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Statik kompakt
Bemessung von Ziegelmauerwerk nach
DIN EN 1996 - 3 (Vereinfachtes Verfahren)

Die DIN EN 1996 bzw. der Eurocode 6 mit den Teilen 1-1, 1-2, 2 und 3 liegen
mit den zugehörigen nationalen Anhängen vor und wurden in die Musterliste
der Technischen Baubestimmungen (Fassung März 2014) aufgenommen.
Die bauaufsichtliche Einführung in den einzelnen Bundesländern ist ab 2015
mit einer Übergangsphase zur derzeit gültigen DIN 1053-1 erfolgt. Nach der
Übergangsphase mit paralleler Gültigkeit wird in den meisten Bundesländern
der EC 6 ab 01. Januar 2016 die alleinige gültige Norm zur Bemessung im
Mauerwerksbau.

DIN 1053-1 Bauaufsichtlich uneinge- schränkt anwendbar

Gleichwertig zu Bauaufsichtliche
DIN EN 1996 Alleinige Gültigkeit
DIN 1053-1 anwendbar Einführung


01.01.2014 ab 01.01.2015 ab 01.01.2016

Mit DIN EN 1996-3 steht für den Mauerwerksbau weiterhin ein vereinfachtes
Berechnungsverfahren zur Verfügung. Für übliche Bauvorhaben im Bereich
des Ein- und Mehrfamilienhausbaus ist das vereinfachte Verfahren in der Regel
ausreichend und führt zu einer deutlichen Verkürzung der Nachweisführung.

Moderne Ziegelprodukte im Mauerwerksbau werden nach allgemeinen bauauf-


sichtlichen Zulassungen (abZ) verwendet und bemessen.

Durch die Zulassungen können Regelungen der Norm erweitert oder durch ab-
weichende Vorgaben außer Kraft gesetzt werden. Daher ist es für den Ingenieur
und für den Ausführenden zwingend notwendig, die Zulassung zu beachten.
Stand 12/2015

Schlagmann Poroton GmbH & Co. KG ∙ Ziegeleistr. 1


84367 Zeilarn ∙ Tel. 08572 17-0 ∙ Fax 08572 17-8114
info@schlagmann.de ∙ www.schlagmann.de
/// 2

1.1 Ziegelkennwerte

STEIN- UND MAUERWERKSKENNWERTE geeignet für


charakteristische
mittlere Stein- Erbebenzonen
Druck- Mauerwerks­
POROTON ®
Wärmeleit- Roh- Verfügbare druckfestigkeit
festig- druckfestigkeit
Produkt fähigkeit dichte- Wand- fst [N/mm2] 0–1
keits- fk [MN/m2]
Zulassung DIBt [W/mK] klasse dicken [mm] 0–3 l
klasse
POROTON®-T7® 365 / 425 ≥6 7,0 1,8
0,07 ≤ 0,60 l
Z-17.1-1057 490 ≥4 5,0 1,3
POROTON -T8 ® ®
0,08 0,60 300 - 490 ≥6 7,0 1,8 l
Z-17.1-982
POROTON®-T9®
0,09 0,65 365 ≥6 7,0 1,8 l
Z-17.1-674
POROTON -S8 Objekt
® ®

0,08 ≤ 0,75 365 - 490 10 12,5 3,0 l


Z-17.1-1120
POROTON®-S9® Objekt
0,09 0,75 300 - 425 10 12,5 3,6 l
Z-17.1-1058
POROTON -S10 Objekt
® ®
0,10 0,75 300 - 425 10 12,5 3,6 l
Z-17.1-1017
POROTON®-FZ7
0,07 ≥ 0,55 365 - 490 6 7,5 1,7 l
Z-17.1-1035/1060
POROTON -FZ8 Objekt
®
0,08 ≤ 0,75 300 - 490 10 12,5 3,0 l
Z-17.1-1104
POROTON®-FZ9 Objekt
0,09 0,9 300 - 425 10 14,5 4,2 l
Z-17.1-1100
POROTON -FZ10 Objekt
®
0,10 0,75 300 - 425 10 12,5 3,6 l
Z-17.1-1034
POROTON®-Planziegel-U8
0,08 0,60 365 - 490 6 7,5 2,1* l
Z-17.1-972
POROTON -Planziegel-U9
®
0,09 0,65 300 - 425 6 7,5 1,4 l
Z-17.1-890
POROTON -Planziegel-T10
®
0,10 0,65 300 - 425 6 7,5 1,8* l
Z-17.1-889
POROTON -Planziegel-T12
®
0,12 0,65 365 - 490 6 7,5 1,8 l
Z-17.1-877
POROTON -Planziegel-T14
®
0,14 0,70 365 - 490 6 7,5 3,1 l
Z-17.1-625
POROTON®-Kellerplanziegel-T14
0,14 0,70 365 6 7,5 3,1 l
Z-17.1-625
POROTON -Planziegel-T16
®
0,16 0,8 240 - 365 8 10,0 3,7*
Z-17.1-490
POROTON®-Planziegel-T0,8
0,39 0,8 115 - 240 8 10,0 3,7
Z-17.1-868
POROTON -Planziegel-T0,8 – EB
®
0,39 0,8 175 - 240 12 15,0 4,7 l
Z-17.1-868
POROTON®-Planziegel-T1,0/-1,2
0,45/0,50 1,0 / 1,2 115 - 240 12 15,0 4,7
Z-17.1-868
POROTON -Planz.-T1,0/-1,2 – EB
®
0,45/0,50 1,0 / 1,2 175 - 240 12 15,0 4,7 l
Z-17.1-868
POROTON®-Planziegel-T1,4
0,58 1,4 115 - 240 12 15,0 4,7 l
Z-17.1-868
POROTON -SPz-Planziegel
®
2,0
0,80 175 / 240 8 10,0 4,4 l
Z-17.1-537 verfüllt
POROTON -SPz-Planziegel
®
2,0
0,80 300 8 10,0 3,7* l
Z-17.1-559 verfüllt
* fk-Werte von DiBt noch nicht bestätigt - voraussichtl. Umrechnungsfaktor fk = 2,64 x s0
/// 3

