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Bundesverfassungsgericht

 –  Wikipedia 1
Bundesverfassungsgericht
Koordinaten: 49°  0 ′  46″  N, 8°  24′  5 ,3″  O

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) ist in der


Bundesrepublik Deutschland das Verfassungsgericht des
Bundes. Als Hüter der deutschen Verfassung hat das Gericht Bundesverfassungsgericht
eine Doppelrolle einerseits als unabhängiges
Verfassungsorgan und andererseits als Teil der judikativen
Staatsgewalt auf dem speziellen Gebiet des Staats-­‐ und
Völkerrechts. Durch seine maßgeblichen Entscheidungen
[2] —  BVerfG  —
liefert es eine verbindliche Interpretation der Verfassung .
[3]

Obwohl es Entscheidungen anderer Gerichte kontrolliert,


gehört es nicht zum Instanzenzug, sondern überprüft sie als
Akte der Staatsgewalt, wie das Handeln von allen anderen
Staatsorganen. Dabei Yindet keine vollständige Rechtsprüfung
statt, sondern eine Entscheidung am Maßstab des
Verfassungsrechts gemäß Art.   93 Abs.  1 GG. Insofern ist es Staatliche
unzutreffend, das Verfassungsgericht als das oberste Ebene
Bund
deutsche Gericht zu bezeichnen.

Das Gericht hat seinen Sitz in Karlsruhe und ist als


Stellung
Verfassungsorgan von einem befriedeten Bezirk umgeben.
Geschützt wird es von der Bundespolizei. Der bekannte Verfassungsorgan
Hauptbau im rationalistischen Stil ist ein Entwurf des
Architekten Paul Baumgarten. Wegen einer Grundsanierung
des in den Jahren 1965 bis 1969 errichteten Gründung
[1]
Gebäudeensembles arbeitet das Gericht von 2011 bis
voraussichtlich 2014 in einem nach der Karlsruher Waldstadt 28. September 1951
[4]
benannten vorübergehenden Amtssitz.
Hauptsitz

Karlsruhe

Inhaltsverzeichnis
Vorsitz

Präsident des Bundesverfassungsgerichts


1 Geschichte

Andreas Voßkuhle

1.1 Baugeschichte

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 2
Website
2 Bindungswirkung und Gesetzeskraft
www.bundesverfassungsgericht .de (http://

3 Organisation und Spruchkörper www.bundesverfassungsgericht .de/)

4 Richter

5 Senate

Das Sitzungssaalgebäude des


5.1 Erster Senat Bundesverfassungsgerichts im
Karlsruher Schlossbezirk

5.2 Zweiter Senat

6 Präsidenten und Vizepräsidenten

Temporärer Dienstsitz Waldstadt in


Karlsruhe (2011–2014)

6.1 Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts

6.2 Vizepräsidenten des Bundesverfassungsgerichts

50 Jahre Bundesverfassungsgericht.
Die letzte Münze der Mark-­‐
7 Frauenanteil im Bundesverfassungsgericht seit 1951 Währung (2001), entworfen von
der Künstlerin Aase Thorsen

8 Zuständigkeiten und Verfahrensarten (Überblick)

8.1 Verfassungsbeschwerde

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Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 3
8.2 Konkrete Normenkontrolle

8.3 Abstrakte Normenkontrolle

8.4 Organstreit

8.5 Bund-­‐Länder-­‐Streit

8.6 Kompetenz-­‐Surrogation bei konkurrierender Gesetzgebung

8.6.1 Formelle Anforderungen

8.6.2 Materielle Anforderungen

8.7 Parteiverbot

8.8 Verwirkung von Grundrechten

8.9 Klärung des Parteienstatus

8.10 Wahlprüfung

8.11 Anklagen gegen den Bundespräsidenten

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Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 4
8.12 Vergleiche

8.13 Rechtsgutachten

8.14 Plenarentscheidungen

8.15 VorläuYiger Rechtsschutz

8.16 Sonstige Verfahren

9 Bedeutende Entscheidungen

9.1 Grundrechtsschutz im Privatrecht

9.2 Menschenwürde

9.3 Grundrechtsschutz allgemein und Prozessuales

9.4 Gewissensfreiheit

9.5 Kunstfreiheit

9.6 Grundrecht auf Informationelle Selbstbestimmung (Datenschutz)

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Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 5
9.7 Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer

Systeme

9.8 Ehe und Familie

9.9 Unverletzlichkeit der Wohnung und Telekommunikationsfreiheit

9.10 Gleichheit vor dem Gesetz

9.11 Meinungs-­‐ und Pressefreiheit

9.12 Demonstrations-­‐ und Versammlungsfreiheit

9.13 Religionsfreiheit

9.14 Rundfunk

9.15 Universitäten und Berufsfreiheit

9.16 Eigentum

9.17 Staatsbürgerschaft

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Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 6
9.18 Parlamentsrechte und Gesetzgebung

9.19 Parteiverbote

9.20 EU-­‐Recht

9.21 Wahlprüfung

10 Kritik am Bundesverfassungsgericht

10.1 Inhaltlich

10.2 Besetzung

10.3 Europarecht

10.4 Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR)

10.5 Weitergabe von Entscheidungstexten

11 Bibliothek

12 Amtstracht

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Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 7
13 Besoldung

14 Disziplinarmaßnahmen

15 Trivia

16 Siehe auch

17 Literatur

18 Weblinks

19 Einzelnachweise

Geschichte
Verfassungsgerichtsbarkeit war in Deutschland keine ErYindung aus der Zeit
nach dem Zweiten Weltkrieg. Bereits Institutionen wie das
Reichskammergericht ab 1495 und der Reichshofrat ab 1518 sprachen Recht
zwischen Staatsorganen. Nach der Paulskirchenverfassung 1849 hätte das
Reichsgericht mit weitreichenden staats-­‐ und verfassungsgerichtlichen
[5]
Kompetenzen ausgestattet sein sollen, nach dem Vorbild des US Supreme
Court . 1850 entstand mit dem Bayerischen Staatsgerichtshof in Deutschland
das erste spezielle Gericht für verfassungsrechtliche Fragen . Die Verfassung 50 Jahre
des Deutschen Reichs von 1871 hingegen sah kein Verfassungsgericht vor. Die Bundesverfassungsgericht :
Weimarer Verfassung führte 1919 mit dem Staatsgerichtshof für das Deutsche deutsche Sonderbriefmarke von
Reich ein eingeschränktes Verfassungsgericht ein. 2001

Mit dem Bundesverfassungsgericht sah ab 1949 das Grundgesetz für die


Bundesrepublik Deutschland (GG) eine juristische Infrastruktur sui generis vor.

Errichtung, Aufgaben und Besetzung des Verfassungsgerichts werden in den Art.   92 bis 94 GG geregelt. Weitere
Regeln über Organisation, Befugnisse und Verfahrensrecht Yinden sich im Gesetz über das
Bundesverfassungsgericht (BVerfGG ). Das Gericht bedurfte anders als die übrigen Verfassungsorgane des Bundes
http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59
der Konstituierung durch dieses
Bundesverfassungsgericht   Gesetz. Als Sitz wurde die ehemalige badische Residenzstadt Karlsruhe ausgewählt,
–  Wikipedia 8
die einen Ausgleich für den Verlust ihrer Hauptstadtfunktion nach dem Zweiten Weltkrieg anstrebte und seit 1950
[6]
bereits Sitz des Bundesgerichtshofs war.

Das Bundesverfassungsgericht nahm seine Arbeit zwei Jahre nach Inkrafttreten des Grundgesetzes auf – am
9.  September 1951 wurden die ersten Entscheidungen getroffen. OfYiziell eröffnet wurde das Gericht jedoch erst am
[7]
28. September 1951 durch den damaligen Kanzler Konrad Adenauer; dieses Datum ging als „Tag der Eröffnung“
in die Annalen des Gerichts ein.

Von 1951 bis Ende 1990 wurden 76.623 Verfassungsbeschwerden in 80.046 Verfahren entschieden, davon waren
[8]
2,25 Prozent erfolgreich. Bis 2005 verdoppelte sich die Zahl der Verfassungsbeschwerden nahezu auf 151.424,
von denen lediglich 3.699 erfolgreich waren (2,5  %).

Baugeschichte

Seinen ersten Amtssitz hatte das Bundesverfassungsgericht von 1951 bis 1969
im Prinz-­‐Max-­‐Palais, einem Gründerzeitgebäude in der Karlsruher Innenstadt.
Als 1960 aufgrund des wachsenden Raumbedarfs und der
Repräsentationswünsche des Gerichts ein Umzug nach München drohte, stellte
die Stadt Karlsruhe das Gelände des im Krieg stark beschädigten Hoftheaters
[9]
für einen Neubau zur Verfügung . Es liegt im Schlossbezirk, in unmittelbarer
Nähe zum Zentrum des fächerförmig auf das Schloss zulaufenden barocken
Stadtgrundrisses. Nach Plänen von Paul Baumgarten entstand von 1965 bis Amtssitz von 1951 bis 1969: das
1969 ein moderner Neubau zwischen Schloss, Staatlicher Kunsthalle, Prinz-­‐Max-­‐Palais in Karlsruhe
Schlossplatz und Botanischem Garten. Fünf pavillonartige, in der Höhe
gestaffelte Baukörper mit quadratischem Grundriss sind über eine
Gesamtlänge von 170   Metern an einem Verbindungsgang angeordnet. Das
Sitzungssaalgebäude ist am höchsten und dem Schlossplatz am nächsten
zugewandt. Die Architektur ist mit großen FensterYlächen und Durchblicken
auf Transparenz als repräsentative Selbstdarstellung der demokratischen
[10]
Grundordnung ausgerichtet.

Das auch infolge der deutschen Wiedervereinigung gewachsene


1969 bezogenes Gerichtsgebäude
ArbeitsauYkommen und die große Entfernung zur neuen Bundeshauptstadt
beim Karlsruher Schloss
Berlin führten zu neuen Überlegungen bezüglich einer Erweiterung oder eines
Umzugs des Gerichts. Erweiterungs-­‐ und Umbauplanungen waren umstritten,
[11][12]
da sowohl das Gerichtsgebäude als auch der angrenzende Botanische Garten denkmalgeschützt sind. Im Jahr
[13]
2000 stimmten die Verfassungsrichter mehrheitlich für den Verbleib am Standort Karlsruhe. 2007 wurde am
südwestlichen Rand des Gebäudekomplexes ein kompakter Erweiterungsbau nach Plänen des Architekten Michael
[14]
Schrölkamp fertiggestellt, der eine TeilYläche des Botanischen Gartens überbaute.

Wegen einer Grundsanierung des Gebäudeensembles am Dienstsitz Schlossbezirk zogen die beiden Senate, die
wissenschaftlichen Mitarbeiter und das Funktionspersonal des Gerichts (zusammen ca. 120 Mitarbeiter) ab 21.   Juli
2011 vorübergehend in drei ehemalige Stabsgebäude des Kommandos der 1.   Luftwaffendivision der Bundeswehr
um. Den temporären Dienstsitz in der General-­‐Kammhuber-­‐Kaserne gestalteten die Stuttgarter Architekten Lederer

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


+Ragnarsdóttir+Oei und das
Bundesverfassungsgericht   Staatliche
–  W ikipedia Hochbauamt Baden-­‐Baden. Das Verwaltungspersonal verbleibt überwiegend9
[4]
am Stammsitz. Die Bauarbeiten sind auf drei Jahre angesetzt. Der Amtssitz trägt den Namen des Karlsruher
[15]
Stadtteils Waldstadt, das Gelände an der Rintheimer Querallee   11 gehört jedoch zur benachbarten Oststadt.

Bindungswirkung und Gesetzeskraft


Die besondere Bedeutung des Bundesverfassungsgerichts kommt in §  31 Abs.   1 BVerfGG zum Ausdruck:

„Die Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts binden die Verfassungsorgane des Bundes und
der Länder sowie alle Gerichte und Behörden.“

Die formelle Bindungswirkung einer Entscheidung besteht nur im konkreten Fall (inter partes). Es besteht keine
inhaltliche Bindung für andere Gerichte an die ausgeurteilte Rechtsmeinung des Gerichts. Diese haben keine
Gesetzeskraft. Die Rechtsmeinung des Bundesverfassungsgerichts ist aber eine Richtschnur für die
untergeordneten Gerichte, die meist auch befolgt wird. Abweichungen sind recht selten. Jedes Gericht kann aber in
einem anderen gleich oder ähnlich gelagerten Fall einer anderen juristischen Meinung folgen, wenn es dies für
richtig hält.

In den in §   31 Abs.   2 BVerfGG genannten Fällen haben die Entscheidungen des Gerichts jedoch Gesetzeskraft und
gelten für jedermann (inter omnes). Es handelt sich dabei im Wesentlichen um Verfahren , in denen das Gericht
feststellt, ob ein Gesetz mit der Verfassung vereinbar ist oder nicht. Die Feststellung, dass ein Gesetz, das nach dem
Inkrafttreten des Grundgesetzes verabschiedet wurde, verfassungswidrig ist, steht nur dem
Bundesverfassungsgericht zu (§  95 Abs.  3 Satz  1 bzw. Satz  2 BVerfGG ; Normverwerfungskompetenz). Hält ein
anderes Gericht ein Gesetz für verfassungswidrig, so hat es dies dem BVerfG gemäß Art.  100 GG vorzulegen, soweit
dies entscheidungserheblich ist (konkrete Normenkontrolle).

Obwohl der Wortlaut des §   95 Abs.  3 Satz  1 bzw. Satz  2 BVerfGG eindeutig ist („… so ist das Gesetz für nichtig zu
erklären“), sieht das Bundesverfassungsgericht in einigen Fällen von einer Nichtigkeitserklärung ab und trägt dem
Gesetzgeber stattdessen eine Neuregelung der Gesetzesmaterie auf; bis zur Neuregelung ist das Gesetz dann
weiterhin gültig, aber nicht mehr anwendbar. Stark vereinfachend kann man sagen, dass dies immer dann
aufgetragen wird, wenn ein Gesetz (nur) gleichheitswidrig ist.

Siehe auch: Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts

Organisation und Spruchkörper

→ Hauptartikel: Geschäftsordnung des Bundesverfassungsgerichts

Das Gericht ist aufgeteilt in zwei Senate und sieben Kammern mit
unterschiedlichen sachlichen Zuständigkeiten. Diese Verteilung geschieht
durch die Geschäftsordnung, die das Bundesverfassungsgericht selbst erlässt
und ändern kann.

Zunehmend wird dabei der juristische Hintergrund und Schwerpunkt der


Richter berücksichtigt. Vereinfachend lässt sich der Erste Senat als
„Grundrechts senat“ und der Zweite Senat als „Staatsrechtssenat“ klassiYizieren:
So ist der 1. Senat vor allem für Fragen der Auslegung der Art.   1 bis 17, 19, 20
http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59
Abs.   4, 33, 38, 101, 103 und–  104
Bundesverfassungsgericht   GG zuständig, während Organstreitigkeiten
Wikipedia 10
zwischen Verfassungsorganen oder Parteiverbotsverfahren eher vor den 2.
Senat gelangten.

Jeder Senat war ursprünglich mit zwölf Richtern besetzt. Mit Wirkung zum
Jahre 1963 wurde die Zahl der Richter auf acht gesenkt. Dies schließt den
Präsidenten und den Vizepräsidenten des Bundesverfassungsgerichts ein, die
jeweils einem der Senate vorsitzen. Die Richter der Senate werden bei ihrer
Tätigkeit von Geschäftsstellen, wissenschaftlichen Mitarbeitern und
Präsidialräten unterstützt.

Ein Senat ist beschlussfähig, wenn mindestens sechs Richter anwesend sind.
Eine Nachbesetzung bzw. ein Ersetzen von ausscheidenden Richtern während Erster Senat 1989
eines laufenden Verfahrens Yindet nicht statt. Sind so viele Richter während
eines Verfahrens ausgeschieden, dass das Gericht nicht mehr beschlussfähig
ist, muss die Verhandlung nach der Nachwahl neu aufgenommen werden.

