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S tillstand

u nd

B eweg. .ung

M
odernisierung und Erweiterung des
Bahnhofs Neustadt in Bremen
Diplomarbeit Thilo Früchtnicht

M
otive zur Arbeit ...

... Modell und Vision

Bild 1 : Modellfoto Städtebauliches Modell M 1:500, eigenes Archiv, Juli 2002

Bild 2 : Rendering, eigenes Archiv, Juli 2002

D iese Arbeit ist meiner geliebten


Ehefrau Bille gewidmet.
T hilo Früchtnicht
Juli 2002

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Diplomarbeit Thilo Früchtnicht

M odernisierung und Erweiterung des


Bahnhofs Neustadt in Bremen

D iplomarbeit im Studiengang Architektur


der Hochschule Bremen

B etreut durch:
Prof. Dipl.Ing. Wolfram Dahms
Prof. Dipl.Ing. Karsten Schwerdtfeger

V orgelegt von Thilo Früchtnicht


Matrikel-Nr. 298013243
Ap ril-Juli 2002

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Diplomarbeit Thilo Früchtnicht

G liederung

Seite:

1. Einleitung x
2. Definitionen x
3. Analyse x
3. 1. D i e Stadt x
3. 2. Das Umfeld x
3. 3. D e r Bahnhof und seine Architektur x
3. 4. D i e Verkehrssituation x
4. Revitalisierung x
4. 1. D i e Geschichte der Eisenbahn x
4. 2. Bahnhofsarchitektur x
4. 3. D i e Bedeutung des Begriffs Revitalisierung x
4. 4. Vergleichende Betrachtung mit dem Hamburger Bahnhof in Berlin x
4. 5. Andere Beispiele für Bahnhofs Erweiterungen und Umnutzungen x
5. Entwurf x
5. 1. Gestaltungsansatz für den Bahnhof Neustadt x
5. 2. Perspektiven für den Bahnhof x
5. 3. Perspektiven für das Quartier x
5. 4. D i e Rolle des Tragwerks x
6. Schlussbetrachtung x
7. Quellen x
_____________________ _____________________
7. 1. Literaturverzeichnis x
H inwe is:
7. 2. Kontakte x H inwe is:

A uf diesem linken Blattrand we rden


Bilder jewe ils sofort in Höhe der Ab- 8. Anhang x A ufdiesemrechtenBlattrandwe rden
Fußnoten jeweils sofort auf der sel-
bildung den Quellen zugeordnet und 8. 1. Erklärung nach DPO §21 Abs. (2) x ben Seite zugeordnet und mit einer fort-
mit einer fortlaufenden Nummer verse- laufenden Nummer versehen.
hen. 8. 2. Pläne der Arbeit skaliert auf A3-Format x

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1 . Einleitung trachtung zur Verkehrssitua- ebenfalls aufgezeigt.

D
tion an. Darauf aufbauend ie Schlußbetrachtung,

I n dieser Arbeit soll die Mo- wird die Revitalisierung v o n Literaturnachweise und
dernisierung und Erweite- Bahnhofsgebäuden im all- Quellen, gefolgt vo n dem
rung des Bahnhofs Neustadt gemeinen, sowie der Ver- Anhang, beenden diese im
in Bremen mit dem Vertie- gleich mit ausgewählten Bei- Rahmen des Studiums der
fungsschwerpunkt Trag- spielen, dargestellt. Architektur angefertigte
werksplanung behandelt
D er Gestaltungsansatz, Abschlußarbeit.

Z
werden. der für diese Entwurfsar- iele dieser Diplomarbeit

E s handelt sich um eine beit maßgeblich verfolgte sind, (basierend auf


Abschlussarbeit im Studi- wurde, stellt den Mittelpunkt ausführlichen Grundlagen-
engang Architektur der des fünften Kapitels dar. untersuchungen), anhand
Hochschule Bremen. In die- Hierbei werden sowohl die der Pläne und der schriftli-
sem - hier vorliegenden - verschiedenen Inhalte aus chen Erläuterung für den
schriftlichen Teil wird, den Vorarbeiten zusammen- Standort Bahnhof Bremen
ergänzend zu den Plänen geführt, als auch die Ent- Neustadt folgende Verbes-
und Zeichnungen, der theo- wicklung des Entwurfs-Pro- serungen vorzuschlagen:
retische Hintergrund zesses detailliert erläutert. l Standortrevitalisieren
ausführlichdargestellt. Enthalten ist hier auch die l Nutzungskonzept für den
"Rolle des Tragwerks". Gebäudebestand
Das Tragwerk ist ein l Potentiale für Erweiterun-
wesentliches Merkmal gen erschliessen
dieser Arbeit, einer- l Aufwertung des Areals an-
seits bei der Gestal- regen
tung der Bahnsteige l ÖPNV-Verbindung ver-
und andererseits bei bessern
der Verbindung des l Aufenthaltsqualität ver-
ehemaligen Emp- bessern
fangsgebäudes mit
Bild 3 : Ost-Ansicht Bahnhof Bremen
dem neuen hafenseiti-

I
Neustadt, eigenes Archiv, April 2002
m Interesse einer realisti-

I
gen Kopfgebäude.
m Anschluss an diese Einlei- schen Auseinandersetzung
Demzufolge wird diesem
tung werden im zweiten mit dieser Diplomarbeit ha-
Kapitel die einzelnen Begrif- Umstand ein entsprechen-
be ich mich für eine - zumin-
fe definiert und erläutert. Da- der Raum in dieser Ausarbei-
dest im Ansatz - wirklichkeits-
ran schließt sich im Abschnitt tung zur Verfügung gestellt.
nahe Thematik entschieden:
3 die Analyse der Stadt und Die Perspektiven für den
die Revitalisierung eines
des Umfeldes, der Architek- Bahnhof und für das umlie-
"Bahnhofs auf dem Abstell-
tur des Emfangsgebäudes genden Quartier werden
gleis".
des alten Bahnhof und Be- zum Abschlußdieses Kapitels

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Diplomarbeit Thilo Früchtnicht

In der Themenbeschrei-
bung dieser Diplomarbeit
habe ich folgendes im April
Amts für Stadtplanung und
Bauordnung,
Stadtplanung
Fachbereich
(H o h e n -
2002 formuliert: t o r s h a f e n g e b i e t, B e r e i c h
Bremen Süd), sowie der Bre-
mer Strassenbahn A G

N eben einer Bestandsa-


nalyse soll in dieser Ar-
beit die besondere Situation
(BSAG), die eine Anrampung
ihrer Gleise im Bereich des
Bahnhofs Neustadt anstrebt
des Bahnhofsgebäudes be- um eine RegionalStadtbahn
handelt werden. zu etablieren.

A D
ls Verkehrsknotenpunkt esweiteren haben ver-
m i t erheblichem Ent- schiedene Kontakte zur
wicklungspotenzial, kann DeutschenBahn AG (DB AG)
aus dem derzeit nur wenig stattgefunden. Die Absich-
f r e q u e n t i e r t e n Funktions- ten der DB AG schienen zu
Bild 4 : Planausschnitt ohne Maßstab aus gebäude eine neue Verbin- Beginn relativ klar, haben
einemKatasterplan der Stadt Bremenim dung für die benachbarten sich aber im Laufe dieser
Original-Maßstab 1:5000, farblich nach-
bearbeitet Stadtteile Neustadt, Hohen- Ausarbeitung verändert.
t o r und W o l t m e r s h a u s e n W a r anfänglich noch v o n

D
werden. as behandelte "Verkauf oder Abriss" die Re-

D ie (auch bauliche)
Schnittstelle der Ortsteile
wird durch die Erweiterungs-
Grundstück l i e g t zum
größeren Teil auf
de, ist inzwischen in Presse-
meldungen von einer Investi-
t i o n zur Sanierung (und
S o n d e r f l ä c h e n der Bahn,
bauten auch optisch erleb- zum kleineren Teil auf dem Verschönerung) die Rede,
bar. Gelände eines Holzhändlers, deren Schwerpunkt in einem

D ie Schaffung einer für


Reisende und Pendler
sowie auf derzeit öffentlicher
Strassenverkehrsfläche.
umfangreichen
der Bahnhof Bremen Neu-
Programm

B
attraktive Aufent- ezugnehmend auf stadt bilden soll. Dazu wird
haltsqualität soll ein weiteres zukünftige Nutzungs- im Kapitel 5 ausführlicher be-
Eleme nt dieser Arbeit sein. m ö g l i c h k e i t e n, w i r d das richtet. Ich muß davon aus-

D as Vertiefungsfach Trag- Plangebiet des aktuellen Be- gehen, nicht jederzeit auf
werksplanung wird bauungsplans Nr. 2198 der dem aktuellsten Planungs-
durch die konstruktive Ausbil- Stadt Bremen als gegeben stand der DB AG gewesen zu
dung des Tragwerks mi t ent- und angestrebt behandelt. sein. Demzufolge löst sich

G
sprechenden Darstellungen diese Arbeit frühzeitig v o n
rundlage der behan-
gewürdigt. der tatsächlichen Situation
delten Themenstellung
vor Ort und geht in ihren
sind außerdem die Planun-
Ausführungen einen eige-
gen und Vorentwürfe des
nen Weg.

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2 Durchgangsbhf. zu nennen, darstellen. 2)


. Definitionen
bei dem die Hauptgleise in
der Regel durch das
Bhfs.gebäude hindurch- S ie sind somit Anlagen zur
Abwicklung des Perso-

I m weiteren Verlauf dieser führen. Kopf- oder n e n -, Rangier- und


Ausarbeitung werden Sackbahnhöfe (-bhöf.) da- Güterverkehrs der Eisenbahn
weibliche und männliche gegen sind so aufgebaut, (ähnliches gilt auch für S-
Mehrzahlformen zur Verbes- dass die Gleise nebeneinan- und U-Bahn), an denen
serung der Lesbarkeit auf der liegend stumpf in einem Züge beginnen, enden, sich
die kürzere Variante redu- Kopfgebäude enden. Wei- kreuzen, s i c h überholen
ziert, sowie häufig wieder- tere Varianten sind : Inselbhf. oder mit Gleiswechsel wen-
kehrende Begriffe, nach- (hier ist das Gebäude vo n den.
dem sie erstmalig vollständig
ausgeschrieben w u r d e n , I n der Umgangssprache
ist der Bhf. ein großes
Gebäude auf einem
abgekürzt.

Z usätzlich zu den in Litera- Bahnhofsgelände, in


turverzeichnis und in den dem sich verschiedene
direkt erwähnten Quellen, Einzelhandelsgeschäfte
wurden für alle Definitionen für Reisebedarf aller Art,
Informationen aus den gastronomische Betrie-
Veröffentlichungen von G. be, Wa rtesäle, Schalter
Bild 5 : Detail Bahnhof Bremen Neustadt, A d l e r (1990), J . F i e d l e r für Fahrkarten und
eigenes Archiv, Juli 2002 (1991), sowie der Online-Da- Gepäck, Toiletten sowie
tenbank www.wissen.de zusätzliche Nutzungen
den Hauptgleisen inselartig zur Freizeitgestaltung erwar-
entnommen. Bei den Defini- eingeschlossen), Trennungs- tet werden. Beispiele für die
tionen, die sich besonders bhf (die Bahnlinie zweigt am ältesten erhaltenen Bahn-
eng an eine bestimmte Empfangsgebäude ab), hofsbauten Deutschlands,
Quelle halten, wird darauf Turm- oder Brückenbhf, bei wenn auch nicht mehr im
gesondert hingewiesen. welchen sich in verschiede- Bahnverkehr genutzt, stehen
ner Höhe die auf Brücken in Berlin (Hamburger Bahn-
liegenden Bahnlinien kreu-

B
hof, 1846/47)und Leipzig
ahnhof zen. 1) (Bayrischer Bahnhof, 1841-

Die verschiedenen Bahn-


hofsbezeichnungen resultie-
A lle Bhöf. haben gemein-
sam, dass sie allgemein
44). 3)

B
einen Haltepunkt für Züge 1) (vergl.: Brockhaus mu lti medial
ahnlinie
ren aus der Form der Gleis- unterschiedlicher Nutzung 2001,CD-Rom)
anlagen und der Nutzungs- (Reise- und Güterzüge) mit 2) (vergl.: Microsoft Encarta 99,

art. Als häufigste Form eines Eine Strecke zwischen zwei CD-Rom)
Gleisen und den
Bahnhofes (Bhf.) i s t der Orten, auf der eine Eisen- 3) (vergl.: Pevsner , et. al., (1992),
dazugehörigen Gebäuden S. 60 ff)

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bahn regelmäßig fährt, spe- völligen Neuorientierung der ger Aktionär der Bund ist. Die
ziell auch das Gleis für eine Verkehrsströme und der Auf- Dienststellen der ehemali-
Eisenbahn. t e i l u n g des ehemaligen gen Bundesbahn sind nun-
Reichsbahnnetzes in d r e i mehr keine Bundes-

B ahnsteig Verwaltungen: in die Polni- behörden, deren Bedienste-


ten keine Beamten, sondern
Angestellte. Organe der DB
Die erhöhte Platt-
AG sind der Vorstand, der
f o r m auf einem
die laufende G e s c h ä f t s -
Bahnhof, die par-
allel zu den Glei- führung übernimmt, und der
sen verläuft und Aufsichtsrat, der beispiels-
Reisenden zum weise über Bau- und
Ein- und Ausstei- Streckenstilllegungsmaß-
g e n d i e n t . Die nahmen, über wesentliche
Bahnsteigkante wirtschaftliche Abläufe und
ist die den Glei- über Tarife bestimmt. Bei Ta-
sen zugewandte riffragen hat jedoch der Bun-
Begrenzung mit desminister für Verkehr im-
Höhendifferenz mernoch e i n M i t b e s t i m -
mungsrecht. 5)
zum Gleisbett.
sche Staatsbahn, die Deut- 1998 wurde die Deutsche
sche Reichsbahn für den Be-

B
Bahn AG in eine Holding-Ge-
remer Straßenbahn AG reich der Deutschen Demo- sellschaft umgewandelt. Die
(B S A G) kratischen Republik und die Personenbahnhöfe sollten
Traditionsreiches regionales Deutsche Bundesbahn für vom 1. Januar 1999 an als
Nahverkehrsunternehmen die drei westlichen Besat- selbstständige Aktiengesell-
aus Bremen. Die BSAG, die zungszonen (der späteren schaften arbeiten.
am 2 5 . 3 . 2 0 0 1 den 1 2 5 . Bundesrepublik). Am
"Geburtstag“ feierte,

E
1.1.1994 entstand im Verlauf isenbahn
befördert derzeit pro Jahr et- der Bahnreform, als Antwort
wa 95 Mio. Fahrgäste mit auf eine veränderte We ttbe-
Bild 6 : Bremer Strassenbahn am Haupt- knapp 440 Fahrzeugen. Ins- Ein spurgebundenes Rad-
werbssituation, aus der Deut-
bahnhof Bremen, eigenes Archiv, Juli
gesamt sind 2.331 Schiene-Verkehrssystem.
2002 schen Bundesbahn und der
Mitarbeiter/-innen Daraus ergeben s i c h be-
Deutschen Reichsbahn die
b e s c h ä f t i g t , davon 1 . 3 4 7 triebliche, tarifliche und ge-
Deutsche Bahn AG
Fahrer/-innen. 4) setzliche Eigenheiten, vor al-
(Abkürzung DB AG) mit Sitz in
len Dingen bezogen auf den
Berlin. Die DB AG ist jetzt ein

D
Zugverkehr, Bahnhöfe, Sig- 4) (vergl.: Geschäftsbericht 2000
eutsche Bahn AG privatrechtliches Eisenbahn- der BSAG)
naltechnik, Fahrpläne, Fahr-
infrastruktur- und -verkehrs- 5) (vergl.: Microsoft Encarta 99,
preise und die Betriebsord-
Nach 1945 kam es zu einer unternehmen, dessen alleini- CD-Rom)

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nung. Gleichzeitig die Be- die Flexibilität massiv ein. metern Eisenbahnstrecke in
zeichnung für Schienenbah- Zuglängen (und Anzahl der Deutschlandf e r t i g g e s t e l l t
nen m i t Ausnahme der möglichen Achsen) sind in und bilden rund 80 Prozent
Straßenbahnen und Bahnen Deutschland auf 700 Meter des heutigen Grundnetzes,
besonderer Art (z.B. Schwe- begrenzt.. und das, obwohl es perma-
be-, Hoch- oder Untergrund- 1 8 0 4 baute Richard Tre- nent Streit um Spurweiten,
bahnen). vithick die erste dampfbe- Anordnung der Puffer und
Als sicheres Verkehrssystem triebene Lokomotive; 1825 Technik der Wa genverbin-
mit wenig zog die dung gab. In der Zeit zwi-
Raumbedarf e r s t e vo n schen 1880-1920, gründeten
für den V e r - Stephen- sich Betriebs- und Finanzge-
kehrsweg, so- son ge- meinschaften von jetzt ledig-
wie langen Zu- baute Lo- lich neun Länderbahnen, ei-
geinheiten bei komotive ne davon war damals die
minimaler Per- zunächst Oldenburgische S t a a t s -
s o n a l s t ä r k e, allerdings bahn. 6)
kann die Ei- nur Güter;

