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Teil 1 - Die Entdeckung Nordamerikas durch die Europäer

Präambel
Zu meiner Person: Ich trete hier als AWRCATS Writer auf, kurz Arthur oder Writer reichen mir aber
schon als Anrede. Die Apachen nennen mich auch Weißbart. Knapp zehn Jahre besteht der Tucson
Chronicle in Tucson, AZ Arizona. Nicht immer waren die Zeiten so friedlich wie heutzutage,
obwohl…. na ja, das ist ein anderes Thema für einen der Folgevorträge.
Nachdem der letzte Vortrag allgemein das Thema Social Communities behandelte, möchte ich heute
die Entdeckung und erste Besiedelung Nordamerikas durch die Europäer thematisieren. Der Titel ist
so komplex gewählt, weil es das Thema auch ist. Hier und heute will ich daher grundsätzliche
Informationen zur post-Kolumbus-Ära Nordamerikas bis hin zur Bildung der Vereinigten Staaten
liefern, um in einem späteren Vortrag dann die Verhältnisse in neuerer Zeit aufzuarbeiten. Da gibt es
so viel, dass Sie im Publikum mir sicher dankbar sind, wenn ich das Thema in Etappen anbiete.
Amerika wurde durch Kolumbus 1492 entdeckt? Nun ja, Christoph Kolumbus1. Er war ein
italienischer Seefahrer in kastilischen Diensten, der im Jahr 1492 Amerika entdeckte, als er eine Insel
der Bahamas erreichte. Eigentlich suchte er einen Seeweg nach Indien, … noch eine andere
Geschichte. Aber mittlerweile finden sich im Nordosten Nordamerikas Spuren, welche darauf
hindeuten, dass vor Kolumbus schon andere Europäer die Küste erreichten – Wikinger. Manche sagen,
dass Amerika schon rund 500 Jahre vor Kolumbus von Leif Eriksson oder anderen Isländern besucht
wurde. Von diesen finden wir in der Bevölkerung keine Spuren. Ihre Besiedelungsgeschichte liegt im
Nebel der Zeiten und es ist anzunehmen, dass ihnen selbst die Entdeckung des Landes im Westen nach
langer Seefahrt nur kurze Zeit als glückliche Fügung vorkam. Die ersten Entdecker dieses Kontinents
waren mit Sicherheit die Vorfahren der Indianer, die vor langer Zeit von Asien her über den
Nordwesten in den zuvor menschenleeren Kontinent eindrangen – ob zu Fuß über die zeitweise
passierbare Beringstraße oder als Seefahrer entlang der Küsten.2
Heute geht es jedoch um die Zeit nach Kolumbus, also vornehmlich um Europäer, welche vor allem
aus England und Frankreich kommend die gut einmonatige Atlantiküberfahrt überstanden und entlang
der Küsten das Land schrittweise in Besitz nahmen.
Wenn Sie Fragen haben, können Sie diese durchaus während des Vortrags stellen. Ich versuche dann
so schnell wie möglich darauf eingehen oder die jeweilige Frage zu recherchieren, verweise aber auch
gleich auf das Skriptum mit seinen weiterführenden Informationen im Anhang.
Der heutige Vortrag ist OOC und findet daher in der Skybox von AZ Arizona statt. So können alle
Interessenten auch ohne WW-Meter daran teilnehmen und ich heiße Sie hiermit auch herzlich
willkommen. Sofern Gäste im Anschluss über die Scheune in die Landschaften und oder das Wild
West-Roleplay entdecken wollen, finden Sie heute bestimmt gute Unterstützung bei den ersten
Schritten in neuer Umgebung und dem Einsatz des Visitor-Tags bzw. des Wild West-Meters.
Erfahrungsgemäß trudeln immer noch ein paar Zuhörer verspätet ein, aber irgendwann muss man ja
mal anfangen. Insofern suchen Sie sich jetzt gern einen geeigneten Platz, von wo aus Sie den Vortrag
bequem verfolgen können. Dieser Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe des Tucson Chronicle trägt
die Nummer 20. Ich trage wieder mit Voice und für alle gut verständlich vor. Parallel lesen Sie das
auch im lokalen Chat. Ein Skriptum zum Vortrag wird anschließend als Notecard bereitgestellt oder
kann bei mir als PDF-Datei angefragt werden. Wenn es klappt, funktioniert hinter mit auch die
Videowand als mediale Begleitung

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Die Entdeckung der neuen Welt als nautische Herausforderung
Gerne betrachten wir die Welt egozentrisch. Der unbekannte amerikanische Kontinent wurde bald als
die ‚neue‘ Welt bezeichnet Demnach wurde für Europäer Europa und die Welt vor Kolumbus
Entdeckung die ‚alte‘ Welt. Zu Anfang möchte ich ein wenig mit den Namen ‚aufräumen‘. Warum
heißt der Kontinent gemeinhin eigentlich ‚Amerika‘? Nun, die Entdeckung durch Kolumbus war nicht
offensichtlich. Der Name Amerika wurde vom Vornamen des Italieners Amerigo Vespucci (1451–
1512) abgeleitet, der die Amazonasmündung entdeckte und als erster davon schrieb, dass der im Zuge
der transatlantischen Fahrten von Christoph Kolumbus entdeckte Erdteil vielleicht nicht Indien oder
Asien sei, sondern vielmehr ein eigenständiger Erdteil sein könnte. Die Kontinent-Eigenschaft
postulierte er, da er deutliche Eigenheiten von Fauna und Flora Amerikas festgestellt hatte. In
Anlehnung an seinen Namen schlug ein Kommentar zu einer neuen Karte 1507 den Namen America
vor, welcher sich letztlich durchsetzte. Erst die Erben Kolumbus erreichten im 16. Jahrhundert durch
ein Gerichtsverfahren, dass Kolumbus als Entdecker Amerikas festgeschrieben wurde.
Den ersten geographischen Beweis, dass Amerika ein Kontinent sei, erbrachte am 25. September
1513, vormittags um elf Uhr, Vasco Núñez de Balboa nach einer verlustreichen Expedition durch
Panama, als er als erster Europäer den Pazifik vom amerikanischen Festland aus erblickte.3
Der Irrtum Kolumbus führte zu einem weiteren Namensproblem, nämlich wie die Ureinwohner zu
bezeichnen seien. Die Bezeichnung „Indianer“ für die Ureinwohner Amerikas entstand durch den
Irrtum, es handle sich bei der erreichten Küste um einen Teil Asiens. In der iberischen Welt und im
kolonialen Amerika wurde der Kontinent bis weit ins 18. Jahrhundert weiterhin Indias, „Die Indien“
genannt. Die englische Bezeichnung ‚Indian‘ kann sowohl „Inder“ als auch „Indianer“ bedeuten. Zur
Unterscheidung werden die Ureinwohner Amerikas normalerweise als American Indians oder Native
Americans bezeichnet, in Kanada auch als Aborigines oder First Nations. 4
Da wir gerade bei Namensbetrachtungen sind: Die Nachfahren von Europäisch-Indianischen Eltern
werden als Mestizen bezeichnet. Im Sprachgebrauch befindet sich aber auch der allgemeine Begriff
Halbblut.
Auch nachdem die Route über den Atlantik gefunden war, brauchten Segelschiffe mehr als einen
Monat für eine transatlantische Fahrt. Die Überfahrt war lang, gefahrvoll und entbehrungsreich. Viele
Transatlantikfahrer legten einen letzten Zwischenstopp nach den kanarischen Inseln bei den
Kapverden ein. Ab hier konnten Passatwinde für die Überfahrt genutzt werden. Mit der Entwicklung
schneller Segelschiffe, der Klipper, für Post- und Personentransport und später der Dampfschifffahrt
und, verringerte sich die Dauer einer Überfahrt auf unter vier Wochen. Die Ehrung durch das blaue
Band wurde später (als Promotionaktion ab 1860 von Reedereien) jeweils dem Dampfschiff zuteil,
welches die Überfahrt nach New York -Europa bzw. Europa – New York als reguläres Linienschiff für
den Personentransport am schnellsten absolvierte.5
Nach dem Seefahrer Kolumbus kamen diverse Entdecker und Glücksritter in die Neue Welt. Die
Küsten wurden zunehmend genauer kartiert, entlang von Flüssen gelangte man in das unbekannte
Landesinnere. Als die erste Stadt auf nordamerikanischen Festland gilt das 1565 von den Spaniern
gegründete St. Augustine in Florida, zugleich heute die älteste Stadt der USA.6 Die Besiedelung durch
die Europäer erfolgte demnach vor allem von der Ostküste aus. Kolumbus betrat übrigens erst im
Rahmen seiner vierten Fahrt am 14. August 1502 bei Kap Honduras auf der Suche nach einer Passage
nach China (damals geographisch Indien zugehörig) erstmals den neuen Kontinent. Zuvor hatte man
nur die vorgelagerten Inseln (Bahamas, Antillen) angesteuert. Er war im Mai 1502 mit vier Karavellen
in See gestochen.

