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mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Studiendekanat für wissenschaftliche Studien, Grafik: Excellent backgrounds/shutterstock.

com, Layout: Seraina Brugger

DissertantInnen-
kolleg 2018
Do, 17. Mai 2018, 9–18 Uhr
Fr, 18. Mai 2018, 9–15 Uhr
Fanny Hensel-Saal
Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien
Mehr Infos unter +43 1 711 55 2041, zacsek@mdw.ac.at
mdw.ac.at/93
DissertantInnenkolleg
Mai 2018

Seit dem Jahr 2007 bietet die mdw ihren DissertantInnen die Möglichkeit, in
regelmäßig stattfindenden DissertantInnenkollegs ihre Dissertationsprojekte
öffentlich zu präsentieren.

Die DoktorandInnen stellen ihre Arbeiten vor und referieren dabei über ihre
Thesen, um sich danach den Diskussionen mit ExpertInnen der wissenschaft-
lichen MitarbeiterInnen des Hauses zu stellen und deren Fragen zu beantwor-
ten.

Das DissertantInnenkolleg des Studienjahres 2017/18 findet am 17. + 18. Mai


2018 im Fanny Hensel-Saal, Raum C EG 13, Anton-von-Webern-Platz 1, 1030
Wien statt, wozu Sie sehr herzlich eingeladen sind.

Mag.a Ulrike Sych ao.Univ.-Prof.in Dr.in


Rektorin Cornelia Szabó-Knotik
Studiendekanin für
wissenschaftliche Studien
Do, 17. Mai 2018

09:00 Uhr Kaffee

09:15 Uhr Begrüßung


durch die Rektorin Mag.a Ulrike Sych und die
Studiendekanin ao.Univ.-Prof.in Dr.in Cornelia Szabó-Knotik

09:30 Uhr Mag.a Elisabeth HOBMAIR


Explorative Untersuchung eines Modells musiktherapeuti-
scher Meta- und Behandlungsebenen sowie Erarbeitung einer
systematischen und einheitlichen Nomenklatur der einzelnen
Meta- und Behandlungsebenen innerhalb der Musiktherapie

10:30 Uhr Mag.a Pei-Yu CHANG


Das Dao des Dirigierens

11:30 Uhr Mag.phil. Frederik DÖRFLER


HipHop-Musik aus Österreich

12:30 Uhr Pause

13:30 Uhr Krista PYYKÖNEN, MMusED, MMus


The Legacy of Applied Participatory Music Practices with
Elderly People as a Resource for Healthcare Professionals

14:30 Uhr Mag.art. Werner HACKL


Karl Etti (1912–1996)

15:30 Uhr Mag.art. Dietmar HELLMICH


Maschinen-Musik am Beispiel von Max Brand, Fritz Heinrich
Klein und Edmund Meisel

16:30 Uhr Mag.a Jinson KIM


Musizieren lernen
Fr, 18. Mai 2018

09:00 Uhr Kaffee

09:15 Uhr Mag.a Marija PODNAR, Bakk.a


Gesundheitliche Belastungen von InstrumentalistInnen mit
asymmetrischen Spielhaltungen – neue Möglichkeiten der
Prävention und Therapie.

10:15 Uhr Alexandra TÜRK-ESPITALIER, MSc, Dipl.mus.,


Dipl.mus.päd.
Die Auswirkungen von Krafttraining der Ausatemmuskulatur
auf die Spielleistung von Trompetern

11:15 Uhr Pause

11:30 Uhr Mag.a Akiko YAMADA


Das Klavier als Medium kultureller Translation in Japan

12:30 Uhr Mag.art. Richard GRAF


Kompositionspädagogik – Methoden und Perspektiven

13:30 Uhr Nachbesprechung mit anschließendem Umtrunk


Donnerstag, 17. Mai 2018 – 9:30 Uhr

Mag.a Elisabeth HOBMAIR


Explorative Untersuchung eines Modells musiktherapeutischer Meta- und Behandlungsebe-
nen nach Stegemann sowie Erarbeitung einer systematischen und einheitlichen Nomenklatur
der einzelnen Meta- und Behandlungsebenen innerhalb der Musiktherapie

Chair: ao.Univ.-Prof.in Dr.in Margareta Saary


Diskutant: ao.Univ.-Prof. Mag.phil. Dr.phil. Matthias Bertsch

Stegemann geht von terminologischen Schwierigkeiten in der Verwendung von Begriffen wie
Verfahren, Methode oder Technik, sowohl in etablierten Psychotherapien, wie auch innerhalb
künstlerischer Verfahren, wie der Musiktherapie, aus und konstatiert, dass dies die Vergleich-
barkeit zwischen verschiedenen Therapieformen erschwert und häufig unklar bleibt, von
welchen Interventionsebenen gesprochen wird.
Vor diesem Hintergrund erarbeitete Stegemann eine Kategorisierung von Meta- und
Behandlungsebenen als Vorschlag einer Systematisierung, vorliegend für die Musiktherapie.
Hypothese: Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass die von Stegemann beschrie-
benen musiktherapeutischen Meta- und Behandlungsebenen auf jede beliebige musikthera-
peutische Therapieeinheit anwendbar sind und deren Matrix darstellen. Fraglich ist jedoch,
inwiefern die beschriebenen musiktherapeutischen, respektive psychotherapeutischen, Meta-
und Behandlungsebenen, sowohl in der Praxis, als auch in der Fachliteratur, mit denselben
Begrifflichkeiten benannt werden.
Die Beantwortung, der sich aus der Hypothese ergebenden Forschungsfragen, erfolgt durch
Literaturrecherche und eine explorative Untersuchung auf Basis der qualitativen Sozialfor-
schung, im Rahmen derer, Leitfadeninterviews mit MusiktherapeutInnen durchgeführt werden.
Deren Aussagen werden anhand von Kriterien, vorliegend der Meta- und Behandlungsebenen,
ausgewertet (z. B. Grundorientierung, Verfahren, Methode, Intervention, Technik etc.).
Schlüsselbegriffe: Meta- und Behandlungsebenen – Musiktherapie – Psychotherapie –
theoretische Grundlagen der Musiktherapie – Modelle der Musiktherapie – Anwendungsfelder
der Musiktherapie – Schulen der Musiktherapie - qualitative Sozialforschung

