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Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer (* 22. Februar 1788 in Danzig; † 21. September 1860 in


Frankfurt am Main) war ein deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer.

Schopenhauer entwarf eine Lehre, die gleichermaßen Erkenntnistheorie,


Metaphysik, Ästhetik und Ethik umfasst. Er sah sich selbst als Schüler und
Vollender Immanuel Kants, dessen Philosophie er als Vorbereitung seiner eigenen
Lehre auffasste. Weitere Anregungen bezog er aus der Ideenlehre Platons und aus
Vorstellungen östlicher Philosophien. Innerhalb derPhilosophie des 19. Jahrhunderts
entwickelte er eine eigene Position des Subjektiven Idealismus und vertrat als einer
der ersten Philosophen im deutschsprachigen Raum die Überzeugung, dass der Welt
ein irrationales Prinzip zugrunde liegt.

Inhaltsverzeichnis
Arthur Schopenhauer als junger
Leben und Werk
Mann, porträtiert 1815 vonLudwig
Elternhaus
Sigismund Ruhl
Ausbildung zum Kaufmann
Hinwendung zur Philosophie
Auseinandersetzung mit dem Verleger
Reisen und Berliner Jahre
Frankfurter Jahre
Schopenhauers Persönlichkeit
Unterschrift von Arthur
Philosophie
Schopenhauer
Welt als Vorstellung
Welt als Wille
Verstand und Vernunft
Pessimismus und Erlösung
Ästhetik
Ethik
Politische Ansichten
Wirkung und Rezeption
Literatur u. a.
Philosophie und Religion
Psychologie
Weiteres
Werke
Sekundärliteratur
Weblinks
Einzelnachweise

Leben und Werk


Elternhaus
Arthur Schopenhauer wurde am 22. Februar 1788 in
Danzig geboren. Sein Vater Heinrich Floris
Schopenhauer (1747–1805), der einer angesehenen
Danziger Kaufmannsdynastie[1] entstammte, war 19
Jahre älter als die Mutter Johanna Schopenhauer, geb.
Trosiener (1766–1838); sie wurde später eine bekannte
Schriftstellerin und führte einen literarischen Salon, in
dem auch Goethe verkehrte.

Die Familie Schopenhauer siedelte 1793 in die Freie


Hansestadt Hamburg über, als Danzig infolge der
Zweiten Polnischen Teilung zu Preußen kam und so
seine seit dem 15. Jahrhundert unter der polnischen Der jugendliche Arthur
Oberhoheit garantierte Autonomie verlor. Heinrich Schopenhauer
Schopenhauer gründete im Neuen Wandrahm 92 in der
Danzig, ul. Św. Ducha, heutigen Speicherstadt ein Handelshaus, in dem die
ehemals Heiliggeistgasse, Familie bis 1805 wohnte.
Arthur Schopenhauers
Geburtshaus
Ausbildung zum Kaufmann
Heinrich Schopenhauer hatte für seinen Sohn Arthur den in der Familie traditionellen
Kaufmannsberuf vorgesehen und ihn deshalb auf die dafür vorbereitende Hamburger
Erziehungsanstalt unter der Leitung von Johann Heinrich Christian Runge geschickt. Seine
damaligen Schulfreunde waren der spätere Ministerresident Carl Godeffroy und der spätere
Weinhändler und Senator Georg Christian Lorenz Meyer. Arthur absolvierte schnell das in der
Handelsschule Erlernbare und bat den Vater eindringlich, ein Gymnasium besuchen zu dürfen.
Der Vater hielt dies jedoch für überflüssig und bot ihm stattdessen eine gemeinsame, längere
Bildungsreise durch Europa an. Arthur willigte ein und bereiste, nachdem er mehrere Wochen
zum Erlernen der englischen Sprache in Wimbledon verbracht hatte, von 1803 bis 1804
Holland, England, Frankreich, die Schweiz, Österreich, Schlesien und Preußen.

Von September bis Dezember 1804 begann


Schopenhauer auf Wunsch des Vaters eine
Wohn- und Handelshaus der
Kaufmannslehre im Danziger Handelshaus von Jacob
Familie Schopenhauer bis
1805: Neuer Wandrahm 92, Kabrun, mit dem der Vater befreundet war. Dorthin
Hamburg (abgerissen, heute begleitete ihn seine Mutter.[2] 1805 kehrten sie nach
Speicherstadt) Hamburg zurück, und er setzte seine Kaufmannslehre
im Unternehmen Jenisch fort. Am 20. April des Jahres
verunglückte der unter Depressionen leidende Vater
tödlich: Er stürzte vom Dachspeicher seines Hauses in das angrenzende Fleet, das hinter dem
Gebäude lag.

Nach Auflösung des väterlichen Geschäfts und dem Verkauf des Wandrahms 92 wohnte die
Familie vorübergehend von 1805 bis 1806 in einer Wohnung in den Kohlhöfen 29 nahe dem Schopenhauers Hamburger
Großneumarkt. 1806 zog seine Mutter mit seiner jüngeren Schwester, der späteren Wohnung 1805–1807:
Kohlhöfen
Schriftstellerin Adele Schopenhauer, nach Weimar. Arthur blieb allein in Hamburg und war
frei zu entscheiden, ob er pflichtgemäß seine Kaufmannslehre fortsetzen oder seiner Neigung
zu einem geistigen Beruf nachgeben wollte.
Hinwendung zur Philosophie
Er brach seine Lehre ab und wurde im Juni 1807 auf Ratschlag Carl Ludwig Fernows Schüler des Gymnasialdirektors Doering am
Gymnasium Illustre in Gotha. Noch im selben Jahr übersiedelte er wie zuvor seine Mutter und seine Schwester nach Weimar, wo sein
wichtigster Lehrer Franz Passow wurde. Der junge Schopenhauer pflegte Umgang mit dem Schriftsteller Johannes Daniel Falk und
dem Dichter und PriesterZacharias Werner. Ein Jugendfreund von ihm war der klassische Philologe Friedrich Gotthilf Osann (1794–
1858). Im Jahre 1809 verliebte er sich unglücklich in die elf Jahre ältere 32-jährige Schauspielerin und Opernsängerin Karoline
Jagemann, seinerzeit die Geliebte des Herzogs Carl August. Er schrieb für sie sein einziges überliefertes Liebesgedicht.

Volljährig geworden bekam Schopenhauer seinen Anteil am väterlichen Erbe ausgezahlt. Durch diesen ansehnlichen Geldbetrag
wurde er vermögend und frei von finanziellen Sorgen. 1809 begann er an der Universität Göttingen ein Studium der Medizin, das er
jedoch bald zugunsten der Philosophie aufgab. Den Doktortitel der Philosophie an der Universität Jena erhielt Schopenhauer am 2.
Oktober 1813 (magna cum laude) für seine Schrift Ueber die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde, welche er
während seines Aufenthaltes im Gasthof „Zum Ritter“ in der Residenzstadt Rudolstadt im Sommer desselben Jahres vollendet
hatte.[3]

Zu den ersten Lesern seines Werks gehörte Johann Wolfgang Goethe. Goethe war bereits vorher über seinen Kontakt zur Mutter
Schopenhauers, die in Weimar einen literarischen Salon unterhielt, auf ihn aufmerksam geworden. Häufigere Begegnungen mit
Goethe folgten, der in dieser Zeit seine Farbenlehre ausformulierte. Schopenhauer bewunderte Goethe, äußerte aber bald Zweifel an
der den Aussagen Newtons widersprechenden Theorie, wodurch sich das enge V
erhältnis allmählich löste.

Durch Friedrich Majer wurde Schopenhauer mit der altindischen Philosophie des Brahmanismus bekannt gemacht.[4] 1814 überwarf
er sich mit seiner Mutter und ging nach Dresden, wo er in Literatenkreisen verkehrte und Studien in den reichen Sammlungen und
Bibliotheken der Stadt trieb. 1815 veröffentlichte Schopenhauer eine eigene Farbenlehre mit dem Titel Ueber das Sehn und die
Farben. Diese entstand in Korrespondenz mit Goethe und erschien 1816 im Druck.

Auseinandersetzung mit dem Verleger


Anschließend entwarf Schopenhauer sein Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung, das Anfang 1819 bei F.A. Brockhaus
erschien und später noch erheblich erweitert werden sollte. Der Philosoph war schon zu diesem Zeitpunkt von der
geistesgeschichtlichen Bedeutung seiner Arbeit überzeugt, obwohl sie wirtschaftlich kein Erfolg werden sollte. Die erste Auflage war
erst nach dreißig Jahren vergriffen.

Der Briefwechsel zwischen Schopenhauer und seinem Verleger ist ein aufschlussreiches Zeitdokument. Modern war an
Schopenhauer seine Auffassung von der Philosophie als einer speziellen Art von Schriftstellerei. Sein langer Kampf gegen Setzfehler
passte zu seiner väterlichen Prägung vom penibel kalkulierenden Kaufmann und zu dem Bewusstsein, eine bedeutende Schrift
verfasst zu haben. Diese Penibilität und eine gewisse Rechthaberei äußerten sich u. a. darin, dass er in einem Anhang zu seinem
Hauptwerk, in welchem er die Kant’sche Philosophie kritisierte, sehr detailliert alle Auflagen der Kant’schen Werke nach
begrifflichen Abweichungen untersuchte. Dies geschah vor dem Hintergrund, dass nach seiner Auffassung die erste Auflage, nicht
aber die späteren mit seiner eigenen Philosophie verträglich sei.

