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Deutschland 1945 bis 1949

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Die Zeit Deutschland


in
1945–1949

Erkennungsflagge für deutsche Handelsschiffe


1946–1950


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Berlin (de jure)
Frankfurt am Main
(Amerikanische Zone)
Hauptstadt Bad Oeynhausen (Britische Zone)
Baden-Baden (Französische
Zone)
Ost-Berlin (Sowjetische Zone)
Regierungsgewalt Alliierter Kontrollrat
West- und Ostzone: Reichsmark
und Rentenmark (1945–1948)
Westzone: Deutsche Mark (1948–
Währung 1949)
Ostzone: Deutsche Mark (1948–
1949)
Saarland: Saar-Mark (1947),
Saar-Franken (1947–1949)
Zeitzone UTC+1 MEZ
Kfz-Kennzeichen D
Karte (Ausschnitt)
Deutschland zwischen 1945 und 1949, vom Kriegsende durch
die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht und
Niederlage des Deutschen Reiches bis zur Gründung
beziehungsweise Neuorganisation zweier deutscher Staaten als
Teile der deutschen Nation und damit dem Beginn der 40-
jährigen Geschichte deutscher Teilung, zählt zu den
„kompliziertesten Abschnitten der deutschen Geschichte […]
einem interdependenten Prozess, an dem alle Weltmächte
beteiligt waren.“ (Lutz Niethammer)

Inhaltsverzeichnis
1 Die Lage nach Kriegsende
1.1 Situation vor der Besetzung
1.2 Übernahme der Regierungsgewalt durch die
Alliierten
1.3 Potsdamer Konferenz
1.4 Kriegsgefangene
1.5 Trümmerfrauen
1.6 Details
2 Wirtschaft
2.1 Lebensmittelversorgung
2.2 Demontagen
2.3 Wiederaufbau
2.4 Presse
2.5 Details
3 Flüchtlinge und Vertriebene
3.1 Herkunft
3.2 Eingliederung
4 „Entnazifizierung“ und „Reeducation“
4.1 Entnazifizierung
4.2 Reeducation
5 Politik
6 Kultur
6.1 Literatur
6.2 Bildende Kunst
6.3 Musik und Theater
6.4 Film
6.5 Radio
7 Der Weg zur Gründung zweier deutscher Staaten
7.1 Gründung der Bizone
7.2 Währungsreform
7.3 Berlin-Blockade und Luftbrücke
7.4 Gründung der Bundesrepublik Deutschland
7.5 Gründung der DDR
8 Zitate
9 Weiterführende Informationen
9.1 Siehe auch
9.2 Film
9.3 Literatur
9.4 Weblinks
9.5 Demontage
9.6 Vertreibung
10 Fußnoten

Die Lage nach Kriegsende


Situation vor der
Besetzung

Die Staatsorganisation
des Deutschen Reiches
war bereits vor dem
„Zusammenbruch“
zerfallen. Nachdem die
Siegermächte die
Obersten
Reichsbehörden und die
Nationalsozialistische
Deutsche Arbeiterpartei Deutschland in den Grenzen von
(NSDAP) zerschlagen 1937, wie es (ohne die Freie Stadt
hatten, waren Danzig) völkerrechtlich – aufgrund
Bevölkerung und
alliiertem Vorbehaltsrecht – bis 1990
nachgeordnete
Bestand hatte, jedoch ab 1970
Verwaltung weitgehend
zunehmend an Bedeutung verlor.
auf Selbstorganisation
zurückgeworfen. Noch
lange im Exil, bezeichnete Thomas Mann 1945 die Deutschen
als „dies unglückselige Volk“. Die Westwanderung von 12 bis
14 Millionen Heimatvertriebenen und Flüchtlingen und der
Zerfall der deutschen Wirtschaftsräume verschärften das soziale
Elend.
Siehe auch: Flucht und
Vertreibung Deutscher
aus Mittel- und
Osteuropa 1945 bis
1950

Übernahme der
Regierungsgewalt
durch die Alliierten
→ Hauptartikel: Deutschland 1947. Die vier
Nachkriegszeit in Besatzungszonen gemäß dem
Deutschland und Potsdamer Abkommen, das freie
Automatischer Arrest Saarland und die unter polnische und
sowjetische Verwaltung gestellten
Deutschland im
deutschen Ostgebiete
Gebietsstand von 1937
wurde nach Übertragung
der Verwaltungshoheit über seine Ostgebiete (rund ein Drittel
des Staatsgebietes), die von der sowjetischen Armee direkt an
die Volksrepublik Polen beziehungsweise Russische SFSR
(heute zu Russland gehörender, nördlicher Teil Ostpreußens)
übergeben worden waren, in vier Besatzungszonen aufgeteilt:

Amerikanische Besatzungszone
Britische Besatzungszone
Französische Besatzungszone
Sowjetische Besatzungszone

Am 5. Juni 1945 übernahmen die Oberbefehlshaber der Vier


Mächte (USA, Großbritannien, Frankreich und Sowjetunion)
durch die Berliner Erklärung die oberste Regierungsgewalt über
Gesamtdeutschland. Diese lag beim Alliierten Kontrollrat mit
Sitz in Berlin. Für Groß-Berlin erfolgte eine gemeinsame
Besetzung der Alliierten und die Einrichtung der Alliierten
Kommandantur für die Verwaltung des Stadtgebietes.

Die Briten und die US-Amerikaner räumten Sachsen, Thüringen


und Teile von Mecklenburg, um sie zum 1. Juli 1945
sowjetischer Kontrolle zu überlassen. Im Gegenzug erhielten sie
und Frankreich die drei Westsektoren Berlins. Am 10. Juli
rückten französische Besatzungstruppen in das Saarland ein,
das von den US-Truppen verlassen wurde.[1]

Die ersten Länder wurden im Juli 1945 in der Sowjetischen


Besatzungszone gegründet; allerdings verfolgte die
Sowjetunion dabei einen Einheitsstaat, in dem die Länder
lediglich Verwaltungseinheiten sein sollten. Auch die Briten
organisierten ihre Besatzungszone in Nordwestdeutschland eher
zentralistisch. Die Amerikaner hingegen verfolgten in
Süddeutschland ein föderalistisches Konzept, nach dem die
Länder auch eine wichtige politische Rolle spielen sollten.

In der Atlantik-Charta, der Casablanca-Konferenz, der


Konferenz von Teheran und der Erklärung von Jalta hatten die
Alliierten die verschiedenen Strategien teilweise bereits ab 1943
ausgearbeitet. Trotzdem wurden die wechselhaften Ergebnisse
der Besatzungspolitik sowohl von den Besatzungsmächten als
auch von den Deutschen über lange Zeit als Provisorien
betrachtet. Erst mit der Blockbildung im Kalten Krieg wurde
aus Vorläufigem – vor allem aus der deutschen Teilung –
scheinbar Endgültiges.

Siehe auch: Rechtslage Deutschlands nach 1945


Potsdamer Konferenz
→ Hauptartikel:
Potsdamer
Konferenz und
Potsdamer Abkommen

Mitte Juli waren Winston


Churchill, Harry S.
Truman und Josef Stalin
in Deutschland, um in
einer Sitzend von links nach rechts: der
Dreimächtekonferenz neue britische Premierminister Attlee,
der Hauptalliierten auf US-Präsident Truman und der
höchster Ebene über das sowjetische Generalissimus Stalin auf
weitere Vorgehen zu der Potsdamer Konferenz
beraten. Als wichtigste
Ergebnisse wurden am 2.
August 1945
beschlossen:

die
Demokratisierung
Deutschlands
die
Dezentralisierung
seiner Wirtschaft
die Einrichtung U.S. Department of State, Karte
eines
10. Januar 1945: Germany – Poland
gemeinsamen
Proposed Territorial Changes –
Kontrollrates für
Deutschland Secret („Vorschlag zur
Gebietsveränderung – Geheim“), 4
die Vorschläge des amerikanisches
Demilitarisierung Außenministerium genutzt während
und die Konferenz von Jalta und die
Entnazifizierung Potsdamer Konferenz
des Landes Grenzverhandlungen.[2]
die Einrichtung
eines
Internationalen Militärtribunals (siehe Nürnberger
Prozesse)
die faktische Abtrennung der Gebiete östlich der Oder-
Neiße-Linie, indem sie unter einstweilige polnische
Verwaltung gestellt wurden

Die Forderung nach einem „ausgeglichenen Wirtschaftsleben in


ganz Deutschland“ wurde schon bald durch die
Auseinanderentwicklung der Wirtschaftsverhältnisse in Ost-
und Westzonen (auch eine Folge der zunehmenden
Konfrontation der politischen Blöcke im Kalten Krieg)
Makulatur.

