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Lehrstuhl für Aerodynamik und Strömungsmechnik – Prof. Dr. N. A.

Adams

Fluidmechanik I

Serie 3
Impulserhaltung

- Lösungen -

Aufgabe 1: Düse mit Schaufel

a) Vektorbeziehung zwischen den verschiedenen Geschwindigkeiten:

U1 x2 U2

π−β
α

β x1 U 0 x1
U0

U ∗1 : Strömungsgeschwindigkeit an der Schaufelendkante (für einen mitbewegten Beob-


achter)
|U ∗1 | = |U 1 | − |U 0 |

es gilt:
x2
tan α = (1)
U 0 − x1
x2
tan(π − β) = − tan β = (2)
x1
x1
cos(π − β) = − cos β = ∗ (3)
U1
(1) und (2):
tan α · (U0 − x1 ) = − x1 · tan β (4)
(3) in (4):
tan α · (U0 + cos β · (U1 − U0 )) = sin β · (U1 − U0 )
(U1 − U0 ) · sin β ( U1 − 1) · sin β
tan α = = U1 U0
(U1 − U0 ) · cos β + U0 ( U0 − 1) · cos β + 1

b) aus der Skizze von a) erhält man:


x2
sin α = (5)
U2
x2 x2
sin(π − β) = sin β = ∗
= (6)
U1 U1 − U0
(5) und (6):
U2 · sin α = (U1 − U0 ) · sin β

sin β
U2 = (U1 − U0 ) ·
sin α
alternativ (Unter Verwendung anderer Winkelbeziehungen) kann sich folgende Lösung
ergeben, die aber (auch wenn es nicht so aussieht) vollständig äquivalent ist
1
U2 = [U0 + (U1 − U0 ) cos β]
cos α

c) Festlegung eines Kontrollraumes (im mitbewegten Koordinatensystem):

2
F2 KV
U1 - U0

A F1
3
pa
x2
1
A
x1
β 4
U1- U0

Kraft, die die Schaufel auf das Fluid ausübt:


 
F
F = 1
F2
In diesem Koordinatensystem steht die Schaufel fest. Darum hat der Strahl beim
Austritt aus dem Kontrollvolumen den gleichen Geschwindigkeitsbetrag wie beim Ein-
tritt. Der Strahlquerschnitt A (normal zur Stromlinie) soll konstant angenommen werden.


Die Strömung ist stationär =⇒ ∂t = 0.
Die Strömung ist reibungsfrei =⇒ τ = 0.
keine Volumenkräfte: =⇒ g = 0.

Damit bleibt für den Impulssatz in x1 − Richtung übrig:


Z Z Z Z

(ρu1 )dV + ρu1 (u · n)dS = − (p · n)dS − (p · n)dS + F1
∂t
V S 1 3

Für stationäre Strömung gilt: Z



(ρu1 )dV = 0
∂t
V

und mit: Z Z
(p · n)dS = − (p · n)dS;
1 3

Z Z Z Z
⇒ ρu1 (u · n)dS + ρu1 (u · n)dS + ρu1 (u · n)dS + ρu1 (u · n)dS = F1
1 2 3 4

Da keine Durchströmung der Kontrollraumgrenzen 2 und 3 , folgt mit:


Z Z
ρu1 (u · n)dS = 0; ρu1 (u · n)dS = 0
2 3

Z Z
ρu1 (u · n)dS + ρu1 (u · n)dS = F1
1 4

Z    
(U1 − U0 ) −1
ρ(U1 − U0 ) · dS +
0 0
1
Z    
(U1 − U0 ) · cos(−β) 0
ρ(U1 − U0 ) cos(−β) · dS = F1
(U1 − U0 ) · sin(−β) −1
4

⇒ ρ ·(U1 − U0 ) · [(U1 − U0 ) · (−1) + 0 · 0] · A +


A
ρ ·(U1 − U0 ) cos β · [(U1 − U0 ) cos(−β) · 0 + (U1 − U0 ) sin(−β) · (−1)] · = F1
sin β
mit cos(−β) = cos(β) und sin(−β) = − sin β:

⇒ −ρ · (U1 − U0 )2 · A + ρ · (U1 − U0 ) cos β · (U1 − U0 ) · A = F1

F1 = (U1 − U0 )2 · ρ · A · (cos β − 1)

Gesucht ist aber die Kraft, die das Fluid auf die Schaufel ausübt:

Fx = (U1 − U0 )2 · ρ · A · (1 − cos β)

analog in x2 − Richtung :
Z Z Z
ρu2 (u · n)dS = − (p · n)dS − (p · n)dS + F2
S 2 4

mit: Z
ρu2 (u · n)dS = 0 (da u2 |1 = 0)
1

und: Z Z
(p · n)dS = − (p · n)dS;
2 4
Z Z
ρu2 (u · n)dS = 0; ρu2 (u · n)dS = 0
2 3

folgt: Z
ρu2 (u · n)dS = F2
4
Z    
(U1 − U0 ) · cos(−β) 0
ρ(U1 − U0 ) sin(−β) · dS = F2
(U1 − U0 ) · sin(−β) −1
4

A
⇒ −ρ · (U1 − U0 ) sin β · (U1 − U0 ) sin β · = F2
sin β

F2 = −ρ · (U1 − U0 )2 · A · sin β

Gesucht ist aber die Kraft, die das Fluid auf die Schaufel ausübt:

Fy = ρ · (U1 − U0 )2 · A · sin β
Aufgabe 2: Rohrkrümmer

a) Es wird das gestrichelte Kontrollvolumen betrachtet, in dem die Kontinuitätsgleichung


angesetzt werden muss:

nD
S 111111 SD
000000
000000
111111
111111
000000
000000
111111
000000
111111
000000
111111
000000
111111
poo
000000
111111
000000
111111
000000
111111
p2 , A2
000000
111111
000000
111111
000000
111111
SA q2
nA
nC
SB SC
q1 p1 , A1 n B
Z
u(x, t) · n dS = 0 .
S
Die Oberfläche S des Kontrollvolumens wird aufgespalten. Das Integral über die Gesam-
toberfläche ist gleich der Summe der Integrale über die Teilflächen:
Z Z Z Z
u · n dS + u · n dS + u · n dS + u · n dS = 0 .
SA SB SC SD

Dabei ist die Geschwindigkeit an der Fläche SA und SD null. An der Flächen SB und SC
ist die Geschwindigkeit ebenfalls nur an im Bereich der Rohre A1 und A2 ungleich null
und liefert somit einen Beitrag für das Integral.
Z     Z    
0 0 q2 1
· dA1 + · dA2 = 0 .
A1 q1 −1 A2 0 0
Da die Geschwindigkeiten konstant über den Querschnitt sind, kann man das Integral
durch eine Multiplikation ersetzen:
−q1 · A1 + q2 · A2 = 0
Darus folgt für die Geschwindigkeit q2
A1 1
q2 = q1 = q1
A2 2
b) Nun wird auf dem gestrichelten Kontrollvolumen die Impulsbilanz angesetzt:
Z Z Z

(ρu) dV + ρ u (u · n)dS = − p · ndS + F
V ∂t S S

Dabei wird die Halterung bei ’S’ durchgeschnitten. An dieser Stelle werden am Kontroll-
volumen die Kräfte Fx1 und Fx2 freigeschnitten, die auf der rechten Seite der Impulsbilanz
auftauchen und berechnet werden sollen.
Impulsbilanz in x1 −Richtung
Da die gleich großen Flächen SB und SD keine Normalkomponente in x1 −Richtung
besitzen, liefern sie für die Bilanz in x1 −Richtung keinen Beitrag. Einen Fluß von Impuls
über die Kontrollvolumengrenze hinweg findet nur bei A2 statt, so dass auf der linken
Seite der Gleichung nur ein Term nicht verschwindet:
Z    Z Z Z
q2 1
ρ q2 · dA2 = − p∞ ·(−1)dS− p∞ ·(1)dS− p2 ·(1)dS+Fx1 .
A2 0 0 SA SC −A2 A2

Auf der rechten Seite müssen alle zu x1 orthogonalen Oberflächen für den Druckterm
berücksichtigt werden.

ρ q22 A2 = p∞ A2 − p2 A2 + Fx1
Und somit ergibt sich für die Haltekraft in x1 −Richtung:

Fx1 = ρ q22 A2 + A2 (p2 − p∞ )

Impulsbilanz in x2 −Richtung
Die gleich großen Flächen SA und SC fallen für die Bilanz in x2 −Richtung heraus. Einen
Fluß von Impuls über die Kontrollvolumengrenze hinweg findet nur bei A1 statt:
Z    Z Z Z
0 0
ρ q1 · dA1 = − p∞ ·(1)dS− p∞ ·(−1)dS− p1 ·(−1)dS+Fx2 .
A1 q1 −1 SD SB −A1 A1

Auf der rechten Seite müssen wieder alle zu x2 orthogonalen Oberflächen für den Druck-
term berücksichtigt werden.

−ρ q12 A1 = −p∞ A1 + p1 A1 + Fx2


Und somit ergibt sich für die Haltekraft in x2 −Richtung:

Fx2 = −ρ q12 A1 − A1 (p1 − p∞ )