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Der Seeweg zur Westküste wurde erst später entdeckt und selten genutzt. Spekulation über chinesische
Seefahrer im 14. Jahrhundert konnten nicht bestätigt werden. Welch untergeordnete Bedeutung die
pazifische Seefahrt hat, lässt sich am besten an einem bewegten Schaubild erahnen.7 Seit Magellan
1520 einen Seeweg entdeckt hatte, der um Südamerika herum nach Asien führte, spekulierten
Geographen, Seefahrer und Forscher über eine mögliche Route im Norden Amerikas. Über das
arktische Nordpolarmeer führt bei geeigneten eisfreien Flächen die Nordwestpassage, welche nur
vereinzelt und erst im 20. Jahrhundert gemeistert wurde.8

Kolonialisierung Nordamerikas
Bei der europäischen Eroberung Nordamerikas taten sich vier Staaten hervor, denen jeweils ein
besonderer Vorteil die Inbesitznahme erleichterte: England, Frankreich, Spanien und Niederlande

 England hatte einen, auch religiös begründeten, Auswanderungsdruck und konnte so


zahlenmäßig die größte Gruppe stellen. Die Britischen Kolonien reichten an der
Nordamerikanischen Ostküste bis nach Florida im Süden. Nur der höhere Norden blieb den
Französischen Kolonisten vorbehalten
 Frankreich verfügte über ein besonderes Geschick im Umgang mit der indianischen
Urbevölkerung, was später auch zur einzigen Mischethnie, den Métis führte.
 Spanien hatte bedingt durch die Rekonquista ein enormes militärisches Potenzial und
Kampferfahrung. Man orientierte sich in Richtung Mexico sowie Südamerika.
 Die Niederlande verfügten über die nötigen finanziellen Mittel, Kolonien in Nordamerika zu
gründen. Der Schwerpunkt der niederl. Kolonien lag in Mittelamerika.
1604 teilte der König von England Jakob I. seine Nordamerikanischen Kolonien wie folgt ein: Das
Gebiet vom 1. bis zum 41. nördlichen Breitengrad soll die Virginia Company of London besiedeln, das
Gebiet vom 41. bis zum 45. Grad die Plymouth Company.
1607 gilt als Gründungsjahr der ersten dauerhaften Kolonie englischer Siedler an der Ostküste
Amerikas. Es kam zum Zusammenprall dreier Kulturen: indianische Ureinwohner, weiße Siedler und
Sklaven aus Afrika. In diesem Jahr landeten die ersten Siedler aus England in Jamestown.
1620 folgten die (heute bekannteren) Pilgerväter mit der Mayflower im heutigen US-Staat
Massachusetts. Diese konnten direkt in verlassenen Indianersiedlungen Unterschlupf finden. Auch
waren die Küstenindianer nun bereit, zu kooperieren und ließen sie mit Plymouth das Einfallstor der
Engländer nach Nordamerika gründen.
Vor der Ankunft Kolumbus 1492 wies Nordamerika womöglich mehr Einwohner auf als das damalige
Europa. Die Bevölkerungszahl wird von Anthropologen und Archäologen auf bis 112 Millionen
Menschen geschätzt. Auch vermutet man eine ähnlich alte und reichhaltige Kultur wie in Europa. Der
spanische Eroberer Hernando de Soto berichtet auf seiner Goldsuche (durch das Gebiet der heutigen
US-Südstaaten) ab 1539 von einem mit Indianern dicht bevölkerten Land, die in tausenden von Kanus
die Flüsse entlangpaddelten und die Felder mit Mais bestellten. Das ganze Land war mit Städten
durchzogen, die auch Ausmaße der damaligen Städte wie Madrid oder London hatten. Der Großteil
der Bevölkerung lebte auf Farmen, sie hatten Tiergehege, Obstgärten und Teiche.
1616 wurden Krankheitserreger wie Pocken-, Hepatitis- und Masernviren von Schiffbrüchigen
eingeschleppt, als die Ureinwohner sie aufnahmen. Rund 90 Prozent der indigenen Bevölkerung
erlagen während der folgenden drei Jahre den Krankheiten. Millionen von Indianern starben an
tödlichen Keimen aus Europa. Dies führte zur Entvölkerung weiter Teile Nord- und Südamerikas,
bevor die ersten weißen Siedler ankamen.

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Unter Dezimierung der Indianer um 90 % in den ersten 100 Jahren nach der Besiedlung und Preisgabe
moralischer wie christlicher Werte kam es zum „Sieg“ der europäischen Kultur und zur Gründung von
13 britischen Kolonien an der amerikanischen Ostküste9. Diese Kolonien waren untereinander
unabhängig, jedoch dem Mutterland, England, untergeordnet. Sie erhielten ihren Verfassungsstatus
durch einen sogenannten Charter. Dieser sprach sie entweder einer Siedlungsgesellschaft (corporate
charter), einem Privateigentümer (proprietary charter) oder der Krone selbst zu (Kronkolonie). Dieser
Status änderte sich in vielen Fällen während der Kolonialzeit.
Im Laufe des 18. Jahrhunderts entwickelten sich an der Atlantikküste wichtige urbane Zentren wie
Philadelphia (1661), Boston (1630), New York (1621 als Neu Amsterdam), Montreal (um 1640). 1636
wurde mit Harvard die erste Universität in Nordamerika gegründet, 1693 folgte das College of
William & Mary und 1701 Yale in New Haven (Connecticut).
Eines der wenigen urbanen Zentren südlich von Virginia war neben der französischen Gründung New
Orleans am Golf von Mexiko Charleston (gegründet 1670, benannt nach Karl II. von England).
Charleston war eine der wenigen größeren Städte des Südens und bis Anfang des 19. Jahrhunderts
größter Umschlagplatz des Atlantischen Sklavenhandels in Nordamerika. New Orleans blieb bis zum
Aufstieg New Yorks im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts die größte und wichtigste Stadt in
Nordamerika.
Die Durchquerung des amerikanischen Kontinents erwies sich selbst in Mittelamerika nicht als
einfach. In Panama liegen Ost- und Westküste weniger als 100 km voneinander entfernt. Klimatisch
finden sich in Amerika praktisch alle Zonen, von der Arktis über boreale Wälder und Subtropen im
Norden zu den äquatorial liegenden Tropen und wiederum Subtropen und Antarktis im Süden. Ein
Großteil der Westküste wurde anfangs über Mexico besiedelt.

Staatenbildung
Zwischen dem 2. Frieden von Paris 1783, mit dessen Ratifizierung das Königreich Großbritannien die
Selbständigkeit seiner früheren Dreizehn Kolonien in Nordamerika anerkannte, der Gründung des
ersten Kaiserreich Mexiko 1821 und der Verabschiedung des British North America Act 1867
entstanden die drei größten und wichtigsten Staaten des Kontinents.
Mit dem Kauf Alaskas durch die USA schied das Russische Kaiserreich 1867 als Kolonialmacht in
Nordamerika aus. Es verblieben Großbritannien und Spanien. Eine weitere revolutionäre
Staatsgründung war das Kaiserreich Haiti, das 1804 aus einem Sklavenaufstand aus einer
französischen Kolonie hervorging. Andere Staaten verharrten bis weit in das 20. Jahrhundert oder bis
heute im kolonialen oder halbkolonialen Status. So war Kuba spanische Kolonie bis zum Spanisch-
Amerikanischen Krieg 1898, durch den es wiederum bis zur kubanischen Revolution 1959 in starke
politisch-ökonomische Abhängigkeit von den USA geriet.

