Sie sind auf Seite 1von 91

Körpersprache

Warum sollten Sie sich mit


Körpersprache auseinandersetzen?

"Der Körper ist der Übersetzer der Seele


ins Sichtbare"
Christian Morgenstern

"Was jemand denkt, merkt man weniger an


seinen Ansichten als an seinem Verhalten.„
Isaac Bashevis Singer Schriftsteller, Nobelpreisträger für Literatur
Kinesik

Die Lehre und Erforschung der Körpersprache


Die Lehre und Erforschung der Körpersprache

• Mimik
• Gestik
• Körperhaltung
• Gang
• Räumliche Distanz
• Tonfall und Stimme
• Im weitesten das gesamte äußere Erscheinungsbild
Kommunikation

Kommunikativer Akt

Sprache Körpersprache

Ca. 8 % Ca 92 %
Körpersprache / nonverbale Kommunikation

Sprache
7%

Stimme
38 %

Visuelle Eindrücke
55 %
Kommunikation – sich mitteilen, um sich mit anderen
Menschen zu verständigen

7 % verbal (Inhalt)
38 % paraverbal (Tonfall, Betonung, Artikulation)
55 % nonverbal (Auftreten, Bewegung, Mimik, Gestik)
Die zwei Kanäle der Kommunikation

Körpersprache
Sprache
Benutzt jeder intuitiv.
Erlerntes abstraktes Sehr gut geeignet um
Gebilde. Sehr gut Gefühle und
geeignet um Einstellungen zu
Informationen und transportieren
Inhalte zu vermitteln

Körpersprache kann sich zum gesprochenen


kongruent (deckungsgleich) oder
inkongruent (nicht deckungsgleich) verhalten
Andere Worte – Geschlechtergerechte Wortwahl

Männer und Frauen benutzen andere Worte und so ist


es auch angebracht, andere Worte zu verwenden, je
nachdem, ob ich mich an einen Mann oder eine Frau
wende.

Wenn ich z.B. die Dringlichkeit eines Themas erläutern


will, sage ich

zu Frauen: das Thema muss Leidenschaft wecken

zu Männern: das Thema muss Kraft haben


Kommunikation und Interaktion Männer - Frauen

Vor etwa zwanzig Jahren wurde herausgefunden, dass


weibliche Gehirne ein dickeres Corpus callosum
aufweisen. Das ist das Bindeglied zwischen beiden
Hirnhälften.

Worte sind in der einen, Gefühle in der anderen Hälfte


angesiedelt. Das bedeutet, Frauen können die beiden
Bereiche schneller miteinander verbinden als Männer.
Vor allem die größere sprachliche Begabung von
Frauen kann hieraus erklärt werden.
Kommunikation und Interaktion Männer – Frauen

Achtung: Diese wird gerne als „Quasseligkeit“


interpretiert nach dem Motto: Ein Mann, ein Wort – eine
Frau, ein Wörterbuch.

Frauen sagen im Schnitt pro Tag 23.000 Wörter und


Männer 12.000 Wörter – aber warum sollte das eine
schlecht und das andere gut sein?
Exkurs:
Kommunikationsmodell Die vier Seiten der Botschaft
Der Empfänger - die Empfängerin entscheidet

Mit welchem Ohr empfange ich die Nachricht?

Wer ist für meine innere Reaktion verantwortlich?

Was will ich als Rückmeldung wirklich sagen?

Männer – Frauen?
Wer hört auf welchem Ohr?

Männer hören eher auf dem Sachohr

hören eher Selbstoffenbarungen

Frauen achten in stärkerem Masse auf die


Beziehungsebene und

hören Appelle heraus


Wer spricht auf welcher Ebene?

Männer empfinden die Frauensprache als zu


unsachlich (denn Männer achten in erster Linie auf die
Selbstoffenbarungen, Informationen, Fakten und
Resultate)

Für Frauen ist die Sprache der Männer zu


unpersönlich (sie achten in stärkerem Ausmaß auf die
Beziehungsebene, Appelle und Selbstoffenbarungen)
Die zwei Kanäle der Kommunikation

Jeder Mensch drückt sich nonverbal aus.

Es ist nicht möglich keine Körpersprache


zu haben.
Körpersprache als Fremdsprache

• Wird meist nur unbewusst genutzt und gedeutet

• Körpersprache kann mehrdeutig sein,


es gibt kein „Lexikon“

• Kulturelle und geschlechtsspezifische Unterschiede


Unbewusst-Teilbewusst-Bewusst

• Unbewusste Körpersprache

• Teilbewusste Körpersprache

• Bewusste Körpersprache
Zusammenfassung
Probleme mit der Körpersprache

In der Regel begleitet Körpersprache


die verbale Kommunikation.