L
senbahn mit die erste ichtraumprofil
Bild 7: Rangierlok im Bahnhof Bremen
Neustadt bei der Durchfahrt, eigenes einem niedri- Personen-
Archiv, Juli 2002 gen spezifi- Dampf-Ei- Begrenzung des Lichtrau-
s c h e n Ener- senbahn mes, im Verkehrswesen: die
gieverbrauch verkehrte Umgrenzungslinie des Raums
( w e g e n der s e i t 1830 über Gleisen (Eisenbahn)
geringen Rollreibung zwi- zwischen Liverpool und Man- oder der Fahrbahn
s c h e n Rad und Schiene) chester. Die erste Dampfei- (Straßenverkehr), der für eine
weitere Vorteile für sich gel- senbahn Deutschlands fuhr gefahrlose Benutzung durch
tend machen. Allerdings lie- am 7.12. 1835 vo n Nürnberg die entsprechenden Fahr-
gen darin auch die wesentli- nach Fürth, 1838 folgte die zeuge freizuhalten ist. Die
chen Nachteile, denn die erste Fernbahn von Leipzig Form der Lichtraumprofile
absolute Bindung von Fahr- nach Dresden, erste elektri- b e t r i f f t Tunnel, S t r a s s e n -
zeugen an das vorhandene sche Eisenbahnen (E.) fuhren bäume, Bauwerke jeder Art,
Streckennetz macht ab 1895, mit Diesel betriebe- Beleuchtungskörper, e t c .. 7)
Rangiermanöver um- ne E. ab 1914. Ab etwa 1960

Ö
ständlich und teuer; nicht gelingt der endgültige,-
ffentlicher Personen-
angeschlossene Regionen t e c h n i s c h notwendige,
nahverkehr
benötigen zusätzliche Ver- flächendeckende Wechsel
D i e s e r Begriff (abgekürzt:
kehrs- bzw. Transportmittel. von den Dampflokomotiven
ÖPNV) bezeichnet
Der hohe technische Auf- zu den Diesel- und Elektoan- 6) (vergl.: Microsoft Encarta 99,
Beförderungssysteme und
wand des Fahrweges (z.B. trieben. CD-Rom)
Transportmittel für Personen
bei Gleiswechsel) schränkt Bis 1880 sind rund 30000 Kilo- 7) (vergl.: Neufert , 1998, S. 412)

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(und Güter) im Nahverkehr, sche und wirtschaftliche Lei-


d.h. einem Umkreis vo n 50 Ki- Die am 1. Januar 1961 vo n tung. Angelehnt an das
lometern. I n Deutschland der Bundesregierung berufe- „Karlsruher Modell“ sollen mit
wird der ÖPNV mit Omnibus, ne Sachverständigen-Kom- spezieller Technik
Stadtbahn, Straßen-, Hoch- mission, welche sich mit den
und U-Bahn bzw. mit der Ei- Problemen des kommunalen
senbahn, (und nur in Aus- V e r k e h r s befassen s o l l t e ,
nahmen im Schiffsverkehr) kam fünf Jahre später zu
durchgeführt. dem S c h l u s s , dass eine
Erste Nahverkehrszüge wur- Lösung nur durch einen v o n
den nach 1851 eingesetzt, so Bund, Ländern und Gemein-
wurden e i n i g e Berliner den gemeinsam ausgear-
Fernbahnhöfe innerstädtisch beiteten Nahverkehrsplan
mit der so genannten Ver- gefunden werden könne,
bindungsbahn verknüpft, die wobei der Ausbau des schie-
Bild 8 : Nord-West-Bahn im Bahnhof Bre- nach Ausbau des Schienen- nengebundenen Nahver-
men Neustadt, (eine neue Regional- netzes und der vollständigen kehrs Vorrang haben sollte.
bahn), eigenes Archiv, Juli 2002
Elektrifizierung von der Stadt- Vorbildhaft wurde das „Karls-
bahn verdrängt wurde. ruher Modell“, bei dem die
Nach 1902 wurden in Berlin sogenannten „Stadtwagen“
H o c h - und U-Bahnen ge- nicht nur im innerstädtischen ausgerüstete Bahnen, die
baut, um „den Verkehr vo n Netz oder als sowohl auf den Gleisen der
der Straße zu holen“, wie „Überlandstraßenbahn“ bis DB AG, als auch im Schie-
schon damals gesagt wur- Herrenalb verkehren, son- nennetz der BSAG fahren
de. dern auch auf den Gleisen können, den Brückenschlag
Auch die um die Jahrhun- der Deutschen Bahn AG bis zwischen der Stadt und der
dertwende entstandenen Baden-Baden oder Bruchsal. Region ermöglichen. Hiermit
Nebenbahnen der E i s e n - wird u.a. den Berufspendlern

R
bahn waren bewusst für den eine attraktive ÖPNV-Anbin-
egionalStadtbahn
öffentlichen Nahverkehr ein- dung geboten. 9)
gerichtet, hatten sie doch Im Planungsstadium befindli-
dessen typische Merkmale: Da die Spurweiten identisch
che Nahverkehrsverbindung
Haltestellen und Bahnhöfen sind, benötigen Regional-
für den Großraum Bremen.
in kurzen Abständen, Hierbei übernimmt, sofern im Stadtbahnen (RSB ) in erster
günstige Tarife, die sich an Herbst des Jahres 2002 die Linie eine auf die beiden un-
den sozialen Verhältnissen zuständigen Gremien eine terschiedlichen Stromversor-
der Reisenden (und zuneh- positive Entscheidung tref- gungen angepaßte Fahr-
8) (vergl.: Microsoft Encarta 99,
mend Pendler) orientierte fen, die Bremer Straßenbahn zeugelektik. Gleichzeitig ist CD-Rom)
und e i n e n regelmäßigen AG (BSAG) die organisatori- geplant, zusätzlich das Stre- 9)(aus:Werbematerial derBSAG
Fahrplan. 8) ckennetz der BSAG in die 2001

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niedersächsächsischen befindet: z.B. Bahnhof, Hal-


Grenzregionen zu erweitern. tepunkt, Sendestelle. 11)
Der geplante Anschlußpunkt
der RSB an die DB AG-Gleise
s o l l neben dem Bahnhof
Neustadt in Bremen erfol-
gen. In der näheren Umge-
bung (Kreuzungs Lange-
marck- und Westerstraße)
wurden bereits vorbereitend
entsprechende Weichen
und Gleisanschlüsse verlegt.

S ervice-Point

Von der Deutschen Bahn AG


auf einem (großen) Bahnhof
unterhaltene Informations-
Bild 9 : Gleisanlagen am Bahnhof Bre-
men Neustadt, eigenes Archiv, Juli 2002 stelle für alle die Bahnreise
betreffenden Fragen. 10)

S purweite

Der Abstand zwischen den


Innenkanten der Schienen-
köpfe eines Gleises. Bei der
Normalspur beträgt sie 1435
mm. Daneben bestehen
größere und kleinere Spur-
weiten. Die DB AG und die
Bremer Staßenbahn AG nut-
zen Schienen mit identischer
Spurweite.

S tation
10)(vergl.:MicrosoftEncarta 99,
Ein Ort, an dem sich eine CD-Rom)
technische, wissenschaftli- 11) (vergl.: Brockhaus mu lti medi-
al 2001, CD-Rom)
che, oder andere Anlage

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3
nationaler Konzerne, deren
.Analyse Interesse nicht immer primär
auf den Erhalt der bremi-
schen Arbeitsplätze konzent-
riert. Denoch hat sich in der

3
Stadt ein insgesamt durch-
. 1. Die Stadt wachsenes Beschäftigungs-
bild erhalten. In allen Berei-

D
chen bietet die Freie und
ie Zeit der großen wirt-
Hansestadt Bremen neben
schaftlichen Expansion
Hannover und Hamburg im
und damit verbundener Zu-
nordwestdeutschen Raum
nahme der bremischen
ein wichtiges Oberzentrum.
Bevölkerung ist seit Jahren
vorbei. 12)
D ie besondere Situation

A
als Stadt-Staat bringt
bgesehen von einzelnen
Bild 10 : o.A., Bremen vo n oben, 1984, S. dabei allerdings nicht nur
50, Blick über die sog. Piepe, die alte Branchen im Bereichen
Vorteile. Die Lage, bzw. die
Neustadt und die Neustadtswa ll-Anla- der Technik (KFZ, Raum-
gen Richtung Neustädter Bahnhof geographische Ausdehnung
fahrt), der Dienstleistung und
der Stadt (und z.B. der
der im Umfeld der soge-
W ü n s c h nach günstigem
nannten neuen Technologi- Stadt nach aktuellem Pla-
Bauland) begünstigt die Ab-
en angesiedelten Firmen, nungsstand erheblich be-
wanderung vi eler Bewohner
hat Bremen über vi ele Jahre grenzt. Dort wo schon durch
i n das nahe n i e d e r -
wirtschaftliche Tiefschläge Gewerbeansiedlung ein Teil
sächsische Umland. Dabei
erleiden müssen. Die Krise dieser Flächen neuen Nut-
s p i e l t nicht immer der
der Werften, der Rückgang zungen zugeführt wurde,
tatsächliche Kaufpreis eine
der „klassischen“ S t ü c k - wie beispielsweise in der He-
wesentliche Rolle, sondern
gutabfertigungen im Hafen melinger Marsch, waren lan-
Gründe wie z.B. die subjektiv
zugunsten der Zunahme des ge politische Auseinander-
empfundene relative Enge
(Übersee-)-Containerver- setzungen vorausgegan-
im Stadtgebiet, da Stadt-
kehrs und der Verlust weitere gen. Noch heute sind be-
und Landesgrenze praktisch
traditionsreicher Gewerbe- stimmte Bereiche umstritten,
identisch sind. Erhaltene Na-
bereiche hat sich nachhal- dazu zählen u.a. die Oster-
turschutzgebiete, Naherho-
tig auf die Stadtentwicklung holzer Feldmark und das Hol-
lungsgebiete und größere
niedergeschlagen. lerland. Die Abwanderung
Grünflächen b i l d e n im

E inige ehemals hochange- zieht im weiteren Verlauf als


Randbereich zu Niedersach-
sehene Marken (z.B. F o l g e die Zunahme des
sen einen nicht bebaubaren
Eduscho, Nordmende) exis- Pendlerverkehrs in die Stadt
Puffer, der die Ent-
tieren heute höchstens noch nach sich. Die für Bremen
faltungsmöglichkeiten der 12)(vergl.:Stadtentwi cklungskon-
als Ableger größerer multi- typischen, und vor allen Din- zept Bremen, S. 11 - S. 17)

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 12
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gen begrenzten Zufahrtstre- l Wirtschaftskraft dauerhaft


cken (hier insbesondere in stärken, Arbeitsplätze sta-
den Bereichen Weyhe, Lili- bilisieren / neu schaffen
e n t h a l , Bemen-Nord und l Lebensqualität sichern
B A B 2 7 ) sind c h r o n i s c h
überlastet. Ein größerer Um- l Nachhaltige Stadtent-
wicklung 14)
stieg auf Nahverkehrsmittel
des ÖPNV finden leider nur

M
begrenzt statt. it der Ergänzung der

D ie Gegenüberstellung e r s t e nS t a d t e n t w i c k -
mit anderen deutschen lungsachse (entlang der
Großstädten läßt zwei deutli- Weser), durch eine
Bild 11 : o.A., Bremen vo n oben, 1984, S.
52, Blick über das Brauereigelände zum che Schlüsse zu: es wandern zusätzliche Querachse ab
Hohentorshafen (der Neustädter Bahn- insgesamt mehr Bürger ab den 50er Jahren ist das
hof ist links gerade nicht mehr zu sehen)
als zu und im Bereich der Bemühen um eine ausge-
Arbeitslosenquote sind die wogenen Stadtentwicklung
nördlichen im Vergleich zu deutlich geworden. Das Ent-
d e n s ü d l i c h e n Bundes- wicklungspotential, das da-
ländern schlechter gestellt. durch aufgebaut wurde, ist
von Seiten der Stadt als
Erstaunlicherweise belegt
Bremen aber trotz der relativ deutliches Signal für den
hohen Arbeitslosenquote Wunscvh nach einem gewis-
ses Gleichgewicht zu sehen.
von ca. 15,5% im
Die Airport-Stadt im
europäischen Vergleich, be-
Südwesten und die
zogen auf das Bruttoinlands-
„U n i v e r s i t ä t s - und For-
produkt, einen guten 9. Platz
schungsstadt im Nordosten
unter 209 vergleichbaren
bilden dabei die
Regionen.
gegenüberliegenden Pole

E rklärte Ziele der aktuellen


politischen Entschei-
dungsträger sind - unter Ein-
dieser zweiten Achse. Der
B e r e i c h des N e u s t ä d t e r
Bahnhofs liegt fast exakt im
beziehung einer lokalen „A- Schnittpunkt dieser beiden
genda 21“, die durch S e - sich kreuzenden Achsen und
natsbeschluß vo m 2.April darf damit als besonders be-
1996 entschieden wurde – d e u t u n g s v o l l angesehen
folgende vi er wesentliche werden. 14)(vergl.:Stadtentwi cklungskon-
Bereiche: zept Bremen, S. 11 - S. 17)
l Bremer Potentiale stärken 15) (vergl.: Bremen Neustadt –Ent-
wicklungsperspektiven,1999, S. 4

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3 . 2. Das Umfeld

D ie Stadt- bzw. Ortsteile


Hohentor, Häfen, Neu-
stadt und Woltmershausen
umschließen das Gebiet des
Neustädter Bahnhofs.

G eprägt vo n der Verbin-


dung zwischen Handel
und Produktion, und den
daraus resultierenden Ver-
änderungen über die Jahr-
zehnte, sind nicht unerhebli-
che Flächen aktuell wenig
Bild12 : WoltmershauserStrasse, Blick zur oder garnicht genutzt. Ob-
Treppe, die zum Hafenkopf führt, eige-
nes Archiv, Juli 2002 wohl seit etwa 20 Jahren in-
t e n s i v e Bemühungen zur
Aufwertung insbesondere Gasspeicher sind in der Form tes für Stadtplanung dort
Woltmershausens unternom- nicht mehr existent. durchaus bleiben wollen.
menwerden, konnte bisher
Darüberhinaus hat der Gu- Die historischen Verbindun-
ein sichtbarer Durchbruch
terbahnhof mit knapp 12ha gen unter den Stadt- bzw.
nicht erreicht werden.
Fläche vo r vi elen Jahren sei- Ortsteilen ist durch die Bahn-

W o l t m e r s h a u s e n, e i n e
langsam gewachse-
nen Arbeitervorstadt, wird
ne Funktion verloren. Dort
sind heute in erster Linie
linie Oldenburg-Bremen und
die Hochstrasse leider unter-
Gebrauchtautohändler ak- brochen. 16)

U
auf den ersten Blick domi- tiv. Zur trostlosen Situation nd trotzdem: verkehrs-
niert vo n der Haupt- trägt der Niedergang der mäßig offensichtlich her-
erschließung durch die Wolt- Güldenhaus Spirituosenfab- vorragend angeschlossen, in
mershauser Strasse und den rik ebenso wie der anonyme unmittelbarer Nähe zur In-
davon rechtwinklig abzwei- und wenig einladende Brau- nenstadt könnte der Bezirk
genden mit Reihenhäusern ereikomplex bei. Insgesamt seine besondere Qualität
bebauten Nebenstrassen, sind dies zur Zeit nicht beson- durchaus entfalten, wenn
sowie den spitzwinklig ab- ders erfreuliche städtebau- da nicht die Probleme
zweigenden Deichanfahr- liche Rahmenbedingungen. wären. Die aufgeständerte
ten in das Hafengebiet. Die Im Hafenareal halten sich ei- H o c h s t r a s s e , die B r a c h -
in der Nachbarschaft ehe- nige Spezialisten und Holz- flächen, die nichtmal
mals gelegenen Stadt-Gas- verarbeitende Betriebe, die zögerlich neu belebt wer- 16) (vergl.: Bremen Neustadt –Ent-
werke mit ihrem riesigen nach Mitteilungen des Am- wicklungsperspektiven,1999)

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 14
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den. Und die allgemeine Fi-


nanzknappheit, auch der
Stadt, die notwendige Pro-
jekte auf lange Sicht blo-
ckiert. 17)

D ie positiven Einflüsse, die


unbestritten vorhanden
sind, kommen leider kaum
zur Geltung. Da sind die
Neustadtswall-Anlagen ge-
nauso wie die Nähe zur We -
ser zu nennen, aber eben
auch das Potential, dass in
Stadtflächen dieser Art liegt.
Gerade hier sind in vi elen
Städten besonders interes-
sante neue Stadtstrukturen
entstanden. Beispiele hierfür
sind im Nahbereich der Teer-
hof, in Bremerhafen der Fi-
schereihafen und in ande-
ren Städten z.B. die Indus-
triebrachen der aufgege-
ben Zechen im Ruhrgebiet
(bspw.: in Oberhausen : "Die
Zeche", in Herne: das Zu-
kunftszentrum, in Berlin: die
Hackeschen Höfe, oder die
Docklands in London.
Bild 13 : Hohentorshafenbecken, Blick in
Richtung Hafenkopf, eigenes Archiv, Juli
2002

17)(vergl.:WoltmershauserStraße
– Städtebauliches Konzept,2001)

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 15
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3 . 3. Der Bahnhof gut zu erkennen . Beim alten ger gerecht wurde, wurde
von Bremer Seite be-
reits kurz nach 1900 der

E in wesentlicher Teil der fol-


genden Erkenntnisse ba-
siert auf den im Staatsarchiv
Neubau
Empfangsgebäudes
angeregt. 18)
des

D
Bremen aufbewahrten Ak- ie wachsende Zahl
ten der Deputation für Häfen der Reisenden,
und Eisenbahnen. Für die und dazu zählten in zu-
freundliche Genehmigung nehmendem Maße
der auszugsweisen V e r - auch Pendler, sowie
öffentlichung sei hiermit Hr. die längerwerdenden
Dr. Hofmeister vo m Staatsar- Züge, machten einen
chiv Bremen gedankt. Neubau un-
Bild 14 : Neustadt 1860-1945, Stadtteilar- umgänglich. D i e Z u -
chiv Neustadt (Hrsg.) 1998, erste Innen- s t ä n d i g k e i t lag ganz
seite des Buchdeckel, Ausschnitt aus ei-
nem Plan vo n 1884 eindeutig bei der
Großherzoglichen Ei-
senbahndirektion Ol-
denburg. Gleichzeitig
Bahnhof fällt besonders die
auf das Gebäude bezogene
Anlage der Strassen auf, was
beim Neubau in ähnlicher
Form zwar geplant, aber nie
realisiert wurde.

