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Lean Development
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Lean Development (auch Lean Product Development) trägt das erfolgreiche Management-Konzept
„Lean Production“ in die Entwicklung und den ganzheitlichen Produktentstehungsprozess.

Die Anwendung schlanken Denkens in der Produktion hat zu großen Erfolgen geführt. Die
Erfolgsgeschichte von Toyota kann aber in ihrer Dynamik und Nachhaltigkeit durch eine schlanke
Produktion alleine nicht mehr erklärt werden. Durch die Analyse der vergangenen Jahre ist vielmehr
deutlich geworden, dass Lean Production bei Toyota nicht etwa ein singuläres Produktionssystem ist,
sondern vielmehr das Ergebnis einer Unternehmenskultur im Bereich der Produktion darstellt.

Genau diese schlanke Unternehmenskultur ist es nun, die über die Produktion hinaus auch weitere
Unternehmensprozesse prägt – insbesondere den der Produktion direkt vorgelagerten Kernprozess
der Produktentstehung. Damit werden die traditionellen Organisationsfelder wie Innovation, F&E-
Management, Vorentwicklung, Applikation, Anlaufmanagement, Entwicklungslieferanten, etc. auf
ein in sich geschlossenes gemeinsames Fundament gestellt.

Inhaltsverzeichnis
n 1 Die fünf Leitprinzipien des Lean Konzeptes
n 2 Einzelnachweise
n 3 Siehe auch
n 4 Literatur
n 5 Weblinks

Die fünf Leitprinzipien des Lean Konzeptes


1. Wert: Spezifiziere präzise den Wert deines Produktes
2. Wertstrom: Erkenne den Wertstrom
3. Flow: Erzeuge einen Wertstromfluss ohne Unterbrechungen
4. Pull: Lasse den Kunden den Takt der Bearbeitung bestimmen
5. Perfektion: Verbessere die Dinge kontinuierlich

sind eben auch in der Entwicklung zu verwirklichen und prägen dann das Lean Development (engl.
lean product development) des jeweiligen Unternehmens.

Vereinfachend kann man sagen, dass Lean Development im Kern darauf beruht, Strukturen, Prozesse
und Werkzeuge auf Unnützes, das heißt „Verschwendung“ (jap. MUDA), hin zu untersuchen und die
identifizierten Schwachpunkte und deren Verschwendungsursachen durch Gegenmaßnahmen zu
bekämpfen. Im Zentrum der MUDA-Eliminierung steht die Erkenntnis, dass die gleichen Prinzipien,
die zu effizienter Produktion führen, auch auf die Leistungserstellung in der Produktentstehung
anwendbar sind und dort zu einer effizienten („die Dinge richtig machen“) und effektiven („die
richtigen Dinge machen“) Arbeitsfolge führen. So entsteht Lean Development, das aufgrund seiner
enormen Reichweite und Hebelwirkung das Potenzial für einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil
bietet. Die Studie „Lean Development in Deutschland“[1] hat unter anderem gezeigt, dass in
Entwicklungsprozessen 20–30 % der Kapazität durch Verschwendung gebunden sind. Ziel der Lean
Development Initiativen ist es, diese neu gewonnene Kapazität in wertsteigernde Tätigkeiten zu
investieren, so dass z. B. die Time-to-Market verkürzt wird, mehr Projekte mit gleicher Mannschaft

http://de.wikipedia.org/wiki/Lean_Development 26.02.2010
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möglich werden, sichere Produktionsanläufe und eine bessere Produktqualität gesichert werden.

„Lean Development“ darf nicht mit dem Toyota System verwechselt werden. Toyota war der
Benchmark in der Studie von Womack, Jones & Roos[2] am MIT (Bosten, USA). LEAN ist jedoch
ein aus dieser Studie entwickeltes akademisches Konstrukt, dass sich bis zum heutigen Tag
weiterentwickelt und im umfassenden „LEAN-Thinking“-Ansatz mündet. Die zum Toyota Product
Development (z. B. Morgan & Liker)[3] öffentlich zugänglichen Informationen beschreiben eher das
Vorgehen für Applikationskonstruktionen und greifen damit als Kopiervorlage eher zu kurz.

Lean Development ist noch ein wenig beachteter Ansatz, wobei die Studie darauf hindeutet, dass
viele Unternehmen bereits auf dem Weg sind diesen aufzugreifen. Betrachtet man die aktuelle
Fachliteratur, so ist zu erkennen, dass mit unterschiedlichen Herangehensweisen gearbeitet wird.
Diese reichen von umfangreichen, methodischen Systembeschreibungen, über Methodenbaukästen,
bis hin zu punktuell, aufgabenfixierten Praxislösungen. Es ist zu erwarten, dass sich das Konzept,
getrieben durch die Praxiserfahrungen, in schnellen Schritten weiterentwickeln wird.

Einzelnachweise
1. Graebsch, M. / Lindemann, U. / Weiß, S.: Lean Development in Deutschland: Eine Studie über Begriffe,
Verschwendung und Wirkung. Dr. Hut, München 2007, ISBN 978-3899-63496-9
2. Womack, J.P. / Jones, D.T. / Roos, D.: The Machine That Changed the World: The Story of Lean
Production – Toyota’s Secret Weapon in the Global Car Wars That Is Now Revolutionizing World Ind.
Free Press, New York 2007, ISBN 978-0743-29979-4
3. Morgan, J.M. / Liker, J.K.: The Toyota Product Development System – Integrating People, Process, and
Technology. Productivity Press, New York 2006, ISBN 978-1563-27282-0

Siehe auch
n Schlankes Management
n Schlanke Produktion (lean production)
n Toyota-Produktionssystem
n Kaizen
n Kontinuierlicher Verbesserungsprozess

Literatur
n Fieth, O. / Huber, T.: Einstieg in die schlanke Produktentstehung. In: CADplus
Business+Engineering, 04/2005, S. 23 ff.
n Joka, H.: Lean Management braucht die angstfreie konstruktive Diskussion. In: VDI
nachrichten, 7. März 2008, Nr. 10, S. 19.

Weblinks
n Jan Alonso-Michel: Leadership as a Sustainable Success Factor of Lean Manufacturing,
MBA-Thesis, International Lean Manufacturing Consulting, April 2008 (engl.)
n Lean Development Initiative
n LEANmagazin Lean Development Praxisbericht und Hintergrundinformationen

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Kategorien: Geschäftsprozessmanagement | Produktionswirtschaft

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