Über die sowjetischen Reparationsforderungen kam es bei der


Konferenz bereits zu einem ersten Eklat mit den Vereinigten
Staaten von Amerika. Die Feierlichkeiten zum Sieg über Japan
begingen die Alliierten aber noch gemeinsam vor dem
Brandenburger Tor. Im September 1945 wurde mit dem
Wanfrieder Abkommen ein geringfügiger Gebietstausch
zwischen amerikanischer und sowjetischer Besatzungszone
vereinbart.

Kriegsgefangene

Insgesamt befanden sich 1945 elf Millionen deutsche Soldaten


in Gefangenschaft, fünf
Millionen von ihnen
kamen recht schnell
wieder in Freiheit. In den
letzten Wochen vor dem
Kriegsende ergaben sich
allein den Amerikanern
vier Millionen deutsche
Soldaten. Diese hatten
schwerwiegende
logistische Probleme,
diese riesige Zahl an
Deutsche Kriegsgefangene beim
Kriegsgefangenen
Minenräumen, Stavanger, August
ausreichend mit
1945. Norwegen zwang nach dem
Lebensmitteln,
Medikamenten und Zweiten Weltkrieg deutsche
Unterkünften zu Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit
versorgen. Im Frühjahr als Minenräumer, bis zum 29. August
1946 wurde dem IKRK 1945 kamen dabei 275 ums Leben.[3]
schließlich erlaubt,
Besuche abzuhalten und den Kriegsgefangenen in der
amerikanischen Zone begrenzte Mengen an Nahrungsmitteln
zukommen zu lassen.[4] (Zu Deutschen in amerikanischem
Gewahrsam 1945 siehe Rheinwiesenlager.)

Über 700.000 Kriegsgefangene stellten die USA den Franzosen


zum Wiederaufbau ihres Landes zur Verfügung. Frankreich
zwang etwa 50.000 zur hochriskanten Zwangsarbeit als
Minenräumer.[5] Einige mussten unter harten Bedingungen im
Bergbau arbeiten. Viele konnten erst 1948 in die Heimat
zurückkehren. Für solche in sowjetischer Kriegsgefangenschaft
war die Aussicht zu überleben schlecht, etwa 30 Prozent
starben. Die letzten kamen erst 1956 nach Deutschland zurück,
die so genannte Heimkehr der Zehntausend.

Siehe auch: Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg,


Zwangsarbeit und Deutsche Zwangsarbeiter nach 1945

Trümmerfrauen

Am 29. Mai 1945 wurde


die Meldepflicht für alle
Frauen zwischen 15 und
65 Jahren in Berlin
eingeführt. Arbeit als
„Trümmerfrau“ brachte
bessere
Lebensmittelkarten ein.
Frauen, die in den ersten
Nachkriegsjahren die
Hauptlast des
Wiederaufbaus in
Deutschland trugen,
entwickelten in dieser
Zeit ein neues
Selbstverständnis und -
bewusstsein. Das
konservativere Klima der
späteren Jahre unter Berliner Trümmerfrauen
Bundeskanzler Konrad
Adenauer sollte die
emanzipativen Ansätze aber weitgehend wieder einkassieren –
zumindest in Westdeutschland. Schon im ersten Deutschen
Bundestag von 1949 waren Frauen anteilsmäßig spärlicher
vertreten als noch im
Reichstag der Weimarer
Republik.

Details
Ein Viertel aller
Wohnungen war zerstört
worden, in vielen
Städten gar über 50 Straßenbahn mit Behelfsverglasung
Prozent. Im Zuge der vor einer Ruine, Potsdam 1945
Besetzung und auch
noch in der Folgezeit kam es zu einer erheblichen Zahl von
Vergewaltigungen deutscher Frauen und Mädchen durch
alliierte Soldaten.

Im Mai 1945 gab es in Berlin etwa 1000 Selbstmorde. Von den


ehemals fast 4,5 Millionen Einwohnern des Jahres 1942 zählte
man in der weitgehend zerstörten Stadt im August 1945 noch
2,8 Millionen (→ Einwohnerentwicklung von Berlin). Am 15.
Mai erschien bereits wieder eine erste Zeitung: die Tägliche
Rundschau, herausgegeben von den sowjetischen
Militärbehörden. Ab 21. Mai wurde auch erneut Radio aus
Berlin gesendet. Durch Zwangsrekrutierung von
Räumungskräften gelang den sowjetischen Truppen die
Räumung der Straßen binnen 14 Tagen. Von April bis Juni
1945 war Bersarin Stadtkommandant von Berlin.
Schwarzmärkte in der Brunnenstraße, am Potsdamer Platz und
am Bahnhof Zoo kamen auf.

Hilfe für Berliner Kinder organisierte die britische


Landverschickungsaktion „Stork“. Hilfe kam außerdem aus der
Schweiz, aus Schweden, aus Irland und von amerikanischen
Quäkern.

Im Berliner Magistrat war Ferdinand Sauerbruch für das


Gesundheitswesen und Hans Scharoun für das Bauwesen
zuständig, acht andere wichtige Posten wurden von
Kommunisten besetzt. Am 10. Juni ließen die sowjetischen
Behörden wieder Parteien zu.

In der „Femina-Bar“ in Berlin-Schöneberg nahmen es


amerikanische Soldaten nicht so genau mit dem offiziellen
Gebot der „Non-Fraternization“. Eine Flasche gepanschten
Korns ging in Berliner Lokalen für 900 Reichsmark schwarz
über die Theke. Gegenüber der entwerteten Reichsmark setzte
sich bald – zumindest inoffiziell – die „Zigarettenwährung“
durch. Auch dies war eine Spätfolge der verantwortungslosen
Finanzpolitik der Nationalsozialisten, welche für Rüstung und
Krieg die umlaufende Geldmenge aufgebläht hatte.

Wirtschaft
Lebensmittelkarte von 1945

Berliner zerlegen ein verendetes


Pferd (Mai 1945)

Hungerwinter 1947. Wegen der


katastrophalen Ernährungslage legten
am Montag, 31. März 1947, in
Krefeld Tausende die Arbeit nieder
und versammelten sich zu einer
Protestkundgebung auf dem
Karlsplatz.
Lebensmittelversorgung
Die allgemeine
Lebensmittelversorgung
war schlecht und man
bekam nicht genug zu
essen. Viele Menschen
starben in den ersten
Wochen an Hunger oder
Durst – insbesondere
Säuglinge und
Kleinkinder, weil keine Die Tagesration eines
Milch vorhanden war. Normalverbrauchers in der britischen
Die Besatzungszone (1948)
Durchschnittsversorgung
pro Tag erreichte z. B. in
Bayern gerade 1000 Kalorien. Die „Cooperative for American
Remittances for Europe“ (CARE) schickte Versorgungs-Pakete,
aber bis zum 5. Juni 1946 war es verboten, CARE-Pakete nach
Deutschland zu schicken.[6] Als Teil der
Bestrafungsphilosophie wurde US-Truppen die Bereitstellung
von Hilfe, insbesondere von Nahrungsmitteln an hungrige
Deutsche verboten. Amerikanische Haushalte im besetzten
Deutschland wurden angewiesen, deutschen Hausangestellten
keine Speisereste zu überlassen; alle überschüssigen
Lebensmittel mussten vernichtet oder ungenießbar gemacht
werden.[7]

Die alliierten Besatzungsmächte gaben in ihren jeweiligen


Sektoren neue Lebensmittelkarten aus, die entsprechend der
Schwere der Arbeit in Verbrauchergruppen (Kategorien) von I
bis V eingestuft wurden. Die dafür ausgegebenen Rationen
wurden wöchentlich neu entsprechend den Möglichkeiten
festgelegt.