Bild 15 : Akte 4,35 - 2280, Deputation für


Häfen und Eisenbahnen, Aktendeckel,
A uf der nächsten Seite
werden einige Planaus-
schnitte aus der vorgenann-
Band 1, August 1905 - Mai 1923, Staats-
archiv Bremen, (Ablichtung eigenes Ar- ten Akte der Deputation für
chiv Juni 2002) Häfen und Eisenbahnen

A
e i n g e f ü g t , die einen E i n -
uf den beiden histori-
druck von der historischen
schen Kartenausschnit-
Stadtplanung vermitteln 18) (vergl.: Thalenhorst, 1952: Bre-
ten, die hier wiedergegeben

N
men und seine Baute nS. 179) und:
achdem der Nahe des
sind, ist die Lage des alten (entnommen Materialien des
Weserufers gelegene al- StaatsarchivBremen,insbesonde-
Empfangsgebäudes aus
Bild 16 : Neustadt 1860-1945, Stadtteil- te Bahnhof den örtlichen r e Bauaktenbzgl. des Neustädte r
archiv Neustadt (Hrsg.) 1998, letzte
dem Jahr 1867 und der Bahnhofs, Bild: A k t e 4,35 - 2280,
Gegebenheiten und d e n
Innenseite des Buchdeckel, Ausschnitt Standort des neuen Deputation für Häfen und Eisen-
Fahrgastzahlen immer weni-
aus einem Plan vo n 1935 Gebäudes in der Übersicht bahnen)

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 16
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Bild 17 : Akte 4,35 - 2280, Deputation für


Häfen und Eisenbahnen, 14.6.1927, La-
geplan zum Neubau in Bezug zum a l t e n
Empfangsgebäude und den alten Wall-
und Hafenanlagen, Staatsarchiv Bre-
men, (Ablichtung eigenes Archiv Juni
2002), farbig nachbearbeitet

Bild 18 : Akte 4,35 - 2280, Deputation für


Häfen und Eisenbahnen, um 1935, Lage-
plan zum a b g e r o c h e n e n a l t e n
Empfangsgebäude, Staatsarchiv Bre-
men, (Ablichtung eigenes Archiv Juni
2002), farbig nachbearbeitet

Bild 19 : Akte 4,35 - 2280, Deputation für


Häfen und Eisenbahnen, 15.5.1916, Be-
bauungsplan M 1:4000 mit farbigen Her-
vorhebungen des geplanten
Empfangsgebäude und den umzuge-
staltenden alten Wall- und Hafenanla-
gen, Staatsarchiv Bremen, (Ablichtung
eigenes Archiv Juni 2002)

Bild 20 : Akte 4,35 - 2280, Deputation für


Häfen und Eisenbahnen, 8.3.1916, Ent-
wu rfszeichnung mit farbigen Hervorhe-
bungen des geplanten
Empfangsgebäude und den umzuge-
staltenden Wa llanlagen, Staatsarchiv
Bremen, (Ablichtung eigenes Archiv Juni
2002)

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 17
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angegeben. Dazu ließ sich


allerdings der Hintergrund
mit den verfügbahren Doku-
menten und Aktenlage nicht
aufklären.

Bild 21 : H. Schwa rzwä lder, Bremen im


W a ndel der Zeiten, Die Neustadt und
ihre Vororte, 1973, S. 128, das alte
Empfangsgebäude (aus d.J.1867) um
1925

Bild 22 : Neustadt 1860-1945, Stadtteilar- waren sämtliche Vorgänge,


zwanzig Jahre andauerten,
chiv Neustadt (Hrsg.) 1998, S. 50, Blick von einfachen Verwaltungs-
auf die B a h n s t e i g s e i t e des a l t e n unterbrochen durch einen
handlungen bis zu baulichen
Empfangsgebäudes um 1910 Krieg, h e f t i g s t e p o l i t i s c h e
Veränderungen aus-
Wirren und wirtschaftliche
schließlich Sache der Olden-
Turbulenzen, konnte im Jah-

T
burger. Bremen, das halenhorst (1952, S. 179ff),
re 1926 der Baubeginn ver-
zuständige beschreibt kurz und knapp
Hafenamt, die die Bauweise als: "in einfa-
Baubehörden, chen schlichen Linien aus
j a sogar der h e i m i s c h e n Oldenburger
Senat w a r e n Klinkern erbaut". Ergänzend
ständig in der kann f e s t g e s t e l l t werden,
Funktion der dass das Mauerwerk einheit-
Bittsteller, was lich im Märkischen Verband
den Fortgang vermauert wurde, und
der Bau- Schmuck äußerst
maßnahmen zurückhaltend und lediglich
Bild 23 : Akte 4,35 - 2280, Deputation für nicht eben be- zur Gliederung der Fassade
Häfen und Eisenbahnen, 1926, der Bau-
schleunigte. um die Fensteröffnungen
beginnwi rdbestätigt), Staatsarchiv Bre-
men, (Ablichtung eigenes Archiv Juni Gleichwohl und als ober Wandabschluß
2002) waren die auf in Form eines Kranzgesims
Bremer Seite beteiligten froh, meldet werden. Allerdings ist eingesetzt wurde. Das Er-
dass sie für die Kosten nicht in einem Schreiben des Ha- scheinungsbild ist trotz der
aufkommen mussten. Nach- fenamts der tatsächliche Be- t e i l w e i s e n Zerstörung im
dem die Planungen etwa ginn der Arbeiten mit 1923 zweiten Weltkrieg nur unwe-

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 18
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sentlich verändert. Ins Auge 5 Wo hnungen v e r m i e t e t .


fallen die verkleinerten Fens- Bahnhofstypische
ter im Mittelrisalit und bei ge- zusätzliche Funktionen sind
nauer Betrachtung läßt sich nicht vorhanden. Die ehe-
beobachten, dass im Be- mals großzügige Eingangs-
reich des zweiten Oberge- halle ist mit einer Blechwand
schoss die dezenten gemau- und und Brettern vernagelt,
erten Bänder aus zwischenzeitlich hat die Hal-
Läuferschichten nicht an al- le eine Nutzung als Galerie
Bild 24 : Neustadt 1860-1945, Stadtteilar- len Seiten wiederhergestellt erfahren. Nach Einstellung
chiv Neustadt (Hrsg.) 1998, S. 51, Blick wurden. Ansonsten erscheint der öffentlichen Förderung
auf den neuen Bahnhof wä hrend der
Bauzeit um 1928 der Bau gegenüber den vor- hat die Galerie „pro-art “ al-
liegenden Zeichnungen aus lerdings aufgeben müssen.
der Bauzeit auch im Innen- Seit etwa 2 Jahren steht die
feuchte Klima gut geeignet
b e r e i c h nicht spürbar Halle leer, und läßt sich we-
wäre. Der ehemalige
verändert. Zu den damali- gen dem Fehlen eines zwei-
Eilgüter-Tunnel wird von ihm
gen Baukosten berichtet ten Fluchtweges nicht er-
als Lager, mit feuchtkalten
Thalenhorst (ebenda, S. 181), neut vermieten.
Milieu, genutzt.
dass vo n den 3,5 Mill. Reichs- Im rechten Teile des Erdge-
mark Gesamtkosten für das G e g e n ü b e r hat einen
schoß , i n dem der
neue Empfangsgebäude Weinhändler, der auch Lauf-
Großhändler seit etwa 25
nebst Eil-güterschuppen Jahren die
625.000 RM aufgewendet Räume gepach-
wurden. Der Rest verteilte tet hat, stellt sich
s i c h auf Gleisanlagen, der bauliche Zu-
Brücken, Stellwerke, stand als äußerst
S t ü t z m a u e r n und andere desolat dar. An
Oberbauarbeiten. Der Bau- vielen Stellen
platz, dirkt über dem alten sind die Wä nde
N e u s t ä d t e r Wa l g r a b e n , feucht und die
(siehe Bild 17), zog als Konse- D e c k e
quenz eine Pfahlgründung durchlässig.
nach sich. Nicht ohne zu

D er heutige Zustand ist im schmunzeln,


wesentlichen als räumte der
Bild 25 : Neustadt 1860-1945, Stadtteilar- jämmerlich zu bezeichnen. Pächter ein, daß
chiv Neustadt (Hrsg.) 1998, S. 104, Luft-
bild aus dem Jahr 1928, Blick auf den Neben dem Wein-Händler für die Aufbe-
Hohentorsplatz mit dem Zirkus Sarasani, und dem S p i r i t u o s e n - wahrung der
im Hintergrund der im Bau befindliche Spirituosen das
Bahnhof
Großhändler sind insgesamt

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 19
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kundschaft bedient, einige


Räume angemietet. Auch
hier ist der Mieter trotz vi eler
Unzulänglichkeiten mit den
Räumlichkeiten sehr zufrie-
den. Die Lage sei phantas-
tisch und der Weinhändler
kann sich eine Zukunft in ei-
nem umgebauten Bahn-
Bild 26 : H. Schwa rzwä lder, Bremen im hofsgebäude vorstellen. S o -
W a ndel der Zeiten, Die Neustadt und
ihre Vororte, 1973, S. 128, das neue gar einen Durchbruch zur al-
Empfangsgebäude um 1935 t e n Empfangshalle mit
möglichen Verkauf und ent- Graffitis, und auf dem Bahn- überwacht. K e i n e r l e i Be-
sprechender Auslage sei für steig begegnem dem Fahr- dienstete sind in der Neu-
ihn vorstellbar. gast teilweise zerstörtes Mo- stadt vo r Ort.

A
biliar. lles in allem sind die Viel-
zahl der Nebenräume
und die interessante Auftei-
lung der Grundrisse für eine
W e i t e r v e r w e n d u n g bzw.
Nachnutzung aber sehr at-
traktiv. Die Mieter der Wo h-
nungen fühlen sich durch-
aus in der Nähe zu den Glei-
sen wohl.

Bild 27 : H. Schwa rzwä lder, Bremen im


W a ndel der Zeiten, Die Neustadt und
ihre Vororte, 1973, S. 128, das neue
Empfangsgebäude nach dem Luftan-
griff vo m 13.12.1943

D er an die Empfangshalle
anschließende Tunnel
als Zuwegung zu den Bahn-
L ediglich 2 Gleise mit der-
z e i t geringem Fahr-
gastaufkommen sind für die
steigen präsentiert sich z. Z. Öffentlichkeit zugänglich.
alles andere als einladend. Das Empfangsgebäude und
Neben den allgegen- die Gleisanlagen werden
Bild 28 : Eingangsfront Bahnhof Bremen wärtigen Bauschäden gesel- vom Bremer Hauptbahnhof
Neustadt, heutiger Zustand, eigenes Ar-
chiv, Juli 2002 len sich hier eine Unzahl aus der Ferne mit

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 20
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3 . 4. Die Verkehrs- D
sam an Bedeutung verlor, ie Nutzung des
konnte die aufgeständerte N e u s t ä d t e r Bahnhofs
situation Schnellstraße die endgültige durch Individualreisende ist

V erkehrstechnisch wurde Isolation Woltmershausens zur Zeit gering. Das


bewirken. Gebäude steht nur noch als
nach der resoluten Favo-
S e i t einigen Jahren hat karge Tunnelöffnung zur
risierung des motorisierten In-
d i v i d u a l v e r k e h r s , m i t den durch die räumliche Nähe
daraus folgenden Verkehrs- zum Güterverkehrszentrum
planungen, der regionale der Schwerlast-Straßenver-
Verkehrsverbund über Jahre kehr im Bereich der Neu-
sehr vernachlässigt. Große stadt wieder massiv zuge-
mehrspurige Trassen f ü r nommen. Obwohl es immer
Kraftfahrzeuge mußten wieder Bemühungen gibt,
zwangsläufig Stadtteile zer- v e r m e h r t Güter vo n der
schneiden. W o es möglich Straße auf die Schiene um-
war, wurden kurze We ge ge- zulenken, sorgt der derzeiti-
plant, so entstand die Quer- ge Geschwindigkeitsvorteil
verbindung aus Richtung und die größere Flexibilität
Delmenhorst über die Ol- des LKW-Verkehrs für ein an-
Bild 29 : Eingangsfront Bahnhof Bremen
Neustadtmit aufgeständerterOldenbur- denburger Straße mit Ansch- haltend (und zunehmendes)
ger Strasse, eigenes Archiv, Juli 2002 luß an die Innenstadt, die Verkehrsaufkommen. Die
westlichen Stadtteile und die Planungen für die neue
BAB 27 Richtung Bremerha- „BAB 281“, die südlich des
ven. Dafür wurde akzeptiert, ehemaligen Güter- Verfügung, es gibt keine wei-
daß benachbarte Stadtteile, bahnhofsgeländes in der teren Funktionen, die Bahn-
wie zum Beispiel die Neu- Neustadt ve r l a u f e n w i r d , reisende nutzen können. Als
stadt und Woltmershausen trägt diesem Umstand Rech- Haltepunkt für Regionalbah-
nahezu jeglichen Bezug zu- nung. nen wird der Bahnhof Neu-

D
einander verloren und der stadt heute vo m Bremer
er Güterbahnhof selbst,
früher fast geschlossene Hauptbahnhof automatisch
hat seit Jahren jegliche
Grüngürtel um die Altstadt fernüberwacht.
Bedeutung als Umschlag-
zerteil wurde. Zwar hatte u.a. platz verloren, er zeigt sich
an dieser Stelle die Eisen- heute als Brachfläche, die
bahnlinie Bremen-Olden- von Autohändlern genutzt
burg bereits vo r langer Zeit wird. Lediglich wenige Spezi-
für eine räumliche Trennung a l i s t e n (LKW-Planen, Bau-
gesorgt, aber erst nachdem stoffhandel) können und
der Neustädter Bahnhof wollen sich bisher dort hal-
nach dem 2. Weltkrieg lang- ten.

