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Ruhr-Universität Bochum

RUBSTAHL-Bericht Lehrstuhl für Stahl- und Verbundbau


Prof. Dr.-Ing. R. Kindmann
2-2004 www.ruhr-uni-bochum.de/stahlbau

Zur Anwendung der Wölbkrafttorsion auf Systeme mit Wölbfedern


Matthias Kraus

1 Einleitung Primäre Torsion Sekundäre Torsion

Eine Torsionsbeanspruchung führt bei Stäben im Allgemei- +


τxs
nen zu Verwölbungen des Querschnitts, was ggf. mit dem τxs
Entstehen von Normalspannungen σx verbunden ist, wodurch tg σx
t
die Voraussetzung der St. Venantschen Torsionstheorie
eines reinen Schubspannungszustandes nicht mehr ein- +
gehalten wird. Mit Ausnahmen muss in diesen Fällen die
Bild 1 Spannungen aus Torsionsbeanspruchungen
Theorie der Wölbkrafttorsion Anwendung finden. Im Folgen-
den soll gezeigt werden, wie mit Hilfe der Differentialglei-
wölbfreie bzw. wölbarme Querschnitte). Dabei werden zwei
chungslösung die Schnittgrößen und Verformungen nach
Zustände betrachtet und die Schubspannungen entspre-
dieser Theorie bestimmt werden können. Dabei wird darauf
chend in zwei Anteile aufgespaltet, wie in Bild 1 beispielhaft
eingegangen, wie Federn, insbesondere Wölbfedern, zu
für einen I-Querschnitt dargestellt. Zum Einen ist das ein
berücksichtigen sind. Die sich ergebenden Gleichungen
reiner Schubspannungszustand, der zur St. Venantschen
werden an Beispielen exemplarisch dokumentiert und für
Torsionstheorie korrespondiert, (primäre Torsion) und zum
eine Handrechnung mit Hilfe von Reduktionsfaktoren ausge-
Anderen ein Zustand, bei dem zur Bildung des Gleichge-
arbeitet.
wichts neben den Schubspannungen auch die Normalspan-
nungen auftreten (sekundäre Torsion). Die Integration der
2 Erläuterungen zur Wölbkrafttorsion
Spannungsanteile über die Querschnittsfläche führt zu Span-
Das Entstehen von Normalspannungen unter Torsionsbean- nungsresultierenden - den zugehörigen Schnittgrößen. Aus
spruchungen kann durch verschiedene Aspekte hervorgeru- den Schubspannungen resultiert das primäre Torsionsmo-
fen werden. Natürlich spielen dabei die Randbedingungen ment Mxp und das sekundäre Torsionsmoment Mxs. Die Re-
(Lagerungen) eine wesentliche Rolle. Es wird aber auch sultierende der Normalspannungen bildet das Wölbbimoment
