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Gewohnheiten

Durchbrechen
Auf Autopilot zum Erfolg!
Gewohnheiten Durchbrechen

Inhaltsverzeichnis
So änderst du jede Gewohnheit ................................................................................................................... 3
Meine Erfahrungen ....................................................................................................................................... 4
Meine Geschichte ......................................................................................................................................... 4
Deine Mauern ............................................................................................................................................... 9
Veränderung über Nacht? .......................................................................................................................... 10
Deine Willenskraft....................................................................................................................................... 10
Die 30 Tage-Testversion.............................................................................................................................. 13
Habit Gravity & Escape Velocity.................................................................................................................. 15
Härtefälle .................................................................................................................................................... 18
Wie du Erfolg unvermeidbar machst .......................................................................................................... 22

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Gewohnheiten Durchbrechen

Diese Auflage wird exklusiv über die Webseite http://speedstudents.de/ angeboten. Solltest du das
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© Copyright 2014 SpeedStudents

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der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Herausgebers unzulässig und
strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die
Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Autor: Mirko Thurm

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Gewohnheiten Durchbrechen

So änderst du jede Gewohnheit


Vielleicht hast du in deinem Leben schon mal versucht etwas zu verändern. Wir Menschen machen das
ständig. Wenn uns etwas nicht passt, probieren wir das zu ändern. Mal mit mehr, mal mit weniger
Erfolg.

Tagtäglich wird es uns in den Medien vorgelebt, dass fast alles im Schlaf über Nacht zu erreichen ist:

 Jemand wird über Nacht zum Millionär.


 Das kleine Kind aus dem Ghetto ist auf einmal ein Star in der Hip-Hop-Szene.
 Wie aus dem Nichts erscheint der nächste sportliche Superstar am Talente-Himmel und wird
ganz plötzlich mit Geld und Ruhm überschüttet.

Und du schaffst es nicht von den Süßigkeiten loszukommen?

Da läuft doch irgendwas falsch.

Naja nicht ganz. Da wir jeden Tag durch die Medien erleben, wie Veränderungen quasi aus dem Nichts
entstehen, ist es für uns sehr frustrierend, wenn etwas nicht gleich an Anhieb klappt.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der wir immer alles bekommen wollen, am besten sofort und ohne
Aufwand.

Nun, was wäre wenn ich dir sagen würde, dass du vielleicht nicht jede Gewohnheit über Nacht ändern
kannst, wohl aber in 30 Tagen?

Würdest du dann sagen: „Ja Mirko, wenn das in 30 Tagen klappt, dann probiere ich es auf jeden Fall
aus.“?

Würdest du dann sagen: „Ja Mirko, zeig mir was du da hast.“?

Gut, dann sollst du bekommen, was dich auf deinem Weg unterstützen wird.

Wenn du noch nicht ganz dahinter gekommen bist, wie du nachhaltige Veränderung in deinem Leben
erschaffen kannst, dann wirst du mit diesem Buch alle Konzepte an die Hand bekommen, um dies zu
schaffen.

Ich sage nicht, dass du jede Gewohnheit und jedes Verhaltensmuster über Nacht ablegen kannst, aber
es wird einige geben, bei denen dir das über Nacht gelingen wird.

Für alles andere nehmen wir uns etwas mehr Zeit. Das Versprechen dieses Buches:

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Gewohnheiten Durchbrechen

Wenn du motiviert bist, nachhaltige Veränderung in deinem Leben zu erreichen und langjährige, lästige
Gewohnheiten abzulegen und gegen neue positive Gewohnheiten einzutauschen und die Konzepte
dieses Buches eins zu eins anwendest, dann wirst du Erfolg haben. Und zwar nachhaltig.

Genug mit großen Ankündigungen. Bevor wir zur Sache kommen, möchte ich dich noch eine Sache
wissen lassen:

Ich bin kein Psychologe. Ich habe Psychologie nicht studiert, bin kein Arzt oder Therapeut. Dein Handeln
auf Anweisung der Inhalte in diesem Buch geschieht also auf eigenes Risiko.