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 21
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4
Fortschritt in die We ge leite- gleichmäßigen Tempo rei-
. Revitalisierung ten. Wi e in einem sich selbst sen. 19)
beschleunigenden Prozess
benötigten die neuen Ma- D iese (von Europa, und
insbesondere vo n Eng-

E in Begriff wie Revitalisie- schinen mehr Rohstoffe, pro- land ausgehende und auf
rung läßt sich nicht ein- duzierten mehr Güter, da- fast alle Bereiche alle Berei-
f a c h m i t wenigen S ä t z e n durch stieg die Anzahl der che der Technik bezogenen
schildern. Trotzdem will ich
hier eine angemessen kurze
Darstellung versuchen, um
die Veränderungen, die die
Eisenbahn i n der G e s e l l -
schaft bewirkt hat, zu be-
schreiben. Damit verbunden
ist allerdings auch die wech-
selnde Bedeutung d i e s e s
Verkehrsmittels, und die Situ-
ation, die wir in den letzten
15 bis 20 Jahren vorgefun-
den haben: den langsamen
Niedergang eines einstmals
revolutionären Transportsys-
tems, dass mit vi el Mühe,
K o s t e n und Engagement
wieder zu einem funktions-
Bild 30 : Kurowski (1976), S. 31 und leistungsfähigen Teil der
mobilen Gesellschaft wer-
den soll.
Maschinen an. Die Rohstoffe umwälzenden Ver-

4
mußten wiederum transpor- änderungen der Wi rtschaft -
. 1. Die Ge- t i e r t werden. G l e i c h z e i t i g und damit auch der Gesell-
schaft – wird als „industrielle
schichte der Ei- konnten m i t den neuen
Revolution“ bezeichnet. Sie
Transportmitteln, (zu den die
senbahn Eisenbahn ab 1825 definitiv war der Grundstein für die

D i e Eisenbahn i s t wohl zählte), Menschen, die bis moderne I n d u s t r i e g e s e l l -


kaum vorstellbar ohne dahin mit der Schnelligkeit schaft.
die Ingenieure des 17. und
18. Jahrhunderts, die durch
ihre Versuche und Patente
der Pferde die Grenze der
Reisegeschwindigkeit e r -
reicht hatten, in ungeahnter
S chon die erste Lokomoti-
v e vo n Trevithickzog 1804
eine Nutzlast vo n 10 t und
einen rasanten technischen Anzahl und m i t hohem beförderte gleichzeitig 70 19) (vergl.: Kurowski (1976), S. 32 ff)

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 22
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Reisende. Diese erste funkti- sowohl in Europa, wie auch net wurde. Eine Lok mit dem
onierende Dampfmaschine in Nordamerika, er- Namen Adler, bei Stephen-
auf Schienen rollte über die möglichten von den son p r o d u z i e r t , per S c h i f f
m i t Blech beschlagenen anfänglichen 5 km/h eine nach Deutschland transpor-
Holzbohlen, auf denen zuvor Geschwindigkeits-Zunahme tiert, fuhr am 7. Dezember
die Pferde die Förderwagen auf 96 km/h im Jahr 1832. In 1835 zum ersten Mal. In der
zogen. 1807 fuhr laut Pevsner nur 28 Jahren wurde im sel- Folgezeit entstanden auch
(1998, S. 225) die erste Passa- ben Jahr mit 104 km/h die hierzulande Maschinenfabri-
gierreisebahn zwischen magische Grenze über- ken die Lokomotiven produ-
Swansea und Mumbles. schritten. Schon 8 Wochen zierten. Dazu zählten Maffei

D ie 1814 vo n George Ste- später lag der neue Rekord i n München, Henschel in
phenson k o n s t r u i e r t e bei 128 km/h, und wie wir Kassel und später Borsig in
„Reisemaschine“ mit dem wissen, sollte dies noch lan- Berlin. 21)

W
Namen Blücher, nahm im Juli ge nicht das Ende bedeu- ann immer möglich
1814 ihren Betrieb auf und ten. Im Jahre 1833 zog eine werden Bahnhöfe so
transportierte Kohle vo n der Güterlok 50 t Kohle eine Stei- zentral wie möglich errichtet.
Zeche zum Hafen. Das Be- gung, die 5 Prozent betrug, Da die meisten Städte zum
sondere an dieser Lokomoti- hinauf. Dabei wurde die Ge- Ende des 19. Jahrhunderts
v e war, daß sie auf Profil- schwindigkeit vo n 24 km/h noch weiter expandieren,
Schienen, wie wir sie heute erreicht. 20) l i e g e n d e n die Haupt-
kennen, lief. Schließlich be-
gann im Jahr 1821 der Bau
der berühmten S t o c k t o n -
A nfänglich wurde dieses
technische Meisterwerk
aber keinesfalls nur bewun-
bahnhöfe h e u t e in d e n
Innenstädten. Da über vi ele
Jahre die Eisenbahn auch
Darlington-Eisenbahn. Nach- dert, sondern auch als Teu- die Funktion des öffentlichen
dem e r die D i r e k t o r e n f e l s w e r k v e r d a m m t . In Nahverkehrsmittels innehat-
überredet hatte, die Bahn Deutschland ging die Ent- te, entstanden zusätzlich an
nicht vo n Pferden sondern wicklung eher zögerlich vor- der Peripherie der Städte
von seiner Lokomotive zie- an. In den Jahren um 1816 Regionalbahnhöfe. Ein an-
hen zu lassen, erhielt Ste- leisteten sich einige wenige deres Konzept, um größere
phenson den Auftrag, die Großbetriebe Lokomotiven Städte zu erschließen, sah
Lokomo tive N r . 1 , die zum Werkseinsatz, nutzten sie die ringförmige Anlage vo n
" L o c o m o t i o n " zu bauen. aber kaum. Nach 1825 er- Kopfbahnhöfen vor. Hierbei
Außer den 523 Reisenden hielt der Eisenbahn-Gedan- bestand die Schwierigkeit,
transportierte der erste wirkli- ke aber auch in Deutsch- daß die Verbindung unter
che Personenzug der Ge- land Auftrieb, und so kam es den einzelnen Bahnhöfen 20) (vergl.: Brockhaus mu lti medial
schichte noch 90 t Kohle und dann schließlich zur entweder quer durch die 2001,CD-Rom)
Mehl. Von nun an ging die es Gründung der Linie S t a d t , oder durch e i n e
21) (vergl.Propyläen Technik Ge-
rasend schnell. Immer neue Nürnberg-Fürth, für die 1834 zusätzliche Ring-Bahn erfol-
schichte , Band 4, 1999, S.171ff)
Geschwindigkeitsrekorde in das e r s t e E.-Privileg v o n gen mußte. Oft entstanden
immer kürzeren Abständen, König Ludwig I. unterzeich- aus den verschiedenen teil-

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 23
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weise konkurierenden Ge- bahnverkehr wieder mehr


sellschaften, wie z. B. Berlin Aufmerksamkeit gewidmet.
oder Paris, aber auch „not- Die weitreichenden
gedrungen“ die peripheren Änderungen im Rahmen der
Kopfbahnhöfe, zumal die Bahnreform ermöglichen ei-
einzelnen Eisenbahngesell- nen optimistischen Blick in
schaften anfangs nicht ver- die Zukunft der Eisenbahn.
pflichtet waren, identische
Spurweiten zu verlegen.

M it der „Automobilisie-
rung“, und der damit
verbundenen Zunahme des
I n d i v i d u a l - V e r k e h r s nahm
das Interesse an der Eisen-
bahn als Verkehrsmittel lang-
sam ab. Der Vorteile der
g ü n s t i g e n und s c h n e l l e n
Fernreise wurde durch das
Flugzeug ebenfalls
geschwächt. Hinzu kam,
daß der Güterverkehr vo n
der Schiene immer häufiger
auf die Straße umgelenkt
wurde. Güterbahnhöfe wur-
d e n zunehmend weniger
gebraucht, Personen-
bahnhöfe litten unter Fahr-
gastmangel, Nebenstrecken
wurden stillgelegt oder nur
noch für den Güterverkehr
verwendet.

E rst seit dem das


B e w u ß t s e i n für ökono-
misches und ökologisches
Reisen wieder zunimmt, und
die Bahn aus der Lethargie
der sechziger und siebziger
Jahre herausgekommen ist,
Bild 31 :E-Lok der DBAG im Bahnhof Neu-
stadt, eigenes Archiv Juni 2002 w i r d s e i t Mitte/Ende der
achtziger Jahre dem Eisen-

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 24
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4 . 2. Bahnhofsar- wurde). Später werden Moti- die Tragwerke stützenfreie


v e vo n Palladio ebenso auf- Räume zu erschaffen, bis hin
chitektur gegriffen, wie die zahlrei- zu der eindrucksvollen archi-

In die Gründerjahre der Ei-


senbahn fallen natürlich
auch die ersten Bahnhofs
chen anderen Variationen
im Stil der italienischen Re-
naissance.
tektonischen Ausgestaltung,
entwickeln
Bahnhofsgebäude je nach
sich die

Geschmack und Zeitgeist.


Gleichwohl waren die Inge-
nieursleistungen, g r o ß e
s t ü t z e n f r e i e Räume zu
überspannen, Ursache im-
mer neuer und leichter wer-
denden Tragwerke. Zur Be-
lichtung der Empfangshalle
wird aus dem
bogenförmigen Portal in der
zweiten Hälfte des 19. Jahr-

Bild 32 : Gottwa ldet. al., Berliner


Bahnhöfe einst und jetzt, 1994, S.22, der
LehrterBahnhof um 1935

Neubauten. Vor allen Din-


gen in Großbritannien sind E in für
Bahnhofsgebäude
gendes Merkmale ist die Ge-
vi ele
prä-
Bahnhofsgebäude aus der
Mitte des 19 Jahrhunderts er- staltung der Eingangsfront
halten. Wä hrend die Funkti- mit einem großen
Bild 33 : Die Welt der Bahnhöfe, Katalog
des CentreGeorges Pompidou, 1981, on der Bahnhöfe im Laufe bogenförmiges Portal und
S.116, der Hauptbahnhof vo n Den Haag der Zeit nahezu unverändert mindestens einem
1972
blieb, änderte sich die stilisti- zusätzlichen Uhrenturm. Wi e
hunderts ein großes Ther-
sche Gestaltung doch er- Kathedralen der Mobilität
menfenster. 22)
heblich. Sowohl antike Orna- w ö l b e n s i c h r i e s i g e Emp-
mente, wie auch klassische
Bauelemente fanden Ver-
fangshallen und ebenso ho-
he Bahnsteighallen über den I n den Jahren nach 1918
setzte sich immer mehr ei-
ne sachliche Form der Archi-
22) (vergl.: Brockhaus mu lti medial
2001,CD-Rom)
wendung. (Vor dem Euston- Reisenden. Von der schlich-
t e Notwendigkeit, dem tektur durch, die ihren trauri- 23) (vergl.: Pro pyläen Technik
Bahnhof in London standen
Dampf der L o k o m o t i v e n gen Höhepunkt in den Bau-
z.B. Propyläen, die allerdings Geschichte ,Band 5, 1999, S.171ff)
Raum zu lassen und durch ten aus den 60er und 70er
1 9 6 2 einfach a b g e r i s s e n

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 25
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Jahren fand. Bahnhöfe wa-


ren oft kaum noch als solche
zu erkennen, w e r t v o l l e
Gebäude wie z.B. die bereits
erwähnte Euston-Station
wurden nach längerem
Leerstand einfach abgeris-
sen.

Z u den Nutzungen, die zu-


meist in Bereich des zu er-
wartenden Verkaufs vo n Rei-
sebedarfs lagen, gesellten
s i c h oft ergänzende
Bild 34 : Die Welt der Bahnhöfe, Katalog Verkaufsstände des Einzel-
des CentreGeorges Pompidou, 1981,
S.116, der Bahnhof vonArgenteuil bei handels. D i e Nähe zur
Paris, 1970 Güterabfertigung und der
Bedarf an Trägern, Taxen
l i e ß e n die besondere Mi- misch antiker und
schung von Arbeit, Leben mittelalterlicher
und Reisen im Bahnhofsum- Gestaltungsele-
feld entstehen. mente.

A n einige Bahnhöfe wa-


ren Hotels angeschlos-
sen, ein besonders bemer-
Z u den bedeu-
t e n d s t e n Bau-
w e r k e n der mo-
kenswertes Beispiel ist sicher dernen Bahnhofs-
die S t . P a n c r a s - S t a t i o n in architektur ist ne-
London von G. Scott. ben dem von S.

I n der Natur eines Bahnhofs


liegt es, daß die Reisenden
sich nur sehr kurz dort aufhal-
Calatrava entwor-
fenen Gare Lyon-
Satolas auch die
ten. Die Funktion und die Waterloo-Station
Nutzbarkeit stand von jeher i n London nach
im Vordergrund der Grund- einem Entwurf vo n
rissplanung. Trotzdem mußte N. Grimshaw zu
auf Bauornamente ja nicht zählen.
verzichtet werden, und so
präsentieren sich die histori-
Bild 35 : Parrisien, Bahnhöfe der Welt,
1997, S.57 s c h e n Bahnhofsgebäude
häufig in einem bunten Ge-

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 26
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4 . 3. Die Bedeu- s e s Phänomen. Genauso mobilie, deren hoher Erlebni-


wenig kann ein auf „Hoch- scharakter geprägt ist vo n
tung des Begriffs glanz polierter“ Bahnhof, der verschiedenen Freizeit- und
Revitalisierung e i n e r Vielzahl luxuriöser Unterhaltungseinrichtungen.
Einzelhandelsgeschäfte Bisher konnte (und mußte)
Raum bietet, über die Exis- d i e s e r Begriff allerdings
tenz von beispielsweise Dro- hauptsächlich auf die am

E inem Mangel an Vitalität,


im Fall der Bahn und der
Bahnhöfe, bezogen auf Kun-
gensucht und Kriminalität
hinwegtäuschen. Nur in ei-
Stadtrand
großen Einkaufszentren an-
gelegenen

nem funktionierenden Kon- gewandt werden, s o f e r n


denfreundlichkeit, Erschei- glomerat aus Funktionen diese über das entsprechen-
nungsbild und technische und Nutzung des Bahnhofs, de Freizeit-Potential
Zustand, kann nur durch ent- des Bahnhofsumfeld, dem verfügen. In verschiedenen
schlossenes Handeln entge- s t ä d t i s c h e n Bezug, der Städten, z. B. Dortmund, ist
gengewirkt werden. Die Verkehrs-Infrastruktur und mit dem Umbau und der Er-
Bahnhöfe, die durch ihre La- der Bevölkerung wird die Be- weiterung des vorhandenen
ge in den Städten immer deutung des Bahnhofs als Hauptbahnhofs (geplant
auch im Zusammenhang mit ö f f e n t l i c h e r städtischer von dem Hamburger Büro
dem städtischen Umfeld ge- Raum wieder steigen BRT) zum „UFO“, so die pas-
sehen werden müssen, lei- können. sende Bezeichnung, e i n

U
den unter der Verwahrlo- Schritt in diese Richtung be-
nter dem Stichwort „Re-
sung i h r e r Umgebung. absichtigt. Dieses Projekt ist
naissance der
Gleichzeitig bewirkt ein ver- wegen seiner städtebauli-
Bahnhöfe“ gibt es eine Viel-
wahrloster Bahnhof, daß das zahl vo n Veröffentlichungen, chen Dominanz aber sehr
umliegende Quartier nach- die sich mit sich dem Thema u m s t r i t t e n e n . Da h i e r mit
teilig beeinflußt wird. Es ist zu Revitalisierung befassen. S o - dem „Multi-Themen-Center-
beobachten, das sehr Dortmund“ aber kaum noch
wohl architektonisch bauli-
häufig beide Faktoren zu- von einer Revitalisierung ge-
chen Veränderungen und
sammentreffen, und in sprochen werden kann, ist
Verbesserungen a l s auch
höchst unerfreulichem Maße dieses Beispiel nur begrenzt
die Ausgestaltung zum „Ur-
abschreckend wirken. geeignet.
ban Entertainment Center“

N icht notwendigerweise
sind soziale Randgrup-
pen, die die Nähe des Bahn-
(U E C) bilden
mögliche Ansatzpunkte. Der
dabei
F riedhelm Grundmann be-
schreibt in dem Band
Begriff des UEC hat seinen „Das Baudenkma l zwischen
hofs suchen, (Beispiel Berlin, Ursprung die in den USA, und mo derner Nutzung und
Bahnhof Zoo in den achtzi- bedeutet im wesentlichen, Denkmalpflege: B e i s p i e l
ger Jahren), Auslöser für die- eine städtische Freizeit-Im- Bahnhof“ von Manfred Ger-

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 27
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ner , (2000, S.53 ) den aktuel- Verknüpfung des vorhande-


nen Fahrgast-Volumens mit

H eute sind die kleinen Bahnhöfe und Haltestellen in ihrem


zeitweiliger Laufkundschaft.

D
Bestand me hr gefährdet als die historischen Bahnhofska-
thedrale. Diese stehen sämtliche unter Denkma lschutz und er beste Denkmalschutz,
werden von der Deutschen Bahn als Meilensteine der Industrie s o Henkel in Gerner
Baukunst sorgfältig erhalten. Wenn sie funktionslosgeworden (2000, S. 75), sei nicht das Ein-
sind, finden sich überregional bedeutsame Nutzungen, wie frieren eines bestimmten
etwa beim Hamb urger Bahnhof in Berlin, in dessen Räume n Bauwerks, eines bestimmten
nach zweimaligem Umb au eines der schönsten Museen zeitlichen Zustands, so gut er
zeitgenössische Kunst entstanden ist. Die kleinen Haltestellen auch sein möge, sondern
dagegen werden durch die völlig veränderten Betriebsbedin- das " gelebte Denkmal ".
gungen in ihrem Bestand gefährdet. Auslöser sind die perso- Dies gelte sonders für Bahn-
naleinsparenden elektronischen Überwachungsysteme und hofsbauten. Die Gestaltung
die Automatisierung. Das Emp fangsgebäude mi t Schalterhal- und Architektur vo n
le und Warteraum wird überflüssig, wenn die Fahrkartenauto-
Bahnhöfen müsse sich heute
ma ten auf dem Bahnsteig stehen und Kame ras den Betrieb
am Design hochwertiger
auf Monitore in eine zentrale Leitstelle übertragen. Neben
Fußgängerzonen und exklu-
dem alten Eingangsbau werden neue Treppen zu den Bahn-
steigen errechnet, die nun nur noch aus Überdachungen und sive Passagen messen las-
Automatenstandorten bestehen.“ sen, weshalb die Architektur
(durch ihre klare Gliederung,
die Helligkeit und
len Zustand so: v e r s c h a c h t e l t e kleine Ki- übersichtlicheGestaltung

E s gilt, aus den verödeten oskreihen erscheinen sinn- der Gebäude) auch
Vorstadt-Bahnhöfen wie- v o l l , sondern großzügige, ungeübten Reisenden und
der lebendige Verkehrskno- helle und freundlich eingela- Fremden die Orientierung er-
tenpunkte zu erschaffen. Ne- dende Freiräume mit hohem leichtern müsse.