Aber selbst wenn sie aufhören zu reden,


sendet Ihr Körper ununterbrochen Signale.
Körpersprache kann völlig losgelöst
von Ihrer verbalen Kommunikation
ablaufen
Zusammenfassung
Das Problem mit der Körpersprache

Die Signale des Körpers geben zumeist Ihre Gefühle


und Einstellungen, Ihre innere Befindlichkeit wieder.
Dadurch kann Körpersprache unter Umständen
entlarvend wirken.

Ihre Körpersprache kann eine


vollkommen andere Aussage
übermitteln als Ihr verbaler
Vortrag
Zusammenfassung
Das Problem mit der Körpersprache

Körpersprache ist sehr spontan und teilweise kaum


zu beeinflussen.
Es gibt sogar angeborene Mechanismen.
Allerdings werden die meisten Signale über jahre-
lange Entwicklungs- und Sozialisierungsprozesse
„eingeübt“, z.b. Rollenverhalten.
Einige körpersprachliche
Signale werden Sie niemals
ablegen können
Zusammenfassung
Das Problem mit der Körpersprache

Nicht zuletzt ist Körpersprache schwierig zu deuten.


Bewegungen, Gesten, Blicke der Augen können
mehrere Bedeutungen haben und dürfen niemals für
sich allein betrachtet werden.
Nur die Betrachtung der körpersprachlichen Mittel als
Gesamtheit ermöglichen eine Deutung.

Körpersprache ist mehrdeutig


und dadurch viel schwerer zu
verstehen und anzuwenden als
das gesprochene Wort
Körpersprache verändern

Trotzdem gibt es durchaus Bereiche,


wo Körpersprache gezielt eingesetzt werden kann.
Dazu gehört vor allem:

• Berufsalltag und
• das Verhalten in der Öffentlichkeit
Körpersprache verändern

Dabei ist Vorsicht geboten:


Seine Gestiken, Mimik, Haltung u.s.w. zu manipulieren
kann schnell aufgesetzt und unecht wirken.

Möchten Sie Ihre Körpersprache im positiven Sinne


verbessern, kann es demnach nicht das Ziel sein, ein
Repertoire künstlicher Bewegungsabläufe
einzustudieren.
Körpersprache verändern

Setzen Sie sich realistische Ziele

Körpersprache sollte immer

• das gesprochene Wort unterstreichen


• angemessen sein und
• ein selbstbewusstes Auftreten ermöglichen.
FORMEN DER KÖRPERSPRACHE

- Kleidung / Erscheinungsbild
- Stimme/ Tonfall
- Abstand/ Distanz
- Mimik
- Gestik
- Körperhaltung
KURZE ERKLÄRUNG DER BEISPIELE VORAB

Kaum ein Signal für sich besitzt konkrete


Aussagekraft

Aussagen über die Deutung von


Körpersprache erst durch Signalgruppen
Kurze Erklärung der Beispiele vorab

Für sich alleine gesehen:


Offene Geste

Insgesamt jedoch wirkt die


Körpersprache schlaff und
teilnahmslos
MIMIK

wichtiger Aspekt der Körpersprache

Drei Bereiche der Mimik:

- Stirnbereich

- Mittelgesicht (Augen, Nase, Wangen)

- Mund und Kinnbereich


MIMIK
Stirn - Mittelgesicht - Mund

 senkrechte Falten
+
zusammengekniffene
Augen

Zweifel/ Entrüstung
Mimik
Stirn - Mittelgesicht - Mund

Waagerechte Falten +
aufgerissene Augen

Angst/ Staunen
Mimik

Stirn - Mittelgesicht – Mund

Augen

-Zusammenspiel aus Augenbrauen,


Blickrichtung und Öffnungsgrad
Mimik
Stirn - Mittelgesicht - Mund
Augen
Augenbrauen
Heben der
Augenbrauen

Skepsis/ Ungläubigkeit
Erstaunen
Arroganz
Mimik
Stirn - Mittelgesicht - Mund
Augen
Augenbrauen
Senken/
Zusammenziehen der
Augenbrauen

Ärger
Nachdenklichkeit
Konzentration
Stirn - Mittelgesicht - Mund
Augen
Öffnungsgrad

Signal Interpretation

Erstaunen, Neugier /
weit aufgerissenes Auge
Erschrecken, Entsetzen
voll geöffnetes Auge Aufgeschlossenheit,
Interesse, Aufmerksamkeit
Verschleiertes/ verhängtes Auge Trägheit, Gleichgültigkeit,
Stumpfheit
Verengter Blick Konzentration
Stirn - Mittelgesicht - Mund
Augen
Blickrichtung

Signal Interpretation
Ausweichender Blick Unsicherheit,
Schuldbewusstsein
Abwesender Blick Desinteresse,
starke Konzentration
Wandernder Blick Desinteresse, Nervosität
Mimik
Stirn - Mittelgesicht - Mund

