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David Hilbert

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David Hilbert (* 23. Januar 1862 in Königsberg[1];


† 14. Februar 1943 in Göttingen) war ein deutscher
Mathematiker. Er gilt als einer der bedeutendsten
Mathematiker der Neuzeit. Viele seiner Arbeiten auf
dem Gebiet der Mathematik und mathematischen
Physik begründeten eigenständige
Forschungsgebiete. Mit seinen Vorschlägen
begründete er die bis heute bedeutsame
formalistische Auffassung von den Grundlagen der
Mathematik und veranlasste eine kritische Analyse
der Begriffsdefinitionen der Mathematik und des
mathematischen Beweises. Diese Analysen führten
zum Gödelschen Unvollständigkeitssatz, der unter
anderem zeigt, dass das Hilbertprogramm, die von
ihm angestrebte vollständige Axiomatisierung der
Mathematik, nicht gänzlich erfüllt werden kann.
Hilberts programmatische Rede auf dem
David Hilbert (1912)
internationalen Mathematikerkongress in Paris im
Jahre 1900, in der er eine Liste von 23
mathematischen Problemen vorstellte, beeinflusste die mathematische Forschung des 20.
Jahrhunderts nachhaltig.[2][3]

Inhaltsverzeichnis
1 Leben
1.1 Königsberg
1.1.1 Kindheit und Jugendzeit
1.1.2 Studium, sowie Begegnung und Austausch mit Minkowski und
Hurwitz
1.1.3 Begegnung mit Felix Klein, Habilitation und Professur
1.2 Familie
1.3 Göttingen
1.3.1 Die Glanzzeit der Göttinger Mathematik
1.3.2 1933: Nach der nationalsozialistischen Machteroberung 1933
2 Werk
2.1 Algebraische Geometrie
2.2 Zahlentheorie
2.3 Geometrie
2.4 Hilberts 23 Probleme
2.5 Logik und Grundlagen der Mathematik
2.6 Analysis
2.7 Mathematische Physik
2.8 Allgemeine Relativitätstheorie
2.9 Gegen das Ignorabimus
3 Würdigung
4 Schriften
5 Literatur
6 Weblinks
7 Einzelnachweise

Leben
Königsberg

Kindheit und Jugendzeit

Hilbert wurde als Sohn des Amtsgerichtsrats Otto


Hilbert und seiner Frau Maria Theresia, geb.
Erdtmann, geboren. Väterlicherseits entstammte er
einer alten ostpreußischen Juristenfamilie, die Mutter
kam aus einer Königsberger Kaufmannsfamilie. Der
Vater wurde als eher einseitiger Jurist beschrieben,
der der Laufbahn seines Sohnes kritisch
gegenüberstand, während die Mutter vielseitige
Interessen hatte, unter anderem auf dem Gebiet der
Astronomie und Philosophie sowie der angewandten Friedrichskollegium in Königsberg

Mathematik.[4] Er hatte noch eine jüngere Schwester,


die jedoch schon im Alter von 28 Jahren verstarb. In
seiner Heimatstadt besuchte Hilbert als Schüler
zunächst das Friedrichskollegium und wechselte ein
Jahr vor dem Abitur auf das mehr
naturwissenschaftlich-mathematisch orientierte
Wilhelms-Gymnasium. Von seinen schulischen
Leistungen ist nichts Bemerkenswertes überliefert,
anekdotisch wurde kolportiert, dass der junge Hilbert
zwar keine guten Deutschaufsätze schrieb (die hatte Königliches Wilhelm-Gymnasium
manchmal seine Mutter verfasst), jedoch seinen (Postkarte)
Lehrern mathematische Probleme erklären konnte.
Sein Mathematiklehrer von Morstein gab ihm im
Abitur die bestmögliche Zeugnisnote und bescheinigte ihm „Gründliches Wissen und die
Fähigkeit, die ihm gestellten Aufgaben auf eigenem Wege zu lösen“. Auf seine
Schulleistungen angesprochen meinte Hilbert später: „Ich habe mich auf der Schule nicht
besonders mit Mathematik beschäftigt, denn ich wußte ja, daß ich das später tun würde.“[4]
Studium, sowie Begegnung und Austausch mit Minkowski und Hurwitz

Mit dem Sommersemester 1880 begann der 18-


jährige Hilbert das Studium der Mathematik an der
Albertus-Universität in Königsberg. Die
Königsberger Universität konnte damals auf eine
glänzende Tradition in der Mathematik zurückblicken
und galt in diesem Fach als eine Ausbildungsstätte
ersten Ranges.[5] Hier hatten unter vielen anderen
Carl Gustav Jacob Jacobi, Friedrich Wilhelm Bessel,
Friedrich Julius Richelot und der Physiker Franz
Ernst Neumann gelehrt und gearbeitet. Zu Hilberts Die Albertus-Universität um 1900
Lehrern gehörte der aus Heidelberg kommende (colorierte Postkarte)
Heinrich Weber. Wohl durch Vermittlung Webers
verbrachte Hilbert sein zweites Semester in
Heidelberg, kehrte danach jedoch nach Königsberg zurück. Weber erkannte und förderte
frühzeitig Hilberts mathematische Begabung.

Während des Studiums lernte Hilbert seinen zwei Jahre jüngeren Kommilitonen Hermann
Minkowski kennen, der aus einer jüdischen Familie aus Litauen stammte, die nach
Ostpreußen eingewandert war. Mit Minkowski verband ihn eine lebenslange enge
Freundschaft. 1883 wurde Ferdinand Lindemann der Nachfolger auf dem Lehrstuhl
(Ordinariat) von Weber und 1884 wurde Adolf Hurwitz auf den zweiten Mathematik-
Lehrstuhl (das Extraordinariat) berufen. Hurwitz war nur 3 Jahre älter als Hilbert und
Hilbert sagte später über ihn: „Wir, Minkowski und ich, waren ganz erschlagen von seinem
Wissen und glaubten nicht, daß wir es jemals so weit bringen würden.“.[4] Der regelmäßige
wissenschaftliche Austausch mit Hurwitz und Minkowski wurde für Hilbert prägend. Im
Nachruf auf Hurwitz schrieb Hilbert: „Auf zahlreichen, zeitenweise Tag für Tag
unternommenen Spaziergängen haben wir damals während acht Jahren wohl alle Winkel
mathematischen Wissens durchstöbert, und Hurwitz mit seinen ebenso ausgedehnten und
vielseitigen wie festbegründeten und wohlgeordneten Kenntnissen war uns dabei immer der
Führer“.[6] Lindemann hatte dagegen nur wenig Einfluss auf Hilbert, er schlug ihm jedoch
das Thema seiner Doktorarbeit vor. 1885 wurde Hilbert mit der Arbeit Über invariante
Eigenschaften spezieller binärer Formen, insbesondere der Kugelfunctionen in der
Philosophischen Fakultät promoviert.[7]

