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Anlagenüberprüfung KFE-

EMPFEHLUNG
E-CHECK ET 200-0

Kuratorium für Elektrotechnik, 1030 Wien, Rudolf Sallinger-Pl.1, Tel.: (01) 713 54 68, Fax: (01) 712 68 47 20

Überprüfung von elektrischen Anlagen


Elektrische Anlagen von Endverbrauchern unterliegen keiner gesetzlichen wiederkehren-
den Überprüfungspflicht. Trotz allem empfiehlt sich eine Überprüfung zumindest alle 5 bis
10 Jahre durchzuführen.
o Laut Elektrotechnikgesetz (ETG) sind Endverbraucher als Betreiber einer elektrischen
Anlage bei wesentlichen Änderungen verpflichtet, die Anlage auf den sicherheits-
relevanten Letztstand zu bringen. Wesentliche Änderungen sind zum
Beispiel Umbauten, Erweiterung der Zuleitung bedingt durch
grössere Energieverbraucher (z.B.: gleichzeitiges Betreiben
leistungstarker Verbraucher wie Wäschetrockner, Geschirrspüler,
Mikrowellengeräten etc.)
o im Falle eines Schadens in der elektrischen Anlage kann die
Haushaltsversicherung eine finanzielle Deckung des Schadens ab-
lehnen, wenn der Zeitpunkt der Überprüfung zu weit zurückliegt bzw. Umbauten ohne
nachherige Kontrolle durchgeführt wurden.
Insbesonders werden bei elektrischen Anlagen im Rahmen des E-Checks folgen-
de Schwerpunkte beachtet:
o Überprüfung nach ÖVEÖNORM E 8001,
o Verteilerkasten,
o Sicherungen, FI-Schutzschalter
o Stecker, Steckdosen, nachträglich angebrachte Steckdosenverteiler,
o Kabel, Leitungen
o Schutzmassnahme bei Anschluss von Heizsystemen
o Blitzschutzanlagen, Überspannungsschutz
Die richtige Dokumentation der Anlagenüberprüfung mit Prüf-
Befund und Anlagenbuch ist durch die Herausgabe der ÖVE/
ÖNORM E 8001-6-63 Stand der Technik. Jeder Elektrotech-
niker, der Anlagenüberprüfungen durchführt, übernimmt da-
mit auch die Gewährleistung, dass die Anlage zum Zeitpunkt
der Überprüfung den gültigen Bestimmungen entsprochen
hat. Im Schadensfall kann eine vorhandene Dokumentation
Ärger vermeiden.

Wir empfehlen hie-


für insbesondere
die Verwendung
des bundesein-
heitlichen Prüf-
Befundes in der
jeweils gültigen
Fassung.
Anlagenüberprüfung E-CHECK KFE-
EMPFEHLUNG
Inhalt der Prüfung ET 200-1

Kuratorium für Elektrotechnik, 1030 Wien, Rudolf Sallinger-Pl.1, Tel.: (01) 713 54 68, Fax: (01) 712 68 47 20

Allgemeines
Elektrische Anlagen sind mit Sorgfalt und Genauigkeit zu prüfen. Beim E-Check handelt es
sich in der Regel um die bereits in der neuen ÖVE-Vorschrift geforderte Wiederholungsprü-
fung einer elektrischen Anlage. Dabei ist das Zerlegen der Anlage auf das notwendige Mass
zu beschränken. Es ist in Verbindung mit Erproben und Messen der Nachweis darüber zu er-
bringen, dass die Sicherheit von Personen und Nutztieren gegen Brand und elektrischen Schlag
gewährleistet ist, die elektrische Anlage den Anforderungen der gelten-
den Vorschriften entsprechen und der Sachschutz gegen Beschädigung
durch Brand und Hitze zufolge von Anlagendefekten gegeben ist. Weiters
ist zu beachten, dass die Sicherheit weder durch Beschädigungen noch
durch Alterung der Anlage unzulässig beeinträchtigt ist und dass Anla-
gendefekte und Abweichungen von den Anforderungen der Errichtungs-
bestimmungen, die eine Gefährdung begründen können, erfasst werden.
Sichtprüfung
Die Sichtprüfung umfasst die Besichtigung der Anlage und Schutzeinrichtungen, Überprü-
fung auf mechanische Schäden, Überprüfung der Verteilerbeschriftungen etc., samt Erstellen
einer Mängelliste. (Ein wesentlicher Punkt ist dabei auch die Herstellung der technische Zu-
gänglichkeit und das Entfernen von Verteiler- u. Klemmabdeckung.
Prüfung
Die Prüfung (Erprobung und Messung) umfaßt sowohl jedes einzelne Betriebsmittel als
auch jeden Lichtauslass. Diese können in einer bereits vorliegenden Dokumentation enthalten
sein oder aber auch nicht. Im letzteren Fall ist diese zu ergänzen. Betriebsmittel sind z.B. Steck-
dosen, Geräteanschlußdosen, FI- und LS-Schalter. Die Prüfung muss derart durchgeführt wer-
den, dass es dadurch auch bei Anlagenfehlern zu keinerlei Gefährdung kommt noch dass
Schäden an Betriebsmitteln oder an nicht zur Anlage zählenden Sachgütern entstehen.
Umfang und Ergebnis sowie jede Beschädigung, jede Verschlechterung des Anlagenzu-
standes, jeder Anlagenfehler und jeder gefährliche Zustand, aber auch jede Einschränkung
des Prüfumfangs gegenüber den Anforderungen der gültigen Vorschriften ist im Prüfbefund
festzuhalten.
Prüfbefund
Vorerst ist festzuhalten ob es sich bei der Prüfung um eine Erst-, Wiederholungs-, Teil-, oder
Gesamtprüfung handelt.
Der Prüfbefund hat jene Feststellungen zu enthalten, welche sich aus Besichtigung, Erpro-
bung und Messung sowie aufgrund der planlichen Darstellungen der elektrischen Anlage erge-
ben. In den Überprüfungsbefund sind die aktuellen Meßwerte und evtl. Ergänzungen und die
Daten der Überprüfung jedes Betriebsmittels einzutragen.
Sollte kein Elektro-Plan (Bestands- oder Übersichtschaltplan) vorhanden sein, ist als
 Copyright by KFE.