Fachbereich: Musiktherapie
Erstbetreuer: Univ.-Prof.Dr.med.Dr.sc.mus. Thomas Stegemann
Zweitbetreuerin: Dr. Sandra Lutz Hochreutener – Zürcher Hochschule der Künste

Bisherige Studien: Diplomstudium Musiktherapie an der mdw


Arbeitsschwerpunkte, bisherige und derzeitige Tätigkeiten: Musiktherapeutin am Landeskran-
kenhaus Vöcklabruck (2012). Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
bei der DGVT, Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie, mit verhaltenstherapeutischem
Schwerpunkt (seit 2012). Im Kontext der Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychothe-
rapeutin Tätigkeit an der Universitätsklinik Ulm.
Aktuell psychotherapeutische Behandlung von Kindern und Jugendlichen in einer sozialpsy-
chiatrischen Praxis.
Donnerstag, 17. Mai 2018 – 10:30 Uhr

Mag.a Pei-Yu CHANG


Das Dao des Dirigierens

Chair: ao.Univ.-Prof.in Dr.in Margareta Saary


Diskutant: Assoz.-Prof. Mag.rer.soc.oec. Dr.phil. Michael Huber

Die Orchesterleitung ist zu einer selbständigen Kunst geworden, deren Hauptziel in der indivi-
duellen Interpretation liegt. Die DirigentIn verwirklicht ihre Intentionen auch durch ihre Persön-
lichkeit. Zwischenmenschliche Interaktion mit den MusikerInnen ist die erste Voraussetzung,
um einen gelungenen Orchesterklang hervorzubringen. Dies erreicht die DirigentIn durch eine
überzeugende Interpretation, ihre künstlerische Persönlichkeit und durch eine ausgeprägte
Assoziationsfähigkeit, die sich auf die MusikerInnen übertragen und von ihnen als selbstver-
ständlich empfunden werden.
Die geistige Übertragung von einer DirigentIn auf das Orchester ist die Kernkompetenz, die
wichtigste Voraussetzung der Kommunikation. Diese Ausstrahlung resultiert aus der geisti-
gen Vorstellungskraft einer DirigentIn. Ihre Wirkung beeinflusst direkt den Klang des Orches-
ters. Dirigieren ist nicht nur äußerlicher Ausdruck, Bewegung und Sprache, sondern auch
eine Manifestation des Dao. Dao ist der Ursprung und die Essenz aller Dinge im Universum,
einschließlich der Kunst. Dao ist nicht durch Zeit und Raum begrenzt, so dass Dao zur Urkraft
von Kunst geworden ist.
Im Zentrum der Dissertation steht die Philosophie von Zhuang Zi, ihr künstlerischer Geist
und praktische Bedeutung für das Dirigieren, um den Wert dieses Geistes in konkreten künst-
lerischen Aktivitäten zu erörtern, und für die Probleme der Zusammenarbeit zwischen Diri-
gentInnen und OrchestermusikerInnen nutzbar zu machen. Der Wert der wissenschaftlichen
Arbeit liegt darin, dass sie direkt aus der Lektüre der Originalquellen und ausgewählter alter
Kommentare texthermeneutisch erschlossen wird.
Für die wissenschaftliche Auseinandersetzung der Arbeit werden westliche Theorien des
Dirigierens und Führungsverhaltens und die Philosophie des Lao Zi und Zhuang Zi untersucht,
um zusammen eine daoistische Sichtweise auf das Dirigieren zu entwickeln. Die Qualität einer
Orchesteraufführung ist ein Kulturgut im Sinn der Kulturbetriebslehre, und der Führungsstil
der DirigentIn soll die künstlerische Qualität des Orchesters und der Aufführung sicherstellen.
Die Erkenntnisse dieser Arbeit sollen Dao im Sinne von Vorstellung, Haltung und Denkweise
erklären. Hier handelt es sich nicht um eine Abstraktion der Philosophie oder eine theoretische
Abhandlung, sondern um einen Ansatz von großer praktischer Relevanz für das Dirigieren.