Meine Erfahrungen
Unabhängig von meinem nichtvorhandenen Doktor-Titel in Psychologie, habe ich durch die Techniken,
die du in diesem Buch an die Hand bekommst, unter anderem eine lästige Gewohnheit über Nacht
abgelegt, die ich 15 Jahre lang nicht losgeworden bin. Ich war so fasziniert von dem Ergebnis, dass ich
mich selbst jahrelang als Versuchskaninchen für weitere Verhaltensveränderungen genommen habe, um
den Erfolg dieser Konzepte zu testen.

Nachdem ich für meine Verhältnisse, sehr viele Veränderungen bewerkstelligen konnte, habe ich mich
entschlossen, diese Methoden mit anderen zu teilen.

Die Ergebnisse sprechen für sich und der Erfolg war in vielen Fällen in sehr kurzer Zeit sichtbar.

Meine Geschichte
Trotz der Ergebnisse, die ich bekommen habe, würde ich das nicht auf mich, sondern eher auf die
Techniken zurückführen.

Ich bin ich kein Überflieger. Ich war es nie und werde es in diesem Leben wahrscheinlich nicht mehr sein.
Gott war bei der Ausstattung des genetischen Codes bei mir eher sparsam

Meine Mutter ist eine gebildete und gut organisierte Steuerfachangestellte und mein Vater hat etliche
Unternehmungen gegründet und voll an die Wand gefahren.

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Gewohnheiten Durchbrechen

Genauso wie einige meiner Freunde bin ich ein Scheidungskind und versuche das Trauma bis heute
irgendwie zu verarbeiten. Etwa indem ich nachts um 2 Uhr vor meinem Computer sitze und dieses Buch
schreibe;)

Von meinen Eltern habe ich zwei unterschiedliche Art und Weisen zu denken, mit auf den Weg
bekommen:

Meine Mom lebte es mir immer vor, ungeheuren Drive zu haben und Dinge anzutreiben. Obwohl sie mit
26 durch ihre Steuerprüfung fiel (wahrscheinlich weil sie sich um einen Dreikäsehoch namens Mirko
kümmern musste), hat sie irgendwie dennoch viel auf die Reihe bekommen.

Ihre Schwäche ist es allerdings „abzuschalten“ und sich zu entspannen.

Ganz im Gegensatz zu meinem Vater:

Wenn man ihn auf einer einsamen Insel mit drei Kokosnüssen aussetzen würde, wäre er glücklich und
zufrieden und könnte etwas mit sich und der Ruhe anfangen.

Und genau das ist seine Stärke und seine Schwäche zugleich: Er ist mehr der Genießer und lässt die
Dinge hier und da mal schleifen.

Ich habe immer versucht die Stärken meiner Eltern in mir zu vereinen: Wille und Ehrgeiz sowie Ruhe und
Gelassenheit.

Oftmals bin ich dabei ein wenig übers Ziel hinausgeschossen. So zum Beispiel 2007 kurz vor meinem 18.
Geburtstag.

Ich hatte mir so sehr in den Kopf gesetzt, Profi-Bodybuilder zu werden (ja verrücktes Ziel ich weiß, aber
das war wahrscheinlich das Teenie-Äquivalent eines kleinen Jungen der Feuerwehrmann werden
möchte), dass ich alle Zeichen meines Körpers komplett ignorierte und wie ein Verrückter 6 Tage die
Woche trainierte.

Mein Körper gab mir nach 6 Monaten die Quittung und verpasste mir eine ordentliche Grippe, die mich
etwas flachlegen sollte.

Durch meine jugendliche Ignoranz getrieben, ging ich (obwohl meine Grippe noch nicht auskuriert war)
trotzdem wieder zum Sport.