durch eine über die Stablänge veränderliche Torsionsbean- Mω. Durch die Berücksichtigung von Gleichgewichtsbezie-
spruchung Mx(x) verursacht. Für einen nicht konstanten Ver- hungen, des Elastizitätsgesetztes, der Verzerrungs-
lauf des Torsionsmoments stellt sich ebenfalls die Verdre- Verschiebungsbeziehungen sowie u = -ω · ϑ’ können folgen-
hung pro Längeneinheit, also die Verdrillung ϑ’, veränderlich de Grundgleichungen angegeben werden:
ein, was somit auch für die Verwölbung u gilt: Mx = Mxp + Mxs (3)
ϑ′(x ) ≠ konst. ⇒ u(x, y, z ) = −ω(y, z ) ⋅ ϑ′(x ) ≠ konst. (1)
Mxp = G ⋅ IT ⋅ ϑ′ ; Mxs = −(E ⋅ Iω ⋅ ϑ′′)′ (4)
Die Normalspannungen σx sind nach dem Elastizitätsgesetz
(Hookesches Gesetz) und den Beziehungen zwischen den
Mω = −E ⋅ Iω ⋅ ϑ′′ (5)
Verzerrungen und Verschiebungen abhängig von der Ver-
formung u. Es gilt folgender Zusammenhang:
Für einen torsionsbeanspruchten Stab sollen diese Schnitt-
∂u größen und Verdrehungen bestimmt werden. Dabei ist zu
σx = E ⋅ (2)
∂x ermitteln, wie sich das Torsionsmoment Mx, in Abhängigkeit
Wenn ein reiner Schubspannungszustand (σx = 0) vorherr- der Steifigkeiten (Torsionssteifigkeit GIT, Wölbsteifigkeit EIω),
schen soll, wie es in der St. Venantschen Torsionstheorie auf die zwei Anteile Mxp und Mxs aufteilt und welches zugehö-
angenommen wird, muss sich die partielle Ableitung ∂u/∂x zu rige Wölbbimoment sich im Stab einstellt. Voraussetzung für
null ergeben, was nur der Fall sein kann, wenn die Verwöl- die Bestimmung ist die Kenntnis der benötigten Querschnitts-
bung u konstant ist. Wie mit Gl. (1) dargestellt, ist dies bei kennwerte (z.B. Schubmittelpunkt, normierte Wölbordinate)
einem veränderlichen Verlauf des Torsionsmomentes jedoch und den daraus resultierenden Steifigkeiten GIT und EIω, was
nicht gegeben, wodurch sich Normalspannungen σx einstel- beispielsweise in [1] ausführlich behandelt wird.
len. Im Allgemeinen ist in diesen Fällen die St. Venantsche Ausgangspunkt der Schnittgrößenermittlung stellt die Diffe-
Torsionstheorie unzureichend, und es muss die Theorie der rentialgleichung der Torsion dar, die sich aus den Gln. (3)
Wölbkrafttorsion Anwendung finden (Ausnahmen bilden und (4), unter Berücksichtigung des Gleichgewichts bezüglich
der Torsion an einem Stababschnitt, ergibt:
2 RUBSTAHL-Bericht 2-2004

