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Transkript zum Arbeitsbuch

Kapitel 1 Alltägliches sollte man doch sofort loslegen können, wenn die
Leistung der Rechner so viel höher ist.
○ Und woran liegt das Ihrer Meinung nach?
Modul 3 Übung 1 ● Nun ja, ich vermute dahinter Interessen der Com-
2
○ Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer, hier puterbranche. Ich könnte mir gut vorstellen, dass
im Morgenmagazin – jeden Morgen um halb acht die Geschwindigkeitsvorteile der Hardware nicht
auf Ihrem Lieblingssender. optimal an die Kunden weitergegeben werden,
Unser Thema heute ist ein inzwischen alltägliches: denn sonst wäre der Kunde vielleicht so glücklich
Es geht um Computer und das Internet. Eigentlich mit seinem Computer, dass er sich die nächsten
war ja ursprünglich mal die Idee, dass uns Compu- Jahre keinen neuen Rechner kaufen würde … So
ter und Internet viel Zeit sparen: Zeit beim Erstel- jedoch werben die Computerhersteller bei neuen
len von Übersichten, Tabellen und Kalkulationen, Rechnergenerationen wieder mit der Schnellig-
Zeit beim Recherchieren von Informationen oder keit – und wir lassen uns dazu verleiten, einen
Zeit beim Versenden von Nachrichten. Aber in der neuen Rechner zu kaufen.
Realität hat man das Gefühl, die neuen Medien ○ Hm – nun ja, zum Glück sind die Rechner insge-
kosten uns nur Zeit. Wie kann das eigentlich sein? samt ja doch etwas schneller geworden. Wenn ich
Und ist das wirklich so? Und wenn es so ist, woran mich da an meine Studentenzeit erinnere … Da
liegt das? hat alleine das Öffnen einer einfachen E-Mail seine
Ich begrüße zu diesem Thema hier bei mir im Zeit gedauert.
Studio Herrn Werner Wanko vom Bundesamt für ● Da haben Sie natürlich recht, insgesamt sind die
Verbraucherschutz. Hallo, Herr Wanko. Geräte schon merklich schneller geworden. Aber
● Guten Tag, ich freue mich auf das Gespräch. trotzdem: Eigentlich stehlen uns das Internet und
○ Herr Wanko, Sie als Verbraucherschützer sollten die digitalen Medien wie das Handy unheimlich
sich doch eigentlich freuen, dass die Geräte  viel Zeit.
– Computer und Handys zum Beispiel – immer ○ Hm, könnten Sie das etwas genauer erklären?
schneller werden und immer mehr können. Das ist ● Gerne. Ich sehe da vor allem drei Faktoren, die uns
doch eine gute Sache für uns Verbraucher, oder? Zeit kosten.
● Das stimmt, ja. Die Geräte werden immer schneller, Der erste Faktor lässt sich mit dem Wort „Inkompa-
die Speicherkapazitäten immer größer … Das tibilität“ zusammenfassen. Zwei typische Beispiele
klingt prima und eigentlich sollte man meinen, hierfür sind zum einen Software, die man zwar
dass dann letztendlich auch die Arbeit schneller installieren kann, die aber trotzdem nicht richtig
von der Hand geht. Oft blockieren wir uns dabei funktioniert und ständig Fehlermeldungen an-
aber auch selbst. Wenn der Drucker nicht so zeigt. Bis man dieses Problem wieder behoben hat,
schnell druckt, wie wir die Seiten gerne hätten, geht oft einiges an Zeit drauf.
machen wir in der Zwischenzeit nicht einfach Zum anderen neue Geräte, die nicht mit den Vor-
weiter mit unserer Arbeit, sondern starren auf die handenen kompatibel sind. Das ist mir selber erst
Anzeige und fühlen uns vom Gerät ausgebremst. kürzlich passiert: Ich habe mir einen neuen Laptop
Die Annahme „Je schneller der Rechner, desto gekauft und leider, leider gibt es für meinen Dru-
schneller ist man auch mit der Arbeit fertig.“ cker, der noch tadellos funktioniert, keinen passen-
stimmt also oft nicht. den Druckertreiber! Die Herstellerfirma bietet – aus
○ Können Sie uns denn etwas dazu sagen, um wie welchen Gründen auch immer – kein Update des
viel die Computer in den letzten Jahren schneller Druckertreibers für das neue Betriebssystem an.
geworden sind? Also, was mache ich? Ich suche stundenlang in
● Bei den ersten PCs, die auf dem Massenmarkt irgendwelchen Foren nach Treiber-Alternativen,
wirklich erfolgreich waren, dauerte es nach dem die dann am Ende auch nicht funktionieren. Und
Einschalten ja schon einige Minuten, bis man zum zu guter Letzt habe ich nicht nur viel Zeit verloren,
Beispiel in einem einfachen Textverarbeitungs- sondern muss auch noch Geld für einen neuen
programm arbeiten konnte. Drucker ausgeben.
Ein aktueller PC ist mindestens 1.000 Mal schneller, ○ Stimmt, das kommt mir auch bekannt vor!
aber bis man nach dem Einschalten loslegen kann, Was sind denn die anderen Faktoren, die uns Zeit
dauert es auch oft noch ein oder zwei Minuten. stehlen?
Das finde ich doch erstaunlich, denn eigentlich ● Der zweite Faktor ist Sicherheit! Beim Hochfahren
des Rechners braucht die Antiviren-Software ein

