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KulturGeschichtsPfad

9 Neuhausen-Nymphenburg
Bereits erschienene und zukünftige Inhalt
Publikationen zu den KulturGeschichtsPfaden:
Stadtbezirk 01 Altstadt-Lehel Vorwort Christian Ude 5
Stadtbezirk 02 Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt Grußwort Ingeborg Staudenmeyer 7
Stadtbezirk 03 Maxvorstadt
Stadtbezirk 04 Schwabing-West
Geschichtliche Einführung 11
Stadtbezirk 05 Au-Haidhausen
Stadtbezirk 06 Sendling
Stadtbezirk 07 Sendling-Westpark Rundgang
Stadtbezirk 08 Schwanthalerhöhe Rotkreuzplatz – das Herz Neuhausens 22
Stadtbezirk 09 Neuhausen-Nymphenburg
Nymphenburger Straße 24
Stadtbezirk 10 Moosach
Stadtbezirk 11 Milbertshofen-Am Hart Winthirstraße 26
Stadtbezirk 12 Schwabing-Freimann Schlosskanal 28
Stadtbezirk 13 Bogenhausen Romanstraße 29
Stadtbezirk 14 Berg am Laim
Ludwig-Ferdinand-Brücke 31
Stadtbezirk 15 Trudering-Riem
Stadtbezirk 16 Ramersdorf-Perlach Dall’Armi-Bürgerheim 33
Stadtbezirk 17 Obergiesing Nymphenburg-Biedersteiner-Kanal 34
Stadtbezirk 18 Untergiesing-Harlaching Villenkolonie Gern 36
Stadtbezirk 19 Thalkirchen-Obersendling-
Taxisgarten 38
Forstenried-Fürstenried-Solln
Stadtbezirk 20 Hadern Dom-Pedro-Platz 39
Stadtbezirk 21 Pasing-Obermenzing Fußgängerbrücke Braganzastraße 40
Stadtbezirk 22 Aubing-Lochhausen-Langwied Dachauer Straße 41
Stadtbezirk 23 Allach-Untermenzing
Leonrodstraße 43
Stadtbezirk 24 Feldmoching-Hasenbergl
Stadtbezirk 25 Laim Platz der Freiheit 46
Donnersbergerstraße 47
Richelstraße 48
Einen detaillierten Lageplan zur Orientierung im Renatastraße 50
Stadtbezirk sowie eine Luftbildkarte mit stadtweiter Künstlerhof 51
Übersicht finden Sie im Anhang. Steubenplatz 53
Am Ort selbst sind die Stationen durch Markierungs- Winthirplatz 55
schilder kenntlich gemacht.
Literaturauswahl 57
Bildnachweis 58
Alle Informationen stehen auch unter Übersichtskarte 59
www.muenchen.de/kgp zur Verfügung.
Vorwort

Die KulturGeschichtsPfade der Landeshauptstadt München


sind Rundgänge entlang historisch bedeutsamer Orte und
Ereignisse im städtischen Raum. Sie sind nach Stadtbezirken
gegliedert und sollen zu einem flächendeckenden topogra-
phischen Netzwerk der Geschichte Münchens ausgebaut
werden.

Wir laden alle Münchnerinnen und Münchner und alle aus-


wärtigen Besucherinnen und Besucher dazu ein, neben den
geläufigen Glanzlichtern Münchens auch den weniger
bekannten Besonderheiten der Stadtgeschichte auf die Spur
zu kommen. Jeder KulturGeschichtsPfad ist als Broschüre
erhältlich und im Internet abrufbar. Er führt zu den bedeuten-
den Bauwerken, den geschichtsträchtigen Plätzen und den
Wohnungen oder Wirkungsstätten bemerkenswerter Persön-
lichkeiten des jeweiligen Bezirks. An Ort und Stelle weisen

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Orientierungstafeln den jeweiligen Pfad und die betreffende
Einzelstation aus. Die KulturGeschichtsPfade sind so ange-
legt, dass sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt
werden können.

Ich wünsche allen Reisenden, die sich zu den historischen


Marksteinen vor der eigenen Haustür und jenseits der aus-
getretenen Wege aufmachen, anregende, neue Erkenntnisse
und dem Projekt der münchenweiten KulturGeschichtsPfade
große Resonanz in der Bevölkerung.

Grußwort

Das Interesse an stadtgeschichtlichen Themen nimmt von


Jahr zu Jahr zu. Vor allem die Geschichte der Stadtteile, der
Straßen und einzelner Häuser findet bei den jeweiligen
Christian Ude Bewohnerinnen und Bewohnern immer mehr Beachtung.
Oberbürgermeister Der KulturGeschichtsPfad Neuhausen-Nymphenburg eröffnet
einen direkten Zugang zu den historischen Besonderheiten
des Stadtbezirks. Hier werden Orte, Ereignisse und Personen
im unmittelbaren und alltäglichen Lebensumfeld herausge-
stellt, die für die lokale Entwicklung prägend waren und über
die Bezirksgrenzen hinaus Bedeutung erlangten.

Der Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg freut


sich besonders, an der Pilotphase des stadtweiten Projekts
teilgenommen zu haben. Wir wünschen den Bürgerinnen
und Bürgern neue und interessante Einsichten auf ihren
Wegen durch das eigene Stadtviertel und vielleicht das eine
oder andere Aha-Erlebnis an Orten, die bislang weniger

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Beachtung fanden. Alle Besucherinnen und Besucher
möchten wir hiermit einladen, sich ein Bild von der Vielfalt
und Lebendigkeit des Stadtbezirks zu machen.

Ihre

Ingeborg Staudenmeyer
Bezirksausschussvorsitzende

Neuhausen-Nymphenburg

9 Im Dreieck zwischen
Schloss, Bahn und Kasernen

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Geschichtliche Einführung

Die Besiedelung des Heidegebiets zwi- Neuhausen und


schen Pasing-Menzing und Schwabing Kemnaten auf
einer Karte von
fand erst seit dem 11./12. Jahrhundert
Philipp Apian,
statt. Den frühesten urkundlichen Beleg um 1560.
gibt es dabei für Gern, das um 1025 zu
den Lehen des Bischofs von Freising
gehörte, während Neuhausen und Kem-
naten (so der alte Name Nymphen-
burgs) erst in der zweiten Hälfte des
12. Jahrhunderts in Schäftlarner Kloster-
urkunden erwähnt werden. Mit der
Gründung Münchens 1158 entstand ein
neues Zentrum in diesem Raum, das
die Geschichte von Neuhausen, Kemna-
ten und Gern immer stärker bestimmen
sollte. Zunächst war das vor allem im
wirtschaftlichen Bereich der Fall, weil
die Handelsstraße München-Augsburg
hier vorbeiführte. Auch herrschafts- und
besitzrechtlich nahm die Bedeutung
des Münchner Stadtpatriziats für die
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Umgebung aber zu. Neben Kirche und Adel erwarb drittens
die Wittelsbacher Herzogsfamilie Besitzrechte in Neuhausen.
Seit der Vereinigung des Herzogtums Bayern zu Beginn des
16. Jahrhunderts (mit der Hauptstadt München) verstärkte
sich zudem das Bemühen um die Ausübung staatlicher
Hoheitsrechte und den Aufbau einer Landesverwaltung.

