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Deutsche Demokratische

Republik
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(Weitergeleitet von DDR)

Die
Deutsche Deutsche Demokratische Republik

Flagge Wappen
Amtssprache Deutsch
Hauptstadt Berlin (gemäß Verfassung, aber
entgegen alliierter Vereinbarung;
faktisch: Ost-Berlin[1])
Staatsform Volksrepublik[2]

Regierungssystem Realsozialistische
Parteidiktatur[3][4] / sozialistisches
Mehrparteiensystem (bis 1989)
Staatsoberhaupt Präsident der DDR
Wilhelm Pieck (SED, 1949–1960)
Vorsitzender des Staatsrates[5]
Walter Ulbricht (SED, 1960–
1973)
Willi Stoph (SED, 1973–1976)
Erich Honecker (SED, 1976–
1989)
Egon Krenz (SED, 1989)
Manfred Gerlach (LDPD, 1989–
1990)

Präsidentin der Volkskammer


(i.V.)[6]
Sabine Bergmann-Pohl (CDU,
1990)
Regierungschef Ministerpräsident der DDR
Otto Grotewohl (SED, 1949–
1964)

Vorsitzender des Ministerrates


Willi Stoph (SED, 1964–1973)
Horst Sindermann (SED, 1973–
1976)
Willi Stoph (SED, 1976–1989)
Hans Modrow (SED/PDS, 1989–
1990)

Ministerpräsident der DDR


Lothar de Maizière (CDU, 1990)
Fläche 108.179 km²
Einwohnerzahl 16,675 Millionen (1988)[7]
Bevölkerungsdichte 154 Einwohner pro km²
Währung 1949–1964: Deutsche Mark
1964–1967: Mark der Deutschen
Notenbank
1967–1990: Mark der DDR
(drei Namen, aber dieselbe Währung)
nach der Währungsunion 1990:
Deutsche Mark
Gründung 7. Oktober 1949
Auflösung 3. Oktober 1990[8][9]
Nationalhymne Auferstanden aus Ruinen
Zeitzone UTC+1 MEZ
UTC+2 MESZ (März bis
September)
Kfz-Kennzeichen bis Ende 1973: D, danach: DDR
ISO 3166 DD, DDR, 180[10]
Internet-TLD .dd (vorgesehen, niemals
zugewiesen/delegiert)
Telefonvorwahl +37 (nicht mehr gültig; +37x an
mehrere Staaten neu vergeben)
Demokratische Republik (DDR) war ein Staat in Mitteleuropa,
der von 1949 bis 1990 existierte. Aus der Teilung Deutschlands
nach 1945 entstanden, war sie bis zur friedlichen Revolution im
Herbst 1989 eine kommunistische[11] bzw. realsozialistische
Diktatur[12] unter Führung der Sozialistischen Einheitspartei
Deutschlands (SED), die sich zum Marxismus-Leninismus
bekannte. Die DDR verstand sich als „sozialistischer Staat der
Arbeiter und Bauern“ und deutscher Friedensstaat,[13] der die
Wurzeln für Krieg und Faschismus beseitigt habe.
Hervorgegangen aus der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ),
die mit der Aufteilung des besiegten Deutschland entstanden
war, blieben die DDR und ihre Staatsführung wie die anderen
realsozialistischen Ostblockländer während der vier Jahrzehnte
ihres Bestehens weitgehend von der Sowjetunion abhängig.

Große Teile der Bevölkerung waren mit den herrschenden


politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen nicht
einverstanden. Dies zeigte sich in der Frühphase besonders
drastisch beim Volksaufstand am 17. Juni 1953, der von
sowjetischen Truppen niedergeschlagen wurde, und an der die
DDR in ihrer Existenz gefährdenden Abwanderungsbewegung,
die erst mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 gestoppt wurde.
Es zeigte sich auch daran, dass das Ministerium für
Staatssicherheit (kurz MfS oder „Stasi“) zu einem die ganze
Gesellschaft durchdringenden Organ der Überwachung und
gezielten Zersetzung oppositioneller Aktivitäten und
Gruppierungen ausgebaut wurde. Das staatliche Erziehungs-
und Bildungswesen war vom Kindergarten bis zur Universität
auf die Heranbildung „sozialistischer Persönlichkeiten“ gemäß
dem als gesetzmäßige Wahrheit angesehenen Marxismus-
Leninismus ausgerichtet. Dem SED-Führungsanspruch waren
Blockparteien und Massenorganisationen in der DDR
unterworfen, nicht nur bei den über eine Einheitsliste
abgehaltenen Wahlen zur Volkskammer, sondern auch durch
ein ausgedehntes Kontrollsystem bei der Besetzung zentraler
Leitungspositionen aller Art im Rahmen der Kaderpolitik.

Die Zentralverwaltungswirtschaft der DDR, die auf der


Grundlage von Fünfjahresplänen produzierte und die Verteilung
von Lebensmitteln und Konsumgütern organisierte, beruhte auf
der großteils erzwungenen Sozialisierung privater
Eigentumsformen in Industrie, Landwirtschaft, Handel und
Handwerk. An deren Stelle traten Volkseigene Betriebe (VEB),
Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG),
Handelsorganisationen (HO) und Produktionsgenossenschaften
des Handwerks (PGH). Basisgröße der Arbeitsorganisation war
das Kollektiv, oft in Form der Brigade; die komplexeste
Organisationsform stellte das Kombinat dar. Zu den Merkmalen
des DDR-Wirtschaftssystems zählten Arbeitsplatzsicherheit und
ein im Vergleich zur Sozialen Marktwirtschaft der alten
Bundesrepublik hoher Beschäftigungsgrad von Frauen – bei
demgegenüber deutlich geringerer gesamtwirtschaftlicher
Produktivität trotz der Prämienanreize im „sozialistischen
Wettbewerb“. Ein Auseinanderdriften sozialer Schichten und
der Einkommen trat in der DDR im Vergleich zur
Bundesrepublik nicht auf. Sowohl die Preise als auch das
Angebot an Gütern beruhten auf staatlichen Vorgaben, die ein
ausgedehntes Subventionssystem ebenso zur Folge hatten wie
eine unzureichende Bedarfsdeckung an bestimmten
Lebensmitteln und gehobenen Konsumgütern. Der steigende
Bedarf an Westimporten konnte durch die Exportleistung nicht
kompensiert werden und erhöhte die Staatsverschuldung.

Das undemokratische politische System in Verbindung mit den


wirtschaftlichen Schwächen demoralisierte zunehmend die
Bevölkerung, besonders seit der ersten Konferenz über
Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE, Helsinki
1973), als Anträge auf Ausreise möglich wurden, wogegen der
Staat, trotz vielfältiger Schikanen, letztlich nicht ankam.[14] In
der Endphase führte die Weigerung Erich Honeckers, den von
Michail Gorbatschow in der Sowjetunion angestoßenen
Reformprozess auch in der DDR wirksam werden zu lassen,
einerseits zu einem noch verstärkten Ausreisebedürfnis und
andererseits zu einer zunehmenden Nachhaltigkeit der
Protestbereitschaft. Auch innerhalb der Machtstrukturen der
DDR schwand der Rückhalt, sodass die 1989 offen
ausbrechenden Proteste vieler Bürger nicht mehr
niedergeschlagen wurden und als friedliche Revolution das
Ende der DDR besiegelten.

Inhaltsverzeichnis
1 Geografie
2 Bevölkerung
2.1 Einwohner
2.2 Sprachen
2.3 Religion
3 Geschichte
3.1 Gründung der DDR und Aufbau des
Sozialismus (1949–1961)
3.2 Zwischen Mauerbau und
Entspannungspolitik (1961–1971)
3.3 Von neuem Aufbruch zur Stagnation (1971–
1981)
3.4 Niedergang und Wende (1981–1990)
4 Politik
4.1 Verfassung und Wahlen
4.2 Staatssymbole
4.3 Rechtssystem
4.4 Parteien und Massenorganisationen
4.5 Gelenktes und begrenztes öffentliches Leben
4.6 Politische Opposition und ihre Bekämpfung
durch das MfS
4.7 Frauen- und Familienpolitik
4.8 Umweltpolitik
4.9 Verwaltungsgliederung und
Hauptstadtproblematik
4.10 Außen- und Entwicklungspolitik
4.11 Sicherheitspolitik
4.11.1 Sowjetische Streitkräfte in der DDR
4.11.2 Nationale Volksarmee
4.11.3 Grenztruppen
4.11.4 Weitere Sicherheitskräfte
5 Wirtschaft
5.1 Produktion
5.2 Einkommen und Konsum
5.2.1 Allgemein
5.2.2 Einkommen
5.2.3 Geschäfte/Läden
5.2.4 Elektronik und Medientechnik
5.2.5 Verkehrsmittel
5.2.6 Wohnen
5.2.7 Medizinische Versorgung
5.2.8 Reisen
5.3 Gescheiterte Wirtschaftsreformen
5.4 Arbeits- und Sozialrecht
5.5 Außenhandel
6 Technik und Wissenschaft
7 Verkehr
7.1 Straße
7.2 Eisenbahn
7.3 Luftfahrt
8 Kultur, Bildung, Sport
8.1 Kultur
8.2 Bildungswesen
8.3 Sport
8.4 Feiertage
9 Historisch-politologische Einordnung
10 Siehe auch
11 Literatur
12 Weblinks
13 Einzelnachweise

Geografie
Das Staatsgebiet der Deutschen Demokratischen Republik
bestand aus den heutigen deutschen Ländern Mecklenburg-
Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und
Thüringen sowie dem Amt Neuhaus in Niedersachsen; strittig
war die Einbeziehung Ost-Berlins. Naturräumlich erstreckte
sich die DDR durchschnittlich etwa 450 Kilometer in Nord-
Süd-Richtung, die mittlere Ost-West-Ausdehnung betrug rund
250 Kilometer. Den
nördlichsten Punkt der
DDR markierte der
nordwestlich von Kap
Arkona gelegene Gellort
auf der Insel Rügen, den
südlichsten Punkt
Schönberg Am
Kapellenberg als Ortsteil
von Bad Brambach
(Vogtland). Der
westlichste Punkt lag in
der Nähe des Dorfes
Reinhards in der Rhön,
der östlichste in der
Nähe von Zentendorf
zwischen Rothenburg
Die Bezirke der DDR (Grenzen und
und Görlitz.
Bezeichnungen aus DDR-Sicht,
Im Norden bildete die 1989)
Ostsee eine natürliche
Grenze, wobei die Hoheitsgewässer der DDR teilweise an die
der Bundesrepublik Deutschland, Dänemarks sowie der
Volksrepublik Polen (von Nordwesten nach Nordosten
gesehen) angrenzten. Zu Polen bestand im Osten die Oder-
Neiße-Grenze, an die sich im Südosten das Gebiet der
Tschechoslowakei anschloss. Im Westen und Südwesten der
DDR verlief die innerdeutsche Grenze zur Bundesrepublik. In
ihrer Mitte umschloss die DDR das Gebiet von West-Berlin.

Der Norden und die Mitte der DDR waren Teil der eiszeitlich
geprägten Norddeutschen Tiefebene und nahmen drei Fünftel
der gesamten Landesfläche ein. Dort wechseln sich wellige
Grund- bzw. Endmoränenlandschaften wie der Nördliche und
Südliche Landrücken mit ebenen Sanderflächen und
Urstromtälern ab (Mecklenburgische Seenplatte, Märkische
Seen). So finden sich in diesem Tiefland auch die meisten Seen
der DDR, wozu mit der Müritz, sowie dem Schweriner See und
dem Plauer See auch die größten Binnengewässer zählen. Der
Süden des Landes wird hingegen von den Mittelgebirgen
eingenommen (Harz, Thüringer Wald, Rhön, Erzgebirge,
Elbsandsteingebirge, Sächsische Schweiz, Lausitzer Bergland,
Zittauer Gebirge), in denen von Norden her ausgeprägte
Beckenlandschaften hineinragen (Leipziger Tieflandsbucht,
Thüringer Becken). Die höchsten Erhebungen der DDR waren
der Fichtelberg mit 1214 m, gefolgt vom Brocken (1142 m) und
vom Auersberg (1019 m).

Elbe und Oder, durch verschiedene schiffbare Kanäle (Oder-


Havel-Kanal, Oder-Spree-Kanal) miteinander verbunden,
stellten auf DDR-Gebiet die beiden größten Flussgebiete mit
großer Bedeutung für die Binnenschifffahrt dar. Die Elbe mit
ihren zahlreichen direkten und indirekten Zuflüssen, wie Saale,
Havel, Mulde und Spree durchzog anders als die an der
Ostgrenze gelegenen Flüsse Oder und Lausitzer Neiße das
gesamte Territorium der DDR. Zu den weiteren nur zum Teil
schiffbaren Wasserläufen auf DDR-Gebiet zählen Peene,
Warnow und Werra.

Zur DDR gehörten als flächenmäßig größte Inseln Rügen,


Usedom, Poel und Hiddensee sowie die Halbinsel Fischland-
Darß-Zingst.

Bevölkerung
Einwohner

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges lebten 1946 in der


Sowjetischen Besatzungszone und Ost-Berlin ca. 18,5 Millionen
Menschen.[15] Die Bevölkerungszahl nahm bis auf
16,7 Millionen Menschen im Jahr 1988 ab. Das hatte mehrere
Gründe:

1. Die permanente Migration von Bürgern durch Flucht und


Übersiedlung sowie der Binnenmigration von
Heimatvertriebenen.
2. Die Verringerung der Geburtenrate, insbesondere durch
die Einführung der schwangerschaftsverhütenden Pille
und der Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen
(„Geburtenknick“, „Pillenknick“). Dazu kam wie in
anderen entwickelten Ländern auch der Trend von
größeren Familien hin zu Familien mit ein bis zwei
Kindern.
3. Der Anstieg der Sterberate, durch die Anpassung an die
allgemeine Demographie, nachdem diese kriegsbedingt in
den Anfangsjahren gravierende Unterschiede in den
jeweiligen Bevölkerungsgruppen aufwies.

Einwohner und Berufstätige


der DDR[7]
Berufstätige
Einwohner (ohne
Jahr
(Mio.) Lehrlinge,
Mio.)
1950 18,388 7,196
1960 17,188 7,686
1970 17,068 7,769
1980 16,740 8,225
1988 16,675 8,594

Sprachen
Das Gebiet, auf dem sich die DDR befand, gehört zum
deutschen Sprachraum. In einigen Kreisen der Bezirke Dresden
und Cottbus waren auch die dort beheimateten westslawischen
Sprachen Obersorbisch und Niedersorbisch staatlich anerkannt
(→ Minderheitenschutz).

Die Benrather Linie teilt das Land von West nach Ost auf der
Höhe der Bezirke Magdeburg, Potsdam und Frankfurt (Oder)
beziehungsweise auf einer Linie zwischen Nordhausen und
Frankfurt (Oder). Nördlich von ihr werden die
ostniederdeutschen Dialekte Mecklenburgisch-Vorpommersch
und Mark-Brandenburgisch bzw. Märkisch gesprochen. An der
Grenze zum Land Niedersachsen sind auch ostfälische bzw.
braunschweig-lüneburgische Dialekte wie Elbostfälisch und
Heideplatt verbreitet. Südlich der Benrather Linie, wo etwa
60 Prozent der DDR-Bevölkerung lebte, spricht man einen der
ostmitteldeutschen Dialekte. Zu dieser Gruppe gehören die
berlin-brandenburgischen Dialekte, lausitzische Dialekte und
die thüringisch-obersächsische Dialektgruppe. Das Gebiet
südlich des Rennsteigs im Bezirk Suhl gehört zum
ostfränkischen Sprachraum. Im Süden des Vogtlandes (Kreis
Oelsnitz und Kreis Klingenthal) wird der oberdeutsche Dialekt
Nordbairisch gesprochen, daneben sind die oberdeutschen
Dialekte Vogtländisch und Erzgebirgisch verbreitet. Im
Südosten der DDR gab es ein Gebiet, das bis 1945 zu
Niederschlesien gehört hatte. Dort hat sich der schlesische
Dialekt erhalten.

Religion
→ Hauptartikel: Christen und Kirchen in der DDR

In der DDR gab es verschiedene Religionsgemeinschaften. Die


größten waren die christlichen Kirchen. Neben den seit 1969 im
Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR
zusammengeschlossenen acht evangelischen Landeskirchen
und der römisch-katholischen Kirche gab es folgende
Freikirchen: den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
in der DDR, den Bund Freier evangelischer Gemeinden, die
Evangelisch-methodistische Kirche, die Herrnhuter
Brüdergemeine, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten
Tage (Mormonen), die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-
Adventisten, die Mennoniten-Gemeinde und die Quäker. Hinzu
kamen die Evangelisch-Lutherische Freikirche, die
Evangelisch-lutherische (altlutherische) Kirche und der
Kirchenbund Evangelisch-Reformierter Gemeinden in der
DDR.[16] 1950 gehörten etwa 85 Prozent der DDR-Bürger einer
evangelischen und etwa 10 Prozent der katholischen Kirche an.
Bis 1989 ging der Anteil der Kirchenmitglieder an der
Gesamtbevölkerung deutlich zurück: noch 25 Prozent der
Bevölkerung waren Protestanten und 5 Prozent Katholiken. Der
Anteil der Konfessionslosen an der Gesamtbevölkerung stieg
von ungefähr 6 auf etwa 70 Prozent 1989. Während der
Großteil der DDR protestantisch geprägte Gebiete waren, gab es
auch einige traditionell katholische Gegenden: in Thüringen das
Eichsfeld, die Rhön um Geisa (gehörte historisch lange zum
Bistum Fulda) und die traditionell bikonfessionelle Stadt Erfurt
sowie in Sachsen die obersorbischen Siedlungsgebiete im Raum
Kamenz/Bautzen.

Daneben gab es jüdische Gemeinden sowie vereinzelt ab den


1980er Jahren buddhistische, hinduistische und muslimische
Gruppen.

Religionsfreiheit war in der DDR in der Verfassung


festgeschrieben und wurde formal auch gewährt. Dennoch
versuchte die DDR, den Einfluss der Kirchen zurückzudrängen
und vor allem junge Menschen kirchlichem Einfluss zu
entziehen. Ihre schärfste Form hatte die antikirchliche Politik
der DDR Anfang der 1950er Jahre. Sie gipfelte 1953 in der
Kriminalisierung der „Jungen Gemeinden“. Dies führte zu
Relegierungen in Schulen und Universitäten, auch zu
Verhaftungen, die im Juni 1953 jedoch wieder
zurückgenommen wurden. Auch danach blieb für bekennende
Christen die Möglichkeit, zu studieren bzw. eine staatliche
Laufbahn einzuschlagen, erschwert.[17]

Zwar nahm die Zahl religiös gebundener Menschen erheblich


ab, dennoch konnte die Politik der DDR nicht verhindern, dass
die christlichen Kirchen ein eigenständiger gesellschaftlicher
Faktor blieben.[18] Die Geschichte der Jahre 1989/90 zeigte
dann, dass sich gerade in den evangelischen Kirchen als
halböffentliche Versammlungsräume ein großer Teil der
Menschen fand, teilweise ohne selber religiös zu sein, die zu
den Trägern der friedlichen Revolution in der DDR wurden.
Geschichte
→ Hauptartikel: Geschichte der Deutschen Demokratischen
Republik

Die vier Jahrzehnte zwischen der Gründung der DDR im


Oktober 1949 und dem rapiden Machtzerfall der SED seit dem
Oktober 1989 bilden den Hauptstrang der DDR-Geschichte.
Vorausgegangen war die von den Siegermächten des Zweiten
Weltkriegs beschlossene und vollzogene Aufteilung
Deutschlands in Besatzungszonen und die von der Sowjetischen
Militäradministration in Deutschland (SMAD) bestimmte
Besatzungszeit seit 1945, in der mit einer Bodenreform und der
Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED bereits
wichtige Weichenstellungen stattgefunden hatten. Auf die
Grenzöffnung im November 1989 folgten die Anbahnung des
Beitritts der DDR zur Bundesrepublik Deutschland und die
damit einhergehende vertragliche Ausgestaltung zwischen den
beiden deutschen Staaten sowie im Verhältnis zu den
Siegermächten.

Gründung der DDR und Aufbau des Sozialismus


(1949–1961)
Die Deutsche Demokratische Republik wurde am 7. Oktober
1949 (Tag der Republik) gegründet – wenige Monate nach der
Gründung der Bundesrepublik Deutschland. An diesem Tag
wurde die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik
in Kraft gesetzt, die bereits seit Oktober 1948 vorlag. Der
Zweite Deutsche Volksrat konstituierte sich als provisorische
Volkskammer und beauftragte Otto Grotewohl als
Ministerpräsidenten mit
der Bildung einer
Regierung. Sein Kollege
im Vorsitz der SED,
Wilhelm Pieck, wurde
am 11. Oktober als
Präsident der DDR
gewählt.

Die DDR war eine Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl


realsozialistische bei der Staatsgründung der DDR.
Volksdemokratie, in der Aufnahme vom 7. Oktober 1949
neben der SED auch
„bürgerliche“ Parteien
wie die LDPD und die CDU geduldet wurden. CDU, DBD,
LDPD und NDPD waren als Blockparteien zusammen mit der
SED in die (offiziell am 7. Januar 1950 konstituierte) Nationale
Front eingebunden. Der Ministerrat bildete formell die
Regierung der DDR, war aber faktisch dem Politbüro des ZK
der SED – dem eigentlichen Machtzentrum – untergeordnet.
Walter Ulbricht war Mitglied des Politbüros, zudem seit 1950
Generalsekretär des Zentralkomitees der SED. Die eigentliche
Macht lag in den Händen der Sowjetischen Kontrollkommission
unter dem Oberkommandierenden der Gruppe der Sowjetischen
Besatzungstruppen in Deutschland, Armeegeneral Wassilij
Tschuikow.[19] Doch auch nachdem die sowjetische Regierung
am 25. März 1954 erklärt hatte, dass „die Sowjetunion […] mit
der Deutschen Demokratischen Republik die gleichen
Beziehungen […] wie mit anderen souveränen Staaten“
aufnehmen wolle, blieb die so gewährte Souveränität[20]
eingeschränkt: der Sozialhistoriker Hans-Ulrich Wehler
bezeichnet die DDR daher als eine „Satrapie im westlichen
Vorfeld des sowjetischen Imperiums“.[21]

Die ersten Wahlen zur


Volkskammer wurden
auf den 15. Oktober
1950 festgelegt und dann
auf der Grundlage einer
Einheitsliste abgehalten.
Dieser Termin, über ein
Jahr nach Inkrafttreten
der Verfassung,
widerstrebte den Armeegeneral Tschuikow empfängt
bürgerlichen Politikern als Chef der Sowjetischen
in CDU und LDPD Kontrollkommission die Mitglieder
ebenso wie der der Regierung der Deutschen
Wahlmodus. Sie Demokratischen Republik. Aufnahme
beruhigten sich aber vom 11. November 1949
damit, dass ihre Vertreter
hohe Posten in der neuen
Regierung erhielten: Der LDPD-Vorsitzende Hans Loch bekam
das Finanzministerium, der CDU-Vorsitzende Otto Nuschke
wurde stellvertretender Regierungschef, sein Parteifreund
Georg Dertinger wurde Außenminister. In seine Amtszeit fielen
zwei der wichtigsten außenpolitischen Entscheidungen der
DDR: am 6. Juli 1950 das Görlitzer Abkommen mit der
Volksrepublik Polen, in dem die DDR die Oder-Neiße-Grenze
anerkannte, und am 29. September 1950 der Beitritt zum Rat für
gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW/COMECON).

Die DDR erhob wie die Bundesrepublik den Anspruch, für ganz
Deutschland zu sprechen. Man betonte anfänglich auch auf
östlicher Seite demokratische Verfassungsmerkmale und lotete
Möglichkeiten einer ost-westdeutschen Verständigung aus. Sie
scheiterten allerdings wegen beiderseitigen Beharrens auf
bestimmten miteinander unverträglichen Grundbedingungen
ebenso wie Stalins Vorschlag eines vereinigten, neutralen und
demokratischen Deutschlands im März 1952, da die
Westmächte wiederum freie gesamtdeutsche Wahlen zur
Vorbedingung machten.

Daraufhin gab Josef Stalin im Juli 1952 der SED-Führung um


Ulbricht freie Hand für einen forcierten Aufbau des
Sozialismus. Auf wirtschaftlichem Gebiet kam es nun verstärkt
zur Verstaatlichung von Industriebetrieben, in der
Landwirtschaft wurde die Kollektivierung nach dem Muster der
LPG zum Leitbild erhoben. Propagandistisch begleitet wurden
die Neuerungen von dem Langzeitmotto: „Von der Sowjetunion
lernen heißt siegen lernen.“ Damit einher ging eine verstärkte
ideologische Repression, die sich gegen alle Widersacher und
speziell gegen die Kirchen richtete. An der bereits im Mai 1952
abgesperrten innerdeutschen Grenze wurden in der Aktion
Ungeziefer alle fluchtverdächtigen Bewohner der grenznahen
Gebiete zwangsumgesiedelt.

Der nach Stalins Tod im


März 1953 von der
neuen sowjetischen
Führung verordnete
Kurswechsel, der eine
Aussetzung des
Sozialisierungs- und
verschärften
ideologischen Steinwürfe auf sowjetische Panzer am
Repressionskurses Leipziger Platz, 17. Juni 1953.
vorsah, wurde zwar von Briefmarke aus dem Jahr 2003
der SED befolgt, jedoch
ohne Rücknahme der
erhöhten Arbeitsnormen. Die dagegen sich richtenden
Demonstrationen im östlichen Teil Berlins weiteten sich zum
landesweiten Volksaufstand vom 17. Juni 1953 aus. Im
Zusammenhang mit der Niederschlagung durch die in der DDR
stationierten sowjetischen Truppen starben mindestens 55
Personen.

Durch Finanzhilfen der Sowjetunion, die zudem auf weitere


Reparationen der DDR verzichtete und die verbliebenen
sowjetischen Aktiengesellschaften in der DDR in volkseigene
Betriebe umwandelte, kam es zu einer Entspannung der
Versorgungslage und zu einer Restabilisierung des SED-
Regimes unter der intern zwischenzeitlich stark umstrittenen
Führung Ulbrichts. Die Entstalinisierung, die Nikita
Chruschtschow auf dem XX. Parteitag der KPdSU eingeleitet
hatte, wurde von der SED-Führung nur zögernd mitgemacht: In
der DDR habe es weder Personenkult noch Massenrepressalien
gegeben, weswegen man auch nicht viel zu ändern habe. Sie
trug aber zu einem Tauwetter bei, in dem Studenten und
Intellektuelle der Partei auf eine weitergehende Liberalisierung
bis hin zu einer Wiedervereinigung Deutschlands hofften.[22]
Die Niederschlagung des ungarischen Volksaufstands im
November 1956 durch sowjetische Truppen, die mehrere
tausend Tote forderte und mehr als 2.000 Todesurteile nach sich
zog, löste in der DDR eine neue Repressionswelle aus. Die Zeit
für einen zweiten Anlauf zum „Aufbau des Sozialismus“ hielt
die SED 1959 für gekommen, indem sie mit allen Mitteln mehr
oder minder starker Nötigung bewirkte, dass im ersten Quartal
1960 durch „freiwillige“ Beitritte knapp 40 Prozent der
landwirtschaftlichen Fläche in den Besitz landwirtschaftlicher
Produktionsgenossenschaften gelangten und dass im Jahr
darauf bereits 90 Prozent der landwirtschaftlichen Produktion in
sozialistischen Kollektiven erzeugt wurden.[23] Neuerlich stieg
dadurch die Zahl der Flüchtlinge stark an; allein 47.433
Menschen verließen die DDR noch in den beiden ersten
Augustwochen 1961.

Siehe auch: Chronik der DDR (1949–1960)

Zwischen Mauerbau und Entspannungspolitik


(1961–1971)
Die massenhafte
Abwanderung bedrohte
die DDR existenziell,
zumal
überdurchschnittlich
viele junge und gut
ausgebildete Menschen
den Staat verließen. Mit
Rückendeckung der
sowjetischen Führung Berliner Mauer
begannen in der Nacht
vom 12. auf den 13.
August Volksarmisten, Volkspolizisten und Angehörige der
Kampfgruppen der Arbeiterklasse der DDR, die Grenze rings
um West-Berlin mit Stacheldraht und bewaffneten Kräften
abzusichern. Daraus entstand die Berliner Mauer, die zum
Symbol der Teilung Deutschlands und Europas wurde. Im
Weiteren wurde die Grenze durch Sperranlagen, Minensperren,
Selbstschussanlagen und gezielt schießende Grenzsoldaten
immer umfassender
gesichert. Bei dem
Versuch, dieses von der
DDR-Propaganda als
„antifaschistischer
Schutzwall“ bezeichnete
Sperrsystem zu
überwinden, wurden
mehrere hundert Innerdeutsche Grenze zwischen
Flüchtlinge an der Hessen (links) und Thüringen (rechts)
innerdeutschen Grenze
getötet. Diese und andere
in der DDR verübten Menschenrechtsverletzungen wurden in
der Bundesrepublik Deutschland von der eigens eingerichteten
Zentralen Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen in
Salzgitter dokumentiert.

Bereits zwei Monate nach dem Beginn der Grenzvermauerung


erhielt die SED-Führung inmitten einer Repressionswelle
gegenüber den nun an der Flucht gehinderten Regimegegnern
im Oktober 1961 neue Signale aus Moskau, wo KPdSU-
Generalsekretär Chruschtschow eine zweite Welle der
Entstalinisierung einleitete. In Ost-Berlin reagierte man mit der
Umbenennung von nach Stalin benannten Straßen, Plätzen und
Einrichtungen und mit einer Absage an den Personenkult.[24]
An die Stelle rein repressiver Maßnahmen gegen latent
oppositionelle Teile der Bevölkerung traten nun verstärkt
ideologische Überzeugungsarbeit und eine auf Hebung des
Lebensstandards orientierte Wirtschaftspolitik. In dem
Bestreben, das Beste aus ihrer Lage zu machen, richteten sich
die Menschen, denen die Fluchtmöglichkeit nun genommen
war, in den neuen Gegebenheiten ein und suchten durch Einsatz
am Arbeitsplatz ihren Lebensstandard und ihre
Aufstiegschancen nach Möglichkeit zu erhöhen. „Diese Haltung
wirkte sich positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung aus, die
dadurch möglich werdenden materiellen Verbesserungen
wiederum bauten oppositionelle Stimmungen ab, so dass sich
die Beziehungen zwischen der Führung und der Bevölkerung
allmählich versachlichten.“[25] Gegenüber den Jugendlichen
gab die SED-Führung bestimmte Formen der Gängelung auf,
insbesondere hinsichtlich der Importe westlicher Tanzformen.
So hieß es in einem Politbürobeschluss 1963: „Niemandem fällt
ein, der Jugend vorzuschreiben, sie solle ihre Gefühle und
Stimmungen beim Tanzen nur im Walzer- oder Tangorhythmus
ausdrücken. Welchen Takt die Jugend wählt, ist ihr überlassen:
Hauptsache, sie bleibt taktvoll!“[26] So legte sich nun auch der
FDJ-Vorsitzende als öffentlicher Aktivist für den bis dahin
verpönten Modetanz „Twist“ ins Zeug, um dem „muffigen“
Image der FDJ aufzuhelfen. Beim Deutschlandtreffen der
Jugend im Mai 1964 waren neben einer halben Million DDR-
Jugendlicher auch 25.000 Teilnehmer aus der Bundesrepublik
und West-Berlin vertreten. Ein Jugendprogramm des Berliner
Rundfunks ging rund um die Uhr auf Sendung, fand großen
Anklang und bekam als DT64 einen festen Sendeplatz.