1754 – 1763 Siebenjähriger Krieg und seine Folgen


Im Siebenjährigen Krieg (1754 bis 1763) hatten die 13 britischen Kolonien in Nordamerika ihre
eigenen Interessen und die des Mutterlandes noch gegen die kolonialen Ambitionen Frankreichs
verteidigt. Nach dem Friedensschluss 1763 versuchte die britische Regierung, die Kriegskosten zum
Teil durch die Erhöhung von Steuern und Abgaben in den Kolonien wieder hereinzuholen.
Hieraus entstanden Spannungen, die im Laufe der Jahre eskalierten und zu demonstrativen
Protestaktionen der Kolonisten führten, z. B. der Boston Tea Party (1773). 1774 reagierte das britische
Parlament darauf mit weiteren, restriktiven Maßnahmen, den Coercive Acts (von den Kolonisten auch
Intolerable Acts genannt).

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Die Kolonisten waren im britischen Unterhaus nicht vertreten. Ihre Parole lautete daher: no taxation
without representation („keine Besteuerung ohne parlamentarische Repräsentation“). Sie forderten
Verfassungsprinzipien ein, die im 17. Und 18. Jahrhundert zum Allgemeingut der Aufklärung wurden.
Auch deshalb fanden die Gedanken der Unabhängigkeit und der Menschenrechte, wie sie vor allem
Thomas Paine in seiner Schrift Common Sense dargestellt hatte, umso mehr Anhänger, je repressiver
das Mutterland auf Forderungen der Kolonisten reagierte. 1774 trafen sich Delegierte der Kolonien
zum Ersten Kontinentalkongress und formulierten einen Appell zu einer Kompromisslösung.
Andererseits sollte mit einem Boykott britischer Waren Druck auf die Regierung ausgeübt werden.
Am 19. April 1775 kam es in Massachusetts zu ersten gewaltsamen Zusammenstößen zwischen
Kolonisten und britischen Truppen. Mit den Gefechten von Lexington und Concord begann der
Amerikanische Unabhängigkeitskrieg. In diesem Krieg wirkten aufgrund eines Vertrages mit der
Britischen Krone rund 20.000 deutsche Soldaten vor allem aus Hessen mit. Weitere Söldner kamen
hinzu. Der Begriff „Hesse“ für die besonders schlagkräftigen deutschen Militärs entstand. Auf der
Seite der revoltierenden Kolonisten kämpften ebenfalls Deutsche, so das französische
Fremdenregiment aus Zweibrücken (Royal Deux-Ponts) unter Marschall Rochambeau.10

1776 Unabhängigkeitserklärung der dreizehn Kolonien


In der Folge entschieden sich die im Zweiten Kontinentalkongress versammelten Vertreter von 12 der
13 Kolonien für die Trennung vom Mutterland. Die Deputierten aus New York enthielten sich. Die
Proklamation der Unabhängigkeit erfolgte bereits am 2. Juli 1776, indem der Kontinentalkongress
einer Resolution des Abgeordneten Richard Henry Lee aus Virginia seine Zustimmung erteilte.
Die heute bekannte Declaration of Independence war eine zwei Tage später verabschiedete
Erläuterung dieses Beschlusses und diente der moralischen und rechtlichen Legitimation für den
Abfall von der britischen Krone und den Unabhängigkeitskrieg.
Als die Dreizehn Kolonien werden diejenigen britischen Kolonien in Nordamerika bezeichnet, die sich
im Juli 1776 in der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten vom Mutterland Großbritannien
lossagten. Zeitgenössische Dokumente listen die Kolonien fast immer in geografischer Reihenfolge
auf, in etwa von Nord nach Süd, wie auch im Folgenden (die Unterteilung in drei Regionen ist nur ein
späteres Konstrukt von Historikern):
Neuengland
 Provinz New Hampshire, das spätere New Hampshire
 Provinz Massachusetts Bay, das spätere Massachusetts und Maine
 Kolonie Rhode Island und Providence Plantations, das spätere Rhode Island
 Kolonie Connecticut und New Haven, das spätere Connecticut
Mittlere Kolonien
 Provinz New York, das spätere New York und Vermont
 Provinz New Jersey, das spätere New Jersey
 Provinz Pennsylvania, das spätere Pennsylvania
 Kolonie Delaware (vor 1776, die Unteren Countys am Delaware als Nebenland von
Pennsylvania), das spätere Delaware
Südliche Kolonien
 Provinz Maryland, das spätere Maryland
 Kolonie Virginia, das spätere Virginia und West Virginia
 Provinz North Carolina, das spätere North Carolina
 Provinz South Carolina, das spätere South Carolina
 Provinz Georgia, das spätere Georgia
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Die 13 Kolonien entsprechen bereits 16 der heutigen 50 Bundesstaaten der USA. Angeblich nähte
Betsy Ross die erste Flagge der Vereinigten Staaten mit 13 Sternen und 13 Streifen, die je eine der 13
Kolonien repräsentierten.
Andere britische Besitzungen in Nordamerika wie die frühere französische Kolonie Québec und die
Kolonien von Nova Scotia und Prince Edward Island blieben der britischen Krone loyal verbunden
und wurden später als Kanada vereinigt. Die Kolonien von Ostflorida und Westflorida blieben
während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges ebenfalls loyal.
Bei den Loyalisten handelte es sich um amerikanische Kolonisten, die der britischen Monarchie
während und nach dem Unabhängigkeitskrieg die Treue hielten. Von den patriotischen
Aufständischen, die die Revolution unterstützten, wurden sie als Tories, Royalisten oder Leute des
Königs bezeichnet. Als ihre Sache verloren war, verließen rund 20 Prozent von ihnen den
Geltungsbereich der Unabhängigkeitserklärung, um sich in anderen Teilen des britischen Empires
niederzulassen oder auch nach Großbritannien auszuwandern oder zurückzukehren. Bei einem Teil der
Loyalisten handelte es sich um Schwarze, die auch in eigenen Regimentern kämpften. Mit ein Grund
dafür war, dass es nach den Gesetzen der britischen Monarchie in Britannien keine Sklaverei gab, so
dass sich ihre Hoffnung auf Befreiung von der Sklaverei mit der Hoffnung auf einen Sieg der
Loyalisten verband.
Die letzte Kampfhandlung war die Belagerung von Yorktown durch Washington und Rochambeau mit
ihren insgesamt über 15.500 Soldaten, welche am 28. September begann und mit der Kapitulation der
Briten am 17. Oktober endete. Am Morgen des 17. Oktober bat Cornwallis um einen Waffenstillstand,
als auch seine letzten Versuche, strategische Schlüsselpunkte zurückzuerobern, gescheitert waren. Er
übergab sein gesamtes Kommando über knapp 8.000 Soldaten am 19. Oktober, nachdem er 156 Tote
und 326 Verwundete zu verzeichnen hatte.
Die amerikanischen Verluste beliefen sich auf 20 Tote und 56 Verwundete, während die alliierten
Franzosen von 52 Toten und 134 Verletzten zu berichten wussten. Mit Cornwallis’ Niederlage waren
alle britischen Hoffnungen auf einen Sieg in Nordamerika zunichtegemacht worden. Der britische
Regierungschef Lord North wurde im März 1782 entlassen, und das neue britische Kabinett erteilte
Anweisungen für Friedensverhandlungen mit der amerikanischen Delegation in Europa, die den Krieg
beendeten. 11

1783 2. Frieden von Paris


Der Frieden von Paris, der am 3. September 1783 unterzeichnet wurde, beendete formal den
Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zwischen dem Königreich Großbritannien und den Dreizehn
Kolonien in Nordamerika, die seit 1775 gegen die britische Herrschaft gekämpft hatten.
Großbritannien unterzeichnete gesonderte Verträge mit Frankreich und Spanien, die unter dem Namen
Verträge von Versailles von 1783 bekannt sind.12
Die heutige Verfassung der Vereinigten Staaten wurde am 17. September 1787 verabschiedet. Bisher
wurden 27 Zusatzartikel ergänzt. Die ersten zehn Zusatzartikel, die gemeinsam als Bill of Rights
bezeichnet werden, wurden 1791 ratifiziert und garantieren eine Vielzahl von unveräußerlichen
Rechten.13
Unter Manifest Destiny („offensichtliche Bestimmung“) versteht man eine amerikanische Doktrin des
19. Jahrhunderts. Sie besagt, dass die USA einen göttlichen Auftrag zur Expansion hätten,
insbesondere über die Mitte des 19. Jahrhunderts bestehende westliche Grenze in Richtung Pazifik.
Diese Geisteshaltung war auch ein Hauptantrieb bei der Expansion gen Westen.14 Die Expansion nach
Westen erfolgte trotz relativer Unkenntnis über Größe und Beschaffenheit der westlichen Gebiete.