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paar Minuten, um sich die neuesten Updates Spaß daran haben? Kann es dann überhaupt sinn-
herunterzuladen. los sein? Wichtig ist doch hier – wie bei so vielem
Und alle paar Tage lesen wir Meldungen über neue im Leben – das Maß der Dinge. Wer so viel Zeit mit
Sicherheitslücken in gängigen Programmen. Wer dem Surfen im Internet verbringt, dass er die not-
diese Meldungen ernst nimmt, verbringt viel Zeit wenigen Aufgaben nicht mehr erledigen kann
damit, um die Interneteinstellungen des Browsers oder auch keine Kontakte zu Freunden mehr pfle-
zu optimieren, angeblich sicherere Updates herun- gen kann, der hat ein Problem. Aber ich denke, das
terzuladen, Sicherungs-CDs zu erstellen und Problem liegt dann in der Natur des Menschen.
immer wieder alles von Virenscannern checken zu Hätte er kein Internet, würde er eben vielleicht zu
lassen. Das beschäftigt uns nicht zu knapp! Und viele Kreuzworträtsel lösen …
wenn man am Ende noch den Fehler macht, meh- ● Da sagen Sie etwas sehr Richtiges und Sie haben
rere Anti-Viren-Programme zu installieren, die sich völlig recht: Das Maß der Dinge ist das Entschei-
dann gegenseitig als schädliche Programme ein- dende. Es kann durchaus auch mal richtig und
stufen und so den Rechner komplett blockieren, wichtig sein, zwischendrin beim Surfen im Internet
dann wird der Zeitaufwand noch größer, um alles etwas zu entspannen und auf andere Gedanken zu
wieder zum Laufen zu bringen. Beim Thema kommen. Ich lehne das ja nicht komplett ab. Wenn
„Sicherheit“ ist es wirklich schwierig, die Balance man sich diese Zeit dann bewusst als Entspan-
zwischen nötigen und unnötigen Maßnahmen  nungs- oder Pausenzeit nimmt, spricht aus meiner
– und damit Zeitverschwendung – zu finden. Sicht gar nichts dagegen. Surft man aber unbe-
○ Auch das kommt mir bekannt vor … Trotzdem, wusst und unreflektiert, wundert man sich schnell,
wenn ich so nachdenke, dann sind das alles Situati- wo die Zeit wieder geblieben ist – und warum man
onen, die mir vertraut sind und die mir unglaublich seine Arbeit nicht geschafft hat. Vielleicht hilft es,
auf die Nerven gehen, aber es sind keine Dinge, wenn sich jeder ein Zeitlimit setzt, damit die Inter-
die mich täglich aufhalten. Jedenfalls nicht von netzeiten nicht zu lange werden. Vielleicht nicht
meinem Empfinden her. Also, ist der Zeitverlust mehr als insgesamt eine Stunde pro Tag.
vielleicht doch gar nicht sooooo groß? ○ Das ist sicher nicht verkehrt. Herr Wanko, ich danke
● Ja, da sagen Sie etwas: Der größte Zeitverschwen- Ihnen für das interessante Gespräch und Ihnen,
der, der sitzt vor dem Computer. Das sind wir liebe Hörerinnen und Hörer, wünsche ich …
selbst, wir und unser Nutzungsverhalten. Das ist
der dritte Faktor. Aussprache Übung 1
3
Die meiste Zeit verschwenden wir im Internet. Hier A
ein halbes Stündchen, um in Facebook die neues- 1. Ham Sie Zeit?
ten Posts unserer Freunde zu lesen, da vergleichen, 2. Haben Sie Zeit?
was die gängigen Zeitschriften über die neuesten B
Fernsehserien berichten und dann vielleicht noch 1. Wollen wir schwimmen?
ein kleines Video mit Skateboard fahrenden Kat- 2. Wolln wir schwimm?
zen ansehen. C
Und wenn man mit der Arbeit gar nicht weiter- 1. Bitte nich rauchn.
kommt, dann spielt man zur Beruhigung gerne 2. Bitte nicht rauchen.
erst mal eine Runde … Arbeiten kann man später D
ja immer noch! 1. Wir könn gut kochn.
○ Ja, liebe Hörerinnen und Hörer, ich weiß ja nicht 2. Wir können gut kochen.
genau, wie es Ihnen geht, aber ich fühle mich
schon gerade ein bisschen ertappt … Aussprache Übung 2
Vielleicht sollten wir deshalb auch überlegen, wie 1. Sie sehn das Spiel in ‘nem Stadion an.
4
ehrlich es ist, die neuen Medien als Zeitdiebe zu 2. Was wollnse trinkn?
kritisieren. Tatsache ist doch, dass wir schon immer 3. Sie könn‘ in seim Zimmer wartn.
Zeit mit Dingen verbracht haben, die auf den ers- 4. Haste maln Euro füa mich?
ten Blick sinnlos oder völlig unwichtig erscheinen. 5. Isse nich schön?
In meinem Fall zum Beispiel Kreuzworträtsel oder 6. Wartnse anna Mensa!
Sudokus. Aber vielleicht brauchen wir einfach
auch „sinnlose Zeit“. Oder eher gesagt: Wer sagt
eigentlich, was sinnlos ist? Reicht es nicht, dass wir

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Kapitel 2 Hast du Worte? ○ Und Sie? Rufen Sie uns jetzt an oder schreiben Sie
uns Ihre Meinung auf unserer Homepage unter
www.radiopop.de
Modul 1 Übung 1
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○ … Und jetzt kommen wir zu einem viel diskutierten Aussprache Übung 1a
6
Thema: „Immer erreichbar – muss das sein?“ Wir Bevölkerungszunahme – Eichhörnchen –
haben uns dazu mal auf der Straße umgehört und kulturübergreifend – mikrowellengeeignet –
ein paar Meinungen gesammelt. Hören Sie selbst: Elektrizitätswerk – funktionstüchtig –
● Ach, das ist doch heute ganz normal. Natürlich bin Meisterschaftsspiel – Pappschächtelchen
ich immer erreichbar! Wenn ich mein Handy mal zu
Hause vergesse, bin ich die ganze Zeit irgendwie Aussprache Übung 1b
unruhig, weil ich dann immer denke, dass vielleicht Be völ ke rungs zu nah me – Bevölkerungszunahme
7

irgendwas Wichtiges passiert und ich kriege es Eich hörn chen – Eichhörnchen
nicht mit. Oder jemand muss mich dringend kul tur ü ber grei fend – kulturübergreifend
erreichen und ich bekomme die Nachricht nicht. mi kro wel len ge eig net – mikrowellengeeignet
Ich versteh‘ die ganze Diskussion nicht. Die Zeit E lek tri zi täts werk – Elektrizitätswerk
dreht sich eben weiter und heute ist es normal, funk tions tüch tig – funktionstüchtig
dass man immer erreichbar ist. Ich geh‘ schon da- Meis ter schafts spiel – Meisterschaftsspiel
von aus, dass ich meine Freunde immer erreichen Papp schäch tel chen – Pappschächtelchen
kann und wenn jemand den ganzen Tag nicht ans
Handy geht, dann nervt mich das auch. Aussprache Übung 2a
◼ Na ja, ich würde mein Handy schon ganz gern mal 8
normales Sprechtempo
am Wochenende ausstellen. Aber ehrlich gesagt,
1. erziehungsberechtigt
geht das nicht. Ich bin Geschäftsführerin einer
2. fälschlicherweise
Werbeagentur und in dieser Branche wird einfach
3. Fischstäbchen
auch am Wochenende oder abends gearbeitet. Wir
4. Gänsefüßchen
stehen oft unter Termindruck und wenn plötzlich
5. Justizvollzugsanstalt
ein unerwartetes Problem auftaucht, muss ich
6. Kirschsaftschorle
erreichbar sein. Ich muss dann spontan noch mal
7. Kopfsteinpflaster
in die Firma fahren oder eine Telefonkonferenz
8. Nachttischlämpchen
einberufen, obwohl ich eigentlich frei hätte. Auch
9. Relativitätstheorie
im Urlaub bin ich immer für meine Mitarbeiter
10. Schönheitschirurg
erreichbar. Natürlich ist es stressig, nie wirklich
eine richtige Auszeit zu haben. Aber so ist das heute langsames Sprechtempo
1. er zieh ungs be rech tigt – erziehungsberechtigt 9
in vielen Jobs. Man kann es sich oft einfach nicht
leisten, Dinge auf morgen zu verschieben. 2. fälsch li cher wei se – fälschlicherweise
▶ Also, ich hab‘ keine Lust, ständig für alle erreichbar 3. Fisch stäb chen – Fischstäbchen
zu sein und deshalb habe ich auch gar kein Handy. 4. Gän se füß chen – Gänsefüßchen
Das können die meisten Leute erst mal gar nicht 5. Jus tiz voll zugs an stalt – Justizvollzugsanstalt
glauben, dass jemand heutzutage freiwillig auf ein 6. Kirsch saft schor le – Kirschsaftschorle
Handy verzichtet. Aber wenn ich am Abend Feier- 7. Kopf stein pflas ter – Kopfsteinpflaster
abend mache, habe ich wirklich frei. Meine Kolle- 8. Nacht tisch lämp chen – Nachttischlämpchen
gen könnten mich zwar zu Hause anrufen, aber ich 9. Re la ti vi täts theo rie – Relativitätstheorie
glaube, da ist die Hemmschwelle schon ein biss- 10. Schön heits chi rurg – Schönheitschirurg
chen größer, als mal schnell auf dem Handy durch-
zuklingeln. Kapitel 3 An die Arbeit!
Und noch was: Die Leute halten sich viel stärker an
Verabredungen mit mir. Weil … niemand kann
mich kurz vorher anrufen und das Treffen verschie- Modul 1 Übung 1
10
ben. Klar, mir kann dann zwar auch keiner Be- ○ Wie kann ich als Bewerber punkten? Diese Frage
scheid geben, wenn er sich verspätet, aber beim stellt man sich spätestens dann, liebe Hörerinnen
Warten bin ich geduldig. Kein Handy zu haben, und Hörer, wenn man zu einem Vorstellungsge-
schafft mehr Verbindlichkeit. spräch eingeladen ist. Deshalb haben wir heute