Wegen der geraden Anzahl der Richter in einem Senat sind Pattsituationen
möglich (so genannte Vier-­‐zu-­‐vier-­‐Entscheidung). In den meisten Verfahren
obsiegt ein Antragsteller oder Beschwerdeführer , wenn mindestens fünf
Richter seine Rechtsauffassung teilen. In einigen besonderen Verfahren , das
heißt solchen, die besonders eingriffsintensiv sind, bedarf es indes einer
qualiYizierten Zweidrittelmehrheit; also der Mehrheit von zwei Dritteln der
Mitglieder des Senats (d.  h. sechs von acht Richtern).

Die Senate berufen innerhalb ihrer Geschäftsbereiche selbständig mehrere


Kammern, die mit jeweils drei Richtern besetzt sind. Diese Kammern Zweiter Senat 1989
entscheiden bei Verfassungsbeschwerden , konkreten Normenkontrollen und
Verfahren nach dem PUAG anstelle des Senats und entlasten ihn, soweit die
zugrunde liegende Rechtsfrage vom Senat bereits entschieden ist. Zurzeit
bestehen bei jedem Senat jeweils drei Kammern. Daher sind manche Richter in
mehreren Kammern Mitglied. Neben diesen sechs Kammern wurde im Jahr
2011 eine Beschwerdekammer gemäß §   97c Abs.  1 BVerfGG eingerichtet, die
[16]
mit je zwei Richtern aus beiden Senaten besetzt ist.

Entscheidet der Senat nicht einstimmig, haben die unterlegenen Richter die Verhandlung des Zweiten Senats,
Möglichkeit, einzeln oder gemeinsam der Entscheidung des Gerichtes ein 1989
Sondervotum beizufügen. Dieses wird dann gemeinsam mit der Entscheidung
des Gerichts unter der Überschrift „Abweichende Meinung des Richters …“
veröffentlicht. Zur Vereinheitlichung seiner Rechtsprechung tritt das Gericht als Plenum zusammen, wenn ein Senat
von der Rechtsprechung des anderen Senates abweichen will. Hierzu bedarf es eines Vorlagebeschlusses des
abweichenden Senats. Das Plenum besteht aus allen Richtern, den Vorsitz führt der Präsident. Bisher wurde das
[17]
Plenum nur fünfmal angerufen .

Richter
Die Richterinnen und Richter des Bundesverfassungsgerichts gelten als namhafte Persönlichkeiten, auch weil dies
als gesellschaftliche und moralische Bedingung vorausgesetzt wird; sie zeichnen sich durch besondere Kenntnisse
[18]
und Erfahrungen im öffentlichen Recht aus. Die Amtsbezeichnung der Richter, die nicht Präsident oder
Vizepräsident sind, lautet „Richter des Bundesverfassungsgerichts “ (kurz: BVR) bzw. „Richterin des
Bundesverfassungsgerichts “ (BVR’in), während (auf Lebenszeit ernannte) Richter bei den Instanzgerichten die
Bezeichnung „Richter(in) am … (z.  B. Amtsgericht, Arbeitsgericht, Landgericht, Finanzgericht, Landessozialgericht,
Verwaltungsgerichtshof , Bundesgerichtshof, Bundespatentgericht)“ tragen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59
Gewählt werden die Richter
Bundesverfassungsgericht   zur
–  W Hälfte vom Wahlausschuss des Deutschen Bundestags und zur anderen Hälfte vom
ikipedia 11
Bundesrat. Sie haben eine Amtszeit von zwölf Jahren und können nicht wiedergewählt werden. Diese 1970 in Kraft
[19]
getretene Regelung soll ihre persönliche Unabhängigkeit stärken. Während im Bundesrat eine direkte Wahl mit
Zweidrittelmehrheit stattYindet, wählt im Bundestag ein Wahlausschuss aus zwölf Abgeordneten, die unter
Zugrundelegung des d’Hondt’schen Höchstzahlverfahrens gewählt werden. Ein Kandidat ist gewählt, wenn er
mindestens zwei Drittel der Stimmen (d.  h. acht) der gesetzlichen Mitglieder dieses Ausschusses auf sich vereinigt.
Dabei werden drei Richter jedes Senats aus den Richtern an den obersten Gerichtshöfen des Bundes ausgewählt. Es
[20][21]
ist umstritten, ob nicht das Plenum des Bundestages für die Wahl zuständig sein sollte.

Wählbar ist jeder, der mindestens 40 Jahre alt ist und nach dem Deutschen Richtergesetz die Befähigung zum
Richteramt besitzt (2.   Juristisches Staatsexamen oder Professor der Rechte an einer deutschen Universität   – dem
gleichgestellt ist der Abschluss eines Diplomjuristen nach damaligen DDR-­‐Recht). Er muss zum Deutschen
Bundestag wählbar sein und darf weder dem Bundestag, dem Bundesrat, der Bundesregierung noch
entsprechenden Organen eines Landes angehören. Er kann zwar zum Zeitpunkt der Wahl zum
Bundesverfassungsrichter den vorgenannten Organen angehören, scheidet jedoch mit der Ernennung zum
Bundesverfassungsrichter aus den vorgenannten Organen aus.

Gemäß §  4 Abs.   3 BVerfGG besteht eine Altersgrenze von 68 Jahren für die Richter. Mit Ablauf des Monats, in dem
der Richter 68 Jahre alt wird, endet seine Amtszeit, wobei er allerdings das Amt noch weiterführt, bis ein Nachfolger
ernannt ist. Nach §  105 BVerfGG kann das Plenum bei dauerhafter Dienstunfähigkeit eines Richters den
Bundespräsidenten ermächtigen, diesen in den Ruhestand zu versetzen.

Präsident und Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts werden nach §   9 BVerfGG abwechselnd von
Bundestag und Bundesrat bestimmt. Üblicherweise sind dies die Senatsvorsitzenden; auch ist es üblich, nach
Ausscheiden eines Präsidenten aus dem Amt den Vizepräsidenten zu seinem Nachfolger zu bestimmen.

Der Präsident ist Dienstvorgesetzter der Beamten des Gerichts. Das Gericht unterliegt als Verfassungsorgan keiner
Dienstaufsicht.

Senate
Die Senate sind beide zuständig für Verfassungsbeschwerden (mit Ausnahme von Verfassungsbeschwerden von
Gemeinden und solchen aus dem Bereich des Wahlrechts ) sowie Normenkontrollverfahren, in denen überwiegend
die Verletzung von Grundrechten geltend gemacht wird. Die sonstigen Verfahren werden ausschließlich durch den
[22]
Zweiten Senat entschieden.

Beabsichtigt ein Senat, eine von der Rechtsauffassung des anderen Senats abweichende Entscheidung zu fällen,
entscheidet das Plenum des Bundesverfassungsgerichts .

Siehe auch: Liste der Richter des Bundesverfassungsgerichts

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Erster Senat
Bundesverfassungsgericht   –  Wikipedia 12

Richter des Ersten Senats


Beginn der Ende der nominiert gewählt
Name Nachfolger von
Amtszeit Amtszeit von von

Ferdinand Kirchhof (*

1950) 1.   Okt. 2007 30.  Juni 2018 CDU/CSU Bundestag Udo Steiner

(Vizepräsident)

Reinhard Gaier (* 1954) 29.   Okt. 2004 28.  Okt. 2016 SPD Bundesrat Renate Jaeger

Michael Eichberger (*

25.   Apr. 2006 24.  Apr. 2018 CDU/CSU Bundesrat Dieter Hömig

1953)

Wilhelm Schluckebier (*

2.   Okt. 2006 30.  Nov. 2017 CDU/CSU Bundestag Evelyn Haas

1949)

Wolfgang

Johannes Masing (* 1959) 2.   Apr. 2008 1.  Apr. 2020 SPD Bundesrat

Hoffmann-­‐Riem

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Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 13

Andreas Paulus (* 1968) 16.   Mär. 2010 15.  Mär. 2022 FDP Bundestag Hans-­‐Jürgen Papier

Susanne Baer (* 1964) 2.   Feb. 2011 1.  Feb. 2023 Bündnis 90/Die Bundestag Brun-­‐Otto Bryde

Grünen

Christine Hohmann-­‐

Gabriele Britz (* 1968) 2.   Feb. 2011 1.  Feb. 2023 SPD Bundesrat

Dennhardt

[23]
Kammern des Ersten Senats (2013)
Kammer 1. Richter 2. Richter 3. Richter

1. Kammer Kirchhof Eichberger Britz

2. Kammer Gaier Schluckebier Paulus

3. Kammer Kirchhof Masing Baer

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Zweiter Senat
Bundesverfassungsgericht   –  Wikipedia 14

Richter des Zweiten Senats


Beginn der Ende der nominiert gewählt
Name Nachfolger von
Amtszeit Amtszeit von von

Andreas Voßkuhle (*

1963) 7.  Mai   2008 6.   Mai   2020 SPD Bundesrat Winfried Hassemer

(Präsident)

Gertrude Lübbe-­‐Wolff (*

10.  Apr. 2002 9.   Apr. 2014 SPD Bundestag Jutta Limbach

1953)

Michael Gerhardt (*

31.  Juli 2003 30.   Juli 2015 SPD Bundestag Bertold Sommer

1948)

Hans-­‐Joachim

Herbert Landau (* 1948) 28.  Sep. 2005 30.   Apr. 2016 CDU/CSU Bundesrat

Jentsch

Peter M. Huber (* 1959) 16.  Nov. 2010 15.   Nov. 2022 CDU/CSU Bundestag Siegfried Broß

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Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 15

Monika Hermanns (* 16.  Nov. 2010 15.   Nov. 2022 SPD Bundestag Lerke Osterloh

1959)

Sibylle Kessal-­‐Wulf (*

19.  Dez. 2011 18.   Dez. 2023 CDU/CSU Bundesrat Rudolf Mellinghoff

1958)

Peter Müller (* 1955) 19.  Dez. 2011 30.   Sep. 2023 CDU/CSU Bundesrat Udo Di Fabio

[24]
Kammern des Zweiten Senats (2013)
Kammer 1. Richter 2. Richter 3. Richter

1. Kammer Voßkuhle Gerhardt Huber

2. Kammer Gerhardt Hermanns Müller

3. Kammer Lübbe-­‐Wolff Landau Kessal-­‐Wulf

Präsidenten und Vizepräsidenten


Der Präsident und der Vizepräsident (der aus dem Senat zu wählen ist, dem der Präsident nicht angehört) führen in
ihrem Senat den Vorsitz.

Der Präsident des Bundesverfassungsgericht steht nach den diplomatischen protokollarischen GepYlogenheiten
nach dem Bundespräsidenten , dem Präsidenten des Bundestages, dem Bundeskanzler und dem Präsidenten des
Bundesrates an fünfter Stelle im Staat.

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Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts
Bundesverfassungsgericht   –  Wikipedia 16

Nr. Name Lebensdaten Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit

1 Hermann Höpker-­‐Aschoff 1883–1954 7.  September 1951 15.  Januar 1954

2 Josef Wintrich 1891–1958 23.   März 1954 19.   Oktober 1958

3 Gebhard Müller 1900–1990 8.   Januar 1959 8.  Dezember 1971

4 Ernst Benda 1925–2009 8.   Dezember 1971 20.  Dezember 1983

5 Wolfgang Zeidler 1924–1987 20.   Dezember 1983 16.  November 1987

[25]
6 Roman Herzog * 1934 16.   November 1987 30.   Juni 1994

7 Jutta Limbach * 1934 14.  September 1994 10.   April 2002

8 Hans-­‐Jürgen Papier * 1943 10.   April 2002 16. März 2010

voraussichtlich März 2020

9 Andreas Voßkuhle * 1963 16. März 2010

(Amtszeit)

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Vizepräsidenten des Bundesverfassungsgerichts
Bundesverfassungsgericht   –  Wikipedia 17

Nr. Name Lebensdaten Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit

1 Rudolf Katz 1895–1961 7.   September 1951 23.   Juli 1961

2 Friedrich Wilhelm Wagner 1894–1971 19.   Dezember 1961 18.   Oktober 1967

3 Walter Seuffert 1907–1989 18.  Oktober 1967 7.  November 1975

4 Wolfgang Zeidler 1924–1987 7.   November 1975 20.   Dezember 1983

5 Roman Herzog * 1934 20.   Dezember 1983 16.  November 1987

6 Ernst Mahrenholz * 1929 16.   November 1987 24.   März 1994

7 Jutta Limbach * 1934 24.  März 1994 14.  September 1994

8 Johann Friedrich Henschel 1931–2007 29.   September 1994 13.   Oktober 1995

9 Otto Seidl * 1931 13.  Oktober 1995 27.   Februar 1998

10 Hans-­‐Jürgen Papier * 1943 27.  Februar 1998 10.   April 2002

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 18

11 Winfried Hassemer * 1940 10.  April 2002 7.   Mai 2008

12 Andreas Voßkuhle * 1963 7.   Mai 2008 16. März 2010

voraussichtlich Juni 2018

13 Ferdinand Kirchhof * 1950 16. März 2010

(Amtszeit)

Frauenanteil im Bundesverfassungsgericht seit 1951


Heute sind Frauen mit den Richterinnen Susanne Baer
und Gabriele Britz im Ersten Senat sowie Gertrude
Lübbe-­‐Wolff, Monika Hermanns und Sibylle Kessal-­‐Wulf
im Zweiten Senat in einem Anteil von rund 31 Prozent
der insgesamt 16 Verfassungsrichter vertreten. Seit
seiner Gründung 1951 wurden fünfzehn Frauen zu
Richterinnen des Bundesverfassungsgerichts berufen .

In seiner Entwicklung war der Frauenanteil am gesamten


Bundesverfassungsgericht lange Zeit kaum verschieden
von dem im Deutschen Bundestag, der die Hälfte der
Bundesverfassungsrichter wählt. Bis Mitte der 1980er
Jahre lag die Frauenbeteiligung in beiden Gremien unter
10 Prozent und stieg dann bis in die 90er Jahre zügig auf
knapp ein Drittel ihrer jeweiligen Mitglieder an. Während
sich der Frauenanteil unter den rund 600
Bundestagsabgeordneten bis heute auf diesem Niveau
bewegt, Yiel er im Bundesverfassungsgericht nach 2006
durch die ausbleibende Berufung weiblicher Nachfolger zweier Richterinnen zwischenzeitlich auf knapp 20 Prozent.

Einzeln betrachtet entwickelten sich Erster und Zweiter Senat, die in ihrer Arbeit getrennte Gremien sind, in ihrer
Frauenbeteiligung sehr unterschiedlich. Während im Ersten Senat von der Gründung des Gerichts an eine Richterin
vertreten war, arbeitete im Zweiten Senat bis zur Berufung von Karin Graßhof 1986 keine Frau . Seit dem
Amtsantritt von Jutta Limbach 1994, die vom Bundestag wenig später zur Präsidentin des Gerichts ernannt wurde,
[26]
bis zum Dezember 2011 war der Zweite Senat durchgängig mit genau zwei Frauen besetzt.