Begegnung mit Felix Klein, Habilitation und Professur

Nach der Promotion begab sich Hilbert im Winter 1885/86 auf eine Studienreise, die ihn
zunächst an die Universität Leipzig zu Felix Klein führte. Klein erkannte ebenfalls die hohe
Begabung Hilberts und zwischen den beiden entwickelte sich eine intensive
wissenschaftliche Korrespondenz. Auf Anraten von Klein hielt sich Hilbert noch für einige
Monate in Paris auf. Einen solchen Aufenthalt empfahl Klein allen talentierten Schülern, da
er selbst zusammen mit Sophus Lie 1870 in Paris gewesen war, wo er wichtige Anregungen
erhalten hatte. Hilbert kam in Kontakt mit vielen bekannten französischen Mathematikern
(Charles Hermite, Henri Poincaré, Camille Jordan, Pierre
Ossian Bonnet). Den besten Eindruck nahm er von Poincaré
und Hermite mit, er zeigte sich aber insgesamt nicht sehr
beeindruckt von der französischen Mathematik.[8]

1886 habilitierte sich Hilbert mit einer Arbeit über


invariantentheoretische Untersuchungen im binären
Formengebiet und wurde Privatdozent. Nachdem Hurwitz
1892 einen Ruf nach Zürich angenommen hatte, wurde
Hilbert dessen Nachfolger im Extraordinariat. 1893 folgte
Lindemann einem Ruf nach München und Hilbert wurde nun
Ordinarius. Hilbert konnte durchsetzen, dass sein Freund
Minkowski auf das vakant gewordene Extraordinariat nach
Königsberg berufen wurde. David Hilbert (1886) als
Privatdozent in Königsberg
Familie
Am 12. Oktober 1892 heiratete David Hilbert die mit ihm seit längerer Zeit befreundete
Käthe Jerosch (* 31. März 1864 in Braunsberg im Ermland, † 17. Januar 1945 in
Göttingen).[9][10] Die Eheleute waren Cousin und Cousine 2. Grades.[11] Käthe war zeit
ihres Lebens eine wesentliche Stütze der wissenschaftlichen Arbeit Hilberts. Mit ihrer besten
Handschrift schrieb sie seit Beginn der Ehe Reinschriften von Korrespondenz und
Buchmanuskripten zur Vorlage bei der Druckerei.[12][13] Diese Verpflichtung behielt sie
auch nach den anstrengenden Vorkommnissen um den gemeinsamen Sohn Franz bei.[14]
Käthe starb nahezu erblindet und vereinsamt.[15] Das einzige Kind Franz Hilbert wurde am
11. August 1893 geboren.[16] Sein ganzes Leben litt er unter einer nicht genau
diagnostizierten psychischen Störung. Seine geringen geistigen Fähigkeiten belasteten
seinen Vater. Richard Courant, ab 1909 Privatlehrer an einer Mädchenschule in Göttingen
und Assistent von David Hilbert, wurde damit beauftragt, Franz Nachhilfe zu geben, um
dessen schulische Leistungen zu verbessern. Versuche, in einem Beruf Fuß zu fassen,
schlugen fehl. Eines Tages kam Franz mit den Symptomen einer wahnhaften Störung nach
Hause und wurde daraufhin in eine Klinik für Geisteskranke nahe der Universität Göttingen
gebracht. Dies war der Auslöser für die in der Göttinger Gesellschaft aufkommenden
Mutmaßungen, David und Käthe Hilbert seien Cousins 1. Grades.[17] Hilbert brach in der
Folge den Kontakt zu seinen Sohn weitgehend ab und soll ihn während des
Klinikaufenthaltes auch nie besucht haben.[18] Als seine Mutter ihn einige Zeit später nach
Hause zurückbrachte, war der Frieden im Hause Hilbert gestört. Der Vater konnte die
Krankheit seines Sohnes nicht ertragen, die Mutter wollte ihren Sohn nicht hergeben. Es
kam zu Spannungen zwischen den Eheleuten.[19] Beim 60. (1922)[20] und 75. (1937)[21]
Geburtstag von Hilbert war Franz zu Hause. Informationen über die Zeit danach sind bisher
nicht aufzufinden.[22]

Göttingen

Die Glanzzeit der Göttinger Mathematik


1895 erfolgte auf Betreiben von Felix Klein die
Berufung an die Universität Göttingen. Das
preußische Kultusministerium hatte es sich zum Ziel
gesetzt, in Göttingen, gewissermaßen in der Tradition
von Carl Friedrich Gauß und Bernhard Riemann,
einen Schwerpunkt der mathematischen Forschung
aufzubauen. Treibende Kraft war dabei der Das Mathematische Institut in
Staatssekretär Friedrich Althoff, der in diesem Göttingen. Der Neubau wurde 1926–
Bestreben tatkräftig von Klein unterstützt wurde. 29 aus Mitteln der Rockefeller-
Hilbert war damals 33 Jahre alt und Klein wurde Stiftung erbaut und am 2. Dezember
vorgeworfen, es sich mit der Berufung eines so 1929 von Hilbert und Courant
jungen Mannes leicht zu machen. Daraufhin eröffnet.
entgegnete dieser: „Sie irren, ich berufe mir den
Allerunbequemsten.“[4] Das persönliche Verhältnis
von Klein zu Hilbert blieb jedoch auch nach der Berufung freundschaftlich ungetrübt. 1902
konnte Hilbert mittels eines Rufes nach Berlin durchsetzen, dass Minkowski auf das
Extraordinariat in Göttingen berufen wurde, womit die beiden befreundeten Mathematiker
wieder an einem Ort vereint waren. Der frühe Tod seines Freundes und Arbeitskollegen
1909, im Alter von 44 Jahren, war ein schwerer persönlicher Schlag für Hilbert.[23] Nach
dessen Tode fungierte Hilbert als Herausgeber seiner Arbeiten unter dem Titel Gesammelte
Abhandlungen von Hermann Minkowski.[24]

