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ِ ‫بسمِهللاِالرمحنِالرحميِوِصىلِهللاِعىل س يدانِمحمدِوِعىلِأهلِوِحصبهِأمجعني‬

ِ‫كِ َت ُابِالص َيام‬


ʿī

1. Das Fasten im Ramaḍān ist wāǧib


(obligatorisch).
َ َ‫ص َيا ُم َِشهْر َِر َمض‬
‫ـــان َِو َجـ َبـــــا‬
In den Monaten Raǧab und Shaʿbān ist das
Fasten mandūb (empfohlen).
‫يفِر َج ٍب َِش ْع َب َان َِصو ٌمِن ُدبَـــا‬
َ
2. Wie in den ersten neun Tagen des Dhul-Hiǧǧah
und insbesondere der Letzte 3.
َ ‫َكت ْسعِح َّج ٍة َِو َأ ْح‬
ِ‫ـــــرىِالآخ ُر‬
Ebenso im Monat Muḥarram und insbesondere
am Zehnten4.
ُِ ‫ــــرىِالْ َع‬
‫اش‬ َ ‫َك َذاِامل ُ َح َّر ُم َِو َأ ْح‬
3. Ein Mondmonat wird durch die Sichtung des
Neumonds festgelegt,
‫ِالشه ُْر ُِبرؤيةِالْهــالل‬ َّ ‫َويثبُ ُت‬
oder durch die Vollendung aller 30 Tage des
Vormonats.
‫َأ ْوِبثَالث َنيِقُ َب ْي ًالِيفِ َكـ َمــــال‬
4. Die Pflichten des Fastens sind: Die Absicht in
der Nacht zuvor zu fassen,
ِ‫ـــر ُضِالصيــــامِنيَّـــ ٌةِبلَ ْيلــه‬
ْ َ‫ف‬
die Enthaltung vom Geschlechtsverkehr, Trinken
und Essen,
ْ ُ ِ‫َِوِتَ ْــركُ َِو ْط ٍِء‬
ِ‫شبهِو َأ ِْْكـــــه‬

5. nicht [absichtlich] zu erbrechen und


sicherzustellen, dass nichts den Magen erreicht,
ِ‫َوال َق ْيءِم ْعِايصال ََِشءِِللمِ َِع ْد‬
durch das Ohr, Auge oder die Nase, wie es ‫نفِقَ ِْدِ َو َر ِْد‬ ِ ٍ ‫مــنِأ ُذنِأوِعَ ْنيِِأوِأ‬
überliefert wurde.

1 Übersetzt von Imam Mohammed Mansour und Yasin Alder (Im Rahmen der Maliki-Seminare in Mülheim, Hamza Moschee). Die
Übersetzung dieses Grundtextes ist nicht für das Selbststudium geeignet. Erklärungen sind notwendig.
2 Vom großen Imam Abū Muḥammad ʿAbdulwāḥid ibn ʿAlī ibn ʿĀshir (1040 H./1631 G.) *H.=Hiǧra, G.=Gregorianisch
3 D.h. der 9. Tag, der Tag von ʿArafah.
4 Der Tag von ʿAshuraʾ
6. [Dies ist einzuhalten] von der Morgen-
dämmerung bis zum Sonnenuntergang
‫َو ْق َت ُِطلوعِفَ ْجرهِاىلِالغُروب‬
und der klare Verstand zu Beginn des Fastens ist
eine Bedingung für die Verpflichtung dazu.
ْ َ ‫َوالْ َع ْق ُلِيفِأ َّوهل‬
‫ِش ُطِ ُالوج ُــوب‬

7. Wem dieser fehlt, der muss [das Fasten]


nachholen. Die Menstruation ist ein Hindernis
ِ ‫َولَِْي ْقضِفَــاقدُ ُهِواحلَ ْي ُضِ َمِنَِْع‬
für das Fasten und sie5 holt das Pflichtfasten ‫َِص ْوم ًا َِوتَ ْقِضِال َف ْر َضِا ْنِبهِارتَ َف ِْع‬
nach, wenn es dadurch aufgehoben worden ist.

8. Anfassen oder sexuelles Fantasieren ist makrūh


(unerwünscht), solange kein Präejakulat6
‫مسِ َوف ْك ٌِرِ َسلـ َمــــــا‬ِ ُ َّ ‫َويُ ْك َرُِهِالل‬
hervortritt; andernfalls ist dies verboten (ḥarām).
ِ ‫ـنِامل َ ْـذيِِ َوا ِلَِّ َح ُـرمــــا‬
ِْ ‫َد ْأبــًِاِم‬
9. Makrūh ist auch das Kosten wie z.B aus َ ‫َو َكــر ُهواِ َذ ْو َقِكـق ْـد ٍر َِوه‬
ِ‫َــــذ ْر‬
Kochtöpfen, und auch unnötige Rede;
unabsichtliches Erbrechen oder [das ٍ َ ‫ءِو ُذب‬
ِْ ‫ــابِ ُمـ ْغـتَـ َف‬
ِ ‫ـــــر‬ َ ‫َِق‬ ْ َ ‫ـب‬
ُ ‫غَال‬
Veschlucken] von Fliegen sind entschuldigt.