Schopenhauer verstand sich aber auch als Bewahrer der deutschen Sprache und verbot nicht nur zur Bewahrung der Schärfe
philosophischer Formulierungen, sondern auch aus sprachlichen Gründen sämtliche Änderungen seines Manuskripts, vor allem
Anpassungen an den zeitgenössischen Sprachgebrauch. Dadurch verzögerte sich die Herausgabe, so dass es nicht pünktlich zur
Leipziger Buchmesse im September 1818 erscheinen konnte. War er anfangs noch ganz geschmeidig und höflich („… Euer
Wohlgeboren …“) mit Friedrich Arnold Brockhaus umgegangen, änderte sich dies schnell, nachdem der Kontrakt unterzeichnet war
und erste Abweichungen auftauchten. Er sah sich als herausragenden, aber schlecht bezahlten Autor und beklagte sich:

„Ich habe nicht des Honorars wegen geschrieben, wie die Unbedeutsamkeit desselben von selbst beweist; sondern
um ein lange durchdachtes und mühsam ausgearbeitetes Werk, die Frucht vieler Jahre, ja eigentlich meines
ganzen Lebens, durch den Druck zur Aufbewahrung und Mitteilung zu bringen. Woraus folgt, daß Sie nicht etwa
mich anzusehen und zu behandeln haben wie Ihre Konversationslexikons-Autoren und ähnliche schlechte
T und Feder.“[5]
Skribler, mit denen ich gar nichts gemein habe als den zufälligen Gebrauch von inte

In einem weiteren Brief an Brockhaus schreibt Schopenhauer: „Es liegt am Tage, daß bei Ihnen Wort und That, Versprechen und
Halten, zwei sehr verschiedene Dinge sind.“[6] Brockhaus’ Erwiderung fiel scharf aus. Er sprach Schopenhauer ab, ein Ehrenmann zu
sein, und weigerte sich, „etwaige Briefe“ seines Autors anzunehmen, „die ohnehin in ihrer göttlichen Grobheit und Rusticität eher auf
einen Vetturino [einen Lohnkutscher], als einen Philosophen schließen lassen möchten […] Ich hoffe nur, daß meine Befürchtung, an
Ihrem Werke bloß Makulatur zu drucken, nicht in Erfüllung gehen werde.“[7]

Reisen und Berliner Jahre


Im September 1818 trat der Privatgelehrte eine Reise nach Italien an, die ihn über Venedig, Rom, Neapel und Paestum nach Mailand
führte. Dort erreichte ihn im Juni 1819 die Nachricht vom Zusammenbruch des Danziger Handelshauses A. L. Muhl & Co., bei dem
er einen Teil seines Vermögens deponiert hatte. Er brach die Reise ab, um die Angelegenheit an Ort und Stelle zu regeln, wobei es
erneut zu Spannungen zwischen ihm und seiner Mutter kam.

Außerdem kamen finanzielle Belastungen aus der Marqet-Affäre hinzu. Caroline Louise Marqet, eine 47-jährige Näherin, hatte
Schopenhauer durch ihr lautes Gespräch mit zwei anderen Frauen im Vorzimmer seiner Wohnung derartig in Rage gebracht, dass er
sie schließlich unsanft aus dem Haus geworfen hatte. Die derart Behandelte klagte daraufhin gegen Schopenhauer, weil sie von seiner
rohen Behandlung ein andauerndes Zittern des Armes zurückbehalten habe. Sie bekam vor dem Kammergericht Recht,[8] und ihr
wurde eine Vierteljahresrente von 15 Talern zugesprochen, bis das Zittern wieder verschwunden sei. Zum Urteilsspruch bemerkte
Schopenhauer sarkastisch, dass „sie wohl so klug sein wird, das Zittern des Arms nicht einzustellen“. Er sollte damit Recht behalten.
rbt, die Last vergeht).[9]
Zu ihrem Tod 20 Jahre später notierte Schopenhauer lakonisch: „Obit anus, abit onus“ (Die Alte sti

Seine finanziell prekäre Situation veranlasste ihn, sich um eine Dozentur an der Universität Berlin zu bewerben. 1820 begann
Schopenhauer die Lehrtätigkeit an der noch jungen Berliner Universität. Dabei kam es zu dem berühmten Streit mit Hegel.
Schopenhauer setzte seine Vorlesungen zeitgleich mit denen Hegels an, hatte aber nur wenige Zuhörer, da die Studenten Hegel
bevorzugten. Bald begann er, die Universitätsphilosophie zu verachten. Als das Handelshaus Muhl 1821 seine Forderungen beglich,
verließ er die Universität und setzte seine Italienreise fort.

Ab 1821 unterhielt er mehrere Jahre lang ein Verhältnis mit der damals 19-jährigen Opernsängerin Caroline Medon, er misstraute
jedoch ihrem Gesundheitszustand und ihren möglichen Absichten, sodass es nie zu einer Heirat kam. Nach längeren zum Teil
krankheitsbedingten Aufenthalten in München, Bad Gastein und Dresden kehrte er erst im April 1825 nach Berlin zurück und
unternahm einen erneuten Versuch, eine universitäre Laufbahn einzuschlagen. Trotz einer rühmenden Besprechung der Welt als Wille
und Vorstellung von Jean Paul erzeugten seine Ideen noch keine Resonanz.

Während seiner Aufenthalte in Berlin von 1820 bis 1831 wohnte Schopenhauer in der heutigen Dorotheenstraße 34 bzw. 30 in
Berlin-Mitte. Bei Ausbruch einer Choleraepidemie in Berlin floh Schopenhauer 1831 – anders als Hegel, der ihr vermutlich zum
Opfer fiel[10] – nach Frankfurt am Main, wo er den Winter verbrachte. Die immer noch mit ihm liierte Medon ging nicht mit ihm aus
Berlin fort, da er verlangte, dass sie ihren außerehelichen, damals im neunten Lebensjahr stehenden Sohn Carl Ludwig Gustav
Medon (1823–1905)[11] zurücklassen solle; dies führte zum Bruch. Im Alter von 43 Jahren interessierte er sich nochmals für ein
junges Mädchen, nämlich die 17-jährige Flora Weiss, die den wesentlich älteren Verehrer jedoch abwies. Nach einem Aufenthalt in
Mannheim vom Juli 1832 bis Juni 1833 ließ er sich am 6. Juli 1833 endgültig in Frankfurt nieder
.

Frankfurter Jahre
Nach langem Schweigen meldete sich Schopenhauer 1836 mit seinem Werk Ueber den Willen in der Natur wieder zu Wort. 1837
griff er in die Gestaltung der Gesamtausgabe der Schriften Immanuel Kants ein, indem er erfolgreich für die Aufnahme der ersten
Fassung der Kritik der reinen Vernunft anstatt der zweiten Fassung plädierte.
1838 starb Schopenhauers Mutter. Im folgenden Jahr krönte die Königlich
Norwegische Societät der Wissenschaften seine Preisschrift Ueber die Freiheit des
menschlichen Willens. 1841 erschien sie zusammen mit einer anderen, nicht
gekrönten Preisschrift, Ueber das Fundament der Moral, unter dem
zusammenfassenden Titel Die beiden Grundprobleme der Ethik.

Als bedeutendster einer Reihe von „Aposteln und Evangelisten“ Schopenhauers war
1840 Julius Frauenstädt aufgetreten, weshalb Schopenhauer ihn „Erzevangelist“
nannte. Zuvor hatte schon Friedrich Dorguth (von Schopenhauer daher
„Urevangelist“ genannt) auf Schopenhauer aufmerksam gemacht. 1843 nannte er in
seiner Schrift Die falsche Wurzel des Idealrealismus den immer noch wenig
bekannten Schopenhauer einen Denker von weltgeschichtlicher Bedeutung.

Mit 55 Jahren bezog der Philosoph, der bis dahin meist zur Untermiete gewohnt
hatte, am Mainufer, an der Schönen Aussicht 17, eine eigene Wohnung, die er 16
Jahre lang behielt. Als das Schopenhauerhaus aber ist die Nachbaradresse in die Schopenhauer auf einer
Daguerreotypie aus dem Jahr 1852
Geschichte eingegangen, das riesige PalaisSchöne Aussicht 16, sein Sterbehaus.

1843 hatte Schopenhauer den zweiten Band seines Hauptwerkes vollendet und
wandte sich erneut an den Verlag, der inzwischen von Heinrich Brockhaus geleitet
wurde, mit der Bitte um Veröffentlichung. Nach einem Briefwechsel, der von
gegenseitigem Respekt zeugt, erschien 1844 die ergänzte und überarbeitete 2.
Auflage von Die Welt als Wille und Vorstellung.

1851 kamen die Parerga und Paralipomena (2 Bände) mit den Aphorismen zur
Lebensweisheit heraus.

