
in der Lage wärest, die Grenzen Gottes zu halten, dann gibt es keine Sünde, wenn dir das Brautgeld
zurückgegeben wird bei deiner Scheidung. Dies sind die Schranken Gottes, also überschreite sie
nicht. Und wer übertritt die Grenzen Gottes, dann sind solche eben Frevler.
Und wenn er sich zum dritten Mal geschieden hat, dann ist seine Frau immer noch rechtmäßig sein,
bis sie einen anderen Mann geheiratet hat. Dann, wenn der andere Mann sich von ihr scheiden lässt,
ist es keine Sünde für sie beide, dass sie sich wieder vereinigen, wenn sie spüren, dass sie die
Grenzen Gottes einhalten können. Dies sind die Schranken Gottes, die er klar mach für die
Menschen, die Weisheit haben.
Und wenn du die Frauen sich scheiden lässt, und sie haben die vorgeschriebene Frist erfüllt,
entlasse sie entweder auf vernünftiger Grundlage oder lasse sie frei auf vernünftiger Basis. Aber du
sollst sie nicht mehr zurücknehmen, sie zu verletzen, und wer das tut, dann hat er sie ungerecht
behandelt. Und behandle nicht die Verse Gottes als einen Scherz, sondern vergiss nicht Gottes
Bevorzugung deiner Person, und das, was er zu euch hinabgesandt, das Buch und die Al-Hikmah
(Frau Weisheit), auf die er hinweist. Und fürchte Gott und wisse, dass Gott allwissend ist.
Und wenn du die Frauen sich scheiden lässt, und sie haben die vorgeschriebene Frist erfüllt, und sie
nicht heiraten, ihre ehemaligen Ehemänner verhindern sie nicht, wenn sie sich darüber einig sind,
auf vernünftiger Basis. Dies ist eine Ermahnung für den unter euch, der an Gott und den Jüngsten
Tag glaubt. Das ist tugendhafter und reiner für euch. Gott weiß, ihr aber wisst nicht.
Die Mütter werden säugen ihre Kinder zwei volle Jahre, das ist für die, die die Säugezeit
abzuschließen wünschen, aber der Vater des Kindes trägt die Kosten für Nahrung und Kleidung der
Mutter auf einer vernünftigen Basis. Keine Person sei eine Belastung für ihn schwerer, als er
ertragen kann. Die Mutter soll nicht unschön wegen ihrem Kind behandelt werden, noch der Vater
wegen seines Kindes. Und dem Erbe des Vaters obliegt das gleiche, dass es die Sache des Vaters ist.
Wenn sie beide sich für die Entwöhnung entscheiden, im gegenseitigen Einvernehmen und nach
Beratung, gibt es keine Sünde für sie. Und wenn du für deine Kinder eine Pflege-Mutter wählst,
gibt es für euch keine Sünde, vorausgesetzt, du zahlst der Pflege-Mutter, auf was ihr euch einigtet
auf angemessener Grundlage. Und fürchtet Gott und wisset, das Gott alles sieht, was du tust.
Und diejenigen von euch, die sterben und Frauen hinter sich zurücklassen, die Frauen müssen
warten in Bezug auf eine neue Ehe vier Monate und zehn Tage, dann, wenn sie ihre Frist erfüllt,
gibt es keine Sünde für sie, wenn die Frauen verfügen über sich selbst in einer gerechten und
ehrenhaften Weise. Und Gott ist mit dem, was du tust, bestens vertraut.
Und es ist keine Sünde für euch, wenn ihr eine öffentliche Verlobung eingeht oder sie verbergt, Gott
weiß, dass du dich an sie erinnerst, aber mach ihr nicht ein Versprechen des Vertrages mit dir im
Geheimen, außer dass du versprichst, sie zu ehren nach dem islamischen Recht. (So darfst du zu ihr
sagen: "Wer eine Frau wie dich findet, wird glücklich sein.") Und vollziehe nicht die Ehe bis zu der
vorgeschriebenen Frist. Und wisset, dass Gott weiß, was in euren Köpfen ist, so ihr ihn fürchtet.
Und wisset, dass Gott allverzeihend und langmütig ist.
Es ist keine Sünde für euch, wenn ihr eure Frauen sich scheiden lasst, wenn ihr sie noch nicht
berührt habt, noch ihnen bestimmt ihr Brautgeld. Aber schenke ihnen ein passendes Geschenk, die
Reichen nach ihrem Vermögen, und die Armen nach ihrem Vermögen, ein Geschenk der
angemessenen Höhe ist eine Pflicht den Rechtschaffenen.
Und wenn man sie sich scheiden lässt, bevor du sie berührt hast, und du ihnen das Brautgeld
bestimmt hast, dann zahle die Hälfte davon zurück, es sei denn, die Frauen stimmen zu, darauf zu
verzichten, oder der Mann, in dessen Hand das Eheband ist, stimmt zu, zu verzichten auf das volle
Brautgeld. Und zu verzichten und ihr zu geben das volle Brautgeld, ist näher an der wahren
Gerechtigkeit. Und vergiss nicht die Liberalität zwischen euch. Wahrlich, Gott sieht alles, was du
tust.
Wacht im Gebet, vor allem im mittleren Gebet. Und steh vor Gott mit Gehorsam.
Und wenn ihr euch fürchtet, betet zu Fuß oder beim Reiten. Und wenn du in Sicherheit bist, entbiete
das Gebet in der Weise, die er dich gelehrt hat, was du zuvor nicht kanntest.
Und diejenigen von euch, die sterben und hinterlassen Ehefrauen, sollten für ihre Frauen ein Jahr
des Wartens bestimmen, bis sie erben, aber wenn die Frauen euch verlassen, gibt es für euch keine
Sünde wegen dem, was sie von sich selbst aus tun, vorausgesetzt, es ist ehrenhaft. Und Gott ist
allmächtig, allweise.
Und für geschiedene Frauen gilt das Warten auf vernünftige Weise. Dies ist eine Pflicht den
Frommen.
So macht Gott deutlich seine Verse für euch, damit ihr verstehen könnt.
Hast du nicht von denen gehört, die aus ihren Häusern zu Tausenden gingen, aus Angst vor dem
Tod? Gott sagt zu ihnen: "Mein!" Und dann wird er sie wieder mit Leben bescheren. Wahrlich, Gott
ist voll der Gnade für die Menschheit, jedoch die meisten Menschen denken nicht nach.
Und die auf Gottes Weg kämpfen, wissen, dass Gott ist der Allhörende, Allwissende.
Wer ist er, der Gott leihen wird ein stattliches Darlehen, damit er es ihm vielfach vermehre? Und es
ist so, dass Gott euch erhöht, und zu ihm werdet ihr zurückgebracht.
Hast du nicht an die Gruppe der Kinder Israels nach Moses gedacht? Als sie zu einem ihrer
Propheten sagten: "Ernenne einen König über uns, und wir werden auf Gottes Weg kämpfen." Er
sagte: "Würdet ihr es denn unterlassen, zu kämpfen, zu streiten, wenn euch kein König gegeben
würde?" Sie sagten: "Warum sollten wir nicht auf Gottes Weg kämpfen, während wir aus unseren
Wohnungen und von unseren Kindern vertrieben werden?" Aber wenn Kämpfe für sie bestellt
wurden, wandten sie sich ab, alle, außer ein paar von ihnen. Und Gott ist sich bewusst der Übeltäter.
Und ihr Prophet Samuel sagte zu ihnen: "Wahrlich, Gott hat Saul als König über euch gesetzt." Sie
sagten: "Wie kann er ein König über uns sein, wenn wir besser ausgestattet sind als er, und er hat
nicht genug Reichtum." Er sagte: "Wahrlich, Gott hat ihn über euch erwählt und ihn reichlich in
Wissen und Statur erhöht, und Gott gewährt sein Königreich, wem er will, und Gott ist ausreichend
für seiner Geschöpfe Bedürfnisse, der Allwissende."
Und ihr Prophet Samuel sagte zu ihnen: „Wahrlich! Das Zeichen seines Reiches ist, dass es so wie
eine hölzerne Lade zu euch kommen wird, darauf ruht die Sakinah (Frieden) von eurem Herrn, und
ein Rest von dem, was Moses und Aaron hinter sich gelassen haben, von den Engeln getragen.
Wahrlich, darin ist ein Zeichen für euch, wenn ihr tatsächlich Gläubige seid.“
Dann, als Saul eingesetzt war mit der Armee, sagte er: "Wahrlich, Gott wird euch an einem Fluss
prüfen. Wer also davon trinkt, ist nicht von mir, und wer auch immer es nicht kostet, er ist von mir,
außer dem, der sich nimmt davon mit der hohlen Hand." Doch sie tranken davon, alle, bis auf
wenige von ihnen. Also, als sie den Fluss überquert hatten, er und die mit ihm glaubten, sagten:
"Wir haben keine Macht an diesem Tag gegen Goliath und seine Heerscharen." Aber diejenigen, die
mit Sicherheit wussten, dass sie ihrem Herrn begegnen würden, sagten: "Wie oft überwand eine
kleine Gruppe ein mächtiges Heer mit Gottes Beistand!" Und Gott ist mit den Geduldigen.
Und als sie vorangingen, um Goliath und seine Streitkräfte zu treffen, riefen sie: "Unser Herr
ergieße über uns Geduld und mache uns über die ungläubigen Menschen siegreich!"
So schlugen sie jene mit Gottes Erlaubnis und David tötete Goliath, und Gott gab David das Reich
und die Al-Hikmah (Frau Weisheit) , und lehrte ihn alles, was er wollte. Und wenn Gott nicht die
einen Menschen beherrschte durch die anderen, die Erde wäre in der Tat voller Unheil. Aber Gott ist
voll der Gnade zu den Kreaturen.
Dies sind die Verse Gottes, Wir lesen sie dir vor in Wahrheit, und sicherlich bist du einer der
Gesandten.
Diese Boten! Wir bevorzugten einige vor anderen; zu einigen von ihnen sprach Gott, andere hob er
in den Stand der Ehre, und JESUS, dem Sohn Marias, gaben Wir klare Offenbarung und klares
Zeugnis, und unterstützten ihn mit dem Heiligen Geist. Wenn Gott gewollt hätte, hätten die
nachfolgenden Generationen nicht gegeneinander gekämpft, nachdem klare Verse Gottes zu ihnen
gekommen waren, aber sie unterschieden sich - einige von ihnen glaubten, und andere waren
ungläubig. Wenn Gott gewollt hätte, hätten sie nicht gegeneinander gekämpft, aber Gott tut, was er
will.
O ihr, die ihr glaubt! Gebt von dem, was Wir euch gegeben haben, bevor ein Tag kommt, da wird es
keinen Handel mehr geben, noch Freundschaft, noch Fürbitte. Und es sind die Ungläubigen, die
Frevler sind.
Gott! Niemand hat das Recht, angebetet zu werden, außer er, der Lebendige, der Eine, der aufrichtet
und schützt alles, was existiert. Weder Schlummer noch Schlaf überfallen ihn. Ihm gehört, was in
den Himmeln und was auf der Erde ist. Wer ist er, der bei ihm, außer mit seiner Erlaubnis,
vermitteln könnte? Er weiß, was mit seinen Geschöpfen geschieht in dieser Welt, und was mit ihnen
im Jenseits geschehen wird. Und sie werden nie etwas von seinem Wissen erkennen, außer dem,
was er zeigen will. Seine Weisheit erstreckt sich über die Himmel und die Erde, und es ist ihm nicht
schwer, sie zu bewachen und zu erhalten. Und er ist der Erhabene, der Große.
Es gibt keinen Zwang in der Religion! Wahrlich, der richtige Weg ist unterschieden vom falschen
Weg. Wer nicht gläubig an Götzen ist, sondern an Gott glaubt, dann hat er die zuverlässigste
Handhabe, die niemals brechen wird. Und Gott ist der Allhörende, Allwissende.
Gott ist der Wächter von denen, die glauben. Er bringt sie aus der Dunkelheit ins Licht. Diejenigen
aber, die ungläubig sind, ihre Helfer sind falsche Götter, sie bringen sie aus Licht in die Finsternis.
Das sind die Bewohner des Feuers, und sie werden dort für immer bleiben.
Hast du nicht auch die gesehen, die mit Abraham über seinen Herrn Gott stritten, weil Gott ihm die
Herrschaft gegeben hatte? Als Abraham sagte: "Mein Herr Gott ist es, der das Leben gibt und den
Tod verursacht." Er sagte: "Ich gebe das Leben und bin des Todes Ursache." Abraham sagte:
"Wahrlich, Gott bewirkt, dass die Sonne aus dem Osten steigt! Möge es euch gelingen, sie aus dem
Westen steigen zu lassen." So wurde der Ungläubige völlig besiegt. Und Gott leitet nicht die
Menschen, die Frevler sind.
Oder wie der, der durch eine Stadt geführt wurde und sie von ihren Dächer stürzen sah. Er sagte:
"Oh Gott! Wie bringst du das Leben nach dem Tod?" So Gott ließ ihn für hundert Jahre tot sein,
dann erweckte er ihn wieder. Er sagte: "Wie lange bist du tot gewesen?" Der Mann sagte:
"Vielleicht war ich tot einen Tag oder einen Teil eines Tages." Er sagte: "Nein, du warst hundert
Jahre lang tot, siehe dein Essen und dein Getränk, sie zeigen keine Veränderung, und siehe deinen
Esel. Und so haben Wir dich zu einem Zeichen für die Menschen gemacht. Siehe die Knochen, wie
Wir sie zusammensetzen und dann mit Fleisch überziehen." Als dies ihm klar gezeigt wurde, sagte
er: "Ich weiß jetzt, dass Gott Macht hat über alle Dinge."
Und wie Abraham sagte: "Mein Herr! Zeig mir, wie du das Leben den Toten gibst." Gott sagte:
"Glaubst du nicht?" Abraham sagte: "Ja doch, ich glaube, aber ich möchte stärker im Glauben sein."
Er sagte: "Nimm vier Vögel, dann bewirke, dass sie sich neigen, dann schlachte sie, schneide sie in
Stücke, und dann leg einen Teil von ihnen auf jedem Hügel nieder, und rufe sie, sie werden zu dir in
Eile kommen, und wisse, dass Gott ist allmächtig, der Allweise."
Das Gleichnis derjenigen, die ihr Vermögen auf Gottes Weg ausgeben, ist wie das Gleichnis eines
Korns, es wächst in sieben Ähren, und jede Ähre hat hundert Körner. Gott gibt Vermehrung, wem er
will. Und Gott ist für seiner Geschöpfe Bedürfnisse allausreichend, der Allwissende.
Diejenigen, die ihr Vermögen für die Sache Gottes ausgeben, und verfolgen nicht ihre Geschenke
mit Erinnerungen an ihre Großzügigkeit oder mit verletzenden Worten, dann ist ihr Lohn bei ihrem
Herrn. Über sie soll keine Angst kommen, noch sollen sie traurig sein!
Freundliche Worte und Verzeihen der Fehler sind besser als Gaben mit verletzenden Worten. Und
Gott ist reich, und er ist außerordentlich langmütig.
O ihr, die ihr glaubt! Vergeblich macht ihr eure Wohltätigkeit durch Erinnerungen an eure
Großzügigkeit oder durch verletzende Worte, wie der, der von seinem Reichtum gibt, um von den
Leuten gesehen zu werden, und der nicht an Gott glaubt, noch an den Jüngsten Tag. Sein Ebenbild
ist das Abbild eines glatten Felsens, auf dem ein wenig Staub ist, fällt ein schwerer Regen, bleibt er
kahl zurück. Du bist nicht in der Lage, alles, was du müsstest, zu tun. Und Gott weist nicht den Weg
dem ungläubigen Volk.
Und das Gleichnis derer, die ihren Reichtum ausgeben, zu suchen Gottes Freude, während sie in
ihren Seelen selbstsicher sind und gewiss, dass Gott sie belohnen wird, das ist gleich einem Garten
auf einer Höhe, schwerer Regen fällt auf ihn und er verdoppelt die Ausbeute der Ernte. Und wenn er
keinen schweren Regen empfängt, genügt es, dass es Licht regnet. Und Gott ist der Seher alles
dessen,, was du tust.
Möchte jemand von euch einen Garten mit Dattelpalmen und Reben haben, mit fließenden Strömen,
und allen Arten von Früchten für ihn darin, während ihn das Alter schlägt, und seine Kinder sind
schwach, und dann wird er mit einem feurigen Wirbelwind geschlagen, so dass er verbrennt? So
macht Gott deutlich seine Verse für dich, dass du darüber nachdenkst.
O ihr, die ihr glaubt! Gebt ab von den guten Dingen, die ihr verdient habt, und von dem, was Wir
von der Erde für euch produzieren ließen, und gebt nicht das, was schlecht ist. Und wisset, dass
Gott reich ist und des Lobes würdig.
Satan droht euch mit Armut und befiehlt euch Sünden zu begehen, während Gott verspricht
Vergebung und Gnade, und Gott allein ist genug für seiner Geschöpfe Bedürfnisse, der Allwissende.
Er gewährt die Hikmah (Frau Weisheit), wem er will, und dem, dem die Hikmah gewährt wird, ist
in der Tat viel Gutes gewährt worden. Aber keiner erinnert sich an sie, außer der mit Erkenntnis.
Und was immer du ausgibst an Ausgaben zur Nächstenliebe, oder was auch immer du für Gelübde
ablegst, sei dir sicher, Gott weiß es. Und für die Frevler gibt es keinen Helfer.
Wenn du dein Almosen öffentlich gibst, ist es gut, aber wenn du es verborgen gibst und gibst es den
Armen, das ist besser für dich. Gott wird euch vergeben viele eurer Sünden. Und Gott ist mit dem,
was du tust, bestens vertraut.
Nicht durch dich ist ihre Führung, sondern Gott leitet, wen er will. Und alles, was du Gutes tust, das
tust du auch für dich selbst, wenn du nichts außer Gottes Antlitz suchst. Und was immer du Gutes
tust, es wird dir voll zurückgezahlt werden, und du wirst nicht benachteiligt werden.
Liebe zu den Armen ist für die, die für Gottes Sache beschränkt sind und können sich nicht
bewegen im Land. Der, der sie nicht kennt, denkt, dass sie reich sind, wegen ihrer Bescheidenheit.
Und alles, was du Gutes tust, wahrlich, Gott weiß es wohl.
Diejenigen, die ihr Vermögen ausgeben für Gottes Sache Tag und Nacht, im Geheimen und in der
Öffentlichkeit, werden ihren Lohn haben bei ihrem Herrn. Über sie soll keine Angst kommen, noch
sollen sie traurig sein!
Diejenigen, die Wucher nehmen, werden nicht bestehen am Tag der Auferstehung, außer wie der
Stand einer Person, die von Satan geschlagen wurde, der ihn in den Wahnsinn trieb. - Dies, weil sie
sagen: "Handel ist wie Wucher", während Gott den Handel erlaubt hat und verboten den Wucher. So
wird jeder, der eine Ermahnung von seinem Herrn gehört und aufgehört hat Wucher zu treiben,
nicht für die Vergangenheit bestraft werden, seine Sache ist bei Gott, aber wer Wucher treibt, ist wie
die Bewohner des Feuers, sie müssen darin bleiben.
Gott wird den Wucher zerstören und wird erhöhen die Taten der Nächstenliebe, und Gott liebt nicht
die Ungläubigen, die Sünder.
Wahrlich, diejenigen, die glauben und gute Werke tun, und beten und geben Almosen, werden ihren
Lohn bei ihrem Herrn haben. Über sie soll keine Angst kommen, noch sollen sie traurig sein!
O ihr, die ihr glaubt! Fürchtet Gott und gebt auf den Wucher von jetzt an, wenn ihr wirklich
Gläubige seid.
Und wenn ihr es nicht tut, dann nehmt eine Mitteilung entgegen des Krieges von Gott und seinem
Gesandten, aber wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr zahlen müssen. Handle nicht im Unrecht und
dir wird nicht Unrecht geschehen.
Und wenn der Schuldner in einer harten Zeit kein Geld hat, dann gebe ihm Zeit, bis es leicht für ihn
ist, zurückzuzahlen, aber wenn man es tilgen kann in Nächstenliebe, das ist besser für dich, wenn du
es nur weißt.
Und fürchte den Tag, wenn du zu Gott zurückgebracht wirst. Dann wird jeder Person ausgezahlt
werden, was sie verdient, und es wird ihr kein Unrecht geschehen.
O ihr, die ihr glaubt! Wenn du eine Schuld für einen bestimmten Zeitraum zusammenziehst, schreib
es auf. Lass einen Schreiber es aufschreiben zur Gerechtigkeit zwischen euch. Und kein Schreiber
weigere sich zu schreiben, wie Gott ihn gelehrt hat, so soll er schreiben. Lass den Schuldner die
Haftung diktieren, und er muss Gott den Herrn fürchten, und nichts verringern von dem, was er
schuldet. Aber wenn der Schuldner schlecht versteht oder schwach ist oder unfähig, selbst zu
diktieren, dann soll sein Sachwalter diktieren in Gerechtigkeit. Und du erhalte zwei Zeugen aus den
eigenen Reihen. Und wenn nicht zwei Männer vorhanden sind, dann nimm einen Mann und zwei
Frauen, die als Zeugen zustimmen, so dass, wenn einer von ihnen (oder zwei Frauen) irrt, der
andere kann daran erinnern. Und die Zeugen sollen sich nicht weigern, wenn sie aufzeichnen. Sie
sollten nicht müde werden, es zu schreiben, ob es klein oder groß ist, für seine feste Laufzeit, und
alles immer nur mit Gott; fest als Beweis, und bequem, unter euch Zweifel zu vermeiden, wenn es
ein Geschenk-Handel ist, den du durchführst unter euch, dann gibt es für euch keine Sünde, wenn
du es nicht aufschreibst. Aber nimm Zeugen, wenn du einen Handelsvertrag abschließt. Lass weder
Schreiber noch Zeugen einen Schaden leiden, aber wenn man ihnen Schaden tut, wäre es ein Frevel
von euch. So fürchtet Gott, und Gott lehrt euch. Und Gott ist der Allwissende von allem.
Und wenn du dich auf einer Reise befindest und kannst keinen Schreiber finden, dann lass ein
Versprechen machen, dann, wenn einer von euch sich dem anderen anvertraut, schweige der, der
mit der Entlastung seines Vertrauens treu betraut ist, und lass ihn fürchten Gott, seinen Herrn. Und
nicht verborgen sind die Beweise für den, der es versteckt, sicher, sein Herz ist dennoch sündig.
Und Gott ist allwissend, was du tust.
Gottes ist, was in den Himmeln und was auf der Erde ist, und ob du offenbarst, was in deiner Seele
ist, oder ob du es verbirgst, Gott wird dich dafür zur Rechenschaft ziehen. Dann vergibt er, wem er
will, und straft, wen er will. Und Gott hat Macht über alle Dinge.
Der Gesandte glaubt an das, was zu ihm herabgesandt wurde von seinem Herrn, und die Gläubigen.
Jeder glaube an Gott, seine Engel, seine Bücher, seine Gesandten. Sie sagen: "Wir machen keinen
Unterschied zwischen dem einem und dem anderen Gesandten. Wir hören, und wir gehorchen, und
wir suchen deine Vergebung, unser Herr, und zu dir ist die Rückkehr von allen."

Gott belastet eine Person nicht über seine Kraft! Er bekommt Belohnung für diese Guttaten, wie er
es verdient hat, und er wird für die böse Taten erhalten, was er verdient hat, und wird bestraft.
"Unser Herr, bestrafe uns nicht, wenn wir uns vergessen oder fallen in den Irrtum, unser Herr, lege
uns nicht eine Belastung auf wie jene, die du auf die vor uns gelegt hast! Unser Herr! Lege nicht auf
uns eine größere Belastung als wir Kraft haben! Verzeihe uns und gewähre uns Vergebung, erbarme
dich unser! Du bist Maula! Und gib uns den Sieg über das ungläubige Volk."

