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Fastfood macht Immunsystem langfristig

aggressiver
Epoch Times11. January 2018

Nach einer "westlichen Diät" mit viel Fett, viel Zucker und wenig Ballaststoffen entwickelten
Mäuse eine massive körperweite Entzündung, die sich die Immunabwehr des Körpers
langfristig merkt. Wie eine Studie der Universität Bonn zeigt, macht Fastfood das
Immunsystem des Körpers aggressiver. Fastfood macht die Immunabwehr des Körpers
langfristig aggressiver. Wie eine am Donnerstag von der Universität Bonn veröffentlichte
Studie zeigt, kommt es auch lange nach der Umstellung auf gesunde Kost schneller zu
Entzündungen. Diese fördern direkt die Entstehung von Diabetes und Arterienverkalkung,
auch Arteriosklerose genannt. Die Wissenschaftler setzten für ihre Studie Mäuse einen Monat
lang auf eine sogenannte „westliche Diät“ mit viel Fett, viel Zucker und wenigen
Ballaststoffen. Die Tiere entwickelten daraufhin eine massive körperweite Entzündung – fast
wie nach einer Infektion durch gefährliche Bakterien.

Die Forscher untersuchten Vorläuferzellen von Immunzellen aus dem Knochenmark der Tiere
und fanden heraus, dass durch die fett- und kalorienreiche Ernährung eine große Zahl von
Genen aktiviert wurde. Betroffen waren unter anderem Erbanlagen für die Vermehrung der
Zellen. „Fastfood führt also dazu, dass der Körper rasch eine riesige schlagkräftige
Kampftruppe rekrutiert“, erklärte Joachim Schultze, einer der beteiligten Wissenschaftler.
Nachdem die Nager vier weitere Wochen lang arttypische Getreidekost erhielten, verschwand
zwar die akute Entzündung. Allerdings waren auch nach dieser Zeit in den Immunzellen noch
viele der Erbanlagen aktiv, die in der Fastfoodphase angeschaltet worden waren.

Das Immunsystem merkt sich den Alarmzustand


Grund dafür ist ein sogenannter Fastfoodsensor in den Immunzellen. Erst seit kurzem ist
bekannt, dass das angeborene Immunsystem über ein Gedächtnis verfügt. „Nach einer
Infektion bleibt die Körperabwehr in einer Art Alarmzustand, um dann schneller auf einen
neuen Angriff reagieren zu können“, erklärte Eicke Latz, Leiter des Instituts für angeborene
Immunität der Universität Bonn. Bei den Mäusen wurde dieser Prozess nicht durch ein
Bakterium, sondern durch ungesunde Ernährung ausgelöst.

Bei der Untersuchung von 120 Probanden fanden die Forscher genetische Hinweise darauf,
dass an diesem Trainingseffekt ein so genanntes Inflammasom beteiligt ist. Inflammasome
sind Sensoren des angeborenen Immunsystems. Sie erkennen schädliche Substanzen und
setzen in der Folge hoch entzündliche Botenstoffe frei. Das in der Studie identifizierte
Inflammasom wird durch bestimmte Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln aktiviert.

Diese ungesunde Ernährung führt nun dazu, dass manche DNA-Teile, die die Erbsubstanz
enthalten, langfristig leichter ablesbar sind. Wissenschaftler sprechen von epigenetischen
Änderungen. Das Inflammasom stößt Latz zufolge solche epigenetischen Änderungen an,
weshalb das Immunsystem in der Folge schon auf kleine Reize mit stärkeren
Entzündungsantworten reagiert. Diese wiederum können die Entstehung von
Gefäßkrankheiten, die Schlaganfälle oder Herzinfarkte verursachen, oder auch Typ-2-
Diabetes drastisch beschleunigen. Die Ergebnisse des internationalen Forscherteams
erschienen in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“.