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1803 Louisiana Purchase
Die Spanier, die Mexiko schon früh den Azteken abgerungen hatten, dehnten ihr Neuspanien weiter
nach Norden aus. Die Franzosen hingegen beanspruchten damals das Land vom St. Lorenz Strom über
den Mississippi bis zum Golf von Mexiko unter dem Namen Neufrankreich. Neben wenigen Siedlern
gab es hier vor allem unbekanntes Land und Indianer. In Folge des Siebenjährigen Krieges verschoben
sich die Besitzverhältnisse. Die Spanier gaben 1800 Louisiana an Frankreich zurück.
Präsident Jefferson, der New Orleans, eine wichtige Handelsstadt am Golf von Mexiko an der
Mündung des Mississippi gelegen, von den Franzosen abkaufen wollte, befürchtete ein Erstarken der
Franzosen als weitere Kolonialmacht. Die entsandten Unterhändler erwarben jedoch nicht nur New
Orleans. Der französische Kaiser hatte kein Interesse an Kolonien auf dem neuen Kontinent und
wollte lieber ein starkes USA als Puffer zwischen den Briten und konzentrierte sich auf die See-
Kolonie Saint-Domingue, dem heutigen Haiti, wo sich jedoch vor allem durch Gelbfieber eine
Niederlage der Franzosen abzeichnete.
Napoleon bot aufgrund seiner Pläne in Europa die ganze Kolonie Louisiana an. Jefferson zahlte 1803
15 Mio. Dollar bzw. 80 Mio. franz. Francs für die unbekannten Gebiete von Mexiko bis Kanada, vom
Mississippi bis zu den Rocky Mountains, eine Fläche von 2.144.476 km². Mit einem Schlag war die
Fläche der Vereinigten Staaten somit fast verdoppelt. Napoleon nutzte das Geld zur Kontrolle ganz
Europas (1805 und 1807 Krieg gegen Preußen und Österreich) und hoffte auf die USA als potentielle
Verbündete, mutmaßlich bei einer Seeblockade gegen die Briten 15
Spanien widersprach dem Verkauf, forderte selbst Teile (die südliche Hälfte der heutigen Staaten
Louisiana, Arkansas und Missouri) ein, während die USA auf eine Grenzziehung am RioGrande bis zu
den Rocky Mountains festhielt. Ebenso gab es unterschiedliche Ansichten bzgl. Westflorida, dem
Landstreifen zwischen den Flüssen Mississippi und Perdido. Östlich des Mississippi sollte nach
spanischer Meinung nur New Orleans den Amerikanern gehören. Spanien betrachtete den Verkauf als
doppelt illegal, da die Kolonie Louisiana am 3.11.1762 von dem span König Karl III. an den franz.
König Ludwig XV. lt. Vertrag von Fountainebleau zum einen mit der Vorgabe überlassen wurde, dass
Frankreich das Gebiet nicht an eine dritte Macht weitergeben dürfe und zum anderen Frankreich die
Gegenleistung schuldig geblieben war und im Gegenzug Italien nicht an Spanien gegeben hatte.
Es kam es zur Revolte in Westflorida, 1810 annektierten die USA das Gebiet zwischen Pearl river und
red River, 1812 den Mobile-District. 1819 überließ Spanien ganz Florida den USA (Adams-Onis-
Vertrag). Die neue Grenze zwischen den spanischen Kolonien und den USA verlief nun entlang der
Flüsse Sabine River, Red River, Arkansas River und dem 42. Breitengrad.

Expeditionen in den Westen


1804-1806 Lewis und Clark
Nach dem Kauf war Jefferson daran interessiert, was in dem Westen zu finden sei und vor allem, ob es
eine schiffbare Verbindung zur Westküste gäbe. Er beauftragte Meriwether Lewis, seinen ehemaligen
Sekretär, Vertrauten und Captain in der US-Army, zur Leitung und Planung einer Expedition, die den
Missisppi hinauffahren und einen Wasserweg Pazifik finden sollte. Zudem sollte das Land mit Flora
und Fauna erkundet werden. Auch sollte Kontakt zu den Indianern aufgenommen werden. Die
Ansprüche der USA sollten so auch dort verdeutlicht werden. Lewis bekam im Vorfeld der Expedition
eine spezielle Ausbildung in Medizin, Kartografie und Geografie. Mit Lieutenant William Clarke
wählte er jemanden, der in Kentucky schon in seiner Jugend Erfahrung mit Indianer gemacht hatte.
Wegen des höheren militärischen Ranges galt Lewis als Leiter und Verantwortlicher der Expedition.
Jedoch leiteten beide die Unternehmung zusammen. Lewis nannte Clark während der Fahrt auch
Captain.
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Sie hatten vornehmlich friedliche Kontakte zu vielen Indianern geknüpft, 176 neue Pflanzenarten und
über 100 Tierarten entdeckt. Einzig der Wasserweg zum Pazifik stellt sich als unerfüllbarer Wunsch
heraus, die Überquerung der Rocky Mountains als schwierig, aber nicht unmöglich. Die 140
Landkarten der Expedition waren eine wertvolle Basis für die weitere Erschließung des Westens.16

1805 Zebulon Pike


1806/07 Zebulon Pike

1812-1814 Britisch-Amerikanische Krieg


Auch bekannt als Krieg von 1812, Zweiter Unabhängigkeitskrieg oder „Mr. Madisons Krieg“, begann
der Britisch-Amerikanische Krieg mit der Kriegserklärung der USA am 18. Juni 1812 und wurde
offiziell durch den Frieden von Gent vom 24. Dezember 1814 beendet, weitere Kämpfe dauerten
jedoch noch bis in das Jahr 1815. In diesem Krieg erlebten die Vereinigten Staaten vielleicht die
militärisch peinlichsten Niederlagen ihrer Militärgeschichte. Das erfolglose 25-stündige britische
Bombardement von Fort McHenry im Hafen von Baltimore am 13.09.1814 inspirierte Francis Scott
Key zu einem Gedicht, das unter dem Titel The Star-Spangled Banner zur Nationalhymne der USA
wurde und die bei der Beschießung verwendeten Congreve-Raketen erwähnt (… the rockets' red
glare). Als Ergebnis des Krieges wurde im Wesentlichen der status quo ante bellum
wiederhergestellt.17 1819
James Madison, US-Präsident von 1809-1817, sah in der Expansion mit Eingliederung westlicher
Landesteile in die Union den Schutz aller Amerikaner. Ziel der amerikanischen Außenpolitik war es,
im Norden ein schwaches Kanada und im Süden ein schwaches Mexiko zu halten und keinen
westlichen Nachbarn. Jedediah Morse, Geograf und Vater Samuel F. B. Morse (dem Erfinders des
‚Morsecodes‘), formulierte schon 1789: „Der Mississippi war nie als westliche Grenze der Vereinigten
Staaten gedacht.“

1823 Monroe-Doktrin der Vereinigten Staaten


Ein wichtiges Abschlussdatum der ersten Welle der Staatsgründungen in Nordamerika bildet das Jahr
1823, als der 5. Präsident der USA, James Monroe in seiner Jahresansprache vor dem Kongress die
nach ihm benannte Monroe-Doktrin20 verkündete, welche bis heute die prägendste und wichtigste
Leitidee der Außenpolitik der Vereinigten Staaten ist. Kernaussage der Monroe Doktrin ist, dass sich
die europäischen Mächte vom amerikanischen Kontinent fernhalten sollten, bei gleichzeitiger Nicht-
Einmischung der Vereinigten Staaten in die Angelegenheiten anderer Staaten.
Nach den spanisch-portugiesischen Teilungsverträgen des 15. und 16. Jahrhunderts nahm zum ersten
Mal ein nichteuropäischer Staat für sich in Anspruch, Ordnungsmacht in der westlichen Hemisphäre
zu sein.

