Sie sind auf Seite 1von 11

Impfschaden: Meldung, Anerkennung,

Entschädigung
22. Juli 2017 aikos2309

Treten nach einer Impfung Symptome auf, ist es sogar für Ärzte schwer, diese richtig zu
deuten. Ärzte sind aber selbst im Verdachtsfall auf eine Impfkomplikation dazu verpflichtet,
diese dem Gesundheitsamt zu melden. Dieser Verpflichtung wird jedoch oft nicht
nachgekommen.

Impfschäden werden selten anerkannt und daher auch nicht entschädigt, da Beweise fehlen,
die aber von vornherein fast unmöglich zu erbringen sind. Der Teufelskreis der geforderten
Evidenz beginnt und zahllose Impfgeschädigte bleiben auf der Strecke. Ein Urteil des
Europäischen Gerichtshofes soll ab nun die Position der Betroffenen stärken (Impfschaden
vom Europäischen Gerichtshof erstmals anerkannt).

Impfschaden: Betroffene werden oft im Stich gelassen

Es gibt wohl kaum ein anderes medizinisches Thema, das derart heiss diskutiert wird wie das
Thema „Impfung“. Während Impfverfechter Impfungen für eine der essentiellsten
Errungenschaften der Medizingeschichte halten und Impfunwillige – z. B. durch Einführung
der Impfpflicht – am liebsten kriminalisieren würden, zweifeln Impfgegner die Sinnhaftigkeit
von Impfungen grundsätzlich an.

Mittendrin werden die sogenannten Impfkritiker angesiedelt, die für eine individuelle
Impfentscheidung plädieren und insbesondere deshalb unangenehm auffallen, da sie sich
umfassend informieren möchten und in Folge schlichtweg zu viele Fragen stellen – darunter
nicht selten Fragen, die selbst Ärzte überfordern.

Wer nun aber denkt, dieses sei ein Phänomen unserer Zeit, irrt gewaltig, denn es ist genauso
alt wie die Impfung selbst. Die Impfskepsis wurde insbesondere dadurch vorangetrieben, dass
sich immer wieder auch Geimpfte unter den Opfern fanden und diverse Impfstoffe selbst
nachweislich zur Erkrankung und zum Tod zahlloser Menschen führten.

Inzwischen sind wir zwar im 21. Jahrhundert angekommen, doch noch immer gibt es
Hinweise, die dazu führen, die Wirksamkeit und die Sicherheit von Impfungen anzuzweifeln,
wozu hauptsächlich die immer wieder auftretenden Nebenwirkungen und Impfschäden
gehören.

Besonders problematisch erscheint in diesem Zusammenhang, dass Impfgeschädigte und


Mitbetroffene meist nicht nur alleingelassen, sondern auch noch alles andere als
ernstgenommen werden. Denn kommt es durch Impfstoffe zu Schäden, sind
Pharmaunternehmen, Ärzte, Sachverständige und Gerichte selten dazu bereit, diese
anzuerkennen und die Betroffenen dafür zumindest finanziell zu entschädigen.
Was ist ein Impfschaden?

Bevor wir das soeben angeschnittene Thema vertiefen, sollten damit zusammenhängende
Begriffe genau definiert werden:

1. Impfreaktion:

Hierbei handelt es sich um kurzzeitige (wenige Tage) und vorübergehende Lokal- und
Allgemeinreaktionen. Dazu zählen leichtere Nebenwirkungen wie z. B. Schmerzen,
Schwellung und Spannung an der Injektionsstelle, leichtes Fieber, Abgeschlagenheit, Magen-
Darm-Beschwerden, Kopf– und Gliederschmerzen.

2. Impfkrankheit:

Tritt nach der Impfung eine leichte Form jener Infektionskrankheit auf, gegen die geimpft
wurde, wird diese als Impfkrankheit bezeichnet, z. B. Impfmasern. Sie kann auch erst
Wochen nach der Impfung auftreten.