Demontagen
In der Sowjetischen
Besatzungszone (SBZ)
standen als
Reparationsmaßnahmen
intensive
Industriedemontagen im
Vordergrund: immerhin
hatte die UdSSR die
Hauptlast beim Kampf
gegen das
nationalsozialistische
Deutschland tragen
müssen – knapp 22
Millionen sowjetische
Zivilisten und Soldaten
starben während des
Krieges.
Aufteilung der deutschen
Die Demontagen in den Industrieanlagen. Zwischen dem
Fabriken wurden durch 31. März 1946 und August 1947
die Arbeiter wurden aus den westlichen
durchgeführt, die an den Besatzungszonen 11.100 Tonnen
Maschinen oft jahrelang Industrieanlagen in die Sowjetunion
gearbeitet hatten. Aus gebracht.[8][9]
natürlicher Abneigung
gegen diese
Maßnahmen, wurde immer wieder „vergessen“, für den Betrieb
notwendige Einzelteile auch zu verpacken. Damit war bei einem
Wiederaufbau in der Sowjetunion eine weitere Nutzung meist
ausgeschlossen. Daher beendete man schon frühzeitig die
Demontagen vor Ort, überführte die geeigneten Betriebe in
Sowjetische Aktiengesellschaften und transportierte dann die
„überprüften“ Fertigprodukte als Reparationsleistung ab.

Allein von 1945 bis Ende 1946 wurden 1000 Betriebe abgebaut,
bis März 1947 fast 12.000 Kilometer Schienen demontiert. Mit
der Deutschen Wirtschaftskommission (DWK) wurde ab
Frühjahr 1948 die Umwandlung zur Planwirtschaft begonnen.
Im Gegensatz zur Praxis in den drei westlichen
Besatzungszonen (→ Trizone) diente die „Entnazifizierung“ in
der SBZ auch zu massiven Enteignungen und gesellschaftlichen
Umverteilungen und Umstrukturierungen (Bodenreform ab
September 1945 u. a.). Trotzdem sollte sich die aus der
Sowjetzone hervorgegangene DDR zu einem der
wohlhabenderen Länder des Ostblocks entwickeln, welches
allerdings stets dem ökonomischen Niveau der Bundesrepublik
Deutschland hinterherhinkte.

Auch in den westlichen Besatzungszonen fanden Demontagen


statt. Die Demontage von Industrieanlagen in den westlichen
Besatzungszonen wurde nach einem im März 1946
aufgestellten Industrieplan begonnen, nach dem 1500 Betriebe
demontiert werden sollten, um das Produktionsniveau auf rund
50 Prozent von 1938 zurückzuschrauben.[10] Noch am
13. Juni 1949 gingen belgische Soldaten gegen deutsche
Arbeiter vor, die mit Barrikaden die Demontage eines
Hydrierwerks verhindern wollten.
→ Hauptartikel: Monnet-Plan

Durch das Ruhrstatut wurde am 28. April 1949 eine


Internationale Ruhrbehörde errichtet. Das Ziel war die Kontrolle
der westdeutschen Schwerindustrie durch eine Begrenzung der
Produktion sowie die Entscheidung, wie viel Kohle und Stahl
Deutschland selbst erhalten durfte und wie viel davon zu
exportieren war. Die Demontagepläne wurden zuletzt im
Petersberger Abkommen vom 22. November 1949 revidiert. Im
Januar 1951 waren die Demontagen schließlich beendet.[11]

Der Gesamtwert der demontierten Anlagen wird für


Westdeutschland auf bis zu 5,4 Mrd. DM geschätzt, für die
Sowjetische Besatzungszone beziehungsweise die DDR auf bis
zu 5 Mrd. DM.

Wiederaufbau
Eine eigentliche „Stunde Null“ gab es für die deutsche
Wirtschaft nicht: Deutschland lag keineswegs zur Gänze in
Trümmern. Der Historiker Niethammer formuliert es kühl: „[…]
in der Bilanz hatten die Bomber die deutsche Industrie nicht
ausgelöscht, sondern ihre Expansion im Krieg abrasiert, die
Menschen- und Qualifikationsverluste des Krieges wurden
durch den Zuzug aus dem Osten und die Leistungsbereitschaft
der auf ein elementares Existenzniveau herabgedrückten
Bevölkerung mehr als ausgewogen.“

Am 6. September 1946 hielt der US-amerikanische


Außenminister James F. Byrnes in Stuttgart die Rede der
Hoffnung und kündigte damit die Bizone an. In dieser Rede
verwarf er auch die Friedensmöglichkeiten des Morgenthau-
Plans von 1944.[12] Die amerikanische Politik änderte sich
daraufhin. Die Direktive JCS 1067 sagte aus, dass die
Militärgouverneure keine Schritte unternehmen durften, „die (a)
zum wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschlands führen
könnten oder (b) geeignet sind, die deutsche Wirtschaft zu
erhalten oder zu stärken.“[13] Die Direktive wurde ab 1946 nur
in abgeschwächter Form angewandt, aber erst im Juli 1947
formell durch eine neue Direktive ersetzt. Mitte 1947 stellte US-
Außenminister George C. Marshall in Harvard sein
Wirtschaftsförderungsprogramm für Europa vor. Nun hieß es:
„Für ein geordnetes und blühendes Europa sind die
wirtschaftlichen Beiträge eines stabilen und produktiven
Deutschlands ebenso notwendig wie die Beschränkungen, die
die Garantie geben sollen, dass der destruktive Militarismus in
Deutschland nicht wieder aufleben kann.“[14]

→ Hauptartikel: Marshallplan

In diesem Rahmen erhielt Westdeutschland von 1948 bis 1952


ca. 1,4 Milliarden US-Dollar von den USA. Die Maßnahmen
des Marshall-Plans griffen auch in Deutschland, wobei diese
Wirkung eher psychologische als rein materielle Gründe hatte.
1953 wurde beschlossen, dass Deutschland ca. 1,1 Milliarden
US-Dollar zurückzuzahlen hatte.

Die Kosten der Besatzung von über 2,4 Milliarden US-Dollar


pro Jahr wurden Westdeutschland übertragen.[15]

Über einen Zeitraum von zwei Jahren nahmen die USA alle
deutschen Patente und Industriegeheimnisse an sich, nach
Professor John Gimbel in "Science Technology and
Reparations: Exploitation and Plunder in Postwar Germany" zu
einem Wert von fast 10 Milliarden US-Dollar.[16] Auch die
Briten bemächtigten sich Geschäftsgeheimnissen durch
Entführung deutscher Wissenschaftler und Techniker sowie
durch Internierung deutscher Geschäftsleute, wenn diese ihre
Geschäftsgeheimnisse nicht offenbaren wollten.[17] Konrad
Adenauer schrieb, dass der Schaden an der deutschen
Wirtschaft sehr hoch war und sich kaum beziffern ließ.[18] Die
beschlagnahmten Geräte enthielten Elektronenmikroskope,
waren u. a. Kosmetik, Textilmaschinen, Tonbandgeräte,
Insektizide, eine einzigartige Schokoladen-
Verpackungsmaschine, ein Miststreuer, Schlittschuhschleifer,
Papierservietten-Maschinen und andere Technologien, von
denen fast alle entweder in die Industrie der Vereinigten Staaten
übernommen wurden oder in ihrer Qualität amerikanischen
Produkten überlegen waren.[19] Nach Konrad Adenauer hätte
die Patente von IG-Farben nach der Erklärung eines
amerikanischen Sachverständigen der USA Chemieindustrie
einen Vorsprung von wenigstens 10 Jahren gegeben.[20]

→ Hauptartikel: Operation Overcast

"Projekt Safehaven" war ein US-amerikanische Programm,


parallel zu Operation Overcast, um die deutsche Forschung zu
behindern und die deutschen Forscher von Emigration in
Ländern wie Spanien oder Argentina zu behindern. Die US-
Streitkräfte konzentrierten sich auf Sachsen und Thüringen.
Viele Berliner Forschungseinrichtungen war dort evakuiert
worden. Bis 1947 hatte Projekt Safehaven schätzungsweise
1.800 Techniker und Wissenschaftler gefangen genommen,
zusammen mit 3.700 Familienmitglieder.[21] Sie wurden für
drei Jahre in ländlichen Dörfern gefangen gehalten, in denen es
weder Arbeit noch Forschungseinrichtungen gab. Nach John
Gimbel setzten die USA einige der besten Köpfe in Deutschland
für drei Jahre auf Eis und beraubten auf diese Weise dem
deutschen Wiederaufbau seiner Kompetenz.[21]

Das für die Produktion


des „KdF-Wagens“
gebaute
Volkswagenwerk
Wolfsburg sollte
demontiert und nach
Großbritannien
verschifft werden.[22]
Aber kein britischer
VW-Käfer Kabriolett (1949)
Hersteller war an dem
Werk und seinem
Produkt interessiert: „Das Fahrzeug entspricht nicht den
grundlegenden technischen Anforderungen an ein Automobil
[…], es ist ziemlich unattraktiv für den durchschnittlichen
Käufer […]“. Es sei für das Unternehmen unwirtschaftlich, das
Auto kommerziell zu bauen.[22]

Unter britischer Verwaltung konnten 1945 in den Wolfsburg


Motor Works trotz Versorgungsengpässen und zerstörter
Verkehrsinfrastruktur fast 2.000 VW Käfer gebaut werden; im
Jahr darauf waren es bereits rund 10.000 Fahrzeuge. Ungefähr
ein Viertel der Wagen ging in den Export. VW löste bald darauf
Opel als größten deutschen Automobilproduzenten ab.