keitsstellen der Verdrehung ϑ oder derer Ableitungen, muss


(EIω ⋅ ϑ′′)″ − (GIT ⋅ ϑ′)′ − mx = 0 (6)
die Lösung nach Gl. (7) für die Abschnitte zwischen diesen
Mit Hilfe der Lösung dieser Differentialgleichung können die Punkten formuliert werden. An den Unstetigkeitsstellen sind
Schnittgrößen bzw. Verformungen bestimmt werden. Übergangs- oder Gleichgewichtsbedingungen aufzustellen.

Tabelle 1 Allgemeine Randbedingungen


3 Lösung der DGL mit Anfangswerten
ϑ=0
Die Differentialgleichung (6) kann gelöst werden, vorausge- Gabellager:
ϑ′′ = 0 =ˆ Mω = 0
setzt GIT und EIω sind konstant und das Gleichstreckentorsi-
onsmoment mx sowie die Verdrehung ϑ und deren Ableitun- ϑ=0
Starre Einspannung:
gen verlaufen stetig. In [2] wird die Lösung für mx = konst. als ϑ′ = 0
Anfangswerte-Lösung dargestellt, bei der die vier entstande- Mx = 0
nen mathematischen Unbekannten durch mechanisch defi- Freies Stabende:
Mω = 0
nierte Anfangsgrößen des Integrationsbereichs ersetzt wer-
den. Der Vorteil dieser Lösung ist, dass neben der größeren ϑ′ = 0
Starre Kopfplatte:
Anschaulichkeit in vielen Fällen zwei Anfangsgrößen (auf- Mx = 0
grund der Randbedingungen) bekannt sind, wodurch sich die
Zahl der Unbekannten auf die Hälfte reduziert. Die Lösung für 5 Berücksichtigung von Federn
mx = konst. eines Stabes der Länge L lautet:
L ε ⋅ x Mω (0 )  ε ⋅x Es können Wölb- und Torsionsfedern mit Hilfe des Elastizi-
ϑ(x ) = ϑ(0 ) + ϑ′(0 ) ⋅ ⋅ sinh T + ⋅ 1 − cosh T  täts- bzw. Federgesetzes berücksichtigt werden, s. Tabelle 2.
εT L G ⋅ IT  L 
Wölbfedern behindern die Querschnittsverwölbung und sind
Mx (0 ) ⋅ L  x 1 ε ⋅x
+ ⋅ − ⋅ sinh T  über die Verdrillung ϑ’ mit dem Wölbbimoment Mω verknüpft.
G ⋅ IT  L εT L  Torsionsfedern stellen eine Behinderung der Verdrehung ϑ
mx ⋅ L2  1  ε ⋅x  x2  dar, die über diese mit dem Torsionsmoment Mx gekoppelt
+ ⋅  2 ⋅  cosh T − 1 −  sind.
G ⋅ IT  εT  L  2 ⋅ L2 
(7)
Tabelle 2 Bedingungen für Federn
Dabei gibt die Stabkennzahl εT den Einfluss des Lastabtrages
der primären und sekundären Torsion wieder: Mω (0 ) = −Cω ⋅ ϑ′(0 )
Wölbfeder: Cω
G ⋅ IT Mω (L ) = +Cω ⋅ ϑ′(L )
εT = L ⋅ (8)
E ⋅ Iω Mx (0 ) = +Cϑ ⋅ ϑ(0 )
Torsionsfeder: Cϑ
Für größer werdende Stabkennzahlen wird der Einfluss der Mx (L ) = −Cϑ ⋅ ϑ(L )
sekundären Torsion geringer.
Durch das Ableiten der Verdrehung ϑ (Gl. (7)) können die 6 Bestimmung von Wölbfedersteifigkeiten
Schnittgrößen der Wölbkrafttorsion bestimmt werden. Benö-
tigte Beziehungen zur Ermittlung der unbekannten Anfangs- Durch aufgeschweißte Stirnplatten wird eine Wölbbehinde-
werte und zur Bestimmung der Schnittgrößen bzw. Verfor- rung verursacht, die über eine Wölbfedersteifigkeit Cω erfasst
mungen werden als Gleichungssystem mit Gl. (9) gegeben. werden kann. Diese Steifigkeit stellt ein Wölbbimoment dar,
Zur Bestimmung von Mxp und Mxs sind die Gln. (3) und (4) zu das eine Verdrillung der Stirnplatte ϑ'
¯ (bezüglich der lokalen
berücksichtigen. Koordinate x̄ nach Bild 2) der Größe eins hervorruft:
∆ϑ !
4 Randbedingungen ϑ′ = =1 (10)
h
Für die Randbedingungen gelten die in Tabelle 1 dargestell- Dabei spiegelt ∆ϑ̄ für I-Querschnitte die gegenseitige Ver-
ten Beziehungen. Ergeben sich durch angreifende Einzellas- drehung der Profilgurte infolge des Wölbbimoments wieder.
ten oder Lagerreaktionen innerhalb eines Stabes Unstetig- Das Mω wird über die Trägerhöhe h in zwei Gurtmomente

ε ⋅x εT ⋅ x εT ⋅ x ε ⋅ x   ϑ(0 )  
 cosh εT ⋅ x − (εT ⋅ x ) − 1 ⋅ m x ⋅ L 
  2 
 ϑ(x )  1
2
sinh T 1 − cosh − sinh T  
   L L L L  
  
    L 2 ⋅ L2  GI ⋅ ε 2 
 T T
 ϑ′(x )  0 ε ε ⋅x εT ε ⋅x εT  εT ⋅ x  ϑ′(0 ) ⋅ L    L  mx