D
Aufenthaltswert.
ben der grundsätzlichen Mo- arüber hinaus muß man
dernisierung und dem
möglichen Ausbau steht ei- E rreicht werden kann die-
ses Ziel nur dann, denn ei-
ne ausreichende Anzahl an
sich fragen, was die Ei-
senbahn ohne Bahnhöfe,
ne Revitalisierung durch Inte- und die Bahnhöfe ohne Ei-
gration neuer Nutzungen zur Nutzern/Kunden das senbahn sind ?

I
Debatte. Außer den typi- Bahnhofsgelände b e t r i t t .
n wesentlichen muß Revi-
schen Einzelhandels- Wenig sinnvoll erscheint
talisierung aber auch die
geschäftensind immer auch durch Ansiedlung von
Erneuerung der öffentlichen
kulturelle Nutzungen denk- größeren Einzelmärkten die-
Stadträume unter Einbezie-
bar. Nicht den Blick verstel- sem Besucherstrom zu errei-
hung der vorhandenen Nut-
lende Reklameflächen und chen, sondern d u r c h
zungen beinhalten.

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 28
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4 . 4. Verglei- r e i t s existierende L e h r t e r Im Zuge der Verhandlungen


Bahnhof, seiner Aufgabe. über die S-Bahn, wurde ge-
chende Be- Von 1884 bis 1905 wurden gen eine Zahlung von 3. Mio
trachtung die Räumlichkeiten als DM, im Jahr 1984 die
Wohn- und Verwaltungs- Zuständigkeit an den West-
(Der Hamburger Bahnhof in gebäude der Eisenbahnge- berliner Senat übergeben.
Berlin als Verkehrs- später als sellschaft genutzt. Seine ers- Nachdem 1987 die verblie-
Kunstmuseum) t e Umnutzung erfuhr der benen Exponate in das neue

D
Hamburger Bahnhof als neu- Museum für Verkehr und
er Hamburger Bahnhof
es Verkehrs- und Baumuse- Technik auf dem alten An-
in Berlin, hat mit seiner
um, (eröffnet Dezember halter Güterbahnhof umge-
Wiedereröffnung als Muse-
1906), was bis zum Zweiten
um für Gegenwart im Jahr
Weltkrieg andauerte. In den
1996 eine besondere Form
Jahren danach schlummer-
der Revitalisierung erfahren.
te das teilweise zerstörte und
Geplant und unter Leitung
geplünderte Gebäude,
von Friedrich Neuhaus in den
langsam zerfallend, in unmit-
Jahren 1846/47 als dritter
telbarer Nähe zur Grenze,
Berliner Fernbahnhof erbaut,
wie in einem "Dornröschen-
wurde der Bahnhof Abfahrts-
schlaf". Durch die Wi rren der
und Endstation des gesam-
politischen Teilung Berlins,
t e n Z u g v e r k e h r s zwischen
entstand die paradoxe Situ-
Hamburg und Berlin. Obwohl
ation, daß obwohl im West-
b e r e i t s 1884 der Betrieb
Bild 36 : Quelle Internet , Down load: teil der Stadt gelegenen, die
ww w . slux. de/2news /ham_bahn/ham_b
nach nur 38 Jahren wieder
ostdeutsche Reichsbahn
ahn3.html, 2002, der Hamburger Bahn- eingestellt wurde, ist anders
hof in Berlin nach der Eröffnung 1996 zuständig war, das Museum zogen waren, erfolgte noch
als bei anderen Bahnhofs-
zu erhalten. Erst in den acht- im selben Jahr eine Teilres-
gebäuden der ersten Gene-
ziger Jahre erinnerte man taurierung des Gebäudes.
ration, dieses Bauwerk nicht
sich an das halb verfallene Im Anschluß daran wurde
abgerissen worden. 26) Als die
Bahnhofs-gebäude. der Bahnhof für die Sonder-
Kapazität des Hamburger
Bahnhofs nicht mehr aus-
reichte, (und üblicherweise 1 981 gründete sich der
„Förderverein zur Erhal-
tung und Nutzung des Ham-
ausstellung „Reise nach Ber-
lin“ und „Zeitlos“? genutzt.
Letztendlich gab dies den
an gleicher Stelle dann ein
burger Bahnhofs in Berlin“, Aufschlag, daß in den Ver-
größeres Gebäude errichtet
der anfänglich noch als Ziel- handlungen zwischen der
wurde), übernahm in diesem
setzung die Wi edereröffnung Stiftung Preußischer Kulturbe- 26) (vergl.Dörries , Der Hamb urger
Fall der nahegelegene, be-
des Verkehrsmuseums hatte. sitz und dem Berliner Senat Bahnhof, S. 67)

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 29
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als Eigentümer
zukünftige Nutzung als Muse-
die
W as nun den Vergleich
mit den Bahnhof Neu-
in seiner abgeschiedenen
Lage ein trostloses Bild.

D
um für zeitgenössische Kunst stadt in Bremen betrifft, so ist ie Bedeutung des Ham-
f e s t g e s c h r i e b e n wurde. festzustellen daß die archi- burger Bahnhofs als End-
Nötig war dies, um die drin- tektonische sowie die histori- h a l t e s t e l l e der Eisenbahn
gende Erweiterung der Neu- sche Bedeutung der beiden nach Hamburg, war sicher
en Nationalgalerie und die Gebäude sehr unterschied- immer eine andere, als der
Integration der Sammlung lich gelagert ist. Wä hrend Haltepunkt der Oldenburgi-
des Unternehmers Erich Marx der Neustädter Bahnhof als s c h e n Staatsbahn i n Bre-
in angemessenem Rahmen fast schon nüchterner men.

F
präsentieren zu können. Zweck-Bau in Erscheinung ür eine a u s s c h l i e ß l i c h e

D em Architekt Kleihues, tritt, an dem auch die ex- Nutzung (z. B. als Muse-
(dessen Umgang mit der pressionistischen Strömung- um) kommt der Neustädter
historischen Substanz sehr en seiner Entstehungszeit na- Bahnhof jedenfalls nicht in
gelobt wurde), gelang es, hezu spurlos vorüber gegan- Frage, denn seine Funktion
sanierte alte Gebäudeteile gen sind, bildet der Hambur- als Nahverkehrs-Haltestelle
mit neuen An- und Einbau- ger Bahnhof in Berlin ein für w i r d im Hinblick auf die
ten zu versehen, ohne die seine Z e i t angemessenes zukünftige Entwicklung der
besondere Atmosphäre des Beispiel einer spätklassizis-
ehemaligen Bahnhofs- tischen Fassade.
gebäudes zu zerstören. Am
1. November 1996 konnte
das Museum für Gegenwart
B eim Neustädter Bahnhof
ging e s hauptsächlich
um die Abwicklung der
geöffnet werden. Neben der Besucherströme, es waren
sich ständig erweiternden außer zwei Kiosken und einer
f e s t e n Sammlung, finden W i r t s c h a f t keine w e i t e r e n
regelmäßige Sonderausstel- Läden vorgesehen. Auch
lungen statt. die Lage und die stadtpla-
Bild 37 : Steinle , Ein Bahnhof auf dem
Abstellgleis, 1983, S. 84, ...hinten im Hof
des Hamburger Bahnhof in Berlin... um
I n seiner wechselvollen Ge-
schichte hatte bisher keine
Nutzung länger als 40 Jahre
nerische Absicht, (vergl. Bild
19 / 20, Seite 17), hatte in
den Jahren vor, während
1982
Bestand. 27) Es darf zu erwar- und nach dem Zweiten Welt-
ten seien, daß das heutige krieg nicht den Verlauf ge- RegionalStadtbahn e i n e
Museum diese Zeitspanne nommen, der zu seiner Er- neue Bedeutung bekom-
auch erreicht, vi elleicht so- richtungszeit geplant war. men können.
gar übertrifft. Zwar ist der Bremer Bahnhof
27) ( vergl. Steinle , Ein Bahnhof auf
noch in Betrieb, bietet aber dem Abstellgleis, 1983, S. 17)

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 30
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4 . 5. An dere Bei- 000 qm ein Reisezentrum, um)

spiele
Servicebetriebe, Gastrono-
mieeinrichtungen, Büros und K unstmuseum (M u s é e
d’Orsay) des 19. Jahrhun-

L eipzig 140 Einzelhandelsgeschäfte


etabliert haben. 28)
derts in Paris (Frankreich). Es
beherbergt Tausende vo n
(Der Bahnhof als Dienstleis- Gemälden, Skulpturen, Pho-

K
tungs- und Einkaufszentrum) öln-Frechen tographien und
Gegenstände des Kunst-
handwerkes, die zwischen
(Der Bahnhof als Filmkulisse
1848 und 1914 entstanden
und Produktionsstätte)
sind. Außerdem sind die Be-

E in weiteres Beispiel für


Revitalisierung bot das
reiche Architektur, Urbanistik
und Autovision vertreten.

D
Bild 38 : Down load, http://ww w . wa lter- stillgelegte Depot der Köln-
as Musée d’Orsay ist in
bau.de/html/prospekt_hauptbahnhof_l Frechen-Benzelrather
eipzig.htm , 2002, der Leipziger Haupt- drei Hauptgalerien ge-
bahnhof, 2000 Straßenbahn. In dieser Hal-
gliedert. Das Musée d’Or-
le wurde in den Jahren v o n

N e b e n dem Gebäude
des Bayerischen Bahn-
hofes (1841-1844), der eben-
1978 bis 1985 eine Sendung
des west-deutschen Rund-
funks (W D R) unter dem Titel
falls sehenswert ist und um Bio's Bahnhof gedreht. in ei-
dessen Erhalt z. Z. noch ge- ne Mischung aus M u s i k ,
rungen wird, präsentiert sich Spiel, Show und Talk, wur-
der Hauptbahnhof(1907- den intern nationale Gäste
1915), der am 12. November empfangen und ein ab-
1997 seinen Betrieb aufge- wechslungsreiches Pro-
nommen hat, als eine der gramm geboten. Moderiert
Bild 39 : Down load, http://ww w . musee-
orsay.fr , 2002, das Musee d'Orsayohne eindrucksvollsten euro- wurde diese Sendung v o n
Jahresangabe päischen Verkehrsstationen. Alfred Biolek (*1934), der
Als größter Kopfbahnhof Eu- noch heute verschiedene say wurde 1896 eröffnet
ropas und e r s t 1999/2000 andere Fernseh-Formate und ist heute im ehemali-
ganz fertiggestellt, als Produzent oder Talk- gen Bahnhof Gare d’Orsay
b e w ä l t i g t e er bereits m a s t e r (Moderator) be- untergebracht. Dieser wur- 28) (vergl.: Renaissance der
Bahnhöfe, 1996, S.73ff)
während des Umbaus 560 treut. 29) de in den Anfang 1980, 29) (vergl.:

P
Zügen täglich. Nach etwa nach langem Leerstand htt p ://www.wdr.de /tv /boulevard
aris-Orsay,
dreijähriger Bauzeit, und ei- und temporären Nutzun-
bio/2moderat/bahnhof.html)
30) (vergl.: htt p ://www.musee-
ner Investition von rund 500 gen, umgebaut. 30) orsay.fr )
(Der Bahnhof als Kunstmuse-
Mio DM werden sich auf 30

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 31
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5
Sortillienstraße und den alten andererseits als fußläufige
.Entwurf Empfangsgebäude eine An- Erschließung der Hafenrand-
rampung erhalten sollte, er- Promenade und r ü c k -

5 .1.Gestaltungs wies sich als unerwartet ein- wärtiger Zuwegung zur Ha-
fach. Es ist geplant, dass auf fenrandbebauung ausgebil-
An satz den Gleisen der det.

D
Straßenbahn eine Regional- em vorhandenen alten
Stadtbahn fährt, die u.a. Del- Empfangsgebäude wird

W ie reagiert nun ein neu- menhorst und Brake mit Bre- i n der mittigen Ver-
es Bahnhofsgebäude men verbindet. Lediglich die längerung des Tunnels ein
auf der anderen Seite der Untertunnelung der Gleise, von Größe und Gestalt korre-
Gleise mit dem Bestand? Bei die einen neuen Zugang in spondierendes neues Bau-
der Planung dieser Arbeit die Hohentorshafen Spitze werk entgegengesetzt. Da-
stand immer wieder die e r m ö g l i c h e n s o l l , mußte bei ist ein Gebäudetyp ge-
Verkehrs-und Fahrgast- dafür leicht verschwenkt plant, der sich aus (im we-
Führung im Vordergrund. Der werden. In dem vorhande- sentlichen) drei Teilen zu ei-
Versuch sowohl die Nutzer nen B-Plan Nummer 2198 ist nem Ganzen zusammen
des Bahnhofs, als auch Züge, diese neue Unterführung be- fügt. Eine potentielle Erwei-
Straßenbahnen, Busse und reits eingetragen. terung und Verlängerung
Pkw in einem möglichst kreu-
zungsfreien Verkehrsfluß in
das neue Gebäude zu inte-
I n verschiedenen Zwischen-
schritten kristallisiert sich fol-
gende Lösung heraus:
(längs der Gleise über der
neuen Bus- und Garagenzu-
fahrt), die gleichzeitig als

D
grieren gestaltete sich mehr as Hafenbecken w i r d Verlängerung des Riegels zur
als nur einmal problema- wie im Bebauungsplan Abgrenzung des Hafenare-
tisch. vorgesehen verkürzt a l s zu d e n G l e i s e n und

D D
er erste Gedanke war, er städtebaulichen Rah- gleichzeitig als Lärmschutz
den vorhandenen Per- menentwurf des Stadt- fungiert, ist als Option ledig-
sonentunnel unter den Glei- planungsamtes wird im we- lich angedeutet.
sen hindurchzuführen, und sentlichen übernommen
D ieser neue Bahnhofsteil

D
auf der Hohentorshafen-Sei- ie Unterführung und die (West-Gebäude) soll
te mit einem kleinen Pavillon Anrampung i n der mehrere Funktionen
einen definierten Endpunkt Verlängerung der Großen übernehmen können. Beide,
zu geben. Im Bereich der Sortillienstraße wird als reali- das neue sowie das a l t e
Bahnsteigen wurde vo n An- sierbar und finanzierbar an- Gebäude, fassen die in der
fang an eine neue leichte genommen Mitte liegenden Verkehrsmit-

D
Bild 40 : eigene Ideenskizze zum Prinzip Überdachung angestrebt. ie hafenseitige tel wie eine Klammer zusam-

D
der Organisation des neuen Bahnhofs, ie Integration der Ladestraße wird einer- men. Die vorhandenen Glei-
nacheinemKorrekturgesprächentstan-
den. Straßenbahntrasse, die seits auf den Eingang des se, soweit sie vo n der DB AG
z w i s c h e n der Großen neuen Gebäudes bezogen, für den P e r s o n e n - und
Güterverkehr benötigt wer-

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 32
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den, können um mindestens zu erhalten, wurde die Bus- sche Nutzungen, wie z. B.
3 Gleisstränge reduziert wer- spur in das untere Geschoß Fahrkartenverkauf werden
den. Dies schafft Platz, den verlegt. Die darüber liegen- problemlos i n t e g r i e r t . Die
die neue RegionalStadt- de Decke zu Eingangshalle beiden oberen Geschosse in
bahn dringend benötigt. Ein erhielt im Bereich der Fahr- dem der W o l t m e r s h a u s e r
zusätzlicher neuer Bahnsteig spur einen großen Durch- Straße zugewandten Flügel
für die RegionalStadtbahn, bruch um v e r s c h i e d e n e können als Büroflächen für
sowie ein weiterer Ausweich- Sichtezüge herzustellen. Auf Dienstleistung o. ä. verwandt
bahnsteig neben dem West- beiden Seiten der Galerie werden.