Bis 1950 wurde im Westen bereits wieder das Niveau des


Bruttosozialprodukts von 1936 erreicht.
Presse
→ Hauptartikel: Presse in der Besatzungszeit 1945–1949

In allen Besatzungsgebieten gaben die alliierten Truppen


Zeitungen heraus, um die Bevölkerung mit wichtigen
Informationen zu versorgen (siehe Heeresgruppenpresse).
Andere Zeitungen mussten in den Westzonen bis in die späten
Vierziger Jahre lizenziert sein. So sollte verhindert werden, dass
Nationalsozialisten oder andere Demokratiegegner publizistisch
tätig wurden (siehe Lizenzzeitung). In Ostdeutschland sicherte
die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD)
die Linientreue der Publikationen über Materialzuteilungen. Nur
KPD/SED-nahe Blätter erhielten ausreichend Druckpapier.

Die „Aachener Nachrichten“ erscheinen seit dem 24. Januar


1945 und sind damit die am längsten ununterbrochen
erscheinende Zeitung Deutschlands. Die erste Lizenz der
amerikanischen Militärverwaltung wurde am 1. August 1945 an
die „Frankfurter Rundschau“ vergeben. Die „Süddeutsche
Zeitung“ erschien erstmals am 6. Oktober 1945 in München,
wenn auch zunächst nur zweimal in der Woche nur im Umfang
von vier Seiten. Die Lizenz für die Programmzeitschrift
„Hörzu“ bildete die Grundlage für den Aufstieg des Axel-
Springer-Verlags. Die erste Ausgabe des „Neuen Deutschland“
erschien im April 1946 im Ostsektor Berlins. „Die Welt“ und
„Die Zeit“ erscheinen seit 1946, „Der Spiegel“ seit 1947.

Details
Mitte 1947 waren bereits wieder alle Berliner U-Bahn-Strecken
in Betrieb. Die Taxinutzung war vorerst noch Personal der
Alliierten vorbehalten. Noch vor der Währungsreform eröffnete
das Berliner Warenhaus Hertie. Zahlreiche Umtauschstellen
hatten großen Zulauf, u. a. wurde hier auch mit selbst
angebautem Tabak („Strunken“) gehandelt. Waffen und
Militärgüter wurden zivil umgenutzt, aus Flugzeugreifen
wurden so beispielsweise Schuhsohlen. Bis August 1947 trafen
450.000 entlassene Kriegsgefangene in der ehemaligen
Reichshauptstadt ein, 120.000 blieben.

Im kalten Winter 1947 wurde das Heizmaterial knapp. In Berlin


und anderen Städten wurden Straßenbäume zu Heizzwecken
gefällt. 1946/47 waren auch vielerorts die Vorkriegs- und
Kriegsvorräte an Lebens- und Betriebsmittel aufgebraucht, die
Lage war daher teilweise kritischer als noch 1945.

Flüchtlinge und Vertriebene


→ Hauptartikel: Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel-
und Osteuropa 1945 bis 1950

Herkunft
Nach dem Zweiten
Weltkrieg erreichten
über zwölf Millionen
(bis 1948 etwa 11,7
Mio.[23]) Deutsche als
Flüchtlinge und
Vertriebene aus östlichen Vertreibung aus Schlesien 1945
Gebieten die
Besatzungszonen des
verbliebenen
Deutschlands.

Die meisten davon, über


sieben Millionen, kamen
im Rahmen der
Westverschiebung
Polens aus den
deutschen Ostgebieten,
also im Wesentlichen aus
Schlesien, der Neumark,
Pommern und
Ostpreußen. Weitere drei
Millionen waren die
Sudetendeutschen, die
ihre Gebiete verlassen
mussten. Etwa 670.000
Deutsche kamen aus
Deutsche Kinder aus den polnisch
Polen bzw. den während
verwalteten Gebieten in einem
des Zweiten Weltkrieges
kleinen Ort Westdeutschlands
von Deutschland
annektierten polnischen angekommen. Heimat und
Gebieten, weitere Muttersprache sind ihnen noch
800.000 aus sonstigen fremd. August 1948.
osteuropäischen
Staaten.[24]

Eingliederung
1,7 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene ließen sich in der
Nachkriegszeit allein in Bayern nieder, ihr Anteil an der
dortigen Wohnbevölkerung betrug zeitweise 20 Prozent. Die
Wirkung dieser Bevölkerungsbewegung auf die Sozialstruktur
war dabei recht uneinheitlich. Einerseits wurden vormals
religiös und sozial weitgehend homogene Gebiete durchmischt,
progressive Tendenzen waren zu beobachten – so stammten
nicht wenige Jungunternehmer und Fachkräfte der späteren
Bundesrepublik aus den Vertriebenenkohorten. Andererseits
brachten die Deutschen aus den Ostgebieten oft eine eher
konservativ-ländliche Kultur mit; einige restaurative Tendenzen
Westdeutschlands in den 1950er Jahren (Heimatfilm; aus
erzwungenem Rückzug in familiäre Notgemeinschaften
entwickelte sich das unpolitische private Idyll der späteren
Wohlstandsjahre u. a.) können zum Teil darauf zurückgeführt
werden. Die erbrachten Integrationsleistungen bleiben jedoch
bemerkenswert, vor allem in Anbetracht späteren (Teil-
)Versagens von Integrationspolitiken – siehe beispielsweise die
„Integration“ der sogenannten Gastarbeiter ab den 1970er
Jahren.

Die britische Zone hatte am 1. April 1947 einen


Bevölkerungszuwachs von 3,67 Millionen gegenüber 19,8
Millionen Einwohnern in der Vorkriegszeit zu verzeichnen. Die
Einwohnerzahl der US-Zone vergrößerte sich um 3,25
Millionen, die der sowjetischen Zone um 3,16 Millionen. Die
französische Zone nahm dagegen nur wenige Flüchtlinge auf.

„Entnazifizierung“ und „Reeducation“


Entnazifizierung
→ Hauptartikel: Entnazifizierung
Nach dem Potsdamer Abkommen sollten die deutsche und
österreichische
Gesellschaft, Kultur,
Presse, Ökonomie,
Jurisdiktion und Politik
von allen Einflüssen des
Nationalsozialismus
befreit werden. Dies
sollte im Zusammenhang
einer umfassenden
Demokratisierung und
Entmilitarisierung
geschehen.

Für die Einteilung der


Bevölkerung gab es fünf
Kategorien:
Eine ehemalige „Adolf-Hitler-Straße“
Hauptschuldige erhält wieder ihren alten Namen.
(Kriegsverbrecher)
Belastete (Aktivisten, Militaristen, Nutznießer)
Minderbelastete
Mitläufer
Entlastete

Bei den Entnazifizierungs-Prozessen in den Westzonen kamen


viele alte NS-Parteimitglieder zunehmend glimpflich davon.
Dabei waren die Amerikaner von allen westlichen Alliierten die
am stärksten auf Entnazifizierung bedachte Macht; allerdings
konnten sie gegen die in der deutschen Bevölkerung weit
verbreitete Schlussstrich-Mentalität schließlich immer weniger
ausrichten. Auch ihre eigenen politischen Ziele – politische
„Säuberung“ vs. Festigung einer marktwirtschaftlichen Bastion
gegen den Sozialismus – widersprachen sich. Ferner waren in
West wie Ost begehrte Fachkräfte und Experten oft von der
„Entnazifizierung“ ausgenommen.

In der Ostzone fand 1947 der Prozess gegen NS-Verbrecher des


Konzentrationslagers Sachsenhausen statt; gleichzeitig nutzte
die Sowjetunion das Lager als Speziallager Nr. 7
Sachsenhausen für eigene Zwecke weiter, wobei neben
ehemaligen Nationalsozialisten auch unliebsame
Sozialdemokraten, Liberale und Konservative inhaftiert wurden.
Bis 1949 starben hier 12.000 Gefangene, u. a. der bekannte
Film- und Theater-Schauspieler Heinrich George. Das Lager
blieb bis 1950 die größte Haftstätte der Ostzone.
Internierungslager gab es allerdings in allen Zonen.

