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OK 621.

86/87 Fachbereichstandard Juni 1983

Deutsche
Demokratische
Lastaufnahmemittel fUr das Bauwesen
Berechnungsgrundlagen
·Traversen aus Stahl
--
TG[
22836/06
Republik Gruppe 921010

I'pysosaxsaTHHe npmcnoco6.11ea:w1 .I{Jlß Assembly Utensil of Building Construction


CTpoHTeJl:OCTBa Computation Base
OcaoBH Eac11äTa Steel Traverses
CTa.JWme o:rpa:aepcH

Deskriptoren: Lastaufnahmegeraet; Berechnungsmethode; Traverse

Verbindlich ab 1.J.1984

~ Inhgltsverzeichnis Seite
ii 1. Formelzeichen 1
i 2. Allgemeines 2
....
0

.n
·;::; J • Lastannahmen J
Q.
"ii
.... 4. Schnittkräfte J
0 5. Zulässige Spannungen J
~ 6. Nachweise 3
-D
c
0
„„
:!

1! 1. Formelzeichen
...c
0

Tabelle 1
& Zeichen Dimension Erklärung
„"'il A1 Fläche des Stabes 1 in Bild 10, System B und C, wobei bei einteiligem
"'1 Stab dessen halbe Fläche, bei zweiteiligem Stab die Fläche des Teilstabes
zu verwend„n ist
„"'
c mm2
~ All Fläche der Diagonale in Bild 10, System B oder C
·;;;
A,, Fläche eines Vertikalstabes in Bild 10, System B oder C
~
...c
0 b mm Traversenbalkenbreite nach Tabelle 2
.!! c Bindeblech- oder Knotenabstand nach Bild 10
"'~ CM Wölbwiderstand in bezug auf den Schubmittelpunkt M
mm.6
"'
~
0 CMS Wölbwiderstand unter Berücksichtigung der Schubverformung in bezug auf.
den Schubmittelpunkt M
>
d Randabstand nach Bild 5
"'
..!!
ii em Kraftangriffshöhe in Traversenbalkenmitte nach Bild 6, vom Schubmittel-
> mm punkt M nach oben positiv
er Kraftangriffshöhe an den Traversenbalkenenden nach Bild 6, vom Schubmit-
telounkt M nach oben positiv
E N/mm2 Elastizitätsmodul
F Kraft aus Belastung der Traverse und Eigenmasse
kN Kraft, aie über einen Bolzen in den Steg nach Bild' 5 eingeleitet wird
FB
G N/rran 2 Schubmodul
h mm Traversenbalkenhöhe nach Tabelld 2
hA Steghöhe nach Tabelle 2
r1 Trägheitsmoment des Stabes 1 um die Achse 1-1 im Bild 10, System A, wo-
bei bei einteiligem Stab das Trägheitsmoment des halben Querschnitts,
mm.4 bei zweiteiligem Stab das Trägheitsmoment des Teilstabes zu verwenden ist
....i I2 Trägheitsmoment des Bindebleches um seine Hauptträgheitsachse 2-2 in
Bild 10, System A
"'::i Fortsetzung der Tabelle Seite 2
;;:;
"'"'1
:il Fortsetzung Seite 2 bis 7
.... '
~c Verantwortlich/bestätigt: 23.6.1983, VEB Kombinat Baumechanisierung Dr~den
!
;:;
-
~
~
Seite 2 TGL 22838/06

Portsetzung der Tabelle


Zeichen Dimension Erklärung
ID Drillwiderst and nach Tabelle 2
mm4
IV Trägheitsmoment um die y-Achse
k
1
- Kippbeiwert nach Bild 7 bis 9
' Nennlänge des Traversenbalkens nach Bild 6
ld mm Länge der Diagonale nach Bild 10, System B oder C
1
w W5lbbezugslänge nach Tabelle 2
M - Schubmittelpunkt
.
Mx kNm Biegemoment um die x-Achse
Kici Ideales Kippmoment
S mm Stegdicke nach Tabelle 2
Sf Piktive Stegdicke nach Pormel (9) bis ( 11)
s - Schwerpunkt des Einzelquerschnitts
t Gurtdicke.nach Tabelle 2
'-- tf mm Piktive Gurtdicke nach Pormel (6) bis (8)
WT Modifiziertes Widerstandsmoment nach TGL 13500702
mm3
wT.x Modifiziertes Widerstandsmoment um die x-Achse
WT.v Modifiziertes Widerstandsmoment um die y-Achse
X Querschnittshauptachse nach Bild 6
y - Querschnittshauptachse nach Bild 6
z Stabachse nach Bild 6
zul ~ ·N/mm~ Zulässige Spannung nach TGL 13500/01
ß Hilfsgr5ße nach Tabelle 2
E Hilfsgr5ße nach Tabelle 2
'11m Bezogene Kraftangriffsh5he in Traversenbalkenmitte nach Pormel (5)
'l'Jr - Bezogene Kraftangriffsh5he an den Traversenbalkenenden nach Pormel ( 4)
1( Hilfsgr5ße nach Tabelle 2
'tK Kippfaktor nach TGL 13503/01
X Timoshenko-Parameter nach Tabelle 2

