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DAS BUCH SALOMO

von Torsten Schwanke

DAS BUCH QOHELETH - DER RUF DER WEISHEIT

1) Worte des Weisheitslehrers, Sohnes Davids, Königs in Jeruschalajim.


2) Hauch, Hauch, spricht der Weisheitslehrer; Hauch, Hauch, alles ist
Hauch!
3) Welchen Gewinn zieht der Mensch aus seiner Arbeit, die er unter der
Sonne wirkt?
4) Eine Generation vergeht, eine Generation kommt auf; die Erde besteht
bis in lange Zeiten.
5) Die Sonne geht auf, die Sonne geht unter, sie keucht zu ihrer Region,
von dort wieder aufzubrechen.
6) Es wandert der Wind nach Süden und wendet sich nach Norden, der
Wind wendet sich im Kreis zurück.
7) Die Flüsse wandern ins Meer, doch wird das Meer nicht voll. Zur
Region, von wo die Flüsse ausgehn, gehen sie zurück.
8) Alle Worte sind so ermüdend! Nichts vermag ein Mensch zu sagen! Der
Augen Schauen ist nie befriedigt, der Ohren Lauschen nie zufrieden.
9) Was gewesen, das wird sein. Was getan ward, das wird getan werden. Es
gibt nichts Neues unter der Sonne.
10) Ist ein Ding, von dem zu sagen wäre: Siehe, das ist neu? Es ist bereits
gewesen in den alten Zeiten, die vor uns waren.
11) Erinnerung gibt es nicht mehr an die Früheren, an die Späteren wird
man sich nicht erinnern bei den Nachkommen.
12) Ich, Weisheitslehrer, war Jisraels König in Jeruschalajim.
13) Ich gab mein Herz hin, zu suchen und zu untersuchen mit Weisheit die
Taten, die man tut unter der Sonne. Üble Jobs hat Gott den
Menschenkindern gegeben, sich damit zu quälen.
14) Ich sah die Werke, die getan werden unter der Sonne: Alles Hauch und
vergebliches Seufzen des Geistes!
15) Was krumm ist, kann nicht gerade gemacht werden. Gezählt werden
kann nicht das Fehlende.
16) Ich sprach in meinem Innern: Weise ward ich und bedeutend und
reicher als die, die vor mir gewesen in Jeruschalajim; mein Herz ward voll
vielfältigster Weisheit, und Wissen erkannt ich.
17) Mein Herz gab ich hin, Weisheit weise zu erkennen, zu erkennen
Wahnsinn und Unvernunft. Ich lernte aber die Kenntnis, daß auch dies
vergebliches Seufzen des Geistes ist.
18) Wo vielfältige Weisheit ist, da ist vielfältiges Weh. Wer mehr lernt,
muß mehr leiden.

II

1) Ich sprach in meinem Innern: Auf! ich will versuchen, froh zu sein und
Gutes zu sehen.
2) Aber siehe, auch das ist Hauch. Ich erklärte dem Lachen: Du bist
närrisch! und dem Jubel: Was schaffst du?
3) Mein Herz versuchte, meinen Leib zu laben mit Wein: Möge mich dabei
mein Herz mit Weisheit lenken! Unvernunft wollt ich fassen, bis ich sah,
was den Menschenkindern gut ist und was sie tun sollen alle Zeiten ihres
Lebens unter dem Himmel.
4) Ich tat herrliche Taten und baute Häuser und pflanzte Weingärten,
5) schuf Gärten und Parkanlagen und pflanzte fruchtbare Bäume mit
vielerlei Früchten,
6) schuf Teiche, daraus zu tränken mit Wasser den Wald der wachsenden
Bäume,
7) besaß Diener und Hausmädchen und Kinder des Hauses, hatte reicheren
Besitz an Rinderherden und Schafherden als alle, die vor mir gewesen in
Jeruschalajim,
8) sammelte Silber und Gold und seltene Schätze von den Königen und
Provinzen, legte mir Sängerinnen und Sänger zu und die Wonne der
Menschensöhne: einen Harem von Konkubinen.
9) Herrlicher ward ich als alle, die vor mir gewesen in Jeruschalajim; und
meine Weisheit stand mir bei.
10) Wonach es meinen Augen verlangte, das nahm ich, und verwehrte
meinem Herzen keine Lust. Möge mein Herz nur fröhlich sein, bei aller
Arbeit, denn das sei mein Anteil in meiner Mühsal.
11) Ich wandte mich zu den Werken, die meine Hände geschaffen, all die
Arbeit hatte mir Mühe gemacht. Siehe, das war Hauch und vergebliches
Seufzen des Geistes und war kein Gewinn mir unter der Sonne.
12) Und ich wandte mich, zu schauen nach der Weisheit, nach Wahnsinn
und Unvernunft. Was kann der Mensch tun, der nach dem König kommt?
Nur das, was bereits getan ward.
13) Ich sah, daß die Weisheit besser ist als die Unvernunft, wie das Licht
besser als die Finsternis.
14) Der Weise hat Augen im Kopf, der Narr geht in der Finsternis. Jedem
geschieht sein Schicksal.
15) Da sprach ich in meinem Innern: Also geschieht das Schicksal dem
Narren, besser ist da weise sein. Da sprach ich in meinem Innern: Das ist
auch nur Hauch.
16) Nicht immer erinnert man sich an den Weisen, wie auch an den Narren
nicht. Bald schwinden die Tage ins Vergessen. Es stirbt der Narr seinen
Tod, der Narr wie der Weise.
17) Da haßte ich mein Dasein! Die Taten waren böse, die unter der Sonne
getan wurden. Alles ist Hauch und vergebliches Seufzen des Geistes.
18) Ich haßte meine Mühsal, der ich mich mühsam abmühte unter der
Sonne. Alles muß ich lassen einem Menschen nach mir.
19) Weiß man, ob er ein Weiser oder ein Narr sein wird? Er wird doch
herrschen über meine Arbeiten, die ich weise erarbeitet habe unter der
Sonne. Das ist auch nur Hauch.
20) Da wandte sich mein Herz zur Verzweiflung über all die Arbeit, die ich
wirkte unter der Sonne.
21) Da war ein Mensch, der seine Arbeit mit Weisheit und Kenntnissen
und Geschicklichkeit tat, sie einem andern zum Erbteil zu lassen, der sie
nicht erarbeitet hat. Das ist auch nur Hauch und ein gewaltiges Übel.
22) Was wird dem Menschen von all seiner Mühsal und dem Streben
seines Herzens, der er sich abmüht unter der Sonne?
23) Alle Tage hat er Schmerzen und Mühe und Übellaune. In der Nacht, da
liegt sein Herz mit Mißmut nieder. Das ist auch nur Hauch.
24) Es ist gut dem Menschen, zu essen und zu trinken und seine Seele
Gutes sehen zu lassen bei all der Arbeit. Dies sah ich, daß solches aus
Gottes Händen kommt.
25) Denn wer kann essen und wer kann genießen ohne ihn?
26) Er gibt dem Menschen, der ihm gefällt, ihm gibt er Weisheit und
Kenntnisse und Freude. Aber dem ihn Verfehlenden gibt er Geschäftigkeit,
zu sammeln und anzusammeln und doch es zu geben einem, der Gott
gefällt. Auch das ist Hauch und vergebliches Seufzen des Geistes.

III
1) Alles zu seiner Zeit! Jeder Plan unterm Himmel hat seine Gelegenheit.
2) Die Schwangerschaft hat ihre Zeit und der Tod hat seine Zeit. Das
Pflanzen hat seine Zeit und das Ausreißen des Gepflanzten hat seine Zeit.
3) Die Zerstörung hat ihre Zeit und die Heilung hat ihre Zeit. Das
Zerbrechen hat seine Zeit und das Bauen hat seine Zeit.
4) Das Weinen hat seine Zeit und das Lachen hat seine Zeit. Die Trauer hat
ihre Zeit und der Tanz hat seine Zeit.
5) Das Steinewerfen hat seine Zeit und das Steinesammeln hat seine Zeit.
Die Umarmung hat ihre Zeit und das Fernsein von Umarmung hat seine
Zeit.
6) Das Suchen hat seine Zeit und das Verschwinden hat seine Zeit. Das
Bewahren hat seine Zeit und das Wegwerfen hat seine Zeit.
7) Das Zerreißen hat seine Zeit und das Nähen hat seine Zeit. Das
Stillesein hat seine Zeit und das Sprechen hat seine Zeit.
8) Die Liebe hat ihre Zeit und der Haß hat seine Zeit. Der Krieg hat seine
Zeit und der Friede hat seine Zeit.
9) Man tut wie ein Arbeiter, aber hat doch keinen Gewinn dadurch.
10) Ich sah die Jobs, die Gott den Menschenkindern gab, daß sie sich
damit quälen.
11) Er macht es alles schön, schön zu seiner Zeit. Er gab die Ewigkeit in
ihren Sinn. Nicht kann der Mensch erfassen das Werk, das Gott geschaffen
von Anfang bis Ende.
12) Da wußte ich, da ist nichts Besseres, als voll Freude zu sein und Gutes
zu tun im Leben.
13) Jeder Mensch soll essen und trinken und Gutes sehen bei seiner Arbeit,
denn das ist ein Geschenk Gottes.
14) Ich sah, daß alles, was Gott tut, für lange Zeit besteht; nichts kann man
hinzufügen, nichts kann man hinwegnehmen. Dies alles tut Gott, auf daß
man ihn respektiere und ehre.
15) Was war, das ist nun, und was sein wird, das war schon. Gott verlangt
nach dem Kommenden.
16) Ich sah unter der Sonne Gerichtssäle, dort herrschte Bosheit, und sah
Hallen der Gerechtigkeit, dort herrschten Boshafte.
17) Da sprach ich in meinem Innern: Gott wird den Gerechten richten, den
Gerechten und den Schuldigen. Denn jeder Plan und jede Tat hat seine
Zeit.
18) Ich sprach in meinem Innern: Es ist wegen der Menschenkinder, daß
Gott sie reinigt, und daß sie erkennen mögen, daß sie wie Tiere sind.
19) Der Menschenkinder Schicksal ist wie das der Tiere: jenen der Tod
und diesen der Tod, sie haben alle Einen Atem, so daß der Mensch dem
Tier nicht überlegen ist. Denn alles ist Hauch und ein Schicksal.
20) Es geht alles an Einen Ort, denn alles ist aus Staub und kehrt zum
Staub zurück.
21) Wer weiß vom Atem des Menschen, daß er aufsteigt, und vom Atem
des Tieres, daß er zur Erde sinkt?
22) Darum: ich sah, daß es nichts Schöneres gibt, als daß ein Mensch sich
freue bei seiner Arbeit, denn das ist sein Anteil. Wer wird ihn dahin
bringen, zu schauen, was nach ihm sein wird?

IV

1) Ich wandte mich und sah die Unterdrückung, die unter der Sonne
geschah. Siehe, da waren Tränen der Unterdrückten und kein Trost. Die
Hände der Unterdrücker waren zu mächtig, darum war kein Trost.
2) Da rühmte ich die Toten, die schon tot sind, mehr als die Lebenden, die
noch leben.
3) Besser als beiden geht es dem Nochnichtseienden, der nicht schaut des
Bösen Taten, die unter der Sonne getan werden.
4) Ich sah die Mühsal und den Erfolg bei allen Werken, und daß jeder
Mensch auf den andern eifersüchtig ist. Das ist auch nur Hauch und
vergebliches Seufzen des Geistes.
5) Ein Narr legt die Hände in den Schoß und frißt sein eigenes Fleisch.
6) Besser eine Handvoll in aller Ruhe, als beide Hände voll mit Mühsal
und vergeblichem Seufzen des Geistes.
7) Ich wandte mich und sah die ganze Sinnlosigkeit unter der Sonne.
8) Da ist einer allein, kein Anderer bei ihm, er hat keine Kinder und keine
Geschwister; aber seine Mühsal ist ohne Ende, seine Augen werden
nimmer satt des Reichtums: Für wen denn arbeite ich, für wen denn fehlt
meiner Seele das Gute? - Das ist auch nur Hauch und ein übles Geschäft.
9) Besser zwei als einer, darin liegt ein schöner Lohn für die Arbeit.
10) Stürzt einer, so hilft ihm sein Gefährte auf. Ach über den, der allein ist!
Wenn er stürzt, ist kein Anderer, der ihm aufhilft.
11) Auch, wo zweie liegen, da wirds warm; kanns aber einem Einsamen
warm werden?
12) Einen kann man überwinden, aber zweie leisten Widerstand, und ein
dreifaches Band zerreißt nicht so schnell.
13) Ein armer Junge, der weise ist, der ist besser als ein alter König, der
närrisch ist und sich nicht raten läßt.
14) Einer kommt aus dem Gefängnis und wird König, und ein zum König
Geborener wird arm.
15) Ich sah die Lebenden unter der Sonne wandeln mit dem Jungen, der
aufstehn und an des Andern Stelle treten sollte.
16) Schließlich war des Volkes, das ihm nachging, kein Ende. Doch seine
Nachkommen hatten an ihm keine Freude. Das ist auch nur Hauch und
vergebliches Seufzen des Geistes.

1) Achte auf deine Füße, wandelst du zum Tempel Gottes. Nahe dich, zu
lauschen, und spende nicht Narrenopfer, denn Narren wissen nicht, was sie
Böses tun.
2) Sei nicht schnell mit der Zunge. Laß deines Geistes Rede nicht hasten,
Worte hervorzubringen vor Gott, denn Gott ist im Himmel, du aber auf der
Erde, drum mach du wenig Worte.
3) Viele Träume kommen durch viele Mühsal. Wo viele Worte sind, da
schwatzen Narren.
4) Schwörst du Gott einen Schwur, so zögere nicht, ihn zu halten. Er hat ja
keine Freude an Narren. Was du schwörst, das halte auch.
5) Besser, keinen Schwur zu schwören, als den Schwur nicht zu halten,
den du schworest.
6) Gewähre deiner Zunge nicht, dein Fleisch in die Irre zu führen. Sag dem
Engel nicht: Es war ein Versehen. - Gott könnte zornig werden über deine
Stimme und die Werke deiner Hände vernichten.
7) Wo viele Träume sind, da ist viel Nichtigkeit und viel Gerede. Du aber
ehre Gott!
8) Siehst du Unterdrückung der Armen und Raub der Gerechtigkeit in den
Provinzen, wundre dich darüber nicht. Es ist ein Hoher über den Hohen,
der sie beaufsichtigt, und es sind Höhere über ihnen, die auf Gerechtigkeit
achthaben.
9) Das ist ein Gewinn für ein Land, wenn der König sich kümmert um die
Felder, auf denen gearbeitet wird.
10) Wer Silbermünzen liebt, wird nimmer satt an Silbermünzen; wer den
Reichtum liebt, nicht des Einkommens. Das ist auch nur Hauch.
11) Wo des Guten viel wird, da werden es Viele fressen. Welchen Gewinn
hat der Eigentümer, wenn er es nicht behalten kann und nicht anschaun mit
den Augen?
12) Wer dient, dem ist süß der Schlaf, ob er viel oder wenig gegessen. Des
Reichen Sattheit aber gibt ihm nicht die Ruhe des Schlafes.
13) Es ist eine böse Krankheit, die ich sah unter der Sonne: Reichtümer,
aufgehäuft zum Unheil des Eigentümers.
14) Jene Reichtümer zerrinnen bei bösen Geschäften. Zeugte der Reiche
einen Sohn, so hält der ein Nichts in Händen.
15) Nackt kam er aus seiner Mutter Schoß, und nackt, so wie er
gekommen, geht er dahin.
16) Welchen Gewinn denn brachte seine Arbeit, die er für den Wind
gewirkt hat?
17) Alle Tage im Finstern, aß er mit viel Ärger und Zorn und Krankheit.
18) Ich sah für gut und schön an, wenn einer ißt und trinkt und sieht Gutes
bei aller Arbeit, die er wirkt unter der Sonne, in den Tagen seines Lebens,
die Gott ihm gibt, denn das ist sein Anteil.
19) Dem Menschen, dem Gott reiche Schätze gibt und die Fähigkeit,
davon zu zehren und seinen Teil zu nehmen, daß er voller Freude ist bei
aller seiner Arbeit, dem ist dies ein Geschenk Gottes.
20) Er bedenkt nicht die Kürze seiner Lebenszeit, weil Gott ihm Glück des
Herzens schenkt.

VI

1) Es ist ein Übel, welches ich unter der Sonne sah, das ist groß bei den
Menschen:
2) Da gab Gott einem Menschen Schätze, Reichtum und Ruhm, seiner
Seele fehlte nichts von alledem, wonach ihn verlangte, und doch gab Gott
ihm nicht die Fähigkeit, dies alles zu genießen; ein Fremder konsumierte
das Seine. Auch das ist ein Hauch nur und eine böse Krankheit.
3) Zeugte ein Mensch auch hundert Kinder und hätte viele Jahre zu leben,
viele Tage und Jahre, aber seine Seele wäre nicht zufrieden mit dem Guten,
auch würde ihm kein Grabmal werden; über solchen Menschen sag ich:
eine Todgeburt ist besser dran.
4) Wie ein Hauch kommt sie und geht in die Nacht, ihr Name wird von
Nacht verborgen,
5) auch sah sie nicht den Sonnenaufgang und wußte nicht von der Sonne;
diese hat mehr Ruhe, diese hat mehr Frieden als Jener.
6) Lebte er auch zweimal tausend Jahre, nichts Gutes sehend, so geht doch
alles schließlich an Einen Ort.
7) Alle Arbeit des Menschen ist für seinen Schlund, aber die Seele ist nie
befriedigt.
8) Was hat ein Weiser Besseres als ein Narr? Das was ein Armer hat, der
recht zu wandeln weiß vor den Lebenden.
9) Besser das, was vor Augen ist, als der Seele ziellose Sehnsucht. Jenes ist
denn auch nur Hauch und vergebliches Seufzen des Geistes.
10) Das was sein wird, ist bereits mit Namen genannt. Bekannt ist bereits,
was ein Mensch sein wird. Er kann nicht streiten mit dem, der ihm zu
mächtig ist.
11) Es gibt zuviele sinnlose Dinge. Welchen Gewinn hat ein Mensch
dadurch?
12) Wer weiß, was gut und schön für den Menschen zu seinen Lebzeiten
ist, für die Tage seines Daseins in der Nichtigkeit, das er verbringt wie ein
Schatten? Wer macht dem Menschen bekannt, was nach ihm sein wird
unter der Sonne?

VII

1) Ein guter Name ist besser als erlesenes Öl. Der Tag des Todes ist besser
als der Tag der Geburt.
2) Besser ist es, ins Haus der Totenklage zu gehen, als ins Haus, da man
feiert; in jenem ist das Ende des Menschen, das nehme sich zu Herzen der
Lebende.
3) Trauern ist besser als Lachen, denn durch Traurigkeit wird das Herz
gebessert.
4) Das Herz des Weisen ist im Haus der Klage, das Herz des Narren im
Haus der Lustigkeit.
5) Besser ist es, zu hören auf die Ermahnung des Weisen, als zu lauschen
den Liedern der Narren.
6) Das frivole Spottgelächter der Narren klingt wie des Brennholzes
Knistern unter den Kochtöpfen. Es ist sinnlos.
7) Unterdrückung macht den Weisen verrückt. Bestechungsgeschenke
verderben die Gesinnung.
8) Der Ausgang einer Rede ist feiner als der Anfang. Ein Geist der Geduld
ist besser als ein Geist des Stolzes.
9) Sei in deinem Geist nicht schnell zum Zorn, denn Zorn sitzt im Herzen
des Narren.
10) Sage nicht: Warum waren die früheren Zeiten besser als diese? Du
fragst dies nicht in Weisheit.
11) Weisheit ist schön mit einer Erbschaft, das ist Gewinn für die, welche
die Sonne sehen.
12) Die Weisheit schattet schützend, auch Silbermünzen schatten
schützend, aber der Vorteil der Klugheit ist, daß Weisheit ihrem Besitzer
Leben spendet.
13) Schau auf die Werke Gottes! Wer ist mächtig, das zu begradigen, was
Gott gekrümmt hat?
14) Zur schönen Zeit, da laß es dir gutgehn. Die üble Zeit sieh so an, daß
Gott sie zu dem Schluß geschaffen hat, daß der Mensch nicht kennen kann
das Kommende.
15) Manches sah ich in den Tagen meiner Nichtigkeit. Da ist ein Gerechter
in seiner Gerechtigkeit vernichtet worden, aber ein Schuldiger lebte lang in
seiner Bosheit.
16) Sei nicht zu gerecht und nicht zu weise, damit du nicht einsam wirst.
17) Sei nicht so sehr boshaft und sei kein Narr, damit du nicht sterben
mußt vor deiner Zeit.
18) Gut ist, das eine zu fassen und das andere nicht aus den Händen zu
lassen. Wer Gott in Ehrfurcht begegnet, entgeht dem allem.
19) Die Weisheit macht den Weisen mächtiger als zehn Mächtige aus der
Stadt.
20) Auf der Erde ist kein Mensch so gerecht, daß er nur Gutes tut und nie
fehlgeht.
21) Gib deine Aufmerksamkeit nicht allen gesprochenen Worten, damit du
nicht das Fluchwort deines Dieners hören mußt.
22) In deinem Herzen weißt du, daß auch du oft Andern fluchtest.
23) Dies alles hab ich mit Weisheit geprüft. Ich sagte: Ich will die Weisheit
gewinnen,- aber sie blieb distanziert.
24) Was distanziert ist, das ist in weiter Ferne und von geheimnisvoller
Tiefe. Wie soll ichs ergründen?
25) Ich wandte mein Herz, zu suchen und kennenzulernen und zu
erforschen die Weisheit und die Vernunft. Ich wollte wissen von der
Dummheit der Falschen und dem Unverstand der Idioten.
26) Ich fand heraus, daß bitterer als der Tod eine Frau ist, deren Herz wie
Fessel und Fangnetz ist und deren Hände Ketten sind. An wem Gott
Gefallen hat, der wird vor ihr gerettet; aber der Unreine wird durch sie
gefangen.
27) Siehe, dies fand ich heraus, spricht der Weisheitslehrer, eins ums
andere, und ich fand Vernünftiges.
28) Was meine Seele suchte und nicht fand: Unter Tausenden fand ich
Einen Mann, aber eine Frau fand ich nicht unter ihnen.
29) Siehe, allein fand ich heraus, daß Gott den Menschen zur
Aufrichtigkeit geschaffen, aber die Meisten suchen viel nach Erfundenem.

VIII

1) Wer gleicht dem Weisen? Wer kann die Worte deuten? Die Weisheit
eines Menschen läßt sein Antlitz leuchten, die Härte seines Gesichtes wird
verwandelt.
2) Bewahre die Worte des Königs, tu dies wegen des Gottesschwures.
3) Geh nicht so rasch von seinem Angesichte fort, beharre nicht auf bösen
Worten, denn er schafft, was ihm gefällt.
4) Das Wort des Königs ist eine Macht. Wer darf zu ihm sagen: Was tust
du da?
5) Wer die Weisung beachtet, wird keine bösen Worte kennenlernen. Der
Geist des Weisen kennt Zeit und Gericht.
6) Für jeden Plan gibt es Zeit und Gericht. Die Bosheit des Menschen ist
groß.
7) Er kennt nicht das Kommende; und wer macht ihm bekannt, wann es
kommen wird?
8) Der Mensch hat über den Wind keine Macht, er kann den Wind nicht
bändigen, er hat auch über die Todesstunde keine Macht, aus diesem
Kriege gibt es keine Entlassung. Die Bosheit rettet den Bösen nicht.
9) Das alles sah ich. Mein Herz gab ich hin an alle Werke, die gewirkt
werden unter der Sonne. In dieser Zeit beherrscht ein Mensch den andern
zu seinem eigenen Unheil.
10) Darum: ich sah Boshafte, die begraben wurden und fuhren dahin, sie
gingen fort von heiliger Stätte und wurden vergessen in der Stadt; auch das
ist Sinnlosigkeit.
11) Weil nicht rasch ein Richtspruch gesprochen wird über die bösen
Taten, darum sind die Herzen der Menschenkinder voll davon, Böses zu
tun.
12) Wenn auch ein Unreiner böse Taten tut und lebt doch lang, so weiß ich
dennoch, daß es wohlergehen wird denen, die Gott respektieren, die ehren
seine Person.
13) Aber dem Boshaften wirds nicht wohlergehen, auch sollen seine Tage
nicht lange währen, sondern fliehen wie ein Schatten, denn er gibt Gott die
Ehre nicht.
14) Dies ist eine Sinnlosigkeit auf der Erde: Gerechte werden geschlagen,
als täten sie Taten der Boshaften; Schuldigen aber geschieht, als hätten sie
der Gerechten Werke vollbracht. Da sagte ich: Auch das ist nichts als ein
Hauch.
15) Darum rühmte ich die Freude. Nichts Schöneres gibt es unter der
Sonne für den Menschen, als zu essen und zu trinken und sich zu freuen.
Dies möge sich zu ihm gesellen, bei aller Mühsal in der Zeit seines
Lebens, das Gott ihm gibt unter der Sonne.
16) Mein Herz gab ich hin, kennenzulernen die Weisheit. Ich bemerkte die
Geschäftigkeit auf der Erde und daß Tag und Nacht der Schlaf den Augen
eines Menschen flieht.
17) Ich sah die Werke Gottes alle. Ein Mensch kann das Werk nicht
ergründen, das gewirkt wird unter der Sonne.
18) Wenn ein Mensch sich auch müht, es zu untersuchen, er wird seinen
Grund nicht finden. Und selbst wenn der Weise spricht: Ich weiß! - so hat
er doch die Macht nicht, es zu fassen.

IX

1) Dies liegt mir am Herzen, daß ich erkläre: Der Gerechte und Weise und
sein Werk liegt fest in Gottes Händen. Die Persönlichkeit des Menschen
kennt wahrlich nicht die Liebe und wahrlich nicht den Haß im Vorhinein.
2) Das selbe Schicksal für alle: für den Gerechten und für den Schuldigen,
für den Guten und Reinen und für den Unreinen, für den Opfernden und
für den Garnichts-Opfernden. Wie es dem Guten ergeht, so ergeht es dem
Frevler; wie es dem Schwörenden geht, so auch dem, der Angst hat vorm
Schwur.
3) Es ist ein Übel mit allem, was getan wird unter der Sonne; da ist Ein
Schicksal für alle. Die Herzen der Menschenkinder sind voll des Bösen.
Wahnsinn wohnt in ihren Seelen ihr ganzes Leben lang, und schließlich
müssen sie sterben.
4) Darum: für den, der mit dem Lebendigen eins ist, gibt es Hoffnung.
Denn ein lebender Hund ist mehr wert als ein toter Löwe.
5) Die Lebenden wissen: sie müssen sterben. Die Toten wissen nichts
mehr. Sie bekommen keinen Lohn mehr, niemand erinnert sich mehr an
sie, sie sind in Vergessenheit geraten.
6) Vorzeiten schwand ihre Liebe und ihr Haß und ihre Eifersucht, sie
haben keinen Anteil mehr an den alten Zeiten und an dem, was getan wird
unter der Sonne.
7) So wandle auf deinem Weg und iß dein Brot mit Freude und trink
deinen Wein mit freudigem Herzen, denn Gott hat schon lang an deinem
Werke Wohlgefallen.
8) Deine Kleidung möge immer reinlich sein und deinem Haupt nie Salbe
mangeln.
9) Genieße das Leben mit dem Weibe, das du liebst für alle Zeiten deines
nichtigen Daseins, welches Gott dir gab unter der Sonne, alle Zeiten deiner
Eitelkeit. Denn das ist dein Anteil am Leben, bei aller Arbeit, die du unter
der Sonne schaffst.
10) Was deine Hände zu schaffen finden, das schaffe mit Kraft. Da ist
keine Vernunft und kein Werk, nicht Wissen noch Weisheit im Grab, dahin
du wandelst.
11) Ich wandte mich und sah unter der Sonne: das Wettrennen wird nicht
dem Schnellen, die Schlacht nicht dem Starken, die Speise nicht dem
Weisen, der Schatz nicht dem Verständigen und die Grazie nicht dem
Schönen; sondern Zeit und Schicksal geschehen.
12) Der Mensch kennt seine Stunde nicht. Der Fisch wird gefangen im
bösen Netz, der Vogel in die Schlinge gelockt, und die Menschenkinder
werden bestrickt in der bösen Zeit, die jäh hereinbricht.
13) Diese Weisheit sah ich unter der Sonne, diese erhabene:
14) Da war eine kleine Stadt mit wenigen Menschen; da kam ein
mächtiger König und umrundete sie und baute riesenhafte
Belagerungstürme gegen sie.
15) Gefunden ward in ihr ein armer, ein weiser Mann, der das Dorf hätte
retten können durch seine Weisheit, aber niemand dachte an diesen armen
Mann.
16) Da sprach ich: Weisheit ist besser als Macht, aber Weisheit des Armen
verachtet man und hört auf seine Worte nicht.
17) Das Wort des Weisen wird vernommen in der Stille. Das ist besser als
das Brüllen eines Herrschers inmitten von Dummköpfen.
18) Weisheit ist besser als Rüstung des Krieges, aber schon ein einziger
Irrender kann viel Gutes zerstören.

X
1) Tote Fliegen fermentieren und machen stinkend die Salbe des
Apothekers, so ist der Einfluß der Torheit auf den Ruhm der Weisheit.
2) Das Herz des Weisen ist an seiner rechten Seite, das Herz des Narren ist
an seiner linken Seite.
3) Wenn des Narren Herz auf seinem Irrweg wandelt, fehlt ihm Weisheit,
und seine Rede verrät den Narren.
4) Erhebt sich der Geist des Herrschenden gegen dich, verlasse deine
Stelle nicht, denn innere Ruhe wehrt dem Angriff.
5) Da ist eine Misere, die ich sah, das ist die Ignoranz der Regierenden.
6) Ein Narr sitzt an hoher Stelle, ein Reicher wohnt in den Niederungen.
7) Diener sah ich auf hohen Rossen reiten und Prinzen wie Sklaven über
die Erde gehen.
8) Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Wer eine Mauer
durchbricht, wird von einer Schlange gebissen.
9) Wer Steine wegträgt, den wird es schmerzen. Wer Bäume fällt,
gefährdet sich.
10) Wenn das Eisenschwert stumpf wird und keiner die Schneide schleift,
dann braucht der Benutzer mehr Kraft. Weisheit wäre da ein reicher
Gewinn.
11) Ein Meister der Zunge bringt nicht mehr Gewinn als eine Schlange, die
vor der Beschwörung zubeißt.
12) Die Worte aus dem Mund des Weisen sind voller Anmut, aber die
Lippen des Narren vernichten ihn selbst.
13) Seiner Rede Anfang ist Albernheit, seiner Rede Ausgang übler Wahn.
14) Ein Narr macht große Worte. Aber ein Mensch kennt das Kommende
nicht, und wer macht ihm bekannt, was später sein wird?
15) Des Narren Mühe macht ihn müde, und er weiß nicht einmal in die
Stadt zu gehen.
16) Weh dem Land, dessen König ein Knabe ist und dessen Fürsten am
frühen Morgen schon tafeln!
17) Gesegnet das Land, dessen König ein Edler ist und dessen Fürsten zu
rechter Stunde speisen und sich nicht betrinken!
18) Durch Faulheit verfallen Gebäude, und wegen der trägen Hände tropft
es durchs Hausdach.
19) Sie haben Brot zum Lachen, der Wein läßt die Lebenden jauchzen. Das
Geld ist ihnen Antwort auf alle Fragen.
20) Fluche nicht dem König in deinem Herzen, und dem Wohlhabenden
fluche nicht in deinem Schlafzimmer, denn die Vögel der Lüfte lassen
deine Worte wandern, die Eigentümer von Schwingen machen deine
Stimme bekannt.

XI

1) Sende deine Brote übers Meer, du wirst sie wiederfinden nach langer
Zeit.
2) Gib eine Portion an sieben Leute oder acht, denn du weißt nicht,
welches Unheil noch über die Lande kommt.
3) Wenn die schwarzen Wolken voll sind, dann entleeren sie sich im
Regenschauer überm Lande. Wenn die Bäume stürzen, so fallen sie nach
Süden oder Norden; aber wohin ein Baum gestürzt ist, dahin ist er gestürzt.
4) Wer auf die Winde achtet, wird nicht säen; und wer auf die Wolken
achtet, wird nicht ernten.
5) Du weißt die Wege des Windes nicht und nicht wie die Glieder gestaltet
werden im Schoß der Schwangeren, so auch kannst du Gottes Werk nicht
ergründen.
6) Am Morgen säe die Saat aus, am Abend laß ruhen die Hände. Du weißt
nicht, ob reifen wird dies oder das und ob eines davon auch gut sein wird.
7) Das Licht ist lieblich, und den Augen ist es angenehm, die Sonne zu
sehen.
8) Lebt lang ein Mensch, lebt viele Jahre, dann mög er sich allezeit freuen
und sich erinnern der dunklen Stunden, derer viele waren, und daran
denken, daß das Kommende nur ein Hauch ist.
9) Freu dich, junger Mensch, freu dich deiner Jugend! Deine Seele soll
jubeln in deiner Jugendzeit. Wandle den Weg deines Herzens, wandle nach
deiner Augen Verlangen. Wisse, daß Gott dich für alles vor seinen
Richterstuhl wird kommen lassen.
10) Wende Mißmut ab von deinem Herzen, und tu ab das Böse von deinem
Fleisch. Die schwarzen Haare der Kindheit und Jugend verschwinden wie
ein eitler Hauch.

XII

1) Denk an deinen Schöpfer in den Tagen deiner Jugend, bevor die


unangenehme Zeit hereinbricht und die Jahre dich schlagen, über die du
sagen wirst: Ich hatte kein Verlangen danach;
2) bevor die Morgenröte und das Tageslicht und Mond und Sterne dunkel
werden und schwarze Wolken nach dem Schauer wiederkommen;
3) bevor die Zeit ist, da die das Haus hüten zittern, da die Starken gebeugt
gehn, da die Müller die Schinderei beenden, weil ihrer wenige wurden, da
die Fensterguckerinnen trübe werden,
4) da die Pforten der Pfade geschlossen werden, da verstummen die
Stimmen der Mühlen, da man mit den Liedern der Lerchen erwacht, wenn
sich neigen der Sangestöchter Singstimmen,
5) da man sich fürchtet vor der Felsenhöhe und auf der Straße erschrickt,
da zwar die Mandelbäume blühen und die Grashüpfer süß sich beladen
und die Kapernbeeren der Wollust aufbrechen - aber der Mensch geht
dahin, wo er lange wird wohnen müssen, wo die Weinenden stehen am
Wegesrand;
6) bevor zerreißt die Silberschnur und zerbeult der Goldkrug und
zerscherbt der Topf an der Quelle und zerbricht das Schöpfrad am
Brunnen.
7) Denn der Staub muß zur Erde zurück, von wo er genommen. Aber der
Geist kehrt zu Gott, der ihn gegeben.
8) Leere Nichtigkeiten! spricht der Weisheitslehrer, das alles ist nichts als
ein sinnloser Dunst!
9) Und mehr noch lehrte der Weisheitslehrer Weisheiten, lehrte das Volk
viel Wissenswertes und erwog und untersuchte und reihte eine Menge
Sprichwörter.
10) Der Weisheitslehrer suchte, bis er schönste Worte fand, da schrieb er
wahrhaftig Worte der Wahrheit.
11) Die Worte der weisen Männer treiben an wie ein Sporn und sitzen fest
wie ein Nagel. Sie wurden gepflanzt von den Meistern der Sammlungen,
weitergegeben von einem Hirten.
12) Laß dich durch diese Sprüche weiterhin ermahnen, mein Kind. Des
vielen Büchermachens ist kein Ende, das viele Studieren ermüdet das
Fleisch.
13) Lausche dem erlauchten Schluß der Sprüche: Ehre Gott und bewahre
seine Weisungen! Das ist Alles dem Menschen.
14) Denn Gott wird alle Werke vor seinen Richterstuhl kommen lassen, sie
seien gut oder böse, und auch die verborgenen.

DAS LIED DER LIEDER

Der Sang Schelomohs.


Schulammyth:
Küsse mich mit deines Mundes Küssen. Denn dein Lieben ist besser als
Wein.
Die Töchter Jeruschalajims:
Es duften deine Öle lieblich, dein Namen ist wie Balsamen-Salbe
ausgeschüttet. Darum lieben dich die Mädchen.
Schulammyth:
Zieh mich zu dir, so eilen wir. Der König zog mich in sein Zimmer.
Die Töchter Jeruschalajims:
Wir jubeln über dich und freuen uns an dir. Wir erinnern uns an deine
Liebe lieber als an Wein. Die Gerechten lieben dich.
Schulammyth:
Ich bin schwarz und sehr schön, ihr Töchter Jeruschalajims, wie die Zelte
Qedors, wie die Draperien Schelomohs. Schaut mich nicht an, daß ich so
schwärzlich bin: die Sonne hat mich so angeschaut. Meiner Mutter Söhne
brennen wegen mir. Sie setzten mich zur Gärtnerin der Weinberge, aber
meinen eigenen Weinberg hab ich nicht gepflegt. - Sprich zu mir, du, den
meine Seele liebet, wo du ruhest, wo du liegst am Mittag, daß ich nicht
irren muß bei den Herden deiner Genossen.
Schelomoh:
Weißt du es nicht, du Schönste der Frauen, so geh hinaus zu den Spuren
der Schafe und füttere deine jungen Ziegen bei den Hirtenhütten. Du,
meine Geliebte, bist wie ein Roß vor Pharaos Wagen. Deine Wangen sind
so hübsch mit den Strähnen, dein Hals mit dem Muschelkettchen.
Die Töchter Jeruschalajims:
Wir wollen dir goldene Ringe gestalten mit silbernen Perlentropfen.
Schulammyth:
Als der König sich zu mir wandte, gab meine Narde Aroma. Mein
Geliebter ist mir ein Bund Myrrhe, der zwischen meinen Brüsten ruht.
Mein Geliebter ist mir ein Hennastrauch in den Weinbergen von Eyn
Gediy.
Schelomoh:
So schön, meine Geliebte, du bist so schön, so schön bist du. Deine Augen
sind Tauben.
Schulammyth:
Sehr schön, mein Geliebter, du bist sehr schön und lieblich. Unser Lager
ist grün. Zedern sind die Balken unseres Hauses, die Bretter Zypressen. -
Ich bin eine Rose aus Scharon und eine Lilie im Tal.
Schelomoh:
Wie eine Lilie zwischen Dornbüschen, so ist meine Geliebte inmitten der
Töchter.
Schulammyth:
Ein Apfelbaum unter Waldbäumen ist mein Geliebter inmitten der Söhne.
Ich sitze im Schatten dessen, nach dem mich verlangt, und seine Frucht ist
meinem Gaumen süß. Er lädt mich zum Schaumwein in den Keller. Die
Liebe ist seine Fahne über mir. Er ruht mit mir bei Rosinenkuchen und
breitet mich inmitten von Äpfeln. Ach, ich bin elend vor Liebe! Sein linker
Arm ruht unter meinem Haupt, sein rechter Arm umfängt mich. Ich
beschwör euch, ihr Töchter Jeruschalajims, bei den Gazellen oder den
Hirschkühen auf dem Lande, daß ihr meine Liebe nicht aufstört noch
aufwühlt, bis sie selber es mag. Da ist die Stimme meines Geliebten.
Siehe, er kommt, über die Berge springt er, über die Hügel hüpft er. Mein
Geliebter ist wie ein Gazellenbock oder ein junger Hirsch. Siehe, da steht
er hinter der Mauerwand und starrt durchs Fenster und blickt durchs
Fenstergitter. Mein Geliebter gibt Antwort und spricht mir zu:
Schelomoh:
Erhebe dich, o meine Geliebte, o meine Schöne, und komm! Sieh, es
schwand die Regenzeit, die Schauer vergingen und sind fort. Die Blüten
blicken umher auf der Erde, die Zeit ist gekommen, zu hören ist die
Turteltaube im Lande. Die Feige hat Knospen entfaltet, die Weinstöcke
geben Aroma und stehen in Blüte. Erhebe dich, o meine Geliebte, o meine
Schöne, und komm! Meine Taube im Schlupfwinkel, in der Felsspalte, laß
mich schauen deine Erscheinung, lauschen deiner Stimme, denn deine
Stimme ist süß und deine Erscheinung ist schön. Fangt uns die Füchse, die
kleinen Füchse, die die Weinberge uns zerstören, denn unsere Weinberge
stehen in Blüte.
Schulammyth:
Mein Geliebter ist mein und ich bin sein, er weidet in den Lilien. Wenn der
Tag sich aushaucht und die Schatten fliehen, dann wende dich her und sei
gleich einem Gazellenbock, mein Geliebter, oder gleich einem jungen
Hirsch auf den Scheidehügeln von Bether. - In der Nacht, in meinem Bett,
da schaut ich aus nach dem, den meine Seele liebet. Ich schaute aus nach
ihm, ich fand ihn aber nicht. Ich wollte mich erheben und in der Stadt
umherstreifen, auf den Plätzen und Straßen Ausschau halten nach dem, den
meine Seele liebet. Ich schaute aus nach ihm, ich fand ihn aber nicht. Es
fanden und sahen mich die Wachtmänner, die in der Stadt umherstreiften.
Sahet ihr den, den meine Seele liebet? Kaum war ich an ihnen vorüber, da
fand ich den, den meine Seele liebet. Ich fasse ihn und lasse ihn nicht und
bring ihn zu meiner Mutter in der Mutter Haus, in das Zimmer derer, die
mich einst empfangen.
Schelomoh:
Ich beschwör euch, ihr Töchter Jeruschalajims, bei den Gazellen oder den
Hirschkühen auf dem Lande, daß ihr meine Liebe nicht aufstört noch
aufwühlt, bis sie selber es mag. Wer ist sie, die heraufsteigt aus der Wüste,
wie eine Säule Rauches, wie Räucherwerk von Myrrhe und Weihrauch und
aromatischem Puder des Händlers?
Die Garde Schelomohs:
Rund um den Diwan Schelomohs sind sechzig Mächtige von den
Mächtigen Jisraels. Schwerter tragen sie alle, Schwerter, und sind
unterrichtet im Kampf. Ein jeder Mann trägt sein Schwert an seiner Seite,
gegen den Terror der Nacht. Der König Schelomoh ließ sich eine Sänfte
bauen aus Holz vom Libanon: die Säulen sind gefertigt aus Silber, die
Stützen aus Gold, die Sitzkissen sind aus rotem Purpur. Geschmückt ist
das Innere, liebevoll geschmückt, ihr Töchter Jeruschalajims. Töchter,
kommt heraus und schaut, ihr Töchter von Zion, schaut den König
Schelomoh mit dem Kranze, mit dem ihn kränzte die Mutter am Tag seiner
Hochzeit, am Tage des Jubels seines Herzens!
Schelomoh:
So schön, meine Geliebte, du bist so schön, siehe, sehr schön bist du!
Deine Augen unter deinem Schleier sind Tauben. Deine Haare sind eine
Herde junger Ziegen, die am Berge Gilad lagern. Deine Elfenbeinzähne
sind eine Herde geschorener Schafe, die aus dem Wasser heraufsteigen,
schön gepaart, und keines fehlt. Deine Lippen sind eine scharlachrote
Linie, dein Mund ist schön. Deine Schläfen unter deinem Schleier sind
Scheiben vom Granatapfel. Dein Hals ist wie Davids Turm, Davids, gut
gebaut: Waffen und tausend Schilde, Waffen und Schilde der Mächtigen
hangen daran. Deine beiden Brüste sind Hirschkühe, sind Gazellen, die in
Lilien weiden. Wenn der Tag sich aushaucht und die Schatten fliehen,
wandle ich zum Myrrhenberge und zum Weihrauchhügel. Du bist schön, o
meine Geliebte, ganz makellos! - Vom Libanon, meine Braut, vom
Libanon komm, mit mir vom Libanon, komm herbei vom Gipfel des
Amanah, vom Gipfel des Shenyr und Chermon, von den Lagerplätzen der
Löwen und den Bergen der Leoparden. Du hast mir geraubt mein Herz, o
meine Schwester, o meine Braut, mit einem einzigen Blick, mit einer
gewissen Halskette deines Halses. O wie schön ist deine Liebe, meine
Schwester, liebe Braut! Dein Lieben ist besser als Wein. Das Aroma deiner
Öle übertrifft alle Balsamdüfte. Deine Lippen, liebe Braut, sind tropfender
Wabenhonig. Milch und Honig sind auf deiner Zunge. Der Duft deines
Kleides duftet wie der Duft des Libanon. O Schwester, o Braut, du bist ein
verschlossener Lustgarten, ein verschlossener Brunnen, eine versiegelte
Quelle. Deine Pflanzung ist ein Paradies von Granatapfelbäumen mit
köstlichen Früchten, Henna und Narde, Narde und Safran, Kalmus und
Zimt, Weihrauchsträuchern und Aloe, Myrrhe und allerbestem Balsam.
Eine Quelle, eine Welle lebendiger Wasser, die vom Libanon fließen, bist
du. Erwache, Nordwind, und komm, du Südwind, und hauch in meinen
Garten, daß meine Balsamen tropfen.
Schulammyth:
Mein Geliebter, komm in den Garten und iß die köstlichen Früchte.
Schelomoh:
In den Garten kam ich, liebe Schwester, o Braut, in den Garten. Myrrhe
und Balsam pflückt ich, Seim und Waben aß ich, Milch und Süßwein trank
ich. - Eßt, meine Lieben, und trinkt, meine Gefährten, und werdet trunken
vor Liebe!
Schulammyth:
Schlafend war ich, mein Herz jedoch war wach. Da war die Stimme
meines Geliebten:
Schelomoh:
Öffne, meine Geliebte, o Schwester, o Täubchen, o du Vollkommene!
Mein Haupt ist voll Nachttau, meine Locken voll Nachttropfen.
Schulammyth:
Mein Unterkleid hab ich schon ausgezogen, sollt ichs wieder anziehn?
Meine Füße hab ich schon gebadet, sollt ich sie wieder beschmutzen? -
Mein Geliebter streckte seine Hand durchs Loch der Pforte, meine Inneres
war sehr aufgewühlt. Ich erhob mich, meinem Geliebten zu öffnen. Meine
Hände tropften von Myrrhe am Riegel des Schlosses. Ich öffnete meinem
Geliebten, tat ihm auf, da hatte sich abgewandt mein Geliebter, hatte sich
abgewandt und war fortgegangen. Meine Seele war außer sich, als er
gesprochen. Ich suchte ihn, ich fand ihn aber nicht, ich rief ihn, aber er gab
keine Antwort. Mich fanden und schlugen die Wachtmänner, die
umherstreiften in der Stadt, sie schlugen mir Wunden, die Wachtmänner
auf der Mauer, sie raubten mir meinen Schleier. Ich beschwör euch, ihr
Töchter Jeruschalajims: Findet ihr meinen Geliebten, dann erklärt ihm, daß
ich elend bin vor Liebe, elend!
Die Töchter Jeruschalajims:
Wie ist dein Geliebter inmitten der Lieben, o du Schönste der Frauen? Wie
ist dein Geliebter inmitten der Lieben, daß du uns derart beschwörst?
Schulammyth:
Mein Geliebter ist glühend und frisch, Erster unter Myriaden. Sein Haupt
ist reines Gold. Die Locken seines Hauptes sind gelockt wie Dattelrispen
und schwarz wie Raben. Seine Augen sind Tauben an Wasserbächen, sie
sind in Milch gebadet, sie sitzen am Teichrand. Seine Wangen sind
Gartenterrassen, wo Balsam blüht. Seine Lippen sind Lilien, tropfend von
fließender Myrrhe. Seine Hände sind goldene Ringe mit gelbem Jaspis.
Sein Inneres ist kunstreich geziertes Elfenbein mit eingelegtem
Lapislazuli. Seine Beine sind Marmorsäulen auf Fußgestellen aus fein
geläutertem Gold. Seine Erscheinung ist wie des Libanons erwählte Zeder.
Sein Gaumen ist Süßigkeit, sein Mund begehrenswert. So ist mein
Geliebter, mein Geliebter ist so, ihr Töchter Jeruschalajims.
Die Töchter Jeruschalajims:
Wohin ist denn dein Geliebter gegangen, o du Schönste der Frauen? Wohin
hat sich dein Geliebter gewandt? Wir suchen ihn mit dir.
Schulammyth:
Mein Geliebter ging hinab zu den Gartenterrassen, zu den Blumenbeeten,
zu weiden im Garten und Lilien zu pflücken. Ich bin meines Geliebten und
mein Geliebter ist mein, der in den Lilien weidet.
Schelomoh:
Du bist schön, o meine Geliebte, wie Tirzah, herrlich wie Jeruschalajim,
mächtig wie Heeresscharen. Wende deine Augen, wende sie ab, sie wühlen
mich auf! Deine Haare sind eine Herde junger Ziegen, die am Berge Gilad
lagern. Deine Elfenbeinzähne sind eine Herde geschorener Schafe, die aus
dem Wasser heraufsteigen, schön gepaart, und keines fehlt. Deine Schläfen
unter deinem Schleier sind Scheiben vom Granatapfel. Sechzig
Königinnen, achtzig Konkubinen, Jungfraun ohne Zahl - aber Eine ist
mein Täubchen, meine Vollkommene, der Mutter reine Tochter, Erwählte
ihrer Gebärerin. Töchter sahen sie und lobten sie als Gesegnete, und
Königinnen und Konkubinen rühmten sie. Wer ist sie, die niederschaut wie
die Morgenröte, milde wie der Mond und rein wie die Sonne und herrlich
wie der Sternenscharen?
Schulammyth:
In den Park hinab, in den Nußgarten ging ich, dort zu schauen das frische
Grün an den Bächen und ob die Granatapfelbäume blühen und die
Weinstöcke treiben. Ich weiß nicht, wie mich meine Seele setzte aufs
Triumphgefährt meines willigen Volkes.
Die Töchter Jeruschalajims:
Komm wieder, komm wieder, Schulammyth! Komm wieder, komm
wieder, daß wir dich schauen!
Schulammyth:
Was wollt ihr sehen tanzen Schulammyth den Tanz im Lager von
Mahanajim?
Die Töchter Jeruschalajims:
Schön sind deine Füße in den Sandalen, Prinzessin! Deine Schenkel
biegen sich wie zwei Juwelenspangen, Werke der Hände eines Künstlers.
Dein Schoß ist ein runder Kelch, dem nie der Mischwein mangelt. Dein
Leib ist ein Weizenbündel, umkränzt von Lilien. Deine beiden Brüste sind
zwei Zwillinge von Rehen oder Gazellenkitzen. Dein Hals ist ein
Elfenbeinturm. Deine Augen gleichen den Teichen von Heschbon am Tor
von Bath Rabbym. Deine Nase gleicht dem Türmchen auf dem Libanon,
der sein Antlitz wendet gen Dammaseq. Dein Haupt gleicht dem
Karmelberge. Die Haare deines Hauptes sind Purpur, ein König liegt in
deinen Locken gefangen.
Schelomoh:
O wie schön und süß bist du, o freudenreiche Liebe! Deine hohe Gestalt
gleicht der Dattelpalme. Deine Brüste gleichen den Trauben des Weines.
Sprach ich: Die Dattelpalme will ich ersteigen, ihre Rispen fassen. Deine
Brüste seien mir Trauben des Weinstocks, der Duft deines Hauches sei mir
Duft von Äpfeln und dein Gaumen mir wohlschmeckender Wein, der
weich dem Geliebten eingeht, die Lippen des Schlafenden lieblich bewegt.
Schulammyth:
Ich bin meines Geliebten, sein Verlangen ist nach mir. - Komm, Geliebter,
wandeln wir aufs Feld und schlafen unter Henna! Früh auf zu den
Weinbergen, da zu schauen, ob der Weinstock gedeiht und die
Granatapfelbäume blühen. Dort will ich dir Liebe geben. - Die Liebesäpfel
geben ihr Aroma. Vor unserm Tor sind viele köstliche Früchte, mein
Geliebter, aufbewahrt hab ich dir frische, vorjährige hab ich dir
aufbewahrt. - Ach wärest du mein Milchbruder, der am Busen meiner
Mutter gesogen! Fänd ich dich draußen, ich wollt dich küssen, und
niemand dürfte mich verachten. Ich wollt dich führen und bringen ins
Haus meiner Mutter, die mich unterwiesen. Ich wollt dich tränken mit
würzigem Wein und dem Süßmost meiner Granatäpfel. - O, sein linker
Arm liegt unter meinem Haupt, sein rechter Arm umfängt mich.
Schelomoh:
Ich beschwör euch, ihr Töchter Jeruschalajims, daß ihr meine Liebe nicht
aufstört noch aufwühlt, bis sie selber es mag.
Die Brüder der Schulammyth:
Wer ist sie, die heraufkommt aus der Wüste und sich an den Geliebten
anlehnt?
Schelomoh:
Unterm Apfelbaume hab ich dich aufgeweckt: deine Mutter hat dich dort
empfangen, deine Mutter hat dich dort empfangen und geboren. Drück
mich wie ein Siegel an dein Herz, mich wie ein Siegel an deinen Arm.
Liebe ist mächtig wie der Tod, und Eifersucht ist grausam wie die Hölle.
Der Liebe Flamme flammt wie eine lichte Flamme Gottes!... Auch viele
Wasser können die Liebe nicht auslöschen, noch Ströme sie ertränken.
Gäbe ein Mensch auch allen Reichtum seines Hauses für die Liebe, so wär
das doch verachtenswert.
Die Brüder der Schulammyth:
Unsere Schwester ist klein und hat noch keinen Busen. Wie sollen wir tun
der Schwester, wenn der Tag der Werbung kommt? Ist sie eine Mauer,
bauen wir einen silbernen Mauerkranz auf ihr; ist sie eine Pforte, riegeln
wir sie zu mit Zedernbalken.
Schulammyth:
Ich bin eine Mauer, meine Brüste sind Rundtürme. Ich ward in seinen
Augen eine, die Frieden fand. Schelomoh besitzt einen Weinberg in Baal-
Hamon, und er gab den Weinberg an die Gärtner. Jeder Mann bekommt für
die Früchte tausend Silbermünzen. Mein Weinberg ist vor mir. Dir,
Schelomoh, tausend Silbermünzen; zweihundert den Gärtnern der Früchte.
Schelomoh:
Im Garten Wohnende, lauschen laß mich deiner Stimme, auch die
Gefährten hören auf sie.
Schulammyth:
Eile, mein Geliebter, und sei wie ein Gazellenbock oder ein junger Hirsch
auf den Balsambergen!