Bis 1950 wurden in den Westzonen von 6 Millionen Fällen 3,66


Millionen vor Gericht gebracht. Es wurden fast 1700 Personen
als Hauptschuldige, 23.000 als Belastete, 150.000 als
Minderbelastete, eine Million als Mitläufer und 1,2 Millionen
unschuldig eingestuft.[25] Im Osten waren bis März 1948
520.000 Entlassungen aus politischen Gründen vorgenommen
worden.

Im Frühjahr 1948 lief in West- wie Ostzone die „heiße Phase“


der Entnazifizierung aus.

Reeducation
Eine Art Entnazifizierung der öffentlichen Kultur sollte in
verschiedenen besetzten Zonen die Reeducation leisten: eine
Aufklärung über den Nationalsozialismus und die
entgegengesetzten Ziele
der Demokratie,
vermittelt beispielsweise
über Literatur, Film,
Vorträge und
Kunstausstellungen.
Zugrunde lag eine
gewisse Angst der
Alliierten, bei den
Deutschen würde es sich
Weimarer Bürger werden von der
um ein Volk im Banne
der „Nazi-Verblendung“ US-Armee gezwungen, das KZ
handeln, und wohl auch Buchenwald zu besichtigen (1945)
der Schock über die
Gräuel der
Konzentrations- und
Vernichtungslager.
Tatsächlich legten die
meisten Deutschen die
NS-Ideologie – wenn sie
denn wirklich bis in die
letzten Kriegstage daran
geglaubt hatten –
erstaunlich schnell ab, „Diese Schandtaten: Eure Schuld!“
waren auch mit ihren Eines der Plakate der
Alltagsproblemen mehr Kollektivschuld-Kampagne.[26]
als genug beschäftigt. Ob
hinter oberflächlichem
Abschwören immer gleich tiefere Einsicht und echte
Distanzierung zur NS-Zeit stand, war dabei weniger klar. Der
Historiker Norbert Frei spricht gar von einer „mental […]
durchaus weiter existenten Volksgemeinschaft‘“, die sich trotz
demokratischer Reformen und zweifellos wirksamer
Entnazifizierungs-Zäsuren bis in die 1960er Jahre erhalten hätte
(vgl. auch „Vergangenheitsbewältigung“). Dies ist für die
westdeutschen Länder gesagt – in Ostdeutschland gab es durch
den offiziell verordneten Antifaschismus andere Bruchlinien zur
Vergangenheit, aber durchaus auch sich weiterreichende
autoritäre Traditionen.

Die politische Umerziehung hatte sich zunächst auch die


Reform des sehr hierarchischen deutschen Bildungssystems
zum Ziel gesetzt (etwa durch das Reform- und
Laborschulkonzept eines John Dewey). Dies unterblieb
teilweise und ist so bis in die Gegenwart Gegenstand
bildungspolitischer Kontroversen.

Nach dem Krieg führte die Psychological Warfare Division des


SHAEF eine Kollektivschuld-Kampagne durch: zum Beispiel
mit Plakaten und Filmen wie „Die Todesmühlen“. Die alliierte
Kollektivschuld-Richtlinie wurde später aufgehoben, weil sie
das neue Ziel der Demokratisierung behinderte.[27]

Direktive Nr. 1 von Robert A. McClure, Leiter der Information


Control Division und Spezialist für Psychologische
Kriegführung, an die USA Heeresgruppenpresse erläutert das
Verfahren:

„Die ersten Schritte der Reeducation werden sich


streng darauf beschränken, den Deutschen
unwiderlegbare Fakten zu präsentieren, um ein
Bewusstsein von Deutschlands Kriegsschuld zu
erzeugen sowie einer Kollektivschuld für solche
Verbrechen, wie sie in den Konzentrationslagern
begangen wurden.“[28]

Politik
Ähnlich der Wirtschaftspolitik verfolgten die Siegermächte
auch bei der politischen Neuorganisation ganz verschiedene
Strategien. So ließ die sowjetische Besatzungsmacht zunächst
rasch neue Parteigründungen zu – die deutschen Kommunisten
waren durch Verfolgung und stalinistische Säuberung vorerst
noch geschwächt, die Sozialistische Einheitspartei wurde erst
um 1948 endgültig zur Kaderpartei – während z. B. in der
französisch besetzten Zone (Saargebiet u. a.) der politische
Wiederaufbau lange nicht im Vordergrund stand (zum
Verhalten Frankreichs im Alliierten Kontrollrat siehe
„Französische Obstruktion im Alliierten Kontrollrat“).

Viele deutsche politische Kräfte versuchten eine Anknüpfung


an die demokratischen Traditionen der Weimarer Republik,
unter Umgehung der Schwächen dieses Systems. Selbst in eher
bürgerlichen Parteien setzte man anfangs noch auf gemäßigte
Formen des Sozialismus, war vor allem skeptisch gegenüber der
in den NS-Rüstungsapparat verstrickt gewesenen Großindustrie
(vgl. Ahlener Programm der CDU von 1947). Auch die
Vertreter des sogenannten Ordoliberalismus, wichtige Anreger
der späteren sozialen Marktwirtschaft der Bundesrepublik,
wandten sich vehement gegen Kartelle, Monopole und
Oligopole; die Rückkehr zur deutschen Tradition des
Korporatismus der Wirtschaft und das schnelle Ende der
alliierten Entflechtungspolitik wurde trotz dieser Lehre aber
später effektiv nicht verhindert (vgl. auch Deutschland AG).
Am 6. November 1945 kam es zur Konstituierung des
Länderrats der US-Zone in Stuttgart. Parteien wurden im
amerikanisch besetzten Bayern ab Januar 1946 wieder
zugelassen, zuerst die KPD, dann die SPD, schließlich CSU und
FDP.

Bei den ersten Nachkriegs-Wahlen in Bayern (zur


Verfassunggebenden Versammlung) trat auch noch eine
Königs- und Heimatpartei an, die KPD erhielt wenig mehr als
fünf Prozent. Auch in der britischen Zone traten ausgesprochen
rechtskonservative Parteien an. Wirtschaftsminister in Bayern
war 1945/46 Ludwig Erhard, später ein wichtiger Protagonist
der Währungsreform und Marktwirtschaft in den Westzonen
und in der jungen Bundesrepublik, deren zweiter Bundeskanzler
er wurde.

Die SPD der Westzonen unter Schumacher war zunächst noch


gegen eine unumwundene Westintegration, gleichfalls aber
antikommunistisch eingestellt, auch wenn sich die Partei immer
noch als marxistisch verstand. Angestrebt wurde ein neutrales
Deutschland zwischen den Blöcken des Kapitalismus und
Kommunismus.

Die KPD suchte zunächst noch ein antifaschistisches Bündnis


mit bürgerlich-demokratischen Kräften. Nach dem schlechten
Abschneiden der Kommunisten bei Wahlen in Österreich und
Ungarn versuchte sie jedoch mit Unterstützung der
sowjetischen Militärregierung, einen Zusammenschluss von
SPD und KPD in ganz Deutschland zu erreichen. Kurt
Schumacher lehnte dies für die SPD der drei westlichen
Besatzungszonen eindeutig ab, bei einer parteiinternen
Abstimmung waren 82 Prozent der West-Berliner
Sozialdemokraten dagegen.
Entsprechende Abstimmungen in
ihrem Machtbereich ließ die
Sowjetunion nicht zu. Im April
1946 wurde die Fusion im
Ostsektor unter sowjetischem
Druck trotzdem durchgeführt.

Bei den ersten freien Wahlen in


Berlin 1947 erhielt die SPD 49
Prozent der Stimmen, die SED-Logo
Fusionspartei SED lediglich 20
Prozent. Danach mied die SED
wirklich freie Wahlen, die anderen in der SBZ zugelassenen
Parteien (LDPD u. a.) wurden nach und nach gleichgeschaltet
und zu Blockparteien.

Im Oktober 1946 bezeichnet Stalin die „Westgrenze Polens als


endgültig“.

Von der Ostzone aus baute der junge Erich Honecker derweil
die Organisation der Freien Deutschen Jugend (FDJ) auf, diese
verdrängte durch sozialistische Propaganda bald christliche
Jugendgruppen. Ende 1947 wurden die Sektorengrenzen
Berlins erstmals gekennzeichnet.