10. Ebenso [entschuldigt ist] der Staub bei der


Arbeit eines Handwerkers oder von der Straße,
ِْ‫غُ َب ُار َِصـانعٍِ َو ُط ْر ٍق َِوس َواك‬
die Verwendung eines trockenen Miswāk sowie ِ ِْ‫ـــاحِ َجنَاب َ ٍةِِ َك َذاك‬
ُ ‫ايبسِِا ْص َب‬
das Aufwachen in einem Zustand der großen ِ
rituellen Unreinheit (Ǧanābah).

5 d.h. die Frau


6 Lusttropfen
11. Eine Absicht [beim Pflichtfasten] ist
ausreichend für das Fasten mehrerer aufeinander
‫ونـيَّــ ٌةِتَـ ْكـفـيِلــ َمـــــاِتَـتَـابُـ ُعــه‬
folgender Tage; es sei denn es wird durch etwas
unterbrochen.
ِ ‫ـبِالِا ْنِنَـ َفــــــا ُهِ َمان ُع ُِه‬
ُ ‫يَـج‬
ِ ِ
12. Es ist mandūb, sich mit dem Fasten-
‫نُـد َبِتَ ْعجي ٌلِلـف ْـطـــ ٍر َِرفَـ َعــه‬
brechen zu beeilen und den Sahur [bis kurz vor
Morgendämmerung] hinauszuschieben. ِ ‫ـــورِتَـبـ َعه‬
ٍ ‫خيـرِ ُسـ ُح‬ ُ ْ‫َك َذاكَ ِتَـأ‬
13. Wer ein Pflichtfasten bricht, muss es ِ‫َم ْنِ َأفْ َـط َـرِالْـ َف ْـر َضِقَـضَ ــا ُه َِولْـ َيـز ْد‬
nachholen und zusätzlich
eine Kaffārah („Sühne“) für Ramaḍān-Fasten ِ ‫ـانِا ْنِ َعـ َم ِْد‬
َ َ‫ــــارةًِيفِ َر َمض‬
َ َّ‫َكـف‬
leisten, falls er es absichtlich gebrochen hat, ِ
14. durch Essen oder Trinken über den Mund oder
durch eine Ejakulation,
‫ِشبِفَـ ٍمِ َأ ْوِللْـ َمـنـي‬ ِ ْ ‫َل‬
ْ ُ ‫ِكِ َأ ْو‬
selbst wenn dies nur durch sexuelle Fantasien ِ ِ‫ـــوِبف ْك ٍرِ َأ ْوِل َر ْفضِ َماِبُن‬
ْ َ‫َول‬
bewirkt wurde; oder durch das Verwerfen der
Absicht, auf der das Fasten basiert:

15. wenn keine plausible Annahme vorhanden


war. Es ist jedoch zulässig [das Fasten zu
ْ ‫ـــب َِويُـ َب‬
ِ‫ـــــاح‬ ٍ ‫بـالِتَـأَ ُّو ٍلِقَـري‬
brechen],
wegen Schaden oder einer Reise, die die
ٍ ْ َ‫وِس َفرِق‬
ِْ ‫ْصِ َأ ْيِ ُم َب‬
‫ــاح‬ َ ‫للّضِأ‬ ُّ
Verkürzung der Gebete erlaubt und die einem
erlaubten Zweck dient. ِ
16. Es ist verboten, ein freiwilliges Fasten (nāfilah)
ohne Entschuldigung absichtlich zu brechen; und
ِ ُ‫ُونِض‬
‫ــر‬ َ ‫َو َعـم ْــدُ ُهِيفِالنَّـ ْفـلِد‬
wenn, so ist es nachzuholen. Ansonsten muss
nicht nachgeholt werden.
ِ ِ‫ُمـ َح َّــر ٌم َِولْـ َيـ ْقـضِلِيفِال َغ ْيــــر‬
17. Die Kaffārah erfolgt durch das Fasten von zwei
Mondmonaten nacheinander.
ِ‫َو َكـف َـر ْنِب َص ْـوم َِشه َْريْـن َِو َل‬
ِ ‫لسالمِ َحــ َِال‬ ٍ ُ‫َأ ْوِع ْتقِ َم ْمل‬
ْ ‫وكِِب‬
18. Sie [die Gelehrten] haben die Speisung von
sechzig Armen mit einem Mudd des verbreiteten
َِ ‫َوفَضَّ لُواِا ْطعا َِمِس ت‬
ِ ‫نيِفَـقـــري‬
Grundnahrungsmittels für je einen Bedürftigen
bevorzugt.
ِ ‫ــنِال َعيْشِِال َكثري‬ ٍِ ‫ُمدَّاِلم ْس‬
َِ ‫كنيِم‬
ِ