Fachbereich: Kulturbetriebslehre
Erstbetreuer: ao.Univ.-Prof.Mag.Dr.rer.soc.oec. Peter Tschmuck
Zweitbetreuer: Univ.–Prof.Dr. Georg Stenger, Universität Wien

Bisherige Studien: Diplome für Orchester-Dirigieren und Chorleitung an der mdw,


Meisterklasse für Orchester-Dirigieren bei Sergio Celibidache in Mainz, Deutschland, Meister-
klasse für Orchester-Dirigieren bei Leonard Bernstein in Tanglewood, U.S.A., Akademischer
Grad „Magistra der Künste“ in Musikwissenschaft an der mdw, Promotion am Institut für Philo-
sophie an der Universität Peking.
Arbeitsschwerpunkte, bisherige und derzeitige Tätigkeiten: Arbeitsschwerpunkte Sympho-
nieorchester und Oper in vielen verschiedenen Ländern. Professorin und Musikdirektorin am
Konservatorium Xian in China.
Donnerstag, 17. Mai 2018 – 11:30 Uhr

Mag.phil. Frederik DÖRFLER


HipHop-Musik aus Österreich

Chair: ao.Univ.-Prof.in Dr.in Margareta Saary


Diskutant: Univ.-Prof. Dr.phil. Alfred Smudits

Gegenstand des Dissertationsprojekts ist die Geschichte von HipHop-Musik aus Österreich,
sowie die musikalische Analyse der lokalen Adaption dieses globalen Phänomens, mit beson-
derem Fokus auf den Aspekt der „Glokalisierung“.
Die Dissertation soll erstmals eine detaillierte und umfassende Darstellung der Geschichte
von HipHop-Musik aus Österreich bieten und damit eine Lücke in der Geschichtsschreibung
österreichischer Popularmusik schließen. Darüber hinaus wird mit Hilfe von Musikanalyse ein
tieferer Einblick in die österreichische HipHop-Szene und speziell in ihre Musik angestrebt.
Dabei werden einerseits typische musikalische Charakteristika diverser HipHop-Subgenres
herausgearbeitet und andererseits soll gezeigt werden, wie diese von den HipHop-Künstle-
rInnen an das eigene kulturelle Umfeld angepasst werden. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen
demnach die ProtagonistInnen (DJs, RapperInnen, ProduzentInnen) der österreichischen
HipHop-Szene und die von Ihnen produzierte Musik. Es wird nicht nur der Werdegang der
wichtigsten österreichischen HipHop-Gruppen/KünstlerInnen nachgezeichnet, sondern mit
Hilfe von Musikanalyse, auch deren Musik untersucht.
Da meist nur spärliche oder bedingt vertrauenswürdige Unterlagen zur österreichischen
HipHop-Landschaft vorhanden sind, soll eigenes empirisches Material generiert werden. Es
ist daher ein weiteres Ziel der Arbeit, durch qualitative Leitfadeninterviews mit HipHop-Akteu-
rInnen akkurate Auskünfte aus erster Hand zu lukrieren.
Das Dissertationsprojekt entsteht in Kooperation mit dem Archiv österreichischer Popular-
musik (kurz SRA), bei dem ich als ehrenamtlicher Mitarbeiter tätig bin. Durch die umfassen-
de Sammlung von Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln, sowie von Tonträgern österreichischer
MusikerInnen, stellt das SRA eine zentrale Informationsquelle für meine Arbeit dar. Außerdem
steht mir das Archiv der Radiosendung Tribe Vibes & Dope Beats dank Stefan Trischler (Mode-
rator und Mitgestalter der Sendung) ebenfalls zur Verfügung.
Dabei wird, wie im Titel angedeutet, der „glokale“ Charakter der HipHop-Kultur und „das
Österreichische“ in der heimischen Adaption internationaler Entwicklungen untersucht und
nach Möglichkeit offengelegt.

Fachbereich: Theorie und Geschichte der Popularmusik


Erstbetreuer: ao.Univ.-Prof.Mag.phil.Dr.phil. Harald Huber
Zweitbetreuer: Assoz.-Prof.Mag.rer.soc.oec.Dr.phil. Michael Huber

Bisherige Studien: Musikwissenschaft am Institut für Musikwissenschaft, Universität Wien


Arbeitsschwerpunkte, bisherige und derzeitige Tätigkeiten: Popularmusikforschung mit spezi-
ellem Bezug auf Österreich und HipHop
Donnerstag, 17. Mai 2018 – 13:30 Uhr

Krista PYYKÖNEN, MMusED, MMus


The Legacy of Applied Participatory Music Practices with Elderly People as a Resource for
Healthcare Professionals

Chair: o.Univ.-Prof.in Dr.in Marie-Agnes Dittrich


Diskutant: o.Univ.-Prof. Dr.phil. Peter Röbke

The Legacy of Applied Participatory Music Practices with Elderly People as a Resource for
Healthcare Professionals is a PhD-research into the meaning of participatory music practices
for healthcare professionals in elderly care; their wellbeing, communication with patients and
working culture. Healthcare professionals have high job demands that grow as the population
ages. Person-centred care approaches benefit care professionals and their interaction with
patients, and therefore it is relevant to investigate participatory music practices that employ
person-centred music-making as a catalyst for communication.
This research focuses on two participatory music practices in two contexts in the Nether-
lands. Music & Dementia is a practice in the long-term care context of nursing homes with
elderly people with dementia and their caregivers. Meaningful Music in Health Care (MiMiC) is
an innovative practice in the short-term care context, hospitals, with medical care professio-
nals and with a focus on elderly patients. Both practices apply person-centred approaches of
music-making.
I collected data from these practices as two case studies using ethnographically-informed
qualitative research methods (participant observation, episodic interviews, and group discus-
sions) with healthcare professionals at the University Medical Center Groningen and caregi-
vers in two nursing homes in the Netherlands during music projects at their workplaces in
2016-2017. Their individual and collective meaning-making of the music sessions emphasised
their gained new understanding of their patients, their own ways of working and music as a job
resource. The data were analysed by using grounded theory (Charmaz, 2006).
The theoretical positioning of the research draws upon pragmatic-empirical epistemology.
Key notions are Dewey‘s (1938) “experiencing”, as well as Mead‘s (1934) concepts of the
“social self” and the “generalised other” for the healthcare professionals‘ care relationship with
their patients. The notions of “communities of practice” and “situated learning” (Lave and
Wenger, 1991) are key for explaining the participatory aspects of findings.