Im Jahr 1994, in dem der Bundestag auch das Staatsziel der Hinwirkung auf die Gleichberechtigung von Männern
[27]
und Frauen als Verfassungszusatz festschrieb, wurde im Ersten Senat durch die Berufung zweier
Verfassungsrichterinnen auf vorher mit Männern besetzte Stellen der Anteil der hier tätigen Frauen verdreifacht .
Mit nunmehr drei Richterinnen (37,5 Prozent) war der Erste Senat bereits von 1994 bis 2004 lediglich eine
Richterstelle entfernt von einer „halbe-­‐halbe“ Zusammensetzung aus Männern und Frauen . Nach 2006 Yiel hier der
http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht
Frauenanteil 4.  Januar  zurück,
auf die bereits von 1951 bis 1994 bestehende Beteiligung von lediglich einer Richterin 2014  10:51:59
was zu
Kritik führte und dem Gremium
Bundesverfassungsgericht   aufgrund des Zahlenverhältnisses von einer Frau zu sieben Männern erneut den 19
–  Wikipedia [28]
Namen „Schneewittchen-­‐Senat“ eintrug. Seit Februar 2011 sind mit der Berufung von Susanne Baer als
Nachfolgerin von Brun-­‐Otto Bryde und Gabriele Britz auf die seit der Gerichtsgründung weiblich besetzte
Richterstelle wieder zwei Frauen im Ersten Senat tätig.
[29]
Im Dezember 2011 trat mit Sibylle Kessal-­‐Wulf eine Frau die Nachfolge auf einer der beiden zur Neubesetzung
anstehenden, bis dahin mit Männern besetzten Richterstellen an. Damit ist der Zweite Senat erstmals in seiner
Geschichte mit drei Frauen besetzt (37,5 Prozent) und das Bundesverfassungsgericht insgesamt verfügt wie zuerst
fast 20 Jahre zuvor wieder über eine Frauenbeteiligung von rund 31 Prozent.

Siehe auch Listen: Frauenbeteiligung in den Senaten seit 1951 und Liste: Frauenanteil in der Justiz

Zuständigkeiten und Verfahrensarten (Überblick)


Das Bundesverfassungsgericht ist zur Streitentscheidung nur zuständig, wenn sich dies aus dem GG (Grundgesetz)
oder §  13 BVerfGG ergibt (sogenanntes Enumerativprinzip). Wie jedes andere Gericht kann es nicht von sich aus
aktiv werden, sondern muss angerufen werden. Neben seinen Aufgaben auf Bundesebene kann es eine
Zuständigkeit bei Verfassungsstreitigkeiten um die Auslegung von Landesverfassungen geben, wenn dies die
Verfassung eines Bundeslandes vorsieht. Ein Beispiel hierfür war das Land Schleswig-­‐Holstein (Art.   44 LVerf Schl.-­‐
H. alter Fassung ), welches aber 2008 als letztes Bundesland ebenfalls ein eigenes Landesverfassungsgericht
errichtet hat, das seitdem diese Aufgabe erfüllt.

Nicht zuständig ist das Bundesverfassungsgericht jedoch bei Streitigkeiten, die die Europäische Union oder ihre
Verträge berühren . In diesem Fall ist der Europäische Gerichtshof (EuGH) zuständig. Allerdings entscheidet das
Bundesverfassungsgericht dann über Fragen im Zusammenhang mit Europarecht, wenn diese die Auslegung der
deutschen Verfassung betreffen , wie etwa im bekannten Urteil Solange II.

Verfassungsbeschwerde

→ Hauptartikel: Verfassungsbeschwerde

Jeder (nach Art.  93 Abs.  1 Nr.   4a GG), der sich in seinen Grundrechten durch staatliches Handeln verletzt sieht, kann
eine Verfassungsbeschwerde einreichen („Individualbeschwerde“). Unter staatlichem Handeln ist jeder Akt der
öffentlichen Gewalt zu verstehen, der in Rechtspositionen des Grundrechtsträgers eingreift. Darunter fallen alle
Akte der vollziehenden Gewalt, Rechtsprechung und Gesetzgebung. Nicht nur Handeln, sondern auch Unterlassen
können Akte der öffentlichen Gewalt umfassen. Der sogenannte klassische Eingriffsbegriff, der bis 1992 maßgeblich
war, deYinierte darunter einen Eingriff, der

Yinal und nicht nur unbeabsichtigte Folge staatlichen Handelns ist

unmittelbar ist

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 20
durch einen Rechtsakt mit imperativer Außenwirkung begründet ist.

Das moderne Eingriffsverständnis verzichtet auf die Merkmale des Rechtsaktes, der Unmittelbarkeit und der
imperativen Außenwirkung und macht im Ergebnis fast jede Einwirkung des Staates überprüYbar .

Das Gericht ist jedoch keine Superrevisionsinstanz: Eine falsche Anwendung einfacher Gesetze durch Fachgerichte
genügt nicht für eine zulässige Beschwerde , wenn diese Rechtspositionen nicht grundrechtlich geschützt sind.
Allerdings berührt jede Verletzung einfachen Rechts das Grundrecht auf Gleichheit, wenn die betreffende
Auslegung willkürlich ist.

Es gibt verschiedene Verfassungsbeschwerden :

gegen Gesetze oder andere Normen des Bundes

gegen Gesetze oder andere Normen eines Landes, sofern kein Landesverfassungsgericht zuständig ist

gegen eine Behördenentscheidung

gegen eine Gerichtsentscheidung

gegen jedes andere staatliche oder dem Staat zuordenbare Handeln

Auch juristische Personen können Verfassungsbeschwerde erheben. Dies aber nur, sofern die Grundrechte ihrem
Wesen nach auf juristische Personen Anwendung Yinden können (Art.  19 Abs.   3 GG), etwa Berufsfreiheit (Art.   12
GG) oder Eigentum (Art.  14 GG), nicht aber Religionsfreiheit (Art.  4 GG). Juristische Personen des öffentlichen
Rechts sind grundsätzlich nicht beschwerdebefugt (so entschieden im Sasbach-­‐Fall; Ausnahmen aber etwa bei der
Rundfunkfreiheit (Art.   5 GG) möglich).

Gemeinden und Gemeindeverbände können eine Verfassungsbeschwerde mit der Begründung einreichen, sie seien
in ihrem kommunalen Selbstverwaltungsrecht verletzt. In diesem Fall spricht man von
„Kommunalverfassungsbeschwerden “ – nicht zu verwechseln mit dem sogenannten Kommunalverfassungsstreit ,
welcher ein innergemeindliches verwaltungsrechtliches Organstreitverfahren ist.

Damit die Verfassungsbeschwerde zulässig ist, darf dem Beschwerdeführer kein anderes Rechtsmittel mehr offen
stehen („Subsidiaritätsprinzip“). Ausnahmen sind allenfalls dann zulässig, wenn dem Beschwerdeführer die
Ausschöpfung des Rechtsweges nicht zumutbar ist und die wirksame Durchsetzung seiner Grundrechte sonst
vereitelt werden würde, oder wenn die Entscheidung der Verfassungsbeschwerde von allgemeiner Bedeutung ist
(§  90 Abs.  2 Satz  2 BVerfGG ).

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Die Verfassungsbeschwerde–  W
Bundesverfassungsgericht   istikipedia
die bei weitem häuYigste Verfahrensart (etwa 96 Prozent aller Verfahren sind 21
Verfassungsbeschwerden ). Der größte Teil dieser Verfahren wird nicht durch die Senate, sondern durch eine
Kammer entschieden, wenn sie bereits geklärte Rechtsfragen aufwerfen oder offensichtlich unbegründet oder
begründet sind. Zum Teil kann das Gericht in solchen Fällen a limine entscheiden.

Eine „Bearbeitungsgarantie “ gibt es bei der Verfassungsbeschwerde nicht. Nur 2,5   % aller Beschwerdeanträge
werden bearbeitet. Neben der Möglichkeit einer A-­‐Limine-­‐Abweisung wurde ab 1993 mit §  93d BVerfGG die
Möglichkeit geschaffen, Verfassungsbeschwerden ohne Begründung nicht zur Entscheidung anzunehmen.
Begründet wurde dies rechtspolitisch damit, dass Begründungen richterlicher Entscheidungen nur zum Anrufen
weiterer Instanzen notwendig seien. Das Gericht gehöre nicht zum Instanzenzug. Von der Möglichkeit, eine
Missbrauchsgebühr für das grundsätzlich gerichtsgebührenfreie Verfahren zu erheben, machte das Gericht bislang
in seiner Praxis sehr selten Gebrauch .

Konkrete Normenkontrolle

→ Hauptartikel: Konkrete Normenkontrolle

Ein Fachgericht, das ein bestimmtes entscheidungserhebliches Bundesgesetz für unvereinbar mit dem Grundgesetz
oder ein Landesgesetz für unvereinbar mit einem Bundesgesetz hält, muss durch Beschluss das Verfahren der
konkreten Normenkontrolle einleiten (Art.   100 GG). Dadurch unterbricht es das eigene Verfahren und gibt den Fall
zur inzidenten Prüfung an das Verfassungsgericht ab. Nur das Verfassungsgericht kann Gesetze für
verfassungswidrig erklären und verfügt exklusiv über die Normverwerfungskompetenz im deutschen Rechtssystem
(bei Unvereinbarkeit eines Gesetzes mit einer Landesverfassung ist das Gesetz dem nach Landesrecht zuständigen
Gericht vorzulegen).

Nicht zulässig ist eine konkrete Normenkontrolle jedoch für vorkonstitutionellesRecht, also für Gesetze, die vor
Inkrafttreten des Grundgesetzes verkündet worden sind. Ihre Anwendung können Fachgerichte und Behörden
selbst verwerfen . Hierunter fallen jedoch nicht folgende Fälle:

wesentliche Bestandteile des vorkonstitutionellenGesetzes wurden nach Inkrafttreten des Grundgesetzes

geändert oder

Verweisung eines neuen Gesetzes zu einem vorkonstitutionellenGesetz oder

das neue Gesetz steht in einem engen sachlichen Zusammenhang zum vorkonstitutionellenGesetz oder

das vorkonstitutionelleGesetz wurde neu verkündet.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Wenn es in einem gerichtlichen
Bundesverfassungsgericht   Verfahren auf die Gültigkeit einer Norm des Gemeinschaftsrechts ankommt, hat das
–  Wikipedia 22
Fachgericht zunächst die Vorabentscheidung des EuGH einzuholen. Wenn der EuGH ihre Gültigkeit bejaht, hat das
deutsche Fachgericht aber gleichwohl eine Vorlage zum BVerfG als konkrete Normenkontrolle zu beschließen
(entsprechende Anwendung von Art.   100 Abs.   1 GG), wenn es von der Ungültigkeit der EU-­‐Norm

wegen Verletzung des nach Art.  23 Abs.   1 S.  1 GG unabdingbaren grundrechtlichen Mindeststandards oder

wegen Überschreitung der Gemeinschaftskompetenzen (Ausbrechen aus dem „Integrationsprogramm“ der

Verträge )

überzeugt ist. →   Übersicht, Solange I, Solange II, Maastricht-­‐Urteil

Abstrakte Normenkontrolle
Das BVerfG wird auf Antrag der Bundesregierung , einer Landesregierung oder mindestens eines Viertels der
Mitglieder des Bundestags tätig. Die abstrakte Normenkontrolle ermöglicht somit der Opposition, die
Verfassungsmäßigkeit eines von der die Regierung stützenden Mehrheit beschlossenen Gesetzes oder
völkerrechtlichen Vertrags prüfen zu lassen.

Organstreit

Ein Organstreit ist ein Rechtsstreit zwischen staatlichen Organen (und mit eigenen Rechten ausgestatteter Teile
dieser Organe) über Rechte und PYlichten, die sich aus ihrem besonderen verfassungsrechtlichen Status ergeben,
namentlich aus der Verfassung oder aus ihrer in Selbstverwaltung gegebenen Geschäftsordnung oder Satzung.

Bund-­‐Länder-­‐Streit

Ein Bund-­‐Länder-­‐Streit wird bei einer Differenz zwischen Bund und Ländern über Rechte und PYlichten aus der
Verfassung , beispielsweise in Fragen der Gesetzgebungskompetenz angestrengt.

Kompetenz-­‐Surrogation bei konkurrierender Gesetzgebung

Eine komplexe Variante des Bund-­‐Länder-­‐Streits ist das Verfahren nach Art.   93 Abs.   2 GG. Es handelt sich hierbei
um eine Feststellungsklage mit dem Ziel, die gesetzgeberische Ersetzungsbefugnis von Bundesländern nach Art.   72
Abs.   2 GG festzustellen, wenn der Bund hierbei nicht kooperiert.

Formelle Anforderungen

Ausgestaltet ist das Verfahren ähnlich einer Feststellungsklage, jedoch ohne besondere Subsidiaritätserfordernisse
hinsichtlich anderer Verfahren . Im Gegenteil, diese Verfahrensart ist vorrangig im Verhältnis zum Bund-­‐Länder-­‐
Streit, da sie die speziellere ist.

Antragsberechtigt sind Inhaber des landesgesetzgeberischen Initiativrechts (Landesregierung oder Volksvertretung


eines Landes) und der Bundesrat.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Materielle Anforderungen
Bundesverfassungsgericht   –  Wikipedia 23
Das Ziel des Verfahrens ähnelt dem §  894 ZPO, also ein Surrogat für die fehlende Willenserklärung des Bundes in
Gesetzesform zu erwirken:

Art.  74 GG bestimmt die Bereiche für konkurrierende Gesetzgebung des Bundes. Manche davon sind jedoch mit
dem Vorbehalt der Ersatzbefugnis zugunsten der Länder versehen , wenn eine Bundesgesetzgebung nicht
erforderlich ist (Art.  72 Abs.  2 GG) oder den Kontinuitätsanforderungen nicht genügt, weiterhin als Bundesrecht
erlassen werden zu können (Art.   125a Abs.  2 GG).

Sie ist erforderlich, wenn und soweit die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet oder die
Wahrung der Rechts-­‐ oder Wirtschaftseinheit im gesamtstaatlichen Interesse eine bundesgesetzliche Regelung
[30]
gebieten. Besteht dieses Erfordernis nicht mehr, kann der Bund dies in einem Gesetz feststellen und
Rechtssicherheit für Ersatzgesetze durch die Länder schaffen. Dies hat deklaratorische Wirkung für die
Ersetzungsbefugnis – Art.  72 Abs.   3 GG. Tut er dies nicht und herrscht Streit über die Ersetzungsbefugnis der
Landesgesetzgeber , kann auf Feststellung geklagt werden.

Die Feststellung ist ein Surrogat für eine deklaratorische Bundesregelung ; sie hat Gesetzeskraft. Es handelt sich also
um ein Kompetenz-­‐Surrogat für das Surrogationsrecht.

Parteiverbot

→ Hauptartikel: Parteiverbotsverfahren

Parteiverbote sind Verfahren nach Artikel   21 Abs.   2 GG, §§   13 Nr.   2, 43   ff. BVerfGG . Antragsberechtigt sind
Bundestag, Bundesrat und die Bundesregierung . Bisher wurden 1952 die SRP (Sozialistische Reichspartei) und
1956 die KPD verboten. Ein Verbotsverfahren gegen die NPD ist vom Gericht 2003 aus Verfahrensgründen
eingestellt worden.

Verwirkung von Grundrechten

→ Hauptartikel: Grundrechtsverwirkung

Antragsberechtigt sind der Bundestag, eine Landesregierung oder die Bundesregierung . In der Geschichte des
Gerichts waren vier Verfahren anhängig.

Klärung des Parteienstatus

Das Bundesverfassungsgericht entscheidet nach Artikel   93 Abs.   1 Nr.   4c GG auch über Beschwerden von
Vereinigungen gegen ihre Nichtanerkennung als politische Partei zur Bundestagswahl durch den
Bundeswahlausschuss .

Wahlprüfung

Das Gericht ist die zweite und letzte Instanz bei Einsprüchen gegen die Gültigkeit der Bundestags-­‐ und Europawahl
(Wahl der Abgeordneten des Europäischen Parlaments aus der Bundesrepublik Deutschland). Die erste Instanz ist,
als selbst verwaltetes Organ, der Bundestag selbst. Eine Wahlprüfungsbeschwerde können Mitglieder des

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Bundestages, der Bundesrat,
Bundesverfassungsgericht   –  Wdie Bundesregierung oder ein Quorum von mindestens 101 wahlberechtigten Bürgern
ikipedia 24
erheben. Es müsste hierzu durch Handeln oder Unterlassen während der Wahl ein Fehler aufgetreten sein, der sich
auf die Sitzverteilung im Bundestag beziehungsweise im Europaparlament auswirkte.