VOM PARADIES

Nach dem Koran

Für Karine

Rette die erwählten Sklaven Gottes!


Für sie wird es eine berühmte Weisung im Paradies geben.
Früchte! und sie sollen gefeiert werden!
In den Gärten der Wonne des Paradieses!
Einander zugewandt auf Thronen!
Rings um sie Becher allerbesten Weines,
Ihnen reichlich eingeschenkt!
Rotwein, köstlich den Trinkern,
Weder werden sie Kopfschmerz
Oder Ausschlag bekommen von dem Wein,
Noch werden sie berauscht sein.
Und mit ihnen werden pure Frauen sein!
Sie verschleiern ihre Blicke allen
Außer dem Verlangen ihres Ehemannes!
Große schöne Augen!
Zärtlich und rein,
Wie verborgene Eier gut erhalten!
Dann werden sie sich einander zuwenden,
Sich gegenseitig bitten...
Ein Redner von ihnen wird sagen:
Wahrlich, ich hatte so eine Genossin in der Welt...
Gott informiert uns über die Gläubigen,
Die sprachen: Werden wir nie mehr sterben?
Außer unseren ersten, körperlichen Tod,
Und wir werden nicht mehr gezüchtigt werden,
Wenn wir ins Paradies eingegangen sind.
Wahrlich, dies ist der größte Ruhm!
Es ist für die, die dafür arbeiten
Wie die fleißigsten Arbeiter.
Ist das Paradies eine bessere Unterhaltung
Oder etwa der Baum der Hölle?
Wahrlich, Wir haben einen Weg gewiesen den Gottlosen.
Wahrlich, es ist ein Baum,
Der aus dem Boden des Höllenfeuers entspringt,
Die Triebe der Frucht
Sind wie die Köpfe von Dämonen;
Wahrlich, sie werden davon essen
Und füllen ihre Bäuche damit.
Dann wird ihnen kochendes Wasser gegeben,
So dass sie es trinken müssen,
Es wird ein Gemisch von kochendem Wasser
Und Höllenfrüchten im Bauch sein.
Dann, danach, wahrlich, ist ihre Rückkehr
In die brennenden Feuerflammen der Hölle.
Wahrlich, sie fanden ihre Väter und Vätersväter
Auf dem falschen Weg;
Und sie beeilten sich,
In deren Fußstapfen zu treten!
Dies ist eine Erinnerung, und wahrlich,
Für die Frommen ist eine gute,
Endgültige Rückkehr ins Paradies,
Edens Paradiese, die ewigen Gärten,
Deren Pforten für sie offen stehen!
Dahin werden sie zurücklehnen,
Darin werden für sie Früchte in Hülle und Fülle
Und unaussprechlich gute Getränke sein;
Und bei ihnen werden pure Frauen sein,
Reine Jungfrauen,
Die senken ihre Blicke vor jedem
Und schauen offen nur ihren Ehemann an.
Sie sind von der besten Altersgruppe.
Dies ist es, was euch Frommen
Für den Tag der Vergeltung verheißen ist!
Es wird zu ihnen gesprochen werden:
Wahrlich, das ist unsere Bestimmung,
Die nie zuende geht.
Wahrlich! Die Frommen werden
An dem Ort der Sicherheit sein, im Paradies.
In den Gärten und an den Quellen;
Gekleidet in hauchfeine Seide
Und auch in Muschelseide,
Einander gegenüber sitzend,
So wird es sein,
Und Wir werden sie mit den Huris vereinigen,
Den femininen Schönen
Mit den großen schönen Augen.
Sie werden darin jede Art von Frucht
In Frieden und Sicherheit genießen;
Sie werden nie mehr schmecken den Tod,
Außer den ersten, körperlichen Tod dieser Welt,
Und Er wird sie vor der Strafe des brennenden Feuers retten,
Aus reiner Gnade des Herrn!
Das wird dein größter Ruhm sein!
Wahrlich, die Frommen werden
In Gärten des Paradieses leben,
Und lauter Wonnen werden mit ihnen sein!
Sie genießen von allem, was der Herr ihnen gibt,
Und dass der Herr sie rettete
Vor der Strafe des brennenden Feuers.
Iss und trinke mit Lust!
Denn du pflegtest Gutes zu tun.
Sie werden mit Heiterkeit
Sich auf Throne in Reihen angeordnet lehnen.
Und Wir werden sie mit den Huris vereinigen,
Den femininen Schönen
Mit großen schönen Augen.
Und diejenigen, die glauben
Und deren Nachkommen ihnen im Glauben folgten,
Wir wollen sie und ihre Nachkommen
Belohnen für ihre Taten
Und den Lohn nicht verringern.
Jeder Mensch erhält eine Vergeltung
Für das, was er sich verdient hat.
Und Wir werden sie mit Früchten und Fleisch speisen,
Wie sie es begehren.
Dort wird ihnen Wein in Becher eingeschenkt,
Und es gibt keine leeren Diskussion zwischen ihnen,
Und von der Sünde frei,
Wird ihnen erlaubt sein,
Reichlich zu trinken!
Und es werden Knaben zu ihnen kommen,
Um ihnen zu dienen,
Die wie reine Perlen sind.
Und einige von ihnen werden in der Nähe sein,
Und andere werden sie fragen.
Sprich: Vorzeiten waren wir
Mit unseren Familien in Angst.
Aber Gott war uns gnädig
Und hat uns vor der Pein des Feuers gerettet.
Wahrlich, wir haben zu Ihm gerufen,
Zu Ihm allein und niemand sonst.
Wahrlich, Er ist die reine Gnade, die Barmherzigkeit.
Welche der Gnaden des Herrn
Wollt ihr beide, Menschen und Geister, leugnen?
Mit ausladenden Ästen!
Welche der Gnaden des Herrn
Wollt ihr beide, Menschen und Geister, leugnen?
In ihnen werden zwei Quellen fließen, gratis!
Welche der Gnaden des Herrn
Wollt ihr beide, Menschen und Geister, leugnen?
In ihnen wird jede Art von Früchten sein!
Welche der Gnaden des Herrn
Wollt ihr beide, Menschen und Geister, leugnen?
Zurücklehnen werden sie sich
Auf den Sofas von Seidenbrokat,
Und die Früchte der Gärten
Werden rasch zur Hand sein!
Welche der Gnaden des Herrn
Wollt ihr beide, Menschen und Geister, leugnen?
In den Gärten werden jene Mädchen sein,
Holdblickend auf ihren Ehemann,
Denen weder Männer noch Engel zuvor
Ihr Hymen beim Sex geöffnet haben!
Welche der Gnaden des Herrn
Wollt ihr beide, Menschen und Geister, leugnen?
In Schönheit sind die Mädchen
Wie Rubin und Koralle!
Welche der Gnaden des Herrn
Wollt ihr beide, Menschen und Geister, leugnen?
Gibt es eine andere Belohnung für Gutes als Gutes?
Welche der Gnaden des Herrn
Wollt ihr beide, Menschen und Geister, leugnen?
Und neben diesen beiden Gärten
Gibt es zwei weitere Gärten im Paradies!
Welche der Gnaden des Herrn
Wollt ihr beide, Menschen und Geister, leugnen?
Dunkelgrün von Farbe!
Welche der Gnaden des Herrn
Wollt ihr beide, Menschen und Geister, leugnen?
In ihnen sprudeln zwei Quellen reines Wasser!
Welche der Gnaden des Herrn
Wollt ihr beide, Menschen und Geister, leugnen?
In ihnen werden Früchte von Dattelpalmen
Und Granaten sein!
Welche der Gnaden des Herrn
Wollt ihr beide, Menschen und Geister, leugnen?
Darin werden Gärten
Und schönste Frauen sein,
Liebe und schöne!
Welche der Gnaden des Herrn
Wollt ihr beide, Menschen und Geister, leugnen?
Huris!
Schöne, reizende Frauen,
In Zelten für euch aufgespart!
Welche der Gnaden des Herrn
Wollt ihr beide, Menschen und Geister, leugnen?
Huris!
Denen weder Männer noch Engel
Ihr Hymen beim Sex geöffnet haben!
Welche der Gnaden des Herrn
Wollt ihr beide, Menschen und Geister, leugnen?
Sie lehnen sich auf grüne Kissen
Und breite weiche Matratzen!
Welche der Gnaden des Herrn
Wollt ihr beide, Menschen und Geister, leugnen?
Gepriesen sei der Name des Herrn,
Ihm sei die Majestät und der Ruhm!
Diese werden die Nächsten Gottes sein!
In den Gärten der Wonnen!
Eine große Schar von Personen
Von der ersten Generation wird dort sein.
Und ein paar von denen
Der späteren Generationen werden dort sein..
Sie werden auf Thronen
Aus Gold und Edelsteinen sitzen,
Sich zurücklehnen auf den Thronen,
Von Angesicht zu Angesicht.
Sie werden von unsterblichen Knaben bedient werden,
Mit Bechern und Krügen,
Und einem Becher Wein
Aus der überfließenden Fülle!
Wovon sie weder einen schmerzenden Kopf
Noch Eiterbeulen bekommen werden.
Und Früchte so viele,
Dass sie frei wählen können.
Und das Fleisch von Hühnern,
Wie sie begehren.
Und es wird Huris geben!
Weibchen mit großen schönen Augen!
Ehefrauen für die Frommen,
Die sind wie aufgesparte Perlen!
Das ist eine Belohnung für das,
Was ihr Gutes zu tun pflegtet.
Keine leeren Diskussionen werden sie dort hören,
Noch sündiges Schwatzen.
Sondern nur den Gruß:
Der Friede sei mit euch!
Der Friede sei mit dir! Und mit deinem Geiste!
Und die zur rechten Hand Gottes, -
Wer wird es sein zur rechten Hand Gottes?
Sie werden wandeln
Unter dornenlosen Lotosbäumen,
Unter Bananenbäumen mit Früchten,
Die übereinander gehäuft sind,
Im langen Schatten,
Da ständig frisches Wasser fließt,
Und wo Früchte in Hülle und Fülle sind,
Deren Saison ist nicht begrenzt,
Und ihre Versorgung wird nicht unterbrochen werden,
Und auf Sofas oder Sesseln
Werden sie erhaben sitzen.
Wahrlich, Wir haben die Mädchen
In einer speziellen Schöpfung geschaffen!
Wir machten sie als Jungfrauen!
Liebevolle!
Im besten Alter!
Die sind für die zur rechten Hand Gottes.
Eine große Schar von Personen
Wird von der ersten Generation da sein.
Und eine große Schar von Personen
Wird von den späteren Generationen da sein.
Wahrlich, für die Frommen wird es
Der größte Ruhm sein,
Im Paradies angekommen zu sein!
Gärten und Granatäpfelhaine!
Und junge! vollbusige!
Geschlechtsreife Mädchen!
Im besten Alter!
Und volle Becher Wein!
Keine bösen Worte
Noch Lügen werden sie darin hören;
Eine Belohnung ist dies
Von deinem Herrn Gott,
Eine überreiche Gnade!
Mit dem Herrn der Himmel und der Erden,
Und von allem, was zwischen ihnen ist,
Der allumfassenden Barmherzigkeit,
Keiner kann es wagen, mit ihm
Am Tag der Auferstehung zu reden,
Außer nach Seiner Erlaubnis.
Das ist der Tag,
Da der Heilige Geist
Und die Engel, die in Chören stehen,
Nichts reden außer dem,
Was die allumfassende Barmherzigkeit
Ihnen erlaubt zu reden,
Und der Heilige Geist wird sagen, was wahr ist.
Das ist ohne Zweifel der wahrhaftige Tag,
Ja, wer will, der sei auf dem Weg des Herrn!

HIKMAH UND SAKINA IM KORAN

Gelobt sei Jesus Christus!

AL-HIKMAH

Die arabische Al-Hikmah ist die hebräische Chochmah, die Weisheit Gottes, die griechische Hagia
Sophia.
1

Unser Herr!
Sende unter sie einen Gesandten
Aus ihrer eigenen Mitte
(Und Gott beantwortete ihre Anrufung
Durch die Sendung Mohammeds,
Friede sei mit ihm),
Der ihnen aufsagen wird deine Verse
Und sie unterweisen im Buch
(Diesem Koran)
Und in der Al-Hikmah
(Der vollen Kenntnis
Der islamischen Gesetze und Rechtsprechungen
Oder der Weisheit
Oder dem Prophetentum)
Und der sie reinigen wird.
Wahrlich! Du bist der Allmächtige,
Der Allweise.

Ebenso (zu vervollständigen Meinen Segen),


Wir haben zu euch einen Gesandten
(Mohammed, Friede sei mit ihm)
Aus eurer Mitte gesandt,
Zu rezitieren euch Unsere Verse
(Den Koran)
Und euch zu reinigen
Und euch zu lehren das Buch
(Den Koran)
Und die Hikmah
(Die Sunna,
Islamische Gesetze und Rechtswissenschaften)
Und euch das zu lehren,
Was ihr nicht wusstet.

Und wenn man Frauen sich scheiden lässt,


Und sie haben die vorgeschriebene Frist erfüllt,
Entweder nimmt man sie wieder an
Auf vernünftiger Grundlage
Oder man lässt sie frei
Auf vernünftiger Basis.
Aber nehmt sie nicht mehr zurück,
Um sie zu verletzen,
Denn wer das tut, handelt ungerecht.
Und behandeln nicht die Verse Gottes
Als einen Scherz,
Sondern ihr sollt nicht vergessen
Gottes Bevorzugung von euch
(Den Anhängern des Islam),
Und das, was er zu euch hinabsandte,
Das Buch (den Koran)
Und die Al-Hikmah
(Die Sunna des Propheten,
Rechtliche Möglichkeiten,
Islamische Rechtswissenschaft),
Worauf er hinweist.
Und fürchtet Gott
Und wisset, dass Gott alles weiß.

So schlugen sie jene mit Gottes Erlaubnis


Und David hat getötet den Goliath,
Und Gott gab ihm (dem David)
Das Reich (nach dem Tod von Saul und Samuel)
Und die Al-Hikmah
(Das Prophetentum),
Und lehrte ihn, was er wollte.
Und wenn Gott nicht die einen Menschen
Kontrollierte durch die anderen,
Die Erde wäre ja voller Unheil.
Aber Gott ist großmütig
Zu allen Kreaturen
(Zu Menschen, Dschinnen und allem, was existiert).

Er gewährt die Hikmah,


Wem Er will,
Und dem, dem die Hikmah gewährt wird,
Wird wahrlich viel Gutes gewährt.
Aber keiner wird erinnert
Außer die mit Verständnis.

Und Er (Gott) wird ihn lehren


(Jesus)
Das Buch
Und die Al-Hikmah
(Die Sunna,
Die einwandfreie Rede des Propheten,
Die Weisheit),
Die Thora
Und das Evangelium.

Und (gedenke),
Als Gott schloss den Bund
Mit den Propheten und sagte:
„Nehmt, was ich euch gebe:
Das Buch
Und die Hikmah
(Das Verständnis der Gesetze Gottes),
Und danach wird zu euch kommen
Ein Gesandter
(Mohammed, Friede sei mit ihm)
Und wird bestätigen,
Was zu euch kam,
Ihr müsst ihm glauben
Und ihm helfen."
Gott sagte:
"Seid ihr damit einverstanden
Und nehmt ihr den Bund an,
(Den ich mit euch schließe)?"
Sie sagten: "Wir sind einig."
Er sagte: "So bezeugt es,
Und ich bin mit euch
Unter den Zeugen
(Für diesen Bund)."

In der Tat hat Gott


Verliehen einen großen Gefallen
Den Gläubigen,
Als er unter sie geschickt
Einen Gesandten
(Mohammed, Friede sei mit ihm),
Zu rezitieren ihnen seine Verse
(Den Koran)
Und ihre Reinigung
(Von Sünde)
Und ihnen das Buch zu geben
(Den Koran)
Und die Al-Hikmah
(Die Weisheit
Und die Sunna des Propheten,
Seine gesetzlichen Möglichkeiten,
Erklärungen,
Handlungen der Anbetung),
Während sie zuvor
In offenkundigem Irrtum gewesen sind.

Oder beneiden sie die Männer


(Mohammed und seine Anhänger)
Wegen dem, was Gott ihnen
Von Seiner Huld gegeben?
Denn Wir hatten bereits
Der Familie von Abraham gegeben
Das Buch
Und die Al-Hikmah
(Die Sunna,
Die göttliche Offenbarung
An die Propheten,
Nicht in der Form eines Buches)
Und gaben ihnen ein großes Reich.

10

Wäre nicht die Gnade Gottes


Und Seine Barmherzigkeit
Über dir gewesen
(O Mohammed, Friede sei mit dir),
Ein Teil von ihnen hätte sicherlich entschieden,
Dich zu täuschen,
Aber außer ihrem eigenen Selbst
Führen sie niemand irre,
Und keinen Schaden können sie tun,
Um dich zu erniedrigen.
Gott hat dir das Buch
(Den Koran) geschickt
Und die Al-Hikmah
(Die islamischen Gesetze,
Das Wissen über legale und illegale Dinge,
Die Sunna des Propheten,
Rechtliche Möglichkeiten)
Und euch gelehrt, was ihr nicht kanntet.
Und ewig groß ist die Gnade
Gottes über dir
(O Mohammed, Friede sei mit dir).

11

(Gedenke), wenn Gott sagen wird


(Am Tag der Auferstehung):
"O Jesus, Sohn Marias!
Erinnere Dich
An Meine Bevorzugung
Dein und deiner Mutter,
Als ich Dich mit Ruh-ul-Qudus
(Dem heiligen Geist,
Gabriel) unterstützte,
So dass Du zu den Menschen
Schon in der Wiege sprachest
Und in der Reife,
Und als Ich Dich gelehrt, zu schreiben,
Gab dir Al-Hikmah
(Die Kraft des Verstehens),
Die Thora
Und das Evangelium,
Und als du aus dem Ton formtest
Eine Figur wie die eines Vogels,
Geschaffen durch Meine Berechtigung,
Und Du hauchtest sie an,
Und sie wurde ein Vogel
Durch Meine Erlaubnis,
Und Du die Blinden
Und die Aussätzigen geheilt hast
Durch Meine Erlaubnis,
Und als Du mit meiner Erlaubnis
Die Toten auferweckt hast,
Und als Ich zurückhielt
Die Kinder Israel von Dir
(Als sie beschlossen, Dich zu töten),
Wie Du zu ihnen mit klaren Beweisen kamst,
Und die Ungläubigen unter ihnen sagten:
Das ist nichts als evidente Magie!"

12

Dies ist von Al-Hikmah


(Der Weisheit,
Guten Umgangsformen
Und hohen Zeichen),
Dass dein Herr dir offenbart
(O Mohammed, Friede sei mit dir).
Und stellt nicht neben Gott andere Götter,
Damit ihr nicht in die Hölle kommt,
Getadelt (von Gottes Barmherzigkeit)
Und verworfen werdet.

13

Und Wir schenkten dem Lokman


Die Al-Hikmah
(Die Weisheit
Und religiöses Verständnis)
Und sagten: "Danke Gott!"
Und wer dankt,
Gibt Dank für (das Gute ) seines Selbst.
Und wer undankbar ist,
Dann ist wahrlich Gott reich
(Frei von allen Bedürfnissen),
Des Lobes würdig.

14

Und denkt daran


(O ihr, die Mitglieder der Familie des Propheten,
Die Grazien des Herrn),
An das, was in euren Häusern ist,
Die Verse Gottes
Und die Al-Hikmah
(Des Propheten Sunna,
Rechtliche Möglichkeiten).
So dankt ihr Gott
Und singt sein Lob
(Für diesen Koran und die Sunna).
Wahrlich, Gott ist sehr höflich,
Mit allen Dingen bestens vertraut.

15

Wir haben sein Reich stark gemacht


Und gaben ihm die Al-Hikmah
(Das Prophetentum)
Und Augenmaß in Wort und Urteil.

16

Er ist es,
Unter den Ungebildeten
Ein Gesandter
(Mohammed, Friede sei mit ihm),
Unter sie gesandt,
Um ihnen zu rezitieren seine Verse,
Sie zu reinigen
(Vom Schmutz des Unglaubens und Polytheismus)
Und lehrte sie das Buch
(Diesen Koran,
Islamische Gesetze
Und islamische Rechtswissenschaft)
Und die Al-Hikmah
(Die Sunna,
Rechtliche Möglichkeiten,
Handlungen der Anbetung
Des Propheten Mohammed).
Und wahrlich, sie waren zuvor
In evidentem Irrtum.

17

Und als Jesus kam


Mit (Unseren) klaren Beweisen,
Sagte Er: "Ich komme zu euch
Mit Al-Hikmah
(Dem Prophetentum),
Und um euch klar zu machen
Einige der Punkte,
Die euch unterscheiden.
Daher fürchtet Gott
Und gehorchet MIR!“

SAKINA

Die Sakina des Islam als Ruhe Gottes ist die Schechinah des Judentums als die Einwohnung Gottes
in der Welt.

Ein Zeichen seiner Herrschaft ist,


Dass die Bundeslade zu euch kommt
(Mit der Zusicherung)
Der Sakina (Ruhe)
Von eurem Herrn
Und den Reliquien
Der Familie von Moses und Aaron,
Von Engeln herbeigetragen,
Das ist ein Zeichen für euch,
Wenn ihr wirklich Glauben habt.

Er ist es,
Der die Sakina (Ruhe)
In die Herzen der Gläubigen gesandt,
Dass sie Glauben haben,
Ihrem Glauben hinzufügen,
Denn Gottes sind die Kräfte
Der Himmel und der Erden,
Und Gott ist voll von Wissen
Und Weisheit.

3
Gottes Wohlgefallen
War auf den Gläubigen,
Als sie dir Treue schworen
Unter dem Baum:
Er wusste, was in ihren Herzen war,
Und er schickte herab
Die Sakina (Ruhe)
Zu ihnen
Und er belohnte sie
Mit einem schnellen Sieg.

Während die Ungläubigen standen,


Sich in ihren Herzen zu erhitzen
Mit Fanatismus,
Der Glut und dem Fanatismus der Unwissenheit,
Sandte Gott seine Sakina (Ruhe),
Seine Gesandten zu den Gläubigen
Und ließ sie in der Nähe
Des Befehls der Selbstbeschränkung bleiben;
Und sie waren berechtigt,
Und verdienten sie.
Und Gott hat volle Kenntnis aller Dinge.

Er ist es,
Der trennt den Tagesanbruch
(Von der Dunkelheit):
Er macht die Nacht
Für die Sakina (Ruhe und Erholung)
Und die Sonne und den Mond
Zur Berechnung (der Zeit):
Das ist das Urteil und die Reihenfolge
Vom Allmächtigen, Allwissenden.

Doch Gott ergießt


Seine Sakina (Ruhe)
Auf seinen Gesandten
Und auf die Gläubigen
Und sandte Kräfte,
Die ihr nicht gesehen habt:
Er bestraft die Ungläubigen,
Wie er diejenigen belohnt, die glauben.
7

Wenn ihr nicht helft,


(Ihr Führer, ist es egal),
Denn Gott hat ihm in der Tat geholfen:
Als die Ungläubigen ihn vertrieben,
Hatte er nicht mehr als Einen Begleiter.
Sie waren zu zweit in der Höhle,
Und er sagte zu seinem Begleiter:
"Hab keine Angst,
Denn Gott ist mit uns!"
Dann ward von Gott herabgesandt
Seine Sakina (Ruhe) auf ihn
Und stärkte ihn mit Kräften,
Die ihr nicht gedemütigt habt
Und erniedrigt,
Die ihr das Wort der Ungläubigen hörtet.
Aber das Wort Gottes
Ist erhaben in den Höhen:
Gott ist der Allmächtige, der Allweise.

Und unter seinen Zeichen ist dies,


Dass er Bräute für euch schuf,
Damit ihr in Taskunu
(Verweilt in Ruhe) mit ihnen,
Und er hat Liebe
Und Barmherzigkeit
Zwischen eure (Herzen) gesetzt;
Hierin sind wahrlich Zeichen
Für Menschen, die reflektieren.