Fachbereich: Lifelong Learning in Music


Erstbetreuerin: Prof.in Dr.in Rineke Smilde
Zweitbetreuer: Prof.Dr. Erik Heineman, University of Groningen

Bisherige Studien: Master of Music Education (2015), The Royal College of Music in Stock-
holm. Master of Music (2013), The Royal College of Music in Stockholm. Research project
awarded with Kerstin Eliasson Prize of Excellence in Master Research in 2013. Bachelor of
Classical Music Education (2010), Metropolia Helsinki University of Applied Sciences (specia-
lisation studies in violin pedagogy and improvisation).
Arbeitsschwerpunkte, bisherige und derzeitige Tätigkeiten: Current (2015-): Teacher at Prince
Claus Conservatoire of Hanze University of Applied Sciences Groningen. Researcher in the
research group Lifelong Learning in Music. Past (2013-2015): Teacher at the Royal College of
Music in Stockholm in the degree programme European Master of Music for New Audiences
and Innovative Practice (NAIP). Past (2010-2015): Violin teacher at music schools in Helsinki,
Finland and Stockholm, Sweden
Donnerstag, 17. Mai 2018 – 14:30 Uhr

Mag.art. Werner HACKL


Karl Etti (1912 – 1996)
Musik war sein Leben

Chair: o.Univ.-Prof.in Dr.in Marie-Agnes Dittrich


Diskutant: ao.Univ.-Prof. Mag.art. Dr.phil. Manfred Permoser

Komponist, Dirigent und Pädagoge im historischen Prozess


Der Pianist, Chorleiter, Dirigent, Komponist und Hochschulprofessor Dipl.-Kfm. Karl Etti
zählt zu jenen Persönlichkeiten, welchen eine besondere Funktion im österreichischen Musikle-
ben zukommt: Sein langes Wirken begleitete die Entwicklung der Musik von den Vorgaben
der Donaumonarchie bis zur freien Entfaltung jeglicher musikalischer Intentionen. Zur NS-Zeit
nicht emigriert, haftet ihm unweigerlich das Stigma eines systemkonformen Künstlers des
verwerflichen Regimes an. Dieses Faktum erfordert eine umfassende Analyse seiner Aktivi-
täten anhand aller verfügbaren Quellen. Es wäre aber zu kurz gegriffen, die nachfolgende
Karriere bloß aus dieser Perspektive deuten zu wollen. Vielmehr interessieren die Strategien
der Aufarbeitung, einerseits in seiner Selbstreflexion, andererseits an seinem Wirkungsbereich.
Kompositorisch lässt sich keine Innovation im Sinne der Avantgarde verifizieren. Dennoch ist
sein Wirken von musikhistorischer Bedeutung, weil er sich um den Wiederaufbau des Musikle-
bens nach 1945 große Verdienste erworben hat, weil er als Dirigent eine namhafte Zahl zeitge-
nössischer Kompositionen zur Aufführung gebracht und darin mustergültige Standards gesetzt
hat, weil er als Pädagoge Kenntnisse weitergeben konnte, die andernfalls der Vergessenheit
anheim gefallen wären, und weil er sich zeitlebens dem interkulturellen Austausch verpflichtet
fühlte, um dem beschädigten Image Österreichs nach der NS – Zeit durch bemerkenswerte
Aufführungen entgegen zu wirken. Seine Arbeit für das Chorwesen zeigt, wie wichtig ihm das
praktische Musizieren war, in einer Ära, die sich, durch massive Verbreitung von Musik durch
Rundfunk, Tonträger, Film, Fernsehen und schließlich durch Computer und Internet, als media-
les Zeitalter versteht. Dieser leidenschaftliche Praxisbezug bleibt stets die Grundlage für seine
Kompositionen. Es war seine Absicht, als Komponist zu seiner Epoche musikalisch Stellung
zu beziehen, ohne sich allfälligen Moden zu unterwerfen und ohne seine musikalische Phan-
tasie, durch allzu rigide theoretische Ansätze, einschränken zu lassen. Indessen Karl Etti mit
zahlreichen Auszeichnungen überhäuft wurde, baute er im Alter eine lebhafte Musikszene in
seiner Heimatgemeinde Brunn am Gebirge auf. Vielgeachtet starb Karl Etti im 84. Lebensjahr.

Fachbereich: Musikwissenschaft
Erstbetreuerin: ao.Univ.-Prof.in Dr.in Margareta Saary
Zweitbetreuer: o.Univ.-Prof.Dr. Peter Krakauer, Mozarteum Salzburg

Bisherige Studien: Pädagogische Akademie, mdw


Arbeitsschwerpunkte, bisherige und derzeitige Tätigkeiten: Militärmusiker, Lehrer an Volks-
schulen, 35 Jahre Berufsmusiker in NÖ. Tonkünstler Orchester, 22 Jahre Lehrbeauftragter an
der Hochschule/Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Derzeit Musikpädagoge
an Lehranstalten in China.
Donnerstag, 17. Mai 2018 – 15:30 Uhr

Mag.art. Dietmar HELLMICH


Maschinen-Musik am Beispiel von Max Brand, Fritz Heinrich Klein und Edmund Meisel