Die frühen Jahre in Göttingen waren für Hilbert nicht immer einfach, da in der Kleinstadt
Göttingen kein so weltoffener, liberaler Geist wie in Königsberg herrschte. Der
Standesdünkel der dortigen Universitätskreise war sehr ausgeprägt. So wurde es zum
Beispiel als Skandal empfunden, als Hilbert, der Ordinarius, mit Assistenten in einem Lokal
Billard spielte. Albert Einstein gab Jahre später seinem Freund Max Born, der sich zwischen
einem Ruf nach Frankfurt oder Göttingen entscheiden musste, den Rat: „Wenn ich mich in
die Lage denke, so kommt es mir vor, ich bliebe lieber in Frankfurt. Denn mir wäre es
unerträglich, auf einem kleinen Kreis aufgeblasener und meist engherziger (und -
denkender) Gelehrter so ganz angewiesen zu sein (kein anderer Verkehr). Denkt daran, was
Hilbert ausgestanden hat von dieser Gesellschaft.“[25] Born entschied sich aber dann doch
für Göttingen und gehörte bald zum Freundeskreis von Hilbert, dessen Assistent er bereits
gewesen war. Nach den Anfangsschwierigkeiten lebte sich Hilbert jedoch in Göttingen gut
ein und genoss große Verehrung von Seiten seiner Studenten. Über den Eindruck, den er
bei den Studenten hinterließ, berichtete sein späterer Doktorand Otto Blumenthal:

„Ich erinnere mich noch genau des ungewohnten Eindrucks, den mir – zweitem
Semester – dieser mittelgroße, bewegliche, ganz unprofessoral aussehende,
unscheinbar gekleidete Mann mit dem breiten rötlichen Bart machte, der so
seltsam abstach gegen Heinrich Webers ehrwürdige, gebeugte Gestalt und
Kleins gebietende Erscheinung mit dem strahlenden Blick. […] Hilberts
Vorlesungen waren schmucklos. Streng sachlich, mit einer Neigung zur
Wiederholung wichtiger Sätze, auch wohl stockend trug er vor, aber der reiche
Inhalt und die einfache Klarheit der Darstellung ließen die Form vergessen. Er
brachte viel Neues und Eigenes, ohne es hervorzuheben. Er bemühte sich
sichtlich, allen verständlich zu sein, er las für die Studenten, nicht für sich. […]
Um mit seinen Seminarleuten genau bekannt zu werden führte er sie eine
Zeitlang nach jedem Seminar in eine Waldwirtschaft, wo Mathematik
gesprochen wurde. […] Ein ausdauernder Fußgänger, machte er mit ihnen
allwöchentlich weite Spaziergänge in die Berge Göttingens, da konnte jeder
seine Fragen stellen, meist aber sprach Hilbert selbst über seine Arbeiten, die
ihn gerade beschäftigten.“[4]

In seiner Göttinger Zeit hat Hilbert insgesamt 69


Doktoranden betreut, u. a. (mit Jahr der Promotion):
Otto Blumenthal (1898), Felix Bernstein (1901),
Hermann Weyl (1908), Richard Courant (1910),
Erich Hecke (1910), Hugo Steinhaus (1911),
Wilhelm Ackermann (1925). Viele seiner ehemaligen
Schüler wurden später Lehrstuhlinhaber.

Unter den 69 Doktoranden waren auch sechs Frauen,


was in der damaligen Zeit alles andere als
selbstverständlich war. Frauen wurden in Preußen
erst im Jahr 1908 allgemein zum Hochschulstudium
zugelassen. Bekannt ist der Einsatz Hilberts und
Kleins für die Mathematikerin Emmy Noether, die –
obwohl unzweifelhaft hochqualifiziert – als Frau nur
unter großen Schwierigkeiten einen Lehrauftrag in
Göttingen erlangen konnte. Sie konnte jahrelang ihre
Vorlesungen nur unter Hilberts Namen ankündigen. Der 70-jährige Hilbert bei einem
Im Zusammenhang mit den Diskussionen um Vortrag im Jahr 1932
Noethers Habilitationsgesuch fiel Hilberts vielzitierter
Ausspruch „eine Fakultät ist doch keine
Badeanstalt!“.

Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts hat Hilbert wesentlichen Anteil an der Entwicklung
der Universität Göttingen zu einem führenden mathematisch-naturwissenschaftlichen Lehr-
und Forschungszentrum gehabt[26]; er blieb ihr, trotz zahlreicher Angebote anderer
Universitäten und Akademien (1898 Leipzig: Nachfolge Sophus Lie, 1902 Berlin:
Nachfolge Lazarus Immanuel Fuchs, 1912 Heidelberg: Nachfolge Leo Koenigsberger,
1919: Bern und 1917: nochmals Berlin) bis zu seiner Emeritierung 1930 treu. Bis in das
Jahr 1934 hielt er noch Vorlesungen an der Göttinger Universität. Auch in seinen Göttinger
Jahren blieb Hilbert seiner ostpreußischen Heimat eng verbunden und verbrachte
regelmäßig seine Ferien im Seebad Rauschen, „dem Paradies unserer Kindheit“.

1900 war er Präsident der Deutschen Mathematiker-Vereinigung. 1903 wurde er zum


korrespondierenden Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gewählt.

1902–1939 war Hilbert Mitherausgeber der Mathematischen Annalen, der zu dieser Zeit
bedeutendsten mathematischen Fachzeitschrift der Welt. In dieser Tätigkeit wurde er
wesentlich durch seinen langjährigen Assistenten Otto Blumenthal unterstützt.

1928 hielt er einen Plenarvortrag auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Bologna


(Probleme der Grundlegung der Mathematik). Anlässlich des Kongresses der Gesellschaft
Deutscher Naturforscher und Ärzte in Königsberg gab er am 8. September 1930 seine
berühmte Ansprache mit dem Titel Naturerkennen und Logik. Damals wurde ein
vierminütiger Auszug über Radio ausgestrahlt und ist bis heute auf einer Schallplatte
erhalten geblieben.[27]

1942 wurde er Ehrenmitglied der DMV.