A
Gebäude schaffen Ordnung befinden s i c h Treppen uf der anderen Seite der
und Übersicht in die Gleisan- aufgänge und Aufzugsanla- Eingangshalle wird das
lagen. Die Bahnsteige, mit ih- gen. Eine zusätzlich vom Tun- Volumen komplett vo n einer
ren leichten Überdachung- nel rechtwinklig abzweigen- oberirdischen Parkgarage
en, die auf Baumstützen ste- de Verbindung zur Woltmers- eingenommen. Diese kann
hen, werden von jeweils 2 hauser Straße ermöglicht ei- im Park & Ride Verkehr be-
gegenüber liegenden Trep- nen barrierefreien Zugang zu nutzt werden, oder an die
pen und einer Aufzugsanla- d e n Bahnsteigen, da die nahegelegene Brauerei
ge erschlossen. Die fremdvermietet wer-
gewölbten Dächer, die den. Die Zuwegung
in ihrer Länge abhängig für Pkw zu diesem
von den durchschnittli- Gebäudeteile führt
chen Zuglängen va ri ie- durch die Untertun-
ren, leiten den Blick der nelung und die
F a h r g ä s t e vo m a l t e n außerhalb des
Empfangsgebäude zum Gebäudes liegende
neuen Bahnhofsteil. Busspur aus R i c h -

Bild 41 : eigene Grafik, Nachwe is der D as West-Gebäude


w i r d w e g e n der
tung der H o h e n -
torshafen Spitze.
Vielzahl vo n neuen
D urch die Verle-
kreuzungsfreien Wegeführung, Juli 2002
Funktionen eine be- gung der Busli-
achtliche Größe erhal- neue Eingangshalle im obe- nie in das Unterge-
ten. Die Idee, daß der Bus schoß konnte die Zufahrt er-
ren Niveau der Gleise liegt.
durch die Eingangshalle auf heblich verkürzt werden, und
Sowohl in diesem D u r c h -
Höhe der Gleise fährt, erwies eine größere notwendige
gang, als auch in verschie-
sich als nicht praktikabel. S c h l e i f e( K l e e b l a t t - a r t i g e
denen anderen Bereichen
Damit wäre allerdings die Überwindung des Höhenun-
des Gebäudes können
Nutzung des Untergeschos- terschieds hinter der neuen
Verkaufsstände für Reisebe-
ses in 2 Parkdecks möglich Unterführung v e r m i e d e n
darf und ähnliches angesie-
gewesen. Um eine kreu- werden.
delt werden. Bahnhofstypi-
zungsfreie Verkehrsführung

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 33
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D a der Gleiskörper z. Z. die


Landes-Hochwasser-
schutzlinie bildet, wird im Be-
der Oberflächen und die
Fassadengestaltung sofort
die Eingangssituation er-
T r ä g e r r o s t , ebenfalls aus
Stahlrohren. Die
Gußmaterial g e f e r t i g t e n
aus

reich des Hafenkopfs eine sichtlich. Knoten werden mit den Roh-

4
ausreichende Höhe der Ufer- Die abgerundet ren, soweit nicht vormontiert,
befestigung notwendig sein. Südfront bezieht sich verschweißt. Im Fassadenbe-
Die das Hafenbecken um- mit ihrer Ansicht auf den reich sind gelenkig befestig-
fassende Uferpromenade Stadtteil und die Kreuzung te und unterspannte leichte
wird sich daran orientieren. Woltmershauser Strasse / Pendelstützen vorgesehen.
Somit ergibt sich vor der neu- Simon-Bolivar-Strasse, wo An ihnen wird eine ebenfalls
en Eingangshalle eine Platz- eine Änderung der jetzi- leichte Fassadenkonstruktion
situation die mit einer vorge- gen Situation angestrebt (ohne Anforderungen an
lagerten Pkw-Wendeschleife wird. W ä rmedämmung) befestigt.

5 D
einem Taxen-Stand und ei- Im Grundriss erscheint ie beiden Flügelbauten
ner großzügigen Böschungs- das Gebäude wie ein unterscheiden sich
Gestaltung zur Woltmershau- äußerlich in einem wesentli-
ser Straße ausgebildet wird. chen Merkmal: die

Bild 42 : eigenes Rendering, ein Motiv zu r


Z um Gebäudevolumen
und seiner Form führten im
wesentlichen fünf
Fensterbänder werden im
Büro- bzw. Kundenbereich in
Standard-Wärmeschutzver-
Arbeit, das symbolische Zugsegment, Überlegungen: glasung i n t r a n s p a r e n t e r

1
Juli 2002
Die oberirdische Form in montiert. Am Park-
Geschoßhöhe s o l l t e haus dagegen kommt
sich annähernd an den vorderes Segmente eines R e g l i t/Profilit-Verglasung
Bebauungsplan und dem modernen Zuges. zum Einsatz. Die geschlosse-
alten Bahnhofs- nen Bänder zwischen den
Gebäudebestand orien- Verglasungen in Höhe der
tieren.
Z ur Materialwahl: in der Ein- Decken, werden an beiden

2
Bild 43 : Edwa rds, The Modern Station, Die bei einem Durch- gangshalle ruhen die ge- Gebäudeteilen umlaufend
1997, Metro-Station in Lyon vo n Jourda
g a n g s b a h n h o f lenkig gelagerten Fußpunkte (mit vertikaler Linienführung
und Perraudin, S. 24, Vorbild für Baum-
stützen mögliche langgestreckten der Baumstützen auf kurzen der Wellen) und in einheitli-
Form bot den Raum für die Betonstelen, die im Boden cher B r e i t e m o n t i e r t . Es
v e r s c h i e d e n e n unterzu- (als Widerlager) fest veran- kommt ein konventionelles
bringen der Nutzungen. kert sind. Die vo n dort sich vorgehängtes Fassadensys-
Bild 44: Stahl und Form, Flughafen Stutt-

3
der Decke entgegenstre- tem aus Corus Kalbau Alumi-
gart, 1991, GMP , Empfangs- und Abferti- In der Frontansicht auf
gungshalle, S.5 , Vorbild für Baumstützen ckenden Baumstützen sind nium Standard-Wellenprofil
die Eingangshalle i s t
durch eine Variation der aus entsprechend dimensio- W 1 8/76 mit ausreichender
Gebäudehöhen und -Vo- nierten runden Stahlrohren. Dämmung und
lumen, der Materialwahl Die gewölbte Überdachung außenliegenden S o n n e n -
besteht aus einem schutzblenden zur Anwen-

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 34
Diplomarbeit Thilo Früchtnicht

dung. Die Fassanengestal- massiven Flügebauten wer- r e n Gestaltung s i c h an


tung setzt sich auch im Be- d e n m i t einem üblichen natürlichen Vorbildern orien-
reich der Eingangshalle ent- Stahlbetonskelettbau samt t i e r t . Es ist hierbei e i n
sprechend fort. Dreigeleng-Rahmen System

D ie liegenden Bänder be- geplant.


tonen die horizontalen
Bewegung der Busse und
Bahnen, ihnen e n t g e g e n
D as Achsraster des ge-
samten Neubaus basier-
t e auf der notwendigen
Bild 45 : eigenes Archiv, natürliches Vor- bremst die vertikale Teilung Durchfahrtsbreite der Bus-
bild für eine Baumstütze, gepflückt Juli der Verglasung und die An- spuren und d e n Pkw-
2002,Blütenständeverdeutlichen Dach-
lasten ordnung der Kalzip-Verklei- Einstellplätzen in der Parkga-
dungen den übermäßigen rage.
Schwung. Insgesamt werden
Bahn-, bzw. Bus-typische Ma-
terialien wie Glas, Stahl- und
aussteifender Kerne entwi-
ckelt. Ausreichende A ls flankierende
Maßnahmen kommen
eine bauliche Veränderung
Tragfähigkeit der Decken
Aluminiumblech verwendet. und Unterzüge wurde in der der Unterführung Woltmers-

D ie Aussenform, erscheint
im Grundriss (wie in der
Planung der
Raumhöhen berücksichtigt.
lichten hauser S t r a s s e , und die
Veränderung des Kreuzungs-

D
Ansicht) langgestreckt, und bereichs der Woltmershau-
ie anfänglich über die
greift durch die geschwun- ser Strasse
kräftigen Seitenbauten
gene sich an der Lage der mit der
aufragende gläserne E i n -
Woltmershauser Strasse ori- S i m o n -
gangshalle erschien
entierende Wö l b u n g wie Bolivar-Stras-
überdimensioniert und kon-
zufällig das Motiv eines mo- struktiv nicht realisierbar. Die s e und der
dernenNahverkehrszuges Betonung des Eingangsbe- S t r a s s e Am
auf. Die kurze Süd-West-Fas- reichs durch eine aus der Gaswerk in
sade, die den Nebenein- Gebäudeflucht leicht Betracht.
gang für Fußgänger und die zurückspringenden und in D i e insge-
Ein- und Ausfahrt für die Bus- samt d r e i
der Höhe etwas
s e b i l d e t , e r h ä l t damit in nebenein-
zurückgenommenen Zwi-
Richtung des Stadtteils eine anderlie-
schenbaus erreicht in Kombi-
zusätzliche Betonung. Ein op- g e n d e n
nation mit dem platzseitigen
tionaler Erweiterung- Bahnbrücke
Vordach eine ausreichende
(Verlängerungs-)Bau könnte n könnten,
Wirkung. Die Gestaltung des
Bild 46: eigenes Archiv, Abstraktion des am nördlichen Ende eine nachdem
Vordaches greift die Bauart
Stützenaufbaus, Strohhalm-Modell ohne ähnliche, aber auf das sie durch die
Maßstab, Juli 2002 der Bahnsteigdächer auf.
Hohentorshafen-Gebiet be- Verlegung
D i e S t ü t z k o n s t r u k t i o n der
zogene Gestaltung, die die der Gleise in dieser Breite
Dächer wird von
rechtwinklige Grundrissform Baumstützen getragen, de- nicht mehr notwendig sind
verläßt , erhalten. Die beiden durch eine s c h l i c h t e und

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 35
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leichtwirkende Stahl/Beton sprechungen mit dem Bahn-


Konstruktion ersetzt werden. hofsmanagement, dem Amt
Aufgrund der Tatsache, das für Stadtplanung und Bau-
direkt hinter der Brücke der ordnung, regelmäßige
Bus aus dem neuen Bahn- Korrekturgespräche bei den
hofsbau in den Kreuzungs- betreuendenP r o f e s s o r e n .
bereich einschwenkt, könnte Anhand der folgenden Bil-
durch eine entsprechend der soll die Entwicklung v o m
geordnete Platzgestaltung Arbeitsmodell zum vorge-
die Eingangssituation in den schlagenen Entwurf v e r -
Ortsteil Woltmershausen ge- deutlicht werden.
fasst und städtebaulich in
das Gesamt-Paket der
Maßnahmen integriert wer-
den.

E ntwurfsschritte waren ne-


ben der ausführlichen Re-
cherche, verschiedenen Be-

Bild 47 - 53 : eigenes Archiv Mai - Juli


2002, Modellschritte zum Entwu rf

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5 .2.Perspektiven
für den Bahnhof
Bild 54 : eigenes Archiv, Personentunnel
aktueller Zustand dringend
D ie Gesamtanlage kann
nur funktionieren, wenn
das Verkehrskonzept sich an
veränderungsbedürftig, Mai 2002
d e n Bedürfnissen und an
den Notwendigkeiten orien-
tiert. Die Verknüpfung v o n
möglichst vi elen verschiede-
nen Verkehrsmitteln
(Eisenbahn, Straßenbahn
bzw. RegionalStadtbahn,
B u s , Pkw, Radfahrer und
Fußgänger), idealer Weise
auch der Anschluß an das
Hafenbecken können dem
Bahnhof die notwendige An- ordnete Innenhof hat seit auch w e i t e r h i n bewohnt
zahl Besucher (gleichbe- Jahrzehnten keine Funktion, wird. Hier wäre kurzzeitige
deutend mit Kunden oder kann aber durchaus in ein Mietnutzung,Künstlerateliers,
Nutzern) verschaffen. Gastronomiekonzept inte- Studentenwohnungen ö.ä.

W ird durch Integration


von Verkaufsständen
und anderen für die Reisen-
griert werden. Der ansässige
Weineinzelhändler, der sich
einen Verbleib im Bahnhof
sehr gut möglich.

den interessanten Angebo- sehr gut vo r s t e l l e n kann,


ten das Bahnhofs-Areal at- k ö n n t e seinen Verkauf in
traktiv, so ist ein wesentlicher Richtung Eingangshalle ori-
Schritt in die richtige Rich- entieren. I n d e n vi elen
tung getan. Nebenräumen in dem Erd-

D as a l t e Empfangs-
gebäude kann durch ei-
ne vi elschichtigen Nutzung
geschoß , die im M o m e n t
nicht genutzt werden, sind
vom türkischen Imbiß bis zur
aufgewertet werden. I m Kunsthandlung eine Vielzahl
rechten Erdgeschoßbereich von Möglichkeiten vorstell-
Bild 54 : eigenes Archiv, Haltepunkt wäre Gastronomie mit Bezug bar. D i e Obergeschosse
Bremen-Walle, es existiert lediglich eine
Aufzugsanlage mit kurzer Überdachung zu den Wa llanlagen denk- könnten weiter frei vermietet
und einigen Sitzplätzen, Mai 2002 bar. Der den Gleisen zuge- werden, damit der Bahnhof

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D i e Verlängerung des
Tunnels in Richtung
West-Gebäude Wi rte durch
nen insgesamt erfreuliche-
ren Eindruck der Bahnhöfe,
der Gebäude und Gleisanla-
die neuen Treppen- gen, aber auch des direkten
Bahnhofsumfeldes. Leider ist
aufgänge heller und freund-
l i c h e r . Wi rd der Tunnel
außerdem noch i n seiner
Länge weiter genutzt (z. B.
durch Verkaufsstände
ähnlich wie in der Passage
an der Bremer Bischofsna-
del) ergeben sich zusätzliche
positive Aspekte.

D er Bahnhof Bremen Neu-


stadt kann dem Haupt-
bahnhof den Rang n i c h t
„ablaufen“, was auch nicht
geplant ist. Die Bündelung
zum Verkehrsknotenpunkt
des ÖPNV kann im Regional-
Bild 55 : eigenes Archiv, Haltepunkt verbund mit dem
Bremen-Walle, Blick auf den Bahnsteig, niedersächsischen Umland
Mai 2002
und als Ausgangspunkt in
Richtung des
das aktuelle Projekt zur Auf-
niederländischen Groningen
wertung des N e u s t ä d t e r
den linksseitigen Stadtgebie-
Bahnhofs noch nicht ange-
ten an der Weser neue Im- laufen, Es wird aber vermut-
pulse geben. lich in erster Linie, so ist eine

D aß damit g l e i c h z e i t i g
dem Bahnhof
Chance zum Überleben ge-
eine
mündliche Aussage des
bahnhofsmanagment, e r -
steinmal bei äußerlichen Kor-
geben wird, ist ein rekturen bleiben.
wünschenswerter Nebenef-
fekt.

D arüber hinaus sorgt das


Programm "3 S - Service
Sicherheit Sauberkeit" für ei-

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5 .3.Perspektiven vielerlei Hinsicht attraktiv: die Straße für den Schnellverkehr


ehemaligen Hafenanlagen, in den unterirdischen Bereich
für das Quartier die in eine interessante Ufer- wünschenswert. Möglicher-
promenade verändert wer- weise wird die in weitem Bo-
den könnten, die Optionen g e n um W o l t m e r s h a u s e n

S o dicht Woltmershausen für zukünftige Bebauung der herumführende neue Auto-


an der Bremer Innenstadt Hohentorshafen Spitze, die in bahn A 281 zu einer Entlas-
l i e g t , s o abgelegene i s t u n m i t t e l b a r e r Nachbar- tung führen.
auch. Abgeschnitten durch schaft des Bahnhofs liegen Mutmaßlicherweise wird sie
die Bahnlinie und die die Wa llanlagen sowie das die Hochstraße aber nicht
aufgeständerte Hochstraße, W e s e r u f e r sind p h a n t a s t i -
erreichbaren nur durch ei- sche Potentiale. Sollten die
nen wenig eingeladenden Brachflächen, w i e im
Tunnel per Pkw, (oder zu Fuß städtebaulichen Modell be-
am Weserufer entlang), er- r e i t s angedeutet, bebaut
weckte Woltmershausen werden, und würde das
den Eindruck eines verschla- Gelände der Brauerei eine
fenen Dorfes. Den Nieder- andere Nutzung erfahren,
gang der Hafenanlagen (so wie vo r dem Krieg die
und der benachbarten In- kleinteilige Bebauung die in
dustrie merkt man dem Orts- der Nähe des alten Bahn-
teil an. Im Zusammenhang hofs), wäre der neue/alte
Bild 56 : eigenes Archiv, Woltmershauser
Strasse, Teil der Un terführung, Gleise mit der Revitalisierung des Bahnhof weniger isoliert. Die-
zweigen in den Hafen ab, Juni 2002 Bahnhofs werden die Ho- ser Effekt würde seine Wi r-
hentorshafen Spitze, die der- kung auf die umliegenden
zeit noch ausschließlich ge- Ortsteile dadurch entfalten,
werblich genutzt wird, und daß der Bahnhof die Funkti- überflüssig machen.