Chair: o.Univ.-Prof.in Dr.in Marie-Agnes Dittrich


Diskutant: Univ.-Prof. Mag.phil. Dr.phil. Martin Eybl

Die Begriffe „Maschinen-Musik“ resp. „Musik und Technik“ finden auf zwei Arten Verwendung,
als Musik, die durch technische Geräte hervorgebracht wird, und als Methode zur Darstellung
von Maschinen in der Musik. Stücke mit Maschinenthema entstanden vor allem in den 20er
Jahren des vergangenen Jahrhunderts in größerer Dichte.
Nach einer Übersicht über die künstlerische Produktion mit Technik-Bezug vor dem Zeitalter
der Avantgarden wird Kunst, Literatur, Film und Musik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
in Hinblick auf das Maschinenthema betrachtet, insbesondere die Rolle des Futurismus im
Verhältnis etwa zu Konstruktivismus oder Neuer Sachlichkeit hinterfragt. Vorrangiges Erkennt-
nisinteresse gilt einerseits der Art des Technikbezuges im Sinne von Maschinendarstellung
versus Kunst aus dem Geist der Technik und den dabei angewandten Methoden – der Kontex-
tualisierung durch Betrachtung von Werken anderer Medien folgt eine vergleichende Analyse
von etwa 20 ausgewählten Musikstücken – andererseits der künstlerischen Bewertung des
Potentials der Technik zwischen Erlösung und Versklavung.
Den Abschluss bilden drei detailliertere Einzelbesprechungen der Maschinen-Musik von
Komponisten mit Konnex zu Wien: Fritz Heinrich Klein kam 1921 mit Die Maschine op. 1
seinem Lehrer Arnold Schönberg mit der Veröffentlichung eines zwölftönigen Werkes zuvor (die
Wissenschaft konzentrierte sich dementsprechend bislang auf den Zwölftonaspekt), Edmund
Meisel erregte 1926 mit seiner schlagkräftigen Filmmusik, die in der Tonfilmversion die beiden
Bedeutungen von „Maschinen-Musik“ vereint, zu Sergei Eisensteins Panzerkreuzer Potem-
kin Aufsehen und Max Brand gelang mit Maschinist Hopkins 1927/8 eine der erfolgreichsten
Zeitopern, deren technikeuphorische Aussage klassenkämpferischen Impetus vermeidet und
daher wiederholt Kritik ausgesetzt war.

Fachbereich: Musikwissenschaft
Erstbetreuer: ao.Univ.-Prof.Dr.phil.Dr.h.c. Gerold Gruber
Zweitbetreuer: Univ.-Prof.Mag.phil.Dr.phil. Nikolaus Urbanek

Bisherige Studien: Komposition, Technische Mathematik


Arbeitsschwerpunkte, bisherige und derzeitige Tätigkeiten: IT-Tätigkeit, Organisation Ensemb-
le Wiener Collage, freischaffender Komponist
Donnerstag, 17. Mai 2018 – 16:30 Uhr

Mag.a Jinson KIM


Musizieren lernen
Eine qualitative Studie über instrumentalpädagogische Themenfelder am Beispiel des Klavier-
unterrichts in Südkorea

Chair: o.Univ.-Prof.in Dr.in Marie-Agnes Dittrich


Diskutantin: ao.Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Noraldine Bailer

In Südkorea hat die zentraleuropäische Kunstmusik, auch ‚Klassische Musik‘ genannt, seit
etwa 70 Jahren einen großen kulturellen Stellenwert. Die US-amerikanische Siegermacht war
für das Land nicht nur wirtschaftlich und politisch bestimmend, sondern es prägte auch, durch
die Einführung der Klassischen Musik, das Musikleben in Südkorea. Die zentraleuropäische
Kunstmusik und damit auch die Prinzipien und Methoden des Erlernens klassischer Instru-
mente kamen somit primär durch amerikanische Musiker bzw. Musikerinnen, erst später durch
Europäer nach Südkorea.
In Europa haben sich die Paradigmen der Instrumentalpädagogik in den letzten Jahrzehn-
ten erheblich weiterentwickelt, also etwa die Vorstellungen generell vom Musizieren, von der
Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden im Unterricht und vom Üben im Verhältnis
zur musikalischen Interpretation. Diese sind in der musikalischen bzw. musikpädagogischen
Praxis in Südkorea bisher wenig rezipiert worden, da fremdsprachliche Fachliteraturbestände
im Bereich der Musik- und Instrumentalpädagogik in Südkorea zum größten Teil aus amerika-
nischen Beiträgen bestehen.
Im Forschungsvorhaben werden wesentliche Grundfragen der Instrumentalpädagogik erör-
tert, wie sie in der deutschsprachigen, ergänzend auch in der englischsprachigen, Fachlitera-
tur publiziert worden sind. Diese theoretischen Untersuchungen werden dann der empirischen
Erforschung der entsprechenden Auffassungen in Südkorea gegenübergestellt. Methodisch
wird dabei nach den Maximen der Qualitativen Inhaltsanalyse vorgegangen. Zur ProbandIn-
nengruppe gehören im Wesentlichen Studierende an südkoreanischen Universitäten, die sich
auf ein Studium an einer europäischen Musikuniversität vorbereiten.