Anklagen gegen den Bundespräsidenten

→ Hauptartikel: Präsidentenanklage

Antragsberechtigt sind Bundestag und Bundesrat. Eine solche Anklage ist noch nie vorgekommen.

Vergleiche
Vergleiche vor dem Bundesverfassungsgericht sind de jure nicht vorgesehen. Gleichwohl machte der Erste Senat im
Verfahren um Normenkontrollantrag bzw. Verfassungsbeschwerden in Hinblick auf den Lebensgestaltung-­‐Ethik-­‐
[31]
Religionskunde (LER)  – Unterricht in Brandenburg faktisch einen Vergleichsvorschlag .

Ausschlaggebend hierfür war, dass der Streit auch Religionsunterricht und damit eine res mixta betraf und das
Gericht eine hoheitliche Entscheidung gegenüber den Religionsgemeinschaften vermeiden wollte. Der Vergleich
entsprach eher dem Kooperationsverhältnis, in dem die res mixta zwischen Staat und Religionsgemeinschaften zu
regeln sind.

Rechtsgutachten

Die Möglichkeit, vom Bundesverfassungsgericht ein Rechtsgutachten einzuholen, bestand nur in dessen
Anfangsjahren nach §   97 BVerfGG alter Fassung . Zu einem solchen Gutachten kam es nur zweimal: 1951 erstellte
das Gericht ein Gutachten über die Zustimmungsbedürftigkeit des Bundesrates zum Gesetz über die Verwaltung
[32]
der Einkommen-­‐ und Körperschaftsteuer ; 1954 ein Gutachten über die Zuständigkeit des Bundes zum Erlass
[33]
eines Baugesetzes.

Plenarentscheidungen
Plenarentscheidungen nach §  16 BVerfGG sind nötig, wenn ein Senat in einer Rechtsfrage von der in einer
Entscheidung des anderen Senats enthaltenen Rechtsauffassung abweichen will.
[34]
Dies war etwa der Fall bei der Frage der Klagebefugnis politischer Parteien im Organstreitverfahren . Im August
2012 entschied das Bundesverfassungsgericht in der fünften Plenarentscheidung seit seiner Gründung über die
[35]
Zulassung von Bundeswehreinsätzen im Inland.

VorläuHiger Rechtsschutz
Wie nach jeder anderen Prozessordnung kann das Verfassungsgericht vorläuYige Entscheidungen treffen, bis das
Hauptverfahren entschieden ist (einstweilige Anordnungen gemäß §  32 BVerfGG ). Eine Besonderheit liegt darin,
dass sich Organstreitverfahren und Normenkontrollen in der Praxis erledigen, wenn sie politisch brisant sind. Die
„unterliegende“ Seite betreibt das Hauptverfahren oft nicht weiter.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


VorläuYiger Rechtsschutz wurde
Bundesverfassungsgericht   beispielsweise vor der Entscheidung über die Verfassungsbeschwerde gegen das25
–  Wikipedia [36]
Volkszählungsgesetz (Volkszählungsurteil) in Gestalt der Aussetzung der Durchführung des
[37]
Volkszählungsgesetzes gewährt.

Sonstige Verfahren

Neben den oben aufgeführten Zuständigkeiten und Verfahrensarten wird das Bundesverfassungsgericht auch in
anderen ihm durch Bundesgesetz zugewiesenen Fällen tätig (Art.  93 Abs.  3 GG). Ein Beispiel hierfür ist das Gesetz
über Volksbegehren und Volksentscheid bei Neugliederung des Bundesgebietes nach Art.   29 Abs.  2 bis 6 des
Grundgesetzes, das gegen ein abgelehntes Volksbegehren die Beschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht
ermöglichte. In einem solchen Verfahren fällte das Gericht das Lübeck-­‐Urteil.

Bedeutende Entscheidungen
Entscheidungen des Gerichts werden u.   a. in der amtlichen Sammlung BVerfGE
sowie auf der Internet -­‐Seite des Bundesverfassungsgerichts veröffentlicht.

Grundrechtsschutz im Privatrecht
Die Grundrechte dienten in ihrem Ursprung als Abwehrrechte gegen den Staat.
Primär der Schutz der Rechte des Einzelnen, später auch das Recht, zur
allgemeinen Handlungsfreiheit vom Staat in Ruhe gelassen zu werden
(Allgemeines Persönlichkeitsrecht). Heute ist allgemein anerkannt, dass der Entscheidungen des BVerfG als
Schutz der Grundrechte nicht nur im Verhältnis Bürger–Staat zur Anwendung
gebundene Bücher im Dienstsitz
kommt, sondern auch im Verhältnis Bürger–Bürger die Grundrechte des
Waldstadt
Einzelnen zählen. Dieses geht so aus dem Grundgesetz und seiner Entstehung
nicht hervor. Ursprung ist das Lüth-­‐Urteil, in dem es um diesen Streitpunkt
ging. Das BVerfG betont hier, dass es das Grundgesetz als ein „Wertesystem “ betrachte, das seinen Mittelpunkt in
der sich innerhalb der sozialen Gemeinschaft frei entfaltenden menschlichen Persönlichkeit Yinde. Als solches müsse
es für alle Bereiche des Rechts gelten. Daher beeinYlusse es auch das bürgerliche Recht. Keine bürgerlich-­‐rechtliche
Vorschrift dürfe in Widerspruch zu ihm stehen, jede müsse im Geiste des Grundgesetzes ausgelegt werden.

Menschenwürde

Keine „Abwägung Grundrechte gegen Menschenwürde “ ohne besonders schwerwiegenden Verstoß , denn die

Grundrechte sind Ableitungen der Menschenwürdegarantie (vgl. Benetton-­‐Entscheidungen)

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 26
Keine „Abwägung Leben gegen Leben“, ist das Credo der Entscheidung zum Luftsicherheitsgesetz 2005. Die

Verfassung verbietet dem Staat, einige wenige Menschen zu töten, um viele andere zu retten, unter allen

[38]
Umständen.

Mehrere gesetzliche Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch (§§   218  ff. StGB) werden durch das Gericht

für verfassungswidrig erklärt und aufgehoben, weil sie dem Lebensschutzmaßstab des Grundgesetzes nicht

entsprachen. Das Gericht sah den KonYlikt zwischen Menschenwürde und menschlichem Leben durch den

Gesetzgeber nicht befriedigend gelöst.

Grundrechtsschutz allgemein und Prozessuales

[39]
Das Elfes-­‐Urteil behandelte 1957 die allgemeine Handlungsfreiheit, rechtlich bedeutsam ist es durch die

DeYinition des prozessualen Grundrechtsschutzes : Das Gericht deYiniert als „verfassungsmäßige objektive

Rechtsordnung“ die Gesamtheit aller Normen auf allen normenhierarchischen Ebenen, die formell und

materiell der Verfassung gemäß sind und weist darauf hin, dass grundrechtlich geschützte Positionen nicht

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 27
nur im Grundgesetz niedergelegt sind, sondern zahlreich und oft durch einfaches Recht fallkonkret geregelt

werden. Ein Verstoß dagegen kann immer mindestens als Verletzung von Art.  2 Abs.  1 GG gerügt und vom

Verfassungsgericht überprüft werden. Da jedoch das deutsche Rechtssystem eine Superrevision nicht kennt,

bedarf es einer verfassungsrechtlich fokussierten Begrenzung (sogenannte „Heck’sche Formel“), wonach das

Gericht die Entscheidungen von Fachgerichten nur auf die Verletzung „speziYischen Verfassungsrechts “ prüft:

wenn der EinYluss einer Verfassungsnorm ganz oder grundsätzlich verkannt wurde

wenn die Rechtsanwendung grob oder offensichtlich willkürlich war oder

wenn die Grenzen richterlicher Rechtsfortbildung überschritten wurden.

Gewissensfreiheit

[40]
In seinem Beschluss vom 20.   Dezember 1960 (Kriegsdienstverweigerung I) entwickelte das

Bundesverfassungsgericht folgende DeYinition für eine Gewissensentscheidung: Jede ernste sittliche, d.   h. an

den Kategorien von „Gut“ und „Böse“ orientierte Entscheidung, die der Einzelne in einer bestimmten Lage als

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 28
für sich bindend und unbedingt verpYlichtend innerlich erfährt, so dass er gegen sie nicht ohne ernste

Gewissensnot handeln könnte.

Das Gericht hob 1978 ein Bundesgesetz auf, nach dem WehrpYlichtige den Kriegsdienst durch eine schriftliche

Erklärung verweigern konnten, ohne im Einzelnen ihre Gewissensentscheidung darzulegen (auch als

[41]
„Verweigerung per Postkarte“ bezeichnet).

Kunstfreiheit

Die Mephisto-­‐Entscheidung (1971) deYiniert den verfassungsrechtlichen Schutzbereich der Kunstfreiheit

[42]
durch einen offenen Kunstbegriff.

In der Mutzenbacher-­‐Entscheidung zur Indizierung des Romans Jose[ine Mutzenbacher ging das Gericht 1990

auf das Verhältnis von Kunstfreiheit und Jugendschutz ein und stellte klar, dass PornograYie und Kunst

[43]
einander nicht ausschließen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Grundrecht auf Informationelle
Bundesverfassungsgericht   –  Wikipedia Selbstbestimmung (Datenschutz) 29

1983 wurde im Volkszählungsurteil ein im Grundgesetz nicht kodiYiziertes Grundrecht aus der

Menschenwürde und dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht hergeleitet und als eigenständiges Rechtsinstitut

[36]
deYiniert.

2006 entschied das Gericht, dass auf einer Festplatte privat gespeicherte, internetgestützte Kommunikation

zwar nicht vom Fernmeldegeheimnis geschützt ist, da Übermittlungsvorgänge bereits beendet sind, jedoch

erfährt sie in einem Ergänzungsverhältnis Schutz durch das Grundrecht auf Informationelle

[44]
Selbstbestimmung sowie die Unverletzlichkeit der Wohnung.

2006 hob das Gericht die Anordnung zur Rasterfahndung in Nordrhein-­‐Westfalen auf. Das zum Zwecke der

Terrorismusbekämpfung geänderte Polizeigesetz genügte Anforderungen des Grundrechtsschutzes nicht, erst

bei einer unmittelbar bevorstehenden Gefahr einzugreifen. Es bedürfe bei einer sogenannten „allgemeinen

Bedrohungslage“ einer konkreten, tatsachengestützten Gefahrenprognose . Die Entscheidung wird kritisiert,

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 30
weil sie zu weit ginge und dem Gesetzgeber de facto verdachtunabhängige Vorfeldprävention und -­‐

erforschung untersage, was jedoch in weit weniger sensitiven Bereichen Usus ist. Dies verstoße gegen die

[45]
Regel des judicial self-­‐restraint (→   Richterliche Selbstbeschränkung ).

Das Gericht bestätigte 2007 die ständige Praxis der Fachgerichte, wonach heimliche Vaterschaftstests illegal

sind und in gerichtlichen Verfahren als Beweis ungeeignet, es fordert jedoch die Schaffung einer für Väter

legalen Möglichkeit zur Feststellung der biologischen Abstammung des Kindes – solange die rechtliche

Vaterschaft mit der biologischen nicht deckungsgleich ist. Maßgeblich ist hier der Widerstreit der

[46]
genetischen/informationellen Selbstbestimmung im Dreiecksverhältnis.

Im Jahr 2008 entschied das Gericht, dass ein anlassloses oder Ylächendeckendes automatisiertes Überprüfen

von KFZ-­‐Nummernschildern unverhältnismäßig und daher verfassungswidrig ist. Die entsprechenden

[47]
Regelungen in Schleswig-­‐Holstein und Hessen wurden für nichtig erklärt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Grundrecht auf Gewährleistung
Bundesverfassungsgericht   –  Wikipedia der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer
31
Systeme

2008 deYiniert das Gericht erneut ein nicht-­‐kodiYiziertes Grundrecht, das Grundrecht auf Gewährleistung der
Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme. In seinem Urteil zur Online-­‐Durchsuchung erklärt
das Gericht Vorschriften im Verfassungsschutzgesetz von Nordrhein-­‐Westfalen für nichtig und stellt für die
Anwendung dieser Maßnahme hohe Hürden auf. Es verlangt einen Richtervorbehalt und Vorkehrungen zum Schutz
des Kernbereichs privater Lebensgestaltung und beschränkt den Einsatz auf Fälle, in denen tatsächliche
[48]
Anhaltspunkte einer konkreten Gefahr für ein überragend wichtiges Rechtsgut vorliegen.

Ehe und Familie

Das Gericht bestätigte 2001 bzw. 2002 das Lebenspartnerschaftsgesetz und stellte klar, dass

Gleichberechtigung von Homosexuellen dem besonderen staatlichen Schutz von Ehe und Familie (Art.   6 GG)

nicht widerspricht. Das Grundgesetz verlange eine besonders aktive Förderung von Ehe und Familie, wohl

aber kein Abstandsgebot zu anderen Lebensgestaltungen  – von der Benachteiligung Anderer hätten Ehen und

[49]
Familien nichts.

Siehe auch: Übersicht zur weiteren Rechtsprechung in wirtschaftlichen und steuerlichen Fragen

2008 entscheidet das Gericht, dass das in §   173 Abs.  2 S.   2 StGB strafrechtliche sanktionierte Verbot des

Inzest mit dem Grundgesetz vereinbar sei. Trotz verbreiteter Kritik in der Rechtswissenschaft am Normzweck,

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 32
sah es neben dem Schutz der sexuellen Selbstbestimmung und der Familie auch die Gesundheit der

[50]
Bevölkerung (Eugenik) als legislative Eckpunkte an.

2009 erging ein Beschluss zur Frage der Ungleichbehandlung von eingetragenen Lebenspartnern bei der

Hinterbliebenenversorgung im öffentlichen Dienst. Darin beschloss der Erste Senat, dass eine

Ungleichbehandlung verfassungswidrig ist, und formulierte im Leitsatz, dass „der bloße Verweis auf das

Schutzgebot der Ehe gemäß Art.  6 Abs.   1 GG“ eine Differenzierung zwischen der Ehe und anderen

[51]
vergleichbaren Lebensgemeinschaften nicht rechtfertigt.

2013 erklärte das Gericht die Ungleichbehandlung von eingetragenen Lebenspartnerschaften und Ehe gleich

in zwei Entscheidungen für verfassungswidrig. So verletzt nach einem Urteil vom Februar die Nichtzulassung

der sukzessiven Adoption angenommener Kinder eingetragener Lebenspartner durch den anderen

Lebenspartner sowohl die betroffenen Kinder als auch die betroffenen Lebenspartner in ihrem Recht auf

[52]
Gleichbehandlung (Art. 3 Abs. 1 GG). Zudem sah das Gericht im Mai in einem Ausschluss der

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 33
Lebenspartnerschaften vom Ehegattensplitting im Einkommensteuergesetz einen Verstoß gegen den

allgemeinen Gleichheitssatz, da es an hinreichend gewichtigen Sachgründen für die Ungleichbehandlung fehle.

[53]

Unverletzlichkeit der Wohnung und Telekommunikationsfreiheit

Großer Lauschangriff: 2004 werden Vorschriften über akustische Wohnraumüberwachung als teilweise

verfassungswidrig aufgehoben. Das Gericht deYiniert anhand des Grundrechts auf Informationelle

Selbstbestimmung einen unantastbaren „Kernbereich privater Lebensgestaltung“, als persönliches Refugium

des Bürgers , der durch staatliche Maßnahmen nicht zu penetrieren ist und selbst Strafverfolgung keine

[54]
Eingriffsrechtfertigung sein darf.

Die präventive Telefonüberwachung in Niedersachsen wird 2005 für verfassungswidrig erklärt, da

Bundesländern die Gesetzgebungskompetenz fehle. Materiell bedeutsam ist die Entscheidung für ähnliche

[55]
Landesgesetzgebung in Thüringen und Bayern .