Vielleicht kennst du die Situation, wenn du eine Erkältung noch nicht ganz auskuriert hast, dass es dir
nach einer ordentlichen Trainingseinheit, dann noch schlechter geht als vorher.

Genau so ging es mir. Ich machte so lange weiter, bis ich absolut keine Kraft mehr hatte und mein
Körper durch diese Grippe völlig geschwächt war. Ich lag tagelang im Bett war komplett erledigt.

Leider hielt dieser Zustand etwas länger an als erwartet.

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Gewohnheiten Durchbrechen

Irgendwann war mein Körper wieder gesund, aber meine Psyche war es anscheinend nicht.

Das wusste ich aber zu diesem Zeitpunkt nicht. Ich fühlte mich lange Zeit einfach nur schlapp, müde und
erschöpft. So erschöpft, dass ich den ganzen Tag nur im Bett liegen und nichts tun wollte.

Morgens wachte ich auf, quälte mich in die Schule und hatte dabei in meinen Oberschenkeln so wenig
Kraft, dass mir öfter die Tränen kamen, weil ich mir nichts sehnlicher Wünschte, als die Kraft und
Energie zurückzubekommen, die man als junger Mann normalerweise haben sollte.

Nach ca. 7 Stunden Schulunterricht fuhr ich nach Hause und legte mich erstmal zwei Stunden schlafen.

Meine Theorie war, dass wenn ich genügend schlafen würde, ich wieder mehr Energie bekommen
würde.

Nach dem „kurzen“ Mittagsschlaf erledigte ich abends, für gewöhnlich mit letzter Kraft, meine
Hausaufgaben. Ich hatte keine Kraft rauszugehen, Sport zu machen oder Freunde zu treffen. Dieser
Zustand hielt drei Jahre lang an, ohne dass ich wusste, was mit mir los war.

Hunderte von Ärzten untersuchten mich von Kopf bis Fuß, um ausfindig zu machen, warum der Junge
denn so wenig Energie hat. Hunderte Ärzte und hunderte von Medikamenten brachten keine Lösung
und mir keine Energie.

In der Fachsprache nennen Psychologen es „psychosomatisch“, wenn sich negative Emotionen auf
körperliche Ebene manifestieren und wiederspiegeln.

So verbrachte ich die Jahre im Alter von 18-21 in meinem Bett (oftmals aber auch im Krankenhausbett)
und hatte kaum Energie und Antrieb irgendetwas zu tun.

Mein Abi habe ich mit sehr viel Energieaufwand gerade so hinbekommen.

Im September 2010 waren es nur noch 4 Wochen bis mein Studium beginnen sollte. Ich wusste, dass ich,
wenn sich mein Energielevel nicht wieder normalisieren sollte, ich keine Chance hatte mein Studium zu
absolvieren. 13 Jahre Schulunterricht und endlose Stunden hinter dem Schreibtisch, nur um einen guten
Notenschnitt zu bekommen, waren also scheinbar völlig für die Katz.

Ich war an einem Punkt, an dem ich alle Hoffnung auf ein Leben voller Energie, schon fast aufgegeben
hatte. Keine Energie zu haben ist ungefähr so, als wenn man die ganze Zeit im Rollstuhl ist. Man wünscht
sich nichts sehnlicher, als wieder laufen zu können. Aber es geht einfach nicht.

Kurz vor meinem Studienbeginn drückte mir meine damalige Freundin ein Buch in die Hand mit den
Worten:

„Mirko, du bist nicht krank. Es kommt von deinem Kopf aus. Du musst deine Gedanken nur ändern und
dann wirst du wieder gesund.“

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Gewohnheiten Durchbrechen

Etwas fassungslos schaute ich sie an und nahm das Buch in die Hand. Es war „Das Gesetz der Resonanz“
von Pierre Franckh.

Die Kernaussage des Buches war, dass in unserem Leben alles passiert, wovon wir zutiefst überzeugt
sind.