3. Impfkomplikation:

Geht eine Impfreaktion über das übliche Ausmass hinaus, spricht man von einer
Impfkomplikation, die mehr oder minder ausgeprägt sein kann. Sie kann durch
den Impfstoff selbst verursacht sein, sie kann von ihm ausgelöst werden, sie kann
vorübergehend sein oder aber auch zu bleibenden Schäden sowie zum Tod führen. Bei einer
Impfkomplikation ist zumindest eine vorübergehende Therapie notwendig, was bei der
Impfreaktion eher noch nicht der Fall ist.

4. Impfschaden:

Der Terminus „Impfschaden“ ist kein medizinischer, sondern ein rechtlicher Begriff, der
erstmals im Bundes-Seuchengesetz (BSeuchG) von 1961 definiert wurde. Laut §
2 Infektionsschutzgesetz (IfSG) handelt es sich um „die gesundheitliche und wirtschaftliche
Folge einer über das übliche Ausmass einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen
Schädigung durch die Schutzimpfung…“ Von einem Impfschaden ist erst dann die Rede,
wenn eine Impfkomplikation als solche anerkannt wurde. Nur mit dieser Anerkennung ist eine
finanzielle Entschädigung möglich. Dies gilt allerdings nur für staatlich empfohlene
Impfungen (Neue Zwangsimpfung in Deutschland und Italien – Impfkritische Ärzte sterben
plötzlich).

Zu den Impfkomplikationen bzw. -schäden könnten beispielsweise bei Kindern eine


psychomotorische Entwicklungsverzögerung gehören, aber auch Diabetes Typ 1, Autismus
oder Todesfälle. Wenn Sie sich für die bisher gemeldeten Verdachtsfälle von
Impfkomplikationen interessieren und sich einen Überblick verschaffen möchten, empfehlen
wir Ihnen die folgenden Links:

 UAW-Datenbank / Serious Adverse Events (SAE) Database


 Europäische Datenbank gemeldeter Verdachtsfälle von Arzneimittelnebenwirkungen

Impfschaden: Der Lübecker Totentanz

Wie viele Menschen im Laufe der Geschichte durch Impfungen erkrankt und gestorben sind,
kann heute nicht mehr nachvollzogen werden. Das sogenannte Lübecker Impfunglück – auch
bekannt als Lübecker Totentanz – stellt einen der ersten diesbezüglichen Fälle dar, die vor
Gericht im Rahmen des so bezeichneten Calmette-Prozesses ausgetragen wurden.

Im Jahr 1930 wurden in Lübeck 256 Babys (etwa 84 Prozent aller Neugeborenen) oral gegen
Tuberkulose geimpft. Dieser Massenimpfung gingen grosse Werbekampagnen voran, um die
Eltern der Kinder davon zu überzeugen, dass sie fahrlässig handeln würden, falls sie sich
dagegen entscheiden sollten (Polnische Studie beweist – Impfstoffe haben keine historischen
Verdienste, verursachen aber neurologische Schäden).

Die Folgen der Impfaktion waren verheerend: 131 Impflinge erkrankten und litten zum Teil
ihr ganzes Leben lang an chronischen Folgeschäden (z. B. starke Schwerhörigkeit) und 77
Babys fanden den Tod. Die Prozessführung gestaltete sich als besonders schwierig, da
Juristen über einen Sachverhalt zu entscheiden hatten, über den sich sogar die medizinischen
Sachverständigen nicht einig waren.

Letztendlich wurde von fünf Angeklagten nur der Hersteller und Tuberkulose-Forscher Georg
Deycke wegen fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Tötung zu zwei Jahren
Gefängnis verurteilt. Der ebenfalls beteiligte Internist Ernst Altstaedt wurde hingegen
aufgrund derselben Vergehen lediglich zu 15 Monaten Haft verurteilt, kam nach nur sieben
Monaten wieder frei und durfte weiterhin seinem Beruf als Arzt nachgehen.

Der Schuldspruch basierte darauf, dass der Impfstoff in einem ungeeigneten Labor kultiviert
worden sei und man auf Tierversuche verzichtet hätte.