Allerdings war diese Öffnungsperiode 1965 bald nach dem


Sturz Chruschtschows am 14. Oktober 1964 und
Jugendkrawallen in Leipzig am 31. Oktober 1965 schnell
vorbei. Da hieß es, das „Rowdytum“ einzudämmen und mit der
Presse gegen „Gammler“, „Langhaarige“, „Verwahrloste“ und
„Herumlungernde“ vorzugehen. Nun unterstützte die FDJ-
Führung sogar Aktionen, bei denen Schülern von ihren
Klassenkameraden die Haare abgeschnitten wurden. Honecker
wetterte gegen die Beatmusik bei DT64 und gegen die
„zynischen Verse“ des
Liedermachers Wolf
Biermann, gegen den ein
Auftrittsverbot verhängt
wurde.[27]

Die mit dem Prager


Frühling 1968 trotz des
neuerlichen Klimas der
Repression auch in der
DDR-Bevölkerung
entstandenen
Hoffnungen auf einen
mit mehr Freiheiten Walter Ulbricht (1970)
verbundenen
Reformsozialismus
wurden jäh zunichtegemacht, als Teile der Vereinten
Streitkräfte des Warschauer Vertrages unter sowjetischer
Führung das tschechoslowakische Reformmodell von KPČ-
Parteichef Alexander Dubček mit militärischen Mitteln
niederwarfen. Die in vielen Städten der DDR hauptsächlich von
jungen Leuten in Kleingruppen dagegen gerichteten Proteste
wurden von den Sicherheitsorganen im Keim erstickt. Das MfS
konstatierte in diesem Zusammenhang bis zum November 1968
über 2000 „feindliche Handlungen“.[28]

Die nach wie vor ausschlaggebende Bedeutung der von Moskau


ausgehenden Kursvorgaben für die Staatsführung der DDR
zeigte sich erneut in dem 1970 ausbrechenden Machtkampf um
die Parteiführung zwischen Ulbricht und Honecker. Dabei
präsentierte Honecker sich als der den sowjetischen Vorgaben
bezüglich der deutsch-deutschen Annäherungspolitik enger
verbundene DDR-Politiker und fand im SED-Politbüro
Unterstützung für seine Kritik der wirtschaftspolitischen
Strategie Ulbrichts, die auf Unterstützung von
Zukunftsindustrien sowie von Forschung und Industrie gerichtet
war, während Honecker Planrückstände und verminderte
Produktionsziffern im konsumnahen Bereich beklagte. Erst
Breschnews Mitwirken nach einigem Zögern und
beobachtendem Abwarten führte schließlich im April 1971 zu
Ulbrichts Rücktritt.[29]

Siehe auch: Chronik der DDR (1961–1970)

Von neuem Aufbruch zur Stagnation (1971–1981)


Nach dem Rücktritt von allen
Ämtern bis auf das des
Staatsratsvorsitzenden „aus
gesundheitlichen Gründen“ und
seiner Kaltstellung durch
Honecker starb Ulbricht am
1. August 1973. Honecker hatte
bereits beim SED-Parteitag im
Juni 1971 eine Kursänderung
vorgegeben und die „weitere
Erhöhung des materiellen und
kulturellen Lebensniveaus des Erich Honecker
Volkes“ der Partei als
„Hauptaufgabe“ gestellt. Die
Werktätigen sollten in der „entwickelten sozialistischen
Gesellschaft“ nun mehr teilhaben an den Früchten ihrer Arbeit.
Zur Kernlosung wurde die „Einheit von Wirtschafts- und
Sozialpolitik“. Einen Schwerpunkt legte man dabei auf den
Wohnungsbau und die Bereitstellung angemessenen
Wohnraums; bis 1990 sollte dieses soziale Problem gelöst sein.
Die Mehrbeschäftigung von Frauen im Arbeitsprozess wurde
durch Maßnahmen wie Arbeitszeitverkürzung und
Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs sowie durch die starke
Ausweitung der Kinderbetreuungseinrichtungen (Kinderkrippe,
Kindergarten) gefördert. Die Konzentration auf die
Konsumgüterproduktion führte zu für DDR-Verhältnisse
beachtlichen Ergebnissen bei der Ausstattung der Haushalte
etwa mit Kühlschränken und Fernsehern und weckte
Hoffnungen auf weiter zunehmenden Wohlstand, auch wenn bis
1976 die Anhebung der Mindestlöhne über 400 Mark und der
Mindestrenten über 230 Mark nicht hinauskam. Allerdings war
die Ankurbelung von Wirtschaft und Konsum nur möglich
durch eine erhöhte Verschuldung im westlichen Ausland.[30][31]

Auch in der Kulturpolitik setzte Honecker im Dezember 1971


neue Akzente, die zunächst als Liberalisierung gedeutet und in
diesem Sinne auch genutzt wurden, während sich spätestens
nach der Mitte der 1970er Jahre eine restriktive Lesart
durchsetzte:[32]

„Wenn man von der festen Position des Sozialismus


ausgeht, kann es meines Erachtens auf dem Gebiet
von Kunst und Literatur keine Tabus geben. Das
betrifft sowohl die Fragen der inhaltlichen
Gestaltung als auch des Stils – kurz gesagt: die
Fragen dessen, was man die künstlerische
Meisterschaft nennt.“

Eine DDR-spezifische Rehabilitation erfuhr nun auch der


Musikgeschmack der jüngeren Jahrgänge. Auf einer
Tanzmusikkonferenz im
April 1972 hieß es: „Wir
verzichten nicht auf Jazz,
Beat, Folklore, nur weil
die imperialistische
Massenkultur sie zur
Manipulierung der
ästhetischen
Urteilsfähigkeit im
Wolf Biermann am 1. Dezember
Interesse der
1989 in Leipzig
Profitmaximierung
mißbraucht.“[33] Mit der
Bemerkung, dass „bei uns jeder nach Belieben“ die westlichen
Medien ein- und ausschalten könne, stellte Honecker 1973 den
Kampf gegen den Empfang westdeutscher Radio- und TV-
Sender in der DDR ebenso ein wie die Vorbehalte gegen lange
Haare, kurze Röcke und Blue Jeans, die „Niethosen“, die man
vordem als Symbol westlicher Dekadenz gegeißelt hatte.[34] In
der Außen- und Deutschlandpolitik befolgte man die von
Honecker bereits im Machtkampf mit Ulbricht verfochtene
Linie einer engen Bindung an die Sowjetunion und beschwor
die „feste Verankerung in der sozialistischen
Staatengemeinschaft“. Die Beziehungen der DDR zur
Sowjetunion stellten sich nach offizieller Lesart 1974 in einem
Reifegrad dar, „daß es praktisch kein entscheidendes Gebiet des
täglichen Lebens gibt, in dem sich nicht die Freundschaft zur
Sowjetunion widerspiegelt.“[35]

Im Zuge der Neuen Ostpolitik von Bundeskanzler Willy Brandt


kam es, beginnend mit dem Erfurter Gipfeltreffen 1970, zu
Verständigungsbemühungen zwischen der DDR und der
Bundesrepublik Deutschland. Ein für die DDR
devisenträchtiges Transitabkommen gewährleistete die
vereinfachte Durchreise durch die DDR und verbesserte die
Verkehrswegesituation von und nach West-Berlin. Mit dem
Grundlagenvertrag vom 21. September 1972, der u. a. die
beiderseitige Einrichtung Ständiger Vertretungen in Bonn und
Ost-Berlin regelte, wurde die Existenz beider deutscher Staaten
auf der Grundlage eines friedlichen Nebeneinanders
wechselseitig anerkannt. Daraufhin wurden 1973 beide
deutsche Staaten Mitglieder der UNO.

Mit der Unterzeichnung


der KSZE-Schlussakte
1975 gewann die DDR-
Staatsführung zwar
außenpolitisch weiteres
Renommee, bekam es
innenpolitisch aber mit
menschenrechtlich
begründeten „International anerkannt
Forderungen zu tun, die Handelspartner DDR“
sich auf die international – Propagandaplakat in Leipzig, 1970
neu eingegangenen
Verpflichtungen stützten.
Bürger, die nach Ablehnung eines Ausreiseantrags in einer
Petition an den Generalsekretär der Vereinten Nationen und an
die Regierungen der KSZE-Signatarstaaten den DDR-
Verantwortlichen Freiheitsberaubung vorwarfen, wurden im
Oktober 1976 inhaftiert und wegen „staatsfeindlicher Hetze“
verurteilt, ein Jahr später in die Bundesrepublik abgeschoben.
Die westdeutsche Bundesregierung wandte für den
Häftlingsfreikauf in den Jahren 1964 bis 1989 für 33.753
politische Häftlinge aus DDR-Gefängnissen insgesamt 3,4
Milliarden Deutsche Mark auf – der Historiker Stefan Wolle
sieht hier Parallelen mit dem Soldatenhandel unter Landgraf
Friedrich II. von Hessen-Kassel während des Absolutismus.[36]
Honecker suchte im Politbüro das Entstehen einer auf diese
Weise motivierten Ausreisebewegung energisch zu
unterbinden. Die Ersten SED-Sekretäre der Bezirksleitungen
wurden bezüglich des weiteren Vorgehens folgendermaßen
instruiert:

„In letzter Zeit versuchen revanchistische Kreise in


der BRD krampfhaft, eine sogenannte
Bürgerrechtsbewegung in der Deutschen
Demokratischen Republik zu organisieren […] Es
ist erforderlich, diesen Kreisen die entsprechende
Abfuhr zu erteilen. Das erfordert auch, dass unsere
zuständigen Organe alle Anträge ablehnen, die
unter Berufung auf die Schlussakte von Helsinki
oder andere Begründungen den Antrag auf
Entlassung aus unserer Staatsbürgerschaft und
Ausreise in die BRD stellen.“

Honecker erteilte Weisung, dass alle derartigen Antragsteller


aus ihren Arbeitsverhältnissen zu entlassen seien und sorgte für
deren Kriminalisierung im Rahmen einer Strafrechtsänderung
vom April 1977.[37]

Ebenfalls im Herbst 1976 endete durch die Ausbürgerung des


Liedermachers Wolf Biermann die ansatzweise kulturpolitische
Öffnung, die mit der die Ära Honecker begonnen hatte.
Biermanns Konzert in Köln, bei dem er sich ebenso drastisch-
kritisch zu den DDR-Funktionären wie kommunistisch-loyal
zur DDR selbst gestellt hatte, lieferte den letzten Vorwand für
die ohnehin bereits länger beabsichtigte Entfernung Biermanns
aus der DDR. Unvorhergesehen für die SED-Oberen kamen
allerdings die von bekannten Schriftstellern der DDR initiierten
und eine breite Resonanz auch über ihre eigenen künstlerischen
Kreise hinaus erzeugenden Proteste gegen diese
Ausbürgerungsmaßnahme. Von den zwölf Erstunterzeichnern
der Protestnote vom 17. November 1976 nahmen nur mehr zwei
am achten Schriftstellerkongress im Mai 1978 teil. Die anderen
bekamen keine Zulassung oder verzichteten von sich aus.[38]

Hinsichtlich außenpolitischer Gegebenheiten komplizierte sich


die Lage für die DDR-Staatsführung in der zweiten Hälfte der
1970er Jahre durch das Aufkommen des vom sowjetischen
Modell sich absetzenden Eurokommunismus in Westeuropa,
durch die Gründung der Menschenrechtsgruppe Charta 77 in
der Tschechoslowakei sowie am Übergang zu den 1980er
Jahren durch den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan und
durch die aus Proteststreiks in Polen im Sommer 1980 unter
großem Zulauf sich formierende unabhängige Gewerkschaft
Solidarność.

Siehe auch: Chronik der DDR (1971–1980)

Niedergang und Wende (1981–1990)


→ Hauptartikel: Wende und friedliche Revolution in der DDR

Die zweite Ölkrise 1979/80 hatte für die DDR sehr eigene
dramatische Folgen, die den beschleunigten wirtschaftlichen
Niedergang einleiteten. Die selbst in wirtschaftlichen
Schwierigkeiten steckende sowjetische Führung kürzte der
DDR die jährlichen Rohöllieferungen zu Vorzugskonditionen
von 19 auf 17 Millionen Tonnen.[39] Mehrfach intervenierte
Honecker dagegen und stellte Breschnew vor die Frage „ob es
zwei Millionen Tonnen Erdöl wert sind, die DDR zu
destabilisieren und das Vertrauen unserer Menschen in die
Partei- und Staatsführung zu erschüttern“.[40] Die DDR hatte
sich unterdessen darauf spezialisiert, Teile ihres sowjetischen
Rohölkontingents unter Nutzung der Erdölraffinerien in
Schwedt, Böhlen, Lützkendorf und Leuna (Leunawerke)
weiterzuverarbeiten und mit gutem Gewinn sowie gegen
westliche Devisen auf dem westeuropäischen Markt zu
verkaufen. Da Honeckers Proteste nicht verfingen, sondern mit
der Aufforderung beantwortet wurden, die Schwierigkeiten der
UdSSR solidarisch mitzutragen, da sonst deren Stellung in der
Welt mit „Folgen für die ganze sozialistische Gemeinschaft“
gefährdet sei, geriet das finanzwirtschaftliche System der DDR
in ein „Knäuel von Sorgen und Ausweglosigkeit“ (so der
Vorsitzende der Staatlichen Plankommission Gerhard
Schürer).[41]

Im Jahr 1982 drohte der


DDR die
Zahlungsunfähigkeit.[42]
Davor bewahrt wurde sie
maßgeblich durch zwei
westdeutsche
Milliardenkredite 1983
und 1984, eingefädelt
von dem für Mitglieder der Partei- und
Devisenbeschaffung Staatsführung der DDR sowie
zuständigen Leiter des Repräsentanten aus dem Ausland auf
Bereichs Kommerzielle einer Ehrentribüne in der Berliner
Koordinierung und Karl-Marx-Allee am 7. Oktober
zugleich Stasi-Offizier 1989, dem 40. Jahrestag der DDR
im besonderen Einsatz
(OibE) Alexander
Schalck-Golodkowski,
der den bayerischen
Ministerpräsidenten
Franz Josef Strauß als
Fürsprecher gewinnen
konnte, indem u. a. eine
Entschärfung des DDR-
Grenzregimes zugesagt
Die Alexanderplatz-Demonstration in
wurde.[43] Zuvor hatte Ost-Berlin am 4. November 1989
das Kabinett Schmidt III
(1980–1982) erwogen,
der DDR über eine
„Strohbank“ in Zürich
drei bis fünf Milliarden
DM zu leihen.[44] Die
Versorgung der
Bevölkerung mit
hochwertigen
Konsumgütern ließ sich
damit aber nicht
zufriedenstellend lösen.
Farbfernsehgeräte,
Kühlschränke mit
Gefrierfach und „Wir sind das Volk“ aus dem letzten
Waschvollautomaten Briefmarkenjahrgang der DDR
von annähernd (Ausgabetag: 28. Februar 1990)
westlichem Standard
mussten nicht nur
vergleichsweise teuer, sondern auch mit langen Wartezeiten
bezahlt werden: „Dauerte die Lieferzeit eines
Waschvollautomaten bis zu drei Jahren; blieb der Trabant mit
mindestens einem Jahrzehnt Wartezeit der ungekrönte
Spitzenreiter.“[45]

Auf sowjetischer Seite lösten die deutsch-deutschen


Sonderabmachungen aber auch Misstrauen gegenüber der
DDR-Führung aus.[46] Auch deshalb kam der Besuch
Honeckers in der Bundesrepublik, der als Krönung der
internationalen Anerkennung der DDR verbucht wurde, erst
1987 zustande. Da hatte Michail Gorbatschow in der
Sowjetunion mit Glasnost und Perestroika bereits einen
Reformkurs eingeschlagen und ließ befreundeten Parteien und
Regierungen in den Ostblockstaaten nunmehr freie Hand für die
innere Entwicklung. Damit verschoben sich für die SED-
Oberen, die in der sowjetischen Führung immer den Garanten
der DDR und der eigenen Macht zu sehen gewohnt waren, die
außenpolitischen Grundkoordinaten. Gorbatschows Modell zu
folgen, lehnten sie strikt ab, verhängten nun sogar über
sowjetische Medien eine Zensur und propagierten einen
„Sozialismus in den Farben der DDR“.

Damit stießen sie in der DDR-Bevölkerung bis hinein in die


eigenen SED-Reihen auf Unverständnis und zunehmenden
Widerstand. Organisierte Formen des Protestes waren bis dahin
hauptsächlich in einer seit den frühen 1980er Jahren
entstandenen Friedensbewegung zu finden. Sie bestand aus
lokal agierenden Kleingruppen, von denen sich manche auch
für ökologische und Dritte-Welt-Belange engagierten und zum
Teil unter kirchlichem Schutz und Zuspruch entwickelten. Die
Unzufriedenheit mit dem SED-Regime nahm im Laufe des
Jahres 1989 immer deutlichere Formen an, insbesondere beim
Protest gegen die Ergebnisfälschungen der Kommunalwahlen
im Mai, und mündete in eine vielfältig motivierte
Bürgerrechtsbewegung. Zusätzliche gravierende Probleme
bereitete der DDR-Staatsführung die einsetzende Massenflucht
von DDR-Bürgern über Ungarn, das am 2. Mai 1989 seine
Grenze zu Österreich geöffnet hatte und ab dem 11. September
1989 auch DDR-Bürgern offiziell die Ausreise nach Österreich
erlaubte. Die Proteste der reformorientierten
Bürgerrechtsbewegung kamen in den während des Herbstes
regelmäßig stattfindenden Montagsdemonstrationen zum
Ausdruck. Während bei den Jubelfeiern in Ost-Berlin zum 40.
Gründungstag der DDR am 7. Oktober die Demonstranten von
den Sicherheitskräften noch abgedrängt und drangsaliert
wurden, kam es durch die Massendemonstration nur zwei Tage
später in Leipzig zum wegweisenden Durchbruch für die
friedliche Revolution in der DDR: Auch der Rücktritt
Honeckers am 18. Oktober und seine Ersetzung durch Egon
Krenz sowie das Angebot der neuen SED-Führung zum Dialog
mit der Bevölkerung hielten den Machtverfall der Staatspartei
nicht auf. Schon die Ankündigung bevorstehender
Reisemöglichkeiten der DDR-Bürger in den westlichen Teil
Deutschlands führte zum Ansturm auf die Berliner Mauer und
zu deren Öffnung in der Nacht des 9. November 1989.

Die neue Regierung unter Hans Modrow, bisheriger 1. Sekretär


der Bezirksleitung der SED Dresden, wurde von den
oppositionellen Kräften am Runden Tisch kontrolliert, die auch
die Auflösung des Stasi-Apparats vorantrieben, während die
Losung bei den fortgesetzten Montagsdemonstrationen
wechselte: Hatte man mit „Wir sind das Volk!“ bis dahin die
Staatsmacht herausgefordert, so zielte die Parole „Wir sind ein
Volk!“ nun auf die deutsche Einheit.

Mit dem Sieg der Allianz für Deutschland bei der


Volkskammerwahl am 18. März 1990 wurden die Weichen in
diese Richtung gestellt (siehe Hauptartikel Deutsche
Wiedervereinigung). Eine große Koalition unter dem ersten frei
gewählten DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maizière
verfolgte, von der Regierung Kohl/Genscher darin energisch
gefördert, das Ziel des Beitritts der DDR zur Bundesrepublik
nach Artikel 23 des Grundgesetzes a.F. Nach Inkrafttreten einer
Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zum 1. Juli 1990, der
Ratifizierung des Einigungsvertrags sowie – als
außenpolitischer Voraussetzung – dem Abschluss des Zwei-
plus-Vier-Vertrags mit den vormaligen Siegermächten des
Zweiten Weltkriegs ging die DDR am 3. Oktober 1990 in der
Bundesrepublik Deutschland auf.

Siehe auch: Chronik der DDR (1981–1990)

Politik
→ Hauptartikel:
Politisches System der
DDR

Verfassung und
Wahlen
→ Hauptartikel:
Verfassung der Ehrentribüne zur Abnahme der
Deutschen
Truppenparade der NVA zum
Demokratischen 32. Jahrestag der DDR, 1981. Von
Republik links: Horst Sindermann, Willi Stoph,
Erich Honecker, Heinz Hoffmann,
Die markanten Erich Mielke
Änderungen, die an der
ursprünglichen
Verfassung der DDR vorgenommen wurden, spiegeln die
Entwicklung und die jeweiligen politischen Leitlinien der SED-
Führung, bei der die eigentliche Macht im Staate lag. Denn
sowohl der Staatsaufbau als auch die Organisation der Parteien
und Massenorganisationen waren dem Prinzip des
„Demokratischen Zentralismus'“ unterworfen.

In Artikel 1 Abs. 1 der Verfassung der DDR von 1949 stand:

„Deutschland ist eine unteilbare Republik; sie baut sich


auf den deutschen Ländern auf.“

Seit 1968 hieß es stattdessen mit Betonung des sozialistischen


Charakters und der SED-Führungsrolle:

„Die Deutsche Demokratische Republik ist ein


sozialistischer Staat deutscher Nation. Sie ist die
politische Organisation der Werktätigen in Stadt und
Land, die gemeinsam unter Führung der Arbeiterklasse
und ihrer marxistisch-leninistischen Partei den
Sozialismus verwirklichen.“

Mit der nochmaligen Änderung 1974 (nach Grundlagenvertrag


und Aufnahme beider deutscher Staaten in die Vereinten
Nationen) entfiel die Anbindung an die deutsche Nation:

„Die Deutsche Demokratische Republik ist ein


sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern. Sie ist die
politische Organisation der Werktätigen in Stadt und
Land unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer
marxistisch-leninistischen Partei.“

Der Ministerrat als


Regierung der DDR war
laut Verfassung das
höchste exekutive Organ
des Staates und wurde
von der Volkskammer
gewählt. Die Minister
kamen aus den Palast der Republik, Sitz der
verschiedenen Parteien Volkskammer
der Nationalen Front,
hatten in der Praxis aber
weniger Einfluss als die
im Zentralkomitee der
SED vertretenen, dem
jeweiligen Ministerium
zugehörigen Sekretäre
und Abteilungsleiter.

Tatsächliches
Machtzentrum war das Stürmung der Stasi-Zentrale im
Politbüro der SED, in Januar 1990
dem der Generalsekretär
des Zentralkomitees der
SED den Vorsitz hatte. Die auf dieser höchsten Ebene fallenden
Entscheidungen wurden nach Art des demokratischen
Zentralismus für die untergeordneten Ebenen verbindlich. Dazu
trugen Kaderpolitik und „Nomenklatura“ ebenso bei wie der
immer ausgedehntere Überwachungsapparat des Ministeriums
für Staatssicherheit. Printmedien, Hörfunk und Fernsehen,
Literatur und Kunst unterlagen der Zensur, politisch
Andersdenkende waren Repressalien ausgesetzt und wurden
nicht selten kriminalisiert.

Der Staatsrat der DDR war – nach dem Tod des ersten und
einzigen Präsidenten Wilhelm Pieck im September 1960 – als
kollektives Präsidialgremium das Staatsoberhaupt der DDR.
Erster Staatsratsvorsitzender wurde Walter Ulbricht. Den
Staatsratsvorsitzenden stellte bis zur Wende immer die SED.

Bei allen Wahlen fanden die Wahlberechtigten nur eine


Einheitsliste mit Kandidaten der Parteien und
Massenorganisationen vor, die in der Nationalen Front
zusammengebunden waren. Die Möglichkeit zur Wahl
einzelner Personen oder Parteien bestand nicht. Für die auf eine
reine Bestätigungsfunktion der Herrschenden angelegten
Wahlen wurden die Wahlberechtigten aufwendig mobilisiert
und in den Kollektiven, denen sie angehörten, mit einigem
Nachdruck zur Teilnahme motiviert bzw. genötigt. Der
individuelle Wahlvorgang selbst wurde üblicherweise ohne
jeden Aufwand und nicht geheim durchgeführt: Die meisten
Wähler verzichteten – unter aufmerksamer Beobachtung
stehend – darauf, die im hinteren Teil des Wahllokals
aufgestellten Wahlkabinen zu benutzen, sondern falteten
lediglich ihren Zettel mit der Einheitsliste und warfen ihn in die
Urne. Schon bei der ersten Volkskammerwahl 1950 kam es zu
den dann in dieser Größenordnung üblich gewordenen
Ergebnissen: 98 Prozent Wahlbeteiligung und 99,7 Prozent
Zustimmung.
Staatssymbole

Provisorisches Provisorisches
Staatswappen der DDR Staatswappen der DDR
(12. Januar 1950 bis 28. (28. Mai 1953 bis 26.
Mai 1953) September 1955)

Staatswappen der DDR


(26. September 1955
bis 3. Oktober 1990)

Die Flagge der Deutschen Demokratischen Republik bestand


aus drei waagerechten Streifen in den traditionellen deutsch-
demokratischen Farben Schwarz-Rot-Gold mit dem
Staatswappen der DDR in der Mitte, bestehend aus Hammer
und Zirkel, umgeben von einem Ährenkranz als Symbol des
Bündnisses von Arbeitern, Bauern und Intelligenz. Erste
Entwürfe des Wappens von Fritz Behrendt enthielten nur
Hammer und Ährenkranz, als Ausdruck des Arbeiter-und-
Bauern-Staates. Die endgültige Version beruhte hauptsächlich
auf der Arbeit von Heinz Behling.

Mit Gesetz vom 26. September 1955 wurde das Staatswappen


mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz bestimmt, als Staatsflagge
weiterhin Schwarz-Rot-Gold. Mit Gesetz vom 1. Oktober 1959
wurde das Wappen in die Staatsflagge eingefügt. Das
öffentliche Vorzeigen dieser Flagge wurde bis Ende der 1960er
Jahre in der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin als
ein Verstoß gegen Verfassung und öffentliche Ordnung
angesehen und durch polizeiliche Maßnahmen verhindert
(vergleiche die Erklärung der Innenminister von Bund und
Ländern, Oktober 1959). Erst 1969 verfügte die
Bundesregierung, „dass die Polizei nirgendwo mehr gegen die
Verwendung von Flagge und Wappen der DDR einschreiten
sollte.“

Auf Antrag der DSU beschloss die erste frei gewählte


Volkskammer der DDR am 31. Mai 1990, dass das DDR-
Staatswappen innerhalb einer Woche in und an öffentlichen
Gebäuden entfernt werden sollte. Dennoch fand es bis zum
offiziellen Ende der Republik beispielsweise auf Dokumenten
weiter vielfältige Verwendung.

Der Text Auferstanden aus Ruinen der Nationalhymne der DDR


stammt von Johannes R. Becher, die Melodie von Hanns Eisler.
Von Anfang der 1970er Jahre bis Ende 1989 wurde der Text der
Hymne aufgrund der Passage „Deutschland einig Vaterland“
aber nicht mehr gesungen.

Rechtssystem
Wie die politischen Strukturen überhaupt war auch das
Rechtssystem der DDR von dem in der Verfassung
niedergelegten Führungsanspruch der SED geprägt. Die
rechtsstaatlich unabdingbare Unabhängigkeit der Gerichte
entfiel ebenso wie andere rechtsstaatliche Standards. So waren
Rechtsanwälte in politisch motivierten Verfahren bei der
Wahrnehmung der Interessen ihrer Mandanten willkürlichen
Beschränkungen unterworfen: Akteneinsicht wurde nur
teilweise gewährt, Mandantengespräche waren mitunter gar
nicht oder nur in überwachter Form zugelassen.

Maßgeblich für die Rechtsprechung waren vor allem das


Strafgesetzbuch und die Strafprozessordnung der DDR. Im
Bereich des Strafrechts wurde von der DDR-Justiz zum Teil auf
Basis vager und unbestimmter Tatbestände wie
„Staatsfeindliche Hetze“, „Öffentliche Herabwürdigung“,
„Beeinträchtigung staatlicher und gesellschaftlicher Tätigkeit“,
„Rowdytum“, „Asoziales Verhalten“ oder „Ungesetzliche
Verbindungsaufnahme“ politisch unerwünschtes Verhalten
kriminalisiert. Aufgrund ihrer offenen und unscharfen
Formulierungen widersprachen diese Tatbestände insofern dem
rechtsstaatlichen Bestimmtheitsgrundsatz. Hinzu kam eine
extensive und kaum vorhersehbare Auslegung derartiger
Tatbestände. Besonders in den ersten Jahren der DDR wurden
vielfach wegen „Boykotthetze“ äußerst harte Strafen für
objektiv harmlose Handlungen verhängt. Gerichte und die
Staatsanwaltschaft waren in politisch bedeutsamen Verfahren
aufgrund konkreter Vorgaben von Seiten der SED mitunter
faktisch gezwungen, entgegen der Rechtslage zu handeln.

Die erste Verfassung aus dem Jahre 1949 enthielt noch


bürgerlich demokratische und rechtsstaatliche Prinzipien wie
die Gewaltenteilung sowie Grundrechte wie das Recht auf freie
Meinungsäußerung oder die Versammlungsfreiheit,
Rechtsstaatlichkeit, Pressefreiheit sowie Unabhängigkeit der
Gerichte und der Rechtspflege. Einzelne Elemente blieben auch
in den späteren Verfassungen der DDR erhalten, wurden aber
tatsächlich nicht oder nur stark eingeschränkt gewährt. Die
geringe Bindungswirkung der Verfassung und die mangelnde
Unabhängigkeit der Judikative zeigten sich u. a. in
Geheimverfahren wie den Waldheimer Prozessen. Neben ihrem
Einfluss auf die Gerichte nutzte die SED interne Parteiverfahren
(u. a. Paul Merker) zur Sanktionierung von Mitgliedern. Dafür
war die Zentrale Parteikontrollkommission zuständig.

Da keine Verwaltungsgerichtsbarkeit existierte, waren


Grundrechte nicht einklagbar – einen Rechtsschutz gegen das
Handeln der staatlichen Organe (so wurden die staatlichen
Behörden genannt) gab es nicht. Stattdessen hatten Bürger, die
mit deren Maßnahmen oder Entscheidungen nicht
einverstanden waren, seit 1975 die gesetzlich verbriefte
Möglichkeit, Eingaben an Verwaltungen, beispielsweise den
Rat der Stadt, an Parteigliederungen, die Volkskammer oder
auch den Staatsrat zu richten. Einen Rechtsanspruch auf
Erfüllung ihres Anliegens besaßen die Petenten nicht. Solche
Eingaben konnten auch an Betriebe und andere Einrichtungen
gerichtet werden. Als gerechtfertigt angesehenen Eingaben
wurde gegebenenfalls entsprochen, allerdings willkürlich und in
für den Bürger oft nicht nachvollziehbarer Weise. Der Obrigkeit
unliebsame Eingaben, vor allem in Bezug auf Ausreiseanträge,
konnten zu Repressalien gegen die Antragsteller führen.
Jährlich gingen schätzungsweise eine halbe bis eine Million
solcher Eingaben bei Staat und Partei ein. Der Historiker Ilko-
Sascha Kowalczuk sieht im Eingabewesen der DDR eine
obrigkeitsstaatliche Tradition,[47] der Historiker Martin Sabrow
vergleicht es mit dem aufgeklärten Absolutismus Friedrichs
II.[48]

Das Planungsrecht war Ausfluss der parteikontrollierten


Planwirtschaft, die Austragung von Konflikten verschiedener
Gebietskörperschaften und Behörden, wie etwa bei
Infrastrukturprojekten, im Umweltschutz und Denkmalrecht
nicht vorgesehen beziehungsweise ungeregelt.

International eingegangene Verpflichtungen der DDR, z. B. die


im Rahmen der KSZE anerkannte Achtung der Menschenrechte
und Grundfreiheiten, verschafften Oppositionellen und
Dissidenten formalrechtlich mehr Bewegungsspielraum. Das
galt ähnlich für die 1968 in die DDR-Verfassung
aufgenommene Freiheit des religiösen Bekenntnisses.