2. Anwendungsgrenzen
Anwendungsgrenzen des vereinfachten Verfahrens nach DIN EN 1996-3
Bauteil Wanddicke Lichte Verkehrslast der Gebäudehöhe Deckenstützweite
t [mm] Geschosshöhe Decke p [kN/m2] 5) H [m] 1) l [m]
hs [m]
Innenwände ≥ 115 < 240 ≤ 2,75
≥ 240 -
≤ 5,0 ≤ 201)
Einschalige ≥ 175 < 2402) ≤ 2,75
Außenwände
≥ 240 ≤ 12 · t
≤ 64)
Tragschalen ≤ 3,0 incl. ≤ 2 Vollgeschosse
zweischaliger ≥ 115 < 175 Trennwand- + ausgebautes
Außenwände so- ≤ 2,75 zuschlag Dachgeschoss3)
wie zweischaliger
Haustrennwände ≥ 175 < 240
≤ 5,0 ≤ 20
≥ 240 ≤ 12 · t

1)
 ei geneigten Dächern Mittel zwischen First- und Traufhöhe.
b
2)
bei eingeschossigen Garagen und vergleichbaren Bauwerken die nicht zum dauernden Aufenthalt von Menschen bestimmt sind,
auch d ≥ 115mm zulässig.
3)
Abstand aussteifender Querwände ≤4,5m, Randabstand von einer Öffnung ≤ 2,0m.
4)
Sofern nicht die Biegemomente aus dem Deckendrehwinkel durch konstruktive Maßnahmen, z.B. Zentrierung durch Weichfaser-
streifen am Wandkopf innen, begrenzt werden. Bei zweiachsig gespannten Decken ist mit der kürzeren der beiden Stützweite zu
rechnen.
5)
Einschließlich Zuschlag für nicht tragende innere Trennwände.

Das planmäßige Überbindemaß nach DIN EN 1996-1-1 muss mindestens 0,4 ∙ h und mindestens 45 mm betragen.

Die Deckenauflagertiefe a muss mindestens die halbe Wanddicke (0,5 ∙ t), jedoch mehr als 100 mm betragen. Bei einer Wanddicke
von 365 mm darf die Mindestdeckenauflagertiefe auf 0,45 ∙ t reduziert werden.

Anwendungsgrenzen des vereinfachten Verfahrens


/// 4

3. Lastannahmen
3.1 Verkehrs- und Eigenlasten nach DIN EN 1991-1-1

Kategorie Nutzung qk [kN/m2] Eigenlasten


A1 Spitzböden 1,0 gk [kN/m2] bezogen
Dächer
auf die Dachfläche
Räume und Flure in
A2 Wohngebäuden, Bettenräumen, 1,5 Stahlkonstruktion
0,6 bis 1,0
Hotelzimmer mit Dämmung und Trapezblech
wie A2, ohne ausreichende Holzkonstruktion mit Dämmung,
A3 2,0 (1,5)1 0,6 bis 1,2
Querverteilung der Lasten Deckung und Innenausbau
B1 Räume und Flure in Bürogebäuden 2,0 Flachdach (ohne Standardausbau mit ca. 2,2
Bekiesung exklusive Begrünung) ca. 1,2
Flure in Hotels, Altersheimen,
B2 3,0
Krankenhäuser etc. Photovoltaikelemente und
0,1 bis 0,4
Sonnenkollektoren
Flächen mit Tischen (Schulräume,
C1 3,0
Restaurants etc.) Decken gk [kN/m2]
C2 Flächen mit fester Bestuhlung 4,0 schwimmender Estrich mit Belag ca. 1,2
C3 Frei begehbare Flächen 5,0 Doppelboden mit Belag 0,8 bis 0,5
Verkaufsräume bis 50 m2 Grund- abgehängte Decken ca. 0,3
D1 fläche in Wohn- und Büroge- 2,0
bäuden Putze gk [kN/m2]

D2 Flächen in Einzelhandelsgeschäften 5,0 Kalkzementputz 1,0 cm je Seite 0,2

Treppen und Treppenpodeste zu A Leichtputz 2,0 cm je Seite ca. 0,25


T1 3,0
und B, ohne schweres Geräte Ziegelmauerwerk
Treppen und Treppenpodeste zu Steinrohdichte Dichte [kN/m³] bei Leicht- und
T2 5,0
B2 bis D [kg/dm³] Dünnbettmörtel
Dachterrassen, Balkone, Lauben- 0,5 6
Z 4,0
gänge
0,6 7
1)
für die Weiterleitung der Lasten
0,7 8
Trennwandzuschlag qk [kN/m2]
0,8 9
Wandgewicht ≤ 3 kN/m 0,8
0,9 10
Wandgewicht > 3,0 kN/m
1,2
≤ 5,0 kN/m 1,2 13
bei Nutzlasten von ≥ 5 kN/m kann der Trennwandzuschlag
2
1,4 15
entfallen
2,0 20
Zwischenwerte dürfen linear interpoliert werden.

3.2 Schneelasten nach DIN EN 1991-1-3


Scheelast auf dem Dach für einzeln stehende Flach-, Pult- und Satteldächer

s = μ1 · Sk Dachneigung α Formbeiwert μ1
0° ≤ α ≤ 30° 0,8

30° < α < 60° (60° – α) α1 α2


0,8 ·
360°
α ≥ 60° 0
mit Schneefanggitter 0,8
/// 5

Sk= charakteristischer Wert der Schneelast auf dem Boden für Bauwerke in einer Geländehöhe A < 1000 m u.d.M.