Dazu sei gesagt, dass der damalige Amtsgerichtsrat Wibel mit den gesellschaftlich gut
situierten und gesellschaftlich anerkannten Angeklagten sympathisierte und es ohne Druck
der empörten Öffentlichkeit gar nie zu einem Prozess bzw. einer Verurteilung gekommen
wäre. Wibel begann 1932 Selbstmord.
Zulassung: Wie sicher sind Impfstoffe heute?

Vonseiten der Impfverfechter werden Ereignisse wie diese natürlich als Einzelfälle abgetan,
zudem wird darauf verwiesen, dass der jeweilige Impfstoff inzwischen sowieso nicht mehr
angewandt wird und dass Impfungen grundsätzlich mehr Leben retten als vernichten. Es mag
stimmen, dass sich das Lübecker Impfunglück vor nun bald 100 Jahren ereignet hat, aber zum
Zeitpunkt der Verabreichung hat noch keiner geahnt, welche Folgen diese haben würde.

Mittlerweile kommen ständig neue Impfstoffe auf den Markt und es stellt sich dahingehend
natürlich die Frage, ob diese wirklich ausreichend überprüft wurden und derart sicher sind,
wie vonseiten der Impfverfechter proklamiert wird. Denn es ist ein Fakt, dass an
den klinischen Tests, die für die Zulassung eines neuen Medikaments bzw. Impfstoffes
notwendig sind, laut der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft im Schnitt nur
1.500 Probanden teilnehmen.

Dazu kommt, dass Kinder, kranke und auch alte Menschen von den Studien in der Regel
ausgeschlossen werden, sodass in Bezug auf diese Personengruppen zum Zeitpunkt der
Zulassung überhaupt keine Daten vorliegen. Es gibt genügend Beispiele, die klar zeigen, dass
Impfstoffe trotz des inzwischen angeblich so hohen wissenschaftlichen Standards immer
wieder zu Komplikationen führen.

Keine Impfung ist risikolos

So haben Studien etwa ergeben, dass eine Grippe-Impfung zum Guillain-Barré-Syndrom


führen kann und die Impfung gegen Rotaviren das Risiko für Darmeinstülpungen bei
Säuglingen erhöht.

Darüber hinaus wird vonseiten der Forschung auch die Wirksamkeit von Impfungen in Frage
gestellt. Eine im Jahr 2017 veröffentlichte dänische Studie, durchgeführt vom Research
Centre for Vitamins and Vaccines, hat gezeigt, dass die DPT-Impfung (Diphtherie,
Wundstarrkrampf, Keuchhusten) bei Kindern in Guinea-Bissau (Afrika) in den 1980er Jahren
alles andere als zum gewünschten Ziel geführt hat. In der Gruppe der Impflinge war die
Sterblichkeit nämlich 5- bis 10-mal höher als in der Gruppe der nicht geimpften Kinder.
Ein weiterer Hinweis, dass Impfstoffe oft nicht das halten, was anfänglich versprochen wird,
ist, dass viele von ihnen nach einer Weile nicht mehr empfohlen oder gar verboten werden,
also die Zulassung verlieren. So wurde in den USA z. B. ein vorher empfohlener Rotaviren-
Impfstoff (Rotashield) aufgrund der zahlreichen Komplikationen – darunter Todesfälle von
Babys – oder der Sechsfach-Impfstoff Hexavac – angeblich wegen des fehlenden
Impfschutzes – nach umfangreichem Einsatz wieder vom Markt genommen.

Wie sieht es nun aus, wenn man selbst oder Familienangehörige von einem Impfschaden
betroffen ist, man also nach einer Impfung krank wird und womöglich bleibende Schäden
davonträgt?