Richard Wagner ließ dem von ihm verehrten Schopenhauer seine Dichtung Der Ring
des Nibelungen überreichen. Julius Frauenstädts Brief über die Schopenhauer’sche Eine der frühesten fotografischen
Detailaufnahmen des
Philosophie erschien. Eine Serie von Schopenhauer-Porträts von Jules Lunteschütz
Schopenhauerhauses, 1861
und anderen Künstlern entstand. Im Mai 1857 besuchte Friedrich Hebbel
(Fotografie von Carl Friedrich Mylius)
Schopenhauer.

Im Sommer des Jahres 1859 rettete der häufig als Misanthrop bezeichnete
Schopenhauer – er nannte seinen Hund immer dann „Mensch“, wenn er sich über
ihn ärgerte – den neunjährigen Julius Frank vor dem Ertrinken.

Die ihm erst spät angetragene Mitgliedschaft in der Königlichen Akademie der
Wissenschaften in Berlinlehnte Schopenhauer ab.

Am 9. September 1860 erkrankte er an einer Lungenentzündung. Nach bereits


monatelangen „Atmungsbeschwerden mit starkem Herzklopfen im Gehen“ starb
Schopenhauer daran schließlich am 21. September 1860 in der Schönen Aussicht 16
in Frankfurt am Main. Am 26. September wurde er auf dem Frankfurter
Hauptfriedhof beigesetzt.

Erst nach seinem Tod wurde 1864 seine Schrift Eristische Dialektik (Technik des
Diskutierens) veröffentlicht. Schopenhauer formuliert darin 38 rhetorische
Arthur Schopenhauer, 1859
Kunstgriffe, die es ermöglichen sollen, aus Streitgesprächen als Sieger
hervorzugehen, sogar wenn Tatsachen gegen die eingenommene Position sprechen.
Die polemisch gegen den Diskussionsstil seiner Zeitgenossen gerichteten Kunstgriffe liefern Beispiele für rabulistische
Argumentation und bieten Hinweise auf die durch sie verursachten Fehlschlüsse.
Schopenhauers Persönlichkeit
Arthur Schopenhauer war ein Einzelgänger. In Frankfurt war der Gelehrte nach
Einschätzung von Chronisten ein „verkannter Niemand“.

Er hielt sich zeitlebens einen Pudel. Dessen Name war immer Atman, nach dem Sanskrit-
Wort für Lebenshauch, Atem, in der Tradition der Upanishaden die Essenz des Selbst bzw.
die Einzelseele als Teil des Brahman, der „Weltseele“. Wenn ein Hund starb, was etwa alle
zehn Jahre vorkam, erwarb er jeweils einen ähnlich aussehenden Pudel. Schopenhauer war
der philosophischen Auffassung, dass jeder Hund gleichzeitig jeden anderen Hund enthalte.
„Des Pudels Kern“ (Goethe) ging also nie verloren. Für Menschen galt ihm sinngemäß das
Gleiche. Wie er gestikulierend im Selbstgespräch mit seinem Pudel am Mainufer spazierte,
hat unter anderem der LokaldichterFriedrich Stoltze bespöttelt.

Schopenhauers Tagesablauf war strukturiert: morgens die Arbeit am Schreibtisch,


Flötespielen regelmäßig vor dem Mittagessen. Die Mahlzeiten soll Schopenhauer nach der Arthur Schopenhauer,
Überlieferung seiner Biographen stets in Gasthäusern eingenommen haben, bevor er einen gesehen von Wilhelm Busch
zweistündigen Spaziergang mit seinem jeweils aktuellen Pudel machte.[12]

Über „die Frauen“ äußerte Schopenhauer sich häufig negativ:

„Sie sind sexus sequior, das in jedem Betracht zurückstehende, zweite Geschlecht, dessen Schwäche man
demnach schonen soll, aber welchem Ehrfurcht zu bezeugen über die Maßen lächerlich ist und uns in ihren
eigenen Augen herabsetzt. […] Mit mehr Fug, als das schöne, könnte man das weibliche Geschlecht das
unästhetische nennen. Weder für Musik, noch Poesie, noch bildende Künste haben sie wirklich und wahrhaftig
Sinn und Empfänglichkeit; sondern bloße Aefferei, zum Behuf ihrer Gefallsucht, ist es, wenn sie solche affektiren
und vorgeben.“
– ESSAY „ÜBER DIE WEIBER“ (1851)

Schopenhauer zufolge sind über sexuelle Leidenschaft hinausgehende Liebesbeziehungen zwischen Männern und Frauen nicht
möglich:

„Alle Verliebtheit, wie ätherisch [fein, geistig] siesich auch gebärden mag, wurzelt allein im Geschlechtstriebe.“

Das Heiraten verwarf er stets – wohl auch gegründet in verunsichernden Erfahrungen in seinem Elternhaus:

„Heiraten heißt das Mögliche thun, einander zum Ekel zu werden. […] seine Rechte zu halbieren und seine
Pflichten zu verdoppeln. […] Heiraten heißt, mit verbundenen Augen in einen Sack greifen und hoffen, dass man
einen Aal aus einem Haufen Schlangen herausfinde.“

Über den jüdischen Glauben äußerte sich Schopenhauer eher abschätzig, z. B. bezeichnete er ihn (in Die Welt als Wille und
Vorstellung und Parerga und Paralipomena) als „roh“ und „barbarisch“. Er hielt ihn angesichts seiner eigenen pessimistischen
Weltsicht für zu optimistisch und machte ihm eine angebliche Unempfindsamkeit gegenüber Tieren zum Vorwurf. Unabhängig davon
hatte er im Alltag Kontakte zu einigen Juden.[13]

Philosophie
Unter dem Einfluss Platons und Kants vertrat Schopenhauer in seiner Erkenntnistheorie die Position des Idealismus, beschritt jedoch
innerhalb dieser Grundauffassung einen eigenen,subjektivistischen Weg („subjektiver Idealismus“).

Was Schopenhauer von den Solipsisten trennt, ist sein Beharren auf ein alles verbindendes und bedingendes Etwas. Dieses ist für
Schopenhauer der blinde, zum Dasein drängende W
ille, Sanskrit: Tat twam asi („Das bist du“).
Schopenhauer lehnte die Philosophie Hegels ab, die er selbst abwertend als „Hegelei“ und als „Scharlatanerei“[14] bezeichnete. Er
verfasste drastische Polemiken gegen Hegel, Schelling, Fichte und den zunächst von ihm verehrtenSchleiermacher.

Welt als Vorstellung


Ähnlich wie George Berkeley vertritt Schopenhauer die Auffassung, dass sich die Frage nach einer von ihrer Wahrnehmung
unabhängig gegebenen Außenwelt nicht stelle. Er argumentiert bezüglich der Existenz einer Außenwelt sowohl gegen den
Dogmatismus, der seiner Darstellung nach in Realismus und Idealismus zerfalle, als auch gegen skeptizistische Argumente, da sich
die Welt dem Subjekt gegenüber ohnehin nur als Vorstellung zeige – die jedoch nicht als Imagination zu verstehen sei – und die
Wahrnehmung unseren einzigen Zugang zurobjektiven Welt darstelle.

Gegen den philosophischen Skeptizismus bringt er vor, jener bedürfe eher einer „Therapie“ oder „Kur“ als einer ernsthaften
Diskussion. Nach seiner Konzeption ist uns als Subjekt die objektive Welt immer nur im Modus der Vorstellung gegeben, d. h., dass
Objekte nur als eine Seite der vorstellenden Relation von Subjekt und Objekt ihre Existenz besitzen. Trotzdem kommt bei
Schopenhauer der Welt eine Wirklichkeit zu, die über die reiner imaginativer Vorstellung hinausgeht. Demnach wäre es falsch, die
Welt lediglich als Imagination des menschlichen Bewusstseins zu verstehen. Wesentlich in der Terminologie Schopenhauers ist
vielmehr die Unterscheidung zwischen der in Subjekt und Objekt zerfallenden Vorstellung einerseits und bloßer Imagination oder
Fantasie, die damit nicht in Verbindung stehen, andererseits.

Schopenhauer widersprach der Überzeugung Kants, dass das Ding an sich jenseits aller Erfahrung liegt und deshalb nicht erkannt
werden könne. Kants Ding an sich war für ihn zwar auch unerkennbar (wir sehen immer nur das, was wir mit unseren Sinnen
wahrnehmen), jedoch nicht unerfahrbar. Durch eine Selbstbeobachtung unserer Person können wir uns dessen gewiss werden, was
wir letzten Endes sind: Wir erfahren in uns den Willen. Er ist das Ding an sich und damit nicht nur die Triebfeder allen Handelns von
Mensch und Tier, sondern auch die metaphysische Erklärung der Naturgesetze. Die Welt ist letztlich blinder, vernunftloser Wille (vgl.
Triebtheorie). Schopenhauer ist somit der klassische Philosoph und Hauptvertreter desmetaphysischen Voluntarismus.

Doch die Welt ist nicht nur Wille, sondern erscheint auch als Vorstellung. Sie ist die durch Raum und Zeit sowie Kausalität, die den a
priori gegebenen Erkenntnismodus von uns Verstandeswesen bilden, individuierte und verknüpfte Erscheinung des einen Willens.
„Die Welt ist meine Vorstellung“ ist der erste Hauptsatz seiner Philosophie. Was uns als Welt erscheint, ist nur für uns, nicht an sich.
Es gibt für Schopenhauer nichts Beobachtetes ohne Beobachter, kein Objekt ohne ein Subjekt. Die Welt, als Vorstellung betrachtet,
zerfällt in Subjekte und Objekte, die sowohl untrennbar als auch radikal voneinander verschieden, jedoch letzten Endes beide nur
Erscheinungen des Willens sind. Dieser ist nach Schopenhauer das Wesen der Welt, das sich, in Subjekt und Objekt erscheinend,
gleichsam selbst betrachtet.