Die Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuches waren in der


DDR zunächst übernommen worden. Die Volljährigkeit war
allerdings bereits 1950 auf 18 Jahre herabgesetzt worden (in der
Bundesrepublik erfolgte dies erst 1975), abgeschafft wurde die
obligatorische Amtsvormundschaft für uneheliche Kinder
zugunsten der vollen elterlichen Gewalt der Mutter. 1966 wurde
das Familienrecht in ein eigenständiges Gesetz, das
Familiengesetzbuch ausgelagert und die Unterscheidung
zwischen unehelichen und ehelichen Kindern abgeschafft. Das
(verbleibende) Bürgerliche Gesetzbuch wurde 1976 durch das
Zivilgesetzbuch der Deutschen Demokratischen Republik
ersetzt. Eigentums-, Patent- und Erbrecht waren eng begrenzt,
das Vertragsrecht war der Planwirtschaft verpflichtet. Wie in
allen realsozialistischen Staaten bildete sich in der DDR ein
gesellschafts- und fachübergreifendes Arbeitsrecht im Sinne
eines Rechts auf Arbeit heraus. Dies entsprach dem
Selbstverständnis der in den Traditionen der Arbeiterbewegung
verankerten SED, wonach die Vermarktung der Arbeitskraft auf
einem freien Arbeitsmarkt als Ausbeutung abgelehnt wurde.

Parteien und Massenorganisationen

Der auch in der DDR


neben der dominanten
SED von 1949 bis 1989
existierende
Parteienpluralismus –
das sogenannte
sozialistische
Mehrparteiensystem[49]
– entstand aus dem DDR-Briefmarke zum 20-jährigen
frühen Bestreben der Bestehen der SED
SMAD, die Umsetzung
des Potsdamer
Abkommens hinsichtlich Entnazifizierung und
Demokratisierung zur Übereinstimmung mit den Zielen der
eigenen Besatzungspolitik zu bringen. Deshalb sollte zur
Wahrung des demokratischen Anscheins[50] zunächst kein
Einparteiensystem wie in der UdSSR eingerichtet werden. Auch
bürgerlich geprägte und national ausgerichtete Teile der
ostdeutschen Gesellschaft sollten
in ein antifaschistisches Bündnis
einbezogen werden, das dann
zur Nationalen Front ausgeformt
wurde. So förderte man
nachdrücklich auch die
Gründung von Parteien, die
christliche, liberale und
nationale Milieus zu erschließen
versprachen, und fasste das
Parteienspektrum zum
Demokratischen Block
zusammen. Als Blockparteien
vertreten waren:
Fackelzug der FDJ zum 40.
Christlich Demokratische Jahrestag der DDR
Union Deutschlands
(CDU)
Demokratische
Bauernpartei
Deutschlands
(DBD)
Liberal-
Demokratische
Partei
Deutschlands
(LDPD)
National- Ernst-Thälmann-Pioniere auf dem
Demokratische
VIII. SED-Parteitag
Partei
Deutschlands
(NDPD)
Dem Zweck der Erfassung und Einbindung möglichst aller
Teile der Gesellschaft in den politischen Alltag nach Maßgabe
der SED dienten ebenso die Massenorganisationen, in denen
auch politisch weniger Interessierte zu kollektivem Miteinander
angehalten werden konnten. Dazu gehörten:

Demokratischer Frauenbund Deutschlands (DFD)


Freie Deutsche Jugend (FDJ)
Freier Deutscher Gewerkschaftsbund (FDGB)
Kulturbund (KB)
Pionierorganisation Ernst Thälmann als politische
Massenorganisation für Kinder
Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB)

Die Verteilung der Mandate und Ämter auf die Parteien und
Organisationen war von den Wahlen unabhängig und blieb über
lange Zeiten konstant. Zwar hatte die SED gemäß schon vor
jeder Volkskammerwahl feststehendem Proporz nur gut ein
Viertel der Mandate selbst inne; doch mit den Abgeordneten der
Massenorganisationen, zumeist auch SED-Mitglieder, konnte
sie die Mehrheit gar nicht verfehlen, selbst wenn die
Blockparteien sich einmal weniger gefügig hätten verhalten
wollen, als es unter dem Druck der Verhältnisse üblich war. In
der 9. Wahlperiode (1986–1990) setzte sich die Volkskammer
aus folgenden 500 Abgeordneten zusammen:

SED: 127
DBD: 52
CDU: 52
LDPD: 52
NDPD: 52
FDGB: 61
DFD: 32
FDJ: 37
Kulturbund: 21
VdgB: 14

Davon waren 271 Abgeordnete als Arbeiter, 31 Bauern, 69


Angestellte, 126 Angehörige der Intelligenz und drei als
sonstige Abgeordnete ausgewiesen. In der Geschichte der
Volkskammer kam es bis zum Wendejahr 1989 lediglich einmal
zu Gegenstimmen, und zwar 1972 aus der CDU bei der
Liberalisierung der Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch
durch das Gesetz über die Unterbrechung der Schwangerschaft.
Neben der Volkskammer existierten Volksvertretungen auf
Bezirkstagsebenen, Kreisebenen und kommunalen Ebenen,
ebenfalls gemäß einer vorher erstellten Kandidatenliste gewählt.

Im Wendejahr 1989 entstanden zahlreiche neue Parteien und


Organisationen wie Neues Forum, Demokratischer Aufbruch
und die Sozialdemokratische Partei in der DDR.[51] Am 1.
Dezember wurde von der Volkskammer der SED-
Führungsanspruch aus der Verfassung gestrichen. Die SED
selbst versuchte, sich mit dem Parteiausschluss ihrer ehemaligen
Führungsspitze sowie der schrittweisen programmatischen
Umbenennung zur Partei des Demokratischen Sozialismus von
ihrem diktatorischen Erbe zu befreien.[52] Am 18. März 1990
traten diese Parteien zur ersten und einzigen freien
Volkskammerwahl an.

Gelenktes und begrenztes öffentliches Leben


Die marxistisch-leninistische Doktrin in der Lesart der SED gab
dem öffentlichen Leben in der DDR die Leitlinien vor und
setzte ihm Grenzen. Das galt auch für die Auslegung der
Grundrechte, zu denen es in der
Verfassung von 1968 hieß, die
DDR garantiere allen Bürgern
„die Ausübung ihrer Rechte und
ihre Mitwirkung an der Leitung
der gesellschaftlichen
Entwicklung. Sie gewährleistet
die sozialistische Gerechtigkeit
und Rechtsstaatlichkeit.“
(Art. 19 Abs. 1). Im Weiteren
folgt als Grundsatz die Aussage:
„Arbeite mit, plane mit, regiere
mit!“ (Art. 21 Abs. 1) Wie an
vielen Stellen des
Verfassungstextes ablesbar und Propagandaplakat in
in der gesellschaftlichen Realität Dresden, Oktober 1985
der DDR spürbar, war die
Rechteausübung seitens der Bürger an die Übereinstimmung
mit dem DDR-Sozialismus gebunden:[53]

Die freie Entfaltung der Persönlichkeit war dem Ziel der


Heranbildung sozialistischer Persönlichkeiten
untergeordnet und erfuhr nur in diesem Sinne Förderung.
Das Demonstrationsrecht hatte bei offiziellen Anlässen
teilweise den Charakter einer kollektiven Verpflichtung,
war im Falle oppositioneller Bekundungen aber nicht
gelitten und stellte in Form der „Boykotthetze“ bzw. der
„staatsfeindlichen Hetze“ einen Straftatbestand dar.
Die freie Meinungsäußerung in Form der veröffentlichten
Meinung und die Gewährleistung der Pressefreiheit waren
in der DDR-Wirklichkeit an Linientreue im Rahmen der
je aktuellen Bandbreite gebunden. Davon abweichende
Äußerungen unterlagen der vielfältig gestuften staatlichen
Zensur. Unter Strafe stand auch der „Missbrauch der
Medien für die bürgerliche Ideologie“, was Autoren und
Journalisten disziplinierte und neben Zeitungen, Büchern
und anderen Druckerzeugnissen auch Radio und
Fernsehen, Satire, Kunst und Wissenschaft betraf.

Das öffentliche Leben war einer scharfen Kontrolle


unterworfen, deren Intensität aber schwankte. So war es Anfang
der 1950er Jahre noch durchaus möglich, öffentlich z. B. die
unzureichende Ersatzteilversorgung für Kfz zu thematisieren
und dabei die Vorgaben der Regierung und deren Organe ganz
konkret als Schuldige zu benennen.[54] In späteren Jahren war
die Veröffentlichung derartiger Aufsätze undenkbar. Im
kulturellen Bereich wurde mal mehr, mal weniger streng
zensiert. Eine Zeit der Lockerung war zu Beginn der 1970er
Jahre, als Filme wie Die Legende von Paul und Paula
entstanden. Die Phase wurde mit dem Verbot der
systemkritischen Rockband Renft 1975, sowie der
Ausbürgerung Biermanns 1976 jedoch rigoros beendet. Eine
zweite Phase der Lockerung setzte Mitte der 1980er Jahre ein,
als Filme wie Flüstern & Schreien und Coming Out, sowie
Rockalben wie Aufruhr in den Augen von Pankow und Februar
von Silly veröffentlicht wurden. Jene Zeit der Lockerung ging
schließlich in der friedlichen Revolution 1989 auf, bei der auf
eine Niederschlagung der öffentlichen Proteste verzichtet
wurde.

Einen Mangel im von der Zensur zugelassenen


Zeitschriftenangebot gab es vor allem im Bereich der Wochen-
und Hobbyzeitschriften.[55] Illustrierte Zeitschriften, wie zum
Beispiel das Magazin „Neues Leben“ oder die
Fernsehzeitschrift „FF dabei“ waren nur sehr schwer erhältlich.
Auch beliebte Medien, etwa „Das Magazin“, die einzige
Zeitschrift, die Aktfotos im Programm hatte, war in der DDR in
ihrer Auflage begrenzt. Aufführungen der wenigen politischen
Kabaretts der DDR (u. a. Die Distel und die Leipziger
Pfeffermühle) waren zwar auf Jahre hin ausverkauft, die
Vorstellungen im Radio oder TV aber nur in Ausnahmen und
ausschnittsweise übertragen. Bei Büchern, insbesondere
Belletristik, führte das Druckgenehmigungsverfahren de facto
zu einer Vorzensur und zu einer werkspezifischen Steuerung.

Die nach Wolle einzigartig „lückenlose und perfekte“


Überwachung des öffentlichen Raums in der DDR – „Wie ein
riesiger Krake lag die Staatssicherheit über dem Land und drang
mit ihren Saugnäpfen in den verborgensten Winkel der
Gesellschaft“ – erzeugte ein Klima dauernder Verunsicherung
und eine Ersatzöffentlichkeit, die von politischen Witzen und
von Gerüchten gespeist wurde.[56] Als Folge der Unterdrückung
einer eigenständigen Öffentlichkeit wird das weitgehende
Fehlen politischer Skandale gesehen.[57] Skandalartige
öffentliche Auseinandersetzungen, etwa um
Theateraufführungen der 1950er und 1960er Jahre,[58] die
Selbstverbrennung des Pfarrers Brüsewitz 1976, die
Ausbürgerung Biermanns oder die Kaffeekrise in der DDR ab
1977 blieben Ausnahmen. Sie standen auch in engem
Zusammenhang mit der den DDR-Bürgern zugänglichen
Berichterstattung in Westmedien, gegen deren Nutzung die
Staatsführung nicht ankam. Mit Ausnahme des sogenannten
Tals der Ahnungslosen waren überall in der DDR westdeutsche
Rundfunk- und Fernsehprogramme zu empfangen. Gerade nach
dem Mauerbau trugen politische Programme wie
„Kennzeichen D“ oder „Kontraste“ mit
Korrespondentenberichten aus der DDR zur Information über
Veränderungen in der DDR bei. Sie ermöglichten der DDR-
Bevölkerung Teilhabe und Zugang zu der öffentlichen
Diskussion auch in sie unmittelbar angehenden Fragen. Die
DDR-Führung suchte propagandistisch dagegenzuhalten,
insbesondere in der von Karl-Eduard von Schnitzler
moderierten Sendung „Der schwarze Kanal“. Die in der Ära
Honecker geduldete allabendliche „kollektive Ausreise“
unterminierte einerseits die Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit
der staatlichen Propaganda, konnte aber auch
systemstabilisierend wirken, indem die durch das Grenzregime
physisch an Westreisen gehinderten DDR-Bewohner die stets
mögliche Erweiterung des Informationshorizonts nach Westen
als eine gewisse Erleichterung ihrer Lage erlebten.[59]

Eine allumfassende politische Steuerung der Gesellschaft war


seitens der DDR-Obrigkeit demnach nicht realisierbar. Es gab
weiterhin gesellschaftliche Teilbereiche, insbesondere die
Kirchen, die informelle Netzwerke und Freiräume zuließen.
Auch die Planwirtschaft förderte mit ihren ungeplanten
Nebenerscheinungen und Defiziten die Wahrnehmung von
Eigeninteressen und informelle Selbsthilfeaktivitäten in den
Kollektiven. Gewisse Freiräume bestanden bei aller generellen
Linientreue auch zum Beispiel in den Blockparteien, wo man
das bürgerliche „Sie“ hochhielt und zwar keine Chance besaß,
in die wirklichen Schlüsselpositionen des Staates aufzusteigen,
aber mangels Masse im Verhältnis zur SED-Mitgliedschaft
sogar mit besseren Chancen rechnen konnte, auf der
„Parteischiene“ voranzukommen und auf Proporzbasis in eine
gegenüber dem DDR-Normalbürger privilegierte Stellung
aufzurücken.[60]
Politische Opposition und ihre Bekämpfung durch
das MfS

Der Begriff DDR-


Opposition bezieht sich
auf vielerlei
unterschiedliche
Strömungen und Formen
des Protests, die während
der vier Jahrzehnte
DDR-Geschichte neben-
und nacheinander
durchgängig existierten. Samisdat-Zeitschrift der
Sie traten oft individuell oppositionellen Umwelt-Bibliothek,
oder in lokal Oktober 1989
organisierten
Kleingruppen auf. In der
Frühphase der DDR
bildeten die „für einen
besonderen deutschen
Weg zum Sozialismus“
eintretenden SED-
Reformer ein
Gegengewicht zum
Ulbricht-Kurs, denen
Untersuchungshaftanstalt des MfS in
durch Säuberungen und
gezielte Strafverfolgung Berlin-Hohenschönhausen
aber der Boden entzogen
wurde. Seit den 1970er Jahren entstanden oppositionelle
Gruppierungen, die einem Sozialismus nach dem Vorbild des
Prager Frühlings anhingen, die sich für Menschenrechte,
Frieden und allseitige Abrüstung engagierten oder Initiativen
gegen Umweltbelastung und -zerstörung starteten.
Unterstützung fanden diese Widerständigen in Teilen der
evangelischen Kirche, etwa durch die Bereitstellung von
Räumen und Publikationsmöglichkeiten.[61]

Bis in den Wendeherbst 1989 hinein, so auch bei der Gründung


des Neuen Forums, traten die Bürgerrechtler der DDR
hauptsächlich für Reformen, seltener für die Abschaffung der
DDR ein. Gleichwohl mussten sie dafür berufliche Nachteile,
Überwachung und teilweise Repressionen in Kauf nehmen.
Politisch Andersdenkende wurden im flächendeckenden
staatlichen Überwachungssystem besonders beobachtet,
insbesondere mit Hilfe der offiziellen und inoffiziellen
Einsatzkräfte des MfS (im Volksmund: „Firma Horch und
Guck“). Je nach Grad des aus Sicht der Sicherheitsorgane zu
erwartenden Widerstands reichte die politisch motivierte
Verfolgung in der DDR von bloßer Einschüchterung über
Drangsalierung und Zersetzung bis hin zu langjähriger Haft. Bei
„Überläufern“ aus den Reihen des MfS und Fluchthelfern kam
es auch zu Entführungen und Morden[62] im geheimen Auftrag
des MfS. Folter und Einzelhaft gehörten insbesondere in den
sogenannten Untersuchungshaftanstalten des MfS zu den
vielfältigen Zwangsmitteln, um politische Gefangene gefügig
und geständig zu machen. Zumindest bis in die 1960er Jahre
wurde eher die physische Folter angewandt. Später wurden
mehr und mehr psychologische Foltermethoden praktiziert, um
politische Häftlinge zu zermürben und ihren Willen zu brechen.
Ein Grund für diese Entwicklung war, dass sich die Anwendung
psychologischer Folter schwieriger beweisen lässt.

Frauen- und Familienpolitik


→ Hauptartikel: Frauen- und Familienpolitik der DDR

Die gesetzliche Grundlage der Frauen- und Familienpolitik in


der DDR bildete das 1950 beschlossene Gesetz über den
Mutter- und Kinderschutz und die Rechte der Frau. Die
Vereinbarkeit von Beruf und Familie wurde für Frauen in der
DDR als selbstverständlich angesehen und gezielt gefördert. Bis
1989 waren nahezu 92 Prozent der Frauen in das Erwerbsleben
integriert, was eine deutlich höhere Erwerbsquote der Frauen
gegenüber der Bundesrepublik Deutschland anzeigt: Die
Erwerbstätigkeit der Frauen entsprach einerseits der
sozialistischen Vorstellung von geschlechtlicher Emanzipation
und diente andererseits der Deckung des Arbeitskräftebedarfs
der DDR, der überproportional viele männliche Facharbeiter
durch Flucht frühzeitig den Rücken gekehrt hatten.[63] In
Leitungspositionen blieben Frauen allerdings deutlich
unterrepräsentiert.

Die Förderung der weiblichen Berufstätigkeit wurde


beispielsweise durch den Aufbau eines umfassenden Säuglings-
und Kinderbetreuungssystems oder durch spezielle Lehr- und
Studienpläne für studentische Familien geschaffen. Im Rahmen
der Familienpolitik förderte der Staat Ehepaare in erster Linie,
wenn sie Kinder bekamen. Dies geschah durch spezielle Kredite
und durch eine deutliche Bevorzugung bei der
Wohnraumzuteilung. In der Abtreibungsfrage wurde den
Frauen im Rahmen des 1972 eingeführten Abtreibungsgesetzes
die Wahl gelassen, die Schwangerschaft innerhalb der ersten
zwölf Wochen abbrechen zu lassen. Dennoch stieg die Zahl der
Lebendgeburten zwischen 1973 und dem Höchststand im Jahre
1980 um ein Drittel.[64]
Im Alltag ging die Frauenemanzipation durch Erwerbstätigkeit
zumeist mit doppelter Belastung einerseits im Beruf,
andererseits in Haushalt und Familie einher, indem
herkömmlicherweise männliche Aufgaben einfach traditionell
weiblichen Rollen hinzugefügt wurden. Eine Umfrage aus dem
Jahre 1970 ergab, dass von den durchschnittlich 47 Stunden
wöchentlich anfallender Hausarbeit 37 Stunden von den Frauen
übernommen wurden, rund 6 Stunden von den Männern und
etwa 4 Stunden von „anderen“.[65]

Umweltpolitik

Die Reindustrialisierung der Nachkriegszeit war in beiden


Teilen Deutschlands mit einer stark zunehmenden
Umweltbelastung verbunden. Sie gipfelte in den 70er Jahren,
wo der Umweltschutz erstmals Gewichtung in der
Wirtschaftspolitik fand – nicht jedoch in der DDR: Fehlender
Investitonsspielraum machte ein zügiges Angehen des
Umweltschutzes angesichts der ohnehin schon unzureichenden
Warenproduktion unmöglich. Hinzu kam die Ignoranz der
DDR-Führung engagierten Bürgern gegenüber, die gern etwas
für den Umweltschutz tun wollten. In den 80er Jahren bildeten
sich jedoch vermehrt Umweltaktive, Fahrradfahrvereine etc. In
einer neuen Studie von 2009 wird die ökologische Bilanz der
DDR als „katastrophal“ bezeichnet.[66] Mangels
Steinkohlevorkommen verfeuerten Braunkohlekraftwerke in
großem Umfang Rohbraunkohle. Folgen waren unter anderem
der höchste Ausstoß von Schwefeldioxid und die höchste
Staubbelastung aller europäischer Staaten. Die
Luftverschmutzung verursachte eine erhöhte Sterblichkeit; an
Bronchitis, Lungenemphysem und Asthma starben mehr als
doppelt so viele Männer wie im europäischen Durchschnitt.
Rund 1,2 Millionen Menschen hatten keinen Zugang zu
Trinkwasser, das der allgemeinen Güternorm entsprach. Nur 1
Prozent aller Seen und 3 Prozent aller Flüsse galten 1989 als
intakt. Bis dahin waren nur 58 Prozent der Bevölkerung an eine
Kläranlage angeschlossen. 52 Prozent aller Waldflächen galten
als geschädigt (siehe auch Waldsterben). Mehr als 40 Prozent
des Mülls wurden nicht ordnungsgemäß entsorgt. Für
Sondermüll gab es keine Hochtemperaturverbrennungsanlagen.
Mit der Begründung, die Umweltdaten würden vom
Klassenfeind zur Diskreditierung benutzt, wurden ab 1970 die
Daten als „Vertrauliche Verschlusssache“ und ab Anfang der
1980er Jahre als „Geheime Verschlusssache“ eingestuft und so
der Öffentlichkeit vorenthalten. Kritik an der Umweltpolitik
wurde rücksichtslos unterdrückt;[66] ebenso Kritik an dem
umfangreichen Uranabbau, der durch die Wismut in Sachsen
und Thüringen betrieben wurde. Die DDR war lange Zeit der
weltweit viertgrößte Uran-Förderer nach der Sowjetunion, den
Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada.

Mülleinfuhren aus westlichen Staaten (vor allem aus der


Bundesrepublik Deutschland) brachten der DDR
Deviseneinnahmen, die sie dringend brauchte. Die Dumping-
Preise der DDR betrugen zum Teil weniger als ein Zehntel der
in ordnungsgemäß geführten Deponien Westdeutschlands
erhobenen Preise; für die Müll-Lieferanten (Unternehmen,
Kommunen, Länder) lohnte sich der Mülltransport deshalb trotz
der teils hohen Transportkosten. Ein Teil der bei diesen
Geschäften erwirtschafteten Devisen, an denen der Bereich
Kommerzielle Koordinierung und das Ministerium für
Staatssicherheit federführend beteiligt waren, landete auf dem
sogenannten Honecker-Konto und dem sogenannten Mielke-
Konto und konnte zur Versorgung der SED-Elite in Wandlitz
verwendet werden. Das MfS stellte gegen Ende der 1980er
Jahre nicht nur in der Bundesrepublik, sondern ebenso in der
Bevölkerung der DDR ein wachsendes Umweltbewusstsein und
teilweise auch eine ablehnende Haltung gegenüber
Müllimporten in die DDR fest. Dagegen nahmen
Verantwortliche bei der Entsorgung westdeutschen Mülls in
Ostdeutschland die Nichteinhaltung bundesdeutscher
Umweltstandards in Kauf. Als eine Art „Ironie der Geschichte“
ist es anzusehen, dass diese (belasteten) Deponien 1990 in den
Verantwortungsbereich der Bundesrepublik kamen.[67]

Die von der DDR produzierten Pkw Trabant und Wartburg


trugen mit den unzeitgemäßen Zweitaktmotoren und deren
schädlichen Abgasen maßgeblich zur Umweltverschmutzung
bei. Abgase eines Zweitaktmotors sind wegen des hohen KH-
Gehalts deutlich riech- und sichtbar (blaue Abgasfahnen).
Verglichen mit einem Viertakter ohne Abgaskatalysator
emittiert ein Zweitakter nur ein Zehntel der sauren Regen und
Smog verursachenden Stickoxidmenge (NOx).[68] Die CO-
Emission liegt innerhalb der üblichen Grenzwerte.

Verwaltungsgliederung und
Hauptstadtproblematik

→ Hauptartikel: Bezirk (DDR)

Seit ihrer Gründung war der Verwaltungsaufbau der DDR durch


eine starke Zentralgewalt geprägt. Allerdings konstituierte die
erste Verfassung von 1949 eine föderale Struktur mit den
Ländern Mecklenburg, Brandenburg, Sachsen-Anhalt,
Thüringen und Sachsen. Mit der Verwaltungsreform von 1952
wurden die Länder ihrer
Funktion enthoben. Als
neue mittlere Ebene der
staatlichen Verwaltung
traten 14 Bezirke an ihre
Stelle. Zugleich wurde
im Rahmen einer
Kreisreform die Anzahl
der Stadt- und
Landkreise stark erhöht.
1958 wurden die Länder
schließlich auch formal
abgeschafft.

Laut Verfassung war


Berlin die Hauptstadt
Die Bezirke der DDR ab 1952
der DDR, was einen
Verstoß gegen die 1945
von den Alliierten getroffene Vereinbarung auf der Jalta-
Konferenz darstellte. Obwohl nach dieser Gesamt-Berlin als
Viersektorenstadt unter gemeinsamer alliierter Kontrolle keiner
der Besatzungszonen und damit nicht einem der beiden daraus
entstandenen deutschen Staaten angehören konnte, wurde die
schrittweise Vereinnahmung des Ostteils durch die DDR
letztlich von den Westmächten de facto geduldet (→ Berlin-
Frage). Die drei westlichen Alliierten betonten aber stets den
staatsrechtlichen Sonderstatus ganz Berlins, der sich aus der von
allen vier Siegermächten ausgeübten Besatzungshoheit
ergebe.[69]

Der Staatsrat der DDR stellte Ost-Berlin im Jahr 1961 mit den
Bezirken gleich.[70] Bis zum Ende der DDR bestanden die
folgenden Bezirke (bb lt. Gemeindenummer-Schlüssel bbkkgg;
bb: Bezirk (numerisch); kk: Kreis (numerisch); gg: Gemeinde
(numerisch)):

Bezirk Rostock (01) Bezirk Erfurt (09)


Bezirk Schwerin (02) Bezirk Gera (10)
Bezirk Neubrandenburg Bezirk Suhl (11)
(03) Bezirk Dresden (12)
Bezirk Potsdam (04) Bezirk Leipzig (13)
Bezirk Frankfurt (Oder) Bezirk Karl-Marx-Stadt
(05) (14)
Bezirk Cottbus (06) Berlin (15)
Bezirk Magdeburg (07)
Bezirk Halle (08)

Siehe auch: Liste der Städte und Gemeinden über 3000


Einwohner in der DDR (1970) und Liste der größten Städte in
der DDR

Außen- und Entwicklungspolitik

Eine eigenständige
Außenpolitik zu
betreiben, war der DDR-
Führung unter
sowjetischem Einfluss
verwehrt. Noch in den
Stalin-Noten 1952 stellte
die DDR eine
machtpolitisch- Chruschtschow auf dem V. Parteitag
diplomatische der SED in der Werner-Seelenbinder-
Verfügungsmasse der
sowjetischen Führung Halle in Berlin, 1958
dar: „Hätte sich eine
Wiedervereinigung der
vier Besatzungszonen als durchführbar erwiesen, die den
außenpolitischen Interessen der Sowjetunion besser entsprach
als der Status quo, wäre das Regime der DDR nicht sakrosankt
gewesen.“[71] Erst als Anfang 1954 die gesamtdeutsche Option
an westlichen Vorbedingungen scheiterte, die freie
gesamtdeutsche Wahlen forderten, und als die Aufnahme der
Bundesrepublik in das westliche Militärbündnis NATO sich
unmittelbar abzeichnete, gestand die UdSSR der DDR im März
desselben Jahres zu, „nach eigenem Ermessen über die inneren
und äußeren Angelegenheiten“ zu bestimmen. Im Mai 1955 war
die DDR dann schon unter den Gründungsmitgliedern des
Warschauer Pakts.[72]

Eines der vordringlichsten Ziele ihrer Außenpolitik war der


Anspruch der DDR, gegenüber der westdeutschen Hallstein-
Doktrin international als eigenständiger, souveräner Staat und
als Völkerrechtssubjekt anerkannt zu werden.[73] Vom 24.
Februar bis zum 2. März 1965 besuchte Ulbricht die Vereinigte
Arabische Republik und wurde dort von Gamal Abdel Nasser
mit allen für ein Staatsoberhaupt üblichen Ehren empfangen.[74]
Mehrere arabische und afrikanische Staaten waren in der Folge
zur Aufnahme von diplomatischen Beziehungen mit der DDR
bereit. 1967 beschlossen die Warschauer Vertragsstaaten das
Gegenstück zur Hallstein-Doktrin, die sogenannte Ulbricht-
Doktrin: „Kein Mitgliedsland des Bündnisses durfte die
Bundesrepublik anerkennen, solange diese nicht die
bestehenden Grenzen und die Existenz zweier deutscher Staaten
anerkannt hatte.“[75] Auf Basis der Ulbricht-Doktrin brachte die
DDR andere RGW-Staaten wie die Tschechoslowakei, Polen,
Ungarn und Bulgarien dazu, beiderseitige
Unterstützungsverträge abzuschließen, und kam damit einer
Intensivierung der Beziehungen der osteuropäischen Nachbarn
mit Westeuropa zuvor.[76] Auf dem Gebiet des
Hochleistungssports gelang es den DDR-Verantwortlichen
durch gezielte Talentförderung wie auch teils mit Hilfe
systematischen Dopings, den eigenen Staat im internationalen
Wettkampfgeschehen aufsehenerregend weit nach vorn zu
bringen. Bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt
belegte die erstmals mit eigener Mannschaft vertretene DDR
hinter den USA und der UdSSR den dritten Platz in der
Nationenwertung.[77]

In der nationalen Frage setzte man seitens der SED seit 1963
darauf, „in dem ersten Arbeiter- und Bauernstaat die feste
Grundlage dafür zu schaffen, daß in ganz Deutschland die
Arbeiterklasse die Führung übernimmt, die
Monopolbourgeoisie auch in Westdeutschland entmachtet und
die nationale Frage im Sinne des Friedens und des
gesellschaftlichen Fortschritts gelöst wird.“[78] Die unter
Ulbricht noch vertretene Lesart, dass die zwei deutschen Staaten
zu einer Nation gehörten,[79] wurde nach dessen Ablösung
durch Honecker verworfen und durch die Lehre von der
sozialistischen Nation ersetzt, die sich in der DDR herangebildet
habe.

Die neue Ostpolitik der Bundesregierung Brandt/Scheel ab


1969, die mit der Vorstellung eines „Wandels durch
Annäherung“ verknüpft war, wurde von der DDR-Führung mit
einem Kurs beantwortet, der auf Selbstbehauptung und
Anerkennung, auf demonstrative Abgrenzung und die
Wahrnehmung eigener
Interessen gerichtet war.
Die Reserviertheit
gegenüber Brandts
Ostpolitik hatte auch
damit zu tun, dass diese
zunächst im
Wesentlichen mit der
Sowjetunion Erich Honecker im Élysée-Palast mit
ausgehandelt wurde und François Mitterrand
die DDR-Führung zu
Ulbrichts Verdruss dabei anfänglich gar nicht einbezogen
war.[80] Der Grundlagenvertrag mit der Bundesrepublik 1972
erkannte die Existenz zweier deutscher Staaten an und
ermöglichte am 18. September 1973 die Aufnahme der DDR
und der Bundesrepublik Deutschland als 133. bzw. 134.
Vollmitglied per Akklamation durch die Generalversammlung
der Vereinten Nationen; während dabei die „sozialistischen
Bruderstaaten“ sicherstellten, dass das Lob der DDR nicht leiser
ertönte als das der Bundesrepublik, war es aber seitens der
westlichen Staaten insbesondere Israel durch seinen UN-
Botschafter Yosef Tekoah, das seine Gegnerschaft gegen eine
Aufnahme der DDR zum Ausdruck brachte und dies mit der
Weigerung der DDR begründete, die historische Verantwortung
des deutschen Volkes für den Massenmord an sechs Millionen
Juden anzuerkennen, sowie ihrer Unterstützung arabischer
Terroristen.[81] Zwischen beiden deutschen Staaten bestand
aber nach wie vor ein besonderes Verhältnis. So gab es keine
Botschaften in Ost-Berlin und Bonn, sondern Ständige
Vertretungen. Da es aus Bonner Sicht bis zuletzt nur eine
deutsche Staatsangehörigkeit gab, war jeder DDR-Bürger
automatisch berechtigt, alle Bürgerrechte eines Bundesbürgers
wahrzunehmen. Nicht zuletzt dagegen waren 1980 Honeckers
Geraer Forderungen gerichtet. Denn mehr als die friedliche
Koexistenz der beiden deutschen Staaten und ihrer
gegensätzlichen politischen Systeme bei fortbestehender
Konkurrenz hatte die DDR-Führung keiner Bundesregierung
anzubieten.