Impfschaden: Die Kriterien der WHO

Damit ein Impfschaden anerkannt wird, müssen diverse Kriterien erfüllt werden, z. B. jene,
die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgegeben wurden. Dazu zählen:

 der zeitliche Zusammenhang


 das Fehlen anderer Auslöser
 die für den jeweiligen Impfstoff typischen Symptome
 die für den jeweiligen Impfstoff pathophysiologisch erklärbaren Symptome

Spätestens jetzt wird klar, dass die Anerkennung eines Impfschadens einem Lotteriespiel
ähnelt. Denn wenn die Symptome nicht gleich nach der Impfung auftreten, was durchaus
möglich ist, von Sachverständigen andere Umstände dafür verantwortlich gemacht werden
oder die Symptome als untypisch bzw. im Zusammenhang mit der Impfung als nicht erklärbar
eingestuft werden, stehen die Chancen für die Anerkennung eines Impfschadens schlecht.

Wenn Labormethoden und apparative Einrichtungen an ihre Grenzen stossen, auch weil
Mediziner gar nicht wissen, wonach sie eigentlich suchen sollen, und in Folge keine
messbaren Daten erhoben werden können, die den Zusammenhang zwischen der Impfung und
dem Schaden offenlegen können, wird der Willkür Tür und Tor geöffnet. Gerechte Urteile –
und die betroffene Familie – bleiben somit meist auf der Strecke.

Impfschaden: Der Kampf um das Recht


Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat nun im Juni 2017 ein Urteil gefällt, das in
Medizinerkreisen für viel Unmut, Unverständnis und Protest gesorgt hat. Laut diesem reichen
nämlich ernsthafte Indizien völlig aus, um die Beweislast zugunsten eines impfgeschädigten
Menschen umzukehren. Das bedeutet, dass die eben genannten Kriterien keineswegs –
zumindest nicht alle – zum Tragen kommen müssen, damit ein Impfschaden vonseiten des
Gerichts anerkannt werden kann.

Doch rollen wir den Fall zum besseren Verständnis kurz auf: Ein Franzose liess sich Ende
1998, im Januar 1999 sowie im Juli 1999 – also dreimal – mit einem Impfstoff des
Unternehmens Sanofi Pasteur MSD gegen Hepatitis B impfen. Im August 1999 traten bei ihm
Symptome auf und im November 2000 folgte die Diagnose: Multiple Sklerose.

Im Jahr 2006 verklagte der Erkrankte samt drei Familienmitgliedern den Hersteller auf
Schadenersatz. Der Patient durfte das Urteil leider nicht mehr miterleben: Er starb am 30.
Oktober 2011. Doch seine Angehörigen liessen sich davon nicht beirren und kämpften weiter
für das Recht des Verstorbenen. Zunächst wurde die Klage von französischen Gerichten
abgewiesen, da es für eine Multiple Sklerose als Folgeschaden einer Hepatitis-B-Impfung
keinen wissenschaftlichen Nachweis gab (Gates-Stiftung: Angst vor der großen Seuche –
Anklage wegen illegalen Impfstoff-Tests).

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes

Die Klage landete vor dem Kassationsgerichtshof in Paris. Die Angehörigen pochten darauf,
dass die Impfung als Ursache eines Schadens anzuerkennen sei, da erstens ein enger zeitlicher
Zusammenhang bestehe und zweitens eine familiäre Vorbelastung ausgeschlossen werden
könne. Vom Kassationsgerichtshof wurde der Fall schliesslich im November 2015 an
den Europäischen Gerichtshof weitergereicht.

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes lautete, dass Produktfehler auch bei fehlendem
wissenschaftlichem Konsens durch klare und übereinstimmende Indizien bewiesen werden
können. Es muss demnach kein kausaler Zusammenhang zwischen einer Impfung und den
Symptomen einer Erkrankung nachgewiesen werden. Darüber hinaus wurde darauf
verwiesen, dass Studien bereits auf ein erhöhtes Multiple-Sklerose-Risiko durch Hepatitis-B-
Impfungen hingewiesen hätten.