Go West
Als die US-Bürger nach Westen vorrückten, waren schwere Konflikte sowohl mit den indigenen
Amerikanern als auch mit Mexiko unvermeidlich. Bereits schwer durch Krankheiten dezimiert, waren
die Indianer nicht im Stande, dem endlosen Strom weißer Siedler und dem begleitenden Militär
Widerstand entgegenzusetzen; der indianische Niedergang und die Indianerkriege bilden dunkle
Kapitel der amerikanischen Geschichte. Der Konflikt mit Mexiko war weniger dramatisch, aber er
brachte den US-Siedlern enormen Landgewinn. Präsident Polk dokumentierte in seinen Tagebüchern
seinen festen Entschluss, jedes mexikanische Territorium in Besitz zu nehmen, das in US-Hand fiel.

TCV20 -9- Mythos Wilder Westen


Als die USA das Manifest Destiny soweit erfüllt hatten, dass sie das Land bis zum pazifischen Ozean
vollständig besetzt hatten, waren die britischen Reeder gezwungen, ihren Betrieb nach Norden in die
geringer besiedelte kanadische Gegend zu verschieben.
Am 2. Dezember 1845 verkündete US-Präsident James K. Polk dem Kongress, dass die Monroe-
Doktrin konsequent durchzusetzen sei und dass die USA ihre Sphäre im Westen aggressiv erweitern
würden. Das Manifest Destiny und viele Aussagen betreffs einer moralischen, politischen und häufig
rassischen Überlegenheit dienten dazu, die Deportation der Indianer zu rechtfertigen. Ähnliche
Lehren, wie z. B. Die Bürde des weißen Mannes von Rudyard Kipling, wurden gleichzeitig von den
Europäern anderswo in der Welt verwendet, um koloniale Eroberungen in Afrika und Asien zu
rechtfertigen.
Die Konsequenzen der Westexpansion gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren vermutlich
weiterreichend, als ihre Beförderer zuvor je ahnen konnten.

1846–1848 mexikanisch-amerikanischer Krieg


Der Glaube an das Manifest Destiny war einer der treibenden Faktoren des mexikanisch-
amerikanischen Krieges 1846–1848, in dem die späteren Staaten Nevada, Arizona, Utah, Kalifornien
und New Mexico erobert wurden.

1849 Goldrausch
Die Entdeckung von Gold 1849 und anderer Minerale beschleunigte das Wachstum des Wohlstandes
und des Reichtums einiger weniger Industrieller. Sie zog viele Glücksuchende in den Westen.

1861-1865 Sezessionskrieg
Der Amerikanische Bürgerkrieg und die Sklavenbefreiung sind ein Kapitel für sich, welches ich hier
nun nicht ausbreiten möchte. Sie förderten sicherlich eine weitere Einwanderung in die neuen Länder
des Westens.

Ausblick
Nach dem zugegeben ziemlich dichten politischen und militärischen geprägten Informationen möchte
ich im zweiten Teil des Vortrags das Siedlerleben, Architektur und Organisationsstrukturen, also
gemeinhin die Lebensumstände der Siedler beschreiben. Auch diese Themen sind spannend und
interessant und so hoffe ich erneut auf eine neugierige Zuhörerschaft

TCV20 - 10 - Mythos Wilder Westen


Inhalt zu Tucson Chronicle Vortrag 20 – Mythos Wilder Westen (Teil 1)

Teil 1 - Die Entdeckung Nordamerikas durch die Europäer ................................................................... 2


Präambel .............................................................................................................................................. 2
Die Entdeckung der neuen Welt als nautische Herausforderung ........................................................ 3
Kolonialisierung Nordamerikas .......................................................................................................... 4
Staatenbildung ..................................................................................................................................... 5
1754 – 1763 Siebenjähriger Krieg und seine Folgen ...................................................................... 5
1776 Unabhängigkeitserklärung der dreizehn Kolonien ................................................................. 6
1783 2. Frieden von Paris ................................................................................................................ 7
1803 Louisiana Purchase ................................................................................................................. 8
Expeditionen in den Westen ................................................................................................................ 8
Lewis und Clarke............................................................................................................................. 8
1805 Zebulon Pike........................................................................................................................... 9
1806/07 Zebulon Pike ..................................................................................................................... 9
1812-1814 Britisch-Amerikanische Krieg .......................................................................................... 9
1823 Monroe-Doktrin der Vereinigten Staaten ............................................................................... 9
Go West ............................................................................................................................................... 9
1846–1848 mexikanisch-amerikanischer Krieg ............................................................................ 10
1849 Goldrausch............................................................................................................................ 10
1861-1865 Sezessionskrieg ........................................................................................................... 10
Ausblick ................................................................................................................................................ 10
Anhang .................................................................................................................................................. 11
Quellen .............................................................................................................................................. 19
Endnoten............................................................................................................................................ 19

TCV20 Inhalt Mythos Wilder Westen


Mythos Wilder Westen

Teil 1
Die Entdeckung Nordamerikas durch die Europäer
Skriptum zum öffentlichen Vortrag des Tucson Chronicle
gehalten von AWRCATS Writer am 03.08.2017 (1868 in der RP-Zeitrechnung)

auf der SecondLife-WildWest-Sim AZ Arizona in der Skybox

TCV20 Mythos Wilder Westen


TCV20 -1- Mythos Wilder Westen
Anhang

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b3/Christian-krohg-leiv-eriksson.jpg

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d0/Z%C3%BCge%2C_Landnahmen_und_Siedlungsgebiete_der_Nordm%C3%A4nner_-_800-1050.png

TCV20 Anhang - 11 - Mythos Wilder Westen 1


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c0/Waldseemuller_map_2.jpg Assemblage mehrerer Kartenblätter

TCV20 Anhang - 12 - Mythos Wilder Westen 1


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9c/Ct000725C-wh012_5-Universalis_cosmographia_secundum_Ptholomaei_traditionem_et_Americi_Vespucii_alioru-m-que_lustrationes..png
Ausschnitt aus dem oberen Kartenrand mit der globalen Übersicht über den ‚amerikanischen Kontinent‘ und dem Bezug zu Vespucci und
Teilen Asiens. Da man nur einen Teil der Ostküsten kannte, ergibt sich eine starke Abweichung gegenüber späteren Kartierungen. Der
unbekannte Westen ist noch „Terra vetra incognita“ mit willkürlich gerader Küstenlinie. Der Breitengrad 0 verläuft auf der Neufassung der
Ptolemäischen Weltkarte von 1507 westlich von Afrika.

http://www.blauwasser.de/wp-content/uploads/Azorenhoch.jpg

TCV20 Anhang - 13 - Mythos Wilder Westen 1


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b3/The_Four_Voyages_of_Columbus_1492-1503_-
_Project_Gutenberg_etext_18571.jpg

The Trappers Bride nach Alfred j. Miller, 1845

TCV20 Anhang - 14 - Mythos Wilder Westen 1


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b6/Frank_bond_1912_louisiana_and_the_louisiana_purchase.jpg

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4d/LouisianaPurchase.png

TCV20 Anhang - 15 - Mythos Wilder Westen 1


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/94/U.S._Territorial_Acquisitions.png

TCV20 Anhang - 16 - Mythos Wilder Westen 1


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6a/Map_of_Missouri_River_and_Vicinity.jpg

TCV20 Anhang - 17 - Mythos Wilder Westen 1


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fa/Karte_Lewis-und-Clark-Expedition.jpg

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6c/Map_of_Lewis_and_Clark%27s_Track%2C_Across_the_Western_Portion_of_North
_America%2C_published_1814.jpg

TCV20 Anhang - 18 - Mythos Wilder Westen 1


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e0/Lewis_and_clark-expedition.jpg