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einen Experten im Studio, der uns diese und antworten wie z. B. „Meine größte Schwäche ist
andere Fragen rund um das Thema „Erfolgreich Schokolade.“. Das hängt aber von der Branche und
bewerben“ beantwortet. Ich begrüße ganz herz- von Ihrem direkten Gegenüber ab. Da müssen Sie
lich unseren Gast Holger Behrens, der als Personal- die Situation richtig einschätzen. Ansonsten soll-
chef für eine große Firma arbeitet. Herzlich will- ten Sie bei dieser Frage natürlich nicht mit Ihren
kommen, Herr Behrens. schlimmsten Fehlern herausrücken, sondern mit
● Vielen Dank. etwas Banalerem wie z. B.: „Auf meinem Schreib-
○ Herr Behrens, wann haben Sie sich denn das letzte tisch ist es nicht immer so ordentlich.“
Mal beworben? ○ Das heißt also: Wichtig ist die spontane Reaktion
● Oh, das ist schon viele Jahre her. des Bewerbers?
○ Wie sah denn Ihre Bewerbung damals aus? ● Ganz genau! Die andere Seite kann an Ihrer Reakti-
● Nun, ganz traditionell. Sie hatte eine Seite An- on erkennen, wie Sie sich in schwierigen Situatio-
schreiben, eine Seite Lebenslauf, rechts oben war nen verhalten, ist aber natürlich auch interessiert
das Foto … Mein Lebenslauf war ziemlich langwei- daran, wie Sie mit Ihren Schwächen umgehen.
lig, eigentlich eine zeitliche Aufzählung von Daten. ○ Worin sehen Sie denn heute die größte Schwäche
Damals war mir gar nicht klar, dass das Anschrei- vieler Bewerber?
ben gar nicht das Wichtigste ist, sondern dass der ● Hm, ich denke, den meisten Bewerbern ist einfach
Lebenslauf eine viel größere Rolle spielt. Die Perso- nicht klar, dass sie eine Ware anbieten, nämlich
nalchefs wollen nicht nur wissen, wo man gearbei- ihre Kenntnisse und ihr Wissen. Sie verstehen
tet hat, sondern auch, was man dort gemacht nicht, dass sie sich als Arbeitskraft verkaufen und
hat … Also, nicht nur Daten aufzählen! dem Personaler klarmachen müssen, welche Vor-
○ Und wenn man sich heute bewirbt? Was hat sich teile er aus ihrer Arbeitskraft ziehen könnte.
denn heute im Vergleich zu damals verändert? ○ Sehr interessant, Herr Behrens, vielen Dank für all
● Der größte Unterschied ist, dass man sich heute die Infos und wir werden auch gleich noch ein
viel stärker inszenieren muss. Die Personalchefs bisschen weiterreden, denn uns erreichen zurzeit
wollen nicht nur herausfinden, ob der Bewerber schon jede Menge Anrufe mit Fragen zum Thema.
für die Stelle qualifiziert ist. Heute muss man in Doch bevor wir in die nächste Runde starten,
seiner Bewerbung klar formulieren, was einen hören wir ein bisschen Musik und die kommt
motiviert und warum man gerade in dieser Firma diesmal …
arbeiten will. Das gilt nicht nur für die schriftliche
Bewerbung, das muss der Bewerber auch im Vor- Aussprache Übung 1
11
stellungsgespräch überzeugend rüberbringen. 1
Sogar die Verantwortlichen von kleineren Firmen ○ Marina hat einen neuen Job.
bereiten sich heute genauestens darauf vor, was ● Ah! Das wurde aber auch Zeit.
sie den Bewerber im Vorstellungsgespräch fragen 2
wollen. ○ Marina hat einen neuen Job.
○ Aber dabei hilft mir als Stellensuchender doch ein ● Aha! Das wurde aber auch Zeit.
großes Angebot an Ratgebern, die man in jedem 3
Buchladen kaufen kann. Hinzu kommen jede Men- ○ Marina hat einen neuen Job.
ge Ratgeberseiten im Internet, die sich mit diesem ● Soso. Jetzt verstehe ich, warum sie nie Zeit hat.
Thema beschäftigen. Das bedeutet doch, viele 4
Fragen sind vorher bekannt! ○ Marina hat einen neuen Job.
● Da haben Sie zwar recht, aber dennoch gehen ● Achso! Jetzt verstehe ich, warum sie nie Zeit hat.
viele Bewerber immer noch relativ unvorbereitet
an die Sache ran. Die meisten Ratgeber, die Aussprache Übung 2a und b
gekauft werden, beziehen sich auf die schriftliche 1A Ah, tut das weh!!!
12--13
Bewerbung, nicht auf das Vorstellungsgespräch. 1B Ah, schmeckt das gut!
○ Aber auf die klassische Frage nach den eigenen 2A Jaja, das hab‘ ich auch schon gehört.
Stärken oder Schwächen hat doch mittlerweile 2B Jaja, das kenne ich schon.
jeder eine Antwort parat. 3A Ohhh, ich hab‘ die falsche Antwort geschrieben!
● Stimmt, die Schwächen-Frage kommt noch in 3B Oh! Das wusste ich noch nicht.
nahezu jedem Vorstellungsgespräch vor. Manch-
mal können Sie darauf erst mal etwas Witziges