JOSEF UND SEINE BRÜDER

ERSTES KAPITEL

Dies ist die Geschichte von Josef. Josef war siebzehn Jahre jung. Als er jung war, hütete er die
Herde mit seinen Brüdern, mit den Söhnen der Ehefrauen seines Vaters, Bilha und Silpa, und Josef
brachte seinem Vater schlechte Berichte über sie.
Jakob liebte Josef mehr als alle seine anderen Söhne, denn er war der Sohn seines Alters, und er
hatte eine besondere Tunika für ihn gemacht.
Aber seine Brüder, als sie sahen, wie viel ihn sein Vater mehr liebte als alle seine anderen Söhne,
kamen, um ihm einige Worte des Hasses zu sagen.
Jetzt hatte Josef einen Traum, und er wiederholte ihn seinen Brüdern, die ihn dann mehr denn je
hassten.
„Hört“, sagte er, „den Traum, den ich hatte:
Wir banden Garben auf dem Feld, als meine Garbe plötzlich sich erhob und aufrecht stand, und
dann waren gesammelt eure Garben in der Runde und verbeugten sich vor meiner Garbe."
"So willst du wohl König über uns sein", erwiderten seine Brüder, "du willst Herr über uns sein?“
Und sie hassten ihn noch mehr wegen seiner Träume und wegen dem, was er gesagt hatte.
Er hatte einen Traum, den er seinen Brüdern erzählte: "Schaut, ich habe noch einen Traum gehabt",
sagte er. "Es gab die Sonne, den Mond und elf Sterne, die beugten sich vor mir.“
Er sagte das seinem Vater und seinen Brüdern, und sein Vater hat ihn ausgeschimpft: "Ein schöner
Traum ist das!" sagte er zu ihm. "Sind wir alle so, ich, deine Mutter und deine Brüder, gekommen
und haben uns verneigt zur Erde vor dir?"
Seine Brüder hielten zusammen gegen ihn, aber sein Vater hat über die Sache nachgedacht.
Seine Brüder gingen, um die Schafe ihres Vaters in Sichem zu weiden.
Und Israel sprach zu Josef: "Deine Brüder sind mit der Herde in Sichem, nicht wahr? Komm, ich
werde dich zu ihnen senden." - "Ich bin bereit", antwortete er.
Er sagte zu ihm: "Geh und sieh, was deine Brüder und die Herde tun, und sag es mir." Er sandte ihn
aus dem Tal von Hebron, und Josef kam in Sichem an.
Ein Mann fand ihn wandernd in der Landschaft und fragte ihn: "Was suchst du?“
"Ich suche meine Brüder", antwortete er. "Bitte sag mir, wo sie weiden ihre Schafe."
Der Mann antwortete: "Sie haben sich auf von hier wegbewegt, in der Tat hörte ich sie sagen: Lasst
uns nach Dothan gehen!“ Also ging Josef seinen Brüdern nach und fand sie bei Dothan.
Sie sahen ihn aus der Ferne, und bevor er sie erreichte, fassten sie den Plan, ihn umzubringen.
„Da kommt er, der Träumer!“, sagten sie zueinander.
„Kommt, lass uns ihn jetzt töten und ihn werfen in eine Grube, wir können sagen, dass ein wildes
Tier ihn gefressen hat. Dann werden wir sehen, was aus seinen Träumen wird."
Aber Ruben hörte das, und er rettete ihn aus ihren Klauen. "Wir müssen ihm nicht sein Leben
nehmen", sagte er.
„Vergießt kein Blut ", sagte Ruben zu ihnen, „werft ihn in die Wüste, aber tötet ihn doch nicht." Das
sagte er in der Absicht, ihn vor ihnen zu retten und ihn zu seinem Vater wieder zu bringen.
Also, als Josef seine Brüder erreichte, zogen sie ihm seine Tunika aus, die verzierte Tunika, die er
trug,
Und fassten ihn, warfen ihn in den Brunnen. Der Brunnen war leer, es war kein Wasser darin.
Sie setzte sich dann zu essen. Sie blickten auf, sahen eine Gruppe von Ismaeliten, die von Gilead
kamen, ihre Kamele beladen mit Tragant, Balsam und Harz, die sie brachten nach Ägypten.
Da sprach Juda zu seinen Brüdern: „Was gewinnen wir durch das Töten unseres Bruders und für
sein Blut?
Kommt, lasst uns ihn verkaufen den Ismaeliten, dann werden wir nicht Hand an ihn selbst zu legen
haben. Immerhin, er ist unser Bruder und unser eigenes Fleisch." Seine Brüder vereinbarten das so.
Nun kamen einige midianitischen Kaufleute vorbei, und sie zogen Josef aus dem Brunnen. Sie
verkauften Josef den Ismaeliten für zwanzig Silberlinge, und diese Männer nahmen Josef mit nach
Ägypten.
Als Ruben zurückging zu dem Brunnen, gab es kein Zeichen von Josef. Da zerriss er seine Kleider
Und ging zurück zu seinen Brüdern: "Der Junge ist weg", sagte er. „Was soll ich tun?“
Sie nahmen Josefs Tunika und schlachteten eine Ziege, tauchten die Tunika in das Blut.
Dann schickten sie die reichdekorierte Tunika zu ihrem Vater mit der Nachricht: "Das ist, was wir
gefunden haben. Erkennst du es als deines Sohnes Tunika oder nicht?“
Er erkannte sie und rief: „Tunika meines Sohnes! Ein wildes Tier hat ihn gefressen! Josef wurde in
Stücke gerissen!“
Er zerriss seine Kleidung und legte Sacktuch um seine Taille, Jakob betrauerte seinen Sohn viele
Tage.
Alle seine Söhne und Töchter versuchten, ihn zu trösten, aber er weigerte sich, getröstet zu werden.
"Nein", sagte er, "ich werde in die Grube voller Trauer gehen und in Kummer um meinen Sohn!"
Und sein Vater beweinte ihn.
Inzwischen hatten die Midianiter ihn verkauft in Ägypten an Potiphar, einen der Pharao-Beamten
und Befehlshaber der Wache.

Jetzt hatte sich Josef in Ägypten aufnehmen lassen. Potiphar, der Ägypter, einer der Beamten des
Pharao und Kommandant der Garde, kaufte ihn von den Ismaeliten, die ihn nach dort unten
mitgenommen hatten.
Jahwe war mit Josef, und alles, was er unternahm, gelang ihm. Er wohnte in dem Haus seines
ägyptischen Herrn,
Und als sein Herr sah, wie Jahwe mit ihm war und wie Jahwe ihm alles, was er unternahm, gelingen
ließ,
Da hat er Josef zu seinem persönlicher Diener gemacht, und sein Herr machte ihn verantwortlich für
seinen Haushalt und vertraute ihm all seinen Besitz an.
Und von der Zeit an legte er ihm die Verantwortung auf für seinen Haushalt und all seinen Besitz,
und Jahwe segnete das Haus des Ägypters aus Rücksicht auf Josef; Jahwes Segen erweiterte seinen
ganzen Besitz, sowohl das Haus als auch die Besitzungen.
So überließ er es Josef, alle seine Besitztümer zu behandeln, und selbst kümmerte er sich um nichts
als um die Nahrung, die er aß. Josef war gut gebaut und gut aussehend,
Und es geschah einige Zeit später, dass die Frau seines Herrn ein Auge auf Josef warf und sagte:
"Schlaf mit mir!"
Aber er weigerte sich. "Schau", sagte er zu der Frau seines Herrn, "mein Meister kümmert sich um
nichts, was in dem Haus passiert, all seinen Besitz hat er mir anvertraut.
Er selbst übt keine Autorität mehr in diesem Haus aus, sondern ich. Er hat nichts vor mir
zurückgehalten, außer dich selbst, weil du seine Ehefrau bist. Wie könnte ich so etwas Schlechtes
tun und Sünde gegen Gott?"
Obwohl sie eindrang auf Josef Tag für Tag, stimmte er ihr nicht zu, mit ihr zu schlafen oder intim zu
sein mit ihr.
Aber eines Tages, als Josef in das Haus kam, um seine Arbeit zu tun, und keiner der Leute im
Haushalt da war,
Packte sie ihn an seinem Gewand und sagte: "Schlaf mit mir!" Aber er ließ die Tunika in ihrer
Hand, nahm Reißaus und lief davon.
Als sie sah, dass er die Tunika zurückgelassen hatte in ihren Händen, als er davonlief,
Rief sie ihre Diener und sagte zu ihnen: "Seht euch das an! Mein Mann brachte einen hebräischen
Mann hierher, eine Närrin aus mir zu machen! Er wollte mich vergewaltigen, aber ich schrie,
Und als er mich schreien hörte, ließ er seine Tunika neben mir zurück und rannte aus dem Haus."
Sie hielt seine Tunika fest, bis sein Herr nach Hause kam.
Dann erzählte sie ihm die gleiche Geschichte: "Der hebräische Sklave, den du zu uns gebracht hast,
drang auf mich ein, eine Närrin aus mir zu machen!
Aber als ich schrie, ließ er sein Gewand neben mir zurück und lief weg."
Als sein Herr seine Frau sagen hörte: "So war es, wie dein Sklave mich behandelte", wurde er
wütend.
Josefs Herr hat ihn verhaftet und in das Gefängnis geworfen, wo des Königs Gefangene
festgehalten wurden. Und da blieb er im Gefängnis.
Aber Jahwe war mit Josef. Er zeigte ihm seine treue Liebe und machte ihn bei dem Chef-
Kerkermeister beliebt.
Der Chef-Kerkermeister machte Josef für alle Gefangenen im Gefängnis verantwortlich.
Der Chef-Kerkermeister hat alles unter seine Obhut gestellt, da Jahwe mit ihm war, und Jahwe ließ
alles, was er unternahm, gelingen.

*
Es geschah einige Zeit später, dass der Mundschenk und der Bäcker gegen ihren Herrn, den König
von Ägypten, sich verfehlten.
Pharao war zornig über seine beiden Beamten, den Obermundschenken und den Oberbäcker,
Und nahm sie in Gewahrsam in dem Haus des Kommandanten der Wache, im Gefängnis, wo Josef
ein Gefangener war.
Der Kommandant der Garde hatte Josef ihnen zugeordnet, um ihre Wünsche zu erfüllen, und sie
blieben in Haft für einige Zeit.
Jetzt hatten beide Träume in der gleichen Nacht, jeder mit einer eigenen Bedeutung für den
Mundschenken und den Bäcker des Königs von Ägypten, die Gefangene im Gefängnis waren.
Als Josef kam, um sie am Morgen zu besuchen, sah er, dass sie düster dreinschauten,
Und er bat die beiden Beamten, die in der Haft mit ihm im Hause seines Herrn waren: "Warum
dieses traurige Aussehen heute?“
Sie antworteten: "Wir hatten jede einen Traum, aber niemand ist da, ihn zu interpretieren." - "Ist das
Gottes Sache nicht, die Interpretation?“ fragte sie Josef. "Erzählt mir von ihnen."
So beschrieb der Obermundschenk dem Josef seinen Traum und sagte zu ihm: "In meinem Traum
war ein Weinstock vor mir.
Der hatte drei Reben, kaum gekeimt, als er blühte, und seine Trauben wurde reifen Trauben.
Ich hatte den Becher des Pharao in meiner Hand, ich nahm die Trauben und drückte sie in den
Becher des Pharao aus, und gab den Becher in die Hand des Pharao."
„Das ist, was es bedeutet," sagte Josef zu ihm. "Die drei Zweige sind drei Tage.
In weiteren drei Tagen wird Pharao dein Haupt erheben durch die Wiedereinsetzung dein in deine
Position. Dann wird die Hand des Pharao seinen Becher von dir nehmen wie zuvor, als du sein
Mundschenk warst.
Aber achte darauf, dich an mich zu erinnern, wenn alles gut geht mit dir, und halte den Glauben,
und erinnere freundlicherweise den Pharao an mich, um mich aus diesem Haus zu befreien.
Ich wurde aus dem Land der Hebräer entführt an den ersten Platz, und auch hier habe ich nichts zu
entschuldigen, der ich in den Kerker gebracht wurde.“
Der Oberbäcker, sehend, dass die Interpretation günstig gewesen war, sagte zu Josef: "Ich hatte
einen Traum, es waren drei Korbschalen auf meinem Kopf.
In der oberen Ablage gab es alle Arten von Gebäck für den Pharao, wie es ein Bäcker machen
könnte, und die Vögel waren auf meinem Kopf und fraßen aus dem Fach."
Josef antwortete wie folgt: "Dies ist, was es bedeutet: Die drei Schalen sind drei Tage.
In weiteren drei Tagen wird Pharao dein Haupt erheben durch Erhängen am Galgen, und die Vögel
werden das Fleisch fressen von deinen Knochen."
Und so geschah es, der dritte Tag war Geburtstag des Pharao, und er gab ein Festmahl für alle seine
Beamten. Von seinen Beamten erhob er den Kopf des Obermundschenken und des Oberbäckers,
Den Obermundschenken durch die Wiederherstellung seiner Position, so dass er wieder überreiche
Pharao den Becher;
Und durch das Aufhängen den Oberbäcker, wie Josef es ihnen erklärt hatte.
Aber der Obermundschenk dachte nicht an Josef, er hatte ihn vergessen.

Zwei Jahre später kam es, dass der Pharao einen Traum hatte: da war er, da stand er am Nil,

Und dort, vom Nil, kamen sieben Kühe, schön und fett, und sie begannen, sich im Schilf zu
ernähren.

Und dann sieben andere Kühe, elend und mager, kamen aus dem Nil, hinter ihnen, und diese gingen
und stellten sich neben die anderen Kühe am Ufer des Nils.

Die elenden und mageren Kühe fraßen die sieben schönen und fetten Kühe. Dann wachte Pharao
auf.

Er schlief wieder ein und träumte ein zweites Mal: Es wuchs ein Halm, daran waren sieben Ähren,
voll und reif.

Und dann sprossen nach ihnen sieben Ähren, mager und vom Ostwind versengt.

Die spärlichen Ähren verschlangen die sieben vollen und reifen Ähren. Und Pharao erwachte, es
war ein Traum gewesen.

Am Morgen war Pharao das Gefühl gestört, er hatte alle Zauberer und Weisen von Ägypten zu sich
gerufen. Pharao erzählte ihnen seine Träume, aber es war niemand da, um sie für Pharao zu deuten.

Da sprach der Ober-Mundschenk des Pharao: "Heute habe ich mich erinnert, es ist meine Schuld
gewesen.

Als Pharao zornig war über seinen Knecht, legte er mich und den Oberbäcker in Gewahrsam in das
Haus des Kommandanten der Wache.

Wir hatten einen Traum, in der gleichen Nacht, er und ich, und jedes Mannes Traum hatte einen
Sinn für sich selbst.

Es war ein junger Hebräer mit uns, einer der Sklaven des Kommandanten der Wache. Wir erzählten
ihm unsere Träume und er interpretierte sie für uns, sagend, was jeder von uns bei seinem Traum zu
denken habe.

Es stellte sich heraus, es kam genau nach seiner Interpretation: Ich wurde in meine Position wieder
eingesetzt, aber der andere Mann wurde gehängt.“

Und Pharao hat Josef gerufen, und aus dem Kerker eilte er zu ihm. Er rasierte sich und wechselte
seine Kleidung, und stellte sich vor den Pharao.

Pharao sprach zu Josef: "Ich habe einen Traum gehabt, und es ist niemand da, ihn zu interpretieren.
Aber ich habe über dich gehört, dass du einen Traum, den du hörst, interpretieren kannst."

“Nicht ich," antwortete Josef dem Pharao, "Gott wird Pharao eine günstige Antwort geben."

Und Pharao sagte zu Josef: "In meinem Traum war ich da, stand an dem Ufer des Nils.

Und es waren sieben Kühe da, schön und fett, die kamen aus dem Nil, und sie begannen, im Schilf
sich zu ernähren.

Und dann kamen sieben andere Kühe, nach ihnen, ausgehungert, sehr elend und mager, ich habe
noch nie so schlechte Kühe in ganz Ägypten gesehen.

Die mageren und elenden Kühe fraßen die sieben ersten schönen fetten Kühe.

Aber als sie sie gefressen hatte, war es unmöglich zu sagen, dass sie sie gefressen hatten, weil sie so
elend wie immer aussahen. Dann wachte ich auf.

Und dann war ich wieder in einem Traum, da wuchs auf ein Halm, da waren sieben Ähren, schön
und reif;
Aber dann sprossen hinter ihnen sieben Ähren, verwelkt, mager und vom Ostwind versengt.

Dann die geschrumpften Ähren verschlangen die sieben reifen Ähren. Ich habe es den Magiern
erzählt, aber niemand hat mir die Antwort gegeben."

Josef sprach zu Pharao: „Pharaos Träume sind ein und derselbe: Gott offenbart Pharao, was Er tun
wird.

Die sieben schönen fetten Kühe sind sieben Jahre, und die sieben schönen reifen Ähren sind sieben
Jahre, es ist ein und derselbe Traum.

Die sieben mageren Kühe kommen nach ihnen, sie sind sieben Jahre, so sind die sieben dürren
Ähren, vom Ostwind versengt: Es wird sieben Jahre Hungersnot sein.

Es ist so, wie ich Pharao gesagt habe: Gott offenbart Pharao, was Er tun wird.

Sieben Jahre kommen, bringen große Mengen ganz Ägypten,

Aber sieben Jahre der Hungersnot werden ihnen folgen, wenn alle genug in Ägypten gegessen
haben, und Hunger wird das Land erschöpfen.

Die Hungersnot, die folgen wird, wird so sehr stark sein, dass niemand sich daran erinnern wird,
wie viel im Land verwendet wurde, um es zu genießen.

Der Grund, warum Pharao zweimal den gleichen Traum hatte, ist, dass die Ausführung bereits von
Gott bestimmt ist, und Gott wird es in Kürze herbeiführen.

Pharao sollte jetzt einen Intelligenten und Klugen bestimmen, Ägypten zu regieren.

Pharao sollten Maßnahmen ergreifen, die Aufsichtsbehörden zu ernennen für das Land, und zu
verhängen eine Steuer von einem Fünftel auf Ägypten in den sieben Jahren des Überflusses.

Sie alle werden die Speisen während der guten Jahre, die kommen werden, sammeln, speichern und
das Korn unter des Pharao Autorität stellen, indem sie es in den Städten sammeln.

Das Essen wird eine Reserve für das Land für die sieben Jahre der Hungersnot sein, die kommen
soll über Ägypten, so dass das Land nicht von der Hungersnot zerstört wird."

Pharao und seine Minister haben das, was er gesagt hatte, genehmigt.

Da fragte Pharao seine Minister: "Können wir sonst jemand mit dem Geist Gottes begabt sehen wie
ihn?"

Und Pharao sprach zu Josef: "Da Gott dir Kenntnis von all diesem gab, kann es niemanden so
intelligenten und weisen wie dich geben.

Du sollst mein Kanzler sein, und alle meine Leute achten deine Aufträge. Nur dieser mein Thron
soll über dich gesetzt sein."

Da sprach Pharao zu Josef: "Ich mache dich hiermit zum Gouverneur von ganz Ägypten."
Pharao nahm seinen Ring von der Hand und legte ihn an Josefs Hand. Er kleidete ihn in Gewänder
aus feinem Leinen und legte eine goldene Kette um seinen Hals.

Er setzte ihn in den besten Wagen, dass er seinem eigenen musste nachfahren, und sie schrieen alle:
„Abrek!“ So wurde er Gouverneur von ganz Ägypten.

Da sprach Pharao zu Josef: "Ich bin zwar Pharao, doch darf sich niemand zu Hand oder Fuß ohne
deine Erlaubnis in ganz Ägypten bewegen."

Pharao nannte Josef nun Zaphnath-Paneah und gab ihm Aseneth, die Tochter Potipheras, des
Priesters von On, zur Frau. Und Josef begann zu reisen durch ganz Ägypten.

Josef war dreißig Jahre alt, als er vor Pharao, dem König von Ägypten, stand. Nachdem er Pharao
verlassen, reiste Josef in der gesamten Länge und Breite von Ägypten umher.

In den sieben Jahren des Überflusses ergab der Boden großzügige Ernten.

Er sammelte alle Speise der sieben Jahre, während es eine Fülle in Ägypten gab und in den Städten,
er speicherte das Essen, indem er jedem die Lebensmittel aus dem Umland abnahm.

Josef sammelte Korn wie Sand am Meer, in einer solchen Menge, dass er es aufgab zu zählen, da
war es vorbei mit der Buchhaltung.

Bevor das Jahr der Hungersnot kam, wurden Josef zwei Söhne geboren: Aseneth, Tochter
Potipheras, des Priesters von On, gebar ihm diese.

Josef nannte den Erstgeborenen Manasse: "Weil" , sagte er, "Gott mich völlig meine Not und
meines Vaters Haus vergessen lassen hat."

Er nannte den zweiten Ephraim: "Weil", sagte er, "Gott mich fruchtbar gemacht hat im Land meines
Unglücks."

Und die sieben Jahre des Überflusses, die es in Ägypten gegeben hatte, gingen zu Ende,

Und die sieben Jahre der Hungersnot setzten ein, wie Josef vorausgesagt hatte. Es gab Hungersnöte
in jedem Land, aber in ganz Ägypten gab es Essen.

Aber als alle in Ägypten begannen, den Hunger zu fühlen, und die Menschen appellierten an Pharao
um Nahrung, sagte Pharao allen Ägyptern: "Geht zu Josef und tut, was er sagt."

Es gab Hungersnöte auf der ganzen Welt. Da öffnete Josef alle Getreidespeicher und rationierte das
Getreide an die Ägypter, als die Hungersnot sogar noch schlimmer wurde in Ägypten.

Menschen kamen nach Ägypten aus der ganzen Welt, um Lieferungen von Josef zu bekommen,
denn die Hungersnot war schwer in der ganzen Welt.

Jakob, sehend, dass sie die Versorgung aus Ägypten hatten, sagte zu seinen Söhnen: "Warum starrt
ihr einander an?

Ich höre", sagte er, "dass es Lieferungen gibt in Ägypten. Geht hinab und beschafft einiges für uns,
damit wir überleben und nicht sterben."

So die zehn Brüder Josefs gingen hinab, um in Ägypten Getreide zu beschaffen.

Jakob aber sandte nicht Josefs Bruder Benjamin mit seinen Brüdern. "Nichts soll ihm geschehen",
dachte er.

So waren die Söhne Israels unter den anderen Menschen, die auf Lieferungen hofften, da
Hungersnot in Kanaan herrschte.

Es war Josef der Mann in Autorität über das Land, der die Rationen für die gesamte Bevölkerung
verteilte. So gingen die Brüder Josefs und verbeugten sich vor ihm, die Gesichter den Boden
berührend.

Sobald Josef seine Brüder sah, erkannte er sie. Aber er hat nicht gezeigt, dass er sie kennt, und er
sprach zu ihnen hart. "Wo kommt ihr her?", fragte er. "Von Kanaan, Essen zu bekommen",
antworteten sie.

Als nun Josef erkannte seine Brüder, haben sie ihn nicht erkannt,

Josef erinnerte sich an die Träume, die er über sie hatte, und sagte zu ihnen: „Ihr seid Spione. Ihr
seid gekommen, um die Schwächen des Landes zu entdecken."

“Nein, mein Herr", sagten sie, "deine Knechte sind gekommen, um Essen zu bekommen.

Wir sind alle Kinder des gleichen Mannes. Wir sind ehrliche Menschen, deine Knechte sind keine
Spione."

“Oh nein", antwortete er, "ihr seid gekommen, um die Schwächen des Landes zu entdecken."

“Deine Diener waren zwölf Brüder", sagten sie, "Söhne des gleichen Mannes in Kanaan, aber der
jüngste ist bei unserem Vater geblieben, und der andere ist nicht mehr."

Josef erwiderte: "Es ist so, wie ich gesagt, ihr seid Spione.