T
⋅ cosh T − ⋅ sinh T ⋅ 1 − cosh   ε   εT ⋅ x 
   L L L L L  L  T  ⋅ sinh − x ⋅
⋅  M (0 )  +  ε L  GI 
 =  T  T (9)
M (x ) 0 - GI ⋅ sinh εT ⋅ x εT ⋅ x εT ⋅ x   ω   2

GIT ⋅ cosh GIT ⋅ sinh   GI    εT ⋅ x  mx ⋅ L 
 ω   T
L L L   T  - cosh + 1 ⋅ 
      L  εT 2
εT   Mx (0 ) ⋅ L   
M (x ) 
 x  0 0 0 GIT  
GI ⋅ ε   
 L   T T   x ⋅ m x 
RUBSTAHL-Bericht 2-2004 3

aufgeteilt, die die Stirnplatte als Torsionsmoment Mx̄ bean- Ersatzsystem: Randbedingungen:
spruchen. Mit Hilfe des Arbeitssatzes ergibt sich für die Stirn- Mω,L = 1 ϑ(0) = 0 (a) Mω (0) = 1 (b)
platte folgende Wölbfedersteifigkeit: x Mx (LÜ ) = 0 (c) Mω (LÜ ) = 0 (d)
Mx ⋅ Mx 1 ⋅ Cω LÜ
ϑ′ =

h
GIT
⋅ dx = h
GIT
h ⋅ h = 1 ⇒ C = GI ⋅ h
ω T
(11) Bild 3 Ersatzsystem zur Ermittlung der Wölbfeder eines
Überstandes
mit IT = b ⋅ t 3 3
7 Beispiel: Gabelgelagerter Kragträger mit
Wölbfeder und Einzeltorsionsmoment
Mx = Mω / h System: Randbedingungen:
Cω MxL ϑ(0 ) = 0 (a)
Mω (0 ) = -Cω ⋅ ϑ′(0 ) (b)
x h L
Mω (L ) = 0 (c)
x Mx (L ) = MxL (d)
∆ϑ
Bild 4 System und Randbedingungen
b
Mx = Mω / h t
Bild 2 Stirnplattenverformung aus Flanschverdrehungen Das System und die zugehörigen Randbedingungen sind mit
Bild 4 gegeben. Unter Berücksichtigung der bereits bekann-
Analog können Wölbfedersteifigkeiten für eingeschweißte ten Anfangswerte aus den Randbedingungen (a) und (b),
Steifen ermittelt werden, die in Tabelle 3 angegeben sind. kann nach Gl. (7) folgende allgemeine Bestimmungsglei-
chung angegeben werden:
Tabelle 3 Wölbfedersteifigkeiten bei doppeltsymmetrischen L ε ⋅ x Cω ⋅ ϑ′(0 )  ε ⋅x
ϑ(x ) = ϑ′(0 ) ⋅ sinh T − ⋅ 1 − cosh T 
I-Profilen εT L G ⋅ IT  L 
(14)
Wölbfedersteifigkeit: Cω = GIT ⋅ h Mx (0 ) ⋅ L  x 1 ε ⋅x
+ ⋅  − ⋅ sinh T 
G ⋅ IT  L εT L 
Flachsteifen Eingeschweißte U-Profile
Die vierte Randbedingung (d) führt mit Gl. (9) zu Mx(0) = MxL.
Am Mit Hilfe von Gl. (9) und der dritten Randbedingung (c) kann
der vierte Anfangswert ϑ’(0) bestimmt werden:
b ⋅ t3 4 ⋅ A m2 MxL ⋅ L ⋅ sinh εT
h IT = h IT = ϑ′(0 ) = (15)
3 bi G ⋅ IT ⋅ L ⋅ sinh εT + εT ⋅ Cω ⋅ cosh εT
∑t
i
Somit sind alle vier Anfangswerte bekannt. Durch deren
b t Einsetzen in Gl. (9) und unter Berücksichtigung der Gln. (3)
und (4) können Funktionen für die Schnittgrößenermittlung
Für über das Endlager hinausgeführte Stabüberstände und die Verdrehung aufgestellt werden. Nach Umformung
können Ersatzwölbfedersteifigkeiten mit Hilfe der Anfangs- ergeben sich folgende Lösungen für 0 ≤ x ≤ L:
werte-Lösung bestimmt werden, indem man das überstehen-  ε ⋅x
MxL ⋅ L ⋅ Cω ⋅ sinh  εT − T 
de Trägerstück am Auflager mit einem Wölbbimoment Mω,L =  L 
Mω (x ) = −
1 belastet und die zugehörige Verdrillung ϑ’ berechnet (s. Cω ⋅ εT ⋅ cosh εT + G ⋅ IT ⋅ L ⋅ sinh εT
Bild 3). Aus den Randbedingungen (a) und (b) nach Bild 3
sind zwei Anfangswerte bereits bekannt. Die dritte Randbe-  ε ⋅x
MxL ⋅ Cω ⋅ εT ⋅ cosh  εT − T 
dingung (c) liefert den Anfangswert Mx(0) = 0. Mit Hilfe der  L 
Mxs (x ) =
vierten Randbedingung (d) und unter Berücksichtigung der Cω ⋅ εT ⋅ cosh ε T + G ⋅ IT ⋅ L ⋅ sinh ε T
bereits bekannten Anfangswerte kann nach Gl. (9) folgende
Beziehung angegeben werden: Mxp (x ) = MxL − Mxs (x )