Welt als Wille


Der Vorstellungswelt liegt der Wille zugrunde, den Schopenhauer als grundlosen Drang versteht. Er stuft den Willen nach den
Gegebenheiten seines Wirkens ab, spricht von Ursachen, wenn die Wirkung ihnen gemäß ist, wie z. B. beim elastischen Stoß, von
Reizen, wenn die Wirkung ein Energiepotential entlädt, und von Motiven, wenn die Wirkung als Umsetzung bestimmter Absichten
berechnet wurde.

„Ich nenne nämlich Ursach, im engsten Sinne des Worts, denjenigen Zustand der Materie, der, indem er einen
andern mit Nothwendigkeit herbeiführt, selbst eine ebenso große Veränderung erleidet, wie die ist, welche er
verursacht […] Ich nenne dagegen Reiz diejenige Ursach, die selbst keine ihr angemessene Gegenwirkung
erleidet […] Der Reiz hält das Mittel, macht den Übergang zwischen dem Motiv, welches die durch das Erkennen
hindurchgegangene Kausalität ist, und der Ursach im engsten Sinn.“[15]

In diesen Formen also bestimmt der Wille alle Vorgänge der organischen und anorganischen Natur. Er objektiviert sich in der
Erscheinungswelt als Wille zum Leben und zur Fortpflanzung. Diese Lehre vom „Primat des Willens“ bildet die zentrale Idee der
schopenhauerschen Philosophie, sie hatte weitreichenden Einfluss und begründet die Aktualität von Schopenhauerserk.
W
Willensfreiheit kennt Schopenhauer, der sich wiederholt mit unterschiedlichem Resultat mitAugustinus auseinandersetzte, nur gemäß
seiner berühmt gewordenen These: „Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.“ Jeglichem
Handeln liegt immer und stets der Wille, das heißt das Wollen zu Grunde. In der streng kausal geordneten empirischen Welt, der Welt
der Vorstellung, ist kein Platz für einen ohne rein-empirische Ursache handelnden Menschen, und zwar nicht nur in dem Sinne, dass
dies unserer Denkweise widerspräche, sondern in dem tieferen Sinne, dass der Wille sich in allen seinen Teilen gemäß dem Gesetz
der Kausalität manifestiert.

Im Gegensatz zu Berkeley sieht Schopenhauer in der Kausalität kein bloßes gedankliches Konzept, sondern den Willen selbst,
welchen zu deuten das Werk des Verstandes ist. Frei ist der Wille nur insofern, als ihm nichts vorschreibt zu sein, was er ist (d. h.,
dass die Naturgesetze zwar alles bestimmen, was passiert, selbst aber durch kein Gesetz so sind, wie sie sind). Diese Freiheit hat der
so verstandene Wille demnach nur vor seiner Manifestation, welche selbst nichts weiter als sein wirksam gewordener Ausdruck ist.
Im Falle des Menschen ist dessen wirkendes Wollen durch seinen „Charakter“ – als angeboren und unveränderlich gedacht –
bestimmt, welcher willkürlich ist, also aus keinem tieferen Grund existiert. Nur diesem Charakter gemäß kann man wollen.

Dennoch spricht Schopenhauer von einer intelligiblen Willensfreiheit: Wenn das Subjekt den zugrunde liegenden Willen erkennt,
kann es ihn in bestimmten Momenten der Kontemplation, beispielsweise durch intensiven Kunstgenuss, verneinen. Dies bezeichnet
Schopenhauer als Zustand derMelancholie.

Verstand und Vernunft


Schopenhauer unterscheidet zwei intellektuelle Vermögen, den Verstand und die Vernunft. Der Verstand äußert sich in unmittelbaren
Urteilen über das Angeschaute, beispielsweise zu erkennen, wie stark oder schnell jemand ist, welche Ursache ein Geräusch hat oder
in welchem Winkel und mit welcher Kraft ein Speer geworfen werden muss, um sein Ziel zu treffen. Die Vernunft hingegen ist die
Fähigkeit, begrifflich zu denken, also Anschauungen unter Begriffe zusammenzufassen, sich Begriffe vorzustellen, den Inhalt von
Begriffen miteinander zu vergleichen usw. Diese Lehre vom Denken (Dianoiologie) unterscheidet Schopenhauer von der Lehre vom
Sein (Ontologie).

Während der Verstand allen Tieren gemein ist, ist die Vernunft das herausragende Merkmal des Menschen. Das menschliche
Vernunftvermögen beschrieb Schopenhauer allerdings deutlich skeptischer als etwa Kant oder die reinen Idealisten.

Pessimismus und Erlösung


Schopenhauer begründete ein System des empirischen und metaphysischen
Pessimismus. Der blinde, vernunftlose Weltwille ist für ihn die absolute Urkraft und
somit das Wesen der Welt. Die Vernunft ist nur Dienerin dieses irrationalen
Weltwillens. Die Welt – als Erzeugnis dieses grundlosen Willens – ist durch und
durch schlecht, etwas, das nicht sein sollte, eine Schuld.[16] Eine schlechtere Welt
kann es überhaupt nicht geben.

„Nun ist diese Welt so eingerichtet, wie sie sein mußte, um mit genauer Grabanlage von Arthur
Not bestehen zu können. Wäre sie aber noch ein wenig schlechter, so Schopenhauer auf demFrankfurter
könnte sie schon nicht mehr bestehen.“[17] Hauptfriedhof im Gewann A 24

Die Welt ist ein „Jammertal“, voller Leiden. Alles Glück ist Illusion, alle Lust nur
negativ. Der rastlos strebende Wille wird durch nichts endgültig befriedigt[18]

„Denn alles Streben entspringt aus Mangel, aus Unzufriedenheit mit


seinem Zustande, ist also Leiden, solange es nicht befriedigt ist. Keine
Befriedigung aber ist dauernd, vielmehr ist sie stets nur der
Arthur Schopenhauers Grabstein
Anfangspunkt eines neuen Strebens. Das Streben sehen wir überall vielfach gehemmt, überall kämpfend. Solange
[19]“
also immer als Leiden: kein letztes Ziel des Strebens, also kein Maß und Ziel des Leidens.

Die Basis allen Wollens ist Bedürftigkeit, Mangel, also Schmerz.[20] Das Leben „schwingt also, gleich einem Pendel, hin und her
zwischen dem Schmerz und der Langeweile“.[19] Schon seiner Anlage nach ist das Menschenleben keiner wahren Glückseligkeit
[21]
fähig. Jede Lebensgeschichte ist eine Leidensgeschichte, eine fortgesetzte Reihe großer und kleiner Unfälle.

Mächtigster Ausdruck des Willens ist der nicht dauerhaft zu befriedigende Geschlechtstrieb.

Im „Jammertal“ des Diesseits hält Schopenhauer den Tod für besser als das Leben. Es ist jedoch ein weit verbreiteter Irrtum, daraus
eine Aufforderung zur Selbsttötung abzuleiten. Der Suizid stellt keine Lösung dar, weil der metaphysische Wille umgehend eine neue
Form findet und so das Lebensrad aufs Neue in Gang bringt. Der Mensch ist jedoch als höchstes irdisches Wesen in der Lage, den
Willen für sich zu negieren.

„Erkenntnis der Einheit aller Wesen und Askese, Verneinung des Willens zum Leben allein kann uns erlösen,
[22]
nicht der Selbstmord, der nur die individuelle Erscheinung des Allwillens vernichtet.“

Auch die Kunst, vor allem die Musik und die Moral tragen dazu bei, das frustrierende und schmerzvolle Dasein zu überwinden und
ins Nirwana einzugehen.

Ästhetik
Die Kunst wirkt als zeitweiliges „Quietiv [Beruhigungsmittel] des Willens“. Diese Ästhetik erreicht in der Weltverneinung ihren
Höhepunkt. Dem Menschen – als höchster Form des sich in der Erscheinungswelt objektivierenden Willens – ist die Möglichkeit
gegeben, den Willen und das Leiden aufzuheben und so in einen Zustand des „Nichtseins“ (eine Art Nirwana) zu gelangen. Das
„wahre Kunstwerk“ hilft ihm dabei, indem es das „innere Wesen“ einer Sache, seine Idee, bewusst macht und dem Betrachter auf
diese Weise zu einer objektiven Sichtweise verhilft, die ihn aus seiner Subjektivität, seinem „Wollen“, emporhebt. Unter der
Gewahrung einer Idee versteht Schopenhauer dabei die Antizipation eines Anschaulichen, seine Ahnung, welche durch das
Kunstwerk gereizt wird.