Das ist der Test, den ihr euch unterziehen sollt: so sicher, wie Pharao lebt, sollst ihr nicht kommen,
es sei denn, euer jüngster Bruder kommt mit.

Sendet einen der Euren, um euren Bruder zu holen, die anderen werden verhaftet, so dass eure
Aussagen getestet werden können, um zu sehen, ob ihr ehrlich seid. Wenn nicht, dann, so sicher,
wie Pharao lebt, seid ihr Spione."

Daraufhin legte er sie alle in Gewahrsam für drei Tage.

Am dritten Tag sprach Josef zu ihnen: "Tut dies und ihr werdet leben, denn ich bin ein Mann, der
Gott fürchtet.

Wenn ihr ehrliche Menschen seid, lasst einen eurer Brüder festgenommen werden, wo ihr
eingesperrt wart, der Rest von euch gehe und liefere zuhause Speise für eure hungernden Familien.

Aber ihr müsst euren jüngsten Bruder zu mir zurückbringen, auf diese Weise wird, was ihr gesagt
habt, überprüft werden, und ihr werdet nicht sterben!“ Und das war es, was sie taten.
Und sie sagten zueinander: "Es ist klar, wir werden für das, was wir unserem Bruder taten, bestraft.
Wir sahen sein tiefes Elend, als er uns anflehte, aber wir wollten nicht hören, und jetzt dieses Elend
ist nach Hause zurück zu uns gekommen."

Ruben antwortete ihnen: „Habe ich euch nicht sagen, ihr solltet nicht zu Unrecht den Jungen
plagen? Aber ihr wolltet nicht hören. Jetzt kommt die Abrechnung."

Sie wussten nicht, dass Josef sie verstand, denn es war ein Dolmetscher zwischen ihnen.

Er wandte sich von ihnen ab und weinte. Als er in der Lage war, wieder zu sprechen, wählte er
Simeon aus ihrer Zahl und band ihn, während sie zusahen.

Josef gab den Befehl, ihre Koffer mit Getreide zu füllen, das Geld eines jeden Menschen in seinem
Sack zurückzutun, und ihnen Bestimmungen für die Reise zu geben. Dies ward getan.

Da haben sie ihre Vorräte geladen auf ihre Esel und gingen weg.

Aber als sie für die Nacht lagerten, einer von ihnen öffnete seinen Sack, um seinem Esel etwas
Futter zu geben, und er sah sein Geld - in seinem Sack war es.

Er sagte zu seinen Brüdern: „Mein Geld wurde mir zurückgegeben! Hier ist es, in meinem Sack.“
Ihre Herzen sanken hinab, und sie sahen einander in Panik an, und sagten: „Was ist das, was Gott
uns angetan?"

Rückkehrend zu ihrem Vater Jakob in Kanaan, gaben sie ihm einen vollständigen Bericht über das,
was mit ihnen geschehen war:

“Der Mann, der Herr des Landes, sprach hart zu uns, er beschuldigte uns der Spionage im Land.

Wir haben ihm gesagt: Wir sind ehrliche Leute, wir sind keine Spione.

Wir waren zwölf Brüder, Söhne des gleichen Vaters. Einer von uns ist nicht mehr, und der Jüngste
ist bei unserem Vater in Kanaan.

Aber der Mann, der Herr des Landes ist, sagte zu uns: "Dies ist es, wie ich wissen werde, ob ihr
ehrlich seid: Einen eurer Brüder lasst bei mir und der Rest nehme Lieferungen für eure hungernden
Familien mit und gehe.

Aber bringt mir euern jüngsten Bruder, und dann werde ich wissen, dass ihr keine Spione seid,
sondern ehrliche Männer. Dann werde ich euren Bruder euch zurückgeben, und ihr könnt euch
kostenlos durch das Land bewegen."

Als sie ihre Säcke geleert hatten, entdeckte jeder in seinem Sack sein Geld. Beim Anblick ihre
Taschen voller Geld, da hatten sie Angst, und ihr Vater ebenso.

Und ihr Vater Jakob sprach zu ihnen: „Ihr raubt mir meine Kinder; Josef ist nicht mehr, Simeon ist
nicht mehr, und nun wollt ihr mir auch noch Benjamin nehmen! Ich trage die Hauptlast des ganzen
Kummers!"

Da sprach Ruben zu seinem Vater: "Du kannst meine beiden Söhne töten, wenn ich ihn nicht wieder
zu dir zurück bringe. Gib ihn in meine Obhut, und ich werde ihn zurück zu dir bringen."
Er aber antwortete: "Mein Sohn wird nicht mit euch herab ziehen, denn sein Bruder ist tot, nun ist
er der einzige, den ich noch habe. Wenn ihm ein Schaden geschieht auf der Reise, die ihr
unternehmen werdet, würdet ihr meinen grauen Kopf nach unten in die Grube mit tiefer Trauer
schicken!"

Aber die Hungersnot im Land wurde immer schlimmer,

Und als sie mit dem Essen der Lieferungen, die sie aus Ägypten gebracht hatten, fertig waren, sagte
ihr Vater zu ihnen: "Geht zurück und holt uns noch ein wenig Speise."

"Aber", antwortete Juda, "der Mann warnte uns ausdrücklich: Ihr werdet nicht zu meiner
Anwesenheit zugelassen, es sei denn, euer Bruder ist mit euch.

Wenn du bereit bist, unseren Bruder mit uns zu senden, werden wir hinab gehen und etwas zu Essen
für dich holen.

Aber wenn du nicht bereit bist, ihn zu senden, werden wir nicht hinab gehen, angesichts der
Warnung des Mannes: Ihr werdet nicht zu meiner Anwesenheit zugelassen, es sei denn, euer Bruder
ist mit euch.“

Und Israel sagte: "Warum habt ihr dieses Elend auf mich gebracht, indem ihr dem Mann gesagt
habt, dass ihr noch einen Bruder habt?"

Sie antworteten: "Er befragte uns über uns selbst und unsere Familie, und fragte: Lebt euer Vater
noch? Und: Habt ihr noch einen Bruder? Deshalb haben wir es ihm gesagt. Wie konnten wir wissen,
dass er sagen würde: Bringt euren Bruder hierher?“

Juda sagte dann zu seinem Vater Israel: "Lass den Knaben mit mir gehen, und lass uns ziehen, dass
wir überleben und nicht sterben, wir, du und unsere Angehörigen.

Ich will als Bürge für ihn gehen, und du kannst mich für ihn verantwortlich machen. Wenn ich ihn
nicht zurückbringe und stelle ihn wieder vor dich, lass mich mein Leben lang die Schuld tragen.

In der Tat, wenn wir nicht so viel Zeit verschwendet hätten, wir wären schon hin und zurück
zweimal!"

Und ihr Vater Israel hat zu ihnen gesagt: "Wenn es so sein muss, dann tut dies: Nehmt einige der
besten Produkte des Landes im Gepäck mit euch und bringt es dem Mann als Geschenk: etwas
Balsam, etwas Honig, Tragakant, Harz, Pistazien und Mandeln.

Nehmt die doppelte Menge an Geld mit euch und bringt das Geld zurück, das in euren Säcken war,
es kann ein Fehler gewesen sein.

Nehmt euren Bruder, und geht zurück zu dem Mann.

Möge El Shaddai bewegen den Mann, nett zu euch zu sein, und bringt wieder euren anderen Bruder
und Benjamin. Was mich betrifft, wenn ich beraubt werden muss, so muss ich beraubt werden."

Die Männer nahmen dieses Geschenk, sie nahmen mit sich die doppelte Menge an Geld, und
Benjamin. Sie machten sich auf, zogen nach Ägypten und traten vor Josef.

Da sah sie Josef mit Benjamin und sprach zu seinem Kämmerer: „Nimm diese Männer ins Haus.
Ein Tier schlachte und bereite es für diese Männer, dass sie mit mir zu Mittag essen."

Der Mann tat, wie Josef befohlen hatte, und nahm die Männer in Josefs Haus.

Die Männer hatten Angst, in Josef Haus gebracht zu werden, und sagten: "Wir werden wegen des
Geldes, das das erste Mal in unseren Säcken war, gefangen genommen. Sie werden über uns
gesetzt, sie werden auf uns fallen und machen uns zu Sklaven, und nehmen unsere Esel.“

Also gingen sie zu Josef Kämmerer und sprachen mit ihm am Eingang zum Haus.

“Mit Verlaub, Herr“, sagten sie, "wir kamen schon einmal, um Versorgung zu bekommen,

Und als wir erreicht unser Camp und unsere Säcke öffneten, lag das Geld eines jeden Mannes in
seinem Sack, in vollen Zügen. Aber wir haben es mit uns zurück gebracht,

Und wir haben mehr Geld mit uns für die Versorgung gebracht. Wir wissen nicht, wer unser Geld in
unsere Säcke gelegt hat."

“Beruhigt euren Verstand", antwortete er," habt keine Angst. Euer Gott und der Gott eures Vaters
legte den Schatz in eure Säcke für euch. Ich habe euer Geld." Und er führte Simeon zu ihnen.

Der Mann nahm dann die Männer in Josefs Haus. Er bot ihnen Wasser an, um ihre Füße zu
waschen, und gab ihren Eseln Futter.

Sie nahmen ihr Geschenk, während sie darauf warteten, bis Josef am Mittag komme, denn sie hatten
gehört, dass sie dort zu Abend essen würden.

Als Josef am Haus ankam, boten sie ihm das Geschenk, dass sie mit sich hatten, und verbeugten
sich tief vor ihm.

Er begrüßte sie freundlich und fragte: "Geht es eurem Vater gut, dem alten Mann, von dem ihr mir
erzählt habt? Ist er noch am Leben?"

“Deinem Knecht, unserem Vater geht es gut", antworteten sie, "er ist noch am Leben“, und sie
verbeugten sich respektvoll.

Blickend herüber, sah er seinen Bruder Benjamin, den Sohn seiner Mutter. "Ist das euer jüngster
Bruder", bat er, "von dem ihr mir erzählt habt?" Und er fügte hinzu: "Gott sei gut zu dir, mein
Sohn."

Josef eilte, so stark war die Zuneigung, die er fühlte für seinen Bruder, dass er weinen musste. Er
ging in sein Zimmer und weinte.

Nach dem Waschen seines Gesichts kehrte er zurück, und sich zu beherrschen, gab er den Befehl:
"Serviert das Essen."

Ihm wurde separat serviert, da waren sie, und da waren die Ägypter, die in seinem Haushalt aßen,
denn die Ägypter nahmen nicht Nahrung zu sich mit Hebräern, Ägypter haben einen Horror davor.
Ihnen wurden in der Reihenfolge ihres Alters aufgetan, ihm gegenüber, von dem ältesten bis zum
jüngsten, und die Männer sahen einander erstaunt an.

Er hat alles geteilt, und von seiner eigenen Schale der Teil für Benjamin war fünf Mal größer als der
für jeden der anderen. Und sie feierten mit ihm und tranken frei.

Und Josef beauftragte seinen Kammerherrn wie folgt: "Fülle diesen Männern die Säcke mit so viel
Nahrung wie sie tragen können, und lege das Geld eines jeden Menschen in die Öffnung seines
Sacks.

Und meinen Becher, den aus Silber, tu in die Öffnung des Sacks des Jüngsten sowie das Geld für
seine Rationen." Er tat, wie Josef angewiesen hatte.

Bei Tagesanbruch wurden die Männer mit ihren Eseln fortgeschickt.

Sie waren nur ein kleines Stück von der Stadt entfernt, als Josef sagte zu seinem Kämmerer: "Und
folge den Männern. Wenn du sie einholst, sage zu ihnen: Warum habt ihr Gutes mit Bösen
vergolten?

Ist das nicht der Becher, den mein Herr verwendet zum Trinken und auch zum Lesen der Omen?
Was ihr getan habt, ist falsch.“

Als er sie einholte, wiederholte er diese Worte.

Sie fragten ihn: "Warum macht unser Herr das? Deine Diener würden nie denken, so etwas zu tun.

Siehe, wir brachten euch das Geld zurück, das wir in den Öffnungen unserer Säcke gefunden hatten,
haben den ganzen Weg aus Kanaan hierher gemacht. Sollten wir wirklich Silber oder Gold aus dem
Haus deines Herrn gestohlen haben?

Unabhängig davon, bei welchem deiner Knechte es gefunden werden sollte, er wird sterben, und
der Rest von uns wird zu Sklaven unseres Herrn."

“Sehr gut, so soll es sein, wie ihr sagt," antwortete er, "bei wem der Becher gefunden wird, der soll
mein Sklave werden, aber der Rest von euch kann frei ausgehen."

Jeder von ihnen hat da schnell gelegt seinen Sack auf den Boden, und jeder hat seinen eigenen Sack
geöffnet.

Er suchte, beginnend mit dem Ältesten und endend mit dem Jüngsten, und fand den Becher in
Benjamins Sack.

Da zerrissen sie ihre Kleider, und als jeder seinen Esel beladen hatte, kehrten sie in die Stadt
zurück.

Und Juda und seine Brüder kamen in das Haus Josefs, da er noch da war, so dass sie zu Boden
fielen vor ihm.

“Was tut ihr, indem ihr solches tut?" fragte sie Josef. "Wusstet ihr nicht, dass ein Mann wie ich es
bin, ein Leser von Omen ist?“
“Was können wir meinem Herrn antworten?" antwortete Juda. "Was können wir sagen? Wie können
wir uns rechtfertigen? Gott selbst hat deiner Knechte Schuld aufgedeckt. Hier sind wir, Sklaven
meines Herrn, wir sind nicht weniger schuldig als der im Besitz des Bechers gefunden wurde."

“Möge ich so etwas nicht denken", antwortete er. "Der Mann, in dessen Besitz der Becher gefunden
wurde, wird mein Sklave sein, aber ihr könnt wieder ungehindert gehen zu eurem Vater."

Hierbei trat Juda zu ihm und sagte: "Möge bitte mein Herr deinen Knecht ein Wort reden lassen
privat mit meinem Herrn. Sei nicht böse mit deinem Knecht, denn du bist der Pharao selbst.

Mein Herr hatte seinen Dienern die Frage gestellt: Habt ihr Vater oder Bruder?

Und wir hatten zu meinem Herrn gesagt: Wir haben einen alten Vater und einen jüngeren Bruder,
ihm in seinem Alter geboren. Sein Bruder ist tot, und er ist der einzige, der von dieser Mutter nun
nach blieb, und sein Vater liebt ihn.

Dann sagtest du zu deinen Knechten: Bringt ihn zu mir, so dass ich die Augen auf ihn werfe.

Wir antworteten meinem Herrn: Der Junge kann nicht verlassen den Vater. Wenn er ihn verlässt,
wird sein Vater sterben.

Aber du sagtest zu deinen Knechten: Wenn euer jüngster Bruder nicht mit euch herabkommt,
werdet ihr nicht zu meiner Anwesenheit wieder zugelassen werden.

Als wir zurückkamen zu deinem Knecht, meinem Vater, wiederholten wir ihm das, was mein Herr
gesagt hatte.

Also, unser Vater sagte: Geht zurück und erhaltet für uns ein wenig Speise.

Da haben wir gesagt: Wir können nicht herab gehen. Wir können nur gehen, wenn unser jüngster
Bruder bei uns ist, denn es sei denn, unser jüngster Bruder ist bei uns, sonst werden wir nicht in die
Gegenwart des Mannes zugelassen werden.

Und dein Knecht, unser Vater sagte zu uns: Ihr wisst, dass mir mein Weib zwei Kinder geschenkt
hat.

Als einer von ihnen mich verlassen hatte, nahm ich an, dass er in Stücke gerissen worden, und ich
habe ihn nie wieder gesehen.

Wenn ihr auch diesen von mir nehmt und er zu Schaden kommt, werdet ihr meinen weißen Kopf
nach unten in die Grube mit Trauer schicken.

Wenn ich jetzt gehe zu deinem Knecht, meinem Vater, und wir haben nicht den Jungen bei uns, wird
er, sobald er sieht, dass der Junge nicht mit uns ist, sein Herz sterben lassen;

Und deine Knechte werden deines Knechtes weißen Kopf, unseres Vaters weißen Kopf hinunter in
die Grube mit Trauer gesendet haben.

Jetzt ist dein Diener gekommen mit Bürgschaft vor meinem Vater für den Jungen. Ich sagte: Wenn
ich ihn nicht zurückbringe, lass mich die Schuld vor meinem Vater mein Leben lang tragen.
Lass deinen Diener hier bleiben als Sklave meines Herrn anstelle des Jungen, ich flehe dich an, und
lass den Jungen zurück mit seinen Brüdern.

Wie in der Tat könnte ich zurückkommen zu meinem Vater und den Knaben nicht mit mir bringen?
Ich könnte es nicht ertragen, das Elend, das meinen Vater überwältigen würde."

Und Josef konnte nicht kontrollieren seine Gefühle vor allen seinen Gefolgsleuten , und er rief:
"Lasst alle mich verlassen.“ Niemand war daher bei ihm, während Josef sich vertraute seinen
Brüdern,

Aber er weinte so laut, dass alle Ägypter es hörten, und die Nachrichten Pharaos Palast erreichte.

Josef sprach zu seinen Brüdern: „Ich bin Josef. Ist mein Vater wirklich noch am Leben?" Seine
Brüder konnten ihm nicht antworten, sie waren so verblüfft, ihn zu sehen.

Da sprach Josef zu seinen Brüdern: "Komm näher zu mir." Als sie näher zu ihm zu kamen, sagte er:
"Ich bin euer Bruder Josef, den ihr nach Ägypten verkauft habt.

Aber jetzt sollt ihr nicht trauern, macht euch selbst keine Vorwürfe, dass ihr mich hierher verkauft
habt, denn Gott hat mich euch vorausgeschickt, um euer Leben zu bewahren.

Denn dies ist das zweite Jahr, da es Hungersnot im Land gibt, und es gibt noch fünf Jahre ohne
Pflügen oder Ernte.

Gott hat mich vor euch vorausgeschickt, das Überleben eurer Rasse auf der Erde zu sichern und
euer Leben durch eine große Errettung.

So ward ihr es nicht, die mich hierher geschickt, sondern Gott, und er hat mich zum Vater des
Pharao als Herr seines ganzen Hauses und Gouverneur von ganz Ägypten eingesetzt.

Kehrt schnell zu unserm Vater zurück und sagt ihm: "Dein Sohn Josef sagt dieses: Gott hat mich
zum Herrn von ganz Ägypten gemacht, komm zu mir ohne Verzögerung.

Du wirst in der Region Goschen leben, in meiner Nähe, du, deine Kinder und deine Enkel, deine
Herden, dein Vieh und alle deine Besitztümer.

Ich werde für dich sorgen, denn es kommen noch fünf Jahren der Hungersnot, so dass du, dein
Haushalt und alle bei dir nicht in Armut leben müssen.

Ihr könnt mit eigenen Augen sehen, und mein Bruder Benjamin kann es sehen, dass ich es bin, der
ich sage, dass ich es bin.

Gebt meinem Vater einen vollständigen Bericht aller Ehre, die ich genieße in Ägypten und von
allem, was ihr gesehen habt, und schnell bringt meinen Vater hier herab."

Da warf er seine Arme um den Hals seines Bruders Benjamin, er weinte, und Benjamin weinte an
seiner Schulter.

Er küsste alle seine Brüder und weinte über jeden einzelnen. Erst dann waren seine Brüder in der
Lage, mit ihm zu sprechen.
Die Nachricht erreichte den Palast des Pharao, dass Josefs Brüder gekommen waren, und der
Pharao war erfreut, dies zu hören, und auch seine Diener.

Pharao sagte zu Josef: "Sprich zu deinen Brüdern: Tut dies: Nehmt eure Tiere und schnell weg nach
Kanaan.

Nehmt euren Vater und eure Familien und kommt zurück zu mir. Ich gebe euch das beste Gebiet in
Ägypten, wo man vom Fett des Landes leben kann.

Und ihr, für euren Teil, gebt ihnen diesen Auftrag: Tut dies: Nehmt Wagen aus Ägypten, für eure
Kleinen und eure Frauen. Holt euren Vater und kommt.

Sorge dich nicht, denn das Beste von ganz Ägypten wird dein sein."

Die Söhne Israels taten, wie ihnen gesagt wurde. Josef gab ihnen Wagen, wie der Pharao befohlen
hatte, und er gab ihnen Vorschriften für die Reise.

Jedem gab er neue Kleidung, und Benjamin dreihundert Silberlinge und fünf Sorten von Kleidung.

Und seinem Vater sandte er zehn Esel, beladen mit dem Besten, was Ägypten anbot, und zehn Esel
beladen mit Getreide, Brot und Lebensmitteln für die Reise seines Vaters.

Und so schickte er seine Brüder auf den Weg. Seine letzten Worte waren: "Und lasst es keine
Überraschungen auf dem Weg geben!"

Und so verließen sie Ägypten. Als sie ihren Vater Jakob in Kanaan erreicht hatten,

Gaben sie ihm diesen Bericht: "Josef lebt noch. Er ist in diesem Moment Gouverneur von ganz
Ägypten!" Aber er war fassungslos, er glaubte ihnen nicht.

Allerdings, als sie ihm alles erzählt hatten, was Josef zu ihnen gesagt hatte, und als er die Wagen
sah, die Josef gesandt hatte, um ihn zu holen, lebte der Geist ihres Vaters Jakob wieder auf,

Und Israel sagte: "Das ist genug! Mein Sohn Josef lebt. Ich muss gehen und ihn sehen, bevor ich
sterbe."

So kam Israel mit all seinem Besitz nach Beerscheba, dort brachte er Opfer dar für den Gott seines
Vaters Isaak.

Gott sprach zu Israel in einer Vision in der Nacht: "Jakob, Jakob", sagte er. "Hier bin ich",
antwortete er.

"Ich bin El, Gott deines Vaters", sagte er. "Hab keine Angst, zu gehen nach Ägypten, denn ich
werde dich dort zu einem großen Volk machen.

Ich werde mit dir gehen nach Ägypten, und ich selbst werde dich wieder zurückbringen, und Josefs
Hand wird dir die Augen schließen."

Und Jakob verließ Beerscheba. Die Söhne Israels brachten ihrem Vater Jakob, ihren kleinen
Kindern und ihren Frauen die Wagen, die Pharao gesandt hatte, um sie zu holen.

Und ihr Vieh und alles, was sie in Kanaan erworben hatten, kam nach Ägypten - Jakob und alle
seine Nachkommen.

Mit ihm nach Ägypten brachte er seine Söhne und Enkel, seine Töchter und Enkelinnen - alle seine
Nachkommen.

Das waren die Namen der Israeliten, Jakob und seine Nachkommen, die in Ägypten angekommen
waren: Ruben, Jakobs Erstgeborener,

Und die Söhne Rubens: Henoch, Pallu, Hezron und Karmi.

Die Söhne Simeons: Jemuel, Jamin, Ohad, Jachin, Zohar und Saul, der Sohn der kanaanäischen
Frau.

Die Söhne Levis: Gerschon, Kahath und Merari.

Die Söhne Judas: Er, Onan, Sela, Perez und Serach (in Kanaan sind Er und Onan gestorben), und
Hezron und Hamul, Söhne des Perez.

Die Söhne Issachars: Tola, Puwa, Jaschub, Simron.

Die Söhne Sebulons: Sered, Elon und Jahleel.

Das sind die Kinder, die Lea dem Jakob in Mesopotamien neben seiner Tochter Dina geboren hatte,
in allem, seine Söhne und Töchter zählten dreiunddreißig.

Die Söhne Gads: Ziphion, Haggi, Suni, Ezbon, Eri, Arodi und Areli.

Die Söhne Assers: Jimnah, Jishva, Jishvi, Beria, mit ihrer Schwester Serah, und die Söhne Berias:
Heber und Malkiel.

Das sind die Kinder von Silpa, die Laban gab seiner Tochter Lea, sie gebar diese dem Jakob -
sechzehn Personen.