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Gleichheit vor dem Gesetz
Bundesverfassungsgericht   –  Wikipedia 34

In der Entscheidung zu Homosexuellen aus dem Jahr 1957 befand das Bundesverfassungsgericht den §   175

StGB für mit dem Grundgesetz vereinbar . Die StraYbarkeit männlicher Homosexualität verstoße nicht gegen

[56]
den allgemeinen Gleichheitsgrundsatz.

In der Entscheidung über die Spekulationssteuer für die Jahre 1997 und 1998 erklärte das Gericht Teile des

Einkommensteuergesetzes für verfassungswidrig und nichtig, die die Belastung von Veräußerungsgewinnen

bei Wertpapieren zwar vorsehen, aber auf die eigene rechtliche Durchsetzbarkeit verzichten, sog.

[57]
strukturelles VollzugsdeYizit. Damit sei eine ungleichmäßige Belastung schon im Gesetz angelegt.

In einer Entscheidung über Haftvergünstigungen urteilte das Gericht 2007, dass männlichen Gefangenen

Vergünstigungen (Zugang zu Telefonen), die weibliche Gefangene der gleichen Sicherheitsstufe erhalten, ohne

besondere Gründe, welche die männlichen Gefangenen betreffen , nicht vorenthalten werden dürfen. Auch

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 35
dürfen männliche Gefangene genauso viel von ihrem Eigengeld für kosmetische Produkte ausgeben wie

[58]
weibliche Inhaftierte.

Meinungs-­‐ und Pressefreiheit

In der „Tucholsky-­‐Entscheidung“ von 1995 um die öffentliche Aussage „Soldaten sind Mörder!“ bleibt das

Gericht seiner Tradition treu, die Meinungs-­‐ und Pressefreiheit als für die Demokratie vitales, unabdingbares

Verfassungsgut zu schützen, und führt eine musterhafte Prüfung von Grundrechtseingriffen aufgrund eines

Gesetzesvorbehalts als verfassungsrechtliche Schranke. Diese Entscheidung zeigt die praktische Anwendung

wichtiger Grundsätze aus der ständigen Rechtsprechung zum Grundrechtsschutz wie die Heck’sche Formel,

die Wechselwirkungslehre , die objektive Wertrangordnung und die SchutzbereichsdeYinition von Werturteilen

[59]
und Tatsachenbehauptungen .

In den Benetton-­‐Entscheidungen hebt das Gericht Veröffentlichungsverbote gegen den Verlag auf, der

schockierende Werbung mittels Fotoanzeigen veröffentlichen will und stellt klar, dass die Meinungsfreiheit als

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 36
Ableitung der Menschenwürdegarantie nur schwer mit Hinweis auf die Menschenwürde eingeschränkt

werden kann. Allein wegen Wettbewerbswidrigkeit kann eine Meinungsäußerung nicht verboten werden.

Auch die Kritik an gesellschaftlichen Missständen kann nicht verboten werden, wenn sie in einen

kommerziellen Kontext gerückt wird, denn sie bleibt eine Meinungsäußerung .

Siehe auch: Au[listung von BVerfG -­‐Entscheidungen im Artikel „Meinungsfreiheit“

Demonstrations-­‐ und Versammlungsfreiheit

Im Brokdorf-­‐Beschluss hebt das Gericht 1985 die besondere Bedeutung der Demonstrations-­‐ und

Versammlungsfreiheit für die Demokratie hervor, weshalb ein besonders starker status negativus gegen

exzessive Reglementierungen durch Gesetz oder Verwaltungsakt wirke. Eingriffsmaßnahmen dürfe der Staat

aufgrund der Polizeigesetze nicht treffen, sondern nur anhand des grundrechtsschonenden

Versammlungsrechts (sogenannte Polizeifestigkeit). Auch dürften solche nicht mit Hinweis auf eine

[60]
gewaltbereite Minderheit ergriffen werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Religionsfreiheit
Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 37

1960 äußerte sich das Bundesverfassungsgericht zur im Grundgesetz verankerten Glaubensfreiheit. Demnach

erlaubt das Grundrecht der Glaubensfreiheit auszusprechen und auch zu verschweigen, dass und was man

glaubt oder nicht glaubt. Dieses Grundrecht umfasst ebenso die Werbung für den eigenen Glauben wie die

[61]
Abwerbung von einem fremden Glauben.

Im Beschluss zur „Aktion Rumpelkammer“ stellte das Bundesverfassungsgericht im Oktober 1968 fest, dass

die Religionsfreiheit außer Kirchen, Religions-­‐ und Weltanschauungsgemeinschaften auch Vereinigungen

zusteht, die sich nicht die allseitige, sondern nur die partielle PYlege des religiösen oder weltanschaulichen

[62]
Lebens ihrer Mitglieder zum Ziel gesetzt haben („religiöse Vereinigungen “).

1971 stellte das Bundesverfassungsgericht bezüglich der durch Artikel  4 Absatz   1 Grundgesetz geschützte

Glaubensfreiheit fest, dass in einem Staat, in dem die menschliche Würde oberster Wert sei, und in dem der

freien Selbstbestimmung des Einzelnen zugleich ein gemeinschaftsbildender Wert zuerkannt werde, gewähre

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 38
die Glaubensfreiheit dem Einzelnen einen von staatlichen Eingriffen freien Rechtsraum, in dem er sich die

Lebensform zu geben vermag, die seiner Überzeugung entspricht. Dabei könne es sich um ein/e religiöses

oder irreligiöse/s bzw. ein/e religionsfeindliche/s oder religionsfreie/s Bekenntnis oder Wealtanschauung

handeln. „Insofern ist die Glaubensfreiheit mehr als religiöse Toleranz, d.  h. bloße Duldung religiöser

Bekenntnisse oder irreligiöser Überzeugungen. Denn sie erlaubt nicht nur auszusprechen und auch zu

verschweigen, daß und was man glaubt oder nicht glaubt. Dem Sinne dieser im Grundgesetz getroffenen

politischen Entscheidung entspricht es vielmehr, die Glaubensfreiheit auch auf die Werbung für den eigenen

Glauben wie für die Abwerbung von einem fremden Glauben zu erstrecken.“ (BVerfGE 12, 1   (3) (http://

www.servat.unibe.ch/dfr/bv012001.html#003))

Die Glaubensfreiheit umfasst nicht nur die „(innere) Freiheit zu glauben oder nicht zu glauben, sondern auch

die äußere Freiheit, den Glauben zu manifestieren, zu bekennen und zu verbreiten“, sowie „das Recht des

Einzelnen, sein gesamtes Verhalten an den Lehren seines Glaubens auszurichten und seiner inneren

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 39
Glaubensüberzeugung gemäß zu handeln.“ Umfasst sind dabei nicht nur auf imperativen Glaubenssätzen

beruhende Überzeugungen, sondern auch „religiöse Überzeugungen, die für eine konkrete Lebenssituation

eine ausschließlich religiöse Reaktion zwar nicht zwingend fordern, diese Reaktion aber für das beste und

adäquate Mittel halten, um die Lebenslage nach der Glaubenshaltung zu bewältigen. Andernfalls würde das

Grundrecht der Glaubensfreiheit sich nicht voll entfalten können.“

Laut dem verfassungsgerichtlichen Beschluss gilt die Glaubensfreiheit sowohl für Mitglieder anerkannter

Kirchen und Religionsgemeinschaften als auch für Angehörige anderer religiöser Vereinigungen , wobei es auf

die zahlenmäßige Stärke einer derartigen Gemeinschaft oder ihre soziale Relevanz nicht ankomme. Des

Weiteren stellte das Verfassungsgericht fest, dass die Grenzen der Glaubensfreiheit nur von der Verfassung

[63]
selbst bestimmt werden dürften.

Im Bahai-­‐Beschluss beschäftigte sich das Bundesverfassungsgericht 1991 mit den Voraussetzungen , unter

denen Gemeinschaften als Religionsgemeinschaften anzuerkennen sind, mit der religiösen

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 40
Vereinigungsfreiheit und mit deren Auswirkung auf das private Vereinsrecht . Das Gericht urteilte, dass

Träger der Religionsfreiheit nur dann Gemeinschaften in diesem Sinne sind, wenn es sich tatsächlich – nach

geistigem Gehalt und äußerem Erscheinungsbild – um eine Religion und Religionsgemeinschaft handelt. Die

religiöse Vereinigungsfreiheit ist Teil der Religionsfreiheit. Sie befreit nicht von den Voraussetzungen des

privaten Vereinsrechts , aber im Hinblick auf das kirchliche Selbstbestimmungsrecht (→   Staatskirchenrecht)

kann eine verfassungskonforme Auslegung notwendig werden.

In der Scientology-­‐Entscheidung deYiniert 1994 das Gericht die Religionsfreiheit u.   a. als kollektives

Grundrecht und eine daraus resultierende Selbstverwaltungsfreiheit von Religionsgemeinschaften. Diese sei

jedenfalls bei einer gewerblichen Betätigung mit Gewinnerzielungsabsicht nicht verletzt, wenn die

Religionsgemeinschaft zur Gewerbeanzeige und Gewerbesteuer verpYlichtet wird.

Der KruziYix-­‐Beschluss 1995 erklärt Teile des Bayerischen Schulgesetzes für verfassungswidrig, wonach in

[64]
jedem Klassenzimmer der Volksschulen in Bayern ein KruziYix oder ein Kreuz anzubringen war.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 41
2002 entscheidet das BVerfG , dass es verfassungswidrig ist, muslimischen Metzgern

[65]
Ausnahmegenehmigungen für das religiöse Schächten von Tieren zu verweigern.

Im Kopftuchstreit untersagt das Gericht 2003 dem Land Baden-­‐Württemberg, das Tragen eines Kopftuchs

ohne gesetzliche Grundlage zu verbieten und daraus auf eine fehlende Eignung für den Staatsdienst zu

[66]
schließen.

Siehe auch: Kopftuchurteil

Rundfunk

In mehreren Entscheidungen gestaltete das Gericht die Entwicklung von Presse, Rundfunk und anderen Medien wie
kaum eine andere Materie erheblich mit.

Herausragende Bedeutung besitzt vor allem das Erste Rundfunkurteil vom Februar 1961, in dem die durch die
Initiative Adenauers gegründete „Deutschland-­‐Fernsehen GmbH“ für verfassungswidrig erklärt wurde. Der
geplante Fernsehsender in der Hand des Bundes erfüllte nicht die verfassungsmäßige Garantie der institutionellen
Freiheit des Rundfunks. Zudem hätte ein „Deutschland-­‐Fernsehen “ gegen den Grundsatz verstoßen, nach dem
Rundfunk als kulturelles Gut Ländersache ist. Lediglich die Aufgabe der Bereitstellung des sendetechnischen
Betriebs wurde dem Bund zugeschrieben.

De facto führte dieses Urteil zu einem bis 1984 andauernden Sendemonopol des öffentlich-­‐rechtlichen Rundfunks
und des Weiteren zum Entschluss der Bundesländer, auf Grundlage eines Staatsvertrags eine zweite
Rundfunkanstalt, das ZDF, zu errichten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


Bundesverfassungsgericht  –  Wikipedia 42

Im Apothekenurteil deYiniert das Gericht 1958 die Berufsfreiheit als einheitliches Grundrecht, das auf 3

Ebenen nach strengen abgestuften Kriterien einschränkbar ist, sog. 3-­‐Stufen-­‐Theorie (BVerfGE 7, 377 (http://

www.servat.unibe.ch/dfr/bv007377.html)).

Im Numerus-­‐clausus-­‐Urteil wird 1972 ein Anspruch auf Zulassung zum Hochschulstudium und

Kapazitätsausbau als status positivus deYiniert, der zum Schutzbereich der Berufsfreiheit gehört (BVerfGE 33,

303 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv033303.html)).

Das Hochschulrahmengesetz des Bundes wird in den Jahren 2004 und 2005 in wichtigen Teilen für

verfassungswidrig erklärt, weil der Bund nur die Rahmengesetzgebungskompetenz habe. Dies betrifft die

[67] [68]
Juniorprofessur sowie das Verbot von Studiengebühren.

Das Bundesverfassungsgericht gab 2008 einer Klage gegen die Nichtraucherschutzgesetze von Baden-­‐

[69]
Württemberg und Berlin statt. Die Gesetze benachteiligen die Betreiber von Einraumkneipen gegenüber

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59


können. Auch werden Diskotheken mit mehreren Räumen gegenüber Gaststätten mit mehreren Räumen

benachteiligt, da sie keinen Raucherraum anbieten dürfen. Jedoch wäre zum Gesundheitsschutz auch ein

ausnahmsloses Rauchverbot für alle Gaststätten und Diskotheken möglich, weil dieses niemanden

benachteiligt. Das Bundesverfassungsgericht verfügte eine Frist zur Überarbeitung der Gesetze und eine

[70]
Übergangsregelung .

Eigentum

Im Nassauskiesungsbeschluss legt das Gericht 1981 den Schutzbereich eines sehr deYinitionsbetonten

Grundrechts wie dem Eigentum fest und die juristischen Techniken für seine zulässigen Einschränkungen als

„Inhalts-­‐ und Schrankenbestimmungen“ des Eigentumsinstituts, Legalenteignungen oder gesetzliche Kriterien

für Administrativenteignungen (BVerfGE 58, 300 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv058300.html)).

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Staatsbürgerschaft

Das Transformationsgesetz zum EU-­‐Haftbefehl wurde 2005 für verfassungswidrig erklärt. Die Entscheidung
deYiniert den Schutzbereich des Art.  16 GG im Sinne eines umfassenden Heimatrechts, das eine dauerhafte

[71]
Staatsbürgerschaft, politische Mitgestaltung und ein grundsätzliches Auslieferungsverbot garantiert.

→ Zusammenfassender Hauptartikel

Parlamentsrechte und Gesetzgebung

In der Entscheidung zur unechten Vertrauensfrage von Helmut Kohl 1983 betont das Gericht, dass eine

AuYlösung des Parlaments nicht der Gestaltung eines günstigen nächsten Wahltermins durch die Regierung

dienen dürfe. Auch bedürfe eine durch konstruktives Misstrauensvotum installierte Regierung keiner neuen

Legitimation durch den Wähler, sog. Äquivalenzformel (BVerfGE 62, 1).

Im Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Vertrauensfrage 2005 werden diese Grundsätze fortentwickelt.

Unechte und echte Vertrauensfrage werden gleichgestellt und auf den Zweck des Art.   68 GG justiert. Dem

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

Kanzler wird zugestanden auch auf verborgene Umstände seinen AuYlösungsvorschlag zu stützen. Das Gericht
übt erneut judicial self-­‐restraint und reduziert seine Prüfungskompetenz in der Machtverteilung der

[72]
Verfassungsorgane .

In der Entscheidung über Einsätze der Bundeswehr im Ausland konkretisierte 1994 das Gericht das Prinzip

der Parlamentsarmee und stellte fest, dass die Regierung nur dann Militäreinsätze befehlen könne, wenn sie

die konstitutive Zustimmung des Bundestages vorher einholt. Dies könne der Bundestag durch schlichten

Parlamentsbeschluss in ausreichender Form tun (BVerfGE 90, 286).

Das Lebenspartnerschaftsgesetz wird 2002 mit dem Verweis auf die Gestaltungsfreiheit des Parlaments als

verfassungskonform bestätigt. Gleichzeitig konkretisiert das Gericht Kriterien für die Freiheit der Regierung,

im Gesetzgebungsverfahren Teile eines Entwurfpakets zu entkoppeln und sie gegen den Willen des

Bundesrates als Gesetz zustande kommen zu lassen (BVerfGE 105, 313).