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Kapitel 4 Wirtschaftsgipfel durch die Stadt, z. B. um zur Arbeit zu kommen. Da
war meine Idee, dass es doch toll wäre, wenn diese
Leute auf ihrem Weg, den sie ja sowieso zurückle-
Modul 4 Übung 3 gen, auch gleich Dinge transportieren, die sonst
14
○ Hallo Aylin, wie geht’s? extra hin und her gefahren werden müssen. Und
● Hi Sebastian. Mir geht es sehr gut, danke! Stell dir für den Mitnahmeservice von Briefen, Päckchen
vor, gestern hat meine Crowdfunding-Aktion die oder Paketen hätten sie eine kleine Aufwandsent-
Mindestsumme erreicht! schädigung bekommen. „Eh auf dem Weg“ wollt‘
○ Echt? Mensch, herzlichen Glückwunsch! Du woll- ich es nennen.
test ein Café aufmachen, oder? ● Also, die Idee klingt doch eigentlich super. Das ist ja
● Ja. Also kein normales Café, sondern ein kleines auch viel umweltfreundlicher, wenn weniger Leute
Café, in dem es nur veganen Kuchen gibt und gu- auf den Straßen unterwegs sind. Warum hat‘s denn
ten Kaffee. Ich bin echt schon ganz aufgeregt und nicht geklappt? Ich meine, da könnte ja jeder was
weiß gar nicht, was ich jetzt als Erstes machen soll. mitnehmen, ganz egal, ob er mit dem Auto, Fahr-
○ Wie lange läuft deine Aktion denn noch? rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt.
● Noch zwei Tage. Aber eigentlich kann ich jetzt ○ Habe ich mir auch gedacht, aber wahrscheinlich
schon loslegen, weil das Ziel ja auf jeden Fall er- hatte ich die Idee noch nicht so richtig durchge-
reicht ist. Aber mal seh‘n, vielleicht bekomme ich ja sponnen. Ich hätte mich z. B. erst mal mit den Fir-
noch viel mehr Geld zusammen, das wär‘ natürlich men in meiner Umgebung absprechen müssen
toll. und klären, wie viele Kurierfahrten die so im
○ Das ist ja super! Aber ich würde jetzt noch nicht zu Schnitt benötigen und wie schnell die Lieferungen
viel machen, sondern die zwei Tage auch noch ab- dann sein müssen. Eigentlich hab‘ ich schon vor,
warten. dass ich das noch mal angehe, aber eben dann viel
● Jaaa, irgendwas muss ich aber unbedingt machen! strukturierter und mit mehr Konzept dahinter. So
Ich denke, ich werd‘ schon mal ein paar Dinge im Nachhinein betrachtet, war meine Aktion wirk-
organisieren. Ich könnte zum Beispiel das Dankes- lich nicht überzeugend dargestellt – und auch
schreiben an meine Unterstützer aufsetzen und nicht soooooo toll bis ins Detail geplant. Aber ich
die Gutscheine für den Cafébesuch für alle, die hab‘ seitdem viele Aktionen beobachtet und ich
Geld eingezahlt haben, vorbereiten. glaube, dass ich jetzt schon ziemlich genau weiß,
○ Ja, das kannst du tatsächlich jetzt schon machen. worauf man achten muss, damit eine Aktion über-
● Und dann spreche ich mit der Vermieterin von haupt eine Chance hat. Außerdem hatte ich die
dem alten Straßenbahnhäuschen. Vor allem für die App, über die man sich als Paketlieferer anmelden
Renovierung brauche ich ja das Geld. Ich bin ge- kann und über die auch die Pakete „aufgegeben“
spannt, was sie sagt, wenn sie erfährt, dass ich das werden können, noch nicht so richtig ausgefeilt.
Geld zusammenbekommen hab‘. Ich bin wirklich Da hab‘ ich inzwischen ein besseres Konzept ent-
froh, dass die Besitzerin meine Idee so gut fand, wickelt und auch schon weiterprogrammiert …
dass sie mich gleich selbst unterstützt hat! ● Ich seh‘ schon, du wirst das doch noch irgendwann
○ Mensch, das freut mich wirklich, dass es bei dir schaffen. Und wenn du so fit bist, dass du die App
geklappt hat. Ich wünsch‘ dir ganz viel Glück! selber programmieren kannst, das ist doch super!
● Und ein Gewerbe muss ich dann jetzt auch Vielleicht tun wir uns ja auch zusammen und mit
beantragen, das ist auch wichtig. deiner Idee können wir dann auch meinen Kuchen
○ Ja stimmt, und das dauert dann auch eine Weile, ausliefern.
bis das alles durch ist. Ich mag ja solche Behörden- ○ Ja, das ist doch eine gute Idee! Also, dann mach du
gänge gar nicht, da beneide ich dich nicht drum … mal dein veganes Café auf und ich versuch‘ es viel-
Ich hatte ja auch mal eine Aktion gestartet, aber leicht wirklich noch mal. Und dann lassen wir dei-
leider ist für meine Idee nicht genug Geld zusam- ne Kuchen von Privatleuten ausliefern.
mengekommen. ● Ja, das wär‘ doch toll!
● Echt? Das wusst‘ ich ja gar nicht. Was für eine Idee ○ Ja, schau‘n wir mal. Ich bleib‘ dran und gebe dir
hattest du denn? Bescheid, wenn ich die Aktion noch mal starte.
○ Ach, die Idee find‘ ich immer noch ganz gut, aber ● Mach das, ich warte drauf!
es hat nicht geklappt: Ich wollte einen regionalen ○ Okay. Also ciao und viel Glück mit deinem Café! Ich
Päckchen- und Brieflieferservice aufbauen. Es fah- drück dir die Daumen, dass es gut läuft.
ren ja jeden Tag viele Menschen kreuz und quer ● Danke. Ciao!

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Aussprache Übung 1 ganz zufrieden mit meinem Leben. Das Einzige ist,
15 A dass ich gern mehr Zeit für meine Freunde hätte und
normal sie gern öfter sehen würde. Aber das geht im Moment
Ich verhandle nur mit Herrn Schmidt. nicht. Ich hab‘ mich letztes Jahr selbstständig
links gemacht und da ist es ganz normal, dass ich einfach
Herr Schmidt, ich verhandle nur mit ihm. viel arbeiten muss. Aber es werden sicher auch wieder
rechts andere Zeiten kommen. Man muss halt auch mal
Ich verhandle nur mit ihm, dem Herrn Schmidt. abwarten können.
Person 4
B Also, ich habe in den letzten Jahren eigentlich schon
16 normal ganz schön viel verändert. Ich gehe jetzt wirklich
Das Betriebsfest hat uns gut gefallen. zweimal die Woche zum Sport. Ich verbringe nicht
links mehr so viel Zeit wie früher vor dem Computer oder
Das Betriebsfest, das hat uns gut gefallen. am Handy. Das Surfen im Internet ist ja meistens
rechts Zeitverschwendung. Und damit ich auch mehr an der
Das hat uns gut gefallen, das Betriebsfest. frischen Luft bin, hab‘ ich mir sogar einen Hund
C angeschafft. Der hilft mir, mich mehr zu bewegen und
17 normal meine Faulheit zu überwinden. Und ich geh‘ jetzt
Der Chef könnte um 11 Uhr da sein. auch regelmäßig ins Fitnessstudio. Jeder kann seine
links Gewohnheiten verändern. Ich finde, das ist alles nur
Um 11 Uhr, dann könnte der Chef da sein. eine Frage der Disziplin.
rechts
Der Chef könnte dann da sein, um 11 Uhr. Aussprache Übung 1b, c und d
19–21
acht – Amt – Auto – älter – etwas – Ehre – Eis – ich –
Kapitel 5 Ziele ihr – oder – offen – über – Uhr – unter

Aussprache Übung 2a
Modul 3 Übung 7 22
18 1A be|arbeiten
Person 1 B bL earbeiten
Gute Vorsätze? Das ist für mich kein Thema mehr. Das 2A VeI rantwortung
klappt doch sowieso nie. Man nimmt sich immer B Ver|antwortung
irgendwas Tolles vor, wie z. B. „Ich lass’ mich nicht 3A eH rinnern
mehr so stressen. Ich verbringe ab jetzt mehr Zeit mit B er|innern
meinen Freunden. Ich ruf‘ meine Oma jeden zweiten 4A Spiegel|ei
Tag an. Ich gehe alle zwei Tage ins Fitnessstudio.“ usw. B SpiegeL lei
Das versucht man dann ein paar Wochen und dann 5A Ehren|amt
gibt man wieder auf und fühlt sich schlecht. Nee, ich B EhreL namt
hab‘ keine Lust mehr auf diese guten Vorsätze.
Person 2 Aussprache Übung 2b
Gute Vorsätze sind ja irgendwie auch an bestimmte 23
1. bearbeiten
Jahreszeiten gebunden. Also, ganz typisch ist ja, dass
2. Verantwortung
man sich am Jahresende so einiges vornimmt, was
3. erinnern
man dann im neuen Jahr anders machen möchte. Und
4. Spiegelei
kurz vor dem Sommer nimmt man sich meistens auch
5. Ehrenamt
wieder vor, mehr Sport zu machen oder vielleicht Diät
zu halten, damit man dann am Strand oder im
Schwimmbad ‘ne gute Figur macht. Ich persönlich Kapitel 6 Gesund und munter
nehm‘ mir immer nur Dinge vor, bei denen ich denke,
dass ich sie auch schaffen kann. Und immer nur eine
Modul 2 Übung 3b
Sache. Nie zu viel auf einmal! 24
Person 3 A
Ach, warum muss man denn immer perfekt sein? Ja, also … ich fang‘ an …
Ständig soll man sich verändern. Ich bin eigentlich In der vorliegenden Grafik geht es um das Thema
„Essen“. Man hat Menschen im Alter von 18 bis 66