DAS BUCH DER WEISHEIT


ODER
BUCH DER SOPHIA SALOMOS

ERSTES KAPITEL
Liebt Gerechtigkeit, ihr Richter der Erde! Denkt an den Herrn in Güte und
sucht ihn in der Einfachheit des Herzens:
Denn er wird von denen, die ihn versuchen, nicht gefunden, und er zeigt
sich denen, die den Glauben an ihn haben.
Perverse Gedanken trennen von Gott, und seine Macht, wenn sie versucht
wird, weist zurück die Torheit.
SOPHIA wird es nicht in einer bösen Seele geben, noch in einem Körper
wohnen, der den Sünden unterliegt.
Denn der Heilige Geist der Disziplin wird von den Falschen fliehen, und
sich von Gedanken zurückziehen, die nicht verstehen, und er kann es nicht
ausstehen, wenn Ungerechtigkeit herein kommt.
Denn der Geist SOPHIAS ist wohlwollend, und wird nicht ungestraft
lassen das Böse, das laut von den Lippen kommt: denn Gott ist Zeuge
seiner Zucht, und er ist ein wahrer Erforscher der Herzen und ein Hörer
jeder Zunge.
Denn der Geist des Herrn hat die ganze Welt erfüllt: und das, was alle
Dinge erhält, hat Kenntnis der Stimme.
Deshalb kann der, der redet ungerechte Dinge, nicht verborgen bleiben,
und die Züchtigung wird das Urteil fällen über ihn.
Denn eine Inquisition wird die Gedanken der Gottlosen erforschen, und
das Hören seiner Worte ist zu Gott gekommen, zur Züchtigung seiner
Missetaten.
Denn das Ohr der Eifersucht hört alles, und der murrende Tumult darf
nicht verborgen bleiben.
Haltet euch also fern vom Murren, das nichts nütze ist, und unterlasse es,
mit deine Zunge zu lästern, denn eine obskure Sprache wird nicht umsonst
ausgehen: und der Mund, der lügt, tötet die Seele.
Trachte nicht nach dem den Tod in den Fehlern deines Lebens, noch
schaffe herbei die Zerstörung durch die Werke deiner Hände.
Denn Gott hat den Tod nicht geschaffen, noch hat er Freude an der
Zerstörung des Lebens.
Denn er hat alle Dinge erschaffen, dass sie sein können, und er machte die
Völker der Erde zur Gesundheit: und es ist kein Gift der Zerstörung in
ihnen, noch ist das Reich der Hölle auf Erden.
Denn die Gerechtigkeit ist unbegrenzt und unsterblich.
Aber die Gottlosen mit ihren Werken und Worten haben den Tod gerufen:
und wertschätzen ihn als einen Freund, sie sind abgefallen und haben einen
Bund mit dem Tod geschlossen: weil sie es würdig sind, Teil von ihm zu
sein.
ZWEITES KAPITEL

Denn sie haben gesagt in Argumentation mit sich selbst, die aber nicht
richtig ist: Die Zeit unseres Lebens ist kurz und langweilig, und vorm
Ende eines Mannes gibt es kein Heilmittel, und kein Mensch ist bekannt,
der aus der Unterwelt zurückgekehrt ist:
Denn wir sind vom Nichts gekommen, und nach dem Leben werden wir,
als ob wir nicht gewesen wären: denn der Atem in unserer Nase ist Rauch:
und die Sprache ist ein Funke, um unser Herz zu bewegen,
Wenn unser Wesen vergeht, unser Körper ist dann Asche, und unser Geist
wird als weiche Luft vergossen werden, und unser Leben wird vergehen
wie die Spur einer Wolke, und wird als Nebel, der sich von den Bäumen
gelöst, verteilt werden von der Sonne, und geht überwältigt von der Hitze
davon:
Und unser Name wird mit der Zeit vergessen, und kein Mensch hat eine
Erinnerung an unsere Werke.
Denn unsere Zeit ist wie die Weitergabe eines Schattens, und es gibt
keinen Weg zurück von unserer Seite: denn es ist fest versiegelt, und kein
Mensch kehrt zurück:
Kommt also und lasst uns genießen die guten Dinge, die vorhanden sind,
und lasst uns schnell mit den Kreaturen in der Jugend spielen!
Füllen wir uns mit teurem Wein und Salben: und lasst uns nicht die Blume
der Zeit verstreichen.
Lasst uns Kränze aufsetzen von Rosen, bevor sie welken: Lasst uns keine
Wiese verschonen mit unserem Aufruhr.
Lasst niemanden von uns ohne seinen Teil am Luxus gehen: Lasst uns
überall Freude nehmen: denn das ist unser Teil, und dies unser Los.
Lasst uns bedrücken die Armen und den gerechten Mann, und nicht
schonen die Witwe, noch ehren des Alten graues Haar.
Aber lasst unsere Kraft allein das Gesetz der Gerechtigkeit sein: denn das,
was schwach ist, wird festgestellt, dass es nichts wert ist.
Lasst uns daher auf der Lauer liegen und lauern auf den Geraden, weil er
nicht für unsere Art ist, und er steht im Gegensatz zu unseren Taten, und er
macht uns Vorwürfe wegen unserer Übertretungen des Gesetzes und er
protestiert gegen die Sünden unserer Art zu leben.
Er rühmt sich, dass er das Wissen von Gott hat, und nennt sich selbst einen
Sohn Gottes.
Er wird zu einer Zensur unserer Gedanken.
Es ist schwer für uns, ihn auch nur anzuschauen: sein Leben ist nicht wie
das anderer Männer, und seine Wege sind sehr unterschiedlich.
Wir sind geschätzt von ihm als Falschmünzer, und er weicht von unseren
Wegen der Unsauberkeit ab, und er bevorzugt das letzte Ende des
Gerechten und rühmt, dass er Gott als seinen Vater hat.
Lasst uns dann sehen, ob seine Worte wahr sind, und lasst uns prüfen, was
mit ihm geschieht, und wir werden wissen, was sein Ende sein wird.
Denn wenn er ist ein wahrer Sohn Gottes, wird Er ihn verteidigen, und
wird ihn aus den Händen seiner Feinde befreien.
Lasst uns ihn prüfen mit Ausschreitungen und Folterungen, dass wir seine
Sanftmut kennen lernen, und versuchen seine Geduld.
Lasst uns ihn verurteilen zu einem schändlichen Tod: denn es wird ihm ja
nach seinen eigenen Worten Hilfe zuteil.
Dies waren die Dinge, die sie dachten, und wurden getäuscht: denn ihre
eigene Bosheit hat sie verblendet.
Und sie wussten nichts von den Geheimnissen Gottes, noch hofften sie auf
Lohn der Gerechtigkeit, noch schätzten sie die Ehre der heiligen Seelen.
Denn Gott schuf den Menschen unverderblich, und als das Bild nach
seinem Gleichnis machte er ihn.
Aber durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt:
Und sie folgen ihm, die von seiner Partei sind.

DRITTES KAPITEL

Aber die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand, und die Qual des
Todes kann sie nicht berühren.
In den Augen des Unklugen schienen sie zu sterben: und ihr Abschied
schien ein Elend zu sein:
Und sie sind nun weg von uns, denn völlige Zerstörung traf sie: aber sie
sind im Frieden.
Und obwohl in den Augen der Menschen sie Qualen litten, ist ihre
Hoffnung voll Unsterblichkeit.
Bedrängten sie ein paar Dinge, in vielen Dingen werden sie auch belohnt
werden: denn Gott hat sie geprüft und fand sie seiner würdig.
Wie Gold im Schmelzofen hat er sie geprüft, und als Opfer eines
Holocaust hat Er sie erhalten und angenommen.
Der Gerechte wird leuchten und wird hin und her wie Funken überm
Stoppelfeld eilen.
Sie dürfen beurteilen Nationen und herrschen über die Menschen und ihr
Herr ist König ewiglich.
Sie sollen Vertrauen in ihn haben und sollen die Wahrheit verstehen, und
sie, die treu in der Liebe sind, werden in ihm ruhen: denn Gnade und
Frieden sind für seine Auserwählten.
Aber die Gottlosen werden nach ihren eigenen Werken bestraft werden:
Wer sind die, die den geraden Weg vernachlässigt haben und haben sich
gegen den Herrn empört?
Denn der, der verachtet SOPHIA und Disziplin, ist unglücklich: und ihre
Hoffnung ist vergeblich, und ihre Arbeit ohne Frucht, und ihre Werke
unergiebig.
Ihre Frauen sind dumm und ihre Kinder böse.
Ihre Nachkommen sind verflucht, aber glücklich ist der Unfruchtbare und
Unbefleckte, der nicht sein Bett mit Sünde befleckt hat, er wird Frucht
ernten in der Visitation der heiligen Seelen.
Und der Eunuch, der nicht bearbeitete Schuld mit seinen Händen, noch
dachte böse Dinge gegen Gott, sondern bewahrte das kostbare Geschenk
des Glaubens, dem wird gegeben werden eine sehr akzeptable Menge in
dem Tempel Gottes.
Denn die Frucht der guten Arbeit ist herrlich, und die Wurzel SOPHIAS
hört niemals auf.
Aber die Kinder der Ehebrecher kommen nicht bis zur Perfektion, und der
Samen des rechtswidrigen Bettes soll ausgemerzt werden.
Und wenn sie lange leben, werden sie doch nichts gelten, und ihr letztes
Alter ist ohne Ehre.
Und wenn sie schnell sterben, so werden sie keine Hoffnung haben, noch
Worte des Trostes hören in den Tagen der Prüfung.
Denn schrecklich ist das Ende eines bösen Lebenslaufes.

VIERTES KAPITEL

Wie schön ist die keusche Generation mit Ruhm: denn das Gedächtnis von
ihnen ist unsterblich: weil die Tugend bei Gott und bei den Menschen
bekannt ist.
Wenn sie vorhanden ist, imitieren sie sie, und sie suchen sie, wenn sie sich
zurückgezogen hat, und sie triumphiert gekrönt für immer und gewinnt die
Belohnung für die Unbeflecktheit inmitten der Konflikte.
Aber die multiplizierte Brut des Bösen wird nicht gedeihen, und der
Bastard hat keine tiefe Wurzel, noch eine festes Fundament.
Und wenn sie in den Zweigen für eine Zeit gedeihen, kaum stehen sie,
schon werden sie vom Wind erschüttert, und durch die Kraft der Winde
werden sie ausgemerzt.
Denn die Zweige sind nicht perfekt, die gebrochen werden, und ihre
Früchte sind unergiebig und sauer zu essen und geeignet zu nichts.
Denn die Kinder, die von rechtswidrigen Betten geboren sind, sind Zeugen
für die Bosheit ihrer Eltern bei deren Untersuchung.
Aber der Gerechte, wenn er mit dem Tod verschwindet, wird in der Ruhe
sein.
Denn ein ehrwürdiges Alter ist nicht so, dass die lange Zeit gezählt wird
durch die Anzahl der Jahre: aber das Verständnis des Menschen ist das
wahre graue Haar.
Und ein makelloses Leben ist das rechte Alter.
Er gefiel Gott und wurde geliebt, und da er sein Leben unter den Sündern
führen musste, wurde er hinweggenommen.
Er wurde hinweggenommen, damit die Bosheit sein Verständnis nicht
verändere, oder die Täuschung seine Seele betöre.
Denn die bezaubernde Eitelkeit verdunkelt gute Seelen, und die
Wanderungen der Begierde überwinden den unschuldigen Geist.
Zur Vollendung gelangt in kurzer Zeit, erfüllte er eine lange Zeit.
Denn seine Seele hat Gott gefallen, darum eilte Er, um ihn
hinwegzubringen aus der Mitte der Sünden: aber die Leute sehen das, und
verstehen es nicht, noch lagen solche Dinge in ihren Herzen:
Dass die Gnade Gottes und seine Barmherzigkeit ist mit seinen Heiligen,
und was er tut in Bezug auf seine Auserwählten.
Aber das ist so, dass der gerechte Tote verdammt die Gottlosen, die leben,
und die Jugend, die bald beendet war, verdammt die lange Lebensdauer
der Ungerechten.
Denn sie werden sehen das Ende des weisen Mannes, und es ist nicht zu
verstehen, was Gott für ihn entworfen hat, und warum der Herr ihn in
Sicherheit gebracht hat.
Sie werden ihn sehen, und werden ihn verachten: aber der Herr lacht sie
aus und verspottet sie.
Und sie werden danach ohne Ehre fallen, und ihr Vorwurf wird unter den
Toten für immer sein: denn sie werden platzen, aufgeblasen und sprachlos,
und es werden ihre Grundfesten erschüttert, und sie werden völlig
verwüstet sein: sie werden in Trauer sein, und ihr Gedächtnis wird
umkommen.
Sie werden voller Angst sein bei dem Gedanken, ihren Sünden zu
begegnen, und ihre Missetaten werden sich gegen sie stellen, sie zu
verurteilen.

FÜNFTES KAPITEL

Dann wird der Einfache stehen mit großer Konstanz gegen diejenigen, die
ihn heimgesucht haben, und ihm seine Arbeit übelgenommen haben.
Diese sehen es, sie werden von schrecklicher Angst geplagt werden, und
werden über die Plötzlichkeit seiner unerwarteten Rettung erstaunt sein,
Sagen sich selbst: Es ist zu bereuen, und stöhnen aus Angst des Geistes:
Dieser ist es, den wir verspottet haben, und der uns gut war für einen
Vorwurf.
Wir Narren schätzten sein Leben als Wahnsinn ein, und sein Ende sahen
wir als ohne Ehre an.
Siehe, wie er unter die Kinder Gottes gezählt wird, und sein Schicksal ist
unter den Heiligen.
Deshalb sind wir vom Weg der Wahrheit abgeirrt, und das Licht der
Gerechtigkeit hat nicht geglänzt für uns, und die Sonne der Erkenntnis ist
nicht aufgegangen über uns.
Wir ermüdeten auf dem Weg der Ungerechtigkeit und der Zerstörung, und
sind auf harten Wegen gegangen, aber den Weg des Herrn haben wir nicht
gekannt.
Was hat der Stolz uns nun für einen Profit gebracht? Oder welchen Vorteil
hat die Prahlerei des Reichtums uns gebracht?
All diese Dinge sind weg, wie ein Schatten vergangen, und wie ein
Beitrag, der vergeht,
Und wie ein Schiff, dass fährt durch die Wellen: wenn es weg ist, kann die
Spur nicht gefunden werden, noch der Weg seines Kiels in den Gewässern:
Oder wie wenn ein Vogel fliegt durch die Luft, nach der Passage kann
keine Spur gefunden werden, sondern nur der Klang der Flügel schlägt die
leichte Brise, und sie pfeilen hindurch mit der Kraft ihrer Flucht: sie
bewegen ihre Flügel, und durchströmen die Luft, und es gibt keine
Markierung später von ihrem Weg:
Oder wie wenn ein Pfeil auf eine Zielscheibe geschossen wird, die geteilte
Luft schnell kommt wieder zusammen, so dass der Durchgang davon nicht
bekannt ist:
So sind wir auch geboren worden, hörten unverzüglich auf zu sein: und
konnten keine Spuren der Tugend zeigen: aber haben uns selbst in unserer
Schlechtigkeit verbraucht.
Solche Dinge wie diese die Sünder sagen in der Hölle:
Denn die Hoffnung der Gottlosen ist wie Staub, der mit dem Wind
weggeblasen wird, und als wie ein dünner Schaum, der durch den Sturm
verteilt wird: und wie Rauch, der vom Wind zerstreut wird, und wie die
Erinnerung an den Gast eines Tages, der weg geht.
Der Gerechte aber wird für immer leben und sein Lohn ist beim Herrn, und
seine Pflege wird vom Höchsten sein.
Deshalb erhalten sie ein Reich der Herrlichkeit, und eine Krone der
Schönheit in der Hand des Herrn: denn mit seiner rechten Hand wird er sie
bedecken, und mit seinem heiligen Arm wird er sie verteidigen.
Und seinen Eifer nimmt er als Rüstung, und er wird die Kreatur zur Rache
an seinen Feinden wappnen.
Er zieht Gerechtigkeit an wie einen Panzer, und nimmt wahres Urteil als
Helm:
Er wird Heiligkeit als einen unbesiegbaren Schild nehmen:
Und er schärft seinen schweren Zorn zum Speer, und die ganze Welt soll
mit ihm gegen die Narren kämpfen.
Dann werden Wellen des Blitzes direkt aus den Wolken schießen, wie von
einem Bogen gut gespannt, so werden sie erschossen werden, und der Pfeil
wird ins Ziel treffen.
Und dicker Hagel wird auf sie aus steinhartem Zorn geworfen werden: Das
Wasser des Meeres wird gegen sie wüten, und die Flüsse werden
zusammen laufen auf schreckliche Weise.
Ein mächtiger Wind wird sich gegen sie erheben, und ein Wirbelwind wird
sie trennen, und ihre Freveltat wird die ganze Erde in eine Wüste
verwandeln, und ihre Bosheit die Throne der Mächtigen stürzen.

SECHSTES KAPITEL
Weisheit ist besser als Stärke: und ein weiser Mann ist besser als ein
starker Mann.
Hört also, ihr Könige, und versteht, lernt, ihr Richter der Enden der Erde.
Hört ihr, die ihr Regenten seid der Menschen, und das bitte ich euch im
Namen der Nationen:
Denn Energie wird euch vom Herrn kommen, und Kraft wird euch
gegeben vom Allerhöchsten, der wird prüfen eure Werke: und er beachtet
eure Gedanken:
Da du wirst Minister deines Reiches, hast du nicht das Recht, zu beurteilen
immer das Gesetz der Gerechtigkeit, noch gingest du nach dem Willen
Gottes.
Schrecklich und schnell wird er dir erscheinen: denn eine sehr schwere
Entscheidung wird es für dich, dass du Regent warst.
Doch dem, der gering ist, wird Gnade gewährt: aber der Mächtige wird
mächtig gequält.
Denn Gott achtet nicht des Mannes Person, er wird nicht in Ehrfurcht vor
jemandes Größe stehen: denn er hat die Kleinen und die Großen gemacht,
und er kümmert sich um alle.
Aber eine größere Strafe ist bereit für die Mächtigen.
Für euch sind daher, o Könige, diese meine Worte, damit ihr SOPHIA
kennen lernt, und nicht von ihr abfallt.
Denn die, die der Dinge Recht behalten, sind begründet, und die, die diese
Dinge gelernt haben, werden finden, was zu antworten ist.
Begehre daher meine Worte, und liebe sie, und du sollst Weisung finden.
SOPHIA ist herrlich, und nie verwelkt sie, und ist leicht von denen, die sie
lieben, zu sehen, und wird von denen, die sie suchen, gefunden.
Sie kommt ihnen zuvor, die sie begehren, so dass sie zum ersten Mal sich
ihnen zeigt.
Wer aufwacht früh, um sie zu suchen, so braucht er nicht viel Arbeit, denn
er sieht sie sitzen an seiner Tür, wo sie zu finden ist.
Nachzudenken daher über sie, ist ein vollkommenes Verständnis, und er,
der da wacht wegen ihr, der findet sie schnell und sicher.
Denn sie geht umher und sucht, wer ihrer würdig ist, und sie zeigt sich
ihnen fröhlich auf dem Weg und führt sie mit ihrer Vorsehung.
Denn der Anfang von ihr ist die wahre Lust an Disziplin.
Und die Pflege der Disziplin ist die Liebe: und die Liebe ist das Halten
ihrer Gesetze: und das Halten ihrer Gesetze ist die feste Grundlage der
Unvergänglichkeit:
Und Unvergänglichkeit bringt Nähe zu Gott.
Daher der Wunsch nach SOPHIA bringt uns in das ewige Reich.
Wenn denn eure Freude an Thronen und Zeptern ist, so liebt, ihr Könige
der Menschen, SOPHIA, damit ihr für immer regieren könnt.
Liebt das Licht SOPHIAS, alle, die ihr tragt die Herrschaft über Völker.
Nun, wer SOPHIA ist, und was ihre Herkunft ist, werde ich erklären, und
ich werde nicht vor euch die Geheimnisse Gottes verbergen, sondern sie
suchen am Beginn ihrer Geburt, und bringen das Wissen von ihr, das Licht,
und werde nicht übergehen die Wahrheit:
Noch werde ich mit stolzem Neid umgehen: Denn ein solcher Mann wird
nicht teilhaftig SOPHIA.
Denn die Vielzahl der Weisen ist das Wohl der ganzen Welt: und ein weiser
König ist die Bewahrung der Menschen.
Empfangt daher Einweisung durch meine Worte, und es soll profitabel sein
für euch.

SIEBENTES KAPITEL

Ich selbst bin ein sterblicher Mensch, wie alle anderen, und der Sohn von
dem, der zuerst von Erde gemacht wurde, und in der Gebärmutter meiner
Mutter wurde ich gebildet, um Fleisch zu sein.
In der Zeit von zehn Monaten wurde ich im Blut verdichtet, aus dem
Samen des Mannes, und aus der Freude des Beischlafs von
Übereinstimmenden.
Und da ich geboren wurde, zog ich in die gemeinsame Luft ein, und fiel
auf die Erde, wie alle gleichermaßen hergestellt werden, und die erste
Stimme, die ich ausgesprochen habe, war ein Weinen, wie alle anderen
tun.
Ich war in Windeln gepflegt mit großer Sorge.
Denn keiner der Könige hatte anderen Anfang der Geburt.
Denn alle Menschen haben Einen Eintritt ins Leben, und desgleichen
Einen Ausgang.
Darum bat ich, und das Verständnis wurde mir gegeben, und ich rief Gott
an, und der Geist SOPHIAS kam auf mich:
Und ich zog sie vor Königreichen und Thronen, und geschätzten Reichtum
achtete ich nichts im Vergleich mit ihr.
Ich kann sie nicht einem Edelstein vergleichen: denn Gold, im Vergleich
mit ihr, ist wie ein wenig Sand, und Silber, in Bezug auf sie, so wie Lehm
geschätzt.
Ich liebte sie über die Gesundheit und die Schönheit, und wählte sie statt
des Lichtes: ihr Licht kann nicht gelöscht werden.
Nun sind alle guten Dinge zu mir gekommen zusammen mit ihr und
unzählige Reichtümer durch ihre Hände,
Und ich freute mich über all diese: denn SOPHIA ging vor mir, und ich
wusste nicht, dass sie die MUTTER von allem war.
Die ich ohne Falsch gelernt, die will ich kommunizieren ohne Neid, und
ihren Reichtum verberge ich nicht.
Denn sie ein unendlicher Schatz für Männer: welche, die sie verwenden,
die Freunde Gottes werden, das ist das Lob für die Gaben der Disziplin.
Und Gott, der sie mir gegeben hat, lehrte mich von ihr sprechen und
Gedanken würdig jener Gabe, die mir gegeben wurde, zu denken: denn er
ist die Führung SOPHIAS, und der Direktor der Weisen:
Denn in seiner Hand sind wir und unsere Worte und alle Weisheit und das
Wissen und das Können von Werken.
Denn er hat mir die wahre Erkenntnis der Dinge gegeben, als da sind: die
Entstehung der ganzen Welt, und die Tugenden der Elemente gab er mir zu
kennen,
Den Anfang und das Ende und die Mitte der Zeiten, die Veränderungen
ihrer Bewegungen und den Wechsel der Jahreszeiten,
Die Revolutionen des Jahres, und die Ordnungen der Sterne,
Die Natur der Lebewesen, und die Wut der wilden Tiere, die Kraft der
Winde und die Argumentationen von Männern, die Vielfalt der Pflanzen
und die Kräfte der Wurzeln,
Und alle diese Dinge, wie sie versteckt sind und nicht vorhersehbar, habe
ich gelernt: Denn SOPHIA, die die SCHÖPFERIN aller Dinge ist, hat es
mich gelehrt.
Denn in ihr ist der Geist der Verständigung; heilig, einig, verteilt, subtil,
eloquent, aktiv, unbefleckt, klar, süß, liebevoll, gut, schnell, ungehindert,
wohltätig,
Sanft, freundlich, standhaft, sicher, fest, mächtig, die Aufsicht über alle
Dinge, und sie enthält alle Geister: vernünftige, reine, subtile:
Denn SOPHIA ist aktiver als alle aktiven Dinge, und reicht überall hin
wegen ihrer Reinheit.
Denn sie ist ein Hauch der Kraft Gottes, und eine reine Emmanation der
Herrlichkeit des allmächtigen Gottes und somit kommt keine unreine
Sache in sie.
Denn sie ist die Helligkeit des ewigen Lichtes und der unbefleckte Spiegel
der Majestät Gottes, und das Bild seiner Güte.
Und da, die sie Eine ist, kann sie alles tun: und sie bleibt doch immer die
Gleiche, sie erneuert alle Dinge und begibt sich in heilige Seelen, macht
sie zur Freunden Gottes und Propheten.
Denn Gott liebt niemanden, als allein den, der wohnt bei SOPHIA.
Denn sie ist schöner als die Sonne, und vor allem als die Ordnung der
Sterne: mit dem Licht verglichen, wird sie als besser erfunden.
Denn nach diesem kommt die Nacht, aber kein Übel überwindet SOPHIA.

ACHTES KAPITEL

Sie reicht von einem Ende mächtig zum anderen, und ordnet alle Dinge
süß.
SIE HAB ICH GELIEBT UND HABE SIE GESUCHT SEIT MEINER
JUGEND UND GEWÜNSCHT, SIE ZU MEINER FRAU ZU NEHMEN
UND ICH WURDE EIN LIEBHABER IHRER SCHÖNHEIT!
Sie verherrlicht ihren Adel, indem sie verwandt ist mit Gott: ja, der Herr
aller Dinge hat sie geliebt!
Denn sie ist es, die lehrt das Wissen von Gott und ist die Verwalterin seiner
Werke.
Und wenn Reichtum im Leben erwünscht ist, wer ist reicher als SOPHIA,
die alle Dinge macht?
Und wenn ein Sinn erwünscht ist, eine Arbeit zu tun: Wer ist eine
kunstvollere Arbeiterin, als sie, die alle Dinge schuf, die sind?
Und wenn ein Mensch liebt die Gerechtigkeit: ihr Werk sind die Tugenden:
denn sie lehrt Mäßigung und Klugheit und Gerechtigkeit und Tapferkeit,
und solche Dinge sind den Menschen rentabel im Leben, wenn man sie
haben kann.
Und wenn ein Mann den Wunsch hat nach großem Wissen: Sie kennt die
Vergangenheit und richtet die Dinge, die kommen: sie kennt die
Spitzfindigkeiten von Reden, und die Lösungen von Argumenten: sie
kennt Zeichen und Wunder, bevor sie durchgeführt werden, und die
Ereignisse der Zeiten und Äone.
Ich gedachte daher, sie zu mir zu nehmen, dass sie mit mir lebe: zu wissen,
dass sie mir von ihren guten Dingen erzählt, und ein Trost in meinen
Sorgen und meiner Trauer.
Um ihretwillen werde ich Ruhm unter der Menge und Ehre bei den Alten
haben, obwohl ich jung bin:
Und ich werde schnell Urteile abgeben und werde in den Augen der
Mächtigen zu bewundern sein, und die Gesichter der Fürsten werden mich
fragen.
Sie werden auf mich warten, wenn ich meinen Frieden habe, und sie
werden auf mich sehen, wenn ich spreche, und wenn ich viel rede, sie
sollen dann ihre Hände auf den Mund legen.
Darüber hinaus werde ich durch ihr Mittel Unsterblichkeit erlangen: und
werde hinter mir lassen eine ewige Erinnerung denen, die nach mir
kommen.
Ich setze die Menschen in die richtige Reihenfolge: und Nationen
unterliegen mir.
Ungenügende Könige, wenn sie von mir hören, haben Angst vor mir: unter
der Menge werde ich für gut befunden, und tapfer im Kampf sein.
Wenn ich in mein Haus gehe, werde ich Ruhe haben mit ihr: denn ihr
Gespräch hat keine Bitterkeit, noch ihre Werke Langeweile, sondern lauter
Freude und Wonne.
Da ich bedachte diese Dinge bei mir, und bewegte sie in meinem Herzen,
das ist, mit SOPHIA zusammen sein heißt, verbündet zu sein mit der
Unsterblichkeit,
Und dass große Freude ihre Freundschaft bringt und unerschöpflicher
Reichtum liegt in den Werken ihrer Hände, und in der Ausübung der
Konferenz mit ihr liegt Weisheit, und Ruhm in der Kommunikation ihrer
Worte: Ich ging umher und suchte, damit ich sie mir nehme.
Und ich war ein geistreiches Kind, und hatte eine gute Seele.
Und weil ich gut war, kam ich in einen makellosen Körper.
Und da ich wusste, dass ich konnte nicht anders Zufriedenheit finden,
außer Gott gab sie mir, und das war auch Weisheit, zu wissen, wessen
Gabe sie war, da ging ich zum Herrn und flehte ihn an und sprach aus
ganzem Herzen:

NEUNTES KAPITEL

Gott meiner Väter und Herr des Erbarmens, der du alle Dinge mit deinem
Wort geschaffen,
Und durch deine Weisheit hast bestellt den Menschen, dass er Herrschaft
über die Kreatur ausübt, die von dir gemacht wurde,
Dass er die Welt in Güte und Gerechtigkeit bestellt und führt ein Leben in
Gerechtigkeit mit einem aufrechten Herzen:
Gib mir SOPHIA, die sitzt auf deinem Thron, und verwirf mich nicht aus
der Mitte deiner Kinder:
Denn ich bin dein Sklave, der Sohn deiner Magd, ein schwacher Mann,
und von kurzer Zeit und verfehlte oft das Verständnis des Urteils und der
Gesetze.
Denn wenn man perfekt sein will unter den Kindern der Menschen, aber
wenn deine SOPHIA nicht mit ihm ist, so ist er als Nichts zu betrachten.
Du hast mich auserwählt, König deines Volkes zu sein, und ein Richter
deiner Söhne und Töchter zu sein:
Und hast mir befohlen, einen Tempel auf deinem heiligen Berg zu bauen,
und einen Altar in der Stadt in der Stätte deiner Wohnung, eine Ähnlichkeit
deines heiligen Tabernakels, das du von Anfang an bereitet hast:
Und deine SOPHIA mit dir, die kennt deine Werke, die auch anwesend
war, als du die Welt gemacht hast, und wusste, was angenehm war deinen
Augen, und was recht war in deinen Geboten,
Sende du mir sie aus deinem heiligen Himmel, und vom Thron deiner
Majestät, dass sie mit mir zusammen sein kann, und kann die Arbeit tun
mit mir, damit ich weiß, was dir akzeptabel ist:
Denn sie kennt und versteht alle Dinge, so wird sie mich nüchtern führen
in meinen Werken, und wird mich durch ihre Macht bewahren.
So sollen meine Werke dir akzeptabel sein, und ich werde dein Volk
gerecht regieren, und würdig sein des Throns meines Vaters.
Denn wer unter den Menschen ist es, der den Ratschluss Gottes kennt?
oder wer kann denken, was der Wille Gottes ist?
Denn die Gedanken der Sterblichen sind ängstlich, und unsere Ratschläge
ungewiss.
Denn der vergängliche Körper ist eine Last auf der Seele, und die irdische
Behausung presst den Geist, der meditiert über viele Dinge.
Und kaum haben wir vermutet richtig von den Dingen, die auf der Erde
sind: und kaum mit viel Arbeit finden wir die Dinge, die vor uns liegen.
Aber die Dinge, die im Himmel sind, wird die Suche erfolgreich sein?
Und wer soll kennen deine Gedanken, wenn du nicht SOPHIA gibst und
sendest deinen Heiligen Geist von oben:
Und so sind die Möglichkeiten, dass sie von denen, die auf Erden sind,
korrigiert werden können, und Männer können die Dinge, die dir gefallen,
lernen.
Denn durch SOPHIA sind sie gerettet worden, die dich erfreuen, o Herr,
von Anfang an.
ZEHNTES KAPITEL

Sie bewahrte ihn, der wurde zuerst von Gott, dem Vater der Welt, gebildet,
als er allein geschaffen wurde,
Und sie brachte ihn aus seiner Sünde heraus, und gab ihm Macht, alle
Dinge zu regeln.
Aber als der Ungerechte von ihr weg ging in seinem Zorn, starb er durch
die Wut, womit er seinen Bruder ermordet hatte.
Denn die Ursache, wegen der das Wasser die Erde zerstörte, hat SOPHIA
wieder geheilt, die geführt hat hindurch auf einem verächtlichen Holz.
Außerdem, als die Nationen sich verschworen hatten, um der
Schlechtigkeit zuzustimmen, wusste sie das gerade, und bewahrte ihn ohne
Schuld vor Gott, und erhielt ihn stark gegen das Mitgefühl mit seinem
Knaben.
Sie schützte den gerechten Mann, der vor den Gottlosen geflohen war, die
verloren gehen, als das Feuer kam herab auf Pentapolis:
Deren Land, zum Zeugnis ihrer Schlechtigkeit, öde ist, und raucht bis zum
heutigen Tag, und die Bäume tragen Früchte, die nicht reifen, und eine
stehende Salzsäule ist ein Denkmal der ungläubigen Seele.
Die zum Betrachten nicht Weisheit haben, sie glitten nicht nur in diesem,
dass sie nicht guter Dinge waren, aber sie haben auch den Männern ein
Denkmal ihrer Torheit hinterlassen, so dass in den Dingen, in denen sie
gesündigt haben, sie konnten nicht so viel Lüge verbergen.
Aber SOPHIA hat vom Leid die, die auf ihre Teilnahme hoffen, bewahrt.
Sie führte ihn, als er vor seines Bruders Zorn floh, die richtigen Wege und
zeigte ihm das Reich Gottes, und gab ihm das Wissen der heiligen Dinge,
machte ihn ehrenvoll in seiner Arbeit, und er erreichte die Früchte seiner
Arbeit.
Bei dem Betrug jener, die ihn überlistet haben, stand sie ihm bei und
machte ihn ehrenhaft.
Sie schützte ihn vor seinen Feinden, und sie verteidigte ihn vor der
Verführerin, und gab ihm einen starken Konflikt, den er zu überwinden
hatte, und das Wissen, dass SOPHIA ist mächtiger als alle!
Sie verließ ihn nicht, als er verkauft wurde, sondern erlöste ihn von den
Sündern: sie ging mit ihm in die Grube.
Und in Banden verließ sie ihn nicht, bis sie ihm das Zepter des Reiches
und die Macht gegen diejenigen, die ihn unterdrückt hatten, gegeben, und
zeigte ihn den Lügnern, die ihn beschuldigt hatten, und gab ihm die ewige
Herrlichkeit.
Sie schützte die Menschen, und den untadeligen Samen, vor der Nation,
die sie unterdrückt hatte.
Sie trat ein in die Seele des Dieners Gottes und stand ihm gegen
schreckliche Könige bei mit Wundern und Zeichen.
Und sie gab ihnen den Lohn ihrer Arbeit, und führte sie auf wunderbare
Weise: und sie war ihnen ein Schirm am Tag, und das Licht der Sterne in
der Nacht:
Und sie brachte sie durch das Rote Meer, und trug sie über ein großes
Wasser.
Aber ihre Feinde ertränkte sie im Meer, und in die Tiefe der Hölle warf sie
sie. Deshalb nahmen die Gerechten einfach die Beute der Bösen.
Und sie haben deinem heiligen Namen, Herr, gesungen, und sie lobten
einmütig deine siegreiche Hand.
Denn SOPHIA eröffnete den Mund der Stummen und machte die Zungen
der Kinder beredt.

ELFTES KAPITEL

Sie machte ihre Handlungen erfolgreich durch einen heiligen Propheten.


Sie reisten unbeschwert durch die Wüste und stellten ihre Zelte an
unzugänglichen Stellen auf.
Sie standen fest gegen ihre Feinde, bekämpften ihre Feinde.
Zu dir riefen sie, wenn sie durstig waren, und von der felsigen Klippe
wurde ihnen Wasser gegeben, aus hartem Stein ein Heilmittel für ihren
Durst.
Was also gedient hatte, um ihre Feinde zu bestrafen, kam ihnen in ihren
Schwierigkeiten zugute.
Während ihre Feinde nur die immer fließende Quelle eines Flusses hatten,
der von vermischtem Blut und Schlamm verschmutzt war,
Um sie für ihre Erlasse zur Kindestötung zu bestrafen, gabst du deinem
Volk, gegen alle Hoffnung, Wasser in Hülle und Fülle,
Sobald du durch den Durst gezeigt hast, dass sie erlebten, wie schwer du
deine Feinde bestraft hast.
Von ihren eigenen Prüfungen, die nur der Korrektur dienten, erkannten sie,
wie ein wütender Spruch die Gottlosen quälte;
Denn du hast dein eigenes Volk geprüft, wie ein Vater es mahnt, aber die
anderen, die du als ein erbarmungsloser König bestraft hast, hast du
verurteilt,
Und ob fern oder nahe, waren sie gleichermaßen betroffen.
Denn eine doppelte Trauer hatte sie ergriffen und ein Stöhnen in der
Erinnerung an die Vergangenheit;
Als sie erfuhren, dass die Strafen, die sie erhielten, für die anderen
vorteilhaft waren, erkannten sie, dass es der Herr war,
Während für den Mann, den lange zuvor sie ausgesetzt und später
spöttisch zurückgewiesen hatten, fühlten sie nur Bewunderung, als alles
getan war, nachdem er einen Durst erlitten hatte, der so anders war als der
der Gerechten.
Denn ihre törichten und bösen Vorstellungen, die sie in die Irre geführt
hatten, um geistlose Reptilien und verächtliche Käfer anzubeten, schickten
ihnen eine Horde von geistlosen Tieren, um sie zu bestrafen
Und sie zu lehren, dass der Agent der Sünde ist der Agent der Strafe.
Und deiner mächtigen Hand, die die Welt aus formloser Materie erschuf,
fehlte es nicht an Mitteln, um eine Horde von Bären oder wilden Löwen
auf sie zu hetzen
Oder unbekannte Tiere, neu erschaffen, voller Wut, atmend Feuer oder
ausstoßend stinkenden Rauch oder blitzend furchtsame Funken aus ihren
Augen,
Tiere, die nicht nur sie zerstören können, so wild, sondern sogar sie durch
ihre schreckliche Erscheinung totschlagen können.
Aber ohne dieses, ein Atemzug könnte sie weggeblasen haben, verfolgt
von der Gerechtigkeit, wirbelnd durch den Atem deiner Macht. Du hast
aber alle Dinge nach Maß, Zahl und Gewicht bestimmt.
Denn deine große Macht ist immer in deiner Gnade, und wer kann der
Macht deines Arms widerstehen?
Die ganze Welt, für dich, ist nicht mehr als ein Gleichgewicht, wie ein
Tropfen Morgentau, der auf den Boden fällt.
Denn du bist barmherzig zu allem, denn du bist allmächtig, du übersiehst
die Sünden der Menschen, damit sie bereuen können.
Ja, du liebst alles, was existiert, und nichts, was du gemacht hast, ekelt
dich an, denn wenn du etwas gehasst hättest, hättest du es nicht geschaffen.
Und wie könnte ein Ding bestehen, hättest du es nicht gewollt? Oder wie
könnte es bewahrt werden, wenn nicht von dir ins Dasein gerufen?
Nein, du machst alles, denn alles ist dein, Herr, Liebhaber des Lebens!
ZWÖLFTES KAPITEL

Denn dein unvergänglicher Geist ist in allem!


Und so, allmählich, korrigierst du diejenigen, die dich beleidigen; du
ermahnst und erinnerst sie, wie sie gesündigt haben, damit sie sich dem
Bösen entziehen und auf dich vertrauen, Herr.
Die alten Bewohner deines heiligen Landes,
Du hasstest sie für ihre abscheulichen Praktiken, ihre Taten der Zauberei
und unheiligen Riten.
Die rücksichtslosen Mörder von Kindern, die Fresser der Eingeweide des
menschlichen Fleisches und des Blutes an den Festen, die Eingeweihten
der geheimen Bruderschaften,
Die mörderischen Eltern der wehrlosen Wesen, du hast bestimmt, sie durch
die Hände meiner Vorfahren zu zerstören,
Dass dieses Land, das dir lieber war als ein anderes, eine würdige Kolonie
der Kinder Gottes werden könnte.
Dennoch, da diese menschlich waren, behandeltest du sie nachsichtig und
schicktest Hornissen als Vorläufer deiner Armee, um sie nach und nach
auszurotten.
Nicht, dass du nicht in der Lage warst, die Gottlosen in der Schlacht zu
stellen oder sie sofort durch wilde Tiere oder ein hartes Wort zu zerstören;
Aber, indem du deine Sprüche allmählich ausführst, hast du ihnen eine
Chance gegeben, Buße zu tun, obwohl du wusstest, dass sie von Natur aus
böse waren,
Und in ihrer Schlechtigkeit fixiert; denn sie waren von Anfang an eine
böse Rasse. Es war auch nicht aus Furcht vor irgendjemand, dass du ihre
Sünden ungestraft lassen würdest.
Denn wer ist da zu fragen: Was hast du getan? Oder wer ist da, um mit
deinem Spruch nicht einverstanden zu sein? Wer soll dich beschuldigen,
Nationen zu zerstören, die du erschaffen hast? Wer konfrontiere dich, dass
du die Bösen versuchtest?
Denn es gibt keinen Gott außer dir, der sich um jeden kümmert, dem du zu
beweisen hättest, dass deine Urteile gerecht sind.
Nicht kann ein König oder Despot dich wegen derer, die du bestraft hast,
herausfordern.
Denn du bist gerecht, du beherrschst das Universum gerecht und hältst es
für unvereinbar mit deiner Macht, jemanden zu verurteilen, der es nicht
verdient hat, bestraft zu werden.
Denn deine Kraft ist die Grundlage deiner rettenden Gerechtigkeit, und
deine Souveränität über alle macht dich allen gegenüber nachsichtig.
Du zeigst deine Kraft, wenn die Leute nicht an deine absolute Macht
glauben, und du verwandelst jede Unverschämtheit in denen, die dich
kennen.
Aber du, du kontrollierst deine Kraft, bist mild im Urteil und regierst uns
mit großer Nachsicht, denn du musst nur den Willen haben, und deine
Macht ist da.
Wenn du so handelst, hast du dein Volk gelehrt, dass der Gerechte
freundlich zu seinen Mitmenschen sein muss, und du hast deinen Kindern
die gute Hoffnung gegeben, dass du nach den Sünden Reue geben wirst.
Denn wenn du mit solcher Sorgfalt und Nachsicht die Feinde deiner
Kinder bestraft hast, obwohl sie zum Tode verurteilt waren und ihnen Zeit
und Ort gegeben wurden, um ihre Bosheit loszuwerden,
Mit welcher genauen Aufmerksamkeit hast du deine Kinder nicht beurteilt,
deren Vorfahren durch Eide und Bündnisse du so großzügige Versprechen
gemacht hast?
So belehre uns, wenn du unsere Feinde in Maßen bestrafst, dass wir über
deine Freundlichkeit nachdenken sollten, wenn wir urteilen, und wenn wir
gerichtet werden, sollten wir nach deiner Gnade suchen.
Und darum wurden Menschen, die ein törichtes und böses Leben führen,
von dir mit ihren eigenen Gräueln gefoltert;
Denn sie hatten sich zu weit auf den Wegen des Irrtums verirrt, indem sie
die dümmsten und verabscheuungswürdigsten Tiere für die Götter hielten
und sich wie törichte kleine Kinder täuschen ließen.
Also, für Kinder ohne Sinn, gabst du ihnen einen Spruch, der Narren aus
ihnen macht.
Diejenigen, die nicht vor einer spöttischen Zurechtweisung die Warnung
ablehnen wollten, übten bald einen Gottesdienst, der Gottes würdig war.
Die Geschöpfe, die sie leiden ließen und gegen die sie protestierten, jene
Geschöpfe, die sie für Götter angenommen hatten und durch die sie
bestraft wurden, sahen sie in ihrem wahren Licht; und die ihn bis dahin
abgelehnt hatten, erkannten sie, der war der wahrer Gott. Und darum fiel
die endgültige Verdammnis auf sie.

DREIZEHNTES KAPITEL
Ja, natürlich blöd sind alle, die sich Gottes nicht bewusst sind und die aus
guten Dingen nicht in der Lage gewesen sind, ihn zu entdecken, wer er ist,
oder durch das Studium der Werke den Künstler nicht erkannt haben.
Feuer aber oder Wind oder die schnelle Luft, die Sphäre der Sterne, das
ungestüme Wasser, die Lichter des Himmels, sind das, was sie gehalten
haben für Götter, die die Welt regieren.
Wenn sie von ihrer Schönheit bezaubert sind, haben sie diese für Götter
angenommen, lasse sie wissen, wieviel der Meister von ihnen sie
auszeichnet, da er die Quelle der Schönheit ist, die sie erschuf.
Und wenn sie von ihrer Kraft und Energie beeindruckt sind, so lasse man
daraus ableiten, wie viel mächtiger der ist, der sie gebildet hat,
Da durch die Größe und die Schönheit der Geschöpfe können wir, analog,
ihren Autor betrachten.
Kleine Schuld aber haftet ihnen an, denn vielleicht gehen sie nur auf die
Suche nach Gott und ihr Eifer ist es, ihn zu finden;
Vertraut mit seinen Werken, sie untersuchen sie und fallen als Opfer von
Erscheinungen, da sie sehen so viel Schönheit.
Aber auch so haben sie keine Entschuldigung:
Wenn sie in der Lage sind, genügend Wissen zu erwerben, um die Welt
untersuchen zu können, wie sind sie dann so langsam gewesen, um ihren
Meister zu finden?
Und erbärmlich sind sie, mit ihren Hoffnungen auf tote Dinge, die den
Titel der Götter menschlichen Artefakten, Gold oder Silber gegeben haben,
geschickt gearbeitet, Figuren von Tieren oder nutzlosem Stein, von einer
Hand vor langer Zeit geschnitzt.
Nimm einen Holzfäller. Er fällt einen passenden Baum, schält die Rinde
ganz gut ab, und dann mit bewundernswerter Geschicklichkeit macht er
das Holz zu einem im täglichen Leben nützlichen Gegenstand.
Die Splitter, die von seiner Arbeit übrig geblieben sind, benutzt er, um sein
Essen zu kochen, dann isst er seine Speise.
Es ist noch ein bisschen übrig geblieben, ein knorriger und geknoteter
Stumpf: er nimmt ihn und schlägt ihn mit der Konzentration seiner
Freizeitstunden, er formt ihn mit der Erfahrung, er gibt ihm eine
menschliche Gestalt,
Oder vielleicht macht er ihn zu einem gewaltigen Tier, beschmiert es mit
Ocker, malt seine Oberfläche rot, beschichtet all seine Verunstaltungen.
Er macht dann ein würdiges Zuhause, lässt es in die Wand ein, fixiert es
mit einer eisernen Klammer.
So stellt er sicher, dass es nicht fallen wird, wohl bewusst, dass es sich
nicht helfen kann, da es nur ein Bild ist und ihm geholfen werden muss.
Und wenn er aber um seine Güter beten will, um seine Ehe, um seine
Kinder, so errötet er nicht, um dieses leblose Ding zu betrachten, um die
Gesundheit ruft er an, was selbst schwach ist,
Um das Leben plädiert er bei dem, was tot ist, um Hilfe bettelt er beim
Unerfahrenen, für eine Reise betet er zu dem, was kann nicht einmal seine
Füße bewegen kann,
Um Profit, ein Unternehmen und Erfolg bei der Verfolgung seines
Handwerks fragt er um Geschick etwas, dessen Hände haben keine
Geschick für was auch immer.

VIERZEHNTES KAPITEL

Oder jemand anderes, mit dem Schiff, um die wilden Wellen zu


überqueren, ruft laut ein Stück Holz an auf dem Schiff, das ihn trägt.
Einverstanden ist das Schiff als das Produkt eines Verlangens nach
Gewinn, sein Bau verkörpert die Weisheit des Schiffbruchs;
Aber deine Vorsehung, Vater, ist es, was es lenkt, du hast einen Weg durch
das Meer und einen sicheren Weg über die Wellen eröffnet,
Das zeigt, dass du retten kannst, was auch immer passiert, so dass auch
ohne Erfahrung jemand zum Meer gehen kann.
Es ist nicht dein Wille, dass die Werke deiner Weisheit steril sein sollten,
so dass die Leute ihr Leben dem kleinsten Holzstück anvertrauen, die
Wellen auf einem Floß kreuzen und doch sicher und gesund bleiben.
Darum, als die stolzen Riesen am Anfang waren, die Hoffnung der Welt ist
auf ein Floß geflüchtet und von deiner Hand gelenkt worden, da bewahrte
sie den Samen einer neuen Generation für die kommenden Zeiten.
Denn gesegnet ist das Holz, das der Ursache der Gerechtigkeit dient,
Aber verflucht ist das künstliche Idol, ja, es und sein Schöpfer, er, weil er
es geschaffen hat, und es, weil es, obwohl verderblich, Gott genannt
wurde.
Denn Gott hält die Gottlosen und ihre Gottlosigkeit in gleichem Hass;
Arbeit und Arbeiter werden gleichermaßen bestraft.
Darum werden auch die Götzen der Völker eine Heimsuchung haben, denn
in Gottes Schöpfung sind sie zum Gräuel geworden, ein Skandal für die
menschlichen Seelen, eine Schlinge für die Füße der Toren.
Die Idee, Idole zu machen, war der Ursprung der Hurerei, ihre Entdeckung
korrumpierte das Leben.
Sie gab es nicht am Anfang, sie werden nicht ewig existieren;
Die menschliche Eitelkeit brachte sie in die Welt, und ein schnelles Ende
ist daher für sie reserviert.
Ein Vater, der von unzeitgemäßer Trauer geplagt war, hat ein Bild von
seinem Kind, so bald hinweg genommen, gemacht, und jetzt zahlt er dem
göttliche Ehren, was gestern nur eine Leiche war, übergibt ihm Mysterien
und Zeremonien des Volkes;
Die Zeit vergeht, die Gewohnheit härtet und wird als Gesetz beobachtet.
Herrscher waren diejenigen, die befahlen, dass Statuen angebetet werden
sollten: Menschen, die sie nicht persönlich ehren konnten, weil sie zu weit
weg lebten, hatten ein Porträt von ihrem fernen Gesicht gegeben, um ein
Bild zu haben, das sie vom König sehen konnten, den sie geehrt haben;
bedeutend durch diesen Eifer, dem Fehlenden zu schmeicheln, als ob er
anwesend wäre.
Auch Leute, die ihn nicht kennen, wurden angeregt, seinen Kult durch die
Begeisterung des Künstlers zu verbreiten;
Denn die letzteren, die zweifellos dem Obersten zu gefallen wünschten,
alle seine Fähigkeiten übten sie aus, um die Wirklichkeit zu übertreffen,
Und die Menge, angezogen von der Schönheit der Arbeit, verwechselte mit
einem Gott jemand, den sie vor kurzem als Mensch geehrt hatten.
Und dies wurde eine Schlinge für das Leben, dass die Leute, ob durch das
Unglück oder die Tyrannei versklavt, den unaussprechlichen Namen auf
Stöcke und Steine geschrieben haben.
Es ist aber nicht genug für sie, solchen Irrglauben über Gott zu haben;
denn sie leben in dem heftigen Krieg der Unwissenheit, sie nennen diese
schrecklichen Übel auch noch Frieden.
Mit ihren kindermordenden Riten, ihren okkulten Geheimnissen und ihren
rasenden Orgien mit außergewöhnlichen Bräuchen
Sie behalten keine Reinheit mehr in ihrem Leben oder in ihren Ehen, eine
tückische Ermordung eines anderen verüben sie oder verletzen durch
Ehebruch.
Überall eine Welt von Blut und Mord, Diebstahl und Betrug, Korruption,
Verrat, Aufruhr, Meineid,
Störung der menschenwürdigen Menschen, Vergesslichkeit der
Gefälligkeiten, Verschmutzung der Seelen, Sünden gegen die Natur,
Unordnung in der Ehe, Ehebruch und Ausschweifung.
Denn die Verehrung der Götzen ohne Namen ist der Anfang, die Ursache
und das Ende jedes Bösen.
Denn diese Leute tragen ihre Fröhlichkeit bis zur Raserei, oder sie
weissagen, was nicht wahr ist, oder sie leben böse Leben, oder sie
verdammen sich ohne Zögern;
Denn sie vertrauen auf leblose Götzen, die ihnen nicht helfen, ihre
falschen Eide können ihnen schaden.
Aber sie werden mit Recht für dieses doppelte Verbrechen bestraft; für die
Verschlechterung des Gottesbegriffs durch die Einhaltung der Götzenkulte;
und weil sie sich in Verachtung für das Heilige selbst verletzen.
Denn es ist nicht die Macht der Dinge, bei denen sie schwören, aber die
Strafe für die Sünder ist reserviert, die immer den Vergehen der bösen
Menschen folgt.