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

Das Zuwanderungsgesetz wird 2002 wegen Verfahrensmängeln im Gesetzgebungsverfahren desselben


Jahres aufgehoben und ein VerfassungskonYlikt im Bundesrat geklärt. (BVerfGE 106, 310)

→ Hauptartikel: Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Zuwanderungsgesetz 2002

Parteiverbote

Am 23.  Oktober 1952 wird die Sozialistische Reichspartei (SRP) verboten und die freiheitliche demokratische

Grundordnung deYiniert. (BVerfGE 2, 1)

Am 17.  August 1956 wird die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) verboten. (BVerfGE 5, 85)

Das erste NPD-­‐Verbotsverfahren wird 2003 eingestellt, weil das präsentierte Material nicht von der

geheimdienstlichen Tätigkeit des Verfassungsschutzes trennbar war. Das Gericht verlangt, dass vor,

spätestens aber im Verfahren staatliche V-­‐Personen abzuschalten sind (BVerfGE 107, 339).

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EU-­‐Recht

Im „Solange-­‐I-­‐Beschluss“ entschied das Bundesverfassungsgericht 1974, dass solange kein adäquater,


grundgesetzgleicher Grundrechtsschutz im EU-­‐Recht verankert sei, es dieses auf Vereinbarkeit mit nationalem

Recht zu prüfen habe (nationale Sichtweise). Die Mindermeinung sah einen solchen Schutz durch die

jeweiligen nationalen Verfassungen und durch die Grundrechtscharta als gegeben (europäisierte Sichtweise).

Die Mindermeinung wird im „Solange-­‐II-­‐Beschluss“ zur Mehrheitsmeinung.

Im „Solange-­‐II-­‐Beschluss“ suspendierte das Gericht 1986 seine eigene Gerichtsbarkeit hinsichtlich

Grundrechtsbeeinträchtigungen aus oder aufgrund des sekundären EG-­‐Rechts, solange auf

Gemeinschaftsebene ein im Wesentlichen gleichwertiger Grundrechtsschutz durch Gemeinschaftsorgane wie

den EuGH gewährleistet ist. Dies ist im Wesentlichen durch zwei Komponenten gegeben: Das deutsche

Zustimmungsgesetz zum EGV als Anwendungsbefehl für das sekundäre Gemeinschaftsrecht und die

strukturelle Prüfungsdichte durch den EuGH (BVerfGE 73, 339).

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

Im Maastricht-­‐Urteil werden diese Grundsätze 1993 weiter präzisiert und das „Kooperationsverhältnis“ in der
Grundrechtsgerichtsbarkeit zwischen BVerfG und EuGH näher umrissen. Neuer Anknüpfungspunkt für die

Prüfungsdichte und die Aufgaben des BVerfG sei nach dem EUV jeder Gemeinschaftsrechtsakt direkt und

nicht seine Umsetzung durch die deutsche Exekutive. Damit sei das Grundgesetz auch für sie

Prüfungsmaßstab. Hinsichtlich der Hoheits-­‐ und Kompetenzübertragung auf die Gemeinschaft gelte das

„Prinzip der beschränkten Einzelermächtigung“ durch die Mitgliedstaaten, das die EUV-­‐Interpretation

zusammen mit der völkerrechtlichen effet-­‐utile-­‐Regel beeinYlusse, im Ergebnis aber keine

[73]
Kompetenzerweiterung oder -­‐neubegründung gestatte.

Im Lissabon-­‐Urteil wird 2009 die Verfassungsmäßigkeit des Vertrags von Lissabon festgestellt, der der

Europäischen Union eine einheitliche Struktur und Rechtspersönlichkeit geben soll. Zugleich verstößt nach

dem Urteil aber das deutsche Begleitgesetz teilweise gegen das Grundgesetz. Bemängelt werden die

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unzureichenden Beteiligungsrechte des Bundestags und des Bundesrats. Die RatiYizierung des Vertrags durfte
erst mit der gesetzlichen Ausgestaltung der nötigen Beteiligungsrechte erfolgen.

Wahlprüfung

In seinem Urteil vom 3. Juli 2008 stellte das Bundesverfassungsgericht im Rahmen der Prüfung der

Bundestagswahl 2005 fest, dass die damals geltende Fassung des Bundeswahlgesetzes durch die Möglichkeit

eines negativen Stimmgewichts gegen den im Grundgesetz verankerten Grundsatz der Gleichheit und

Unmittelbarkeit der Wahl verstößt. Das Gericht verpYlichtete den Bundesgesetzgeber , bis zum 30.   Juni 2011

[74]
eine Neuregelung zu Yinden.

Das Verfassungsgericht erklärte im März 2009 die Verwendung von Wahlcomputern, die keine der

Verfassung entsprechende öffentliche Nachvollziehbarkeit zulassen, für verfassungswidrig. Somit war auch

der Einsatz der in zwei Modellen verwendeten Nedap-­‐Wahlcomputern in rund 1.800 Wahlbezirken bei der

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

vom Gericht geprüften Bundestagswahl 2005 verfassungswidrig, die Wahl muss jedoch (in den betroffenen

[75]
[75]
Wahlbezirken) nicht wiederholt werden, weil es keine Hinweise auf Manipulationen gibt.

Im November 2011 erklärte das Bundesverfassungsgericht die 5-­‐Prozent-­‐Klausel in §   2 Abs.   7 des Gesetzes

über die Wahl der Abgeordneten des Europäischen Parlaments aus der Bundesrepublik Deutschland

[76]
(Europawahlgesetz – EuWG) bei Europawahlen für nichtig, da diese Regelung einen Eingriff in den

Wahlgrundsatz der gleichen Wahl und in die Chancengleichheit der Parteien darstelle, der nicht zu

[77] [77][78]
rechtfertigen sei. Die Wiederholung der Europawahl 2009 wurde jedoch nicht angeordnet. Schon

durch ein vorangehendes Urteil von 2008 war die Fünf-­‐Prozent-­‐Hürde im Kommunalwahlrecht des Landes

[79]
Schleswig-­‐Holstein durch das Gericht abgeschafft worden.

Der Bundesgesetzgeber reagierte auf das Urteil vom 3. Juli 2008 mit dem Neunzehnten Gesetz zur Änderung

des Bundeswahlgesetzes vom 25. November 2011 (BGBl. 2011 I S. 2313   f.), welches das

Bundesverfassungsgericht am 25. Juli 2012 gleichfalls als verfassungswidrig verwarf. Zentrale Bestimmungen

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

wurden für nichtig erklärt, da sie gegen die Wahlrechtsgrundsätze Gleichheit und Unmittelbarkeit der Wahl
sowie die Chancengleichheit der Parteien verstoßen. Es wurde im Einzelnen folgendes beanstandet:

Es kann zu einem negativen Stimmgewicht kommen.

Die Anzahl der Überhangmandate kann „den Grundcharakter der Bundestagswahl als Verhältniswahl

auYheben“ und wurden auf eine „zulässige Höchstgrenze von etwa 15 Überhangmandaten“ (halbe

Fraktionsstärke) begrenzt.

Die Reststimmenverwertung wurde als verfassungswidrig erklärt, da an ihr nicht jeder Wähler mit

gleichen Erfolgschancen mitwirken kann.

Das Bundesverfassungsgericht sieht den Gesetzgeber in der PYlicht, ein neues verfassungskonformes

Wahlrecht zu erlassen. Eine Frist wurde nicht vorgesehen, ergibt sich jedoch aus dem Umstand, dass der

[80]
späteste mögliche Wahltermin am 27. Oktober 2013 ist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

Kritik am Bundesverfassungsgericht
Ungeachtet wechselnder Kritik entwickelte das Gericht eine bemerkenswerte und im internationalen Vergleich
herausragende Kontrollfrequenz und -­‐dichte und übt gleichzeitig eine strenge „richterliche Selbstbeschränkung “,
die andere Rechtsordnungen in dieser Kombination oft nicht kennen (vgl. US Supreme Court ). Dieses vorgegebene
und fortlaufend selbst entwickelte Verfassungsverständnis machte es zu einer eigenen demokratischen Institution,
hochentwickelte Rechtskontrolle. Die Rolle des Gerichts als Hüter des Grundgesetzes (Art.   93 GG) geht per
de[initionem über bloße Willkürkontrolle des Staates hinaus, es ist die konservierende und integrale Bewahrung der
Verfassung in der innerdeutschen Entwicklungsdynamik und im Kontext der Europäischen Union.

Das Gericht kooperiert mit den obersten Verfassungsgerichten von über 70 Staaten, und seine Position als starkes
Verfassungsorgan diente anderen Ländern als staatsorganisatorisches Vorbild.

Inhaltlich
Bei einigen Urteilen wird kritisiert, das Gericht gehe klaren Entscheidungen aus dem Weg. Etwa wurde das
„Kopftuchurteil“ vielfach als unbefriedigend und aufschiebend empfunden. Diese Kritik hört man vor allem von
Seiten, die das Gericht gern als letztinstanzliches politisches Korrektiv sehen würden. Dagegen ist das Gericht seit
seinem Bestehen resistent geblieben. Seine Praxis der „richterlichen Selbstbeschränkung “ sieht es als unerlässlich,
in die Rollenverteilung der Verfassungsorgane tunlichst nicht einzugreifen. Dies zeigte sich zuletzt bei der
Entscheidung zur BundestagsauYlösung 2005.

Andererseits wurde aus der Politik bei mehreren Urteilen gerügt, das Gericht weite seine Kompetenzen zu denen
eines Ersatzgesetzgebers aus, obwohl die Gesetzgebungskompetenz nach der Verfassung dem Parlament zugedacht
ist. Anstatt sich auf erhebliche Überschreitungen und Willkür des Gesetzgebers zu beschränken , bringe es eigene
soziale und politische Vorstellungen ein und mache dem Gesetzgeber dezidierte Vorgaben von Gerechtigkeit, die oft
schwer zu Yinanzieren sind und zum anderen von Vorstellungen der Politik abweichen. Die Politikwissenschaft
[81]
spricht in diesem Zusammenhang von der „Justizialisierung der Politik“ durch das Bundesverfassungsgericht .

In einem FAZ -­‐Streitgespräch hatte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) den Karlsruher Eilbeschluss zur
Einschränkung der Vorratsdatenspeicherung kritisiert. Hans-­‐Jürgen Papier, damaliger Präsident des
Bundesverfassungsgerichts , erblickt darin in einem Vortrag in Tutzing Versuche , Karlsruhe in die Schranken weisen
zu wollen. Es gebe sie vor allem „im Bereich sogenannter Sicherheitsgesetzgebung“. Solche Forderungen träfen
jedoch „den Nerv des Verfassungsstaats “. Wer das Prüfungsrecht des Verfassungsgerichts in Frage stelle, könne
dieses gleich abschaffen . Wer einen „Primat der Politik“ fordere , rüttle an den Grundstrukturen des
[82]
Verfassungsstaats , sagte Papier.

Zum Teil urteilen die beiden Senate des Bundesverfassungsgerichtes unterschiedlich trotz gesetzlicher Normen zur
Einheitlichkeitder Rechtsprechung , etwa in der Frage , ob ein Arzt für den Unterhalt eines behinderten Kindes
haftet, wenn er Eltern hinsichtlich einer Abtreibung aus gesundheitlichen Gründen ungenügend auYklärt.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte nahm bei einigen Entscheidungen des Gerichts die nicht
genügende Wahrung der Menschenrechte an, etwa beim Schutz der Privatsphäre von Personen des öffentlichen
Lebens, den das Gericht nur Kindern dieser Personen uneingeschränkt gewährte.

Besetzung

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Wahl der Richter durch Politiker nach Absprache zwischen den politischen Parteien,
insbesondere die rotationsmäßige Benennung. Ein Vorschlag durch die Justizministerin würde jedoch die
Parlamentsrechte beschneiden. Auch wenn die Richter meist Mitglieder einer Partei sind, lässt sich doch bei ihren
Entscheidungen kein parteien-­‐ oder interessengerichtetes Muster feststellen. Gleichwohl wurde der geplante
Wechsel des von 1999 bis 2011 als saarländischer Ministerpräsident amtierenden Peter Müller an das
Bundesverfassungsgericht vom Verfassungsrechtler Hans Herbert von Arnim als „weiterer Schritt in den
http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

[83]
Parteienstaat“ kritisiert. Neben der mangelnden Transparenz beim Wahlverfahren der Richter wird heute auch
[84]
der geringe Frauenanteil im Bundesverfassungsgericht kritisiert. Außerdem wurde bisher noch niemand aus
den neuen Bundesländern an das Bundesverfassungsgericht berufen .
In einer Denkschrift forderten 30 hochrangige Hochschullehrer und Richter im August 2009 den Gesetzgeber dazu
auf, das Bundesverfassungsgericht darauf zu verpYlichten, Verfahren zu europarechtlichen Fragen zuerst dem
Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg vorzulegen. Dem Lissabon-­‐Urteil im Juni 2009 entnahmen die
[85]
Unterzeichner, dass das Verfassungsgericht „auf einen JustizkonYliktmit dem EuGH zusteuert“.

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR)

Der EGMR sieht bei der Prüfung der Erschöpfung des innerstaatlichen Rechtswegs (Art.   35 EMRK) das
Bundesverfassungsgericht für Fälle der überlangen Verfahrensdauer in Zivilsachen (Art.   6 Abs.   1 EMRK) nicht als
wirksame Beschwerdemöglichkeit im Sinne des Art.  13 der europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) an.
Das Bundesverfassungsgericht kann in solchen Fällen lediglich die Verfassungswidrigkeit der überlangen
Verfahrensdauer feststellen, nicht aber in laufenden Verfahren die Zivilgerichte anhalten das Verfahren schneller
[86]
zu betreiben, noch in abgeschlossenen Verfahren einen angemessenen Schadenersatz als Kompensation für die
[87]
überlange Verfahrensdauer gewähren. Bevor in solchen Fällen eine Individualbeschwerde zum EGMR erhoben
wird, muss es daher nicht zwingend angerufen werden.

Weitergabe von Entscheidungstexten

Das Bundesverfassungsgericht steht wegen der exklusiven Weitergabe seiner amtlich dokumentierten
Entscheidungstexte an die juris GmbH in der Kritik. Aufgrund der Klage des Betreibers einer juristischen
Datenbank wurde das Bundesverfassungsgericht dazu verurteilt, seine Entscheidungen an alle interessierten
[88]
Verlage abzugeben.

Bibliothek
Das Bundesverfassungsgericht verfügt über eine interne, nur von Angehörigen des Gerichts zu benutzende
Fachbibliothek mit den Schwerpunkten Staats-­‐ und Verfassungsrecht , Verwaltungsrecht , Staats-­‐ und
Gesellschaftslehre, Politik und Zeitgeschichte. Für die Öffentlichkeit sind lediglich zwei Online-­‐Kataloge zugänglich.
[89]

Der Bestand der Bibliothek umfasste im Dezember 2008 etwa 366.000 Bände und wächst jedes Jahr um etwa 6.000
bis 7.000 Bände. Der Zeitschriftenbestand umfasst etwa 1.290 laufende Abonnements, wovon der überwiegende
Teil Parlamentaria und Amtsdruckschriften des Bundes und der Länder sind. Im angegliederten Pressearchiv
werden zudem alle das Gericht berührenden Materialien gesammelt; es werden täglich zwischen 30 und 40 Tages-­‐
und Wochenzeitungen ausgewertet. Alle vorhandenen Werke sind über das Bibliotheksservice-­‐Zentrum Baden-­‐
Württemberg (BSZ) im Südwestdeutschen Bibliotheksverbund (SWB) katalogisiert. Die Bibliothek des
[89]
Bundesverfassungsgerichts verfügt über den größten juristischen Online-­‐Katalog im deutschsprachigen Raum.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

Amtstracht
In der Öffentlichkeit sind die Richter nicht zuletzt durch die scharlachroten Roben
mit weißem Jabot bekannt. Mit der Etablierung des Gerichts als eigenständigem
Organ wollte man dies nach außen kundtun und die Richter erhielten eine an die
traditionelle Richtertracht der Stadt Florenz aus dem 15.  Jahrhundert angelehnte
traditionelle Richtertracht der Stadt Florenz aus dem 15.  Jahrhundert angelehnte

Die detailgetreuen Roben machen noch heute beim Anlegen die Hilfe eines
Justizbeamten erforderlich und werden bei den mündlichen Verhandlungen
getragen. In der Mitte der 1990er Jahre wurde eine hinsichtlich Stoffqualität und
Verarbeitung modernisierte Version in Auftrag gegeben. Deren Ausführung
[90]
besorgte das in Karlsruhe ansässige Schneider-­‐ und Modeatelier Zangl.