Quellen
Wikipedia

Emmerich, Alexander: Der Wilde Westen – Mythos und Geschichte, Stuttgart 2009

weitere Quellen s. Benennungen in den Bildverweisen und Endnoten

Endnoten
1
(ital. Cristoforo Colombo, span. Cristóbal Colón, port. Cristóvão Colombo, latinisiert Christophorus Columbus)
wurde um 1451 in Genua, Republik Genua geboren und starb am 20. Mai 1506 in Valladolid, Krone von
Kastilien), https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Kolumbus
2
Nach heutigem Forschungsstand wanderten die amerikanischen Ureinwohner am Ende der letzten Eiszeit, in
Nordamerika als Wisconsin glaciation (Wisconsin-Eiszeit) bezeichnet, vor nicht mehr als 15.000 Jahren in
mehreren Wellen ein. Genetische Untersuchungen zeigen, dass die Vorfahren der rezenten Amerikaner den
Kontinent frühestens vor 18.000 Jahren erreicht haben. Für ihre Abschätzung hatten die Forscher bestimmte
Regionen des Y-Chromosoms bei der heutigen amerikanischen Urbevölkerung untersucht. Hier entdeckten sie
eine Mutation, die auch heutige Asiaten tragen, die vermutlich vor 18.000 Jahren im menschlichen Erbgut
auftrat. Die Trennung zwischen Asiaten und Amerikanern müsste demnach später erfolgt sein.
Für die Entdeckungen durch die Wikinger werden deren Vinland-Sagas herangezogen. Demnach hatte sich Leif
Eriksson für seine Fahrt nach Amerika von Herjólfsson beraten lassen, welcher Grönland erreichte. Eriksson und
seine Männer bauten an der Küste Häuser und überwinterten an einem Küstenstreifen, den sie Vinland nannten.
Im nächsten Frühjahr segelten sie zurück nach Grönland. Während Leif die Nachfolge seines Vaters Erik des
Roten als Führer von Brattahlíð antrat, fuhr sein Bruder Thorvald nach Amerika, fand die Häuser von Leif,

TCV20 Anhang - 19 - Mythos Wilder Westen 1


wurde aber in einem Streit mit der einheimischen Bevölkerung getötet. Sein Steuermann überbrachte die
Nachricht seines Todes zwei Jahre später nach Grönland. Thorstein, ein weiterer Bruder Leifs, folgte der Route
der beiden, fand Amerika aber nicht und kehrte erfolglos zurück. Im Jahre 1006 unternahm der Isländer Thorfinn
Karlsefni, der inzwischen die Witwe von Thorstein geheiratet hatte, den ersten wirklichen Versuch, Amerika zu
kolonisieren. Mit drei Schiffen und 250 Personen segelte er nach Vinland, wo er die verlassenen Hütten von Leif
fand. Nach anfänglich freundschaftlichem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung kam es zu Spannungen und
bald zu gegenseitigen Angriffen, bei denen die meisten Wikinger starben. Die Überlebenden harrten zwei
weitere Jahre in Vinland aus, bevor sie nach Grönland zurückkehrten. Es folgte ein letzter Versuch durch Leifs
Halbschwester Freydis Eriksdóttir. Kaum in Vinland angelangt, zerstritten sich die Wikinger aber untereinander.
https://de.wikipedia.org/wiki/Besiedlung_Amerikas
https://de.wikipedia.org/wiki/Vinland
3
https://de.wikipedia.org/wiki/Panamakanal#Geschichte_des_Kanals
4
Als der Freiburger Kartograph Martin Waldseemüller an einer Neuausgabe der Geographia des Ptolemäus
arbeitete, hatte dessen Kollege, der Dichter Matthias Ringmann, gerade die Reiseberichte von Amerigo Vespucci
gelesen und hielt den Italiener fälschlich für den Entdecker der neuen Welt. Dabei Vespucci ‚nur‘ die von
Kolumbus entdeckten transatlantischen Küstenlinien weiter erforscht, die Amazonasmündung entdeckt und die
Vermutung geäußert, dass es sich hier nicht um Indien oder Asien, sondern um einen eigenständigen Kontinent
handeln könnte. Sehr wohl jedoch wurden die nunmehr bekannten Küstenlinien vor allem dem Kastilischen
Königreich zugeordnet (zumindest im Kartenwerk von 1513) , also jenem Land, unter dessen Flagge Kolumbus
die neue Welt entdeckte. Unter dem Eindruck Vespuccis Reiseberichte verfasste Ringmann die Begleitschrift zur
von Waldseemüller gezeichneten Karte, die gemeinsam mit ihr am 25. April 1507 unter dem Titel
Cosmographiae Introductio erschien. Darin schrieb er:
„[I]ch sehe nicht ein, warum nicht (dieser Erdteil) nach dem Entdecker Amerigo, einem Mann von klugem Geist,
‚Amerige‘, also das Land des Americus oder ‚America‘ genannt werden soll: denn sowohl Europa, als auch Asia sind
Namen, die sich von Frauen ableiten.“ – Matthias Ringmann: Cosmographiae Introductio. 25. April 1507
Kopien der Karte verbreiteten sich schneller als Waldseemüller den Irrtum korrigieren konnte. In seinem größten
Kartenwerk von 1513 tauchte der Name „America“ nicht mehr auf, stattdessen wies er darauf hin, dass der
Kontinent „von Christoph Columbus im Auftrag des Königs von Castilien entdeckt“ worden war. Bis zu seinem
Tod wollte er „den neuentdeckten Kontinent ‚Brasilien‘ oder ‚Papageienland‘“ nennen. Bereits wenige Jahre
nach dem Erscheinen dieser Karte sprach die Fachwelt ausschließlich von America, wohl auch weil dies eine
gelungene Wortschöpfung war. Spätere Versuche anderer Kartographen, den Kontinent nach Kolumbus zu
benennen, führten lediglich zur Benennung von Kolumbien. Die Erben von Kolumbus erreichten erst im 16.
Jahrhundert durch ein Gerichtsverfahren, dass Kolumbus als Entdecker Amerikas festgeschrieben wurde.
https://de.wikipedia.org/wiki/Amerika
5
Bis zur Erfindung des Dampfschiffes konnte der Atlantik nur mit Segelschiffen überquert werden. Die
Windverhältnisse sind abhängig von den Jahreszeiten. Als Zwischenstopp bieten sich die Kanarischen Inseln und
die Kapverden an, um dann die Passatwinde nutzend auf Amerika zu treffen, meist im Bereich der Karibischen
Inseln, z. B. Barbados. Hauptgründe für eine Atlantiküberquerung waren Handel (in beiden Richtungen),
Auswanderung (von Europa nach Amerika), Reisen und Sklaventransporte (von Afrika nach Amerika). Das
Schiff Sirius war das erste dampfbetriebene Schiff, das den Atlantik 1838 überquerte.
Die durchschnittliche Nonstop-Atlantikpassage mit einer Länge von 2700 Seemeilen (Kanaren - Barbados)
dauert bei durchschnittlicher Geschwindigkeit von knapp 5 Knoten ca. 22 Tage.
https://de.wikipedia.org/wiki/Atlantik%C3%BCberquerung
http://www.blauwasser.de/atlantikueberquerung
Das Blaue Band wurde wahrscheinlich in den 1860ern von transatlantischen Reedereien zu Publizitätszwecken
eingeführt. Anderen Quellen zufolge ist es eine Kreation von britischen Journalisten, die diesen Begriff gegen
Ende des 19. Jahrhunderts aus dem heimischen Pferdesport, dem Derby, für die Schifffahrt entlehnt haben. Seit
1780 wird beim Derby nachweislich eine Blaue Schleife dem schnellsten Pferd verliehen – als äußeres Zeichen
des Sieges. Die Blaue Schleife als Auszeichnung geht wohl wiederum auf den Orden vom Heiligen Geist (dort
mit der Vergabe des Cordon bleu) zurück, in frankophonen Ländern wird sie auch für besondere Kochkünste
verliehen.
In der Dampfschifffahrt bekam nun jedes neue Passagierschiff, das mit seiner Durchschnittsgeschwindigkeit bei
der Nordatlantiküberquerung einen Rekord aufstellte, diese Ehrung verliehen. Die vorangegangenen, seit 1838
unter dem Begriff „record breaker“ geführten Dampfschiffe wurden quasi posthum mit dieser Ehre
ausgezeichnet. Daher beginnen alle Listen der Rekordschiffe mit Sirius und Great Western aus dem Jahr 1838.
Der Beginn der transatlantischen Dampfschifffahrt ist somit auch der Beginn der Geschichte des Kampfes um
das Blaue Band. Da es nie ein offizielles Blaues Band gab, gab es auch keine übergeordneten Institutionen, die
es an die „record breaker“ und Reedereien hätten verleihen können.