Ende des 16. Jahrhunderts wurde Kemnaten zur landes-


herrlichen Hofmark. Als bedeutender Inhaber der Hofmark
samt dem Edelsitz Neuhausen trat Johann Gailkircher her-
vor: Hofkanzler und Mitschöpfer der bayerischen Rechts-
ordnung dieser Zeit. Er ließ den Herrensitz Neuhausen, am
heutigen Rotkreuzplatz gelegen, ausbauen, aber das Schloss

wurde wenig später im 30jährigen Krieg Das Achsen- und


zerstört. Wiederaufgebaut sollte es Symmetriedenken
des absolutistischen
unter den Wittelsbacher Kurfürsten als
Zeitalters bestimmte
»Jagdschlössl« genutzt werden. Das die Ausrichtung des
neue Repräsentationszentrum des abso- Nymphenburger
lutistischen Bayern entstand hingegen Schlosses (auf die
Kirchtürme von
in Kemnaten: Kurfürst Ferdinand Maria
Pipping und
erwarb aus Anlass der Geburt seines Schwabing), des
Sohnes Max Emanuel 1662 die Hofmark Parks, der Kanäle
von der letzten Besitzerfamilie Gassner und Zufahrtsalleen,
Kupferstich vom Postkarte um 1914.
als Wochenbettgeschenk für seine Frau.
»Sitz Neuhausen«
von Michael Wening, Die dort entstehende Sommerresidenz
um 1700. erhielt als Referenz an Mystik und Natur-
verbundenheit den Namen »Nymphen-
burg«, der bald den alten Dorfnamen
Kemnaten ablöste. Nymphenburg wurde
Zentrum und Symbol des kurfürstlichen
Planungswillens.
12 13
Einrichtung der »Centralwerkstätte der
Königlich Bayerischen Staatsbahn« an
der Richelstraße. Zur lokalspezifischen
Wirtschaftsgeschichte gehört auch das
Brauereiwesen: Während die kleinen
Neuhauser Brauereien mit ihren ange-
schlossenen Gaststätten nur noch
Geschichte sind, liegen die »Bier-Städte«
der Großbrauereien (Augustiner-, Hacker-,
Löwen- und Spatenbrauerei) nicht auf
Neuhauser Grund, trugen aber zum Ge-
werbeboom der ganzen Umgebung bei.

Die Lokomotivfabrik 1794 zerstörte ein großer Dorfbrand


Krauss auf dem den alten Kern von Neuhausen, der mit
Marsfeld, um 1890.
einer verbreiterten Dorfstraße (Winthir-
straße) wiederaufgebaut wurde. Trotz
dieser erzwungenen Modernisierung
blieb Neuhausen zunächst ein bäuer-
lich-handwerklich strukturiertes Dorf,
das 1839 nur 400 Einwohner zählte.
Mit der Industrialisierung kam es zu
einer Bevölkerungsexplosion: 1890 war
die Bevölkerungszahl auf 11 500 ange-
stiegen, in 50 Jahren also fast auf das
30fache angewachsen. Dabei spielte
der Ausbau des Kasernenviertels mit der
Die Marsfeld-
Ansiedlung zahlreicher Soldaten eine
Kaserne auf einer
erhebliche Rolle. Wichtigster Motor der Postkarte aus dem
wirtschaftlichen Entwicklung war der Ersten Weltkrieg.
Eisenbahnbau, der etwa die Errichtung
der Lokomotivfabrik Krauss & Co. auf
dem Marsfeld nach sich zog und die
14 15
Die »Verstädterung« Neuhausens
sowie seine Lage als Verbindungsglied
zwischen München und Schloss Nym-
phenburg legten die Eingemeindung
nahe: Neuhausen wurde am 1. Januar
1890 der Königlichen Haupt- und Resi-
denzstadt München einverleibt. Es war
nur eine Frage der Zeit, bis Nymphen-
burg folgen sollte. Auch hier war Ende
des 19. Jahrhunderts nicht mehr die
Landwirtschaft Motor der Entwicklung,
sondern die ausstrahlende städtische
Dynamik Münchens. Münchner nah-
men ihren Wohnsitz in Nymphenburg
und Gern, tranken ihr Bier in einer der Die Karte von 1897
Gartenwirtschaften, badeten in den zeigt die Grenze
zwischen Neuhau-
Würmkanälen oder suchten Zerstreu-
sen, das bereits nach
ung im Volksgarten.1899 wurde die München eingemein-
Landgemeinde Nymphenburg mit Gern det war, und Gern,
nach München eingemeindet und dem das noch zur »Steuer-
gemeinde Nymphen-
Stadtbezirk Neuhausen zugeschlagen.
burg« gehörte.
100 Jahre später sind Neuhausen und
Nymphenburg mit Gern im Stadt-
bezirk 9 wieder zusammengefasst,
während nach dem Zweiten Weltkrieg
Neuhausen zunächst auf drei Stadt-
bezirke aufgeteilt worden war.

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Die Prinzregentenzeit war im Stadt- Die Arbeiterviertel Neuhausens bilde-
viertel eine Zeit des Aufbaus nicht nur ten im Dritten Reich ein gewisses
für die gewerblichen Betriebe, sondern Resistenzpotential, wenngleich die
auch für die »Leistungsverwaltung«: den Gründungsgeschichte der NSDAP eng
Nahverkehr (seit 1883 Dampftrambahn mit Neuhausen verwoben ist. Anton
nach Nymphenburg), für Schulen (seit Drexler, der 1919 zusammen mit Karl
1880 Volksschule an der Schulstraße, Harrer die DAP (die Vorläuferpartei der
der um die Jahrhundertwende weitere NSDAP) gründete, lebte und arbeitete
Rechts: große Schulhausbauten folgten), soziale in Neuhausen und rekrutierte hier die
Das Dantebad wurde Einrichtungen (u.a. Waisenhaus, Rot- ersten Mitglieder für die neue antise-
1913 eröffnet und in
kreuzkrankenhaus), Gesundheits- und mitische Protestpartei. Der gewaltsame
den zwanziger Jahren
erheblich ausgebaut. Sportstätten. Im Wohnungsbau wurden Antisemitismus des Dritten Reiches
Postkarte von 1929. öffentliche und private Bauherren aktiv. führte nicht nur zur »Arisierung« von
Geschäften und Gewerbebetrieben im
Stadtviertel, sondern beraubte es sei-
ner gesamten jüdischen Bewohner, die
emigrierten oder in die Vernichtungs-
lager deportiert wurden.

Anton Drexler:
Links: Als dritte Trägerform für den Wohnungs- Der Schlosser aus
Die erste Schulküche bau wuchsen seit Ende des 19. Jahrhun- der Eisenbahnzen-
Münchens in der tralwerkstätte ver-
derts die gemeinnützigen Baugesell-
Schule an der Schul- fasste antisemitische
straße (heute Rudolf- schaften und Baugenossenschaften
Pamphlete und grün-
Diesel-Realschule), heran. Sie bauten die Kleinwohnungen, dete die Vorläufer-
um 1895. die in neuen Arbeiterquartieren wie partei der NSDAP.
Neuhausen besonders benötigt wurden.

