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20 VDI-RICHTLINIEN Oktober 2010

VEREIN Prüfung der Haftung von thermoplastischen VDI 2019


DEUTSCHER Elastomeren (TPE) an Substraten Blatt 1
INGENIEURE Spritzgegossene Substrate Entwurf

Testing the adhesion of TPE on substrates – Einsprüche bis 2011-03-31


Injection moulded substrates vorzugsweise in Tabellenform als Datei per E-Mail an
gme@vdi.de
Die Vorlage dieser Tabelle kann abgerufen werden unter
http://www.vdi-richtlinien.de/einsprueche
in Papierform an
VDI-Gesellschaft Materials Engineering
Fachbereich Kunststofftechnik
Postfach 10 11 39
40002 Düsseldorf

Inhalt Seite
Vorbemerkung .................................................................................................2
Einleitung .........................................................................................................2
1 Anwendungsbereich ................................................................................2
2 Normative Verweise ..................................................................................2
3 Begriffe ......................................................................................................2
4 Formelzeichen ...........................................................................................3
5 Prinzip des Prüfverfahrens ......................................................................3
6 Probekörper ..............................................................................................3
6.1 Form und Maße ..................................................................................3
6.2 Probekörperherstellung im Spritzgießverfahren ................................4
6.3 Anzahl der Probekörper .....................................................................4
6.4 Lagerungsbedingungen ......................................................................5
7 Prüfeinrichtungen .....................................................................................5
7.1 Zugprüfmaschine ...............................................................................5
7.2 Prüfschlitten .......................................................................................5
8 Durchführung ............................................................................................5
9 Auswertung der Daten..............................................................................6
9.1 Schälwiderstand .................................................................................6
9.2 Bruchbild ...........................................................................................6
10 Dokumentation der Prüfergebnisse ........................................................6
Schrifttum ........................................................................................................8

VDI-Gesellschaft Materials Engineering (GME)


Fachbereich Kunststofftechnik

VDI-Handbuch Kunststofftechnik
VDI-Handbuch Werkstofftechnik
–2– VDI 2019 Blatt 1 Entwurf