FÜNFZEHNTES KAPITEL

Aber du, unser Gott, bist gütig und wahr, langsam zum Zorn und regierst
das Universum mit Barmherzigkeit.
Auch wenn wir sündigen, sind wir dein, da wir deine Macht anerkennen,
aber wir werden nicht sündigen, weil wir wissen, wie wir geliebt sind.
Zu wissen, dass du in der Tat die perfekte Tugend bist und deine Macht zu
kennen, ist die Wurzel der Unsterblichkeit.
Wir sind nicht durch Erfindungen von falsch angewandter menschlicher
Geschicklichkeit oder durch die sterile Arbeit der Maler, durch Figuren,
die mit verschiedenen Farben bemalt sind, getäuscht,
Der Anblick dessen, wonach sich die Dummköpfe sehnen, die sich nach
der leblosen Gestalt eines nicht atmienden Bildes sehnten
Liebhaber des Bösen sind sie und würdig solcher Hoffnungen sind
diejenigen, die sie machen, diejenigen, die sie begehren, und diejenigen,
die sie anbeten.
Nimm einen Töpfer, jetzt, mühsam bearbeiten sie die weiche Erde,
gestalten jedes Objekt, es für uns zu verwenden. Aus dem selben Ton
heraus modelliert er Dinge, die für einen edlen Gebrauch bestimmt sind,
und die für einen gegensätzlichen Zweck, alles gleichermaßen, aber
welche von diesen beiden Verwendungen jedes Ding hat, ist für den Töpfer
selbst zu entscheiden.
Dann schlecht verbrachte Anstrengung, aus demselben Lehm modelliert er
einen vergeblichen Gott, obwohl er vor kurzem aus der Erde selbst
gemacht wurde und kurz darauf zu ihr zurückkehrt, woraus er genommen
wurde, wenn er gebeten wird, die Seele zurückzugeben, die war ihm nur
geliehen.
Trotzdem macht er sich keine Sorgen um zu sterben oder über die Kürze
seines Lebens, sondern strebt danach, die Goldschmiede und
Silberschmiede zu übertreffen, die Bronzearbeiter zu imitieren, und ist
stolz darauf, Fälschungen zu modellieren.
Asche sein Herz; leichter als die Erde seine Hoffnung; elender als Lehm
sein Leben!
Denn er hat den Einen, der ihn modelliert hat, falsch betrachtet, der eine
aktive Seele in ihn hinein gegossen und einen lebendigen Geist inspiriert
hat.
Was ist mehr, er schaut auf dieses unser Leben als eine Art Spiel, und
unsere Zeit hier sieht er an wie ein hübsches, billiges Schnäppchen. Aber
das bedeutet, sagt er, ein Mann muss leben.
Er, mehr als jeder andere, weiß, dass er sündigt, der aus einem erdigen
Zeug beides, brüchige Töpfe und Götzen, macht.
Aber die meist Törichten, noch erbärmlicher als die Seele eines kleinen
Kindes, sind die Feinde, die einmal den Tyrannen mit deinem Volk gespielt
haben
Und haben alle Götzen der Heiden für Götter angenommen; diese können
weder ihre Augen für das Sehen noch ihre Nasenlöcher zum Atmen der
Luft noch ihre Ohren zum Hören noch die Finger ihrer Hände für die
Handhabung und ihre Füße zum Wandern verwenden.
Sie sind gemacht worden, siehe, von einem Menschen, modelliert von
einem Wesen, dessen eigener Atem nur geliehen ist. Kein Mensch kann
einen Gott modellieren, dass er auch nur dem Menschen ähnelt;
Dem Tod unterworfen, seine gottlosen Hände können nur etwas Toten
produzieren. Er selbst ist wertvoller als die Dinge, die er anbetet; er wird
wenigstens gelebt haben, aber jene niemals.
Und sie verehren auch die abscheulichsten Tiere, schlimmer als der Rest in
ihrem hohen Grad der Dummheit,
Tiere ohne eine Spur von Schönheit, wenn das überhaupt, was bei Tieren
ist, attraktiv sein kann, und von Gottes Lob und Segen ausgeschlossen.

SECHZEHNTES KAPITEL
So wurden sie von ähnlichen Kreaturen geplagt und von Schwärmen von
Ungeziefer geplagt.
Im Gegensatz zu dieser Strafe hast du deinen Leuten eine Freundlichkeit
erwiesen und, um ihren scharfen Appetit zu befriedigen, Wachteln gesandt,
eine üppige Rarität, für sie zu essen.
So wurden die Ägypter bei dem widerwärtigen Anblick der Kreaturen, die
gegen sie geschickt wurden, gefunden, dass sie, obwohl sie nach Nahrung
sich sehnten, ihren natürlichen Appetit verloren hatten; während deine
eigenen Leute nach einer kurzen Entbehrung eine seltene Freude für ihren
Teil haben sollten.
Unvermeidlich, dass unerbittliche Wünsche auf die ehemaligen
Unterdrücker kommen sollten; genug für deine Leute zu zeigen, wie ihre
Feinde gefoltert wurden.
Auch wenn die ängstliche Wut der wilden Tiere sie überholte und sie von
den Bissen der sich windenden Schlangen umkamen, ging deine
Vergeltung nicht bis ans Ende.
Die Bedrängnis schlug sie kurz vor der Warnung, und sie hatten ein
rettendes Zeichen, um sie an das Gebot deines Gesetzes zu erinnern,
Denn wer sich ihm zugewandt hat, wurde gerettet, nicht von dem, was er
sah, sondern von dir, dem Erretter von allen.
Und auf diese Weise hast du unseren Feinden bewiesen, dass du derjenige
bist, der von jedem Bösen abhält;
Für sie die Bisse von Heuschrecken und Fliegen erwiesen sich als tödlich,
und kein Heilmittel konnte gefunden werden, um ihr Leben zu retten, da
sie es verdienten, von solchen Kreaturen bestraft zu werden.
Aber deine Kinder, nicht einmal die Reißzähne von giftigen Schlangen
konnten sie herabbringen; denn deine Gnade kam ihnen zu Hilfe und heilte
sie.
Ein Stachel - wie schnell geheilt! - um sie an deine Aussprüche zu
erinnern, anstatt dass sie, indem sie in tiefe Vergesslichkeit versinken, von
deiner Freundlichkeit abgeschnitten werden sollten.
Kein Kraut, kein Umschlag heilte sie, aber dein alles heilende Wort, Herr.
Ja, du bist derjenige mit Macht über Leben und Tod und bringst die Toren
in den Hades und wieder hinauf.
Ein Mensch, der aus Bösartigkeit kommt, kann töten, kann aber den
verstorbenen Geist nicht zurückbringen oder die Seele befreien, die der
Hades einmal erhalten hat.
Es ist nicht möglich, deiner Hand zu entkommen.
Die Gottlosen, die dich nicht anerkennen wollten, wurden von der Kraft
deines Armes gepeitscht, von keinem gewöhnlichen Regen, Hagel und
unerbittlichen Regenfällen verfolgt und durch Feuer verzehrt.
Noch schöner, im Wasser, das alles löscht, das Feuer wütete härter als je
zuvor; denn die Elemente kämpfen für die Gerechten.
In einem Augenblick starb das Feuer, um zu vermeiden, dass die Tiere, die
gegen die Gottlosen geschickt wurden, verzehrt würden, und ihnen durch
diesen Anblick klar zu machten, dass der Spruch Gottes sie verfolgte;
An einem anderen Ort, im Herzen des Wassers, würde es heftiger brennen
als Feuer, um das Erzeugnis eines bösen Landes zu ruinieren.
Wie anders mit deinen Leuten! Du gabst ihnen das Essen der Engel, vom
Himmel unermüdlich, ihnen das Brot, bereits vorbereitet, mit jeder Freude,
um jeden Geschmack zu befriedigen.
Und die Substanz, die du gegeben hast, zeigte deine Süße gegenüber
deinen Kindern, denn sie verwandelte sich in den Geschmack von jedem,
der es aß, in das, was jeder Esser wünschte.
Schnee und Eis ertrugen das Feuer, ohne zu schmelzen; das war, um ihnen
zu zeigen, dass, um die Ernten ihrer Feinde zu zerstören, Feuer würde
sogar in Hagel und Aufflackern in fallendem Regen verbrennen,
In der Erwägung, dass es andererseits sogar seine eigene Kraft im Dienste
der Nahrung des Gerechten vergessen würde.
Denn die Schöpfung, die in deinem Dienste steht, ihrem Schöpfer, ist
bestrebt, die Gottlosen zu bestrafen und zu schwören zugunsten derer, die
auf dich vertrauen.
Und darum bediente sie sich, indem sie sich in alle Dinge verwandelte,
gehorsam deiner all-nährenden Güte, die den Wünschen der Bedürftigen
entspricht.
Dass deine geliebten Kinder, Herr, erfahren mögen, dass die verschiedenen
Getreide nicht das sind, was Nahrung gibt, sondern dein Wort, das alle, die
an dich glauben, bewahrt.
Denn das, was das Feuer nicht zerstörte, wurde geschmolzen in der Hitze
eines einzigen flüchtigen Sonnenstrahls,
Um zu zeigen, dass, um dir Dank zu geben, müssen wir vor der Sonne
aufstehen und uns am Morgen des Tages treffen;
Während die Hoffnung der Undankbaren schmilzt wie der Winterfrost und
fließt weg, wie Wasser verschwindet.

SIEBZEHNTES KAPITEL
Ja, deine Urteile sind groß und undurchdringlich, weshalb nicht instruierte
Seelen in die Irre gegangen sind
Während die Gottlosen glaubten, sie hätten eine heilige Nation in ihrer
Macht, sie selbst aber lagen als die Gefangenen der Dunkelheit, in den
Fesseln der langen Nacht, die unter ihren eigenen Dächern beschränkt
waren, verbannt von der ewigen Vorsehung.
Während sie dachten, unbemerkt mit ihren geheimen Sünden zu bleiben,
die in dunkler Vergesslichkeit vorübergegangen waren, waren sie in
schrecklicher Bestürzung verstreut, erschrocken durch Erscheinungen.
Das Versteck, das sie beschützte, konnte ihre Angst nicht abwehren;
schreckliche Geräusche hallten um sie herum; und düstere, grimmige
Gespenster verfolgten sie.
Kein Feuer hatte Macht genug, um ihnen Licht zu geben, noch konnten die
hell lodernden Sterne diese schreckliche Nacht erleuchten.
Das einzige Licht für sie war eine wilde, spontane Flamme, ein ängstlicher
Anblick! Und in ihrem Schrecken, sobald dieser Anblick verschwunden
war, dachten sie, was sie schrecklicher als je zuvor gesehen hatten.
Ihre magischen Illusionen waren jetzt kraftlos, und ihre Ansprüche auf
Intelligenz waren schändlich verwandelt;
Denn diejenigen, die versprachen, Furcht und Unruhen von kranken
Seelen zu vertreiben, waren jetzt selbst krank vor lächerlichem Schrecken.
Auch wenn es nichts Schreckliches gab, sie zu erschrecken, das Ungeheuer
ging vorbei und das Zischen der Reptilien füllte sie mit Panik;
Sie starben vor Schreck, verweigerten sogar, auf die leere Luft zu schauen,
die sowieso nicht entzogen werden kann!
Die Bosheit ist zugegeben sehr feige, und sie verurteilt sich selbst; unter
dem Ungewissen nimmt es immer das Schlimmste an.
Furcht ist ja nichts anderes als das Versagen der Hilfe der Vernunft.
Je weniger ihr euch in diesem verlassen habt, desto alarmierender ist es,
nicht die Ursache deines Leidens zu kennen.
Und sie setzten sich alle in demselben Schlaf ein, während diese
Dunkelheit dauerte, was in der Tat ganz machtlos war und aus den Tiefen
gleichermaßen des machtlosem Hades,
Wurden sie nun von ungeheuerlichen Gespenstern gejagt, die jetzt von der
Ohnmacht ihrer Seelen gelähmt wurden; denn ein plötzlicher, unerwarteter
Schrecken hatte sie angegriffen.
Und so, wer es auch sein könnte, der dort fiel, blieb er in diesem
Gefängnis ohne Stäbe an der Stelle eingeklemmt.
Ob er Bauer oder Hirte war oder jemand, der in der Wüste arbeitete, war er
immer noch eingeholt und erlitt das unvermeidliche Schicksal, denn alle
waren an die eine Kette der Finsternis gebunden.
Das Schlagen des Windes, das stimmungsvolle Geräusch der Vögel in den
ausgebreiteten Zweigen, der gemessene Schlag des Wassers in seinem
kraftvollen Kurs, der Lärm der Felsen,
Der unsichtbare Weg der wilden Tiere, das Gebrüll der wildesten
Raubtiere, das Echo, das von den Spalten in den Bergen kam, hielt sie alle
vor Angst gelähmt.
Denn die ganze Welt leuchtete mit dem Licht der Tage und ging
ungehindert an ihre Arbeit;
Über ihnen allein dort verbreitete sich eine schwere Dunkelheit, Bild der
Dunkelheit, die sie empfangen würde. Aber schwerer als die Dunkelheit
war die Last, die sie sich selbst waren.

ACHTZEHNTES KAPITEL

Für deine Heiligen aber gab es ein sehr großes Licht. Die Ägypter, die sie
hören konnten, aber sie nicht sahen, nannten sie glücklich, weil sie auch
nicht gelitten hatten;
Sie bedankten sich dafür, dass sie keine Verletzung im Gegenzug für
frühere Ungerechtigkeiten zufügten, und baten um Vergebung für ihren in
der Vergangenheit zugefügten Missbrauch.
Im Gegensatz zur Dunkelheit gabst du deinen Leuten eine Säule des
lodernden Feuers, um sie auf ihrer unbekannten Reise zu führen, eine
milde Sonne für ihre ehrgeizige Migration.
Aber auch die anderen verdienten es, dass ihnen das Licht entzogen wird
und sie in der Finsternis inhaftiert wurden, denn sie hatten deine Kinder in
Gefangenschaft gehalten, durch die das unbestechliche Licht des Gesetzes
der Welt gegeben werden sollte.
Da sie sich entschlossen hatten, die Kleinen der Heiligen zu töten und von
denen, die nur ein Kind geboren hatten, wurden sie bestraft, indem sie ihre
Horde von Kindern verloren und sie alle im wilden Wasser zerstört
wurden.
Diese Nacht war im Vorfeld unseren Vorfahren bekannt geworden, so dass,
wissend, dass sie wussten, wem sie vertrauen konnten, aie waren sich
seiner Versprechen sicher.
Dein Volk wartete also sowohl auf die Rettung der Aufrichtigen als auch
auf den Ruin der Feinde;
Denn durch die Rache, die du gegen unsere Widersacher ausgeübt hast,
hast du uns verherrlicht, indem du uns zu dir gerufen hast.
Und die heiligen Kinder der Guten opferten im Geheimen, und mit einem
Einverständnis erließen sie dieses heilige Gesetz, dass die Heiligen Gutes
und Gefahren gleichermaßen bestehen sollten; und sofort sangen sie die
Hymnen der Ahnen.
Im Echo kamen die widerspenstigen Schreie ihrer Feinde, und die
erbärmlichen Klagen der Trauer um ihre Kinder konnten aus der Ferne
gehört werden.
Ein und dieselbe Strafe hatte Sklaven und Herren gleich geschlagen, und
jetzt Sklave und König hatten die gleichen Leiden zu ertragen.
Von demselben Tod getroffen, hatten alle unzählige Tote. Es waren nicht
genug Lebewesen, um sie zu begraben, denn auf einen Schlag war die
Blume ihrer Nachkommen ums Leben gekommen.
Diejenigen, deren Zauber sie völlig ungläubig gemacht hatte, als sie mit
der Zerstörung ihres Erstgeborenen konfrontiert waren, erkannten dieses
Volk als Sohn Gottes.
Als die friedliche Stille über allem lag und die Nacht die Hälfte ihres
schnellen Kurses gelaufen war,
Aus dem Himmel, aus dem königlichen Thron, sprang dein allmächtiges
Wort wie ein erbarmungsloser Krieger in das Herz eines Landes, das zur
Zerstörung verurteilt ist. Tragend deinen eindeutigen Befehl wie ein
scharfes Schwert,
Stand es da und füllte das Universum mit dem Tode; obwohl er auf der
Erde stand, berührte er den Himmel.
Sofort träumten sie Träume, und grausame Visionen erfüllten sie mit
Schrecken, unerwartete Ängste griffen sie an.
Aufgewühlt, einige hier, einige dort, halb tot, konnten sie sagen, warum sie
starben;
Denn die Träume, die sie beunruhigt hatten, hatten sie vorher gewarnt, so
dass sie nicht zugrunde gehen sollten, ohne zu wissen, warum sie geplagt
waren.
Die Erlebnisse des Todes aber berührten die Gerechten auch, und in der
Wüste wurden viele gefangen. Aber die Vergeltung dauerte nicht lange,
Denn ein tadelloser Mann eilte zu ihrer Verteidigung herbei. Als er die
Waffen seines heiligen Amtes, des Gebetes und des Weihrauchs
beherrschte, stellte er die Vergeltung vor und beendete die Pest und zeigte
damit, dass er dein Diener war.
Er überwand die Feindseligkeit, nicht durch körperliche Kraft, noch durch
Gewalt von Waffen; sondern durch Worte herrschte er über den
Quälgeister, indem er die Eide mit den Vätern und die Bündnisse anrief.
Schon waren die Leichen in Haufen gestapelt, als er die Vergeltung
zurückschlug und den Lebensunterhalt abschnitt.
Denn die ganze Welt war auf seinem fließenden Gewand, die herrlichen
Namen der Väter, die auf den vier Reihen von Steinen eingraviert waren,
und deine Majestät auf dem Diadem auf seinem Kopf.
Von diesem stürzte sich der Zerstörer hinweg, er hatte Angst vor diesem.
Das eine Erlebnis der Vergeltung war genug.

NEUNZEHNTES KAPITEL

Aber die Gottlosen wurden von gnadenlosem Zorn bis ans Ende
angegriffen, denn er wusste vorher, was sie tun würden,
Wie, nachdem sie seine Leute verlassen und ihre Abreise beeilt hatten,
würden sie ihre Meinung ändern und sie jagen.
Sie waren eigentlich immer noch bei ihren trauernden Riten und klagten an
den Gräbern ihrer Toten, als ein anderes verrücktes Schema in ihre Köpfe
kam, und sie machten sich auf, die Leute, die sie vertrieben hatten, zu
verfolgen und anzubetteln.
Ein wohlverdientes Schicksal drängte sie in dieses Extrem und ließ sie
vergessen, was bereits geschehen war, damit sie ihren Peinlichkeiten die
eine Strafe verdienen würden.
Und während dein Volk eine Reise erlebt hat, die allen Erwartungen
widerspricht, würde sie selbst ein außergewöhnlicher Tod erfüllen.
Denn die ganze Schöpfung, die deinen Geboten unterwürfig war, ließ ihre
Natur neu erschaffen, damit deine Kinder vor Schaden gerettet werden
sollten.
Um das Lager zu überschatten, war die Wolke da. Wo es Wasser gab,
wurde trockenes Land gesehen, um aufzusteigen; das Rote Meer wurde
nicht gehindert, die stürmischen Wellen wurden eine grüne Ebene;
Von deiner Hand geschützt, ging die ganze Nation hinüber und blickte auf
diese erstaunlichen Wunder.
Sie waren wie Pferde auf der Weide, sie hüpften wie Lämmer und sangen
dein Lob, Herr, ihr Erretter.
Denn sie erinnerten sich noch an die Ereignisse ihres Exils, wie das Land
Moskitos anstelle von Tieren gezüchtet hatte, und der Fluss hatte
Millionen von Fröschen anstelle von Fischen erzogen.
Später sahen sie einen neuen Weg für Vögel, um zu kommen, als, von Gier
geplagt, sie etwas Leckeres verlangten,
Und Wachteln kamen aus dem Meer, um sie zu befriedigen.
Auf die Sünder aber stürzten die Strafen nicht ohne heftigen Donner als
Frühwarnung; und sie litten, was ihre eigenen Verbrechen zu Recht
verdient hatten, seit sie so bitteren Hass auf Ausländer gezeigt hatten.
Andere hatten es verabsäumt, Fremde zu begrüßen, die zu ihnen kamen,
aber die Ägypter hatten ihre eigenen Gäste und Wohltäter versklavt.
Die Sünder werden übrigens sicherlich dafür bestraft werden, da sie den
Ausländern ein feindliches Willkommen gegeben haben;
Aber die letzteren, die den Menschen, die bereits dieselben Rechte wie sie
selbst geteilt hatten, einen festlichen Empfang gegeben hatten, gaben ihnen
später schreckliche Arbeiten auf.
Darum wurden sie mit Blindheit geschlagen, wie die Sünder am Tor der
Gerechten, als die Gnade um sie herum gähnte, jeder mußte durch seine
eigene Tür tappen.
Eine neue Einstimmung der Elemente trat ein, wie auf einer Harfe die
Noten ihren Rhythmus ändern können, obwohl sie denselben Ton
bewahren; und das ist genau das, was passiert ist:
Landtiere wurden aquatisch, Schwimmtiere nahmen das Land ein,
Feuer verstärkte seine Kraft im Wasser, und Wasser vergaß die Macht, es
zu löschen;
Flammen dagegen haben nicht das Fleisch von zarten Tieren, die sich in es
hinein wagten, verzehrt, noch schmolzen sie die himmlische Nahrung, die
dem Eis ähnelt und so leicht geschmolzen ist.
Ja, Herr, in jeder Hinsicht hast du dein Volk groß und herrlich gemacht; du
hast es niemals versäumt, ihnen jederzeit zu helfen.

KÖNIG SALOMO

ERSTES KAPITEL
SALOMOS THRONBESTEIGUNG
König David war jetzt ein sehr alter Mann, und obwohl er in Bettwäsche
warm eingepackt war, konnte er sich nicht warm halten.

So seine Knechte zu ihm sagten: Lass uns ein junges Mädchen für meinen
Herrn, den König, suchen, das sie den König pflege und schaue nach ihm,
sie wird in der Nähe liegen bei dir, und dies wird immer meinen Herrn
König warm halten.

Sie suchten ein schönes Mädchen aus dem gesamten Gebiet von Israel.
Nachdem sie gesucht, fanden sie Abischag von Schunem und brachten sie
zu dem König.

Das Mädchen war sehr schön! Sie sah nach dem König und pflegte ihn,
aber der König hatte keinen Geschlechtsverkehr mit ihr.

Nun Adonia, der Sohn der Haggith, wurde prätentiös und sagte: Ich werde
König sein! Dementsprechend hatte er sich einen Wagen beschafft und
eine Truppe von fünfzig Wachen vor ihm laufend.

Nicht einmal in seinem Leben hatte sein Vater ihn überwunden mit den
Worten: Warum bist du so und verhältst dich so? Er war sehr schön, seine
Mutter hatte ihn geboren nach Absalom.

Er beriet sich mit Joab, dem Sohn der Zeruja, und mit dem Priester
Abjathar, die beide zu des Adonia Sache sammelten;

Aber weder der Priester Zadok, noch Benaja, der Sohn Jojadas, noch der
Prophet Nathan, noch Simei und Rei, noch Davids Meister, unterstützten
Adonia.

Eines Tages, als Adonia opferte Schafe, Rinder und gemästete Kälber an
der Tür, lud er alle seine Brüder, die Prinzen, ein und alle Männer von Juda
in dem Dienst des Königs;

Aber lud nicht den Propheten Nathan oder Benaja oder die Meister oder
seinen Bruder Salomon.
Nathan sagte dann zu Batseba, Salomos Mutter: Hast du nicht gehört, dass
es unbekannt ist unserm Herrn David, dass Adonia, der Sohn der Haggith,
ist König geworden?

Nun, das ist mein Rat an dich, wenn du dein eigenes Leben und das Leben
deines Sohnes Salomo retten möchtest:

Geh geradeaus zu König David und sag: Mein Herr und König, hast du
nicht deiner Magd dieses Versprechen unter Eid gegeben: Dein Sohn
Salomo soll nach mir König sein, er ist derjenige, der auf meinem Thron
sitzen wird - Wie ist es dann gekommen, dass Adonia König geworden ist?

Und während du noch dort im Gespräch mit dem König bist, werde ich
nach dir herein kommen und bestätigen, was du sagst.

So Bathseba ging zum König in sein Zimmer (er war sehr alt und Abischag
von Schunem war anwesend).

Sie kniete nieder, warf sich vor dem König nieder, und der König sagte:
Was willst du?

Mein Herr, antwortete sie, du schwurest deiner Magd bei Jahwe, deinem
Gott: Dein Sohn Salomo soll nach mir König sein; er ist derjenige, der auf
meinem Thron sitzen soll.

Und nun ist hier Adonia König, und du, mein Herr König, weißt nichts
davon!

Er hat Mengen von Ochsen geopfert, gemästete Kälber und Schafe, und
lud alle königlichen Prinzen ein, den Priester Abjathar und Joab, den
Heerführer, aber er hat nicht deinen Knecht Salomo eingeladen.

Doch du bist der Mann, mein Herr und König, auf den ganz Israel schaut,
um ihnen zu sagen, wer den Segen meines Herrn, des Königs, hat.

Und wenn mein Herr, der König, ruht bei seinen Vorfahren, so Salomon
und ich werden leiden müssen.

Sie sprach noch mit dem König, als der Prophet Nathan herein kam.
Dem König wurde gesagt: Der Prophet Nathan ist hier - und er kam in des
Königs Gegenwart und warf sich auf sein Gesicht vor dem König.

Mein Herr König, sagte Nathan, ist dies denn dein Dekret: Adonia soll
nach mir König sein, er ist derjenige, der auf meinem Thron zu sitzen hat?

Denn er hat heute geopfert Mengen von Ochsen, gemästete Kälber und
Schafe, und lud alle königlichen Prinzen ein, den Heerführer, und den
Priester Abjathar, und sie sind es jetzt, die essen und trinken in seiner
Gegenwart und rufen: Lang lebe König Adonia!

Er hat jedoch nicht eingeladen mich, deinen Knecht, und den Priester
Zadok, und Benaja, den Sohn Jojadas, oder deinen Knecht Salomo.

Kann es sein, dass dies mit meines Herrn, des Königs, Zustimmung
geschieht und dass du nicht treu gesagt, wer auf den Thron meines Herrn,
des Königs, gelangen wird?

König David sprach dann: Rufe mir Bathseba, sagte er. Und sie kam in des
Königs Gegenwart und stand vor ihm.

Und der König schwor den Eid: So wahr der Herr lebt, der mich erlöst hat
von allem Ungemach,

So wie ich dir schwor bei Jahwe, dem Gott Israels, dass dein Sohn Salomo
soll nach mir König sein, und einnehmen meinen Platz auf meinem Thron,
so werde ich es über diesen Tag hinaus bestimmen.

Bathseba kniete nieder, warf sich auf ihr Gesicht vor dem König und sagte:
Möge mein Herr, der König David, ewig leben!

Und der König David sagte: Ruft mir den Priester Zadok, den Propheten
Nathan und Benaja, den Sohn Jojadas. - So kamen sie in des Königs
Gegenwart.

Nehmt die königliche Garde mit euch, sagte der König, setzt meinen Sohn
Salomo auf mein eigenes Maultier und begleitet ihn zum Gihon.
Es gibt für den Priester Zadok und den Propheten Nathan, zu salben ihn
zum König von Israel, dann sollen klingen die Trompete und rufen: Es
lebe der König Salomo!

Dann sollt ihr ihn zurück begleiten, und er wird dann meinen Thron
übernehmen und König an meiner Stelle sein, denn er ist der Mann, den
ich als Herrscher über Israel und Juda ernannt habe.

Benaja, der Sohn Jojadas, antwortete dem König: Amen! sagte er. Und
möge Jahwe, der Gott meines Herrn, des Königs, es bestätigen!

So wahr der Herr mit meinem Herrn, dem König, war, so soll er mit
Salomo sein und seinen Thron noch größer machen als den Thron meines
Herrn, des Königs David!

Zadok, der Priester, der Prophet Nathan, Benaja, der Sohn Jojadas, und die
Krethi und Plethi gingen dann hinunter, sie setzten Salomo auf König
Davids Maultier und begleiteten ihn zum Gihon.

Zadok, der Priester, nahm das Horn mit Öl aus dem Zelt und salbte
Salomo. Sie ließen tönen die Trompeten und das ganze Volk rief: Es lebe
der König Salomo!

Die Menschen begleiteten ihn zurück, mit Flöten spielend und laut jubelnd
und riefen laut von der Erde.

Adonia und seine Gäste, die beendet hatten ihr Mahl, hörten den Lärm.
Joab hörte den Klang der Trompeten und sagte: Was ist das für ein Lärm
des Aufruhrs in der Stadt?

Während er noch redete, kam Jonathan, der Sohn des Priesters Abjathar.
Komm herein, sagte Adonia, du bist ein ehrlicher Mann, so musst du gute
Nachrichten bringen.

Die Wahrheit ist, sagte Jonathan, unser Herr König David hat Salomo zum
König gemacht.
Mit ihm schickte der König den Priester Zadok, den Propheten Nathan,
Benaja, den Sohn Jojadas, und die Krethi und Plethi, sie setzten ihn auf des
Königs Maultier,

Und der Priester Zadok und der Prophet Nathan haben ihn gesalbt zum
König am Gihon, und sie sind wieder mit Jubel verschwunden und die
Stadt ist jetzt in Aufruhr, das war der Lärm, den du hörtest.

Was noch mehr ist, Salomo sitzt auf dem königlichen Thron.

Und weiter, des Königs Offiziere wurden zu unserem Herrn, dem König
David, gebracht, mit den Worten zu gratulieren: Möge dein Gott machen
den Namen Salomos noch herrlicher als deinen, und seinen Thron noch
erhabener als deinen eigenen! - Und der König verneigte sich auf seinem
Bett,

Und sagte dann: Selig ist Jahwe, der Gott Israels, für die Einsetzung eines
meiner eigenen Söhne auf den Thron, während ich noch am Leben bin, um
es zu sehen!

Hierbei waren alle, Adonia und die Gäste, wie im Fieber, und machten sich
davon in verschiedene Richtungen.

Adonia, in Schrecken vor Salomo, stand auf und lief, die Hörner des Altars
festzuhalten.

Salomo wurde gesagt: Du solltest wissen, dass Adonia vor König Salomo
ist entsetzt und klammert sich nun an die Hörner des Altars und sagt: Lasst
König Salomo erst mir schwören, dass er nicht seinen Diener hinrichtet.

Sollte er sich ehrenhaft betragen, sagte Salomo, nicht Ein Haar von seinem
Haupt soll auf den Boden fallen, aber wenn er sich als schwierig erweist,
soll er sterben.

König Salomo dann ließ ihn vom Altar herbei bringen, er kam und warf
sich nieder vor dem König Salomo: Geh in dein Haus, sprach Salomo zu
ihm.
ZWEITES KAPITEL
ADONIA BITTET UM ABISCHAG VON SCHUNEM

Als Davids Leben zu Ende ging, legte er diese Last auf seinen Sohn
Salomo:

Ich werde den Weg der ganzen Erde gehen. Sei stark und zeige dich als ein
Mann!

Beachte die Anordnungen des Herrn, deines Gottes, geh auf seinen Wegen
und halte seine Gesetze, seine Gebote, seine Satzungen und seine
Weisungen, wie geschrieben steht im Gesetz des Mose, so dass du
erfolgreich bist in allem, was du tust, und verpflichte dich,

Und dass Jahwe kann das Versprechen erfüllen, das er mir gegeben: Wenn
deine Söhne darauf achten, wie sie sich verhalten werden, und gehen treu
vor mir mit ihrem ganzen Herzen und Seele, wird es dir nie an einen Mann
auf dem Thron Israels fehlen.

Weißt du auch, was Joab, der Sohn der Zeruja, mir angetan hat, und was er
antat den beiden Kommandanten der Armee Israels, Abner, dem Sohn
Ners, und Amasa, dem Sohn Jeters; wie er sie ermordet, vergossen das
Blut des Krieges in der Zeit des Friedens, und der blutig gefärbt den Gürtel
um meine Taille und die Sandalen an den Füßen mit dem Blut des Krieges.

Du wärest nicht klug, ließest du seinen grauen Kopf gehen in Frieden in


die Unterwelt.

Was die Söhne Barsillais von Gilead angeht, behandle sie mit treuer Liebe,
lass sie zu denen gehören, die an deinem Tisch essen, denn sie sind nett zu
mir gewesen, als ich vor deinem Bruder Absalom fliehen musste.

Du hast auch bei dir Schimi, den Sohn Geras, den Benjaminiter von
Bahurim. Er rief einen schrecklichen Fluch auf mich herab an dem Tag, da
ich Mahanaim links liegen sah, aber er kam zu mir an den Jordan, mich zu
treffen, und ich schwor ihm bei Jahwe, ich würde ihn nicht zu Tode
bringen.
Aber du sollst ihn nicht ungestraft lassen, du bist ein weiser Mann und
wirst wissen, wie man mit ihm umzugehen hat, seinen grauen Kopf nach
unten zu bringen im Blut in die Unterwelt.

Und David schlief ein bei seinen Vorfahren und wurde in der Stadt Davids
begraben.

David war König von Israel für einen Zeitraum von vierzig Jahren: er
regierte in Hebron für sieben Jahre, und in Jerusalem dreiunddreißig.

Salomo setzte sich dann auf den Thron Davids und seine Souveränität war
sicher etabliert.

Adonia, der Sohn der Haggith, ging zu Bathseba, der Mutter Salomos.
Willst du Frieden bringen? fragte sie. Er antwortete: Ja, Frieden.

Dann sagte er: Ich habe dir etwas zu sagen. - Sag es, antwortete sie.

Weißt du, sagte er, dass das Reich zu mir gekommen ist, und dass ganz
Israel erwartet, dass ich König sein werde, aber die Krone entzog sich mir
und kam an meinen Bruder, da sie zu ihm kam von Jahwe.

Jetzt habe ich eine Bitte an dich, verweigere es mir nicht. – Fahre fort,
sagte sie.

Er fuhr fort: Bitte frage König Salomo - denn er wird dir nichts verweigern
- mir Abischag von Schunem in die Ehe zu geben.

Sehr gut, antwortete Bathseba, ich werde mit dem König über dich
sprechen.

So Bathseba ging zum König Salomo, mit ihm über Adonia zu sprechen;
der König stand auf, um sie zu treffen, und verbeugte sich vor ihr, er setzte
sich dann auf seinen Thron, ein Sitz wurde für die Mutter des Königs
gebracht, und sie setzte sich zu seiner Rechten.

Sie sagte: Ich habe eine kleine Bitte an dich; du mögest sie mir nicht
abschlagen. - Mutter, erwiderte der König, stelle deinen Antrag, denn ich
werde dir nichts verweigern.
Lass Abischag von Schunem, sagte sie, in die Ehe mit deinem Bruder
Adonia gegeben werden.

König Salomo antwortete seiner Mutter: Und warum willst du ersuchen


um Abischag von Schunem für Adonia? Genauso gut könnte man fordern
das Reich für ihn, da er mein älterer Bruder ist und Abjathar, der Priester,
und Joab, der Sohn der Zeruja, auf seiner Seite sind.

Und der König Salomo schwor bei Jahwe: Möge Gott bringen maßlose
Übel über mich, und noch schlimmere Übel auch, sagte er, wenn Adonia
nicht für diese Worte zahlen wird mit seinem Leben!

So wahr der Herr lebt, der mich eingesetzt hat sicher auf dem Thron
meines Vaters David, und dem er versprochen hat eine Dynastie, soll
Adonia getötet werden noch heute.

Und der König Salomo beauftragte Benaja, den Sohn Jojadas, ihn
niederzuschlagen, und das war die Art, wie er starb.

Zu Abjathar, dem Priester, sprach der König: Geh in deine Wohnung in


Anatot. Du verdienst zu sterben, aber ich werde dich nicht zu Tode
schlagen, da du die Lade Jahwes geführt in der Gegenwart meines Vaters
David und teiltest alle meines Vaters Strapazen.

Salomon entzog Abjathar das Priestertum Jahwes, damit sich erfüllte die
Prophezeiung, die Jahwe gegen das Haus Eli bei Schilo ausgesprochen
hatte.

Als die Nachricht erreichte Joab - denn Joab hatte seine Unterstützung
Adonia gegeben, obwohl er nicht Absalom unterstützt hatte - floh er in das
Zelt Jahwes und klammerte sich an die Hörner des Altars.

König Salomo wurde gesagt: Joab ist in das Zelt des Herrn geflohen, er ist
dort neben dem Altar. - Auf dieses Wort hin wandte sich Salomo an Joab:
Welchen Grund hattest du für die Flucht vor den Altar? - Joab antwortete:
Ich hatte Angst vor dir und floh zu Jahwe. - Salomo schickte dann Benaja,
den Sohn Jojadas: Geh, sagte er, und schlage ihn nieder.
Dementsprechend Benaja ging zum Zelt Jahwes. Im Auftrag des Königs,
sagte er, komm heraus! - Nein, sagte er, ich werde hier sterben. - So
Benaja brachte das Wort zurück zum König: Das ist es, was Joab sagte,
und die Antwort, die er mir gegeben hat.

Tu, was er sagt, antwortete der König, schlag ihn nieder und begrabe ihn,
und so befreie mich und meine Familie heute von dem unschuldigen Blut,
das Joab vergossen hat.

Jahwe bringe sein Blut auf seinen eigenen Kopf, weil er schlug zwei
aufrechte und bessere Männer als er, und ohne meines Vaters David
Wissen legte er das Schwert an Abner, den Sohn des Ner, den
Kommandanten der Armee von Israel, und an Amasa, den Sohn Jeters, den
Kommandeur der Armee von Juda.

Möge ihr Blut herab kommen auf den Kopf von Joab und seine
Nachkommen für immer, aber mögen David, seine Nachkommen, seine
Dynastie, sein Thron, Frieden haben für immer von Jahwe.

Darauf ging Benaja, der Sohn Jojadas, und schlug Joab nieder und tötete
ihn, er wurde in seinem Haus in der Wüste begraben.

An seinen Platz an der Spitze der Armee des Königs ward ernannt Benaja,
der Sohn Jojadas, und an Stelle des Abjathar der Priester Zadok.

Der König hatte Schimi rufen lassen: Baue dir ein Haus in Jerusalem,
sagte er zu ihm, du wirst dort leben; geh nirgends anderswo hin.

Der Tag, an dem du gehst und überquerst die Schlucht des Kidron, darfst
du dir sicher sein, du wirst sicherlich sterben. Dein Blut wird auf deinen
eigenen Kopf kommen.

Das ist eine gerechte Forderung, antwortete Schimi dem König, dein
Diener wird tun, wie mein Herr zu tun befiehlt, der König. - Und für eine
lange Zeit Schimi wohnte in Jerusalem.

Aber als drei Jahre vergangen waren, geschah es, dass zwei Sklaven
Schimis weggelaufen waren zu dem Sohn der Maacha, dem König von
Gath, Achisch; Schimi wurde gesagt: Deine Sklaven sind in Gath.
Schimi sattelte seinen Esel und ging nach Gath zu Achisch, seine Sklaven
zu finden. Er ging und brachte seine Sklaven zurück von Gath.

Salomo wurde mitgeteilt, dass Schimi Jerusalem verlassen hatte und nach
Gath gegangen war und dass er jetzt wieder zurück gekommen.

Der König rief Schimi: Hab ich dich nicht schwören lassen bei Jahwe,
sagte er, und habe ich dich nicht gewarnt, der Tag, da du Jerusalmen
verlässt, um irgend anderswohin zu gehen, darfst du dir sicher sein, du
wirst sicherlich sterben? – Darauf antwortete er: Das ist eine gerechte
Nachfrage.

Warum hast du nicht gehalten den Eid bei Jahwe und die Sache, die ich dir
auferlegt?

Der König sprach zu Schimi: Weißt du auch all das Böse, das du getan hast
meinem Vater David? Jahwe ist im Begriff, deine Bosheit zu bringen auf
deinen eigenen Kopf.

Es werde aber König Salomo gesegnet, und es wird der Thron Davids
sicher aufbewahrt werden vor dem Herrn für immer!

Der König befahl Benaja, dem Sohn Jojadas; der ging aus und schlug
Schimi tot, und das war die Art, wie er starb. Und nun war das Reich
sicher in Salomos Hand.

DRITTES KAPITEL
SALOMOS BITTE UM WEISHEIT

Salomo war der Schwiegersohn des Pharao, des Königs von Ägypten, und
er heiratete die Tochter des Pharao, und nahm sie in die Stadt Davids, bis
er den Bau seines Palastes, des Tempels Jahwes und der Stadtmauer von
Jerusalem vollenden konnte.

Die Menschen opferten jedoch noch auf den Höhen, da zu dieser Zeit ein
Wohnplatz für den Namen des Herrn noch nicht gebaut worden war.
Salomo liebte Jahwe: er folgte den Weisungen seines Vaters David, außer
dass er opferte und Weihrauch darbrachte auf den Höhen.

Der König ging zum Gibeon, um dort zu opfern, denn das war die
wichtigste Höhe - Salomo präsentierte tausend Brandopfer auf dem Altar.

Auf dem Gibeon Jahwe erschien Salomo in einem Traum in der Nacht.
Gott sagte: Bitte mich, was du möchtest, dass ich es dir gebe.

Salomo antwortete: Du zeigtest die treuste Liebe deinem Knecht David,


meinem Vater, als er sein Leben gelebt vor dir in Treue und Aufrichtigkeit
und Lauterkeit des Herzens, du hast diese treuesten Liebe ihm erwiesen,
indem du einen seiner Söhne sitzen lässt auf seinem Thron heute.

Nun, Herr, mein Gott, hast du deinen Knecht zum König gemacht, folgend
meinem Vater David. Aber ich bin ein sehr junger Mann, in der Führung
ungelernt.

Und hier ist dein Knecht, umgeben von Menschen, die du erwählt hast, ein
Volk so zahlreich, dass ihre Zahl nicht gezählt oder errechnet werden kann.

So gib deinem Knecht ein Herz zu verstehen, wie deine Leute zu regieren
sind, wie man zwischen Gut und Böse unterscheiden kann, denn wie
könnte man sonst regieren ein so großes Volk wie dies?

Es gefiel Jahwe, dass Salomo darum gebeten hatte.

Da du mich darum gebeten hast, sagte Gott, und nicht um eine lange
Lebensdauer für dich selbst oder Reichtum oder um die Seele deiner
Feinde gebeten, sondern für eine anspruchsvolle Urteilsfähigkeit für dich
gefragt hast,

Hier und jetzt kann ich das tun, was du erbeten. Ich gebe dir ein Herz
weise und klug wie niemand zuvor hatte und niemand haben wird nach dir.

Was du nicht erbeten hast, werde ich dir auch geben: solche Reichtümer
und solchen Ruhm wie kein anderer König je hatte.
Und ich werde dir ein langes Leben geben, wenn du meinen Wegen folgst
und hältst meine Gesetze und Gebote, wie dein Vater David ihnen folgte.

Und Salomo erwachte, es war ein Traum. Er kehrte nach Jerusalem und
trat vor die Lade des Bundes des Herrn, er präsentierte Brandopfer und
Kommunions-Opfer und hielt ein Festmahl ab für alle, die in seinem
Dienst standen.

Später kamen zwei Huren zu dem König und standen vor ihm.

Wenn ich dich bitten darf, mein Herr, sagte eine der Frauen, diese Frau und
ich leben im selben Haus, und während sie im Haus war, gebar ich ein
Kind.

Nun geschah es am dritten Tag nach meiner Niederkunft, dass diese Frau
auch ein Kind gebar. Wir waren allein zusammen, es war niemand im Haus
mit uns, nur wir beide im Haus.

Jetzt in einer Nacht starb dieser Frau Sohn, sie hatte ihn erdrückt.

Und in der Mitte der Nacht stand sie auf und nahm meinen Sohn von
meiner Seite, während deine Magd schlief, nahm ihn in ihre Arme und
legte ihren eigenen toten Sohn zu mir.

Als ich aufstand, um mein Kind zu säugen, da war es tot. Aber am Morgen
sah ich ihn genau, und es war nicht das Kind, das ich ausgetragen hatte.

Dann sprach die andere Frau. Das ist nicht wahr! Mein Sohn ist der
Lebendige, dein Sohn ist der Tote! - Und die erste entgegnete: Das ist nicht
wahr! Dein Sohn ist tot, und meiner ist der Lebendige! - Und so stritten sie
vor dem König.

Der König beobachtet sie: Die eine sagt: Mein Sohn ist derjenige, der noch
am Leben ist, dein Sohn ist tot, während die andere sagt: Das ist nicht
wahr, dein Sohn ist der tote, meiner ist der lebendige.

Bringt mir ein Schwert, sagte der König, und ein Schwert wurde in die
Gegenwart des Königs gebracht.
Schneidet das lebendige Kind in zwei Teile, sagte der König, und gebt die
eine Hälfte der einen und die andere Hälfte der anderen.

Aber die Frau, die die Mutter des lebenden Kindes war, richtete ihr Wort
an den König, denn sie war besorgt um ihren Sohn: Ich bitte dich, mein
Herr, sagte sie, lass ihr das lebendige Kind; auf keinen Fall lass das Kind
töten! - Aber die andere sagte: Er gehört keiner von uns. Schneide ihn in
zwei Hälften!

Da gab der König seine Entscheidung kund: Gebt das lebendige Kind der
ersten Frau, sagte er, und tötet ihn nicht. Sie ist seine Mutter.

Ganz Israel kam angesichts der Entscheidung, die der König


ausgesprochen und verkündet hatte, dazu, den König in Ehrfurcht
anzuerkennen, dass er die göttliche Weisheit besessen, in Gerechtigkeit
ein Urteil zu fällen.

VIERTES KAPITEL
SALOMOS WEISHEIT UND KUNST

Salomo war Oberherr über alle Königreiche vom Fluss bis zum Gebiet der
Philister und der ägyptischen Grenze. Sie brachten ihm Tribut und dienten
ihm sein ganzes Leben lang.

Die täglichen Rücklagen für Salomo waren: Dreißig Maß feines Mehl und
sechzig Maß zur Mahlzeit,

Zehn gemästete Rinder, zwanzig frei weidende Rinder, hundert Schafe,


daneben Hirsche und Gazellen, Rehe und gemästetes Geflügel.

Denn er war Herr von allenTranseuphraten - von allen Königen vom


jenseits des Euphrats, von Tifsa bis nach Gaza - und er genoss den Frieden
an allen seinen Grenzen.

Juda und Israel wohnten in Sicherheit, jeder unter seinem Weinstock und
seinem Feigenbaum, von Dan bis Beerscheba, während der gesamten
Lebensdauer Salomos.
Und Salomo hatte viertausend Ställe von Pferden für seine Wagen und
zwölftausend Reiter.

Diese Administratoren lieferten Lebensmittel an Salomo und für all jene,


die von ihm an die königliche Tafel zugelassen wurden, jeweils für den
Zeitraum von einem Monat, sie gewährleisteten, dass nichts fehlte.

Sie stellten auch die Gerste und das Stroh für die Pferde und Zugtiere, wo
erforderlich, die jeweils nach der Quote von ihnen verlangt wurden.

Gott gab Salomo immense Weisheit und Vernunft, und ein Herz so weit
wie der Sand am Ufer des Meeres.

Die Weisheit Salomos übertraf die Weisheit aller Söhne des Ostens und
alle Weisheit Ägyptens.

Er war klüger als alle anderen, klüger als Ethan, der Ezrahiter, als die
Söhne Mahols, Heman, Kalkol und Darda, sein Ruhm verbreitete sich bei
allen umliegenden Nationen.

Er komponierte dreitausend Sprichwörter, und seiner Lieder Zahl war


tausendfünf.

Er konnte Diskurse halten über Pflanzen, von der Zeder auf dem Libanon
bis zum Ysop, der wächst an der Wand, und er konnte Diskurse halten über
Tiere und Vögel und Reptilien und Fische.

Männer aus allen Nationen kamen, um Salomos Weisheit zu hören, und er


erhielt Geschenke von allen Königen der Welt, die von seiner Weisheit
gehört hatten.

Hiram, der König von Tyrus, sandte eine Botschaft an Salomo, da er


gehört hatte, er sei zum König gesalbt in der Nachfolge seines Vaters, und
weil Hiram schon immer ein Freund Davids gewesen war.

Und Salomo sandte diese Nachricht an Hiram:


Du bist dir bewusst, dass mein Vater David nicht einen Tempel für den
Namen Jahwes bauen durfte, seines Gottes, wegen der Kriege von allen
Seiten, bis Jahwe legte seine Feinde unter die Sohlen seiner Füße.

Aber nun hat Jahwe, mein Gott, mir gegeben Frieden an jeder Grenze,
nicht Einen Feind, keine Katastrophen.

Ich schlage vor, einen Tempel für den Namen Jahwes, meines Gottes, zu
bauen, in Übereinstimmung mit dem, was Jahwe sagte zu meinem Vater
David: Dein Sohn, den ich auf deinen Thron setzen werde, der Mann wird
einen Tempel bauen für meinen Namen.

So holze jetzt Zedern des Libanon ab für mich, meine Knechte sollen mit
deinen Knechten arbeiten, und ich werde für die Vermietung deiner
Knechte den mit dir vereinbaren Lohn zahlen. Wie du weißt, haben wir
niemanden als Facharbeiter im Fällen von Bäumen so wie Sidon hat.

Als Hiram gehört, was Salomo gesagt hatte, war er begeistert. Jetzt segnet
Jahwe ihn, sagte er, der hat David einen weisen Sohn gegeben, über dieses
große Volk zu regieren!

Und Hiram sandte zu Salomo: Ich habe deine Nachricht erhalten. Ich für
meinen Teil werde dir alles liefern, was du benötigst, jede Art von
Zedernholz und Wacholder.

Deine Diener bringen diese nach unten von dem Libanon zum Meer, und
ich werde alles auf dem Seeweg nach einem Ort bringen, den du nennen
wirst, ich werde alles dort entladen, und du wirst es übernehmen. Für
deinen Teil wirst du auf die Bereitstellung meines Haushalts sehen, wie ich
wünsche.

So hat Hiram Salomo versehen mit allem Zedernholz und Wacholder,

Während Salomo gab Hiram zwanzigtausend Kor Weizen für seinen


Haushalt zur Nahrung, und zwanzigtausend Kor reines Öl. Salomo aber
gab Hiram dies jedes Jahr.
Jahwe gab Salomo Weisheit, wie er ihm versprochen hatte, gute
Beziehungen bestanden zwischen Salomo und Hiram, und die zwei
machten einen Vertrag.

König Salomo erhob eine Abgabe in ganz Israel zur Zwangsarbeit: Die
Zahl der Männer war dreißigtausend.

Er schickte diese in den Libanon, zehntausend pro Monat, sie verbrachten


einen Monat im Libanon und zwei Monate zu Hause. Adoram war
verantwortlich für die Zwangsarbeit.

Salomo hatte auch siebzigtausend Träger und achtzigtausend Steinbrecher


in den Bergen,

Sowie die Administratoren, Beamte, die die Arbeit betreuten,


dreitausenddreihundert von ihnen verantwortlich für die Arbeiter.

Auf Befehl des Königs haben sie abgebaut riesige Steine, spezielle Steine
für die Grundlegung des Tempel-Fundaments, behauene Steine.

Salomos Arbeiter und Hirams Arbeiter und die Gibliter haben geschnitten
das Holz und die Steine für den Bau des Tempels.

FÜNFTES KAPITEL
DIE KÖNIGIN VON SABA

Die Königin von Saba hörte von Salomos Ruhm und kam zu ihm, ihn mit
schwierigen Fragen zu testen.

Sie kam nach Jerusalem mit einem sehr großen Gefolge, mit Kamelen,
beladen mit Gewürzen und einer unübersehbaren Menge von Gold und
Edelsteinen. Als sie Salomo erreichte, diskutierte sie mit ihm über alles,
was sie im Sinn hatte,

Und Salomo hatte eine Antwort auf alle ihre Fragen, nicht eine von ihnen
war zu dunkel für den König, sie zu beantworten.
Als die Königin von Saba sah, wie sehr weise Salomo war, und wie schön
der Palast, den er gebaut hatte,

Das Essen auf seinem Tisch, die Unterkunft für seine Beamten, die
Organisation seiner Mitarbeiter und die Art, wie sie gekleidet waren, seine
Mundschenke, und die Brandopfer, die er in dem Tempel des Herrn
darbrachte, war sie sprachlos,

Und zum König sagte sie: Der Bericht, den ich in meinem eigenen Land
über deine Weisheit gehört habe im Umgang mit deinen Angelegenheiten
war damals wirklich wahr!