Bereits seit 1950 war die DDR in den RGW eingebunden, wo


die Sowjetunion dominierte. Ansätze zu einer stärkeren
wirtschaftlichen Integration der RGW-Staaten scheiterten Mitte
der 1960er Jahre am Widerstand Rumäniens;[76] die bilateralen
Wirtschaftsbeziehungen zur Sowjetunion gestalteten sich nach
dem Antritt Leonid Breschnews deutlich schwieriger. Über den
innerdeutschen Handel hatte die DDR indirekt einen Zugang
zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Dabei war es für sie
von Vorteil, dass ihre Grenze zur Bundesrepublik Deutschland
aus westlicher Sicht keine Staatsgrenze und daher nicht
zollpflichtig war.

Ab Mitte der 1960er Jahre wurde die DDR außenpolitisch auch


in der Ausbildung von Sicherheitskräften und im Aufbau
militärischer Infrastruktur, die Rüstungsexporte begleiteten, für
eine Reihe von Regierungen und Revolutionsbewegungen
tätig.[82] Eine 1977 geplante intensive Wirtschafts- und
Rüstungszusammenarbeit mit Libyen kam jedoch nicht zum
Tragen, nachdem die beiden ZK-Mitglieder Werner Lamberz
und Paul Markowski bei einem Hubschrauberabsturz nahe
Tripolis 1978 ums Leben gekommen waren.[83]

Anfang der 1980er Jahre waren mehrere Tausend Soldaten der


NVA vor allem als Militärberater in Afrika und dem Mittleren
Osten stationiert.[84] Die Auslandspräsenz der NVA wurde im
Warschauer Pakt nur von den sowjetischen und kubanischen
Auslandseinsätzen übertroffen. Echte Kampfeinsätze regulärer
Truppeneinheiten wurden von der DDR vermieden, die DDR-
typische Kombination von Wirtschaftspolitik mit Militär- und
Infrastrukturprojekten erregte aber früh internationales
Aufsehen.[85] Dabei ging es auch um
Kompensationsanstrengungen für den Devisenmangel, der ab
Mitte der 1970er Jahre immer stärker auf dem DDR-
Staatshaushalt lastete.

So kam es zu einer
deutlichen
Intensivierung und
Ökonomisierung der
DDR-Außen- und
Entwicklungspolitik
jenseits des RGW.[86]
Tauschgeschäfte mit
Parallelen zum
klassischen Vertragsarbeiter aus Mosambik 1987
Kolonialhandel, so von in Mittweida
Waffen und Lkw aus der
DDR gegen Rohkaffee
und Energierohstoffe aus ausgewählten Partnerländern,
insbesondere Vietnam, Mosambik, Äthiopien und Angola,
wurden angestrebt. Bis heute wirkt die bedeutende Rolle von
Vertragsarbeitern und die Ausbildung ausländischer ziviler und
militärischer Fachkräfte seitens der DDR in den deutschen
Beziehungen etwa zu Vietnam, Angola, Namibia, Mosambik
und Äthiopien fort.[87][88]

Erich Honeckers Reise nach Damaskus und Kuwait war 1982


ein Versuch, das Regime ökonomisch zu stabilisieren.[89] Hans-
Joachim Döring konstatiert am Beispiel von Mosambik den
beispielhaft gescheiterten Versuch einer breiten wirtschaftlichen
Zusammenarbeit, gekennzeichnet durch utopische und
mangelhaft vorbereitete Großprojekte etwa beim
Steinkohlebergbau. Moatize in Mosambik stellte dabei die
einzige größere Kolonie von DDR-Bürgern außerhalb des
RGW-Auslands dar, wobei die entsandten deutschen
Beschäftigten rigide abgeschottet wurden. Unter diesen
Umständen habe sich auch latenter Rassismus manifestiert.[90]
Die DDR-Auslandsaktivitäten waren der Geheimhaltung
unterworfen; Handels- und Entwicklungskonzepte wurden so
gut wie nicht öffentlich diskutiert. Private
Entwicklungsinitiativen waren auf kleinere kirchliche
Auslandsaktivitäten reduziert. Die Auswahl der Spezialisten
fand weniger nach fachlichen als nach Kriterien der
Verlässlichkeit etwa im Hinblick auf eine möglichst
auszuschließende Republikflucht statt.[90]

Sicherheitspolitik

Schon bald nach dem


Ende des Zweiten
Weltkrieges kam es in
den gegründeten beiden
deutschen Staaten vor
dem Hintergrund des
aufziehenden Kalten
Krieges zur sogenannten
Wiederbewaffnung, das Truppenparade zum 30. Jahrestag der
heißt zur erneuten Gründung der DDR mit einer
Einführung militärischer Formation Flugabwehrraketen vom
Strukturen. Dieser Typ S-75 („SA-2 Guideline“), 1979
Aufbau vollzog sich in
der DDR unter Anleitung
der Sowjetunion und ab 1955 im Rahmen des Warschauer
Paktes: 1948 entstanden mit den kasernierten Bereitschaften die
ersten bewaffneten Einheiten nach dem Krieg. Diese wurden
1952 in die Kasernierte Volkspolizei (KVP) überführt. Am
1. März 1956 – knapp ein Jahr nach der Gründung der
Bundeswehr – wurde die Nationale Volksarmee (NVA)
gegründet. Beim Aufbau der Streitkräfte der DDR spielten,
ebenso wie bei der Bundeswehr, ehemalige Offiziere der
Wehrmacht wie auch Waffen-SS[91] eine Rolle. Sie hatten sich
überwiegend bereits während der sowjetischen
Kriegsgefangenschaft dem Nationalkomitee Freies Deutschland
zur Verfügung gestellt.

Sowjetische Streitkräfte in der DDR

Der Großteil der


Streitkräfte in der DDR
wurde mit mehr als
300.000 Soldaten durch
die Sowjetunion gestellt,
durch die Gruppe der
Sowjetischen Streitkräfte
in Deutschland (GSSD),
welche aus den
sowjetischen Plakatanschlag zum 40 Jahrestag des
Besatzungstruppen Sieges der Roten Armee über den
hervorgegangen war. Die Hitlerfaschismus
Truppen der GSSD waren der NVA und anderen militärischen
Organisationen übergeordnet. Ihre Aufgabe bestand zentral in
der Sicherung der DDR gegen den Westen. Die GSSD verfügte
über offensive Bewaffnung, unter anderem auch mit
Atomwaffen. Einer Studie zufolge war seit den 1960er Jahren
im Kriegsfalle der breite und präemptive Einsatz taktischer
Nuklearwaffen in Deutschland vorgesehen.[92] Mit dem
Schwenk der sowjetischen Politik unter Michail Gorbatschow
erfolgte 1986 eine Abkehr von der offensiven Ausrichtung der
GSSD. In der DDR jedoch sei noch in der NVA-Übung
„Stabstraining 1989“ der massive Einsatz von großkalibrigen
Nuklearwaffen durchgespielt worden.[92]

Nationale Volksarmee

→ Hauptartikel: Nationale Volksarmee

Die Nationale
Volksarmee (NVA) war
von 1956 bis 1990 die
Armee der DDR. Sie
bestand aus den
Landstreitkräften, der
Volksmarine und den
Luftstreitkräften. Nach
Einführung der
Wehrpflicht 1962 lag die
Personalstärke der NVA
bei etwa
170.000 Soldaten.

Ihrem Selbstverständnis
nach war die NVA in der Ehrenwache des Wachregimentes
DDR das Friedrich Engels der NVA am
„Machtinstrument der Mahnmal für die Opfer des
Arbeiterklasse“ zum Faschismus und Militarismus (Neue
Schutz und zur Wache) in Berlin im Exerzierschritt
Sicherung der
„sozialistischen
Errungenschaften“ vor Angriffen von außen. Sie sollte der
Verteidigung der DDR und der im Warschauer Pakt mit ihr
verbündeten anderen sozialistischen Staaten gegen eine
eventuelle „imperialistische Aggression“ dienen. Die NVA
entwickelte sich von einer binnenorientierten, sehr stark
politisch kontrollierten Parteiarmee zunehmend zu einem
Instrument einer zunehmend eigenständigeren Außenpolitik.
Die DDR war bemüht, militärische Konfrontationen zu
vermeiden und setzte Sicherheitskräfte und Militärberater vor
allem im Rahmen von Rüstungsexporten und
Wirtschaftsprojekten ein.

Die SED sicherte sich durch die Politische Hauptverwaltung


(PHV) und eine spezielle Struktur von Parteiorganisationen die
politische Führung der Streitkräfte. Die Offiziere und Fähnriche
waren bis auf wenige Ausnahmen Mitglieder der SED. Auch bei
den Unteroffizieren wurde ein hoher Anteil an SED-Mitgliedern
angestrebt.

Während ihres Bestehens waren NVA-Verbände an keinem


Krieg beteiligt. Teile der NVA waren aber 1968 für militärische
Aktionen zur Niederschlagung des Prager Frühlings
vorgesehen. Es gab Pläne, sich mit zwei Divisionen am
Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die
Tschechoslowakische Sozialistische Republik zu beteiligen.
Wegen der zu erwartenden verheerenden außenpolitischen
Wirkungen – es wäre der erste Kampfeinsatz deutscher Truppen
im Ausland nach dem Zweiten Weltkrieg gewesen −
beschränkte man sich auf eine logistische Unterstützung der
Niederschlagung des Prager Frühlings.

Grenztruppen

Die Grenztruppen der DDR waren für die Bewachung der


Grenzen der DDR zuständig. Sie wurden als Grenzpolizei 1946
aufgebaut und hatten 1948 eine Personalstärke von 10.000
Personen. 1956 wurde die Grenzpolizei der NVA als
Teilstreitkraft Grenztruppen konzipiert. Im Rahmen des
Helsinki-Abrüstungsprozesses wurde nach außen eine
Selbständigkeit der Grenztruppen postuliert, um sie nicht zur
regulären Heeresstärke zu zählen. Sie waren aber weiter wie die
Nationale Volksarmee dem Ministerium für Nationale
Verteidigung (MfNV) unterstellt und wären im Ernstfall als
motorisierte Schützen eingesetzt worden. Der weitaus größte
Teil der Truppen diente der Bewachung der innerdeutschen
Grenze zur Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin und
hier vor allem der Unterbindung von Fluchtversuchen von
DDR-Bürgern in den Westen. Hierbei wurden von Angehörigen
der Grenztruppen aufgrund des Schießbefehls mehrere hundert
Menschen getötet. Eine Sonderstellung nahm die 6.
Grenzbrigade Küste bezüglich der Sicherung der Seegrenze an
der Ostsee ein.

Vergleichsweise geringe Kräfte kontrollierten die Oder-Neiße-


Grenze zur VR Polen und die Grenze zur ČSSR.

Ab 1. Januar 1972 wurde zwischen der DDR und Polen sowie


der ČSSR ein visumfreier Grenzverkehr eingerichtet, der von
den Bürgern der DDR rege genutzt wurde. Allein zwischen
Frankfurt (Oder) und Słubice (Polen) überschritten vom 1.
Januar bis 20. September 1972 exakt 2.773.612 polnische und
DDR-Bürger die Grenze.[93] Auch nach Ungarn, Rumänien und
Bulgarien waren Reisen relativ unkompliziert möglich.
Voraussetzung dafür war, dass die einbezogenen sozialistischen
Länder ihre Grenzen (einschließlich Häfen und Flughäfen) zum
Westen genauso verschlossen hielten wie die DDR. Da das
beispielsweise in Jugoslawien nicht der Fall war, konnten DDR-
Bürger dorthin nur in den Ausnahmefällen reisen, die für
westeuropäische Länder auch galten. Da die DDR-Führung die
Streikbewegung und das politische Erstarken der
systemkritischen Gewerkschaft Solidarność mit größter Sorge
sah und ein Überschwappen auf die DDR befürchtete, wurden
im November 1980 Reisen nach Polen wieder stark erschwert,
notwendig war nun eine persönliche Einladung, die von den
polnischen Behörden auszustellen war. Im visafreien
Grenzverkehr beschränkten sich die Grenztruppen
beziehungsweise die Passkontrolleinheiten in den meisten
Fällen auf die Kontrolle der Personalausweise, während die
Zollorgane der DDR umso intensiver nach Ein- und Ausfuhren
verbotener Handelswaren suchten. Darunter fielen nicht nur die
üblichen Waffen-, Geld- oder Rauschgiftverbote, sondern auch
westliche Bücher, Zeitungen, Zeitschriften und sogar
Schallplatten.

Weitere Sicherheitskräfte

Das Wachregiment Feliks Dzierzynski war der militärische Arm


des Ministeriums für Staatssicherheit. Da das Regiment offiziell
nicht den Streitkräften angehörte, konnte es so trotz des
Viermächte-Status-bedingten Stationierungsverbots in Berlin
stationiert werden. Die Mannschaften bestanden aus
Wehrpflichtigen, die sich zu einem dreijährigen Wehrdienst
verpflichteten und „politisch zuverlässigen“ Familien
entstammten. Die Aufgaben umfasste unter anderem die
Sicherung von Staats- und Parteieinrichtungen auf dem Gebiet
Ost-Berlins sowie der Waldsiedlung bei Wandlitz, wo die
Partei- und Staatsführung wohnte. Die Personalstärke betrug in
den 1980er Jahren etwa 10.000 Mann.

Die Kasernierten Einheiten, zu denen die VP-Bereitschaften


(Bataillone) gehörten, waren eine militärische Gruppierung, die
nicht zu den Dienstzweigen der Volkspolizei (VP) gehörten,
aber in gleicher Weise dem Innenministerium unterstand
(Stellvertreter des Ministers und Leiter der Hauptabteilung
Bereitschaften/Kampfgruppen). Der Schwerpunkt ihrer
Ausrichtung Ende der 1960er Jahre, die Bekämpfung hinter der
Front operierender Diversions-Aufklärungsgruppen in
Kriegszeiten, verschob sich immer mehr zugunsten einer
Befähigung zur Aufgabenerfüllung bei der Beseitigung von
„Störungen der öffentlichen Ordnung und Sicherheit“. Die
Angehörigen waren Wehrpflichtige.

Die Kampfgruppen der Arbeiterklasse waren eine besondere


militärische Organisation, die hauptsächlich aus männlichen
SED-Mitgliedern bestand und in Betrieben, staatlichen
Einrichtungen, LPGs sowie Hoch- und Fachschulen organisiert
waren. Die Angehörigen nahmen in ihrer Freizeit mehrmals im
Jahr, meist an Freitagen oder Wochenenden, an militärischen
Übungen oder Schulungen in Uniform teil, die durch VP-
Offiziere angeleitet wurden. Die Kampfgruppen trugen so zur
Militarisierung der DDR-Gesellschaft bei. Im
Verteidigungszustand waren die Bezirkskampfkräfte zur
Eingliederung in die NVA-Verbände vorgesehen.

Der historisch wichtigste Einsatz der Kampfgruppen war die


Absicherung des Baus der Berliner Mauer 1961. Des Weiteren
wurden sie zum Beispiel zur Unterstützung der Volkspolizei
mobilisiert, wenn Sowjetsoldaten mit Munition fahnenflüchtig
waren. Präsenz zeigten die Kampfgruppen insbesondere bei den
jährlichen Paraden zum 1. Mai.

Als Polizei und Nachrichtendienste bestanden:

Ministerium für Staatssicherheit (MfS) (Nachrichtendienst


für In- und Ausland und „militärisches Organ“)
Hauptverwaltung Aufklärung (DDR-
Auslandnachrichtendienst und Teil des MfS, aber
mit einer separaten, über eine Hauptabteilung
hinausgehenden Struktur)
Verwaltung Aufklärung (militärischer Nachrichtendienst
der NVA)
Deutsche Volkspolizei inklusive Transportpolizei
Zollverwaltung der DDR

Wirtschaft
Die DDR-Wirtschaft wurde als Zentralverwaltungswirtschaft
nach sowjetischem Vorbild durch die Staatliche
Plankommission gesteuert. Neben den staatlichen
Großbetrieben, die meist in Kombinaten zusammengefasst
waren, sowie Genossenschaften existierte auch in der DDR ein
Mittelstand, der bis 1972 merklich zur Wirtschaftsleistung der
DDR beitrug.[94][95]

1949 trat ein


Zweijahresplan in Kraft,
1951 folgte der erste
Fünfjahresplan, um die
DDR-Wirtschaft nach
marxistisch-
leninistischer Ideologie
zu organisieren. Der
Wiederaufbau vollzog
sich in der DDR nicht
nur aufgrund der
angestrebten
Zentralplanwirtschaft
langsamer als in der
Bundesrepublik
Deutschland. Die vom
Krieg hart getroffene
UdSSR führte in der
sowjetisch besetzten Bodenschätze und Industriestandorte
Zone umfangreiche der DDR (Stand: August 1990)
Demontagen durch und
transportierte Material und Erzeugnisse in großem Umfang als
Reparationen ab. Auf Leistungen aus dem Marshallplan zum
Wiederaufbau Europas musste die DDR wie andere
Ostblockstaaten aufgrund sowjetischen Drucks verzichten.[96]
Ein weiterer Aspekt ungleicher Voraussetzungen war das
begrenzte Rohstoffvorkommen: Auf dem Territorium der DDR
gab es weder große Eisenerz- noch Steinkohlevorkommen. So
vollzog sich der Aufschwung Ost erheblich langsamer als im
Westen. Lebensmittel blieben in der DDR bis 1958 rationiert,
während man in der Bundesrepublik schon seit 1950 keine
Lebensmittelmarken mehr zum Einkaufen brauchte.

Gleichwohl gab Ulbricht 1958 das Ziel vor, dass innerhalb


weniger Jahre die Pro-Kopf-Versorgung der DDR-Bewohner
„mit allen wichtigen Lebensmitteln und Konsumgütern den Pro-
Kopf-Verbrauch der Gesamtbevölkerung in Westdeutschland
übertrifft.“[97] Maßstab sollten bald danach allerdings nicht
„irgendwelche“ Gebrauchsgüter oder „Schund“ westlicher
Machart sein, sondern Waren mit hohem Gebrauchswert, „die
schön und geschmackvoll sind, die der arbeitende Mensch mit
Freude kauft und benutzt.“[98] Die Schwierigkeiten, die sich aus
diesem Wettbewerbsaufruf für die DDR-Führung langfristig
ergaben, bilanzierte Hans-Werner Sinn dergestalt: „Mit
abenteuerlichen Statistiken haben die DDR-Behörden ihren
Arbeitern vorgerechnet, daß ihr Lebensstandard in vielen
Bereichen dem ihrer westlichen Kollegen gleiche […].“ Die
Hoffnungen, den Westen tatsächlich wirtschaftlich überholen zu
können, waren genährt von den Lehren Marx’, die langfristig
einen Zusammenbruch der kapitalistischen Produktionsweise
vorhersagen. Angesichts des wirtschaftlichen Aufstiegs der
Sowjetunion unter Stalin zu einer Weltmacht, erschien der
Ausgang des Wettlaufs beider Systeme damals noch offen.
Beispiele der anfänglich stalinistischen Wirtschaftsstrategie und
ihrer rücksichtslosen Durchsetzung sind die Fokussierung auf
die Schwerindustrie, die monumentale Gestaltung der
Stalinallee in Berlin sowie die blutige Niederschlagung der
Arbeiterproteste gegen die harten Normen. Fortan hütete sich
die SED davor, hohe Arbeitsleistungen zu erzwingen – die
Phase der Entstalinisierung ab Mitte der 1950er Jahre führte
unter anderem zu einer stärkeren Orientierung an den
unmittelbaren Bedürfnissen der Bevölkerung. Im Laufe der 60er
Jahre versiegte die Hoffnung, den Westen wirtschaftlich
mittelfristig überholen zu können. Die Devise Ulbrichts lautete
künftig „Überholen ohne einzuholen“.

Dennoch kann während der 1950er und 60er Jahre auch in der
DDR von einem deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung
gesprochen werden. Die Versorgung mit anspruchsvolleren
Konsumgütern verbesserte sich fortlaufend. So kamen auf 100
Haushalte 1960 3,2 Pkw, 1970 waren es bereits 15,6 Pkw. Die
Zahl der Fernsehgeräte erhöhte sich im gleichen Zeitraum von
18,5 auf 73,6, Kühlschränke von 6,1 auf 56,4 und
Waschmaschinen von 6,2 auf 53,6 Geräte pro 100
Haushalte.[99] Durch umfangreiche Wohnungsbauprogramme
konnte die Wohnsituation deutlich verbessert werden. Innerhalb
des Ostblocks hatte die DDR trotz Umverteilungen durch den
RGW den höchsten Lebensstandard und wurde seit den 1970er
Jahren zu den bedeutenden Industriestaaten weltweit
gezählt.[100] In der Ära des Kalten Krieges war die Lage im
Westen Orientierungsgrundlage sowohl für die Staatsführung
als auch für die Bevölkerung. Mit dem Tempo des
wirtschaftlichen Aufschwungs der Bundesrepublik konnte die
DDR zum Verdruss ihrer Bevölkerung jedoch von Anfang an
nicht mithalten.

Nach der Verstaatlichungskampagne von 1972 blieb die


Privatwirtschaft auf Kleinbetriebe wie Fleischereien,
Tischlereien etc. mit bis zu 10 Beschäftigten beschränkt, die
jedoch bezüglich Materialversorgung, Steuer- und Rechtslage
benachteiligt wurden und daher als wenig erfolgversprechend
galten.[101] Nach einigen Experimenten zur Verbesserung der
wirtschaftlichen Konkurrenzfähigkeit mit dem Ausland, war es
1970 zu einer Versorgungskrise im Inland gekommen.[102] Mit
Amtsantritt Erich Honeckers 1971 wurde unter der Losung
„Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“ versucht, durch
umfangreiche soziale Subventionen zu demonstrieren, dass man
dennoch der fortschrittlichere Staat sei. Die Wirtschaft wurde
wieder auf die Erfüllung der Konsumbedürfnisse der eigenen
Bevölkerung umorientiert, unter Hintanstellung der
internationalen Konkurrenzfähigkeit. So überwand man
tatsächlich die 1970 ausgebrochene Versorgungskrise und sah
den neuen politischen Kurs daher bestätigt. Mit seiner
Ablehnung von Honeckers Wirtschaftsstrategie behielt Ulbricht
teilweise Recht: Zur Finanzierung der stark erhöhten
Konsumtion, reduzierte Honecker den Anteil des
Investitionsvolumens im Staatshaushalt. Die Rate der
Akkumulation für produktive Investitionen ging von 16,1%
1970 auf 9,9% 1988 zurück.[103] Dies erwies sich als eine
verheerende Fehlentscheidung, die letztlich zur wirtschaftlichen
Erstarrung der DDR führte.[104]

Die vorhandenen Investitionsmittel wurden bei sträflicher


Vernachlässigung anderer Industriezweige[105] auf
Großprojekte wie etwa die Entwicklung der Mikroelektronik
konzentriert. „Zum Aufbau einer autarken mikroelektronischen
Industrie gab es für die DDR keine Alternative, wollte sie einen
vorderen Platz in der Gruppe der entwickelten Industrieländer
behaupten.“[106] Bedingt auch durch die ideologisch geprägte
Personalpolitik in Forschung und Entwicklung (vgl. Werner
Hartmann), konnte wegen der mangelnden Innovationsfähigkeit
der Zentralplanwirtschaft und der Kooperationsverweigerung
im RGW dem westlichen Technologie-Embargo des CoCom
nur ungenügend begegnet werden. Deshalb versuchte die SED
bei der Entwicklung der Mikroelektronik- und
Computerindustrie durch eine Strategie des „Nacherfindens“
diese technologischen Defizite unter breitem Einsatz
geheimdienstlicher Methoden durch das MfS zu beseitigen.
„Diese Strategie konnte den Rückstand zu den führenden
Herstellern der Welt prinzipiell nicht beseitigen, sondern
bestenfalls verringern. Letztlich aber hielten auch die
technischen Möglichkeiten der DDR, Produkte der Konkurrenz
zu kopieren, mit der rasanten Entwicklung nicht Schritt,
[…].“[106]

Innerhalb der DDR bestand ein historisch gewachsener


Unterschied zwischen dem stark industrialisierten Süden und
dem agrarisch geprägten Norden. Die staatliche Strukturpolitik
versuchte mit großem Aufwand, diesen Unterschied abzubauen,
etwa durch die Ansiedlung von Großkombinaten wie dem
Eisenhüttenkombinat Ost in Eisenhüttenstadt oder dem
Petrolchemischen Kombinat (PCK) in Schwedt. Zudem wurde
der Rostocker Hafen massiv ausgebaut und es entstanden
mehrere Großwerften entlang der Ostseeküste. Damit einher
ging eine Binnenwanderungsbewegung von den alten
Industriegebieten des Südens in die stark erweiterten Städte des
Nordens wie Neubrandenburg, Rostock oder Schwerin.

Das Warenangebot verblieb auf einem unverändert


unbefriedigendem Niveau. Technischen Innovationen oder
neuem Denken, wie etwa dem damals aufkommenden
Umweltbewusstsein, konnte nicht Rechnung getragen werden.
Die unflexible Mangelwirtschaft demoralisierte die
Bevölkerung und im Laufe der 80er Jahre sogar Teile der SED,
wie das sogenannte Schürer-Papier vom 30. Oktober 1989
belegt.[103] Die unter Honecker vernachlässigte Exportleistung
reichte längst nicht mehr aus, um die Importe zu decken. Im
geheimen Schürer-Papier wurden bei der Berechnung des
Schuldenstands die Guthaben der Außenhandelsunternehmen
der DDR KoKo aus Gründen der Geheimhaltung nicht
berücksichtigt, sodass eine weitaus höhere Verschuldung
angenommen wurde als tatsächlich vorhanden war.[107] Dies
bestätigte auch Schürer selbst in späteren
Veröffentlichungen.[108][109] Gegenüber dem
nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet betrug die
Nettoauslandsverschuldung 19,9 Mrd. DM.[110] Die
Devisenliquidität war 1989 nach den Zahlen der Bank für
Internationalen Zahlungsausgleich und der Bundesbank
tatsächlich vorhanden.[111] Gegenüber den Ländern des
sozialistischen Wirtschaftsgebiet erreichte die DDR 1989 eine
Netto-Gläubigerposition (Guthaben) von 6,0 Mrd.
Valutamark.[112] Hinzu kamen Verbindlichkeiten staatlicher
Betriebe gegenüber dem DDR-Staatshaushalt.

Die SED-Führung befürchtete selbst eine drohende


Zahlungsunfähigkeit nach den Erfahrungen der Liquiditätskrise
von 1982. Diese Krise wurde 1983 durch die von Schalck-
Golodkowski mit Strauß ausgehandelten Milliardenkredite
überwunden und stellte die Kreditwürdigkeit bei westlichen
Banken wieder her. Anschließend wurde nach dem Motto
„Liquidität geht vor Rentabilität“ die Zahlungsfähigkeit der
DDR gesichert. Ob die Wende durch die Gefahr einer akuten
Zahlungsunfähigkeit ausgelöst oder begleitet wurde, ist in der
Forschung umstritten. Nach Wolle stand das SED-Regime in
seinem letzten Jahr „kurz vor der Zahlungsunfähigkeit“.[113]
Dies wird bestritten von dem Historiker Armin Volze.[114] So
befand sich die DDR 1989 in einem abgewirtschafteten
Zustand, zur Produktivitätssteigerung oder zu Verbesserungen
des Warenangebots kaum noch in der Lage. Das
durchschnittliche Reallohnniveau der DDR-Bevölkerung betrug
allenfalls ein Drittel des Westniveaus.“[115]

Produktion
Der erste Fünfjahrplan von 1951 bis 1955 verfolgte
hauptsächlich das Ziel, die Kriegsfolgen zu beseitigen und die
Produktion speziell der Energiewirtschaft, der Schwer- und der
chemischen Industrie zu steigern. 1955 existierten in der DDR
noch über 13.000 Privatbetriebe, und in der Landwirtschaft war
die Kollektivierung erst 1960 abgeschlossen.

1957 erreichten die Produktionszahlen der DDR die doppelte


Höhe der vor dem Zweiten Weltkrieg auf diesem Gebiet
erbrachten Leistungen. Im selben Jahr wurden in der DDR
213 Mio. Tonnen Rohbraunkohle gefördert (50 Prozent der
Weltförderung), 32,7 Mrd. Kilowattstunden Strom und 2,9 Mio.
Tonnen Stahl (14-mal so viel wie noch 1947) produziert. In der
Chemieproduktion hatte die DDR weltweit die zweithöchste
Produktionsrate und war der größte Maschinenexporteur aller
Ostblockstaaten. Bis 1965 stieg die Industrieproduktion auf
etwa das Fünffache des Vorkriegsstandes.

Nationaleinkommen der DDR in Milliarden Mark der DDR


nach vergleichbaren Preisen (Basis 1985, S. 13):[7]

Gesellschaftliches Produziertes
Jahr
Gesamtprodukt Nationaleinkommen
1950 98,186 30,352
1960 240,271 79,379
1970 405,477 121,563
1980 655,212 193,644
1988 810,963 268,410

Einkommen und Konsum

Allgemein

Löhne und Preise


unterlagen in der Regel
der staatlichen
Festlegung. Manche
Konsumgüter, vor allem
Importartikel, waren in
der DDR durchgängig
Konsum-Dorfladen, 1960
knapp. Essentielle
Konsumgüter waren
meist ausreichend
vorhanden,
Produktvielfalt und
Auswahlmöglichkeiten
jedoch wesentlich
geringer im Vergleich
zur damaligen
Bundesrepublik. Mit
einem einheitlichen
Verkaufspreis Centrum-Warenhaus Suhl, 1969
subventioniert wurden
hauptsächlich Dinge des
täglichen Bedarfs. Technische Geräte und andere Waren, die
auch gegen Devisen exportiert werden konnten, waren dagegen
(an der Kaufkraft der
Bevölkerung gemessen) oft sehr
teuer. Ein Farbfernseher kostete
in den 1980er Jahren zwischen
3.500 und 6.900 Mark, während
ein Brötchen für fünf Pfennige
zu haben war. Bemerkenswert
ist, dass die meisten
Konsumgüter der DDR aus
eigener Herstellung stammten.
Juwel-Zigarettenpackung,
Allerdings wurden die besten
1988
Produkte oftmals exportiert und
standen der eigenen
Bevölkerung kaum oder gar nicht zur Verfügung. Ein wegen
der Bürgerproteste markantes Beispiel für die Knappheit von
Importwaren war die Kaffeekrise Ende der 1970er Jahre. Die
Parteiführung versuchte, Devisen durch Reduzierung des
Kaffeeimportes einzusparen. Wegen breiter Proteste in der
Bevölkerung mussten die Maßnahmen wieder verworfen
werden. In Ost-Berlin war das Warenangebot besser als in der
übrigen DDR.

Die Staatsführung propagierte von Anfang an absolute


Preisstabilität. Tatsächlich änderten sich die Preise der meisten
Waren über die Jahrzehnte kaum bis gar nicht. Das Einkommen
stieg dagegen kontinuierlich an. So verdiente ein einfacher
Fabrikarbeiter im Sachsenring-Werk 1960 6.586 Mark und
1989 16.237 Mark.[116] Da sich die Warenproduktion aber nicht
äquivalent dazu entwickelte, baute sich ein massiver
Kaufkraftüberhang auf.[117] Die Bevölkerung sparte ihr Geld
lieber, weil sie im verfügbaren Warenangebot keinen adäquaten
Gegenwert sah. Der hohe Zinssatz auf Spareinlagen von über
3 % verzerrte die Verhältnisse noch weiter. Der Staat sah sich
unfähig, das Problem zu lösen, da er die Spareinlagen der
Bevölkerung als Investitionskredite verwendete.[103] Hieran
zeigt sich die finanzpolitische Konzeptlosigkeit der DDR auf.
Mit den steigenden Gehältern bzw. den stabilen Preisen wurde
der Bevölkerung ein Wohlstand suggeriert, der nicht vorhanden
war.