Vorbemerkung 2 Normative Verweise


Der Inhalt dieser Richtlinie ist entstanden unter Die folgenden zitierten Dokumente sind für die
Beachtung der Vorgaben und Empfehlungen der Anwendung dieser Richtlinie erforderlich:
Richtlinie VDI 1000. DIN EN ISO 527-1:1996-04 Kunststoffe; Bestim-
Alle Rechte, insbesondere die des Nachdrucks, der mung der Zugeigenschaften; Teil 1: Allgemeine
Fotokopie, der elektronischen Verwendung und der Grundsätze (ISO 527-1:1993 einschließlich Corr 1:
Übersetzung, jeweils auszugsweise oder vollstän- 1994); Deutsche Fassung EN ISO 527-1:1996
dig, sind vorbehalten. DIN ISO 6133:2004-05 Elastomere und Kunststof-
Die Nutzung dieser VDI-Richtlinie ist unter Wah- fe; Auswertung der bei Bestimmung der Weiter-
rung des Urheberrechts und unter Beachtung der reißfestigkeit und der Haftkraft erhaltenen
Lizenzbedingungen (www.vdi-richtlinien.de), die Vielspitzen-Diagramme (ISO 6133:1998)
in den VDI-Merkblättern geregelt sind, möglich. ISO 554:1976-07 Standard atmospheres for condi-
Allen, die ehrenamtlich an der Erarbeitung dieser tioning and/or testing; Specifications
VDI-Richtlinie mitgewirkt haben, sei gedankt.
Eine Liste der aktuell verfügbaren und in Bearbei- 3 Begriffe
tung befindlichen Blätter dieser Richtlinienreihe ist Für die Anwendung dieser Richtlinie gelten die
im Internet abrufbar unter www.vdi.de/2019. folgenden Begriffe:
Bruchbild
Einleitung Optische Beurteilung des Probekörperzustands
Materialkombinationen zum Erzielen spezieller nach der Schälprüfung, der entsprechend der in
Eigenschaften von Bauteilen aus Kunststoff und Abschnitt 9.2 festgelegten Nomenklaturen zu be-
deren Anwendungen sind heutzutage zur Selbst- schreiben ist.
verständlichkeit geworden. TPE-/Thermoplast- Führungsschiene
Verbunde aus funktionalen, optischen, akustischen Schiene, die auf die untere Einspannung der Zug-
und haptischen Gründen nehmen einen Großteil prüfmaschine befestigt wird, um den Prüf-
dieser Anwendungen ein, wobei das Verarbei- schlitten so zu positionieren, dass der Abzugswin-
tungsverfahren in den meisten Fällen die Spritz- kel der Weichkomponente 90° beträgt.
gießtechnik ist. In diesem Zusammenhang gewin- Grenzfläche
nen TPE-Werkstoffe aufgrund ihrer thermoplasti- Fläche zwischen Hart- und Weichkomponente
schen Eigenschaft im Vergleich zum Gummi kon- des Probekörpers.
tinuierlich an Einfluss.
Haftung
Durch die mittlerweile existierende Vielfalt an Beschreibt den physikalischen Zustand der Grenz-
TPE-Typen und die Vielzahl an Herstellern ist es fläche eines TPE-/Thermoplast-Verbunds.
schwierig eine qualitative und vergleichbare Aus-
Hartkomponente
sage zur Verbundfestigkeit zu erhalten. Demnach
Prüfplatte des Probekörpers aus Thermoplast.
ist der Zweck der Richtlinie
Prüfschlitten
die Verbundfestigkeit eines TPE und einem
Prüfvorrichtung, um den Probekörper einzuspan-
thermoplastischen Kunststoff einheitlich zu be-
nen und auf der Zugprüfmaschine zu befestigen
nennen und zu beschreiben,
(siehe Abschnitt 7, Bild 3).
die systematische Vorgehensweise bei der Schälwiderstand
Schälprüfung zu ermöglichen und Quotient aus der nach DIN ISO 6133 ermittelten
auf die Erfordernis der Dokumentation hinzu- Haftkraft in N und der Probenbreite in mm.
weisen. Spannplatten
Vorrichtung am Prüfschlitten, die zur Einspan-
1 Anwendungsbereich nung und zur Fixierung des Probekörpers dient.
Diese VDI-Richtlinie legt ein Prüfverfahren für die TPE-/Thermoplast-Verbund
Beurteilung der Haftfestigkeit von TPE-/Thermo- Verbundkörper, die mittels 2-Komponenten-Spritz-
plast-Verbunde, die durch das 2-Komponenten- gießverfahren hergestellt werden und aus einem
Spritzgießverfahren hergestellt werden, fest und TPE und einem thermoplastischen Kunststoff be-
dient zur Ermittlung des Schälwiderstands. stehen.
Entwurf VDI 2019 Blatt 1 –3–

Umlenkrolle 5 Prinzip des Prüfverfahrens


Bewegliche Rolle am Prüfschlitten, welche die Die Weichkomponente wird im Winkel von 90° zu
Weichkomponente während der Prüfung um der Grenzfläche mit konstanter Geschwindigkeit
einen Winkel von 90° umlenkt. durch Zug belastet, sodass ein Schälvorgang oder
Weichkomponente ein Versagen im Material auftritt. Während dieses
Prüfstab des Probekörpers aus TPE. Vorgangs werden die benötigte Kraft und der zu-
rück gelegte Traversenweg der Zugprüfmaschine
4 Formelzeichen aufgezeichnet.
In dieser Richtlinie werden die nachfolgend aufge-
führten Formelzeichen verwendet: 6 Probekörper
Formelzeichen Bezeichnung Einheit 6.1 Form und Maße
Es ist ein Probekörper wie in Bild 1 dargestellt zu
F Haftkraft N
verwenden. Für TPE mit geringen Shore-Härten
b Probenbreite mm kann die Wanddicke der Weichkomponente auf
WS Schälwiderstand N/mm 3 mm erhöht werden.

Bild 1. Probekörper
1 Hartkomponente
2 Weichkomponente
–4– VDI 2019 Blatt 1 Entwurf

a) b)

c) d)

e) f)

Bild 2. Beispiele für Fehlermerkmale


a) Freistrahlbildung der Hartkomponente d) Einfallstellen
b) Fließmarkierungen e) Überspritzen im Grenzflächenbereich
c) Lufteinschlüsse f) Überspritzen an der Stirnseite der Hartkomponente