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Jahren dazu befragt. Über 30 Prozent der Personen ● Da hast du recht, das frage ich mich auch immer.
sagen, dass sie essen und dabei etwas anderes Ich denk‘ ja auch, dass echte Bioprodukte auch
machen. Ich meine die, die 18 bis 35 Jahre alt sind und einen gewissen Preis haben müssen, sonst stimmt
46 bis 55 Jahre alt sind. Alle anderen liegen unter 30 da irgendwas nicht. Aber trotzdem, wenn ein Bio-
Prozent. Ich glaube, dass es den jungen Leuten zu Siegel drauf ist, dann weiß ich wenigstens, dass das
langweilig ist, nur zu essen. Und die alten Leute sind Gemüse nicht mit Tonnen von Pestiziden gespritzt
meistens alleine und wollen nicht einsam sein. wurde.
B ○ Stimmt, das ist schon mal ganz gut. Aber bei
Ich möchte einige Informationen aus der Grafik mit Fleisch und Wurstwaren, da weiß ich wirklich im-
dem Titel „Essen ist oft Nebensache“ vorstellen. Die mer nicht, was ich von Biowaren bei Discountern
Techniker Krankenkasse hat dazu erwachsene halten soll.
Deutsche befragt, also junge Leute ab 18 Jahren bis zu ● Das geht mir ganz genauso, ich kaufe da auch kein
alten Menschen, die 66 Jahre und älter waren. Die Fleisch. Einmal habe ich das Bio-Hackfleisch ge-
Befragten sollten etwas zu ihren Essgewohnheiten kauft, das es dort gibt. Aber das hatte eine ganz
sagen. Interessant ist, dass sich einige Menschen nicht schlechte Qualität. Da war mehr Fett als Fleisch
zu 100 % auf ihr Essen konzentrieren, sondern neben drin, so können sie dann vermutlich den günstigen
dem Essen z. B. fernsehen oder im Internet surfen, Preis machen … Wahrscheinlich ist das bei der
eine Zeitschrift lesen … Dieses Verhalten kann man Wurst so ähnlich.
deutlich bei den jüngeren Menschen beobachten, Also bei Fleisch, da bin ich wirklich konsequent, da
denn 39 % der 18- bis 25-Jährigen und 37 % der 26- bis kaufe ich nur in Geschäften, die mir auch die Her-
35-Jährigen sagen, dass sie neben dem Essen kunft garantieren können. Am besten kauft man
gleichzeitig etwas anderes tun. Im Gegensatz zu den natürlich direkt von einem Biobauernhof, wo die
jüngeren liegt die Gruppe der älteren Personen Tiere auch gleich geschlachtet werden. Das ist für
deutlich unter 30 %. Nur 23 % der 56- bis 65-Jährigen mich echtes Bio. Da zahle ich dann auch gerne mal
und 22 % der Menschen ab 66 Jahren sagen, dass mehr und esse dafür insgesamt weniger Fleisch.
Essen nur Nebensache ist. Ich finde das interessant, ○ Ja, das sehe ich auch so. Allerdings, hm, muss ich
denn in meinem Land würden die Zahlen viel höher zugeben, dass ich auch oft Fleisch esse, wenn ich
sein. Bei uns läuft der Fernseher eigentlich den im Restaurant bin – und da ist es mir dann plötz-
ganzen Tag, auch beim Essen. lich ganz egal, wenn ich nicht weiß, wo das Fleisch
herkommt.
Modul 3 Übung 2 ● Echt? Das ist ja komisch.
25
○ Hey, hallo Ramon! ○ Na ja, vielleicht liegt es daran, dass ich nicht so oft
● Hallo Lena. essen geh‘. Und wenn ich mir das dann schon mal
○ Dich hab‘ ich hier ja noch nie gesehen. Gehst du gönne, dann, dann will ich einfach das essen, wor-
öfter hier im Bioladen einkaufen? auf ich am meisten Lust hab‘. Da schaltet sich mein
● Nicht so oft, aber doch schon immer wieder. Bio-Gewissen dann plötzlich aus.
Eigentlich kaufe ich meistens bei mir um die Ecke ● Ach ja, so schlimm ist das vermutlich auch nicht …
im Discounter ein. Gemüse und Obst kaufe ich auch gerne im Gemü-
○ Ach so. Na, in solche Geschäfte gehe ich nur sehr seladen um die Ecke. Das ist zwar oft nicht Bio,
selten – oder ehrlich gesagt: nie. Ich finde das nicht aber der Verkäufer kennt die Händler und weiß,
fair, wie die die Preise nach unten drücken und au- woher die Ware kommt. Da schau‘ ich dann vor
ßerdem ist mir das da immer alles zu vollgestopft allem darauf, dass die Produkte aus der Region
im Geschäft. kommen. Meistens sind die dann von kleineren
● Ja, ja, ich weiß, was du meinst … Aber das ist bei Betrieben, die kein Bio-Siegel beantragt haben,
mir einfach die nächste Einkaufsmöglichkeit. Ist obwohl die Produkte Bio-Qualität hätten. Aber die
fast gleich vor meiner Haustür und dann bin ich Beantragung ist halt für viele teuer. Mein Gemüse-
natürlich doch bequem … Außerdem weiß ich im händler nennt das dann immer „Gärtnerqualität“.
Supermarkt auch nie, zu welch unfairen Preisen sie ○ Na, ich weiß nicht, da würde ich mich nicht unbe-
die Produkte von den Produzenten abnehmen. dingt drauf verlassen. Aber das mit der Herkunft,
Immerhin gibt es ja zum Glück inzwischen auch da hast du völlig recht, ich achte auch immer drauf,
ganz viele Bioprodukte beim Discounter. dass das Obst und Gemüse und auch das Fleisch
○ Ja, schon, aber ist das wirklich Bio? Ich meine, da möglichst aus der Region kommt und nicht einmal
gibt es doch verschiedene Kennzeichnungen. um die halbe Welt geflogen wird …