- Öffnungsgrad
Offener Mund mit
herunterhängendem
Kiefer

Erstaunen
Mangel an Aktivität
Mimik
Stirn - Mittelgesicht - Mund
- Öffnungsgrad

Normal geschlossener Mund neutral

Betont geschlossener Mund Entschlossenheit


Mimik
Stirn - Mittelgesicht - Mund

- Öffnungsgrad

Verkniffener Mund

Ablehnung
Mimik
Stirn - Mittelgesicht - Mund

- Öffnungsgrad

Stark zusammengepresste
Lippen

Unterdrückter Zorn
GESTIK
Offene Gestik geschlossene Gestik
Gestik
- Gesten als Unterstreichung von Gesagtem
Gestik
Einige typische Gesten:

Das Kinn streicheln

Nachdenklichkeit
Gestik
Einige typische Gesten:

Die Arme vor der Brust


verschränken

Verkrampfung/
Unsicherheit
Gestik
Einige typische Gesten:

Das „Stachelschwein“

Abwehrende Haltung
Gestik
Einige typische Gesten:

An die Nase fassen

Unsicherheit
Gestik
- Ritualisierte Gestik: der Händedruck
Gestik

- Ritualisierte Gestik: der Händedruck

Fest  Dominanz / Aggression

Lasch  Desinteresse, mangelnde Aktivität


Körperhaltung
Aspekte:

- Stellung des gesamten Körpers


- Haltung der Arme, der Beine und des Kopfes

- Gehen, Stehen, Sitzen


Körperhaltung
Stehen
Körperhaltung
Grundregel:

 je gerader man steht,


desto aufrechter ist die innere Haltung

 Nach vorne gebeugt = Unsicherheit

 Nach hinten geneigt = Überheblichkeit


Körperhaltung
Gehen
Storchen-Gang Zehen-Gang

Vorsicht/ Unsicherheit Zielstrebig / Eilig


Körperhaltung
Gehen

Ähnlich wie das Stehen; zusätzlicher Faktor:


Bewegung

- möglicher Anhaltspunkt bei der Interpretation:

 das Setzen der Füße


Körperhaltung
Sitzen

Orientierung bei der Interpretation:


 Körpergewicht im Verhältnis zum Becken
Körperhaltung - Sitzen
Interpretationsmöglichkeiten von Körpersprache

• Füße um Stuhlbeine winden?

• Füße sitzend nach hinten nehmen?

• Beine einer Person zugewandt/abgewandt


übereinanderschlagen?

• Oberkörper vorgebeugt/zurückgelehnt?

• Schultern hochziehen?

• Arme verschränken / weite Armbewegung

• Hände reiben?

• Trommeln mit den Fingern?


Körperhaltung - Stehen
Arme und Hände in einer
Grundstellung, die Gestik ermöglicht
(nicht selbst festhalten, verschränken
oder (beide) Hände in Hosentaschen)
• Beim Sitzen: guter Kontakt zu Stuhl
• Hinter Tisch: Hände sichtbar lassen
• Erstkontakt: angemessener
Händedruck
• Natürlichkeit und Authentizität
• Zugewandtheit signalisieren
Vier Dimensionen der Körpersprache
▪ Körperstellung
 Freies Stehen, Sitzen, Fehlhaltungen

▪ Blickkontakt
 Wegschauen oder anstarren, Blickkontakt
als Chance, Blickkontakt als Pause

▪ Mimik und Gestik


 Hohle Dominanzgebärden, Gesten mit der Hand

▪ Proxemik – das Annäherungsverhalten


 Distanzzonen beachten
Wirkung von Körperhaltung

(inkl. Atmung, Körperenergie und -spannung)


auf die eigene Emotion

▪ Gebeugte
Körperhaltung
verursacht Traurigkeit,
Unsicherheit,
Verschlossenheit
Wirkung von Körperhaltung

▪ Expandierte
Körperhaltung
verursacht Freude,
Selbstsicherheit,
Arroganz,
Zuversicht,
Offenheit und
Verbundenheit mit
anderen
Distanzzonen
Gesten „raten“

???
Gesten „raten“ ?
Beispiele anhand konkreter Situationen

„Sie erledigen das „Sie erledigen das


heute noch!“ heute noch!“

kongruent inkongruent
Beispiele anhand konkreter Situationen
Beispiele anhand konkreter Situationen
Beispiele anhand konkreter Situationen
BEISPIELE ANHAND KONKRETER
SITUATIONEN
Beispiele anhand konkreter Situationen
Trainingsmöglichkeiten Körpersprache

Ziele eines Trainings:

Bewusste/sensible Wahrnehmung von


Kommunikationspartnern (Ablegen von
Schubladendenken)

Beobachtung des eigenen Ausdrucks (Kongruenz


der Sprache) bei Beibehalten von Authentizität
und Spontanität

Durch (Selbst-)Beobachtung, Feedback,


Ausdrucksübungen, Spiegeln, Spiele (Rollenspiel,
Pantomime) uvm.