6.2 Probekörperherstellung im Spritzgieß- Alle Oberflächen der Prüfkörper müssen frei von
verfahren sichtbaren Fehlern wie Fließmarkierungen, Einfall-
Die Probekörper sind entsprechend den Verarbei- stellen, Lufteinschlüssen oder weiteren Fehler-
tungshinweisen der Werkstoffhersteller im merkmalen sein. Das Überspritzen im Grenzflä-
2-Komponenten-Spritzgießverfahren herzustellen. chenbereich der verwendeten Materialien ist mög-
Es empfiehlt sich hierbei als Werkzeugtechnik die lichst zu vermeiden. An der Stirnseite der Hart-
Kernzugtechnik [1] anzuwenden. Die vorgespritzte komponente darf kein Überspritzen vorhanden
Hartkomponente sollte eine Rauigkeit von Rz 20 sein.
(siehe VDI 3400) nicht überschreiten. Die Probe- Es sind hierbei die Beispiele für Fehlermerkmale
körperherstellung ist so zu gestalten, dass im in Bild 2 zu beachten.
Spritzgießprozess ein konstanter Prozessablauf 6.3 Anzahl der Probekörper
gewährleistet ist.
Es müssen mindestens drei Proben geprüft werden.
Prüfkörper, die im Bereich der Grenzfläche bereits
Entwurf VDI 2019 Blatt 1 –5–

belastet oder beschädigt wurden, dürfen nicht ge- vollständig in den Prüfschlitten einzusetzen und
prüft werden. mithilfe der Spannplatten so zu fixieren, dass er
6.4 Lagerungsbedingungen während der Prüfung nicht aus dem Schlitten glei-
ten kann.
Die Prüfkörper sind nach der Herstellung mindes-
tens 16 Stunden im Normalprüfklima 23/50 nach An der oberen Halterung der Zugprüfmaschine ist
ISO 554 zu lagern. eine Einspannklemme zu befestigen, die das
Einspannen der Weichkomponente ermöglicht und
7 Prüfeinrichtungen den in DIN EN ISO 527-1 genannten Bedingungen
7.1 Zugprüfmaschine
entspricht. Der Prüfschlitten ist an der unteren
Halterung der Zugprüfmaschine zu positionieren.
Für die Durchführung der Schälprüfung ist eine Hierbei muss das freie Ende der Weichkomponente
Zugprüfmaschine wie in DIN EN ISO 527-1 be- in einem Winkel von 90° zur Grenzfläche des
schrieben zu verwenden. Prüfkörpers eingespannt werden, damit die Ab-
7.2 Prüfschlitten zugsrichtung mit der Zugachse der Prüfmaschine
Für die Einspannung des Probekörpers ist ein Prüf- übereinstimmt (siehe Bild 4). Dies kann bei-
schlitten wie in Bild 3 dargestellt zu verwenden. spielsweise durch eine verstellbare Führungsschie-
Die Lagerung des Schlittens ist so zu wählen, dass ne ermöglicht werden. Es ist darauf zu achten, dass
die erforderliche Kraft, um den Prüfschlitten inklu- das freie Ende der Weichkomponente an der Um-
sive der Umlenkrolle in horizontale Richtung in lenkrolle anliegt und nicht gestreckt oder einer
Bewegung zu setzen, 4 N nicht überschreitet. Spannung ausgesetzt ist. Der Prüfschlitten muss in
seiner horizontalen Achse in der Haltevorrichtung
8 Durchführung frei beweglich sein.
Die Prüfung wird im Normalprüfklima 23/50 nach Die Abzugsgeschwindigkeit der Zugprüfmaschine
ISO 554 durchgeführt. Hierbei ist der Prüfkörper beträgt 100 mm/min.

2
1

3
4

Bild 3. Prüfschlitten (Quelle: Ellermann GmbH Metallverarbeitung und Formenbau)


1 eingespannter Probekörper
2 Lagerung
3 Spannplatten
4 Umlenkrolle (Ø 10 mm)
–6– VDI 2019 Blatt 1 Entwurf

