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Weltherrschaft um jeden Preis

Die USA wollen die Welt unterwerfen.


von Paul Craig Roberts

Foto: spyarm/Shutterstock.com

US-amerikanische Außenpolitik zielt auf weltweite Vormachtstellung. Um diese


durchzusetzen, sind alle Mittel recht, ist kein Preis zu hoch. Getreu nach Thomas Jefferson,
einem der Gründerväter der USA: “Truth is treason in an empire of lies.” – „Die Wahrheit ist
Verrat in einem Staat, der auf Lügen aufbaut.“ Um Syrien militärisch anzugreifen, braucht es
denn auch nicht mehr als windige Behauptungen.

Hören wir uns US-Kriegsminister „Mad Dog“ („mad“ - verrückt, aggressiv; Anmerkung der
Übersetzerin) Mattis an. Er sagte, er habe keine Beweise dafür, dass es letzte Woche einen
Chemiewaffenangriff in Syrien gab, er persönlich glaube jedoch, es hätte einen gegeben.

War es nicht so, dass jemand entweder ein religiöser Fanatiker oder ein Ideologe ist, wenn er
behauptet, etwas zu glauben, ohne Beweise dafür zu haben? Kein ernsthafter Mensch würde
ohne Beweise eine Überzeugung vertreten.

Das wirft die Frage auf, ob Mattis für sein Amt überhaupt geeignet ist. Er ist bereit, die USA
in einen Krieg gegen Russland zu führen und das auf der Grundlage einer bloßen Annahme.
Das ist Wahnsinn.

Nicht einmal ein unterbelichteter Schwachkopf - der einen höheren IQ zu besitzen scheint als
der derzeitige US-Kriegsminister - würde ernsthaft glauben, dass Syrien wenige Stunden vor
der Befreiung seiner Bevölkerung aus Duma Chemiewaffen gegen Zivilsten einsetzen würde,
für deren Befreiung Soldaten ihr Leben gelassen haben.

Laut RT ist die OPCW (Organisation für das Verbot chemischer Waffen) auf ihrem Weg, das
Gelände zu inspizieren. Ich hatte gelesen, dass die USA ein Veto gegen die Ermittlung
eingelegt haben. Laut RT hat Washington der OPCW nur erlaubt festzustellen, ob
Chemiewaffen zum Einsatz kamen, bei einem positiven Bescheid aber nicht, von wem sie
eingesetzt worden waren. Wenn die OPCW gezwungen werden kann zu sagen, dass Beweise
für Chemiewaffen gefunden wurden, wird Washington das als Beweis dafür verkaufen, dass
Syrien sie eingesetzt hat.

Wie der frühere Leiter der OPCW dargestellt hat, ist die OPCW nicht unabhängig von
Washington. Sie sollte es sein, ist es aber nicht. Der brasilianische Diplomat Jose Bustani
berichtet, dass ihm John Bolton, der gefährliche neokonservative Kriegstreiber und
gegenwärtiger Nationaler Sicherheitsberater von Trump, befohlen habe, von seinem Posten
als Generaldirektor der OPCW zurückzutreten. Bustani wies Bolton darauf hin, dass er von
den Mitgliedsstaaten der OPCW ernannt worden war und nicht von den USA und weigerte
sich zurückzutreten. Hier ist Boltons Antwort: „Ok, mache Dich auf Vergeltungsmaßnahmen
gefasst. Bereite Dich darauf vor, die Konsequenzen zu tragen. Wir wissen, wo deine Kinder
sind.“
Das ist US-amerikanische Diplomatie, wie sie leibt und lebt. Sie basiert voll und ganz auf
Lügen, Bestechung, Drohungen, Zwang, Mord. Erinnern Sie sich noch an den
Regierungsbeamten des Außenministeriums, der zum pakistanischen Präsidenten sagte: „Tut
jetzt, was wir euch sagen, oder wir bomben euch zurück in die Steinzeit“?

Bolton hat dafür gesorgt, dass Bustani abgewählt wurde. Den Mitgliedern der OPCW waren
Zuschüsse aus Washington wichtiger als die Rechtschaffenheit ihrer Organisation.

Für Russland ergibt es keinen Sinn, „internationalen Organisationen“ zu vertrauen, die unter
Washingtons Fuchtel stehen.

Für Russland ergibt es keinen Sinn, auf einen gesunden Menschenverstand im Westen zu
vertrauen. Gesunden Menschenverstand gibt es nirgends im Westen. Hätte der Westen
gesunden Menschenverstand, würde er keine Flottille in den Kampf gegen russische und
syrische Streitkräfte schicken.

Für Russland ergibt es keinen Sinn, von „amerikanischen Partnern“ zu sprechen. Ein solcher
Partner existiert nicht. Russland hat nur amerikanische Feinde.

Die Neokonservativen, die die US-amerikanische Außenpolitik bestimmen, haben in ihrer


Erklärung deutlich gemacht, dass das Hauptziel der US-Außenpolitik das Verhindern eines
Aufstiegs Russlands oder jedes anderen Landes ist, das den US-Unilateralismus einschränken
könnte. Die Neokonservativen haben mehr als deutlich gemacht, dass Russland verschwinden
muss. Es ist für Russland gefährlich, eine so deutliche Warnung zu missachten. Und trotzdem
sind russische Journalisten jedes Mal ratlos, wenn ich in einem Interview „neokonservativ“
sage. „Was ist das?“, fragen sie dann.

Wie kommt es, dass russische Journalisten sich dessen nicht bewusst sind, dass die mächtige
Interessengruppe - dessen kriegslüsternstes Mitglied und Trumps rechte Hand John Bolton ist
- Russland bereits als Ziel von Vasallentum, Eroberung oder Auslöschung ausgemacht hat?
Ein Land, das so uninformiert ist, hat keine großen Überlebenschancen.