Bis ich kam und sah für mich, wusste ich nicht, dass die Berichte wahr
waren, aber klar ward mir, dass mir weniger als die Hälfte gesagt worden:
denn deine Weisheit und dein Wohlstand übertreffen alles, was mir
berichtet worden.

Wie gut haben es deine Frauen! Wie gut haben es diese Höflinge, immer
anwesend bei dir zu sein und zu hören deine Weisheit!

Selig ist Jahwe, dein Gott, der dir günstig ist, indem er dich auf den Thron
von Israel gesetzt hat! Wegen der ewigen Liebe Jahwes für Israel hat er
dich zum König gemacht, um Recht und Gerechtigkeit zu sprechen.

Und sie schenkte dem König hundertundzwanzig Talente Gold und große
Mengen von Gewürzen und Edelsteinen; keine solche Fülle von Gewürzen
kam je wieder wie solche, die die Königin von Saba dem König Salomo
schenkte.

Ebenso Hirams Flotte, die das Gold aus Ophir gebracht, brachte auch
große Ladungen von Almuggim-Holz und Edelsteinen.

Mit dem Almuggim-Holz unterstützte der König den Tempel Jahwes und
den königlichen Palast und baute Harfen und Leiern für die Musiker, so
viel Almuggim-Holz hatte man noch nie gesehen bis zum heutigen Tag.

Und der König Salomo seinerseits beschenkte die Königin von Saba mit
allem, was sie wünschte, neben den Geschenken, die er ihr gab mit einer
Freigebigkeit, würdig des Königs Salomo. Danach ging sie nach Hause in
ihr eigenes Land, sie und ihre Knechte.

Das Gewicht des Goldes, das Salomo jährlich erhielt, belief sich auf 666
Talente Gold,

Neben dem, was die Steuer und der Außenhandel einbrachte, sowie alles,
was die arabischen Könige und die Landeshauptleute hereinbrachten.

König Salomo ließ zweihundert große Schilde von Blattgold machen,


sechshundert Schekel Gold war ein Schild wert;

Auch dreihundert kleine Schilde aus getriebenem Gold, drei Mina von
Gold war ein Schild wert, und der König setze diese in das Haus des
Waldes Libanon.

Und der König machte einen großen Thron aus Elfenbein, den er mit
Feingold überzog.

Der Thron hatte sechs Stufen, eine Rückseite mit einer abgerundeten
Spitze, und die Armlehnen auf jeder Seite des Sitzes, zwei Löwen standen
neben den Armlehnen,

Und zwölf Löwen standen auf jeder Seite der sechs Stufen. Nichts
dergleichen hat es jemals in einem anderen Reich gegeben.

Die gesamten Trinkgefäße des Königs Salomo waren aus Gold, und alle
die Platten in dem Haus des Waldes Libanon waren aus reinem Gold,
Silber wurde wenig geachtet in Salomos Tagen,

Denn der König hatte eine Flotte von Tarsis auf See mit Hirams Flotte, und
einmal alle drei Jahre brachte die Flotte von Tarsis Gold und Silber,
Elfenbein, Affen und Paviane.

Der Reichtum und die Weisheit König Salomos übertraf alle Könige auf
Erden,

Und die ganze Welt konsultierte Salomos Weisheit, die Gott in sein Herz
eingepflanzt hatte;
Und alle brachte ihm Geschenke: Dinge aus Silber, Dinge aus Gold,
Gewänder, Rüstungen, Gewürze, Pferde und Maultiere, und das ging so
Jahr für Jahr.

Salomo gründete dann eine Armee von Streitwagen und Kavallerie, er


hatte einstausendvierhundert Wagen und zwölftausend Pferde, die er in den
Wagen-Städten und in der Nähe des Königs in Jerusalem stationierte.

In Jerusalem machte der König das Silber so häufig wie Steine, und
Zedernholz so reichlich wie Platanen in den Niederungen.

Salomos Pferde wurden aus Muzur und Zilizien importiert. Des Königs
Händler erworben sie aus Zilizien zum vorherrschenden Preis.

Ein Wagen wurde aus Ägypten für sechshundert Silberschekel und ein
Pferd aus Zilizien für hundertundfünfzig Silberschekel importiert. Er
belieferte auch die Könige der Hethiter und Aramäer, die alle benutzten ihn
als Zwischenhändler.

SECHSTES KAPITEL
SALOMOS FRAUEN UND TOD

König Salomo liebte viele ausländische Frauen: nicht nur die Tochter des
Pharao, sondern auch Moabiterinnen, Edomiterinnen, Sidonierinnen und
Hethiterinnen,

Von jenen Völkern, von denen Jahwe den Israeliten gesagt hatte: Du sollst
nicht unter sie gehen noch sollen sie unter euch gehen, oder sie werden
sicher eure Herzen ihren Göttern zuwenden. - Aber Salomo war tief mit
ihnen verbunden.

Er hatte siebenhundert Frauen von königlichem Rang und dreihundert


Konkubinen.

Als Salomo alt wurde, machten seine Frauen schwankend sein Herz den
anderen Göttern zu, und sein Herz war nicht ganz mit Jahwe, seinem Gott,
wie sein Vater David.
Salomo wurde ein Anhänger der Astarte, der Göttin von Sidon! Und auch
von Milkom, dem Gräuel der Ammoniter.

Er tat, was unangenehm war Jahwe, und war nicht mit ganzem Herzen
Anhänger Jahwes, wie sein Vater David.

Dann war es, dass Salomo eine Höhe baute dem Kemosch, dem Gräuel der
Moabiter, auf dem Berg im Osten von Jerusalem, und Milkom, dem Gräuel
der Ammoniter.

Er tat das gleiche für alle seine ausländischen Frauen, die Weihrauch
dargebracht und geopfert ihren Göttern.

Jahwe war wütend auf Salomo, weil sein Herz sich von Jahwe, dem Gott
Israels, abgewandt, der zweimal ihm erschienen war

Und hatte ihm verboten, anderen Göttern zu folgen, aber er hat nicht
ausgeführt Jahwes Auftrag.

Jahwe sagte deshalb zu Salomo: Da du dich so verhalten hast und nicht


meinen Bund oder die Gesetze bewahrt, die ich dir gab, werde ich das
Reich von dir wegreißen und es geben einem deiner Diener.

Um deines Vaters David willen aber werde ich das nicht tun zu deinen
Lebzeiten, aber werde es wegreißen aus deines Sohnes Händen.

Trotzdem werde ich nicht wegreißen das ganze Reich von ihm. Aus
Gründen meines Knechtes David, und zum Wohle von Jerusalem, das ich
erwählt habe, lasse ich deinem Sohn einen Stamm.

Jahwe schickte einen Feind gegen Salomo, Hadad, den Edomiter, den
königlichen Beistand von Edom.

Nachdem David Edom zerquetscht hatte, war Joab, der Heerführer, dahin
gegangen, um die Toten zu begraben und hatte geschlachtet die gesamte
männliche Bevölkerung von Edom
(Joab blieb dort mit ganz Israel für sechs Monate, bis er die gesamte
männliche Bevölkerung von Edom hatte vernichtet),

Aber Hadad mit einer Reihe von Edomitern im väterlichen Dienst war
nach Ägypten geflohen. Hadad war nur ein Jüngling zu jener Zeit.

Sie kamen nach Midian, und beim Erreichen von Paran nahm er eine
Reihe von Männern aus Paran mit sich und ging nach Ägypten, zu Pharao,
dem König von Ägypten, der ihm ein Haus zur Verfügung gestellt, und es
unternahm, ihn zu halten, und wies ihm ein Anwesen an.

Hadad wurde ein großer Liebling des Pharao, der ihm als seine eigene
Frau die Schwester in die Ehe gab, die Schwester der großen Herrin
Tachpenes.

Die Schwester der Tachpenes gebar ihm seinen Sohn, Genubat, den in den
Palast des Pharao Tachpenes gebracht, Genubat lebte in Palast des Pharao
mit den eigenen Kindern Pharaos.

Aber als die Nachricht Hadad in Ägypten erreicht, dass David war
entschlafen zu seinen Vorfahren und dass Joab, der Heerführer, tot war,
sagte er zu Pharao: Lass mich gehen, dass ich in mein eigenes Land
zurückkehre.

Was willst du, was fehlt dir bei mir, sprach der Pharao, dass du willst
zurückgehen in dein Land? - Nichts, antwortete er, aber lass mich gehen. -
Daher kommen die Schäden, die Hadad verursachte: er verabscheute Israel
und regierte Edom.

Gott hat einen zweiten Feind gegen Salomo erweckt, Rezon, den Sohn
Eljadas. Er war von seinem Herrn, Hadad, dem König von Zoba, geflohen.

Einer Anzahl von Männern, die sich um ihn versammelten, wurde er


Anführer einer marodierenden Bande (die dann von David massakriert
worden war). Rezon erfasste Damaskus und ließ sich dort nieder und
wurde König von Damaskus.

Er war feindselig gegenüber Israel, solange Salomo lebte.


Jerobeam war der Sohn Nebats, ein Ephraimiter von Zereda; der Name
seiner Mutter, einer Witwe, war Zerua, er war in Salomos Dienst, aber er
empörte sich gegen den König.

Dies ist die Liste seiner Revolte. Salomo baute den Millo und schloss die
Lücke in der Stadt Davids, seines Vaters.

Nun, Jerobeam war ein Mann von großer Energie; Salomo bemerkte, wie
der junge Mann sich setzte über seine Arbeit, er legte ihm die
Verantwortung auf für all die Zwangsarbeit des Hauses Josef.

Eines Tages, als Jerobeam aus Jerusalem gegangen, hat ihn angesprochen
der Prophet Ahia von Schilo auf der Straße. Ahija trug einen neuen Mantel,
die zwei waren in der offenen Landschaft für sich.

Ahija nahm den neuen Mantel, den er trug, und riss ihn in zwölf Streifen,

Und sprach zu Jerobeam: Nimm zehn Streifen für dich selbst, denn der
Herr, der Gott Israels, sagt dir: Ich werde das Reich von Salomos Hand
reißen und dir geben zehn Stämme.

Er wird einen Stamm zum Wohle meines Knechtes David und wegen
Jerusalem behalten, der Stadt, die ich aus allen Stämmen Israels erwählt
habe;

Denn er hat mich verlassen, um anzubeten Astarte, die Göttin von Sidon,
und Kemosch, den Gott der Moabiter, und Milkom, den Gott der
Ammoniter, er ist auf meinen Wegen nicht gegangen, und hat nicht getan,
was ich für richtig halte, oder meine Gesetze und Verordnungen befolgt
wie sein Vater David.

Aber ich nehme ihm nicht aus der Hand das Königreich, da er Fürst ist,
solange er lebt, zum Wohle meines Knechtes David, der meine Gebote und
Gesetze gehalten.

Ich werde allerdings das Reich aus der Hand seines Sohnes nehmen, und
ich werde es dir geben, das heißt, die zehn Stämme.
Ich werde einen Stamm seinem Sohn geben, damit mein Knecht David
immer eine Lampe hat in meiner Gegenwart in Jerusalem, der Stadt, die
ich als Wohnplatz für meinen Namen erwählt habe.

Dich aber ernenne ich, zu herrschen über so viel, wie du willst, und du
wirst König von Israel sein.

Wenn du alle meine Befehle hörst und meine Wege gehst, zu tun, was ich
als richtig erachte und meine Gesetze und Gebote hältst, wie mein Knecht
David sie geachtet, dann werde ich mit dir sein und dir so dauerhaft eine
Dynastie geben, wie die, die ich errichtet für David. Ich werde Israel dir
geben,

Und ich werde demütigen die Nachkommen Davids, aber nicht für immer.

Salomo versuchte, Jerobeam zu töten, aber er machte sich auf und floh
nach Ägypten, zu Sisak, dem König von Ägypten, und er blieb in Ägypten,
bis Salomo starb.

Der Rest der Geschichte Salomos, seine gesamte Karriere, seine Weisheit,
ist dies nicht im Buch der Annalen von Salomo aufgezeichnet?

Salomos Herrschaft in Jerusalem über ganz Israel dauerte vierzig Jahre.

Als Salomo entschlief zu seinen Vorfahren, ward er in der Stadt seines


Vaters David begraben, sein Sohn Rehabeam folgte ihm.

SPRÜCHE SALOMOS

I – IX

Sprüche Salomonis, Sohnes Davids,


König Israels war Salmone,
Zu verstehen Weisheit und Erziehung,
Einsicht zu gewinnen in die Weisheit,
In die Sprüche der Vernunft und Klugheit,
Zu erwerben die Erziehung, merkend
Auf Gerechtigkeit und Recht und Wahrheit,
Unerfahrenen zu geben Klugheit,
Jugendlichen heilige Erkenntnis
Und Besonnenheit. Es lausch der Weise
Und vermehre Einsicht und Erkenntnis,
Der Verständige erwerbe Künste,
Einsicht zu gewinnen in die Sprüche,
Weise Worte, heilige Orakel.

Ehrfurcht Jahwes ist Erkenntnis-Anfang.


Narren schmähen Weisheit und Erziehung.
Höre, o mein Sohn, die Zucht des Vaters,
Lausch der Unterweisung deiner Mutter,
Wie ein Kranz sind sie auf deinem Haupthaar
Und am Hals wie eine Silberkette.

Sohn, wenn dich die bösen Kerle locken,


Wenn dich Männer der Gewalt bereden,
Schenke ihnen nimmer deine Ohren.
Wenn sie sagen: Folg uns auf den Raubzug,
Lauern wollen wir aufs Blut der Menschen,
Den Unschuldigen die Netze stellen,
Wollen sie verschlingen wie die Hölle,
Blühende ins Grab hinunterziehen.
Großen Reichtum werden wir erlangen,
Unsre Häuser füllen mit der Beute.
Und du wirfst das Los in unsrer Mitte,
Soll Ein Beutel sein für alle Räuber.
Sohn, dann gehe nicht auf ihren Wegen,
Deinen Fuß entferne ihren Steigen,
Ihre Füße laufen rasch zum Bösen,
Sie vergießen leicht das Blut der Menschen.
Denn vergeblich wird das Netz geworfen
Vor den Vogelaugen aller Vögel,
Auf das eigne Menschenblut sie lauern,
Stellen ihren Seelen eine Falle.
So ist das Ergehen aller Räuber.
Denn die Seele nimmt es dem Besitzer.
Ewge Weisheit laut ruft auf der Straße,
Auf dem Platz erhebt sie ihre Stimme,
Durch den Lärm der Kreuzung ruft sie, rufend
In den Toren steht sie, predigt Umkehr.
In den Städten spricht sie ihre Sprüche:
Ach wie lange liebt ihr Toren Torheit,
Ach wie lang ihr Lüsternen die Wollust,
Haßt ihr Gottvergessenen Erkenntnis?
Kehrt zu meiner Weisung um, spricht Weisheit,
Denn ich werde meinen Geist ergießen,
Wissen lassen euch der Weisheit Worte.
Weil ich rief, ihr doch nichts wissen wolltet,
Meine Hand ausstreckte, niemand merkte,
Nicht befolgtet ihr der Weisheit Ratschlag
Und habt Weisungen nicht angenommen,
Darum lache ich bei eurem Unglück,
Spotte beim Eintreffen eures Grauens,
Wenn das Grauen eintrifft wie Gewitter,
Unglück kommt herbei wie eine Windsbraut,
Wenn hereinbricht Drangsal und Bedrückung.
Ruft ihr dann, so geb ich keine Antwort,
Suchen werdet ihr und doch nicht finden.
Dafür daß ihr hasstet die Erkenntnis
Und die Ehrfurcht nicht vor Gott erwähltet,
Angenommen nicht der Weisheit Ratschlag,
Alle meine Weisungen verschmähtet.
Essen werdet ihr des Weges Früchte,
An den Planungen euch überfressen.
Denn der Toren Abfall wird sie töten,
Tödlich ist der Narren eitle Einfalt.
Doch wer mir gehorcht, wird sicher wohnen,
Sorglos vor dem Grauen alles Übels.

Söhnlein, wenn du meine Worte annimmst,


Meine Weisungen bei dir bewahrest,
Daß dein Ohr aufmerket auf die Weisheit,
Wirst dein Herz du lenken zum Verständnis.
Wenn du die Verständigkeit erflehest,
Dem Verständnis hingibst deine Stimme,
Suchest das Verständnis du wie Silber
Und verborgne Schätze in der Tiefe,
Dann wirst du verstehen Ehrfurcht Jahwes
Und erfinden die Erkenntnis Gottes,
Denn die Gottheit Jahwe spendet Weisheit,
Jahwes Mund Verständnis und Erkenntnis,
Jahwe speichert Redlichen die Hilfe,
Ist ein Schild für die vollkommen wandeln,
Zu bewahren die gerechten Pfade,
Zu beschützen Wege seiner Frommen.
Dann wirst du Gerechtigkeit verstehen
Und Geradheit, jeden Weg des Guten,
Weisheit wird dir in die Seele fließen
Und Erkenntnis deinem Geiste wohltun.
Die Besonnenheit wird dich bewachen,
Die Verständigkeit wird dich behüten,
Dich den bösen Wegen zu entreißen,
Von dem Manne, der Verkehrtes redet,
Die verlasssen die geraden Pfade,
Um zu wandeln auf den finstern Wegen,
Die sich freuen, Böses anzufangen,
Jubeln über die verkehrten Wege,
Deren Pfade sind verdreht, verdorben,
Irre gehn sie auf den breiten Straßen;
Auch dich zu entreißen eitler Dirne,
Fremder Frau, die ihre Worte glättet,
Die verläßt den Liebling ihrer Jugend,
Die vergißt die Ehe ihres Gottes;
Denn zum Tode senkt sich ihre Hütte
Und zu den Verstorbnen ihre Bahnen;
Alle, die zu ihr eingehen, sterben,
Kehren nimmer auf den Pfad des Lebens.
Lerne Weisheit mit dem Ziel des Glaubens,
Daß du wandelst auf dem Weg des Guten,
Achtest auf die Pfade der Gerechten,
Denn die Wahrheit in dem Herzen tragen,
Werden wohnen in dem guten Lande,
Die Vollkommnen werden übrig bleiben.
Gottvergessne werden ausgerottet
Und die Ungetreuen ausgerissen.

Söhnchen, nicht vergesse meine Lehre,


Meine Weisungen bewahr im Herzen,
Lange Tage, lange Lebensjahre,
Wohlbefinden werden sie dir mehren.
Liebe, Treue sollen bei dir bleiben,
Binde sie um deinen Hals, mein Söhnchen,
Schreib sie auf die Tafel deines Herzens.
So wird sich der Weisheit Antlitz neigen,
So wirst du erlangen gute Einsicht
In den Augen Gottes und der Menschen.
Traue Jahwe du von ganzem Herzen,
Stütz dich nicht aufs eigene Verständnis.
Denk an ihn auf allen deinen Wegen,
Er wird ebnen deine Lebenspfade.
Sei nicht in den eignen Augen weise,
Fürchte Jahwe, weiche von dem Bösen!
Heilung wird das sein für deinen Nabel
Und Erquickung für den ganzen Körper.
Ehre Jahwe du mit deinen Gütern
Und den Erstgeburten deines Reichtums,
Überfließen werden deine Scheunen
Und die Vorratskammern überfließen
Und von Traubenmoste deine Kufen.
Die Ermahnung Jahwes, Sohn, verwirf nicht,
Sei geduldig du des Vaters Strafe.
Denn wen Jahwe liebt, wird er erziehen,
Wie des Vaters Zucht am Lieblingssöhnchen!

Wohl dem Menschen, der erlangt die Weisheit,


Wohl dem Menschen, der erreicht Verständnis.
Besser ihr Erwerb als Silberreichtum,
Besser ihr Ertrag als feines Gelbgold.
Ihre Kostbarkeit unübertrefflich
Übertrifft auch die Korallen kostbar.
Was du schätzest, ihr ists nicht vergleichbar.
Lange Tage trägt sie in der Rechten,
In der Linken Ehre, Ruhm und Reichtum.
Ihre Wege sind der Wonne Wege,
Alle ihre Steige Wohlbefinden.
Lebensbaum ist sie für die ihr Treuen,
Wer sie fasst, der wird beglückt und selig.
Jahwe gründete die Welt in Weisheit,
Stellte auf den Himmel in Verständnis.
Ozeane brachen aus dem Wissen
Und die Wolken träufeln Regen nieder.
Sohn, nicht soll sie deinen Augen weichen,
Du bewahre Umsicht, Weitsicht, Einsicht,
Diese werden Leben deiner Seele
Und ein Schmuck für deinen Hals, mein Söhnchen.
Sicher wirst du deine Wege gehen,
Und dein Fuß wird nicht an Steine stoßen.
Legst du dich, du brauchst dich nicht zu fürchten,
Liegst du, ist dein Schlummer süß und lieblich.
Fürchte du dich nicht vor jähem Schrecken,
Nicht vorm Untergang der Gottvergessnen,
Jahwe wird dir Zuversicht und Hoffnung,
Deinen Fuß bewahren vor der Falle.

Weigere Bedürftigen nichts Gutes,


Steht es in der Macht nur deiner Hände.
Sag dem Nächsten nicht: Zurück dich wende,
Morgen geb ich – hast dus bei dir heute.
Schaffe deinem Nächsten nimmer Böses,
Wohnt er arglos neben deinem Hause.
Führe Rechtsstreit nicht mit einem Menschen
Ohne Grund, wenn er getan nichts Böses.
Sei nicht neidisch auf die Übeltäter,
Nicht entscheide dich für ihre Wege,
Ungetreue sind ein Greuel Jahwe,
Den Aufrichtigen gilt sein Vertrauen.
Jahwes Fluch ist in dem Haus der Bösen,
Segen in der Wohnung der Gerechten.
Wahrlich, wahrlich, Jahwe spottet Spöttern,
Den Demütigen gibt Gnade Jahwe.
Ehre werden erben fromme Weise,
Eitle Narren tragen ihre Schande.
Höret, meine Söhne, ihr Geliebten,
Eures Herzensvaters Sittenlehre.
Gute Lehre geb ich euch in Weisheit,
Mein Gesetz und meine Weisung laßt nicht.
Ich war selber Sohn von einem Vater,
Zart und einzig Liebling einer Mutter.
Vater unterwies mich, hat gesprochen:
Halte fest mein Wort mit deinem Herzen.
Wahre die Gebote, lebe, lebe!
Weisheit dir erwirb, erwirb Erkenntnis,
Nicht vergesse Weisheit, Jahwes Weisheit,
Weich nicht von den Reden meines Mundes.
Laß sie nicht, denn sie beschützt dich sicher.
Weisheits-Anfang ist: Erwirb dir Weisheit
Und mit aller Kraft erwirb Erkenntnis.
Schätze hoch sie, sie wird dich erhöhen,
Rühme sie, wenn du umarmst sie liebend!
Sie gibt deinem Haupt den Kranz der Schönheit,
Schenkt dir eine königliche Krone!

Höre, Söhnchen, lausche meinen Reden,


Lebensjahre werden sich dir mehren.
Weisen will ich dir den Weg der Weisheit,
Gehen lassen dich auf rechten Wegen.
Deinem Wandeln sind nicht eng die Schritte,
Wirst du laufen, wirst du doch nicht straucheln.
Laß nicht nach, halt fest an der Erziehung,
Achte auf die Zucht, sie ist dein Leben.
Gottvergessner Pfade nicht betrete,
Gehe nicht einher der Bösen Wege.
Liegen laß der Bösen breite Straßen,
Weich von breiten Straßen, geh vorüber,
Böse schlafen nicht, bevor sie lästern,
Sie sind schlaflos, stellen sie nicht Fallen.
Sie verspeisen gottlos Brot der Torheit,
Trinken von dem Trunke der Gewalttat.
Aber der Gerechten schmale Pfade
Sind wie Herrlichkeit des Sonnenaufgangs,
Steigend, leuchtend zum Zenit des Tages.
Finsternis ist Gottvergessner Straße,
Merken selber nicht, wodurch sie straucheln.

Söhnchen, merke du auf meine Worte,


Meinen Reden neige deine Ohren.
Deinen Augen weiche nicht die Weisheit,
Wahre sie im Innern deines Herzens.
Ewges Leben ist mein Wort dem Finder
Und dem ganzen Leib Genesung, Heilung.
Mehr als Schätze hüte deine Seele,
Denn sie ist die Quelle deines Lebens.
Lege ab von dir den Trug der Lippen
Und entferne Sünden deiner Zunge.
Deine Augen sollen grade blicken,
Deine Wimpern schauen grad und strahlend.
Ebne du die Wege deiner Füße,
Jede deiner Strecken sei befestigt.
Nicht nach rechts und nicht nach links abweiche,
Halte ferne deinen Fuß vom Bösen.

Söhnchen, willig lausche meiner Weisheit,


Meiner Einsicht leihe du dein Lauschen,
Wahre Überlegungen der Weisheit,
Deine Lippen wahren die Erkenntnis.
Honig träufelt fremder Dirne Lippe,
Glatter ist als Balsamöl ihr Gaumen.
Doch das Ende ist wie Wermut bitter,
Scharf ist sie wie Schwerter doppelschneidig.
Ihre Füße wandeln zu den Toten,
Ihre Schritte streben in die Hölle.
Nicht schlägt ein sie Wege ewgen Lebens,
Ihre Füße beben ohne Einsicht.

Meine Söhne, lauschet meiner Weisheit,


Weicht nicht von den Reden meines Mundes.
Bleibe fern der fremden Frau des Andern,
Nahe dich nicht ihrer Hütte Pforte,
Geb nicht andern deines Lebens Frische,
Unbarmherzigen die Kraft des Lebens,
Daß nicht sättigt Fremde dein Vermögen,
Deine Arbeit kommt ins Haus des Fremden,
Daß du stöhnen wirst an deinem Ende,
Wenn hinschwinden wird dein Fleisch und Körper
Und du redest: Ich verwarf die Mahnung,
Meine Seele Warnung und Erziehung,
Lauschte nicht dem Wort der Unterweiser,
Neigte nicht die Ohren meinen Lehrern.
Fast wär ich geraten an das Böse
Mitten in Gemeinschaft und Versammlung.

Wasser trink aus eigener Zisterne,


Fließendes aus deines Brunnens Mitte.
Sollen deine Quellen überfließen,
Wasserbäche auf die breiten Straßen?
Sie, sie sollen einzig sein dein eigen,
Aber nicht für andre Nebenbuhler.
Deine Quelle, die gebenedeite,
Ist dein Glück, die jugendliche Fraue,
Liebliche Gazelle, Anmut-Hindin.
Ihre Brüste sollen dich berauschen,
Sollst gesättigt sein an ihrem Busen,
Taumle immerfort in ihrer Liebe!
Warum taumelst du um eine Fremde,
Stöhnst vor Brüsten einer Götzensklavin?

Jahwes Augen sehen Menschenwege,


Er beachtet alle Menschenpfade.
Gottvergessnen fangen seine Sünden,
Fesseln ihn der eignen Sünden Fesseln.
Er stirbt an dem Mangel an Erziehung,
Taumelt hin in Größe seiner Torheit.

Sohn, wenn du gebürgt für deinen Nächsten,


Handschlag gabest für den fremden Menschen,
Bist verstrickt in Worten deines Mundes,
Also handle, Söhnchen, dich befreie,
Wenn du kamest in die Hand des Nächsten,
Wirf dich nieder und bestürm den Nächsten,
Gönne nimmer Schlummer deinen Augen
Und den Schlaf nicht deinen Augenwimpern.
Wie ein Hirsch befrei dich aus den Händen,
Wie ein Vogel aus der Hand des Fängers.

Zur Ameise wandele, du Fauler!


Siehe ihre Wege, werde weise,
Die nicht Führer hat, nicht Treiber, Herrscher,
Die ihr Brot bereitet sich im Sommer,
Sammelt in der Ernte ihre Nahrung.
Ach wie lang, du Fauler, liegst du schlummernd,
Wann erhebst du dich von deinem Schlummer?
Noch ein wenig Schlaf, ein wenig Schlummer?
Ineinanderlegen deiner Hände?
Und es kommt die Eilende, die Armut,
Wie ein Wilddieb naht sich dir der Mangel.

Menschen Belials, der Sünde Menschen


Sind, die wandeln in des Mundes Falschheit,
Augenzwinkernd, stoßend mit den Füßen,
Zeigend mit den Fingern auf die andern,
Herzenskrumme, Böses nur bereitend,
Streitigkeiten auf der Erde stiftend.
Doch urplötzlich naht ihm sein Verderben,
Jäh wird er zerbrochen, ohne Heilung.
Sechs sind, welche Jahwe tief verabscheut,
Sieben sinds, die Greuel seiner Seele:
Stolze Augen und gespaltne Zungen,
Hände, die vergießen Blut unschuldig,
Herz, das Sündenanschlag vorbereitet,
Füße, eilig laufend zu dem Bösen,
Lügenbläserei der falschen Zeugen
Und wer Streit veranlaßt bei Geschwistern.

Wahre, Sohn, die Weisung deines Vaters,


Laß nicht von der Botschaft deiner Mutter.
Binde immerfort sie um das Herze,
Winde sie um deinen Hals, mein Söhnchen.
Leiten sie dich doch bei deinem Gehen,
Wachen über dich bei deinem Liegen,
Und erwachst du, werden sie dich grüßen.
Leuchte ist die Weisung, Licht die Botschaft,
Weg des Lebens ist dir die Erziehung,
Dich zu wahren vor der bösen Dirne,
Vor der Schmeichelei der Fremden-Zunge.
Nicht begehre sie in deinem Herzen,
Nicht begehre sie um ihre Schönheit,
Laß dich fangen nicht von ihren Wimpern.
Zu der Hure kommst du für ein Brötchen,
Doch die Gattin kostet dich die Seele.
Trägt wer Feuer in der Manteltasche
Und es brennen ihm nicht seine Kleider?
Geht wohl jemand auf erhitzten Kohlen,
Aber ihm verbrennen nicht die Füße?
So, wer eingeht zu der Frau des Nächsten,
Jeder wird gestraft, der sie berührte.
Man verachtet nicht den Dieb, den Räuber,
Wenn er stiehlt aus übergroßem Hunger,
Siebenfach ersetzt es der Ertappte,
Er gibt seines Hauses ganze Habe.
Ehebrecher, sie sind unvernünftig,
Ein Verderber seiner Seele tut es.
Schaden trifft ihn, Schmach trifft ihn und Schande,
Nimmer wird getilgt ihm seine Sünde.
Eifersucht ist Zorn und Grimm des Mannes,
Er wird schonen nicht am Tag der Rache.
Er nimmt Rücksicht nicht auf Sühnegelder,
Wird nicht willig dir, gibst du Geschenke.

Lieber Sohn, bewahre meine Reden,


Speichre bei dir meiner Weisheit Weisung.
Wahre meine Weisungen und lebe,
Wahre Weisheit wie des Auges Tochter.
Binde sie um deinen Ehefinger,
Schreibe sie auf deines Herzens Tafel.
Sprich zur Weisheit: Du bist meine Schwester!
Die Erkenntnis rufe deine Freundin!
Dich zu wahren vor der losen Dirne,
Vor der Fremden mit der glatten Zunge.

Nämlich durch die Fenster meines Hauses


Schaute ich und durch die Fenstergitter,
Und da sah ich einen armen Toren,
Einen Jüngling unter jungen Narren,
Der in ihrem Winkel ging die Straße
Und betrat den Pfad zu ihrer Hütte
In der Dämmerung zur Abendstunde,
Als die Nacht kam, Finsternis des Dunkels.
Siehe, jene Frau trat ihm entgegen:
Hurenkleider und verborgne Seele,
Leidenschaftlich sie und ungefesselt,
Nicht in ihrer Hütte blieben ihre Füße,
Auf der Gasse bald, bald auf dem Marktplatz,
Bald auflauernd ihm in dunklen Winkeln.
Hielt sie fest sich an ihm fest und küsst ihn,
Heißen Angesichtes zu ihm sprechend:
Auf mir waren Heil- und Friedensopfer,
Heute hab erfüllt ich mein Gelübde.
Darum ging ich aus, dir zu begegnen,
Suchte dich und habe dich gefunden.
Teppiche auf meinem Ruhebette,
Buntgestreifte Seide aus Ägypten,
Auch besprengt das Bett mit Myrrhedüften
Und mit Aloe- und Zimt-Parfümen.
Komm, wir saugen Liebe bis zum Morgen,
Komm, wir trinken Liebestrank mit Minze.
Denn mein Ehemann ist nicht im Hause,
Der er wandert lange ferne Wege.
Seinen Beutel hat er mitgenommen,
Erst zur Nacht des Neumonds kommt er wieder.
So hat sie ihn lieblich überredet
Und geneigt gemacht durch Redekünste,
Ihn verführt durch Glätte ihrer Zunge.
Augenblicklich folgt er ihren Reizen,
Wie ein Ochse wird geführt zur Schlachtung,
Wie ins Netz gefangen geht der Vogel,
Bis ein Pfeil ihm seine Galle spaltet,
Er gefangen ward von ihrer Spange.
Er erkennt nicht, daß es gilt die Seele!

Meine Söhne, lauscht auf meine Worte


Und vernehmt die Reden meines Mundes.
Bieg dein Herz nicht ab auf ihre Wege,
Irre nicht umher auf ihren Steigen.
Viele sind es nämlich, die Durchbohrten,
Die sie hingerichtet hat durch Schönheit,
Ohne Zahl sind die erschlagnen Männer.
Höllenweg der Weg zu ihrer Hütte,
Welche sinkt ins Brautgemach des Todes.

Ists nicht so? Die Weisheit ruft vernehmlich,


Die Erkenntnis anhebt ihre Stimme.
Auf dem Gipfel, auf der Höh der Wege,
An der Wege Kreuzung steht sie redend.
An den Eingangstoren zu den Städten,
Auf der Städte Plätzen ruft sie deutlich:

Männer ihr! An euch ergeht mein Rufen,


Meine Stimme an die Menschensöhne.
Lernt, ihr Unerfahrenen, die Klugheit
Und ihr Trotzigen lernt Herz und Seele.
Hört, ihr Menschensöhne, Edles red ich,
Meiner Lippen Öffnen ist die Wahrheit.
Wahrheit, nichts als Wahrheit spricht mein Gaumen,
Gottvergessenheit ist mir ein Greuel.
Redlich sind die Reden meines Mundes,
Ohne Hinterlist und ohne Krummheit.
Sie sind Klarheit dem, der da vernünftig,
Zuverlässig Findern der Erkenntnis.
Nehmet meine Zucht an und nicht Silber
Und Erkenntnis lieber als das Feingold.
Weisheit ist doch besser als Korallen,
Allen Schätzen ist sie unvergleichbar.

Ich, die Weisheit, wohne bei der Einsicht,


Der Besonnenheit Erkenntnis hab ich,
Ehrfurcht Jahwes ist das Bosheit-Hassen,
Hochmut, Hoffahrt, Stolz und böser Wandel
Und die Lügenzunge sind mir Greuel.
Bei mir ist der Rat und ist die Umsicht,
Ich bin die Vernunft, bei mir ist Stärke.
Durch mich haben Könige die Herrschaft,
Haben Ruhm und Ehre Würdenträger.
Durch mich herrschen Fürsten, alle Edlen,
Richten alle die gerechten Richter.

Ich, die Liebenden der Weisheit lieb ich,


Und wer Weisheit suchet, der wird finden.
Reichtum ist und Ehre ist mein Anteil
Und Gerechtigkeit und edle Güter.
Besser meine Frucht als Gold und Feingold,
Mein Ertrag als das geprüfte Silber.
Weisheit wandelt auf gerechten Wegen,
Die Gerechtigkeit sind ihre Steige,
Auszuteilen meinen Minnern Wohlfahrt,
Die Schatzkammern fülle ich aus Gnade.

Jahwe zeugt mich in des Weges Anfang,


Erstes seiner Werke nin ich ewig,
Eingesetzt ich in den Ewigkeiten,
Anfang, von dem Anbeginn der Erde,
In der Meere Nichtsein ich geboren,
In der wasservollen Quellen Nichtsein.
Ehe wurden eingesenkt die Berge,
Vor den Hügeln wurde ich geboren.
Vor der Länder Schaffung und der Fluren
Ward ich und vorm ersten Staub des Festlands.
Als er aufgestellt das Reich der Himmel,
Abgesteckt den Kreis des Meeresspiegels,
Wolken er befestigt in der Höhe,
Stark gemacht die reinen Wasserquellen,
Er dem Ozean die Grenze setzte,
Daß die Wasserflut nicht überströmte,
Er gelegt das Fundament der Erde,
War ich bei ihm, war ich ihm zur Seite,
Throngenossin – Liebling – Architektin!
Ich war sein Ergötzen alle Tage,
Scherzte allezeit vor seinem Antlitz,
Spielend auf dem Runde seiner Erde,
Mein Ergötzen sind die Menschensöhne.

Höret also, meine Söhne, lauscht mir,


Glücklich sind, die meine Wege wahren.
Hört Erziehung, Söhne, werdet weise,
Laßt nicht von der Züchtigung der Weisheit.
Glücklich der, der lauschet meinen Worten,
Wachend Tag für Tag an meinen Pforten,
Zu bewahren meiner Pforten Flügel.
Denn wer findet mich, der findet Leben
Und erlangt von Jahwe Wohlgefallen.
Wer verfehlt mich, schädigt seine Seele,
Tod nur lieben jene, die mich hassen.

Fraue Weisheit hat ihr Haus gebauet,


Aufgerichtet ihre sieben Säulen,
Hat geschlachtet Fleisch, gemischt den Mischwein,
Hat bereitet ihre Tafelrunde,
Ausgesandt hat sie die weisen Mägde,
Ladend auf den Gipfeln hoher Städte.
Wer ist unerfahren, komme hierher!
Zu dem Unverständigen sie redet:
Komm und iß von dem geweihten Brote,
Trink vom reinen Wein, den ich gemischt hab.
Umkehr, Unerfahrene, und lebet!
Schreitet auf dem Wege der Erkenntnis!

Wer den Spötter mahnt, wird selbst verspottet.


Wer zurechtweist Gottvergessne, Schmach ihm.
Weise nicht zurecht gottlosen Spötter,
Sonst wird er dich hassen und verachten.
Weise du zurecht allein den Weisen,
Denn er wird dich lieben und verehren.
Gib dem Weisen und er wird noch weiser.
Lehre den Gerechten, er wird klüger.
Weisheits-Anfang ist die Jahwe-Ehrfurcht
Und Vernunft Erkenntnis ist des Höchsten.
Durch mich werden reichlich deine Tage
Und vermehrt die Jahre deines Lebens.
Bist du weise, bist dir selber weise,
Bist ein Spötter, selbst wirst du zu Spotte.

Weibchen Torheit ist voll Leidenschaften,


Unerfahren, kennt sie nicht Erkenntnis,
Sitzet an des Hauses offnen Türen,
Sitzt auf einem Thron in hohen Städten,
Einzuladen Wandelnde des Weges,
Die geradeaus gehn ihre Pfade.
Wer ist unerfahren, komme hierher!
Und zum Unverständigen sie redet:
Süß allein ist das gestohlne Wasser
Und verbotne Früchte schmecken lieblich.
Er erkennt nicht, daß dort sind Verstorbne,
Ihre Gäste in der Hölle Tiefen!

1 Die Sprüche Salomos. Ein weises Kind ist die Freude eines Vaters, ein
törichtes Kind die Trauer einer Mutter.

2 Schätze, die vom Bösen kommen, geben keinen Nutzen, aber


Aufrichtigkeit bringt die Rettung vom Tod.

3 Jahwe lässt den Geraden nicht hungern, sondern er macht die Gier der
Gottlosen nichtig.

4 Eine schlaffe Hand bringt Armut, aber die Hand des Fleißigen bringt
Reichtum.

5 Die Erntezeit ist das Zeichen der Vernünftigen, die zur Erntezeit
schlafen, sind das Zeichen der Wertlosen.
6 Der Segen ist auf dem Kopf der Aufrechten, aber der Mund der
Gottlosen ist eine Hülle für Gewalt.

7 Der Aufrichtige wird mit Segnungen in Erinnerung gebracht, der Name


des Bösen verfällt.

8 Der Weise des Herzens nimmt Befehle an, aber ein verdummter Idiot
geht zum Ruin.

9 Jeder, dessen Wege ehrenhaft sind, geht sicher, aber wer krummen
Wegen folgt, wird bald entlarvt.

10 Ein Augenzwinkern bringt Ärger, ein kühner Tadel bringt Frieden.

11 Der Mund der Frommen ist ein lebensspendender Brunnen, aber der
Mund der Gottlosen ist ein Schutzschild für Gewalt.

12 Hass provoziert Streitigkeiten, aber Liebe entschuldigt alle Vergehen.

13 Auf den Lippen des Erkennens liegt Weisheit, auf dem Rücken eines
Narren der Stock.

14 Die weisen Menschen speichern Wissen, aber der Mund eines Idioten
bringt dem Ruin nahe.

15 Der Reichtum der Reichen ist ihre Hochburg, die Armut ist die
Verderbnis der Schwachen.

16 Der Lohn des Aufrichtigen gewährt Leben, aber die Sünde ist alles, was
der Böse verdient.

17 Wer an Disziplin festhält, geht zum Leben, wer die Korrektur ignoriert,
geht in die Irre.

18 Die Lippen der Lügner sind eine Hülle für Hass, wer Verleumdungen
äußert, ist ein Narr.

19 Eine Flut von Worten ist niemals ohne Fehler; wer die Lippen
kontrolliert, ist weise.
20 Die Zunge des Aufrichtigen ist reinstes Silber, das Herz der Gottlosen
ist verderblich.

21 Die Lippen der Frommen ernähren viele Völker, aber Dummköpfe


sterben aus Mangel an Vernunft.

22 Der Segen Jahwes ist das, was Reichtum bringt, dazu hat harte Arbeit
nichts hinzuzufügen.

23 Ein Dummkopf hat Freude am Falschen, der Intelligente an der


Kultivierung der Weisheit.

24 Was die bösen Ängste über ihn bringen oder was ihm die aufrichtigen
Wünsche als Geschenk bringen.

25 Wenn der Sturm vorbei ist, sind die Gottlosen nicht mehr, aber der
Aufrechte steht für immer fest.

26 Wie Essig zu den Zähnen, Rauch zu den Augen, so die Faulen zu


demjenigen, der sie sendet.

27 Die Furcht Jahwes fügt dem Leben Länge hinzu, die Jahre der
Gottlosen werden verkürzt.

28 Die Hoffnung der Aufrichtigen ist Freude, die Erwartungen der


Gottlosen werden zu nichts.

29 Der Weg des HERRN ist ein Wall für die Ehrlichen, für die Übeltäter
nichts als Ruin.

30 Der Aufrichtige wird niemals weichen müssen, aber das Land wird den
Bösen kein Heim bieten.

31 Der Mund des Aufrichtigen spricht Weisheit, die Zunge, die täuscht,
wird abgeschnitten.

32 Die Lippen des Aufrichtigen wissen um Güte, der Mund der Gottlosen
um Betrug.
XI

1 Ein falsches Gleichgewicht ist für Jahwe abscheulich, ein gerechtes


Gewicht gefällt ihm.

2 Stolz kommt zuerst; Schande folgt bald; mit dem Demütigen wird die
Weisheit gefunden.

3 Die Ehrlichen haben ihre eigene Ehrlichkeit zur Führung, die Verräter
werden durch ihre eigene Perfidie ruiniert.

4 Am Tag der Vergeltung wird der Reichtum nutzlos sein, aber die
Rechtschaffenheit rettet vom Tod.

5 Die Aufrichtigkeit der Guten macht ihren rechten Weg, die Bösen fallen
durch ihre eigene Bosheit.

6 Ihre Rechtschaffenheit setzt die Ehrlichen frei, die Verräter werden von
ihren eigenen Wünschen inhaftiert.

7 Die Hoffnung der Gottlosen geht mit dem Tod um, die Hoffnung, die in
Reichtümer gesetzt wird, kommt zu nichts.

8 Der Aufseher entkommt dem Leid, der Böse tritt ihm statt.

9 Durch seinen Mund ist der Gottlose der Untergang seines Nächsten, aber
durch das Wissen werden die Aufrechten bewahrt.

10 Wenn der aufrechte Gedanke die Stadt erfreut und wenn die Gottlosen
ruiniert sind, ist es ein Freudenschrei.

11 Eine Stadt wird auf den Segen der Ehrlichen hin erhoben und durch den
Mund der Gottlosen niedergerissen.

12 Wer auf einen Nachbarn herabschaut, hat keinen vernünftigen Sinn; der
Intelligente hat eine Kontrolle auf der Zunge.
13 Ein Kleingläubiger lässt Geheimnisse ausgehen, der Vertrauenswürdige
hält die Dinge verborgen.

14 Aus Mangel an Führung geht ein Volk zugrunde, Sicherheit liegt in


vielen Ratgebern.

15 Wer für einen Fremden bürgt, tut sich selbst schaden, aber derjenige,
der die Sicherheit nicht verliert, ist sicher.

16 Eine graziöse Frau erwirbt Ehre, gewalttätige Menschen erwerben


Reichtum.

17 Treue Liebe bringt ihren eigenen Lohn, die Unbeweglichen verletzen


ihr eigenes Selbst.

18 Enttäuschung krönt die Arbeit der Bösen, wer die Aufrichtigkeit sät,
erntet eine feste Belohnung.

19 Wer aufrichtig ist, ist auf dem Weg ins Leben, wer immer das Böse
verfolgt, auf dem Weg zum Tode.

20 Die scharfen Herzen sind dem HERRN abscheulich, der ihm lieb ist,
dessen Wege sind untadelig.

21 Sei gewiß, die Gottlosen werden nicht ungestraft bleiben, aber das
Geschlecht der Aufrichtigen wird nicht zuschanden.

22 Ein goldener Ring in der Schnauze einer Sau ist eine schöne Frau, die
keine Diskretion hat.

23 Die Hoffnung der Aufrichtigen ist nichts als Gutes, die Erwartung der
Gottlosen ist Vergeltung.

24 Man streut Geld aus, aber nur zu seinem Reichtum, ein anderer ist
übermäßig gemein, wird aber nur um so ärmer.

25 Die Seele, die segnet, wird gedeihen, wer auch immer andere
befriedigt, wird auch zufrieden sein.
26 Der Fluch der Leute ist auf denjenigen, die den Weizen horten, ihr
Segen auf dem Kopf derer, die ihn verkaufen.

27 Wer nach dem Guten strebt, erhält Gunst, wer das Böse sucht, wird
böse werden.

28 Wer auf Reichtümer vertraut, wird fallen, der Aufrichtige wird gedeihen
wie die Blätter.

29 Wer ein Haus in die Irre führt, erbt den Wind, und der Dummkopf wird
dem Weisen zum Sklaven.

30 Die Frucht der Lippen ist ein Baum des Lebens; der Weise fesselt die
Seelen.

31 Wenn hier auf Erden die Rechten belohnt werden, wie viel mehr die
Bösen und Sünder!

XII

1 Wer Disziplin liebt, liebt Wissen, dumm sind diejenigen, die Korrektur
hassen.

2 Der Ehrliche erhält Jahwes Gunst, der Intrigant verurteilt seine


Verurteilung.

3 Niemand wird durch Bosheit gesichert, aber nichts schüttelt die Wurzeln
der Frommen.

4 Eine fähige Frau ist die Krone ihres Mannes, eine schamlose Frau eine
Krebserkrankung in seinen Knochen.

5 Die Pläne der Aufrichtigen sind ehrlich, die Intrigen der Gottlosen sind
voller Betrug.

6 Die Worte der Gottlosen sind Schlingen, um Blut zu vergießen, des


Ehrlichen Wort ist sicher.
7 Wenn sie niedergeworfen sind, so sind die Gottlosen nicht mehr, aber das
Haus der Gerechten steht fest.

8 Klugheit gewinnt Lob, aber ein gewundenes Herz ist nur zur Verachtung.

9 Besser ein gewöhnlicher Kerl, der einen Sklaven hat, als jemand, der
prahlt und nichts zu essen hat.

10 Der Aufseher hat Mitleid mit seinen Tieren, aber das Herz der Bösen ist
rücksichtslos.

11 Wer sein Land bewirtschaftet, der soll Brot haben und nichts nötig
haben, aber niemand, der nur Phantasien verfolgt, hat irgendeinen Sinn.

12 Die gottlosen Freuden sind in der Schlinge der Gottlosen, aber die
Wurzel des Aufrechten trägt Früchte.

13 In der Sünde der Lippen liegt eine katastrophale Falle, aber der
Fromme findet einen Weg aus dem Unglück.

14 Fülle von guten Dingen ist die Frucht der Lippen; Arbeit bringt ihre
eigene Rückkehr.

15 Die Narren denken, dass die Art und Weise, wie sie gehen, gerade ist,
die Klugen hören auf Rat.

16 Der Dummkopf zeigt sofort Wut, der Diskrete verbirgt Abneigung.

17 Die Wahrheit zu sagen, ist eine weitere Gerechtigkeit, ein falsches


Zeugnis ist nichts anderes als ein Betrug.

18 Gedankenlose Worte können sich wie ein Schwert winden, aber die
Zunge der Weisen bringt Heilung.

19 Aufrichtige Lippen bestehen für immer, die falsche Zunge hält nur
einen Moment lang.

20 Täuschung ist im Herzen des Intriganten, Freude mit denen, die


Ratschläge des Friedens geben.
21 Kein Schaden kann zu den Aufrechten kommen, aber die Gottlosen
werden durch Unglück überschwemmt.

22 Lügende Lippen sind dem HERRN abscheulich; seine Liebe gilt


denjenigen, die ihre Lebensweise wahrhaft machen.

23 Der Diskrete hält das Wissen verborgen, das Herz der Narren verkündet
ihre Torheit.

24 Für die fleißige Hand Autorität; für die schlaffe Hand Zwangsarbeit.

25 Kummer macht ein Herz schwer, ein freundliches Wort macht es froh.

26 Der Fromme zeigt den Weg einem Freund; der Weg der Gottlosen führt
sie in die Irre.

27 Der Hohlkopf hat kein Fleisch zum Braten; Fleiß ist jedermanns
wertvollster Besitz.

28 Auf dem Weg der Aufrichtigkeit ist das Leben, die Wege der Rache
führen zum Tod.

XIII

1 Ein weises Kind hört auf die Disziplin eines Vaters, ein Zyniker hört
nicht auf Zurechtweisung.

2 Die Frucht des Mundes liefert ein gutes Mahl, aber die Seele des
Verräters ernährt sich von Gewalt.

3 Eine Wache am Mund macht das Leben sicher, wer zu viel redet, ist
verloren.

4 Der Faulenzer hungert, aber hat kein Essen; harte Arbeiter bekommen
ihre Fülle.
5 Der Aufseher hasst ein lügendes Wort, aber der Böse verleumdet und
diffamiert.

6 Aufrecht steht die Wache über einem, dessen Weg ehrlich ist, Sünde
verursacht den Untergang der Bösen.

7 Es gibt einige, die mit nichts vorgeben, reich zu sein, manche geben mit
großem Reichtum vor, arm zu sein.

8 Das Lösegeld für das Leben ist der Reichtum einer Person; aber die
Armen werden den Tadel nicht hören.

9 Das Licht des Aufrichtigen ist fröhlich, die Lampe der Gottlosen geht
aus.

10 Starrsinn erzeugt nur Streitigkeiten, Weisheit liegt bei denen, die Rat
einholen.

11 Ein plötzliches Vermögen wird schwinden, Akkumulation nach und


nach ist der Weg zum Reichtum.

12 Hoffnung aufgeschoben macht das Herz krank, ein Wunsch erfüllt ist
ein Baum des Lebens.

13 Die Verachtung des Wortes ist selbstzerstörerisch, der Respekt vor dem
Gebot gewinnt das Heil.

14 Die Lehre der Weisen ist eine lebensspendende Quelle, um den


Schlingen des Todes zu entgehen.

15 Guter Sinn gewinnt Gefallen, aber der Weg des Verräterischen ist
schwer.

16 Jeder mit Diskretion handelt durch das Licht der Erkenntnis, der Narr
parodiert seine Torheit.

17 Ein schlechter Bote fällt ins Unglück, ein treuer Bote bringt Heilung.
18 Wer die Disziplin ablehnt, gewinnt Armut und Verachtung; für
jedermann, der Korrektur annimmt, kommt Ehre.

19 Erfüllung ist süß in der Seele; Dummköpfe werden sich drehen zum
Bösen.

20 Wer mit den Weisen geht, wird weise, wer sich mit den Narren
vermischt, wird ruiniert.

21 Das Böse wird dem Sünder nachgehen, aber das Gute wird den
Aufrechten belohnen.

22 Der Gute vererbt den Kinderskindern ein Erbe, der Reichtum des
Sünders wird für die Aufrechten aufbewahrt.

23 Obwohl die Bauernhöfe der Armen viel Nahrung geben, gehen einige
aus Mangel an Gerechtigkeit zugrunde.

24 Wer den Stock nicht benutzt, hasst sein Kind; wer zur Korrektur bereit
ist, liebt es.

25 Der Aufrechte isst sich voll, der Bauch der Gottlosen wird leer bleiben.

XIV

1 Weisheit baut sich ein Haus; mit ihren eigenen Händen zieht die Torheit
es herunter.

2 Wer sich aufrichtig verhält, fürchtet Jahwe, wer seine Wege verläßt, zeigt
Verachtung für ihn.

3 Stolz sprießt im Mund des Narren, die Lippen der Weisen halten sie
sicher.

4 Keine Ochsen - leere Krippe; starker Bulle - viel Geld.

5 Der wahrhaftige Zeuge sagt keine Lüge, der falsche Zeuge lügt bei
jedem Atemzug.
6 Vergebens sucht der Spötter nach Weisheit, das Wissen kommt dem
Intelligenten leicht.

