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Stefan Klein (Wissenschaftsautor)


aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Stefan Klein (* 1965 in München) ist ein deutscher Wissenschaftsautor.

Inhaltsverzeichnis
1 Leben
2 Werke
2.1 Glücksformel
2.2 Alles Zufall
2.3 Zeit
2.4 Der Sinn des Gebens
3 Literatur
4 Weblinks
5 Fußnoten

Leben Stefan Klein (2010)

Klein studierte Physik und analytische Philosophie in München, Grenoble und


Freiburg im Breisgau und promovierte in Freiburg mit einer Arbeit über theoretische Biophysik. Er war von 1996 bis 1999
Wissenschaftsredakteurbeim „Spiegel“, wo er sich durch seine Wissenschaftsreportagenund zahlreiche Titelgeschichten rasch
einen Namen machte. 1998 erhielt er den Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus. 1999 bis 2000 war er
Redakteur bei „Geo“. Seither arbeitet er als freier Autor.

2000 trat er mit seinem Buch die Tagebücher der Schöpfung hervor, 2002 erschien Die Glücksformel oder wie die guten
Gefühle entstehen. Kleins Werke wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt.

Klein ist mit der WissenschaftsjournalistinAlexandra Rigos verheiratet und hat zwei Töchter und einen Sohn [1]. Er lebt in
Berlin.

Werke
Glücksformel

Die Glücksformel oder Wie die guten Gefühle entstehen untersucht das Phänomen Glück aus Sicht der Hirnforschung und der
Sozialpsychologie. Wie in der neuropsychologischen Forschung üblich, wird „Glück“ als eine Emotion verstanden – also als
eine weitgehend automatischeund vorübergehende Reaktion des Gehirns auf einen äußeren oder inneren Reiz. (Die
philosophische Literatur hingegen definiert den Begriff „Glück“ oft als Umschreibung für „gelingendes Leben“.)

Klein beschreibt, wie die von der Evolution programmiertenguten Gefühle ausgelöst werden und wozu sie dienen: Glück,
Neugier und Lernen gehören untrennbar zusammen. Mit zahlreichen Forschungsergebnissen meint Klein die These belegen zu
können, dass sich das Gehirn so trainieren lässt, dass positive Emotionen intensiver und häufiger wahrgenommen werden. In
einem Schlusskapitelüber die „glückliche Gesellschaft“ werden die sozialen Bedingungen untersucht, die der
Lebenszufriedenheitförderlich sind. Entscheidend dafür seien nicht Wohlstand, sondern ein möglichst hohes Maß an
Gerechtigkeit, Bürgersinn und Selbstbestimmungfür jeden einzelnen.

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Wie in allen seinen Büchern schildert Klein seine meist komplexen Themen in einem leicht verständlichen Erzählton; die
Sprache ist ironisch und mitunter witzig. Versatzstücke aus der Literatur dienen als Beispiele und sollen zeigen, wie etwa die
Frage nach dem Glück in früheren Epochen angegangen wurde. Bei der Schilderung aktueller Forschungsergebnisse wird auf
eine übergroße Detailfülleverzichtet, um die zentralen Konzepte und Ideen hervortreten zu lassen.

Alles Zufall

Alles Zufall dreht sich um die Frage, wie viel wir von der Welt erkennen können, in der wir leben. Zufall sei eine Folge von
Unwissenheit: Als zufällig erscheinen Vorgänge , hinter denen wir keine Regeln erkennen, entweder, weil die
Zusammenhänge zu komplex sind, oder weil es gar keine Regel gibt. Zufall ist aber auch bei bestimmtenVorgängen
(Quantenphysik, Evolution) Bestandteil jeder möglichen theoretischen Beschreibung. Von Klein wird in vielen Beispielen
beschrieben, wo und wie der Zufall wirkt. Dabei spannt Klein einen weiten (nach Meinung einiger Kritiker zu weiten) Bogen
von der Physik über die Evolution, die Wirtschaft und die Politik bis hin zur Liebe. Im zweiten Teil des umfangreichen Buchs
wird behandelt, wie Menschen mit dem Zufall umgehen. Im Kern steht dabei die Erkenntnis aus Neurowissenschaft, dass das
Gehirn die Rolle des Zufalls unterschätzen muss, weil es sich nur so Wissen aneignen kann. Dies erklärt laut Klein nicht nur
Phänomene wie Schicksalsgläubigkeit, sondern auch in der heutigen komplexen Welt die oft verheerende Einschätzung von
Risiken; Beispiele seien von Flugzeugkatastrophen und anderen Unglücken, aber auch falsche Lebensentscheidungen. Im
dritten Teil plädiert Klein dafür, die Bedeutung des Zufalls anzuerkennen statt ihn zu bekämpfen, und die Chancen einer
offenen Gesellschaft zu nutzen.