Obwohl grundsätzlich politisch liberal gesinnt konnte sich Hilbert der Kriegsbegeisterung
des August 1914 nicht entziehen. So gehörte er zwar nicht zu den Unterzeichnern des
Manifests der 93, aber etwa zwei Wochen darauf stimmte er wie etwa sein Freund Max von
Laue der nicht weniger nationalistischen Erklärung der Hochschullehrer des Deutschen
Reiches zu.[28]

1933: Nach der nationalsozialistischen Machteroberung 1933

Hilbert musste mitansehen, wie die weltberühmte


mathematische und physikalische Tradition der Göttinger
Universität durch die Nationalsozialisten nach ihrer
Machtübernahme rücksichtslos zerstört wurde. Sogenannte
„Nicht-Arier“ wie Edmund Landau, Richard Courant, Max
Born, Felix Bernstein, Emmy Noether, Otto Blumenthal und
politisch Andersdenkende wie Hermann Weyl wurden zur
Aufgabe ihrer Tätigkeit genötigt oder in die Emigration
gezwungen.[29] Als Hilbert bei einem Bankett 1934 von dem
neuen preußischen Unterrichtsminister Bernhard Rust gefragt
wurde, ob es denn stimme, dass sein Institut „unter dem
Weggang der Juden und Judenfreunde“ gelitten habe,
erwiderte dieser: „Das Institut – das gibt es doch gar nicht
Grabstelle in Göttingen
mehr!“[30]

Hilberts Tod im Jahr 1943 wurde von der deutschen wissenschaftlichen Öffentlichkeit auf
dem Höhepunkt des Weltkrieges nur beiläufig registriert. An seinem Begräbnis nahm kaum
ein Dutzend Menschen teil. Der anwesende, ebenfalls aus Königsberg stammende Arnold
Sommerfeld verfasste in Die Naturwissenschaften einen Nachruf.[31] Ganz anders in
Amerika: Dort kam es an vielen Universitäten, wo ehemalige Absolventen des Göttinger
Mathematischen Seminars wirkten, zu Gedenkveranstaltungen. Unter anderen verfasste
auch Hermann Weyl in Princeton einen Nachruf.[32]

Hilberts Grab befindet sich auf dem Göttinger Stadtfriedhof an der Groner Landstraße.

Seine Büste befindet sich unter den Büsten der bedeutenden Professoren der Georgia-
Augusta in der Aula am Wilhelmsplatz.[33]
Werk
Im Folgenden werden Hilberts wichtigste Beiträge zu einzelnen Bereichen der Mathematik
genauer beschrieben.

Algebraische Geometrie
Bis etwa 1893 leistete Hilbert Beiträge zur Invariantentheorie. Unter anderem bewies er den
Hilbertschen Basissatz, der besagt, dass jedes Ideal in einem Polynomring über einem
Körper endlich erzeugt ist. In seinem Nullstellensatz zeigte er den eindeutigen
Zusammenhang von Nullstellen von polynomialen Gleichungen und Polynomidealen.
Damit verband er Geometrie und Algebra, was zur Entwicklung der algebraischen
Geometrie führte.

Zahlentheorie
In seinem bedeutenden Werk Zahlbericht von 1897 (algebraische Zahlentheorie) fasste er
Arbeiten von Ernst Eduard Kummer, Leopold Kronecker und Richard Dedekind mit
eigenen Ideen zusammen. Ein wichtiger Satz aus dieser Arbeit wird immer noch unter der
dort verwendeten Nummerierung zitiert: Hilberts Satz 90 über die Struktur bestimmter
Körpererweiterungen.

Geometrie
→ Hauptartikel: Hilberts Axiomensystem der euklidischen Geometrie

Hilberts Bestreben war es, die bislang sehr der Anschaulichkeit verhaftete, noch im
Wesentlichen auf Euklid zurückgehende Geometrie möglichst vollständig von Begriffen aus
der Anschauungswelt abzulösen und rein axiomatisch zu begründen. Eine solche
axiomatische Begründung erschien Hilbert und vielen mathematischen Zeitgenossen
unbedingt notwendig, da die zuvor verwendeten Begriffe aus der Anschauungswelt nicht
die notwendige mathematische Exaktheit hatten und das darauf erbaute mathematische
Gebäude der Geometrie somit auf „wackeligen Füßen“ zu stehen schien.

In seinem fundamentalen, 1899 zur Feier der Enthüllung des Gauß-Weber-Denkmals in


Göttingen veröffentlichten Werk Grundlagen der Geometrie entwarf er für die euklidische
Geometrie ein vollständiges Axiomensystem und entwickelte darauf aufbauend eine streng
axiomatisch begründete Geometrie. Die von Hilbert verwendeten Begriffe „Punkt“,
„Gerade“, „Ebene“ etc. haben keinen Bezug zur Anschauung mehr, wie es noch Euklid
versucht hatte (z. B. „Ein Punkt ist, was keine Teile hat.“), sondern sind rein axiomatisch
definiert. Hilbert wird der Ausspruch zugeschrieben, man könne statt „Punkte, Geraden und
Ebenen“ jederzeit auch „Tische, Stühle und Bierseidel“ sagen; es komme nur darauf an, dass
die Axiome erfüllt sind.

Aus dem Hilbertschen Buch folgt insbesondere, dass jede Geometrie, die dem Hilbertschen
Axiomensystem genügt, bis auf Isomorphie eindeutig bestimmt ist, nämlich isomorph zum
dreidimensionalen reellen Vektorraum, in dem die Vektoren die Punkte und die
Nebenklassen eindimensionaler Unterräume die Geraden sind, und in dem der Abstand
zweier Punkte wie in der klassischen analytischen Geometrie gemessen wird, nämlich mit
Hilfe des Satzes von Pythagoras.

Hilberts 23 Probleme
→ Hauptartikel: Hilbertsche Probleme

Im Jahr 1900 fand vom 6. bis 12. August der zweite internationale Mathematikerkongress
parallel zur Weltausstellung in Paris statt.[34] Der Kongress tagte in 6 Sektionen: Arithmetik
und Algebra, Analysis, Geometrie, Mechanik und Mathematische Physik, Geschichte und
Bibliografie der Mathematik sowie Unterricht und Methodologie der Mathematik. An dem
Kongress nahmen 226 Gelehrte aus aller Welt teil. Der damals 39-jährige Hilbert galt als
einer der führenden deutschen Mathematiker und wurde gebeten, ein Grundsatzreferat in
einer gemeinsamen Sitzung der 5. und 6. Sektion zu halten. Viele erwarteten von ihm, dass
er in einer Art „Festrede“ zur Jahrhundertwende die großen Erfolge in der Entwicklung der
Mathematik im vergangenen Jahrhundert Revue passieren lassen würde. Hilbert entschied
sich jedoch ganz anders. Statt eines Rückblicks auf das vergangene Jahrhundert wagte er
den kühnen Blick in die Zukunft. Die einleitenden Worte in seinem Vortrag am 8. August
1900 bringen das zum Ausdruck:

„Wer von uns würde nicht gerne den Schleier lüften, unter dem die Zukunft
verborgen liegt, um einen Blick zu werfen auf die bevorstehenden Fortschritte
unserer Wissenschaft und in die Geheimnisse ihrer Entwicklung während der
künftigen Jahrhunderte! Welche besonderen Ziele werden es sein, denen die
führenden mathematischen Geister der kommenden Geschlechter nachstreben?
Welche neuen Methoden und neuen Tatsachen werden die neuen Jahrhunderte
entdecken – auf dem weiten und reichen Felde mathematischen Denkens?“[35]