7 Halte dich fern vom Dummkopf, du wirst keine klugen Lippen finden.

8 Mit Weisheit bewahrt der Weise sein Verhalten, aber die Torheit der
Narren führt sie in die Irre.

9 Narren spotten über das Opfer für die Sünde, aber Gunst wohnt unter den
Ehrlichen.

10 Das Herz kennt seinen eigenen Kummer am besten, noch kann ein
Fremder seine Freude teilen.

11 Das Haus der Gottlosen wird zerstört, das Zelt des ehrlichen Willens
wird gedeihen.

12 Es gibt Wege, die manche denken, aber sie führen am Ende zum Tod.

13 Sogar im Lachen findet das Herz Traurigkeit, und Freude macht Platz
für die Trauer.

14 Der Missetäter wird den Lohn seines Handelns ernten und den Lohn
seiner Taten.

15 Der Simple glaubt jede Nachricht, eine Person von Diskretion geht
einen vorsichtigen Weg.

16 Der Weise fürchtet das Böse und vermeidet es, der Narr ist unverschämt
und eingebildet.

17 Eine rasante Person begeht rasante Handlungen, aber ein Intrigant ist
verabscheuungswürdig.

18 Simple haben Torheit für ihre Portion, Menschen mit Diskretion wissen
um ihre Krone.
19 Die Bösen verneigen sich vor den Guten, die Gottlosen und Toren vor
den Gerechten.

20 Die Armen sind selbst für einen Freund verabscheuungswürdig, aber


viele sind diejenigen, die jemanden Reiches lieben.

21 Wer die Bedürftigen verachtet, ist schuldig, wer Mitleid mit den Armen
hat, ist gesegnet.

22 Plane Böses - soll das nicht in die Irre gehen? Diejenigen, die Gutes
planen, können treue Liebe und Beständigkeit verdienen.

23 Harte Arbeit bringt immer ihren Profit, leere Gespräche bringen nur
Mangel.

24 Die Krone der Weisen ist ihr Reichtum; die Torheit der Narren ist
Torheit.

25 Ein wahrhaftiger Zeuge rettet Leben, wer Lügen ausspricht, ist ein
Betrüger.

26 In der Furcht vor Jahwe ist mächtige Sicherheit; für seine Kinder ist er
eine Zuflucht.

27 Die Furcht vor Jahwe ist eine lebensspendende Quelle, um den


Schlingen des Todes zu entkommen.

28 Große Bevölkerung - Herrlichkeit des Monarchen; schwindende


Bevölkerung - Herrscher ruiniert.

29 Beherrschung der Temperamente ist ein hoher Beweis für Intelligenz,


eine schnelle Laune macht Torheit schlimmer als je zuvor.

30 Das Leben des Körpers ist ein stilles Herz, aber Neid ist ein Krebs in
den Knochen.

31 Die Schwachen zu unterdrücken, beleidigt den Schöpfer, die Güte


gegenüber den Bedürftigen ehrt den Schöpfer.
32 Der Übeltäter wird die Frevler mit dem Kopf wegschleudern, aber in
der Gerechtigkeit werden die Aufrechten Zuflucht finden.

33 Weisheit lebt in einem verstehenden Herzen; sie ist nicht in den Herzen
der Narren zu finden.

34 Die Aufrichtigkeit macht eine Nation groß, durch die Sünde sind ganze
Rassen in Ungnade gefallen.

35 Ein König zeigt Gunst gegenüber einem weisen Diener, aber Zorn
gegen jemanden, der ihn beleidigt.

XV

1 Eine milde Antwort wendet Zorn ab, scharfe Worte rühren Wut auf.

2 Die Zunge der Weisen macht das Wissen willkommen, der Mund eines
Dummkopfs täuscht mit Torheit.

3 Die Augen des HERRN sind überall; sie beobachten die Gottlosen und
die Guten.

4 Die beruhigende Zunge ist ein Baum des Lebens; die perverse Zunge
eine Herzensbrecherin.

5 Nur ein Dummkopf verschleiert die Disziplin eines Vaters, wer die
Korrektur akzeptiert, ist diskret.

6 Im Haus des Aufrichtigen fehlt es nicht an Schätzen, die Verdienste der


Gottlosen sind voller Angst.

7 Die Lippen der Weisen verbreiten Wissen, nicht so die Herzen der
Narren.

8 Das Opfer der Gottlosen ist dem HERRN abscheulich, und ihm ist das
Gebet der Ehrlichen lieb.
9 Das Verhalten der Gottlosen ist dem Herrn abscheulich, aber er liebt den
Menschen, dessen Ziel die Geradheit ist.

10 Korrektur ist streng für jemanden, der den Weg verlässt; wer es hasst,
gerügt zu werden, wird sterben.

11 Sheol und die Verdammnis liegen offen für Jahwe; wie viel mehr das
menschliche Herz!

12 Der Spötter kümmert sich nicht darum, gerügt zu werden, und wird den
Weisen nicht als Gefährten wählen.

13 Fröhliches Herz bedeutet glückliches Gesicht, wo das Herz traurig ist,


ist der Geist gebrochen.

14 Das Herz des Weisen sucht Erkenntnis, ein Dummkopf misst Torheit
ab.

15 Für die Armen ist jeder Tag böse, für das fröhliche Herz ist immer
Festzeit.

16 Besser wenig und damit Furcht vor Jahwe zu haben, als ungeheurer
Reichtum und damit Angst.

17 Besser eine Schüssel mit Kräutern, wenn die Liebe da ist, als ein
gemästeter Ochse und Hass dazu.

18 Der heiße Kopf provoziert Auseinandersetzungen, die gleichmäßige


Beleidigung Zwietracht.

19 Der Weg des Faulen ist wie eine dornige Hecke, der Weg des Ehrlichen
ist eine breite Straße.

20 Ein weises Kind ist die Freude eines Vaters; nur ein Tier verachtet seine
Mutter.

21 Torheit appelliert an jemanden ohne Sinn, eine Person des Verstehens


geht geradeaus.
22 Ohne Überlegungen kommen Pläne zu nichts. Pläne sind erfolgreich,
wenn Berater viele sind.

23 Wer eine fertige Antwort hat, hat auch Freude: wie befriedigend ist die
richtige Antwort!

24 Für die Klügeren führt der Weg des Lebens nach oben und vermeidet so
Sheol.

25 Jahwe reißt das Haus der Stolzen nieder, aber er hält die Grenzen der
Witwe intakt.

26 Bosheit ist für Jahwe abscheulich, aber Worte, die freundlich sind, sind
rein.

27 Das Verlangen nach unehrlichem Gewinn bringt einem Haus Ärger, der
Hass auf Bestechung bringt Leben.

28 Das Herz des Aufrichtigen reflektiert, bevor er antwortet, der Mund des
Bösen speit Böses aus.

29 Jahwe hält Abstand von den Gottlosen, aber er hört auf die Gebete der
Aufrichtigen.

30 Ein freundlicher Blick gibt dem Herzen Freude, gute Nachrichten


verleihen den Knochen Kraft.

31 Das Ohr, das auf gesunde Korrektur achtet, findet sich in der
Gesellschaft der Weisen zu Hause.

32 Wer die Korrektur ablehnt, dem fehlt die Selbstachtung, wer die
Zurechtweisung annimmt, wird verständnisvoll.

33 Die Furcht Jahwes ist eine Schule der Weisheit; ehe es Herrlichkeit
geben kann, muss Demut sein.

XVI
1 Ein menschliches Herz macht die Pläne, Jahwe gibt die Antwort.

2 Die eigenen Handlungen eines Menschen scheinen dem Handelnden


recht zu sein, aber Jahwe ist die Waage der Seelen.

3. Würdige, was du mit Jahwe tust, und was du planst, wird erreicht.

4 Jahwe hat alles zu seinem eigenen Zweck gemacht, ja sogar die


Gottlosen für den Tag des Unglücks.

5 Jedes arrogante Herz ist für Jahwe abscheulich: achte darauf, dass dies
nicht ungestraft bleibt.

6 Durch treuherzige Liebe und Beständigkeit wird die Sünde erlassen;


durch Furcht vor Jahwe wird das Böse vermieden.

7 Lass Jahwe mit der Lebensweise eines Menschen zufrieden sein und er
macht die Feinde dieser Person zu Freunden.

8 Besser wenig haben und damit Aufrichtigkeit, als große Einnahmen mit
Ungerechtigkeit.

9 Das menschliche Herz kann einen Kurs planen, aber es ist Jahwe, der die
Schritte sicher macht.

10 Die Lippen des Königs tragen Prophezeiungen vor, er hält den Glauben
fest, wenn er im Gericht spricht.

11 Die Waage und Waagschalen gehören Jahwe, alle Gewichte in der


Tasche sind von seiner Herstellung.

12 Böses Tun ist den Königen abscheulich, denn die Aufrichtigkeit ist die
Grundlage eines Throns.

13 Aufrechte Lippen sind willkommen bei einem König, er liebt jemanden


von ehrlichen Worten.

14 Der Zorn des Königs ist der Herold des Todes, aber die Weisen werden
ihn beschwichtigen.
15 Wenn das Gesicht des Königs hell erleuchtet ist, ist seine Gunst wie der
Regen im Frühling.

16 Gewinne besser Weisheit als Gold, wähle Verständnis vor Silber.

17 Vom Bösen sich abzuwenden ist der Weg des Ehrlichen; wer den Weg
beobachtet, behält das Leben sicher.

18 Stolz geht vor der Zerstörung, ein hochmütiger Geist vor einem Sturz.

19 Besser sei demütig mit den Armen, als die Beute mit den Stolzen zu
teilen.

20 Wer dem Wort gut zuhört, findet Glück; wer dem Herrn vertraut, ist
gesegnet.

21 Die Weisen des Herzens werden als intelligent bezeichnet, die Süße der
Sprache erhöht das Wissen.

22 Scharfsinn ist eine Quelle des Lebens für seinen Besitzer, die Torheit
der Narren ist ihre eigene Strafe.

23 Das Herz der Weisen verleiht der Sprache Klugheit und macht Worte
überzeugender.

24 Freundliche Worte sind eine Wabe, süß im Geschmack, gesund für den
Körper.

25 Es gibt einen Weg, den manche gerade denken, aber er führt letztlich
zum Tod.

26 Der Appetit eines Arbeiters arbeitet in seinem Namen, denn sein


Hunger drängt ihn weiter.

27 Ein wertloser Mensch baut das Böse zusammen, so ein Gespräch ist
wie ein brennendes Feuer.
28 Ein Unruhestifter sät Streit, ein Verleumder trennt den Freund vom
Freund.

29 Der Gewaltige lockt seinen Nächsten in die Irre und führt ihn auf einen
Weg, der nicht gut ist.

30 Wer die Augen verengt, um Tricks zu ergründen, und die Lippen


schminkt, hat schon Unrecht getan.

31 Weiße Haare sind eine Krone der Ehre, sie finden sich auf den Wegen
der Aufrichtigkeit.

32 Besser eine gleichberechtigte Person als ein Held, jemand mit


Selbstbeherrschung als einer, der eine Stadt nimmt.

33 In der Falte des Gewandes wird das Los geworfen, aber von Jahwe
kommt die Entscheidung.

XVII

1 Besser ein Mund voll trockenes Brot mit Frieden als ein Haus mit
streitsüchtigen Opfermählern.

2 Ein kluger Diener ist besser als ein unwürdiges Kind, er wird das Erbe
mit den Brüdern teilen.

3 Ein Ofen für Silber, eine Gießerei für Gold, aber Jahwe für die Prüfung
der Herzen!

4 Ein Übeltäter achtet auf böses Gerede, ein Lügner hört auf eine
verleumderische Zunge.

5 Die Armen zu verspotten ist, den Schöpfer zu beleidigen, niemand, der


über die Not lacht, wird ungestraft bleiben.

6 Die Krone der Alten sind die Kinder ihrer Kinder; der Ruhm der Kinder
ist ihr Vater.
7 Schöne Worte kommen nicht den Törichten, falsche Worte gehören sich
für den Fürsten noch weniger.

8 Ein Geschenk wirkt wie ein Talisman für jemanden, der es bringt: Es
bringt auf Schritt und Tritt Wohlstand.

9 Wer eine Straftat zudeckt, fördert die Liebe, wer die Sache wieder
aufwirft, trennt Freunde.

10 Ein Tadel macht mehr Eindruck auf eine Person des Verstehens als
hundert Streiche auf einen Narren.

11 Der böse Mensch denkt an nichts als Rebellion, aber ein grausamer
Bote wird zu solch einem geschickt werden.

12 Lieber eine Bärin, von ihren Jungen beraubt, als ein Narr in seiner
Torheit.

13 Das Unglück wird nie weit von dem Hause eines sein, der das Böse für
immer wiedergibt.

14 Auch eine Flut zu entfesseln ist, wie ein Streit beginnen; bevor der
Streit ausbricht, lösche.

15 Die Schuldigen freizusprechen und die Aufrichtigen zu verurteilen, sind


beide gleichermaßen für Jahwe abscheulich.

16 Was nützt Geld in der Hand eines Narren? Weisheit damit kaufen? Der
Wunsch ist nicht da.

17 Ein Freund ist immer ein Freund, es ist für die Not, dass ein Bruder
geboren wird.

18 Wer Garantien anbietet, hat wenig Sinn und geht für einen Nachbarn ins
Gefängnis.

19 Der Doppelhändler liebt die Sünde, die stolzen Höfe ruinieren sich.
20 Die Tortur des Herzens findet kein Glück, die perverse Rede verfällt in
Elend.

21 Was ein dummes Kind träumt, tut es dies zu seinem Kummer, der Vater
eines Dummkopfs kennt keine Freude.

22 Ein frohes Herz ist eine ausgezeichnete Medizin, ein deprimierter Geist
verzehrt die Knochen.

23 Unter dem Mantel nimmt ein böser Mann ein Geschenk, um den Gang
der Gerechtigkeit zu pervertieren.

24 Der Kluge hat Weisheit vor sich, aber die Augen eines Toren reichen bis
an die Enden der Erde.

25 Ein dummes Kind ist die Trauer eines Vaters und die Trauer von ihr, die
das Kind geboren hat.

26 Es ist in der Tat ein Verbrechen, den Geraden zu bestrafen, den Edlen
zu schlagen, ist eine Ungerechtigkeit.

27 Wer die Zunge beherrschen kann, weiß, was Wissen ist, jemand, der
Verständnis hat, behält ein kühles Temperament.

28 Wenn der Narr seine Zunge hält, kann er als weise gelten; wenn er seine
Lippen verschließt, kann er für intelligent erklärt werden.

XVIII

1 Wer allein lebt, folgt privaten Launen und ist durch Ratschläge jeglicher
Art verärgert.

2 Ein Narr hat kein Vergnügen am Verstehen, sondern nur, seine Meinung
zu äußern.

3 Wenn die Bosheit kommt, kommt auch die Unwürdigkeit, und mit
Verachtung kommt Unehre.
4 Tiefe Wasser - so sind menschliche Worte; ein fließender Strom - die
Äußerung der Weisheit.

5 Es ist nicht gut, den Bösen Befangenheit zu zeigen, und so den


Rechtschaffenen zu berauben, wenn sie vors Gericht geben.

6 Die Lippen eines Narren gehen mit einem Mund, der zum Schlagen
plädiert, zu den Gerichtshöfen.

7 Der Mund des Dummkopfs arbeitet am Ruin seines Besitzers, die Lippen
eines Dummkopfs sind eine Falle für das Leben ihres Besitzers.

8 Die Worte eines Verleumders sind leckere Häppchen, die in den Bauch
gehen.

9 Wer bei der Arbeit müßig ist, ist Blutsbruder des Zerstörers.

10 Der Name Jahwes ist ein starker Turm; der Fromme rennt zu ihm und
ist sicher.

11 Der Reichtum der Reichen bildet eine Hochburg, eine hohe Mauer, wie
die Reichen vermuten.

12 Das menschliche Herz ist hochmütig, bis die Zerstörung eintritt, bevor
es Ruhm geben kann, muss Demut sein.

13 Zu antworten, ohne vorher zuzuhören, ist sowohl dumm als auch


peinlich.

14 Krankheit kann der menschliche Geist ertragen, aber wenn der Geist
zerbrochen ist, wer kann das ertragen?

15 Das Herz des Intelligenten erwirbt Lernen, die Ohren der Weisen
suchen nach Wissen.

16 Ein Geschenk öffnet alle Türen und gewinnt den Zugang zu den
Großen.
17 Der erste, der plädiert, wird als aufrecht beurteilt, bis der nächste
kommt und ihn prüft.

18 Das Los beendet Streitigkeiten und entscheidet zwischen Männern der


Macht.

19 Ein beleidigter Bruder ist schlimmer als eine befestigte Stadt, und die
Streitereien sind wie die Schleusen einer Festung.

20 Mit der Frucht des Mundes wird ein Magen gefüllt, es ist der Ertrag der
Lippen, der Zufriedenheit gibt.

21 Tod und Leben sind die Gabe der Zunge, diejenigen, die sie verwöhnen,
müssen die Frucht essen, die sie hervorbringt.

22 Wer eine Frau findet, findet Glück und erhält von Jahwe ein Zeichen
der Gunst.

23 Die Sprache der Armen ist Bitten, die Antwort der Reichen ist Härte.

24 Es gibt Freunde, die den Weg zum Ruin weisen, andere sind näher als
ein Bruder.

XIX

1 Besser, die Armen leben ein ehrliches Leben, als der Adept bei einem
Doppelzüngigen, der ein Dummkopf ist.

2 Wo Wissen fehlt, ist Eifer nicht gut; wer zu schnell geht, stolpert.

3 Die Torheit führt zum Irrweg, aber gegen Jahwe tobt das Herz
vergeblich.

4 Der Reichtum vervielfacht Freunde, aber der eine Freund, den die Armen
haben, wird weggebracht.

5 Der falsche Zeuge wird nicht ungestraft bleiben, niemand, der Lügen
ausspricht, wird frei.
6 Der Edelmann hat viele, um seine Gunst zu suchen; um Geschenke zu
bekommen, ist jeder ein Freund.

7 Die Brüder des armen Mannes hassen ihn; alle seine Freunde - wie viel
mehr, die ihn verlassen! Er sucht nach Worten, aber es gibt keine dafür.

8 Wer Sinn gewinnt, der profitiert davon, wer Schätze schätzt, findet
Glück.

9 Der falsche Zeuge wird nicht ungestraft bleiben, wer Lügen ausspricht,
wird zerstört werden.

10 Es ist nicht passend für einen Dummkopf, im Luxus zu leben, noch


weniger für einen Sklaven, Fürsten zu regieren.

11 Guter Sinn macht Selbstbeherrschung, und Stolz lässt eine Straftat


übersehen.

12 Wie das Brüllen eines Löwen ist die Wut eines Königs, aber wie Tau
auf dem Gras seine Gunst.

13 Ein törichtes Kind ist eine Katastrophe für den Vater, die Schreie einer
Frau sind wie eine immer tropfende Rinne.

14 Von den Vätern kommt das Erbteil des Hauses und Reichtums, von
Jahwe eine Frau, die verständig ist.

15 Die Faulheit schläft, die unbeschwerte Seele wird hungern.

16 Das Gebot halten ist Selbsterhaltung, aber wer auch immer diese Wege
verachtet, wird sterben.

17 Wer zu den Armen gütig ist, leiht dem HERRN, der ihm die gütige Güte
zurückzahlt.

18 Während es Hoffnung für es gibt, züchtige dein Kind, aber sei nicht so
wütend, dass du es tötest.
19 Dem Gewalttätige leg eine Strafe auf; verschone ihn, und du
verschlimmerst sein Verbrechen.

20 Höre dir Rat an, nimm Korrekturen an, um in der kommenden Zeit
klüger zu sein.

21 Viele sind die Pläne im menschlichen Herzen, aber der Zweck Jahwes -
der steht fest.

22 Treue Liebe ist das, wonach Menschen in einer Person suchen; sie
ziehen die Armen einem Lügner vor.

23 Die Furcht Jahwes führt zum Leben, bringt Nahrung und Schutz, ohne
Angst vor dem Bösen.

24 In den Teller taucht der Faulpelz seine Hand, aber bringt sie nicht
zurück zu seinem Mund.

25 Schlage einen Zyniker, und die Einfältigen werden vorsichtiger sein;


tadle den Intelligenten und er wird deine Bedeutung verstehen.

26 Wer seinen Vater schlecht behandelt und seine Mutter vertreibt, ist ein
Kind, das wertlos und verdorben ist.

27 Hör auf, dem Unterricht zuzuhören, mein Kind, wenn du von Wörtern
des Wissens abweichen willst.

28 Ein verletzter Zeuge hält das Gesetz in Verachtung; der Mund der
Bösen spricht über das Böse.

29 Bestrafungen wurden für Spötter gemacht und Schläge für die Rücken
von Narren.

XX

1 Wein ist rücksichtslos, Schnaps unordentlich; unweise ist jemand, den


das verführt.
2 Wie das Brüllen eines Löwen ist die Wut eines Königs; wer ihn
provoziert, sündigt gegen sich selbst.

3 Es ist lobenswert, von einem Rechtsstreit weg zu bleiben; nur ein


Dummkopf fliegt in Wut.

4 Im Herbst pflügt der Faulenzer nicht, zur Erntezeit sieht er aus - nichts
da!

5 Die Ressourcen des menschlichen Herzens sind wie tiefe Wasser: Ein
verständiger Mensch muss nur auf sie zurückgreifen.

6 Viele beschreiben sich selbst als Menschen treuer Liebe, aber wer kann
wirklich jemanden finden, dem man vertrauen kann?

7 Der Aufrechte, dessen Wege untadelig sind, segnet die Kinder, die
danach kommen!

8 Ein König, der auf dem Richterstuhl thront, zerstreut mit einem Blick
alles Böse.

9 Wer kann sagen: Ich habe mein Herz gereinigt, bin ich von meiner Sünde
gereinigt?

10 Ein Gewicht hier, ein anderes dort; hier ein Maß, dort ein anderes:
beide sind Jahwe abscheulich.

11 Der Charakter eines jungen Mannes erscheint in dem, was er tut, wenn
sein Verhalten rein und gerade ist.

12 Ein Ohr, das hört, ein Auge, das sieht, hat Jahwe beide gemacht.

13 Liebe nicht den Schlaf oder du wirst die Armut kennen. Halte die
Augen offen und iss genug.

14 Nicht gut, nicht gut! sagt der Käufer, aber er gratuliert sich selbst.

15 Es gibt Gold und Juwelen jeder Art, aber eine unbezahlbare Verzierung
ist die Rede, die durch Wissen unterrichtet wird.
16 Nimm die Kleidung des Mannes! Er ist für einen Fremden gesegnet.
Nimm ein Versprechen von ihm zum Profit unbekannter Personen!

17 Brot ist süß, wenn es durch Betrug kommt, aber später ist der Mund
voller Kiesel.

18 Die Pläne werden durch Konsultation gereift; nimm weise Ratschläge


an, wenn du Krieg führen willst.

19 Der Träger des Klatsches offenbart Geheimnisse; mische dich nicht mit
Schwätzern.

20 Wer verflucht Vater und Mutter, wird seine Lampe in der tiefsten
Dunkelheit erlöschen sehen.

21 Immobilien, die schnell kommen zuerst, werden nicht am Ende


gesegnet sein.

22 Sage nicht: Ich will das Böse zurückzahlen. Setze deine Hoffnung auf
Jahwe und er wird dich in Sicherheit bringen.

23 Ein Gewicht hier, ein anderes dort: Dies ist für Jahwe abscheulich,
falsche Schuppen sind nicht gut.

24 Jahwe leitet die Schritte der Mächtigen, aber wer kann menschliche
Wege verstehen?

25 Jeder ist gefangen, der "geweiht!" schreit und beginnt erst nach dem
Gelübde zu reflektieren.

26 Ein weiser König reißt die Gottlosen um und lässt das Rad über sie
ziehen.

27 Der menschliche Geist ist die Lampe Jahwes und sucht das tiefste
Selbst.

28 Treue Liebe und Loyalität wachen über den König, sein Thron ist
darauf gegründet, Gerechtigkeit zu bewahren.
29 Der Stolz der Jungen ist ihre Stärke, die Verzierung der Alten graue
Haare.

30 Verwundete Schläge sind eine gute Medizin für das Böse, Schläge
wirken auf das innerste Selbst.

XXI

1 Wie fließendes Wasser ist das Herz eines Königs in der Hand Jahwes; er
leitet es, wohin immer es ihm gefällt.

2 Alle Handlungen sind direkt in den Augen des Handelnden, aber es ist
Jahwe, der die Herzen wiegt.

3 Das zu tun, was aufrichtig ist, ist Jahwe angenehmer als Opfer.

4 Hochmütiges Auge - stolzes Herz; die Lampe der Gottlosen - nichts als
Sünde.

5 Die Fleißarbeit ist nachdenklich, und alles ist Gewinn; aber zu viel Eile,
und alles, was davon kommt, ist Mangel.

6 Mit Hilfe einer Lügenzunge ein Vermögen zu machen: das ist die
untätige Phantasie derer, die den Tod suchen.

7 Die Gewalt der Gottlosen beweist ihren Untergang, denn sie weigern
sich zu tun, was richtig ist.

8 Der Weg des Verbrechers ist verschlagen, das Verhalten der


Unschuldigen gerade.

9 Besser die Ecke eines Dachs zum Leben, als ein Haus, das mit einer
streitsüchtigen Frau geteilt wird.

10 Die Seele der Gottlosen ist auf das Böse bedacht, für eine solche Person
kann kein Nächster das Richtige tun.
11 Wenn ein Zyniker bestraft wird, werden die Einfältigen klüger, aber
jemand, der Verständnis hat, erwirbt Wissen durch Unterweisung.

12 Der Aufrechte schaut auf das Haus der Gottlosen; er schleudert die
Gottlosen ins Verderben.

13 Wer sich weigert, auf den Ruf der Schwachen zu hören, wird sich
wiederum bekennen und nicht gehört werden.

14 Wut wird durch ein verdecktes Geschenk, wütende Wut durch ein
Geschenk unter dem Mantel besänftigt.

15 Tu, was richtig ist, das erfüllt die Aufrichtigen mit Freude, aber
Übeltäter mit Schrecken.

16 Wer sich vom Wege der Klugheit entfernt, wird in der Versammlung der
Schatten ruhen.

17 Genussliebhaber bleiben arm, niemand wird reich, wer Wein und gutes
Leben liebt.

18 Die Gottlosen sind ein Lösegeld für die Aufrichtigen und der
Gesetzesbrecher für die Ehrlichen.

19 Besser in einem Wüstenland leben als mit einer streitsüchtigen und


reizbaren Frau.

20 Der Weise hat zu Hause Wertsachen und Öl, aber ein Narr
verschwendet bald beide.

21 Wer aufrichtige und treue Liebe verfolgt, wird Leben, Aufrichtigkeit


und Ehre finden.

22 Ein Weiser kann eine besetzte Stadt erobern und den Wall zerstören, auf
den sie sich stützt.

23 Mund und Zunge gehalten, das bewahrt den Beobachter vor dem
Unglück.
24 Unverschämt, hochmütig - der Name ist Zyniker; übermütiger Stolz
markiert solches Verhalten.

25 Die Wünsche des Faulen sind der Tod für ihn, da seine Hände keine
Arbeit tun werden.

26 Den ganzen Tag lang wird der Gottlose von Sehnsucht erfüllt, der
Aufrechte gibt, ohne sich jemals zu weigern.

27 Das Opfer der Gottlosen ist abscheulich, vor allem, wenn es aus
schlechten Motiven angeboten wird.

28 Der falsche Zeuge wird umkommen, aber niemand, der weiß, wie man
zuhört, wird jemals zum Schweigen gebracht werden.

29 Die Kraft des bösen Mannes zeigt sich in seinem Gesicht, aber ehrlich
ist er, dessen Schritte fest sind.

30 Keine Weisheit, kein Verständnis, kein Rat ist vor Jahwe etwas wert.

31 Rüste die Kavallerie für den Tag der Schlacht aber der Sieg ist Jahwes.

XXII

1 Ruhm ist vor großem Reichtum, Gunst, Silber und Gold vorzuziehen.

2 Reiche und Arme reiben sich, Jahwe hat sie beide gemacht.

3 Der Diskrete sieht Gefahr und nimmt Zuflucht, Einfaltspinsel gehen


voran und zahlen die Strafe.

4 Der Lohn der Demut ist die Furcht Jahwes und Reichtum, Ehre und
Leben.

5 Dornen und Schlingen säumen den Weg der Gierigen, wer immer das
Leben wert hält, wird fern bleiben.
6 Gib einem Jungen ein Training, das seinem Charakter entspricht, und
selbst wenn er alt ist, wird er darauf zurückgreifen.

7 Die reichen Herren über die Armen, der Kreditnehmer ist der Sklave des
Kreditgebers.

8 Wer Unrecht sät, der wird Unglück ernten, und der Stab solcher Wut
wird verschwinden.

9 Ein freundliches Auge wird einen Segen erhalten, eine solche Person teilt
das Essen mit den Armen.

10 Vertreibe den Spötter und der Streit geht auch, Rechtsstreit und
Abneigung sterben ab.

11 Wer das reine Herz liebt und der Rede gnädig ist, hat den König zum
Freund.

12 Die Augen des HERRN beschützen das Wissen, aber er verwirrt


betrügerische Reden.

13 Da draußen ist ein Löwe, sagt der Faulenzer, ich werde auf der Straße
getötet werden!

14 Der Mund einer Ehebrecherin ist eine tiefe Grube, da hinein fällt der
Mann, den Jahwe tadelt.

15 Torheit ist im Herzen eines Jünglings verankert, die Peitsche der


Unterweisung wird ihn davon befreien.

16 Eine raue Behandlung bereichert die Armen, aber ein Geschenk verarmt
die Reichen.

17 Oh, hör auf die Worte der Weisen und wende dein Herz auf das, was ich
weiß,

18 Denn es wird eine Freude sein, sie tief in dir zu behalten, damit sie alle
auf deinen Lippen bereit sind.
19 Damit dein Vertrauen in Jahwe ist, bist du es, den ich heute unterweisen
will.

20 Habe ich nicht dreißig Kapitel von Rat und Wissen geschrieben,

21 Damit du die Gewißheit der wahren Redewendungen kennst, damit du


mit den gesunden Antworten zu denjenigen zurückkehren kannst, die dich
geschickt haben?

22 Errette den Schwachen, denn er ist schwach, und betrübe die Armen
nicht am Tor,

23 Denn Jahwe nimmt ihre Sache auf und erpresst das Leben ihrer
Erpresser.

24 Schließe dich nicht jemandem an, der vor Zorn wütet, und mache nicht
einen Choleriker zu deinem Begleiter,

25 Aus Angst, dass du solches Verhalten lernst und darin eine Falle für
dich findest.

26 Sei nicht einer von denen, die Bürge sind, die Schulden machen:

27 Wenn du keine Mittel zur Begleichung hast, wird man dir das Bett unter
dir wegnehmen.

28 Verdränge nicht den alten Grenzstein deiner Vorfahren.

29 Du siehst jemanden in seinem Geschäft aufmerksam? Sein Ziel wird es


sein, Königen zu dienen; nicht für ihn ist der Dienst der Dunkelmänner.

XXIII

1 Wenn du an einem großen Tisch des Mannes Platz nimmst, achte


sorgfältig darauf, was du vor dir hast;

2 Wenn du einen großen Appetit hast, leg ein Messer an deinen Hals.
3 Sorge dich nicht wegen seiner Köstlichkeiten, denn sie sind trügerisches
Essen.

4 Suche nicht nach Reichtum, hör auf, deine Gedanken darauf


anzuwenden.

5 Fixiere deinen Blick darauf und er ist nicht mehr da, denn er kann Flügel
nehmen und wie ein Adler zum Himmel fliegen.

6 Iss nicht das Essen von jemandem, dessen Auge eifersüchtig ist, sehne
dich nicht nach seinen Köstlichkeiten.

7 Denn was er wirklich denkt, ist: Iss und trink, sagt er dir, aber sein Herz
ist nicht bei dir.

8 Du wirst alles ausspucken, was du gegessen hast, und findest deine


Komplimente verschwendet.

9 Verschwende keine Worte an einen Idioten, der die Klugheit deiner


Bemerkungen nicht anerkennen wird.

10 Vertreibe nicht den alten Grenzstein und betrete nicht die Länder der
Waisen,

11 Denn sie haben einen mächtigen Rächer, und er wird ihre Sache gegen
dich führen.

12 Wende dein Herz auf Disziplin und deine Ohren auf lehrreiche Worte.

13 Sei nicht unbesonnen, ein Kind zu korrigieren, ein Schlag ist


wahrscheinlich nicht tödlich.

14 Gib ihm den Stock, du wirst seine Seele vor Sheol retten.

15 Mein Kind, wenn dein Herz weise ist, dann ist mein Herz froh,

16 Und mein Innerstes freut sich, wenn von deinen Lippen ehrliche Worte
kommen.
17 Lass dein Herz nicht auf die Sünder neidisch sein, sondern bleibe jeden
Tag in der Furcht Jahwes,

18 Denn es gibt eine Zukunft, und deine Hoffnung wird nicht zuschanden
werden.

19 Höre, mein Kind, und sei weise und leite dein Herz auf den rechten
Weg.

20 Sei nicht einer von denen, die immer Wein saufen, noch einer von
denen, die immer Fleisch fressen;

21 Denn der Trunkenbold und der Vielfraß verarmt sich selbst, und die
Schläfrigkeit ist in Lumpen gekleidet.

22 Höre auf deinen Vater, von dem du entsprungen bist, verachte deine
Mutter nicht im Alter.

23 Kauf die Wahrheit - verkaufe sie niemals - Weisheit, Disziplin und


Unterscheidung.

24 Der Vater des Rechtschaffenen wird sich freuen, denn wer ein weises
Kind hat, wird Freude daran haben.

25 Dein Vater und deine Mutter werden glücklich sein, sie, die dich
fröhlich geboren hat.

26 Mein Kind, achte auf mich, lass deine Augen Freude finden auf meinem
Weg:

27 Eine Prostituierte ist eine tiefe Grube, ein enger Brunnen die Frau, die
einem anderen gehört.

28 Ja, wie ein Rosstäuscher lügt sie und erhöht die Zahl der
Gesetzesbrecher.

29 Für wen ist Mitleid, für wen Verachtung, für wen Streit, für wen Klage,
für wen Schläge, zufällig getroffen, für wen das getrübte Auge?
30 Für diejenigen, die zu lange beim Wein verweilen, immer auf der Suche
nach den gemischten Schnäpsen.

31 Schau nicht auf den Wein, wie rot er ist, wie er im Becher funkelt! Wie
glatt rutscht er den Hals runter!

32 Am Ende ist sein Biss wie eine Schlange, sein Stachel so scharf wie ein
Skorpion.

33 Deine Augen werden seltsame Dinge sehen, du redest Unsinn in deinem


Herzen.

34 Du wirst wie jemand sein, der mitten im Ozean schläft, wie einer, der
im Mastkorb schläft.

35 Schlage mich, hast du was? Aber ich bin nicht verletzt. Ich habe mich
selbst geschlagen? Ich fühle nichts. Wann soll ich aufwachen? Ich werde
mehr Wein verlangen!

XXIV

1 Sei nicht böse auf die Bösen oder wünsche nicht ihre Gesellschaft,

2 Denn ihre Herzen sind intrigant und voll Gewalt, ihre Lippen reden
Unfug.

3 Durch die Weisheit wird ein Haus gebaut, indem es versteht, dass es
stark gemacht ist;

4 Durch Wissen seine Lagerräume sind mit Reichtum aller Art, selten und
wünschenswert, gefüllt.

5 Die Weisen sind mächtig in der Macht, die Kraft wird durch die
Wissenschaft verstärkt;

6 Denn es ist durch Strategie, dass du Krieg führen kannst, und der Sieg
hängt davon ab, viele Berater zu haben.
7 Denn eine Narrheit ist eine unzugängliche Festung; am Stadttor öffnet
sie ihren Mund nicht.

8 Wer Böses anstrebt, ist als Meister der List bekannt.

9 Törichte haben Träume von nichts als Sünde, der Spötter ist abscheulich.

10 Wenn du dein Herz verlierst, wenn etwas schief läuft, ist deine Stärke
nicht viel wert.

11 Rette die, die zum Tode geschleppt werden, aber kannst du die auf dem
Weg zur Hinrichtung retten?

12 Wenn du sagst: Aber schau, wir wussten es nicht - wird die Waage des
Herzens keine Aufmerksamkeit haben? Wird der Wächter deiner Seele sich
deiner nicht bewusst sein und dich zurückzahlen, wenn deine Taten es
verdienen?

13 Iss Honig, mein Kind, da er gut ist; Honig, der aus der Wabetropft, ist
süß von Geschmack:

14 Und so wird die Weisheit sicher deiner Seele sein: Finde sie und du
wirst eine Zukunft haben und deine Hoffnung wird nicht untergehen.

15 Laure nicht, böser Mann, um die Wohnung des aufrechten Mannes, sein
Haus nicht verwüste.

16 Denn wenn der Gerechte siebenmal fällt, steht er wieder auf; die
Gottlosen sind diejenigen, die in Widrigkeiten stolpern.

17 Wenn dein Feind fällt, freue dich nicht, wenn er stolpert, lass dein Herz
nicht frohlocken:

18 Aus Furcht, dass Jahwe bei dem Anblick unzufrieden sein wird und
seinen Ärger von ihm abwenden wird.

19 Sei nicht entrüstet über die Gottlosen, sei nicht böse auf das Böse,
20 Denn es gibt keine Zukunft für das Böse, die Lampe der Gottlosen wird
ausgehen.

21 Fürchte Jehova, mein Kind, und fürchte den König! Verbünde dich
nicht mit Erneuerern;

22 Denn plötzliche Katastrophe wird für sie, und wer weiß, was für ein
Ruin sie und ihre Freunde ergreifen wird?

23 Die Weisheiten werden auch aus dem folgenden entnommen: Es ist


nicht gut, Befangenheit im Urteil zu zeigen.

24 Wer den Bösen sagt: Du bist aufrichtig - die Völker verfluchen ihn, die
Nationen beschimpfen ihn;

25 Aber diejenigen, die ihn berichtigen, kommen gut heraus, auf sie wird
ein glücklicher Segen kommen.

26 Wer eine ehrliche Antwort zurückgibt, pflanzt einen Kuss auf die
Lippen.

27 Plane, was du auf dem freien Boden tun willst, mache deine
Vorbereitung auf dem Feld; dann geh und baue dein Haus.

28 Zeig nicht geringfügiges Zeugnis wider deinen Nächsten und betrüge


nicht mit deinen Lippen.

29 Sprich nicht: Ich werde meinen Nächsten behandeln, wie mein Nachbar
mich behandelte; ich werde jedem zurückzahlen, was jeder verdient hat.

30 Durch das Feld des Faultiers ging ich, am Weinberg eines Mannes
vorbei, der keinen Sinn hatte,

31 Dort lag alles tief in Dornen, völlig von Unkraut überwachsen und
seine Steinmauer zerbrochen.

32 Und als ich schaute, dachte ich, da zog ich diese Lektion aus dem
Anblick:
33 Ein wenig schlafen, ein wenig Schläfrigkeit, ein wenig Falten der Arme
und sich zurücklehnen

34 Und Armut kommt wie ein Landstreicher, und, wie ein Bettler, der
Mangel.

XXV

1 Hier sind einige mehr von Salomos Sprichwörtern, die am Hofe Hiskias,
des Königs von Juda, transkribiert wurden:

2 Eine Sache zu verbergen, ist die Herrlichkeit Gottes, sie gründlich zu


sichten, die Herrlichkeit der Könige.

3 Die Himmel in der Höhe und die Erde in der Tiefe - unergründlich wie
die Herzen der Könige.

4 Vom Silber entferne die Schlacke und es wird vollständig gereinigt;

5 Von der Gegenwart des Königs entferne die Gottlosen, und auf
Aufrichtigkeit ist sein Thron gegründet.

6 In der Gegenwart des Königs nimm dir keine Luft, nimm keinen Platz
unter den Großen;

7 Es ist besser, eingeladen zu werden: Komm herauf - als in der Gegenwart


des Prinzen gedemütigt zu werden.

8 Was deine Augen gesehen haben, produziere nicht zu schnell bei der
Verhandlung, denn was solltest du am Ende tun, wenn dein Nachbar dich
berührt?

9 Habe den Streit mit deinem Nachbarn. aber offenbare nicht das
Geheimnis eines anderen,

10 Aus Angst, dass dein Zuhörer dich beschämt, und der Verlust der
Wertschätzung ist unwiederbringlich.
11 Wie Äpfel aus Gold mit Silber eingelegt ist ein Wort, das treffend
gesprochen wird.

12 Ein goldener Ring, ein Schmuck aus feinstem Gold, ist ein weiser
Mund für ein aufmerksames Ohr.

13 Die Kühle des Schnees in der Erntezeit ist ein vertrauenswürdiger Bote
für diejenigen, die ihn senden: er belebt die Seele seines Herrn.

14 Wolken und Wind, aber kein Regen: so ist jeder, dessen Versprechen
fürstlich sind, aber die niemals eingehalten werden.

15 Mit Geduld kann ein Richter beschimpft werden: Eine weiche Zunge
bricht Knochen.

16 Iss zu deiner Befriedigung, was für einen Honig du vielleicht findest,


aber nicht zu viel, oder du wirst ihn wieder von dir geben.

17 Geh nicht zu oft Fuß in dein Nachbarhaus, aus Angst, der Nachbar wird
deiner müde und beginnt, dich zu hassen.

18 Ein Streitkolben, ein Schwert, ein durchdringender Pfeil, das ist jeder,
der falsche Zeugnisse gegen einen Gefährten trägt.

19 Verfallender Zahn, lahmer Fuß, so ist die Wankelmütigkeit, wenn man


ihr in Zeiten der Not vertraut.

20 Auch bei bitterem Wetter zieh den Mantel aus. Du gießt Essig auf eine
Wunde, wenn du einem traurigen Herzen frohe Lieder singst.

21 Wenn dein Feind Hunger hat, gib ihm etwas zu essen; wenn er durstig
ist, gib ihm etwas zu trinken.

22 Dann wirst du glühende Kohlen auf sein Haupt hämmern, und der
HERR wird dich belohnen.

23 Der Nordwind zeugt vom Regen, und eine bissige Zunge sieht schwarz
aus.
24 Besser die Ecke eines Dachs zum Leben, als ein Haus, das mit einer
streitsüchtigen Frau geteilt wird.

25 Kaltes Wasser einem durstigen Hals, das sind gute Nachrichten aus
einem fernen Land.

26 Ein aufgewühlter Frühling, ein Brunnen verschmutzt, so ist die


aufrechte Person, die vor den Gottlosen zittert.

27 Es ist nicht gut, zu viel Honig zu essen und nicht Ruhm zu suchen.

28 Eine offene Stadt und ohne Verteidigung: so ist jeder, der keine
Kontrolle über sich hat.

XXVI

1 Schnee gehört nicht mehr zum Sommer, noch Regen zur Erntezeit, so
wenig Ehre zu einem Dummkopf.

2 Wie der Spatz entweicht und die Schwalbe wegfliegt, wird der
unverdiente Fluch niemals seine Spuren einschlagen.

3 Eine Peitsche für das Pferd, ein Zaumzeug für den Esel und für den
Rücken von Narren einen Stock.

4 Antworte nicht auf einen Dummkopf in den Begriffen seiner Torheit, aus
Furcht, dass du selbst wie er wirst.

5 Beantworte einen Narren in den Begriffen seiner Torheit, aus Angst, dass
er sich weise vorkommt.

6 Er verletzt sich selbst, er nimmt Gewalt als seinen Drink, der eine
Nachricht mit einem Narren sendet.

7 Unzuverlässig wie die Beine der Lahmen, so ist ein Sprichwort im Mund
der Dummköpfe.

8 Binde den Stein an die Schlinge, wie Ehre an einen Narren.


9 Ein Dornenzweig in der Hand eines Trunkenboldes, so ist ein Sprichwort
im Mund der Dummköpfe.

10 Ein Bogenschütze, der alle verletzt, ist der, der den vorübergehenden
Narren und Trunkenbold anheuert.

11 Wie ein Hund zu seinem Erbrochenem zurückkehrt, kehrt ein


Dummkopf zu seiner Torheit zurück.

12 Du siehst jemanden, der sich für weise hält? Mehr ist zu hoffen von
einem Idioten als von ihm!

13 Ein wildes Biest ist auf der Straße! sagt der Faulpelz, ein Löwe auf den
Straßen!

14 Die Tür dreht sich in den Scharnieren, der Faule auf seinem Bett.

15 In den Teller taucht der Faule seine Hand, ist aber zu müde, um sie
wieder an den Mund zu bringen.

16 Der Faulpelz dünkt sich weiser als sieben Menschen, die mit Diskretion
antworten.

17 Er fasst einen streunenden Hund an den Ohren, der sich in den Streit
eines anderen einmischt.

18 Wie ein Verrückter, der Feuerbrände, Pfeile und Tod schleudert,

19 So ist jeder, der einen Begleiter anlügt und dann sagt: Bin ich nicht
amüsant?

20 Kein Holz, und das Feuer geht aus; kein Verleumder, und der Streit
stürzt ab.

21 Holzkohle für lebendige Glut, Holz für Feuer und der Streitsüchtige für
Zündholz.
22 Die Worte eines Verleumders sind leckere Häppchen, die bis in den
Bauch reichen.

23 Basissilberplatte auf Ton: So sind glühende Lippen und ein böses Herz.

24 Wer hasst, der kann es in der Rede verbergen, aber tief im Inneren liegt
Verrat;

25 Traue den schönen Reden dieser Person nicht, denn im Herzen lauern
sieben Gräuel.

26 Der Hass kann sich mit List verbergen, um seine Bosheit später in der
Versammlung zu offenbaren.

27 Wer eine Grube gräbt, fällt hinein, der Stein kommt zurück auf den, der
ihn wirft.

28 Die lügende Zunge hasst ihre Opfer, der Mund der Wut macht
Verderben.

XXVII

1 Gratuliere dir nicht wegen morgen, da du nicht wissen kannst, was das
Heute hervorbringt.

2 Lass jemand anderes deinen Lobpreis singen, aber nicht deinen eigenen
Mund, einen Fremden, aber nicht deine eigenen Lippen.

3 Schwer ist der Stein, schwer ist der Sand; schwerer als beide - ein Groll,
der von einem Dummkopf getragen wird.

4 Grausam ist Zorn, überwältigend ist Wut; aber Eifersucht, wer kann das
aushalten?

5 Besserer offene Zurechtweisung als vorgetäuschte Liebe.

6 Vertrauenswürdig sind Schläge von einem Freund, betrügerisch sind


Küsse von einem Feind.
7 Die vollgestopfte Kehle revoltiert beim Honig, die hungrige Kehle findet
alle Bitterkeit süß.

8 Wie ein Vogel, der aus seinem Nest weicht, ist auch jeder, der von zu
Hause weggeht.

9 Öl und Parfüm erfreuen das Herz und die Süße der Freundschaft eher als
Selbstvertrauen.

10 Gib deinen Freund oder den Freund deines Vaters nicht auf; wenn
Schwierigkeiten kommen, geh nicht zum Haus deines Bruders, besser ein
naher Nachbar als ein entfernter Bruder.

11 Lerne, weise zu sein, mein Kind, und erfreue mein Herz, damit ich eine
Antwort für jeden habe, der mich beleidigt.

12 Der Diskrete sieht Gefahr und nimmt Zuflucht, Einfaltspinsel gehen


voran und zahlen die Strafe.

13 Nimm die Kleidung des Mannes! Er ist für einen Fremden gesegnet.
Nimm ein Versprechen von ihm für unbekannte Personen.

14 Wer im Morgengrauen seinen Nächsten laut segnet, das wird ihm als
Fluch angerechnet.

15 Das Tropfen einer Regenrinne an einem regnerischen Tag und eine


streitsüchtige Frau sind gleich;

16 Wer sie zurückhalten kann, kann den Wind zurückhalten und Fett
festhalten.

17 Eisen wird durch Eisen geschärft, eine Person wird durch Kontakt mit
einer anderen geschärft.

18 Wer den Feigenbaum liebt, der frisst seine Feigen, wer seinen Herrn
bewahrt, wird geehrt.
19 Wie Wasser das Gesicht reflektiert, reflektiert ein menschliches Herz
das andere.

20 Sheol und Begierde sind nie zufrieden, auch unersättlich sind


menschliche Augen.

21 Ein Ofen für Silber, eine Gießerei für Gold: Ein Mensch ist das wert,
was sein Ruf wert ist.

22 Stampfe einen Narren in einem Mörser, unter Getreide mit einem


Stößel, seine Torheit wird ihn nicht verlassen.

23 Erkenne den Zustand deiner Herden gut, nimm dich gut deiner Herden
an;

24 Denn Reichtümer dauern nicht ewig, Kronen geben sich nicht von
Zeitalter zu Zeitalter weiter.

25 Das Gras war einmal weg, das nachwachsende erschien, das Heu
sammelte sich auf den Bergen,

26 Du solltest Lämmer haben, um dich zu kleiden, Ziegen, um dir ein Feld


zu kaufen,

27 Ziegenmilch, die ausreicht, um dich zu ernähren, deinen Haushalt zu


füttern und für deine Mädchen zu sorgen.

XXVIII

1 Der Gottlose flieht, wenn niemand ihn verfolgt, der Hirte ist stark wie
ein Löwe.

2 Ein Land in Aufruhr wirft viele Führer auf: Mit einer Person, die weise
und erfahren ist, hast du Stabilität.

3 Der Gottlose unterdrückt die Schwachen: Hier ist ein verheerender


Regen - und Lebewohl, Brot!
4 Diejenigen, die das Gesetz verlassen, singen das Lob der Gottlosen, und
diejenigen, die das Gesetz beachten, werden von ihnen geärgert.

5 Die Gottlosen wissen nicht, was Gerechtigkeit bedeutet, die, die Jahwe
suchen, verstehen alles.

6 Besser jemand, der arm ist, ein ehrliches Leben zu führen, als jemand,
der so verschlagen ist, wie reich er ist.

7 Ein intelligentes Kind ist eins, das das Gesetz hält; ein Mitläufer von
Verschwendern bringt seinem Vater Schande.

8 Wer den Reichtum durch Wucher und Zinsen erhöht, sammelt ihn für
jemand anderen, der es den Armen schenkt.

9 Wer sich weigert, dem Gesetz zuzuhören, so ist eines solchen Gebet ein
Gräuel.

10 Wer die Ehrlichen zum Bösen verführt, wird in seine eigene Grube
fallen. Die Unbescholtenen sind die Erben des Glücks.

11 Die Reichen mögen sich für weise halten, aber der intelligente Arme
wird ihn entlarven.

12 Wenn der Aufrechte im Triumph ist, herrscht großer Jubel: Wenn die
Gottlosen im Aufwärtstrend sind, nehmen die Menschen Deckung.

13 Niemand, der seine Sünden verbirgt, wird gedeihen, wer sie immer
bekennt und auf sie verzichtet, wird Barmherzigkeit finden.

14 Gesegnet die Person, die niemals ohne Angst ist, wer sein Herz
verhärtet, wird in Bedrängnis geraten.

15 Wie ein brüllender Löwe oder ein springender Bär ist ein böser
Herrscher eines machtlosen Volkes.

16 Ein unerleuchteter Herrscher ist reich an Raubgier, und wer Gier hasst,
wird seine Tage verlängern.
17 Ein Mensch, der des Mordes schuldig ist, wird fliehen, bis er sein Grab
erreicht hat. Niemand soll ihn aufhalten!

18 Wer ein ehrliches Leben lebt, der wird sicher sein, wer zwischen zwei
Wegen schwankt, fällt auf einem von ihnen.

19 Wer sein Land bewirtschaftet, der soll Brot haben und nichts nötig
haben, aber niemand, der nur Phantasien verfolgt, hat irgendeinen Sinn.

20 Eine vertrauenswürdige Person wird von Segnungen überwältigt, aber


niemand, der versucht, schnell reich zu werden, wird ungestraft bleiben.

21 Es ist nicht gut, Befangenheit zu zeigen, aber die Leute werden


Falsches für ein Stück Brot tun.

22 Die Person des gierigen Auges jagt nach Reichtum, nicht wissend, dass
Armut das Ergebnis sein wird.

23 Wer einen anderen tadelt, wird am Ende mehr Gefallen finden als der
Schmeichler.

24 Wer den Vater und die Mutter beraubt, spricht: Nichts ist daran falsch!
der ist Kamerad eines Mörders.

25 Der Geizige provoziert Streitigkeiten, wer immer auf Jahwe vertraut,


wird gedeihen.

26 Wer auf seinen eigenen Witz vertraut, ist ein Narr, jeder, dessen Wege
weise sind, wird sicher sein.

27 Niemand, der den Armen gibt, wird jemals klein werden, aber wer seine
Augen verschließt, wird Flüche in Fülle haben.

28 Wenn die Gottlosen im Aufwärtstrend sind, gehen die Menschen in


Deckung, aber wenn sie umkommen, vermehren sich die Aufrechten.