Die Söhne von Jakobs Frau Rachel: Josef und Benjamin.

Geboren dem Josef in Ägypten waren: Manasse und Ephraim, Söhne Aseneths, der Tochter des
Priesters von On, Potipheras.

Die Kinder Benjamins: Bela, Becher, Asbel, Gera, Naaman, Ehi, Rosh, Muppim und Huppim, und
Ard.

Das sind die Kinder, die Rachel dem Jakob geboren - vierzehn Personen in allem.

Die Söhne Dans: Huschim.

Die Söhne Naftalis: Jahzeel, Guni, Jezer, Sillem.

Das sind die Söhne der Bilha, die Laban gab seiner Tochter Rahel, die diese gebar dem Jakob -
sieben Personen in allem.
Insgesamt waren die Mitglieder der Familie Jakobs, die mit ihm in Ägypten angekommen - seine
eigene Frauen, die Frauen der Söhne Jakobs nicht mitgerechnet - sechsundsechzig.

Mit den Söhnen Josefs, ihm in Ägypten geboren - zwei Personen - die Mitglieder der Familie
Jakobs, die nach Ägypten ging, betrug siebzig.

Israel hatte Juda vorausgeschickt zu Josef, so dass Juda könnte sich Josef in Goschen präsentieren.
Als sie ankamen in Goschen,

Josef hatte seinen Wagen fertig gemacht und ging bis Goschen, um seinen Vater Israel zu treffen.
Als er erschien, schlang er seine Arme um seinen Hals und für eine lange Zeit weinte er an seiner
Schulter.

Israel sprach zu Josef: "Jetzt kann ich sterben, jetzt, da ich dich persönlich gesehen habe und habe
gesehen, dass du noch am Leben bist."

Und Josef sprach zu seinen Brüdern und der Familie seines Vaters: "Ich werde zurückgehen und
bringen die Nachrichten zum Pharao. Ich werde ihm sagen: Meine Brüder und die Familie meines
Vaters, die in Kanaan waren, sind zu mir gekommen.

Die Männer sind Hirten und kümmern sich ums Vieh, und sie haben ihre Schafe und Rinder und all
ihren Besitz hierher gebracht.

So, wenn der Pharao euch ruft und fragt: Was seid ihr von Beruf?

Dann sollt ihr sagen: "Seit unserer Kindheit haben deine Knechte Vieh betreut, wir und unsere Väter
vor uns, - so dass ihr in der Region Goschen bleiben könnt. Denn die Ägypter haben einen Horror
vor allen Hirten.“

So ging er und sagte zu Pharao: "Mein Vater und meine Brüder aus Kanaan mit ihren Herden und
Vieh und all ihren Besitz kamen zu Josef. Hier sind sie in dem Bereich von Goschen.“

Er hatte fünf seiner Brüder getroffen, und er präsentierte sie jetzt dem Pharao.

Pharao fragte seine Brüder: "Was seid ihr von Beruf?" Und sie gaben die Antwort dem Pharao:
„Deine Knechte sind Schafhirten, wie unsere Väter vor uns."

Sie gingen zum Pharao und sagten: „Wir sind gekommen, um in diesem Land zur Zeit zu bleiben,
da es keine Weide für die Herden deiner Diener gibt, da Kanaan von einer Hungersnot heimgesucht
ist. So, jetzt erlaube bitte deinen Dienern, sich in der Region Goschen niederzulassen."

Da sprach Pharao zu Josef: "Sie können in der Region Goschen bleiben, und wenn du irgend
Männer unter ihnen weißt, stelle sie in die Verantwortung für mein eigenes Vieh." Jakob und seine
Söhne kamen nach Ägypten, wo Josef war. Pharao, der König von Ägypten, hörte davon und sagte
zu Josef: "Dein Vater und deine Brüder sind zu dir gekommen.

Das Land Ägypten ist offen: Lasse sich nieder dein Vater und deine Brüder in der besten Region."

Josef brachte seinen Vater und stellte ihn dem Pharao vor. Jakob machte seine Aufwartung dem
Pharao.

Pharao fragte Jakob: „Wie viele Jahre hast du gelebt?"

Jakob sprach zu Pharao: "Die Jahre meines Aufenthaltes auf der Erde summieren sich auf 130
Jahre. Nur wenige und unglückliche Jahre wurden mir, verglichen mit meiner Vorfahren Jahren
ihres Aufenthalts auf der Erde."

Jakob nahm dann Abschied von Pharao und zog sich aus seiner Gegenwart zurück.

Josef dann siedelt seinen Vater und seine Brüder an, indem er ihnen Landbesitz in Ägypten gab, im
besten Teil des Landes, der Region von Ramses, wie Pharao befohlen hatte.

Josef versorgte seinen Vater, seine Brüder und alle Familie seines Vaters mit Lebensmitteln, bis hin
zum Kleinsten von ihnen.

Und auf der ganzen Erde gab es jetzt kein Essen, denn die Hungersnot war sehr schwer geworden,
und Ägypten und Kanaan waren beide schwach vor Hunger.

Josef sammelt all das Geld, in Ägypten und Kanaan, das im Austausch für die Lieferungen
herausgeben wurde, und das Geld kam in Pharaos Palast.

Als das ganze Geld in Ägypten und Kanaan erschöpft war, kamen alle Ägypter zu Josef und flehten:
"Gib uns Nahrung, es sei denn, du wolltest uns vor deinen Augen sterben sehen! Denn unser Geld
ist zu einem Ende gekommen."

Josef antwortete: „Gebt mir euer Vieh, und ich werde euch Lebensmittel im Austausch für euer Vieh
geben, wenn euer Geld zu einem Ende gekommen ist."

Und sie brachten ihr Vieh zu Josef, und Josef gab ihnen Nahrung im Austausch für Pferde und Vieh,
ob Schafe oder Rinder oder Esel. So gab er ihnen dieses Jahr Essen im Austausch für all ihr Vieh.

Als das Jahr vorbei war, kamen sie zu ihm im nächsten Jahr, und sagten zu ihm: "Wir können es
nicht vor unserm Herrn verbergen: die Wahrheit ist, unser Geld ist aufgebraucht und das Vieh ist in
unsres Herrn Besitz. Es ist nichts mehr da für unsern Herrn, außer unserem Körper und unserem
Land.

Wenn wir und unser Land nicht zugrunde gehen sollen, nimm uns und unser Land im Austausch für
Essen, und wir mit unseren Land werden Pharaos Leibeigene werden, nur gib uns zu säen, damit
wir überleben können und nicht sterben und das Land nicht zurückbleibt als Wüste!"

So erwarb Josef das ganze Land für den Pharao in Ägypten, da einer nach dem anderen die Ägypter
verkauften ihre Felder, so schwer waren sie durch den Hunger geplagt, und das ganze Land ging in
des Pharao Besitz über,

Während er die Menschen in die Leibeigenschaft erniedrigte von einem Ende Ägyptens bis zum
anderen.

Das einzige Land, das er nicht erwerben konnte, gehörte den Priestern, denn die Priester erhielten
eine Zulage von Pharao und lebten von der Zulage, die Pharao ihnen gab. Daher sahen sie keine
Notwendigkeit, ihr Land zu verkaufen.
Und Josef sagte zu den Menschen: "Das ist es, wie wir stehen: Ich habe euch gekauft, mit eurem
Land, in des Pharao Namen. Hier ist Samen für euch, das Land zu besäen.

Aber von der Ernte müsst ihr ein Fünftel Pharao geben. Die anderen vier Fünftel nehmt für eure
Felder zur Aussaat, um Nahrung für euch und eure Haushalte zu liefern und Essen für die Kinder."

“Du hast uns das Leben gerettet!" antworteten sie. "Wenn es gefällt unserm Herrn, werden wir
Leibeigene des Pharao werden."

Und Josef setzte ein Gesetz in Kraft, das ist noch heute in Kraft, in Bezug auf den Boden Ägyptens,
dass ein Fünftel dem Pharao gehört. Nur das Land der Priester kam nicht zum Pharao.

So ließ sich Israel in Ägypten nieder, in der Region Goschen. Sie erwarben Grundstücke, sie waren
fruchtbar und wurden sehr zahlreich.

Jakob lebte siebzehn Jahre in Ägypten, also das Gesamtalter Jakobs war hundertvierundsiebzig
Jahre.

Als Israels Zeit zu sterben sich näherte, hat er nach seinem Sohn Josef geschickt und sagte zu ihm:
"Wenn du mich wirklich liebst, lege deine Hand unter meine Hüfte als Pfand, dass du mit treuer
Liebe an mir handeln wirst: Du sollst mich nicht begraben in Ägypten!

Wenn ich liege mit meinen Vorfahren, führe mich aus Ägypten und begrabe mich in ihrem Grab." -
"Ich werde tun, was du sagst", antwortete er.

“Schwöre mir", betonte er. So schwor er es ihm, und Israel sank zurück auf das Kissen.

Einige Zeit später wurde Josef mitgeteilt: "Dein Vater ist krank geworden." So nahm er seine beiden
Söhne Manasse und Ephraim.

Als man Jakob sagte: Siehe, dein Sohn Josef kommt zu dir, hat Israel beschworen seine Kraft und
setzte sich auf im Bett.

“El Shaddai erschien mir zu Lus in Kanaan", sagte Jakob zu Josef, "und er hat mich gesegnet,

Und sagte zu mir: Ich mache dich fruchtbar und zahlreich, und zu einer Versammlung von Völkern
und gebe dieses Land deinem Samen nach dir, dass sie es auf Dauer besitzen.

Jetzt deine zwei Söhne, die dir geboren in Ägypten, bevor ich kam nach Ägypten, sollen mein sein,
Ephraim und Manasse sollen mir so viel wie Ruben und Simeon sein.

Aber im Hinblick auf die Kinder, die du von ihnen haben wirst, sie werden dein sein, und sie
werden den Namen ihrer Brüder erben.

Als ich auf dem Weg von Mesopotamien war, meine Trauer war, dass der Tod nahm deine Mutter
Rahel von mir in Kanaan weg, auf der Reise, nur eine kurze Strecke von Ephratha. Ich begrub sie
dort auf der Straße nach Ephratha - jetzt Bethlehem.“

Als Israel die beiden Söhne Josefs sah, fragte er: "Wer sind diese?"
“Es sind meine Söhne, die mir Gott hier gegeben", sagte Josef seinem Vater. "Dann bring sie zu
mir", sagte er, "so dass ich sie segne."

Nun, Israels Augen waren mit dem Alter schwach geworden, und er konnte nicht sehen. Also ließ
Josef sie näherkommen zu ihm und er küsste und umarmte sie.

Und Israel sprach zu Josef: "Ich dachte nicht, dass ich dich jemals wieder sehen würde, und jetzt hat
Gott mich deine Kinder sehen lassen, wie schön!"

Dann nahm Josef sie von seinem Schoß und neigte sich zu Boden.

Dann nahm Josef die zwei, Ephraim mit seiner rechten Hand, damit er auf der linken Seite Israels
sei, und Manasse mit seiner linken Hand, damit er auf der rechten Seite Israels sei, und brachte sie
zu ihm.

Aber Israel streckte seine rechte Hand aus und legte sie auf den Kopf von Ephraim, dem jüngeren,
und legte seine linke Hand auf den Kopf von Manasse und verschränkte seine Hände - Manasse war
der ältere.

Und er segnete Josef und sprach: „Der Gott, in dessen Gegenwart meine Väter Abraham und Isaak
gewandelt sind, der Gott, der mein Hirte gewesen von meiner Geburt an bis heute,

Der Engel, der mich vor allem Schaden gerettet hat, segne diese Knaben, so dass mein Name in
ihnen lebe, und die Namen meiner Vorfahren Abraham und Isaak, und sie sollen in Scharen auf der
Erde wimmeln!“

Josef sah, dass sein Vater seine rechte Hand auf den Kopf von Ephraim legte, und das dachte er
wäre falsch, so nahm er die Hand seines Vaters und versuchte, sie vom Kopf Ephraims auf den
Kopf Manasses zu schieben.

Josef protestierte vor seinem Vater: "Nicht so, Vater! Dieser ist der ältere, lege deine rechte Hand
auf diesen Kopf."

Aber sein Vater weigerte sich. "Ich weiß, mein Sohn, ich weiß", sagte er. "Auch er wird ein Volk
werden, er wird zu groß sein. Aber sein jüngerer Bruder wird größer sein, seine Nachkommen
werden ausreichen, um Nationen darstellen zu können."

Also segnete er sie des Tages und sprach: „Gott mache dich wie Ephraim und Manasse. Durch dich
wird Israel sich segnen und sprechen: Ziehe Ephraim dem Manasse vor.“

Und Israel sprach zu Josef: "Jetzt bin ich bereit zu sterben. Aber Gott wird mit euch sein und euch
zurück in das Land deiner Vorfahren bringen.“

Jakob rief seine Söhne und sprach: „Versammelt euch rund um mich, so dass ich euch sage, was für
euch kommen wird in den letzten Tagen.

Sammelt euch in der Runde, Söhne Jakobs, und hört, hört euren Vater Israel.

Ruben, du bist mein Erstgeborener, meine Kraft und der Erstling meiner Manneskraft, vor allem im
Stolz, vor allem in der Stärke,

Unkontrolliert wie Wasser: Du wirst nicht in der ersten Linie sein, denn du bestiegest das Bett
deines Vaters, und so hast du besudelt meine Schlafstätte, zu meiner Trauer.

Simeon und Levi sind Brüder bei der Durchführung ihrer böswilligen Pläne.

Möge meine Seele nicht in ihren Rat kommen, noch mein Herz kommen in ihr Unternehmen, denn
sie haben in ihrer Wut Männer gelähmt und Stiere nach Lust und Laune umgebracht.

Verflucht sei ihre Wut für ihre Rücksichtslosigkeit, verflucht sei ihr Zorn für seine Wildheit. Ich
werde sie in Jakob verteilen, ich werde sie in Israel zerstreuen.

Juda, deine Brüder werden dich loben: Du greifst deinen Feinden an den Hals, die Söhne deines
Vaters werden dir huldigen.

Juda ist ein junger Löwe; du stehst über deiner Beute, mein Sohn. Wie ein Löwe hockt er und legt
sich wie eine mächtige Löwin: Wer wagt es ihn zu wecken?

Das Zepter wird nicht von Juda weichen, noch der Herrscherstab von seinen Füßen, bis ihm Tribut
gebracht wird und die Völker erweisen ihm Gehorsam.

Er bindet seinen Esel an den Weinstock, an sein Lager das Fohlen seiner Eselin. Er wäscht seine
Kleider in Wein, seine Kleider im Blut der Trauben.

Seine Augen sind vom dunklen Wein rot und seine Zähne sind weiß von Milch.

Sebulon wird an der Meeresküste leben und ein Matrose an Bord der Schiffe sein, mit Sidon an
seiner Flanke.

Issachar ist ein starker Esel, liegend bei den Ställen.

Als er sah, wie gut die Ruhestätte und wie angenehm das Land, beugte er seine Schulter unter die
Last und wurde ein Sklave zur Zwangsarbeit.

Dan wird sein Volk wie jedes andere von den Stämmen Israels regieren.

Möge Dan eine Schlange auf der Straße sein, eine Viper auf dem Weg, die das Pferd beißt am
Sprunggelenk, so dass sein Reiter fällt rückwärts hinab!

Ich sehne mich nach deiner Befreiung, Jahwe!

Gad wird von Plünderern überfallen werden, und er wird an den Fersen angefallen.

Reiche werden das Essen von Asser herstellen: Er wird Essen passend für die Könige bringen.

Naftali ist eine schnelle schöne Hirschkuh.

Josef ist ein fruchtbarer Weinstock in der Nähe einer Quelle, dessen Ranken über die Mauer
reichen.

Bogenschützen in ihrer Feindschaft spannten ihre Bögen und griffen ihn an.
Aber ihre Bögen wurden von dem mächtigen Einen zerbrochen, die Sehnen ihrer Waffen wurden
von der Macht des Mächtigen Jakobs zerrissen, es half ihm der Name des Felsens Israels,

Der Gott deines Vaters, der dir hilft, El Shaddai, der dich segnet: Segen oben vom Himmel herab,
Segen von der Tiefe unterhalb liegend, Segen der Brüste und des Schoßes,

Segnungen des Getreides und der Blumen, Segnungen der ewigen Berge, Lohn von den ewigen
Hügeln - mögen sie steigen auf Josefs Kopf, auf die Krone des einen, der unter seinen Brüdern
geweiht ist!

Benjamin ist ein reißender Wolf, am Morgen verschlingt er die Beute, am Abend ist er immer noch
mit der Aufteilung der Beute beschäftigt."

Alle diese machen die Stämme Israels aus, zwölf an der Zahl, und das ist, was ihr Vater zu ihnen
sagte, wie er sie zum Abschied segnete, so dass jeder einen geeigneten Segen bekam.

Da gab er ihnen diese Anweisungen: "Ich werde zu meinem Volk versammelt werden. Begrabt mich
bei meinen Vorfahren, in der Höhle, die im Bereich des Ephron, des Hethiters, liegt,

In der Höhle im Feld Machpela, gegenüber Mamre in Kanaan, die Abraham kaufte von Ephron,
dem Hethiter, als seine eigene Begräbnisstätte.

Dort sind Abraham und seine Frau Sara begraben. Isaak und seine Frau Rebekka sind dort
begraben, und dort begrub ich Lea,

Das Feld und die Höhle, die sie von den Hethitern gekauft hatten."

Als Jakob seine Anweisungen an seine Söhne vollendet hatte, zog er seine Füße in das Bett, und die
Atmung wurde beendet, seine letzte Atmung, und er wurde zu seinem Volk versammelt.

Josef warf sich auf das Gesicht seines Vaters, bedeckte es mit Tränen und Küssen.

Dann befahl Josef die Ärzte in seinem Dienst zu seinem Vater, um ihn einzubalsamieren. Die Ärzte
balsamierten Israel ein,

Und es dauerte vierzig Tage, denn die Einbalsamierung dauert vierzig Tage, um sie abzuschließen.
Die Ägypter trauerten um ihn siebzig Tage.

Als die Zeit der Trauer um ihn um war, sagte Josef zu Pharaos Haushalt: „Wenn ihr Zuneigung für
mich habt, seht zu, dass diese Meldung Pharaos Ohren erreicht,

Mein Vater hat mich unter Eid beschworen und sprach: Ich gehe zu sterben in der Gruft, die ich in
Kanaan gegraben für mich, das ist, wo du mich begraben sollst. Also kann ich Urlaub nehmen, zu
gehen und meinen Vater zu begraben, und dann zurück zu kommen?"

Pharao antwortete: "Geh hinauf und begrabe deinen Vater, wie er es gewünscht, was du zu tun
geschworen."

Josef ging, seinen Vater zu begraben, und mit ihm alle Beamten des Pharao, die Würdenträger
seines Palastes und alle Würdenträger von Ägypten gingen mit ihm,

Sowie alle aus Josefs Familie, seine Brüder und die Familie seines Vaters. Die einzigen Menschen,
die sie hinter sich gelassen in Goschen, waren die Reiseunfähigen und ihre Schafe und Rinder.

Wagen und Reiter zogen mit ihm hinauf, es war ein sehr großes Gefolge.

Bei Goren-ha-Atad sind sie über den Jordan gekommen, sie hielten dort eine lange und feierliche
Klage, und Josef beobachtet sieben Tage Trauer um seinen Vater.

Als die Kanaaniter, die Bewohner, erlebten die Trauer bei Goren-ha-Atad, sagten sie: „Dies ist ein
feierlicher Akt der Trauer von den Ägyptern", deshalb wurde dem Ort der Name Abel-Mizraim
gegeben am Jordan.

Seine Söhne taten, was er ihnen befohlen hatte, für ihn zu tun.

Seine Söhne führten ihn nach Kanaan und begruben ihn in der Höhle im Feld Machpela, gegenüber
Mamre, die Abraham hatte von Ephron, dem Hethiter, als Begräbnisstätte für sich selbst gekauft.

Und Josef kehrte nach Ägypten zurück und seine Brüder und alle, die mit ihm gekommen waren,
um seinen Vater zu begraben.

Sehend, dass ihr Vater gestorben war, sagten Josefs Brüder: "Was ist nun, wenn Josef beabsichtigt,
uns als Feinde zu behandeln und wir bezahlen alles Schlechte, was wir ihm angetan haben?“

So schickten sie diese Nachricht an Josef: "Bevor dein Vater starb, gab er uns diesen Auftrag:

Ihr sollt zu Josef sagen: Jetzt bitte verzeihe das Verbrechen und die Fehler deiner Brüder und alles
Schlechte, was sie dir angetan haben. - So, jetzt bitte verzeihe das Verbrechen der Knechte des
Gottes deines Vaters." Josef weinte bei der Botschaft, die sie ihm geschickt hatten.

Dann gingen seine Brüder zu ihm selbst und werfen sich ihm zu Füßen und sagten: "Nimm uns als
deine Sklaven an!"

Aber Josef erwiderte: "Habt keine Angst, ist es für mich recht, mich an Gottes Stelle zu setzen?

Das Böse, das ihr tatet, ward für mich, geplant von Gottes Plan, zum Guten, um der Gegenwart
Ergebnis zu bringen: das Überleben einer Vielzahl von Menschen.

Es gibt also keine Notwendigkeit, Angst zu haben, ich werde für euch und eure Angehörigen
sorgen." Auf diese Weise versicherte er ihnen, sich liebevoll um sie zu kümmern.

Und Josef blieb in Ägypten mit der Familie seines Vaters, und Josef lebte hundert und zehn Jahre.

Josef sah die dritte Generation von Ephraims Linie, wie auch die Kinder von Machir, dem Sohn
Manasses, der auf Josefs Schoß geboren wurde.

Schließlich sagte Josef zu seinen Brüdern: "Ich gehe zu sterben. Gott aber wird sicher sich an euch
freundlich erinnern, und ihr nehmt ein das Land, das Land, das er unter Eid Abraham und Isaak und
Jakob versprochen hat."

Und Josef legte den Söhnen Israels einen Eid auf und sprach: "Wenn Gott sich erinnert an euch mit
Freundlichkeit, lasst meine Gebeine von hier wegführen."

Josef starb im Alter von hundertzehn, er wurde einbalsamiert und in einen Sarg in Ägypten gelegt.