( )
S k = 0,19 + 0,91 · A + 140 ≥ 0,65 kN 2
2
Zone 1: In Zone 3 können für
760 m bestimmte Gebiete höhere
Lasten maßgebend sein.
Zone 1a: [ (
Sk = 1,25 · 0,19 + 0,91 · A + 140
2

)]
≥ 0,81 kN
760 m2

( )
S k = 0,25 + 1,91 · A + 140 ≥ 0,85 kN 2
2
Zone 2:
760 m

Zone 2a: [ (
Sk = 1,25 · 0,25 + 1,91 · A + 140
2

)]
≥ 1,06 kN
760 m2

( )
S k = 0,31 + 2,91 · A + 140 ≥ 1,10 kN 2
2
Zone 3:
760 m
3.3 Windlasten nach DIN EN 1991-1-4
Größe und Lage der resultierenden Windkraft ergeben sich aus
den auf Wand und Dachflächen einwirkenden Teilresultierenden Aerodynamischer Beiwert
für Außendruck
Wik = Ai · cpe,10 · qk Ai = Lasteinzugfläche
Wik = resultierende Windkraft
(Lasteinzugsfläche ≥ 10 m2)
cpe,10 für Außenwände
Windzone Geschwindigkeitsdruck qk in h/b cpw,10,Druck cpw,10,Sog
kN/m2 bei einer Gebäudehöhe h ≥5 +0,8 -0,5
in den Grenzen von 1 +0,8 -0,5
10 m < h 18 m < h ≤0,25 +0,7 -0,5
h ≤ 10 m
≤ 18 m ≤ 25 m
1 Binnenland 0,50 0,65 0,75 h Höhe des Baukörpers
b Breite des Baukörpers
Binnenland 0,65 0,80 0,90
quer zum Wind
2 Küste und Inseln der
0,85 1,00 1,10
Ostsee cpe,10 für Satteldächer
Binnenland 0,80 0,95 1,10 und Flachdächer
3 Küsten und Inseln der α luv lee
1,05 1,20 1,30
Ostsee 0° -0,7 / +0,2
Binnenland 0,95 1,15 1,30 5° -0,6 -0,6
Küste der Nord- und 15° -0,3 / +0,2 -0,4
4 Ostsee und Inseln der 1,25 1,40 1,55 30° -0,2 / +0,4 -0,4
Ostsee 45° +0,6 -0,2
Inseln der Nordsee 1,40 - - 60° +0,7 -0,2

4. Ausfachungsflächen
Bei vorwiegend windbelasteten, nichttragenden 1 2 3 4 5
Ausfachungswänden ist kein gesonderter Nachweis Größte zulässige Wertea,b der Ausfachungsfläche
erforderlich, wenn: in m2 bei einer Höhe über Gelände von
Wanddicke
0 m bis 8 m 8 m bis 20 mc
a) die Wände vierseitig gehalten sind (z.B. durch t
Verzahnung, Versatz oder Anker) und [mm] hi / li ≥ 2,0 hi / li ≥ 2,0
hi / li = 1,0 oder hi / li = 1,0 oder
b) die Größe der Ausfachungsflächen nach Tabelle hi / li ≤ 0,5 hi / li ≤ 0,5
(rechts) eingehalten ist, wobei hi die Höhe und li 115c,d 12 8 - -
die Länge der Ausfachungsfläche ist. 150d 12 8 8 5
175 20 14 13 9
240 36 25 23 16
≥ 300 50 33 35 23
a Bei Seitenverhältnissen 0,5 < hi / li und 1,0 < hi / li < 2,0 dürfen die größten
zulässigen Werte der Ausfachungsflächen gradlinig interpoliert werden.
b Die angegebenen Werte gelten für Mauerwerk mindestens der Steindruckfes-
tigkeitsklasse 4 mit Normalmauermörtel mindestens der Gruppe NM IIa und
Dünnbettmörtel.
c In Windzone 4 nur im Binnenland zulässig.
d Bei Verwendung von Steinen der Festigkeitsklasse ≥ 12 dürfen die Werte dieser
Zeile um 1/3 vergrößert werden.
/// 6
α1 α2

5a. Lastermittlung
In gewöhnlichen Wohnungs- und Bürogebäuden können die veränderlichen Lasten nach EN 1991-1 als gleichzeitig auf einer Decke
wirkend (d. h. die gleiche Last auf allen Feldern oder keine Last, wenn dies maßgebend ist) angesehen werden.
Quelle: DIN EN 1996-1-1, 2.4.2, Anmerkung 2

45° 30°
rwerk mit Poroton Seite 7 60°
45°

In2
1
ie rechnerische 2 3 4 5 30° 45°
60° 45°
I1 I2 I3 I4
Für die Ermittlung der kleinsten, den Bemessungswert des Schubwiderstandes Lasteinzugsflächen bei vierseitig
ausmachenden Normalkraft darf bei zweiachsig gespannten Decken die vertikale gelagerten Platten
Last gleichmäßig auf die darunter liegenden Wände verteilt werden.
ür c dürfen
Quelle:durch
DIN EN 1996-1-1, 5. 5.3, (9)
tion ermittelt
Auflagerkräfte bei einachsig gespannten Decken N0d
N0d
N0d Berücksichtigung der
Durchlaufwirkung
Außenwände 1 und 5 Nein
NDd
erste Innenwand 2 und 4 ja NDd NDd
Innenwände 3 nur dann, wenn l3 <0,7 · l2
Effektive Spannweite leff = ln + a1 + a2 mit d
ai = min {0,5 t ; 0,5 a} d d

tv avon horizontalen Lasten t=a t=a


5b. Aufteilung
Bei statisch bestimmten Wandsystemen erfolgt die Aufteilung der Horizontallast auf einzelne Wandscheiben anhand der Gleichge-
wichtsbedingungen. Bei statisch unbestimmten Wandsystemen erfolgt die Aufteilung der Horizontallast anhand der Verträglichkeits-
bedingungen.
Hierfür wird üblicherweise ein Rechenprogramm eingesetzt. Es dürfen 15% der Horizontallasten einer Wand auf andere Wände
umgelagert werden. t
t t

6. Brandschutz
Siehe DIN EN 1996-1-2
N / NA: 2013-06, Tabellen NNA.B.1.1-1.5. Die bauaufsichtlichen
Ed N Zulassungen sind zu beachten!
Ed
Ed