I
Woltmershausen als cityna- on eines kleinen Zentrums für nsgesamt könnte der neue
he S t a d t t e i l e einen ganz die Nachbarquartiere Bahnhof eine I n i t i a l - W i r -
neuen R e i z bekommen übernehmen könnte. kung für die Entwicklungs-
können. Die Verbindung mit
der alten und neuen Neu-
stadt, die durch verschiede-
D as im Vorfeld des alten
Bahnhofsgebäudes die
aufgeständerte Hochstrasse
perspektiven der linken W e -
serseite haben. Wi e in dem
eingangs zitierten Stadtent-
ne Unterführungen u n t e r entfernt wird, muß wohl ein wicklungskonzept beschrie-
den Gleisanlagen vorgese- frommer Wu nsch bleiben, ben, liegt der Bahnhof im-
hen ist, wird einen da eine vergleichbare merhin auf einer der beiden
zusätzlichen Effekt haben. Straßenanbindung an die In- Stadtentwicklungsachsen

D ie Lage des Neustädter nenstadt nicht existiert. Trotz- der Stadt Bremen.
Bahnhofs ist durchaus in dem wäre als utopischer An-
s a t z e i n e r Verlegung der

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5 .4.Die Rolle des Tragwerks


K adatz ( 1 9 9 4 , S . 2 2 9)
schreibt in „Seemanns Le-
xikon der Architektur“
System ist die Grundlage
der Berechnung. Es wer-
den unabhängig von Ma-
ergänzend folgendes: t e r i a l und tatsächlicher

B G
ei dieser Arbeit werden rundsätzlich sollen fol- Form nur Aussagen über
zwei wesentliche Trag- gende Aussagen gel- Stützweite, äußerer Geo-
werkstypen behandelt: der ten: metrie, Belastungen und
S t a h l b e t o n - S k e l e t t b a u in Auflager-Eigenschaften
"Skelettbauweise, Konstrukti- getroffen.
den Flügelbauten des neuen
Bahnhofgebäudes und die onsprinzip, bei dem im Ge- l Das Tragwerk ist das mate-
als Dreigelenkrahmen aus- gensatz zum traditionellen rialisierte Tragsystem mit
gebildete Konstruktion der Mauerwerksbau eine Tren- festgelegten Längs- und
Bahnsteigüberdachungen nung in tragende Querschnitten nach der
und der neuen Eingangshal- Stützensysteme u. füllende Bemessung.
le. Wand- bzw. Fassadenele- l T r a g w e r k s e l e m e n t es i n d

D ie Elemente des Skelett- me nte erfolgt. Vorgeprägt einzelne Glieder, wie z.B.
baus bestehen aus ei- im Fachwerk. Entwickelte Knoten, Träger, S t ü t z e n
nem tragendem Gerüst, in Ausprägung im Stahl- u. etc..
der Regel aus Stahlbeton, in Stahlbetonbau, besonders l Das baureife oder gebau-
dem Wä nde eingespannt beim Übergang zum industri- te Tragwerk bezeichnen
sind. Zur Aussteifung werden wir als Tragkonstruktion, al-
alisierten vielgeschossigen
neben den als Scheiben aus- le Details sind geklärt, be-
Bauen nach d e n e r s t e n
gebildeten Decken, massive rechnet und festgelegt. 33)
Anfängen E. 19.Jh. im Hoch-
Kerne, Auskreuizungen oder

B
Wandscheiben verwendet. hausbau der USA.“
ei dem Rahmen handelt
Skelettbau ist auch aus Holz es sich also um ein ge-
(als Fachwerk) oder Stahl l Tragwerke haben die Auf- knicktes Tragwerk, dessen
möglich. 31) gabe, Lasten dort aufzu- Einzelteile stabförmig zusam-

A ls Rahmen werden ge-


knickte Tragwerke aus
Holz, Stahl oder Stahlbeton
nehmen, wo sie anfallen
und sie zu anderen Berei-
chen (z.B. Fundamente)
mengesetzt sind. Flächige
Füllungen haben keine tra-
genden Funktionen und die-
mit biegesteifen Ecken be- abzuleiten. nen bestenfalls der Ausstei-
zeichnet. Berechenbar wer- l Unter Kraftsystem verste- fung gegen Windlasten. Es ist
den Rahmen durch den Ein- hen wir die konstruktive dabei zwingend auf
bau von Gelenken, sie ma- Aufgabe, Kräfte vo n ihren kraftschlüssige Verbindun-
chen die s t a t i s c h unbe- Angriffspunketen zu den gen zwischen Ausfachung 31) (vergl.: Pevsner , LdWA , 1992,
S.586)
stimmten Rahmen bestimm- Auflagerpunkten zu ver- und Rahmen (-Tragwerk) zu 32) (vergl.: Pevsner , LdWA , 1992,
bar, d.h. berechenbar. 32) schieben. achten. Üblicherweise treten S.522)

l Trag- ( o d e r S t a t i s c h e s -) aber an die Stelle der Ausfa- 33) (vergl.: Führer, 1984, S.21 )

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chungen biegesteife Eck-


ausbildungen und Zug- oder
Druckstreben (auch in Form
nommen. Üblicherweise fin-
det eine Aussteifung durch
Windverbände oder Ausfa-
B ei höheren Bauwerken
wird in der Regel eine
Kombination aus Rahmen
von Windrispen), die die auf- chungen nicht im einzelnen und zusätzlichen Aussteifun-
tretenden(Horizontal- )Kräfte Rahmen, sondern nur im ge- gen gewählt, wobei die Eck-
in das Tragwerk und weiter in samten Bauwerk statt, da ausbildungen entsprechend
die Gründung ableiten. der Rahmen durch s e i n e angepasst werden können.

O hne Zweifel gehören Konstruktion dieses Grundsätzlich ist der Skelett-


Stützen, die einen run- überflüssig macht. Der Vor- bau, der hier den einfachen
den, quadratischen oder teil, der hierin liegt, ist auch Rahmen ablöst, das Trag-
knapp rechteckigen Grund- g l e i c h z e i t i g der N a c h t e i l : werk der Wa hl für
riss aufweisen zu d e n wirtschaftliche Konstruktio- Geschoßbauten. Denn beim
stabförmigen Traggliedern. nen sind in der möglichen Skelettbau sind in der Regel
Im Bereich der horizontalen Bauhöhe begrenzt. Die auf- zusätzliche aussteifende
Bauteile fallen zuerst Träger, tretenden Lasten und Biege- Scheiben oder Massivbau-
Balken und Pfetten in diese momente schränken die Ge- Kerne (z.B. Treppen- oder
Kategorie. Für stabförmige schosszahl im einfachen Aufzugsschächte) integriert,
B a u t e i l e lassen s i c h u.a. Stahlbau auf wenige Vollge- die dem Bauwerk Stabilität
Knicklängen bestimmen, die schosse ein, da die Gesamt- verleihen.
die Standsicherheit erheb- konstruktion in den biege-
lich beinflussen. Knicklänge steifen Ecken beispielsweise
ist die kritische die Windlasten nicht mehr si-
(rechnerische) Länge eines cher aufnehmen kann. Man

D
Bauteils, bei der die Gefahr spricht dann von einer „wei- ie wichtigsten Rahmen-
des Versagens der Konstruk- chen“ Konstruktion. Formen sind:
tion bevorsteht, jeweils in Außerdem sind auch bei ein-
l der eingespannte Rah-
Abhängigkeit vo n Belastung, schiffigen Rahmentragwer-
men
Geometrie und Lagerung. ken, verschiedene
l der 2-Gelenk-Rahmen

B ei allen Rahmen handelt zusätzliche Maßnahmen not-


wendig. Dazu zählen die l der 3-Gelenk-Rahmen
es sich um eine Kombina-
Verbindung der einzelnen l der Eingelenk-Rahmen
tion aus vertikalen und hori-
zontalen (stabförmigen) Ele- Rahmen untereinander l der Einhüftige Rahmen
menten. D i e n o t w e n d i g e durch Pfetten, Auskreuzun-
Aussteifung gegen auftre- g e n gegen horizontale

D
tende Horizontallasten Kräfte und und Herstellung er Dreigelenk-Rahmen
(auch zur Standsicherheit) e i n e r ausreichenden De- bietet folgende Vorteile,
werden im einzelnen Rah- ckenscheibe bzw. eines ent- die in diesen Entwurf in der
men im Normalfall durch bie- sprechenden Windverban- e i n e n oder anderen Art
g e s t e i f e Eckausbildungen des in der Deckenebene. einfließen:
oder Einspannungen vorge-

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 41
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l der 3-Gelenk-Rahmen ist Photographie gezeigt. t e r n e t w a 2 0 Jahre den


setzungsunabhängig (Galérie des machines , aus „Spannweitenrekord“. (Bild
l ein Widerlagerfundament dem selben Jahr wie der „Eif- unten) 35)
ist notwendig, weil der Erd- felturm“).
druck allein zur Stabilisie-
rung nicht ausreicht D as zweite Beispiel ist die
Londoner „S t . Pancras
Station“, im Kapitel 3 schon
l alternativ ist zum Abfan-
gen der Horizontalkräfte erwähnt, einem Bahnhofs-
ein schlaffes oder vorge- gebäude mit vorgesetztem
spanntes Zugband not-
wendig
l der einzelne Rahmen,
(genaugenommen das
Rahmenpaar um das ge-
meinsame Gelenk), ist in
(Bild 57 : Gympel, 1996, S.76, Galerie des Richtung der Rahmenach-
Machines, Fußpunkt mit Wa lzenlager) se gegen Horizontalkräfte
(wie Wind) sehr stabil

Bild 58 : Pevsner , Funktion und Form, Z um Vergleich zwei histori-


sche Beispiele:

D
1998, S.249, Galerie des Machines,
zeitgenössische Potographie ) ie bekanntesten Beispie-
le für das Dreigelenk-
Rahmen-System sind die in
Stahl ausgeführten „Galérie
des machines “ zur Weltaus- Hotel. Sie wurde 1876 fertig-
gestellt und hielt mit 74 Me-
stellung 1889 in Paris (erbaut
1 8 8 9 vo n Charles Dutert
(Architekt), VictorContamin ,
(Ingenieur). Leider schon im
Jahr 1910 abgebrochen,
war sie mit 422 m Länge, 47
m Höhe und 117 m Spann-
Bild 59 : Pevsner , Funktion und Form,
1998, S.230, die Londoner St. Pancras
weite gigantisch. 34)
Station, Architekt Sir George G.Scott ,
1868-1876,
Bahnsteighalle v. W.H.Barlow (1868-69)
I n Pevsner (1998, S.249) wird
aus dem Jahr 1889, dem
Jahr der Pariser Weltausstel-
34) (vergl.: Pevsner , Funktion und
Form, 1998,S.230)
35) (vergl.: Pevsner , LdWA , 1992,
lung, eine zeitgenössische S.50ff, S.59ff, S.298f, S.572f)

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D ie Materialwahl bedingt
grundsätzliche auch im
wesentlichen die Lösungen
in der Konstruktion.
F ü g e t e c h n i k und V e r b i n -
d u n g s m i t t e l beruhen auf
e n t s p r e c h e nV o r s c h r i f t e n
(z.B. DIN 18800, Stahlbau,
oder DIN 7990, Schrauben)
und der potentiellen Vorferti-
gung. Montage vo r Ort auf
der Baustelle stellt wiederum
bestimmte Anforderungen
an Qualität und Ausführung.
Sowohl beim Holzbau, als
auch beim Stahlbau, ist im-
mer ein möglichst hoher An-
teil an industrieller Vorpro-
duktion erstrebenswert.

D ie wesentlichen Merk-
male der g e w ä h l t e n
Konstruktion für die
Bahnsteigüberdachungen
und das Dach der Eingangs-
halle sind folgende:
l Stahlbau wegen der gerin-
gen Dimension in
Abhängigkeit zu Spann-
weite und Tragfähigkeit
l der hohe Anteil an vorge-
fertigten Elementen, an
Normteilen und
V e r f ü g b a r k e i t der Aus-
gangsmaterialien
l die Möglichkeit der indus-
triellen Vorfertigung in ent-
Bild 60 : Ching, (1996, S.187), zeigt in
seinem Buch „Bildlexikon der Architek- sprechenden B e t r i e b e n
tur“ eine stark vereinfachte Übersicht und das damit verbunde-
über die typischen Rahmenformen):
ne geringere Transportauf-

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kommen
l die im Verhältnis schnelle
und rationelle bauseitige
Montage der angeliefer-
ten Elemente
l die gestalterische Freiheit
im Umgang mit dem Ma-
terial
l die Wi ederverwendbarkeit
des Tragsystems, zumin-
dest theoretisch
l die Verbindung zwischen
Nutzung und E r s c h e i -
nungsbild des
Gesamtgebäudes

O bwohl die typische


Dreigelenk-Rahmen-
Konstruktion, w i e in der
nachfolgenden Abbildung
gut nachzuvollziehen, e i -
gentlich eine andere Grund-
form aufweisen sollte, halte
ich das gewählte System für
tauglich. Zu beachte wäre
eine ausreichende Dimensi-
onierung der Fußpunkte, ins-
besondere gegen die auf-
tretenden Horizontalkräfte
aus der Querbewegung, z.B.
durch e i n v o r g e s p a n n t e s
Zugband. D i e Ausbildung
Bild 61: Mann, Tragwe rke in Anschau-
der Fuß- und Firstpunkte er-
ungsmodellen, 1985, S. 56, der
Dreigelenkrahmen) fordert eine gewisse Sorgfalt,
insbesondere bei der oberen
gelenkigen Verbindung.

M ann (1985, S.56 ) bietet


eine Vielzahl an nach-
vollziehbaren und logischen
Beispielen. Insbesondere die
Darstellung in Kombination
ermöglicht
Überblick.
einen g u t e n

mit Zeichnung und Photo

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 44
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6
herausragendes Beispiel si- Bremen, Hamburg und Ber-
.Schlussbemerk- cher die Unterführung in der lin, ist nicht mehr Gegen-
ungen Verlängerung der Großen stand dieser Arbeit, da ein
Die größte Schwierigkeit die- Sortillienstrasse zu nennen. Nutzungskonzept nicht

D
s c h l ü s s i g belegt werden
ser Arbeit lag in dem Quel- er Wu nsch, ein dominie-
konnte.
lenstudium, und dem Ver- rendes Solitär-Gebäude

P
such das Erfahrene zu kom- zu entwerfen, stellte sich als lanungen dieser Art wer-
primieren. Ohne dabei äußerst problematisch dar. den auf lange Sicht um
o b e r f l ä c h l i c h zu w e r d e n , Einerseits waren räumliche Bremen herumführen, was
sollte die Kernaussage, ein Zwänge zu überwinden, an- man bedauern kann, oder
Bahnhof gehört nicht auf dererseits sollte ja nicht Ver- eben auch nicht. Vielleicht
das Abstellgleis, theoretisch kehrsplanung, sondern Ent- war es ein Gewinn, dass in
belegt werden. wurfsplanung den Schwer- dieser Diplomarbeit am En-
punkt de der Realismus über die
bilden. Phantasie gesiegt hat, auch

D i e wenn das Planobjekt vi el-


Inte- leicht eine "Nummer zu groß"
gration w a r . D e r Bahnhof kann
der Hal- vielfältig genutzt werden, es
tepunkt- gibt e i g e n t l i c h keinen
gestal- Grund, den Bestand ersatz-
tung für los niederzureißen.

M
eine fik-
it jedem Abriss geht uns
t i v e
Bild 62: Bushaltestelle Früchtnicht in auch e i n S t ü c k Ge-
Transra-
Dauelsen / Verden, 1984, aus dem Ar- schichte verloren, und das ist
chiv vo n Dr. H.J.Früchtnicht pidlinie
meiner Meinung nach be-
z w i -

I
denkenswert.
m praktischen Teil dieser Di- schen den Niederlanden,

I
plomarbeit habe ich unter nsgesamt sind im Verlauf diese Arbeit drei Themen bzw. Untertitel zu lesen:
Berücksichtigung dieses Hin-
tergrundes ve r s u c h t e i n l Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen
schlüssiges Konzept für die
l Stillstand und Beweg. .gung
weitere Nutzung des Bahn-
hofs Bremen Neustadt vorzu- l die Revitalisierung eines "Bahnhofs auf dem Abstellgleis".
legen.

