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Axel Weber – Wikipedia 1

Axel Weber
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Axel Alfred Weber (auch Axel A. Weber; * 8. März 1957 in Kusel) ist ein
deutscher Ökonom. Er war vom 30. April 2004 bis zum 30. April 2011
Präsident der Deutschen Bundesbank. Er ist seit dem 3. Mai 2012
Verwaltungsratspräsident der Schweizer Großbank UBS.

Inhaltsverzeichnis
1 Leben
1.1 Ausbildung
1.2 Universitätsprofessor Axel A. Weber
1.3 Präsident der Deutschen Bundesbank
1.3.1 Rolle in der Bankenkrise
1.4 Weiterer Werdegang
2 Auszeichnungen
3 Weblinks
4 Einzelnachweise

Leben
Ausbildung

Von 1976 an studierte Weber an der Universität Konstanz Wirtschaftswissenschaftund Verwaltungswissenschaften, er schloss
sein Studium mit einem Diplom in Volkswirtschaftslehre 1982 ab. Er ging dann für sechs Jahre an die Universität Siegen und
promovierte in dieser Zeit zum Dr. rer. pol.

Universitätsprofessor

Nach der Habilitation1994 an der Universität Siegen nahm er einen Lehrstuhl für Wirtschaftstheoriean der Universität Bonn
an. 1998 wechselte er an die Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seit 2001 hatte er einen Lehrstuhl für
InternationaleÖkonomie an der Universität zu Köln und war von 2002 bis 2004 Mitglied im Sachverständigenratzur
Begutachtung der gesamtwirtschaftlichenEntwicklung (Rat der Wirtschaftsweisen).

Weber war außerdem Direktor des Center for Financial Studies in Frankfurt am Main; ab Oktober 2002 war er Mitglied im
wissenschaftlichenBeirat der Deutschen Bundesbank. Axel Weber ist Mitglied des Hochschulrats der Johann Wolfgang
Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Universität Siegen.

Präsident der Deutschen Bundesbank


Im April 2004 wurde der parteilose Weber auf Vorschlag von BundesfinanzministerHans Eichel als Nachfolger des
zurückgetretenen Ernst Welteke zum neuen Präsidenten der Deutschen Bundesbank ernannt. Die Wahl stieß in der
Öffentlichkeitauf ein positives Echo, unter anderem bei Wirtschaftsvertreternund bei Oppositionspolitikern. Mit seiner
Ernennung zum Präsidenten der Bundesbank schied Weber aus dem Sachverständigenrataus, da die Mitgliederdes Rates
keiner (gesetzgebenden) Körperschaft des Bundes oder dem Öffentlichen Dienst (Ausnahme: Hochschullehrer,
Forschungsinstitut) angehören dürfen.

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Im Februar 2011 erklärte Weber, mit Wirkung zum 30. April 2011 – und damit ein Jahr vor Ende seiner regulären Amtszeit –
sein Amt niederzulegen.[1] Sein Nachfolger als Bundesbank-Chef wurde Jens Weidmann. Dieser Schritt erfolgte mitten im
Poker um die Nachfolge des scheidenden EZB Präsidenten Jean-Claude Trichet. Die Gründe für den plötzlichen Rücktritt
Webers sind der Öffentlichkeitnicht bekannt. Statt Weber kam der ehemalige Vizepräsident von Goldman Sachs, Mario
Draghi, zum Zug, der Trichet im November 2011 als EZB-Präsident nachfolgte.

Rolle in der Bankenkrise

Im Sommer 2007 begann eine Banken- und Finanzkrise. Noch am 2. August 2007, drei Tage nach Bekanntwerden der
massiven Probleme bei der IKB Deutsche Industriebank, veröffentlichtedie Bundesbank folgendes „Statement“ von ihm als
„Pressenotiz“:

1. Befürchtungen bezüglich einer Bankenkrise in Deutschland entbehren jeder Grundlage. Die Probleme der IKB sind
institutsspezifischerNatur. Sie wurden durch den Beistand der KfW wirkungsvoll aufgefangen.
2. Das Engagement deutscher Kreditinstituteam amerikanischen Immobilienmarkt ist überschaubar und insgesamt
begrenzt. Es konzentriert sich auf Anlagen mit hoher Bonität.
3. Der in einigen Medienberichten hergestellte Vergleich der aktuellen Wirtschaftslagezur Bankenkrise 1931 ist völlig
abwegig.[2]

Dafür wurde Weber später von vielen Seiten kritisiert.

Weiterer Werdegang

Weber lehrte und forschte zunächst ein Jahr lang als Gastprofessor an der University of Chicago.[3]

Am 3. Mai 2012 wurde er zum Präsidenten des Verwaltungsrats der Schweizer Großbank UBS gewählt, er löste Kaspar
Villiger ab.[4] Er erhielt eine Antrittsprämievon gut vier Millionen Franken in bar und in Aktien. Sein Amtsvorgänger Kaspar
Villiger erklärte, die Zahlung habe auch damit zu tun, dass Weber auf die in der Schweiz übliche Zahlung für die
Altersvorsorge „in mehrfacher Millionenhöhe“ verzichtet habe und zu einem in Deutschland nicht üblichen Einjahresvertrag
bereit gewesen sei.[5]

Auszeichnungen
2007 Ehrendoktorwürde der Universität Duisburg-Essen für seine Verdienste um die empirische Wirtschaftsforschung,
um die Internationalisierungder wirtschaftspolitischenForschung und um die wissenschaftlichePolitikberatung.
2009 Ehrendoktorwürde der Universität Konstanz.[6]

Weblinks
Literatur von und über Axel Weber (https://portal.d-nb.de/opac.htm?query=Woe%
3D111964695&method=simpleSearch) im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Lebenslauf (http://www.ubs.com/global/de/about_ubs/investor_relations/cv_weber.html) auf der Website der UBS

Einzelnachweise
1. Regierungssprecher: Weber scheidet zum 30. April aus dem Amt (http://de.reuters.com/article/topNews/
idDEBEE71A0AB20110211)
2. Pressenotiz der Bundesbank vom 2. August 2007 (http://www.bundesbank.de/download/presse/
pressenotizen/2007/20070802_weber.pdf) (PDF)
3. „Axel Weber, Bundesbank president, to join Chicago Booth faculty“ (http://news.uchicago.edu/article/2011/03/10/axel-
weber-bundesbank-president-join-chicago-booth-faculty) (engl.), UChicago News, University of Chicago, 10. März
2011.
4. 99 Prozent Aktionärsstimmen– Axel Weber mit Glanzresultat zur UBS (http://bazonline.ch/wirtschaft/unternehmen-
und-konjunktur/99-Prozent-Aktionaersstimmen--Axel-Weber-mit-Glanzresultat-zur-UBS/story/19646815) , Basler
Zeitung, 3. Mai 2012

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5. handelsblatt.com: Antrittsprämiefür Weber in der Kritik (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/ubs-
hauptversammlung-antrittspraemie-fuer-weber-in-der-kritik/6585998-2.html)
6. Pressemitteilungder Universität Konstanz, abgerufen am 18. April 2010 (http://www.aktuelles.uni-konstanz.de/
presseinformationen/2009/145/)

Normdaten (Person): PND: 111964695 | LCCN: n90663547 | VIAF: 15407847


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Diese Seite wurde zuletzt am 15. November 2012 um 00:40 Uhr geändert.
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