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Transkript zum Arbeitsbuch
Und, gibt es bei dir heute Fleisch oder warum Kapitel 7 Recht so!
kaufst du hier im Bioladen ein?
● Erstens, weil ich heute frei habe. Da habe ich mehr
Zeit und kann mich in Ruhe umsehen. Und zwei- Modul 3 Übung 1
28
tens, weil ich heute Abend ein paar Freunde einge- ○ Immer wieder lesen Sie von neuen Gesetzen, die
laden habe und koche. Und, wie du schon grade diskutiert werden, aber Sie sind sich gar
vermutet hast, auch mit Fleisch … Sag mal, hast du nicht so sicher, wie ein neues Gesetz eigentlich
denn heute Abend schon was vor? Magst du auch entsteht. Dann hilft Ihnen dieser Podcast weiter.
kommen? Wie entsteht ein neues Gesetz? Und welche Rolle
○ Ähm – ja, gern. Gibt‘s denn einen besonderen spielen dabei die Regierung, der Bundestag, also
Anlass? unser Parlament, und der Bundesrat, also das
● Nein, nichts Besonderes … ich habe nur Geburts- Gremium der Bundesländer?
tag. Hier erklären wir stark vereinfacht die 10 wichtig-
○ Mensch, herzlichen Glückwunsch! Kann ich denn sten Schritte zu einem neuen Gesetz.
irgendwas mitbringen? Oder kann … ● Schritt 1:
○ Die Bundesregierung, der Bundestag oder der
Aussprache Übung 1a Bundesrat stellt fest, dass ein Gesetz fehlt oder
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Guten Tag, meine Damen und Herren. aktualisiert werden muss. Dann können diese
Ich danke Ihnen für Ihr großes Interesse an meinem Gremien ein neues Gesetz beim Bundestag vor-
heutigen Vortrag mit dem Titel … „Wellness? Brauch‘ schlagen. Nehmen wir einmal den häufigen Fall
ich nicht. Ich bin entspannt.“ an, dass ein Ministerium der Bundesregierung im
Stress, Hektik, Multitasking … unser Alltag verspricht Bundestag ein Gesetz vorschlägt. Hier wird der
nur wenig Ruhe. Warum, meine Damen und Herren, Vorschlag in der Regel von der Bundesregierung
warum ist das so? Muss das denn wirklich so sein? gebilligt.
Sie haben bestimmt auch viel zu tun und trotzdem ● Schritt 2:
haben Sie sich die Zeit genommen, heute hierher zu ○ Danach wird der Gesetzesvorschlag vom Bundes-
kommen. Und das freut mich natürlich sehr. tag an den Bundesrat weitergeleitet. Der Bundes-
Und so machen Sie es richtig. „Wieso richtig?“, werden rat, also die Vertreter der Bundesländer, gibt dann
Sie fragen. Richtig ist, dass Sie sich Zeit nehmen für seine Meinung zu dem Entwurf ab.
etwas, was Sie interessiert. Richtig ist, dass Sie das, was ● Schritt 3:
Ihnen wichtig ist, in Ihren Alltag einbauen. ○ Mit der Meinung aus dem Bundesrat kommt der
Regel Nummer 1 für ein entspanntes Leben: Tue, was Gesetzentwurf wieder zurück in den Bundestag.
dir gut tut und gut gefällt. Dort wird der Entwurf von allen Mitgliedern zum
Regel Nummer 2: Entspann dich in deinem Alltag und ersten Mal gemeinsam diskutiert. Das nennt man
nicht in teuren Wellnesshotels. die erste Lesung.
Sie haben den ersten Schritt getan. Aber was können ● Schritt 4:
Sie noch tun? ○ Nach der ersten Lesung kommt der Entwurf für das
Gesetz in einen Fachausschuss. Dort wird der Vor-
Aussprache Übung 1b schlag von Experten, die sich mit der jeweiligen
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1. Stress, Hektik, Multitasking … unser Alltag Thematik sehr gut auskennen, intensiv und in allen
verspricht nur wenig Ruhe. Details diskutiert. Der Ausschuss hat die Aufgabe
2. Muss das denn wirklich so sein? festzustellen, ob Änderungen an dem Entwurf
3. Und das freut mich natürlich sehr. nötig sind und ob der Entwurf unterstützt oder
4. „Wieso richtig?“, werden Sie fragen. abgelehnt werden sollte. Mit der Empfehlung aus
5. Richtig ist, dass Sie das, was Ihnen wichtig ist, in dem Fachausschuss geht der Entwurf wieder
Ihren Alltag einbauen. zurück in den Bundestag.
6. Entspann dich in deinem Alltag und nicht in teuren ● Schritt 5:
Wellnesshotels. ○ Hier folgt nun die zweite Lesung. Das bedeutet,
dass der bewertete Entwurf und die Änderungs-
vorschläge aus dem Ausschuss für ein neues
Gesetz noch einmal gemeinsam beraten und
besprochen werden.

168
● Schritt 6: Aussprache Übung 1d
○ Die dritte Lesung: Jetzt stimmen die Mitglieder des die Gesetzesänderungsentscheidungsvorlage 32
Bundestages darüber ab, ob das Gesetz angenom- die Vorlage
men oder abgelehnt wird. Ist eine Mehrheit für das die Entscheidungsvorlage
Gesetz, wird der angenommene Entwurf an den die Änderungsentscheidungsvorlage
Bundesrat weitergeleitet. die Gesetzesänderungsentscheidungsvorlage
● Schritt 7:
○ In den meisten Fällen ist auch die Meinung aus dem Aussprache Übung 1e
Bundesrat wichtig, damit ein Gesetz angenommen, 33
1. das Wortschatzkarteikärtchen
also verabschiedet, oder abgelehnt werden kann.
2. die Treppenhausreinigungsordnung
Der Bundesrat stimmt ebenfalls über den Gesetzes-
3. der Kaffeeautomatenreparaturservice
entwurf ab und gibt seine Stellungnahme zurück
4. der Fachausschusssitzungsraum
an den Bundestag. Wenn der Bundesrat anderer
Ansicht ist als der Bundestag, versucht man in der
Regel einen gemeinsamen Kompromiss zu finden. Kapitel 8 Du bist, was du bist
● Schritt 8:
○ Wenn sowohl Bundestag als auch Bundesrat dem
Entwurf zugestimmt haben, dann ist das Gesetz
Modul 1 Übung 2
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verabschiedet und geht weiter an den Bundesprä- ○ Das Auge isst bekanntlich mit – nur in viel größe-
sidenten bzw. die Bundespräsidentin. Hier wird der rem Umfang, als Sie vielleicht glauben, liebe Höre-
abgestimmte Gesetzestext ausgefertigt und vom rinnen und Hörer.
Bundespräsidenten bzw. der -präsidentin unter- Herzlich willkommen in unserem Wissenschafts-
schrieben. magazin „Hätten Sie‘s gewusst?“. Zu Gast heute im
● Schritt 9: Studio ist Frau Dr. Weidmann. Sie lehrt am Institut
○ Jetzt unterschreibt der bzw. die für das Thema zu- für Experimentelle Psychologie an der Universität
ständige Minister oder Ministerin. Dann folgt die Greifswald. Guten Tag, Frau Dr. Weidmann.
Unterschrift der Bundeskanzlerin bzw. des Bundes- ● Guten Tag. Ich freue mich, heute hier zu sein.
kanzlers. ○ Sicherlich haben Sie, liebe Hörerinnen und Hörer,
● Schritt 10: auch schon die Erfahrung gemacht: Der Wein ist
○ Zum Schluss veröffentlicht der Bundespräsident am Strand viel besser, der Fisch ist im Urlaub viel
bzw. die Bundespräsidentin das Gesetz. Und damit frischer und die Kirschen sind in den Sommerferien
ist das neue Gesetz gültig. viel süßer. Wie kommt das, Frau Dr. Weidmann? Ist
So, jetzt wissen Sie, wie im Wesentlichen ein neues das wirklich so?
Gesetz entsteht, falls die Kinder mal wieder fra- ● Kurz gesagt: Nein, dem ist nicht so. Die Begrün-
gen … oder die Kollegen … oder die Nachbarin. dung ist ganz einfach: Beim Essen entscheidet
nicht nur der Geschmack, ob es uns schmeckt. Der
Aussprache Übung 1a Geschmack ist nur einer von ganz vielen Faktoren
29 dabei.
1. Zeuge Aussage
○ Welche Faktoren gibt es denn noch?
2. Jugend Kriminalität
● In einigen Studien ist eindeutig herausgefunden
3. Gesetz Vorlage
worden, dass bei der Wahrnehmung von Nahrung
4. Reise Kosten
das Sehen und Hören eine wichtige Rolle spielen.
Aussprache Übung 1b Die Atmosphäre, in der wir essen oder trinken, hat
30 einen Rieseneinfluss darauf, wie lecker etwas emp-
1. Zeugenaussage funden wird. Unser Sehsinn beeinflusst unseren
2. Jugendkriminalität Geschmack sehr stark. Das hängt damit zusam-
3. Gesetzesvorlage men, dass unser Gehirn gern Vorhersagen darüber
4. Reisekosten macht, wie etwas schmecken wird. Unser Gehirn
baut also Erwartungen über das Essen auf und der
Aussprache Übung 1c Geschmack des Essens muss sich an diesen Erwar-
31
1. Zeugenaussageprotokoll tungen messen lassen.
2. Jugendkriminalitätsrate ○ Können Sie das vielleicht an einem Beispiel
3. Gesetzesvorlagentext verdeutlichen?
4. Reisekostenabrechnung