TCV20 Anhang - 20 - Mythos Wilder Westen 1


Bis zur Stiftung der Hales-Trophäe galt, dass für den Rekord die gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit auf
der Fahrt von Westeuropa nach Nordamerika, aber auch umgekehrt, als Grundlage gelten sollte. Dabei wurde
nur die Geschwindigkeit auf dem „offenen“ Ozean gemessen. Die Geschwindigkeitsrekorde wurden also in
beiden Richtungen gefahren, es war möglich, dass es zwei Rekordhalter gleichzeitig gab – einen auf Westkurs
nach Nordamerika und einen auf Ostkurs nach Europa. Die Strecke auf Ostkurs war dabei mit dem Golfstrom
und der Windunterstützung im Allgemeinen etwas schneller zu fahren. Es gab allerdings keinen Grund, die auf
Ostkurs erbrachten seemännischen und technischen Leistungen weniger zu würdigen als die auf dem
schwierigeren Westkurs.
Erst 1935 bekam die „Jagd“ nach dem Blauen Band einen offiziellen Anstrich. Der britische
Parlamentsabgeordnete Harold K. Hales stiftete eine silberne Statuette als Symbol für das Blaue Band. Die North
Atlantic Blue Riband Challenge Trophy ist etwa 46 Kilogramm schwer und 1,20 Meter hoch.
Mit Stiftung der Hales-Trophäe und Gründung eines internationalen Komitees „Blaues Band“ wurden die
Strecken und Regeln bindend festgelegt. Der Anfangs- bzw. Endpunkt auf der nördlichen Route waren der
Leuchtturm Bishop Rock auf den Scilly-Inseln vor Südwestengland und das Feuerschiff Ambrose vor der
Einfahrt in den New Yorker Hafen. Für die südliche Route galt Punta Marroquí, 15 Seemeilen südlich von
Gibraltar, als Startpunkt; der Endpunkt war ebenfalls das Feuerschiff Ambrose. Nur ein einziges Mal wurde auf
der südlichen Route ein Rekord aufgestellt, 1933, durch die italienische Rex. Die gefahrene
Durchschnittsgeschwindigkeit blieb weiterhin bindend.
Ein zusätzliches Problem waren die unterschiedlichen Längen der einzelnen Strecken. Die nördliche Route war
etwa 2600 sm lang, konnte aber je nach Starthafen (Ärmelkanal oder St. Georgskanal) um etwa 100 sm
variieren, während die südliche Route etwa 3100 sm lang war. Dies alles sorgte manchmal für Verwirrung bei
der Ermittlung und Festlegung eines neuen Rekordes.
1838 waren in Großbritannien gleich drei Gesellschaften damit beschäftigt, einen Liniendienst mit
Dampfschiffen auf dem Atlantik einzurichten – Die British & American Steam Navigation Company (B&A) aus
London, die Great Western Steamship Company (GW) mit Sitz in Bristol und die Transatlantic Steamship
Company, Liverpool. Alle drei hatten eigens Neubauten in Auftrag gegeben. Die Fertigstellung des Neubaus der
B&A, der British Queen, verzögerte sich, und so charterte die Gesellschaft den kleinen Raddampfer Sirius (703
BRT) – man wollte sich die werbewirksamen Auswirkungen der ersten Atlantikfahrt nicht entgehen lassen. Am
4. April 1838 stach die Sirius nach New York in See, um am 22. April in der Neuen Welt anzukommen – die
Sirius war das erste Schiff, das den Atlantik ausschließlich mit Dampfkraft überquert hatte. Nur wenige Stunden
nach der Sirius traf auch die Great Western (1340 BRT) der GW ein; da die Great Western einige Tage nach der
Sirius losgefahren war, war sie die schnellere. Die Überfahrt der Great Western dauerte 15 Tage und 12 Stunden,
dies entsprach einem Mittel von 8,66 Knoten. Im Herbst desselben Jahres nahm auch die Liverpool (1150 BRT)
– der erste Dampfer mit zwei Schornsteinen – von der Transatlantic S.S. Co. den Betrieb auf. 1839 konnte die
B&A nun auch ihren Neubau, die British Queen (1862 BRT), in Dienst stellen. Der Passagierverkehr mit
Dampfschiffen auf der Transatlantikroute war eröffnet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Blaues_Band
6
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Nordamerikas
7
https://de.wikipedia.org/wiki/Seeweg
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/71/100_Years_of_ships.ogv
8
https://de.wikipedia.org/wiki/Nordwestpassage
9
New Hampshire, Massachusetts, Connecticut, Rhode Island, New York, New Jersey, Delaware, Maryland,
Pennsylvania, Virginia, North Carolina, South Carolina, Georgia
10

https://de.wikipedia.org/wiki/Amerikanischer_Unabh%C3%A4ngigkeitskrieg#Die_Rolle_der_.E2.80.9EHessen.
E2.80.9C_bzw._Deutschen
11
https://de.wikipedia.org/wiki/Dreizehn_Kolonien
12
Der ‚Zweite Pariser Vertrag‘ enthält folgende Bedingungen:
 Anerkennung der dreizehn Kolonien als die unabhängigen Vereinigten Staaten von Amerika [Artikel 1]
 Festlegung der Grenzen zwischen den Vereinigten Staaten und Britisch-Nordamerika [Artikel 2] (aus
diesem Teil des Vertrages und der Anwendung der Mitchell-Karte resultiert der Northwest Angle)
 Garantie für Fischereirechte für US-amerikanische Fischer in den Grand Banks, vor der Küste von
Neufundland und im Sankt-Lorenz-Golf [Artikel 3]
 Anerkennung der Pflicht, rechtsgültig entstandene Schulden auf beiden Seiten zu bezahlen [Artikel 4]

TCV20 Anhang - 21 - Mythos Wilder Westen 1


 Der Kongress der Vereinigten Staaten wird der staatlichen Legislative „mit Nachdruck vorschlagen“, den
britischen Bürgern, die rechtmäßige Besitzer konfiszierten Landes waren, bei der Rückerstattung allen
Landbesitzes, aller Rechte und Besitztümer zu helfen [niemals erfüllt, Artikel 5]
 Der US-Kongress wird weitere Konfiskationen verhindern [Artikel 6]
 Kriegsgefangene beider Seiten werden in die Freiheit entlassen und alle Ausrüstung, die von der britischen
Armee in den Vereinigten Staaten zurückgelassen wurde, wird nicht beschädigt (einschließlich der
schwarzen Sklaven) [Artikel 7]
 Großbritannien und die Vereinigten Staaten haben beide immerwährenden Zugriff auf den Mississippi River
[Artikel 8]
 Territorien, die von den Amerikanern nach Abschluss des Vertrages besetzt werden, werden ohne
Kompensation zurückgegeben [Artikel 9]
 Der Vertrag ist innerhalb von sechs Monaten nach der Unterzeichnung durch die Vertragsparteien zu
ratifizieren [Artikel 10]
https://de.wikipedia.org/wiki/Frieden_von_Paris_(1783)
13
https://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigte_Staaten
14
Manifest Destiny: Die Redewendung, die so viel wie offensichtliches (oder unabwendbares) Schicksal
bedeutet, hatte der New Yorker Journalist John L. O’Sullivan 1845 in einem Artikel der Zeitschrift „The United
States Democratic Review“ geprägt, als er schrieb, es sei „die offenkundige Bestimmung der Nation, sich
auszubreiten und den gesamten Kontinent in Besitz zu nehmen, den die Vorsehung uns für die Entwicklung des
großen Experimentes Freiheit und zu einem Bündnis vereinigter Souveräne anvertraut hat.“ Manifest Destiny
war nie eine bestimmte Politik oder Ideologie; es war ein allgemeiner Begriff, der Elemente des amerikanischen
Exzeptionalismus, Nationalismus und Expansionismus in einem übergreifenden Sendungsbewusstsein
vereinigte. In dieser Tradition ist auch die Erforschung und geplante „Eroberung“ des Weltraums zu sehen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Manifest_Destiny
15
https://de.wikipedia.org/wiki/Louisiana_Purchase
Auf Anweisung von James Monroe wurde ab 1815 begonnen, die neuen Gebiete zu vermessen. Zu diesem
Zweck wurde eigens ein Vermessungspunkt konstruiert. Seit 1926 steht dort an dessen Stelle ein Gedenkstein
und 1961 wurde dort der Louisiana Purchase State Park gegründet. Präsident James Monroe ordnete 1815 die
Vermessung der neuen Gebiete an. Als Ausgangspunkt für die Vermessungen wurde ein Punkt festgelegt, an
dem sich der Längengrad des Zusammenflusses von Arkansas und Mississippi River und der Breitengrad der
Vereinigung des Saint Francis River mit dem Mississippi River kreuzen.
Auf diesen Kreuzungspunkt bezogen sich die Vermessungen in Arkansas, Missouri, Iowa, Minnesota, North
Dakota und Teilen von South Dakota. Im Laufe der Zeit geriet der genaue Punkt in Vergessenheit und wurde erst
1921 bei Vermessungsarbeiten der County-Grenzen wiederentdeckt. An Stelle der Gummibäume, die 1815 zur
Kennzeichnung gepflanzt worden waren, wurde 1926 zusätzlich ein 2 m hoher Gedenkstein aus Granit gesetzt
und 1961 der Louisiana Purchase State Park eingerichtet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Louisiana_Purchase_State_Park
16
http://www.lewisandclarkexhibit.org/index_flash.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Lewis-und-Clark-Expedition
Nach intensiver Vorbereitung brach Clarke mit einem Großteil der Mannschaft am 14. Mai 1804 auf. Am 21.
Mai traf er Lewis und den Rest der Truppe in St. Charles. Mit Booten ging es den Missouri River hinauf. Man
traf dort auf Mestizen, französisch sprechende Kreolen und Indianer, die aus dem Osten hierhin geflüchtet waren
und auf ‚erste Amerikaner‘ wie den frontierman Daniel Boone, der hier im Westen in der freien Natur lebte.
Clark übernahm Navigation und Kartografie, Lewis sammelte bei Landgängen Pflanzen und skizzierte die
Landschaft. Nach drei Monaten, im August, trafen sie erstmals auf Indianer vom Stamm der Oto. Als Geschenk
überreichte Lewis u. a. Münzen mit dem Bild von Jefferson und eine US-Flagge. Ende September traf man auf
Tenton-Sioux. Deren Häuptling Black Buffalo war nicht so einfach zu überzeugen und fast eskalierte das
Zusammentreffen. Als beide Seiten schon mit ihren Waffen aufeinander angelegt hatten, sprang Clark mit dem
Säbel zwischen die Kontrahenten und befahl den Soldaten, die Waffen zu senken und sich zurückzuziehen. Die
Sioux honorierten den mutigen Schritt und zogen sich ebenfalls ohne Kampf zurück. Clark eilte hierdurch ein
Ruf als kühner und friedliebender Mann voraus, was die zukünftigen Verhandlungen mit weitern Häuptlingen
begünstigte.