„Daß wir Alle die menschliche Schönheit erkennen […], im ächten Künstler aber dies mit solcher Klarheit
geschieht, daß er sie zeigt, wie er sie nie gesehen hat […]; dies ist nur dadurch möglich, daß der Wille, dessen
adäquate Objektivation, auf ihrer höchsten Stufe, hier beurtheilt und gefunden werden soll, ja wir selbst sind.
Dadurch allein haben wir in der Tat eine Anticipation Dessen, was die Natur […] darzustellen sich bemüht;
welche Anticipation im ächten Genius von dem Grade der Besonnenheit begleitet ist, daß er, indem er im
einzelnen Dinge dessenIdee erkennt, gleichsam dieNatur auf halbem Worte versteht und nun rein ausspricht, was
sie nur stammelt.“[23]

Die Musik nimmt eine besondere Stellung ein, da sie nach Schopenhauer ein objektives Abbild allen Wollens dieser Welt zu geben
vermag, wobei der Tonlage die Schlüsselrolle für die Unterscheidung der unterschiedlichen Willensformen zukommt – je tiefer, desto
näher an den Gesetzen der Materie, je höher,desto näher an den Beweggründen des Menschen:

„Ich erkenne in den tiefsten Tönen der Harmonie, im Grundbaß, die niedrigsten Stufen der Objektivation des
Willens wieder, die unorganische Natur, die Masse des Planeten. Alle die hohen Töne, leicht beweglich und
schneller verklingend, sind bekanntlich anzusehen als entstanden durch die Nebenschwingungen des tiefen
Grundtones […] Dieses ist nun dem analog, daß die gesammten Körper und Organisationen der Natur angesehen
werden müssen als entstanden durch die stufenweise Entwickelung aus der Masse des Planeten: diese ist, wie ihr
Träger, so ihre Quelle: und das selbe Verhältniß haben die höheren Töne zum Grundbaß. […] Nun ferner in den
gesammten die Harmonie hervorbringenden Ripienstimmen, zwischen dem Basse und der leitenden, die Melodie
singenden Stimme, erkenne ich die gesammte Stufenfolge der Ideen wieder, in denen der Wille sich objektivirt.
Die dem Baß näher stehenden sind die niedrigeren jener Stufen, die noch unorganisch, aber schon mehrfach sich
äußernden Körper: die höher liegenden repräsentieren mir die Pflanzen- und die Thierwelt. […] Endlich in der
Melodie, in der hohen, singenden, das Ganze leitenden und mit ungebundener Willkür in ununterbrochenem,
bedeutungsvollem Zusammenhange eines Gedankens von Anfang bis zum Ende fortschreitenden, ein Ganzes
darstellenden Hauptstimme, erkenne ich die höchste Stufe der Objektivation des Willens wieder, das besonnene
Leben und Streben des Menschen.“[24]

Ethik
Moralphilosophisch formuliert Schopenhauer im Unterschied zu Kant eine Mitleidsethik. Der einzige Grund, uneigennützig zu
handeln, ist die Erkenntnis des Eigenen im Anderen – das ist Mitleid (wobei der Begriff anders als der heutige Sprachgebrauch ein
Mitempfinden bedeutet). Schopenhauer verhandelt die Mitleidsethik im vierten Buch von Die Welt als Wille und Vorstellung und vor
allem – konkretisierend – in der Preisschrift Ueber die Grundlage der Moral (oder auch Ueber das Fundament der Moral). Im ersten
geht es ihm vor allem um die metaphysische Begründung, im letzten um die empirische Nachweisbarkeit (als Gegenprogramm zu
Kant) der Mitleidsethik.

Jeder Mensch gilt bei Schopenhauer als Objektivation des Willens. Der einzelne Mensch ist als Subjekt eine Individuation des
Willens. Da der Wille bei Schopenhauer als allmächtig gilt, aus ihm alles hervor
geht, hält nun jedes Individuum sich als Individuation
des Willens für den Angelpunkt nicht seiner, sondern der Welt überhaupt. Diese Sichtweise resultiert aus der falschen Identifikation
der Vorstellungen als Tatsachen, wobei der Nicht-Künstler dabei nicht das „Ding an sich“ (den Willen) hinter den Vorstellungen
erkennt und deshalb seine individuellen V
orstellungen als „Dinge an sich“ identifiziert.

Im Gegenüber, im anderen Menschen, erkennt nun der Mensch (der individuierte W


illen) denselben Willen. Der durch den Willen zur
absoluten Bejahung des individuierten Willens strebende Mensch (Egoismus) erkennt nun in seinem Gegenüber, dass nur die absolute
Verneinung des Willens des Gegenübers einer absoluten Bejahung des eigenen Willens entspricht. So bemerkt der vom blinden
Willen getriebene Mensch, dass in allen anderen Lebewesen derselbe blinde Wille haust und sie ebenso leiden lässt wie ihn. Durch
das Mitleid wird der Egoismus überwunden, der Mensch identifiziert sich mit dem Anderen durch die Einsicht in das Leiden der
Welt. Nur dadurch kann der Wille, die treibende Kraft nach Schopenhauer,sich selbst am Leben erhalten.

Hieraus folgt ein im Vergleich zu Kant radikal anderer „Imperativ“:

„Neminem laede; imo omnes, quantum potes, juva.“

„Verletze niemanden, vielmehr hilf allen, soweit du kannst.“


– DAS PRINZIP ALLER MORAL

Seine Ethik schließt denSchutz der Tiere ein:

„Mitleid mit den Tieren hängt mit der Güte des Charakters so genau zusammen, daß man zuversichtlich
behaupten darf, wer gegen Tiere grausam ist, könne kein guter Mensch sein.“[25]

Da er die Welt als Manifestation eines metaphysischen Willens betrachtet, der Mensch und Tier verbinde, wisse er kein schöneres
Gebet als das: „Mögen alle lebenden Wesen von Schmerzen frei bleiben.“ Dementsprechend mahnt er Respekt vor der Einzigartigkeit
des Lebens an:

elt können keinen herstellen.“[26]


„Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der W

Politische Ansichten
Im Zusammenhang mit der Revolution 1848 äußerte sich Schopenhauer zur Rolle des Staates: In der Natur herrsche Gewalt, auch
zwischen den Menschen, was die „Masse“ in Vorteil bringe; aber da das Volk ein „ewig unmündiger Souverain“ sei, „unwissend,
dumm und unrechtlich“, so müsse dessen „physische Gewalt der Intelligenz, der geistigen Überlegenheit“ unterworfen werden.
Zweck des Staates sei es, dass „möglichst wenig Unrecht im Gemeinwesen“ herrsche, zugunsten des Gemeinwohls dürfe der Staat
auch Unrechtes tun.
Schopenhauer bevorzugte einen aufgeklärten monarchischen Absolutismus, weil sich nur so die Menschen zügeln und regieren
ließen. Er sprach von einem „monarchischen Instinkt im Menschen“. Republiken hingegen seien „widernatürlich, künstlich gemacht
und aus der Reflexion entsprungen […] überall muß Ein Wille der leitende seyn.“

Im Gegensatz zu Hegel hatte er keine wesentliche politische Nachwirkung.

Wirkung und Rezeption


Kaum ein deutscher Philosoph der Neuzeit hat sowohl breite Leserschichten als auch
zahlreiche Berühmtheiten aus Kunst und Wissenschaft so unmittelbar erreicht wie
Schopenhauer.

Literatur u. a.
Leo Tolstoi, Richard Wagner, Wilhelm Busch, Thomas Hardy, Friedrich Nietzsche, Henri
Bergson, Thomas Mann, Bruno Frank, Hermann Hesse, Albert Einstein, Kurt Tucholsky,
Samuel Beckett, Thomas Bernhard, Stanisław Lem, Arno Schmidt, August Macke, Jorge Luis
Borges und viele andere gaben ihrer Verehrung für den Literaten und Philosophen
Bronzebüste nach einem
Schopenhauer Ausdruck. Entwurf von Friedrich
Schierholz in den
Tolstoi brachte Ende August 1869 einen regelrechten Schopenhauer
-Panegyrikus zu Papier: Frankfurter Wallanlagen

„Wissen Sie, was der diesjährige Sommer für mich bedeutet hat?
Ununterbrochene Begeisterung für Schopenhauer und eine Reihe geistiger Genüsse, die ich niemals zuvor
erfahren habe. […] Ich weiß nicht, ob ich meine Meinung einmal ändern werde, jetzt jedenfalls bin ich überzeugt,
dass Schopenhauer der genialste aller Menschen ist […] Wenn ich ihn lese, ist mir unbegreiflich, weshalb sein
Name unbekannt bleiben konnte. Es gibt höchstens eine Erklärung, eben jene, die er selber so oft wiederholt,
nämlich dass es auf dieser Welt fast nur Idioten gibt.“[27]

Schopenhauers Einfluss auf die moderne deutsche Literatur ist kaum zu überschätzen. Dies zeigt sich nicht nur in den zahlreichen
Anhängern unter den Literaten, sondern auch in seinem Beitrag zur Erneuerung der deutschen Schriftsprache. Insbesondere wegen
seiner besonderen Beziehung zur Ästhetik beriefen sich viele Künstler und Schriftsteller auf die Lehre Schopenhauers. Ein Beispiel
für Schopenhauers Bedeutung hinsichtlich seiner Haltung zur Sexualität ist der Roman Wettlauf zum Tod von Édouard Rod aus dem
Jahr 1885.