Fachbereich: Musikpädagogik
Erstbetreuer: em.o.Univ.-Prof.Mag.art.Dr.phil. Franz Niermann
Zweitbetreuerin: Prof.in Dr.In Natalia Ardila-Mantilla, Hochschule für Musik und Tanz Köln

Bisherige Studien: Hauptfach Klavier (Diplom/UdK, Mag.art./Mozarteum Salzburg), Diplom-


musikerziehung (Diplom/UdK)
Arbeitsschwerpunkte, bisherige und derzeitige Tätigkeiten: 2010-2015 Dozentin für Hauptfach
Klavier an der Seoul National University, seit 2015 künstlerische Lehrkraft an der Hochschule
für Musik „Hanns Eisler Berlin“
Freitag, 18. Mai 2018 – 9:15 Uhr

Mag.a Bakk.a Marija PODNAR


Gesundheitliche Belastungen von InstrumentalistInnen mit asymmetrischen Spielhaltungen –
neue Möglichkeiten der Prävention und Therapie.
Asymmetric playing postures of instrumentalists - health issues, prevention and physiotherapy.

Chair: ao.Univ.-Prof.in Dr.in Ursula Hemetek


Diskutant: Assoz.-Prof. Mag.art. Mag.phil. Dr.phil. Werner Goebl

Einschlägige Studien zeigen, dass weltweit über 50% der BerufsmusikerInnen im Laufe ihrer
Karriere arbeitsbedingte Beschwerden im Bewegungsapparat entwickeln. Das Risiko für
Übernutzungs- Symptome der Überanstrengung und spielbedingter Muskulo-Skelettaler-
Symptome (SMSS) ist individuell und in einem gewissen Ausmaß von der Art des Instruments
abhängig. Durch die unnatürliche asymmetrische Körperhaltung beim Spielen leiden Querflö-
te-, Violine- und Viola- SpielerInnen oft unter SMSS. Studien belegen, dass viele Instrumen-
talstudierende schon während des Studiums mit Schmerzen belastet sind und ein erhöhtes
Risiko für die Entwicklung von SMSS aufweisen, die mit dem Musizieren vor bzw. während der
Ausbildung in Zusammenhang stehen.
Das Ziel meiner musikphysiologischen Studie ist es herauszufinden, ob ein wöchentliches
physiotherapeutisches Übungsprogramm oder die Verwendung von K(inesio)-Taping bzw.
deren Kombination die Linderung von SMSS unterstützen bzw. SMSS vorbeugen kann. Hierzu
wurden 36 ProbandInnen randomisiert in vier Gruppen eingeteilt. Neben der Kontrollgrup-
pe ohne therapeutische Maßnahmen erhielt eine Gruppe ein spezifisches Physiotherapiepro-
gramm, eine weitere das Taping und die vierte Gruppe kombinierte beide Interventionsmaß-
nahmen (jeweils über 10 Wochen).
Untersucht und verglichen werden die Vorher- / Nachher- Werte bezüglich Beweglichkeit
der Halswirbelsäule, Körpersymmetrie und Schmerzempfindlichkeit an gewissen Trigger-
punkten. ProbandInnen dieser Studie sind Querflöte-, Violine- und Viola-Studierende (aller
Studienrichtungen) der MDW, der MUK, der KUG, der Uni Wien sowie ProfimusikerInnen. Die
besonders zeitintensive Durchführung der Erhebungen inklusive der Genehmigung durch die
Ethikkommission ist nun abgeschlossen.
Die Therapieformen werden gut angenommen. Die statistische Auswertung ist in Arbeit.
Vorläufige Ergebnisse belegen, dass sich eine Asymmetrie bei den ProbandInnen häufig
bereits körperlich manifestiert hat. Das Ziel von musikphysiologischen Therapieprogrammen
wäre eine bessere und nachhaltigere gesundheitliche Hilfe für Musikstudierende und Profimu-
sikerInnen.

Fachbereich: Systematische Musikwissenschaft


Erstbetreuer: ao.Univ.-Prof.Mag.phil.Dr.phil. Matthias Bertsch
Zweitbetreuer: Prof.Dr. Christoff Zalpour, Hochschule Osnabrück

Bisherige Studien: Konzertfach- und Pädagogikstudium Querflöte an der Musikakademie der


Universität Zagreb sowie IGP Bakk.- und Mag.- Studien für Klavier und Querflöte an der MDW.
Physiotherapiestudien an der Medizinischen Hochschule Zagreb und dem FH Campus Wien.
Arbeitsschwerpunkte, bisherige und derzeitige Tätigkeiten: Nachhaltige musikphysiologische
Prävention und Rehabilitation für MusikerInnen. Internationale Fortbildungen im Bereich Musiker-
Medizin. Zertifikat in ‚Performing Arts Health‘ (PAMA und ACSM). Zertifizierte K-Taping Thera-
peutin (K-Taping Academy). Angestellte Physiotherapeutin, Musikpädagogin. Workshop-Leiterin
bei internationalen musikermedizinischen Symposien und an Gesundheitstagen der mdw.
Freitag, 18. Mai 2018 – 10:15 Uhr

Alexandra TÜRK-ESPITALIER, MSc.Dipl.mus.Dipl.mus.päd.