2. Allgemeines
Traversen dürfen als ebene und räumliche Traversen ausgebildet werden. Ebene Traversen sind
Lastaufnahmemittel, deren Lasteintragungspunkte in einer vertikalen Ebene angeordnet sind.

Bild 1 Beispiele :tür Systeme ebener Traversen

Räumliche Traversen sind Lastaufnahmemittel, deren Lasteintragungspunkte in verschiedenen


Ebenen angeordnet sind. A 9

Bild• 2 Beispiele :tür Systeme räumlicher Traversen

Traversen setzen sich in der Regel aus biegesteifen Traversenbalken und Verbindungselementen
zum Hebezeug und zur Last, z.B. Seil- oder Kettengehänge, zusammen •


TGL 22838/06 Seite 3

3. Lastannahmen
Lastannahmen nach TGL 13473 und TGL 22838/01.

4. Schnittkräfte
Schnittkräfte nach TGL 22838/01. •
Die Schnittkräfte von Traversen mit statisch unbestimmter Lasteintragung sind unter Berücksichti-
gung der Steifigkeit der Traversenbalken und der Last sowie der Anschlußbedingungen zu berechnen,
wenn kein Lastausgleich vorhanden ist.

Bild 3
Beispiel ebener Traversen Traverse
mit statisch unbestimmter Gehänge
Lasteintragung
Last

Wird bei räumlichen Traversen mit statisch unbestimmter Lasteintragung keine genauere Schnitt-
kraftermittlung durchgeführt, ist als ungünstigste Lasteintragung die Belastung in zwei diagonal
gegenüberliegenden Eckpunkten anzunehmen.

Bild 4
Beispiel räumlicher Traversen
mit statisch unbe-stimmter
Lasteintragung bei ungünstiger
Belastung

5. Zulässige Spannungen
Zulässige Spannungen nach TGL 228)8/01.

6. Nachweise
6.1. Allgemeines
Nachweise nach TGL 228)8/01.
6.2. Statischer Pestigkeitsnachweis
Werden Kräfte über Tragbolzen in Stege von Traversenbalken eingeleitet, darf der Randabstand
nach TGL 228)8/04 bestimmt werden, sofern kein genauerer Nachweis erbracht wird.

Bild 5
Krafteinleitung durch
Tragbolzen

6.J. Stabilitätsnachweis
6.J.1. Kippnachweis
6.J.1.1. Allgemeines
Der Kippnachweis ist nach TGL 13503/01 und /02 zu führen, wenn die Biegesteifigkeit wn die ver-
tikale kleiner als um die horizontale Querschnittshauptachse ist. Die idealen Kippmomente Mxi
sind dabei unter Beriicksiohtigung der um alle J Achsen vorhandenen gelenkigen Lagerung des
Traversenbalkens nach Abschnitt 6.3.1.2. zu berechnen.
Der Kippnachweis tiir Balken ebener symmetrischer Traversen nach Bild 1 ist nach Pormel (1) zu
führen. Der Kippnachweis tiir Balken räumlicher symmetrischer Traversen nach Bild 2 darf nach Por-
mel (2) getiihrt werden, wenn kein genauerer Nachweis erbracht wird. In Pormel (2) sind Seiten-
kräfte nach TGL 22838/01 berllcksichtigt.
i)
Seite 4 TGL 22838/06

vorh cl ( 1)

vorh <J (2)

Werden Traversenbalken oder Teillängen von Traversenbalken zusätzlich zu Biegemomenten durch


Längskräfte beansprucht, ist ein Kippnachweis mit Längskraft zu führen.