Mindesterfordernis ein Auslassschaltplan mit eingezeichneten Betriebsmitteln zu erstel-


len, aus dem sich die Stromkreiszugehörigkeit ersehen lässt.
Anlagenüberprüfung E-CHECK KFE-
EMPFEHLUNG
Mängelliste ET 200-2

Kuratorium für Elektrotechnik, 1030 Wien, Rudolf Sallinger-Pl.1, Tel.: (01) 713 54 68, Fax: (01) 712 68 47 20

MÄNGELLISTE BEI ÜBERPRÜFUNG VON ANLAGEN

Verteiler
q Beschriftung mangelhaft bzw. fehlt q Sicherungen überbrückt
q FI-Schalter lösen mit Prüftaste nicht aus q Leitungsschutz wird übermäßig warm
q FI-Schalter nicht zweckentsprechend q Standortisolierung nicht zweckentsprechend
q FI-Schalter zueinander falsch geschaltet q Überspannungsschutz wirkungslos bzw. fehlt
q Leitungen übersichert q Vorsicherung(en) falsch
q FU-Schalter lösen mit Prüftaste nicht aus q Schutzleiteranschluss nicht vorhanden
q Neutralleiterklemme mangelhaft bzw. unzu- q Mehr als eine abgehende Ader in fabriksmäßig
lässig nicht dafür geeigneter Klemme angeschlossen
q PEN-Leiter einpolig gesichert oder einpolig q Kein Berührungsschutz
geschaltet

Erdungs- und Schutzleiteranschlüsse


q Anschlusserdung(en) mangelhaft bzw. fehlt q Nullungsverbindung mangelhaft
q Erderprüfklemme mangelhaft bzw. fehlt q Querschnitt PE-PEN-Verbindung mangelhaft
q Erdanschluss mangelhaft bzw. nicht auffind- q Schutzleiter nicht angeschlossen
bar q Schutzleiterschiene mangelhaft bzw. fehlt
q Potentialausgleich mangelhaft bzw. fehlt q Schutzleiterquerschnitt falsch
q Potentialausgleichsleiter bei Schutztrennung q Schutzleiterfarbe falsch
mangelhaft bzw. fehlt q Wassermesserbrücke mangelhaft bzw. fehlt

Installation
q Adernkennfarbe falsch q Steckdose(n) ohne Schutzkontakt vorhanden
q Leitung(en) mangelhaft bzw. unzulässig q Steckdose(n) ohne Schutzkontakt in Räumen
q Leitungsverlegung mangelhaft bzw. unzuläs- mit Erdungspotential
sig q Tragsystem mangelhaft
q Rohrdimension(en) falsch q Tragsystem überbelegt
q Sekundär Anschlussleitung(en) des Schutz- q Verbotene Steckvorrichtung in Verwendung
trafos ungeeignet
q Steckdose(n) für Schutzkleinspannung un-
geeignet

Messung
q Erhöhter Spannungsabfall vorhanden q Isolationswiderstand unzureichend
q Erdungswiderstand unzureichend q Drehfeld an der netzseitigen Steckvorrichtung
q Schleifenwiderstand unzureichend nicht normgemäß
q FI-Schutzschalter lösen bei Messung nicht
bzw. nicht richtig aus

Allgemein
q Abdeckung(en) mangelhaft bzw. fehlt q Montage(n) unzulässig
q Anschlüsse mangelhaft q Vorschriften für Schutzbereich (Bad, Dusche)
q Berührbare spannungsführende Teile nicht eingehalten
q Montage(n) mangelhaft