Einkommen

Die Einkommen einer Verkäuferin (mit etwa 600–800 Mark),


eines Ingenieurs (etwa 500–1.200 Mark) und eines Bauarbeiters
(etwa 900–1.800 Mark) unterschieden sich in der Höhe und
damit auch im Sparpotenzial; die Einkommensschere klaffte
aber nicht so stark auseinander wie in den westlichen
Industrieländern. Gefragte Handwerker verdienten nicht selten
mindestens so gut wie leitende Ärzte. Die Einkommen stiegen
im Laufe der Jahrzehnte kontinuierlich an, vor allem die
Gehälter einfacher Fabrikarbeiter erhöhten sich teilweise
unproportional stark. So verdienten im Sachsenring-Werk der
80er Jahre einfache Produktionsarbeiter teilweise mehr Geld als
qualifizierte Meister und Diplomingenieure des Werkes.[116]
Die mittelständische Privatwirtschaft, wie sie bis Anfang der
1970er Jahre in der DDR existierte, ermöglichte es einzelnen
Personen, sich zum Millionär hochzuarbeiten. Dies gelang unter
anderem einem Dresdner Seifenhersteller. In der DDR der 70er
und 80er Jahre war dies infolge von Verstaatlichungen und
rechtlicher Einengung aber nicht mehr möglich.

Geld und Vermögen spielte in der DDR aufgrund der


sozialistisch regulierten Märkte eine weitaus geringere Rolle als
heute. Fragen des Wohlstands waren Fragen der sozialen
Stellung, der politischen Haltung, der privaten Beziehungen,
des Erfindergeistes und anderem mehr. Die höchsten
Parteikader genossen zwar erhöhten Wohlstand, lebten aber
nicht in Dekadenz. Geschichten von vergoldeten Wasserhähnen
in Wandlitz und dergleichen haben sich als unwahr
herausgestellt.

Geschäfte/Läden

Die gewöhnlichen Einkaufsläden waren der Konsum und die


HO. Vom Brötchen bis zum Moped war dort zumindest
theoretisch alles zu bekommen. Neben kleinen Geschäften gab
es größere Selbstbedienungsläden. Diese wurden als
„Kaufhalle“ bezeichnet – der Begriff „Supermarkt“ war in der
DDR ungebräuchlich. In größeren Städten wurden auch
Kaufhäuser errichtet, so genannte Centrum-Warenhäuser.
Grundnahrungsmittel waren zwar keine Mangelware, doch
blieb die Auswahl meist gering. Wer etwas Besonderes wollte,
war nicht selten auf gute Beziehungen zur Verkäuferin
angewiesen. So waren beispielsweise einfache Mifa-Fahrräder
problemlos zu bekommen, während Sporträder von Diamant
nur über Wartelisten und gute Kontakte erhältlich wurden.
Waren, die aus westlichem Ausland importiert werden mussten,
waren besonders rar. Dazu zählten diverse Südfrüchte, guter
Kaffee, Kakao usw. Manche Lebensmittel wie etwa Bananen
entwickelten sich zu Statussymbolen. Sie waren meist nur
Krankenhäusern, Kinderkrippen und Funktionären zugänglich
und kaum im regulären Verkauf zu bekommen. Während gute
Biere wie das Radeberger Exportbier sowie auch gute Weine
schwer zu bekommen waren, gab es ein umfangreiches
Angebot an Zigaretten. Die meisten der damaligen Marken wie
f6, Club, Cabinet, Juwel, Karo usw. haben im Osten nach wie
vor ihren festen Käuferkreis. Hochwertige Waren („Waren des
gehobenen Bedarfs“) wurden in speziellen Ladenketten zu
hohen Preisen angeboten: Lebensmittel in Delikat-Läden,
modische Kleidung vor allem in Exquisit-Läden. In der
Einzelhandelskette Intershop konnten seit 1962 Waren aus dem
„nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet“ oder aus
Gestattungsproduktion gegen konvertierbare Währungen, nicht
aber gegen Mark der DDR erworben werden. Baumärkte oder
Ähnliches gab es nicht. Der Vertrieb von Baumaterial lief eher
über Beziehungen und unter der Hand ab. Etwa ein Eigenheim
zu bauen scheiterte weniger am Kaufpreis des Grundstücks,
sondern vielmehr an der Verfügbarkeit von Baumaterial.
Elektronik und Medientechnik war in speziellen RFT-
Geschäften erhältlich.

Elektronik und Medientechnik

Elektronikartikel wie Radios, Kassettenrekorder, Stereoanlagen


und Fernsehgeräte stammten in der Regel aus landeseigener
Produktion von RFT. Diese Güter waren politisch als nicht
essentiell für jedermann eingestuft und hatten als Luxusgüter
entsprechend ihren Preis. Die Produktion von Computertechnik
erfolgte in den Kombinaten Robotron und Mikroelektronik
Erfurt. Ab Mitte der 80er Jahre wurden neben professionellen
Computern zwar auch Konsumgüter wie der Home-Computer
Robotron KC 87 produziert, aber bis zum Ende der DDR
blieben die Produktionszahlen solcher Geräte eher gering.

1989 waren lediglich 24,6 % der Bevölkerung mit einem


Telefonanschluss ausgestattet.[118] Bevorzugt erhielten Ärzte
einen privaten Telefonanschluss.
Verkehrsmittel

Etwa die Hälfte des Pkw-


Bestands machte in den
1970er/80er Jahren der
Trabant aus – der
Volkswagen der DDR,
gebaut in den VEB
Sachsenring
Automobilwerken
Zwickau. Ein
ausgereifter Kleinwagen,
der nach 1964 aber nur
noch im Detail
weiterentwickelt wurde. Der Trabant 601
Die Versorgung mit Pkw
spielte in der DDR keine
vordergründige Rolle.
Die Produktionsanlagen
liefen weitgehend auf
Verschleiß, Gewinne
wurden kaum bis gar
nicht reinvestiert. Ab
Ende der 1960er Jahre
entfernten sich die
Wartburg 353, Jahrgang 1984/1985
Fahrzeugmodelle
zunehmend vom
Weltstand. Hochmodernen Entwicklungen wie dem Trabant
603 (1966) wurde die Serienüberführung politisch verwehrt; so
entwickelte sich der Trabant zu einem Symbol für die erstarrte
Wirtschaft in der DDR. Der Ideologie der Preisstabilität folgend,
kostete er 1962 wie 1986 unverändert 7.850 Mark. Dies betraf
jedoch nur die Standard-Ausführung, die in den 80er Jahren nur
noch rund fünf Prozent Anteil an der Gesamtproduktion
hatte.[116] Für andere Ausstattungsvarianten war erheblich mehr
zu zahlen, das Spitzenmodell stellte der Universal S de Luxe
dar, der 1989 mit 15.000 Mark zu Buche schlug. Doch selbst
dieser Preis trug der hohen Nachfrage und dem gestiegenen
Einkommen der Bevölkerung nicht Rechnung: Entsprach ein
Trabant 1960 noch 10,8 Monatsgehältern, waren es 1980 nur
noch 5,7 (gemessen am durchschnittlichen
Haushaltseinkommen).[116] Trotz steigender Produktionszahlen
ließ sich dieser Kaufkraftüberhang nicht kompensieren – als
Folge daraus bauten sich immense Wartezeiten auf Neuwagen
auf: sie lagen für einen Trabant bei rund zehn Jahren. Allerdings
hatten in einer Familie oft alle über 18-jährigen
Familienangehörigen jeweils eine Bestellung laufen, sodass es
im Endeffekt realistisch war, alle vier bis sechs Jahre einen
Neuwagen pro Haushalt zu bekommen. Ganz ohne Wartezeit
ließen sich Pkw bei Bezahlung mit DM über Genex erwerben.
Ferner war es möglich, auf dem Schwarzmarkt Neuwagen zu
stark überhöhten Preisen zu kaufen. Für Neuwagen gab es
anfangs außer in Berlin keinen Fachverkauf – der Interessent
bestellte das Fahrzeug im örtlichen Konsum oder HO-
Betrieb,[119] und auch dort wurde es ihm übergeben. Bis zum
Ende der DDR änderte sich daran nur wenig. Den Vertrieb von
Importwagen organisierte im wesentlichen der VEB
Imperhandel. Trotz des Neuwagen-Mangels erhöhte sich der
Pkw-Bestand in der DDR kontinuierlich: Entfielen 1960 auf 100
Haushalte ca. 3,2 Pkw, waren es 1989 ca. 55[116] (zum
Vergleich: Westdeutschland 1988: 61). Möglich wurde dies,
weil die Pkw in der DDR nach Erreichen der Verschleißgrenze
nicht verschrottet, sondern einer Generalreparatur unterzogen
oder komplett neu aufgebaut wurden. Dies zog einen extrem
hohen Ersatzteilbedarf nach sich: Obwohl die
Ersatzteilproduktion exorbitante 30 Prozent der
Gesamtproduktion ausmachte, herrschte chronischer
Ersatzteilmangel. 80 Prozent aller Ersatzteile wurden für die
Grundinstandsetzung alter Gebrauchtwagen benötigt. Diese
aufwändigen Arbeiten belasteten wiederum die Werkstätten
übermäßig. Erhöhte Neuwagenproduktion hätte jedoch
wiederum die Ersatzteillage weiter verschärft – ein Teufelskreis,
aus dem die DDR bis zur Wende nicht herauskam. So kam es,
dass der Trabant eine mittlere Lebensdauer von 27,8 Jahren
erreichte (zum Vergleich Pkw in Westdeutschland: 12 Jahre;
Zahlen ermittelt 1985).[116] Pkw wurden in der DDR
vergleichsweise wenig gefahren, nicht zuletzt wegen des
Ersatzteilmangels. 1989 waren es durchschnittlich 9.300 km pro
Pkw pro Jahr (Dienstwagen und Taxis mit eingerechnet).

Der zweite weit verbreitete Pkw der DDR war der Wartburg aus
Eisenach. Auch er wurde seit Ende der 60er Jahre nur noch im
Detail weiterentwickelt. Er war größer, leiser und komfortabler
als der Trabant. Mit Neupreisen von 17.000 bis 21.000
Mark[120] kam er nur für Personen mit höherem Einkommen in
Frage. Nur ein kleiner Teil der Wartburg-Neuwagen erreichte
die DDR-Bevölkerung über konventionelle Wege. 1975
verteilte sich die Wartburg-Produktion von 54.050 Fahrzeugen
wie folgt: 34.250 in den Export, 8.941 für die eigene
Bevölkerung, 7.300 für Genex, 556 für Investträger, 3.003 für
staatliche Organe.[116] 1989 machte er 18 % des Pkw-Bestands
der DDR aus und war damit das zweithäufigste Pkw-Modell.

Trabant und Wartburg hatten Zweitaktmotoren, die zu der


berüchtigten, geruchsintensiven blauen Abgasfahne führten.
Nachdem die Entwicklung neuer Motoren politisch jahrelang
unterdrückt wurde, kam es 1984 nach dem Abschluss eines
Lizenzvertrags mit der VW AG zum Nachbau von
Viertaktmotoren. Ab 1988 im Wartburg 1.3 und 1990 im
Trabant 1.1, der optisch nur unwesentlich verändert vom Band
rollte, wurden diese VW-Motoren dann tatsächlich noch
verbaut. Bei der Gelegenheit gab man die Preisstabilität
endgültig auf und passte den Neuwagenpreis an die realen
Verhältnisse an. So kostete 1989 der billigste Wartburg 30.200
Mark statt bisher 16.950 Mark. Der Einbau dieser VW-Motoren
war technisch ein geradezu absurdes Vorhaben. Es wurde ohne
Rücksprache mit den Werksleitungen politisch so festgelegt,
und kann als ein Beispiel dafür stehen, wie die zentrale
Planwirtschaft der DDR zu schwerwiegenden wirtschaftlichen
Fehlentscheidungen führte. Die aufwändige Einpassung des
Motors verschlang in der Summe über 7 Mrd. Mark. 4 bis 5
Mrd. Mark hätte die vom Werk seit Jahren angestrebte
Eigenentwicklung des Motors einschließlich der Erneuerung
des gesamten Wartburgwerkes gekostet.[121]

Nicht ganz so sehr veraltet waren die verfügbaren Importwagen.


Die beliebten Škoda und Lada (AwtoWAS) machten jeweils
knapp 10 Prozent des Pkw-Bestands aus. Einige Importwagen
wie der Saporoshez oder Moskwitsch waren weniger beliebt
und infolgedessen ohne lange Wartezeit erhältlich. Weitere in
der DDR verbreitete Fahrzeuge waren der Dacia 1300, der
Zastava 1100, der Polski Fiat 125p sowie der Wolga. Einzelne
Typen westlicher Produktion wurden ebenfalls in begrenztem
Umfang für Ostmark verkauft, darunter VW Golf, Mazda 323
und Citroen GSA. Über Genex waren gegen Westmark weitere
Westfahrzeuge erhältlich. Funktionären vorbehalten waren
Typen wie Sachsenring P 240, Tatra, sowie diverse sowjetische
Luxuslimousinen, unter denen der Tschaika eine der
verbreitetsten war. Diese Fahrzeuge konnten in der Regel erst
als Gebrauchtwagen privat erworben werden.

Gebrauchtwagenverkauf war ausschließlich nicht-kommerziell


gestattet. Bis 1975 war der Wert des Fahrzeuges von einer
staatlichen Stelle zu schätzen. Ab 1976 durften die
Fahrzeugeigner den Verkaufspreis selbst bestimmen.[122] Dazu
wurden Tabellen zur Wertbestimmung ausgegeben, die sich
nach Fahrzeugtyp und Zustand richteten. In der Regel lagen die
tatsächlich gezahlten Preise wegen des Neuwagen-Mangels aber
deutlich höher. So wurde für einen sieben Jahre alten Trabant
etwa genauso viel gezahlt wie für einen neuen. Ein neuwertiger
Trabant ohne Wartezeit konnte das Dreifache des offiziellen
Neupreises erzielen.

Die Lkw-Produktion der DDR beschränkte sich im


Wesentlichen auf den Kleintransporter Barkas, den Drei-Tonner
Robur und den Fünf-Tonner W 50. Größere Lastkraftwagen
wurden aus anderen RGW-Staaten importiert, wie etwa Tatras
und Kamaz. Für den Fernverkehr wurden oftmals Volvos
eingesetzt. Der Mangel an Kleintransportern war besonders
akut, daran änderten auch Importe der polnischen Żuk, der
russischen UAZ 452 und der rumänischen TVs, genannt
Balkanziege, wenig. Zu Transportzwecken wurden daher
oftmals Pkw mit Lastanhängern genutzt. Multicar ist der einzige
Kfz-Hersteller der DDR, der noch heute existiert. Die kleinen
wendigen Mini-Lkw füllen eine bestehende Marktlücke.

Die DDR war ein Land der Zweiräder: Simson produzierte von
1955 bis 1990 über 5 Millionen Kleinkrafträder, die zum
Großteil im Inland verblieben. Die Zahl vermittelt – gemessen
an den 17 Millionen
Einwohnern – einen
Eindruck davon, wie
weit verbreitet Mopeds
damals waren. Dies hing
auch mit recht
freizügigen
Zulassungsrichtlinien
zusammen; eine kleine
Fahrprüfung reichte aus, MZ ETZ 251 von 1989
um mit 15 Jahren ein
60 km/h schnelles
Moped fahren zu dürfen.
Der Anschaffungspreis
von etwa 1.200 bis 2.400
Mark wurde nicht selten
zur Jugendweihe von
den Eltern vorgestreckt.
Hinzu kamen noch
einmal knapp 3
Millionen Motorräder
aus Zschopau von MZ. Simsonroller SR50, 1986–2002
Im Gegensatz zu den produziert
Personenkraftwagen
hinkten die Zweiräder
der DDR dem internationalen Stand nicht so weit hinterher,
auch in den 1980er Jahren gab es noch fortschrittliche Produkte
wie etwa das Simson SR50.

Freilich wurden auch sämtliche Fahrräder in der DDR selbst


hergestellt. Die wichtigsten Hersteller waren dabei Diamant[123]
und MIFA[124]. Erstere galten aufgrund ihrer internationalen
Rennradsporterfolge als angesehene Marke.

Der öffentliche Personenverkehr wurde stärker gefördert als der


Individualverkehr. Straßenbahnen wurden bis 1965 im Inland
von Mitgliedsbetrieben der LOWA wie der Gothaer
Waggonfabrik fabriziert, hernach wurden aber aufgrund von
RGW-Vorgaben Konstruktionen des Herstellers ČKD Tatra aus
der ČSSR importiert.[125] Busse wurden von den Ikarus-Werken
aus der Volksrepublik Ungarn bezogen. Die Fahrpreise in
öffentlichen Verkehrsmitteln waren extrem niedrig. Besonderer
Wert wurde im Gegensatz zur Verkehrsplanung der
Bundesrepublik auf den Ausbau eines umfangreichen
Straßenbahnnetzes gelegt. Exemplarisch ist dieser Unterschied
noch heute im Straßenbahnnetz Berlins zu erkennen. Bei der
Neuanlage von Wohnvierteln wurden breite Trassen für
Straßenbahnen in der DDR stets mit eingeplant. Beispielhaft
dafür ist das Berliner Neubaugebiet Marzahn-Hellersdorf. Der
Zugverkehr war ebenfalls sehr preiswert. Die Deutsche
Reichsbahn musste mit geringen Investitionsmitteln ein
vergleichsweise großes Streckennetz betreiben, der Zustand der
Wagen und Eisenbahnstrecken war insgesamt abgewirtschaftet.
Flugverkehr zu Urlaubszwecken war unüblich. Auch ferne Ziele
wie Bulgarien wurden in der Regel mit dem eigenen Auto oder
per Zug angesteuert. Vom Reisebüro der DDR wurden aber
auch Flugreisen angeboten.

Wohnen

Einen offenen Wohnungsmarkt gab es in der DDR nicht. Je


nach sozialer Stellung, ob verheiratet, wie viele Kinder usw.,
wurden Wohnungen zugeteilt. Individuelle Wünsche ließen sich
meist nur über vereinbarte Wohnungstauschs realisieren. Vor
allem als unverheirateter
Erwachsener ohne
Kinder war es
problematisch,
überhaupt eine eigene
Wohnung zu erhalten.
Die Kaltmiete für eine
Wohnung betrug je nach
Ausstattung meist etwa
30, seltener bis zu Mit dem staatlichen
120 Mark im Monat. Wohnungsbauprogramm von 1972
Dies ist, gemessen am wurde der Plattenbau zum
damaligen wichtigsten Neubautyp erhoben.

Durchschnittseinkommen, ausgesprochen wenig.

Die Kriegszerstörungen machten umfangreiche


Wohnungsbauprogramme erforderlich. Ab Anfang der 1970er
Jahre wurde mit der Plattenbautechnik eine maximale
Rationalisierung und Standardisierung des Wohnungsneubaus
erreicht. Ergebnis war der Aufbau etlicher Wohnkomplexe und
ganzer Stadtviertel in Plattenbauweise. Da der Bedarf neuer
Wohnungen immens war, zählte jede neue Wohnung, und
gestalterische Ansprüche an die Wohnkomplexe mussten
weitgehend zurückgesteckt werden. Trotz des umfangreichen
Wohnungsneubaus wurde selbst in den 80er Jahren keine
wirklich entspannte Wohnungssituation erreicht. Hauptgrund
war die grobe Vernachlässigung der Altbausubstanz; es gab
lange Wartezeiten auf Neubauwohnungen.[126] Ganze
Altbauviertel sollten abgerissen statt saniert werden, oft kam es
bis zur Wende weder zum einen noch zum anderen. In Ost-
Berlin ist in den 80er Jahren mit relativ aufwändigen
Altbausanierungen begonnen worden, Fakt ist jedoch, dass die
Altbausubstanz der DDR 1989 zum größten Teil bis zur
Baufälligkeit heruntergewirtschaftet war. Der Bedarf an
Bauleistungen überstieg somit „deutlich das in der DDR
effektiv erbrachte Bauaufkommen.“[127][128] Ernstzunehmende
Schätzungen stuften 1991 20 Prozent des Gebäudebestands als
„unrettbar“ ein.[129]

Die Wohnviertel waren weniger nach Einkommensgruppen


homogenisiert als heute in vielen westlichen Ländern und
wiesen großteils eine hohe soziale Durchmischung auf:
Angehörige verschiedener sozialer Schichten wohnten oft dicht
beieinander. Allerdings wurden die Parteinomenklatura und die
Mitarbeiter vieler Staatsorgane in bestimmten Wohngebieten
durch staatliche Wohnungszuteilungen konzentriert.

Der Bau von Einfamilienhäusern wurde zunächst wegen


Materialknappheit in nur engen Grenzen ermöglicht (es gab
zum Beispiel Vorschriften zur verbauten Menge an Steinen und
vorgeschriebene Haustypen in Abhängigkeit von der
Familiengröße), erfuhr aber wegen des anhaltenden
Wohnraummangels trotz staatlicher Bauprogramme vor allem
in den 1980er Jahren einen gewissen Aufschwung.

Medizinische Versorgung

Die Medizin war in der DDR umfassend ausgeprägt, jedoch


nicht immer auf höchstem Niveau. Insbesondere bei
Ausstattung und Arzneimittelversorgung konnte die DDR auch
aus Devisenmangel den international neuesten Stand nicht
überall gewährleisten. Versorgungs- und Ausstattungsmängel
zeigten sich in erhöhtem Maße bei Rentnern und
Pflegebedürftigen. Empfängnisverhütungsmittel („Pille“) waren
kostenlos zu haben, nicht aber Kondome. Die ambulante
medizinische Versorgung war zum großen Teil in Polikliniken
organisiert.

Reisen

Aus privaten Zwecken zu reisen, war aufgrund der


eingeschränkten Reisefreiheit vor allem im Inland möglich.
Insbesondere die Ostsee war ein hoch frequentiertes Reiseziel.
Auslandsreisen führten meist in die ČSSR, nach Ungarn oder
Bulgarien ans Schwarze Meer. Das westliche Ausland durfte
nur unter Angabe gewichtiger Gründe (z. B. runder Geburtstag
eines engen Verwandten im Westen) oder aus beruflichen
Gründen bereist werden. Ferner genossen Rentner grundsätzlich
Reisefreiheit, sofern kein Verdacht auf Wirtschaftsspionage
bestand.

Gescheiterte Wirtschaftsreformen

Als die in der Ära Ulbricht beschworenen Erwartungen, man


werde den Westen in der wirtschaftlichen Effizienz und beim
Konsumangebot einholen und übertreffen, sich am Ende der
1950er Jahre als Illusion entpuppten, suchte man die Ursachen
zunächst in einer „Überzentralisierung“. Der sollte mit dem
Neuen Ökonomischen System der Planung und Leitung der
Volkswirtschaft (NÖSPL) abgeholfen werden, das neue Impulse
und Messgrößen der Bedarfsermittlung und
Rentabilitätssteigerung vor Ort versprach. An eine Abkehr von
der parteigesteuerten Planwirtschaft war dabei ebenso wenig
gedacht wie an eine „sozialistische Marktwirtschaft“ nach
jugoslawischem Vorbild.

Nachdem das von Ulbricht geförderte Konzept der


zielgerichteten Förderung führender Industriezweige die in
Aussicht gestellten Erfolge nicht erbracht hatte, kam es unter
Honecker zu einem neuerlichen Zentralisierungsschub, bei dem
in der ersten Hälfte der 1970er Jahre die meisten der noch in
Privatbesitz verbliebenen Betriebe über aufgezwungene
Mehrheitsbeteiligungen verstaatlicht wurden: „Es blieb nur ein
kleiner privater Rest in Handwerk, Einzelhandel und
Gastronomie […].“[130]

Seit Ende der 1960er


Jahre wurden die bis
dahin zur
wirtschaftlichen
Vernetzung üblichen
Vereinigungen
Volkseigener Betriebe
zunehmend abgelöst
durch Kombinate, in
denen zu
Das Verwaltungsgebäude des
Kombinates Industrieglas Ilmenau,
ein typisches Beispiel für
Industriebauwerke dieser Zeit

Rationalisierungszwecken die Bereiche Produktion, Forschung,


Entwicklung und Absatz eines bestimmten VEB-Segments
zusammengefasst und mit einer einheitlichen Leitung versehen
wurden. Die damit häufig verbundene hohe Fertigungstiefe ging
auf Kosten einer stärkeren Arbeitsteilung, Effizienz und
Produktivität. Grundlegende Mängel konnten auf diesem Wege
nicht behoben werden.

„Denn in zahlreichen Betrieben gab es endlose


Verschleiß- und Reparaturprobleme, da die Mittel
für eine modernisierte Ausrüstung fehlten. Eine
verhängnisvolle Folge davon war die nicht
abreißende Serie von Unfällen, darunter viele mit
tödlichem Ausgang. Als weitere Folge stellte sich
ein drastischer Ausfall von Arbeitsstunden ein,
deren Zahl durch das häufige Ausbleiben von
Materiallieferungen noch vermehrt wurde.“[131]

Nicht nur die Industrieproduktion lag bereits in den 1970er


Jahren deutlich hinter den Erwartungen der Planer. So mussten
im Zeitraum von 1971 bis 1981 für rund 15 Milliarden
Valutamark Getreide und Futtermittel aus dem NSW importiert
werden, da die Landwirtschaft, u. a. wegen schlechter Ernten
(1969) und der weiteren Umgestaltung,[132] keine Überschüsse
mehr produzierte.[133] Ende der 1970er Jahre erfolgte eine
weitere Spezialisierung der Landwirtschaft. Die sowohl
horizontale als auch vertikale Integration[134] konnte bei
vergleichsweise hohem Personalbestand nur geringe positive
Skaleneffekte vorweisen. Diese Industrialisierung der
Landwirtschaft bewirkte zudem ökologische Nebenfolgen wie
Bodenerosion, hohes Gülleaufkommen und
Grundwasserbelastung. Dabei litten die landwirtschaftlichen
Betriebe ebenso wie die Kombinate an Kapital- und
Investitionsmangel; verschlissene Anlagen konnten nur
schleppend ersetzt werden, da landwirtschaftliche Maschinen
ein wichtiges Exportgut waren. Im Systemvergleich der
Agrarproduktion zeigte sich, dass in der DDR die Anreize eines
funktionierenden Kapitalmarktes genauso fehlten wie aufgrund
der hoch subventionierten Grundnahrungsmittel Preissignale am
Nachfragemarkt.[135]

Mit der auf dem VIII. Parteitag der SED 1971 beschlossenen
Neuausrichtung zur „Einheit von Wirtschafts- und
Sozialpolitik“ stellte Honecker bereits zu Beginn seiner
Amtszeit die Weichen für ein kostenintensives Programm
erweiterter Konsumangebote und sozialer Leistungen,[136] die
den Staatshaushalt der DDR auf Dauer teuer zu stehen kamen
und die Staatsverschuldung fortlaufend in die Höhe trieben. Der
Schürer-Bericht vom Oktober 1989 zog die Bilanz dieser
Entwicklung:

„Im Zeitraum seit dem VIII. Parteitag (1971) wuchs


insgesamt der Verbrauch schneller als die eigenen
Leistungen. Es wurde mehr verbraucht als aus
eigener Produktion erwirtschaftet wurde zu Lasten
der Verschuldung im NSW, die sich von
2 Mrd. VM 1970 auf 49 Mrd. VM 1989 erhöht hat.
Das bedeutet, daß die Sozialpolitik seit dem
VIII. Parteitag nicht in vollem Umfang auf eigenen
Leistungen beruht, sondern zu einer wachsenden
Verschuldung im NSW führte.“[103]

Die erste Ölkrise in den 1970er Jahren traf die DDR-Wirtschaft


nicht unmittelbar. Anfangs profitierte die DDR sogar von der
verzögerten Anpassung der Ölpreiserhöhungen im RGW-
Handel, da sie über die Veredlung sowjetischen Erdöls mehr
Devisen im Westen erwirtschaften konnte. In diese Zeit fallen
auch die stärkste Wirtschaftsleistung der DDR sowie wichtige
außenpolitische Erfolge und internationale Anerkennung.
Zugleich wuchsen die Ausgaben für Honeckers Sozialpolitik ab
1972 ungleich stärker als das Nationaleinkommen. Als die
Sowjetunion wegen eigener wirtschaftlicher Probleme dann
1981/82 ihre Rohöl-Liefermengen zu Vorzugspreisen von 19
auf 17 Mio. Tonnen verminderte, war die DDR wieder
zunehmend auf die heimische Braunkohle angewiesen: eine
zusätzliche Umweltbelastung.

Der wachsenden Devisennot suchte man durch


Devisenbeschaffungsmaßnahmen beizukommen, etwa durch
die Förderung von Außenhandelsbetrieben, durch Intershops
und durch die Einnahmenerhöhung aus dem westlichen DDR-
Besuchern aufgezwungenen Mindestumtausch. Dabei ging die
Exportförderung zunehmend auf Kosten des inländischen
Angebots an Konsumgütern und zu Lasten der betrieblichen
Modernisierungsinvestitionen. Einen Sonderzweig der
Devisenbewirtschaftung bildete der Bereich Kommerzielle
Koordinierung, der von Schalck-Golodkowski geleitet wurde
und spezielle Verbindungen zum westlichen Ausland unterhielt.
Die Aktivitäten erstreckten sich auf verschiedenste Felder. Man
enteignete Kunst- und Antiquitätenbesitzer in der DDR und
verkaufte die Sammlungsgegenstände im Westen. Weitere
Deviseneinnahmen wurden aus dem Handel mit Blutspenden
erzielt, zu denen DDR-Bewohner aus Solidarität mit
auswärtigen Befreiungsbewegungen angehalten wurden.[137]
Selbst die Lagerung und Entsorgung von westdeutschem Müll
und Giftstoffen auf DDR-Gebiet wurde gegen Devisen
ermöglicht. Als besonders einträglich in diesem Sinne erwies
sich nicht zuletzt der Häftlingsfreikauf, bei dem die
Bundesrepublik Deutschland der DDR für die Freilassung und
Übersiedlung regimekritischer Häftlinge erkleckliche Summen
zahlte. Im Zeitraum zwischen 1964 und 1989 wurden für
insgesamt 33.755 Häftlinge mehr als 3,4 Milliarden DM
aufgebracht.[138] Auch Rüstungsexporte, etwa nach Afrika und
in den Mittleren Osten wurden zur Devisenbeschaffung
eingesetzt.[139]

Besondere Anstrengungen unternahm die DDR-Führung ab


1977 beim Aufbau einer eigenen Mikroelektronikindustrie mit
militärischem Anwendungsschwerpunkt, in die man bis 1990
etwa 15 Milliarden DDR-Mark investierte.[140] Die Sowjetunion
nahm aber die Rüstungsprodukte ab Mitte der 1980er Jahre
nicht mehr ab, und die Umstellung auf rein zivile Produktion
führte wegen boykottbedingter mangelnder Verfügbarkeit
westlicher Basistechnologien zu absurden Kostenstrukturen.