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Transkript zum Arbeitsbuch
● Natürlich, gerne. Stellen Sie sich ein Dessert vor, voneinander, als wir denken. Wenn sich ändert,
z. B. ein Stück Tiramisu. Wird es auf einem weißen was ich höre, ändert sich auch, was ich schmecke.
Teller serviert, schmeckt es süßer als auf einem Wenn sich ändert, was ich rieche, ändert sich, was
schwarzen. Auch die Form des Tellers kann einen ich fühle. Es steht außer Frage, dass Musik auf den
Unterschied machen: Runde Teller werden mit Geschmacksinn wirkt. Musik mit tiefer Frequenz
Süßem assoziiert, eckige eher mit anderen verstärkt bittere Geschmacksrichtungen, höhere
Geschmacksqualitäten. Übrigens hemmen rote Frequenzen lassen Speisen süßer und fruchtiger
Teller den Appetit. schmecken.
○ Na, das wär‘ dann doch ein guter Tipp, wenn man ○ Das ist wirklich sehr interessant. Wenn Sie, liebe
eine Diät machen möchte. Hörerinnen und Hörer, Fragen an Frau Dr. Weid-
● Ja, da haben Sie vollkommen recht. Viele Diäten mann haben, dann rufen Sie nach der Musik an.
machen sich das zunutze; allerdings nicht nur Diä- Unsere Telefonnummer ist 069 …
ten, auch Restaurantbesitzer, die verhindern wol-
len, dass ihre Gäste am All-you-can-eat-Büfett zu Aussprache Übung 1a, b und c
35–36
viel essen. 1
○ Ich bin wirklich überrascht, dass Farbe und Form Komm mit.
des Geschirrs eine solche Wirkung haben. Ich Komm doch bitte mit.
dachte, das Essen muss immer schön dekoriert Komm doch bitte einmal mit.
werden, damit es appetitlich wirkt und schmeckt. 2
● Richtig. Die Anordnung des Essens beeinflusst Hör auf.
unseren Geschmack durchaus. Allein, wie das Hör jetzt bitte auf.
Essen auf den Tellern angerichtet ist, macht einen Hör jetzt bitte endlich auf.
großen Unterschied: Wenn zum Beispiel das Stück 3
Pizza, das wir bestellt haben, mit der Spitze auf uns Nehmen Sie.
zeigt, mögen wir es weniger, als wenn es von uns Nehmen Sie, bitte.
weggerichtet ist. Nehmen Sie bitte noch etwas.
○ Wirklich? Warum das denn?
● Das sind uralte Wahrnehmungsmuster. Hirnscans
haben gezeigt, dass unser Gehirn Dreiecke und Kapitel 9 Die schöne Welt der Künste
Winkel als Bedrohung interpretiert. Aber auch
asymmetrische Arrangements – zum Beispiel Modul 1 Übung 7
wenn das ganze Essen auf der linken Seite des ○ Guten Morgen und allen einen guten Wochen-
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Tellers liegt – kommen überhaupt nicht gut an. start! Wie jeden Morgen haben wir einen interes-
Wir bevorzugen Balance und Harmonie auf santen Gast eingeladen. Heute bei mir im Studio:
unseren Tellern. der Designer Matti Hirschfeld. Hallo, Matti.
○ Spielt denn nicht auch eine Rolle, wie viele Ele- ● Hallo.
mente auf dem Teller liegen? ○ Matti, du hast ein eigenes Designbüro und bist
● Im Moment versuchen wir gerade herauszufinden, mittlerweile ja ziemlich erfolgreich mit dem, was
ob die Zahl der auf dem Teller präsentierten Dinge du tust.
eine Rolle spielt. Im Westen ist es eher üblich, eine ● Ja, stimmt. Ich hab‘ das Designbüro vor sechs Jah-
ungerade Zahl zu verwenden. In Asien dürfte es ren gegründet. Und nach ziemlich harten Anfangs-
umgekehrt sein, weil dort gerade Zahlen für Har- zeiten läuft es jetzt seit ca. drei Jahren ziemlich
monie stehen. Die Frage ist: „Kümmert uns das?“ gut.
Die großen Küchenchefs im Westen schon. Sie ○ Woher nimmst du denn die ganzen guten Ideen?
achten auf ungerade Zahlen bei der Anordnung ● Das ist ganz unterschiedlich … Ich hab‘ auch ein
auf ihren Tellern. tolles Team und wir arbeiten ganz eng zusammen.
○ Eine letzte Frage für diese erste Runde, Frau Dr. Das hilft bei der Entwicklung von Ideen.
Weidmann: Sie sagten anfangs, Sehen und Hören ○ Aber gibt es nicht manchmal auch eine Flaute?
beeinflussen unseren Geschmacksinn. Kann also Oder bist du immer kreativ?
auch Musik unser Geschmackserlebnis verändern? ● Nee, kreative Krisen gibt es bei mir auch. Und
● Ja, auf alle Fälle. Studien zeigen, dass uns das Essen manchmal sind sie elend lang und manchmal
besser schmeckt, wenn uns die Hintergrundmusik gehen sie schnell wieder vorbei.
gefällt. Unsere Sinne sind weniger unabhängig ○ Wie gehst du damit um?

170
● Ehrlich gesagt hilft es mir dann am meisten, wenn mich meine Eltern noch unterstützt. Allerdings nicht
ich meinen Arbeitsplatz verlasse und ins Café gehe mehr lange. Sehr schnell hatten sie verstanden, dass
oder einen Spaziergang mache. Man muss dann ich gar nicht daran dachte, wieder nach Deutschland
gedanklich einfach loslassen, wenn man so gar zurückzukommen. Das war ein harter Schlag für sie.
nicht weiterkommt.
○ Machst du auch Entspannungsübungen in so einer
Situation?
Kapitel 10 Erinnerungen
● Nein, das ist nichts für mich. Aber manchmal geh‘
ich auch in eine Ausstellung und hoffe auf Inspira- Modul 1 Übung 3
40
tion, indem ich mir die kreativen Ideen anderer ○ Da sind wir wieder mit unserem Magazin am Nach-
anschaue. Wenn es zeitlich geht, lege ich auch eine mittag. Herzlich willkommen, liebe Hörerinnen
Projektpause ein. Ein paar Tage Abstand haben und Hörer. Es begrüßt Sie wie immer Anna Fried-
schon die tollsten Ideen ans Licht gebracht. Es rich.
kann aber auch helfen, mit Mitarbeitern, die an Ist es Ihnen auch schon so gegangen? Sie haben
dem Projekt gar nicht beteiligt sind, zu sprechen. den Geburtstag eines guten Freundes vergessen,
Ein Blick von außen gibt auch immer neue Anre- den Autoschlüssel verlegt oder einfach nicht daran
gungen. gedacht, in den Ferien die Blumen der Nachbarin
○ Wahrscheinlich passt zu jeder Situation auch eine zu gießen? Das kann peinlich bzw. ziemlich stressig
andere Lösung, oder? werden. Häufig ärgert man sich dann über sich
● Richtig. Ich kenne natürlich durch meinen Beruf selbst und fragt sich: „Wie konnte ich das nur
viele kreative Menschen und jeder geht anders mit vergessen?“
kreativen Krisen um. Aber jeder kennt sie. Frustrie- Um das Erinnern und Vergessen geht es in unserer
rend ist es natürlich, wenn diese Phasen sehr lange heutigen Sendung. Dazu haben wir einen Neuro-
dauern und man das Gefühl hat, sie hören nie wie- logen vom Universitätsklinikum Hamburg zu Gast.
der auf. Herzlich willkommen, Herr Dr. Baumann.
○ Aber irgendwann wird’s ja wieder besser, oder? ● Guten Tag, Frau Friedrich.
● Ja, klar. Wenn man gerade so richtig verzweifelt ist, ○ Herr Dr. Baumann, im Alltag oder im Beruf müssen
sollte man sich daran erinnern, wie oft man schon wir uns permanent Dinge einprägen: Telefonnum-
in solchen Phasen war und wie man am Ende dann mern, Zugangsdaten, die Namen neuer Kollegen
doch eine gute Idee hatte. Man sollte nicht plötz- oder Geschäftspartner. Vielen fällt das unheimlich
lich sein ganzes Selbstbewusstsein verlieren. schwer. Andere haben damit weniger Probleme
Schließlich hat man doch solche Zeiten schon öfter und stellen dabei sogar Rekorde auf. Als Beispiel
gemeistert. möchte ich den Münchner Rechtsanwalt Simon
○ Matti, 1000 Dank für deine Tipps. Reinhard anführen, der sich 2.000 Zahlen in einer
Stunde einprägen kann und dann in der Lage ist,
Aussprache Übung 1b diese Zahlen fehlerfrei wiederzugeben. Oder neh-
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Mein Leben zu beschreiben und dabei alle men wir die 14-jährige Rebecca Fischer. Sie kann
Wendungen, Wege und Stationen zu berücksichtigen, das komplette Fernstreckennetz der Deutschen
das war eine große Herausforderung. Aber das war Bahn und alle zugehörigen Bahnhöfe auswendig.
auch der große Reiz. Sie wollen mich heute besser Wie kommt das?
kennenlernen, dafür bin ich hier. Im Folgenden werde ● Da kann man sich natürlich fragen, wie wichtig so
ich einige Ausschnitte aus meinem Buch lesen und etwas ist, aber diese Gedächtnisleistungen sind
dafür ist sicher wichtig, dass ich vorab mit einem wirklich unglaublich. Sie verdeutlichen ganz gut,
kurzen Lebenslauf beginne. was ein trainiertes Gedächtnis alles schaffen kann.
Nach dem Abitur habe ich zuerst zwei Semester in Ihre Frage, Frau Friedrich, kann man eigentlich nur
Marburg Literaturwissenschaft studiert. Doch bald hat beantworten, wenn man einen kleinen Ausflug in
mich das Studium gelangweilt. Aber dann habe ich die Neurowissenschaften macht:
von der Möglichkeit eines Auslandsstudiums erfahren. Unser Gehirn besteht aus unterschiedlichen Modu-
len. Diese Module nehmen immer eine ganz
Aussprache Übung 1c bestimmte Art von Reizen auf: Das kann etwas
39
Und, Sie ahnen es schon, fand das viel spannender. Visuelles sein, etwas Akustisches oder Emotiona-
Ziemlich spontan bin ich also 1974 nach Frankreich les … Wenn wir z. B. fernsehen, dann sind in unse-
und später nach England gegangen. Damals haben rem Kopf das Sehmodul, das Hörmodul und das