Zeit

In Zeit wendet sich Klein dem menschlichen Zeitempfinden zu. Klein analysiert die Funktion der biologischen Uhr des
Körpers, die sekundengenau sämtliche Abläufe im Organismus regelt und damit all unserem Handeln gleichsam die Bühne
bereitet, dennoch aber vom Bewusstsein nicht ablesbar sei. So müsse sich der Mensch anders behelfen, um sich seine Zeit
einzuteilen: Er braucht Krücken wie die Uhr und orientiertsich an allerleiZeitzeichen, wie dem eigenen Atem oder der
Erinnerung. Zeit sei, wie die FAZ schrieb, "ein einziger Protest gegen den zutiefst unfairen Umstand, dass die unvergessliche
Zeit davonrast, während die unerträgliche Zeit auf der Stelle tritt". Der Autor plädiert für eine "neue Kultur der Zeit". Denn in
der modernen Gesellschaft mit ihrer Überfülle an Reizen und Anforderungen fühlen sich mehr und mehr Menschen als
"Sklaven fremder Uhren". Diese neue Kultur soll die Menschen in der modernen Gesellschaft wieder in die Lage versetzen,
sich nicht mehr als Sklaven fremder Uhren zu sehen. Durch einen Umgang mit Zeit, der auf den Erkenntnissen der
Hirnforschung und der Neuropsychologie beruht, könnten wir lernen, uns wieder als Gestalter unserer eigenen Zeit zu erleben.

Der Sinn des Gebens

In Der Sinn des Gebens: Warum Selbstlosigkeitin der Evolution siegt und wir mit Egoismus nicht weiter kommen beschäftigt
sich Klein mit Fragen aus dem Bereich der praktischen Moralphilosophie, die er versucht auf moderne gesellschaftliche
Anforderungen zu beziehen. Klein geht es um den Nachweis, dass nicht nur der Egoismus, sondern auch der Altruismus
entscheidend für menschliche Gesellschaften und ihre fortgeschritteneEntwicklung ist. Damit grenzt er sich sowohl von
Menschenbild der herkömmlichenÖkonomie (mit dem Bild des Homo Oeconomicus) und der populären Evolutions-
Psychologie ab.

Literatur
Die Tagebücher der Schöpfung, dtv: München 2000 ISBN 3-423-34154-8
Die Glücksformel, Rowohlt: Reinbek 2002 ISBN 3-498-03509-6
Alles Zufall, Rowohlt: Reinbek 2004 ISBN 3-498-03519-3
Zeit. Der Stoff, aus dem das Leben ist. S. Fischer: Frankfurt a.M. 2006 ISBN 3-100-39610-3
Da Vincis Vermächtnis oder Wie Leonardo die Welt neu erfand. S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2008, ISBN
978-3100396129
Wir alle sind Sternenstaub. Gespräche mit Wissenschaftlernüber die Rätsel unserer Existenz. S. Fischer Verlag,
Frankfurt a. M. 2009, ISBN 978-3596180707
Der Sinn des Gebens: Warum Selbstlosigkeitin der Evolution siegt und wir mit Egoismus nicht weiter kommen S.
Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2010, ISBN 978-3100396143

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Weblinks
Literatur von und über Stefan Klein (https://portal.d-nb.de/opac.htm?query=Woe%
3D122207149&method=simpleSearch) im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
www.stefanklein.info: Seite über den Autor, mit einem ausführlichen Verzeichnis aller Werke und Übersetzungen
(http://www.stefanklein.info/)
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung über Stefan Kleins Zeit (http://www.faz.net/s/
RubC17179D529AB4E2BBEDB 095D7C41F468/
Doc~E055865D82ABE44E589D86836862CA819~ATpl ~Ecommon~Scontent.html)
Interview der "Welt" mit Stefan Klein (http://www.welt.de/print-welt/article148402/Zeit_ist_knapper_als_Geld.html)
Altruismus: Wie kommt das Gute in die Welt?, Artikel von Stefan Klein aus Die Zeit 53/2009 vom 27. Dezember 2009
(http://www.zeit.de/2009/53/DOS-Altruismus?page=all)
"Glück und Moral": Stefan Klein im Gespräch mit der Welt über Unternehmensführung im 21. Jahrhundert (http://
www.welt.de/print/die_welt/article106590834/Balance-von-Glueck-und-Moral.html)

Fußnoten
1. Zeit Magazin 48/2009

Normdaten (Person): GND: 122207149 | LCCN: nb2001078737 | VIAF: 87405979 |


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