Auch bei dem zentralen sozialpolitischen Vorhaben der


Wohnraumschaffung blieb die DDR-Führung hinter den
gesetzten Zielen deutlich zurück. Die Zahlenangaben etwa bei
der Übergabe 1984 der zweimillionsten Neubauwohnung seit
Beginn des Wohnungsbauprogramms 1971 sowie der
dreimillionsten Wohnung durch Honecker 1988 waren
gefälscht. In Wirklichkeit waren nur etwa zwei Drittel der
besagten Neubauwohnungen geschaffen worden, während
gleichzeitig die Substanz der Altbauten in Städten und Dörfern
unsaniert mehr und mehr verfiel.[141]

Die staatlichen Investitionsprogramme konnten ein immer


weiteres Zurückfallen der DDR-Wirtschaft hinter den
technischen Fortschritt nicht verhindern.[142] Negativ wirkte
sich hierbei vor allem die Ineffektivität der Planwirtschaft[143]
sowie die Innovationsschwäche der DDR-Wirtschaft[144] aus.
Alle wirtschaftlichen Reformbemühungen, die seit der Ära
Ulbricht dem Überholen der Bundesrepublik gegolten hatten,
blieben vergeblich. Der Vergleichswert in Bezug auf das reale
Bruttoinlandsprodukt je Einwohner, das 1950 in der DDR noch
bei 50 Prozent im Verhältnis zur Bundesrepublik gelegen hatte,
lag 1985 nur mehr bei 36 Prozent. Am Ende betrug der
Modernisierungsrückstand der DDR-Wirtschaft im
innerdeutschen Vergleich laut Klaus Schroeder mindestens 20
Jahre.[145] Unmittelbar vor seiner Absetzbewegung nach
Westdeutschland prophezeite Schalck-Golodkowski dem
Vorsitzenden der SED-Parteikontrollkommission, Werner
Eberlein, Anfang Dezember 1989 brieflich, dass zum
Jahresende oder bald danach die Zahlungsunfähigkeit der DDR
eintreten werde.[146] Die tatsächliche Auslandsverschuldung
war der Wirtschaftsführung aufgrund der DDR-internen
Informationsverschleierung nicht bekannt. Wegen geheim
gehaltener Außenstände und Devisenreserven, die unter
anderem vom Bereich Kommerzielle Koordinierung angelegt
worden waren, wurde sie von Schürer seinerzeit deutlich zu
hoch angesetzt.[147]

Auch die finanzielle Ausstattung der Betriebe war in den 1980er


Jahren zunehmend ungünstig.[148] Honeckers
‘Konsumsozialismus’[149] hatte die Gewinne der Betriebe
großzügig in den Staatshaushalt eingestellt und ihnen
Investitionen, einschließlich solcher für betriebsfremde
Leistungen wie z. B. FDGB-Ferienheime,[150] als Kredite in
Rechnung gestellt.[151][152] So beliefen sich die Schulden der
volkseigenen Betriebe bei der Staatsbank 1989 auf 260
Milliarden Mark.[153] Zudem führte steigender
Reparaturaufwand zu sinkenden Ersatzinvestitionen und daher
zu Kapitalverschleiß.[154] Weitere betriebsfremde Leistungen
wie Betriebskampfgruppen (KG) und
Betriebsparteiorganisationen (BPO) blähten die Verwaltungen
unnötig auf und belasteten die Betriebe zusätzlich. Ein
selbsttragender Aufschwung in der DDR wäre daher nur mit
extremer Konsumeinschränkung möglich gewesen.

„Der ökonomische Kollaps deutete sich 1981 an


und wurde 1983 offensichtlich. […] Ohne die
Wiedervereinigung wäre die DDR einer
ökonomischen Katastrophe mit unabsehbaren
sozialen Folgen entgegengegangen, weil sie auf
Dauer allein nicht überlebensfähig war. […] Die
DDR-Industrie wäre niemals aus eigener Kraft
wieder auf die Beine gekommen.“[155]

Arbeits- und Sozialrecht

Typisch für sozialistische Gesellschaften war die Regelung


eines einheitlichen Arbeitsrechts. Es basierte auf Rechten und
Pflichten des Individuums gegenüber der Gesellschaft (nicht
also auf Vertragsfreiheit etwa im Sinne des BGB); siehe hierzu
das Arbeitsrecht in der DDR.

Die Sozialversicherung, einschließlich der Kranken- und


Rentenversicherung, oblag für Arbeiter und Angestellte als
einheitliche Pflichtversicherung der Sozialversicherung des
FDGB sowie für selbstständige Unternehmer der Staatlichen
Versicherung der DDR.

Außenhandel
Die DDR war als
hochindustrialisiertes
Land auf den Import
diverser Waren,
Nahrungsgüter und
Rohstoffe angewiesen.
Die Mark der DDR war
nicht konvertierbar, das
heißt nicht umtauschbar
in andere Währungen Multicar: 70 % der Produktion
außerhalb der DDR. wurden exportiert
Einkäufe auf dem
Weltmarkt musste die
DDR über
Tauschgeschäfte oder
selbst erwirtschaftete
Devisen tätigen, indem
sie etwas gegen
konvertierbare
Währungen, z. B. US-
Dollar, verkaufen
musste. Sie erzielte dabei
zunehmende MZ Motorrad
Außenhandelsvolumina
(Angaben in Milliarden
Valutamark, effektive Preise):[7]

Außenhandels- davon in davon in davon in


Jahr umsatz sozialistische Entwicklungs- kapitalistisc
gesamt Länder länder Industrieländ
1950 3,678 2,660 0,014
1960 18,487 13,799 0,791
1970 39,597 28,340 1,601
1980 120,101 79,810 7,331 32,9

1988 177,337 122,549 5,889 48,8

Eines der Hauptprobleme der DDR-Volkswirtschaft war, dass


Exporte in das „nichtsozialistische Ausland“ (NSW) mit
enormem Aufwand subventioniert werden mussten. So
verdoppelte sich zwischen 1980 und 1988 der Exportaufwand,
da einerseits die Grund- und Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt
stark angestiegen waren und andererseits in die eigene
Volkswirtschaft nicht ausreichend investiert wurde. Der
Produktivitätsabstand zwischen Westeuropa und der DDR
wuchs weiter an. Zudem hatte die DM (= Valutamark) in der
Zwischenzeit gegenüber dem US-Dollar stark aufgewertet.[156]

Die wichtigsten Außenhandelspartner waren die Sowjetunion


und die Bundesrepublik. Die vergleichsweise kleine DDR war
mit einem Anteil von 11 Prozent am Außenhandel der
Sowjetunion deren größter Handelspartner. Umgekehrt betrug
der sowjetische Anteil am DDR-Außenhandel 40 Prozent. Der
Warenaustausch mit der Sowjetunion wuchs von 1,5 Milliarden
Valutamark (1950) über 7,9 Milliarden Valutamark (1960) und
erreichte im Jahr 1987 einen Wert von 71 Milliarden
Valutamark. Während in den ersten Jahren nach dem Zweiten
Weltkrieg noch Reparationsleistungen darunter fielen,
entwickelte sich bald unabhängig davon ein reger
Warenaustausch. Der gründete sich auf die industrielle
Leistungsfähigkeit wie auch auf den Rohstoffbedarf der DDR;
denn diese war z. B. im geteilten Deutschland von
Steinkohlelieferungen aus dem Ruhrgebiet und dem früheren
Oberschlesien abgeschnitten und musste diese mit Hilfe des von
Georg Bilkenroth entwickelten Verfahrens der
Braunkohlenhochtemperaturvergasung ersetzen. Die DDR war
im RGW – neben der heimischen Braunkohle – vor allem auf
Erdöl aus der UdSSR als Basis ihrer Energiewirtschaft und
chemischen Industrie angewiesen. Die Sowjetunion ihrerseits
hatte einen bedeutenden Bedarf an Industrie-, Konsum- und
(auch militärischen) Elektronikgütern.

Mit dem Beitritt der DDR in den RGW im Herbst 1950 wurde
versucht, die Volkswirtschaften der Mitgliedsländer arbeitsteilig
zu koordinieren und durch wechselseitige Spezialisierung und
Kooperation Mangelerscheinungen zu beseitigen. Die DDR-
Wirtschaft hatte unter anderem die Aufgabe, den
Industrialisierungsbedarf der Sowjetunion zu decken. Dies
betraf die Infrastruktur, landwirtschaftliche Maschinen und
Transportausrüstungen, Schiffe, Reisezugwagen,
Werkzeugmaschinen und Krane. Darüber hinaus lieferte die
DDR über die dafür gegründete Wismut AG Uranpechblende in
die UdSSR, die für die Atomwaffenproduktion eingesetzt
wurde. Der 1983 gefasste Entschluss, im Rahmen der
sogenannten Mikroelektronikinitiative, die Militärindustrie und
Rüstungsexporte erheblich zu erweitern, kam aufgrund der
Politik Gorbatschows nicht mehr zum Tragen.

15 Prozent des DDR-Außenhandelsvolumens wurden zollfrei


im sogenannten Interzonenhandel mit der Bundesrepublik
abgewickelt und getauscht. Die DDR ermöglichte damit
Technologietransfer aus dem Westen in die Sowjetunion und
konnte indirekt auch auf den westeuropäischen Markt
zugreifen. An diesen zum Teil illegalen Einfuhren, die auch
rüstungsrelevante Güter beinhalteten und westliche
Embargobestimmungen umgingen, waren der Bereich
Kommerzielle Koordinierung und das MfS ebenso beteiligt wie
an Ausfuhren in die Bundesrepublik.[157] Der Handel mit
Westdeutschland bot der DDR beachtliche Exportchancen. Auf
diesem Weg konnte sie Waren aus eigener Produktion und aus
anderen sozialistischen Staaten, entgegen dem
Handelsabkommen mit Westdeutschland (Berliner
Abkommen/Ursprungslandbindung), präferiert in die
Bundesrepublik Deutschland und in EWG-Partnerstaaten der
Bundesrepublik liefern. Dabei bediente sie sich illegaler
Methoden, wie Schmuggel, Fälschung von
Ursprungszeugnissen usw.[158] Dadurch entstand eine paradoxe
Situation. Einerseits propagierte die SED die Zugehörigkeit der
DDR zum RGW, dessen herausragende Bedeutung sowie die
Überlegenheit des planwirtschaftlichen Systems gegenüber dem
Kapitalismus. Andererseits förderte sie insgeheim ihren
Westhandel, vor allem jedoch den lukrativen innerdeutschen
Handel. Um diesen „Spagat zwischen Ökonomie und
propagierter Ideologie“[159] zu verschleiern und sich vor einer
Maßregelung durch die UdSSR zu schützen, gab die DDR ihre
Umsätze im Handel mit der Bundesrepublik zu niedrig an.[160]
In den 1970er Jahren profitierte die DDR durch ihre
Westverbindungen erheblich vom Zwischenhandel mit
sowjetischem Rohöl und davon abgeleiteten Chemierohstoffen
und Treibstoff. Zu den knappen und für die Verbraucher relativ
teuren Importgütern gehörte Kaffee. Die Einstellung der
sowjetischen Kaffeelieferungen 1954 führte zu einer der ersten
DDR-Versorgungskrisen, wodurch Kaffee bis in die 1970er
Jahre zu einem der wichtigsten Posten im Budget vieler DDR-
Haushalte wurde. Eine Stütze der Kaffeeversorgung für DDR-
Bewohner mit persönlichen Verbindungen in die
Bundesrepublik waren über lange Zeit die entsprechend
bestückten „Westpakete“. Der durch Missernten ausgelöste
Anstieg der Weltmarktpreise 1977 bewirkte in der DDR ein
merklich verringertes Kaffeeangebot. Drastische
Preiserhöhungen und der schließlich gescheiterte Versuch, der
Bevölkerung ersatzkaffeehaltige Kaffeemischungen
schmackhaft zu machen (→ Kaffeekrise in der DDR), führten
zu breiten und ungewohnt heftigen Protesten der Bevölkerung
und zu einem erheblichen Gesichtsverlust der politischen
Führung, die zuletzt doch wieder in den Kaffeehandel zu
Weltmarktkonditionen einstieg.[161]

Technik und
Wissenschaft
→ Hauptartikel: Wissenschaft
und Technik in der DDR

Als Industrieland versuchte die


DDR sich auf vielen
industriellen und technischen
Gebieten vom Westen
unabhängig zu machen und ihre
technischen Aufgaben im
Rahmen des RGW und der Manfred von Ardenne auf
„sozialistischen Integration“ zu
der Volkskammertagung
erfüllen. Eine wesentliche Rolle
1986
spielten dabei Wissenschaftler
und Techniker der DDR.
Bekannte Namen in diesem Bereich sind zum Beispiel der
Erfinder Manfred von Ardenne, der Kosmonaut Sigmund Jähn
und der Molekularbiologe Jens Reich. Auf einigen Gebieten
waren beachtliche Erfolge zu verzeichnen. Die Forschung und
Wissenschaft in der DDR war vornehmlich
anwendungsorientiert und praxisbezogen.

Siehe auch: Liste von Wissenschaftlern, Technikern, Erfindern


und Forschern der DDR

Verkehr
Straße
→ Hauptartikel: Straßen in der DDR

Eisenbahn

→ Hauptartikel: Deutsche Reichsbahn (1945–1993)

Luftfahrt

→ Hauptartikel: Interflug

Kultur, Bildung, Sport


Kultur und Bildungswesen in der DDR wurden im Sinne der
Staatsdoktrin intensiv gefördert und stark reglementiert. Die
Verfassung von 1968 propagierte eine sozialistische Kultur, das
kulturvolle Leben der Werktätigen und eine enge Verbindung
der Kulturschaffenden mit dem Leben des Volkes.
„Körperkultur, Sport und Touristik als Elemente der
sozialistischen Kultur dienen der allseitigen körperlichen und
geistigen Entwicklung der Bürger.“[162]

Abseits des offiziellen DDR-Kulturbetriebs entstanden jedoch


auch Subkulturen, die der staatlichen Zensur nur eingeschränkt
zugänglich waren.[163] In privaten Zirkeln organisiert, boten sie
Rückzugs- und Entfaltungsräume, die für das DDR-
Alltagsleben teilweise den Eindruck einer Nischengesellschaft
entstehen ließen.[164]

Kultur

→ Hauptartikel: Kultur in der DDR

In dem von der SED


stark gelenkten
Kulturleben der DDR
sind während der vier
Jahrzehnte ihres
Bestehens mehrere
Richtungswechsel
eingetreten, die mal
Phasen der Öffnung,
dann wieder solche Ausschnitt aus dem Buntglasfenster
rigider Bevormundung im Berliner Staatsratsgebäude
einleiteten. In Zeiten der
Sowjetischen Besatzungszone ging es noch hauptsächlich um
die Überwindung der „faschistischen Barbarei“, der man den
Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands
(KB) entgegensetzte. Mit dem Aufbau des Sozialismus wurde
auf kulturellem Gebiet ein Sozialistischer Realismus
eingefordert, der
„wahrheitsgetreue,
historisch konkrete
Darstellung der
Wirklichkeit in ihrer
revolutionären
Entwicklung“ zum Ziel
haben sollte.[165] Der
1958 begonnene
Bitterfelder Weg stellte Semperoper, 1960
eine besonders breit
angelegte Form der
Zielannäherung dar, indem sich gemäß der Parole: „Greif zur
Feder, Kumpel, die sozialistische Nationalkultur braucht dich!“,
eine kulturpolitische Massenbewegung der Arbeiterklasse nach
Ulbrichts Vorgaben auch literarisch ans Werk machen sollte.
Namengebend für diese Ausrichtung war der Bezug zu den der
SED-Führung seinerzeit besonders wichtigen DDR-
Chemiestandorten um Bitterfeld, deren Arbeitswelt nun von den
Werksarbeitern selbst im sozialistischen Geist dargestellt
werden sollte. Da die Ergebnisse der Kampagne den
Erwartungen qualitativ nicht entsprachen, distanzierten sich die
DDR-Verantwortlichen später wieder von dem Ansatz, die
sozialistische Kunst und Literatur von den Werktätigen selbst
hervorbringen zu lassen.[166] In der DDR-Spätphase der 1980er
Jahre wurden die Bewahrung und die Auseinandersetzung mit
dem bürgerlich-humanistischen Erbe kulturpolitisch
aufgewertet, etwa im Zusammenhang mit dem Lutherjahr
1983[167] oder mit der 750-Jahr-Feier Berlins 1987.

Gab es 1957 allein 86 Theater, 40 Sinfonieorchester, 11.092


Bibliotheken, 284 Heimat-, Kunst- und Naturkundemuseen, 803
Kulturhäuser, 451 Klubhäuser, 6 hauptberufliche
Volkskunstensembles und 3078 Kinos, so zählte man 1988
18.505 staatliche, Gewerkschafts- und wissenschaftliche
Bibliotheken, 1.838 Kultur- und Klubhäuser, 962 Jugendklubs,
111 Musikschulen, 213 Theater, 88 Orchester, 808 Kinos, 10
Kabaretts, 741 Museen und 117 zoologische oder
Heimattiergärten.[168] Die berühmte, im Zweiten Weltkrieg
zerstörte Dresdner Semperoper konnte im Jahr 1985
wiedereröffnet werden. Als Besonderheit der DDR-Kultur ist
das breite Spektrum an Deutschrock-Bands zu werten. Die
Skala reichte von ausgesprochenen „Staatsrockern“ wie den
Puhdys bis hin zu kritischen Bands wie Silly und Renft. Einige
Formationen wie Karat oder City feierten auch international
Erfolge. (Siehe auch: Musik der DDR)

Die Auftragskunst der DDR und fast sämtliche im Staatsbesitz


befindlichen Kunstwerke der DDR wurden kurz vor der
Wiedervereinigung vom letzten Kulturminister der DDR
Herbert Schirmer aus allen Städten, volkseigenen Betrieben,
Schulen, Kulturhäusern, Pionierhäusern, Klubs etc. eingezogen
und in die Burg Beeskow gebracht. Es waren 23.000 Werke,
bestehend aus 1500 Gemälden, 12.000 Grafiken, 2000
Zeichnungen, aus Fotos, Plakaten, Plastiken, und
Gastgeschenken an staatliche Stellen und Betriebe. Seitdem
wurden diese Werke vom Kunstarchiv Beeskow verwaltet, das
damit regelmäßig Ausstellungen zusammenstellt.

Jugendkulturen

→ Hauptartikel: Jugendkultur in der DDR

„Die Entwicklung der jungen Menschen zu sozialistischen


Persönlichkeiten ist
Bestandteil der
Staatspolitik der
Deutschen
Demokratischen
Republik und der
gesamten Tätigkeit der
sozialistischen
Staatsmacht.“[169]
Solche gesetzlichen
Vorgaben, die in allen
staatlichen
Einrichtungen zu Betriebsdisko, 1977
beachten und
umzusetzen waren,
stellten hohe
Erwartungen an das
systemkonforme
Verhalten von
Jugendlichen, die aber,
durch westliche Medien
vermittelt, auch von
Rock- und Beatmusik
sowie von der Popkultur
beeinflusst wurden.

Die an der bündischen


Jugendbewegung und Betriebs-Singegruppe, 1978
den politischen
Jugendorganisationen zu Beginn des Jahrhunderts orientierte
Freie Deutsche Jugend (FDJ) knüpfte an Jugenderfahrungen der
DDR-Führungsschicht an, die von den DDR-Jugendlichen der
1960er Jahre jedoch nur
noch teilweise
angenommen wurde. Als
die Repressionen im
Anschluss an den
Mauerbau einer Phase
neuer Werbung der SED
um Zustimmung in der
Bevölkerung wichen,
wurden vorübergehend
auch die aus dem Westen
importierten
Musikangebote und
Tanzformen offiziell
toleriert und gefördert.
1964 wurde das DDR-
Jugendradio DT64
gegründet, das auch im
Westen Anhänger fand.
Nach dem Aufleben
einer DDR-eigenen
Beatbewegung mit
Gruppen wie den
Sputniks, den Butlers
und dem Diana Show
Quartett reagierte die
DDR-Führung seit Ende Struktur des Schulsystems der DDR
1965 wieder entschieden 1989
abwehrend auf die neue
Entwicklung. Es kam zu
strengen Kontrollen, Auflagen und Verboten, die zur Leipziger
Beatdemo führten. Bekannt wurde Walter Ulbrichts Aussage
„Ist es denn wirklich so, dass wir jeden Dreck, der vom Westen
kommt, nu kopieren müssen? Ich denke, Genossen, mit der
Monotonie des Je-Je-Je, und wie das alles heißt, ja, sollte man
doch Schluss machen.“

Für die DDR-Jugendkultur bedeutsame Filme waren unter


anderen „Die Legende von Paul und Paula“ und „Heißer
Sommer“ Ende der 1960er Jahre. Anfang der 1970er Jahre
wurde Ulrich Plenzdorfs Text Die neuen Leiden des jungen W.
zu einem Dokument einer DDR-spezifischen Außenseiterkultur.
Durch das Festival der Jugend und andere der SED genehme
Veranstaltungen in der Bundesrepublik kamen Bands wie die
Puhdys, Karat und Pankow, die Singebewegung und die DDR-
spezifische Liedermacherkultur zu Westerfahrungen, die
Wechselwirkungen begünstigten. Die Ausbürgerung Wolf
Biermanns 1976 führte zu einer von zahlreichen DDR-Literaten
und Künstlern getragenen Protesthaltung gegen die SED-
Oberen: ein neuerlicher Bruch in der kulturellen Entwicklung
der DDR. Es folgte ein Exodus vieler prominenter Künstler, wie
z. B. Manfred Krug oder Nina Hagen.

Nonkonformistische Jugendliche waren in der DDR dauernden


Repressionen unterworfen.[170] Ab Mitte der 1970er Jahre
engagierten sich daher zunehmend Jugendliche aus der Blueser-
oder Kundenszene innerhalb der kirchlichen Jugendarbeit,
später auch die Punks in der DDR, weil es hier
Gestaltungsmöglichkeiten abseits von staatlicher Kontrolle gab:
offene Gespräche, geeignete Räumlichkeiten, Konzerte in der
DDR verbotener Bands. Zu Höhepunkten in diesem Rahmen
wurden die Blues-Messen in Ost–Berliner Kirchen mit bis zu
7000 Teilnehmern (24. Juni 1983) dar, darunter auch Publikum
aus West-Berlin.
Seit etwa 1985 entstand die Grufti-Bewegung.[171] Parallel dazu
machten sich Die anderen Bands auf den Weg, um eine Musik–
und Jugendkultur zwischen Punk-, New-Wave-, Indierock- oder
Metal unabhängig von staatlicher Lenkung zu etablieren.

Mitte der 1980er Jahre gab es in allen ostdeutschen Großstädten


Skinhead-Gruppen. Rechtsextreme Jugendliche sammelten sich
unter anderem im Umfeld einiger Fußballclubs.[172]

Bildungswesen

→ Hauptartikel: Bildungssystem in der DDR

1957 gab es in der DDR 10.471 allgemeinbildende Schulen


(darunter 1150 Mittelschulen und 373 Oberschulen). Durch
Zentralisierung und Erhöhung der Klassenzahlen wurde die
Anzahl der allgemeinbildenden Schulen (POS, EOS,
Sonderschulen) bis 1988 auf 5907 gesenkt.[173]

In der Berufsausbildung vollzog sich eine ähnliche


Entwicklung. Waren es 1950 noch 1583 Berufsschulen, zählte
man 1988 noch 955.[174] Es war garantiert, dass jeder
Schulabgänger eine Lehre annahm oder zum Studium an eine
Hoch- oder Fachschule beziehungsweise an eine Universität
ging. 1957 gab es 307 Fachschulen, 46 Hochschulen (darunter
sechs Universitäten) und fünf Akademien. Im Jahr 1988 zählte
man noch 237 Fachschulen und 53 Hochschulen und
Universitäten.[175]

Das Bildungssystem der DDR war im Wesentlichen als ein


einheitliches Gemeinschaftsschulsystem konzipiert, mit
anschließenden tertiären Bildungseinrichtungen. Aufbauend auf
der Vorschulerziehung im Kindergarten und der ab den 1960er
Jahren für alle Kinder verbindlichen zehnklassigen
polytechnischen Oberschule (POS)[176] folgten

eine zwei- bis dreijährige Berufsausbildung (Abschluss


Facharbeiter)
eine dreijährige Berufsausbildung (Facharbeiterbrief mit
Abitur) oder
eine Abiturausbildung auf der Erweiterten Oberschule
(EOS). Diese begann bereits nach der 8. Klasse der POS
und führte in vier Jahren zum Abitur. Erst ab Beginn der
1980er Jahre schlossen sich zwei Jahre EOS an die
Beendigung der zehnjährigen POS an.

Wesentliche Merkmale des Schulsystems der DDR waren

einheitliche Bildungsinhalte für alle Kinder bis Klasse 8


(später 10) und Beginn der äußeren Differenzierung nach
Klasse 10; diese Einheitlichkeit war die Grundlage der
Abschlussprüfungen der 10. Klasse und des Abiturs;
die gezielte Vorbereitung auf die spätere Arbeitswelt
durch polytechnische Ausbildung und eine
Schwerpunktsetzung auf die mathematisch-
naturwissenschaftlichen Fächer, während die
geisteswissenschaftlichen Fächer stark ideologisch
ausgerichtet waren;
das Bemühen um eine Einheit von Bildung und
Erziehung mit dem Ziel der vollständigen Integration der
Absolventen in die sozialistische Gesellschaft (und
geringer Toleranz für Andersdenkende).

Trotz einer Ausbildungs- und Arbeitsplatzgarantie und einem


sehr hohen Anpassungsdruck auf nicht der Norm entsprechende
Jugendliche gab es eine signifikante Anzahl von
Ungelernten[177] in der DDR. Der Anteil der Schulabgänger mit
Hochschulreife war in der DDR deutlich geringer als im
Westen.[178] Berufsgruppen mit bekannt geringem Zulauf von
Auszubildenden wurden besonders gefördert, die Lehrstellen-
und Studienplatzvergabe wurde anhand des errechneten Bedarfs
zentral geplant und seitens der Schulleitungen und Lehrer
gelenkt. Die Freiheit der Berufswahl war dadurch oft
eingeschränkt.

Wehrerziehung

Ab 1978 mussten Mädchen und Jungen der 9. und 10. Klasse


am Wehrunterricht teilnehmen, eine Freistellung war nicht
möglich. Hier wurde in einem theoretischen Teil militärisches
und politisches Grundlagenwissen über die NVA und die
„sozialistische Landesverteidigung“ vermittelt. Wesentlicher
Teil des praktischen Wehrunterrichts war ein Wehrlager für die
Jungen oder ein Lehrgang für Zivilverteidigung für Mädchen
sowie für Jungen, die nicht am Wehrlager teilnahmen.

Die vormilitärische Ausbildung setzte sich für die meisten


Jugendlichen in der Berufsausbildung und an den EOS sowie
im Studium fort. Die Gesellschaft für Sport und Technik (GST)
trainierte nicht nur Jugendliche auf freiwilliger Basis in
militärischen Sportarten, sondern war auch für einen Großteil
der vormilitärischen Ausbildung für alle Jugendlichen
verantwortlich.

Sport
→ Hauptartikel: Sport in der DDR
Der Sport spielte in der DDR
eine besondere Rolle. In
Kindergärten und Schulen wurde
systematisch auf die Ausbildung
sportlicher Fitness hingearbeitet,
einerseits aus Gründen der
Volksgesundheit, aber auch
bereits zum Zwecke der
Talentsichtung und -förderung
für den Hochleistungssport, mit
dem die DDR ihr internationales
Renommee zu steigern bestrebt
war. Die Ausbildung der
Nachwuchstalente erfolgte in Katarina Witt,
besonderen Sportschulen und Eiskunstläuferin
später in Leistungszentren. Der
Sportmedizinische Dienst der
DDR war ein speziell eingerichtetes medizinisches Netzwerk.

Gefördert wurde zum einen der Breitensport. Ulbricht prägte


den Satz: „Jedermann an jedem Ort, einmal in der Woche
Sport“, bei dem später das „einmal“ durch „mehrmals“ ersetzt
wurde. Im Jahr 1988 gab es z. B. 10.674 Sportgemeinschaften
mit fast 3,8 Millionen Aktiven, 159.006 Schieds- und
Kampfrichtern und 264.689 Übungsleitern. Es gab 330
Sportstadien und 1.220 Sportplätze. An den Kreis- und
Bezirksspartakiaden nahmen 1988 insgesamt 1.064.000 Kinder
und Jugendliche teil.[179]

Die staatliche Führung förderte mit den Erfolgen im


Leistungssport die Anerkennung der DDR sowohl in den Augen
der eigenen Bevölkerung als auch international. Allein bei
Olympischen Spielen errangen die DDR-Sportler 1968 in
Mexiko 25 Medaillen, 1972 in München schon 66 und 1988 in
Seoul 102 Medaillen. Von 1986 bis 1988 brachten sie
90 Weltmeister und 77 Europameister hervor.[180] Daher setzte
die DDR-Führung auch gezielt Doping ein, um die Ergebnisse
zu steigern, und etablierte ab 1974 unter der Bezeichnung
„Staatsplanthema 14.25“ ein umfassendes Dopingsystem.

Feiertage

→ Hauptartikel: Feiertage in der DDR

Historisch-politologische Einordnung
Zur historisch-politologischen Einordnung des DDR-Regimes
gibt es in der Forschung sehr unterschiedliche Thesen.[181]
Einigkeit besteht allenfalls darüber, dass es sich um eine
Diktatur gehandelt hat.[182] Die SED-Formeln für die DDR wie
„Arbeiter- und Bauernstaat“, „Friedensstaat“[183] oder
„sozialistische Demokratie“[184] sind nicht mehr gebräuchlich.