Philosophie und Religion


Friedrich Nietzsche stellte seine 3. Unzeitgemäße Betrachtungunter den Titel Schopenhauer als Erzieher: „Ich gehöre zu den Lesern
Schopenhauers, welche, nachdem sie die erste Seite von ihm gelesen haben, mit Bestimmtheit wissen, daß sie alle Seiten lesen und
auf jedes Wort hören werden, das er überhaupt gesagt hat … Das kräftige Wohlgefühl des Sprechenden umfängt uns beim ersten Ton
seiner Stimme; es geht uns ähnlich wie beim Eintritt in den Hochwald, wir atmen tief und fühlen uns auf einmal wiederum wohl …
Ich ahnte in ihm jenen Erzieher und Philosophen gefunden zu haben, den ich so lange suchte. Zwar nur als Buch: und das war ein
großer Mangel.“ Später freilich verwarf Nietzsche Schopenhauers Philosophie und kehrte dessen Pessimismus in einen radikal-
optimistischen Vitalismus um. Dabei bleibt Schopenhauer offensichtlich eine Referenz.

Der Philosoph Eduard von Hartmann dagegen kritisierte schon sehr früh an Schopenhauers Lehre die „Verneinung der Welt“ als
„feige persönliche Entsagung“. Der Theosoph Johannes Maria Verweyen lehnte die negative Grundhaltung ab: „einer Vorherrschaft
der Unlust und des Lebensschmerzes, denen gegenüber dann Lust und Glücksgefühl nicht so richtig aufzukommen vermögen
(…)“[28]

Ferdinand Tönnies’ Willenstheorie als Axiomatik der Soziologie in Gemeinschaft und Gesellschaft (1887) weist starke Einflüsse
Schopenhauers auf.
Auch Ludwig Wittgenstein weist starke Einflüsse Schopenhauers auf, da „[…] wir Wittgensteins reifen Blick auf den Willen sowohl
als rigorose Anpassung von Schopenhauers Blick als auch als Fortsetzung seiner frühen Untersuchungen über die Natur der ethischen
und psychologischen Willen betrachten können. ([…] we may regard Wittgenstein’s mature view of the will both as a rigorous
adaptation of Schopenhauer’s and as the continuation of his early investigations on the nature of the ethical and the psychological
will).“ Und „Der wichtigste Punkt ist jedoch, dass der Einfluss von Schopenhauer auf Wittgensteins Philosophie tiefer und weiter
verbreitet sein könnte, als wir dachten […]. (The most relevant point is, however, that the influence of Schopenhauer on
Wittgenstein’s philosophy might be deeper and more pervasive than we thought […].)“[29]

Hermann Graf Keyserling verhöhnte das Artistentum Schopenhauers, dem es innerlich wie äußerlich stets um bloße Darstellung
gegangen sei.[30]

Max Scheler bezeichnete Schopenhauer als Auslöser der wissenschaftlichen Lebensphilosophie: „[Er ist] Vorgänger des
Pragmatismus – nicht als Philosophie, sondern als Methodologie der Wissenschaft […] insofern er den Intellekt als eine bloße Waffe
des blinden Lebenswillens im Kampf ums Dasein ansieht […] ist er der orgänger
V Bergsons.“[31]

Max Horkheimers Denken war stark von Schopenhauers Pessimismus beeinflusst: „Daß alles Leben der Macht gehorcht und aus dem
Zauberkreis des Egoismus gerade noch die Hingabe an die Sache, die Identifikation mit dem, was nicht ich bin, herauszuführen und
W böse dafür.“[32]
ins Nichts hineinzuführen scheint – und das ist ein Mythos – hat Schopenhauer gesehen und war der elt

Arnold Gehlen sah Schopenhauers Mitleidsethik als „Teilwahrheit“ im Rahmen seines eigenen Konzepts einer pluralistischen Ethik
an und wies in diesem Zusammenhang auf die isolierte Lebenssituation des Philosophen hin: Das Mitleidsmotiv sei „verständlich als
Stimme eines Mannes, der familienlos, staatenlos und berufslos, als zugereister Frankfurter und Rentier Mühe gehabt hätte, andere
Antriebe zu Verpflichtungen in sich zu finden“.[33]

Die Verbreitung des Buddhismus in Deutschland lässt sich auch auf Schopenhauers Wirken zurückführen. Er sah in dieser Religion
einen Gegenentwurf zur abendländischen Metaphysik und deutete deren Erkenntnisstreben als Mittel, die geistige Isolierung des
Individuums zu durchbrechen. Schopenhauer fand zahlreiche Verbindungen zwischen seiner eigenen Philosophie und der
buddhistischen Lehre, etwa den Atheismus. Die Indien-Begeisterung vieler damaliger Intellektueller wie auch die ersten
Übersetzungen asiatischer Texte wurden durch seine Schriften angeregt.

Psychologie
Auch die Psychoanalyse Sigmund Freuds setzt unmittelbar bei Schopenhauers Lehre vom Willen und seiner Negierung an, indem sie
die Schäden untersucht, die durch (willentliche oder unfreiwillige) Triebunterdrückung entstehen. Freuds Ansatz kann als Versuch
der Re-Rationalisierung des menschlichen Lebens eingeordnet werden, da er eine Methode zur Analyse des schopenhauerschen
Begriffs des Willens erarbeitet, mit dem Ziel, diesen kontrollierbar zu machen. „Wo ES war, soll ICH werden.“

Zudem knüpfte Carl Gustav Jung, Hauptvertreter der Analytischen Psychologie, mit seinem Konzept deskollektiven Unbewusstenan
Schopenhauer an.

Der Begründer der Individualpsychologie Alfred Adler deutete den schopenhauerschen Ansatz der Leidensüberwindung als
fundamental positiven Aspekt in der menschlichen Entwicklung auf dem Weg von seiner Unmündigkeit bei der Geburt zur
individuellen Vollkommenheit. Der bei Schopenhauer auf einen Weltwillen zielende Entwurf wird als schöpferisches Element in
jedem Lebewesen interpretiert.[34] Adler sieht Schopenhauers Ansatz zur Verneinung des Lebens vorbereitet in einer feindlichen
Beziehung zur Mutter.[35]

Weiteres
1911 gründete Paul Deussen die Schopenhauer-Gesellschaft, wurde ihr erster Präsident und begann mit der (unvollendeten)
Herausgabe einer kritischen Schopenhauer-Ausgabe in 14 Bänden.

, Zitatsammlungen[36][37] und Würdigungen.[38]


Zum 150. Todestag am 21. September 2010 erschienen Bücher
Werke
Maßgebliche Editionen wurden herausgegeben von Arthur Hübscher, Ludger Lütkehaus oder
Wolfgang Freiherr von Löhneysen und die zehnbändige Zürcher Ausgabe von Angelika
Hübscher.[39]

Ueber die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde.1813


(Dissertation Schopenhauers). Zweite, sehr verbesserte und beträchtlich
vermehrte Auflage. 1847 (Google Books, Commons). Dritte, verbesserte und
vermehrte Auflage 1864 (Google Books).
Ueber das Sehn und die Farben.1816 (Google Books). Zweite, verbesserte und
vermehrte Auflage 1854. (Commons)
Theoria colorum. 1830. (Lateinische Fassung der überarbeiteten Farbenlehre) Gedenkmarke der
Die Welt als Wille und Vorstellung. Erster Band, 1819 (Volltext) (Zweiter Band s. Deutschen Bundespostzum
u. 1844). Zweite, vermehrte Auflage 1844 BSB ( München). Dritte, verbesserte 200. Geburtstag von
und beträchtlich vermehrte Auflage 1859 Google
( Books). Schopenhauer
Ueber den Willen in der Natur. 1836. Zweite, verbesserte und vermehrte Auflage.
1854 (Digitalisat)
Die beiden Grundprobleme der Ethik: Ueber die Freiheit des menschlichen W illens, Ueber das Fundament der
Moral. 1841. Zweite, verbesserte und vermehrte Auflage. 1860Google( Books, (pdf))
Die Welt als Wille und Vorstellung. Zweiter Band, 1844 (Digitalisat, BSB München), dritte vermehrte Auflage 1859
(Digitalisat)

Parerga und Paralipomena, 1851. Zwei Bände, enthalten die


Aphorismen zur Lebensweisheit, Über die Universitäts-Philosophie,
Über Schriftstellerei und Stil u. a. Z
( weiter Band Google Books)
Über das Geistersehn und was damit zusammenhängt.(PDF-Fassung).
Darüber hinaus wurde Schopenhauers handschriftlicher Nachlass herausgegeben von
Arthur Hübscher und Volker Spierling:

Arthur Hübscher (Hrsg.):Der handschriftliche Nachlaß in fünf Bänden.