XXIX
1 Wer unter Verweis steifen Halses ist, wird plötzlich und
unwiederbringlich zerbrochen.

2 Wenn die Frommen aufsteigen, freuen sich die Menschen; wenn die
Gottlosen an der Macht sind, stöhnt das Volk.

3 Der Geliebte der Weisheit macht seinem Vater Freude, aber der Gönner
der Prostituierten zerfetzt seinen Reichtum.

4 Ein König gibt einem Land Stabilität durch Gerechtigkeit, ein Erpresser
bringt es zum Verderben.

5 Wer seinem Begleiter schmeichelt, breitet ein Netz für seine Füße aus.

6 In der Sünde der Gottlosen liegt eine Schlinge, aber der Jünger jubelt
und freut sich.

7 Der Aufrechte versteht die Ursache der Schwachheit, der Böse hat nicht
den Witz, es zu verstehen.

8 Spötter setzen eine Stadt in Gärung, aber die Weisen mildern die Wut.

9 Lass jemanden klug argumentieren mit einem Dummkopf, Wut und guter
Humor gleichermaßen verschwendet werden.

10 Die Blutrünstigen hassen die Ehrlichen, aber die Aufrechten suchen sie
auf.

11 Der Narr blutet jedes böse Gefühl aus, aber der Weise unterwirft sie und
hält sie zurück.

12 Wenn ein Herrscher falsche Berichte hört, werden alle seine Minister
Schurken sein.

13 Arme und Unterdrücker sind zusammen gefunden, Jahwe gibt Licht für
beide Augen.

14 Der König, der die Schwachen mit Billigkeit beurteilt, sieht seinen
Thron für immer festgesetzt.
15 Der Stock und der Verweis geben Weisheit, ein junger Mann, der sich
selbst überlassen ist, bringt seine Mutter in Schande.

16 Wenn die Gottlosen zunehmen, vermehrt sich die Sünde, aber die
Aufrichtigen werden ihren Untergang bezeugen.

17 Korrigiere dein Kind, und es wird dir Freude machen. Es wird deine
Seele erfreuen.

18 Wo keine Vision ist, geraten die Menschen außer Kontrolle; glücklich


sind sie, die das Gesetz halten.

19 Nicht durch Worte wird ein Sklave korrigiert: Selbst wenn er versteht,
wird er keine Notiz davon nehmen.

20 Du siehst jemanden redegewandt? Es gibt mehr zu hoffen von einem


Narren!

21 Wenn ein Sklave von Kindheit an verwöhnt wird, wird er am Ende


undankbar sein.

22 Der heiße Kopf provoziert Streitigkeiten, jemand in Wut begeht alle


Arten von Sünden.

23 Stolz bringt Erniedrigung, wer auch immer sich erniedrigt, wird Ehre
erringen.

24 Den Fluch zu hören und nicht offen zu legen, soll man sich mit dem
Dieb teilen und sich selbst hassen.

25 Menschenfurcht ist eine Falle, wer auf Jahwe vertraut, ist sicher.

26 Viele suchen die Gunst eines Herrschers, aber die Rechte eines jeden
kommen von Jahwe.

27 Abscheu vor den Aufrechten hat der Sündige, der den Bösen
abscheulich ist, dessen Weg ist gerade.
XXX - XXXI

Agurs Wort, Sohns Jakes, Spruch des Sehers,


Ist für Itiel, für ihn und Ukal.
Wie ein Vieh bin ich von einem Menschen,
Mir ist nicht Vernunft von Menschen eigen,
Nicht hab ich gelernt die wahre Weisheit,
Nicht erkannt des Heiligen Erkenntnis.
Wer ist aufgefahren in den Himmel,
Wer herabgefahren von dem Himmel?
Wind gesammelt in den hohlen Händen?
Wasser eingebunden in den Mantel?
Festgesetzt die Enden dieser Erde?
Wie sein Name? Seines Sohnes Name?
Gib mir Antwort, wenn du kennst die Wahrheit.

Gottes Rede rein ist, ganz durchläutert,


Schild und Schirm er denen, die sich bergen.
Füge nichts hinzu den Worten Gottes,
Er wird dich zur Rechenschaft sonst ziehen,
Du wirst dastehn als ein Narr und Lügner.

Zwei der Dinge will ich mir erbitten,


Mir versag sie nicht, bevor ich sterbe:
Trug und Lügenwort halt fern der Zunge,
Armut gib mir nicht, gib mir nicht Reichtum!
Laß genießen mich das Brot, das eigne,
Daß ich satt nicht werde und verleugne,
Sage meiner Seele. Wer ist Jahwe?
Daß ich arm nicht werde und nichts stehle,
Mich vergeh am Namen meines Gottes.

Kinder, welche ihrem Vater fluchen


Und nicht segnen ihre liebe Mutter,
Kinder, rein in ihren eignen Augen,
Ihre Sünde ist nicht abgewaschen!
Kinder, wie erheben sie die Augen,
Ziehen hoch mit Hochmut stolze Wimpern!
Kinder, scharfe Schwerter ihre Zähne,
Scharfe Messer ihre Schneidezähne,
Aufzufressen Menschen unter Mühsal
Und die armen Seelen unter Menschen!

Des Vampirs zwo Töchter: Gib! Noch mehr gib!


Drei Gestalten sind die Nimmersatten,
Vier Gestalten haben nie Genüge.
Totenreich, verschlossner Schoß der Weiber,
Mutter Erde wird nie satt vom Wasser,
Nimmer hat das Feuer ein Genüge.

Mannes Auge, das des Vaters spottet


Und verschmäht Gehorsam vor der Mutter,
Hacken Raben aus am Wasserbache,
Fressen gierig auf die Adlerjungen.

Drei Geschöpfe sind für mich ein Rätsel,


Vier der Wesen, die ich nicht verstehe.
Ist der Weg des Adlers an dem Himmel,
Weg der Schlange über einen Felsen,
Weg des Schiffes in des Meeres Herzen,
Weg des Mannes in dem Schoß der Jungfrau.
Ehebrecherischen Weibes Wege:
Speise speist sie, wischt sich ab die Lippen,
Spricht: Ich hab getan kein Werk der Sünde.

Unter drei Geschöpfen bebt die Erde,


Unter vieren will sie schier vergehen.
Sklave, wenn er wird zu einem Herrscher,
Narr, wenn er gesättigt wird vom Brote,
Die Verschmähte, wenn sie wird gefreiet,
Sklavin, wenn verdrängt sie ihre Herrin.

Vier Geschöpfe kleine sind auf Erden,


Aber Witzige nach ihre Weise.
Sind Ameisen Völkchen ohne Stärke
Und bereiten sich im Sommer Nahrung.
Die Klippdachse Völkchen ohne Kräfte,
Legen ihre Häuser in die Felsen.
Die Heuschrecken haben keinen König,
Ziehen doch geordnet aus in Heeren.
Die Eidechse greift man mit den Händen,
Wohnt doch in Palästen hoher Fürsten.

Drei Geschöpfe, welche stattlich schreiten,


Vier Geschöpfe, welche herrlich wandeln.
Löwe, ein Gewaltiger der Tiere,
Er kehrt nimmer um vor Kreaturen;
Der Geschnürte an den Hüften; Böcklein;
König, wenn mit ihm das Kriegsvolk auszieht.

Wenn du als ein Dummkopf hast gehandelt,


Als du dich erhoben über andre,
Wenn gehandelt du mit Überlegung:
Allenfalles Finger auf die Lippen!
Presst du Milch, bringst du heraus die Butter,
Nasen-Pressen bringt das Blut zum Fließen,
Zornes-Pressen bringt heraus die Streitlust.

Worte Lemuels, in Massa König,


Die gelehrt ihn seine weise Mutter.
Was, mein Sohn, was, Söhnchen meines Schoßes,
Was soll raten ich, Gelübdes Söhnchen?
Nicht gib schönen Frauen deine Kräfte,
Nicht die Wege dein, zu stürzen Fürsten.

Lemuel, ist Fürsten ungeziehmend,


Wahrlich ungeziemend, Wein zu trinken,
Fürsten zu befragen: Wo ist Rauschtrank?
Daß er trinkt nicht, nicht vergißt Gesetze,
Beugt Gerechtigkeit der Elendssöhne.
Rauschtrank dem gebt, der da geht zugrunde,
Süßen Wein den Seelen, die verbittert.
Jene trinken und vergessen Armut,
Denken nimmer an der Mühsal Elend.

Öffne deine Lippen für den Stummen,


Für das Recht der Söhne des Versinkens.
Öffne deinen Mund, Gerechter, richte,
Schaffe Recht Elendigen und Armen.

ABC DER STARKEN FRAUE

Ah, die starke Fraue, wer erlangt sie?


Über die Korallen ist ihr Adel!

Betend hofft auf sie das Herz des Mannes,


Nimmer wird es ihm am Segen fehlen.

Chochma-gleich tut Gutes sie, nicht Böses,


Gutes tut sie alle Lebenstage.

Dauernd sorgt für Wolle sie und Leinen,


Webend mit der Freude ihrer Hände.

Ehrlich ist sie wie die Kaufmannsschiffe:


Aus der Ferne bringt sie ihre Speise.

Freundlich steht sie auf in tiefen Nächten,


Gibt dem Hause Nahrung, Lohn den Mägden.

Gern sinnt sie auf Äcker, kauft die Felder,


Pflanzt von eigner Hände Frucht den Weinberg.

Hüften gürtet sie mit Kraft der Anmut,


Stärkt die Arme mit der Frauentugend.

Immer sie empfindet, gut ihr Schaffen,


Nicht verlöscht in Nächten ihre Leuchte.

Ja, die Hände streckt sie nach dem Rocken,


Ihre offnen Hände nach der Spindel.

Kostbar streckt sie Hände aus dem Armen,


Ihre Hände aus dem Elendsmenschen.
Lustig fleißig, fürchtet sie den Schnee nicht,
Denn ihr ganzes Haus hat doppelt Kleidung.

Milde Teppiche hat sie gefertigt,


Byssus sind und Purpur die Gewänder.

Namentlich bekannt ihr Mann den Märkten,


Sitzt er bei den Ältesten des Landes.

Oberkleider, sie verkauft sie Händlern,


Schöne Gürtel gibt sie an die Krämer.

Pracht und Kraft und Ehre ihre Kleider,


Und sie lacht den Tagen in der Zukunft.

Rosen-Mund eröffnet sie in Weisheit,


Das Gesetz der Liebe tönt die Zunge.

Sie bewacht des Hauses Wohlergehen,


Faules Brot der Faulheit ißt sie nimmer.

Töchter, Söhne preisen sie glückselig,


Ihr Gemahl steht auf und rühmt sie preisend.

Unsres Landes Töchter haben Tugend,


Aber du, du übertriffst sie alle.

Weibes Anmut Trug ist, Trug ist Liebreiz,


Weibes Jahwe-Ehrfurcht soll man rühmen.

Zehrt von ihren Früchten, Werk der Hände,


Preiset ihre Werke in den Pforten!

SALOMON UND KARINA

1
In der Wüste von Ägypten
Salomo war auf der Jagd.
Bei ihm waren seine Freunde
Und er trug den Pfeil und Bogen.

Jagen wollte er den Fuchs,


Doch der Fuchs war listig, schlau,
Und er floh vor Salomo,
So der Fuchs ward unsichtbar.

Salomo verfolgte dann


Eine bunte Wüstenschlange,
Doch die Schlange ist geflohen,
Unsichtbar die Schlange wurde.

Salomo verfolgte dann


Den Schakal und die Hyäne,
Doch die Hinterlistigen
Flohen eilends vor dem Jäger.

Salomo den Geier jagte,


Der beim Aase sich gesammelt,
Doch der Geier flog davon,
Als er sah den Jäger kommen.

Salomo schlich nach dem Hasen,


Unrein ist er, Wiederkäuer,
Frisst erneut den eignen Kot,
Doch der Hase floh davon.

Dann gejagt ward das Kaninchen,


Doch es hoppelte davon.
Friedlich sieht es aus, das Tier,
Aber es ist voller Streitlust.

Salomo den Dachs verfolgte,


Klippdachs in den Felsenklüften,
Doch der Klippdachs ist geflohen,
Ward nicht mehr gesehn vom König.

Der ging nach der Antilope,


Doch die Antilope eilte,
Und wenn eilt die Antilope,
Dann kann keiner sie ereilen.

Salomo nun wollte jagen


Die Gazelle voller Anmut,
Doch sie huschte wie ein Blitz
Und schon ward sie unsichtbar.

Nun verfolgte Salomo


Ein sehr dummes Straußenweibchen,
Die nicht fliegen kann, doch rennen,
Rennt auch schneller als ein Pferd.

Salomo zu seinen Freunden


Auf der Jagd sprach diese Worte:
Heute ist wohl nicht mein Glückstag,
Heute stehen schlecht die Sterne.

Wo sind alle meine Freunde?


Alle haben mich verlassen!
Also klagte Salomo
Plötzlich in der Einsamkeit.

Meine Freunde waren da,


Als ich war erfolgreich, glücklich,
Doch als mich das Glück verlassen,
Da hat Gott mich auch verlassen!

Und nun steh ich einsam da,


Nur Frau Weisheit blieb bei mir.
Ach wie treulos meine Freunde,
Alle ähnlich Hiobs Freunden!
Und nun bin ich unbewaffnet,
Mir entfallen Pfeil und Bogen
Und das Schwert von meinem Vater,
Der den Goliath enthauptet.

Was sind Männer ohne Waffen?


Zwar ich bin der Friedefürst,
Doch versuche einmal, Knaben
Ohne Waffen zu erziehen,

Sie verwandeln jeden Stock


In ein scharfes Heldenschwert
Und sie schnitzen Pfeil und Bogen,
Für Gerechtigkeit zu streiten.

Löwen haben ihre Zähne


Und das Nashorn hat sein Horn,
Doch der Menschensohn hat nichts
Als sein Hirn und seine Waffe.

Und nun hab ich mich verirrt,


Habe selbst den Weg verloren!
Wo ist Osten, wo ist Westen,
Wo ist Süden, wo ist Norden?

Keine Sonne weist am Himmel


Mir den Weg in meine Heimat
Und kein Mond geht auf im Osten
Und ich sehe nicht den Bären.

Keine Straße ist zu sehen


Und von Menschenhand kein Schild,
Keine Bäume, abzulesen
An dem Moos die Himmelsrichtung.

Wehe, mitten in der Öde Mitte


Bin ich! Und nun bricht herein
Plötzlich tiefe Dunkelheit
Und die Finsternis der Nacht!

O du dunkle Nacht der Sinne,


O du dunkle Nacht der Seele,
O du dunkle Nacht des Glaubens,
O du dunkle Nacht des Nichts!

Nacht! Es nennen dich die Weisen


Layla! Alles ist vergeblich,
Alles Nichtigkeit, wenn Layla
Erst die Sinne dir verwirrt!

Und wo bin ich in der Nacht?


Was ist das für eine Gegend?
Eine unbekannte Gegend!
Ach, ist dies der Wald des Bösen?

Also klagte Salomo.


Und der Vater voller Mitleid
Hörte seinen Knecht im Elend
Und ihn tröstete Frau Weisheit.

Plötzlich in der dunklen Nacht


Schaute Salomo ein Weib,
War das Halluzination
Oder ein Erleuchtungsbild?

Ach, ihr Oberkörper nackt


Hatte große Wonnebrüste!
Solche Brüste hatte einst
Babels große Göttin Ishtar!

Und die schwarze Mähne wallte


Wie ein Wasserfall herab,
Reichte zu den großen Brüsten,
Reichte zu der schlanken Taille!
Und sie warf das Haupt zurück
Und mit ihrem nackten Arm
Hielt sie eine Rebentraube
Über ihren schönen Mund.

Und es lachten ihre Lippen,


Sinnlich volle, feuchte Lippen,
Und sie hatte weiße Zähne,
Eine weiße Perlenschnur.

Ihre hellen blauen Augen


Strahlten wie der Ozean
Und es ging ein Leuchten aus
Von den großen offnen Augen.

Und die schwarzen Augenbrauen


Waren feingezogne Bogen,
Zierlich wie der Wahrheit Feder
Auf der Waage des Gerichts.

Ihre Nase war sehr klein,


Wirklich eine hübsche Nase,
Zitternd ihre Nasenflügel,
Zitternd zart vor Zärtlichkeit.

Auf der Stirne war ein Lichtglanz,


So als thronte dort der Gott.
Um die weibliche Gestalt
Eine Aura der Erleuchtung,

So als wär sie übergossen


Von der Gloria der Gottheit
Oder so, als ob erschienen
Selber eine Liebesgöttin.

4
Salomo sprach zu der Frau:
Schönheit! Nenn mir deinen Namen!
Woher kommst du, wohin gehst du?
Sag mir, wo bist du geboren?

Antwort gab die schöne Frau


Nicht dem König Salomo,
Sondern fragte: Wer bist du?
Was tust du in meinem Wald?

Antwort gab der weise König:


Ich bin König Salomo,
Bin Prophet des Gottes Jahwe,
Gottgeliebter Gottesmann.

Jahwe ist mein Herr und Gott


Und er redet auch zu mir
Und ich gebe seine Worte
Weiter als geschickter Schreiber.

Und ich singe meine Lieder


Wie mein Vater, König David,
Und ich singe sie dem Herrn
Und dem kommenden Messias.

Ich bin König Israels,


König Benjamins und Judas,
Ephraim, Manasse, Josef,
Mann der Tochter Pharao.

Und ich herrsche von dem Euphrat


Bis zum gelben Vater Nil,
Ofir ist mir untertänig,
Tarsis schickt mir seine Schiffe.

Herrscher bin ich aller Tiere,


Und ich spreche über Fleiß
Mit der Ameiskönigin,
Sie erzählt mir ihre Weisheit.
Und mein Bote ist der Hudhud,
Stets verliebter Wiedehopf,
Der dereinst den Kuppler machte
Zwischen Salomo und Balkis.

Und in meinem Siegelringe


Stehen neunundneunzig Namen
Gottes, mit dem Talisman
Bin ich auch der Engel Fürst.

Nicht nur dient mir Gabriel,


Das bedeutet Gottes Kraft,
Sondern auch die Dschinn-Dämonen
Sind mir alle untertänig.

Auch der Kobold muss mir dienen,


Eule auch und Nachtgespenst,
Und wenn ich mich schlafen lege,
Willig ist die Lilith dann.

Also sagte Salomo.


Bei dem Namen Lilith aber
Lachte laut die schöne Frau
Und der große Busen bebte.

Und sie trat zu Salomo,


Stand vor ihm im roten Rock,
Rot wie eine rote Rose,
Ihre Haut so weiß wie Schnee.

Und sie zeigte ihre Schönheit,


Einer Liebesgöttin Schönheit,
Sagte: Willst du meine Milch?
Möchtest du von meinem Honig?

5
Salomo sprach zu der Frau:
Wohin gehst du? Sag die Wahrheit!
Ich beschwöre dich im Namen
Des Messias, sag die Wahrheit!

Und da sprach die schöne Frau:


Du gebietest, ich gehorche,
Also muss ich dir jetzt sagen,
Wohin ich zu gehen denke.

Ja, ich geh zu einer Frau,


Welche Kinder trägt im Schoß,
Zwillinge im Mutterleibe,
Dräng die Mutter, abzutreiben!

Denn ich möchte ihre Kinder


Fressen, ihre toten Körper
Will ich fressen und ihr Blut
Saufen, so als wär es Wein!

Ihre kleinen zarten Knochen


Möchte ich zu Staub zermalmen
Und den Staub von diesen Knochen
Will ich von der Erde lecken.

Denk dir nichts dabei, o König,


Denn ich bin es so gewohnt.
Selber war ich einmal Mutter,
Schwanger ich mit Leibesfrucht

Dreimal, aber alle meine


Kinder wurden tot geboren,
Und ich fraß die Totgeburten,
Wollte so Magie erlangen!

Du bist weise, Salomo,


Du kennst die geheimen Zahlen
Und die Namen der Dämonen,
Dir gehorchen Dschinn-Dämonen.
Gott der Herr gab dir die Weisheit.
Doch wir ordinären Weiber
Ehren nicht den Vatergott,
Wir begehren die Magie!

Oh, ich wollte die Magie


Nur beherrschen, zu bezaubern
Alle Männer, die ich wollte,
Mit geschriebnem Liebeszauber.

Ich begehrte, wahrzusagen


Aus den Sternen unser Schicksal,
Wollt der Isis Wissen haben
Vom geheimen Namen Gottes!

Darauf sagte Salomo:


Ah du Kindermörderin,
Ich verfluche deine Sünde,
Gottes Zorn ist über dir!

Leibesfrüchte abzutreiben
Und die Menschen aufzufressen!
Gottes Fluch auf Satans Werke!
Gott verabscheut diese Sünde!

Zwar die Sünder liebt der Herr,


Will, dass sie sich noch bekehren,
Doch die Sünde hasst der Herr,
Sold der Sünde ist der Tod.

Wer dem Schoß der Frauen naht,


Leibesfrüchte auszusaugen,
Leibesfrüchte auszukratzen,
Leibesfrüchte zu vergiften,
Der ist auf dem Weg zur Hölle!
Und die Hölle ist bereitet
Satanas und seinen Engeln
Und den Sklaven Satans auch!

Dir droht ewige Verdammnis,


O du Kind des Zornes Gottes,
Fluch sei deinem Satanspakt,
Allen Werken der Dämonen!

Mache du dich nicht zur Sklavin


Der Dämonen und der Hölle!
Baue nicht das Reich des Bösen,
Denn sonst trifft dich Gottes Fluch!

Also zürnte Salomo.


Doch es sprach zu ihm die Frau:
Fluche nicht, o weiser König,
Fluche du nicht deinen Feinden.

Dass ich deinen Segen mir


Auch verdiene, will ich sage,
Wie ein Mensch sich schützen kann
Vor dem Unheil, dass ich tu.

Weißt du doch von Lilith auch,


Dass man nur Drei Engel Namen
Schreiben muss auf ein Papier,
Dies als Amulett benutzen.

Gott der Herr gab dir doch Weisheit


Und du kennst der Engel Namen,
Die vor Liliths Fluch dich schütze
Und die Tochter Pharao.

Also rate meinen Namen,


Die vier Namen meines Wesens
Musst du sagen und sie schreiben
Mit dem Griffel auf Papyrus,
Wenn du unter allen meinen
Namen den geheimen weißt,
Unter welchem ich bekannt bin
Bei dem Herrn und seinen Engeln,

Sagst du den bewussten Namen,


Werde ich dich segnen müssen
Und die Tochter Pharao,
Deine Freundin Sulamith.

Da sprach König Salomo:


Wohl, ich kenne dich, du Böse,
Du hast in dir nicht die Liebe
Gottes, gehst den Weg des Irrtums.

Ja, die Engel Luzifers


Kommen oft als Lichtgestalten,
Doch sie dienen nicht dem Herrn,
Weihen sich dem bösen Feind.

Ja, ich kenne Satans Pläne,


Der die Kinder will verderben.
Gottes Arbeit ist die Schöpfung,
Satans Werk der Kindermord.

Du stehst in den Diensten Satans


Und ich kenne deine Namen,
Du bist Liliths Busenfreundin,
Beides Bräute Luzifers.

Salmas heißest du mit Namen


Und al-Hammas heißt du weiter,
Was du treibst, ist Terrorismus,
Mord an Gottes Lieblingskindern!
Umm al-Sibyan heißt du weiter,
Lässt dich Kindermutter nennen.
So auch nennt sich ja Frau Lilith,
Nennt sich gleichfalls Kindermutter.

Mörderinnen seid ihr beide,


Und könnt ihr der Kinder Körper
Nicht vernichten, so verderbt
Ihr die reinen Kinderseelen.

Ihr verderbt die Kinderseelen,


Die so rein am Anfang sind,
Bis sie euch Dämonen gleichen,
Nicht mehr in der Liebe sind!

Nicht nur in dem Nahen Osten


Fürchten Frauen Liliths Schwester,
Sondern auch im Fernen Osten
Fürchten sie die Kuntianak!

Ja, ich kenn dich, Kuntianak,


Dich, den femininen Teufel,
Die du schlägst die kleinen Kinder
Und die Männer treibst zum Selbstmord!

Du machst Männer unfruchtbar,


Und so schön ist auch dein Aussehn,
So ist finster deine Seele,
Voller Bosheit, Zank und Zorn!

Aber denke nicht, ich wüsste


Nicht den eigentlichen Namen:
Die Karina aller Frauen
Bist du und du heißt Tabia!

Als der weise Salomo


Sprach den Namen aus – KARINA
Und TABIA – da erbebte
Salomo trotz seiner Macht
Über alle die Dämonen,
Denn der feminine Teufel,
Die Karina und Tabia,
War sehr mächtig in der Welt.

Plötzlich war die Teufelin


Größer als ein Menschensohn,
Von der Rasse der Giganten,
Welche stolz den Himmel stürmten.

Berge häuften sie auf Berge


Und bekriegten so den Himmel,
Kinder sinds der Mutter Erde,
Sind gesonnen allzeit irdisch.

Die Gigantin war nun größer


Als der kluge Salomo,
Der trotz seiner Intelligenz
Wie ein kleines Kindlein schien.

Und da sprach die Teufelin:


Überwinden kann mich nicht,
Der von einer Frau geboren,
In der Erdenwelt ein Mann.

Ich bin der Triumph der Frau


Und der Großen Mutter Herrschaft,
Nichts bedeutet mir ein Mann,
Nichts ein weiser Menschensohn.

Salomo entgegnete:
Teufelin der Großen Mutter,
Geist der Katzengöttin Isis,
Zeig nur deine scharfen Krallen
Und die Zähne deiner Vulva,
Doch du musst es mir bekennen:
Wer ist mächtiger als du?
Wer kann deine Macht bezwingen?

Und da stöhnte die Dämonin:


Michael, der Drachentöter,
Michael kann mich bezwingen,
Gegen Engel bin ich machtlos.

Salomo im Herzen jauchzte:


Michael, wer ist wie Gott?
Gabriel, Gott ist die Kraft,
Raphael, Gott ist mein Arzt!

Lobpreis allen Engeln Gottes!


Siehe, hier ist Mahanajim,
Doppellager, Heereslager,
Hier der Engel Heereslager!

Cherubinen, Seraphinen,
Mächte, Throne und Gewalten,
Tugenden und Fürstentümer,
Die Erzengel, die Schutzengel!

Dieser Geist der Mutter Erde


Nicht erkannte Salomo,
Sie besaß nicht Gottes Weisheit,
War so dumm wie Straußenweibchen,

Sie erkannte nicht, wie mächtig


War der weise Salomo,
Stets begleitet von den Engeln,
Von der weißen Dame Weisheit!

Salomo sprach im Gebet:


Komm, mein Bruder, rasch zu Hilfe!
Ich bedarf der Bruderhilfe,
Denn ich bin in großer Not!

Bruder, du mein Freund und Bruder,


Hilf mir in der Welt des Hasses,
Da die Menschen sind so lieblos,
Mammon herrscht und Moloch herrscht.

O mein Bruder, Weggenosse,


Rette mich vor den Dämonen!
Ich bin einsam unter Menschen,
Habe nur der Engel Hilfe.

Komm aus deiner Ferne zu mir,


Tröste mich in meiner Not,
Auf der Erde herrscht der Hass,
Keiner will der Liebe dienen.

Michael, Sankt Michael,


Wenn ich bring das Speiseopfer,
Bitte ich Sankt Michael,
Satanas hinabzustürzen.

O mein Bruder, o mein Engel,


Ich bekenne meine Sünden,
Stürze du die Engel Satans
In die Ewigkeit der Hölle!

Ja, die Hölle, sie ist ewig,


Ist Gehenna und Scheol,
Ist bereitet für den Satan
Und die bösen Jünger Satans.

Keine Hoffnung auf Erlösung


Gibt es für die Engel Satans,
Aber von den Menschenkindern
Keiner ist bestimmt zur Hölle.
Gott will alle Seelen retten,
Und so flehe ich dich an,
Führe alle Menschenkinder
Zur Barmherzigkeit des Herrn!

Da erschien der Engelfürst,


Schön war er in seinem Glanz,
Ritt auf einem weißen Pferde,
Mit dem Schwert in seiner Hand.

Silbern war des Engels Rüstung


Und auf seinem Wappen stand:
Wer ist mächtig wie der Herr,
Wer ist mächtig wie El Shaddai?

Michael in seinem Glanz


Kam mit Heeresscharen Engeln.
Mahanajim, Mahanajim
War der Engel Doppellager.

10

Heil dir, starker Michael,


Gruß dir, guter Engel Gottes!
Du bist schön und stark und herrlich,
Also sagte Salomo.

Du bist ja der Schutz der Kinder


Israel, des Volkes Gottes,
Gott ist unsre Wehr und Waffen,
Zebaoth ist unsre Burg.

Wenn die Perser kämpfen werden


Gegen Gottes Augenstern,
Wirst du mit der Perser Engel
Siegreich kämpfen, Michael.

Und wenn die Hellenen kommen


Mit des Hellenismus Weltreich,
Wirst du mit der Griechen Engel
Siegreich kämpfen, Michael.

Ja, ich sah den Satan stürzen


Wie ein Blitz aus hohem Himmel,
Luzifer, der sich erhoben,
Gottes schöner Morgenstern,

Der nicht dienen wollte Gott


Und der Königin der Engel,
Diesen stürztest du hinab
In die Hölle, Michael.

Und die Königin der Engel


Als die Dame in der Sonne
Wird gebären den Messias,
Gottes Sklaven als ein Kind,

Doch der feuerrote Drache


Streitet gegen jene Frau,
Aber du, o Michael,
Bist der Ritter dieser Dame.

Und ich sehe in den Norden,


In das Land der Mitternacht,
Wenn Barbaren sich bekehren
Zu dem Herren Zebaoth,

Wirst du der Germanen Engel.


Und ich sehe auf der Erde
Aufgebaut der Hölle Lager
Und des Antichristen Herrschaft,

Jedem wird zuteil das Seine,


Steht geschrieben an der Hölle,
Und dass Arbeit erst den Affen
Macht zu einem freien Menschen.
Doch die Kinder Israel
Kehren jauchzend heim nach Zion
Und die Schechina-Matrone
Führt die Kinder zum Messias.

Also sagte Salomo


Zu dem Engel Michael
Und der Engel Michael
Sagte zu dem weisen König:

Lieber Freund und Bruder, sag,


Was gebietet mir mein Bruder?
Gerne will ich meines Freundes
Tiefsten Herzenswunsch erfüllen.

11

Salomo zum Engel sagte:


Lieber Bruder, bitte hilf mir,
Diesen Dämon auszutreiben,
Diese Kindermörderin!

Denn wir beten in dem Tempel


Nach Vollzug des Speiseopfers:
Michael, die bösen Geister
Stürze nieder in die Hölle!

Und der Engel lächelte:


Nur die Alten beten so,
Doch die Neuen glauben nicht,
Dass der Teufel existiert.

Aber höre, Salomo,


Dass die weibliche Dämonin
Längst schon überwunden ist
Durch den Namen des Messias.

Zwar ihr Juden wartet noch


Auf den kommenden Messias,
Doch uns Engeln ist er längst
Gegenwärtig in den Himmeln.

Denn der kommende Messias


Ist der Sohn des Allerhöchsten,
Gott von Gott und Licht vom Licht,
Eines Wesens mit dem Vater.

Und es ist der Logos Gottes


Existent vor aller Schöpfung
Und er ist der Engel Schöpfer
Und wir haben anzubeten.

Dieser Logos in dem Himmel


Zeigte mit dem Finger Gottes
Auf Karina, auszutreiben
Diese Kindermörderin,

Und es sprach der Logos Gottes


Mit gebieterischer Stimme:
Vor dem Namen Jehoschua
Sollst du weichen, böser Geist!

Salomo zum Engel sagte:


Wer ist dieser Jehoschua?
Ist es aller Engel Höchster?
Oder ists ein guter Mensch?

Michael gab diese Antwort:


Jahwe ist der wahre Gott,
Ist der Vater in dem Himmel
Und der Schöpfer aller Welten,

Jehoschua (Jahwe rettet)


Ist der Sohn des Hochgelobten,
Ist der Logos, ist der Heiland,
Ist der kommende Messias,
Jahwe nun und Jehoschua
Sind wie Sohn und Vater liebend,
Beider Liebe ist die Ruach,
Heilig, geistig, Odem Gottes!

Und Jeschua mit dem Finger


Gottes austreibt die Dämonen
Und es ist der Finger Gottes
Ruach ha-kadosch, die Geistkraft!

12

Bei dem Namen Jehoschua


Und dem rechten Finger Gottes
Wurde plötzlich die Karina
Krumm und welk wie eine Greisin.

War sie erst der Jugend Liebreiz


Mit den nackten großen Brüsten
Und dem sinnlich vollen Mund
Und der langen Lockenmähne,

Hat beim Namen des Messias


Die Karina sich verwandelt,
Es erblindeten die Augen
Und der Gaumen wurde zahnlos,

Statt der langen Lockenmähne


War das Haar nun dünn und grau,
Statt der glatten Pfirsichwange
Trug sie einen Damenbart.

Statt der voller straffen Brüste


Hatte sie nun Hängebrüste,
Statt des Nabels voller Mischwein
Trug sie nun das Fett am Bauche.

Nicht mehr hüpften ihre Beine


Wie die zierliche Gazelle,
Sondern humpelnd, sondern hinkend
Ging Karina an dem Krückstock.

Nicht mehr war ihr Hintern prächtig


Wie die Hälften eines Apfels,
Sondern auf den Steiß gefallen,
Schmerzte das verletzte Steißbein.

Aber schlimmer als das Welken


Ihres einst so schönen Leibes
War die Dunkelheit der Seele,
Vor dem Zorne Gottes zitternd,

Vor der Herrlichkeit des Engels


Michael zutiefst erschrocken,
Hatte Angst sie vor dem Tod
Und der ewigen Verdammnis.

Michael, der starke Engel


Gottes, aber fuhr gen Himmel,
Er fuhr als ein Knecht zur Mutter
Des verheißenen Messias.

Gruß dir, Mutter des Messias,


Grüßte sie der Engel, Mirjam!
Du erlöse alle Frauen
Auf der Erde von Karina!

13

Und Karina wollte gehen,


Doch der König Salomo
Packte sie an ihrem Arm
Und er zog sie mächtig an sich,

Und er sah ihr Angesicht


Und er war zutiefst erschrocken!
Nein, nicht einer Göttin Antlitz,
Dies war eines Teufels Antlitz!

Antichristlich dieser Teufel


Und auch antimarianisch,
Hier erhob sich stolz die Schlange
Gegen Jahwe, den All-Einen!

Und er sah ihr Angesicht,


Und die langen schwarzen Locken
Waren nur noch graue Strähnen,
In den Strähnen saßen Läuse.

Und die meeresblauen Augen


Oder grünen Katzenaugen
Waren rötlich unterlaufen,
Schwarzer Teufel, rote Augen!

Und die feinen Augenbrauen,


Sonst gewölbt wie eine Waage,
Beim Gericht der Wahrheit Waage,
Wie die feine Feder Maats,

Diese waren schwarz und buschig,


Augenbrauen schwarz und buschig
Aber sind im Antlitz unschön,
Schön sind einzig feine Brauen.

Und die Nase fein und zierlich,


War nun eine Hakennase,
Auf der Hakennase saß
Eine dicke Hexenwarze.

Und die Oberlippe, sonst


Zärtlich zitternd vor Empfindung,
Trug nun einen Damenbart,
Zu behaart war dieses Weib!

Aber in dem roten Mund


Glühten rötlich schwarze Kohlen,
Aus der Nase Nüstern stieg
Ein Gestank und blauer Rauch.

Und die Zunge in dem Mund,


Die so köstlich küssen konnte
Und liebkosen einen Mann
Und des Mannes Glieder lecken,

Das war eine Schlangenzunge,


Die gespaltne Schlangenzunge
Zischte zwischen ihren Lippen,
Lüstern züngelnd, Lügen lispelnd.

Und die Haut des Angesichtes


War nicht mehr wie weiße Jade,
Sondern gelb und welk und faltig,
Wie vergilbte Pergamente.

Salomo zum Dämon sagte:


O Karina und Tabia,
Ich beschwöre dich beim Namen,
Den allein der Priester kennt,

Nenne du mir deine Werke!


In dem kommenden Äon
Satans wirst du als die Göttin
Satans angebetet werden!

Doch dass sich die Frommen schützen,


Die anbeten Gott den Herrn,
Decke deine Werke auf,
Nenne deine Übeltaten.

14

Und Karina hob die Stimme


Und Tabia nun bekannte
Alle ihre Übeltaten
Vor den Ohren des Propheten:

Wenn ein Mann als Bräutigam


Sich verlobt mit seiner Braut
Und sie singen in dem Frühling,
Salomo, dein Hoheslied,

Wenn sie dann die Ehe schließen


Wie einst Adamas und Eva
Und der Mann verlässt die Mutter,
Um dem Weibe anzuhangen,

Und die beiden sich vereinen


Und sind nicht mehr zwei, sind eins,
Und wenn sie, was Gott verbunden,
Nicht als Menschen wieder scheiden,

Ist das wohlgefällig Gott.


Doch wenn Bräutigam und Braut
Hochzeit feiern, feiern Hochzeit
Die Karina und der Karin.

Ja, Karina ist mein Name,


Das bedeutet die Gefährtin,
Und der Karin ist mein Gatte,
Das bedeutet der Gefährte.

Ich, Karina, bin der Schatte


In dem Inneren der Braut
Und der Karin ist der Schatte
In dem Herz des Bräutigams.

Das gibt eine Doppelhochzeit,


Freit die Braut der Bräutigam,
Freit Karina auch der Karin,
Die Dämonin freit der Dämon.

Wenn auf Braut und Bräutigam


Ruht der Vatersegen Gottes,
Stehen Karin und Karina
Unterm Zorn des Weltenrichters.

Aber wie die Weisen sagen,


Freien nicht nur Eheleute
Und dazu auch die Dämonen,
Auch die unbewussten Seelen

Freien sich bei einer Hochzeit


Und der Animus der Frau
Freit die Anima des Mannes
In der mystischen Union.

Doch die Anti-Ehe zwischen


Der Karina und dem Karin
Drängt, die Ehe zu zerstören
Zwischen Braut und Bräutigam.

15

Wenn ich Mann und Frau betrachte,


So erzeuge ich Begierde,
Und so wird die schöne Frau
Nur des Mannes Lustobjekt.

Frauen lehr ich gerne schwatzen


Mit intimer Busenfreundin
Und dabei den Mann verlästern,
Übel stets ihm nachzureden.

Und wenn sich die beiden streiten,


Stift ich Missverständnisse,
Jeder dünkt sich frei von Schuld,
Schuldig ist allein der andre.

Und wenn sich die beiden zanken,


Dann verhindre ich das Schöne,
Dass sie vor dem Schlafengehen
Zärtlich sich versöhnen wieder.

Männer mache ich gefühlskalt


Und die Frauen mach ich wütend,
Dass die Frau mit Fäusten schlage
Wütend auf des Mannes Brustkorb.

Und ich treibe Keile zwischen


Mann und Frau, und ihre Betten
Stelle weit ich auseinander,
Lass ihn auf dem Sofa schlafen.

Frauen schenk ich stolze Herrschsucht,


Lass die Männer protestieren
Gegen ihre Matriarchin,
Die die Frauenherrschaft einführt.

Und wenn Frauen Kinder wollen,


Gebe ich den Männern ein,
Dass sie keine Kinder wollen,
Mache Männer kinderfeindlich.

Und ich flüstre ein dem Mann:


Wünsche dir nur keine Kinder,
Denn die Kinder schmieren Brei
An die weißlichen Tapeten.

Und ich bringe bei der Frau,


Weder Ja noch Nein zu sagen,
Provoziere so den Mann,
Lasse ihn cholerisch toben.

16

Wenn die Frauen in der Ehe


Leben mit den Ehemännern,
Dann erweck ich in den Frauen
Die Begier nach andern Männern.

Wo ward eine Frau gefunden,


Die zufrieden war mit einem
Mann allein, die braucht dazu
Einen zweiten Mann als Hausfreund.

Wenn der Ehemann der Frau


Ist an seiner Arbeitsstelle,
Schicke ich der Frauen Hausfreund
An den Mittagstisch der Frau.

Und ich sage zu der Frau:


Bade deinen weißen Körper,
Aber so, dass auch der Hausfreund
Einen Blick erhaschen kann.

Wenn der Ehemann der Frau


Bei der Arbeit Frauen trifft,
Mach ich diese jungen Frauen
Reizend für den Ehemann.

Und ich lass den Ehemann


Denken über seine Gattin:
Wenn ich von der Arbeit komme,
Wartet zänkisch meine Alte,

Aber diese junge Frau


Schmeichelt meiner Männlichkeit.
Ach, ein Hauskreuz ist die Ehe!
Freie Liebe nur ist himmlisch!

Schließlich wird es in dem Himmel


Keine Ehe geben, sondern
Freie Liebe mit den Mädchen,
Welche immer Jungfrau bleiben!

Also flüstre ich, Karina,


In der Eheleute Ohren,
Ich, die ewige Idee
Jeden Ehebruchs auf Erden.

Woran denn erkennen Richter,


Was da sei ein Ehebruch?
Bei den vielen Ehebrüchen
Sehn sie einzig die Idee,

Die Idee des Ehebruchs


Ist der wahre Ehebruch,
Ehebrüche auf der Erde
Sind nur unreale Schatten.

Ich bin nicht nur die Idee


Jeden Ehebruchs auf Erden,
Sondern bin auch die Idee
Jeder Scheidung einer Ehe.

Ehefrauen mach ich toll,


Dass sie in das Tollhaus kommen,
Dass die Ehemänner sagen:
Nun, ich lass mich von dir scheiden.

Ich begeistre Scheidungsrichter


Und die Winkeladvokaten.
Ich bin die Idee der Scheidung,
Denn ich hasse Liebestreue!

17

Wenn ein Mann in Männlichkeit


Hat ein starkes Mannesglied
Und in seinen Zwillingshoden
Fruchtbar reiche Mannessamen,

Blase ich, Karina, ihn


An mit meines Mundes Odem,
Dass sein Phallus werde schlaff,
Baumle zwischen seinen Beinen,

Dass er nicht errichten kann


Seines Phallus stolze Säule
Und ich blase so ihn an,
Dass der Samen nicht mehr fließt.

Die Millionen Samenzellen


In den Hoden jenes Mannes
Mach ich faul und unfruchtbar,
Keiner kann ein Ei befruchten.

Selbst wenn noch der Same fließt,


Mach ich, dass die Samenzellen
Schüchtern weichen vor dem Ei
In dem Schoß der Ehefrau,

Und die Samen drängeln sich


Von dem Ei der Frau zurück,
Keiner will das Ei befruchten,
Keiner möchte Leben zeugen.

Wenn jedoch ein Mann in Kraft


Noch den Phallus heben kann
Und sein Same auch noch fließt,
Blase ich ihn an, Karina,

Dass er nicht begatten will


Einen Mutterschoß der Frau,
Sondern dass den Samen er
Auf die Erde fallen lässt.

Nicht die Frau soll ihn erregen,


Dass sie fruchtbar schwanger werde,
Sondern seine rechte Hand
Melke Milch aus seinen Hoden.

Kennst du, weiser Salomo,


Die Geschichte von dem Mann,
Der von seiner Mutter ward
Angelogen, dass sie sprach:

Dieser Mann an meiner Seite


Ist dein Zeuger und dein Vater,
Doch der Mann war nicht sein Zeuger
Und der Mann war nicht sein Vater,

Und der falsche Vater schlug


Und verprügelte den Knaben,
Dass der Jüngling schwor: Ich werde
Nie ein Zeuger, nie ein Vater?

Weißt du, was der Jüngling tat,


Als ihm kam die Mannesreife?
Er ließ sich vom Arzt kastrieren,
War steril und unfruchtbar.

Das war mein geheimer Plan,


Dass der schändliche Kastrat
Nicht mehr zeugen Knaben kann,
Nicht Benoni, nicht Benjamin,

Dass er unfruchtbar, steril,


Dass er lebe mit der Frau
So wie der Eunuch im Harem
Mit den zweiundsiebzig Jungfraun!

18

Wenn ich einen Ehemann


Neben seiner Gattin sehe
Liegen in dem Ehebett,
In dem breiten Doppelbett,

Dann erscheine ich dem Mann


In der Nacht in einem Traum
Und ich biete mich ihm an
Als Erfüllung seiner Sehnsucht.

Denn es will der Ehemann


An dem Tage eine Hausfrau,
Welche reinigt die Gemächer,
Nachts begehrt er eine Hure.

Aber seine Gattin keusch


Seine Lustbegier verschmäht
Und die Praktiken des Sex,
Wie man sie im Süden feiert.

Dann erscheine ich als Weib


In des Ehemannes Traum,
Eine blonde Lockenmähne
Fällt auf üppig große Brüste.

Üppig große Brüste hab ich,


Aber eine schlanke Taille.
Und ich beug mich vom Gewicht
Meiner üppig großen Brüste.

Und dann tanz ich mit der Schlange,


Die ich um die Schultern lege
Und ich nehm der Schlange Haupt
In den Mund mit vollen Lippen.

Ich versuche, in dem Traum


Des Gemahles Lust zu wecken,
Dass er in dem tiefen Schlaf
Eine Erektion erfährt.

Wenn ihm dann im tiefen Schlaf


Aus dem steifen Mannesglied
Samen ausfließt, saug ich diesen
Auf mit meinem feuchten Munde.

Und ich locke den Gemahl


Mit dem Spreizen meiner Schenkel,
Dass er sich im Traum vereint
Mit der Phantasie der Wollust.

Wenn ich zwischen meinen Schenkeln


Fühle seinen Phallus, dann
Breche ich mit ihm die Ehe
In der Wollust seines Traums.

Wenn der Mann erwacht am Morgen,


Ist noch heiß sein Mannesglied
Und er muss dem Priester beichten:
Ich betrog mein Eheweib!

19

Wenn ein Mann mit einer Frau


Schlafen will, geb ich ihm ein,
Dass er keine Kinder will,
Dass er Kinder will verhüten.

Also aus dem Ochsendarm


Oder aus dem Gummi schuf ich
Einen Überzieher für
Das potente Mannesglied,

Dass der Mannessamen wird


Aufgefangen in dem Beutel
Und nicht zu dem Ei gelangt
In dem Mutterschoß der Frau.

Also lehr ich Männer streicheln


Ihre Frau mit einem Handschuh
Und ich trenne von dem Sex
Die Funktion der Fruchtbarkeit.

Oder ich belehre Frauen,


In die Vulva Schaum zu schmieren,
Der den Mannessamen tötet,
Noch bevor er zeugen konnte.

Oder ich belehre Ärzte,


Dass sie nicht die Frauen heilen
Und die Unfruchtbaren machen
Fruchtbar, wie es Gott gefällt,

Sondern dass sie Drogen geben,


Die die Fruchtbarkeit der Frau
Durch ein Gift zerstören, so
Dass die Frau wird unfruchtbar.

Oder wenn ein Ei befruchtet


Ist vom Mannessamen schon,
Gebe ich den Frauen Drogen,
Dass das Ei nicht nistet ein

In dem Eierstock der Frau,


Sondern dass die Menschenzelle
Wird vernichtet in dem Schoß
Einer ungewollten Mutter.

Denn ich hasse alle Kinder,


Denn es wird ein Kindlein sein,
Das mich einst vernichten wird,
Gottes eingebornes Kind!

20

Wird die Mutter schließlich schwanger,


Wie sie es von Gott erbeten,
Es erbettelt unter Tränen,
Als erwart sie den Messias,

Lass ich in den ersten Wochen


Oft die Frucht im Schoße sterben,
Einen Klumpen Menschenzellen,
Angetan mit einer Seele.
Wenn den Frauen das geschieht,
Sagen sie, wenn sie sehr fromm sind:
Ein Kind hab ich schon im Himmel,
Das beim Heiland auf mich wartet.

Lange sagten zwar die Priester:


Wenn ein Kind nicht eingeweiht ist
Mit dem Wasser der Besprengung,
In Vorhöllen lebt es leidlos.

Aber weil so viele Kinder


Starben in dem Mutterschoße
OhneWasser der Besprengung,
Sprach ein weiser Hohepriester:

Kinder, die im Schoße sterben


Ohne Wasser der Besprengung,
Können durch des Heilands Gnade
Kommen in den Himmel Gottes.

Wenn das Kindlein überlebte


Seine ersten Lebenswochen,
Sich entwickelt hat im Schoße,
Tret als Dämon ich zum Vater

Und ich flüstre ein dem Vater:


Sage deinem Eheweibe:
Treibe doch dein Kindlein ab,
Unterbrich die Schwangerschaft!

Und dann schicke ich die Frau


Zu dem Arzt, der einst geschworen,
Alles Leben zu bewahren,
Und nun bricht er seinen Schwur,

Und mit einem Messer kratzt


Er den Menschen aus der Mutter
Oder mit dem Schlauche saugt
Er das Leben aus dem Schoß,

Und er nimmt den kleinen Menschen


Und er wirft ihn zu dem Müll,
Nach Gehenna, wo der Müll brennt,
Gott erlöst das Kindlein trotzdem!

Alles das sind meine Werke,


Ich bin die Idee des Frevels,
Kleine Kinder abzutreiben,
Ich, die Kindermörderin!

21

Ich, Karina und Tabia,


Mache, dass die Leibesfrucht
Den Geburtskanal nicht findet,
Diesen Tunnel in das Licht.

Oder wenn die Leibesfrucht


Den Geburtskanal wohl findet,
Mach ich den Kanal so eng,
Dass sie nicht hindurch kann kommen.

Oder dies ist auch mein Werk,


Dass die Mutter zwar gebiert,
Doch gebiert ein totes Kind,
Mutter einer Todgeburt.

Dann kommt nur ein Klumpen Fleisch


Aus dem offnen Mutterschoß,
Unbeseelter Fleischeshaufen,
Nichts als Erde, Kot und Asche!

Oder wenn geboren wird


Von dem Mütterchen ein Baby,
Wickle ich die Nabelschnur
Um den Hals des Neugebornen.
Wenn die Nabelschnur das Kind
Nicht erwürgt, wie ich es plante,
Hat das Kindlein doch ein Trauma,
Und es muss als junges Kind

Neunmal wickeln um den Hals


Einen langen Schal, das ist
Dann sein Trauma, wiederholend
Seinen Schreck bei der Geburt.

Wenn das neugeborne Kind


Liegt dann an dem Mutterbusen,
Schaue ich es böse an,
Werf darauf den bösen Blick,

Denn in meinen Katzenaugen


Ist die Macht des bösen Blickes.
Ja, wenn Blicke töten könnten!
Töten kann mein böser Blick!

Höre dies von einem Mädchen,


Welches war im Mutterschoß,
Doch die Eltern ihres Vaters
Boten tausend Drachmen an,

Wenn das Kind wird abgetrieben,


Tausend Drachmen, ja zehntausend
Drachmen für den Tod des Mädchens!
Also wertvoll ist der Mensch.

Doch das Mütterchen gebar


Dieses Mädchen, gab es dann
In die Obhut seiner Oma,
Die das Mädchen Sophie nannte.

Da hab leider ich versagt,


Denn allmächtig bin ich nicht,
Meine Kraft wird oft beschränkt
Von der Hagia Sophia.

22

Also sagte die Karina


Und Tabia, die Dämonin.
Salomo, der weise König,
Hatte sie dies reden lassen.

Aber nun sprach Salomo:


Dämon, schöre bei dem Namen
Der gebenedeiten Mutter
Des Messias, Herrin Mirjam:

Schwöre, mit den Übeltaten


Und den Freveln aufzuhören
Und fortan zu fördern alle
Fruchtbarkeit in meinem Reich!

Da erzitterte Karina
Vor der Allgebenedeiten
Und so schwor es die Dämonin
Bei dem süßen Namen Mirjam:

Bei dem süßen Namen Mirjam,


Der Dämonen lässt erzittern,
Schwöre ich, Karina, alle
Kimderlein ins Licht zu lassen!

So schwor die Karina. Siehe,


Herrin Mirjam dies bewirkte,
Dass fortan Karina war
Göttin aller Fruchtbarkeit.

O Karina, Liebesgöttin,
Mach den Mannessamen stark,
Mach den Frauenschoß empfänglich,
Kinder lass geboren werden!
Und der weise Salomo
Sagte dieses Weisheitswort:
Lasst die kleinen Kinder kommen,
Deren Engel sehen Gott,

Es gehört den kleinen Kindern


Gottes Himmelsparadies,
Nur wer wie die Kinder wird,
Kann in Gottes Himmel kommen!

SALOMO

ERSTER AKT

ERSTE SZENE

(König Salomo in seiner Halle. Abenddämmerung, der Neumond im


Osten.)