Besoldung
Die Richter werden nach den Vorschriften des Gesetzes über das Amtsgehalt der
Roben der Richter des
Mitglieder des Bundesverfassungsgerichts besoldet.
Bundesverfassungsgerichts
Danach erhält der Präsident Bezüge in Höhe der Ministerbezüge, der
Vizepräsident sieben Sechstel der Bezüge eines Staatssekretärs des Bundes und die übrigen Richter Bezüge in Höhe
der Besoldung des Präsidenten eines obersten Gerichtshofs des Bundes.

Daraus folgt, dass der Präsident das 1,333-­‐fache der Bezüge der Besoldungsgruppe B 11, der Vizepräsident das
1,1667-­‐fache der Bezüge der Besoldungsgruppe B   11 und die übrigen Richter Bezüge in Höhe der
Besoldungsgruppe R  10 erhalten. Bei den Bundesverfassungsrichtern kommt dann noch eine Amtszulage hinzu, wie
sie auch die Präsidenten der obersten Gerichtshöfe des Bundes erhalten. Diese beträgt 12,5  % des Grundgehalts.

Die genaue Höhe der Bezüge kann aufgrund des Familienstandes, Zahl der unterhaltspYlichtigen Kinder usw.
variieren. Sie steigt jedoch nicht mit dem Lebens-­‐ oder Dienstalter, da es sich bei den Besoldungsgruppen B   11 und
R   10 um feste Besoldungsgruppen handelt. Bei ihnen erhöht sich das Grundgehalt nicht.

Das Ruhegehalt wird wie bei allen Richtern berechnet, das heißt u.  a. die Stellenzulage wird dabei nicht
berücksichtigt. Bundesverfassungsrichter , die vor ihrem Dienst Beamte oder Richter waren, treten nach Ende der
Amtszeit als Bundesverfassungsrichter in den Ruhestand, es sei denn, ihnen wird ein anderes Amt zugewiesen. Das
Ruhegehalt wird dann so berechnet, als sei er bis zur Ernennung zum Bundesverfassungsrichter in seinem Amt
tätig gewesen, und das neuerliche Ruhegehalt als Bundesverfassungsrichter wird darauf aufgeschlagen. War der
ehemalige Bundesverfassungsrichter zuvor nicht beim Bund als Richter oder Beamter tätig und entstehen seinem
ehemaligen Dienstherren durch den Eintritt in den Ruhestand nach Ende der Amtszeit Kosten in Form von
Ruhegehalt oder Ähnlichem, erstattet der Bund diese Kosten.

Disziplinarmaßnahmen
Die Bundesverfassungsrichter unterliegen nicht dem Bundesdisziplinargesetz, das für andere Richter eingeschränkt
gilt. Abgesehen von der Entlassung kommen sonstige Disziplinarmaßnahmen (Verweis , Geldbuße, Gehaltskürzung,
Versetzung in ein Amt mit geringerem Endgrundgehalt) gegen Bundesverfassungsrichter nicht in Betracht.

Die Entlassung aus disziplinarischen Gründen ist abschließend in §   105 BVerfGG geregelt. Danach kann ein Richter
wegen eines entehrenden Verhaltens , einer groben PYlichtverletzung oder einer Verurteilung zu einer
Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten Dauer entlassen werden. Die Entlassung wird vom Plenum der
Bundesverfassungsrichter mit einer Mehrheit von zwei Dritteln beschlossen und vom Bundespräsidenten
ausgeführt. Mit der Entlassung verliert der Richter die Ansprüche aus seinem Amt. Auch bei minder schweren
Delikten kann somit nur die Entlassung verfügt werden oder das Verhalten bleibt disziplinarrechtlich ungeahndet.
Eine Abstufung, die für solche Fälle für Bundesrichter und Bundesbeamte im Disziplinarrecht vorgesehen ist, gibt es
hier nicht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

Einem Bundesverfassungsrichter kann die Dienstausübung durch das Plenum vorläuYig untersagt werden, wenn in
einem Strafverfahren die Hauptverhandlung gegen ihn eröffnet oder ein Verfahren beschlossen wurde, das die
Entfernung aus dem Dienst zum Ziel hat.

Trivia
Im Großen Sitzungssaal hing bis vor kurzem noch eines der erhaltenen Originale der beim Hambacher Fest 1832
mitgeführten schwarz-­‐rot-­‐goldenen Fahnen . Diese wurde jedoch mittlerweile konserviert und durch eine neue
Fahne ersetzt.

Das Bundesverfassungsgericht wurde auch selbst schon wegen eines Verstoßes gegen den
[91]
Gleichbehandlungsgrundsatz verurteilt.

In der Öffentlichkeit und in Fachkreisen wird das Gericht auch ironisch gesehen:

Der Dritte Senat: Da viele Entscheidungen von den wissenschaftlichen Mitarbeitern vorbereitet werden,

spricht man in Juristenkreisen gelegentlich auch von einem „dritten Senat“, wenn man sich auf den Kreis

dieser Mitarbeiter bezieht, dem vorwiegend ebenfalls Richter angehören.

Der Schneewittchen-­‐Senat: Als Schneewittchen-­‐Senat wird eine personelle Besetzung bezeichnet, wenn nur

[92]
eine Frau einem der Senate angehört (1+7-­‐Konstellation). Angelehnt an das Märchen von der

Königstochter und den sieben Zwergen pointieren manche die Kandidatenauslese parteigetragener

Vorschläge (s.  o.), bei der wiederholt Frauen unterrepräsentiert sind. Die Anekdote wurde zuletzt bei der

Wahl des Richters Schluckebier aufgegriffen .

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

Siehe auch

Aktenzeichen des Bundesverfassungsgerichts


Präjudiz

Literatur

Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Bundesverfassungsgericht. Aus Politik und Zeitgeschichte, Heft

35-­‐36/2011. ISSN 0479-­‐611X (PDF; 1,6 kB (http://www.bpb.de/Yiles/DOK4YA.pdf), abgerufen am

5.   September 2011).

Stephan Detjen: Das Bundesverfassungsgericht zwischen Recht und Politik. In: Aus Politik und Zeitgeschichte.

B37–38, 2001, ISSN 0479-­‐611X, S.  3–5 (online (http://www.bpb.de/publikationen/EC69A1,0,0,Das_

BundesverfassungsGericht _zwischen_Recht_und_Politik.html), abgerufen am 5.   September 2011).

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Clemens Kieser: „Zweckmäßigkeit und Ruhe“. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. In: Denkmalp[lege in

Baden-­‐Württemberg , 37. Jg. 2008, Heft 4, S. 210–215 (PDF (http://www.denkmalpYlege-­‐bw.de/Yileadmin/

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Uwe Kranenpohl: Hinter dem Schleier des Beratungsgeheimnisses. Der Willensbildungs-­‐ und

Entscheidungsprozess des Bundesverfassungsgerichts. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2012,

ISBN 978-­‐3-­‐531-­‐16871-­‐5.

Rolf Lamprecht: Ich gehe bis nach Karlsruhe. Eine Geschichte des Bundesverfassungsgerichts . Deutsche

Verlags -­‐Anstalt/Spiegel-­‐Verlag , München/Hamburg 2011, ISBN 978-­‐3-­‐421-­‐04515-­‐7.

Jutta Limbach (Hrsg.): Das Bundesverfassungsgericht. Geschichte – Aufgabe – Rechtsprechung. C.F. Müller,

Heidelberg 2000, ISBN 3-­‐8114-­‐2143-­‐3 (Motive, Texte, Materialien; 91).

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Jutta Limbach: Das Bundesverfassungsgericht. Beck, München 2001, ISBN 3-­‐406-­‐44761-­‐9 (Beck’sche Reihe
2161: C.H.Beck Wissen).

Robert Chr. van Ooyen, Martin H.W. Möllers (Hrsg.): Das Bundesverfassungsgericht im politischen System. VS

Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, ISBN 3-­‐531-­‐14762-­‐5.

Horst Säcker: Das Bundesverfassungsgericht. 6.  AuYlage. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2003,

ISBN 3-­‐89331-­‐493-­‐8 (Schriftenreihe der Bundeszentrale für Politische Bildung, 405).

Klaus Schlaich/Stefan Korioth: Das Bundesverfassungsgericht. Stellung, Verfahren, Entscheidungen; ein

Studienbuch. 7.   AuYlage. Beck, München 2007, ISBN 978-­‐3-­‐406-­‐56044-­‐6 (Juristische Kurz-­‐Lehrbücher ).

Michael Stolleis (Hrsg.): Herzkammern der Republik. Die Deutschen und das Bundesverfassungsgericht. Beck,

München 2011, ISBN 978-­‐3-­‐406-­‐62377-­‐6.

Uwe Wesel: Der Gang nach Karlsruhe. Das Bundesverfassungsgericht in der Geschichte der Bundesrepublik.

1.   AuYlage. Blessing, München 2004, ISBN 3-­‐89667-­‐223-­‐1.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

Weblinks

 Commons: Bundesverfassungsgericht (//commons.wikimedia.org/wiki/


Category:Bundesverfassungsgericht?uselang=de)   – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

 Wiktionary: Bundesverfassungsgericht  – Bedeutungserklärungen , Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

 Wikinews: Bundesverfassungsgericht   – in den Nachrichten

Website des Bundesverfassungsgerichts (http://www.bundesverfassungsgericht .de/), mit Datenbank

wichtiger Entscheidungen ab 1998

Bundesverfassungsgerichtsgesetz (BVerfGG ) (http://www.gesetze-­‐im-­‐internet.de/bverfgg /

BJNR002430951.html)

Entscheidungen des BVerfG auf OpinioIuris (http://opinioiuris.de/bverfg )

Entscheidungen des BVerfG – Datenbank des Projekts Deutschsprachiges Fallrecht (DFR) (http://

www.servat.unibe.ch/dfr/dfr_bvbd100.html)

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

Joachim Wieland: Der Zugang des Bürgers zum Bundesverfassungsgericht (http://www.uni-­‐bielefeld.de/


presse/fomag/S22_27.pdf) (PDF; 246   kB)

Wahlausschuss des Deutschen Bundestages (http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/gremien/

wahlausschuss/index.jsp)

Fidelius Schmid und Florian Zerfaß : Verlag verklagt Verfassungsgericht – vor dem Verwaltungsgericht (http://

www.handelsblatt.com/politik/deutschland/verlag-­‐verklagt-­‐verfassungsgericht -­‐vor-­‐dem-­‐

verwaltungsgericht/4602202.html), in: Handelsblatt Online, 12. September 2011 (abgerufen am 16.

September 2011)

Einzelnachweise

1. Begrüßung zum Festakt aus Anlass des 60-­‐jährigen Bestehens des Bundesverfassungsgerichts (https://

www.bundesverfassungsgericht .de/aktuell/60jahre-­‐begruessung -­‐vizepraesident.html)

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

2. „[… das] BVerfG […] die Verfassung letztentscheidend mit Verbindlichkeitsanspruch interpretiert.“ (http://
books.google.de/books?id=Q-­‐VJPddHNzwC&lpg=PA5&dq=%22die%20Verfassung %20letztentscheidend%

20mit%20Verbindlichkeitsanspruch %20interpretiert%22&pg=PA5#v=onepage&q=%22die%20Verfassung %

20letztentscheidend%20mit%20Verbindlichkeitsanspruch %20interpretiert%22&f=false) Zit. nach Christian

Hillgruber/Christoph Goos, Verfassungsprozessrecht, 2., neu bearb. AuYl. 2006, §  1 III Rn 10   f., 14–16; dass „[d]

urch das Letztentscheidungsrecht des BVerfG […] die Erst-­‐ und Zweitinterpretation durch sonstige

Verfassungsorgane jedoch nicht etwa bedeutungslos [wird]“, siehe Rn 17.

3. Vgl. hierzu aber auch Willi Geiger, in: Frowein, Jochen Abr./Meyer, Hans/Schneider, Peter (Hrsg.),

Bundesverfassungsgericht im dritten Jahrzehnt. Symposion zu Ehren von Ernst Friesenhahn anläßlich seines 70.

Geburtstages …, Frankfurt a.M. 1973, S. 30.

4. Pressemitteilung des Gerichts vom 21. Juni 2011: Grundsanierung des Bundesverfassungsgerichts – Temporärer

Amtssitz (http://www.bundesverfassungsgericht .de/pressemitteilungen/bvg11-­‐038.html).

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

5. Simon Kempny: Die Staats[inanzierung nach der Paulskirchenverfassung. Eine Untersuchung des Finanz-­‐ und
Steuerverfassungsrechts der Verfassung des deutschen Reiches vom 28. März 1849. Tübingen 2011, ISBN

978-­‐3-­‐16-­‐150814-­‐1, S. 42–54.

6. Stadt Karlsruhe Stadtarchiv (Hrsg.): Karlsruhe. Die Stadtgeschichte. Badenia, Karlsruhe 1998, ISBN

3-­‐7617-­‐0353-­‐8, S. 591–593.

7. Geschichte des Bundesverfassungsgerichts (http://www.planet-­‐wissen.de/politik_geschichte/menschenrechte/

verfassung _in_deutschland/geschichte_des_bvg.jsp) auf Planet Wissen, abgerufen am 11. März 2013.

8. Aktuell ’92 – Das Lexikon der Gegenwart, ISBN 3-­‐611-­‐00222-­‐4, S. 89.

9. Stadt Karlsruhe Stadtarchiv (Hrsg.): Karlsruhe. Die Stadtgeschichte. Karlsruhe 1998, S. 594.

10. Vgl. Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. In: Bauwelt Nr.   48, 1969, S. 1714–1722 (PDF (http://

www.bauwelt.de/sixcms/media.php/829/Bundesverfassungsgericht %20Karlsruhe_Baumgarten.pdf);

4,7  MB).

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

11. Eintrag zum Bundesverfassungsgericht (http://www1.karlsruhe.de/db/kulturdenkmale/detail.php?


id=02689&strasse=Schlossbezirk%203%20%28Flst.%201/1%29) in der Datenbank der Kulturdenkmale der

Stadt Karlsruhe. Abgerufen am 28. Dezember 2013.

12. Eintrag zum Botanischen Garten (http://www1.karlsruhe.de/db/kulturdenkmale/detail.php?

id=02992&strasse=Hans-­‐Thoma-­‐Str.%206%20%28Flst.1%29) in der Datenbank der Kulturdenkmale der

Stadt Karlsruhe. Abgerufen am 28. Dezember 2013.

13. Bundesverfassungsgericht: Karlsruhe bleibt „Residenz des Rechts“. (http://www.tagesspiegel.de/politik/

bundesverfassungsgericht -­‐karlsruhe-­‐bleibt-­‐residenz-­‐des-­‐rechts/184438.html) In: Tagesspiegel Online vom 6.

Dezember 2000, abgerufen am 6. Juni 2013.

14. Bundesverfassungsgericht – Pressestelle: Feierstunde anlässlich der Einweihung des Erweiterungsbaus des

Bundesverfassungsgerichts (http://www.bundesverfassungsgericht .net/pressemitteilungen/bvg07-­‐049.html),

Pressemitteilung Nr.  49/2007 vom 7. Mai 2007.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

15. Die Rintheimer Querallee bildet die Grenze zwischen beiden Stadtteilen; vgl. Stadtteilplan Karlsruher Oststadt
(http://www.karlsruhe.de/b4/stadtteile/osten/oststadt), abgerufen am 13. März 2013.