VEd VEd VEd

7. Einwirkungskombinationen
scherfestigkeit ݂௩௞଴ in im Grenzzustand der Tragfähigkeit
st, dann ist die σD
Bei Wohn- und Bürogebäuden darf der Bemessungswert der einwirkenden Normalkraft im Allgemeinen vereinfacht
h εR ≤ 10 -4 mit den folgen-
arakteristische
den Einwirkungskombinationen bestimmt werden:
h

NEd = 1,35 · NGk + 1,5 · NQk δDd


VEd
VEd VEd
x lc,lin
εD=σD/E

In Hochbauten mit Decken


I aus
I Stahlbeton, die Imit charakteristischen Nutzlasten
c,lin/2 c,lin/2 I
I
c,lin einschließlich Trennwandzuschlag von maximal
c,lin
l
3 kN/m² belastet sind, darf vereinfachend angesetzt
I
werden:

NEd = 1,4 · (NGk + NQk)


Im Fall größerer Biegemomente, z.B. bei Windscheiben, ist auch der Lastfall max M + min N zu berücksichtigen. Dabei gilt:

hen minNEd = 1,0 · NGk


P ≤ 15kN

a ≥ 1,5m
qk ≤ 5kN/m2
4
Wienerberger/
Wienerberger/
Schlagmann
Schlagmann Mauerwerk
Mauerwerk
mit Poroton
mit Poroton SeiteSeite
7 7
45° 4

Querkrafttragfähigkeit
Querkrafttragfähigkeit /// 7
࢚ ࢚
ࢂࡾࢊ࢒࢚ࢂࡾࢊ࢒࢚
ൌ  ࢒ࢉࢇ࢒ൌ  ࢒ήࢉࢇ࢒
 ࢌ࢜ࢊ ή  ࢌή࢜ࢊ
 ή
ࢉ ࢉ In2 In2
Für den
Für denNachweis
Nachweis unter unterWindbeanspruchung
Windbeanspruchung gilt für
giltdie 1 1
für rechnerische
die rechnerische 2 2 3 3 4 4 5 5 30° 30
8. Vertikaler Tragwiderstand
Wandlänge:
Wandlänge: 6
I1 I1 I2 I2 I3 I3 I4 I4
݈௖௔௟ ݈ൌ
௖௔௟‹ሺͳǡͳʹͷ
ൌ ‹ሺͳǡͳʹͷ ή ݈Ǣ ͳǡ͵͵͵
ή ݈Ǣ ͳǡ͵͵͵ ή ݈௖ǡ௟௜௡ή ݈ሻ௖ǡ௟௜௡ ሻ
Nachweis Grenzzustand der Tragfähigkeit Bild a) Bild b)
Für den
Für denSchubspannungsverteilungsfaktor
Schubspannungsverteilungsfaktor c gilt:
c gilt: monolithische zusatzgedämmte
݄ ݄
N Ed ≤N Rd … ൌ…ͳǡͲˆò” ൌ ͳǡͲˆò”  ൑ ͳǡͲ
݈ α1 ݈
 ൑ αͳǡͲ 2
Zwischenwerte
Zwischenwerte
lineare
lineare
Interpolation
für cfür
Interpolation
dürfen
c dürfen
ermittelt
durch
ermittelt
durchAußenwand Außenwand

݄ ݄ N0d N0d
… ൌ…ͳǡͷˆò”
Bemessungswert der Druckfestigkeit ൌ ͳǡͷˆò”  ൑ ʹǡͲ  ൑ ʹǡͲ werden. werden.
݈ des ݈ Mauerwerks: N0d N0d
Schubffestigkeit
Schubffestigkeit von von Mauerwerk
Mauerwerk

ζ ·f ݂௩௞ ݂௩௞
k ݂௩ௗ ൌ݂௩ௗ ߛൌ௠ ݉݅‫݂ݐ‬ ݉݅‫݂ݐ‬௩௞ ൌ௩௞‹ሺ݂ൌ ‹ሺ݂௩௟௧ଵ Ǣ݂ Ǣ݂ሻ௩௟௧ଶ ሻ
NDd NDd
NDd NDd
f = γ
௩௟௧ଵ
௩௟௧ଶ
ߛ௠
d
M Reibungsversagen
Reibungsversagen bei vermörtelten
bei vermörtelten Stoßfuge
Stoßfuge
d d
45° 30°
d d
agmann Mauerwerk
݂௩௟௧ଵ݂௩௟௧ଵൌ  ݂ൌ ௩௞଴ mit
݂൅
௩௞଴ Poroton
ͲǡͶ
൅ ͲǡͶή  ߪ஽ௗ ή  ߪ஽ௗ Seite 7 60°
45°
fk : charakteristischer Wert der Druckfestigkeit ܰ ܰ des Mauerwerks tv tv a a t = at = a
keit ݂௩௞଴݂ൌ ௩௞଴Ͳǡʹʹ ൌ Ͳǡʹʹ ଶ Für Dünnbettmörtel
Für Dünnbettmörtel
ζ : Abminderungsfaktor zur ݉݉݉݉ଶ
Berücksichtigung der Langzeiteinwirkungen
࢚ ζ = 0,85 für Eigengewicht,
Steinzugversagen Schnee- und Verkehrslasten
Steinzugversagen
ή
ࢉ ζ = 1,0 für kurzzeitige Beanspruchungsarten
1ή  ݂௕௧ǡ௖௔௟ ߪ஽ௗ ߪ஽ௗ In2
γM = 1,5 (für gewöhnliche
unter Windbeanspruchung gilt݂für
௩௟௧ଶ݂die
ൌ ͲǡͶͷ
௩௟௧ଶ ൌBemessungssituationen)
rechnerische
ͲǡͶͷ  ή  ඨ2ͳή ൅
ή  ݂௕௧ǡ௖௔௟ ඨͳ ൅ 3 4 5 30° 45°
݂௕௧ǡ௖௔௟
݂௕௧ǡ௖௔௟ 60° 45°
t t t t
Bei Wand-Querschnittsflächen ݂௕௧ǡ௖௔௟݂௕௧ǡ௖௔௟ kleiner
= 0,026 = 0,026 als
ή ݂௦௧ ήfürI1 0,1 m² ist
݂௦௧ Hochlochsteine die
für Hochlochsteine I 2
und und I3 I4
݈Ǣ ͳǡ͵͵͵ ή ݈௖ǡ௟௜௡ ሻ
Bemessungsdruckfestigkeit desGrifflöchern
Mauerwerks mitoder
demGrifflaschen
nungsverteilungsfaktor c gilt: Steine
Faktor 0,8 zu multiplizieren.
Steine mit mit Grifflöchern oder Grifflaschen
݄ NEd NEd NEd NEd