Dieses Urteil könnte dazu führen, dass zukünftig die Beweislast für Betroffene gesenkt wird.
Dies trifft insbesondere dann zu, wenn Geschädigte Schmerzensgeld vor einem Zivilgericht
geltend machen wollen. Bisher musste der Betroffene nicht nur beweisen, dass er einen
Schaden erlitten hat, der sich nicht zuvor gezeigt hat, sondern auch noch die Kausalität
zwischen der Impfung und dem eingetretenen Schaden belegen. Ein einziges fehlendes Glied
in der Beweiskette reichte aus, um die Klage im Keim zu ersticken.

Ausserdem könnte europäischen Gerichten mehr Verantwortung zufallen, wenn es darum


geht, zu entscheiden, ob der Zusammenhang zwischen einer Impfung und einer Erkrankung
denkbar und plausibel eingestuft werden kann, selbst wenn diese Einschätzung nicht mit dem
medizinischen Forschungsstand übereinstimmt.

Impfschaden: Kritiker missbilligen das Urteil des Europäischen Gerichtshofes

Kurze Zeit, nachdem das Urteil des Europäischen Gerichtshofes verkündet wurde, hagelte es
natürlich harsche Kritik. Verwundert es, dass diese vordergründig von Medizinern
ausgesprochen wurde, obgleich in besagtem Fall weder ein Arzt noch eine Behörde, sondern
ein Impfstoffhersteller verklagt worden war?

So wird beispielsweise eingewandt, dass bei einer blossen Vermutung, dass ein Impfschaden
vorliege, die Beweislast auf Seiten der Kläger reduziert werde. Auf diese Weise werde die
Öffentlichkeit verunsichert, da das Urteil allen Forschungserkenntnissen zum Trotz
suggeriere, dass derartige Impfschäden als wahrscheinlich einzustufen seien.

Hierbei wird natürlich völlig ignoriert, dass die Öffentlichkeit längst verunsichert IST und
dass die Wahrscheinlichkeit von Impfschäden ja in der Tat gegeben ist.

Thomas Mertens, Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Ulm und
Vorsitzender der Ständigen Impfkommission, äusserte sich gegenüber dem Science Media
Center in Deutschland dazu wie folgt:

„Ein solches Vorgehen verstösst eklatant gegen gute wissenschaftliche Praxis und schadet im
speziellen Fall der Akzeptanz einer ausserordentlich segensreichen Impfung, die sogar bei
entsprechender weltweiter Anwendung das Potential hätte, die Hepatitis B auszurotten.“

Erstens steht es in Bezug auf das Gerichtsverfahren nicht einmal zur Debatte, welches
Potential die Impfung hätte, zweitens gibt es bereits Studien, die gezeigt haben, dass die
Hepatitis-B-Impfung zu Komplikationen führen kann und drittens wird einfach übergangen,
dass die Impfung nicht für jeden Geimpften segensreich sein muss.

Die Forscherin Cornelia Betsch von der Universität Erfurt liess hingegen verlauten, dass
Impfgegner diesen Fall als Präzedenzfall nutzen und sich darauf berufen könnten, dass es
keiner Evidenz bedarf, um einen Impfschadensfall zu proklamieren. Zu dieser fragwürdigen
Unterstellung sei nur gesagt, dass alle Argumente für die Evidenz einen Teufelskreis
darstellen, der hier nur dazu dient, um Betroffene zu diskreditieren.

Impfkomplikationen: Wie ernst wird die Meldepflicht genommen?

Vorneweg sei gesagt, dass es äusserst schwer ist, sich über gemeldete Impfkomplikationen,
anerkannte Impfschäden und eventuell erfolgte Entschädigungen sowie deren Höhe einen
Überblick zu verschaffen. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass die Dunkelziffer in
puncto Impfkomplikationen sehr hoch ist, zumal Folgeschäden vonseiten der Ärzte oft gar
nicht mit der Impfung in Zusammenhang gebracht werden (wollen).

Obgleich in Deutschland für Ärzte seit 2001 die im IfSG (Infektionsschutzgesetz) verankerte
„Meldeverpflichtung eines Verdachtes einer über das übliche Ausmass einer Impfreaktion
hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung“ gibt – dasselbe gilt für Österreich und die
Schweiz – wird dieser in vielen Fällen überhaupt nicht nachgekommen.