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Im Vorfeld der Der Untergang des Dritten Reiches
Olympiade von im Bombenkrieg hinterließ auch in
1972 wurde die
diesem Stadtbezirk einschneidende
Donnersberger-
brücke von der Spuren. Dem Wiederaufbau folgten
gleichnamigen modernisierende Stadtplanungs- und
Straße abgetrennt Verkehrskonzepte, die sich nicht nur
und an den Mittleren
positiv auswirkten: Der Mittlere Ring
Ring angeschlossen.
durchschneidet Neuhausen und bildet
mit seinem ununterbrochenen Verkehrs-
fluss und den wenigen Passiermöglich-
keiten eine schwer überwindbare

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Grenze. Das Stadtviertel ist dennoch
attraktiv geblieben, ist ein begehrtes
Zuzugsgebiet und wird wegen seiner
Kneipen- und Kulturszene auch von
außen vielfach frequentiert. Gerade die
Kulturangebote und das rege Vereins-
Ein Rundweg vom Rotkreuzplatz
leben vor Ort zeigen aber auch, dass durch Nymphenburg nach Gern,
das Stadtteilbewusstsein sehr ausge- ins ehemalige Kasernenviertel,
prägt ist und man sich mit seiner Umge- zur Bahnstrecke und zurück.
bung identifiziert.
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Linke Seite:
Der Rotkreuzplatz von oben im am Rotkreuzplatz eröffnet,
Jahr 1932: vorne Mitte/rechts an der nach dem Krieg wieder
der Einmündung der Nymphen- entstand. 1974 verschwand
burger Straße der markante Turm
er zugunsten des Eiscafes,
der Winthirapotheke; der große
Gebäudekomplex rechts oben ist das sich 30 Jahre später
das Rotkreuzkrankenhaus. unverminderter Beliebtheit
erfreut. Keinen Neuanfang
gab es für das Kaufhaus
Schottländer, dessen jüdi-
sche Besitzer in der NS-Zeit
in die Emigration gezwungen
wurden, während das Haus
an der Südseite des Platzes
»arisiert« wurde.
Rotkreuzplatz – das Herz Neuhausens War der Rotkreuzplatz schon
seit der frühen Neuzeit eine
Der schon in den zwanziger Jahren als der »Stachus von bedeutsame Wegkreuzung,
Neuhausen« bezeichnete Platz ist der unbestrittene Mittel- drohte ihm unter dem Ver-
punkt Neuhausens. Nachdem der Frauenverein vom Roten kehrsansturm der 1960er und
Kreuz 1892 dort den Krankenhausbetrieb aufgenommen hatte, 1970er Jahre der Kollaps.
wurde die Institution 1903 Namenspatron für den Platz, der
damit erstmals einen Namen erhielt. Seine Bedeutung als
Zentrum reicht allerdings weit zurück: Hier stand in der frühen
Diese Seite:
Neuzeit das Herrenhaus des »Edelsitz Neuhausen«, das in Anlässlich der Eröffnung der
der Barockzeit als Jagdschloss neu erbaut wurde. Im Zwei- U-Bahn-Station 1983 wurde der
ten Weltkrieg wurde es ebenso zerstört wie die Winthirapo- Rotkreuzplatz verkehrsberuhigt.
Mit seiner Fußgängerzone lädt er
theke mit ihrem neoromanischen Turm und fast alle anderen
heute zum Einkaufsbummel, zu
Gebäude am Rotkreuzplatz. Zum Teil schloss man nach dem Begegnungen, Veranstaltungen
Krieg an den alten Namen und die Tradition an: So mit dem und anderen Formen der Kommu-
Kino »Schloßtheater« an der Nymphenburger Straße 166, nikation ein. In der Bildmitte ist
der Brunnen mit dem Steinernen
das nach erfolgreichen Anfängen in den zwanziger Jahren
Paar von Klaus Schultze zu erken-
im Kinoboom der fünfziger Jahre prosperierte. Schon in den nen, der 1984 aufgestellt wurde.
zwanziger Jahren hatte auch Ludwig Sarcletti einen Eiskiosk

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In der Nymphenburger Straße
171 befindet sich das Bürgerhaus
»Trafo«, ein ehemaliges Elektrizi-
täts-Unterwerk, das auch das
Alten- und Servicezentrum und
die »Geschichtswerkstatt Neu-
hausen« beherbergt. Anlässlich
des zehnjährigen Wirkens der
Geschichtswerkstatt für die
Erforschung der Lokalgeschichte
wurde dem früheren Vereinsvor-
sitzenden Günther Baumann im
Jahr 2002 die Medaille »München
leuchtet« verliehen.

Nymphenburger Straße
Die Nymphenburger Die Anfänge Neuhausens im Mittelalter Straße vom Schloss in südöstlicher Richtung vorgesehen
Straße auf einer
wurden stark von seiner Lage an der hatten (spiegelbildlich zum in nordöstlicher Richtung verlau-
Postkarte um 1905:
rechts die 1875 eröff- Handelsstraße München-Augsburg fenden Kanal), ist die Straße viel weiter östlich über die
nete Gaststätte geprägt. Während die Nymphenburger Südliche Auffahrtsallee angebunden und umrundet den alten
»Jagdschloß«, die Straße jedoch seit der Barockzeit als Dorfkern Neuhausens. Die Nymphenburger Straße war die
noch heute in einem
»Fürstenweg« für die Kutschen und gegebene Verbindung zur Aufnahme des Trambahnbetriebs
provisorischen Nach-
kriegsbau betrieben Equipagen, die zwischen der Residenz zwischen München und Neuhausen im 19. Jahrhundert.
wird; links im Hinter- in München und dem Schloss in Nym- Die 1876 eröffnete Pferdebahn wurde seit 1883 durch eine
grund das Rotkreuz- phenburg verkehrten, reserviert war, Dampftrambahn ersetzt, seit Beginn des 20. Jahrhunderts
krankenhaus.
musste der normale Personen- und durch die »Elektrische«.
Warenverkehr auf die Blutenburg- und
Winthirstraße ausweichen. Entgegen
Planungen im 18. Jahrhundert, die einen
geradlinigen Verlauf der Nymphenburger
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tragen Kirche und Friedhof auch offiziell den Namen des
seligen Winthir, eines lange Zeit als Dorfheiliger verehrten
Laienpredigers, der sich im Mittelalter in Neuhausen nieder-
ließ und in der Kirche sein Grab hat. Als Ende des 19. Jahr-
hunderts die Dorfkirche zu klein erschien, wurde der Neubau
der Herz-Jesu-Kirche etwas weiter nördlich an der Ecke
Lachnerstraße errichtet. Nach der Zerstörung im Krieg impro-
visierte man einen Neubau mit Hilfe der Holzkonstruktion
eines Kinos, das die SS-Wachmannschaften auf dem Ober-
salzberg genutzt hatten. 1994 verbrannte dieser Bau; seit
kurzem steht an seiner Stelle ein imposantes Monument
moderner Architektur.

Winthirstraße
Die Winthirstraße Die Winthirstraße ist die alte Dorf- Die gigantischen
präsentiert sich auch straße Neuhausens, die auch nach dem Portale der Herz-
1906 noch als Dorf- Jesu-Kirche ermög-
Großbrand von 1794 zunächst ihren
straße. lichen es, den
Im Vordergrund der ländlichen Charakter behielt. Der pro- Kirchenraum für
Strohmaier-Hof, von minenteste Anwohner war der »Millio- Veranstaltungen über
dem der »Millionen- nenbauer« Lorenz Hauser auf dem die gesamte Breite
bauer« Lorenz zu öffnen (Architek-
Strohmaier-Hof (heute befindet sich
Hauser (1869–1918) ten: Allmann, Sattler
stammte. dort das Postamt), dessen verschwen- und Wappner).
derisch ausgegebenes und mit vielen
Legenden umwobenes Vermögen auf
der Umwandlung bäuerlichen Besitzes
in Bauland beruhte. Die Gaststätte Groß-
wirt auf der anderen Straßenseite be-
zeichnet den Standort, an dem schon im
Mittelalter die Dorftaferne war. Dane-
ben steht die Dorfkirche – zu Anfang
St. Nikolaus –, deren Ursprünge bereits
im 13. Jahrhundert liegen. Ihr gotischer
Chor ist noch erhalten. Erst seit 1970
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Der Grundbesitzer
Eisenböck und der
Brauereibesitzer
Kottmüller errichte-
ten die Villenanlage
»Neuwittelsbach«,
Prospekt von 1880.