Die Auswirkungen von Krafttraining der Ausatemmuskulatur auf die Spielleistung von Trompetern
The effect of expiratory muscle strength training on the performance of trumpet players

Chair: ao.Univ.-Prof.in Dr.in Ursula Hemetek


Diskutant: Univ.-Prof.Dipl.-Ing.Dr.techn. Wilfried Kausel

Die Trompete gehört zu den Blasinstrumenten, die zwar eine geringe Luftmenge verbrau-
chen, jedoch einen hohen Atemdruck benötigen. In der hohen Lage und bei großer Lautstärke
können die Spitzendrücke auf der B-Trompete Werte von 176 bis 256cmH2O erreichen. Zum
Vergleich: Die Drücke zum Spiel auf einer Querflöte liegen zwischen 34 und 104cmH2O, die
einer Oboe zwischen 108 und 165cmH2O. [Anmerkung: 250cmH2O = 24,5kPa = 235mBar =
184mmHg]
Sowohl dauerhafte Mitteldrücke als auch kurzzeitige Spitzendrücke werden von
Trompeter¬Innen aus einer Kombination von muskulärer Kraft und effizienter Spieltechnik
generiert. Zusätzlich zum täglichen Üben verwenden viele TrompeterInnen Atemtrainingsge-
räte zur Kräftigung der Atemmuskulatur und zur Verbesserung ihrer Atemleistung. Bis heute
gibt es jedoch keine Studie zur Wirksamkeit dieser Hilfsmittel. Die Ergebnisse einer solchen
Untersuchung wären sowohl für konzertierende TrompeterInnen als auch für MusikpädagogIn-
nen und SchülerInnen relevant.
In der Dissertation wurden in einer randomisierten Kontrollstudie die Auswirkungen eines
Krafttrainings der Ausatemmuskulatur auf die Spielleistung bei professionellen Trompetern
mithilfe moderner Messgeräte im Motion-Emotion-Lab der mdw ermittelt. Hierzu wurden 24
männliche professionelle Trompeter und Trompetenstudierende zwischen 20 und 45 Jahren
entweder einer Interventions- oder Kontrollgruppe zugelost. Die Teilnehmer der Interventions-
gruppe führten fünf Wochen lang an fünf Tagen pro Woche ein Krafttraining der Ausatemmus-
kulatur mit dem Gerät EMST150© durch. Die Kontrollgruppe bekam keine Intervention. Alle
Teilnehmer absolvierten vor und nach den fünf Wochen die gleichen Spielaufgaben auf ihrem
Instrument.
Während dem Trompetenspiel wurde die Aktivität der Ausatem- und Atemhilfsmuskulatur
mittels 7-Kanal-Oberflächen-EMG erfasst. Die subjektive Anstrengung beim Spielen wurde
mittels Borg-Skala dokumentiert. Klanganalysen der Aufnahmen lieferten Werte über die
größtmögliche Dynamik, den höchsten spielbaren Ton und das längstmögliche Aushalten
eines Tones. Zusätzlich wurden der maximale exspiratorische (MEP) und inspiratorische Druck
(MIP) mittels Spirometer gemessen. Die organisatorisch und technisch komplexen Messun-
gen wurden von der Ethikkommission der mdw genehmigt, im Januar 2018 erfolgreich abge-
schlossen und im Frühjahr 2018 statistisch ausgewertet.

Fachbereich: Systematische Musikwissenschaft


Erstbetreuer: ao.Univ.-Prof.Mag.phil.Dr.phil. Matthias Bertsch
Zweitbetreuerin: Prof.DMus. Isabelle Cossette, McGill University, Montreal

Bisherige Studien: IGP-Flöte (Dipl.mus.päd.), KF Flöte (Dipl.mus.), Physiotherapie (MSc).


Arbeitsschwerpunkte, bisherige und derzeitige Tätigkeiten: Musikphysiologie. Bewegungs-
analyse am Instrument. Üben und trainieren. Senior Lecturer an der mdw.
Freitag, 18. Mai 2018 – 11:30 Uhr

Mag.a Akiko YAMADA


Das Klavier als Medium kultureller Translation in Japan

Chair: ao.Univ.-Prof.in Dr.in Ursula Hemetek


Diskutantin: Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Annegret Huber

Im Fokus der Dissertation steht der Transferprozess westlicher Musik in Japan. Das Klavier
wird dabei als Medium betrachtet, das die westliche Kultur nach Japan übermittelt und auch
Ideen für eine Weiterentwicklung zurück in den Westen überträgt.
Zunächst wird dargelegt, wie das Klavier im 19. Jahrhundert vom Westen gebracht wurde
und welche Rolle das Klavier als kulturelles Kapital in der japanischen Gesellschaft spielte.
Die Vermittler dieses Prozesses waren vorerst Leute aus Europa und den USA. Dann rückte
die japanische Regierung der Meiji-Ära (1868-1912) als weiterer Akteur in das Blickfeld, sie
veranlasste im Zuge von Modernisierungsprojekten die Übersetzung westlicher Musik für das
japanische Volk. Ein Grund dafür war, dass westliche Musik damals als Mittel der Nationali-
dentitätsbildung angesehen wurde.
Dies bedingte folgende Entwicklungen: Das Schulgesetz verankerte 1872 die Vermittlung
der westlichen Art des Singens im Rahmen von Shōka (Gesangsunterricht) in den Lehrplänen
der japanischen allgemeinbildenden Grundschulen. Für diesen Unterricht war das Klavier als
Begleitinstrument vorgesehen, da es nicht nur die Musik gut wiedergeben kann, sondern auch
Merkmale bzw. das System westlicher Musik gut übermittelt. Demzufolge war ein Ziel der
Regierung, das Klavier in jeder japanischen Schule aufzustellen und zum Klingen zu bringen.
Das Klavierspiel wurde als Pflichtfach in der LehrerInnenausbildung eingeführt und die Klavier-
produktion wurde von der politischen Seite unterstützt.
Darüber hinaus wurde das Klavier ein Symbol des Wohlstands, und als solches vor allem
von „kultivierten“ Frauen gespielt. Diesbezüglich wird der Transferprozess aus einer gender-
kritischen Perspektive betrachtet und analysiert, wie sich das Klavier auf die Lebensart der
Japanerinnen ausgewirkt hat.
Ab 1955 gingen die japanischen Klavierhersteller zur Massenproduktion über. Danach eröff-
nete sich in Japan eine neue Dimension des Verhältnisses zwischen dem Klavier und den
Menschen. Diese aktuellen Tendenzen werden kurz erwähnt und es wird erläutert, welche
Impulse für die weitere Entwicklung des Klaviers auf kultureller Ebene von Japan in den Westen
gegeben wurden.