ò”  ൑ ͳǡͲ Zwischenwerte für c dürfen durch Bild c) Innenwand


N = ɸ · f ·A
NEd NEd

݈ Rd lineare sGebrauchstauglichkeit
Gebrauchstauglichkeit
d
Interpolation ermittelt
VEd VEd VEd VEd VEd VEd

݄ Wenn Wennbeim beim


Nachweis Nachweis des Reibungsversagens
des Reibungsversagens die Haftscherfestigkeit
die Haftscherfestigkeit ݂ ݂ N0d in
in
werden.
ò”  ൑AʹǡͲ: Bruttoquerschnittsfläche ௩௞଴ ௩௞଴ N0d
݈ Ansatz
Ansatz
gebracht
gebracht A =wird
wird lund
∙ t und wenn wenn die
N0dAusmitte
die Ausmittee > lew/6 > list,
w/6 dann
ist, dann
ist die
ist die
h h
gkeit von Mauerwerk Randdehnung Randdehnung auf der auf Seiteder Seite der klaffenden
der klaffenden FugeFugefür charakteristische
für charakteristische h h

ɸs : Abminderungsfaktor
Bemessungssituationenzur Berücksichtigung
Bemessungssituationen nachzuweisen.
nachzuweisen. der Lastausmitte
NDd
݉݅‫݂ݐ‬௩௞und des Knickens
ൌ ‹ሺ݂ ௩௟௧ଵ Ǣ݂௩௟௧ଶ ሻ ࢇ ࢇ ି૝ ି૝ NDd NDd
= 1,6 - l ≤ 0,9 · a
VEd VEd
ȁࢿࡾ ȁȁࢿൌࡾȁȁࢿൌࡰȁȁࢿ ή ࡰ ȁᇱ ή൑ᇱ  ૚૙  ൑  ૚૙
für fk ≥ 1,8 N : 2 ɸ1
VEd VEd VEd VEd
δDd δDd

࢒࢝ ࢒࢝ Ic,lin Ic,lin
rsagen bei vermörtelten Stoßfuge
bei Deckenendauflagern mm 6 t Ic,lin/2 Ic,lin/2Ic,lin/2 Ic,lin/2 Ic,lin Ic,lin
I I

ermittelt
ermittelt mit ‫ܧ‬ mitൌ‫ͲͲͲͳܧ‬ d d
I I
ൌ ͳͲͲͲ ή  ݂௞ ή  ݂௞ d
଴ ൅ ͲǡͶ ή  ߪ஽ௗ für fk < 1,8 N : 2 ɸ1 = 1,6 - l ≤ 0,9 · a
ܰ mm
tv a 5 t t = a t = a
Für Dünnbettmörtel
8. Kellerwände
8. Kellerwände
݉݉ଶ
Wird die Traglastminderung infolge Deckendrehwinkel durch
sagen a
konstruktive Maßnahmen,für z.B. Zentrierleisten, vermieden so gilt ɸ = 0,9 ·
Voraussetzungen
ߪ஽ௗ
Voraussetzungen die
für Anwendungen
die Anwendungen des des
vereinfachen
vereinfachen 1 t
ͷ ή  ݂௕௧ǡ௖௔௟  ή  ඨͳ ൅ Verfahrens:
Verfahrens: P ≤ 15kN
P ≤ 15kN
݂௕௧ǡ௖௔௟ t
Nachweis
Nachweis
Über dem obersten Geschossder maximalen
der maximalen und und
der minimalen
der
ɸ1t = 0,333 minimalenAuflastAuflast t a ≥ 1,5m
a ≥ 1,5m
26 ή ݂௦௧ für Hochlochsteine und ࢚ ή ࢈࢚ࢉ ή ࢈ ࢌࢉࢊ ή ࢌࢊ
ࡺࡱࢊǡ࢓ࢇ࢞
ࡺࡱࢊǡ࢓ࢇ࢞ ൑ ൑ qk ≤ q5kN/m
k ≤ 5kN/m
2 2
Grifflöchern oder Grifflaschen ૜ ૜
a h 2
Wegen Knickgefahr ࣋ࢋ ή ࣋࢈ࢋή ήࢎ࢈૛ࢋ ήή ࢎࢎ૛ࢋ ή ࢎ ɸ2 = 0,85 ·
ࡺࡱࢊǡ࢓࢏࢔
ࡺࡱࢊǡ࢓࢏࢔൒ ൒ NEd
- 0,0011 · ef
t t ( ) NEd

keit ࢼ ή ࢚ࢼ ή ࢚
NEd
he max he max
1,151,15•h •h h ≤ 2,6m
h ≤ 2,6m
VEd VEd VEd

ʹͲ݂ò‫ܾݎ‬
eis des Reibungsversagens die Haftscherfestigkeit ݂௩௞଴ in ʹͲ݂ò‫ܾݎ‬ ௖  ൒ ௖ʹ݄ ൒ ʹ݄ Reibungs-
Reibungs-
Maßgebend für die Bemessung ist der Kleinere der Werte ɸ und ɸ : ɸ = min{ɸ ; ɸ }
rd und wenn die Ausmitte >͸Ͳlw൞െ ʹͲܾdann ௖ʹͲܾ௖ ist die
1 2 s 1 koeffizient
2 koeffizient ≥ 0,6≥ 0,6 t ≥ 240mm
t ≥ 240mm
ߚ ൌߚe൞ൌ /6 ist,
͸Ͳ െ  ݂ò‫݄ݎ‬ ݂ò‫݄ݎ‬ ൏  ܾ൏ ௖ ൏  ܾ௖ʹ݄൏ ʹ݄ εR ≤ 10 -4
σD
er SeiteDabei
der klaffenden ݄ ݄ h