6.J.1.2. Ideale Kippmomente Mici


6.J.1.2.1. Das ideale Kippmoment MKi von Traversenbalken nach Bild 1, System A, und Bild 6 mit
gleichbleibendem doppelsymmetrischem I- oder Kasten-Querschnitt, mittiger Aufhängung und Lastein-
tragungspunkten an den Traversenbalkenenden ist nach Formel (J) zu berechnen.

k
~i = ! ~ EIY GID (J)

F F

Bild 6
Achsrichtungen
und Kraftangriffs-
höhen an ebenen
_j X X -t-
t=2 1
Traversen F

__l=:j 2
1-.
Cl>
i

1 J
F E
2 2

Die zur Ermittlung des Kippbeiwertes k nach Bild 7 bis 9 erforderlichen bezogenen Kraftai griffs-
höhen sind nach Formel (4) und (5) zu berechnen.

'11r

( 5)

Als Kraftangriffshöhen er und em sind die Abstände von der Traversenbalkenlängsachse bis zum
ersten Gelenk um die .z-Achse festzulegen.
Der Kippnachweis für Traversenbalken mit mehrteiligem Querschnitt ist wie für Traversenbalken mit
Kastenquerschnitt unter Verwendung einer fiktiven Wanddicke für die Querverbindung zu führen.

Die fiktive Gurtdicke tf der Systeme A bis C mehrteiliger doppeltsymmetrischer Traversenbalken-


querschnitte nach Bild 10 ist nach den Formeln (6) bis (8) zu berechnen.

Syst~ A: (6)

System B: E b , c
tf • ~ 1 3 J (7)
d + 2 c
Ad"" 3A:j

System C: (8)
5 ..----~--------.,..--....----. 10r---------~---~~
-~~-~--~-----r-r--i~--i--T""--i9r/?m
F F 'lr/?m 30 - F -2fJ/•2,0

!'~ltf + t 1 t?::; f
9
1
f f
,.
.L
2
l i
2 T2
==r_•em
lE=-T- er
~-20/•2,0
-1.5'·2.o
-1,01·2.o
1"'lf r. 1,, 1. t' J:~r·11
-." • • ~,,,,~
-1,5/•2,0
~-i--+---t---1771 _1,01•2,o
-0,5/+2,0

-"

81 1 1 1 1 1 /V Y 1 ;;l-0,5/•2,0 25 X//I
4 '1 r /'Im
l--+--l-+-+--+-t-1-t71- 2·0/+2p 1 1 1 1 1 /J/ /1" 1
1
.s • ·
:A7-r-1P/+1.5
-2fJ/•1,5
1 1 5
-2,0„1,5
-1,5/+1,5
3,5 _.j_-..j._.. --l---.l-1,5/ •2p 7 1------1---+-· 1 ·' 1,< y " ' ..... 22,5 +--+ 1 ,..::;v=A-1,0/•1,5

A r 1 4-2p/+\5 1 1 1 A/ V ...V>S.'1 ,f" 1 1-0,5/•1,5 f f„0' JL f „Ll-0,5/•l,5


-1,0/+2p - 2,01+1-fc
3 1 L V' 1 L 1-l,5/+1,5 SI 1 V/ 1/ A / 1 /l 1 ~::J-f~1:1.& 20 · - -
- 0/+2,0
--A--/ 1 ,41-2,Q.1•1,0 1 1 //1 /A # 1/ 1 79"",...-::;.r 17'<1- 1·0/•l,O
-05/+~

2,51 1 1 -:11-~--th-f-7--f>----::;;>::-""Y""'"z_,L~Z:1,o 5 :~~:}~ 17,58. kl~J+~~=:.~:~:g


~j.......- 1 ..... "1-1,Ql•q5 2,0/+il, - - - . - .- -1,5/•1,0
11 -15/+05 -
-0,5/•1,5 • ' -0,5/+1/J}
2 ~~J....L= 1 ..... ~-1,0/+1,0 4 -\0/•0,5 15 0/•1,5
-1,S/•0,5
1---1-w-~~-~"""r
111 ~ ~ 1 ,g<'1.,.....-:f

~~~---+-~~~-t==l-~0/-0,
-0,5/+0,5 l)
~~E~~~~~t~~1~t~·0,5{+l,5
1::..... ..;-2.0/

-2,0/--0,5
-Cls/+\O
o
1 ...,... -t:::- -H,0/•0.5 2l
-15/ c!
5
3
:~f,~·o
0/+10
-1,5/
-w10
0
-0,51+6.S 12,5, IM / I// /\ /1 /.Y/ \ /,
. 1-&/•0,5
-1 /•0,5
0/•1,0
-1.0/+0,5
2 '11//llll-/,4 7#j/' :>'./"'.'. 1 17'~1
~zr;:~~rJ~~~~1::rJ_ ,
10 0 10 1
Lo.5/•o.5
w-:::~~~l-~===i::~::+:tl;::l-1.Sl-0.
5

--+----+-----<
-1'51-os
' ' r; -9.t85
f'~+;:bJ~~~~~;;~~~~·0-:;/•1,0
-t·--t=t=t= 1 1 l:w-~•l -1,0/-0,5
-2,01 0
WA ~. . . Y 1 1 1 - 10~'·85