Weit verbreitet, aber auch umstritten ist die Bezeichnung der


DDR als totalitär. So kennzeichnet sie der Zeithistoriker Klaus
Schroeder als „(Spät-) totalitären Überwachungs- und
Versorgungsstaat“;[185] der Sozialhistoriker Hans-Ulrich
Wehler beschreibt sie als „totalitäre Parteidiktatur eines
Kollaborationsregimes auf der Basis eines
Okkupationskommunismus, der […] mit allen Mitteln einer
kolonialen Neugründung durchgesetzt wurde“.[186] Die im
Totalitarismusbegriff implizierte Ähnlichkeit zum NS-Regime
wird von Karl Dietrich Bracher herausgestrichen, der die DDR
als „zweite deutsche Diktatur“ (nach der der
Nationalsozialisten) bezeichnet.[187]

Andere betrachten den Totalitarismusbegriff als nur


eingeschränkt auf die DDR anwendbar oder lehnen ihn
entschieden ab. Dabei wird teilweise geltend gemacht, dass sich
der Charakter des Regimes im Lauf der Zeit gewandelt habe: In
der Ära Ulbricht und insbesondere während der fünfziger Jahre
sei das Regime durchaus totalitär gewesen, wohingegen die Ära
Honecker eher durch eine Aufweichung der Repression und des
staatlichen Propagandamonopols gekennzeichnet sei. Der
Politikwissenschaftler Eckhard Jesse sieht die DDR der
siebziger und achtziger Jahre daher nur mehr als autoritären
Staat, wenn auch mit totalitären Zügen.[188] Zu einem ähnlichen
Ergebnis war bereits 1968 der Politikwissenschaftler Peter
Christian Ludz gekommen. Er versuchte nachzuweisen, dass die
für moderne Industriestaaten typischen Modernisierungs- und
Differenzierungsprozesse auch in sozialistischen Staaten
abliefen. Im Zuge einer solchen Modernisierung sei der
Machtanspruch der alten Führungselite durch eine modernere
„technokratische Gegenelite“ in Frage gestellt worden, die den
Herrschaftscharakter des Regimes hin zu einem „konsultativen
Autoritarismus“ abgemildert habe.[189]

Der Historiker Stefan Wolle sieht zwischen NS- und SED-


Diktatur zwar zum Teil „frappierende Übereinstimmungen“
hinsichtlich Führerkult, Massenparaden, nächtlichen
Fackelzügen und Art der Propagandareden, verweist aber auf
strukturelle Unterschiede bei Wirtschaftsorganisation,
Machtkonzentration sowie hinsichtlich der Zustimmung in der
Bevölkerung und betont den vergleichsweise unblutigen
Charakter des SED-Regimes, das weder rassische Verfolgungen
noch einen industriell organisierten Massenmord zu
verantworten habe. Diese Unterschiede machten „eine für beide
sinnvolle Verwendung der Totalitarismustheorie
unmöglich“.[190] Auch Wolfgang Wippermann lehnt die These
von der Gleichartigkeit beider Diktaturen ab, hinter der er zwei
außerwissenschaftliche Absichten vermutet: Zum einen gehe es
darum, das NS-Regime zu verharmlosen und die deutsche
Schuld am Holocaust zu relativieren, zum anderen sei eine
Dämonisierung der DDR beabsichtigt, die tagesaktuellen
politischen Zwecken diene, neuerdings der Delegitimierung der
Partei Die Linke.[191] Für den Zeithistoriker Martin Sabrow
ergibt sich „die fundamentale Differenz“ zwischen NS- und
SED-Regime aus den heute „universal anerkannten Normen“
menschlichen Zusammenlebens:

„Dem Nationalsozialismus ist der Glaube an die


Ungleichwertigkeit der Menschen und das Recht
des Stärkeren inhärent, während sich mit dem
Kommunismus als politischem Manifest ungeachtet
seiner strukturellen Gewaltorientierung und seines
heilsgewissen Erlösungscharakters Ziele wie
Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität verbinden,
die mit seinem politischen Scheitern ihren Wert
nicht verloren haben. Der sozialistische Traum lässt
mehr Lesarten zu als der nationalsozialistische
Zivilisationsbruch.“[192]

Gegner einer Bezeichnung der DDR als totalitär verweisen


zudem darauf, dass der staatliche Zugriff auf den Einzelnen bei
Weitem nicht so groß gewesen sei wie angenommen. Private
oder kirchliche Zirkel und Vereine, ebenso staatsferne Milieus
wie die Schrebergärten hätten vielmehr Nischen geboten, in
denen sich Selbstverwirklichung, privates Glück oder sogar eine
„Gegenrationalität“ habe realisieren lassen, die der staatlich
verordneten Ideologie ganz andere Sinnbildungen
entgegengesetzt habe.[193] Der Begriff „Nischengesellschaft“
war bereits 1983 von dem Publizisten Günter Gaus geprägt
worden, der von 1974 bis 1981 als Leiter der Ständigen
Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin gelebt hatte.[194]

Die Londoner Zeithistorikerin Mary Fulbrook stellt die


repressiven Züge des SED-Regimes der Vielzahl der an seinem
Funktionieren Beteiligten gegenüber und bringt das Ganze auf
den Begriff der „partizipatorischen Diktatur“. Ungezählte
ehrenamtlich wirkende Funktionäre in einem Großgeflecht
regimenaher Organisationen seien in den 1970er und 1980er
Jahren von „einem ganz erheblichen Anteil der Bevölkerung“
als selbstverständlich hingenommen worden in ihrem
systemtreuen Auftreten und Handeln, durch das sie teilhatten an
den „Mikrostrukturen der Macht“. Laut Fulbrook war die große
Mehrheit der Ostdeutschen in ein System verwickelt, „an dem
sie sich beteiligen mussten; und aufgrund ihrer Partizipation
wurden sie selbst verändert. Es war daher letzten Endes eine
Diktatur, die durch das Agieren und Interagieren der großen
Mehrheit der Bevölkerung aufrechterhalten wurde.“ Viele
Menschen in der DDR hätten nie Veranlassung gehabt, gegen
die Landes- und Systemgrenzen anzurennen, und meinten
daher, ein „ganz normales Leben“ führen zu können.[195]

Einen weiteren Versuch, den Charakter der DDR


terminologisch zu fassen, stellt der Begriff Unrechtsstaat dar,
der im Zusammenhang mit einer umstrittenen Äußerung des
Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern Erwin
Sellering im Frühjahr 2009 in den deutschen Massenmedien
diskutiert wurde.[196] Von wissenschaftlicher Seite wurde
eingewandt, dass er die Lebenswirklichkeit der DDR-Bürger
ausklammere, die zum Teil keine oder kaum Erfahrung mit dem
staatlichen Repressionsapparat gemacht hätten, sondern die
sozialen Errungenschaften durchaus schätzten, die sich mit
Honeckers Schlagwort von der Einheit von Wirtschafts- und
Sozialpolitik bezeichnen ließen. Zur Erfassung sowohl der
sozialen als auch der repressiven Aspekte des Regimes
verwendet der deutsch-amerikanische Historiker Konrad
Jarausch den Begriff der „Fürsorgediktatur“.[197]

Die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan schlägt dagegen


vor, die DDR in Anlehnung an Ernst Fraenkel als „Doppelstaat“
zu charakterisieren. Wie im nationalsozialistischen Deutschland
habe es auch in der DDR neben dem „Normenstaat“ einen
„Maßnahmenstaat“ gegeben: Während sich ersterer im Rahmen
einer bestehenden Rechtsordnung um das reibungslose
Funktionieren von Wirtschaft und Gesellschaft kümmerte, sei es
dem Maßnahmenstaat um die Durchsetzung der Ideologie
gegangen. Zu diesem Zweck habe er die rechtsstaatliche
Ordnung jederzeit außer Kraft setzen können. Ein Rechtsstaat
sei die DDR also nicht gewesen, ihre einseitige Beschreibung
als „Unrechtsstaat“ stelle aber Arbeit und Leben sämtlicher
ehemaligen DDR-Bürger unter einen moralischen
Generalverdacht.[198]

Siehe auch
Portal: DDR – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema
DDR
DDR-Forschung

Literatur
Christian Härtel, Petra Kabus (Hrsg.): Das Westpaket –
Geschenksendung, keine Handelsware. 2. Auflage, Ch.
Links, Berlin 2001, ISBN 3-86153-221-2.
Peter Krewer: Geschäfte mit dem Klassenfeind. Die DDR
im innerdeutschen Handel 1949–1989. Kliomedia, Trier
2008, ISBN 978-3-89890-122-2.
Ulrich Mählert: Kleine Geschichte der DDR. C.H. Beck,
5. Aufl., München 2007, ISBN 3-406-47550-7.
Klaus Schroeder Der SED-Staat. Geschichte und
Strukturen der DDR 1949–1990. Vollständig
überarbeitete und stark erweiterte Neuauflage, Böhlau,
Wien/Köln/Weimar 2013, ISBN 978-3-412-21109-7.
André Steiner: Von Plan zu Plan. Eine
Wirtschaftsgeschichte der DDR. Deutsche Verlags-
Anstalt, München 2004, ISBN 3-421-05590-4.
Heiner Timmermann: Die DDR in Europa. Zwischen
Isolation und Öffnung. Lit Verlag,
Berlin/Hamburg/Münster 2005, ISBN 3-8258-8884-3.
Hermann Weber: Geschichte der DDR. area Verlag,
Erftstadt 2004, ISBN 3-89996-026-2 (2. Aufl. zuerst
2000).
Hermann Weber: Die DDR 1945–1990 (= Oldenbourg
Grundriß der Geschichte; Bd. 20). Oldenbourg, 4. Aufl.,
München 2006, ISBN 3-486-57928-2.
Stefan Wolle: DDR. Fischer, Frankfurt am Main 2004,
ISBN 3-596-16122-3.
Alexander Burdumy: Sozialpolitik und Repression in der
DDR: Ost-Berlin 1971–1989. Klartext Verlag, Essen
2013, ISBN 978-3-8375-0908-3.

Weblinks
Wikisource: Deutsche Demokratische Republik – Quellen
und Volltexte
Commons: DDR
(//commons.wikimedia.org/wiki/Category:German_Democratic_
uselang=de) – Sammlung von Bildern, Videos und
Audiodateien
Wiktionary: DDR – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft,
Synonyme, Übersetzungen
Wikiquote: DDR – Zitate

DDR-Fotoarchiv mit 70.000 s/w-Aufnahmen aus der


DDR von 1949 bis 1973 (http://www.ddr-fotos.de/)
TV-Doku mit Geschichtendatenbank (http://www.damals-
in-der-ddr.de/)
Dokumente der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und
der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) für den
Zeitraum von 1945 bis 1990
(http://www.documentarchiv.de/ddr/ddr_main.html) bei
dokumentarchiv.de
Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur
gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen
Situation in/im Deutsche Demokratische Republik
(http://opac.giga-hamburg.de/geo/RA05.03#results)
DDR im Unterricht – Portal mit
Hintergrundinformationen, Unterrichtsmaterialien, AV-
Medien, Fortbildungsangeboten, Links und wichtigen
Hinweisen zum Lernfeld DDR (http://www.ddr-im-
unterricht.de/)
DDR (http://www.politische-
bildung.de/geschichte_ddr.html) auf dem
Informationsportal zur politischen Bildung
Das Parlament, Nr. 34–35/22. August 2005
(http://web.archive.org/web/20100418084034/http://www.bun
35/Kehrseite/003.html) – kurzer Rückblick (mit Zitaten)
zur DDR-Staatsauflösung