Irgendwann wurde an den Leser die Frage im Buch gesellt, wovon er zutiefst überzeugt sei.

Ich stellte mir diese Frage und war gleichzeitig zutiefst berührt: Wovon war ich überzeugt?

Dass ich krank war und keine Energie hatte.

Dann meine der Autor: „Dann wird genau das gerade in ihrem Leben der Fall sein.“

Und er hatte Recht! Genau das war in meinem Leben gerade Realität. Meine Gedanken spiegelten
meine Realität eins zu eins wieder.

Ich las das Buch zu Ende. Die Lösung, die das Buch vorschlug war es, mittels Affirmationen seine
Glaubenssätze zu verändern.

Dabei sollte man in Kombination mit Visualisierungen daran denken, wie man die Situation durchlebt,
die man erreichen möchte.

Ich stellte mir also vor, wie ich glücklich und voller Energie mein Leben fortführte, so wie andere Leute
es auch taten.

Dabei intensivierte ich die Bilder extrem: Ich stellte mir vor, wie meine engsten Freunde mir zujubelten,
dass ich wieder Energie hatte. Ich sah mich vor meinem geistigen Auge, wie ich wieder Sport machte
und das Leben mit voller Energie in vollen Zügen genießte.

Diese Bilder sah ich jeden Morgen nach dem Aufstehen und jeden Abend vor dem Schlafen gehen. Ich
stellte mich dabei in die Mitte meines Zimmers, setzte mir meine Lieblingsmusik auf und begann meinen
Film ablaufen zu lassen. Die Bilder wurden so intensiv, dass ich manchmal Gänsehaut bekam.

Um es kurz zu machen:

Zwei Tage vor Beginn meines Studiums war ich wieder fast vollkommen in Besitz meiner Energie.

Ich kann es nicht erklären, aber irgendwie haben sich die negativen Gedanken, die ich während dieser
drei Jahre hatte, in positive Gedanken umgewandelt. Und diese positiven Gedanken manifestierten sich
irgendwie auf körperlicher Ebene und gaben mir wieder Energie.

Kein Arzt und keine Medikamente haben es in drei Jahren geschafft, mich wieder gesund zu machen.

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Gewohnheiten Durchbrechen

Und in nur 4 Wochen, in denen ich mit Affirmationen und Visualisierungen gearbeitet habe, wurde ich
vollkommen gesund und erlangte wieder die Energie, die ein gesunder Junge im Alter von 21 Jahren
normalerweise hat

Irgendwie hatte ich es also geschafft durch das Anwenden der Inhalte in einem Buch meine Gesundheit
in nur 4 Wochen komplett umzukrempeln:

Von einem Typen, der keine Kraft und keine Motivation für irgendwas hat, hinzu einem Typen, der es
vor Energie und Motivation kaum abwarten konnte, morgens aus dem Bett zu steigen.

Mittlerweile erforscht die Wissenschaft die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Psyche immer
mehr.

Trotz der Tatsache, dass dieses Gebiet noch nicht vollkommen erforscht ist, ist eines vollkommen klar:

Deine Gedanken haben einen größeren Einfluss auf deine Gesundheit und dein Leben als jedes
Medikament es je haben wird.

Was du tagtäglich denkst, kann dich also umbringen oder dich zum glücklichsten Menschen der Welt
werden lassen.

Du hast die Wahl.

Um es mit den Worten von Louise Hay zu wiederzugeben:

„The point of power is always in the present moment.“

Du hast also zu jedem Zeitpunkt deines Lebens die Wahl zwischen positiven und negativen Gedanken zu
wählen.

Gebe dir also selbst die Erlaubnis, Tag ein Tag aus positive Gedanken zu haben und somit positive
Gewohnheiten in deinem Leben zu etablieren.