Für seinen Vortrag hatte er eine Liste von 23 ungelösten mathematischen Problemen aus
ganz verschiedenen Teilgebieten der Mathematik (Geometrie, Zahlentheorie, Logik,
Topologie, Arithmetik, Algebra, usw.) erstellt, von denen er 10 vortrug. In dieser Auswahl
der Probleme ließ Hilbert seinen beeindruckenden umfassenden Überblick über die gesamte
Mathematik erkennen. Er hatte diese Probleme ausgewählt, weil sie ihm von zentraler
Bedeutung zu sein schienen und weil er sich von der Lösung dieser Probleme einen
wesentlichen Fortschritt auf den entsprechenden Gebieten versprach. Diese später so
genannten Hilbertschen Probleme wurden zur Leitschnur ganzer Generationen von
Mathematikern, und die Lösung eines jeden Problems wurde als große Leistung angesehen.
Von den Problemen gelten gegenwärtig (2012) 15 als gelöst, 3 als ungelöst und 5 als
prinzipiell unlösbar, letzteres zum Teil auch wegen zu unpräziser Formulierung. Der
berühmteste Fall eines solchen unlösbaren (aber präzise formulierten) Problems ist die
Forderung nach einem Beweis für die Widerspruchsfreiheit der Axiome der Arithmetik
(Hilberts 2. Problem), eine Forderung, deren Unerfüllbarkeit durch Kurt Gödel 1930
bewiesen wurde. Das berühmteste ungelöste Problem ist die Frage nach den Nullstellen der
Riemannschen Zeta-Funktion, Hilberts 8. Problem.
Logik und Grundlagen der Mathematik
→ Hauptartikel: Hilbertprogramm

Hilbert gilt als Begründer und exponiertester Vertreter der Richtung des Formalismus in der
Mathematik. Bereits in der Liste der ungelösten Probleme wies Hilbert darauf hin, dass die
Widerspruchsfreiheit der Arithmetik nicht geklärt sei. Anfang der 20er Jahre stellte er als
Reaktion auf die Grundlagenkrise der Mathematik die Forderung auf, die Mathematik
vollständig auf einem Axiomensystem aufzubauen, das nachweislich widerspruchsfrei sein
sollte. In Hilberts Worten:[36]

„Das ist es aber, was ich verlange: es soll in mathematischen Angelegenheiten


prinzipiell keine Zweifel, es soll keine Halbwahrheiten und auch nicht
Wahrheiten von prinzipiell verschiedener Art geben können […].“

und weiter:

„Das Ziel, die Mathematik sicher zu begründen, ist auch das meinige; ich
möchte der Mathematik den alten Ruf der unanfechtbaren Wahrheit, der ihr
durch die Paradoxien der Mengenlehre verlorenzugehen scheint,
wiederherstellen; aber ich glaube, dass dies bei voller Erhaltung ihres
Besitzstandes möglich ist.“

Den intuitionistischen Ansatz von Brouwer, den Hilberts Schüler Weyl als „revolutionär“
bezeichnet hatte, lehnte Hilbert scharf ab, vor allem auch deswegen, weil er die Mathematik
eines großen Teils ihres bisherigen „Besitzstandes“ beraubt hätte:

„Was Weyl und Brouwer tun, kommt im Grunde darauf hinaus, daß sie die
einstigen Pfade von Kronecker wandeln: sie suchen die Mathematik dadurch zu
begründen, daß sie alles ihnen unbequem erscheinende über Bord werfen und
eine Verbotsdiktatur à la Kronecker errichten. Dies heißt aber unsere
Wissenschaft zerstückeln und verstümmeln, und wir laufen Gefahr einen
großen Teil unserer wertvollsten Schätze zu verlieren, wenn wir solchen
Reformatoren folgen. […] nein, Brouwer ist nicht, wie Weyl meint die
Revolution, sondern die Wiederholung eines Putschversuches mit alten Mitteln,
der […] von vorneherein zur Erfolglosigkeit verurteilt ist.“[36]

Hilberts erklärte Zielsetzung war es, die Arithmetik und letztlich die ganze darauf
aufbauende Mathematik auf ein System von widerspruchsfreien Axiomen zu gründen.
Dieses Bestreben wurde als „Hilbertprogramm“ bekannt. Im Rahmen dieses Programms
formulierte Hilbert den später nach ihm benannten Hilbert-Kalkül. Das Hilbertprogramm
erwies sich in der von Hilbert intendierten Form letztlich als nicht durchführbar, wie Kurt
Gödel mit seinem 1930 veröffentlichten Unvollständigkeitssatz zeigen konnte. Trotzdem
war das Hilbertprogramm für die Mathematik sehr fruchtbar, da es in weiten Bereichen von
Mathematik und Logik zu einem vertieften Verständnis der Struktur formaler Systeme mit
deren Grenzen und zur Begriffsklärung beitrug.
Analysis
In der Variationsrechnung stellte Hilbert das von Riemann in dessen Abbildungssatz
verwendete Dirichlet-Prinzip auf feste Grundlagen. In den Integralgleichungen schloss er
einige Lücken von Fredholm im Beweis der fredholmschen Alternative. Diese Themen
flossen wesentlich in die Entwicklung der Funktionalanalysis ein. Insbesondere der wichtige
Hilbert-Raum ist untrennbar mit seinem Namen verbunden.

Mathematische Physik
Hilberts Arbeiten zu Funktionenräumen (Hilbert-Raum) und partiellen
Differentialgleichungen gehören heute zu den Grundlagen der mathematischen Physik.
Hilbert begann sich ab 1912 intensiv der Physik zuzuwenden (zunächst in Anwendungen
von Integralgleichungen auf die kinetische Gastheorie), mit deren mathematischer
Behandlung er unzufrieden war. Ein bekanntes Zitat von Hilbert lautet: Die Physik ist für die
Physiker eigentlich viel zu schwer.[37] Sein Schüler und Assistent Richard Courant schlug
ihm 1918 vor, ein Buchprojekt zu diesem Thema zu beginnen, das weitgehend von Courant
selbst realisiert wurde, aber – wie dieser im Vorwort schrieb – auf Abhandlungen und
Vorlesungen Hilberts beruhte und vom Geist der Hilbert Schule durchdrungen sei, weshalb
er (Courant) darauf bestanden habe, Hilbert als Ko-Autor aufzuführen. Nach Hilberts
Biographin Constance Reid zeigte Hilbert ein Interesse an dem Buch seines ehemaligen
Studenten, beteiligte sich aber ansonsten in keiner Weise[38]. Der erste Band erschien 1924,
der zweite 1937. Das Buch wurde ein Grundlagenwerk der mathematischen Physik in der
ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (und erfuhr nochmals in den 1950er und 1960er Jahren
eine völlige Neubearbeitung durch Courant), als Nachfolger der Theory of Sound von Lord
Rayleigh. Es war und ist allgemein als der Courant/Hilbert bekannt und erwies sich in der
bald darauf einsetzenden stürmischen Entwicklung der Quantenmechanik als wichtige
Quelle, aus der theoretische Physiker die dazu notwendige neue Mathematik erlernten.