Einzelnachweise
1. Siehe dazu den sowjetisch besetzten Teil Groß-Berlins
(bis 1977 hieß die Ost-Berliner Verwaltung noch
„Magistrat von Groß-Berlin“); siehe auch das Kapitel
„Geografie“.
2. Ab 1968 als Selbstbezeichnung „sozialistischer Staat“
3. Bernhard Marquardt: Rolle und Bedeutung der Ideologie,
integrativer Faktoren und disziplinierender Praktiken in
Staat und Gesellschaft der DDR. Bd. 3. In: Materialien
der Enquête-Kommission „Aufarbeitung von Geschichte
und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland“. 9 Bde. in
18 Teilbänden, herausgegeben vom Deutschen
Bundestag, Nomos Verlag, Baden-Baden 1995, ISBN 3-
7890-4006-1, S. 379, 730 (http://books.google.de/books?
id=ypyxAAAAIAAJ&q=realsozialistische+Diktatur&dq=real
1541; Günther Heydemann: Die Innenpolitik der DDR,
Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2003, ISBN 3-486-
55770-X, S. 57.
4. In der Geschichtswissenschaft wird mitunter – zumindest
für die ersten zwei Dekaden – auch von einer
„stalinistischen Diktatur“ geschrieben, siehe z. B.
Hermann Weber: Die DDR 1945–1990. Oldenbourg
Wissenschaftsverlag, 2006, ISBN 3-486-57928-2, S. 136.
5. Offiziell war der Staatsrat der DDR das kollektive
Staatsoberhaupt. Protokollarisch wurde aber der
Staatsratsvorsitzende als Staatsoberhaupt angesehen.
6. Gemäß dem am 5. April 1990 neu eingefügten Artikel
75a der Verfassung der DDR
(http://www.verfassungen.de/de/ddr/ddr74.htm#iii2)
nahm „bis zur Verabschiedung eines Gesetzes über die
Stellung, die Aufgaben und die Befugnisse des
Präsidenten der Republik und bis zu seiner Wahl […] der
Präsident der Volkskammer die Befugnisse des
Vorsitzenden des Staatsrates der Deutschen
Demokratischen Republik wahr.“
7. Statistisches Jahrbuch der DDR. Staatsverlag der DDR,
1. Auflage, Juni 1989, ISBN 3-329-00457-6, S. 8 und 17.
8. Vgl. dazu Peter Lerche: Der Beitritt der DDR –
Voraussetzungen, Realisierung, Wirkungen, in: Josef
Isensee/Paul Kirchhof (Hrsg.), Handbuch des
Staatsrechts, Bd. VIII, Heidelberg 1995, § 194 Rn 45, 47;
vgl. auch Klein, a.a.O., § 198, S. 560 f.
9. Wolfgang Schäuble, Der Einigungsvertrag – Vollendung
der Einheit Deutschlands in Freiheit, in: ZG 1990, S. 289
(294).
10. Statoids.com (http://www.statoids.com/w3166his.html)
11. Arnd Bauerkämper, Ländliche Gesellschaft in der
kommunistischen Diktatur. Zwangsmodernisierung und
Tradition in Brandenburg nach 1945. Böhlau,
Wien/Köln/Weimar 2002; Ralph Jessen, Akademische
Elite und kommunistische Diktatur, Vandenhoeck &
Ruprecht, Göttingen 1999; Bernd Faulenbach,
Diktaturerfahrung und demokratische Erinnerungskultur
in Deutschland, in: Annette Kaminsky (Hrsg.), Orte des
Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen
zur Diktatur in SBZ und DDR. Ch. Links Verlag, Berlin
2007, S. 18; Stefan Wolle, Lanzelot und der Drache.
Skandal und Öffentlichkeit in der geschlossenen
Gesellschaft der DDR am Beispiel der Ausbürgerung des
Liedermachers Wolf Biermann, in: Martin Sabrow
(Hrsg.), Skandal und Diktatur. Formen öffentlicher
Empörung im NS-Staat und in der DDR. Wallstein,
Göttingen 2004, S. 217; Hubertus Knabe, Die feinen
Waffen der Diktatur. Nicht-strafrechtliche Formen
politischer Verfolgung in der DDR, in: Heiner
Timmermann (Hrsg.), Die DDR – Erinnerung an einen
untergegangenen Staat, Duncker & Humblot, Berlin
1999, S. 191.
12. Siehe dazu etwa Martin Jander/Matthias
Manrique/Barbara Strenge: DDR-Opposition in den 70er
und 80er Jahren. Ein Beitrag zu Geschichte und
Forschungsstand, in: Klaus Schroeder (Hrsg.),
Geschichte und Transformation des SED-Staates:
Beiträge und Analysen, Akademie Verlag, Berlin 1994,
ISBN 3-05-002638-3, S. 233
(http://books.google.de/books?
id=WKWaavD3mHIC&pg=PA233); vgl. Werner
Rossade: Gesellschaft und Kultur in der Endzeit des
Realsozialismus, Duncker & Humblot, Berlin 1997, ISBN
3-428-09013-6, S. 26 ff.
13. Vgl. hierzu Mythos: „Die DDR war ein Friedensstaat“
(http://www.kas.de/wf/de/71.6642/), Konrad-Adenauer-
Stiftung
14. Siehe z. B. Erich Loest: Nikolaikirche, DTV, München,
12. Auflage, 2012, ISBN 978-3-423-12448-5.
15. Zitierung des Statistischen Jahrbuchs Deutschland 2006
(http://www.pdwb.de/nd06), der genauer Wert beträgt
18,488 Millionen für das Jahr 1946 in der SBZ und Ost-
Berlin.
16. Konrad-Adenauer-Stiftung: Freikirchen in der
ehemaligen DDR (http://www.kas.de/wf/de/71.6606/)
17. Klaus Schroeder: Der SED-Staat. Geschichte und
Strukturen der DDR. München 1998, S. 474. Dass Angela
Merkel in der DDR eine Karriere machen konnte, lag an
ihrer nicht zu leugnenden Hochbegabung und vermutlich
an ihrer FDJ-Mitgliedschaft, die als eine Entscheidung für
den Staat angesehen wurde. Es gab aber bis zum Ende der
DDR Fälle, in denen der Übergang zur EOS wegen einer
fehlenden Jugendweihe nicht ermöglicht worden ist.
18. Konrad-Adenauer-Stiftung: Mythos: „Die Kirchen waren
in das System der SED-Diktatur integriert“
(http://www.kas.de/wf/de/71.6657/)
19. Erklärung des Vorsitzenden der Sowjetischen
Kontrollkommission zur Übergabe von
Verwaltungsfunktionen an deutsche Behörden vom 11.
November 1949 (http://www.krr-faq.net/verwueb.htm),
aus: Ingo von Münch, Dokumente des geteilten
Deutschlands, S. 325 ff.
20. Erklärung der Regierung der UdSSR über die
Gewährung der Souveränität an die Deutsche
Demokratische Republik vom 25. März 1954
(http://www.krr-faq.net/souvddr.htm), aus: Ingo von
Münch, Dokumente des geteilten Deutschlands, S. 329 ff.
21. Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte.
Bd. 5: Bundesrepublik und DDR 1949–1990, C.H. Beck,
München 2008, S. XV (http://books.google.com/books?
id=4PzvV1qadMMC&pg=PR15), 342, 425, Zitat auf S.
23 (http://books.google.com/books?
id=4PzvV1qadMMC&pg=PA23); ähnlich Henning
Köhler, Deutschland auf dem Weg zu sich selbst. Eine
Jahrhundertgeschichte. Hohenheim-Verlag, Stuttgart
2002, S. 486 ff.; Wichard Woyke (Hrsg.),
Handwörterbuch Internationale Politik, 11. Aufl., UTB,
Opladen 2008, S. 64.
22. Dierk Hoffmann, Karl-Heinz Schmidt und Peter Skyba
(Hrsg.): Die DDR vor dem Mauerbau. Dokumente zur
Geschichte des anderen deutschen Staates 1949–1961.
Piper, München und Zürich 1993, S. 233–236.
23. Klaus Schroeder: Der SED-Staat. Partei, Staat und
Gesellschaft 1949–1990. München 2000, S. 135–145
(Originalausgabe 1998).
24. Dies verhinderte jedoch nicht, dass Ulbricht zu seinem
70. Geburtstag 1963 wegen seiner „Einfachheit,
Geradheit, Schlichtheit, Offenheit, Ehrlichkeit,
Sauberkeit“ gefeiert und als „Staatsmann neuen Typus“
propagiert wurde, den der „Adel der Menschlichkeit“
auszeichne. (Hermann Weber: DDR. Grundriß der
Geschichte 1945–1990. Vollständig überarbeitete und
ergänzte Neuauflage, Hannover 1991, S. 100
(Originalausgabe 1976).)
25. Hermann Weber: DDR. Grundriß der Geschichte 1945–
1990. Vollständig überarbeitete und ergänzte Neuauflage,
Hannover 1991, S. 98 (Originalausgabe 1976).
26. Zitiert nach Ulrich Mählert: Kleine Geschichte der DDR.
4. überarbeitete Aufl., München 2004, S. 105.
27. Ulrich Mählert: Kleine Geschichte der DDR. 4.
überarbeitete Aufl., München 2004, S. 106–108.
28. Klaus Schroeder: Der SED-Staat. Partei, Staat und
Gesellschaft 1949–1990. München 2000, S. 187
(Originalausgabe 1998).
29. Klaus Schroeder: Der SED-Staat. Partei, Staat und
Gesellschaft 1949–1990. München 2000, S. 208–210
(Originalausgabe 1998).
30. Ulrich Mählert: Kleine Geschichte der DDR. 4.
überarbeitete Aufl., München 2004, S. 117–119; Klaus
Schroeder: Der SED-Staat. Partei, Staat und Gesellschaft
1949–1990. München 2000, S. 219 f. (Originalausgabe
1998).
31. Einen Milliardenkredit fädelte 1983 Franz Josef Strauß
ein; vgl. hierzu einestages (Spiegel Online):
Milliardenspritze für den Mauerbauer
(http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/240
32. Manfred Jäger: Kultur und Politik in der DDR 1945–
1990. Köln 1995, S. 140.
33. Zitiert nach Manfred Jäger: Kultur und Politik in der DDR
1945–1990. Köln 1995, S. 145.
34. Ulrich Mählert: Kleine Geschichte der DDR. 4.
überarbeitete Aufl., München 2004, S. 119.
35. Hermann Weber: DDR. Grundriß der Geschichte 1945–
1990. Vollständig überarbeitete und ergänzte Neuauflage,
Hannover 1991, S. 147 (Originalausgabe 1976).
36. Zitiert bei Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach
Westen. Bd. 2: Deutsche Geschichte vom „Dritten Reich“
bis zur Wiedervereinigung. C.H. Beck, München 2010, S.
364.
37. Zitiert nach Klaus Schroeder: Der SED-Staat. Partei,
Staat und Gesellschaft 1949–1990. München 2000,
S. 235 (Originalausgabe 1998).
38. Manfred Jäger: Kultur und Politik in der DDR 1945–
1990. Köln 1995, S. 165–167.
39. Joachim Kahlert: Die Energiepolitik der DDR –
Mängelverwaltung zwischen Kernkraft und Braunkohle,
Bonn 1988 (http://epub.ub.uni-
muenchen.de/2197/1/Kahlert_2197.pdf) (PDF; 5,1 MB).
40. Zitat in Honecker: „Er meint die Mauer“
(http://www.focus.de/politik/deutschland/honecker-er-
meint-die-mauer_aid_150526.html), Focus Magazin,
Nr. 22, 1995.
41. Klaus Schroeder: Der SED-Staat. Partei, Staat und
Gesellschaft 1949–1990. München 2000, S. 269–271.
42. Ulrich Mählert: Kleine Geschichte der DDR. 4.
überarbeitete Aufl., München 2004, S. 137.
43. „Nach DDR-Angaben stellte der Bereich KoKo der
Volkswirtschaft von 1967 bis 1989 insgesamt 41
Milliarden Valuta-Mark zur Verfügung, von denen 27
Milliarden aus der unmittelbaren Tätigkeit der Betriebe
und anderer Geschäfte und 14 Milliarden aus Zahlungen
der Bundesrepublik stammten.“ (Klaus Schroeder: Der
SED-Staat. Partei, Staat und Gesellschaft 1949–1990.
München 2000, S. 272.)
44. Ganz spitze Finger. In: Der Spiegel. Nr. 36, 1991, S. 31–
35 (2. September 1991, online
(http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13490556.html)).
Der Zorn wird täglich größer. In: Der Spiegel. Nr. 50,
1989, S. 30–37 (11. Dezember 1989, online
(http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13497127.html)).
45. Ulrich Mählert: Kleine Geschichte der DDR. 4.
überarbeitete Aufl., München 2004, S. 134.
46. Hans-Hermann Hertle, Konrad H. Jarausch (Hrsg.): Risse
im Bruderbund. Die Gespräche Honecker – Breshnew
1974 bis 1982. Links, Berlin 2006.
47. Ilko-Sascha Kowalczuk: Die 101 wichtigsten Fragen –
DDR. C.H. Beck, München 2009 (Beck’sche Reihe
7020), S. 92; ähnlich Beatrix Bouvier: Die DDR – ein
Sozialstaat? Sozialpolitik in der Ära Honecker. Bonn
2002, S. 314.
48. Martin Sabrow: Der unterschätzte Diktator. In: Der
Spiegel. Nr. 34, 2012, S. 46–48, hier S. 47
(20. August 2012, online
(http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-87818590.html)).
49. Näher dazu Hermann Weber: Die DDR 1945–1990,
Oldenbourg, 4., durchges. Aufl., München 2006, S. 35
(http://books.google.de/books?
id=AUNgZ_NXuT8C&pg=PA35), 97
(http://books.google.de/books?
id=AUNgZ_NXuT8C&pg=PA97).
50. Rainer Eppelmann, Hans-Joachim Veen, Horst Möller,
Udo Margedant, Peter Maser: Lexikon des DDR-
Sozialismus. Das Staats- und Gesellschaftssystem der
Deutschen Demokratischen Republik. Schöningh,
Paderborn 1996, S. 170.
51. B. Musiolek/C. Wuttke (Hrsg.): Parteien und politische
Bewegungen im letzten Jahr der DDR, Oktober 1989 bis
April 1990. Berlin 1991, ISBN 3-86163-004-4.
52. Ilko-Sascha Kowalczuk: Die 101 wichtigsten Fragen –
DDR. C.H. Beck, München 2009, S. 154 f.
(http://books.google.de/books?
id=BBLBdAZITv0C&pg=PA154)
53. So hieß es in einem Verfassungskommentar noch 1989,
dass bei der Wahrnehmung subjektiver Rechte die
Verfassungstreue oberster Grundsatz sein müsse. Daher
gelte es, „allen Versuchen entschieden entgegenzutreten,
subjektive Rechte gegen den Sozialismus, gegen die Ziele
und Grundsätze der Verfassung zu mißbrauchen.“ (Zitiert
nach Sigrid Meuschel: Legitimation und Parteiherrschaft.
Zum Paradox von Stabilität und Revolution in der DDR
1945–1989. Frankfurt a.M. 1992, S. 272.)
54. Betrachtungen zur Ersatzteilfrage, in:
Kraftfahrzeugtechnik, Heft 6/1954, S. 162–164 und Heft
9/1954, S. 280–281.
55. Werner Weidenfeld, Karl-Rudolf Korte (Hrsg.):
Handbuch zur deutschen Einheit, 1949–1989–1999.
Campus Verlag, Frankfurt a.M./New York 1999, ISBN 3-
593-36240-6, S. 561 (http://books.google.de/books?
id=CNbt__4aXZoC&pg=PA561).
56. Stefan Wolle: Die heile Welt der Diktatur. Alltag und
Herrschaft in der DDR 1971–1989. Econ&List, München
1999, S. 323 f., 249, 253 ff.
57. Martin Sabrow (Hrsg.): Skandal und Diktatur. Formen
öffentlicher Empörung im NS-Staat und in der DDR,
Wallstein Verlag, Göttingen 2004; Frank Bösch:
Politische Skandale in Deutschland und Großbritannien
(http://www.bpb.de/apuz/29923/politische-skandale-in-
deutschland-und-grossbritannien?p=all). In: Das
Parlament, Juni 2006.
58. Adolf Dresen: Der Fall Faust (1968) – Der letzte
öffentliche Theater-Skandal in der DDR. In: Freitag, 19.
November 1999.
59. Stefan Wolle: Die heile Welt der Diktatur. Alltag und
Herrschaft in der DDR 1971–1989. Econ&List, München
1999, S. 109.
60. Stefan Wolle: Die heile Welt der Diktatur. Alltag und
Herrschaft in der DDR 1971–1989. Econ&List, München
1999, S. 178 f.
61. Ulrike Poppe, Rainer Eckert, Ilko-Sascha Kowalczuk:
Opposition, Widerstand und widerständiges Verhalten in
der DDR. Forschungsstand – Grundlinien – Probleme. In
dies. (Hrsg.): Zwischen Selbstbehauptung und Anpassung.
Formen des Widerstands und der Opposition in der DDR.
Berlin 1995, S. 9 ff.
62. MfS beim Deutschen Historischen Museum
(http://www.hdg.de/lemo/html/DasGeteilteDeutschland/JahreD
63. Mary Fulbrook, Ein ganz normales Leben. Alltag und
Gesellschaft in der DDR. Darmstadt 2008, S. 167 (engl.
Originalausgabe: New Haven and London 2005).
64. Von 180.336 (im Jahr 1973) auf 245.132 (1980), vgl.
Mary Fulbrook: Ein ganz normales Leben. Alltag und
Gesellschaft in der DDR. Darmstadt 2008, S. 173 (engl.
Originalausgabe: New Haven and London 2005).
65. Mary Fulbrook: Ein ganz normales Leben. Alltag und
Gesellschaft in der DDR. Darmstadt 2008, S. 161, 178
(engl. Originalausgabe: New Haven and London 2005).
66. Klaus Schroeder: 20 Jahre nach dem Mauerfall – eine
Wohlstandsbilanz. In: Gutachten für die Initiative Neue
Soziale Marktwirtschaft
(http://www.insm.de/dms/insm/textdokumente/pdf/Einheitsbila
Deutschland/090821_gutachten_schroeder_finale.pdf).
(PDF), S. 22–27.
67. Peter Krewer: Geschäfte mit dem Klassenfeind. Die DDR
im innerdeutschen Handel 1949–1989. Trier 2008, S. 216
ff., 299.
68. Kraftfahrzeugtechnik, Heft 2/1990, S. 46–47.
69. Reinhold Zippelius: Kleine deutsche
Verfassungsgeschichte: Vom frühen Mittelalter bis zur
Gegenwart. 7., neu bearb. Aufl., Beck’sche Reihe, C.H.
Beck, München 2006, ISBN 3-406-47638-4, S. 164
(http://books.google.de/books?
id=z0uMawAKCk0C&lpg=PA164&pg=PA164).
70. Ordnung über die Aufgaben und die Arbeitsweise der
Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin und ihrer
Organe (http://user.cs.tu-berlin.de/~gozer/bln/andere/Ord-
SVV.html), Erlass des Staatsrates der DDR vom 7.
September 1961 (GBl. SDr. 341, S. 3).
71. Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen.
Zweiter Band: Deutsche Geschichte vom «Dritten Reich»
bis zur Wiedervereinigung. Fünfte, durchgesehene
Auflage, München 2002, S. 141.
72. Hermann Weber: DDR. Grundriß der Geschichte 1945–
1990. Vollständig überarbeitete und ergänzte Neuauflage,
Hannover 1991, S. 73 (Originalausgabe 1976).
73. Vgl. Wilfried von Bredow: Die Außenpolitik der
Bundesrepublik Deutschland. Eine Einführung. VS
Verlag, Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-13618-6, Kap.
7.1.3, S. 167 (http://books.google.de/books?
id=FcSmkUS_nnEC&pg=PA167).
74. Näher dazu Yeshayahu A. Jelinek: Deutschland und
Israel 1945–1965. Ein neurotisches Verhältnis (= Studien
zur Zeitgeschichte; Bd. 66). Oldenbourg, München 2004,
ISBN 3-486-56764-0, S. 457
(http://books.google.de/books?
id=u9jqG5hA2RUC&pg=PA457).
75. Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen.
Zweiter Band: Deutsche Geschichte vom «Dritten Reich»
bis zur Wiedervereinigung. Fünfte, durchgesehene
Auflage, München 2002, S. 274.
76. Germany (East), Library of Congress Country Study,
Appendix B: The Council for Mutual Economic
Assistance Studie zum RGW der Library of Congress
(http://memory.loc.gov/frd/cs/germany_east/gx_appnb.html)
77. Hermann Weber: DDR. Grundriß der Geschichte 1945–
1990. Vollständig überarbeitete und ergänzte Neuauflage,
Hannover 1991, S. 124 (Originalausgabe 1976).
78. Zitiert nach Heinrich August Winkler: Der lange Weg
nach Westen. Zweiter Band: Deutsche Geschichte vom
«Dritten Reich» bis zur Wiedervereinigung. Fünfte,
durchgesehene Auflage, München 2002, S. 228. Winkler
kommentiert ebenda: „Und wahrscheinlich glaubte die
SED sogar, was sie verkündete. Sie sah sich noch immer
im Besitz der einzigen Lehre, die den gesetzmäßigen
Gang der Geschichte und damit auch ihren Ausgang
kannte. Da der Sozialismus weltweit siegen würde, mußte
er mit historischer Notwendigkeit auch in dem Teil
Deutschlands siegen, in dem jetzt noch der Kapitalismus
herrschte.“
79. So hieß es noch in der Verfassung von 1968 in Artikel 1:
„Die Deutsche Demokratische Republik ist ein
sozialistischer Staat deutscher Nation“, in der Fassung
von 1974 aber: „Die Deutsche Demokratische Republik
ist ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern.“
80. William R. Smyser: How Germans Negotiate. Logical
Goals, Practical Solutions. United States Institute of
Peace Press, Washington, D.C. 2003.
81. Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik
Deutschland 1973 (AAPD), Bd. III, hrsg. im Auftrag des
Auswärtigen Amts vom Institut für Zeitgeschichte,
Oldenbourg, München 2004, Dok. 310, S. 1514 f.; für den
Wortlaut der Reden vgl. UN General Assembly, 28th
Session, Plenary Meetings, 2117th meeting, S. 9 ff.
82. Gareth M. Winrow: The Foreign Policy of the GDR in
Africa. In: Cambridge Russian, Soviet and Post-Soviet
Studies, Cambridge University Press, 1990, ISBN 978-0-
521-38038-6.
83. „Als die Verhandlungen in eine konkrete Phase traten,
ernannte Erich Honecker das Mitglied seines Politbüros
Werner Lamberz zum ‚Sonderbotschafter des ZK der
SED‘ für die Gespräche mit Gaddafi. Am 12. Dezember
1977 traf sich Lamberz mit dem libyschen
Revolutionsführer. Zunächst bat er Gaddafi um die
Herstellung von Kontakten zu den
Befreiungsbewegungen in Tschad, Oman und Dhofar und
zur Polisario in der Westsahara. Auf Bitte Fidel Castros
hatte sich die DDR nämlich bereit erklärt, den von Kuba
unterstützten Guerrillaorganisationen Waffen zu liefern.
Außerdem, versicherte Lamberz, sei die SED-Führung
einverstanden, dem libyschen Volksstaat militärische
Hilfe zu gewähren. Wir sind bereit, Offiziere und
Unteroffiziere, Flugzeug- und Hubschrauberpiloten,
Raketen und Artilleriespezialisten und Aufklärer in der
DDR oder Libyen auszubilden.‘ Umfangreiche
Waffenlieferungen seien kein Problem. Die DDR lieferte
bisher Waffen an Äthiopien, sie unterstützte mit Waffen
die Befreiungsbewegungen Simbabwes, Palästinas und
Namibias.“ Jochen Staadt, Libysche Hilfe für die DDR,
FAZ vom 21. April 2008, S. 5.
84. Joachim Nawrocki: Honeckers Volksarmisten in Afrika
und Nahost (http://www.zeit.de/1980/08/honeckers-
volksarmisten-in-afrika-und-nahost/komplettansicht). In:
Die Zeit, 08/1980.
85. Ernst Hillebrand: Das Afrika-Engagement der DDR. In:
Münchner Studien zur internationalen Entwicklung,
Band 5, Frankfurt am Main, Bern, New York 1987, ISBN
978-3-8204-0077-9.
86. Hans-Joachim Döring: Entwicklungspolitik und
Solidarität in der DDR, dargestellt an Beispielen der
staatlichen Zusammenarbeit mit Mosambik und Äthiopien
und der entwicklungsbezogenen Bildungsarbeit
unabhängiger Gruppen
(http://opus.kobv.de/tuberlin/volltexte/2008/1747/pdf/doering
(PDF; 797 kB), Diss., TU Berlin, 2007.
87. Laut einer Publikation der IHK Köln
(„Länderschwerpunkt Vietnam 10/2003“) waren über
100.000 Vietnamesen zu Arbeit, Ausbildung und Studium
in der DDR, wobei die über 10.000 Akademiker davon
bis in die Gegenwart einen bedeutenden Anteil der
vietnamesischen Elite ausmachen.
88. Siehe auch Eva-Maria, Lothar Elsner: Ausländerpolitik
und -feindschaft in der DDR 1949–1990. Texte zur
politischen Bildung H. 13, Rosa Luxemburg-Verein,
Leipzig 1994, S. 53 ff. (im Dok.teil zahlreiche
Gesetzestexte und bilaterale Abkommen mit den
Entsendestaaten), ISBN 3-929994-14-3.
89. Wolfgang G. Schwanitz: Ostberliner Mittelostpolitik.
Grotewohl in Irak, Ulbricht in Ägypten und Honecker in
Kuwait. Webversion 5-2009
(http://www.trafoberlin.de/pdf-
dateien/2009_05_04/Wolfgang%20G%20Schwanitz%20Ostb
(PDF; 2,4 MB)
90. Hans-Joachim Döring: „Es geht um unsere Existenz“. Die
Politik der DDR gegenüber der Dritten Welt am Beispiel
von Mosambik und Äthiopien, in: Forschungen zur DDR-
Gesellschaft, Christoph Links Verlag, Berlin 1999, ISBN
3-86153-185-2.
91. Buchrezension auf der WSWS.org
(http://www.wsws.org/de/2001/apr2001/wehr-a21.shtml)
von Hendrik Paul 21. April 2001 zu Joachim Lapp:
Ulbrichts Helfer. Bernard & Graefe Verlag, Bonn 2000,
ISBN 3-7637-6209-4.
92. Hans Rühle und Michael Rühle: Der Warschaupakt
plante den nuklearen Überfall auf Westeuropa
(http://www.nzz.ch/nachrichten/international/der_warschaupa
printview=true), in: Neue Zürcher Zeitung vom 13.
September 2008, S. 9. Bei den Autoren Hans und Michael
Rühle (NZZ Online) handelt es sich um den ehemaligen
Chef des Planungsstabes im Bonner
Verteidigungsministerium und den Leiter des
Planungsstabes der politischen Abteilung der NATO in
Brüssel.
93. Märkische Oderzeitung, Frankfurter Stadtbote, 9. Januar
2008, S. 14.
94. Maria Haendcke-Hoppe: Privatwirtschaft in der DDR.
Geschichte-Struktur-Bedeutung. In: FS-Analysen 1
(1982).
95. André Steiner: Re-Kapitalisierung oder Sozialisierung?
Die privaten und halbstaatlichen Betriebe in der DDR-
Wirtschaftsreform der sechziger Jahre
96. Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte.
Bd. 5: Von der Gründung der beiden deutschen Staaten
bis zur Vereinigung 1949–1990. C.H. Beck, München
2008, S. 91–95.
97. Zitiert nach Ulrich Mählert: Kleine Geschichte der DDR.
4. überarbeitete Aufl., München 2004, S. 92.
98. Handelskonferenz der SED Berlin 1959. Berlin (Ost)
1959, S. 105; zit. n. Ulrich Mählert: Kleine Geschichte der
DDR. 4. überarbeitete Aufl., München 2004, S. 92.
99. Informationen zur politischen Bildung Nr. 312/2011, S.
47 (PDF
(http://www.bpb.de/system/files/pdf/5O12ML.pdf)).
100. Zu diesem Zeitpunkt wurde die DDR verbreitet als das
zehntgrößte Industrieland der Erde angesehen. Diese
Einschätzung gilt in der Forschung heute als
unzutreffend. Vgl. Oskar Schwarzer, Sozialistische
Zentralplanwirtschaft in der SBZ/DDR. Ergebnisse eines
ordnungspolitischen Experiments (1945–1989), in:
Vierteljahresschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte,
Beiheft 143, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1999, ISBN
3-515-07379-5, S. 9; Eckard Wandel,
Transformationsprobleme bei der deutschen
Wiedervereinigung, in Struktur und Dimension, Franz
Steiner Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 978-3-515-07066-9,
S. 311; Mathias Schlegel, 20 Jahre Mauerfall. Die
Bankrotterklärung. Im Herbst 1989 ist die DDR auch
wirtschaftlich am Ende – Planungschef Schürer legt dem
SED-Politbüro ungeschminkte Fakten vor
(http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/20-jahre-
mauerfall-die-bankrotterklaerung/1624548.html), in: Der
Tagesspiegel vom 30. Oktober 2009, schreibt: „Denn die
Mär von der DDR als einer der zehn stärksten
Industrienationen der Welt hatte auch in der
Bundesrepublik und in der westlichen Welt insgesamt
viele Anhänger und Nacherzähler gefunden.“
101. Monika Kaiser: 1972 – Knockout für den Mittelstand.
Zum Wirken von SED, CDU, LDPD und NDPD für die
Verstaatlichung der Klein- und Mittelbetriebe, Berlin
1990.
102. Uwe Hoßfeld, Tobias Kaiser und Heinz Mestrup (Hrsg.):
Hochschule im Sozialismus, Studien zur Geschichte der
Friedrich-Schiller-Universität Jena (1945–1990), Band 1.
Unter Mitarb. von Horst Neuper, Böhlau,
Köln/Weimar/Wien 2007, ISBN 978-3-412-34505-1, S.
380 (http://books.google.de/books?
id=44czKGuzLlgC&pg=PA380&lpg=PA380&dq=DDR+Ver
103. Gerhard Schürer, Gerhard Beil, Alexander Schalck, Ernst
Höfner, Arno Donda: Analyse der ökonomischen Lage
der DDR mit Schlußfolgerungen, Vorlage für das
Politbüro des Zentralkomitees der SED. 30. Oktober
1989; SAPMO-BA, DY 30/J IV 2/2A/3252 (online
(http://www.chronik-der-
mauer.de/index.php/de/Media/TextPopup/id/593077/month/O
abgerufen am 30. Januar 2010).
104. Informationen zur politischen Bildung Nr. 312/2011, S.
49.
105. Vgl. Klaus Krakat: Probleme der DDR-Industrie im
letzten Fünfjahrplanzeitraum (1986–1989/90). In:
Eberhard Kuhrt (Hrsg.): Am Ende des realen Sozialismus.
Im Auftrag des Bundesministeriums des Innern.
1. Auflage. Bd. 2, Leske + Budrich, Opladen 1996, ISBN
978-3-8100-1609-6, S. 137–172.
106. Gerhard Barkleit: Mikroelektronik in der DDR. SED,
Staatsapparat und Staatssicherheit im Wettstreit der
Systeme. Hannah-Arendt-Institut für
Totalitarismusforschung, Dresden 2000, ISBN 3-931648-
32-X, S. 32 ff. (PDF (http://www.hait.tu-
dresden.de/dok//b+st/Heft_29_Barkleit.pdf)).
107. Deutsche Bundesbank: Die Zahlungsbilanz der
ehemaligen DDR von 1975 bis 1989.
(http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Statisti
__blob=publicationFile) S. 58, abgerufen am
19. November 2012.
108. Gerhard Schürer: Planung und Lenkung der
Volkswirtschaft in der DDR. In: Eberhard Kuhrt (Hrsg.):
Am Ende des realen Sozialismus. Im Auftrag des
Bundesministeriums des Innern. 1. Auflage. Bd. 4, Leske
+ Budrich, Opladen 1999, ISBN 978-3-8100-2744-3,
S. 74.
109. Gerhard Schürer: Gewagt und verloren. Eine deutsche
Biographie. 4. bearb. Auflage. Frankfurter Oder Editionen
Buchverlag, Frankfurt (Oder) 1998, ISBN 3-930842-15-7,
S. 197 ff., 318.
110. Deutsche Bundesbank: Die Zahlungsbilanz der
ehemaligen DDR von 1975 bis 1989.
(http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Statisti
__blob=publicationFile) S. 59, abgerufen am
19. November 2012.
111. Armin Volze: Zur Devisenverschuldung der DDR –
Entstehung, Bewältigung und Folgen. In: Eberhard Kuhrt
(Hrsg.): Am Ende des realen Sozialismus. Im Auftrag des
Bundesministeriums des Innern. 1. Auflage. Bd. 4, Leske
+ Budrich, Opladen 1999, ISBN 978-3-8100-2744-3,
S. 164.
112. Deutsche Bundesbank: Die Zahlungsbilanz der
ehemaligen DDR von 1975 bis 1989.
(http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Statisti
__blob=publicationFile) S. 36, abgerufen am
19. November 2012.
113. Stefan Wolle: Die heile Welt der Diktatur. Alltag und
Herrschaft in der DDR 1971–1989. Econ&List, München
1999, S. 202.
114. Armin Volze: Zur Devisenverschuldung der DDR –
Entstehung, Bewältigung und Folgen. In: Eberhard Kuhrt
(Hrsg.): Am Ende des realen Sozialismus. Im Auftrag des
Bundesministeriums des Innern. 1. Auflage. Bd. 4, Leske
+ Budrich, Opladen 1999, ISBN 978-3-8100-2744-3,
S. 151.
115. Hans-Werner Sinn: Kaltstart – Volkswirtschaftliche
Aspekte der deutschen Vereinigung. 2. Aufl., Mohr
Siebeck, Tübingen 1992, S. 9.
116. Peter Kirchberg: Plaste, Blech und Planwirtschaft,
Nicolai Verlag, Berlin 2000.
117. Profit mit Sehnsucht. In: Der Spiegel. Nr. 13, 1966, S. 73–
74 (21. März 1966, online
(http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46266065.html)).
118. Christoph Gehrmann (2006): (Nah)Sprechen –
(Fern)Sehen: Kommunikativer Alltag in der DDR. Frank
& Timme GmbH, ISBN 3-86596-099-5, S. 126
(http://books.google.de/books?
id=pJkocGW9nxYC&pg=PA126&dq=DDR+Versorgung+Te
119. Eine Betrachtung zum Handel mit Kraftfahrzeugen in der
Deutschen Demokratischen Republik. In:
Kraftfahrzeugtechnik 12/1957, S. 447–449.
120. Werner Oswald: Kraftfahrzeuge der DDR, 2. Auflage
2000.
121. MDR-Reportage „Der Wartburg vom Traum zum
Kultauto“
122. Der deutsche Straßenverkehr, Heft Juli 1977.
123. Modelle Diamant (http://ddr-
fahrradwiki.bplaced.net/index.php?
title=Modelle_Diamant)
124. Modelle Mifa (http://ddr-
fahrradwiki.bplaced.net/index.php?
title=Kategorie:Modelle_Mifa)
125. Axel Reuther: Album der deutschen Straßenbahn- und
Stadtbahnfahrzeuge. GeraMond, München 2005, ISBN 3-
7654-7141-0, S. 83.
126. Hans-Hermann Hertle: „Ich kenne die zuständigen
Genossen nicht“, in: ders., Stefan Wolle: Damals in der
DDR. C. Bertelsmann Verlag, München 2004, ISBN 3-
570-00832-0, S. 178 ff.
127. Zit. nach Bernd Bartholmai, Manfred Melzer, Lutz
Uecker: Bauwirtschaft im Gebiet der ehemaligen DDR:
mögliche Entwicklung der Kostenstruktur im Zuge der
Neuordnung nach der Wirtschaftsunion. Duncker &
Humblot, 1991, ISBN 3-428-07178-6.
128. Katja Neller: DDR-Nostalgie: Dimensionen der
Orientierungen der Ostdeutschen gegenüber der
ehemaligen DDR, ihre Ursachen und politischen
Konnotationen. Springer, 2006, ISBN 3-531-15118-5,
S. 43.
129. Bernd Bartholmai, Manfred Melzer: Künftige
Perspektiven des Wohnungsbaus und der
Wohnungsbaufinanzierung für das Gebiet der neuen
Länder. Duncker & Humblot, 1991, ISBN 3-428-07176-
X, S. 30.
130. Stefan Wolle: Die heile Welt der Diktatur. Alltag und
Herrschaft in der DDR 1971–1989. München 1999, S.
323 (Originalausgabe 1998).
131. Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte –
Von der Gründung der beiden deutschen Staaten bis zur
Vereinigung 1949–1990. Bd. 5, C.H. Beck, München
2008, ISBN 3-406-52171-1, S. 100.
132. „Grüneberg-Plan“ = Trennung von Tier- und
Pflanzenproduktion, siehe Gerhard Grüneberg.
133. Oskar Schwarzer: Sozialistische Zentralplanwirtschaft in
der SBZ/DDR. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1999, ISBN
3-515-07379-5, S. 154.
134. Anmerkung: Horizontale Integration = größere Flächen,
riesige Ställe; vertikale Integration = landwirtschaftliche
Betriebe mit eigener verarbeitenden Industrie.
135. Arnd Bauerkämper: Strukturwandel und Alltagsleben,
Agrarwirtschaft und ländliche Gesellschaft. In: Helga
Schultz, Hans-Jürgen Wagener (Hrsg.): Die DDR im
Rückblick: Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur.
Forschungen zur DDR-Gesellschaft. Ch. Links Verlag,
Berlin 2007, ISBN 3-86153-440-1, S. 217 ff.
136. Die „zweite Lohntüte“, wie es bei Mählert heißt, u. a. mit
billigen Wohnungen, kostenloser medizinischer
Versorgung und Leistungen für Kinder (Ulrich Mählert:
Kleine Geschichte der DDR. 4. überarbeitete Aufl.,
München 2004, S. 119).
137. Ulrich Mählert: Kleine Geschichte der DDR. 4.
überarbeitete Aufl., München 2004, S. 138.
138. Stefan Wolle: Die heile Welt der Diktatur. Alltag und
Herrschaft in der DDR 1971–1989. München 1999, S.
346 (Originalausgabe 1998).
139. „Politische Erwägungen spielten bei allen Geschäften
offenbar eine untergeordnete Rolle. Während des
irakisch-iranischen Konflikts beispielsweise erhielten
beide Seiten Kriegsmaterial. Die DDR fungierte auch als
Zwischenhändler im Auftrag von
Rüstungsbeschränkungen unterworfenen Ländern.“
(Stefan Wolle: Die heile Welt der Diktatur. Alltag und
Herrschaft in der DDR 1971–1989. München 1999, S.
341 (Originalausgabe 1998).)
140. Die Gesamtkosten für Forschung und Entwicklung
einschließlich Sachinvestitionen beliefen sich
wahrscheinlich auf 50 Milliarden Mark der DDR. Siehe
hierzu Hans-Ulrich Wehler: Deutsche
Gesellschaftsgeschichte – Von der Gründung der beiden
deutschen Staaten bis zur Vereinigung 1949–1990. Bd. 5,
C.H. Beck, München 2008, ISBN 3-406-52171-1, S. 99.
141. Hermann Weber: DDR. Grundriß der Geschichte 1945–
1990. Vollständig überarbeitete und ergänzte Neuauflage,
Hannover 1991, S. 201 (Originalausgabe 1976).
142. Vgl. Albrecht Ritschl: Aufstieg und Niedergang der
Wirtschaft der DDR – Ein Zahlenbild 1945–1989. In:
Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1995, Heft 2, S. 11–
46; Jeffrey Kopstein, The Politics of Economic Decline in
East Germany, London 1997.
143. Vgl. Christoph Buchheim: Die Wirtschaftsordnung als
Barriere des gesamtwirtschaftlichen Wachstums in der
DDR. In: Vierteljahrsschrift für Sozial- und
Wirtschaftsgeschichte 82 (1995), S. 194–210.
144. Hans-Jürgen Wagener: Zur Innovationsschwäche der
DDR-Wirtschaft, in: Johannes Bähr/Dietmar Petzina
(Hg.): Innovationsverhalten und
Entscheidungsstrukturen. Vergleichende Studien zur
wirtschaftlichen Entwicklung im geteilten Deutschland
1945–1990. Berlin 1996, S. 21–48.
145. Klaus Schroeder: Der SED-Staat. Partei, Staat und
Gesellschaft 1949–1990. München 2000, S. 510 f.
(Originalausgabe 1998).
146. Stefan Wolle: Die heile Welt der Diktatur. Alltag und
Herrschaft in der DDR 1971–1989. München 1999, S.
333 (Originalausgabe 1998).
147. André Steiner: Von Plan zu Plan. Eine
Wirtschaftsgeschichte der DDR. Aufbau Verlag, Berlin
2007, ISBN 978-3-7466-8153-5, S. 224 f.
148. „Die Geldmenge ist durch die enorme Ausdehnung der
Kreditbelastung der Wirtschaft, durch verdeckte
Haushaltsverschuldung und uneffektiven Außenhandel
disproportional ausgedehnt.“ – Autorenkollektiv der
Sektion Wirtschaftswissenschaften der Humboldt-
Universität zu Berlin, Geld, Kredit und Finanzen in der
Wirtschaftsreform, in: Finanzwirtschaft, 1–2/1990, S.
11 f., zit. in Dietrich Miller, Zur Wert und Kostentheorie
des realen Sozialismus und ihrer Praxis in der Wirtschaft
der DDR, in: Deutschland Archiv 3/2011 (online
(http://www.bpb.de/themen/4YKD8X,0,0,Zur_Wert_und_Kos
149. I.e. „die Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“ –
Werner Krolikowski am 24. Oktober 1980; zit. nach
Malycha: Ungeschminkte Wahrheiten. VfZ 59 (2011),
Heft 2, S. 294.
150. Jörg Roessler: Betriebliche Sozialpolitik. In: Ostdeutsche
Wirtschaft im Umbruch 1970–2000. Bonn 2003, S. 22 ff.
151. „Durch die Abführung von produktgebundenen Abgaben
(PA) und Produktionsfondsabgaben (PFA) an den
Staatshaushalt sowie durch beauflagte
Nettogewinnabführungen wurde der größte Teil des in
den Wirtschaftseinheiten erarbeiteten Mehrprodukts im
Staatshaushalt als sog. ‚zentralisiertes Reineinkommen‘
konzentriert. Eigenverantwortung und Finanzkraft der
Wirtschaftseinheiten blieben entsprechend beschränkt.“ –
Dietrich Miller: Zur Wert und Kostentheorie des realen
Sozialismus und ihrer Praxis in der Wirtschaft der DDR.
In: Deutschland Archiv 3/2011 (online
(http://www.bpb.de/themen/4YKD8X,0,0,Zur_Wert_und_Kos
152. André Steiner: Von Plan zu Plan. Eine
Wirtschaftsgeschichte der DDR. München 2004, ISBN 3-
421-05590-4; Bonn 2007, S. 204.
153. Gerlinde Sinn, Hans-Werner Sinn: Kaltstart. Tübingen
1992, ISBN 978-3-16-145869-9; dtv Ausgabe 1993, S.
276.
154. André Steiner: Von Plan zu Plan. Eine
Wirtschaftsgeschichte der DDR. München 2004, ISBN 3-
421-05590-4; Bonn 2007, S. 179.
155. Wolfram Bickerich, Dieter Kampe, Steffen Uhlmann: „Es
reißt mir das Herz kaputt.“ Spiegel-Gespräch mit dem
ehemaligen DDR-Wirtschaftslenker Günter Mittag über
seine Politik und seine Fehler. In: Der Spiegel. Nr. 37,
1991, S. 88–104 (9. September 1991, online
(http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13491339.html)).
156. Geheime Verschlußsache b5 – 1373/88. In: Oskar
Schwarzer: Sozialistische Zentralplanwirtschaft in der
SBZ/DDR. 1999, ISBN 3-515-07379-5, S. 308 ff.
157. Friedrich von Heyl: Der innerdeutsche Handel mit Eisen
und Stahl 1945–1972. Deutsch-deutsche Beziehungen im
Kalten Krieg (= Münstersche historische Forschungen;
Bd. 12), Böhlau, Köln/Weimar/Wien 1997, S. 5, 17, 55,
242; Peter Krewer, Geschäfte mit dem Klassenfeind, Trier
2008, S. 85, 301; Klaus Schroeder unter Mitarbeit von
Steffen Alisch, Der SED-Staat. Partei, Staat und
Gesellschaft 1949–1989, München 1998, S. 272, 430 ff.
158. Peter Krewer, Geschäfte mit dem Klassenfeind, S. 93 f.,
209 f., 299.
159. Peter Krewer, Geschäfte mit dem Klassenfeind, S. 108 f.
160. Friedrich von Heyl, Der innerdeutsche Handel mit Eisen
und Stahl, S. 243.
161. „Es blieb ihr schließlich nichts anderes übrig, als eilig mit
Äthiopien, Angola, den Philippinen, Brasilien,
Kolumbien, Indien und Vietnam gegen Fertigprodukte
Rohkaffee zu tauschen.“ (Stefan Wolle: Die heile Welt
der Diktatur. Alltag und Herrschaft in der DDR 1971–
1989. München 1999, S. 330 (Originalausgabe 1998).)
162. Artikel 18 Abs. 3 DDR-Verfassung vom 9. April 1968
i.d.F. vom 7. Oktober 1974
(http://www.verfassungen.de/de/ddr/ddr74.htm#i2)
163. boheme und diktatur in der ddr – gruppen, konflikte,
quartiere, 1970 bis 1989. Eine Ausstellung des Deutschen
Historischen Museums in Berlin, 4. September 1997 bis
16. Dezember 1997 (online
(http://www.dhm.de/ausstellungen/boheme/ausstellung_haupt
164. Margarete Meggle-Freund mit Bezug auf Günter Gaus:
Die DDR als Nischengesellschaft
(http://margarete.meggle-freund.de/diss/index.php?
seite=31).
165. Zitiert nach Manfred Jäger: Kultur und Politik in der DDR
1945–1990. Köln 1995, S. 41.
166. Manfred Jäger: Kultur und Politik in der DDR 1945–
1990. Köln 1995, S. 87 ff.
167. Siehe zum Beispiel die Erfurter Martin-Luther-Ehrung
1983 (http://www.erfurt-
web.de/Luther_Ehrung_Erfurt_1983).
168. Statistisches Jahrbuch der DDR. Staatsverlag der DDR,
1. Auflage, Juni 1989, ISBN 3-329-00457-6, S. 318–328.
169. Im Gesetz über die Teilnahme der Jugend der Deutschen
Demokratischen Republik an der Gestaltung der
entwickelten sozialistischen Gesellschaft und über ihre
allseitige Förderung in der Deutschen Demokratischen
Republik
(http://www.verfassungen.de/de/ddr/jugendgesetz74.htm)
wird u. a. ausgeführt: „Alle jungen Menschen sollen sich
durch sozialistische Arbeitseinstellung und solides
Wissen und Können auszeichnen, hohe moralische und
kulturelle Werte ihr eigen nennen und aktiv am
gesellschaftlichen und politischen Leben, an der Leitung
von Staat und Gesellschaft teilnehmen. Ihr Streben, sich
den Marxismus-Leninismus, die wissenschaftliche
Weltanschauung der Arbeiterklasse, anzueignen und sich
offensiv mit der imperialistischen Ideologie
auseinanderzusetzen, wird allseitig gefördert.“
170. boheme und diktatur in der ddr – gruppen, konflikte,
quartiere, 1970 bis 1989. Eine Ausstellung des Deutschen
Historischen Museums in Berlin, 4. September 1997 bis
16. Dezember 1997 (online
(http://www.dhm.de/ausstellungen/boheme/start.htm)).
171. Roman Rutkowski: Das Charisma des Grabes – Die
Szene in der ehemaligen DDR. 2004, ISBN 3-8334-1351-
4, S. 59.
172. Norbert Madloch: Rechtsextremismus in Deutschland
nach dem Ende des Hitlerfaschismus
(http://www.rosalux.de/cms/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Schrif
(PDF; 1,0 MB), in: Klaus Kinner, Rolf Richter:
Rechtsextremismus und Antifaschismus. Historische und
aktuelle Dimension. Karl Dietz Verlag, Berlin 2000,
S. 57–215, 73.
173. Statistisches Jahrbuch der DDR. Staatsverlag der DDR,
1. Auflage, Juni 1989, ISBN 3-329-00457-6, S. 304.
174. Statistisches Jahrbuch der DDR. Staatsverlag der DDR,
1. Auflage, Juni 1989, ISBN 3-329-00457-6, S. 306.
175. Statistisches Jahrbuch der DDR. Staatsverlag der DDR,
1. Auflage, Juni 1989, ISBN 3-329-00457-6, S. 312 f.
176. Schulgesetz der DDR von 1959
(http://www.verfassungen.de/de/ddr/schulgesetz59.htm)
177. Kai Maaz (2002), Ohne Ausbildungsabschluss in der
BRD und DDR: Berufszugang und die erste Phase der
Erwerbsbiographie von Ungelernten in den 1980er
Jahren (http://www.mpib-
berlin.mpg.de/de/forschung/nwg/NWG_maaz_WP3_2002.pdf
Selbstständige Nachwuchsgruppe Working Paper 3/2002.
Berlin: Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (PDF;
514 kB).
178. Kai Maaz (2002), Ohne Ausbildungsabschluss in der
BRD und DDR: Berufszugang und die erste Phase der
Erwerbsbiographie von Ungelernten in den 1980er-
Jahren (http://www.mpib-
berlin.mpg.de/de/forschung/nwg/NWG_maaz_WP3_2002.pdf
(PDF; 514 kB), Abb. S. 9 (aus SOLGA 2002).
179. Statistisches Jahrbuch der DDR. Staatsverlag der DDR,
1. Auflage, Juni 1989, ISBN 3-329-00457-6, S. 330 f.
180. Statistisches Jahrbuch der DDR. Staatsverlag der DDR,
1. Auflage, Juni 1989, ISBN 3-329-00457-6, S. 332 f.
181. Siehe überblicksweise Günther Heydemann, Die
Innenpolitik der DDR, Oldenbourg, München 2003, S.
61–68; Hermann Weber: Die DDR 1945–1990.
Oldenbourg, München 2006, S. 139–148.
182. Mary Fulbrook, Anatomy of a Dictatorship. Inside the
GDR 1949–1989, Oxford University Press, 1995; Ralph
Jessen, Partei, Staat und „Bündnispartner“. Die
Herrschaftsmechanismen der SED-Diktatur, in: Matthias
Judt (Hrsg.), DDR-Geschichte in Dokumenten.
Beschlüsse, Berichte, interne Materialien und
Alltagszeugnisse, Ch. Links Verlag, Berlin 1997, S. 27–
43; Stefan Wolle, Die heile Welt der Diktatur. Alltag und
Herrschaft in der DDR 1971–1989, Bonn 1998; Konrad
H. Jarausch, Realer Sozialismus als Fürsorgediktatur. Zur
begrifflichen Einordnung der DDR, in: Aus Politik und
Zeitgeschichte (Beilage zur Wochenzeitung „Das
Parlament“) B 20/1998, S. 33–46; Hubertus Knabe, Die
Täter sind unter uns. Über das Schönreden der SED-
Diktatur, Propyläen, Berlin 2007; Ilko-Sascha
Kowalczuk: Die 101 wichtigsten Fragen – DDR. C.H.
Beck, München 2009, S. 48 f.
183. DDR – Mythos und Wirklichkeit
(http://www.kas.de/wf/de/71.6642/) auf der Website der
Konrad-Adenauer-Stiftung, abgerufen am 19. Mai 2010.
184. Birgit Wolf: sozialistische Demokratie. In: Sprache in der
DDR. Ein Wörterbuch. de Gruyter, Berlin/New York
2000, ISBN 3-11-016427-2, S. 208
(http://books.google.de/books?id=bCw-
jyr7tnEC&pg=PA208).
185. Klaus Schroeder: Der SED-Staat. Geschichte und
Strukturen der DDR. Bayerische Landeszentrale für
politische Bildung, München 1998, S. 643.
186. Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte,
Bd. 5: Bundesrepublik Deutschland und DDR 1949–
1990. C.H. Beck, München 2008, S. 23
(http://books.google.com/books?
id=4PzvV1qadMMC&pg=PA23).
187. Karl Dietrich Bracher: Die totalitäre Erfahrung.
Geschichte als Erfahrung. Betrachtungen zum 20.
Jahrhundert. DVA, Stuttgart 2001, S. 123, 145 u. ö.
188. Eckhard Jesse: War die DDR totalitär? In: Aus Politik und
Zeitgeschichte 40 (1994), S. 12–23.
189. Peter Christian Ludz: Parteielite im Wandel,
Funktionsaufbau, Sozialstruktur und Ideologie der SED-
Führung. Eine empirisch-systematische Untersuchung.
Westdeutscher Verlag, Köln/Opladen 1968.
190. Stefan Wolle: Die heile Welt der Diktatur. Alltag und
Herrschaft in der DDR 1971–1989. München 1999, S.
551–553 (Originalausgabe 1998).
191. Wolfgang Wippermann: Dämonisierung durch Vergleich.
DDR und Drittes Reich. Rotbuch, Berlin 2009 (Auszug
online (http://www.stthomas-
berlin.de/allerlei/2010/62wippermann.htm)).
192. Martin Sabrow: Die DDR erinnern. In: Ders. (Hrsg.):
Erinnerungsorte der DDR. München 2009, S. 15.
193. Detlef Pollack, Zonen der Autonomie, in: War die DDR
eine linkstotalitäre Diktatur und eine „sowjetische
Satrapie“? (http://lesesaal.faz.net/wehler/exp_forum.php?
rid=12), FAZ.net, 29. August 2008, abgerufen am 19. Mai
2010.
194. Günter Gaus: Nischengesellschaft. In: Ders. Wo
Deutschland liegt. Eine Ortsbestimmung. Hoffmann und
Campe, Hamburg 1983, S. 156–233.
195. Mary Fulbrook: Ein ganz normales Leben. Alltag und
Gesellschaft in der DDR. Darmstadt 2008, S. 251, 309,
314 (engl. Originalausgabe: New Haven and London
2005).
196. Erwin Sellering im Gespräch: „DDR war kein totaler
Unrechtsstaat“
(http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/erwin-sellering-
im-gespraech-ddr-war-kein-totaler-unrechtsstaat-
1924072.html), in: Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung vom 22. März 2009 (abgerufen am 20.
Mai 2010); Armin Fuhrer, Politische Strafjustiz: Die DDR
war ein Unrechtsstaat
(http://www.focus.de/politik/deutschland/politische-
strafjustiz-die-ddr-war-ein-
unrechtsstaat_aid_383676.html), in: Focus Online vom
24. März 2009 (abgerufen am 20. Mai 2010); Christiane
Kohl, Debatte über DDR-Vergangenheit – „Ein glatter
Unrechtsstaat“
(http://www.sueddeutsche.de/politik/debatte-ueber-ddr-
vergangenheit-ein-glatter-unrechtsstaat-1.406989), in:
Süddeutsche Zeitung vom 6 April 2009 (abgerufen am
11. November 2012).
197. Konrad H. Jarausch: Realer Sozialismus als
Fürsorgediktatur. Zur begrifflichen Einordnung der DDR.
In: Aus Politik und Zeitgeschichte B20 (1998), S. 33–46;
ders., Fürsorgediktatur
(http://docupedia.de/zg/F%C3%BCrsorgediktatur) auf
docupedia, abgerufen am 18. Mai 2010.
198. Gesine Schwan: Diktatur: In der Falle des Totalitarismus.
In: Die Zeit vom 25. Juni 2009 (online
(http://www.zeit.de/2009/27/Oped-
Schwan/komplettansicht), abgerufen am 18. Mai 2010).

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Deutsche Teilung Historisches Territorium (Deutschland)
Historischer Staat in Europa Diktatur Gegründet 1949
Aufgelöst 1990
Ehemaliger Mitgliedstaat der Vereinten Nationen

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