ist l Fuge für charakteristische h


die Stützweite ͶͲ݂ò‫ܾݎ‬der
ͶͲ݂ò‫ܾݎ‬ angrenzenden Geschossdecke Unter ganzheitlicher Berücksichtigung der Anforderungen
onen nachzuweisen. ௖  ൑௖݄ ൑ ݄
a die Deckenauflagertiefe aus Statik, Wärme- und Schallschutz beträgt die „ideale“ εD=σD/E
keinkein
hydraulischer
hydraulischer DruckDruck
൑  ૚૙ି૝ t die Dicke der Wand Deckenauflagertiefe für monolithische Außenwände:
VEd
VEd x VEd
lc,lin
δDd

Ic,lin/2 Ic,lin/2 Ic,lin a = 2/3 · t I


Ic,lin
l
I
ͲͲͲ ή  ݂௞
Bei flächig aufgelagerten massiven Plattendecken oder Rip- hef Knicklänge
pendecken nach DIN EN 1992-1 mit nationalem Anhang mit h lichte Geschosshöhe
lastverteilenden Balken darf bei 2-seitig gehaltenen Wänden die ρ2 Abminderungsfaktor
Einspannungdes
ür die Anwendungen dervereinfachen
Wand in den Decken durch eine Abminderung
der Knicklänge berücksichtigt werden: ρ2 = 0,75 für Wanddicke t ≤ 175 mm
P ≤ 15kN
ρ2 = 0,90 für Wanddicke 175 mm < t ≤ 250 mm
malen und der minimalen Auflast ρ2 = 1,00 für Wanddicke t > 250 mm
a ≥ 1,5m
ࢌࢊ hef = ρ2 · h qk ≤ 5kN/m2
hef / t ≤ 27
ࢎࢋ૛ ή ࢎ
ή࢚ Eine Abminderung der Knicklänge mit ρ2 < 1,0 ist hjedoch
e max 1,15 •h
nur zulässig, wenn folgende erforderliche Auflagertiefen a gegeben sind:
h ≤ 2,6m
ò‫ܾݎ‬௖  ൒ ʹ݄ Reibungs-
t ≥ 240 mm a ≥ 175 mm t ≥ 240mm
koeffizient ≥ 0,6
݂ò‫ ݄ݎ‬൏  ܾ௖ ൏ ʹ݄ t < 240 mm a=t
ò‫ܾݎ‬௖  ൑ ݄
/// 8

α
9.1 α2
Horizontaler Tragwiderstand
Bemessungswert der Schubfestigkeit fvd
Auf einen rechnerischen Nachweis der Aussteifung darf
nach DIN EN 1996-3 mit nationalem Anhang verzichtet wer- f
den, wenn die Geschossdecken als steife Scheiben ausge- fvd = vlt
γM
bildet sind bzw. statisch nachgewiesene, ausreichend steife
Ringbalken vorliegen und wenn in Längs und Querrichtung

γM γM = 1,5
des Gebäudes eine offensichtlich ausreichende Anzahl von
fvlt Charakteristischer Wert der Schubfestigkeit
genügend langen aussteifenden Wänden vorhanden ist, die
ohne größereα1Schwächungen
α2
und ohne Versprünge bis auf
Für Scheibenschub bei unvermörtelten
45° Stoßfugen gilt: 30°
die Fundamente geführt sind.
Ist bei einem Bauwerk nicht von vornherein erkennbar, dass 45° 60°
seine Aussteifung gesichert ist, so ist gemäß DIN EN 1996-3 mit fvlt = min (fvlt1,fvlt2 )
nationalem Anhang, NDP zu 4.1.1(1) ein rechnerischer Nachweis
der Schubtragfähigkeit nach dem genaueren Verfahren nach
DIN EN 1996-1-1:2010-12, 6.2, in Verbindung mit dem zuge- fvlt1 = 0,5 · fvk0 + 0,4 · σDd
hörigen Nationalen Anhang zu führen. Besondere Hinweise der Reibungsversagen
In2
allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen sind zu beachten. 45° 30°

1 Es gilt: 2 3 4 5

30° 60°
σDd45° 45°
f vlt2 = 0,45 · fbt,cal · 60°1 + 45°
VEd
I1 ≤ VRdlt I2 I3 I fbt,cal
4
Steinzugversagen

mit In2
VEd 1
Bemessungswert 2 einwirkenden Querkraft 3
der 4 Haftscherfestigkeit
fvk0 5 30° für Dünnbettmörtel = 0,22 N/mm
45° 2
VRdlt Minimaler Bemessungswert der Querkrafttragfähigkeit 60° 45°
I1 I2 I3  I4 Wird die Haftscherfestigkeit rechnerisch in Ansatz
V t gebracht, ist zusätzlich ein Randdehnungsnachweis zu
Rdlt = lcal · fvd · c N0d führen
t Wanddicke
σDd Bemessungswert der zugehörigen Druckspannung N0d für
N0d Rechteckquerschnitte gilt:
Schubspannungsverteilungsfaktor c
c = 1,0 für h/l ≤ 1,0 N0d
N N0d