ZWEITES KAPITEL

Alif-Lam-Ra.
Dies sind die Verse des deutlichen Buches.
Wahrlich, Wir haben es als einen arabischen Koran herabgesandt, damit du verstehst.
Wir sagen dir die besten Geschichten über unsere Offenbarung in diesem Koran. Und bevor dieser
kam, warst du mit denen, die nichts über ihn wussten.
Als Josef zu seinem Vater sagte: "O mein Vater! Wahrlich, ich sah im Traum elf Sterne und die
Sonne und den Mond, ich sah sie sich niederwerfen vor mir."
Der Vater sagte: "O mein Sohn! Sage nichts von deiner Vision deinen Brüdern, damit sie nicht
vereinbaren eine Intrige gegen dich. Wahrlich! Satan ist ein offener Feind der Menschen!“
"So wird dein Herr dich erwählen und dich lehren die Deutung der Träume und wird perfektionieren
Seine Bevorzugung deiner Persönlichkeit und der Nachkommen Jakobs, so wie Er die Bevorzugung
perfektionierte deiner Väter, Abraham und Isaak, vorzeiten! Wahrlich, dein Herr ist allwissend und
sehr weise!"
Wahrlich, Josef und seinen Brüdern waren Verse gegeben für diejenigen, die fragen.
Als sie sagten: "Wahrlich, Josef und sein Bruder Benjamin sind von unserem Vater mehr geliebt als
wir, aber wir sind eine starke Gruppe. Wirklich, das ist an unserem Vater schlicht ein Fehler.“
"Tötet Josef! Oder werft ihn auf ein gewisses anderes Grundstück, so dass der Vater uns allein
gegeben werde, und danach werden wir rechtschaffene Leute sein."
Einer unter ihnen sagte: "Tötet Josef nicht, aber wenn man etwas tun muss, werft ihn auf den Boden
eines Brunnens, er wird von einer Karawane von Reisenden abgeholt werden."
Sie sagten: "O unser Vater, warum hast du uns nicht vertraut mit Josef, da wir in der Tat seine
Gratulanten sein wollten?"
"Morgen sende ihn mit uns, das Spiel zu genießen, und wahrlich, wir kümmern uns um ihn."
Jakob sagte: "Wahrlich, es stimmt mich traurig, dass man ihn holen will, und ich fürchte, der Wolf
möchte ihn fressen, während ihr sorglos wegen ihm seid."
Sie sagten: "Wenn ein Wolf ihn verschlingt, während wir eine starke Gruppe sind, um ihn zu
schützen, dann sicher, dann sind wir die Verlierer."
So, als sie ihn wegtaten, sie alle warfen ihn bis auf den Grund des Brunnens, und Wir inspirierten
ihn: "Ja, du sollst eines Tages sie informieren über diese ihre Angelegenheit, wenn sie dich nicht
erkennen."
Und sie kamen zu ihrem Vater in der ersten Hälfte der Nacht und weinten.
Sie sagten: "O unser Vater, wir liefen miteinander, und gaben Josef von unseren Sachen, und ein
Wolf verschlang ihn, aber du wirst uns nie glauben, auch wenn wir die Wahrheit sagen!"
Und sie brachten sein Hemd von falschem Blut gefärbt. Er sagte: "Nein, aber ihr selbst habt eine
Geschichte gemacht, also für mich ist Geduld das passendste. Und es ist Gott, dessen Hilfe gegen
das, was ihr behauptet, von mir gesucht wird."
Und es kam eine Karawane von Reisenden, sie haben einen zur Wasser-Grube geschickt, und er ließ
seinen Eimer in den Brunnen. Er sagte: "Was für ein gute Nachricht! Hier ist ein Junge!" So
versteckten sie ihn als Ware, als einen Sklaven. Und Gott war der Allwissende von dem, was sie
taten.
Und sie verkauften ihn für einen niedrigen Preis, für ein paar Silberlinge. Und sie waren von denen,
die ihn als unbedeutend angesehen hatten.
Und der Mann aus Ägypten, der ihn gekauft hatte, sagte zu seiner Frau: "Mach seinen Aufenthalt
komfortabel, es kann sein, er wird uns Gewinn bringen, oder wir nehmen ihn als Sohn an." So
setzten Wir den Josef in das Land, auf dass Wir ihm in der Interpretation der Ereignisse
unterrichten. Und Gott hat volle Macht und Kontrolle über seine Angelegenheiten, aber die meisten
Menschen wissen es nicht.
Und als Josef erreicht seine volle Männlichkeit, verliehen Wir ihm Weisheit und Wissen, so
belohnen Wir die Gutes tun.
Und sie, in deren Haus er war, versuchte, ihn zu verführen, sie schloss die Tür und sagte: "Komm,
oh du!" Er sagte: "Ich suche Zuflucht bei Gott. Wahrlich, dein Mann ist mein Herr. Er hat meinen
Aufenthalt angenehm gemacht. Wahrlich, die Sünder werden nie erfolgreich sein."
Und in der Tat, sie wünschte ihm und er war nicht geneigt, ihrem Verlangen zu entsprechen, sonst
hätte er den Beweis seines Herrn nicht gesehen. So kam es, dass Wir vielleicht von ihm abwenden
das Böse und die Unzucht. Sicher, er war ein von Uns erwählter, von Uns geführter Sklave.
So raste sie an der Tür, und sie zerriss sein Hemd von hinten. Die beiden fanden ihren Mann an der
Tür. Sie sagte: "Was ist die Strafe für den, der einen bösen Plan gegen deine Frau ausgeführt, außer
dass er im Gefängnis sitzen muss oder eine schmerzhafte Buße ihm auferlegt wird?"
Josef sagte: "Sie war es, die mich zu verführen suchte!" Und ein Zeuge ihres Haushalts bezeugte:
"Wenn es sein sollte, dass sein Hemd von der Vorderseite zerrissen wurde, dann ist ihre Geschichte
wahr, und er ist ein Lügner!“
"Aber wenn es sein sollte, dass sein Hemd hinten zerrissen, dann hat sie gelogen, und er spricht die
Wahrheit!"
Also, als ihr Mann sah Josefs Hemd hinten zerrissen, sagte ihr Mann: "Wahrlich, es ist ein Elend
mit euch Weibern! Sicherlich, mächtig ist euer Elend!“
"O Josef! Geh von dieser weg! O Weib! Bitte um Vergebung für deine Sünde! Wahrlich, du warst
die Sünderin!“
Und die Frauen in der Stadt sagten: "Die Frau des Al-Aziz sucht ihren jungen Mann zu verführen,
ja, sie liebt ihn heftig, wahrlich, wir sehen klar ihren Fehler."
Also, als sie von ihrem Vorwurf zu hören bekam, sie schickte aus nach ihnen und bereitete ein
Gastmahl für sie, sie gab jeder von ihnen ein Messer, um die Lebensmittel zu schneiden, und sie
sagte zu Josef: "Komm heraus zu ihnen." Dann, als sie ihn sahen, erhoben sie ihn wegen seiner
Schönheit, und in ihrem Erstaunen schnitten sie ihre Hände. Sie sagten: "Wie perfekt ist Gott! Kein
Mensch ist das! Dies ist nichts anderes als ein edler Engel!"
Sie sagte: "Das ist der junge Mann, wegen dem ihr mir die Schuld gegeben wegen meiner Liebe,
und ich wollte versuchen, ihn zu verführen, aber er weigerte sich. Und jetzt, wenn er sich weigert,
meinem Antrag zu gehorchen, so wird er sicherlich ins Gefängnis geworfen werden und wird einer
von denen, die sich blamieren, sein."
Er sagte: "O mein Herr! Es ist der Kerker mehr nach meinem Geschmack als das, wozu sie mich
einladen will, es sei denn, du wendest ihren Plan von mir ab, ich fühle mich dir zugeneigt und bin
nicht einer von den Sündern."
So antwortete sein Herr seiner Anrufung und wandte von ihm ihren Plan. Wahrlich, Gott ist der
Allhörende, der Allwissende.
Dann erschien es ihnen richtig, nachdem sie die Beweise seiner Unschuld gesehen, ihn für eine Zeit
zu inhaftieren.
Und mit ihm betraten zwei junge Männer das Gefängnis. Einer von ihnen sagte: "Wahrlich, ich sah
mich im Traum Wein auspressen." Der andere sagte: "Wahrlich, ich sah im Traum die Brote auf
meinem Kopf und Vögel davon essen." Sie sagten: "Informiere uns über die Auslegung dieser
Träume. Wahrlich, wir denken, du bist einer der Wohltäter."
Er sagte: "Kein Essen wird zu dir im Wachzustand oder im Traum als Gabe kommen, aber ich
werde dich im Wachzustand informieren, bevor deine Interpretation, das Essen kommt. Das ist es,
was mein Herr mich gelehrt hat. Wahrlich, ich habe die Religionen der Menschen, die nicht an Gott
glauben und ungläubig sind an das Jenseits, verlassen.“
"Und ich bin der Religion meiner Väter gefolgt, Abraham, Isaak und Jakob, und nie könnten wir
zuschreiben irgendwelche Partner Gott. Das ist die Gnade Gottes über uns und der Menschheit,
jedoch die meisten Menschen danken ihm nicht.“
"O ihr meine zwei Begleiter im Gefängnis! Sind verschiedene Götter besser oder Gott, der Eine, der
Unwiderstehliche?
"Man muss nichts neben ihm anbeten, sondern die Götter sind nur Namen, die ihr geschmiedet habt,
ihr und eure Väter, wofür Gott keine Vollmacht gegeben hat. Der Befehl ist Gottes allein. Er hat
befohlen, dass ihr keinen Gott außer Gott anbeten sollt, das ist die wahre Religion, aber die meisten
Menschen wissen es nicht.“
"O ihr meine zwei Begleiter im Gefängnis! Der Eine von euch wird Wein einschenken seinem
Meister, dass er trinke! Und der Andere, er wird gekreuzigt werden, und Vögel werden fressen Brot
von seinem Kopf! Somit ist der Fall beurteilt, wonach ihr gefragt habt."
Und er sprach zu dem, von dem er wusste, dass er gerettet werden wird: "Erwähne mich bei deinem
Herrn." Aber Satan ließ es ihn vergessen, ihn bei seinem Herrn zu erwähnen. So blieb Josef im
Gefängnis ein paar weitere Jahre.
Und der König von Ägypten sagte: "Wahrlich, ich sah im Traum sieben schöne fette Kühe, die von
sieben hässlichen mageren Kühen verschlungen wurden, und sieben grüne Ähren und sieben
vertrocknete Ähren. O Honoratioren! Erklärt mir meinen Traum, wenn es sein kann, dass man
Träume zu deuten weiß."
Sie sagten: "Träume sind Schäume, wir halten nichts von der Deutung der Träume."
Da erinnerte sich der Mann, der freigekommen war, nun endlich und sagte: "Er wird dir sagen seine
Deutung, so hole ihn her."
Er sagte: "O Josef, Ehemann der Weisheit! Erkläre mir den Traum von den sieben schönen fetten
Kühen, die von sieben hässlichen mageren verschlungen wurden, und von den sieben grünen Ähren
und den sieben vertrockneten Ähren, damit ich zu den Menschen zurückkehren kann, dass sie
wissen."
Josef sagte: "Sieben Jahre in Folge werdet ihr wie gewohnt säen, und ernten, und ihr werdet die
Ähren sammeln, außer ein wenig davon, die ihr essen könnt.“ .
"Dann werden danach sieben Jahre kommen, da ihr außer dem, was ihr gespeichert habt, nichts zu
essen findet, und ihr werdet essen, was ihr im Voraus zur Seite gelegt habt.“
"Dann kommt danach ein Jahr, in dem die Menschen reichlich Regen haben und in dem sie Wein
und Öl reichlich zu keltern haben."
Und der König sprach: "Bringt ihn zu mir her." Aber als der Bote zu ihm kam, sagte Josef: "Kehre
zurück zu deinem Herrn und frage ihn: Was ist mit den Frauen, die ihre Hände geschnitten?
Sicherlich ist mein Herr Gott sich bewusst ihrer Handlung."
Der König sagte zu den Frauen: "Was war das denn, wenn ihr nicht versuchtet, Josef zu verführen?"
Die Frauen sagten: "Gott bewahre uns! Wir wissen nichts von Unheil gegen ihn!" Die Frau des Al-
Aziz sagte: "Jetzt ist die Wahrheit offenbar geworden, ich war es, die ihn zu verführen versuchte,
und er entspricht sicherlich der Wahrheit."
Dann sagte Josef: "Ich fragte nach dieser Untersuchung, damit Al-Aziz wisse, dass ich ihn nicht
verraten im Verborgenen. Und, wahrlich, Gott führt nicht die Handlungen der Verräter!“
"Und ich werde mich befreien von der Schuld. Wahrlich, das menschlichen Selbst ist geneigt zum
Bösen, außer wenn mein Herr Gott seine Barmherzigkeit schenkt. Wahrlich, mein Herr Gott ist
allverzeihend, der Barmherzige."
Und der König sagte: "Bringt ihn zu mir, dass ich ihn an meine Person binde." Dann, als er mit ihm
sprach, sagte er: "Wahrlich, an diesem Tag bist du bei mir hoch im Rang und voll
vertrauenswürdig."
Josef sagte: "Setze mich über die Schatzkammern des Landes, ich will sie bewachen mit
vollkommener Weisheit."
Somit haben Wir die volle Befugnis über das Land Josef anvertraut, in Besitz zu nehmen das Land,
wie, wann und wo er will. Wir schenken Unsere Barmherzigkeit, wem Wir wollen, und Wir lassen
nicht den Lohn verloren gehen den Wohltätern.
Und wahrlich, der Lohn des Jenseits ist besser für diejenigen, die glauben und Gott fürchten und tun
ihre Pflicht.
Und Josefs Brüder kamen und sie traten zu ihm, und er erkannte sie, aber sie erkannten ihn nicht.
Und als er sie mit ihren Bestimmungen je nach ihrem Bedarf ausgestattet hatte, sagte er: "Bringt mir
einen Bruder von eurem Vater. Seht ihr nicht, dass ich volles Maß gebe und dass ich der beste
Gastgeber bin?“
"Aber wenn ihr ihn mir nicht bringt, wird es kein Maß für euch von mir geben, noch dürft ihr in
meine Nähe kommen."
Sie sagten: "Wir werden versuchen, die Erlaubnis von seinem Vater zu bekommen, und wahrlich,
wir werden es tun."
Und Josef sagte seinem Diener, er solle ihr Geld in ihre Taschen stecken, damit sie denken, wenn
sie zu ihrem Volk zurückgehen, dass sie wieder kommen müssen.
Also, als sie zu ihrem Vater zurückgekehrt waren, sagten sie: "O unser Vater! Nicht mehr Maß
Getreide werden wir bekommen, es sei denn, wir nehmen unseren Bruder Benjamin mit. So sende
unseren Bruder mit uns, und wir werden unser Maß bekommen und wirklich, wir werden ihn
schützen."
Er sagte: "Kann ich ihn euch anvertrauen, wie ich euch seinen Bruder Josef anvertraut hatte
vorzeiten? Aber Gott ist der beste Beschützer, und Gott ist der Barmherzige, der Erbarmer."
Und als sie ihre Koffer öffneten, fanden sie ihr Geld darin, das sie zurückgebracht hatten. Sie
sagten: "O unser Vater! Was können wir uns mehr wünschen? Dieses unser Geld ist uns
zurückgegeben worden, so dass wir für unsere Familie mehr Essen bekommen werden, und wir
werden unseren Bruder schützen, und bringen ein weiteres Maß einer Kamellast. Diese Menge ist
dem König leicht uns zu geben."
Jakob sagte: "Ich werde ihn nicht mit euch senden, bis ihr mir einen feierlichen Eid schwört im
Namen Gottes, dass ihr ihn zu mir zurückbringt, wenn ihr auch umgeben wäret von Feinden." Und
als sie ihren feierlichen Eid geschworen hatten, sagte er: "Gott ist Zeuge über das, was wir gesagt
haben."
Und er sagte: "O meine Söhne! Durch ein Tor geht nicht, sondern geht durch verschiedene Tore,
und ich kann euch nicht in Anspruch nehmen gegen Gott. Wahrlich! Die Entscheidung liegt allein
bei Gott. In Ihn habe ich mein Vertrauen gesetzt! Und mögen doch all jene, die vertrauen, vertrauen
auf Ihn."
Und als sie nach dem Rat ihres Vaters eingetreten waren, hat es ihnen nicht im geringsten genützt
gegen den Willen Gottes, es war aber ein Bedürfnis von Jakobs innerem Selbst, das er sie so
entlassen. Und wahrlich, er war mit der Weisheit begabt, weil Wir sie ihm gegeben hatten, aber die
meisten Menschen wissen nichts.
Und als sie gingen, und vor Josef traten, begab er sich zu seinem Bruder Benjamin, und sagte:
"Wahrlich, ich bin dein Bruder, so trauere nicht um das, was jene zu tun pflegten."
Also, als er sie wieder mit ihren Bestimmungen ausgestattet hatte, legte er den goldenen Orakel-
Becher in seines Bruders Tasche, dann rief ein Ausrufer: "O, die ihr in der Karawane zieht,
sicherlich, Diebe seid ihr!"
Sie drehten sich um und sagten: "Was ist das, was du vergessen hast?"
Sie sagten: "Wir vermissen den goldenen Orakel-Becher des Königs, und der, der ihn als eines
Kamels Last bei sich trägt, soll gebunden werden."
Sie sagten: "Bei Gott! Tatsächlich weißt du, dass wir nicht gekommen sind, um Unheil ins Land zu
bringen, und wir sind keine Diebe!"
Josefs Männer sagten: "Was soll dann die Strafe für ihn sein, wenn ihr euch als Lügner erweist?"
Josefs Brüder sagten: "Die Strafe sollte sein, dass er, in dessen Tasche der Orakel-Becher gefunden
wird, die Strafe eines Kriminellen erleidet. So bestrafen wir die Übeltäter!"
Und Josef begann die Suche in ihren Taschen beim Sack seines Bruders Benjamin. Da brachte er es
aus der Tasche seines Bruders den Orakel-Becher hervor. So haben Wir es geplant für Josef. Er
konnte seinen Bruder nicht durch das Gesetz des Königs als Sklaven binden lassen, außer dass Gott
es so wollte. Wir erhöhen um Rangstufen, wen Wir erhöhen wollen, aber über alle, die mit der
Weisheit begabt sind, ist der Allweise!
Josefs Brüder sagten: "Wenn er stiehlt, so war ein Bruder von ihm, der stahl, bevor er gezeugt
wurde." Aber diese Dinge hat Josef für sich behalten, er offenbarte ihnen nicht die Geheimnisse,
sondern sprach in sich selbst: "Sie sind im schlimmsten Fall, und Gott weiß am besten die Wahrheit
dessen, was sie behaupten."
Sie sagten: "O Herrscher des Landes! Wahrlich, er hat einen alten Vater, der um ihn trauern wird, so
nimm einen von uns an seiner Stelle. In der Tat denken wir, dass du eine der Wohltäter bist!"
Er sagte: "Gott behüte, dass wir jemanden nehmen, außer den, bei dem wir unser Eigentum
gefunden haben. Sonst wären wir ja ein Ungerechter."
Also, als sie vor ihm verzweifelten, hielten sie eine Konferenz im Privaten. Der Älteste unter ihnen
sagte: "Wisst ihr nicht, dass unser Vater einen Eid von uns genommen im Namen Gottes, und davor
haben wir nicht unsere Pflicht an Josef ausgeübt. Darum will ich dieses Land nicht verlassen, bis
mein Vater es mir erlaubt. Oder Gott entscheidet meinem Fall durch die Freilassung Benjamins, und
Gott ist der gerechteste Richter.“
Sie kamen zurück zu ihrem Vater und sagten: „O unser Vater! Wahrlich, dein Sohn Benjamin hat
gestohlen, und wir bezeugen nichts außer nach dem, was wir wissen, und wir konnten es nicht
wissen, das Ungesehene!“
"Und frage die Menschen der Stadt, wo wir gewesen sind, und die Karawane, mit der wir
zurückkamen, und in der Tat, wir sagen die Wahrheit."
Jakob sagte: "Nein, aber ihr habt eure eigenen Seelen betört. Also Geduld ist am passendsten für
mich. Kann sein, Gott wird ihn zu mir zurückbringen, um mir wirklich alles zu tun, was ich
wünsche. Nur Gott ist allwissend und allweise."
Und er wandte sich von ihnen ab und sagte: "Ach, mein Kummer um Josef!" Und seinen Augen
verloren das Licht vor unterdrücktem Kummer!
Sie sagten: "Bei Gott, wird es denn nie aufhören, dass du dich an Josef erinnerst, bis du vom Alter
schwach geworden bist, oder bis du tot bist?"
Er sagte: "Ich klage nur meinen Kummer und meine Trauer Gott, und ich weiß von Gott, was ihr
nicht wisst.“
"O meine Söhne! Geht und fragt nach Josef und seinem Bruder Benjamin, und ich will nie die
Hoffnung auf Gottes Barmherzigkeit verlieren. Sicherlich, niemand verzweifelt an Gottes
Barmherzigkeit, außer jene Menschen, die nicht glauben."
Dann, als sie zu Josef kamen, sagten sie: "O Herrscher des Landes! Eine harte Zeit hat uns und
unsere Familie getroffen, und wir haben gebracht nur ein geringes Kapital, so zahle uns das volle
Maß und sei wohltätig zu uns. Wahrlich, Gott belohnt die Wohltätigen."
Er sagte: "Wisst ihr, was ihr mit Josef und seinem Bruder Benjamin getan habt, wenn ihr unwissend
wart?"
Sie sagten: "Bist du denn wirklich Josef?" Er sagte: "Ich bin Josef, und dies ist mein Bruder
Benjamin. Gott ist in der Tat uns gnädig gewesen. Wahrlich, wer Gott fürchtet, und ihm gehorcht
und ist geduldig, dann sicher, lässt Gott den Lohn der Wohltäter nicht verloren gehen."
Sie sagten: "Bei Gott! Gott hat dich der Tat vor uns bevorzugt, und wir sind Sünder."
Er sagte: "Kein Vorwurf trifft euch an diesem Tag, möge Gott euch vergeben, und Gott ist der
Barmherzige, der Erbarmer!“
"Geht mit diesem Hemd von mir, und werft es über das Gesicht meines Vaters, er wird hellsichtig
werden, und dann bringt mir eure ganze Familie."
Und als die Karawane kam, sagte ihr Vater: "Ich glaube, ich fühle, ich rieche Joseph, wenn er nur an
mich denkt, mag er mich auch für schwachsinnig halten."
Sie sagten: "Bei Gott! Gewiss, in deinem alten Fehler befindest du dich wieder."
Dann, als der Träger der frohen Botschaft angekommen war, warf er das Hemd auf Jakobs Gesicht,
und er wurde hellsichtig. Er sagte: "Habe ich es euch nicht gesagt? Ich weiß von Gott, was ihr nicht
wisst."
Sie sagten: "O unser Vater, bitte um die Vergebung Gottes für unsere Sünden, ja, wir sind Sünder."
Er sagte: "Ich werde meinen Herrn Gott um Vergebung für euch bitten, wahrlich, Gott allein ist der
Allverzeihende, Gott ist barmherzig!"
Dann, als sie zu Josef traten, rief er seine Eltern zu sich und sagte: "Lebt in Ägypten, so Gott will,
in Sicherheit."
Und er hob seine Eltern auf den Thron, und sie fielen vor ihm nieder. Und er sagte: "O mein Vater!
Dies ist die Deutung meines Traumes von vorzeiten. Mein Herr Gott hat ihn wahr werden lassen
und war in der Tat gut zu mir, als er mich aus dem Gefängnis befreite, und euch alle hierher
brachte! Im Beduinen-Leben, nach der Tücke Satans, war Feindschaft zwischen mir und meinen
Brüdern gesät. Sicherlich ist mein Herr Gott sehr freundlich und gütig zu wem er will. Wahrlich!
Nur Gott ist er der Allwissende, der Allweise.
"Mein Herr Gott! Du hast mir in der Tat in deiner Souveränität verliehen die Weisheit der Deutung
der Träume! Du bist allein Schöpfer der Himmel und die Erden. Du bist meine Hilfe in dieser Welt
und im Jenseits, weil ich als Ergebener sterbe, und komm du zu mir mit den Heiligen."
Dies ist die Kunde von dem Unsichtbaren, das Wir dir zeigten in der Inspiration. Du warst nicht mit
ihnen, als sie ihren Plan zusammen fassten, und auch nicht während sie den Plan ausführten.
Und die meisten Menschen wollen nicht glauben, auch wenn du es leidenschaftlich begehrst!
Und keine Belohnung erbitte von denjenigen, die dein Prophetenamt nicht anerkennen, dafür ist
dies nicht weniger als eine Erinnerung und Beratung den Kreaturen.
Und wie viele Zeichen an dem Himmel und auf der Erde sind geschehen, während jene dem
abgeneigt sind.
Und die meisten von ihnen glauben nicht an Gott, außer dass sie ihm Partner zuschreiben.
Fühlen sie denn nichts von der kommenden Welt, dass sie sich verhüllen vor Gott, oder fühlen sie
nicht das sichere Kommen des Jüngsten Tages, ganz plötzlich, während sie es nicht erwarteten?
Sprich: "Dies ist mein Weg, ich rufe zu Gott mit gewisser Weisheit, ich. und wer mir folgt. Und ich
bin nicht der Heiden einer."
Und Wir haben vor dir Boten gesandt, Menschen, die Wir inspirierten, mitten aus dem Volk. Haben
sie nicht die Erde bereist und gesehen, wie das Ende derer war, die vor ihnen waren? Und wahrlich,
es ist die Heimat des Jenseits das Beste für diejenigen, die Gott fürchten und ihm gehorchen. Wollt
ihr denn nicht verstehen?
Sie wurden begnadigt, bis die Gesandten die Hoffnung aufgegeben und dachten, dass sie abgelehnt
würden, aber dann kam zu ihnen Unsere Hilfe, und wen Wir wollten, den haben Wir erlöst. Und
Unsere Strafe kann nicht von den Sündern abgewehrt werden.
In diesen Geschichten ist eine Lehre für die Vernünftigen. Sie ist nicht eine gefälschte Erklärung,
sondern eine Bestätigung der bestehenden Bücher Gottes, der Thora und des Evangeliums, und eine
ausführliche Erklärung des Ganzen und eine Führung und eine Barmherzigkeit für die Menschen,
die glauben.