Vollständige Ausgabe in sechs Teilbänden. DTV, München 1985;
unveränderter Nachdruck der historisch-kritischen Edition, Frankfurt am
Main.: Waldemar Kramer 1966–1975. [Im Einzelnen: Frühe Manuskripte
1804–1811, Kritische Auseinandersetzungen 1809–1818, Berliner
Manuskripte 1818–1830 (enthält dieEristische Dialektik), Die Parerga und Paralipomena,
Manuskriptbücher der Jahre 1830–1852, Letzte Manuskripte/Gracians Erstausgabe
Handorakel (inkl. Über die, seit einigen Jahren, methodisch betriebene
Verhunzung der deutschen Sprache), Randschriften zu Büchern]
Volker Spierling (Hrsg. und Einleitung):Philosophische Vorlesungen. 4
Bde. Aus dem handschriftlichen Nachlaß. Piper , München 1987–1990. [Im Einzelnen: Theorie des gesammten
Vorstellens, Denkens und Erkennens, Metaphysik der Natur, Metaphysik des Schönen, Metaphysik der Sitten]
Ludger Lütkehaus (Hrsg.): Das Buch als Wille und Vorstellung. Arthur Schopenhauers Briefwechsel mitFriedrich
Arnold Brockhaus. C.H. Beck, München 1996,ISBN 3-406-40956-3.
Ludger Lütkehaus (Hrsg. und Nachwort):Ich bin ein Mann, der Spaß versteht – Einsichten eines glücklichen
Pessimisten. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2010, ISBN 978-3-423-13910-6.
Franco Volpi, Ernst Ziegler (Hrsg.): Senilia – Gedanken im Alter. C.H. Beck Verlag, München 2010, ISBN 978-3-406-
59645-2.
Ernst Ziegler (Hrsg. und Vorwort): Über den Tod – Gedanken und Einsichten über letzte Dinge. C.H. Beck Verlag,
München, 2010, ISBN 978-3-406-60567-3.
Ernst Ziegler (Hrsg.): Pandectae. Philosophische Notizen aus dem Nachlass . Beck, München 2016,ISBN 978-3-
406-68369-5.
Ernst Ziegler (Hrsg.): Spicilegia. Philosophische Notizen aus dem Nachlass . Beck, München 2015,ISBN 978-3-406-
67114-2.

Sekundärliteratur
Walter Abendroth: Arthur Schopenhauer in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten.Rowohlt Taschenbuch Verlag,
Reinbek bei Hamburg 1967,ISBN 3-499-50133-3.
Urs App: Schopenhauers Kompass. Die Geburt einer Philosophie.UniversityMedia, Rorschach/ Kyoto 2011,ISBN
978-3-906000-02-2.
Sabine Appel: Arthur Schopenhauer, Leben und Philosophie. Artemis & Winkler, Düsseldorf 2007, ISBN 978-3-538-
07241-1.
Dieter Birnbacher: Schopenhauer. Reclam, Grundwissen Philosophie, Stuttgart 2010,ISBN 978-3-15-020327-9.
Otto A. Böhmer: Schopenhauer oder die Erfindung der Altersweisheit.Beck, München 2010,ISBN 978-3-406-
60095-1.
Alfred Estermann: Schopenhauers Kampf um sein Werk. Der Philosoph und seine Verleger. Insel, Frankfurt am Main
2005, ISBN 3-458-17252-1.
Margot Fleischer: Schopenhauer. Herder, Freiburg im Breisgau 2001,ISBN 3-451-04931-7.
Margot Fleischer: Schopenhauer als Kritiker der Kantischen Ethik.Königshausen & Neumann, Würzburg 2003,ISBN
3-8260-2470-2.
Wilhelm Gwinner: Arthur Schopenhauer aus persönlichem Umgang dargestellt.2. Auflage. Verlag Waldemar
Kramer, Frankfurt am Main 1987,ISBN 3-7829-0349-8 (Diese Biographie wurde kurz nach Schopenhauers oTd
verfasst.)
Rudolf Haym: Arthur Schopenhauer. Biographie. 1864
Arthur Hübscher: Schopenhauer. Biographie eines Weltbildes. (= Reclams Universal-Bibliothek.7716/17). Reclam,
Stuttgart 1952, DNB 457036427.
Arthur Hübscher: Denker gegen den Strom. Schopenhauer: Gestern – heute – morgen.Bouvier, Bonn 1973, ISBN 3-
416-00950-9.
Arthur Hübscher: Arthur Schopenhauer, ein Lebensbild. 3. Auflage. Brockhaus, Mannheim 1988,ISBN 3-7653-0418-
2.
Arthur Hübscher (Hrsg.):Arthur Schopenhauer. Welt und Mensch. Eine Auswahl aus dem Gesamtwerk.(= RUB.
Nr. 8451). 2. Auflage. Verlag Philipp Reclam jun., Stuttgart 1992,ISBN 3-15-008451-2.
Lore Hühn: Schopenhauer, Arthur. In: Neue Deutsche Biographie(NDB). Band 23, Duncker & Humblot, Berlin 2007,
ISBN 978-3-428-11204-3, S. 471–473 (Digitalisat).
Wolfgang Kloppe: Schopenhauers Berliner Aufenthalte. Resümee einer zehnjährigen Zwischenstation. In: Jahrbuch
Der Bär von Berlin. hrsg. v. Verein für die Geschichte Berlins, 24. Jahrgang, Berlin 1975.
Raphael von Koeber: Schopenhauers Erlösungslehre.Duncker, Berlin 1882.
Roland Krischke: Schopenhauer in Gotha.(= Stationen 1). Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2013, ISBN 978-3-
95462-024-1.
Ferdinand Laban: Die Schopenhauer-Literatur. Versuch einer chronologischen Übersicht derselben.Reprint der
Ausgabe von 1880. Franklin, New York 1970.
Hugo Liepmann: Schopenhauer, Arthur. In: Allgemeine Deutsche Biographie(ADB). Band 32, Duncker & Humblot,
Leipzig 1891, S. 333–346.
Ludger Lütkehaus (Hrsg.): Das Buch als Wille und Vorstellung. Arthur Schopenhauers Briefwechsel mit Friedrich
Arnold Brockhaus. Beck, München 1996,ISBN 3-406-40956-3.
Bryan Magee: The Philosophy of Schopenhauer. Oxford University Press, Oxford 1997,ISBN 0-19-823722-7.
Barbara Neymeyr: Ästhetische Autonomie als Abnormität. Kritische Analysen zu Schopenhauers Ästhetik im
Horizont seiner Willensmetaphysik. (= Quellen und Studien zur Philosophie. Band 42). Walter de Gruyter, Berlin/
New York 1996, ISBN 3-11-015229-0. (zugleich Dissertation Albert-Ludwigs-Universität Freiburg1992/1993).
Chise Onuki: Schopenhauers Willensmetaphysik. Eine Einführung zum Verständnis Schopenhauers und darüber
hinaus. Grin, München 2008, ISBN 978-3-638-92290-6.
Rüdiger Safranski: Schopenhauer und die wilden Jahre der Philosophie . Hanser, München 1987, ISBN 3-446-
14490-0.
Axel Schlote: Die universale Urkraft und das moralische Genie. Notate und Komplemente (nicht nur) zur Philosophie
von Arthur Schopenhauer. Wissenschaftlicher Verlag Berlin, Berlin 2014, ISBN 978-3-86573-786-1.
Axel Schlote: Paraden und Palliativa. Philosophische Maximen zur Lebensweisheit . Wissenschaftlicher Verlag
Berlin, Berlin 2015, ISBN 978-3-86573-842-4.
Alfred Schmidt: Schopenhauer und der Materialismus.In: Alfred Schmidt: Drei Studien über Materialismus.
Schopenhauer. Horkheimer. Glücksproblem. Hanser, München/ Wien 1977,ISBN 3-446-12460-8, S. 21–79.
Raymund Schmidt: Schopenhauer-Brevier. (= Sammlung Dieterich. Band 37). Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung,
Leipzig 1938.
Walther Schneider: Schopenhauer. Dausien, Hanau 1985,ISBN 3-7684-4552-6.
Daniel Schubbe / Matthias Koßler (Hrsg.): Schopenhauer-Handbuch: Leben – Werk – Wirkung. J.B. Metzler,
Stuttgart 2014, ISBN 978-3-476-02444-2.
Georg Simmel: Schopenhauer und Nietzsche. Ein Vortragszyklus. Mit einem Nachwort von Klaus H. Fischer „Über
Simmel, Schopenhauer und Nietzsche“.Wissenschaftlicher Verlag, Schutterwald (Baden) 2001, ISBN 3-928640-14-
3.
Volker Spierling: Arthur Schopenhauer zur Einführung.3., verb. Auflage. Junius, Hamburg 2010,ISBN 978-3-88506-
631-6.
Volker Spierling: Kleines Schopenhauer-Lexikon. Reclam Verlag, Ditzingen 2010,ISBN 978-3-15-020192-3.
Günther Stratenwerth:Über die Freiheit des Willens. Eine phänomenologische Untersuchung mit Arthur
Schopenhauer. Tectum Verlag, Marburg 2012, ISBN 978-3-8288-2945-9.
Ralph Wiener: Der lachende Schopenhauer. Eine Blütenlese. Militzke, Leipzig 2003,ISBN 3-86189-608-7.
Alfred Werner: Schopenhauer in Berlin. Auseinandersetzungen mit den Lehren der großen zeitgenössischen
Berliner Philosophen. In: Jahrbuch „Der Bär von Berlin“, hrsg. .vVerein für die Geschichte Berlins, 14. Jahrgang,
Berlin 1965, S. 71–86.
Robert Zimmer: Arthur Schopenhauer. Ein philosophischer Weltbürger. Biografie. dtv, München 2010, ISBN 978-3-
423-24800-6.
Michel Houellebecq In Schopenhauers Gegenwart, Dumont-Verlag, Köln, 2017, ISBN 978-3-8321-9882-4
Belletristik:

Christoph Poschenrieder: Die Welt ist im Kopf. Diogenes, Zürich 2010,ISBN 978-3-257-06741-5(Der Roman
begleitet Schopenhauer auf einer Reise nach Italien).
Irvin Yalom: Die Schopenhauer-Kur. btb, München 2005, ISBN 3-442-75126-8 (Ein Roman, der Psychotherapie mit
der Philosophie Schopenhauers verbindet).
Alain de Botton: Trost der Philosophie – Schopenhauer: T rost bei gebrochenem Herzen.Originalausgabe: The
Consolations of Philosophy. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main,ISBN 3-10-046317-X.