Schlosskanal Romanstraße
Das Waisenhaus 1930. Der Schlosskanal gehört zu den Erwei- Durch die Montenstraße (mit dem Schlösschen auf Nr. 8)
Das Gebäude wurde terungen, die Kurfürst Karl Albrecht an gelangt man zum Rondell Neuwittelsbach, dem Herzstück
im Krieg weitgehend
zerstört und später der Gesamtanlage Nymphenburgs vor- der gleichnamigen Villenanlage. Sie wurde in den 1880er
wiederaufgebaut. Seit nahm (1728–30); sein ehrgeiziges Pro- Jahren errichtet und mit der Romanstraße als Erschließungs-
1954 steht vor dem jekt, eine »Karlstadt« hier entstehen zu achse versehen – durch private Initiative und Finanzierung.
Kessel des Kanals der lassen, scheiterte aber. Auf der Gerner Fährt man mit der Linie 12 Richtung Romanplatz, gewinnt
Hubertusbrunnen als
neuer »point de vue«. Brücke erschließen sich die reizvollen man einen Eindruck von den heute zum Teil denkmalge-
Der Brunnentempel Blickbeziehungen: Vom Nymphenbur- schützten Villen. Einen Kontrast zur großbürgerlich-vornehmen
Adolf von Hildebrands ger Schloss zu seinem Gegenüber, dem Wohnqualität bildete der Volksgarten, der sich vom Roman-
war 50 Jahre zuvor 1899 eröffneten Waisenhaus. Für den platz entlang der Ostseite der Notburgastraße erstreckte.
vor dem Nationalmu-
seum errichtet worden, bürgerlichen Gegenpart zum Schloss Dieser Vergnügungspark mit seinen Bierschänken, Musik-
musste aber schon wählte der Architekt Hans Grässel den kapellen, Karussells, Schießbuden, Tiermenagerien und zahl-
1937 dem Ausbau der opulenten Stil eines bayerischen reichen anderen Attraktionen war bis zum Ersten Weltkrieg
Prinzregentenstraße Barockklosters. ein Publikumsmagnet. Dann musste er weiterer Wohnbebau-
zur nationalsozialisti-
schen Aufmarschachse ung in der Villenkolonie Nymphenburg weichen. Das Viertel
weichen. beherbergt außerdem ungewöhnlich viele Krankenhäuser und
Pflegestätten, wie die Betreuungseinrichtung für blinde Kinder
im Ludwig-Ferdinand-Haus (Romanstr. 12), das Krankenhaus

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Ludwig-Ferdinand-Brücke
Die Brücke über den Schlosskanal wurde 1892 nach Plänen
des Architekten Friedrich von Thiersch erbaut und später u.a.
für den Straßenbahnverkehr erweitert. Zuvor führte nur ein
Fußgängersteg über den Kanal nach Gern, das sich als ruhi-
ger Villenvorort entwickeln konnte. Die Gesamtanlage von
Schloss und Park war bei Baubeginn 1664 durchaus nicht in
den Dimensionen geplant, wie sie sich heute darbieten. Max
Emanuel, der sich am Stil Ludwigs XIV. orientierte, nahm
beachtliche bauliche Erweiterungen vor und ließ den Lustgar-
ten nach französischem Vorbild anlegen. In seiner »Baden-
burg« konnte er sich, wie später auch seine Nachfolger, zu-
Der Volksgarten mit Neuwittelsbach (Romanstr. 11) und dem am Würmwasser erfreuen. Hundert Jahre später wurde
seinem Aussichts- das Krankenhaus der Barmherzigen der Park durch den Gartenbaumeister Sckell von seiner
turm auf einer Post-
Brüder an der Romanstr. 93. Dieser Strenge befreit und in einen englischen Landschaftsgarten
karte im Jahr 1898.
Der zeitgenössisch ausgedehnte Krankenhauskomplex verwandelt. Ihm schließt sich Richtung Norden der Botani-
größte Vergnügungs- führt bis an das südliche Schlossrondell sche Garten an, der 1914 aus dem zu eng gewordenen Areal
park Deutschlands heran. Dort hatte der Orden während an der Elisenstraße verlegt und in großzügiger Weise neu
war 1890 auf dem
des Ersten Weltkriegs das älteste Gast- angelegt wurde.
Gelände der ehema-
ligen »Bierbräuerei haus Nymphenburgs, den »Controlor«,
Nymphenburg« aufgekauft und den Betrieb zunächst
Weltberühmt:
errichtet worden. für Kriegsverletzte aufgenommen. Das Porzellan aus
der Manufaktur
im Schlossrondell,
die seit 1761 dort
ansässig ist.

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Dall’Armi-Bürgerheim
Das Altenheim geht auf eine private Stiftung des Tabakkauf-
manns Heinrich von Dall’Armi zurück, der die soziale Verpflich-
tung für das Gemeinwesen nicht allein der Stadtverwaltung
und den großen Wohlfahrtsinstitutionen überlassen wollte.
1910 wurde der Grundstein zu dem Gebäude gelegt, das
nach Plänen des Stadtbaurats Hans Grässel auf städtischem
Grund errichtet wurde. Heute gehört das Haus zur städti-
schen »Münchenstift GmbH«. Hier befindet man sich bereits
auf Gerner Flur, im Gebiet eines der vier großen Höfe, die
bis ins 19. Jahrhundert hinein den ganzen Weiler Gern aus-
machten.

Die Aufnahme von Nymphenbur- Aus dem Erbe der


ger Institutszöglingen beim Säkularisation, die
Spaziergang am Schlosskanal ent- zur Zersplitterung
stand um 1905. Die »Englischen der vier Ursprungs-
Fräulein« führen die Mädchen- höfe Gerns (violett,
schule an der Maria-Ward-Straße orange, gelb und
seit 1835. Zunächst im Nordflügel grün umrandet)
des Schlosses beheimatet, wurden führte, erwarb die
mit der Ausdehnung des Instituts – Stadt München Ende
das neben der höheren Mädchen- des 19. Jahrhunderts
bildung bald auch eine Grund- und etlichen Grund für
später eine Realschule betrieb – den Bau sozialer
zahlreiche Erweiterungen notwen- Einrichtungen. Dazu
dig. Das Internat fand im nördli- gehören z.B. das
chen Schlossrondell, im ehemali- Dantebad (1), das
gen Kavaliersbau, Platz, wo es Heiliggeistspital (6)
heute noch als Tagesheim betrie- und das Dall’Armi-
ben wird. 1896 und 1912 kamen Bürgerheim (7)
die Schulhausbauten an der Maria- (Karte von Stahleder).
Ward-Straße dazu.

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Oswald-Hofes, einer der vier »Urzellen« Gerns, errichtete
der Besitzer 1876 eine Brauerei mit Biergarten. Die Gerner
Brauerei war eine der für den Stadtbezirk typischen Klein-
brauereien, die es mit ihren beliebten Biergärten eine Zeit
lang schafften, den Großen erfolgreich Konkurrenz zu
machen. 1919 wurde sie jedoch von der Löwenbräu AG
übernommen. Das Bierlokal blieb noch bis 1970 erhalten;
heute erhebt sich auf dem Gelände an der Klugstraße eine
Wohnanlage der Neuen Heimat. Gleich gegenüber an der
Gerner Straße 33 steht das älteste erhaltene Haus Gerns,
das früher Sitz der königlichen Jagdverwaltung war.