Mω (LÜ ) = −sinh εT ⋅ ϑ′(0 ) ⋅ ⋅ G ⋅ IT + cosh εT = 0  ( )
 G ⋅ IT ⋅ x − Cω ⋅ sinh ε T  
εT 
(12)  
εT MxL ⋅ Cω ⋅ εT ⋅ x ⋅ cosh εT + L ⋅   εT ⋅ x  
⇒ ϑ′(0 ) =  + Cω ⋅ sinh  εT −  
G ⋅ IT ⋅ tanh εT ⋅ LÜ    L  
ϑ(x ) = 
G ⋅ IT ⋅ (Cω ⋅ εT ⋅ cosh ε T + G ⋅ IT ⋅ L ⋅ sinh εT )
Die Steifigkeit ermittelt sich über Cω = Mω / ϑ’ = 1 / ϑ’ zu:
Diese Funktionen, die den Verlauf über die Stablängskoordi-
G ⋅ IT ⋅ tanh εT ⋅ LÜ G ⋅ IT
Cω = mit εT = LÜ ⋅ (13) nate x wiedergeben, werden in Tabelle 4 an den Stabenden
εT E ⋅ Iω
(maßgebende Stellen) mit Hilfe von Reduktionsfaktoren
ausgedrückt.
4 RUBSTAHL-Bericht 2-2004

Tabelle 4 Reduktionsfaktoren für das System nach Bild 4

Verläufe: Bestimmungsgleichungen: 1,0


ϑ ϑ(0 ) = 0 tanh ε T
0,9
+ ϑ(L ) =
MxL ⋅ L
G ⋅ IT
(
⋅ 1 − fCω ⋅ fϑ ) 0,8
0,7
Mω Mω (0 ) = −MxL ⋅ L ⋅ fCω ⋅ fMω ; Mω (L ) = 0
0,6
- Mxs (0 ) = MxL ⋅ fCω ; Mxs (L ) = MxL ⋅ fCω ⋅ fMxs
0,5
Mxp = MxL − Mxs
Mxs 0,4
G ⋅ IT Cω
+
mit: εT = L ⋅ ; εC ω = 0,3
E ⋅ Iω G ⋅ IT ⋅ E ⋅ Iω fϑ , fMω
0,2
Mxp εCω
fCω = 0,1
εCω + tanh εT fM xs
+ 0,0 εT
Grenzfälle: Cω = 0 ⇒ εCω = 0 ; fCω = 0 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Cω = 0 Cω = ∞ Cω = ∞ ⇒ εCω = ∞ ; fCω = 1 fϑ = fMω = tanh εT εT ; fMxs = 1 cosh εT