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Transkript zum Arbeitsbuch
Sprachmodul aktiv. Mit „Gedächtnis“ bezeichnen ○ Wie jetzt? Ich präge mir etwas ein, indem ich durch
wir eigentlich die Gesamtheit dieser Informations- meine Wohnung gehe?
verarbeitung, also die Fähigkeit, Informationen zu ● Genau. Wählen Sie für den Anfang zehn wichtige
ordnen, abzuspeichern und wieder abzurufen. Punkte in Ihrer Wohnung aus, die Sie immer wie-
Man könnte das Gedächtnis mit einem komplexen der in derselben Reihenfolge ablaufen. Das kön-
Netzwerk vergleichen, … die verschiedenen Hirn- nen Ihr Wohnzimmerschrank ebenso wie Ihre
areale sind untereinander vernetzt. Ob wir uns Couch oder Ihr Lieblingssessel sein. Assoziieren Sie
dabei etwas gut oder nicht gut einprägen können, im nächsten Schritt die Begriffe oder Zahlen, die
hängt davon ab, wie viele Verknüpfungen zwi- Sie sich einprägen wollen, mit den Punkten aus Ih-
schen den einzelnen Hirnarealen bestehen und rer Wohnung, indem Sie sich wieder ausgefallene
wie gut sich neue Informationen mit bereits Bilder einfallen lassen. Gehen Sie dabei Schritt für
gespeicherten verknüpfen lassen. Außerdem ist Schritt vor. Wenn Sie sich später an die Daten erin-
bewiesen, dass wir alles, was wir persönlich und nern möchten, müssen Sie nur noch vor Ihrem
besonders emotional erleben, besser behalten geistigen Auge die Route durch Ihre Wohnung
können. ablaufen.
○ Aber nicht alles, was wir uns merken wollen, ○ Ich finde diese Mnemotechniken sehr interessant.
erleben wir emotional … Sie auch, liebe Hörerinnen und Hörer? Vielleicht
● Das stimmt. Bei emotionalem Wissen sind immer haben Sie ja Fragen dazu? Wir sind gleich nach der
mehrere Sinne aktiv. Generell gilt deshalb für neues Musik wieder da mit unserem zweiten Teil, in dem
Wissen: Wird es über mehrere Sinne aufgenom- Herr Dr. Baumann alle Ihre Fragen zum Thema „Er-
men, also durch Hören, Sehen, Fühlen, Riechen innern und Vergessen“ beantwortet. Rufen Sie uns
oder Tasten, lässt es sich besser im Gedächtnis an unter 040 55 66 …
verankern und schließlich abrufen.
○ Auch wenn wir auswendig lernen? Aussprache Übung 1c
41
● Gerade für solchen Lernstoff ist eine gute Vernet- Es war einmal ein kleines süßes Mädchen, das hatte
zung wichtig. Man kann das Vernetzen unterstüt- jedermann lieb, der es nur ansah, am allerliebsten
zen, indem man zum eigentlichen Lernstoff aber seine Großmutter. Da sagte einmal seine Mutter
Farben, Formen, Bilder, Gerüche, Geräusche, Ge- zu ihm: „Komm, da hast du ein Stück Kuchen und eine
fühle oder Geschichten speichert. Damit schaffen Flasche Wein, die bring der Großmutter hinaus, weil
wir uns sozusagen Eselsbrücken. In der Lernpsy- sie krank und schwach ist.“
chologie gibt es dafür Mnemotechniken, die man Wie es ankam, stand die Türe auf, darüber verwunderte
erlernen kann. es sich und wie es in die Stube kam, sah es so seltsam
○ Könnten Sie vielleicht eine davon unseren Hörerin- darin aus, dass es dachte: „Ei! Du mein Gott, wie ängst-
nen und Hörern vorstellen? lich wird es mir heut zu Mut und bin sonst so gern bei
● Ja, gern. Eine gute Methode, um sich z. B. an Zif- der Großmutter.“
fernfolgen zu erinnern, ist, sich eine Geschichte mit Drauf ging es zum Bett und zog die Vorhänge zurück,
diesen Zahlen auszudenken. Stellen Sie sich vor, da lag die Großmutter, hatte die Haube tief ins Gesicht
Sie müssen sich die lange Nummer 3210072412 gesetzt und sah so wunderlich aus.
merken. Das könnten Sie so tun: Sie teilen die – „Ei, Großmutter, was hast du für große Ohren!“
Nummer in Abschnitte ein, z. B.: 321 – 007 – 24 – 12. – „Dass ich dich besser hören kann.“
Den ersten Abschnitt, also 321, könnten Sie sich – „Ei, Großmutter, was hast du für große Augen!“
mit einem Reim merken: „3-2-1 – Meins“. Dann – „Dass ich dich besser sehen kann.“
folgt James Bond mit „007“ und zuletzt 24-12, also – „Ei, Großmutter, was hast du für große Hände!“
das Datum für Weihnachten. Sie merken sich also: – „Dass ich dich besser packen kann.“
Mit einem Reim auf den Lippen kauft James Bond – „Aber Großmutter, was hast du für ein entsetzlich
die Geschenke für Weihnachten. Ja, je absurder die großes Maul!“
Geschichte, desto besser ist der Erinnerungseffekt. – „Dass ich dich besser fressen kann.“
○ Das ist eine tolle Methode. Die probier‘ ich be- Und wie der Wolf das gesagt hatte, sprang er aus dem
stimmt mal aus. Und gibt es da noch andere? Bette und verschlang es.
● Ja, natürlich. Wenn Sie sich z. B. ziemlich viel
merken müssen, hilft die Routenmethode. Dabei
unternehmen Sie einen Rundgang durch ihre
eigene Wohnung.

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