Eigentlich müsste sofort das Gesundheitsamt informiert werden, wenn Symptome in einem
ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung stehen könnten und über eine Impfreaktion
hinausgehen. Doch die Grenze zwischen Impfreaktion und Impfkomplikation verläuft
fliessend, sodass die Einstufung nicht selten von der Einstellung des jeweiligen Arztes
abhängt.

Laut Dr. Johann Loibner, selbst Arzt für Allgemeinmedizin und gerichtlich beeideter
Sachverständiger, kommt es überaus häufig vor, dass Impfkomplikationen von Ärzten
bagatellisiert werden, um am Prinzip der Impfungen keine Zweifel aufkommen zu lassen. Er
kritisiert ausserdem, dass die Impfindustrie über die Ärztekammern auf solche Ärzte, die
öffentlich Kritik am Impfwesen äussern, Druck ausüben (Hersteller und Regierung in Japan
angezeigt: HPV-Impfstoff verursachte bei 3000 Frauen schwere Schädigungen).

Impfschäden werden nur selten anerkannt

Beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI), dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische


Arzneimittel, gingen von 2005 bis 2009 über 10.600 Hinweise auf mögliche Nebenwirkungen
von Impfstoffen ein. Dazu zählten auch Impfreaktionen wie Fieber, Kopf- und
Gliederschmerzen, Übelkeit oder Rötungen am Einstich.

213 der Betroffenen erlitten nachweislich bleibende Schäden und 183 Fälle endeten tödlich.
1.036 Patienten oder ihre Verwandten beantragten eine Anerkennung als Impfschaden. Davon
wurden jedoch lediglich 169 bewilligt.

Impfverfechter weisen sehr gerne darauf hin, dass in dieser Zeitspanne mehr als 211
Millionen Impfdosen verabreicht wurden, um die Ungefährlichkeit von Impfungen zu
unterstreichen und die eingetretenen Schäden in den Hintergrund zu drängen. In Wahrheit
schmälert diese Zahl aber keineswegs das Leid der Opfer und Angehörigen, denn dieses wird
durch diese Anmerkung in keinster Weise abgeschwächt.

Die Zahlen des Jahres 2015 zeigen, dass im Vergleich zu den vorangegangen Jahren noch
mehr Impfkomplikationen gemeldet wurden: Dem PEI wurden insgesamt 11.779
unerwünschte Reaktionen zugetragen, aber nur 3.919 wurden als Verdachtsfälle eingestuft.
Dabei handelte es sich bei fast 35 Prozent um schwerwiegende Fälle. 58 Menschen trugen
bleibende Schäden davon, 18 Meldungen betrafen Todesfälle. Abgesehen von 6 Fällen eines
Abszesses sei laut PEI kein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Impfung und den
Schäden festzustellen.

In Österreich wurden in den Jahren 2005 bis 2009 offiziell überhaupt nur 15 Impfschäden
anerkannt. Vier davon wurden durch die inzwischen nicht mehr empfohlene BCG-Impfung
(Tuberkulose) ausgelöst und einer durch eine Pockenimpfung. Bedenken Sie dabei, dass von
der Meldung bis hin zur Ablehnung bzw. Anerkennung viele Jahre vergehen können.
In der Schweiz gibt es im Übrigen bis zum heutigen Tag keinen einzigen anerkannten
Impfschaden.

Skandinavische Länder gehen mit gutem Beispiel voran

Der Impfstoff Pandemrix, der gegen die Schweinegrippe eingesetzt wurde, soll laut der
EudraVigilance-Datenbank der Europäischen Arzneimittelagentur zwischen 2009 und 2015
bei mehr als 1.300 Menschen eine Narkolepsie (Schlafkrankheit) ausgelöst haben.