~~~~;~~~~~!~~~3;f~~-10/
>-3
O'---'-~--'-~J....~-'-~'---.-J'---'----L---' O'----"~-'-~.._--''---'--_._~...____..~___.
•o.si-2.0
o,aaa 8111004 0,0008 0,0012 0,0016 o,oo 20 0,002 0,004 0,008 0,012 op1s 0,020 ~
'X___.. X~
•0,5(•1,S
-1----1-0:SI 00
N
N
...,CD
Bild 7 Kippbeiwerte k
tUr X= 0,0002 bis 0,0020
Bild 8 Kippbeiwerte k
tUr X • 0,002 bis 0,020 ~~~~~~~~~~~§f§f§-2,0I·~ ~1.s1-o.s
•0,5/•1,0
CD
......
0
~~~~~~E3:~~±=l=i=:j=rJ-1.01-o.s
m

1) auch tur 0/+2,0 cn


2) auch tur 0/+1,5 und +0,5/+2,0
.......
Cl>
0
J) auch tur 0/+1,0 und +0,5/+1,5 002
. 00~
' 008
. 0,12 0,16 0,20 0,24 0,25
x,_..,.
4) auch tur 0/+0,5 und +0,5/+1,0 Cl>
V1
Bild 9 Kippbeiwerte k für X• 0 1 020 bis 0,250
Seite 6 TGL 22838/06

Tabelle 2
Querechni tt (i €. Drillwideretand Wölbwiderstand Timoshenko-Parameter

,
CMS =~ (1 +J<)

und
X= _46!?•E(P.+~)2+ e2{(?2-1)2
5 C~+e) <1-ß.e)2

---i
1ß1 .
A

1 1
2-t·-2 .
1 1
i-t.T_!_~
'
----i. B
~1 1,a-1
1 1

1 1
: 1
1 •
1 1

1 1 1 1
1 1

1Je:=3t1 iJe-.L~

1iE=3f1 1i&i-l c
1 •
1 1
1 1 1 •
1 •
1 ! 1
1
1
'
1le=:3+1 1-Le::.i_~

Bild 10 Systeme und Bezeichnungen mehrteiliger Querschlllitte


TGL 22838/06 Seite 7

Die fiktive Stegdicke sf der Systeme A bis C mehrteiliger doppeltsymmetrischer Traversenbalken-


querschni tte nach Bild 10 ist nach den Formeln (9) bis (11) zu berechnen •

System A: s
f
_ E
- 'G h2
1
h 2
• c + .;t.....t....,l
(9) •
. "'f2I2 24 11

h , c
System B: sf = -GE 1
J ( 10)
_g__ 2 CJ
Ad + JA 1

System C: ( 11)

6,J.1.2.2. Das ideale Kippmoment MKi von Traversenbalken nach Bild 1, System B, ist nach Ab-
schnitt 6.J.1.2.1. zu berechnen, wobei die Kippbeiwerte k den Bildern 1 bis 9 für Kraftangriffs-
höhen er und em mit umgekehrter Vorzeichendefinition zu entnehmen sind.

6.J.1.2.J. Das ideale Kippmoment ~i von Traversenbalken nach Bild 1, System C, darf näherungs-
weise nach Fonnel (12) berechnet werden, falls kein genauerer Nachweis geführt wird.

(12)

6.J.1.2.4. Das ideale Kippmoment ~i von Traversenbalken nach Bild 1, System D, ist nach Formel
(12) zu berechnen. Für den mittleren Balkenabschnitt ist zusätzlich die Längskraft zu berück-
sichtigen.

6.J.1.2.5, Die Kippnachweise für räumliche Traversen nach Bild 2, System Abis C, sind getrennt
für die Kragträger und die Balkenabschnitte zu führen.
Die idealen Kippmomente ~i für die Kragträger sind nach TGL 13503/02 und für die Balkenab-
schnitte nach Abschnitt 6,3,1.2.1, und 6.3.1,2,4. zu berechnen.

6.J.2, Beulnachweis
Beulnachweis nach TGL 13503/01 und /02,

Hinweise
Im vorliegenden Standard ist auf folgende Standards Bezug genommen:
TGL 13473; TGL 13500/01; TGL 13500/02; TGL 13503/01; TGL 1350)/02; TGL 22838/01; TGL 22838/04,