Am 25. Februar 1947 beschloss der Alliierte Kontrollrat das


Kontrollratsgesetz Nr. 46 zur Auflösung Preußens („Die Wurzel
allen Übels.“ Churchill in Teheran 1943).

Im Januar 1949 gliederte Polen nach Abschluss der Vertreibung


die früheren deutschen Ostgebiete politisch in seine
Staatsverwaltung ein (zuvor wurden sie durch ein
Sonderministerium verwaltet). De facto wurden diese damit Teil
Polens, de jure erst 1990.

Kultur
Literatur
→ Hauptartikel: Trümmerliteratur

In der unmittelbaren Nachkriegszeit in Deutschland kam es zur


Konfrontation zwischen Emigranten wie Thomas Mann und
kulturellen Protagonisten der „inneren Emigration“ (Frank
Thieß). In literarischen Kreisen wurde – auch wegen der
Sprachmanipulation der Nationalsozialisten – nach einer
radikalen Sprachkritik und einem „Kahlschlag“ gerufen. Die
Lakonie amerikanischer Short Stories fand Eingang in die
deutsche Literatur. Außerdem wurden Tendenzen der modernen
Weltliteratur aufgenommen, die Deutschland in der Zeit des
Dritten Reiches nicht erreichen konnten, wie Psychoanalyse,
Marxismus, Existentialismus, Surrealismus und
Expressionismus.

Aus der Kriegsgefangenenzeitschrift „Der Ruf“, in der u. a.


Alfred Andersch und Hans Werner Richter schrieben, ging der
Schriftstellerzirkel „Gruppe 47“ hervor. Zu dessen frühen
Mitgliedern zählten Wolfdietrich Schnurre und Günter Eich.
Eine bekannte Schriftstellerin der unmittelbaren Nachkriegszeit
war auch Elisabeth Langgässer. Hans Erich Nossack
thematisierte 1948 die Schrecken des Bombenkriegs anhand der
Zerstörung seiner Heimatstadt Hamburg.
In der SBZ wurde früh der „Aufbau“ als die erste politisch-
kulturelle Zeitschrift Nachkriegsdeutschlands überhaupt
lanciert. Hier konnten zunächst auch durchaus noch nicht-
stalinistische Autoren publizieren. Eine zentrale Figur der
Kulturpolitik Ostdeutschlands wurde rasch Johannes R. Becher,
der zunächst in der Vereinigung „Kulturbund“ aktiv war.
Zurück in die SBZ kehrten u. a. die prominenten Exilliteraten
Anna Seghers (1947) und Arnold Zweig (1948), der Philosoph
Ernst Bloch und der Dramatiker und Lyriker Bert Brecht (beide
1949).

Bildende Kunst
In den Bildenden Künsten wurden in Westdeutschland früh die
von den Nationalsozialisten als „entartet“ verfemten Künstler
rehabilitiert, z. B. der aus der Bauhaus-Tradition stammende
Willi Baumeister zum Kunstprofessor in Stuttgart berufen
(1946). Man war im Westen um einen Anschluss an die
internationalen Trends der modernen Malerei bemüht
(Abstraktion etc.). Die herausragende Bedeutung der deutschen
Kunstszene vor 1933 wurde aber nicht wieder erreicht. Im nicht
völlig zerstörten Berliner Stadtschloss gab es eine Ausstellung
moderner Kunst, der Maler Max Pechstein lehrte ebenfalls ab
1947 in Berlin.

Musik und Theater


1947 durfte auch der „entnazifizierte“ Wilhelm Furtwängler
wieder die Berliner Philharmoniker – nun im Titania-Palast –
dirigieren. Im selben Jahr wurde auch das Sartre-Stück „Die
Fliegen“ im Hebbel-Theater aufgeführt. Gustaf Gründgens
inszenierte ebenfalls erneut in Berlin. Das politische Kabarett
erblühte nach langer Unterbrechung in Deutschland. Auch
Operettenaufführungen und Revuen im Friedrichstadtpalast gab
es schon zwei Jahre nach Kriegsende wieder.

Film
→ Hauptartikel: Trümmerfilm

Als erster deutscher Nachkriegsfilm hatte 1946 der DEFA-


Spielfilm „Die Mörder sind unter uns“, u. a. mit Hildegard
Knef, Premiere.

Radio
Alliierte Soldatensender (AFN etc.)
bekamen erheblichen Einfluss auf
den Unterhaltungsmusikgeschmack
junger Deutscher. Jazz und Swing,
später auch Rock ’n’ Roll wurden
populär. In der britischen
Besatzungszone wurde nach
Vorbild der BBC der NWDR
aufgebaut: Statt staatlicher
Propaganda soll objektive, Senderlogo
unabhängige Berichterstattung
gesendet werden.

Überhaupt kam dem Rundfunk als einzigem täglich


zugänglichen Massenmedium wieder eine wichtige Funktion für
die Kunst zu – siehe etwa Wolfgang Borcherts Hörspiel
„Draußen vor der Tür“. Ein bekannter Theaterkritiker wurde in
dieser Zeit der Berliner Friedrich Luft mit seiner im Radio
ausgestrahlten „Stimme der Kritik“.

Der Weg zur Gründung zweier


deutscher Staaten
Gründung der Bizone
Die Länder der amerikanischen und britischen Zone
beschlossen im September 1946 die Koordination ihrer
Verwaltungen. Der US-amerikanische Außenminister James F.
Byrnes wies auf die Notwendigkeit der wirtschaftlichen Einheit
Deutschlands hin. Am 1. Januar 1947 wurden die beiden Zonen
wirtschaftlich zur Bizone vereinigt.

→ Hauptartikel: Bizone

Später folgte auch die administrative Annäherung, der Weg zu


einem „westdeutschen Teilstaat“ war vorgezeichnet. Am 29.
Mai 1947 wurde ein Abkommen zwischen der amerikanischen
und britischen Militärregierung über die Einrichtung eines
gemeinsamen Wirtschaftsrates unterzeichnet.

→ Hauptartikel: Wirtschaftsrat der Bizone

Auf der Konferenz aller Ministerpräsidenten der deutschen


Länder in München vom 6. bis 8. Juni 1947 wurde die
wirtschaftliche Notlage Deutschlands erörtert. Es sollte vor
allem eine Regelung zur Überwindung der schlechten
Versorgungslage gefunden werden. Die Konferenz scheiterte
mit der Abreise des Ministerpräsidenten der sowjetischen
Besatzungszone bereits am Vorabend der Konferenz, da die
Erörterung einer deutschen Zentralregierung den Vertretern der
französischen Zone von der dortigen Besatzungsmacht verboten
worden war. Um diese Zeit sprach auch der spätere
Staatsratsvorsitzende der DDR, Walter Ulbricht vor der
Münchener Feldherrnhalle, forderte nochmals zur
gesamtdeutschen Einführung des sozialistischen Systems auf.

Frankreich schloss sich mit seiner Besatzungszone im


Südwesten Deutschlands erst 1948 und nur zögerlich der
Bizone an, dadurch entstand die Trizone. Karl Berbuer schrieb
daraufhin das Lied „Wir sind die Eingeborenen von
Trizonesien“.

Im März 1948 verließen die sowjetischen Vertreter aus Protest


gegen die Londoner Sechsmächtekonferenz den Alliierten
Kontrollrat, der damit endgültig seine Funktion verlor. Am 16.
Juni 1948 verließ die sowjetische Delegation auch die Alliierte
Kommandantur in Berlin.

Währungsreform
Durch die
Währungsreform von
1948 wurde am 21. Juni
1948 in den drei
westlichen
Besatzungszonen
Deutschlands die
Deutsche Mark
eingeführt. Jede Person
erhielt am 20. Juni – ein
„Kopfgeld“ von 40 DM Die vier Sektoren Berlins
und einen Monat später
20 DM bar ausgezahlt.

Um nicht von den Restbeständen an Reichsmark aus den


Westzonen überflutet zu werden, wurde in der Sowjetischen
Besatzungszone (SBZ) zwei Tage später, am 23. Juni 1948,
ebenfalls eine Währungsreform durchgeführt. Das sowjetische
Regime verbot die Benutzung der neuen Westwährung und
wollten ihre neu eingeführte Währung auf ganz Berlin
ausweiten. Die Westmächte erklärten diese Anordnung in
Westberlin für ungültig und führten dort am 24. Juni ebenfalls
die D-Mark ein.