16. Plenarbeschluss vom 16. Dezember 2011. (http://www.bundesverfassungsgericht .de/organisation/

geschaeftsverteilung_2011/p-­‐beschwerdekammer .html) Bundesverfassungsgericht , abgerufen am

12.  Februar 2013.

17. Severin Weiland: Karlsruher Unschärfe (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/karlsruhe-­‐erlaubt-­‐

restriktiven-­‐einsatz-­‐der-­‐bundeswehr-­‐im-­‐inneren-­‐a-­‐850573.html), in: Spiegel Online, 17.   August 2012.

Abgerufen am 17.   August 2012.

18. Vgl. Josef Isensee, Bundesverfassungsgericht – Von der Unvermeidlichkeit des Vertrauens , in: Anton Rauscher

(Hrsg.), Gesellschaft ohne Grundkonsens? (Mönchengladbacher Gespräche 17), Bachem, Köln 1997, S. 81   ff.,

hier S. 97   f., 99   f.; Christian Starck (Hrsg.), Bundesverfassungsgericht und Grundgesetz. Festgabe aus Anlaß des

25jährigen Bestehens des Bundesverfassungsgerichts, Bd. I, Mohr, Tübingen 1976, S.   73; Hans Hugo Klein, Das

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

Bundesverfassungsgericht, in: Hans-­‐Peter Schwarz (Hg.), Die Bundesrepublik Deutschland. Eine Bilanz nach 60
Jahren, Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2008, S.   319–332, hier S. 323 (http://books.google.de/books?

id=OThqlaLQjFIC&pg=PA323).

19. Die vor Inkrafttreten der Gesetzesänderung am 25. Dezember 1970 im Amt beYindlichen Richter konnten

noch einmal für zwölf Jahre, längstens bis zur Altersgrenze, wiedergewählt werden. (BVerfGE 40, 356 (http://

www.servat.unibe.ch/dfr/bv040356.html#) – Besetzung der Richterbank, Absatz-­‐Nr.   4)

20. Lammert für Änderung der Wahl der Verfassungsrichter . (http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/

enttaeuschend-­‐lammert-­‐fuer-­‐aenderung-­‐der-­‐wahl-­‐der-­‐verfassungsrichter -­‐11820252.html) Meldung auf

FAZ .NET vom 14. Juli 2012, abgerufen am 14. Juli 2012.

21. Gabriela M. Sieck, Carmen Sinnukrot: Die Wahl von Richtern des Bundesverfassungsgerichts. (http://

www.bundestag.de/dokumente/analysen/2006/Die_Wahl_von_Richtern_des_Bundesverfassungsgerichts .pdf)

Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, 2006 (PDF; 91   kB), abgerufen am 14. Juli 2012.

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22. Organisation des Bundesverfassungsgerichts (http://www.bundesverfassungsgericht .de/organisation/


organisation.html)

23. Bunderverfassungsgericht – Erster Senat – Beschluss: Für das Geschäftsjahr 2013 werden gemäß §   15a Abs.   1

und 2 BVerfGG drei Kammern in folgender Besetzung gebildet (http://www.bverfg .de/organisation/

geschaeftsverteilung_2013/s1-­‐kammern.html). Abgerufen am 6. Januar 2013.

24. Bundesverfassungsgericht – Zweiter Senat – Beschluss: Für das Geschäftsjahr 2013 werden gemäß §   15a

Absatz   1 Satz  1 und Absatz 2 BVerfGG drei Kammern in folgender Besetzung gebildet (http://www.bverfg .de/

organisation/geschaeftsverteilung_2013/s2-­‐gv.html). Abgerufen am 6. Januar 2013.

25. Herzog ließ seine richterliche Tätigkeit ab der Amtsübernahme als Bundespräsident ruhen; vgl. Infobox auf

heute.de politik (ganz unten) (http://www.heute.de/ZDFheute /inhalt/24/0,3672,8078392,00.html)

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

26. Deutscher Bundestag: 10.5 Bundestag und Bundesverfassungsgericht. Wahlen der Mitglieder des
Bundesverfassungsgerichts (Stand: 31. März 2010) (http://www.bundestag.de/dokumente/

datenhandbuch/10/10_05/10_05_03.html). Abgerufen am 15. Februar 2012.

27. Sachanalyse „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Artikel 3 (2): Gesetzeslage. (http://egora.uni-­‐

muenster.de/pbnetz/verfassung /frames/gleich_sach04.htm) Abgerufen am 15. Februar 2012.

28. Männer-­‐Domäne Verfassungsgericht: Schneewittchen-­‐Senat (http://www.sueddeutsche.de/politik/maenner-­‐

domaene-­‐verfassungsgericht -­‐schneewittchen-­‐senat-­‐1.784852), in: Süddeutsche.de, 5. September 2006.

Abgerufen am 15. Februar 2012.

29. bundesverfassungsgericht .de: Richter – BVR’in Dr. Kessal-­‐Wulf (http://www.bundesverfassungsgericht .de/

richter/kessal-­‐wulf.html). Abgerufen am 15. Februar 2012.

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30. BVerfG , Urteil des Ersten Senats vom 16. März 2004 – 1 BvR 1778/01 – (http://
www.bundesverfassungsgericht .de/entscheidungen/rs20040316_1bvr177801.html) BVerfGE 110, 141

(http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv110141.html#).

31. BVerfG , Az.  1 BvF 1/96 vom 11. Dezember 2001 (http://www.bundesverfassungsgericht .de/entscheidungen/

fs20011211_1bvf000196.html).

32. BVerfGE 1, 76 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv001076.html#).

33. BVerfGE 3, 407 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv003407.html#).

34. BVerfGE 4, 27 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv004027.html#).

35. Unter strengen Au[lagen, Karlsruhe erlaubt Bundeswehr Waffeneinsatz im Inland (http://

www.sueddeutsche.de/politik/unter-­‐strengen-­‐auYlagen-­‐karlsruhe-­‐erlaubt-­‐bundeswehr-­‐waffeneinsatz-­‐im-­‐

inland-­‐1.1443355), in: Süddeutsche.de.

36. BVerfGE 65, 1 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv065001.html#).

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37. BVerfGE 64, 67 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv064067.html#).


38. BVerfGE 115, 118 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv115118.html#).

39. BVerfGE 6, 32 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv006032.html#).

40. BVerfG , Beschluss des Ersten Senats vom 20. Dezember 1960 – 1 BvL 21/60 – (http://www.servat.unibe.ch/

dfr/bv012045.html) BVerfGE 12, 45 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv012045.html#), 55.

41. BVerfG , Az. 2   BvF 1/77, 2  BvF 2/77, 2  BvF 4/77, 2  BvF 5/77.

42. BVerfGE 30, 173 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv030173.html#).

43. BVerfGE 83, 130 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv083130.html#).

44. BVerfG , Az. 2 BvR 2099/04 (http://www.bverfg .de/entscheidungen/rs20060302_2bvr209904.html).

45. BVerfG , Az. 1   BvR 518/02 (http://www.bverfg .de/entscheidungen/rs20060404_1bvr051802.html).

46. BVerfG , Az. 1 BvR 421/05 (http://www.bundesverfassungsgericht .de/entscheidungen/rs20070213_

1bvr042105.html).

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47. BVerfG , Az. 1 BvR 2074/05 und 1 BvR 1254/07 (http://www.bundesverfassungsgericht .de/entscheidungen/
rs20080311_1bvr207405.html).

48. BVerfG , Az. 1 BvR 370/07 und 1 BvR 595/07 (http://www.bundesverfassungsgericht .de/entscheidungen/

rs20080227_1bvr037007.html).

49. BVerfGE 105, 313 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv105313.html#).

50. BVerfG , Az. 2   BvR   392/07 (http://www.bverfg .de/entscheidungen/rs20080226_2bvr039207.html).

51. BVerfG , Az. 1 BvR 1164/07 (http://www.bundesverfassungsgericht .de/entscheidungen/rs20090707_

1bvr116407.html).

52. Nichtzulassung der Sukzessivadoption durch eingetragene Lebenspartner ist verfassungswidrig. (http://

www.bundesverfassungsgericht .de/pressemitteilungen/bvg13-­‐009.html) Pressemitteilung Nr. 9/2013 vom

19. Februar 2013. Bundesverfassungsgericht – Pressestelle, abgerufen am 18.   Juli 2013.

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53. Ausschluss eingetragener Lebenspartnerschaften vom Ehegattensplitting ist verfassungswidrig. (http://


www.bundesverfassungsgericht .de/pressemitteilungen/bvg13-­‐041.html) Pressemitteilung Nr. 41/2013 vom

6. Juni 2013. Bundesverfassungsgericht – Pressestelle, abgerufen am 18.  Juli 2013.

54. BVerfGE 109, 279 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv109279.html#).

55. BVerfGE 113, 348 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv113348.html#).

56. BVerfGE 6, 389 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv006389.html#).

57. BVerfGE 110, 94 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv110094.html#).

58. BVerfG , Az. 2 BvR 1870/07 (http://www.bverfg .de/entscheidungen/rk20081107_2bvr187007.html).

59. BVerfGE 93, 266 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv093266.html#).

60. BVerfGE 69, 315 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv069315.html#).

61. BVerfGE 12, 1   (3) (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv012001.html#003).

62. BVerfGE 24, 236 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv024236.html#).

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

63. BVerfGE 32, 98 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv032098.html#).


64. BVerfGE 93, 1 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv093001.html#).

65. BVerfGE 104, 337 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv104337.html#).

66. BVerfGE 108, 282 (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv108282.html#).

67. BVerfG , Az. 2   BvF 2/02.

68. BVerfG , Az. 2   BvF 1/03.

69. Bundesverfassungsgericht – Pressestelle: Verfassungsbeschwerden in Sachen „Rauchverbot“ erfolgreich (http://

www.bundesverfassungsgericht .de/pressemitteilungen/bvg08-­‐078), Pressemitteilung Nr.  78/2008 vom 30.

Juli 2008.

70. BVerfG , Az. 1 BvR 3262/07, 1 BvR 402/08, 1 BvR 906/08 (http://www.bundesverfassungsgericht .de/

entscheidungen/rs20080730_1bvr326207.html).

71. BVerfG , Az. 2   BvR 2236/04.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

72. BVerfG , Urteil des Zweiten Senats vom 25. August 2005 – 2 BvE 4/05 – (http://www.bverfg .de/
entscheidungen/es20050825_2bve000405.html).

73. BVerfG , NJW 1993, S. 3047.

74. BVerfG , Az. 2 BvC 1/07 vom 3. Juli 2008 (http://www.bundesverfassungsgericht .de/entscheidungen/

cs20080703_2bvc000107.html).

75. BVerfG , Az. 2 BvC 3/07 (http://www.bundesverfassungsgericht .de/entscheidungen/cs20090303_

2bvc000307.html).

76. Die Entscheidung bezieht sich auf die „Fassung der Bekanntmachung vom 8. März 1994“ (BGBl. I S. 424,

bereinigt BGBl. I S. 555), zuletzt geändert durch Art.   2 des Gesetzes zur Änderung des Wahl-­‐ und

Abgeordnetenrechts vom 17. März 2008 (BGBl. I S. 394).

77. Bundesverfassungsgericht : Urteil des Zweiten Senats vom 9.  November 2011. (http://

www.bundesverfassungsgericht .de/entscheidungen/cs20111109_2bvc000410.html) Aktenzeichen 2 BvC

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

4/10, 2 BvC 6/10, 2 BvC 8/10. Abgerufen am 10.  November 2011 (Leitsatz: „Der mit der Fünf-­‐Prozent-­‐
Sperrklausel in §   2 Abs.   7 EuWG verbundene schwerwiegende Eingriff in die Grundsätze der

Wahlrechtsgleichheit und Chancengleichheit der politischen Parteien ist unter den gegebenen rechtlichen und

tatsächlichen Verhältnissen nicht zu rechtfertigen.“).

78. Fünf-­‐Prozent-­‐Sperrklausel im Europawahlrecht verfassungswidrig. (http://www.bundesverfassungsgericht .de/

pressemitteilungen/bvg11-­‐070.html) Pressemitteilung Nr.   70/2011 vom 9. November 2011.

Bundesverfassungsgericht – Pressestelle, abgerufen am 10.   November 2011.

79. BVerfG , Az. 2 BvK 1/07 (http://www.bundesverfassungsgericht .de/entscheidungen/ks20080213_

2bvk000107.html) vom 13. Februar 2008.

80. Neuregelung des Sitzzuteilungsverfahrens für die Wahlen zum Deutschen Bundestag verfassungswidrig. (http://

www.bundesverfassungsgericht .de/pressemitteilungen/bvg12-­‐058.html) Pressemitteilung Nr. 58/2012 vom

25. Juli 2012. Bundesverfassungsgericht – Pressestelle, abgerufen am 26.   Juli 2012.

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81. Vgl. z.   B. Rüdiger Voigt (Hrsg.): Verrechtlichung. Analysen zu Funktion und Wirkung von Parlamentarisierung,
Bürokratisierung und Justizialisierung sozialer, politischer und ökonomischer Prozesse. Athenäum, Königstein i.

Ts. 1980, ISBN 978-­‐3-­‐7610-­‐6221-­‐0.

82. Christian Rath: Karlsruhe gibt Schäuble Contra (http://www.taz.de/1/archiv/print-­‐archiv/printressorts/digi-­‐

artikel/?ressort=in&dig=2009%2F03%2F17%2Fa0055&cHash=373f530748&type=98), taz, 17. März 2009.

83. n-­‐tv.de: Peter Müller nach Karlsruhe? „Das wäre äußerst schlechter Stil“, 17. Dezember 2010 (http://www.n-­‐

tv.de/politik/Das-­‐waere-­‐aeusserst-­‐schlechter-­‐Stil-­‐article2178901.html). Abgerufen am 25. September 2011.

84. FAZ .NET: Gastbeitrag: Es fehlen Frauen und Transparenz. Das Verfassungsgericht bekommt weiterhin keine

Chance, durch demokratische Wahlen an Legitimität zu gewinnen. (http://www.faz.net/s/

RubD5CB2DA481C04D05AA471FA88471AEF0/

Doc~EB60A863FC823407FB23C0E2E8E80A9D0~ATpl~Ecommon~Scontent.html) Von Christine Landfried.

Abgerufen am 8. Februar 2011.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht 4.  Januar  2014  10:51:59

85. Hochrangige Juristen fordern Einschränkungen des Bundesverfassungsgerichts (http://www.spiegel.de/spiegel/


vorab/0,1518,641250,00.html), in: Spiegel Online, 8.   August 2009.

86. EGMR Sürmeli gegen Deutschland, Urteil vom 8. Juni 2006, Nr.   75529/01, §   103   ff. (http://

www.richterverein.de/j2000/egmrsuermeli.htm)

87. EGMR Herbst gegen Deutschland, Urteil vom 11. Februar 2007, Nr.   76680/01, §   62   ff. (http://www.coe.int/t/

d/menschenrechtsgerichtshof/dokumente_auf_deutsch/volltext/urteile/20070111-­‐H.asp#TopOfPage)

88. VGH Baden-­‐Württemberg, Pressemitteilung vom 27. Mai 2013, Az.: 10 S 281/12 (http://vghmannheim.de/

servlet/PB/menu/1284509/).

89. Die Bibliothek des Bundesverfassungsgerichts (http://www.bundesverfassungsgericht .de/bibliothek.html)

90. Vgl. dazu weiterführend Sebastian Felz: Die Historizität der Autorität oder: Des Verfassungsrichters neue Robe,

in: Jahrbuch Junge Rechtsgeschichte 6 (2010), S. 101–118.

91. VGH Baden-­‐Württemberg, Urteil vom 7. Mai 2013, Az.: 10 S 281/12 (http://openjur.de/u/631314.html).

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92. so etwa Heribert Prantl wiederholt in der Süddeutschen Zeitung


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