Weblinks
Commons: Arthur Schopenhauer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiquote: Arthur Schopenhauer – Zitate
Wikisource: Arthur Schopenhauer – Quellen und Volltexte
Wikiversity: Schopenhauer Aphorismen zur Lebensweisheit – Kursmaterialien, Forschungsprojekte
und wissenschaftlicher Austausch
Literatur von und über Arthur Schopenhauerim Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Werke von und über Arthur Schopenhauerin der Deutschen Digitalen Bibliothek
Werke von Arthur Schopenhauerim Projekt Gutenberg-DE
Eine Einführung in Schopenhauers Philosophie und in die Einflüsse auf seine Werke
Andreas Preussner: Artikel „Arthur Schopenhauer“im UTB-Online-Wörterbuch Philosophie
Schopenhauer-Archiv der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main
Schopenhauer in Dresden
Schopenhauer-Gesellschaft e. V.
Arthur Schopenhauer – Studienkreis, seine Philosophie und die Weisheit der Upanishaden
Englisch:

Mary Troxell: Arthur Schopenhauer (1788–1860).In: Internet Encyclopedia of Philosophy.


Robert Wicks: Arthur Schopenhauer. In: Edward N. Zalta (Hrsg.):Stanford Encyclopedia of Philosophy.
Sandra Shapshay: Schopenhauer's Aesthetics.In: Edward N. Zalta (Hrsg.):Stanford Encyclopedia of Philosophy.

Einzelnachweise
1. Schopenhauers Familie soll ursprünglich niederländischer Herkunft gewesen sein, wofür der Name
Schopenhauer/Schopenhouwer spricht; ursprünglich die Berufsbezeichnung für einen Schöpfkellenhersteller . Siehe
hier (http://www.genealogienetz.de/reg/MEC/ratzeburg/deutsch/berufe/s.htm).
2. Rüdiger Safranski: Schopenhauer and the Wild Years of Philosophy. Harvard University Press, Massachusetts 1991,
ISBN 0-674-79276-9, S. 52–53.
3. Axel Burchardt: Schopenhauers Spuren in Thüringen.(https://web.archive.org/web/20140108175015/http://www .uni-j
ena.de/Mitteilungen/PM131108_Schopenhauer .html) Festvortrag und Ausstellung am 13. November zum 200.
Jahrestag von Schopenhauers Promotion. In:Universitätsarchiv. Friedrich-Schiller-Universität Jena, 8. November
2013, archiviert vom Original (https://tools.wmflabs.org/giftbot/deref.fcgi?url=http%3A%2F%2Fwww .uni-jena.de%2F
Mitteilungen%2FPM131108_Schopenhauer .html) am 8. Januar 2014; abgerufen am 13. Januar 2014. Info: Der
Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.
4. Siehe die Studien vonUrs App über orientalische Einflüsse auf die Genese von Schopenhauers Philosophie,. va.
Schopenhauers Kompass. Die Geburt einer Philosophie.UniversityMedia, Rorschach/ Kyoto 2011,ISBN 978-3-
906000-02-2.
5. Brief vom 14. August 1818, zitiert nach Rudolf Borch:Schopenhauer. Sein Leben in Selbstzeugnissen, Briefen und
Berichten. Propyläen-Verlag, Berlin 1941, S. 150.
6. Brief vom 31. August 1818.
7. Brief vom 24. September 1818.
8. Urteil des Instruktionssenats vom 4. Oktober 1824 , bestätigt durch die Purifikationsresolution vom 2. März 1826(htt
p://books.google.de/books?id=xwfPUUVkuowC&pg=197)
9. Das Motto hatte Schopenhauer möglicherweiseJohann Georg SulzersTheorie der Schönen Künsteentnommen,
vgl. Karlheinz Muscheler: Die Schopenhauer-Marquet-Prozesse und das preussische Recht. J. C. B. Mohr (Paul
Siebeck), Tübingen 1996,ISBN 3-16-146546-6, S. 103. (https://books.google.de/books?id=xwfPUUVkuowC&pg=P A
103#v=onepage&q&f=false)
10. Eine gegenläufige Meinung vertritt jedoch z. B. Holger Althaus:Hegel und die heroischen Jahre der Philosophie .
Carl Hanser Verlag, München, ISBN 3-446-16556-8, S. 579–581. Demzufolge starb Hegel an einem akuten
Ausbruch einer chronischen Magenerkrankung.
11. Robert Gruber: Schopenhauers Geliebte in Berlin.Wien 1934, S. 32.
12. Aus dem „Englischen Hof“ amRoßmarkt hält sich bis heute die Anekdote, sein außerordentlicher Appetit habe
manches Mal Aufmerksamkeit erregt. „Herr Doktor , Sie essen ja wirklich für zehn“, soll ein Tischnachbar zu ihm
gesagt haben. „Ja freilich“, habe er entgegnet, „aber ich denke auch für zehn!“
13. Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart. Band 2:
Personen, Teil 2: L-Z, de Gruyter, Berlin 2009, ISBN 978-3-598-24072-0, S. 745 ff.
14. In Welt als Wille und Vorstellung S. 26, nach Anthony Kenny: Geschichte der abendländischen Philosophie. Band IV .
Moderne. 2. Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2014,ISBN 978-3-534-73858-8, S. 28.
15. Arthur Schopenhauer:Die Welt als Wille und Vorstellung. Erster Band, Köln 1997, § 23.
16. WWV I. § 56
17. WWV II. Kap. 46
18. WWV I. § 59
19. I. c. § 56
20. I. c. § 57
21. I. c. § 59
22. Arthur Schopenhauer:Die Welt als Wille und Vorstellung. Zweiter Band, Köln 1997, § 68.
23. Arthur Schopenhauer:Die Welt als Wille und Vorstellung. Erster Band, Köln 1997, § 45.
24. Arthur Schopenhauer:Die Welt als Wille und Vorstellung. Erster Band, Köln 1997, § 52.
25. Grundlage der Moral, § 19
26. Das Große Krüger Zitaten Buch.2. Auflage. Frankfurt am Main 1981, Abschnitt: T iere, S. 451.
27. XVII, 330 f.
28. Johannes M. Verweyen: Meisterung des Lebens.Dresden 1926, S. 306.
29. Modesto Gómez-Alonso:Wittgenstein on the Will and Voluntary Action. In: J. Padilla Gálvez (Hrsg.):Action,
Decision-Making and Forms of Life.Berlin/ Boston 2016, S. 77–108.(online) (https://www.academia.edu/22364385/
Wittgenstein_on_the_Will_and_Voluntary_Action?auto=view&campaign=weekly_digest)
30. Hermann Keyserling: Schopenhauer als Verbilder. Leipzig 1910.
31. Max Scheler: Die Wissensformen und die Gesellschaft.München 1960, S. 223.
32. Max Horkheimer: Notizen 1950 bis 1969 und Dämmerung. Notizen in Deutschland.hrsg. von Werner Brede,
Frankfurt 1974, S. 63.
33. Arnold Gehlen: Moral und Hypermoral. Eine pluralistische Ethik.6. Auflage. Klostermann Verlag, Frankfurt am Main
2004, ISBN 3-465-03303-5, S. 53 f.
34. Alfred Adler: Der Sinn des Lebens. Frankfurt am Main 1933.
35. Alfred Adler: Über den nervösen Charakter. Frankfurt am Main 1928.
36. Ludger Lütkehaus (Hrsg.):Arthur Schopenhauer: Ich bin ein Mann, der Spaß versteht. Einsichten eines glücklichen
Pessimisten. dtv, 2010.
37. Ernst Ziegler (Hrsg.): Arthur Schopenhauer. Gedanken über den Tod. C.H. Beck, 2010.
38. Beispielsweise Ludger Lütkehaus:Das Sein ist nicht das Gute(http://www.zeit.de/2010/35/Portraet-Schopenhauer).
Ein Porträt des Philosophen Arthur Schopenhauer . In: Die Zeit. 26. August 2010. Konstantin Sakkas:Sieg der
Entsagung. Leben und Sterben mit Schopenhauer . (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/1275126/)
In: Deutschlandfunk. 19. September 2010. Edo Reents:Das Sein ist das Nichts(http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/
buecher/rezensionen/sachbuch/zum-150-todestag-schopenhauers-das-sein-ist-das-nichts-11043534.html) . Zum
150. Todestags Schopenhauers. auf:faz.net, 21. September 2010.
39. Arthur Schopenhauer – Werk u. Studienausgabe (http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/arthur-schopenhauer-wer
k-u-studienausgabe). kritisches-netzwerk.de, mit Hinweisen zu den besonderen Eigenschaften der verschiedenen
Gesamtausgaben.
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