Hilbert verfolgte auch ein Programm zu den axiomatischen Grundlagen der Physik, einem
der Hilbertschen Probleme. Eine Frucht daraus waren seine Arbeiten zur Allgemeinen
Relativitätstheorie. Mit der Entwicklung der Quantenmechanik in Göttingen um 1925
begann er sich auch dafür zu interessieren, teilweise in Zusammenarbeit mit John von
Neumann und seinem physikalischen Assistenten (die Arnold Sommerfeld regelmäßig für
Hilbert auswählte) Lothar Nordheim. 1928 entstand daraus der Aufsatz Die Grundlagen der
Quantenmechanik von Nordheim, Hilbert und von Neumann.

Allgemeine Relativitätstheorie
→ Hauptartikel: Allgemeine Relativitätstheorie

Am 20. November 1915, fünf Tage vor Einstein, reichte Hilbert eine Arbeit zur allgemeinen
Relativitätstheorie ein, die zur einsteinschen Theorie äquivalent war, allerdings ohne die
einsteinschen Feldgleichungen, die aber in Hilberts Variationsprinzip enthalten sind. Seine
Arbeit erschien jedoch erst nach der einsteinschen Arbeit. Hilbert hat niemals die
Urheberschaft für die Allgemeine Relativitätstheorie beansprucht und einen öffentlichen
„Prioritätenstreit“ zwischen Einstein und Hilbert gab es nicht. Verschiedene
Wissenschaftshistoriker haben jedoch sehr wohl über die Priorität spekuliert. Während zum
Beispiel Fölsing behauptet, dass Einstein möglicherweise von Hilbert beeinflusst wurde,[39]
haben umgekehrt Corry/Renn/Stachel die eigenständige Vervollkommnung der
Gleichungen durch Hilbert aufgrund einer Entdeckung im Jahre 1997 angezweifelt,[40] was
jedoch wiederum von anderen bestritten wird.[41][42]

Gegen das Ignorabimus


Hilbert wehrte sich immer gegen eine Sicht der Grenzen der Wissenschaft im Sinne eines
ignoramus et ignorabimus. Sein Glaube, dass der Mensch die Welt verstehen kann, zeigt
sich in seinem Ausspruch: Wir müssen wissen, und wir werden wissen. Was Hilbert damit
sagen wollte, wird aus dem folgenden Zitat deutlich:

„Einst sagte der Philosoph Comte – in der Absicht ein gewiss unlösbares
Problem zu nennen –, daß es der Wissenschaft nie gelingen würde, das
Geheimnis der chemischen Zusammensetzung der Himmelskörper zu
ergründen. Wenige Jahre später wurde durch die Spektralanalyse durch
Kirchhoff und Bunsen dieses Problem gelöst, und heute können wir sagen, daß
wir die entferntesten Sterne als wichtigste physikalische und chemische
Laboratorien in Anspruch nehmen, wie wir solche auf der Erde gar nicht
finden. Der wahre Grund, warum es Comte nicht gelang, ein unlösbares
Problem zu finden, besteht meiner Meinung nach darin, daß es ein solches gar
nicht gibt.“[43]

Oder in anderen Worten:

„Diese Überzeugung von der Lösbarkeit eines jeden mathematischen Problems


ist uns ein kräftiger Ansporn während der Arbeit; wir haben in uns den steten
Zuruf: Da ist das Problem, suche die Lösung. Du kannst sie durch reines
Denken finden; denn in der Mathematik gibt es kein Ignorabimus.“[35]

Hilbert plädiert damit für einen Optimismus in der Forschung, der selbstgesetzte
Beschränkungen des Denkens ablehnt. Das Motto findet sich auch auf seinem Grabstein:

„Wir müssen wissen.


Wir werden wissen.“

Würdigung
Nach David Hilbert sind folgende mathematische Begriffe, Objekte oder Sätze benannt:

Hilbert-Raum, Hilbertraumbasis, Hilbertbasis, Prähilbertraum


Hilbert-Matrix
Hilbert-Kurve
Hilbert-Transformation
Hilbert-Kalkül
Hilbert-Metrik
Hilberts Axiomensystem der euklidischen Geometrie
Hilbertscher Basissatz
Hilbertscher Nullstellensatz
Hilbertscher Syzygiensatz, siehe dazu auch Syzygium.
Hilberts Hotel
Hilberts Satz 90
Hilbert-Schmidt-Operator
Hilbertwürfel

Außerdem sind der Mondkrater Hilbert und der Asteroid Hilbert nach dem Mathematiker
benannt.[44]

Im Jahre 1906 erhielt Hilbert die Cothenius-Medaille der Deutschen Akademie der
Naturforscher Leopoldina.[45]

Schriften
Grundlagen der Geometrie
(http://www.archive.org/details/grunddergeovon00hilbrich). Teubner, Leipzig 1903
Die Grundlagen der Physik (http://echo.mpiwg-
berlin.mpg.de/content/modernphysics/hilbert). Erste Mitteilung, vorgelegt in der
Sitzung vom 20. November 1915. Nachrichten von der Koeniglichen Gesellschaft der
Wissenschaften zu Goettingen, Math-physik. Klasse, 1915
Grundzüge einer allgemeinen Theorie der linearen Integralgleichungen
(http://name.umdl.umich.edu/ACU8916.0003.001). Teubner, Berlin 1912.
Gesammelte Abhandlungen (http://www-gdz.sub.uni-goettingen.de/cgi-
bin/digbib.cgi?PPN237820250). Julius Springer, Berlin.
Erster Band: Zahlentheorie (http://www-gdz.sub.uni-goettingen.de/cgi-
bin/digbib.cgi?PPN237821559). 1932
Zweiter Band: Algebra, Invariantentheorie, Geometrie (http://www-gdz.sub.uni-
goettingen.de/cgi-bin/digbib.cgi?PPN237833719). 1933
Dritter Band: Analysis, Grundlagen der Mathematik, Physik, Verschiedenes,
Lebensgeschichte (http://www-gdz.sub.uni-goettingen.de/cgi-bin/digbib.cgi?
PPN237834022). 1935
Übersetzung: Foundations of Geometry. 1902 Gutenberg eText
(http://www.gutenberg.org/etext/17384)
Grundzüge der theoretischen Logik. 1928 mit Wilhelm Ackermann