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Gewohnheiten Durchbrechen

Deine Mauern
Eine Gewohnheit zu verändern ist nicht das gleiche wie eine Blinddarm-Operation.

Einige Gewohnheiten haben sich über Jahre lang eingeschlichen, ohne dass du sie bewusst Gewählt
hast. Es kann daher also etwas dauern, manche Gewohnheiten zu verändern. Andere wiederum kannst
du über Nacht ändern. Im Endeffekt hängt es von dir ab und inwieweit du bereit bist, neue Dinge
auszuprobieren und anzunehmen.

Eines vorab: Du wirst auf deinem Weg auf Hindernisse treffen. Das ist ganz normal. Aber anstatt bei
einem Hindernis aufzugeben, kannst du dir das Ganze als eine Art Mauer vorstellen:

Es gibt Mauern die sind größer und es gibt Mauern die sind kleiner. Über die meisten Mauern kommst
du rüber. Vielleicht brauchst du ein paar Anläufe, aber du kommst irgendwann rüber.

Andere Mauern wiederum werden vielleicht so groß sein, dass du nicht gleich rüberkommst.

Dann hilft es nur so lange gegen die Mauer zu rennen, bis sie kaputt geht.

Du siehst, alleine die Vorstellung, die du gerade beim Lesen dieser Zeilen hattest, hat in dir das Bild
produziert, dass du durch eine Mauer durchrennen kannst und sie kaputt geht.

Denke vor jedem Hindernis einfach an eine Mauer über die du entweder rüber springst oder die du
einfach kaputt machst, indem du durch sie durchläufst.

Und wenn es mal zu schwer sein sollte, durchzukommen, dann kannst du dir Hilfe von außen holen in
Form von Techniken.

Diese Techniken werden für dich ähnlich sein, wie der Röntgenstrahl von Superman: Es wird dir damit
leichter fallen, deine Mauern zu durchbrechen. Wie wir das machen, besprechen wir zusammen in den
Zeilen weiter unten.

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Gewohnheiten Durchbrechen

Veränderung über Nacht?


Als ich 7 Jahre alt war und die ständige dumme Angewohnheit hatte, an den Innenseiten meiner
Daumen die Haut aufzukratzen (teilweise bis sie blutig waren), meinte mein Vater zu mir:

„Du hörst doch bald damit auf oder?“

Ich meinte: „Ja klar.“

15 Jahre später hatte ich es immer noch nicht geschafft, damit aufzuhören. Jedes Mal wenn ich nervös
war oder über irgendetwas nachdachte, puhlte ich an meinen Daumen.

Irgendwann bin ich auf eine der Techniken gestoßen, die ich dir in diesem Buch weiter unten vorstelle.

Ich probierte die Technik aus. Seit dem darauffolgenden Tag, habe ich nie wieder an meinen Daumen
gepuhlt.

Das ist vielleicht für dich nichts Weltbewegendes, aber wenn du ein Verhalten hast, von dem du weißt,
dass es schlecht ist für dich und von dem du vergebens versuchst, loszukommen, dann ist ein Erfolg über
Nacht etwas was dich antreibt und dir Mut gibt, weiterzumachen.

Deine Willenskraft
Bevor wir damit loslegen, dass du neue Gewohnheiten in deinem Leben etablierst, will ich dich wissen
lassen, dass die folgenden Konzepte nicht aus meinem verrückten Verstand entsprungen sind, sondern
wissenschaftlich untersucht wurden.

Inwiefern helfen uns die Erkenntnisse der Wissenschaft dabei, unsere Gewohnheiten zu ändern?

Das erste Experiment:

Im Jahr 1998 unternahm der amerikanische Sozialpsychologe Dr. Roy Baumeister ein Experiment, in dem
er herausfinden wollte, wie unsere Willenskraft funktioniert.

