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Integrationstheorie

3. Übungsblatt

Fachbereich Mathematik SoSe 2018


apl. Prof. Dr. Robert Haller-Dintelmann 25./26. April 2018
Dr. Martin Saal, Dr. Patrick Tolksdorf

Gruppenübung

Aufgabe G8 (Stetigkeit von Maßen)


a) Sei (X , A ) ein messbarer Raum und µ : A → [0, ∞] eine additive Abbildung mit µ(;) = 0. Beweise:
(i) µ ist stetig von unten (d.h., die Eigenschaft aus Lemma 1.24(c) ist erfüllt) ⇒ µ ist σ-additiv.
(ii) µ ist stetig von oben (d.h., die Eigenschaft aus Lemma 1.24(d) ist erfüllt) und µ(X ) < ∞ ⇒ µ ist σ-additiv.
b) Sei (X , A , µ) ein Maßraum. Für eine Folge von Mengen (An )n ⊂ P(X ) definieren wir den Limes superior als
∞ [
\ ∞
limsupn→∞ An := Am = {x ∈ X |x ∈ An für unendliche viele n ∈ N }.
n=1 m=n

Zeige, dass für (An )n ⊂ A gilt:



X 
µ(An ) < ∞ =⇒ µ limsupn→∞ An = 0.
n=1

Aufgabe G9 (Eigenschaften des Integrals)


Seien (X , A , µ) ein Maßraum und f : X → R messbar mit f ≥ 0 oder f ∈ L 1 (µ). Zeige:
(a) Sind A, B ∈ A disjunkt, so gilt
Z Z Z
f dµ = f dµ + f dµ.
A∪B A B
S∞
(b) Ist (An )n ⊂ A mit Ai ∩ A j = ; für i 6= j und A = n=1 An , so gilt
Z ∞ Z
X
f dµ = f dµ.
A n=1 An

S∞
(c) Ist (An )n ⊂ A monoton wachsend mit A = n=1 An , so gilt
Z Z
lim f dµ = f dµ.
n→∞
An A

Aufgabe G10 (Integration bezüglich Dirac- und Zählmaß)


(a) Seien (X , S , µ) ein Maßraum und f n : X → [0, ∞], n ∈ N, messbare Funktionen. Beweise, dass dann n∈N f n eine
P

messbare Funktion ist und es gilt


Z X XZ
f n dµ = f n dµ.
X n∈N n∈N X

(b) Betrachte den Maßraum (N, P(N), ζ) mit dem Zählmaß ζ und eine Funktion f : N → [0, ∞]. Zeige
Z X
f dζ = f (n).
N n∈N

1
(c) Sei X eine Menge, x ∈ X und δ x : P(X ) → [0, ∞] das Dirac-Maß in x . Zeige, dass
Z
f dδ x = f (x)
X

für jede Funktion f : X → R gilt. Betrachte dazu zunächst den Fall f ≥ 0.

Aufgabe G11 (Bildmaß)


Seien (X , A ) und (Y, S ) messbare Räume sowie f : X → Y eine messbare Abbildung. Weiterhin sei µ : A → [0, ∞] ein
Maß auf (X , A ). Zeige, dass dann durch
µ f : S → [0, ∞], µ f (M ) = µ({x ∈ X | f (x) ∈ M })
ein Maß auf (Y, S ) definiert ist. Dieses Maß nennt man das Bildmaß von µ bezüglich f .

Hausübung

Aufgabe H7 (Wahrscheinlichkeitsmaß) (12 Punkte)


Wir nennen einen Maßraum (Ω, F , P)Rmit P(Ω) = 1 Wahrscheinlichkeitsraum und eine messbare Abbildung X : Ω → R
Zufallsvariable. Die Integrale E[X ] := Ω X dP bzw. Var[X ] := E[(X − E[X ])2 ], sofern sie existieren, heißen Erwartungs-
wert bzw. Varianz von X .
Sei nun (Ω, F , P) ein Wahrscheinlichkeitsraum und sei X eine Zufallsvariable. Zeige:
a) Für alle monoton wachsenden h: R → [0, ∞) existiert E[h(X )] ∈ R und für alle a ∈ R mit h(a) 6= 0 gilt
E[h(X )]
P({X ≥ a}) ≤ .
h(a)
b) Existiert E[X ] ∈ R, so gilt für alle a > 0 die Ungleichung
Var[X ]
P({|X − E[X ]| ≥ a}) ≤ .
a2

Aufgabe H8 (Lebesgue-Integrierbarkeit) (12 Punkte)


Sei (X , A , µ) ein Maßraum und f ∈ L 1 (X , µ). Zeige:
 Z 
∀" > 0 ∃δ > 0 ∀A ∈ A : µ(A) < δ ⇒ | f |dµ < "
A
R
HINWEIS: Angenommen, es existiert ein " > 0 und (En )n ⊂ A mit µ(En ) < 2−n und En
| f |dµ ≥ " . Untersuche die Menge
T∞ S∞
A := n=1 i=n Ei .
Aufgabe H9 (Vollständiger Maßraum) (12 Punkte)
Sei (X , A , µ) ein Maßraum und sei N die Menge aller µ-Nullmengen. Im weiteren sei
A˜ := {M ∈ P(X )|∃A ∈ A , ∃N ∈ N : M = A ∪ N }.

Wir definieren für M = S ∪ N ∈ A˜ mit S ∈ A und N ∈ N die Abbildung


µ̃ : A˜ → [0, ∞], µ̃(M ) = µ̃(S ∪ N ) = µ(S).

Die Wohldefiniertheit von µ̃ wurde im Skript bewiesen. Zeige, dass es sich bei (X , A˜, µ̃) um einen vollständigen Maßraum
handelt.

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jeweils dienstags ab 13:30h in Raum S2|15 51

Dr. Sadik Iliman, Elena Nagy, KPMG, 8.Mai


Heino Kuhlmann, Helvetia, 15.Mai
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