Literatur
Dietmar Dath: Höhenrausch. Die Mathematik des 20. Jahrhunderts in zwanzig
Gehirnen. Eichborn, Frankfurt a. M. 2003, ISBN 3-8218-4535-X, S. 29–48
(biographischer Essay).
Apostolos Doxiadis, Christos H. Papadimitriou: Logicomix - Eine epische Suche nach
der Wahrheit, Süddeutsche Zeitung Bibliothek, 2012, ISBN 978-3-86497-004-7
Hans Freudenthal: Hilbert, David. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 9,
Duncker & Humblot, Berlin 1972, ISBN 3-428-00190-7, S. 115–117 (Digitalisat).
Rudolf Larenz: Der Wille zum widerspruchsfreien Wissen. Zum 150. Geburtstag von
David Hilbert In: Die Tagespost, Würzburg, 21. Januar 2012, Seite 10.
Jules Leveugle: La Relativité, Poincaré et Einstein, Planck, Hilbert. Paris 2004
Hermann Minkowski: Briefe an David Hilbert. Herausgegeben von L. Rüdenberg
und H. Zassenhaus. Springer-Verlag, Berlin & Heidelberg 1973, ISBN 3-540-06121-
5
Constance Reid: Hilbert. Springer Verlag, 2. Aufl. 1972, ISBN 0-387-04999-1, ISBN
3-540-04999-1
Constance Reid: Hilbert. Copernicus Books, New York 1996, ISBN 0-387-94674-8
(maßgebliche Hilbert-Biographie).
Kurt Reidemeister (Hrsg.): Hilbert – Gedenkband. Springer, Berlin, Heidelberg &
New York 1971, ISBN 3-540-05292-5
Klaus P. Sommer: Wer entdeckte die Allgemeine Relativitätstheorie? Prioritätsstreit
zwischen Hilbert und Einstein. In: Physik in unserer Zeit. Band 36(5), S. 230–235,
2005.

Weblinks
Commons: David Hilbert (//commons.wikimedia.org/wiki/Category:David_Hilbert?
uselang=de) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiquote: David Hilbert – Zitate

Wikilivres: David Hilbert (http://wikilivres.ca/wiki/David_Hilbert?uselang=de) –


Quellen, Texte, Werke, Übersetzungen, Medien
Biographie an der Universität Göttingen (http://www.math.uni-
goettingen.de/historisches/hilbert.html)
Literatur von und über David Hilbert (https://portal.dnb.de/opac.htm?
query=Woe%3D11855090X&method=simpleSearch) im Katalog der Deutschen
Nationalbibliothek
Patricia Blanchette: The Frege-Hilbert Controversy.
(http://plato.stanford.edu/entries/frege-hilbert/) In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford
Encyclopedia of Philosophy
David Hilbert in Königsberg (http://www.rzuser.uni-
heidelberg.de/~ci3/manu.html#HIK) – Vortrag von Peter Roquette, gehalten am 30.
September 2002 an der Mathematischen Fakultät Kaliningrad
Radioansprache 1930 als Tondokument
(http://math.sfsu.edu/smith/Documents/HilbertRadio/HilbertRadio.mp3) (MP3;
1,7 MB) und als Textdokument
(http://math.sfsu.edu/smith/Documents/HilbertRadio/HilbertRadio.pdf) (Zitat „Wir
müssen wissen, wir werden wissen.“; PDF; 52 kB)
John J. O’Connor, Edmund F. Robertson: David Hilbert. (http://www-history.mcs.st-
andrews.ac.uk/Biographies/Hilbert.html) In: MacTutor History of Mathematics
archive (englisch)
David Hilbert (http://genealogy.math.ndsu.nodak.edu/id.php?id=7298) im
Mathematics Genealogy Project (englisch)