DRITTES KAPITEL

Es war im ersten Jahr der sieben Jahre des Überflusses, im zweiten Monat, dass der Pharao Josef
sandte durchs ganze Land Ägypten. Und Josef kam, in dem vierten Monat, im ersten Jahr, am
achtzehnten Tag des Monats, in die Stadt Heliopolis. Und er war der Sammler allen Getreides dieses
Landes, wie der Sand am Meer. Nun gab es in dieser Stadt einen Mann, einen Statthalter des
Pharao, und dieser Mann war der Chef aller Satrapen und Fürsten Pharaos. Und er war sehr reich
und weise und großzügig, und er war Pharaos Berater, und sein Name war Pentephres, und er war
der Priester von Heliopolis. Pentephres hatte eine Jungfrau, die Tochter, etwa achtzehn Jahre alt,
groß und schön und anmutig, schöner als jede andere Jungfrau im Land. Und sie war ganz anders
als die Töchter der Ägypter, aber in jeder Hinsicht wie die Töchter der Hebräer. Und sie war so groß
wie Sarah, und so schön wie Rebecca, und so schön wie Rahel, und der Name dieser Jungfrau war
Aseneth. Und der Ruhm ihrer Schönheit verbreitete sich im ganzen Land, auch in seinen
entlegensten Winkeln, und alle Söhne der Herren und der Statthalter und der Könige suchten ihre
Hand in der Ehe zu gewinnen, junge Männer alle von ihnen. Und es gab große Rivalität zwischen
ihnen, wegen ihr, und sie begannen, sich untereinander zu bekämpfen wegen Aseneth. Und der
älteste Sohn des Pharao hörte von ihr, und er bat seinen Vater, sie ihm zu geben als seine Frau. Und
er sprach zu ihm: "Gib mir Aseneth, die Tochter des Pentephres, des Priesters von Heliopolis, als
meine Frau." Und sein Vater Pharao sprach zu ihm: "Warum solltest du eine Frau bekommen von
niederem Stand als du? Bist du nicht König der ganzen Erde? Nein! Siehe, die Tochter Königs
Joakims wird dir verlobt, und sie ist eine Königin und sehr schön in der Tat. Nimm sie als deine
Frau."

II

Aseneth verachtete alle Männer und betrachtete sie mit Verachtung, doch kein Mann hatte sie je
gesehen, denn Pentephres hatte einen Turm an seinem Haus gebaut, der groß und sehr hoch war.
Und das oberste Stockwerk hatte zehn Zimmer. Das erste Zimmer war groß und angenehm, und es
war mit lila Steinen gepflastert, und die Wände waren mit Edelsteinen verschiedener Art
geschmückt. Und die Decke des Zimmers war von Gold, und in ihm lagen die unzähligen Götter
und Göttinnen der Ägypter, aus Gold und Silber. Und alle diese verehrte Aseneth, und sie fürchtete
sie, und sie opferte ihnen. Das zweite Zimmer enthielt alles für die Putz Aseneths, den Schmuck
und die Schatzkisten. Und es gab viel Gold in ihm, und Silber und Kleider, mit Gold und
Edelsteinen von großem Preis, und feine Bettwäsche. Und all ihre mädchenhaften Verzierungen
waren darin. Das dritte Zimmer enthielt all die guten Dinge der Erde, und es war für Aseneth das
Warenhaus. Und sieben Jungfrauen hatten die restlichen sieben Zimmer inne, eine jede eins. Und
sie waren dazu da, um Aseneth aufzuwarten und waren im gleichen Alter wie sie, denn sie waren
alle in der gleichen Nacht wie Aseneth geboren, und sie waren sehr schön, wie die Sterne am
Himmel, und kein Mann oder Jüngling hatte je etwas mit ihnen zu tun gehabt. Und Aseneths großer
Raum, wo sie ihre Zeit verbrachte, hatte drei Fenster. Ein Fenster ging über den Hof in den Osten.
Das zweite sah in den Norden, auf die Straße, und das dritte in den Süden. Und ein goldenes Bett
stand in dem Zimmer, mit Blick auf den Osten. Und das Bett hatte eine Decke von lila Gewebe mit
Gold, mit blauen und feines Leinen bestickt. In diesem Bett lag Aseneth, um allein zu schlafen, und
kein Mann und keine Frau jemals setzte sich darauf, mit Ausnahme von Aseneth. Und es war ein
großer Hof rund um das Haus, und eine Mauer um den Hof, sehr hoch und von großen rechteckigen
Steinen gebaut. Und es waren vier Tore in den Hof, mit Eisen überwölbt, und achtzehn starke junge
Männer standen da mit Waffen, um jedes einzelne von ihnen zu schützen. Und an der Wand im
Innenhof gab es jede Art von schönen Bäumen, die Frucht bringen, und die Frucht an jedem von
ihnen war reif, denn es war Erntezeit. Und auf der rechten Seite des Hofes gab es eine ständig
sprudelnde Wasserquelle, und im Frühjahr eine große Zisterne, die das Wasser aus der Quelle erhielt
und aus der ein Fluss durch die Mitte des Hofes geflossen war und tränkte alle Bäume.

III

Und es begab sich, im vierten Monat, am achtzehnten Tag des Monats, dass Josef kam in die Stadt
Heliopolis. Und als er sich der Stadt näherte, schickte Josef zwölf Männer vor sich her zu
Pentephres, dem Priester von Heliopolis, zu sagen: Darf ich dein Gast für diesen Tag sein? denn es
ist der Mittag nahe und Zeit für eine Mittagsmahlzeit. Die Hitze der Sonne ist übermächtig, und ich
möchte eine Erfrischung unter deinem Dach genießen. Als Pentephres dies hörte, war er
überglücklich und sagte: Gelobt sei der Herr, der Gott Josefs. Und Pentephres rief seinen Diener
und sagte zu ihm: Eile und bring mein Haus in Ordnung, und bereite ein großes Fest, weil Josef, der
mächtige Mann Gottes, zu uns kommt an diesem Tag. Und Aseneth hatte gehört, dass ihr Vater und
ihre Mutter wiedergekommen waren von ihrem Familienbesitz auf dem Land. Und sie freute sich
und sprach: Ich will gehen und sehen meinen Vater und meine Mutter, denn sie sind von ihrem
Familiensitz auf dem Land zurück. Aseneth eilte und legte ein feines Leinen-Gewand an, blau
gewebt mit Gold, und einen goldenen Gürtel um ihre Taille, und sie legte Spangen an ihre Hände
und Füße, und sie legte eine Kette um ihren Hals. Und es gab Edelsteine aller Art an ihr, mit den
Namen der ägyptischen Götter und Göttinnen eingeschrieben überall, auf den Armbändern und den
Steinen, und die Namen der Idole wurden auf die Steine gestempelt. Und sie legte eine Tiara auf
den Kopf und band ein Diadem um ihre Glieder und bedeckt ihren Kopf mit einem Schleier.

IV

Und sie eilte und kam von der Treppe aus ihrem Stockwerk an der Spitze, und sie kam zu ihrem
Vater und ihrer Mutter und begrüßte sie. Und es war für Pentephres und seine Frau eine große
Freude, zu sehen ihre Tochter Aseneth als die Braut Gottes geschmückt. Und sie nahm all die guten
Dinge, die sie von ihrem Anwesen vom Land gebracht hatten, und sie gaben sie ihrer Tochter. Und
Aseneth freute sich über die guten Dinge, und die Früchte, die Trauben und die Datteln, und über
die Trauben und Granatäpfel und Feigen, denn sie alle waren köstlich. Und Pentephres sagte zu
seiner Tochter Aseneth: Mein Kind! Sie sagte: Siehe, hier bin ich, mein Herr! Und er sagte zu ihr:
Setz dich, bitte, zwischen uns: Ich möchte mit dir reden. Und Aseneth setzte sich zwischen ihren
Vater und ihre Mutter. Und ihr Vater Pentephres nahm ihre rechte Hand in seine rechte Hand und
sagte zu ihr: Mein Kind! Und Aseneth sagte: Was ist, Vater? Und Pentephres sagte zu ihr: Siehe,
Josef, der mächtige Mann Gottes, kommt zu uns heute, und er ist Herrscher über das ganze Land
Ägypten, denn der Pharao hat ihn zum Herrscher über all unser Land bestellt, und er ist der Spender
von Getreide im ganzen Land und ist es, die Ägypter vor der Hungersnot, die kommen wird, zu
retten. Und Josef ist ein Mann, der Gott verehrt! Er ist demütig, und eine Jungfrau, wie auch du bist,
und ein Mann von großer Weisheit und Wissen, und der Geist Gottes ist auf ihm, und die Gnade des
Herrn ist mit ihm. Also komm, mein Kind, und ich werde dich ihm geben als seine Frau: Du sollst
seine Braut sein, und er soll dein Bräutigam für immer sein. Und als Aseneth gehört, was ihr Vater
sagte, kam ein heißer Schweiß über sie, und sie war wütend, und sah von der Seite ihren Vater an.
Und sie sagte: Warum sollte mein Herr und mein Vater dieses sprechen, als ob er mich übergeben
würde wie eine Gefangene einem Mann von einer anderen Rasse, einem Mann, der ein Flüchtling
war und wurde verkauft als Sklave? Ist dies nicht der Sohn des Hirten aus dem Land Kanaan, und er
wurde von ihm aufgegeben? Ist das nicht der Mann, der Sex mit seiner Geliebten hatte? Und sein
Meister warf ihn ins Gefängnis, wo er in der Dunkelheit lag, und Pharao holte ihn aus dem
Gefängnis, weil er seinen Traum gedeutet? Nein, ich will den ältesten Sohn des Königs heiraten,
denn er ist König der ganzen Erde. Dies hörend, dachte Pentephres, es wäre klüger, nicht mehr zu
seiner Tochter über Josef zu sprechen, denn sie hatte ihm arrogant und im Zorn geantwortet.

Und siehe, einer der jungen Männer aus Pentephres’ Gefolge platze herein und sagte: Siehe, Josef
ist vor den Toren unseres Hofes. Und Aseneth verließ schnell ihren Vater und ihre Mutter und rannte
die Treppe hinauf und ging in ihr Zimmer und trat an das große Fenster, das nach Osten blickte, um
Josef zu sehen, als er in das Haus ihres Vaters trat. Und Pentephres und seine Frau und alle seine
Verwandten gingen hinaus, um Josef zu begrüßen. Und die Pforten des Gerichts, die nach Osten
schauten, wurden geöffnet, und Josef kam, sitzend in des Pharao Vizekönigs Wagen. Und es waren
vier Pferde angespannt, weiß wie Schnee, mit goldenen Zügel, und der Wagen war über und über
bedeckt mit Gold. Und Josef trug einen herrlichen weißen Kittel, und die Robe um ihn geschlungen
war lila, aus Leinen gewebt, mit Gold durchwirkt: er trug eine goldene Krone auf dem Kopf, und
rund um die Krone waren zwölf Edelsteine, und vor den Steinen zwölf goldene Strahlen, und ein
königliches Zepter war in seiner rechten Hand. Und er hielt einen Olivenzweig ausgestreckt, und es
gab viel Früchte daran. Und Josef kam in den Hof, und die Tore waren geschlossen. Und Fremde,
egal ob Männer oder Frauen, blieben draußen, weil die Torwächter die Türen geschlossen hatten.
Und Pentephres kam, und seine Frau kam, und alle seine Verwandten, mit Ausnahme ihrer Tochter
Aseneth, und sie beugten sich vor Josef mit ihren Gesichtern zu Boden. Und Josef stieg aus seinem
Wagen und streckte seine rechte Hand zu ihnen aus.

VI
Als Aseneth Josef sah, stach es ihr ins Herz, ihre Eingeweide waren aufgewühlt, ihre Knie wurden
schlaff, und ihr ganzer Körper zitterte. Und sie war in großer Angst und rief und sprach: Wohin soll
ich gehen, und wo kann ich mich vor ihm verbergen? Und wie wird Josef, der Sohn Gottes, mich
betrachten, denn ich habe Böses gesprochen über ihn? Wohin kann ich fliehen und wo mich
verstecken, denn er sieht alles, und kein Geheimnis ist vor ihm sicher, wegen des großen Lichtes,
das in ihm ist. Und jetzt möge der Gott Josefs mir gnädig sein, denn ich sprach Böses in
Unwissenheit. Was kann ich hoffen, Wurm, der ich bin? Habe ich nicht gesprochen, Josef kommt,
der Sohn des Hirten aus dem Land Kanaan? Und nun, siehe, die Sonne kommt zu uns vom Himmel
in seinem Wagen und in unser Haus an diesem Tag. Aber ich war dumm und leichtsinnig, ihn zu
verachten, und ich sprach schlecht von ihm und wusste nicht, dass Josef der Sohn Gottes ist. Denn
welcher Mensch könnte jemals Vater solcher Schönheit sein, und welche Mutter würde je ein
solches Licht tragen? Elende, die ich bin, und dumm, denn ich sprach Bösen von ihm zu meinem
Vater. Nun wolle mein Vater mich Josef als Dienstmädchen und Sklavin verkaufen, und ich werde
ihm für immer dienen.

VII

Und Josef kam in Pentephres’ Haus und setzte sich auf einen Sitz, und er wusch seine Füße, und er
stellte einen Tisch getrennt auf, weil er nicht mit den Ägyptern essen wollte, denn dies war ein
Gräuel für ihn. Und Josef sprach zu Pentephres und allen seinen Verwandten und sagte: Wer ist
dieser Frau, die in der Sonne durch das Fenster schaut? Sag ihr, sie soll wegtreten. Das war, weil
Josef Angst hatte, sie könnte ihn bitten, mit ihr zu schlafen, denn alle Frauen und Töchter der
Herren und Satrapen des ganzen Land Ägypten nutzen jede Gelegenheit, um ihn zu bitten, mit
ihnen zu schlafen. Und viele der Frauen und Töchter der Ägypter haben viel gelitten um Josef, weil
er so schön war, und sie schickten Boten, ihn mit Gold und Silber und wertvollen Geschenken zu
beschenken. Und Josef würde sie ablehnen und sagen: Ich werde nicht die Sünde vor dem Gott
Israels tun. Und Josef hatte seines Vaters Jakob Gesicht vor seinen Augen ständig, und er erinnerte
sich an die Gebote seines Vaters, denn Jakob sagte alle Gebote Gottes Josef und seinen Brüdern:
Seid auf der Hut, meine Kinder, vor der fremden Frau, und habt nichts mit ihr zu schaffen, denn sie
bringt euch nur Ruin und Zerstörung. Deshalb sagte Josef: Sagt, dass die Frau weggehen soll. Und
Pentephres sagte zu ihm: Mein Herr, die Frau, die du in der Etage oben gesehen hast, ist nicht
fremd: Sie ist unsere Tochter, eine Jungfrau, die alle Männer verabscheut, und keinen anderen Mann
hat sie bis heute je gesehen, abgesehen von dir. Und wenn du es wünschst, wird sie kommen und
reden mit dir, denn unsere Tochter ist deine Schwester. Und Josef war überglücklich, weil
Pentephres sagte: Sie ist eine Jungfrau, die alle Männer verabscheut. Josef antwortete Pentephres
und seiner Frau und sagte: Wenn sie deine Tochter ist, dann lass sie kommen, denn sie ist meine
Schwester, und ich werde sehen, wie meine Schwester heute ist.

VIII

Und Aseneths Mutter ging in den obersten Stock und brachte Aseneth nach unten zu Josef, und
Pentephres sagte zu seiner Tochter Aseneth: Begrüße deinen Bruder, denn auch er ist noch Jungfrau,
wie du es heute bist, und er verabscheut alle fremden Frauen, so wie du verabscheust alle fremden
Männer. Und Aseneth sprach zu Josef: Mögest du Freude haben, mein Herr, sei gesegnet von Gott,
dem Höchsten. Und Josef sprach zu ihr: Möge Gott, der alles Leben gegeben hat, dich segnen. Und
Pentephres sagte zu Aseneth: Komm näher und küsse deinen Bruder! Und als sie kam in die Nähe
von Josef, um ihn zu küssen, streckte Josef seine rechte Hand aus und legte sie an ihre Brust - und
sagte: Es ist nicht das Richtige für einen Mann, der Gott mit seinem Mund segnet, den lebendigen
Gott anbetet, und isst das gesegnete Brot des Lebens, und trinkt den Becher der Unsterblichkeit
gesegnet, und ist mit der gesegneten Salbung gesalbt, dass er sich vereinige mit einer Frau, die mit
ihrem Mund segnet tote und stummen Götzen, und isst von ihrem Tisch das Brot der Angst, bringt
Getränke ihrer Trankopfer mit dem Becher des Verrats dar, und ist mit der Salbung der Zerstörung
gesalbt. Ein Mann, der Gott verehrt, wird seine Mutter und seine Schwester küssen, die von seinem
eigenen Volk sind, und die Frau, die sein Sofa teilt, ist die, die mit ihrem Munde segnet den
lebendigen Gott! So ist es nicht das Richtige für eine Frau, die Gott anbetet, einen fremden Mann zu
küssen, denn das ist ein Gräuel in den Augen Gottes. Und als Aseneth gehört hatte, was Josef sagte,
war sie sehr beunruhigt und weinte laut, und sie fixierte den Blick auf Josef, und ihre Augen füllten
sich mit Tränen. Und Josef sah es, und sein Herz ging zu ihr über. Denn Josef war weichherzig und
mitfühlend und fürchtete den Herrn. Und er hob seine rechte Hand über den Kopf und betete:

O Herr, Gott meines Vaters Israel,


Der Erhabene, der Mächtige,
Der bewegt alles
Und hast alles gerufen sie aus der Dunkelheit ins Licht
Und vom Irrtum in die Wahrheit
Und aus dem Tod in das Leben,
O du, Herr, bewege dich
Und segne diese Jungfrau
Und erneuere sie durch deinen Geist
Und forme sie um durch deine geheime Hand
Und bewege sie mit deinem Leben
Und lasse sie essen das Brot deines Lebens
Und lasse sie den Kelch trinken deines Segens,
Denn du hast sie erwählt,
Bevor sie geboren war,
Und lass sie in deine Ruhe kommen,
Die du für deine Auserwählten vorbereitest.

IX

Und Aseneth wurde mit Freude von Josefs Segen erfüllt, und sie ging in Hast zu ihrem Stockwerk
an der Spitze und fiel auf das Sofa erschöpft, denn sie fühlte sich nicht nur glücklich, sondern auch
aufgewühlt und sehr erschrocken; und sie war in Schweiß gebadet von dem Moment an, als sie
Josef sprechen hörte, sie im Namen des Höchsten Gottes zu segnen. Und sie weinte bitterlich, und
sie bereute, dass sie ihre Götter und Göttinnen zu verehren pflegte, und sie wartete auf den Abend.
Und Josef aß und trank, und er sprach zu seinen Knechten: Spannt die Pferde vor den Wagen. Denn,
sagte er: Ich muss fahren und gehen durch die ganze Stadt und den ganzen Landkreis. Und
Pentephres sagte zu Josef: Bleib hier die Nacht, mein Herr, und morgen gehe deines Weges. Und
Josef sagte: Nein, ich muss los! Nun, denn dies ist der Tag, da Gott sein Werk begann: In acht Tagen
will ich wieder kommen und hier bleiben dann die Nacht mit dir.

Dann gingen Pentephres und seine Verwandten weg, zu ihrem Anwesen. Und Aseneth wurde allein
gelassen mit den Jungfrauen, und sie war lustlos und weinte bis zum Sonnenuntergang: Sie aß kein
Brot und trank kein Wasser, und während alle schliefen, war sie allein wach. Und sie öffnete die Tür
und trat in das Tor, und sie fand die Pförtnerin schlafend mit ihren Kindern. Und Aseneth nahm
schnell den Vorhang von der Tür, und sie füllte ihn mit Asche und brachte ihn zum obersten
Stockwerk und legte ihn auf den Boden. Und sie sicherte die Tür und befestigte sie mit einer
Eisenstange von der Seite, und sie stöhnte laut und weinte. Und die Jungfrau, die Aseneth liebte vor
allen Jungfrauen, hörte ihre Herrin stöhnen, und sie weckte die anderen Jungfrauen und kam und
fand die Tür zu. Und sie hörte Aseneth stöhnen und weinen und sagte: Warum bist du so traurig,
meine huldvolle Dame? Was ist es, das dich beunruhigt? Öffne die Tür für uns, so dass wir dich
sehen. Und Aseneth sprach zu ihnen von innen: Ich habe heftige Kopfschmerzen und liege auf
meinem Bett, mich auszuruhen, und ich habe keine Kraft mehr, euch jetzt zu öffnen, denn ich bin
völlig erschöpft, sondern gehe jede von euch in ihr Zimmer. Aseneth stand auf und öffnete die Tür
leise und ging in ihr zweites Zimmer, wo ihre Schatz-Truhen und der Putz für ihre Zierde waren,
und sie öffnete ihre Garderobe und nahm eine schwarze Tunika heraus. Das war ihre Trauer-Tunika,
die sie zur Trauer getragen hatte, als ihr ältester Bruder gestorben war. Und Aseneth zog ihre
königliche Robe an und löste ihren goldenen Gürtel und band ein Seil um ihre Taille stattdessen,
und sie nahm ihr Diadem vom Kopf und die Armbänder von den Händen. Und sie nahm ihr bestes
Gewand, so wie es war, und warf es aus dem Fenster, für die Armen. Und sie nahm all ihre
unzähligen goldenen und silbernen Götter und Göttinnen und brach sie in kleine Stücke und warf
sie aus dem Fenster für die Armen und Bedürftigen. Und Aseneth nahm ihr königliches Abendessen,
auch die gemästeten Tiere und die Fische und das Fleisch, und alle Opfer ihrer Götter und
Göttinnen, und die Weingefäße für ihre Trankopfer, und sie warf alles aus dem Fenster, als Futter
für die Hunde. Und danach nahm sie die Asche und schüttete sie auf den Boden. Und sie nahm Sack
und wickelte ihn um ihre Taille, und sie entfernte die Spange aus ihrem Haar und besprengte sich
selbst mit Asche, und sie fiel in die Asche. Und sie schlug sich an ihre Brust immer wieder mit ihren
zwei Händen und weinte bitterlich und stöhnte die ganze Nacht bis zum Morgen. Und am Morgen
stand Aseneth auf und sah, und siehe, die Asche unter ihr war wie Schlamm, wegen ihrer Tränen.
Und wieder fiel Aseneth auf ihr Gesicht, in die Asche, bis zum Sonnenuntergang. Und so tat
Aseneth sieben Tage lang, und sie schmeckte weder Essen noch Trinken.

XI

Und es geschah am achten Tag, da Aseneth sah auf von dem Boden, wo sie lag, denn es drohten
ihrer Glieder zu sterben als Folge ihrer großen Leiden.