= 1,5 für h/l ≥ 2,0N
NDd dürfen
Zwischenwerte
0d
linear interpoliert werden
σDd = Ed
NDd
h lichte Wandhöhe
lc,lin · t NDd
l Länge der Wandscheibe NDd
NDd
lcal = min {1,125 ∙ li ; 1,333 ∙ lc,lin} rechnerische Steinzugfestigkeit NDd
d fbt,cal = 0,020 · fstdfür Hohlblocksteine d

lc,lint=
v 2 a (
3 · 1 - 2 · ew · l ≤ l
l ) d
= 0,026 · fst für Hochlochsteine und Steine mit Grifflö-
t = chern
a d
oder Grifftaschen
d
t =a
 t = a = 0,032 · fst für Vollsteine ohne Grifflöchert oder
= a Griffta-
tv
lc,lin für die Berechnung a
anzusetzende überdrückte Länge schen
der Wandscheibe fst umgerechnete mittlere Mindestdruckfestigkeit nach
ew Exzentrizität der einwirkenden Normalkraft in Tabelle 1.1
Wandlängsrichtung
Randdehnungsnachweis
MEd Sofern der Rechenwert der Haftscherfestigkeit t bei der Ermittlung
e
w= N t t
tt der Schubfestigkeit in Ansatz gebracht wird, ist bei Windschei-
t Ed
ben mit klaffender Fuge unter charakteristischen Lasten
MEd Bemessungswert des einwirkenden Momentes in (ew,k > l/6) zusätzlich die rechnerische Randdehnung
Wandlängsrichtung εR ≤ 10-4 nachzuweisen.
NEd Bemessungswert derN einwirkenden Normalkraft
N
Ed
Ed
NEd

VEd NEd VEd VEd NEd


NEd

VEd VEd VEd


σD
h εR ≤ 10 -4
h

εD=σD/E
h εR ≤ 10 -4
VEd
VEd VEd
h x lc,lin
δDd

Ic,lin
Ic,lin/2 Ic,lin/2 Ic,lin
I
l
I

VEd x l
δDd
VEd VEd Bild 5 Spannungs- und Dehnungs-c,lin
Ic,lin
Ic,lin verteilung bei exzentrisch
l
Ic,lin/2 Ic,lin/2 I
I belasteten Querschnitten
In2
1 2 3 4 5

I1 In2
I I3 I4
1 2 2 3 4 5

I1 I2 I3 /// 9I4

N0d
ew

[ ] ɸ = ɸi = 1 - 2 ·
N0d
σDd I I N0d
ε
R =
E
· —1
lc,lin
≤ 10-4 N0d NDd
NDd
Kombinierte Beanspruchung
NDd
mit E = 1100 · fk
Bei einer kombinierten Beanspruchung d aus Biegung um die NDd
starke und um die schwache Achse ist zusätzlich ein Biege-
t=a
2 · Nk 2 · Nk drucknachweis a
tv (Knicknachweis) in halber
d Wandhöhe zu führen.
σ
Dd = = Vereinfachend dürfen die Abminderungsfaktoren der beiden
Ac,lin lc,lin · t Achsen multiplikativ
tv a kombiniert werden: t=a

NRd,mitte = A · fd · ɸx · ɸy
lc,lin = 2 (
3 · 1 - 2 · ew,k · l ≤ l
l ) t t

t
Biegedrucktragfähigkeit
ɸx Abminderungsfaktor
t
in Wandmitte für Biegung um die
schwache Achse (ɸx = ɸ2)
NEd NEd

ɸy Abminderungsfaktor in Wandmitte für Biegung um die


NEd
Bei querkraftbeanspruchten Wandscheiben ist stets auch der VEd VEd
VEd
Biegedrucknachweis um die starke Achse unter Berücksichti-
starke Achse
gung der Lastfallkombination max M + min N zu führen. N Ed
NEd
NEd

Es gilt: VEd VEd VEd

ew,mitte
h

NEd ≤ NRd ɸy =1-2·


I h
VEd
VEd

NRd = A · fd · ɸ
δDd

Ic,lin
Ic,lin/2 Ic,lin/2 Ic,lin
I
I
VEd
VEd
δDd

Ic,lin
Ic,lin/2 Ic,lin/2 Ic,lin
I

10. Kellerwände
I

Voraussetzungen für die Anwendungen des vereinfachen Verfahrens:


P ≤ 15kN
• Wanddicke t ≥ 240 mm
• Lichte Höhe der Kellerwand h ≤ 2,60 m a ≥ 1,5m
• Die Kellerdecke wirkt als Scheibe und kann die aus dem Erddruck P ≤ 15kN
entstehenden Kräfte aufnehmen. qk ≤ 5kN/m2
• Im Einflussbereich des Erddruckes auf die Kellerwand beträgt der a ≥ 1,5m
charakteristische Wert qk der Verkehrslast auf der Geländeoberfläche qk ≤ 5kN/m 2
he max 1,15 • h h ≤ 2,6m
nicht mehr als 5 kN/m2.
• Die Geländeoberfläche steigt nicht an. Reibungs-
• Die Anschüttungshöhe he ist he ≤ 1,15 · h hkoeffizient
e max 1,15≥• 0,6
h t ≥ 240mm h ≤ 2,6m
• Keine Einzellast größer als 15 kN im Abstand von weniger als 1,5 m zur
Kellerwand vorhanden. Reibungs-
koeffizient ≥ 0,6 t ≥ 240mm
• Kein hydrostatischer Druck vorhanden (z. B. durch drückendes Wasser).
kein hydraulischer Druck
Nachweis der maximalen und der minimalen Auflast

{
kein hydraulischer Druck
t · b · fd ρe · b · he2 · h 20 für bc ≥ 2h
NEd,max ≤
3
N
Ed,min ≥
ß·t ß= 60 -
20bc
h
für h < bc < 2h

40 für bc ≤ h
Folgende Vorgaben zur Verfüllung und Verdichtung des Arbeitsraums sind
unbedingt einzuhalten!
- NEd ist in halber Höhe der Aufschichtung zu ermitteln bc = horizontaler Abstand zwischen aus-
- Verdichtungsgerät Breite ≤ 50 cm steifenden Querwänden oder anderen
- Wirktiefen z ≤ 35 cm aussteifenden Elementen
- Gewicht bis ca. 100 kg bzw. Zentrifugalkräfte bis max. 15 kN
Die Verfüllung des Arbeitsraums darf erst erfolgen, wenn sichergestellt ist, dass
die in den rechnerischen Nachweisen angesetzten Auflasten vorhanden sind.