Einzelnachweise
1. Constance Reid Hilbert, Springer Verlag, gibt Wehlau bei Königsberg an
2. 150. Geburtstag des Mathematikers David Hilbert – Schneller als Einstein. In:
Süddeutsche Zeitung, 22. Januar 2012 (http://www.sueddeutsche.de/wissen/-
geburtstag-des-mathematikers-david-hilbert-schneller-als-einstein-1.1263715) auf:
sueddeutsche.de
3. Der Einstein der Mathematik. In: Die Zeit, 12. Januar 2012
(http://www.zeit.de/2012/03/David-Hilbert) auf: zeit.de
4. Otto Blumenthal: Lebensgeschichte. In: David Hilbert. Gesammelte Abhandlungen.
Band III, Springer-Verlag, 1970, 2. Auflage, S. 388ff digitalisierter Volltext
(http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN237834022)
5. Felix Klein: Vorlesungen über die Entwicklung der Mathematik im 19. Jahrhundert.
S. 112 ff: Die Königsberger Schule. In: Grundlehren der mathematischen
Wissenschaften. 24/25. Berlin [u. a.], Springer-Verlag (Reprint 1979) digitalisierter
Volltext (http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN375425993)
6. David Hilbert: Adolf Hurwitz. In: Mathem. Annalen Bd. 83, S.161–168 (1921)
digitalisierter Volltext (http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN237834022)
7. David Hilbert (http://genealogy.math.ndsu.nodak.edu/id.php?id=7298) im
Mathematics Genealogy Project (englisch)
8. Briefe vom 2. April und 21. April 1886 an Felix Klein. In: Der Briefwechsel David
Hilbert – Felix Klein (1886–1918). Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht 1985, ISBN
3-525-85457-9
9. Reid, Constance 1972: a.a.O. S. 40
10. Grabstein, http://www.w-volk.de/museum/grave34.htm
11. Cousins 2. Grades, http://abyss.uoregon.edu/~js/glossary/hilbert.html
12. Reid, Constance 1972: a.a.O. S. 46
13. Reid, Constance 1972: a.a.O. S. 52
14. Reid, Constance 1972: a.a.O. S. 139/140
15. Reid, Constance 1972: a.a.O. S. 215
16. in Cranz, Reid, Constance 1972: a. a. O. S. 43
17. Reid, Constance 1972: a.a.O. S. 139
18. Doxiadis et al.: a.a.O. S. 282 und 330
19. Reid, Constance 1972: a.a.O. S. 151/152
20. Bild 60. Geburtstag, Reid, Constance 1972: a.a.O. S. 238
21. Reid, Constance 1972: a.a.O. S. 210
22. http://www.kfki.hu/tudtor/tallozo1/contrib.html
23. siehe hierzu Hilberts Gedächtnisrede, gehalten in der öffentlichen Sitzung der Kgl.
Gesellschaft zu Göttingen am 1. Mai 1909 (veröffentlicht: D. Hilbert: Hermann
Minkowski. Göttinger Nachrichten, Geschäftliche Mitteilungen 1909, S. 72–101, und
Math. Ann. Bd. 68, S. 445–471 (1910), auch enthalten in den Gesammelten
Abhandlungen, Bd. 3. digitalisierter Volltext (http://resolver.sub.uni-
goettingen.de/purl?PPN237834022))
24. David Hilbert (Hrsg.) unter Mitwirkung von Andreas Speiser und Hermann Weyl:
Gesammelte Abhandlungen von Hermann Minkowski, Leipzig und Berlin, Teubner,
1911
25. Brief vom 3. März 1920 In: Albert Einstein – Max Born Briefwechsel 1916–1955.
Verlag Langen/Müller; März 2005; ISBN 3-7844-2997-1
26. Günter M. Ziegler und Andreas Loos: Der Einstein der Mathematik. Zum 150.
Geburtstag von David Hilbert. In: Die Zeit, 12. Januar 2012, Seite 32.
27. Eine Original-Schallplatte wird im Mathematischen Institut Göttingen aufbewahrt und
eine Kopie der Schallplatte ist in dem Buch von Kurt Reidemeister (1971) enthalten.
Das Tondokument im MP3 Format und der Text finden sich unter:
http://quantumfuture.net/gn/zeichen/hilbert.php
28. Erklärung der Hochschullehrer des Deutschen Reiches vom 23. Oktober 1914 [1]
(http://de.wikisource.org/wiki/Erkl%C3%A4rung_der_Hochschullehrer_des_Deutschen_Re
29. Norbert Schappacher: Das Mathematische Institut der Universität Göttingen 1929–
1950; in: Becker, Dahms, Wegeler (Hrsg.), Die Universität Göttingen unter dem
Nationalsozialismus, München (K.G. Saur) 1987, 345–373 – zweite erweiterte
Ausgabe: München (K.G. Saur) 1998, 523–551. Volltext (http://www-irma.u-
strasbg.fr/~schappa/)
30. D. Nachmansohn, R. Schmidt: Die große Ära der Wissenschaft in Deutschland 1900–
1933, 1988, S. 55.
31. Sommerfeld, A. / Carathéodory C.: Zum Andenken an David Hilbert: gestorben 14.
Februar 1943. Ansprachen im Trauerhause am Morgen des Begräbnistages vor dem
Sarge. Berlin 1943. In: Die Naturwissenschaften. 31. S. 213–214.
32. Hermann Weyl: David Hilbert and his mathematical work. Bulletin of the American
Mathematical Society 50,612–654 (1944) pdf
(http://projecteuclid.org/DPubS/Repository/1.0/Disseminate?
view=body&id=pdf_1&handle=euclid.bams/1183506085)
33. Göttinger Tageblatt online vom 18. Juni 2009 zur Beschädigung am 18. Juni 2009
(http://www.goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Goettingen/Uebersicht/10000-Euro-
Schaden-in-der-Uni-Aula)
34. Ein kurzer Überblick im Vorwort zu: D. Hilbert: Die Hilbertschen Probleme. Verlag
Harri Deutsch, Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften, Band 252. ISBN 978-
3-8171-3401-4
35. D. Hilbert: Mathematische Probleme – Vortrag, gehalten auf dem internationalen
Mathematiker-Kongreß zu Paris 1900. In: Nachrichten von der Königl. Gesellschaft
der Wissenschaften zu Göttingen. Mathematisch-Physikalische Klasse. S. 253–297
(1900) – Volltext (Uni Bielefeld) (http://www.mathematik.uni-
bielefeld.de/~kersten/hilbert/rede.html) – digitalisierter Volltext
(http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?GDZPPN002498863)
36. D. Hilbert: Neubegründung der Mathematik. Erste Abhandlung. In: Abhandl. aus
dem Math. Seminar d. Hamb. Univ., Bd. 1, S. 157–177 (1922), veröffentlicht in
Gesammelte Werke, Bd. 3, Kapitel 10 pdf (http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?
PPN237834022)
37. Reid Hilbert, Springer Verlag 1996, S. 127
38. He showed an interest in the book his former student was writing bud did not
participate in any other way, Constance Reid Courant, Springer/Copernicus 1996, S.
97
39. Albrecht Fölsing: Albert Einstein (1995), ISBN 3-518-38990-4 – Leben und Werk
werden sehr ausführlich auf 959 Seiten wissenschaftlich dargestellt.
40. Leo Corry, Jürgen Renn, John Stachel: Belated Decision in the Hilbert-Einstein
Priority Dispute (http://www.tau.ac.il/~corry/publications/articles/science.html),
SCIENCE, Vol. 278, 14 November 1997.
41. Daniela Wuensch, Zwei wirkliche Kerle, Neues zur Entdeckung der
Gravitationsgleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie durch Einstein und
Hilbert. Termessos, 2005, ISBN 3-938016-04-3
42. Klaus P. Sommer: Wer entdeckte die Allgemeine Relativitätstheorie? Prioritätsstreit
zwischen Hilbert und Einstein. In: Physik in unserer Zeit. 36, Nr. 5, 2005, S. 230–
235, ISSN 0031-9252
43. David Hilbert: Naturerkennen und Logik. Naturwissenschaften 1930, S. 959–963
(auch veröffentlicht in: Gesammelte Abhandlungen Bd. 3, S. 378) digitalisierter
Volltext (http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN237834022)
44. ssd.jpl.nasa.gov: 12022 Hilbert (1996 XH26) (http://ssd.jpl.nasa.gov/sbdb.cgi?
sstr=12022+Hilbert), Zugriff am 3. Juli 2010
45. Preisträger der Cothenius-Medaille von 1864 bis 1953.
(http://www.leopoldina.org/de/ueber-uns/auszeichnungen/medaillen/cothenius-
medaille/historie-der-cothenius-medaille-1864-bis-1953/) Leopoldina, abgerufen am
2. Mai 2013.

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Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften
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Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert) Mitglied der Accademia dei Lincei
Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften
Träger des Pour le Mérite (Friedensklasse) Auswärtiges Mitglied der Royal Society
Deutscher Geboren 1862 Gestorben 1943 Mann

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