XII

Und sie streckte ihre Hände aus nach Osten, und ihre Augen blickten zum Himmel auf, und sie
betete:

O Herr, Gott der Ewigkeit,


Du hast allen den Atem des Lebens gegeben,
Bringe das in das Licht die Dinge ungesehen,
Der du gemacht hast alle Dinge
Und sichtbar gemacht, was unsichtbar war,
Du hast erweckte den Himmel
Und die Erde gegründet auf dem Wasser,
Hast die großen Steine fixiert auf den Abgrund der Wasser,
Welche werden nicht eingetaucht werden,
Aber bis zum Ende werden sie deinen Willen tun.
O Herr, mein Gott, zu dir rufe ich:
Höre mein Flehen,
Und dir will ich bekennen meine Sünden,
Und dir werde ich meine Übertretungen
Deines Gesetzes offenbaren.
Ich habe gesündigt, o Herr, ich habe gesündigt.
Ich habe gesündigt gegen dein Gesetz
Und gottlos gehandelt,
Und ich habe böse Dinge vor dir gesprochen.
Mein Mund, Herr, ward vom Götzenopfer geschändet,
Durch die Tische der Götter und Göttinnen der Ägypter.
Ich habe gesündigt, o Herr, vor dir,
Ich habe gesündigt und gottlos gehandelt,
Götzen angebetet, die taub und stumm sind,
Und ich bin nicht würdig, meinen Mund zu öffnen,
Armes Wesen, dass ich bin.
Ich habe gesündigt, o Herr, vor dir,
Ich, die Tochter von Pentephres, des Priesters,
Ich, die stolze und arrogante Aseneth.

Zu dir, o Herr, wende ich mein Flehen, und zu dir rufe ich: Befreie mich von meinen Verfolgern,
denn zu dir bin ich geflohen, wie ein Kind zu seiner Mutter. Und du, Herr, strecke deine Hände aus
über mich, wie ein Vater, der seine Kinder liebt und ist zärtlich liebevoll, und reiße mich aus der
Hand meiner Feinde. Denn siehe, mich verfolgt der wilden Urwelt Löwe, und seine Kinder sind die
Götter und Göttinnen der Ägypter, die ich aufgegeben und zerstört habe, ihr Vater, der Teufel,
versucht, mich zu verschlingen. Aber du, Herr, rette mich aus seiner Hand. Und rette mich aus
seinem Rachen, damit er mich nicht schnappe wie ein Wolf und reiße mich und werfe mich in den
Abgrund des Feuers und in das sturmbewegte Meer; und lass nicht das große Meer-Monster mich
verschlingen. Rette mich, Herr, verlassen wie ich bin, denn mein Vater und meine Mutter
verweigern sich mir, weil ich zerstört und zertrümmert habe ihre goldenen Götter, und ich habe
keine andere Hoffnung außer in dir, o Herr, denn du bist der Vater der Waisen und der Helfer der
Verfolgten, und du bist die Hilfe derer, die unterdrückt werden.

DAS SIEGEL SALOMOS

Muse, künde mir vom Siegel,


Von dem Siegel Salomos!
Salomo, der Juden König,
War der allergrößte König,

Größer noch als König David,


Als Hiskia und Josia,
War der mächtigste des Volkes
Israels, der Kinder Gottes.

In Arabia ist aber


Salomo bekannt als König
Soliman und Sülleymann,
Gilt als ein Prophet Allahs.

In Arabia der König


Ist der Herrscher aller Dschinnen,
Der beherrscht die Kreaturen,
Der den Teufel selbst beherrscht!

Salomo in seiner Weisheit


Kann befehlen den Dämonen
Und die bösen Geister sperren
Auch mit Macht in eine Flasche!

Salomo schrieb einst auch Bücher,


Schrieb nicht nur das Buch der Lieder
Und den Prediger, die Sprüche,
Und die Weisheit Salomonis,

Sondern war auch der Magie


Kundig als ein Magier,
Und so schrieb er Bücher über
Die Magie der Magier.

Und so wurde mir berichtet,


Dass der weise Salomo
Einen Talisman besessen,
Auszuüben seine Macht.

Und in diesem Sinne muss wohl


Man verstehen jenes Siegel
Salomos, das überliefert,
Dessen Abbild in den Büchern.

Dieses Siegel Salomonis


Ist ein frommer Davidsstern,
Dieser ist ein Doppeldreieck,
Der ein Stern ist mit sechs Zacken.

Dieses ist kein Pentagramm,


Das die Satanisten lieben
Oder auch die Kommunisten
Tragen an der Bärenmütze.

Nein! Es ist der Davidsstern,


Der zu sehen auf der Fahne
Von dem Staate Israel,
Zeichen ists der Zionisten!

Aber nicht allein der Stern


Davids ist zu sehen auf
Diesem Siegel Salomos,
Sondern ringsum eingraviert

Sind der Elemente Zeichen,


Erde, Wasser, Luft und Feuer.
Dieses dient als Talisman
Oder auch als Amulett.
3

Dieses Siegel wurde einst


Von dem Magier verwendet,
Welcher trug den Namen Ben-
Saladin, ein böser Mann.

Dieser Zaubrer namens Ben-


Saladin nahm dieses Siegel,
Das er fand in einem Buche
Salomonischer Magie,

Und mit Hilfe dieses Siegels


Bannte dieser Magier
Einen Dschinn in eine Flasche.
Dies geschah aus purem Neid!

Denn der Dschinn mit seiner Macht


Half dem schlimmsten Gegner Ben-
Saladins, er half mit Kraft
Seinem ärgsten Konkurrenten!

Da der Magier benutzte


Jenes Siegel Salomos,
Konnte sich der Dschinn nicht wehren,
Ward gebannt in eine Flasche.

Eine magische Gewalt


Zog den Dschinn in jene Flasche.
Ja, so groß ist die Gewalt
Einer Flasche für den Geist!

Und der Magier verschloss


Nun mit einem Korkbaum-Korken
Jene Flasche mit dem Dschinn,
Malte drauf das Zaubersiegel.

Und der böse Zaubrer Ben-


Saladin verzauberte
Jene Flasche voll des Geistes
Und er sagte diesen Bannfluch:

Siebenhundert Jahre lang


Mögest du dich nicht mehr öffnen,
O du Flasche voll des Geistes,
Bei dem Siegel Salomos!

Es gab eine Räuberinsel


Irgendwo im Mittelmeer,
Wo die wildsten Piraten
Ihre Schätze tief vergruben.

Eines Tages explodierte


Diese Insel der Piraten,
Was verursacht ward vom Geist,
Welchen man auch nennt Abraxas.

Dieser Gott der Gnostiker


Und der Alchemisten war
Ein sehr hochgestellter Dämon
Aus dem Hause Aschtarot.

Da entdeckte nun Abraxas


Treibend in dem Mittelmeer
Die geheimnisvolle Flasche
Mit dem eingesperrten Dschinn.

Siebenhundert Jahre waren


Grad vorüber, also konnte
Der Abraxas diese Flasche
Mit dem Zaubersiegel öffnen.

Und der Dschinn kam aus der Flasche


Und erzählte dem Abraxas,
Wie der böse Zaubrer Ben-
Saladin ihn eingesperrt.

Der Abraxas bat den Dschinn,


Ihn mit Schätzen reich zu machen,
Denn auch die Dämonen lieben
Silber, Gold und Edelsteine.

Doch der Dschinn zog wie ein Rauch


Oder ein Gewölk davon.
Eben war er noch zu sehen
An dem Horizont im Westen.

Der Abraxas wollte nun


Ganz besonders clever sein,
Und er malte jenes Siegel
Auf das Segel seines Schiffes.

So Abraxas wollt den Dschinn


Unterwürfig machen, aber
Das gelang Abraxas nicht,
Denn er kannte nicht die Sprüche.

Nun, Abraxas hatte große


Macht, was den Verlauf der Zeit
In der Welt betrifft. Er sprach:
Komm zurück, Vergangenheit!
So der Dschinn war wiederum
Eingesperrt in seine Flasche,
Musste noch mal hundert Jahre
In dem Bauch der Flasche sein.

Doch Abraxas fand sich plötzlich


Mitten unter Kreuzzugsrittern,
Welche Christi Grab befreiten
Von dem Terror der Muslime.

Ritter in dem Kreuzzugs-Heere


War der tapfre Don Franziskus.
Don Franziskus und Abraxas
Überstanden heil den Kreuzzug.

Und so machten sie sich beide


Auf die Suche nach der Flasche
Mit dem eingesperrten Geist
Und dem Siegel Salomos.

Durch die Macht des Siegels aber


Hatten alle die Betroffnen
Ganz vergessen, wie das Siegel
Und die Geisterflasche aussehn.

Nur dem Zufall wars zu danken,


Dass der Ritter Don Franziskus
In die Hand bekam die Flasche
Mit dem Siegel Salomos.

Unterdessen der Abraxas


Fand in einer Pyramide
In Ägypten eine Schrift
Mit dem Bild des Zaubersiegels.

Da erinnerte Abraxas
Wieder sich an jenes Siegel.
Und er las in jener Schrift:
Siehe, ein Mysterium

Ist daheim im Zweistromland


Bei dem Euphrat und dem Tigris.
Und Abraxas gleich verstand:
Dies Geheimnis war das Siegel.

Also Don Franziskus und


Der Abraxas brachen auf
In das schöne Zweistromland,
Aber auf verschiednen Wegen.

In dem Zweistromland derweilen


Drei Schatzgräber gruben tief,
Auf Befehl des Hodscha gruben
Kanniz, Nachnitz und der Nudnitz.

Und in einem Zikkurat


Fanden sie den Siegelstempel
Mit dem Siegel Salomos.
Und sie waren voller Freude.

Und das Siegel kam zum Hodscha.


Zu dem Hodscha kam Abraxas
Und die beiden wollten lüften
Das Geheimnis um das Siegel.

Doch das Siegel und die Flasche


Fielen in die Hand des Ritters
Don Franziskus von dem Kreuze,
So wie Salomo es wollte.

Don Franziskus mit der Flasche


Und dem Siegel Salomos
Trat nun in den Turm des Windes,
Wollte dort die Flasche öffnen.

Doch da bebte Mutter Erde!


Don Franziskus ward verschlungen!
Mit ihm ging verloren wohl
Jenes Siegel Salomos!

Dreimal hundert Jahre später


Der Abraxas wiederum
Seinem Feind begegnete,
Don Franziskus von dem Kreuze.

Denn im Turm der Winde war


Ein geheimnisvolles Zeittor,
Welches Don Franziskus brachte
In die Zeit des Matriarchats.

Dort versuchte Don Franziskus


In der Bücherei der Ishtar
Das Geheimnis zu ergründen,
Wie man reise durch die Zeit.

O du Liebesgöttin Ishtar,
Offenbare mir die Kunst,
Wie man reise durch die Zeit,
Du bist ewig, Liebesgöttin!

Und er fand in einem Buch


Eine Karte, drauf gemalt war
Jedes Zeittor auf der Welt.
Und so trat er in ein Zeittor

Und so kam er nach Ägypten.


Und er kam zu jenem Ort
Sais, wo die Isis ward
Als Verschleierte verherrlicht.

Als er so nach Sais kam,


War das Siegel Salomos
In dem Heiligtum der Isis
Landeplatz für Don Franziskus.

Der Abraxas zu der Zeit


In der Pyramide nutzte
Auch ein Zeittor, doch das Siegel
Salomos, das fand er nicht.

Diese Reisen durch die Zeit


Stehen in geheimnisvoller
Magischer Beziehung zu
Salomonis Zaubersiegel.

Don Franziskus und Abraxas


Kamen nun nach Spanien, wo
Die katholischen Majestäten
Ferdinand und Isabella

Herrschten. Und die beiden kamen


Mit den Schiffen des Kolumbus
Auf die Zuckerinsel Kuba,
Waren auch in Mexiko,

Kamen dann von Eldorado


In das nebulöse London
In das Haus des Dichters Ben
Jonson, weisen Musenpriesters.

Dort entdeckte der Abraxas


Nun die Flasche Salomonis.
Ben vermochte nicht zu glauben,
Was Abraxas ihm erzählte.

Doch der große Ben erkannte,


Dass die Flasche mit dem Siegel
War ein magisches Objekt
Zur Erlangung tiefer Weisheit.

In den Katakomben Londons


Die geheimnisvollste Handlung
Ward vollzogen von dem Dichter,
Der die Musen still beschwörte.

Liebesgöttin! Meine Herrin!


Ich bin dein geringster Sklave!
Also betete der Dichter
Und die Zauberflasche rollte

Zu dem Siegel Salomos


In den Katakomben Londons,
Und so ward befreit der Geist.
Und ein Zeittor ward geöffnet.

Epilog

Also kam die Zauberflasche


Mit dem Siegel Salomos
Zu dem deutschen Dichter Mayer
In dem Jubeljahr Zweitausend.

Eine Flasche voll von Wein,


Flasche, welche niemals leer wird,
Immer in der Flasche ist
Wein von jener Hochzeit Kanas.

Wer von diesem Weine trinkt,


Der hört den Poeten David
Psalmen auf hebräisch singen,
David tritt dann an sein Sofa.

Der vermag zu reden auch


Mit dem weisen Salomo.
Hört, was Salomo gesagt hat
Zu dem deutschen Dichter Mayer:

Wir bei Gott sind sehr zufrieden


Mit der Dichtung, die du dichtest!
Gott gab dir dazu die Gabe!
Preise Gott für diese Gnade!
DER ISLAM

Weihe der Muslime an Unsre Liebe Frau von Fatima

ERSTES KAPITEL
DIE WEISHEIT DAVIDS

Und Gott gab ihm die Herrschaft und die Weisheit, und er lehrte ihn, was er wollte.
In den Geschichten des Alten Testaments ist vom Propheten Salomo oft als von Salomo dem
Weisen die Rede; im Islam sind alle Propheten dafür bekannt, dass sie außerordentliches Wissen
besaßen. Tatsächlich bedeutet das arabische Wort Hikmah Weisheit, gutes Urteilsvermögen und die
Fähigkeit, die Angelegenheiten des Volkes zu regeln und gerecht mit ihnen umzugehen. Gott
bereitet den Charakter aller seiner Propheten vor und formt ihn, aber beide, David und sein Sohn
Salomo, waren dafür bekannt, dass sie außergewöhnlich weise Männer gewesen sind. Salomo
zeigte bereits in jungen Jahren Weisheit und beriet sogar seinen Vater, aber der Prophet David hatte
sein Erwachsenwerden damit verbracht, Kenntnisse und Lebenserfahrungen zu sammeln. Gott
lenkte den Lauf ihrer Leben. David machte Fehler, aber er lernte aus ihnen.
Obwohl David einen tatenreichen Lebenswandel hatte, fand er immer Zeit zur Besinnung
und zum Beten. Jeden Tag verbrachte er einige Zeit in einem abgeschiedenen Bereich, gedachte
Gottes, lobte und pries Gott und sprach Bittgebete. Davids Soldaten bewachten die Gegend, aber an
einem bestimmten Tag tauchten wie aus dem Nichts zwei Männer auf. David war über ihr
Erscheinen schockiert. Er zog sich erschrocken zurück, aber die Männer sprachen ruhig und
beruhigten David; sie erklärten, dass sie Fragesteller wären, die ein Urteil suchten.
Ist die Geschichte von den Streitenden auch zu dir gelangt? Wie sie über die Mauer seines
Gebetsgemachs kletterten und wie sie bei David eindrangen und er sich vor ihnen fürchtete? Sie
sagten: Fürchte dich nicht. Wir sind zwei Streitende, von denen einer sich gegen den anderen
vergangen hat; richte darum in Gerechtigkeit zwischen uns und handle nicht ungerecht und leite uns
auf dem schmalen Weg.
Die beiden standen vor David und einer stellte seinen Fall vor. David war schockiert wegen
dem, was ein eindeutiger Fall von Unterdrückung des einen durch den anderen war. Er traf schnell
eine Entscheidung und genauso schnell verschwanden die beiden Männer wieder. In diesem
Moment wurde David klar, dass die beiden Männer Engel gewesen waren, die Gott gesandt hatte,
um ihm zu prüfen, und dass er in der Prüfung versagt hatte. Er warf sich auf den Boden und bat
Gott um Vergebung für sein voreiliges Urteil. David verstand nun, dass er nicht beide Seiten der
Geschichte angehört hatte. Er hatte ein Urteil gefällt mit lediglich der Hälfte der nötigen
Informationen. Groß war Davids Mangel an Geduld und seine Impulsivität, aber er wandte sich
Gott in Reue zu.
Dieser ist mein Bruder; er hat neunundneunzig Mutterschafe, und ich habe ein einziges
Mutterschaf. Dennoch sagte er: Übergib es mir, und hat mich in der Rede überwunden. David sagte,
ohne den anderen anzuhören: Wahrlich, er hat ein Unrecht an dir verübt, als er dein Mutterschaf zu
seinen eigenen Mutterschafen hinzu verlangte. Und gewiss, viele Teilhaber vergehen sich
gegeneinander; nur die sind davon ausgenommen, die glauben und gute Werke tun; und das sind
wenige. Und David merkte, dass Gott ihn auf die Probe gestellt hatte; also bat er seinen Herrn um
Verzeihung und fiel betend nieder und bekehrte sich. Darum vergab ihm Gott; und wahrlich, er
hatte nahen Zutritt zu Gott und eine herrliche Einkehr bei Gott.
David hat aus dieser Erfahrung eine wichtige Lehre gezogen. Er lernte, dass, wenn man ein
gutes Rechtsurteil fällen will, man alle Informationen dazu einholen muss, die erreichbar sind. Er
erkannte ebenfalls die Bedeutsamkeit, seine Sünden und Fehler zu erkennen und Gott um
Vergebung zu bitten. Gott hat David Wissen gewährt, und er gab ihm Lebenserfahrungen, die
seinen Charakter formen und gestalten sollten. David lernte aus seinem Fehler und wurde ein
besserer Mensch.
Gott sandte die Engel, um David über Gerechtigkeit zu belehren und er belohnte David für
seine Reue. Gott gewährte David al-Hikmah (Chochmah, die Weisheit) und ernannte ihn zum
König über die Kinder Israels mit weisem Verstand und einem weiten Herzen.
O David, Gott hat dich zu einem Stellvertreter auf Erden gemacht; richte darum zwischen
den Menschen in Gerechtigkeit, und folge nicht deinen persönlichen Neigungen, damit sie dich
nicht vom Wege Gottes abirren lassen. Wahrlich, jenen, die von Gottes Weg abirren, wird eine
strenge Strafe zuteil werden, weil sie den Tag der Abrechnung vergaßen.
Davids Sohn Salomo war intelligent und weise, schon als Kind. David saß eines Tages da
und löste die Probleme seines Volkes, als zwei Männer zu ihm kamen, von denen einer ein Feld
besaß, und sie stellten sich ihm vor. Der Besitzer des Feldes sagte: O Prophet! Die Schafe dieses
Mannes kamen in der Nacht zu meinem Feld und haben die ganzen Trauben gefressen, und ich bin
gekommen, um einen Ausgleich zu fordern. David fragte den Besitzer der Schafe: Ist dies wahr?
Als dieser das bejahte, sagte David: Ich habe entschieden, dass du ihm zum Ausgleich für das Feld
ein Schaf geben sollst.
Salomo vertrat eine andere Meinung. Er schlug vor, dass der Besitzer des Schafs das Feld
übernehmen und kultivieren sollte, bis die Trauben wachsen, während der andere Mann die Schafe
nehmen und deren Wolle und Milch nutzen sollten, bis sein Feld wiederhergestellt ist. Wenn die
Trauben wachsen und das Feld in seinen früheren Zustand zurückkehrt, dann sollte der Eigentümer
des Feldes es wieder nehmen und die Schafe ihrem Besitzer zurückgeben. David nahm den weisen
Rat seines Sohnes an und deshalb trug Salomo von jungen Jahren an den Titel Salomo der Weise.
Allerdings war das nicht der einzige Titel, unter dem man Salomo in der Geschichte kannte. Er war
auch als Salomo der Große bekannt. Als er das Reich seines Vaters übernahm, führte Salomo die
Kinder Israels in das Goldene Zeitalter.

ZWEITES KAPITEL
SALOMO

Dies ist die Geschichte von König Salomo und der Königin von Saba. Viele Menschen sind von der
Tatsache fasziniert, dass die Figuren und die Geschichte im Koran denen in der Bibel ähneln.
Allerdings unterscheidet sich die islamische Perspektive in einigen grundlegenden Dingen.
Salomo war sowohl Prophet als auch König. Seine Aufgabe als Prophet Gottes bestand
darin, die Botschaft von dem Einen Gott zu verbreiten. Er hielt auch die Gesetze Gottes aufrecht,
und als König führte er die Kinder Israels in ein Goldenes Zeitalter des Wohlstandes und
Reichtums.
Salomos Königtum und sein Heer waren unvergleichlich. Sein Heer bestand aus
Bataillonen von Männern, Truppen von Dschinn und sogar Geschwadern von Vögeln. Salomo war
in der Lage, mit den Vögeln zu kommunizieren, die Dschinn zu kontrollieren und von den Männern
Respekt und Loyalität zu verlangen. Er marschierte mit einer riesigen Armee, von der angenommen
wird, dass sie aus Hundertausenden bestand, durch sein Reich.
Muslime glauben, dass die Heilige Moschee in Jerusalem von König Salomo wieder aufgebaut oder
erweitert worden war. Gemäß der islamischen Geschichte hat der Prophet Jakob die Moschee
ungefähr vierzig Jahre, nachdem sein Großvater Abraham das Haus Gottes in Mekka erbaut hatte,
errichtet.
Nachdem er sein Königreich mit Jerusalem als Hauptstadt gefestigt hatte, marschierten
Salomo und sein Heer in Richtung eines Gebiets, das als Saba bekannt war. Der Regen fiel in
diesem Gebiet nur in manchen Jahreszeiten; deshalb hatten die Menschen Dämme und
Bewässerungssysteme konstruiert. Das unfruchtbare Land war zu weiten Gärten und fruchtbaren
Ebenen verändert worden. Nachdem er von diesem üppigen Grün erfahren hatte, wollte Salomo
diese Veränderung selbst sehen.
Die Bataillonen marschierten voran und kamen zu einem Tal, in dem Ameisen lebten. Eine
der kleinen Ameisen sah, wie sich die riesige Armee näherte und schrie auf: O ihr Ameisen, geht in
eure Wohnungen hinein, damit euch Salomo und seine Heerscharen nicht zertreten, ohne dass sie es
merken. Salomo verstand die Sprache der Ameisen und lächelte zufrieden darüber, dass die Ameise
wusste, dass er es nicht gestatten würde, dass ein Volk von Ameisen absichtlich zermalmt würde.
Salomo war Gott ergeben, und er dankte ihm dafür, dass er den Ameisen das Leben gerettet hatte.
Er war kein tyrannischer König, der mit eiserner Faust über sein Reich herrschte; Salomo
behandelte alle Geschöpfe Gottes respektvoll.
Nach der Begegnung mit der Ameise inspizierte Salomo sein Heer, und er stellte fest, dass
ein bestimmter Vogel in den Reihen fehlte. Er erkundigte sich nach dem Aufenthaltsort des
Wiedehopfs, und er war entschlossen, den Vogel für seine Abwesenheit zu bestrafen. Der
Wiedehopf war ein Vogel, der in der Lage war, unterirdische Wasserwege zu entdecken, und König
Salomo war besonders daran interessiert, zu erfahren, wie und warum die Ebenen von Saba so
üppig und fruchtbar geworden waren. Innerhalb kurzer Zeit kam der Wiedehopf zurück, wandte
sich an König Salomo und sagte:
Ich habe eine Erfahrung gemacht, die du nicht gemacht hast; und ich bin aus Saba mit
sicherer Nachricht zu dir gekommen. Dort fand ich eine Frau, die über sie herrscht, und ihr ist alles
beschert worden, und sie besitzt einen großartigen Thron. Ich fand sie und ihr Volk die Sonne statt
Gott anbeten; und Satan hat ihnen ihre Werke ausgeschmückt und hat sie vom Weg Gottes
abgehalten, so dass sie dem Weg nicht folgen.
Der Wiedehopf diente und gehorchte Gott mit wahrhaftiger Unterwürfigkeit. Der Vogel
erklär