Nymphenburg-Biedersteiner-Kanal
Das Gerner Bad auf Der Kanal wurde unter Kurfürst Max
einer Postkarte, um Emanuel zu Beginn des 18. Jahrhun-
1900. Erst durch die
Konkurrenz des 1913 derts angelegt. Die Wasserwege sollten
eröffneten Dante- die Landwege ergänzen und wurden in
bades, der großen das barocke System der Blickachsen,
städtischen Badean- Bezugspunkte und symmetrischen Per-
stalt ein Stück kanal-
abwärts, verlor das spektiven eingeordnet. Dabei wurde
Gerner Bad seinen auf die landwirtschaftlichen Bedürfnisse
Anziehungswert und der Bauern in Gern keine Rücksicht
wurde 1920 geschlos- genommen. Die Würmkanäle berei- Briefkopf der Gerner Brauerei von
sen. 1909. Links das Firmensignet, das
cherten das Bild ästhetisch und eigne-
im Hintergrund die Silhouetten
ten sich zudem für Badevergnügungen.
von München und Nymphenburg
Eine der ältesten solcher Freizeitein- zeigt, vorne den alten Winthir-
richtungen war das 1856 eröffnete Bad brunnen, der im Krieg zerstört
Gern an der Klug- (Nederlinger) Straße. wurde.
Der Kanal zog nicht nur Badegäste an,
sondern eignete sich auch als Standort
für Gastbetriebe. Auf dem Gelände des
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Auch die bekannte bayerische Schrift-
stellerin Lena Christ (1881–1920)
wohnte zeitweise in der Künstlerkolo-
nie. In der Wilhelm-Düll-Straße 5
erlebte sie 1912 das Erscheinen ihres
Erstlingswerks »Erinnerungen einer
Überflüssigen«, das unter dem Einfluss
ihres zweiten Ehemannes Peter Bene-
dix entstanden war. Die vielen Woh-
nungswechsel der Schriftstellerin, die
schon 1914 in die Pilarstraße weiter-
zog, sind symptomatisch für ein ruhe-
loses und immer wieder von wirtschaft-
licher Not geprägtes Leben. Auch die
Villenkolonie Gern Ehe mit Benedix, von dem sie mehr
und mehr künstlerische und emotiona-
Die Atelierfenster Der Wandel Gerns vom Bauerndorf in le Unabhängigkeit suchte, bescherte
dieser Häuser an der klösterlichem Besitz zur Villenvorstadt ihr nicht die seit ihrer unglücklichen
Klugstraße (Aufnahme
Münchens begann Anfang des 19. Kindheit erhoffte Geborgenheit. 1920
von 1906) machten sie
für bildende Künstler Jahrhunderts mit der Säkularisation. beging Lena Christ Selbstmord. Das
besonders attraktiv: Auf den geschlossenen Arealen der Gift erhielt sie von Benedix.
Im ersten Haus der ehemaligen Höfe setzten sich allmählich
Reihe lebte der Sim-
neue Nutzungen durch. Auch die vom
plicissimus-Zeichner
Thomas Theodor Bauunternehmer Jakob Heilmann in »Die bayerische
Heine. Zahlreiche wei- den 1890er Jahren begonnene Fami- Dichterin« war Lena
tere Künstler wurden Christ nach den
lienhäuser-Kolonie hat ihren Ursprung
und werden von der Worten von Werner
auf dem Holzbauern-Anwesen, das Friedmann. Das Foto
Villenkolonie angezo-
gen: nicht nur Maler Heilmann erworben hatte. Die Parzellie- datiert aus der Zeit
wie der »Katzenadam« rung der Bauplätze, Anlage der Straßen, vor dem Ersten
(Julius Adam d.J.) Weltkrieg.
Erschließung durch Kanalisation über-
oder der Landschafts-
nahm er als privater Unternehmer.
maler Philipp Röth,
sondern auch Schrift- Interessenten für die »Familienhäuser«
steller wie Manfred kamen vor allem aus dem gebildeten
Bieler. Mittelstand.
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Taxisgarten Dom-Pedro-Platz
Der »Erholungspark für Kriegs- und Körperbeschädigte e.V.« Das Ensemble vom Dom-
fußte auf einer Selbsthilfeinitiative von Kriegsversehrten Pedro-Platz bis zum Schloss-
nach dem Ersten Weltkrieg. Sie pachteten das Grundstück kanalkessel markiert in ein-
an der Taxisstraße 1920 von der Krongutsverwaltung und drücklicher Weise den Auf-
richteten die Erholungsstätte mit einem Park, Sportflächen, schwung der städtischen
Ruheplätzen, einem Bad und einem Glashaus für Schwitz- Leistungsverwaltung um die
kuren ein. Außerdem wurde 1924 das große Vereinsheim Wende vom 19. zum 20.
mit einem Saal, einer Bibliothek, einer Gaststätte und vor Jahrhundert. Die Gebäude
allem einem schönen Wirtsgarten eröffnet, der sich noch liegen auf städtischem
heute großer Beliebtheit erfreut. Grund, der zum Teil schon im
Als »Kriegsopfer« wurden die Versehrten von der Nazipropa- Vorgriff auf die Eingemein-
ganda zunächst umworben und dann gleichgeschaltet. Die dung Gerns 1899 von der
Erholungsstätte wurde zum »Park der nationalen Front« und Stadt erworben wurde.
erlebte als solcher die Zerstörungen durch den Bombenkrieg. Neben der protestantischen
Christuskirche entstanden
als städtische Bauten das
Der Haupteingang zum
Vereinsheim der Kriegsbe- Waisenhaus am Kanalkessel,
schädigten mit der Inschrift die Schule am Dom-Pedro-
Eugen Roths von 1924 über- Platz und der Altenheimkom-
stand den Zweiten Weltkrieg:
plex des Heiliggeistspitals.
»Ihr gabt in heiligem Opfer-
mut für unser Deutschland Planender Architekt war
Gut und Blut. Mög dieses Stadtbaurat Hans Grässel,
Die Übersichtszeichnung des
Heim nach Müh und Pein der auch für die Anlage der Stadtbaurats Hans Grässel von
Euch Stätte der Erholung
großen städtischen Fried- 1905 zeigt das Ensemble am
sein.«
höfe, so des nahegelegenen Dom-Pedro-Platz und der Dom-
Pedro-Straße (bzw. heutigen
Westfriedhofs, verantwort-
St.-Galler-Straße) bis zum Kanal-
lich war. kessel.

39
Fußgängerbrücke Braganzastraße
Zwischen 1858 und 1892 führte die Bahnlinie vom Hauptbahn-
hof nach Landshut über die Trasse der heutigen »Landshuter
Allee«. Nach der Verlegung der Bahnstrecke nach Westen
(um den Nymphenburger Park herum) entstand hier eine
ruhige Lindenallee, an die allenfalls noch die verbliebenen
Bäume erinnern. Seit die Landshuter Allee Anfang der 1970er
Jahre zu einem Teil des Mittleren Rings ausgebaut wurde,
müssen die Neuhauser die negativen Seiten eines modernen
und doch offenbar nie zureichenden Verkehrskonzepts ertra-
gen: Der Mittlere Ring durchschneidet das Stadtviertel und
belastet die Bewohner täglich durch Stau, Abgase und Lärm.