Zwei skandinavische Länder machten Nägel mit Köpfen: Schweden sprach den mehr als 300
anerkannten Opfern eine Entschädigung von bis zu einer Million Euro zu, während Finnland
die Betroffenen mit insgesamt 22 Millionen Euro entschädigte. Sie stützten damit die innere
Überzeugung, dass ein Staat, der seinen Bürgern dringend eine Impfung nahelegt, auch für die
negativen Folgen dieser Empfehlung einstehen müsse.

In Deutschland zeigte man sich hingegen bezüglich der Anerkennung diesbezüglicher


Impfschäden mehr als zurückhaltend. So wurden z. B. in Hessen 15 Anträge gestellt, 11
davon wurden sofort abgelehnt. Über die verbliebenen vier Anträge und viele weitere aus den
anderen Bundesländern sollte erst in Folge einer bundesweiten Studie des PEI entschieden
werden.

Die besagte Studie ergab, dass die Narkolepsie-Rate bei unter 18-Jährigen zwar seit 2009
angestiegen sei, jedoch schon vor Beginn der Impfungen. Somit hielt man es nicht für
angebracht, einen Zusammenhang anzuerkennen. In diesem Sinne erhärtet sich aber die
Frage, warum der Impfstoff Pandemrix seitdem in der EU nicht mehr eingesetzt wird, zumal
ja bestritten wird, dass dieser mit den gemeldeten Narkolepsie-Fällen etwas zu tun hatte.

Der Impfschaden als lästiger Zwischenfall

Dass das Leben derart vieler Menschen – wie im Falle der Lübecker Säuglinge – auf einen
Schlag zunichtegemacht wird, hat durchaus Seltenheitscharakter. Doch was ist mit all den
Impfgeschädigten unserer Zeit? Denn wenn Impfkomplikationen örtlich und zeitlich nicht
gehäuft auftreten und einzelne Menschen betreffen, die einander gar nicht kennen, ist es
natürlich viel schwerer, Gehör und Aufmerksamkeit zu finden.

Und so fallen Betroffene still und leise durch das Raster des Nutzen-Risiko-Verhältnisses und
werden als unangenehme Zwischenfälle wahrgenommen, die am besten unter den Teppich
gekehrt und totgeschwiegen werden. Besonders schlimm erscheint, dass sich seit dem
Lübecker Impfunglück zahlreiche Dinge bis zum heutigen Tag überhaupt nicht verändert
haben.

Denn es ist bei Verdacht auf einen Impfschaden noch immer quasi unmöglich, diesen
nachzuweisen, einen Verantwortlichen zu finden, gegen die Lobbyisten aufzubegehren und
sich vor Gericht einen Anspruch auf Entschädigung zu erkämpfen.

Nichtsdestotrotz hat das Urteil des Europäischen Gerichtshofes gezeigt, dass Mut und
Durchhaltevermögen auch dann zum gewünschten Ziel – nämlich zur Anerkennung eines
Impfschadens – führen können, wenn die Lage im Hinblick auf das scheinbar übermächtige
Gegenüber lange aussichtslos erscheinen mag.

Hier können Sie Impfkomplikationen melden


Sollte also auch nur der kleinste Verdacht bestehen, dass Sie oder Ihre Kinder oder andere
Familienangehörige einen Impfschaden erlitten haben, melden Sie dies dem zuständigen Arzt,
der laut Gesetz die Pflicht hat, dies an das Gesundheitsamt weiterzuleiten.

Unterlässt Ihr Arzt dies, würde ihm (meist rein theoretisch) ein Bussgeld von bis zu 25.000
Euro drohen. Lassen Sie sich weder abwimmeln noch mit Worten trösten, dass die Impfung
damit ganz gewiss nichts zu tun hat.

Das Gesundheitsamt informiert dann das PEI und in Folge wird von den Experten
des Referats Arzneimittelsicherheit in Bezug auf die gemeldeten und eventuell recherchierten
Informationen geprüft, ob ein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung als gesichert,
wahrscheinlich, möglich oder unwahrscheinlich eingestuft wird oder auch wegen fehlender
Daten gar nicht beurteilt werden kann.