Berlin-Blockade und Luftbrücke

→ Hauptartikel: Berlin-
Blockade und Berliner
Luftbrücke

Aus Protest gegen die


Einführung der DM in
Westberlin unterbrach
die Sowjetunion am 24.
Juni 1948 alle Land- und
Wasserverbindungen
zwischen den
westalliierten
Besatzungszonen und „Rosinenbomber“ 1948
West-Berlin für den
Güterverkehr. Offen
blieben lediglich die Luftkorridore. Der Personenverkehr war
nicht betroffen. Daraufhin versorgten Amerikaner und Briten
die Stadt aus der Luft, bald landete alle zwei Minuten ein
Transportflugzeug im Westsektor, die meisten auf dem
Flughafen Tempelhof. Moderne Radartechnik ermöglichte die
enge Taktung. Trotzdem stürzten im Verlauf der Aktion
insgesamt mehr als 70 Maschinen ab.

In dieser Situation empfanden die West-Berliner und auch die


Westdeutschen den „Ami“ (Amerikaner) und den „Tommy“
(Briten) immer weniger als Besatzer denn als befreundete
Mächte.

Am 9. September 1948 hielt Ernst Reuter (SPD) seine berühmte


Berlin-Rede („Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt!“) am
Brandenburger Tor vor 250.000 bis 300.000 Menschen. Am 30.
November erklärte die sowjetische Administration den Berliner
Magistrat für abgesetzt, freie Wahlen gab es daher am 5.
Dezember nur in den Berliner Westsektoren. Ernst Reuter
wurde zum Oberbürgermeister gewählt, nachdem die
sowjetische Administration seinen Amtsantritt 1½ Jahre lang
verzögert hatte.

Am 12. Mai 1949 wurde die Blockade Berlins nach elf Monaten
aufgehoben.

Gründung der Bundesrepublik Deutschland


→ Hauptartikel: Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
(bis 1990)

Am 1. Juli 1948 übergaben die Westmächte den


Ministerpräsidenten der Westzonen die Frankfurter Dokumente,
eine Aufforderung zur Bildung einer verfassunggebenden
Versammlung. Auf der
Rittersturz-Konferenz im
Juli 1948 beschlossen
die Regierungschefs der
elf westdeutschen
Länder die Gründung der
Bundesrepublik
Deutschland. Auf dem
Rittersturz-Konferenz 1948
Verfassungskonvent auf
Herrenchiemsee beriet
ein Sachverständigenausschuss für Verfassungsfragen die
Grundlage für die Arbeit des Parlamentarischen Rates. Dieser
trat am 1. September 1948 in Bonn zusammen und erarbeitete
dort das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, das
mit Ablauf des 23. Mai 1949 in Kraft trat; hierdurch wurde die
neue Staatsform einer Bundesrepublik als streitbare Demokratie
auf dem Fundament der freiheitlichen demokratischen
Grundordnung errichtet. Am 14. August 1949 fand die erste
Bundestagswahl statt. Am 7. September 1949 konstituierten
sich der Bundesrat und der Bundestag.

Ein vollkommen souveräner deutscher (Teil-)Staat war damit


noch nicht gegeben: Außenpolitik, Außenhandel und andere
Ressorts unterstanden vorerst noch alliierter Kontrolle. Es
entstand eine parlamentarische Demokratie. Für die neue
Verfassung und die politischen Rahmenbedingungen galt:

„Inhaltlich […] zeigt das Grundgesetz durch seinen


offenen Charakter und vor allem durch die
Tatsache, dass es von allen relevanten Gruppen –
anders als die Weimarer Verfassung – politisch
wirklich akzeptiert wurde, ein wesentliches Stück
Neuordnung, durch die jede pauschale
zeitgenössische und spätere Restaurationskritik
nachdrücklich in Frage gestellt wird.“
– CHRISTOPH KLEßMANN

Gründung der DDR


→ Hauptartikel: Geschichte der Deutschen Demokratischen
Republik

Am 7. Oktober 1949 fand ein Fackelzug anlässlich der


Gründung der Deutschen Demokratischen Republik statt.
Wilhelm Pieck wurde Präsident des neuen Staates. Es entstand
eine sogenannte Volksdemokratie.

Zitate
„Das deutsche Volk muss überzeugt werden, dass
es eine totale militärische Niederlage erlitten hat
und dass es sich nicht der Verantwortung entziehen
kann für das, was es selbst dadurch auf sich geladen
hat […].“
– Potsdamer Konferenz, 1945

„Man hat zu tun mit dem deutschen Schicksal und


deutscher Schuld, wenn man als Deutscher geboren
ist.“
– Thomas Mann, 1945

„Wenn man mit letzter Hingabe arbeitet und sich


auch durch schwere Enttäuschungen nicht irre
machen lässt, wird man wohl im heutigen
Deutschland einigen Menschen mitteilen können,
was durch die geschichtliche Nacht bewahrt werden
soll. Dafür gibt es kaum einen Platz, auf den es
mehr ankäme, als auf Deutschland.“
– Max Horkheimer, 1948

Weiterführende Informationen
Siehe auch
Besetztes Nachkriegsösterreich
Deutsche Kriegsversehrte im 20. Jahrhundert
Geschichte deutscher Länder, Chronik der deutschen
Teilung, Kominform
Wiedergutmachung

Film
Germany – Made in USA. Wie US-Agenten
Nachkriegsdeutschland steuerten. Dokumentation,
Deutschland, 45 Min., 1999, Regie: Joachim Schröder,
Produktion: WDR-Nachtkultur, Erstausstrahlung: 26. Mai
1999 (Inhaltsangabe
(http://web.archive.org/web/20041225142350/http://www.wd
des WDR)

Literatur

Wolfgang Benz: Potsdam 1945. Besatzungsherrschaft


und Neuaufbau im Vier-Zonen-Deutschland. dtv,
München, 2012. ISBN 3423045221.
Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit:
30 Jahre Bundesrepublik. 3 Bände. München.
Christoph Brüll: Belgien im Nachkriegsdeutschland.
Besatzung, Annäherung, Ausgleich 1945–1958. Klartext,
Essen 2009, ISBN 978-3-8375-0252-7.
Bruno Gebhardt (Begr.), Herbert Grundmann (Hrsg.):
Handbuch der deutschen Geschichte. Band 22, 1:
Wolfgang Benz: 20. Jahrhundert (1918–2000).
Deutschland unter alliierter Besatzung. 1945–1949. 10.,
völlig neu bearb. Aufl., Klett-Cotta, Stuttgart 2009, ISBN
978-3-608-60022-3.
Christoph Kleßmann: Die doppelte Staatsgründung.
Deutsche Geschichte 1945–1955. Vandenhoeck und
Ruprecht, Göttingen 1982, ISBN 3-525-36180-7.
Lutz Niethammer: War die bürgerliche Gesellschaft in
Deutschland 1945 am Ende oder am Anfang? In: Lutz
Niethammer u. a.: Bürgerliche Gesellschaft in
Deutschland. Historische Einblicke, Fragen,
Perspektiven. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am
Main 1990, ISBN 3-596-24387-4 (Fischer 4387
Geschichte).
Manfred Raether: Chronik eines Briefwechsels. 1944–
1949. Zeitgeschichte im Spiegel einer von Krieg, Flucht
und Trennung geprägten Korrespondenz. M. Raether,
Schöneck 2008, ISBN 978-3-00-024063-8.
Heinrich Siegler: Dokumentation zur Deutschlandfrage.
Siegler & Co. KG – Verlag für Zeitarchive, Bonn 1961.