8 Beispiel: Gabelgelagerter Einfeldträger mit Auf die Darstellung der allgemeinen Lösungen wird an dieser
Wölbfedern und Einzeltorsionsmoment Stelle verzichtet, da sich sehr umfangreiche Gleichungen
ergeben. Vielmehr wird direkt die ausgearbeitete Reduktions-
System: Ausnutzung der Symmetrie: faktor-Lösung mit Tabelle 5 angegeben.
MxL x
Cω Cω MxL / 2 Literatur
2L L [1] Kindmann, R., Frickel, J.: Elastische und plastische
Querschnittstragfähigkeit, Ernst & Sohn, Berlin 2003
Randbedingungen unter Ausnutzung der Symmetrie: [2] Friemann, H.: Schub und Torsion in geraden Stäben,
2. Auflage, Werner-Verlag, Düsseldorf 1993
ϑ(0 ) = 0 (a) Mω (0 ) = -Cω ⋅ ϑ′(0 ) (b)
[3] Petersen, C.: Stahlbau, 3. Auflage, Vieweg Verlag,
ϑ′(L ) = 0 (c) Mx (L ) = MxL 2 (d) Braunschweig/Wiesbaden 1993
[4] Merziger, G., Mühlbach, G., Wille, D., Wirth, T.: For-
Bild 5 System und Randbedingungen meln + Hilfen zur höheren Mathematik, Binomi Verlag,
Hannover 1993
Durch Ausnutzung der Symmetrie und Berücksichtigung der [5] Kindmann, R.: Unterlagen zur Lehrveranstaltung
Randbedingungen (s. Bild 5) lassen sich die vier Anfangswer- Stahlbau. Band 15 der Schriftenreihe des Lehrstuhls
te analog zum vorherigen Beispiel ermitteln. für Stahlbau, Ruhr-Universität Bochum, April 2003

Tabelle 5 Reduktionsfaktoren für das System nach Bild 5

Verläufe: Bestimmungsgleichungen: 1,0


ϑ ϑ(0 ) = 0 tanh ε T
0,9
+
M ⋅L
[
ϑ(L ) = xL ⋅ fCω ⋅ (1 − fϑ ) + εCω ⋅ 1 − fϑ,C
G ⋅ IT
( )] 0,8
εC 0,7
Mω Mω (0 ) = −1 2 ⋅ MxL ⋅ L ⋅ fCω ⋅
εT
ω
(
⋅ 1 − fMω ,C ) 0,6
fϑ,C

- - Mω (L ) = 1 2 ⋅ MxL ⋅ L ⋅ fCω ⋅ fMω − Mω (0 ) 0,5



+
  0,4
Mxs (0 ) = 1 2 ⋅ MxL ⋅ fCω ⋅  fM + εC ⋅ εT ⋅ fM , C 
Mxs  xs ω xs  0,3
Mxs (L ) = 1 2 ⋅ MxL ; Mxp = 1 2 MxL − Mxs fMω , fM xs ,C
- 0,2
+ G ⋅ IT Cω
mit: εT = L ⋅ ; εC ω = 0,1
E ⋅ Iω G ⋅ IT ⋅ E ⋅ Iω fMω ,C , fM xs
Mxp 0,0 εT
1 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
fCω =
- 1 + εC ω ⋅ tanh εT
+ fϑ = 1 − [ 1 2 − tanh εT (2 ⋅ εT ) ]
Grenzfälle: Cω = 0 ⇒ εCω = 0 ; fCω = 1 fϑ,C = 1 − [ 1 (εT ⋅ cosh εT ) − 1 εT + tanh εT 2 ]
Cω = 0 Cω = ∞ Cω = ∞ ⇒ εCω = ∞ ; fCω = 0 ; εCω ⋅ fCω = 1/tanh εT fMω ,C = fMxs = 1 cosh εT ; fMω = fMxs ,C = tanh εT εT