Im Oktober schlugen sie am Oberlauf des Missouri ihr Winterlager ‚Fort Mandan‘ direkt gegenüber der Dörfer
der Mandan und Hidatsa auf. Sie tauschten mit den-Indianern Waren gegen Nahrungsmittel und Pelze und trafen
dort auch den Trapper Toussant Charbonneau und dessen schwangere Frau, die Schoschonin Sacagawea. Die

TCV20 Anhang - 22 - Mythos Wilder Westen 1


beiden schlossen sich der Expedition an. Zudem erhielten Sie Kartenmaterial von einer Erkundung von John
Evans, der das Gebiet 1795-96 erkundete. Am 11. Februar 1805 gebar sie im Winterlager einen Sohn, Jean
Baptiste, der fortan das jüngste Mitglied der Expedition war. Sacagawea diente als Dolmetscherin und
Vermittlerin sowie als Kundschafterin. Erst später erfuhr Sacagawea, dass sie eine Schwester des
Schoschonenhäuptlings Cameahwai war und 1788 in Iowa geboren wurde.

April 1805 brach man wieder auf, benötigte einen Monat zur Umgehung der Great Falls und folgten dem
Missouri bis zu seiner Quelle, welche aber noch diesseits der Rocky Mountains liegt. Auf der Suche nach einem
Pass über die Rocky Mountains traf man auf die Schoschonen unter Häuptling Cameahwai. Dieser unterstütze
die Expedition seiner wiedergefundenen Schwester mit Packpferden und dem Kundschafter Old Toby. Mit dieser
Hilfe überquerte man die Rockys. Entlang des Clearwater Rivers und einem Seitenarm des Columbia Rivers,
dem sie dann folgten, gelangten sie im November 1805 als erste Amerikaner den Pazifik. An der Flussmündung
errichtete sie das Winterlager Fort Clatsop.

Am 23.03.1806 brachen sie wieder nach Osten auf, teilten sich aber in zwei Gruppen, um ein größeres Gebiet zu
erforschen. Lewis zog entlang des Missouri, Clark entscheid sich für eine südlichere Route und erforschte den
Yellowstone River. Juli 1806 geriet Lewis in Montana unwissentlich in einen Konflikt mit acht Indianern vom
Stamm der Blackfoot. Die Blackfeet trieben schon länger Handel mit den hiesigen Trappern und erhielten u. a.
Waffen und Munition, welche ihnen im Kampf gegen die von ihnen unterdrückten Nez Percé und Schoschonen
nützlich waren. Clark lud die Blackfoot zu einer Kooperation mit den Amerikanern ein. Als er jedoch erwähnte,
dass die Schoschonen und Nez Percé ebenfalls in freundschaftlicher Allianz mit den Amerikanern verbunden
seien, kippte die Stimmung schlagartig. Der freundlich gemeinte Vorschlag bedeutete eine unmittelbare
Bedrohung für die Blackfoot. In der Nacht versuchten die Indianer, die Waffen der Entdecker zu stehlen und es
kam zu einem Kampf. Zwei Indianer starben, die restlichen sechs flüchteten und berichteten ihren Häuptlingen
über den Vorfall und die Ideen der Amerikaner. Danach betrachteten die Blackfeet alle Amerikaner als Feinde.
Der Kampf der Prärieindianer gegen die USA dauerte noch 90 Jahre an.

Zwei Wochen später trafen Clark und Lewis wieder zusammen, am 14.08.1806 erreichte man gemeinsam fort
Mandan, wo Sacagawea und Charbonneau zurücklieben. Am 23.09. erreichte die Expedition ihren
Ausgangspunkt, St. Louis.
17
Madison rechtfertigte die Kriegserklärung durch:
Die Zwangsrekrutierung (impressment) amerikanischer Seeleute in die britische Kriegsmarine (Royal Navy).
Übergriffe britischer Kriegsschiffe gegen amerikanische Schiffe.
Die britische Blockade amerikanischer Häfen, um Handel mit dem von Napoleon besetzten Europa zu
unterbinden.
Die Weigerung der britischen Regierung, ein Verbot aufzuheben, das den neutralen USA angesichts der
napoleonischen Kontinentalsperre den Handel mit den europäischen Staaten untersagte.
Die angebliche Aufstachelung von Indianervölkern zu Gewaltakten gegen die USA.
https://de.wikipedia.org/wiki/Britisch-Amerikanischer_Krieg
18
https://de.wikipedia.org/wiki/The_Star-Spangled_Banner
19
https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Baltimore

20
Die Monroe-Doktrin (engl. Monroe Doctrine) geht auf die Rede zur Lage der Nation vom 2. Dezember 1823
zurück, in der US-Präsident James Monroe vor dem Kongress die Grundzüge einer langfristigen Außenpolitik
der Vereinigten Staaten entwarf. In der Tradition Jeffersons stellte er dabei eine irreversible Unabhängigkeit der
amerikanischen Staaten von den europäischen Mächten fest, d. h. von der Alten Welt.
Monroe formulierte die Existenz zweier politischer Sphären (two spheres). Er betonte das Prinzip der
Nichteinmischung (non-intervention) der Vereinigten Staaten in europäische Konflikte und forderte ein Ende
aller Kolonialisierungsbestrebungen in der westlichen Hemisphäre (non-colonization). Außerdem kündigte er ein
Eingreifen der USA für den Fall an, dass die europäischen Kolonialmächte diese politischen Grundsätze
ignorieren sollten. Die Forderung an die europäischen Mächte, die nunmehr unabhängigen Staaten
Lateinamerikas nicht zu rekolonialisieren, wurde verkürzt zur Parole „Amerika den Amerikanern“.
https://de.wikipedia.org/wiki/Monroe-Doktrin

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