Dachauer Straße
Die Idylle trügt: So ländlich wirkte Im Viertel »Ebenau« kann eines der
Bis zu 140 000 die Dachauer Straße frühen Beispiele des gemeinnützigen
Fahrzeuge täglich (an der Einmündung
muss die Landshuter der Heideckstraße) Wohnungsbaus in München besichtigt
Allee verkraften. noch 1928. Am rech- werden: Der »Verein für Verbesserung
ten Bildrand ist die der Wohnungsverhältnisse«, an dem
Kaserne des Eisen- Mäzene aus dem Bürgertum und enga-
bahnbataillons ange-
schnitten, eines der gierte Wohnreformer beteiligt waren,
wenigen erhaltenen errichtete hier vor dem Ersten Welt-
Militärgebäude aus krieg eine Kleinwohnanlage: zwischen
dem 19. Jahrhundert. Dachauer, Triva-, Heideck- und Erhard-
Auer-Straße.

41
Auf der anderen Seite der Dachauer
Straße beginnt das Oberwiesenfeld,
das seit dem ausgehenden 18. Jahr-
hundert militärisch genutzt wurde und
in den 1920er Jahren Münchens ersten
Verkehrsflughafen beherbergte.
Das traditionelle Militärgelände wird
heute auf dreierlei Weise neu genutzt:
durch das Olympiagelände, das sich
nach dem Ende der Spiele von 1972 als
riesiges Sport-, Veranstaltungs- und
Erholungsgebiet für München fest eta-
bliert hat, durch Wohnnutzung etwa im
Olympischen Dorf oder in der Siedlung
am Olympiaberg; schließlich im Bereich
der Kulturförderung durch das Goethe-
Institut an der Dachauer Straße 122.
Die militärische Nutzung wurde gleich-
wohl nicht aufgegeben, wie der große Leonrodstraße
Komplex des Bundeswehrverwaltungs-
zentrums an der Dachauer Straße 128, Das Eckgebäude Fasanerie-/ Leonrod- Die um 1910 entstan-
auf dem Gelände des ehemaligen straße, das heute zum Kriegsarchiv dene Postkarte zeigt
die Max-II-Kaserne
Eisenbahnbataillons, zeigt. gehört, ist einer der wenigen erhalte- von der Dachauer
nen Militärbauten in diesem Quartier, Straße Richtung
für das sich im 19. Jahrhundert der Westen.
Begriff Kasernenviertel etablierte. Auf
der anderen Seite der Leonrodstraße
(früher Kasernstraße) lag seit 1877
die größte Kaserne Münchens, die
Max-II-Kaserne, die das ganze Geviert
zwischen Dachauer und Albrecht-,
Leonrod- und Lazarettstraße einschloss.
Sie war das größte Bauwerk in diesem

42 43
Komplex militärischer Infrastruktur, zu Im Kasernenviertel (an der Neustätter
dem weitere Kasernen wie die Eisen- Straße 6) wuchs auch der Schriftsteller
bahn- und Luftschifferkaserne, die Alfred Andersch (1914 –1980) auf:
Telegraphenkaserne, Versorgungsein- »Meine damals schon bebrillten Augen
richtungen wie das Militärlazarett blickten in eine Landschaft verwasche-
(heute Deutsches Herzzentrum an der ner Häuserfronten, toter Exerzierplätze,
Lazarettstraße) oder das Militärgericht aus roten Ziegelwänden zusammenge-
und Militärgefängnis an der Artillerie- setzter Kasernen …«.
straße gehörten. Viele Militärangehö-
rige bewohnten zudem die Umgebung Mit der Welt des Militärs freundete sich
der Kasernen und prägten das Andersch zeit seines Lebens nicht an.
Straßenbild. Dazu mag auch beigetragen haben,
Während das Kriegsarchiv eine Abtei- dass er 1919 miterlebte, wie gefangene
lung des Bayerischen Hauptstaats- Rotarmisten nach dem Ende der Räte-
archivs bildet, ist das gegenüberliegen- republik durch die Leonrodstraße zur
de Institut für Zeitgeschichte eine Hinrichtung geführt wurden. Als Fünf-
unabhängige Forschungseinrichtung, jähriger konnte er das Geschehen frei-
die 1949 aus dem Impuls geboren lich nicht reflektieren, noch Jahre spä-
wurde, die Ursachen und Hintergründe ter aber beschäftigte ihn die absurde
des gerade erst beendeten nationalso- Grausamkeit dieser politischen Straf-
zialistischen Unrechtsregimes zu erfor- aktion. Andersch wurde in jungen
schen. Jahren Kommunist und gehörte 1933 Alfred Andersch,
zu den ersten Häftlingen im Konzen- 1962 in Norwegen,
Aufnahme
trationslager Dachau. Er überlebte das Gisela Andersch.
Dritte Reich und prägte als bewusst
linker Schriftsteller die deutsche Nach-
kriegsliteratur mit.

44 45
Donnersbergerstraße
Die Donnersbergerstraße hat eine lang zurückreichende
Bedeutung für Neuhausen als Verbindungsachse nach Süden.
Auf diesem Weg (der entsprechend »Kirchweg« oder »Send-
linger Weg« genannt wurde) musste bis 1871 der sonntägli-
che Kirchgang nach Sendling angetreten werden, weil Neu-
hausen keine eigene Pfarrei war. Erst 1895 – nach der Einge-
meindung Neuhausens – erhielt die Straße ihren heutigen
Namen nach dem obersten Hofbeamten des Kurfürsten
Maximilian I., einem Freiherrn von Donnersberg.
Die Donnersbergerstraße entwickelte sich nicht nur zu einer
Verkehrs- und Geschäftsader, sondern aufgrund ihrer zahlrei-
chen Gaststätten und Kneipen zu einer regelrechten Vergnü-
gungsmeile. Heute ist »Neuhausens Reeperbahn« eine Ein-
kaufsstraße, deren kleine Läden eine behaglich-nachbar-
Platz der Freiheit schaftliche Atmosphäre ausstrahlen.

Eine Kranzniederle- Schon 1946 war der »Platz der Frei- Auf der Ansicht von
gung von Vertretern heit« zu Ehren der Opfer des National- 1938 führt die Don-
der DKP und anderer nersbergerstraße
linker Organisationen
sozialismus so benannt worden. Aber
noch direkt auf die
1985, die für die erst 40 Jahre nach Kriegsende wurde Donnersbergerbrücke
Errichtung des Mahn- der Gedenkstein, der »Den Opfern im zu, die erst 1970 an
mals am Platz der Widerstand gegen den Nationalsozia- die Landshuter Allee
Freiheit eingetreten angeschlossen wurde.
waren.
lismus« gewidmet ist, an dieser Stelle
Zuvor war die Straße
aufgestellt. Zuvor hatte das von Karl eine der Hauptver-
Oppenrieder geschaffene Granitmonu- kehrsadern Neuhau-
ment 20 Jahre am heutigen »Platz der sens.
Opfer des Nationalsozialismus« gestan-
den, wo es aber von vorneherein als
Provisorium gedacht war.