Des Weiteren haben Sie die Möglichkeit, aktiv zu werden und sich selbst an das jeweilige
zuständige Amt zu wenden. Die Formulare und weitere Anweisungen finden Sie unter den
folgenden Links:

Deutschland:

 Paul-Ehrlich-Institut: Meldeformulare Impfschaden


 Robert Koch-Institut: Impfsicherheit

Österreich:

 Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG): Meldeformulare


Impfschaden

Schweiz:

 Bundesamt für Gesundheit (BAG): Impfschaden-Meldung Schweiz

Impfschaden: Antrag auf Entschädigung

Ist der Impfschaden gemeldet, können Sie einen Antrag auf Impfschadensentschädigung
stellen. Wenden Sie sich hierbei an das zuständige Versorgungsamt (Bundessozialamt), das
Ihnen das offizielle Antragsformular übermittelt.

Beim Ausfüllen des Formulars sollten Sie sich unbedingt von Experten, z. B. von einem auf
das Impfrecht spezialisierten Anwalt oder auch vom Bundesverband Impfschaden helfen
lassen.

Der ausgefüllte Antrag wird dann dem Versorgungsamt per Einschreibebrief zugesandt. Mit
dem Antrag wird automatisch ein Verfahren eingeleitet. Das Versorgungsamt stellt einen oder
auch mehrere Gutachter, die den Fall prüfen. Auf die Wahl des Gutachters haben Sie in der
Regel keinen Einfluss, Sie können aber versuchen, einen solchen vorzuschlagen. Ein sehr
kostspieliges, privat in Auftrag gegebenes Gutachten ist erst dann zu empfehlen, wenn der
Antrag abgelehnt wurde.

Wird der Impfschaden anerkannt, steht Ihnen bzw. den Angehörigen eine
Entschädigungsleistung zu. Dazu zählen z. B. die Krankenbehandlung und/oder eine
Beschädigtenrente bis hin zur Hinterbliebenenrente. Führt das Gutachten aber dazu, dass
Ihnen keine Entschädigung zugestanden wird, was leider meistens der Fall ist, können Sie
gegen den Bescheid Berufung einlegen. Es wird erneut ein Gutachten erstellt, wobei ein
ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung voraussichtlich wiederum bestritten werden
wird.

Bis hierher kostet Sie Ihr Antrag auf Entschädigung nichts, ausser Sie haben in puncto
Formular einen Juristen hinzugezogen.

Impfschaden: Klage vor dem Sozialgericht

Nun steht es Ihnen frei, ob Sie sich der Ablehnung fügen oder auf privatem Wege durch
Klage vor dem Sozialgericht Ihr Recht durchsetzen möchten. Hierzu sei aber gesagt, dass Sie
für die Kosten selbst aufkommen müssen. Wenden Sie sich auch hier unbedingt an einen
Fachanwalt, der sich auf das Impfrecht spezialisiert hat.

Es muss zunächst geklärt werden, gegen wen Sie als Geschädigte/r einen Anspruch auf
Entschädigung zur Kompensation des eingetretenen Schadens haben. Ist es – wie im bereits
beschriebenen Fall – ein Pharmaunternehmen oder ist es der impfende Arzt und/oder der
Staat? (Bill Gates: „Impfen ist die beste Art der Bevölkerungsreduktion“ (Video))

Auf diesem Wege sind schon einige Menschen zu Ihrem Recht gelangt. Zu den anerkannten
Impfschäden zählen z. B.:

 Poliomyelitis-Schutzimpfung (Kinderlähmung): Hirnschaden mit Störungen des


Bewegungsvermögens sowie der geistigen Entwicklung und Anfallsleiden –
Landessozialgericht Brandenburg (2016)
 Sechsfach-Impfung (Tetanus, Diphtherie, Pertussis, HIB, Hepatitis B und Polio):
Anfallsleiden mit Entwicklungsretardierung – Landessozialgericht Bayern (2015)
 Pertussis-Impfung: Epilepsie – Landessozialgericht Berlin-Brandenburg (2006)