SALOMO
Ich drehe meinen Ring des Salomo,
Der mir beschert die Künste der Magie.
Gott selber weihte mich in die Magie
Der Weisheit ein und die geheimen Künste.
Als König bin ich einzigartig einsam
Und habe keine Freunde in der Welt.
Mein Vater David hatte Jonathan,
Doch mir gab Gott auf Erden keinen Freund.
Doch Gott gab mir zu Freunden seine Geister
Und gab mir Macht in diesem Siegelring,
Die guten Geister Gottes zu beschwören.
Euch Throne rufe ich, ihr heißet Götter,
Euch Seraphim, der Liebe Feuerschlangen,
Euch Cherubim, der Klugheit gute Geister,
Euch Mächte, Herrschaften und Fürstentümer,
Erzengel euch und alle guten Geister,
Dich, guten Genius des Hohenpriesters,
Euch, Patriarchen und Matronen alle
Und alle Heiligen des Gottesbundes!
Desweiteren beschwör ich mit dem Ring
Euch Huris, ihr des Paradieses Frauen,
Euch Peris, ihr die Elfen der Natur,
Euch Dschinnen, ihr geheimnisvollen Geister,
Kommt, betet an den allerhöchsten Herrn!
Nun rufe ich die Instrumente Davids,
Die Harfe, die den Herrn als Hirten pries,
Das Saitenspiel, das sang das Lied der Jugend,
Die Flöte mit der Melodie der Lilien,
Die Gittith mit dem Lied der fremden Taube!
Gott gab als seiner Weisheit Gnadengabe
Mir auch die Kunst, die Vögel zu verstehen,
So rufe ich mit meinem Siegelring
Den Adler von dem Gipfel des Baschan,
Den Lämmergeier von dem Mahl des Aas,
Den Falken, Sonne der Gerechtigkeit,
Und Gottes heiligen Milan der Weisheit!
Ich ruf die Nachtigall der Rose Gottes,
Ich ruf den Sperling von der Lilienaue,
Ich ruf die Turteltaube der Astarte
Und rufe Hudhud! Hallo? Wo ist Hudhud?
CHOR DER GEISTER
Komm, Hudhud, lieber Schelm! Der König ruft!
HUDHUD
Hier bin ich, o mein Vater und mein König!

ZWEITE SZENE

SALOMO
Mein Hudhud, Liebesvogel Wiedehopf,
Du Heiliger der göttlichen Astarte,
Als ich die Vögel alle zu mir rief,
Mein Hudhud, warum bist du nicht gekommen?
HUDHUD
Ich war in weiter Ferne, denn ich flog
Umher, die ganze Erde zu beschauen.
SALOMO
Was hast du denn gesehn auf dieser Erde?
HUDHUD
Du bist berühmt bei allen Völkerstämmen!
Ich war in Persien und sprach die Dichter,
Sie nannten dich den Größten aller Dichter.
Ich war in Babylon bei den Chaldäern,
Die nannten dich den größten Magier.
Ich war in Hindostan bei Mutter Ganga,
Sie nannten dich den Ersten der Brahmanen.
Ich war in China bei den Philosophen,
Da warst du Bräutigam der Mutter Tao.
Ich war in Japan in dem Gelben Meer,
Man nannte Kaiser dich von Gottes Gnaden.
Dann war ich in Amerika und sprach
Die Indios, sie nannten dich die Schlange
Der Weisheit mit den Quetzalvogelfedern.
Dann kam ich zu den nördlichen Barbaren,
Sie nannten dich den friedlichen Druiden.
Dann war ich bei den Skythen in dem Osten,
Sie priesen dich als Bräutigam der Weisheit.
Dann war ich bei den Griechen in Athen,
Sie sprachen, du seist schlauer als Odysseus.
Ich war in Roma auf den sieben Hügeln,
Man nannte dich den wahren Pontifex.
Dann kam ich in das schwarze Afrika,
Hinab ins schwarze Abessinien,
Es herrschte dort die Königin von Saba,
Die aber hat noch nie von dir gehört!
SALOMO
Hat sie denn von dem wahren Gott gehört?
HUDHUD
Sie hob die Arme auf zur Sonne Gottes
Und betete die Sonne an als Gott
Und neigte sich und küsste Mutter Erde
Und betete die Erde an als Göttin.
SALOMO
So soll die Königin mich kennenlernen,
Dann will ich sie bekehren zu dem Herrn.

DRITTE SZENE

(Nacht, Vollmond. Die schwarze Königin von Saba betet in ihrem Tempel.)

BILKIS
O Göttin du des makellosen Mondes,
Dich will ich feiern in der dunklen Nacht!
Als junger Sichelmond am hohen Himmel
Bist du die unbefleckte Mädchengöttin,
Als Mädchengöttin in dem weißen Kleid
Hältst du die Lilie der Jungfräulichkeit.
Als runder praller Vollmond an dem Himmel
Bist du die Mutter und die Liebesgöttin,
Die Brüste quellen aus dem roten Kleid,
Als Frau liebst du der Liebe rote Rose.
Als schwarzer Neumond schließlich an dem Himmel
Bist du die greise Dame voll der Weisheit,
Im schwarzen Witwenkleid der Todestrauer
Bist du die Schicksalsspinnerin, der Tod.
Dann aber wiederum erscheint die Göttin
Als Himmelskönigin und reine Jungfrau!
So ewig sind des Mondes Perioden,
In immergleichem Wandel der Natur
Bestätigt sich die Ewigkeit des Lebens.
Nun aber, meine hohe Göttin-Herrin,
Erscheinest du als Vollmond an dem Himmel,
O pralle Göttin, prangende Granate,
Ich hör die Bienen summen in den Rosen
Und Hochzeit feiern in dem Bienenstock!
Regiert wird ja der goldne Bienenstaat
Von einer großen Bienenkönigin,
Sie wählt die Freier sich zum Hochzeitsschlaf
Und tötet ihre Freier in der Hochzeit,
Die andern aber dienen ihr als Sklaven.
Mondgöttin, ich, die Königin von Saba,
Bin Bienenkönigin von Göttin Gnaden,
Du sende einen Freier diesen Sommer,
Daß tödlich ich die Hochzeit zelebriere,
Den kleinen Liebestod des Hochzeitsschlafes!

(Hudhud flattert herein mit einem Brief in dem Schnabel.)

HUDHUD
Heil dir, o schwarze Königin von Saba!
Dies ist ein Brief von König Salomo.
BILKIS
So lies den Brief von König Salomo.
HUDHUD
Gebenedeite schwarze Königin,
Vermähle dich in Weisheit mit dem Herrn!
Besuche du den König Salomo,
Der sich der Weisheit seines Herrn vermählt!

VIERTE SZENE

(Salomo auf seinem Thron, dem Sedes Sapientiae. Vor ihm steht der
Erzengel Gabriel.)

SALOMO
Hochheilig-lieber Engel Gabriel,
Ich habe gestern in der Mitternacht
Gebeten deine Heiligkeit, den Thron
Der Königin von Saba herzubringen.
Hast du mir meinen Sehnsuchtswunsch erfüllt?
GABRIEL

(Zieht einen Vorhang zur Seite und offenbart den Thron der Königin von
Saba.)

Hier ist der goldne Thron der Königin!


SALOMO
Sie hat mir mitgeteilt, sie werde kommen,
Sie wolle prüfen, ob ich weise bin,
Sie hörte das Gerücht von meiner Weisheit
Und will nun schauen, ob es Wahrheit ist.
Ich aber prüfe auch die Königin,
Ob sie sei eine wahre Königin,
Sei wahre Königin von Gottes Gnaden.
O Engel Gottes, du bist Gottes Kraft,
Verwandle diesen Thron der Königin
In einen schlichten Stuhl von Zedernholz!
Dann will ich schauen, ob die Königin
Hellsichtig ihren Gnadenstuhl erkennt.
GABRIEL
Dein frommer Wunsch ist eins mit Gottes Willen.

(Gabriel verhüllt den Thron und zieht den Vorhang wieder ab, da steht ein
schlichter Holzstuhl.)

HEROLD

(Bläst das Widderhorn)

Es naht die benedeite Majestät


Und schwarze Königin von Gottes Gnaden,
Bilkis, die schönste Königin von Saba!
SALOMO
Willkommen, o Holdseligste der Weiber!
BILKIS
Gegrüßet seist du, König Salomo!
Als Weiser thronst du in dem Thron der Weisheit!
SALOMO
O schöne schwarze Königin von Saba,
Ich habe hier für deine Majestät
Nur diesen schlichten Stuhl von Zedernholz.

(Sie schaut den Stuhl aufmerksam prüfend an und spricht dann mit
wissendem Lächeln.)

BILKIS
Der Stuhl aus schlichtem Holz vom Zedernstamm
Ist wahrlich würdig meiner Majestät,
Denn wo die Königin von Saba thront,
Wird jeder Stuhl zum Gottesgnadenthron!
SALOMO
O wahre Königin von Gottes Gnaden!

FÜNFTE SZENE

(Salomo führt Bilkis in eine Halle, deren Boden mit Saphiren,


Aquamarinen und Lapislazuli bedeckt ist wie ein steinernes blaues Meer.)

SALOMO
O Königin Bilkis, dein Ruhm ertönt
Im ganzen Weltkreis, deiner Schönheit Ruhm,
Im Jemen preisen Menschen deine Schönheit
Und in Äthiopien die schwarzen Frauen
Lobpreisen dich als Schönste aller Frauen!
Ich glaube wohl an deine Wunderschönheit,
Doch will ich schauen deine Wunderschönheit!
Ich möchte deine schwarzen Beine schauen,
Ob sie so schön wie Flanken der Gazelle?
BILKIS
Ich weiß von weißen Frauen in dem Alter,
Die Beine gleichen dicken Marmorsäulen,
Durchzogen von Saphiren blauer Adern,
Besetzt mit Stacheln wilder Schweineborsten!
SALOMO
Doch deine Beine, schwarze Königin,
Verhüllst du mit dem langen Seidenkleid!
Du trägst ja nicht wie die Ägypterinnen
Den kurzen Rock bis auf die Oberschenkel!
Nein, keusch trägst du das lange Seidenkleid,
Sein Saum fällt auf die nackten schwarzen Füße.
BILKIS
Doch wie, o Salomo, du weiser König,
Hast du das Meer gelenkt in deine Halle?
Ich, schwarze Königin der heißen Wüste,
Sah nie das Meer, ja nicht einmal im Traum,
Nun seh ich hier ein himmelblaues Meer!
SALOMO
Tritt nur hinein und bade deine Füße!
BILKIS
Doch dass nicht naß wird dieser Seidenrock,
Heb ich den Seidenrock bis zu den Schenkeln.
SALOMO
Frau Weisheit, du gibst listenreichen Einfall,
Der einfallsreiche Dulder wird belohnt
Von deiner Gnade mit der Schau der Schönheit!
O diese Flanken der Gazelle! Jamben
Der braunen Hindin! Schwarzes Ebenholz
Und schlanke Pfeiler, schwarzem Onyx gleich!
Und wahrlich, nicht ein Haar auf ihrem Bein!
Die schwarze Königin rasiert die Beine
Mit Bimsstein! Ich bewundre deine Schenkel!

SECHSTE SZENE

(Abendmahlstafel. Salomo, Bilkis und ihre Dienerin Charmion.)

SALOMO
O schwarze wunderschöne Königin
Bilkis, ich möchte bräutlich mit dir schlafen!
BILKIS
O Salomo, ich schlafe nicht mit dir,
Du bist nur scharf, weil die Gewürze scharf sind.
SALOMO
O Charmion, du süße Dienerin,
Dann laß mich doch mit dir im Bette schlafen!
CHARMION
Ich folg in allem meiner Königin.
SALOMO
Dann greift nur tüchtig zu beim Abendmahl.
BILKIS
O Salomo, der Curry und der Pfeffer,
So scharf die Schoten von der Paprika!
SALOMO
Wenn ich mit euch nicht schlafen darf im Bett,
Dürft ihr auch nichts berühren in der Halle.
Rührt etwas ihr in meiner Halle an,
Müßt ihr mir eure Liebe bräutlich schenken.
BILKIS
Ich bin nun müde, ich will nun ins Bett.
CHARMION
Ich möchte nur noch schlafen, schlafen, schlafen!

(Bilkis und Charmion ab. Der Saal verdunkelt sich. Salomo sitzt im
Dunkel. Eine Zeit Stille. Dann erscheint Charmion im Nachthemd.)

CHARMION

(Flüsternd)

O Götter! Einen Schluck vom kühlen Wasser,


Es brennen die Gewürze mir im Mund!
BILKIS

(Erscheint im Nachthemd)

O Charmion, du hier, und du trinkst Wasser?


O Göttin, einen Schluck vom kühlen Wasser,
Der schwarze Pfeffer war so heiß und trocken!
SALOMO

(Zündet eine Kerze an.)

Bei Gott! Ihr rührtet beide etwas an,


So darf ich bräutlich mit euch beiden schlafen!
BILKIS
Was rührten wir schon an? Nur etwas Wasser!
SALOMO
Ist Wasser nicht das Alleredelste?
Wenn du gepilgert durch die heiße Wüste,
Scheint Wasser mehr dir wert zu sein als Gold!
Bilkis und Charmion, kommt in mein Bett!
Mein Gott, mein Gott, ich bin im Paradies!
ZWEITER AKT

ERSTE SZENE

(Salomo im Sedes Sapieniae, Bilkis zu seiner Rechten im Thron der


Königin des Südens.)

BILKIS
Die Zeit der Frauen ist die gute Zeit,
Das Zeichen dieser Zeiten ist die Frau.
Ich meine aber, dass in jeder Frau
Im Innern lebt verborgen eine Göttin!
Was aber sagst vom Wesen du der Frau?
SALOMO
Drei Frauen sah ich an in meinem Geist:
Frau Torheit ist ein wildes dummes Weib,
Die Fremde Frau ist schön, doch lebt in Unzucht,
Frau Weisheit ist das Ebenbild des Herrn.
BILKIS
Frau Torheit sollst du einmal mir beschreiben.
SALOMO
Ein wildes, unverständiges Geschöpf.
Sie weiß sehr wenig, doch sie schwatzt sehr viel,
Sie lädt die Kinder in die Küche ein
Und bietet ihnen an gestohlnes Fleisch,
Denn was verboten ist, das liebt sie sehr.
Die Kinder in der Küche der Frau Torheit
Sehn: Totengeister wohnen in dem Haus.
BILKIS
Ein Narr, wer da hereinfällt auf Frau Torheit,
Wen Gott liebt, den bewahrt er vor der Dirne.
Doch sag mir etwas von der Fremden Frau.
SALOMO
Sie sagt zu einem heißentflammten Manne:
Mein Ehemann ist heute nicht zu Hause,
Komm, lass uns Liebe machen, Liebe machen!
Bettdecken hab ich aus Ägyptens Stoffen,
Sind parfümiert mit der Ägypter Ölen.
Der Jüngling zwängt sich zwischen ihre Schenkel
So wie der Mörder geht zu seinem Henker.
Denn süß wie Honig sind des Weibes Lippen,
Doch nach dem Beischlaf ist sie bittre Galle.
Die Männer lauern gern vor ihrer Schwelle,
Doch ihre Schwelle ist der Hölle Schwelle.
BILKIS
Gefährlich ist das Weib mit ihren Reizen,
Man braucht die Gnade Gottes, zu entkommen!
Frau Weisheit aber sollst du mir beschreiben.
SALOMO
Frau Weisheit hat den Ursprung in dem Herrn,
Sie ist von Adel, denn sie ist von Gott,
Ist Gottes Spiegel, Gottes Ebenbild,
Ist rein und fromm und gut und lieb und heilig!
Ich habe ihre Schönheit liebgewonnen
Und will sie mir zur Ehefrau gewinnen.
Denn jener ist ein Gottgeliebter, der
Frau Weisheit sich vereint in treuer Ehe.

ZWEITE SZENE

(Die Königin von Saba in ihrem Thron, Salomo kniet vor ihr.)

SALOMO
Bilkis, wenn ich an deinen Namen denke,
Dann höre Worte ich in meinem Herzen:
Allmächtige Gebieterin und Göttin,
Geliebte, allerhöchste Majestät!
Dann reißt es mich auf meine Knie herab,
Zu beten in der Religion der Liebe.
BILKIS
Ist heute nicht der Frühlingstag der Liebe?
SALOMO
So schließe deine Augen, Königin,
Und strecke deine schlanke Hand hervor.

(Sie schließt die Augen, reicht die Hand, Salomo schmückt ihr rechtes
Handgelenk mit einem Muschelarmband.)
BILKIS
O schönes Armband! Welche schönen Muscheln!
SALOMO
Ich bat den Herrn: O Herr, am Tag der Liebe
Gib mir die schönste Blume für Bilkis,
Die sinnlichste, erotischste der Blumen,
Erotisch wie Pantoffeln der Astarte!
Der Herr erhörte mein Gebet und sandte
Zu mir den Geist der Weisheit, der mir zeigte
Dies Muschelarmband. Diese Muscheln sind
Erotisch wie Pantoffeln der Astarte.
BILKIS
So willst du mir beweisen deine Liebe?
SALOMO
Ich liebe dich allein von allen Frauen,
Ich liebe aber nicht wie ordinäre,
Ich liebe dich wie extraordinäre
Gelehrte, wie die Philosophenjünger
Von Alexandrien die Göttin Isis,
Wie Philosophenjünger von Atlantis
Atlantis’ Königin, die Jungfrau Klito,
Ich liebe dich wie Philosophenjünger
Von Palästina die Sophia Gottes!
Denn deine Schönheit ist das Ebenbild,
Die Schönheit der Sophia ist das Urbild,
Das Urbild offenbart sich in dem Abbild,
Die Philosophen aber lieben nicht
Das Bild in Sünde und in Sterblichkeit,
Sie lieben in dem Ebenbild die Gottheit,
Den Glanz der Gottheit auf dem Ebenbild!
So liebe ich die Königin von Saba
Und so die Matronita Israels
Und so allein die göttliche Sophia!

DRITTE SZENE

BILKIS
Frau Weisheit nennst du göttliche Sophia,
Ich dachte aber, du glaubst an den Herrn,
Wer ist denn diese göttliche Sophia?
SALOMO
Bevor das Universum war erschaffen,
War Gott allein in seiner Einsamkeit.
Der Herr erzeugte und gebar Sophia,
Der Herr ist nämlich abgrundtiefes Schweigen,
Sophia aber ist das Wort des Herrn.
Der Herr sieht nun Sophia, seinen Liebling,
Und wie ein Vater seinen Liebling liebt
Mit Vaterstärke und mit Vatergüte,
So liebt der Liebling auch den Ewigvater
Mit Dankbarkeit und mit Gehorsamkeit.
Die Liebe zwischen Jahwe und Frau Weisheit
Ist Geist des Herrn und Geist der Weisheit.
Und menschenfreundlich ist der Geist der Weisheit,
Vom Herrn gegossen in die Menschenherzen,
So dass die Menschenherzen voll des Geistes
Die göttliche Sophia bräutlich lieben
Und in Sophias Namen lieben Gott.
BILKIS
Doch Gott der Herr wird auch genannt der Schöpfer,
Ist denn Sophia eine Schöpferin?
SALOMO
Die Philosophen Alexandrias
Von Einer Gottheit reden, einem Schöpfer,
Sophia als die Seele aller Schöpfung
Ist Gottes Braut, die Himmelskönigin,
Gott zeugte in der göttlichen Sophia,
Da kam aus diesem Akt hervor der Geist,
Der Geist der Engel und der Menschengeister,
Der Geist begab herab sich in die Schöpfung
Und ward zum Schöpfergeist in der Natur.
So Gott der Herr ist Schöpfer aller Welt,
Sophia ist des Weltalls Schöpferin,
Der Geist ist Schöpfergeist in der Natur.
BILKIS
Drei Götter glaubst du so und bist ein Jude?
SALOMO
Ein Gott ist Gott der Herr, ein Gott allein!
BILKIS
Ist Gott der Herr, wer ist dann die Sophia?
SALOMO
Gott ist als Schöpfer zeugendes Prinzip,
Sophia ist Empfängnis, ist das Nichts.
Der Schöpfer schuf aus Nichts die ganze Welt,
Der Schöpfer schuf das Weltall aus Sophia,
Sophia ist das Urbild aller Wesen.
BILKIS
Wir Frauen aber glauben an den Stoff,
Die Ur-Materia, die Magna Mater.

VIERTE SZENE

(Nacht. Salomo allein, betend.)

SALOMO
Sophia, schon in meiner Kindheit habe
Ich deine junge Schönheit liebgehabt,
Ich habe dich gesucht in Gottes Schriften
Und bat im Tempel, dass ich dich erlange.
Bevor ich reiste in der Welt umher,
Hab deine Güte ich gesucht im Tempel.
Ich freute mich an deinen Frühlingsblüten
Und freute mich an dir wie an den Trauben,
Den prallen Trauben an dem schwangern Weinstock.
Ich dank den Meistern, die mich Weisheit lehrten,
Ich betete zu dir, die Hände faltend,
Du tatest auf die Tür, ich schaute dich,
Sah deine Schönheit makellos und rein.
Ich habe deine Schönheit liebgewonnen
Und möchte dich zur Ehefrau gewinnen.
Du bist ja eine gute Ehefrau,
Denn wenn ich Reichtum will an guten Dingen,
Du bist ja Schöpferin der guten Dinge,
Und wenn ich Wissen will, geheimes Wissen,
Du kennst ja die Geheimnisse des Herrn,
Und wenn ich Kunst will, fromme Poesie,
Und wenn ich wirken will als Architekt,
Erzkünstlerin bist du und Gottes Wort,
Du bist fürwahr des Kosmos Architektin,
Als Gottes Wort bist du die Göttin Sprache,
Und such ich Tugend, Kraft und Frömmigkeit,
Du spendest Klugheit, Keuschheit, Maß und Kraft
Und die Gerechtigkeit, die gilt vor Gott,
Du offenbarst den Glauben an den Herrn,
Du schenkst die Hoffnung auf das Paradies,
Die Gottesliebe und die Nächstenliebe
Sind dein Geschenk, du Vielgeliebte Gottes!
Die Frauenliebe sonst beschert Verdruß
Und üblen Überdruß an Weibertorheit,
Die Frauenliebe sonst beschert viel Trübsal,
Viel Kummer, Schwermut, Pein und Qual und Leiden
Und bitterliche Schmerzen in dem Herzen,
Die eheliche Liebe zu Sophia
Beschert Glückseligkeit im Geiste Gottes
Und Süßigkeit und Wonne, Lust an Gott!
Und so beschließe ich in dieser Nacht,
Dich als geheimnisvolle Ehefrau
Als Ehemann Sophias heimzuführen.
Was sagt zu dem Gebet das Wort des Herrn?

(Salomo schlägt die Schriftrolle der Propheten auf und liest:)

Ich will mich dir verloben, spricht der Herr!

FÜNFTE SZENE

(Salomo und Bilkis im Palastgarten.)

BILKIS
Ist nicht die schwarze Erde unsre Mutter?
Von Mutter Erde sind gemacht die Menschen,
Im Tod sie kehren in den Schoß der Erde,
Sie ruhen in dem Mutterschoß der Erde.
Soll ich die Erde nicht als Göttin lieben,
Die Muttergöttin mit den breiten Brüsten?
Und siehe die Erhabenheit der Bäume,
Sie streben zu dem Himmel voller Kraft,
Sie sind ja selbst Symbol der Gotteskraft,
Die Säulen, die den Himmel und die Erde
Vereinen in geheimnisvoller Hochzeit.
Soll ich die Bäume nicht als Mittler ehren,
Als Lebensgeister voll vitaler Kraft?
Ja, sie sind Geister, die ich oft umarme!
Und schau die weiße Sonne an dem Himmel!
Stammt nicht vom Kosmos alle Energie?
Die Energie der Strahlen kommt von oben,
Und Mond und Sterne in des Kosmos Ordnung
Regieren die Geschicke aller Menschen.
Die Sonne ist ein Gott der Energie!
Doch über Mutter Erde, Vater Sonne,
Und über Mond und Meer und Berg und Baum
Die Eine Gottheit waltet, Große Mutter
Ist sie, die Große Göttin der Natur!
SALOMO
Ein Dummkopf ist, wer eine Marmorgöttin
Anbetet, denn die schönste Marmorgöttin,
Die ich gesehen, hatte keine Arme.
Meinst du, man könnte an der Marmorgöttin
So schön geformten Brüsten kindlich saugen?
Schon klüger scheinen mir die Menschen, Frau,
Die in der Herrlichkeit der Erde und
Der Herrlichkeit des Himmels Götter denken.
Groß ist die Herrlichkeit der Mutter Erde
Und wundervoll die Herrlichkeit des Himmels!
Doch sollten solche klugen Menschen auch
Bedenken, wer die Herrlichkeit geschaffen!
Mein Kind, schau diese schöne Frühlingsblume,
Du siehst die Schönheit wohl mit deinen Augen,
Doch denk in deiner menschlichen Vernunft,
Daß Gott die Schönheit dieser Blume schuf.
Kann solche Schönheit wie der Rose Schönheit
Von einem Schöpfer kommen, der nicht schön wär?
Ist nicht der Schöpfer solcher Schöpfung schöner
Als alle Schönheit seiner Schöpfung? Gott
Ist Ursprung aller Schönheit, klare Quelle
Der Schönheit, alle Schönheit ist in Gott,
Die Schönheit der Bilkis und die der Rose
Hervorgehn aus der Gottheit der Urschönheit:
Jehowah ist Urgottheit der Urschönheit!

DRITTER AKT

ERSTE SZENE

(Salomo und Bilkis vor der Weinschenke. Es weht die rote Fahne der
Liebe mit dem goldenen Morgenstern.)

SALOMO

Bilkis, komm in die Schenke meiner Liebe!


Wir wollen trinken, denn berauschend ist
Die Liebe wie der Schaumwein in der Schenke!
BILKIS
Ist dies die Schenke, da du dich berauschst?
Ist dies die dunkle Höhle deiner Liebe?
SALOMO
Es ist die feuchte Grotte meiner Tränen!
Hier rauscht der Quell, der inspiriert den Dichter!
BILKIS
Ach, Schaumwein inspiriert den Dichter Gottes?
Ich dächte, inspirierend sei der Geist?
SALOMO
Der Geist verkörpert sich im Geistgetränk,
Die Wahrheit inkarniert sich in dem Wein.
Komm zu dem feuchten Sakrament der Liebe!
BILKIS
Hier darf ich saugen an den prallen Trauben,
Die baumeln an dem Rebzweig schwangern Weinstocks!
SALOMO
Wie fruchtbar ist der Weinberg meiner Liebe!
Ein Liebeslied vom Weinberg will ich singen!
Die Liebe ist die Fruchtbarkeit des Weinbergs,
Sie lässt den Weinstock seine Reben breiten
Und lässt die Reben tragen pralle Trauben
Und lässt die Trauben schwanger sein mit Blut
Und in dem roten Blute wohnt die Seele
Und in der Seele glüht die trunkne Liebe!
BILKIS
So küsse mich mit weinbenetzten Lippen!
Denn trinken will ich nicht den Wein aus Bechern,
Viel lieber leck ich ihn von deinen Lippen
Und sauge roten Wein von deinem Mund!
SALOMO
O, deine Brüste sind wie pralle Trauben,
Draus sauge ich den edlen Wein der Liebe!
Dein Becken aber gleicht dem breiten Becher
Mit Mischwein der Vereinigung in Liebe!
BILKIS
Und wie der Wein sich mischt mit meinem Blut
Und wie der Wein sich mischt mit deinem Blut,
Sind wir vereint wie Trauben an dem Weinstock
Und leben von dem Lebenssaft des Weinstocks!
SALOMO
Gott macht ein Zelt für uns in seinem Weinberg,
Da saugen wir an Gottes Mutterbrüsten
Die Milch der Liebe und den Wein der Weisheit!

ZWEITE SZENE

(Abenddämmerung. Im Garten an dem Gartenteich.)

SALOMO
O dreimal heilig, Mutter Afrikas,
Die Welt ist voll von deiner Herrlichkeit!
BILKIS
O dreimal heilig, König Israels,
Dein Ruhm erfüllt die Nachwelt aller Zeiten!
SALOMO
Lob deiner Schönheit, Königin der Nacht,
Wie groß ist meine Liebe doch zu dir!
BILKIS
Wie schön du bist, du Liebling der Astarte,
Wie heiß ist mein Verlangen doch nach dir!
SALOMO
Geliebte, meine Liebe ist gewaltig
Und ewigwährend wie die Pyramiden,
Die Liebe löschen nicht Jahrhunderte!
BILKIS
Geliebter, meine Liebe ist wie Zedern,
Ist stärke als der Elemente Götter!
SALOMO
Die Knaben kommen von der Erde Enden,
Die Labsal deiner Schönheit aufzusaugen!
BILKIS
Die Weisen kommen aus dem fernen Osten,
An deiner Weisheit Wein sich zu betrinken!
SALOMO
Die feinen Hände meiner Vielgeliebten
Sind Spenderinnen schöner Gnadengaben!
BILKIS
Und deine Feuerarme, mein Geliebter,
Umrauschen mich wie wilde Meeresbrandung
Und deine Stimme gleicht dem freien Wind!
SALOMO
Ich sah der Hathor Tempel in Ägypten,
Der Schönheit Göttin war dein Ebenbild!
BILKIS
Die Zedern, die du malst in deine Fahne,
Und die Zypressen von Elischa sind
Dein Haus, in dem du wohnst, der Tempel Gottes!
SALOMO
Wie schön ist deine Liebe, Vielgeliebte,
Wie hoffe ich auf deiner Liebeswonne
Ekstase in dem Akt der Ewigkeit!
BILKIS
Wie lieb ich deine Großmut, mein Geliebter,
Wie schön sind deine herrlichen Geschenke!
BILKIS
Geliebte, du bist wie ein Jungfraunacker,
Da blühen Keuschheits-Lilien, Liebes-Rosen
Und Königs-Zedern, Königin-Zypressen!

DRITTE SZENE

(Nacht. Gassen von Jerusalem. Salomo allein.)

SALOMO
O Nacht der Schwermut auf Jerusalem,
Schwarzafrika ist schwarz, die Nacht ist schwarz,
Mein Haar ist schwarz, mein Blut ist schwarz, und schwarz
Das Universum drückt mich schwer hernieder.
Es ist im schwarzen All ein schwarzes Loch,
Das saugt mich ein, das Loch der Traurigkeit.
Für meine Traurigkeit gibt es kein Maß
Auf Gottes Waage der Gerechtigkeit.
Wohin denn fließen all die Trauertränen,
Die ich geweint schon hab in meinem Leben?
Ob meine Trauertränen Sterne werden,
Ob meine Trauertränen Perlen werden
Im Diadem der Himmelskönigin?
Und meiner Augen ungeweinte Tränen,
Die stummen Trauertränen meines Herzens,
Wer zählt sie, sammelt sie in einen Schlauch?
Ist denn in meinem Inneren ein See,
In dem die ungeweinten Tränen warten?
Und hat das Schicksal mir vorherbestimmt,
Wieviele Tränen ich noch weinen muß?
Und darf ich schweben erst ins lichte Jenseits,
Wenn ich die Tränen alle ausgeweint?
Doch was sind denn die Tränen meiner Augen
Und meiner Augen Tau aus Salz und Wasser,
Verglichen mit den Tränen meines Herzens,
Mein Herz weint Trauertränen, die aus Blut sind,
Mein Herz ist voller Kummer, voller Trauer,
Weil niemand meine schöne Liebe will!
Ich sterbe einen Tod aus Traurigkeit,
Nur schlafen möchte ich in Ewigkeit!
Wen in der Götter Himmel soll ich rufen,
Wer hört mich in den Ordnungen der Götter?
Serapis wollt ich rufen! Ach, ein Weiser
Hat mich gelehrt, Serapis sei kein Gott,
Serapis sei der Sarah Enkelsohn,
Milchweißer Sarah Lieblingsenkel Josef,
Den einst Ägyptenland zum Gott verklärt!
Serapis-Josef, tröste Salomo,
Laß mich in deinem Becher Zukunft schauen!

(Die Morgenröte erscheint im Orient.)

Jehowah, Auferstehung von den Toten!


Ich schau die Jungfraungöttin Morgenröte,
Die Mädchengöttin makelloser Schönheit,
Die Offenbarung ewigjunger Hoffnung,
Gott in Gestalt der reinsten Mädchenschönheit!

VIERTE SZENE

(Salomo und Bilkis Hand in Hand vor dem Libanonwaldhaus, da Mutter


Bathseba wohnt, eine Dame mit grauem Haar und der würdigen Schönheit
einer frommen Greisin.)

SALOMO
Bilkis, komm mit zur Hütte meiner Mutter,
Der Mutter Segen ist der Segen Gottes.
Bilkis, weißt du auch, was ein Jude ist?
Ein Jude, das ist einer Jüdin Sohn.
Bilkis, und weißt du, was die Bibel ist?
Die Bibel ist wie eine greise Mutter,
Die ihrem Enkelkind erzählt von Gott.
Weißt du, wie ich den ersten Psalm gelernt?
Nicht David lehrte mich den ersten Psalm,
Nicht Nathan lehrte mich den ersten Psalm,
Bathseba lehrte mich den ersten Psalm!
Bilkis, weißt du, wie ich zum Dichter wurde?
Als Kind sang ich ein Lied für meine Mutter,
So wurde ich zum Liebesdichter Gottes.
Bilkis, komm mit in meiner Mutter Haus,
Denn meiner Mutter Haus ist Gottes Tempel.
BILKIS
Wird sie mich akzeptieren, wie ich bin,
Wird sie Respekt erweisen einer Schwarzen,
Wird sie die Heidentochter herzlich lieben?
SALOMO
Hab Mut, sei ohne Furcht und sei getrost,
Groß ist die Mutterliebe der Bathseba!

(Sie treten ein.)

Heil Mutter, Königin von Israel!


BATHSEBA
Mein Sohn! Wie schön zu hören deine Stimme!
Was ist dein Wunsch und was ist dein Begehr?
SALOMO
O Mutter, sieh die Königin von Saba,
Ich bitte dich von Herzen: Segne sie!
BATHSEBA
O schöne schwarze Königin von Saba,
Ich sehe mit den Augen meines Herzens,
Du hast ein gutes Herz, du liebes Kind!
BILKIS
O Mutter Salomos, so segne mich!
BATHSEBA
Der Karmel ist ein Berg der Fruchtbarkeit,
Der Karmel ist ein Berg der Prophetie,
Der Karmel ist ein Berg der Nacht der Weisheit,
Der Karmel ist ein Berg der Liebeshochzeit!
Der Gott vom Berge Karmel segne dich
Mit Gottes Segnungen von Brust und Schoß!

FÜNFTE SZENE

(Salomo und Bilkis ruhen auf einem Diwan, im Hintergrund der Eingang
zum Schlafgemach mit einem verschleierten Bett.)

SALOMO
Das Blut des Mannes, der vor Liebe brennt,
Es kocht und pocht und gischtet wie das Meer
Und in der Meeresgischt des Mannesblutes
Der Same schäumt und in dem Samen rauscht
Als Schöpferin die Ruach ha kadosch,
Die Lebens Odem ist und Wind und Geist.
BILKIS
In Afrika die Weisen von Ägypten
Schaun an den gelben Nil, den großen Vater,
Er senkt sich nieder, schafft die Fruchtbarkeit.
So sagen unsre Lehrer, dass der Samen
Entsteht in dem Gehirn des Mannes oben
Und senkt hernieder sich ins Rückenmark
Und sammelt sich im liebsten Glied des Mannes.
Im Liebesakt die Frau liegt aber oben
Und aus dem liebsten Mannesglied empfängt
Die Frau, sie wird befruchtet durch den Mund,
Lenkt dann den Saft ins weibliche Gehirn
Und lenkt den Samen nieder in den Schoß.
SALOMO
In Alexandria die Weisen sagen,
Im Schoß des Weibes ist ein Eierstock.
BILKIS
Der Uterus der Frau hat sieben Kammern,
Drei rechts, drei links und eine in der Mitte.
Kommt nun der aufgeschäumte Mannessame
Im Schoße in die erste rechte Kammer,
Gebiert die Mutter heldenhafte Männer,
Kaufleute kommen aus der zweiten Kammer,
Poeten aus der dritten Kammer, nämlich
Dort wachsen melancholische Gelehrte.
Die mittlere der Kammern aber bringt
Hervor die androgynen Zwitterwesen.
Im Schoße in der ersten linken Kammer
Gebiert die Mutter starke Königinnen,
Hausfrauen in der zweiten linken Kammer,
Hetären in der dritten linken Kammer.
Hetären sind so schön wie Aphrodite
Und taugen nicht zur Hausfrau oder Mutter,
Geeignet sind sie für des Königs Harem.
SALOMO
Du bist nun eine starke Königin,
Ich wollt du wärst mir Mutter meines Sohnes
Und bist zugleich von venusgleicher Schönheit!
Komm, laß im Bett uns zeugen einen Sohn!

VIERTER AKT

ERSTE SZENE

(Die schwarze Königin von Saba mit einem schwarzen Baby an der
nackten Brust. Salomo streichelt des Kindes Haupt.)

BILKIS
Jetzt habe ich dir einen Sohn geboren.
SALOMO
O Sohn, gehaucht von Gottes Geist dein Geist,
Von Gott geatmet deine Engelsseele
Ins Fleisch im Augenblicke deiner Schöpfung,
Gott zeugte dich, Gott ist dein wahrer Vater,
Dein Himmelsvater in der Ewigkeit!
Gott gab in deine Seele Gottes Bild,
Dein Seelenfunke stammt vom Feuer Gottes,
Als Gott dich schuf, gab Gott in deine Seele
Ein kleines Fünklein Gott, so Gott von Gott
Und Licht vom Lichte ist dein Seelenfunke,
Du bist ein einzigartiges Geschöpf
Und sollst auf Erden Gottes Antlitz spiegeln
Auf eine Art und Weise wie kein andrer.
Die Allmacht Gottes schuf dich aus dem Nichts,
Die Weisheit Gottes wohnt in deiner Seele,
Die Liebe Gottes ist dein Lebensatem!
Die Allmacht Gottes schenk dir Lebenskraft,
Die Weisheit Gottes schenke dir Vernunft,
Die Liebe Gottes schenke dir die Freude!
Aus Gott gekommen bist du, Gottes Bild,
Gott lebt in dir, das Leben deines Lebens,
Du kehrst zurück zu Gott in Ewigkeit,
Aus Gnaden Gottes Gott in Gott zu sein!
BILKIS
O Salomo, o welch ein Vatersegen!
Ich aber spende ihm den Muttersegen:
Mein süßes Baby, süßer noch als Honig,
Schau ich dich an, so blüht mein Herz als Rose!
Empfange du am Handgelenk dies Perlenkettchen,
Denn alle heißen Tränen meiner Wehen
Geworden sind zu Perlen meiner Wonne,
So sollen alle diese bunten Perlen
Das Zeichen sein für Glück und Lust und Wonne!
Und wenn das Schicksal Schmerzen dir bestimmt,
Das Schicksal gebe mir die Schmerzen alle
Und mir allein die Perlenschnur der Tränen
Und schenke dir allein die süße Wonne
Und nichts als Perlen der Glückseligkeit!
Die Gottheit schenkte mir dich liebes Kind,
Ich will mein Kind der lieben Gottheit schenken,
Der Liebe, die wie eine Mutter liebt!

ZWEITE SZENE

(Salomo im Thron empfängt den Propheten Nathan im Kamelhaarmantel.)

SALOMO
Was möchte mein Prophet von seinem König?
NATHAN
Ich möchte dir von einem Vater sagen,
Der König war im goldenen Palast
Und eine Tochter hatte. Die Prinzessin
War die Geliebteste des Vaterherzens
Und gleicher Königswürde wie der Vater.
Nun wollte dieser Vater die Prinzessin
Vermählen einem wunderschönen Jüngling
Und wollte so den schönen Jüngling adeln,
Einführen in den goldenen Palast,
Einswerden lassen mit des Vaters Tochter
Und Wohlgefallen finden bei dem Vater.
Auch die Prinzessin liebte diesen Jüngling
Und schenkte ihm verheißungsvolles Lächeln
Und lud ihn ein zu Traubenblut und Brot.
Der schöne Jüngling aber voller Wollust
Sich wandte von der herrlichen Prinzessin
Und als Verlobter der Prinzessin ging
Der wüste Sünder in das Hurenhaus
Und hurte mit den Huren, Satans Töchtern.
Was soll geschehen mit dem wüsten Jüngling?
SALOMO
Barmherzig ist der Vater in dem Himmel,
Er rufe diesen Jüngling, umzukehren,
Den Huren, Satans Töchtern, abzuschwören,
In Buße umzukehren zur Prinzessin,
Auf seinen Lippen Worte seiner Buße,
In seinen Händen Opfer seiner Liebe,
Dann bitte er um Gnade die Prinzessin!
NATHAN
Du selber bist der wunderschöne Jüngling,
Sophia ist des Vaters Eingeborne,
Die Königin von Saba ist die Hure.
SALOMO
Ah weh mir, weh mir! Doch ich lieb sie sehr!
Geworden ist sie Mutter meines Sohnes!
Mein Sohn soll König werden Israels!
NATHAN
Ein Heide auf dem Thron des Sohnes Davids?
Nun nenne ich dir deines Gottes Willen:
Schick fort die Königin und ihren Sohn!
SALOMO
Ah weh mir, Gott mein Vater in dem Himmel,
Nimm mir die schwarze Königin von Saba,
Doch lass bei mir den Sohn nach meinem Herzen!
NATHAN
Gehorche Gott als Sklave Seines Willens!
SALOMO
Geschehe Gottes Wille! Weh mir, weh mir!

DRITTE SZENE

(Salomo, Bilkis und ihr Sohn.)

SALOMO
Bilkis, ich scheide nun von deiner Schönheit,
Du wunderschöne Labsal meiner Augen,
Das Schönste, was ich jemals sah auf Erden,
Die Augenlust und Welt und Fleischeslust
Und alle Frauenschönheit muß ich lassen,
Um Gottes dunkles Angesicht zu suchen,
Das finstre Licht der Majestät der Gottheit!
Wie schwer ist es, zu scheiden von dem Fleisch,
Wie schwer, zu lassen von der süßen Lust
Des Mannes an dem Leibe der Geliebten,
Um in der Finsternis des nackten Glaubens
Zu nahn der Gottheit über alle Gottheit!
BILKIS
Ich weiß, du liebtest mich, o Salomo,
Dein Blick von trunken-glühender Begierde
Hat meinen Körper in sich aufgesogen
Und so im Innern deiner Seele immer
Wird locken dich der Reiz der Weiblichkeit
Und meine Schönheit wird in deiner Seele
Dich locken in den Pfuhl der süßen Unzucht!
Du willst dich nahen deinem Gott und Herrn?
Ich werde auferstehn in deiner Seele
Und mit Erotik deinen Geist berauschen!
Du willst als reiner Geist zur Gottheit treten?
In Wollust wirst du meinem Fleisch versklavt!
SALOMO
Wenn du auch keinen Segen für mich hast,
Ich hab doch einen Segen für den Sohn!
MENELIK
O Schlomo, Schlomo! Laß mich nicht allein!
SALOMO
Du wirst ein Kaiser über Kaiser sein,
Wirst Afrika bereiten dem Messias!
Sohn Salomos und Enkel König Davids,
Von Gottes Gnaden wirst du Kaiser sein,
Schwarzafrika dem Menschensohne weihen!
O Menelik, o Menelik, mein Liebling,
Schau, ich vertraue dir die Lade an,
Die Lade unsres Bundes mit dem Herrn!
Bewahre allzeit in Schwarzafrika
Die Bundeslade unsres Herrn und Gottes
Und deine Majestät von Gottes Gnaden
Vertraue an der Bundeslade Gottes
Und weihe Afrika der Tochter Zion!

VIERTE SZENE

(Salomo auf dem Diwan, Wein trinkend. Mädchen seines Harems singen
und tanzen Bauchtanz.)

SALOMO
Wer nicht mehr die Geliebte küssen kann,
Der küsst den Becher mit dem roten Wein!
Die Jungfrau Israel ist Gottes Weinberg,
Weingärtner ist der Ewige der Scharen,
Der Weinstock ist der heilige Messias,
Die Reben sind die Kinder des Messias,
Die Trauben sind der schönen Liebe Werke!
Was wisst ihr denn vom heiligen Messias?
Die Rabbis prophezeien den Messias,
Wenn der Messias kommt, dann strömt der Wein!
Dann in dem Friedensreiche des Messias
Die Trauben sind von solcher Größe, dass
Zwei Männer sie allein nicht tragen können!
Denkt doch an Kaleb, an den Sohn Jefunnes,
Und denkt an Josua, den Sohn des Nun,
Die Riesentrauben Kanaans getragen!
Den Kindern Israels verheißt die Gottheit
Das hochgelobte Land von Milch und Honig.
Den Gottessöhnen aber Gott verheißt
Das hochgelobte Land von Fleisch und Wein!
Ja, Fleisch begehre ich, das Fleisch, das Fleisch,
Fleisch will ich speisen, des Messias Fleisch!
Nicht Leviathans Fleisch, den großen Fisch,
Nein, speisen will ich des Messias Fleisch!
Doch trinken will ich des Messias Blut,
Das Traubenblut des trunkenen Messias!
O komm doch, dionysischer Messias,
Messias du der Tochter Israels
Und der Dionysos von Griechenland,
Komm, dionysischer Messias, komm,
Das Wasser frommer Reinigung verwandle
In Weinblut mystischer Ekstase!
Ja, trunkne Freude spendet der Messias,
Der trunkene Messias wird berauschen
Und seine wahre Religion wird Wahn sein,
Der Gotteswahn der wahren Religion,
Der Weisheit Wahn der wahren Philosophen,
Der Musenwahn der heiligen Poeten!
Dreifaltig ist der Wahn des Genius,
Der Künstler schaut im Wahn die nackte Schönheit,
Der Weise schaut im Wahn die wahre Weisheit,
Der Jünger schaut im Wahn das finstre Licht
Der überwesentlichen Übergottheit,
Der Liebe, Gottheit über alle Gottheit!

FÜNFTE SZENE

(Salomo und zwei Rabbis.)


SALOMO
Vergeblich ist das Leben auf der Erde,
Umsonst ist alles, was ich jemals trieb!
Ich baute einen Weinberg, einen Garten,
Dahin ist, was ich auf der Erde baute!
Ich liebte aller Menschensöhne Wonne,
Die Frau und einen Harem schöner Frauen,
Und alles war nur Putz und Eitelkeit!
Ich wandte mich zu Sang und Saitenspiel,
Da war nur Eitelkeit und Ruhm der Torheit!
Zur Weisheit wandt ich mich der Philosophen,
Der eine nennt die Seele reines Feuer,
Der andre nennt die Seele Tropfen Tau,
Das alles war vergebliches Studieren!
Ich suchte Weisheit, wie man eine Frau sucht,
Frau Weisheit aber blieb dem Sucher fern,
Wie unausforschlich ist der Grund der Welt
Und Gott Geheimnis der Geheimnisse!
Ach, da verdroß mich dieses Erdenleben,
Der Allerunvernünftigste bin ich,
Ein Wurm bin ich, ein Hund und eine Motte,
Bin Staub vom Staub und Asche von der Asche!
ERSTER RABBI
Du hast die melancholische Verzweiflung
Geschrieben in dem Buche Koheleth
Und deiner Weisheit ewiger Refrain
War nichts als: Alles sinnlos, alles sinnlos!
Und so vergiftest du die fromme Jugend!
Ja, sinnlos ist das Treiben auf der Erde,
Wenn nicht mehr bleibt als Leiden dieser Erde,
Dann ist das Dasein nur absurde Leere!
Doch schau das Leben an im Angesicht
Der Ewigkeit und sinnvoll wird das Ganze,
Die Tränen werden da zu Himmelsperlen,
Die Leiden werden da zum Troste Gottes!
ZWEITER RABBI
Du irrst dich, Salomo, so klug du bist,
Es ist nicht alles sinnlos auf der Erde!
Der Wein ist doch der Mutterschoß der Wahrheit,
Die inspirierenden Berauschungswonnen
Verzücken doch den Weisen schon auf Erden,
Und erst der Beutel! O mein Salomo,
Der vollgefüllte Beutel eines Mannes!
SALOMO
O Vanitas, du Eitelkeit der Welt!
O Venustas, du Herrlichkeit der Welt!

DIE KÖNIGIN VON SABA

ERSTER GESANG

Die Bücher der Gottessucher


Schildern die Korrespondenz
Zwischen König Salomo und der Königin von Saba.
Unter den vielen Charismen,
Die Gott dem Salomo schenkte,
War das Verstehen der Sprache der Vögel,
Und jede Art von Weisheit.

Er war der Herr der Menschen,


Der Genien und der Vögel.
Wenn er durch den Äther reiste
Auf seinem magischen Teppich aus grüner Seide,
Der vom Wind gewoben war
Nach des Königs Gebot,
Dann standen die Menschen zu seiner rechten Seite,
Die Geister zu seiner linken Seite
Und eine Armee von Vögeln
Flog über dem Teppich,
Um alle auf dem Teppich
Vor der Sonnenhitze zu schützen.

Eines Tages beschaute er alle seine Vögel,


Da merkte er, dass der Wiedehopf fehlte,
Und als er fragte, warum Hudhud abwesen war,
Beschloß er, Hudhud zu bestrafen,
Weil er nicht mit den andern Vögeln gekommen.
Als er seine Rede beendet,
Erschien der Wiedehopf und entschuldigte sich
Für seine Abwesenheit,
Denn er hätte Länder angeschaut,
Die den König noch nie gesehen hatten,
Und er hatte Saba gesehen,
Das regiert ward von der Königin von Saba,
Die sehr reich war
Und auf einem Thron saß,
Der von Gold und Silber gemacht
Und besetzt mit kostbaren Edelsteinen.

Die Königin und ihr Volk


Waren Anbeter der Idole
Und huldigten der Sonne.
Sie waren unter dem Einfluss Satans,
Der sie abgebracht hatte vom rechten Weg.

Darum schrieb Salomo folgenden Brief


An der Königin von Saba:
Vom Knechte Gottes, Salomo, dem Sohn Davids,
An die Königin von Saba.
Im Namen Gottes des Herrn!
Friede sei mit dem,
Der folgt der rechten Weisung!
Erhebe dich nicht gegen mich,
Streite nicht gegen mich,
Aber komm und unterwirf dich meiner Weisheit!

Salomo parfümierte diesen Brief


Mit Rosenöl
Und siegelte den Brief
Mit seinem wundertätigen Siegel,
Dann gab er Hudhud den Brief
Und sprach zu Hudhud,
Er solle den Brief nach Saba tragen
Und ihn fallen lassen im Gemach der Königin.
Dann solle Hudhud demütig warten
Auf die Antwort der Königin von Saba.

Der Wiedehopf flog los


Und überbrachte den Brief,
Er flog durch das offene Fenster
In das Privatgemach der Königin
Und ließ den Brief in ihren Ausschnitt fallen
Auf den mächtigen Busen.

Als die Königin den Brief gelesen hatte,


Rief sie ihre Weisen,
Daß sie ihr raten mögen,
Was sie nun zu tun habe.
Die Weisen sagten, sie seien Krieger und bereit,
Gegen Salomo aufzumarschieren,
Sobald die Königin dieses gebiete.
Der Brief sei aber an sie persönlich gerichtet
Und darum müsse sie selber
Die Entscheidung fällen.

Die Königin wünschte,


Eine Invasion zu vermeiden
Und all das Übel, das den Kriegen folgt,
Darum beschloß sie, Salomo Gaben zu senden
Und sie wählte dazu
Fünfhundert männliche Sklaven
Und fünfhundert weibliche Sklavinnen aus
Und fünfhundert ingots aus Gold,
Eine Krone von allerbestem Edelgestein
Und eine große Menge von Moschusparfüm,
Amberparfüm und Gewürze.

Der Wiedehopf kehrte eilig zurück


Zu König Salomo und erzählte ihm,
Was geschehen war
Und dass die Karawane
Mit den Geschenken der Königin von Saba unterwegs war.
Als die Leute aus Saba
Beim König Salomo ankamen,
Wurden sie vom König empfangen
In einem großen Hof,
Umgeben von einer Mauer aus Gold und Silber.
Salomo sprach verächtlich
Von den Gaben der Königin von Saba
Und schickte die Karawane zurück.
Er bat die Leute noch,
Ihrer Königin auszurichten,
Daß König Salomo unsichtbare Heere
Gegen die Hauptstadt von Saba schicken werde
Und dass er so Saba erobern
Und das Volk der Königin gefangen nehmen werde.

Als die Königin diese Botschaft empfing,


Beschloß sie, zu Salomo zu reisen
Und seiner Weisheit sich zu unterwerfen.
Sie schickte ihren Thron
Mit einer Armee
Nach Jerusalem.

Als sie schon auf dem Weg


Nach Jerusalem war,
Sagte Salomo zu seinen Fürsten:
Wer von euch wird den Thron
Der Königin von Saba
Zu mir bringen,
Bevor die Königin selber ankommt?

Und ein Genius,


Dessen Erscheinung schrecklich war,
Sagte: Ich bringe dir den Thron,
Bevor du deine Versammlung hier beendet hast.
Einer, der viele Bücher gelesen hatte
Und der anwesend war, meinte,
Der Genius brauche zu viel Zeit,
Den Thron zum König zu bringen,
Und er sagte: Ich bringe dir den Thron,
Bevor zu du nur einmal deine Augenlider bewegt hast
Und ebenso schnell bring ich den Thron zurück.
Einige halten diesen Belesenen für Asaf,
Den Wesir Salomos,
Andere für den Vater Elias,
Wieder andere für den Erzengel Gabriel
Oder einen andern der Erzengel.
Die meisten aber sind überzeugt,
Daß es Asaf war, denn Asaf kannte
Den Namen des HERRN.
Wie dem auch sei –
Salomo nahm das Angebot an.

Salomo hob seine Augen gen Himmel


Und schlug seine Augen nieder zur Erde
Und schon sah er
Den Thron der Königin von Saba
Vor sich stehen in seiner Halle.
Salomo veränderte nun den Thron,
Denn er wollte sehen,
Ob die Königin von Saba
Ihren eigenen Thron erkennen würde?