46 47
Linke Seite:
Ihre frühe Anhängerschaft konnte sie zu Die Hauptwerkstätte
einem guten Teil in Drexlers Umgebung, München der Reichs-
dem »Mettinghviertel«, rekrutieren. bahn um 1933.
Heute stehen hier die
Auch viele Arbeiter waren durch Krieg,
Neubauten der
Niederlage und das Ende der Monarchie Münchner Direktion
traumatisiert und suchten Heil in ein- der Deutschen Bahn.
fachen Schuldzuweisungen an die Die gesamte Umge-
bung der Achse
»Novemberverbrecher«, die »Bolsche-
Hauptbahnhof – Laim
wisten« und »Juden«. Hitler fand in – Pasing wird sich
der DAP, die zunächst nur eine kleine durch ein umfassen-
Gruppierung in einem breiten völkisch- des Neuplanungs-
konzept der Stadt,
extremistischen Lager war, das Forum,
dessen Umsetzung
um sich als Redner zu exponieren und bereits begonnen
eine Gefolgschaft hinter sich zu sam- hat, grundlegend ver-
meln. ändern. Ziel ist es,
Richelstraße aus dem bisherigen
»Hinterhof« leben-
Der Journalist und Filmkritiker Wilhelm Lukas
dige Wohn- und
Kristl (1903–1985) über seine Heimat, das
Die Eisenbahnzentralwerkstätte, die in »Mettinghviertel«: »Heute sind von allen Seiten
Gewerbequartiere
den 1870er Jahren entstanden war und entstehen zu lassen,
andere Mietshäuser, auch Verwaltungsbauten,
die in ein »grünes
sich über mehr als 500 Meter westlich bis auf Straßenbreite nahegerückt, die
Band« von Erho-
der Donnersbergerbrücke erstreckte, Mettinghstraße zur schlichten Querverbindung
lungsflächen einge-
degradierend. Vor fünfzig, sechzig Jahren da-
wurde schon seit Mitte der zwanziger gegen ragte der stattliche mörtelgraue Wohn-
bunden werden sol-
Jahre außer Betrieb genommen und len.
block als vorgeschobener Posten der Stadt
durch das Reichsbahnausbesserungs- drei- und vierstöckig inmitten von Schafweiden
werk in Freimann ersetzt. Seit 1902 und Heimgärten auf, und seine Bewohner
richteten die Uhren nach der Sirene der Zen-
arbeitete der Schlosser Anton Drexler tralwerkstätte, die am Morgen und am Mittag
an der Richelstraße. Als bekennender die Arbeiter zusammenrief.«
Antisemit und Antimarxist wurde er
während des Ersten Weltkriegs poli-
tisch aktiv. Nach verschiedenen Anläu-
fen gründete er zusammen mit dem
Journalisten Karl Harrer am 5. Januar
1919 die »Deutsche Arbeiterpartei«.

48 49
Renatastraße
Im »Clemensviertel« (so benannt nach der Kirche St. Cle-
mens) finden sich mehrere Beispiele für den »sozialen
Wohnungsbau«, der seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert
als Reaktion auf die neue Wohnungsproblematik der Arbeiter-
bevölkerung entstand. An der Arnulfstraße, der »gelben
Meile« Münchens, schuf die Post in den zwanziger Jahren
nicht nur bemerkenswerte Verwaltungsbauten im Stile der
neuen Sachlichkeit, sondern auch eine »Versuchssiedlung«.
Hier sollten neue Maßstäbe für rationelles Bauen gesetzt
werden. Die weiträumige Wohnanlage, die einen großflächi-
gen Innenhof umschließt, hob sich in ihrem schnörkellosen
Charakter vom zeitgenössisch immer noch dominierenden
Heimatstil deutlich ab. Dieser Stil kennzeichnete z.B. das
allerdings schon 50 Jahre früher entstandene »Arbeiterheim«
zwischen Schluder- und Hirschbergstraße für die Eisenbahn-
arbeiter der Zentralwerkstätte. Künstlerhof
Die in den 1870er Folgt man der Arnulfstraße Die 1928 – 30 errichtete GEWOFAG-
Jahren erbaute weiter in Richtung Steuben- Siedlung von Hans Döllgast, Luft-
Wohnanlage für aufnahme von 1936. Der Zeilen-
Eisenbahnarbeiter
platz lohnt es sich einen Blick
bau setzte sich in den zwanziger
wurde hundert Jahre auf das Briefzentrum (Nr. 195) Jahren durch, weil er im Gegensatz
später zugunsten zu werfen. Die in den Jahren zur »Mietskaserne« eine gleich-
einer modernen 1965 – 69 gebaute Paketpost- mäßige Belichtung und Belüftung
Wohnanlage abgeris- aller Wohnungen erlaubte und
sen. Die nach der
halle war zum Zeitpunkt ihrer
eine »Klasseneinteilung« nach
Farbe des Backsteins Entstehung die größte frei- Vorderhaus, Hinterhaus etc. ver-
auch »Rote Häuser« tragende Betonfertigteilhalle mied. Die charakteristische Block-
genannten einstöcki- der Welt und beeindruckt randbebauung im vorderen Teil
gen Häuser konnten wird »Amerikanerblock« genannt,
den Standards heuti-
durch ihre schwungvolle
weil amerikanische Kredite in der
gen Wohnens nicht Bogenkonstruktion. Gegen- Finanzierung eine Rolle spielten.
mehr entsprechen, über liegt zwischen Arnulf-
Aufnahme um 1935. und Wendl-Dietrich-Straße
die GEWOFAG-Siedlung
50 51
Neuhausen. Sie war Teil des Plans,
Ende der zwanziger Jahre der schon
damals notorischen Wohnungsnot in
München mit einem städtischen
»Gesamtbauprogramm« zu begegnen.
Planer der Siedlung war Hans Döllgast,
der das gerade erst in Mode gekom-
mene Zeilenbaukonzept in ansprechend
abwechslungsreicher Form verwirk-
lichte. Eine Besonderheit ist der Künst-
lerhof zwischen Arnulf- und Karl-Schurz-
Straße. Hier liegen mehrere Künstler-
ateliers an einem schmalen Innenhof –
eine kleine, »malerische« Idylle in der
Großstadt.

Steubenplatz
Am Steubenplatz endete bis 1957 nicht Die Vorkriegsidylle
nur die GEWOFAG-Siedlung, sondern auf der Postkarte von
1939 täuscht: 1942
auch die Arnulfstraße. Durch die Klein-
richteten die Natio-
gartenanlage zum Romanplatz führten nalsozialisten ein
nur Trambahngleise. Zum Steubenplatz Zwangsarbeiterlager
hin läuft auch der Hirschgarten in einem am westlichen Rand
des Hirschgarten-
spitzen Winkel aus. Seine Geschichte
geländes ein, das in
reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück, das menschenver-
als Kurfürst Karl Theodor einen 45 achtende System der
Hektar großen Teil des viel weiter als Ausbeutung auslän-
discher Arbeitskräfte
heute ausgedehnten Forstenrieder
einbezogen war.
Parks als Wildgehege abzäunen ließ.
Der Hirschgarten wurde schon 1790
der Allgemeinheit zugänglich gemacht,
so dass auch die Einrichtung einer
Gastwirtschaft interessant wurde.
52 53
Daraus entstand der bis heute größte
Biergarten Münchens mit rund 8 000
Plätzen. Das Waldareal wurde dagegen
im Lauf der Zeit immer wieder für
andere Nutzungen verkleinert.
Die Nationalsozialisten planten, auf
Höhe des Hirschgartens ihren neuen
Die Widmung an der
gigantischen Hauptbahnhof anzulegen Fassade der Jugend-
und holzten im Vorfeld schon einmal herberge zeigt, dass
14 Hektar Wald ab. die Jugendwanderbe-
wegung ideologisch
Durch die Umnutzung ehemaliger Bahn-
eher dem nationalen
flächen als Grün- und Erholungsgebiete Lager zuneigte.
soll der Hirschgarten nun wieder eine Schon bei der Ein-
Erweiterung erfahren. Am Birketweg weihungsfeier 1927
rief das den Protest
ist außerdem die Errichtung eines
sozialistischer
neuen Wohn- und Gewerbequartiers Jugendgruppierun-
in Planung. gen, die auf den
völkerverbindenden
Charakter einer sol-
chen Begegnungs-
Winthirplatz stätte setzten, hervor.
Die Aufschrift stand
Zurück zum Ausgangspunkt am Rot- noch bis 1998 an der
Fassade, Aufnahme
kreuzplatz gelangt man auf der Wendl-
aus den 1950er
Dietrich-Straße, die von alters her den Jahren.
Hirschgarten mit dem Dorf Neuhausen
verband. Auf dieser Achse stand auch
die »Winthirsäule«, eine Art Feldstein
aus dem 15. Jahrhundert, den man
1911 aus verkehrstechnischen Gründen
auf dem Winthirplatz aufgestellt hat.
Die Sandsteinsäule ist stark verwittert,
die an den «seligen Winthir» gerichtete
Gedenktafel nicht mehr vorhanden.