Weblinks

Deutschland nach 1945 (bpb)


(http://www.bpb.de/themen/6AFV6I,0,0,Deutschland_nach_1
Nachkriegszeit beim Deutschen Historischen Museum
(http://www.dhm.de/lemo/html/Nachkriegsjahre/index.html)
zu den „Wanderungsbewegungen“ der Nachkriegszeit
(http://www.nachkriegsdeutschland.de/demographische_versc
Die deutsche Automobilindustrie 1948
(http://www.bics.be.schule.de/son/verkehr/blockade/presse2/g
Volkswagen 1940–1949
(http://web.archive.org/web/20100813171356/http://www.aird
Baden und Württemberg 1945–1952 (http://www.s-
line.de/homepages/ebener/Baden-Wuerttemberg.html)
zum Thema Reeducation (http://www.zukunft-braucht-
erinnerung.de/nachkriegsdeutschland/reeducation-in-den-
besetzten-zonen/165-reeducation-in-den-besetzten-
zonen-schul--hochschul-und-bildungspolitik.html)
(Shoa.de e. V.)
weitere Stichworte zur Reeducation (http://didi1.gp.tu-
berlin.de/~pietsch/reeducation.html)
Nachkriegsliteratur
(http://www.literaturwelt.com/epochen/nachkrieg.html)
(www.literaturwelt.com)
Roosevelt-Dokumente Januar–September 1944
(http://www.fdrlibrary.marist.edu/psf/box31/folo297.html)
Oktober 1944–1945
(http://www.fdrlibrary.marist.edu/psf/box32/folo298.html)
(englisch)
Morgenthau-Plan
(http://www.fdrlibrary.marist.edu/psf/box31/t297a01.html)
(englisch)
Interview mit E. Allan Lightner, 1945–1948 Vizechef der
Abteilung für mitteleuropäische Angelegenheiten im
Department of State
(http://www.trumanlibrary.org/oralhist/lightner.htm)
Draft, The President’s Economic Mission to Germany and
Austria, Report 3, March, 1947; OF 950B: Economic
Mission as to Food…; Truman Papers.
(http://www.trumanlibrary.org/whistlestop/study_collections/m
pagenumber=1&documentid=22&documentdate=1947-
03-24&studycollectionid=mp&nav=OK)
JCS 1067 (http://usa.usembassy.de/etexts/ga3-
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Herbert Hoover’s press release of The President’s
Economic Mission to Germany and Austria, Report No. 1:
German Agriculture and Food Requirements, February
28, 1947
(http://www.trumanlibrary.org/whistlestop/study_collections/m
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(http://www.trumanlibrary.org/whistlestop/study_collections/m
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Kindleberger to deWilde, April 18, 1947; Memoranda,
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(http://www.trumanlibrary.org/whistlestop/study_collections/m
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Die Stuttgarter Rede des US-Außenministers James F.
Byrnes am 6. September 1946; erklärt die Abtrennung des
Saarlands (http://www.lpb.bwue.de/publikat/byrnes3.htm)
Ende des Krieges (http://www.ena.lu?lang=2&doc=243)
(Dokumentsammlung)
Demontage

„Der Berg des Elends“, (http://www.ena.lu?


lang=3&doc=3860) Süddeutsche Zeitung vom 19.
November 1946
Demontageliste für das Jahr 1947 (http://www.ena.lu?
lang=2&doc=13159)
Anti-Demontagen-Demonstration, 7. Juni 1949
(http://www.ena.lu?lang=2&doc=9922) (Abb.)
Demontage der Kohle- und Eisenwerke
(http://www.ena.lu?lang=2&doc=9923) (Abb.)
„Demontage“, (http://www.ena.lu?lang=3&doc=13155)
Die Welt vom 11. Oktober 1947
„Für einen Katastrophenfall“, (http://www.ena.lu?
lang=3&doc=8067) Der Spiegel vom 25. August 1949
Konrad Adenauer, geheim aide-mémoire vom 16.
November 1950 (http://www.ena.lu?lang=3&doc=1682)

Vertreibung

Vertreibung (http://www.ena.lu?lang=2&doc=7862)
„Flüchtlinge – ohne Hoffnung“, (http://www.ena.lu?
lang=3&doc=13160) Die Welt vom 25. Oktober 1947
Lager im Jahr 1950 (http://www.ena.lu?
lang=2&doc=9763) (Abb.)

Fußnoten
1. Der Landtag des Saarlandes: Das Saarland nach 1945
(http://www.landtag-
saar.de/de/landtag_entdecken/VTnach45.php), abgerufen
am 9. Juli 2009.
2. Foreign relations of the United States: diplomatic papers:
the Conference of Berlin (the Potsdam Conference), 1945
1 (http://digicoll.library.wisc.edu/cgi-bin/FRUS/FRUS-
idx?
type=turn&entity=FRUS.FRUS1945Berlinv01.p0881&id=FR
(http://digicoll.library.wisc.edu/cgi-bin/FRUS/FRUS-idx?
type=turn&entity=FRUS.FRUS1945Berlinv01.p0884&id=FR
3. Jonas Tjersland, Tyske soldater brukt som mineryddere
(http://www.vg.no/nyheter/innenriks/artikkel.php?
artid=166207) VG, 8. April 2006.
4. Staff, ICRC in WW II: German prisoners of war in Allied
hands
(http://www.icrc.org/web/eng/siteeng0.nsf/htmlall/57jnwx?
opendocument), 2. Februar 2005.
5. Zwangsarbeit als Minenräumer – „Rudi war total
durchlöchert“
(http://einestages.spiegel.de/static/authoralbumbackground/26
in: einestages vom 27. August 2008, Der Spiegel 35/2008.
6. Note: Food relief shipments to Germany were prohibited
by the Allies until December 1945, since „they might tend
to negate the policy of restricting the German standard of
living to the average of the surrounding European
nations. CARE package shipments to individuals
remained prohibited until 5 June 1946“. (Earl F. Ziemke,
The U.S. Army. In The Occupation of Germany 1944–
1946
(http://www.globalsecurity.org/military/library/report/other/us
army_germany_1944-46_ench23.htm), Fn zu Kap. 23).
7. James L. Payne: Did the United States Create Democracy
in Germany?
(http://www.independent.org/publications/tir/article.asp?
issueID=47&articleID=599) In: The Independent Review
Volume 11 Number 2 Fall 2006. S. 213.
8. http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/docpage.cfm?
docpage_id=3403
9. Potsdam Reparations begin, General, S. 13 f.
(http://images.library.wisc.edu/History/EFacs/GerRecon/omg1
(PDF; 984 kB)
10. Henry C. Wallich, Mainsprings of the German Revival,
1955, S. 348 ff.
11. Gerhard Stapelfeldt, Wirtschaft und Gesellschaft der
Bundesrepublik Deutschland, 1998, S. 180.
12. Deutsch-Amerikanisches Zentrum – James-F.-Byrnes-
Institut e. V. (http://www.daz.org/JamesFByrnes.html)
13. Nachkriegs-Semester: Studium in Kriegs- und
Nachkriegszeit, S. 85.
14. Zitiert nach Peter Graf von Kielmannsegg: Nach der
Katastrophe. Eine Geschichte des geteilten Deutschland,
Berlin 2000, ISBN 3-88680-329-5, S. 36.
15. David R. Henderson: German Economic „Miracle“
(http://www.econlib.org/library/enc/GermanEconomicMiracle
16. Norman M. Naimark, The Russians in Germany, S. 206 ff.
17. How T-Force abducted Germany’s best brains for Britain
– Secret papers reveal post-war campaign to loot military
and commercial assets
(http://www.guardian.co.uk/science/2007/aug/29/sciencenews
Ian Cobain, The Guardian, 29. August 2007.
18. Konrad Adenauer, Erinnerungen, Bd. 1. Erinnerungen
1945–1953, engl. Ausgabe 1966, S. 148.
19. Jean Edward Smith, Feature Review: American
Exploitation of Postwar Germany, Diplomatic History,
Vol. 17 Issue 1, S. 135–142.
20. Konrad Adenauer, Memoirs, Vol. 1, 1966, S. 148.
21. John Gimbel, U.S. Policy and German Scientists: The
Early Cold War, Political Science Quarterly, Vol. 101,
No. 3, (1986), S. 433–451.
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23. Philipp Ther, Deutsche und polnische Vertriebene:
Gesellschaft und Vertriebenenpolitik in der SBZ/DDR und
in Polen 1945–1956, in: Kritische Studien zur
Geschichtswissenschaft, Band 127, Vandenhoeck &
Ruprecht, Göttingen 1998, ISBN 3-525-35790-7, S. 44 f.
(http://books.google.de/books?
id=AJNB7_cqr3IC&lpg=PA44&dq=millionen%20vertriebene
24. Zahlen aus: Deutschland 1945–1949, Informationen zur
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25. J. Fürstenau, Entnazifizierung. Ein Kapitel deutscher
Nachkriegspolitik. Neuwied 1969, S. 228 f.
26. Jeffrey K. Olick: In the house of the hangman: the
agonies of German defeat, 1943–1949. S. 98 f. (Fn 12
(http://books.google.com/books?
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27. Jeffrey K. Olick: In the house of the hangman: the
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28. Ein Gründungsdilemma der deutschen
Erinnerungskultur:Das Massaker von Gardelegen am 13.
April 1945 und seine Folgen [1] (http://archiv.ub.uni-
heidelberg.de/volltextserver/5435/1/GardelegenRitualforum.p
(PDF; 2,3 MB)

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