V i e l e Faktoren werden Nach meinem Dafürhalten stehen die beiden letztgenannten Bezeichnungen
erst l a n g f r i s t i g zu dem gewählten Themen nicht entgegen, sondern verdeutlichen das Span-
verändern sein - wenn nungsfeld, in dem sich diese Arbeit bewegt.
überhaupt - und da ist als Thilo Früchtnicht, Juli 2002

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 45
Diplomarbeit Thilo Früchtnicht

7 .Quellen

7 .1.Literatur

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Architypus, Ausgabe 2, Bertelsmann Fachzeitschriften Verlag, (DBZ), Friedr. Vieweg & Sohn
Verlagsgesellschaft mbH, Klaus-Dieter Weiß, (Hrsg.), Gütersloh/Braunschweig 1995,
Artemis Verlag, (ohne Autor); Calatrava Neue Projekte: Zürich 1993, Artemis Verlags AG
Asimov, Isaac; Das Wissen unserer Zeit: München 1993, Goldmann Verlag
Betschart , Anton P.; Neue Gusskonstruktionen in der Architektur: Stuttgart 1985, G. Ad. Stehn’s
Verlag
Beuth , Ansgar; Beuth , Martin; Lexikon Bauwesen: München 2001, DVA
Dierks, Klaus; Schneider, Klaus-Jürgen; Wormuth , Rüdiger; Baukonstruktion: Düsseldorf 1997,
Werner Verlag
Edwards, Brian; The Modern Station: London 1997, E & FN Spon
Foos, Christoph Roland, (Hrsg.); Eisenbahnrecht und Bahnreform: Minfeld i.d. Pfalz 2001, Selbst-
verlag, Books on Demand
Heyne Verlag, o.A.; Das neue deutsche Wörterbuch : München 1997, Wilhelm Heyne Verlag
Interréseaux; Netzwerk der Goethe-Institute in Frankreich, Institute Francais in Deutschland
(Hrsg.); par exemple , Abbilder zeitgenössischer Architektur in Deutschland und Frankreich:
Mainz 1995, Interréseaux, Verlag H. Schmidt
Jodidio, Philip; Santiago Calatrava : Köln 1998, Taschen
Klühspies, Johannes; Perspektive Transrapid : München 2001, Books On Demand, o.V.
Rade, Andreas; Rosenberg, Werner, (Hrsg.); Transrapid in der Diskussion: Berlin 1995, Kooperati-
onsstelleWi ssenschaft/Arbeitswelt
Steinhoff, Vera; Reaktivierung des Neustädter Bahnhofs in Breme n, Bremen 2001, Diplomarbeit
Hochschule Bremen, Fachbereich Architektur
Tietz , Jürgen; Geschichte der Architektur: Des 20. Jahrhunderts, Köln 1998, Könemann
Tietze, Wolf, (Hrsg.); Transrapid-Verkehr in Europa: Berlin 1998, Gebrüder Borntraeger

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 48
Diplomarbeit Thilo Früchtnicht

7 .2.Kontakte

Frau Engelbertz , Koordinatorin beim Senator für Bau und Umwelt


Herr Dietrich,Mitarbeiter beim Senator für Bau und Umwelt
Frau Breitenfeldt, Staatsarchiv Bremen
Herr Carr, Bahnhofsmanagment im Hauptbahnhof Bremen, DBAG
Herr Kirste, Technischer Angestellter der DBAG
Herr Steuer, Stabsstelle für Verkehrs- und Infrastrukturplanung der BSAG, Bremen
Herr Risch, Hohentorshafengebiet, Bereich Bremen Süd, Amt für Stadtplanung und Bauord-
nung, Fachbereich Stadtplanung
Frau Sommermeier, Archiv des Amt für Stadtplanung und Bauordnung, Fachbereich Bauord-
nung
Pächter und Mieter des Neustädter Bahnhofs, Bremen
Herr Schubsky, Öffentlichkeitsarbeit der MVP Versuche- und Planungsgesellschaft für Magnet-
bahnsysteme m.b.H.
Telefonische Kontakte und Auskünfte:
Herr Lührs , Amt für Stadtplanung und Bauordnung, Fachbereich Stadtplanung
Herr Poos, Amt für Stadtplanung und Bauordnung, Fachbereich Stadtplanung
Herr Decker, Immobilienservice im Hauptbahnhof Bremen, DBAG
Herr Sukau, Bremischer Deichverband am linken Weserufer
hanseWasser, Bremen, Kanaltiefenschein

... und unzählige Telefonate zur Recherche....

I ch bedanke mich bei allen vorgenannten Institutionen, deren Mitarbeiterinnen und Mitar-
beitern für ihre Unterstützung. Ich hoffe, ich habe niemand vergessen.

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 49
Diplomarbeit Thilo Früchtnicht

8 .Anhang

8 .1. Erklärung nach DPO §21 Ab s. (2)

E rklärung über die selbständige Bearbeitung der Diplomarbeit

H iermit versichere ich, dass ich die Diplomarbeit ohne fremde Hilfe selbständig verfasst und
nur die angegebenen Quellen benutzt habe.

________________________ _ _____________________
Datum U nterschrift

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 50
Diplomarbeit Thilo Früchtnicht

8 .2. Pläne der Arbeit skaliertauf A3 -Format

Blatt 0 - Zielbeschreibung

Blatt 1 - Bestands- und Planungsanalyse

Blatt 2 - Bezüge der Verkehrsplanung

Blatt 3 - Entwurf, Zuwegung und Alternativen

Blatt 4 - Tragwerkund Gründung

Blatt 5 - An sichten

Blatt 6 - Grundrisse 1

Blatt 7 - Grundrisse 2

Blatt 8 - Schnitte

Blatt 9 - Fassadenschnitt und Innenraum

Blatt 10 - Ergebnis

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen S ie befinden sich auf Seite 51
Ziele dieser
Diplomarbeit

Standort des Bahnhofs Bremen-


Neustadt revitalisieren

Nutzungskonzept für den


Gebäudebestand vorschlagen

Potentiale für Erweiterungen


erschliessen

Aufwertung des Areals um den


Bahnhof anregen

Verbindungen mit dem ÖPNV


verbessern

Aufenthaltsqualität für Reisende


und Besucher erhöhen

Bhf. Bremen Neustadt: Blick aus dem Tunnel in die Empfangshalle und auf den Haupteingang. Bild: eigenes Archiv, Juni 2002

Bahnhof ...
... fünf Thesen

Bahnhöfe sind noch immer wichtig

als Haltepunkt des ÖPNV unverzichtbar

modernes Erscheinungsbild widerspricht


nicht der historischen Bedeutung

ein Bahnhof muss für die Nutzer und für


die Nachbarn im Quatier attraktiv sein

die Bedeutung des Bahnhofs ist nicht auf


Verkehr begrenzt, sondern vielschichtig

Am Bahnhof Gönnern, Anfang der 90er Jahre Bild aus: www.thomas-reincke.de

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen Blatt 0


Diplomarbeit Juli 2002 - Bearbeiter Thilo Früchtnicht - Betreut durch Prof. Dipl.Ing. Dahms (Entwurf) und Prof. Dipl.Ing. Schwerdtfeger (Tragwerksplanung) Zielbeschreibung
Bestandsanalyse
M 1 : 2500
Basis: Digitale Karten, KVB,
Bremen 2000

Bahnhof Bremen Neustadt

öffentliche Bauten, Schulen,


Hochschule etc.

Neustadt-Wallanlagen, Parks,
öffentliche Grünflächen

überwiegend Wohnbebauung
(Neustadt, Woltmershausen)

Gewerbe, teilweise Brachfläche

Diplom-Entwurf S. Hammerich
(abweichend vom Bestand)

ÖPNV-Fahrgäste (fussläufig)

Am
Sic GE

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he
rhe
GRZ 0,8
a
Planungen
its GH 16m
Ho GE * ha
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he GRZ 0,8
fen M 1 : 1000
GRZ 0,8 nt o
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III - V sh
af Basis: Digitale Karten, KVB,
en
Bremen 2000
GE Bahnhof Bremen Neustadt
GRZ 0,8
a
GH 16m
Bebauung (Bestand)
(ohne weitere Differenzierung)
e
traß

Bebauungsplan Nr. 2198


er S

Stand August 2000, (Entwurf)


urg

GE * Planung BSAG (Regionalstadtbahn)


enb

GRZ 0,8 Stand Juni 1999, (Entwurf)


o
Old

III - V
nicht dargestellt: städtebaulicher
Entwurf des Stadtplanungsamtes
La
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GRZ 0,8
o
III - V
Gr

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Hauptzollamt
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Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen Blatt 1


Diplomarbeit Juli 2002 - Bearbeiter Thilo Früchtnicht - Betreut durch Prof. Dipl.Ing. Dahms (Entwurf) und Prof. Dipl.Ing. Schwerdtfeger (Tragwerksplanung) Bestands- und Planungsanalyse
Schienennetze der DB
und BSAG in Bremen
Bild aus: Stadtentwicklungskonzept
Bremen, 1999 (Bestand und Planungen)

ohne Maßstab !

Detailausschnitt unten

Hauptstrassennetz in
Bremen
Bild aus: Stadtentwicklungskonzept
Bremen, 1999 (Bestand und Planungen)

ohne Maßstab !

Detailausschnitt unten

Bezug zwischen Bahn


und Stadtstruktur
ohne Maßstab !

Basis: Digitale Karten, Bremen 2000


und Stadtentwicklungskonzept 1999

Strassen, Buslinien und Gewässer


nicht dargestellt

DB Linien

BSAG Linien

Plantrasse RegionalStadtbahn

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen Blatt 2


Diplomarbeit Juli 2002 - Bearbeiter Thilo Früchtnicht - Betreut durch Prof. Dipl.Ing. Dahms (Entwurf) und Prof. Dipl.Ing. Schwerdtfeger (Tragwerksplanung) Bezüge der Verkehrsplanung
Städtebau - Entwurf
M 1 : 2000

Basis ist der Vorentwurf


des Amtes für Stadtplanung
(Stand Februar 2000)

erweiterter Bahnhof

mögliche neue Baukörper

Neustadt-Wallanlagen, Parks,
öffentliche Grünflächen

öffentliche Gebäude, Schulen etc.

überwiegend Wohnbebauung
(Neustadt, Woltmershausen)

Gewerbe, teilweise Brachfläche

Diplom-Entwurf S. Hammerich
(abweichend vom Bestand)

ÖPNV-Fahrgäste (fussläufig)

Wegeführung auf den


verschiedenen Ebenen

auf der Grundlage des favorisierten


Vorentwurfs dieser Arbeit

Fußgänger im Bahnhof Neustadt

Erschließung für Fußgänger aus den


umliegenden Quartieren

neuer Haltepunkt der Buslinie im


Untergeschoss des Bahnhofs

Planung BSAG (RegionalStadtbahn)

Gleise der DB AG

Zu- und Ausfahrt für PKW (Parkgarage)

ÖPNV-Fahrgäste (fussläufig)

Alternativen und
Entwicklungsschritte
hieraus resultiert der favorisierte
Vorentwurf dieser Arbeit

ohne Kopfgebäude auf der


Hohentorshafenseite

kein zusätzlicher Busverkehr

Haltepunkt für Busverkehr auf


der Hohentorshafenseite

in Verbindung mit neuem


Kopfgebäude

Buslinie durchfährt das neue


Kopfgebäude

Volumen des Kopfgebäudes


korrespondiert mit Bestand

ÖPNV-Fahrgäste (fussläufig)

Variationen zum Thema


Bahnsteigüberdachungen

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen Blatt 3


Diplomarbeit Juli 2002 - Bearbeiter Thilo Früchtnicht - Betreut durch Prof. Dipl.Ing. Dahms (Entwurf) und Prof. Dipl.Ing. Schwerdtfeger (Tragwerksplanung) Entwurf, Zuwegung und Alternativen
Tragwerksplanung
Explosionszeichnung

Aufzugsanlagen und Stahlbau

2. und 3. Obergeschoss komplett


2. und 3. Obergeschoss

Decke über 1. Obergeschoss

1. Obergeschoss ohne Decke


1. Obergeschoss

Decke über Eingangsgeschoss

Unterzüge und Rippendecke über


Eingangsgeschoss

Stützen, Aussteifung und Bauelemte


Eingangsgeschoss, Stahlbau Halle
Eingangsgeschoss (EG)

Decke über Untergeschoss

Bauelemente : Treppen, Rampen


nichttragende Wände, Schächte

Rippendecke

Unterzüge

Stützen des Skelettbaus


Untergeschoss (Verkehrsebene der Buslinie)

Aussteifungen

Fundamentplatte

Streifenfundamente

Pfahlgründung
Gründung

Achsenraster
Raster

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen Blatt 4


Diplomarbeit Juli 2002 - Bearbeiter Thilo Früchtnicht - Betreut durch Prof. Dipl.Ing. Dahms (Entwurf) und Prof. Dipl.Ing. Schwerdtfeger (Tragwerksplanung) Tragwerk und Gründung
Ansicht West
Ansicht Süd

Bus DB DB BSAG BSAG

Ansicht Ost

Ansicht Nord

BSAG BSAG DB DB Bus

Ansicht Nord
Ansicht Süd
Ansicht Ost
Ansicht West
EG

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen Blatt 5


Diplomarbeit Juli 2002 - Bearbeiter Thilo Früchtnicht - Betreut durch Prof. Dipl.Ing. Dahms (Entwurf) und Prof. Dipl.Ing. Schwerdtfeger (Tragwerksplanung) Ansichten
Grundriss Übersicht
M 1 : 200

Ebene 1

Ve
rka
uf
Tun
nel
Ebene 1
Ve
Ve
rka
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uf m
uf no
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G
of

Ve
enh

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uf
Inn

e
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pfa

Tun
Ebene 1 nel
Em

Imbiss
Ebene 0

Weinhandel

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen Blatt 6


Diplomarbeit Juli 2002 - Bearbeiter Thilo Früchtnicht - Betreut durch Prof. Dipl.Ing. Dahms (Entwurf) und Prof. Dipl.Ing. Schwerdtfeger (Tragwerksplanung) Grundrissübersicht E0 / E1
e
V

Tunnel zum Altbau >


Funktions-
Grundrisse
Imbiss Verkauf Verkauf Verkauf

A
WC H Zugang zum
Abfahrt Durchgang Tag und Nacht offen
WC D
B

Bus Bus T2
Bus

C
Luftraum
Bus Bus
Bus
D
d1 ZBV
Ver- und Entsorgung T3 T1
Technik
Technik Technik Bu
Lager ss
pu
E r
Backshop
Verkauf Kiosk
Auffahrt
Marktstände Marktstände
F

0 1 2 3 4 5 6 7 10 12 14 17 18 19 20 21 22 23 24 25 27

8 9 11 13 15 16
Ebene 0 (Neubau) 26
Tunnel zu den Gleisen und zum Neubau > > >

Tunnel zu den Gleisen und zum Neubau > > >


KG (Altbau) EG (Altbau)

Tunnel zu den Gleisen und zum Neubau > > >


Tunnel zu den Gleisen und zum Neubau > > >

1OG (Altbau) 2OG (Altbau)

A
Parken
Abfahrt

D
d1
T3

Technik
E

Auffahrt

1 2 3 4 5 6 7 10 12 14 17 18 19 20 21 22 23 24 25 27

8 9 11 13 15 16 26

Ebene 3 (Neubau)

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen Blatt 7


Diplomarbeit Juli 2002 - Bearbeiter Thilo Früchtnicht - Betreut durch Prof. Dipl.Ing. Dahms (Entwurf) und Prof. Dipl.Ing. Schwerdtfeger (Tragwerksplanung) Funktionsgrundrisse
B A Schnitt C (Übersicht)
M 1:500

Deckenelemente

Wände (aussteifend u.a.)

Unterzüge (Position, Raster, nicht in


aussteifenden Wänden)

Terrain
D C
Schnitt A (Übersicht)
M 1:500

Ebene 4

Ebene 3

Ebene 2

Ebene 1

Ebene 0

oben links :
Teilschnitt B
M 1:200

oben rechts :
Teilschnitt A
M 1:200

links :
Teilschnitt C
M 1:200

Teilschnitt D
M 1:200

unten links :
Grundrissübersicht
M 1:1000

Ansicht West

B D M 1:1000

C
A Ansicht Nord
M 1:1000

Ansicht Ost
M 1:1000

Ansicht Süd
M 1:1000

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen Blatt 8


Diplomarbeit Juli 2002 - Bearbeiter Thilo Früchtnicht - Betreut durch Prof. Dipl.Ing. Dahms (Entwurf) und Prof. Dipl.Ing. Schwerdtfeger (Tragwerksplanung) Schnitte
Innenraumsimulation
Eingangshalle

Axonometrie
ohne Maßstab

Blick in das Untergeschoss

Dreigelenkrahmen nur angedeutet


Dächer nur angedeutet

Detailschnitt Fassade
Parkgarage
Dachaufbau:
Stahlträger IPE 200, M 1:20

Querstreben IPE 80, verschraubt,


Profilit / Reglit Bauglas
eingeklemmte Dämmkeile 160 mm,
Trapezblech längs, vorgebogen,
Kalbau Wellprofil
Kalbau TR 35/200 Standardprofil, vernietet

Dach: Kalbau Trapezprofil

Stahlbau:
Rahmen im Bereich
der Rampe
ausgewechselt,
dargestellt Fußpunkt
am Gebäudeabschluß

Wandaufbau:
Stahlbeton Skelelettbau,
Stützen 50/50 cm,
im Bereich der Parkgarage
Prallbord und 35 cm Stb.-Flanke zur
Absturzsicherung,
Kalbau Wellprofil W 18/76, verschraubt auf
Unterkonstruktion ohne Dämmung,
hinterlüftet

Horizontalschnitt

außen
Verglasung:
Reglit / Profilit Bauglas,
z.B. Pilkington Profilit
Profilit-Verglasung: Typ K 32 mit Drahteinlage,
System-Halteprofil, in vorgegebener System-
innen
Eckstück als Befestigungsschiene lt. Hersteller,
Sonderfertigung bauseits Silikondichtung, in einfacher
stehender Einbaulage,
Abstand der Profile 100mm

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen Blatt 9


Diplomarbeit Juli 2002 - Bearbeiter Thilo Früchtnicht - Betreut durch Prof. Dipl.Ing. Dahms (Entwurf) und Prof. Dipl.Ing. Schwerdtfeger (Tragwerksplanung) Fassadenschnitt und Innenraum
Ergebnis aus Entwurf
und Modellbau

M 1:1000

Material : Buche, Abachi, Aluminium


Acryl, Draht, MDF-Platte, Pappen

Software: AutoCAD Studentenversion


Nikon DigitalKamera Coolpix 775

Von der Idee


zum Modell
Stillstand
und Fotos : eigenes Archiv Juli 2002

Beweg. .ung

Knetmodell in der Anfangsphase

Stillstand

Bewegung

Modellbau

Modernisierung und Erweiterung des Bahnhofs Neustadt in Bremen Blatt 10


Diplomarbeit Juli 2002 - Bearbeiter Thilo Früchtnicht - Betreut durch Prof. Dipl.Ing. Dahms (Entwurf) und Prof. Dipl.Ing. Schwerdtfeger (Tragwerksplanung) Ergebnis