Bild 4. Einspannsituation des Prüfkörpers


1 Zugachse 2 freies Ende der Weichkomponente 3 Umlenkrolle

9 Auswertung der Daten 10 Dokumentation der Prüfergebnisse


9.1 Schälwiderstand Es ist ein Prüfbericht anzufertigen mit folgenden
Der Schälwiderstand WS in N/mm wird wie folgt Angaben (siehe Tabelle 1):
berechnet: a) Hinweis auf VDI 2019 Blatt 1
F b) Prüfdatum
WS (1)
b c) vollständige Beschreibung des geprüften Mate-
Dabei ist rials mit Angabe der Art, der Herkunft, der Be-
F nach DIN ISO 6133 ermittelte Haftkraft in N stellnummer des Herstellers, der Liefer- und
b Breite der Weichkomponente an der Grenz- Chargennummer und der Lieferform
fläche in mm (20 mm) d) Übersicht der Prozessparameter des Probekör-
9.2 Bruchbild perherstellverfahrens gemäß Tabelle 2
Das Bruchbild des Prüfkörpers ist optisch zu be- e) gewählte Wanddicke der Weichkomponente
werten. Für die Zuordnung des Bruchbilds sind die f) vorhandene Fehlermerkmale am Prüfkörper
entsprechenden Buchstaben (siehe auch Bild 5) g) Prüf- und Lagerungsklima
im Prüfbericht anzugeben: h) Prüfprotokoll mit Kurvenverlauf und Angabe
A 0 % Rückstände des TPE auf dem Ther- des Schälwiderstands und der Spannweite der
moplast; vollständiges Abschälen Kraftspitzen nach DIN ISO 6133
B (1…33) % Rückstände des TPE auf dem i) Anzahl der geprüften Probekörper
Thermoplast
C (34…66) % Rückstände des TPE auf dem j) Zuordnung (Buchstaben A bis E) und mindes-
Thermoplast tens ein Farbfoto des Bruchbilds
D (67…99) % Rückstände des TPE auf dem k) von der VDI 2019 Blatt 1 abweichende Bedin-
Thermoplast gungen
E Probenzerstörung

a) Bruchbild der Kategorie A


a) b) c) b) Bruchbild der Kategorie C
Bild 5. Beispiele von verschiedenen Bruchbildern c) Bruchbild der Kategorie E
Entwurf VDI 2019 Blatt 1 –7–

Tabelle 1. Beispiel zur Darstellung der Prüfergebnisse

Ergebnisse der Schälprüfungen gemäß VDI 2019 Blatt 1 am ……………..

Thermoplast

TPE

Wanddicke der
Weichkomponente 2 mm 3 mm

Vorhandene Fehlermerkmale
am Prüfkörper

Temperatur in °C rel. Luftfeuchte in %

Prüfklima

Lagerungsklima

Kurvenverlauf (Bild)

Schälwiderstand WS in N/mm
mit Angabe der Haftkraft F und
der Probenbreite b

Anzahl der geprüften


Probekörper

Spannweite der Kraftspitzen


in N

Zuordnung (A bis E) des


Bruchbilds mit Farbfoto

Abweichende Bedingungen
–8– VDI 2019 Blatt 1 Entwurf

Tabelle 2. Darstellung der Prozessparameter


Prozessparameter Gewählte Einstellungen Vorgaben der Materialhersteller
Zylindertemperatur in °C

Werkzeugtemperatur in °C

Einspritzgeschwindigkeit in mm/s

Nachdruckhöhe in bar

:
:
:
:
:
Legende
Thermoplast
TPE

Schrifttum

Technische Regeln
DIN EN ISO 527-1:1996-04 Kunststoffe; Bestimmung der
Zugeigenschaften; Teil 1: Allgemeine Grundsätze (ISO 527-1:
1993 einschließlich Corr 1:1994); Deutsche Fassung EN
ISO 527-1:1996 (Plastics; Determination of tensile properties;
Part 1: General principles (ISO 527-1:1993 including Corr 1:
1994); German version EN ISO 527-1:1996). Berlin: Beuth
Verlag
DIN ISO 6133:2004-05 Elastomere und Kunststoffe; Auswer-
tung der bei Bestimmung der Weiterreißfestigkeit und der
Haftkraft erhaltenen Vielspitzen-Diagramme (ISO 6133:1998)
(Rubber and plastics; Analysis of multipeak traces obtained in
determination of tear strength and adhesion strength
(ISO 6133:1998)). Berlin: Beuth Verlag
ISO 554:1976-07 Standard atmospheres for conditioning
and/or testing; Specifications (Normalklimate für die Konditi-
onierung und/oder Prüfung; Anforderungen). Genf: ISO
VDI 1000:2010-06 VDI-Richtlinienarbeit; Grundsätze und An-
leitungen (VDI Guideline Work; Principles and procedures).
Berlin: Beuth Verlag
VDI 3400:1975-06 Elektroerosive Bearbeitung; Begriffe,
Verfahren, Anwendung (Electrical Discharge Machining
(DEM); Definitions, processes, application). Berlin: Beuth
Verlag

Literatur
[1] www.schweiger-formenbau.de