Fachbereich: Musikwissenschaft
Erstbetreuer: ao.Univ.-Prof.Dr.phil Dr.h.c. Gerold Gruber
Zweitbetreuerin: ao.Univ.-Prof.in Dr.in Cornelia Szabó-Knotik

Bisherige Studien: Universität der Künste Berlin, Künstlerische Ausbildung, Klavier (Diplom,
2001).
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Konzertfach, Klavier (Mag.a art., 2003).
Arbeitsschwerpunkte, bisherige und derzeitige Tätigkeiten: als Pianistin (Auswahl): Soloaben-
de im Brahms-Saal des Wiener Musikvereins und der Suntory-Hall Tokyo, Engagement für
die Produktion 33 Variationen im Volkstheater Wien. Mitwirkung des deutsch-österreichischen
Dokumentarfilms Pianomania – die Suche nach dem perfekten Klang. Als Autorin: zahlreiche
Publikationen in den japanischen Medien (Seit 2005). Als Wissenschaftlerin: Vorträge bei Int.
DissertantInnen-Symposion Performing Translation an der mdw (2014), Symposium Mozart
heute im Mozarthaus Vienna (2016), Int. Musicological Society, 20th Quinquennial Congress
in Tokyo (2017).
Freitag, 18. Mai 2018 – 12:30 Uhr

Mag.art. Richard GRAF


Kompositionspädagogik – Methoden und Perspektiven

Chair: ao.Univ.-Prof.in Dr.in Ursula Hemetek


Diskutant: Univ.-Prof. Mag. Dr.phil. Christoph Khittl

Kernpunkt dieser Dissertation ist die Analyse kompositionspädagogischer Methoden, deren


kontextbezogene Zielsetzungen und Wirkungsfelder, sowie daraus resultierende Perspektiven
zur Entwicklung einer Didaktik des Komponierens. Diese umfasst individual- bzw. gruppenori-
entierte Konzepte, Möglichkeiten eines kreativen, kompositionsorientierten Musik- und Instru-
mentalunterrichts bzw. eines eigenständigen Faches Komposition (z.B. an Musikschulen) bzw.
Kompositionspädagogik (postsekundäre Ausbildung) und berücksichtigt sowohl nationale als
auch internationale Entwicklungen, die das Komponieren in ihrem pädagogischen Blickwinkel
haben. Dazu zählen u.a. auch Vermittlungsprojekte und Wettbewerbe für Kinder und Jugend-
liche.
Diese unterschiedlichen Zugänge werden in einer didaktisch-methodischen Übersicht
gesammelt, analysiert und in deskriptiven Kategorien organisiert (z.B.: prozessorientierte/
produktorientierte/ spielpädagogische/improvisatorische/experimentelle/spartenübergreifen-
de Methoden usw.).
Ausgehend von diesen Kategorisierungen erfolgt eine inhaltlich-komparative Analyse und
Gegenüberstellung, bei der auch systemische Aspekte Berücksichtigung finden. Dabei stehen
insbesondere die Wechselwirkungen zwischen dem jeweiligen didaktischen Ansatz, dessen
Zielsetzungen und der zu erwartenden Ergebnisse – insbesondere auch im Hinblick auf die
Zielgruppe – im Fokus. Ausgehend von diesen Ergebnissen lassen sich neue Perspektiven für
eine „Didaktik des Komponierens“ entwickeln und ableiten.

Fachbereich: Theorie und Geschichte der Popularmusik


Erstbetreuer: ao.Univ.-Prof.Mag.phil Dr.phil. Harald Huber
Zweitbetreuer: Univ.Prof Dr. Martin Losert, Mozarteum Salzburg

Bisherige Studien: Lehrbefähigung und IGPII Gitarre (Hochschule für Musik und darstellende
Kunst Wien), Komposition, Arrangement, Filmmusik (Berklee College of Music)
Arbeitsschwerpunkte, bisherige und derzeitige Tätigkeiten: Publikationen im Bereich Musik-
pädagogik und Musiktheorie: SCHOTT Music, Universal Edition, Advance Music, Musikerzie-
hung etc. Vortrags- und Lehrtätigkeit: USC – University of Southern California, Hochschule für
Künste Bremen, Donau-Universität Krems, Pädagogische Hochschule NÖ, mdw – Universität
für Musik und darstellende Kunst Wien, VMI – Vienna Music Institute. Leiter der Master-Studi-
en (Pädagogik) an der JAM MUSIC LAB University und Dozent für Komposition und Komposi-
tionspädagogik. Juryvorsitzender des Bundeswettbewerbs „Jugend komponiert“. Initiator und
Leiter des MAX BRAND Ensembles und der „Tage der Neuen Musik“.
mdw.ac.at