54 55
An der Wendl-Dietrich-Straße 20 trifft Literaturauswahl:
man schließlich noch einmal auf eine - Andersch, Alfred: Die Kirschen der Freiheit. Ein Bericht,
Adresse von überregionaler Bedeu- Frankfurt a.M. 1952
tung. Hier steht die 1927 eröffnete - Geschichtswerkstatt Neuhausen e.V.: Hollywood in Neuhausen,
Jugendherberge. In der Epoche der Bd. 1, München 1997
Jugendwanderbewegung war sie zu - Dies.: Nymphenburg – 100 Jahre Münchner Ausflugsort und
einer dringenden Notwendigkeit für Vergnügungsviertel, München 2003
München geworden. Bis dahin waren - Dies.: Die Nymphenburger Straße, München 2003
Jugendliche «auf Fahrt» nur in proviso- - Dies.: Spuren jüdischen Lebens in Neuhausen, München 1995
rischen Unterkünften untergebracht - Dies.: Zum Beispiel Neuhausen 1918 –1933, München 1993
worden. - Dies.: Neuhauser Werkstatt-Nachrichten, versch. Ausgaben
1998–2003
- Dies.: Neuhausen-Nymphenburg in historischen Ansichten,
Stadtteilkalender für das Jahr 2004
- Goepfert, Günter: Das Schicksal der Lena Christ, überarb. Ausgabe
Rosenheim 2004
- Grad, Andreas: Aus Neuhausens Vergangenheit, München 1959
- Horn, Heinrich/Karl, Willibald: Neuhausen. Geschichte und
Gegenwart, München 1989
- 100 Jahre Eingemeindung Neuhausen, Festschrift München 1990
- 1170 –1970 Neuhausen 800 Jahre. Offizielles Festprogramm,
München
- Neuhauser Nymphenburger Hefte, versch. Ausgaben
- 1664 –1964 Nymphenburg – 300 Jahre. Offizielle Festschrift,
München
- Richardi, Hans-Günter: Hitler und seine Hintermänner,
München 1991
- Schröther, Franz: »S’Geld muaß unter d’Leit«. Die Lebens-
geschichte von Lorenz Hauser ..., München 2002
- Stadt und Vorstadt, fotografiert von Georg Pettendorfer, hrsg. von
Richard Bauer, München 1990
- Stahleder, Helmuth: Vom Klosterhof zum Villenvorort. Gern
und die Eingemeindung von Nymphenburg am 1. Januar 1899,
München 1999

56 57
Bildnachweis:
- Altmann, Lothar & Bahnmüller, Lisa und Wilfried,
Nymphenburger Porzellan: S. 31

- Baumann, Günther: S. 23, 38

- Bayerisches Landesvermessungsamt: S. 10, 12

- Geschichtswerkstatt Neuhausen: S. 13, 14, 15, 18 (beide), 22, 24,


28, 30, 34, 35, 40, 41, 43, 47, 48, 50, 51, 53, 55

- Geschichtswerkstatt Neuhausen, Zum Beispiel Neuhausen: S. 19

- Habersetzer, Walther, Ein Münchner Gymnasium in der NS-Zeit:


S. 45

- Neuhauser Werkstatt-Nachrichten H. 5 (2000): S. 46

- Pfarramt Herz-Jesu-Kirche (Foto: Seyerlein und Seyerlein): S. 27

- Stadt und Vorstadt, hrsg. von Richard Bauer: S. 32, 36

- Stadtarchiv München: S. 20, 26, 29, 39

- Stahleder, Helmuth, Vom Klosterhof zum Villenvorort: S. 16, 33

- Monacensia-Literaturarchiv: S. 37

58
Impressum:

Landeshauptstadt München
Kulturreferat
Direktorium

Ansprechpartnerin:
Dr. Angelika Baumann
angelika.baumann@muenchen.de

Konzept & Inhalt:


Dr. Ulrike Haerendel

Inhaltliche Beratung:
Günther Baumann
Franz Schröther
Ingeborg Staudenmeyer

Redaktion:
Dr. Bernd Landau
Dr. Angelika Baumann

Grafische Gestaltung:
Heidi Sorg & Christof Leistl, München

Druck & Bindung:


J. Gotteswinter GmbH
2005

www.muenchen.de/kgp
Nymphenburg-Biedersteiner-Kanal S. 34
Dall’Armi Bürgerheim S. 33
Dachauer Straße S. 41

Taxisgarten S. 38
Nymphenburg Villenkolonie Gern S. 36
Ebenau
Fußgängerbrücke Braganzastraße S. 40
Gern
Dom-Pedro-Platz S. 39

Schloss Schlosskanal S. 28

Nymphenburg
Ludwig-Ferdinand-Brücke S. 31

Leonrodstraße S. 43

Romanstraße S. 29
Nymphenburger Straße S. 24

Winthirstraße S. 26

Platz der Freiheit S. 46

Rotkreuzplatz S. 22
Winthirplatz S. 55

Steubenplatz S. 53 Donnersbergerstraße S. 47

Künstlerhof S. 51 Neuhausen

Renatastraße S. 50

KulturGeschichtsPfad

9 Neuhausen-Nymphenburg U U-Bahn 12 Tram/Bus 12 51 Endstation Tram/Endstation Bus


Richelstraße S. 48

Kartengrundlage: Amtlicher Stadtplan der Landeshauptstadt München, © 2004 LH München Kommunalreferat Vermessungsamt
Übersichtsplan München

24

11

23
12
10

04
22
09
21 13
03

01
25 08
02 05
14
Stadtbezirk 01 Altstadt-Lehel
Stadtbezirk 02 Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt 15
Stadtbezirk 03 Maxvorstadt 07
Stadtbezirk 04 Schwabing-West 20 06
Stadtbezirk 05 Au-Haidhausen
Stadtbezirk 06 Sendling
Stadtbezirk 07 Sendling-Westpark
Stadtbezirk 08 Schwanthalerhöhe
Stadtbezirk 09 Neuhausen-Nymphenburg 17
Stadtbezirk 10 Moosach 16
Stadtbezirk 11 Milbertshofen-Am Hart
Stadtbezirk 12 Schwabing-Freimann 18
Stadtbezirk 13 Bogenhausen
Stadtbezirk 14 Berg am Laim
Stadtbezirk 15 Trudering-Riem
Stadtbezirk 16 Ramersdorf-Perlach
Stadtbezirk 17 Obergiesing 19
Stadtbezirk 18 Untergiesing-Harlaching
Stadtbezirk 19 Thalkirchen-Obersendling-
Forstenried-Fürstenried-Solln
Stadtbezirk 20 Hadern
Stadtbezirk 21 Pasing-Obermenzing
Stadtbezirk 22 Aubing-Lochhausen-Langwied
Stadtbezirk 23 Allach-Untermenzing
Stadtbezirk 24 Feldmoching-Hasenbergl
Stadtbezirk 25 Laim

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