Die waagerechte Abdichtung in oder unter Wänden (Querschnittsabdichtung) muss aus


- besandeter Bitumendachbahn (z.B. R500 nach DIN EN 13969 in Verbindung mit DIN V 20000-202) oder
- mineralischer Dichtungsschlämme nach DIN 18195-2 oder
- Material mit mindestens gleichwertigem Reibungsverhalten bestehen.
/// 10

11. Schlitze und Aussparungen


Nach Abschnitt 6.2 der DIN EN 1996-1-1 mit nationalem Anhang Abstände und Abmessungen der Schlitze und Aussparungen die
sind Schlitze und Aussparungen in tragenden Wänden aus in den Tabellen A und B angegebenen Werte, so sind diese bei
Mauerwerk zulässig, wenn sie die Standsicherheit der Wände der Bemessung der Mauerwerkswände durch eine Verringe-
nicht gefährden. rung der Querschnittswerte zu berücksichtigen. Beträgt die
Schlitze und Aussparungen, welche die in der Tabelle A bzw. Querschnittsschwächung der Wand im Grundriss infolge eines
Tabelle B angegebenen Grenzwerte nicht überschreiten, dürfen vertikalen Schlitzes bezogen auf 1 m Wandlänge nicht mehr als
bei der Bemessung vernachlässigt werden. Überschreiten die 6 %, so darf ein Nachweis der Schwächungen entfallen.

Tabelle A: Ohne Nachweis zulässige nachträglich hergestellte Schlitze und Aussparungen in tragenden Wänden
1 2 3 4 5 6
Wanddicke t Horizontale und schräge Vertikale Schlitze und Aussparungen, nachträglich
in mm Schlitze1), nachträglich hergestellt hergestellt
Schlitzlänge
Abstand der
Schlitztiefe4) Einzelschlitzbreite5)
unbeschränkt ≤ 1,25 m2) Schlitze und Aus-
in mm in mm
sparungen in mm
Schlitztiefe3) in mm Schlitztiefe in mm
≥ 115 - ≤ 10 ≤ 100
≥ 175 0 ≤ 25 ≤ 30 ≤ 100
≥ 240 ≤ 15 ≤ 25 ≤ 30 ≤ 150 ≤ 115
≥ 300 ≤ 20 ≤ 30 ≤ 30 ≤ 200
≥ 365 ≤ 20 ≤ 30 ≤ 30 ≤ 200
1) Horizontale und schräge Schlitze sind nur zulässig in einem Bereich ≤ 0,4 m ober- oder unterhalb der Rohdecke sowie jeweils an einer Wandseite. Sie
sind nicht zulässig bei Langlochziegeln.
2) Mindestabstand in Längsrichtung von Öffnungen ≥ 490 mm, vom nächsten Horizontalschlitz zweifache Schlitzlänge.
3) Die Tiefe darf um 10 mm erhöht werden, wenn Werkzeuge verwendet werden, mit denen die Tiefe genau eingehalten werden kann. Bei Verwendung
solcher Werkzeuge dürfen auch in Wänden ≥ 240 mm gegenüberliegende Schlitze mit jeweils 10 mm Tiefe ausgeführt werden.
4) S chlitze, die bis maximal 1 m über Fußboden reichen, dürfen bei Wanddicken ≥ 240 mm bis 80 mm Tiefe und 120 mm Breite ausgeführt werden.
5) Die Gesamtbreite von Schlitzen nach Spalte 5 und Spalte 2 der Tabelle B darf je 2 m Wandlänge die Maße in Spalte 2 der Tabelle B nicht überschreiten.
Bei geringeren Wandlängen als 2 m sind die Werte in Spalte 2 der Tabelle B proportional zur Wandlänge zu verringern.

Tabelle B: Ohne Nachweis zulässige vertikale Schlitze und Aussparungen im gemauerten Verband
1 2 3 4 5
Vertikale Schlitze und Aussparungen in gemauertem Verband
Wanddicke t in mm Schlitzbreite1) in Restwanddicke in Mindestabstand der Schlitze und Aussparungen
mm mm von Öffnungen untereinander
≥ 115 -
≥ 175 ≤ 260 ≥ 115 ≥ 2fache
≥ 240 ≤ 385 ≥ 115 Schlitzbreite ≥ Schlitzbreite
≥300 ≤ 385 ≥ 175 bzw. ≥ 240 mm

≥ 365 ≤ 385 ≥ 240


1) Die Gesamtbreite von Schlitzen nach Spalte 2 darf je 2 m Wandlänge die Maße in Spalte 2 nicht überschreiten. Bei geringeren Wandlängen als 2 m
sind die Werte in Spalte 2 proportional zur Wandlänge zu verringern.
Die bauaufsichtliche Zulassung ist aufgrund z.T. abweichender Vorgaben stets zu beachten!

12. Hinweise zum Entwurf


-  Durch einen möglichst regelmäßigen Grundriss kann ein gleichmäßiger Lastabtrag und eine ausgewogene Beanspruchung von
Mauerwerkwänden durch vertikale und horizontale Lasten erreicht werden.
-  Aufgrund unterschiedlichen Schwindverhaltens und wegen der unterschiedlichen Steifigkeit sollte Mischmauerwerk vermieden
werden.
- Um Relativverformungen zwischen Wänden und den aufliegenden Decken zwängungsfrei zuzulassen, ist in diesen Bereichen eine
horizontale Trennschicht erforderlich. Als Trennschicht ist eine besandete Bitumendachbahn R500 zu empfehlen.
- Bei der obersten Geschossdecke ist wegen fehlender Auflast ein Abheben der Ecken zu vermeiden. Dazu kann eine ausreichend
steife Aufkantung oder eine Verankerung in die darunterliegenden Geschosse ausgeführt werden.