Als die Königin von Saba


In die Gegenwart Salomos kam,
Zeigte er auf den Thron und sagte:
Ist dein Thron wie dieser Thron?
Und sie gab zur Antwort:
Mein Thron ist in allem diesem Thron gleich.

Dann wurde die Königin eingeladen,


In den Palast zu gehen,
Den Salomo besonders für sie gebaut hatte.
Die Mauern waren aus Blöcken von weißem Glas
Und der Boden war gleichfalls aus Glas,
Über welches Wasser floß,
Und im fließenden Wasser schwammen viele Fische.
Als die Königin sich wandte,
In den Palast einzutreten,
Und als sie das Wasser sah,
Dachte sie, das Wasser wäre tief,
Da hob sie den Saum ihres Rockes,
Bevor sie das Wasser durchschritt.
Bei dieser Handlung offenbarte sie
Ihre Beine, und Salomo hatte den Beweis,
Daß ihre Beine behaart waren
Wie die Beine einer Stute.
Die Ansicht des Glases auf dem Boden
Erstaunte die Königin von Saba,
Und sie sagte: O Meister,
Ich habe ungerecht an meiner eignen Seele gehandelt!
Nun weihe ich mich,
Gemeinsam mit Salomo,
Gott dem HERRN,
Dem Schöpfer aller Kreaturen.

Einige Kommentatoren meinen,


Daß die Königin diese Worte aussprach
Als Buße für ihre Anbetung der Sonne
Und teilweise auch aus der Furcht heraus,
In dem Wasser, dass sie sah, ertränkt zu werden.

Manche sagen, dass Salomo daran dachte,


Die Königin von Saba zu heiraten,
Aber er konnte sich dazu nicht durchringen
Wegen ihrer behaarten Beine.
Die Dämonen, die allzeit Salomo auflauerten,
Entfernten die Haare von den Beinen der Königin
Durch die Benutzung eines höllischen Rasiermessers,
Aber es ist noch die Frage,
Ob Salomo sie daraufhin heiratete.

Manche sagen auch, es sei nicht klar,


Wen die Königin von Saba schließlich heiratete,
Aber vermutlich war es
Der Häuptling eines heidnischen Stammes.
ZWEITER GESANG

Wie wurde Salomo Vater


Des Menelek von Äthiopien?

Die Mutter des Menelek


War ein Mädchen vom Tigris,
Das ist die Königin von Saba.

Ihr Volk betete eine Schlange an,


Und jeder Mann hatte einmal
Seine älteste Tochter
Dieser Schlange zu opfern
Und große Mengen von Bier
Und süßer Milch.

Als die Reihe an ihre Eltern kam,


Banden sie sie an einen Baum,
Zu dem die Schlange gewöhnlich kam,
Nach Trank und Speise zu suchen.
Gleich danach kamen sieben Heilige
Und setzten sich unter den Baum
Wegen des Schattens, den der Baum gab.
Als sie da saßen, tropfte eine Träne
Von der Jungfrau über ihnen auf sie
Und als sie nach oben sahen,
Sahen sie die Jungfrau an den Baum gefesselt,
Und da fragten sie die Jungfrau,
Ob sie ein Mensch sei oder ein Engel.
Die Jungfrau sagte ihnen, dass sie ein Mensch sei
Und antwortete schon auf alle möglichen weiteren Fragen,
Indem sie erzählte,
Sie sei an diesen Baum gefesselt,
Auf dass sie zur Speise diene der Schlange.
Als die sieben Heiligen die Schlange sahen,
Zog einer von ihnen sich an seinem Bart
Und ein anderer sagte:
Die Schlange jagt mir Angst ein!
Und ein dritter schrie laut:
Lasst uns die Schlange zerreißen!
Und er schlug auf das Monster ein,
Unterstützt von seinen Kameraden,
Sie töteten die Schlange mit einem Kreuz.
Als sie die Schlange getötet hatten,
Floss Blut aus der Schlange
Und fiel auf die Füße der Jungfrau,
Und von diesem Moment an
Hatte sie die Beine einer Stute.
Die Heiligen lösten ihre Fesseln
Und schickten sie in ihr Heimatdorf.
Aber die Leute dort verjagten sie,
Denn sie dachten,
Die Jungfrau wäre vor der Schlange geflohen.
Da kletterte sie in einem Baum
Und verbrachte dort die Nacht.
Am folgenden Tag holte sie
Einige Leute aus dem Dorf
Und zeigte ihnen die tote Schlange.
Und so machten die Leute
Die Jungfrau zu ihrer Königin.

Sie wählten zu ihrem Oberoffizier


Ein Mädchen, das wie die Königin Jungfrau war.

Bald danach hörte die Königin von Saba


Von der medizinischen Weisheit
Des Königs Salomo,
Und sie plante, zu ihm zu gehen,
Daß er ihre Stutenbeine
Wieder in Frauenbeine verwandle.

Sie und ihr jungfräulicher Offizier


Frisierten sich die Haare
Nach Art der Männer
Und gürteten Schwerter um ihre Hüften
Und zogen zum Hof Salomos in Jerusalem.
Ihre Ankunft wurde dem König berichtet,
Der seinen Dienern gebot,
Den König von Abessinien
In seine Gegenwart zu bringen.
Sobald ihre deformierten Füße
Den Boden berührten
Des Königspalastes in Jerusalem,
Wurden ihre Beine wieder zu schönen Mädchenbeinen!

Salomo hatte Brot, Fleisch und Wein hereingebracht


Und setzte es den beiden Frauen vor,
Die als Männer verkleidet waren.
Aber sie aßen und tranken so wenig,
Daß Salomo vermutete,
Daß sie Frauen wären.

Als die Nacht hereinbrach,


Ließ er zwei Betten bereiten
Für seine Gäste
In seinem eignen Schlafgemach.
Er hängte in dem Raum einen Lederbeutel auf
Mit Wabenhonig darin
Und durchlöcherte den Lederbeutel,
So dass der Honigseim
In einen Becher tropfte.
Und Salomo und seine beiden Gäste gingen zu Bett.
In der Nacht hielt der König
Mit geschlossenen Augen Nachtwache,
Dann schlief er mit offenen Augen.
Die beiden Frauen erhoben sich von ihren Betten
Und wollten vom Honigseim im Becher kosten,
Aber sie sahen den König
Mit offenen Augen im Bette liegen
Und dachten, er sei wach,
Und so unterdrückten sie ihre Begierde
Nach dem Honigseim
Und blieben im Bett.
Nach einiger Zeit wachte der König auf
Und schloss seine Augen,
Und die Frauen dachten,
Er schlafe nun,
So erhoben sie sich von ihren Betten
Und begannen vom Honig zu schlecken.
So wusste Salomo, dass sie Frauen waren,
Und er legte sich zu beiden ins Bett.

Als er sie verließ,


Gab er jeder der Frauen
Einen silbernen Stab und einen goldenen Ring:
Wenn dein Kind ein Mädchen ist,
Gib ihr den Stab
Und schicke sie zu mir,
Wenn es ein Knabe ist,
Gib ihm den Ring
Und schick ihn zu mir.

Beide Frauen kehrten schwanger


In ihre Heimat zurück.
Nach neun Monden
Gebar jede der Frauen einen Sohn
Und jede Frau sagte ihrem Sohn,
Daß Salomo sein Vater sei.

Als die beiden Knaben größer geworden,


Schickten die Mütter die beiden Knaben
Nach Jerusalem.
Salomo wusste, dass sie den Anspruch stellten,
Als seine Söhne anerkannt zu sein.
Er gebot ihnen, auf ein Gespräch zu warten,
Und ließ sie drei Jahre
Auf ein Gespräch mit ihm warten.
Am Ende des dritten Jahres
Legte er seinem Freund
Die royale Robe an
Und setzte ihn in den Königsthron,
Während er sich in Lumpen hüllte
Und sich auf einen Fußschemel setzte.
Als die beiden jungen Männer
In den Thronsaal eintraten,
Streckte der Sohn der Ministerin
Seine Hand nach dem Freunde Salomos
Im Königsthron,
Denn er hielt ihn für den König.
Aber der Sohn der Königin von Saba,
Menelek war sein Name,
Stand aufrecht und verneigte sich nicht
Vor dem Freunde im Königsthron.
Er schaute in den magischen Spiegel,
Den seine Mutter ihm mitgegeben hatte,
Und er sah, dass das Aussehn
Des angeblichen Königs nicht so königlich war
Wie sein eignes, dass er nicht vor Salomo stand.
Er schaute sich um
Und sah alle Männer im Saal
Und fand keinen so königlich wie sich selber.
Schließlich fiel sein Blick auf Salomo,
Der in Lumpen auf dem Fußschemel saß,
Und er erkannte ihn sofort,
Trat zum Schemel
Und huldigte dem wahren König.
Und Salomo sprach:
Mein wahrer Sohn!
Der andere ist auch mein Sohn,
Doch er ist ein Narr!

Menelek ließ sich nieder in Jerusalem


Und assistierte Salomo in der Königsherrschaft.

Aber nach einiger Zeit merkte das Volk,


Daß Vater und Sohn sich nicht immer einig waren
In den Richtersprüchen,
Und das Volk ward unzufrieden.
Darum sagte das Volk,
Sie wollten nicht von zwei Herren regiert werden
Und dass Salomo seinen Sohn
Zurück in dessen Heimat schicken müsse.
Als Salomo dies Begehren des Volkes
Seinem Sohne mitteilte,
Sagte Menelek zu seinem Vater:
O Salomo, sage dem Volk:
Ist nicht Menelek mein wahrer Sohn?
Ich werde meinen Sohn fortschicken,
Wenn ihr eure Söhne mit ihm ziehen lasst.
Und die Leute willigten ein,
Und so zogen die Söhne
Mit dem Prinzen Menelek
Nach Abbessinien in Afrika.

Als Salomo
Die Abreise seines Sohnes vorbereitete,
Sagte er ihm,
Die Bundeslade des Erzengels Michael sei mit ihm.
Aber Menelek meinte,
Die Bundeslade Marias sei bedeutender.
Er vertauschte das Äußere der beiden Laden
Und nahm die Bundeslade Marias
Mit sich nach Abessinien.

Einige Tage später


Ward Jerusalem heimgesucht
Von einem Wirbelsturm.
Salomo gab seinen Dienern den Befehl,
Nach der Bundeslade Marias zu schauen,
Denn Salomo glaubte,
Die Bundeslade Marias allein
Könne Jerusalem jetzt noch retten.
Die Diener berichteten ihrem König,
Daß die Bundeslade Marias noch an Ort und Stelle war.
Salomo gebot den Dienern,
Die äußere Verkleidung abzunehmen,
Und so entdeckten die Diener,
Daß es die Lade Michaels war.

Salomo sandte Menelek einen Boten nach


Und forderte den Prinzen auf,
Die Bundeslade Marias zurückzugeben.
Doch Menelek behielt die Bundeslade Marias.

Menelek und seine Schar


Wanderten weiter und kamen nach Kayeh Kor.
Der Diakon, der die Bundeslade Marias trug,
Starb dort und wurde dort begraben.
Nach der Beerdigung
Wollten sie ihre Reise fortsetzen,
Aber die Bundeslade Marias
Weigerte sich, sich zu bewegen.
Menelek gebot,
Den Leichnam des Diakons auszugraben,
Und sie fanden, dass ein Finger des Diakons
Nicht begraben worden war.
Als sie nun den Leichnam
Mit dem Finger wieder begruben,
Ließ sich die Bundeslade Marias wieder bewegen.

Menelek und seine Leute zogen weiter.


Sie kamen auf direktem Wege nach Tegray
Und erreichten schließlich Akksum.
Dort fanden sie den Satan dabei,
Ein Haus zu bauen
Und gegen Gott zu streiten.
Als Menelek dem Satan sagte,
Die Bundeslade Marias sei gekommen,
Hörte Satan auf, das Haus zu bauen,
Und er riß nieder, was er bisher gebaut,
Und Satan zog von dannen.
Die Steine wurden nun von Menelek verwandt,
Eine Kirche zu bauen
Für die Bundeslade Marias.

DRITTER GESANG

Wie die Königin geboren wurde,


Steht in einem alten Manuskript.
Auch das Evangelium
Erwähnt diese Frau.
Als Jesus die Leute verdammte,
Die ihn verurteilt zur Kreuzigung,
Sagte Er: Die Königin des Südens
Wird sich erheben am Tag des Gerichts
Und wird mit ihnen disputieren
Und sie verurteilen
Und niederschlagen diese Generation,
Die nicht lauschen der Predigt Meines Wortes,
Denn die Königin des Südens
Kam vom Ende der Erde,
Zu hören die Weisheit Salomos.
Und hier ist mehr als Salomo.

Die Königin des Südens,


Von der Jesus sprach,
War die Königin von Äthiopien.
Und mit den Worten,
Daß sie vom Ende der Erde kam,
Wies Jesus auf die schwächliche Konstitution von Frauen hin
Und dass sie die lange Reise auf sich nahm
Und die brennende Sonnenhitze
Und den Hunger auf der Reise
Und den Durst nach Wasser.

Diese Königin des Südens


Hatte ein sehr schönes Antlitz
Und ihre Gestalt war superb
Und ihr Verständnis und ihre Intelligenz,
Die Gott ihr gegeben hatte,
Waren von edlem Charakter,
So dass sie nach Jerusalem reiste,
Zu hören die Weisheit Salomos,
Dies tat sie nach einer Weisung Gottes
Und so fand sie Gottes Wohlgefallen.

Desweiteren war sie ausgesprochen reich


Und Gott hatte ihr geschenkt
Herrlichkeit und Reichtümer,
Gold und Silber,
Eine glänzende Erscheinung,
Kamele und Sklaven und Händler.
Und die Händler besorgten ihre Geschäfte
Und reisten umher für ihre Königin
Zu Wasser und zu Lande,
Auch bis nach Syene in Ägypten,
Ja bis nach Indien.

VIERTER GESANG

Und die Königin sprach:


Höre, mein Volk,
Und leihe deine Ohren meinen Worten.
Ich begehre Weisheit,
Mein Herz verlangt nach Einsicht.
Ich bin geschlagen mit der Liebe zur Weisheit.
Ich bin gefesselt von den Fesseln der Erkenntnis.
Weisheit ist besser als Schätze von Gold und Silber,
Weisheit ist besser als jede Kreatur auf Erden.
Was unter der Sonne wollt ich der Weisheit vergleichen?
Sie ist süßer als Honig
Und lässt einen mehr jubeln als Wein
Und sie erleuchtet mehr als die Sonne
Und ist kostbarer als Perlen und Edelsteine.
Weisheit fettet besser als Salböl
Und sättigt besser als Speise
Und gibt mehr Ehre als Gold und Silber.
Sie ist die Quelle der Herzensfreude
Und ein helles Licht für die Augen.
Sie gibt feste Schritte den Füßen
Und ist ein Schutzschild für die Brust
Und ein Helm für das Haupt
Und ein Kettenhemd für den Rücken
Und ein Gürtel für die Lenden.
Sie lässt die Ohren hören
Und die Herzen verstehen.
Sie ist eine Lehrerin der Gelehrten
Und eine Meisterin der Klugen
Und gibt Ruhm den Ruhmbegierigen.
Ein Königreich kann ohne Weisheit nicht bestehen
Und Wohlstand lässt sich ohne Weisheit nicht bewahren
Und die Nahrung bleibt ohne Weisheit nicht in den Vorratskammern.
Ohne Weisheit sind die Reden der Zunge unerträglich.
Weisheit ist der beste Schatz.
Wer Gold und Silber aufhäuft,
Tut dies ohne Gewinn,
Wenn ihm die Weisheit mangelt,
Aber wer Weisheit aufhäuft,
Diesen Schatz kann seinem Herzen niemand entreißen.
Wegen der Bosheit der Übeltäter
Werden die gerechten Wohltäter gepriesen
Und wegen der Frevel der Narren
Werden die gütigen Weisen gepriesen.
Weisheit ist erhaben und reich.
Ich will sie lieben wie eine Mutter
Und sie soll mich liebkosen als ihr Kind.
Ich will folgen den Fußspuren der Weisheit
Und sie soll mich immer beschützen.
Ich will Weisheit suchen
Und sie soll immer bei mir sein.
Ich folge den Spuren ihrer Füße
Und sie wird mich nicht verschmähen.
Ich will mich auf sie stützen
Und sie soll mir wie eine diamantne Mauer sein.
Ich will Asyl suchen bei ihr
Und sie soll meine Kraft und Stärke sein.
Ich will in ihr frohlocken
Und sie soll mir graziöse Gnade sein.
Es ist recht, den Fußspuren der Weisheit zu folgen,
Und recht für unsre Füße, in den Pforten der Weisheit zu stehen.
Wir wollen sie suchen,
Dann werden wir sie finden.
Wir wollen sie lieben
Und sie wird uns nie verlassen.
Lasst uns ihr folgen
Und wir werden sie gewinnen.
Lasst uns um Weisheit bitten
Und wir werden sie empfangen.
Wir wollen ihr unser Herz schenken,
So dass wir sie nie vergessen.
Wenn wir an sie denken,
Denkt sie auch an uns.
In Gegenwart von Narren erinnere nicht an die Weisheit,
Denn die Narren ehren die Weisheit nicht
Und die Weisheit liebt die Narren nicht.
Die Liebe der Weisheit gilt dem weisen Mann
Und sie scheidet sich nicht von ihm.
Wenn du den weisen Mann betrachtest,
Wirst du selber weise.
Höre auf die Aussprüche seines Mundes,
Daß du weise wirst wie er.
Schau dir an, wo er geht und steht,
Und verlasse ihn nicht.
Mögest du Erbe seiner Weisheit werden!
Ich liebe es, ihm zu lauschen,
Und ich liebe ihn auch, ohne ihn zu sehen,
Und die ganze Geschichte, die ich über ihn hörte,
Weckt in mir Begierde nach ihm
Wie Durst nach frischem Wasser.

Und ihre Edlen,


Sklaven und Mädchen sprachen:
Unsre Herrin,
Die Weisheit fehlt dir nicht,
Und wegen deiner Weisheit liebst du die Weisheit.
Wenn du zu ihm gehen willst,
Wollen wir mit dir gehen,
Und wenn du dich setzt,
Setzen wir uns mit dir,
Und dein Tod soll unser Tod sein
Und unser Leben soll dein Leben sein.

Die Königin machte sich bereit für die Reise


Mit großem Pomp und Majestät
Und vielen Dingen und langen Vorbereitungen.
Denn durch den Willen Gottes
Verlangte ihr Herz,
Nach Jerusalem zu reisen,
Daß sie lausche der Weisheit Salomos.
So machte sie sich bereit.
Und siebenhundertdreiundsiebzig Kamele wurden beladen
Und unzählige Maultiere und Esel wurden beladen.
Und sie machte sich auf die Reise
Und folgte dem Weg ohne Pause
Und ihr Herz vertraute auf Gott.

FÜNFTER GESANG

Sie kam an in Jerusalem


Und brachte dem König
Viele kostbare Geschenke,
Welche er begehrte zu besitzen mit großem Verlangen.
Und er gab ihr große Ehre
Und freute sich.
Und er gab ihr eine königliche Wohnung
Nahe bei seinem Palast.
Und er schickte ihr Speise am Morgen und am Abend,
Jedesmal fünfzehn Maß weißes Mehl,
Gebacken mit Öl,
Und Gewürze und Saucen,
Und dreißig Maß von weißem Korn,
Woraus Brot gebacken wurde
Für dreihundertfünfzig Leute,
Zehn Ochsen, fünf Bullen,
Fünfzig Schafe, ungezählte Lämmer,
Und Hirsche und Gazellen,
Und eine Tonne voll Wein von sechzig Maßen,
Und dreißig Maßen alten Wein,
Und fünfundzwanzig singende Männer
Und fünfundzwanzig singende Frauen
Und Mädchen
Und Honig und Süßigkeiten,
Und manches von der Speise, die er selber aß,
Und manches von dem Wein, den er selber trank.
Und jeden Tag bekleidete er sie mit Kleidern,
Die bezauberten
Und verhexten die Augen des Mannes.
Und er besuchte sie
Und ward gesegnet,
Und sie sah seine Weisheit
Und sein gerechtes Richten
Und seinen Glanz und seine Gnade
Und hörte die Beredsamkeit seiner Zunge.
Und sie wunderte sich in ihrem Herzen
Und war erstaunt in ihrem Geist
Und sie erkannte in ihrem Verstehen
Und empfing mit ihren Augen sehr klar,
Wie bewundernswürdig er war,
Und sie staunte außerordentlich über alles,
Was sie sah und hörte,
Wie perfekt er gebaut war von Gestalt,
Wie weise er war im Verstehen,
Wie friedlich er und gnädig war,
Wie gebietend seine Erscheinung.
Und sie bemerkte,
Wie tief seine Stimme war
Und wie diskret seine Lippen sprachen
Und dass er würdevoll gebot
Und dass seine Antworten leise waren
Und voller Ehrfurcht vor Gott.
Alles dies sah sie
Und sie war erstaunt
Über den Umfang seiner Weisheit
Und da mangelte nichts
In seinen Worten und Reden,
Sondern alles, was er sprach, war perfekt.

SECHSTER GESANG
Und die Königin von Saba
Sprach zu König Salomo:
Gesegnet bist du, mein Meister,
Da solche Weisheit und Erkenntnis
Dir von Gott gegeben worden ist.
Für mich wünsche ich nur,
Daß ich die Geringste deiner Kammermädchen sein darf,
So dass ich dir die Füße waschen dürfte
Und lauschen deiner Weisheit
Und vernehmen deine Erkenntnis
Und dienen deiner Majestät
Und mich erfreuen an deiner Klugheit.
O wie sehr erfreute mich deine Antwort
Und die Süßigkeit deiner Stimme
Und die Schönheit deines Ganges
Und der Gnadenreichtum deiner Worte.
Die Süßigkeit deiner Stimme
Macht mein Herz jauchzen
Und macht das Mark in meinen Gebeinen stark
Und gibt Mut dem Herzen
Und guten Willen und Gnade den Lippen.
Ich schaue auf dich
Und sehe deine unausschöpfliche Weisheit
Und deine außerordentliche Erkenntnis,
Deine Weisheit ist wie eine Lampe in der Dunkelheit
Und wie ein Granatapfelbaum im Garten
Und wie eine Perle im Meer
Und wie die Venus unter den Sternen
Und wie der Vollmond im Nebelschleier
Und wie die glorreiche Morgenröte am Horizont.
Ich danke dem Herrn,
Der mich zu dir geführt hat
Und dich mir gezeigt
Und ließ mich deine Stimme hören.

Und König Salomo antwortete ihr und sprach:


Weisheit und Erkenntnis kommen von dir selber.
Was mich betrifft, ich besitze die Weisheit
In dem Maß, wie Gott sie mir gegeben,
Weil ich sie von ihm erbeten habe.
Und du, obwohl du nicht kennst den Gott Israels,
Hast diese Weisheit wachsen lassen in deinem Herzen
Und bist gekommen, mich zu sehen,
Mich, den Sklaven Gottes,
Und den Tempel und das Tabernakel,
Welchen ich errichtet habe
Und wo ich diene
Und bewege mich vor meiner Herrin,
Der Bundeslade
Des Gottes Israels,
Der heiligen und himmlischen Tochter Zion.
Nun, ich bin der Sklave meines Herrn,
Und ich bin nicht ein autonomer Mensch,
Ich diene nicht gemäß meinem eigenen Willen,
Sondern entsprechend dem Willen des himmlischen Vaters.
Und diese Rede entspringt nicht mir selber,
Sondern ich sage nur,
Was Gott mir zu sagen gebietet.
Was immer der Herr mir gebietet, das tu ich,
Wohin immer er mich ruft, dahin geh ich,
Worüber er mich belehrt, das versteh ich.
Ich bin nur Staub vom Staube,
Aber Gott hat mir einen Leib und eine Seele gegeben,
Und obwohl ich nur aus Wasser bestehe,
Hat Gott aus mir einen starken Mann gemacht,
Und obwohl ich nur ein ausgegossener Samentropfen bin,
Der vertrocknet wäre,
Hätte mein Vater ihn auf die Erde fallen lassen,
Hat Gott mich gemacht zu seinem Ebenbild
Und hat mich Gott selbst ähnlich gemacht.

SIEBENTER GESANG

Die Königin gewöhnte sich daran,


Zu Salomo zu gehen
Und zu lauschen seiner Weisheit
Und sie in ihrem Herzen zu bewahren.
Und Salomo ging täglich zu ihr
Und besuchte sie
Und gab ihr Antwort auf alle ihre Fragen,
Und die Königin besuchte ihn oft
Und fragte ihn alles, was sie wissen wollte,
Und er gab ihr auf alles eine Antwort.

Und als sie sechs Monate bei ihm gewohnt hatte,


Wünschte sie, in ihre Heimat zurückzukehren,
Und sie sandte eine Botschaft an Salomo:
Ich verlange sehr, bei dir zu wohnen,
Aber nun, aus Liebe zu meinem Volk,
Will ich heimkehren in meine Heimat.
Alles, was ich von dir gehört habe,
Möge Gott es fruchtbar machen in meinem Herzen
Und fruchtbar in den Herzen aller,
Die es jemals hören werden.
Denn das Ohr kann nicht satt werden
Im Lauschen auf deine Weisheit
Und das Auge wird nie satt
Im Schauen auf die Schönheit deiner Weisheit.

Und als die Königin diese Botschaft


An Salomo geschickt,
Dachte er in seinem Herzen:
Eine Frau von solcher herrlicher Schönheit
Kam zu mir vom Ende der Erde!
Was weiß ich?
Wird Gott mir Samen in ihr geben?
Nun war Salomo ein großer Frauenfreund.
Er nahm hebräische Frauen,
Ägyptische und kanaanäische Frauen,
Amoritische und moabitische Frauen,
Syrische Frauen und andere Frauen,
Von denen er gehört,
Daß sie außergewöhnlich schön wären.
So hatte er vierhundert Königinnen
Und sechshundert Konkubinen.
So hatte Gott schon zu Abraham gesagt:
Ich will deine Samen zahlreich machen
Wie die Sterne am Himmel
Und den Sand am Strande des Meeres!
Und so tat Salomo.
Also sprach Salomo:
Was weiß ich?
Wird Gott mir Söhne geben
Von allen meinen Frauen,
Werden meine Söhne
In all den heidnischen Völkern
Könige werden
Und die Götzen zertrümmern.

ACHTER GESANG

(...)

NEUNTER GESANG

Die Königin freute sich


Und machte sich zur Abfahrt bereit.
Der König begleitete sie auf ihrem Weg
Mit viel Pomp und Zeremonie.
Salomo nahm sie beiseite,
So dass sie alleine waren,
Und nahm den Ring von seinem Ringfinger
Und gab ihn der Königin
Und sagte zu ihr:
Nimm diesen Ring,
Auf dass du mich nie vergisst!
Und wenn ich einen Sohn von dir bekomme,
Soll der Ring sein Zeichen sein.
Und wenn es ein Knabe ist,
Soll er zu mir kommen.
Der Friede Gottes sei mit deinem Geiste!
Während ich mit dir schlief,
Hatte ich viele Visionen im Traum,
Und es schien, als ob eine Sonne aufging über Israel,
Aber die Sonne wanderte nach Äthiopien.
Dieses Land Äthiopien soll durch dich gesegnet werden,
Gott will das.
Bewahre alles im Herzen, was ich dir gesagt hab,
Auf dass du Gott anbetest von ganzem Herzen
Und des Vaters Willen tust.
Der Herr stürzt die Arroganten
Und zeigt Mitgefühl mit den Kleinen,
Er reißt die Throne der Stolzen um
Und bringt die Armen zu Ehren.
Tod und Leben kommen von Gott
Und Reichtum und Armut
Sind verteilt nach Gottes Willen.
Alles ist sein
Und niemand kann seinen Befehlen widerstreben
Und seinem Gericht im Himmel und auf Erden
Oder auf dem Meer oder in der Unterwelt.
Gott sei mit dir!
Geh im Frieden Gottes!

DAS TESTAMENT SALOMOS

Das Testament Salomos, des Sohnes Davids, der König in Jerusalem war,
und beherrschte und kontrollierte alle Geister der Luft, auf der Erde und
unter der Erde. Durch sie tat er all die transzendenten Werke des Tempels.
Sagend auch von den Mächten, die die Werke ausübten, gegen die
Menschen, und von dem, was diese Dämonen, die gefallene Engel sind,
zunichte macht.
Gepriesen seiest du, o Herr, Gott, der solche Macht geben hat dem Salomo.
Ehre sei dir und Macht in die Äonen. Amen.
Und siehe, als der Tempel der Stadt Jerusalem gebaut wurde, und die
Handwerker arbeiteten daselbst, Ornias der Dämon unter ihnen kam aus
Richtung Sonnenuntergang, und er nahm die Hälfte des Entgelts der Chef-
Erfinder und eines kleinen Knaben, sowie die Hälfte seiner Nahrung. Er
ließ saugte auch an dem Daumen seiner rechten Hand jeden Tag. Und das
Kind wurde schmal, obwohl er sehr vom König geliebt wurde.

So rief König Salomo den Knaben eines Tages und fragte ihn und sprach:
"Muss ich nicht dich mehr lieben als alle Handwerker, die an dem Tempel
Gottes arbeiten? Kann ich nicht dir doppelten Lohn und eine doppelte
Lieferung von Nahrungsmitteln geben? Wie kommt es, dass du von Tag zu
Tag und von Stunde zu Stunde dünner wirst?"
Aber das Kind sagte zum König: "Ich bitte dich, o König, höre, was alle
befallen hat, und was dein Kind hat. Nachdem wir alle von unserer Arbeit
an dem Tempel Gottes, nach Sonnenuntergang, freigestellt worden sind,
wenn ich liege, um mich auszuruhen, einer der bösen Dämonen kommt
und nimmt mir die Hälfte meiner Bezahlung und eine Hälfte von meinem
Essen. Dann nimmt er auch meiner rechten Hand und saugt meinen
Daumen. Und siehe, meine Seele ist unterdrückt, und so meinen Körper
wird dünner jeden Tag."
Nun, als ich, Salomo, dies hörte, trat ich in den Tempel Gottes und betete
mit meiner ganzen Seele, Tag und Nacht, dass der Dämon in meine Hände
ausgeliefert werden möchte, und dass ich vielleicht Autorität über ihn
gewinnen könne. Und es kam durch mein Gebet, dass Gnade mir vom
Herrn Zebaoth gegeben wurde durch Michael, Seinen Erzengel. Er brachte
mir einen kleinen Ring, mit einem Siegel aus einem gravierten Stein, und
sagte zu mir: "Nimm, Salomo, König, Sohn Davids, die Gabe, die Gott,
der Herr, dir gesandt hat, der Allerhöchste Zebaoth. Damit sollst du
einsperren alle Dämonen der Erde, männlich und weiblich, und mit ihrer
Hilfe sollst du bauen Jerusalem. Aber du musst tragen dieses Siegel
Gottes. Und diese Gravur des Siegels des Rings, an dich gesandt, ist ein
Pentalpha."
Und ich, Salomo, war überglücklich, und lobte und pries den Gott des
Himmels und der Erde. Und am nächsten Tag rief ich den Knaben und gab
ihm den Ring und sagte zu ihm: "Nimm dies, und in der Stunde, in der der
Dämon zu dir kommen wird, wirf diesen Ring an die Brust des Dämons
und sage zu ihm: Im Namen Gottes ruft König Salomo dich hierher. Und
dann kommst du zu mir gelaufen, ohne irgendwelche Bedenken oder Angst
in Bezug auf irgendetwas, was der Dämon sagt."

Das Kind nahm den Ring und ging und siehe, zu der üblichen Stunde kam
Ornias, der heftige Dämon, wie ein brennendes Feuer, um den Lohn von
dem Kind zu nehmen. Aber das Kind nach den Anweisungen des Königs
warf den Ring an die Brust des Dämons und sagte: "König Salomo ruft
dich hierher!" Und dann ging er raschen Laufs zum König. Aber der
Dämon schrie laut und sagte: "Kind, warum hast du das getan? Nimm den
Ring von mir, und ich werde dir das Gold der Erde schenken. Nur nimm
dies von mir, und unterlass es, mich wegzuführen zu Salomo."

Aber das Kind sagte zu dem Dämon: "So wahr der Herr, der Gott Israels,
lebt, werde ich dich nicht ertragen, also komm hierher!" Und das Kind
kam im Laufschritt, voll Jubel, zum König und sagte: "Ich habe den
Dämon gebracht, o König, wie du mich gesandt hast, befiehl nun, mein
Meister. Und siehe, er steht vor den Toren deines Palastes, schreiend und
flehend mit lauter Stimme; er bietet mir das Silber und das Gold der Erde,
wenn ich ihn nur nicht bringe zu dir."

Und als Salomo das hörte, stand er auf von seinem Thron und ging nach
draußen in den Vorraum seines Palastes, und da sah er den Dämon,
schaudernd und zitternd. Und er sprach zu ihm: "Wer bist du?" Und der
Dämon antwortete: "Ich bin gerufen Ornias."

Und Salomo sprach zu ihm: "Sag mir, o Dämon, von dem, was du bist, und
welches Sternzeichen." Und er antwortete: "Vom Wassermann. Und
diejenigen, die ersehnen die kleinen Jungfrauen auf der Erde, diese
erwürge ich. Aber im Falle, dass einer keine Neigung hat, mit einem
Mädchen zu schlafen, dann existiere ich in drei Formen. Wenn Männer in
Frauen verliebt sind, verwandle ich mich in eine anmutige Frau; und ich
nehme von den Männern in ihrem Schlaf den Samen, und spiele mit ihnen.
Dann nehme ich meine Flügel und erhebe mich zu den himmlischen
Regionen. Ich kann auch erscheinen wie ein Löwe, und ich bin von all den
Dämonen beherrscht. Ich werde beherrscht vom Erzengel Uriel, der Kraft
Gottes."

Ich, Salomo, nach Anhörung des Namens des Erzengels, betete und pries
Gott, den Herrn des Himmels und der Erde. Und ich besiegelte den Dämon
und setzte ihn ein, als Stein-Schneider zu arbeiten, so dass er die Steine im
Tempel schnitt, die liegen entlang der Küste, über das Meer von Arabien
gebracht. Aber er hatte Angst vor dem Eisen, setzte sich und sagte zu mir:
"Ich bitte dich, König Salomo, lass mich gehen, und ich werde dir alle
Dämonen bringen." Und da er nicht bereit war, für mich zu arbeiten, betete
ich und bat den Erzengel Uriel zu kommen und mir beistehen, und ich sah
sofort den Erzengel Uriel herabkommen zu mir aus den Himmeln.

Und der Engel hieß die Wale des Meeres kommen aus dem Abgrund. Und
er warf sein Los auf die Erde, und das Schicksal hat ihm unterworfen den
großen Dämon. Und er befahl dem großen Dämon Ornias, Steine für den
Tempel zu schneiden. Und dementsprechend habe ich, Salomo, den Gott
des Himmels und der Erde Schöpfer verherrlicht. Und er gebot Ornias mit
seinem Los zu kommen und gab ihm das Siegel mit den Worten: "Weg mit
dir, und bring mir hierher den Fürsten aller Dämonen."

So Ornias nahm den Finger-Ring, und ging zu Beelzebul, der die


Königsherrschaft über die Dämonen innehat. Er sagte zu ihm: "Hierher
ruft dich Salomo!" Aber Beelzebul sagte zu ihm: "Sag mir, wer ist dieser
Salomo, von dem du zu mir sprichst?" Da warf Ornias den Ring an die
Brust Beelzebuls und sagte: "Salomo, der König, ruft dich!" Aber
Beelzebul schrie mit mächtiger Stimme und schoss eine große brennende
Flamme des Feuers, und er stand auf und folgte Ornias und kam zu
Salomo.
Und als ich den Fürsten der Dämonen sah, verherrlichte ich den Herrn,
Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und ich sagte: "Selig bist
du, Herr, allmächtiger Gott, der du deinem Knecht Salomo die Sophia, den
Beistand des Weisen, gegeben, und hast mir die ganze Macht des Teufels
unterworfen."
Und ich fragte ihn und sagte: "Wer bist du?" Der Dämon antwortete: "Ich
bin Beelzebul, der Fürst der Dämonen, und all die Dämonen haben ihre
Sitze in meiner Nähe, und ich bin es, der offenbar macht die Erscheinung
eines jeden Dämons." Und er versprach, mir auszuleihen alle unreinen
Geister. Und ich verherrlichte wieder den Gott des Himmels und der Erde,
wie ich es immer tat, und dankte Ihm.

Ich fragte dann den Dämon, ob es Frauen unter ihnen gibt. Und als er mir
sagte, dass es sie gäbe, sagte ich, dass ich sie zu sehen wünschte. So
Beelzebul ging mit hoher Geschwindigkeit und brachte mir Onoskelis, die
eine sehr hübsche Form hatte und die Haut einer schwarzhaarigen Frau,
und sie schüttelte den Kopf.

Und als sie gekommen war, sagte ich zu ihr: "Sag mir, wer bist du?" Aber
sie sagte zu mir: "Ich bin gerufen Onoskelis, ich wirke als ein Geist des
Saturn, lauere auf der Erde, da gibt es eine goldene Höhle, wo ich liege.
Aber ich habe einen Ort, der sich immer verändert. Zu einer Zeit erwürge
ich Männer mit einer Schlinge, an einem anderen Tag krieche ich der
Natur in die Arme. Aber meine häufigsten Wohnplätze sind die Abgründe,
Höhlen, Schluchten. Allerdings komme ich zu den Männern in dem Schein
einer Gemahlin, und vor allem als solche von dunkler Haut. Denn die
teilen meine Sterne mit mir; da sie es sind, die heimlich oder offen
verehren meinen Stern, ohne zu wissen, dass sie sich selbst schaden, und
doch wecken sie meinen Appetit für weiteren Unfug. Denn sie möchten
Geld zu meinem Gedenken bereitstellen, aber ich liefere ein wenig denen,
die mich anbeten."

Und ich, Salomo, befragte sie über ihre Geburt, und sie antwortete: "Ich
bin von einer Stimme vorzeitig geboren worden, dem sogenannten Echo
eines Mannes in einem Wald."

Und ich sagte zu ihr: "Unter welchem Sterne tust du das?" Und sie
antwortete mir: "Unter dem Stern des Vollmonds, aus dem Grund, dass der
Mond wandert über den meisten Dingen." Dann sagte ich zu ihr: "Und was
für ein Engel ist es, der dich besiegt?" Und sie sagte zu mir: "Er, der in dir
ist der amtierende Engel." Und ich dachte, dass sie mich verspottete, und
sagte einem Soldaten, sie zu schlagen. Aber sie rief laut und sagte: "Ich bin
dir unterworfen, o König, von der Sophia Gottes dir unterstellt, und durch
den Engel Joel."

Also habe ich ihr geboten, Hanf zu Seilen für den Bau des Hauses Gottes
zu spinnen, und dementsprechend, als ich sie eingeschlossen und
gebunden, war sie so überwunden und zunichte geworden, dass sie Tag
und Nacht Hanf spinnen musste.
Und auf einmal wurde ein anderer Dämon zu mir geführt, und es näherte
sich mir sofort der Dämon Asmodeus, gebunden, und ich fragte ihn: "Wer
bist du?" Aber er schoss auf mich einen Blick von Ärger und Wut und
sagte: "Und wer bist du?" Und ich sagte zu ihm: "So wie du bist,
antwortest du mir!" Aber er, mit Wut, sagte zu mir: "Aber wie soll ich dir
antworten, denn du bist ein Sohn des Menschen, während ich einen Engel
zum Vater habe, dessen Samen von einer Tochter der Menschen geboren
wurde, so wie sonst kein Wort der himmlischen Art von der Erde geboren
wird. Darum auch ist mein Stern hell im Himmel, und die Menschen
nennen ihn den Drachen, ich bin immer in der Nähe dieses Sterns. Also
frage mich nicht viele Dinge, denn dein Reich wird nach einiger Zeit
zerstört werden, und dein Ruhm ist nur für eine kurze Saison, und es wird
deine Tyrannei über uns beendet;. dann werden wir wieder frei herrschen
über die Menschheit, so wie sie uns verehren sollen, als wären wir Götter,
nicht wissend, dass wir Menschen sind, doch setze du die Namen der
Engel über uns."
Und ich, Salomo, als ich dies hörte, band ihn fester und befahl, ihn mit
Riemen von Ochsenleder auszupeitschen, und er solle mir demütig zu
sagen, was sein Name war und was sein Geschäft. Und er antwortete mir
so: "Ich werde angerufen Asmodeus unter den Sterblichen, und mein
Geschäft ist es, gegen die Neuvermählten Intrigen zu spinnen, so dass sie
sich von einander trennen und ich sie völlig mit vielen Katastrophen
überhäufe, und ich verkümmere die Schönheit der Jungfrauen, und den
Frauen und Männern entfremde ich ihre Herzen."

Und ich sagte zu ihm: "Ist das dein einziges Unternehmen?" Und er
antwortete mir: "Ich transportiere Männer in Anfälle von Wahnsinn, wenn
sie ihre eigenen Frauen sehen, so dass sie sie verlassen, und gehen Tag und
Nacht, um andere Frauen zu beschlafen, die anderen Männern gehören,
dass sie die mit sich führen, dass sie Sünde begehen und sterben im Herbst
in mörderischen Taten."

Und ich beschwor ihn im Namen des Herrn Zebaoth und sagte: "Fürchte
Gott, Asmodeus, und sage mir, was für ein Engel dich besiegt." Aber er
sagte: "Raphael, der Erzengel, der vor dem Thron Gottes steht, aber auch
die Leber und Galle eines Fisches treibt mich in die Flucht, wenn sie über
der Asche der Tamariske geräuchert werden." Ich fragte ihn wieder und
sagte: "Verheimliche mir nichts. Denn ich bin Salomo, Sohn Davids,
König von Israel. Sag mir den Namen der Fische, die du fürchtest." Und er
antwortete: "Es ist der Glanos und wird in den Flüssen von Assyrien
gefunden, vor dessen Innereien ich fliehe."

Und ich sagte zu ihm: "Hast du nichts anderes an dir, Asmodeus?" Und er
antwortete: "Die Macht, die Gott kennt, hat mich mit den unauflöslichen
Banden des Siegels da drüben gezwungen, dass das, was ich dir gesagt
habe, wahr ist. Ich bitte dich, König Salomo, verurteile mich nicht, am
Wasser zu wandeln." Aber ich lächelte und sagte zu ihm:. "So wahr der
Herr, der Gott meiner Väter, lebt, werde ich Eisen auf dich legen, dass du
es trägst. Aber du sollst auch den Ton für den gesamten Bau des Tempels
mit deinen Füßen treten." Und ich befahl ihm, zehn Fässer Wasser zu
tragen. Und der Dämon stöhnte furchtbar, und tat die Arbeit, zu der ich ihn
bestellt. Und das tat ich, denn der heftige Dämon Asmodeus kannte sogar
die Zukunft. Und ich, Salomo, habe Gott, der die Sophia dem Salomo,
seinem Diener gab, verherrlicht. Und die Leber des Fisches und seine
Galle hing ich an die Spitze eines Schilfrohrs, und verbrannte sie über
Asmodeus wegen seiner Stärke, und seine unerträgliche Bosheit wurde
davon niedergeschlagen.

Und ich rief wieder zu mir Beelzebul, den Fürsten der Dämonen, und ich
setzte ihn auf einen erhöhten Sitz der Ehre und sagte zu ihm: "Warum bist
du allein, Fürst der Dämonen?" Und er sagte zu mir: "Weil ich allein bin
der Engel des Himmels, denn ich bin der erste Engel in dem ersten
Himmel. Und jetzt habe ich über alle diejenigen, die im Tartarus gebunden
sind, die Kontrolle, aber auch ich habe ein Kind, und er verfolgte das Rote
Meer, und zu jeder geeigneten Gelegenheit kommt er wieder zu mir, sich
zu unterwerfen; und zeigt mir, was er getan hat, und ich unterstütze ihn.“

Ich, Salomo, sprach zu ihm: "Beelzebul, was ist deine Beschäftigung?"


Und er antwortete mir: "Ich zerstöre Könige. Ich verbünde mich mit
fremden Tyrannen. Und meine eigenen Dämonen setze ich ein für die
Menschen, damit diese an sie glauben und verloren gehen, und die
auserwählten Diener Gottes, die Priester und treuen Menschen, rege ich an
zu Wünschen nach bösen Sünden und bösen Häresien und gesetzlosen
Taten, und sie gehorchen mir, und ich bringe sie ins Verderben. Und ich
inspiriere Menschen mit Neid und Wünschen nach Mord und Krieg und
Sodomie und anderen bösen Dingen. Und ich will die Welt zerstören."

Also sagte ich zu ihm: "Bring mir dein Kind, das ist, wie du sagst, in dem
Roten Meer." Aber er sagte zu mir: "Ich werde ihn dir nicht bringen. Aber
es wird zu mir kommen noch ein Dämon namens Ephippas. Ihn will ich
binden, und er wird ihn bringen aus der Tiefe zu dir." Und ich sagte zu
ihm: "Wie kommt dein Sohn in die Tiefe des Meeres, und wie ist sein
Name?" Und er antwortete mir: "Frage mich nicht, denn du kannst nicht
von mir lernen, aber er wird kommen auf deinen Befehl und will sich dir
offen kundtun."

Ich sagte zu ihm: "Sag mir, welcher Engel dich besiegt." Und er
antwortete: "Der heilige und kostbare Namen des allmächtigen Gottes, von
den Hebräern durch eine Reihe von Zahlen bezeichnet, von denen die
Summe 644 ist, und bei den Griechen ist es Immanuel. Und wenn einer
von den Römern mich beschwört durch den großen Namen der Macht
Eleeth, verschwinde ich auf einmal."

Ich, Salomo, war erstaunt, als ich das hörte, und ich befahl ihm, nach dem
thebanischen Marmor zu schauen. Und als er sah nach dem Marmor,
schrieen die anderen Dämonen mit lauter Stimme, heulend, weil ihr König
Beelzebul überwunden war.

Aber ich, Salomo, fragte ihn und sprach: "Wenn du eine Atempause
gewinnen willst, führe einen Diskurs mit mir über die Dinge im Himmel."
Und Beelzebul sagte: "Höre, o König, wenn du Gummi und Weihrauch
und Meeresfrüchte verbrennst, mit Narde und Safran, und das Licht von
sieben Lampen in einem Erdbeben leuchten lässt, wirst du dein Haus fest
begründen. Und wenn du ihnen das Licht in der Dämmerung der
steigenden Sonne zeigst, dann wirst du sehen die himmlischen Drachen,
wie sie sich winden zusammen und ziehen den Wagen der Sonne."

Und ich, Salomo, nachdem ich dies hörte, bedrohte ihn und sagte:
"Schweige von diesem Geschenk, und weiterhin sieh nach dem Marmor,
wie ich dir geboten." Und ich pries Gott, ich, Salomo, und gebot noch
mehr Dämonen, sich mir zu präsentieren. Und einer kam vor mich, der
sein Gesicht hoch oben in der Luft führte, aber der Rest des Geistes ward
weggeführt wie eine Schnecke. Und er brach durch die wenigen Soldaten,
und hob auch einen schweren Staub auf vom Boden und trug ihn nach
oben, und dann wieder schleuderte er ihn zurück zu uns, um uns zu
erschrecken, und ich fragte, was für Fragen ich fragen konnte. Und ich
stand auf und spuckte auf den Boden an dieser Stelle, und versiegelte ihn
mit dem Ring Gottes. Und alsbald ward der Staub-Wind gestoppt. Dann
fragte ich ihn: "Wer bist du, o Wind?" Da schüttelte er noch einmal den
Staub ab und antwortete mir: "Was willst du wissen, König Salomo?" Ich
antwortete ihm: "Sag mir, wozu du berufen bist, und ich würde gern dir
eine Frage stellen. Aber so weit danke ich Gott, der mich gut beraten hat,
deine bösen Pläne zu durchschauen."

Aber der Dämon antwortete mir: "Ich bin der Geist der Asche." Und ich
sagte zu ihm: "Was ist dein Streben?" Und er sagte: "Ich bringe Dunkelheit
über die Menschen, und setze in Brand die Felder, und ich mache Gehöfte
zunichte Aber am meisten beschäftigt bin ich im Sommer, wenn ich eine
Chance bekomme, in die Ecken der Wand zu kriechen, Nacht und Tag.
Denn ich bin ein Nachkomme des großen Einen und nicht weniger."
Dementsprechend sagte ich zu ihm: "Unter welchem Sterne stehst du?"
Und er antwortete: "Unter der Spitze des Mondes Horn, wenn es im Süden
gefunden wird. Es ist mein Stern. Denn mir ist geboten, die Zuckungen des
Eremiten-Fiebers zu verursachen, und das ist es, warum viele Männer, die
beten, das Eremiten-Fieber bekommen, und durch diese drei Namen:
Bultala, Thallal und Melchal werde ich sie heilen." Und ich sagte zu ihm:
"Ich bin Salomo, und wenn du nun heilen willst, durch wessen Hilfe tust
du es dann?" Aber er sagte zu mir: "Durch den Engel, von dem auch am
dritten Tag das Fieber eingelullt wird, um sich auszuruhen." Also fragte ich
ihn und sagte: "Und welchen Namen hat der Engel?" Und er antwortete:
"Das ist der Erzengel Azael." Und ich rief den Erzengel Azael und setzte
ein Siegel auf den Dämon und befahl ihm, große Steine zu tragen und sie
zu werfen zu den Arbeitern auf den höheren Teilen des Tempels. Und,
gezwungen, begann der Dämon zu tun, was ihm befohlen war.

Und ich pries Gott von neuem, der gab mir diese Autorität, und bestellte
noch einen Dämon vor mich. Und es kamen sieben Geister, Frauen,
gebunden und miteinander verwoben, wild im Aussehen und reizend. Und
ich, Salomo, als ich sie sah, fragte sie und sagte: "Wer seid ihr?" Aber sie,
einmütig, sagten mit Einer Stimme: "Wir sind von den dreiunddreißig
Elementen des kosmischen Herrschers der Finsternis." Und die erste sagte:
"Ich bin die Unfruchtbarkeit." Die zweite sprach: "Ich bin der Zank." Die
dritte sprach: "Ich bin Klothod, das ist der Krieg." Die vierte sprach: "Ich
bin die Eifersucht." Die fünfte sprach: "Ich bin die Kraft." Die sechste
sprach: "Ich bin die Sünde." Die siebente sprach: "Ich bin die schlimmste
von allen, und unsere Sterne sind im Himmel sieben Sterne in
bescheidenem Glanz, und sind alle zusammen, und wir werden angerufen
wie Göttinnen. Wir ändern unseren Platz und bleiben alle zusammen, und
gemeinsam werden wir leben, manchmal in Lydien, manchmal auf dem
Olymp, manchmal auf einem großen Berg."

Also habe ich, Salomo, sie eine nach der anderen befragt, beginnend mit
der ersten, bis hinunter zur siebenten. Die erste sagte: "Ich bin die
Unfruchtbarkeit, ich betrüge und webe Schlingen hier und da, ich
begeistere für Häresien. Aber ich habe einen Engel, der mich besiegt, das
ist Lamechalal."
Ebenso auch die zweite sagte: "Ich bin der Zank, Streit und Hader bringe
ich, Hölzer, Steine, Pfeile, meine Waffen auf der Stelle. Aber ich habe
einen Engel, der mich besiegt, das ist Baruchiachel."
Ebenso auch die dritte sagte: "Ich bin Klothod genannt, das ist der Krieg,
und ich führe die Tapferen in die Zerstreuung und lasse in Konflikt geraten
den einen mit dem anderen. Und warum sage ich so viel, dass ich einen
Engel habe, der mich besiegt? Es ist Marmarath."

Ebenso auch die vierte sagte: "Ich lasse die Männer ihre Nüchternheit und
Mäßigung vergessen, ich teile sie in Parteien, denn Streit folgt mir Hand in
Hand. Ich reiße den Ehemann aus seinem Bett, und Kinder von Eltern, und
Brüder von Brüdern. Aber warum sage ich so viel? Ich habe einen Engel,
der mich besiegt, das ist der große Balthial."

Ebenso auch die fünfte sagte: "Ich bin Energie durch Kraft, die ich erhebe
Tyrannen und reiße Könige nieder. Allen Rebellen liefere ich Energie. Ich
habe einen Engel, der mich besiegt, das ist Asteraoth."

Ebenso auch die sechste sagte: "Ich bin Sünde, o König Salomo. Und ich
will dich irren lassen, wie ich dich schon irren ließ, als ich dich getrieben,
zu töten deinen eigenen Bruder. Ich werde dich in die Irre führen, so dass
du in Gräbern graben wirst; und werde dir beibringen, zu graben, und ich
führe fehlgeleitete Seelen weg von aller Frömmigkeit, und viele andere
böse Züge sind in mir. Aber ich habe einen Engel, der mich besiegt, das ist
Uriel."

Ebenso auch die siebte sagte: "Ich bin die schlechteste, und ich mache dich
schlechter als du warst, weil ich die Bande der Aphrodite über dich
verhängen werde! Aber die Heuschrecke wird mich befreien, denn es ist
dein Schicksal, dass du sollst erreichen meine Begierde. Denn wenn man
klug wäre, würde man nicht richten seine Schritte auf mich."

(Fragment)

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