Er brachte Probanden an einen Tisch auf dem sich jeweils eine Schüssel mit Radieschen und Keksen
befand. Die eine Hälfte der Probanden wurde gebeten, den Keksen zu widerstehen und die Radieschen
zu essen, während die andere Hälfte der Probanden die Kekse essen durfte.

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Gewohnheiten Durchbrechen

Im Anschluss wurde jeder Teilnehmer gebeten, für 30 Minuten an einem schwierigen geometrischen
Puzzle zu arbeiten.

Das Ergebnis:

Die Probanden, die die Radieschen gegessen hatten (und ihre Willenskraft nutzen mussten, um den
Keksen zu widerstehen) gaben im Schnitt nach 8 Minuten auf, das Puzzle zu bauen.

Die Probanden, denen es gestattet war, feucht-fröhlich die Kekse zu essen, puzzelten mehr als doppelt
so lange weiter und gaben im Schnitt erst nach 19 Minuten mit dem Puzzeln auf.

Die Erkenntnis:

Die Probanden, die ihre Willenskraft eingesetzt hatten, um den Keksen zu wiederstehen, hatten
offensichtlich weniger Willenskraft zur Verfügung, um am Puzzle zu arbeiten.

Das zweite Experiment:

In einem weiteren Experiment wurde eine Hälfte der Probanden gebeten, während des Schauens eines
Kinofilms, ihre Emotionen zu unterdrücken. Sie durften bei fröhlichen Szenen also nicht lachen und
durften bei traurigen Szenen keine Trauer empfinden.

Der zweiten Hälfte der Probanden war es gestattet, den Film unter Empfinden von Emotionen zu
schauen.

Nach dem Film wurde den Probanden Eiscreme unter dem Motto eines getarnten Geschmackstests
angeboten.

Das Ergebnis:

Die Probanden die während des Films ihre Emotionen unterdrücken mussten, aßen im Geschmackstest
mehr Eiscreme.

Die Probanden, die ihre Emotionen nicht unterdrücken mussten, aßen weniger Eiscreme.

Die Erkenntnis:

Offensichtlich hatten die Probanden einen Großteil ihrer Willenskraft dafür aufgebraucht, ihre
Emotionen beim Schauen des Kinofilms zu unterdrücken, sodass sie weniger Willenskraft hatten, um der
Eiscreme zu widerstehen.

In der Sozialpsychologie ist dieses Modell auch als Ego-Depletion bekannt. Es besagt, dass unsere
Fähigkeit unser Verhalten zu kontrollieren, abhängig davon ist, wie viel Willenskraft wir zur Verfügung
haben.

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Gewohnheiten Durchbrechen

Unsere Willenskraft ist eine begrenzte Ressource in Form von Energie. Je mehr Aufgaben wir
bewältigen, die unsere Willenskraft fordern und aufbrauchen, desto weniger sind wir in der Lage unser
Verhalten zu kontrollieren.

Die Willenskraft wird unabhängig von körperlicher Anstrengung aufgebraucht.

Die Situation ist allerdings lange nicht so aussichtlos, wie du an dieser Stelle vielleicht vermutest.

Die Lösung des Problems besteht darin, eine Aktivität, die dich in deinem Leben voranbringt, zu einer
Gewohnheit zu machen.

Erst wenn deine Aktivitäten zu einer Gewohnheit geworden sind, braucht dein Körper dafür keine
Willenskraft mehr aufwenden.

Das Ergebnis: Du gehst den Dingen nach, die dich in deinem Leben voranbringen und tust dies
automatisch ohne viel Energie zu verschwenden.

In der Theorie klingen diese Worte gut.

Lass uns schauen, wie wir diese Erkenntnisse in die Praxis umsetzten.

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Gewohnheiten Durchbrechen

Die 30 Tage-Testversion
Ich will dir ein Konzept vorstellen, welches ich die 30 Tage-Testversion nenne.

Dieses Konzept ist nicht von mir. Es kommt aus der Wirtschaft, genauer gesagt aus der Software-
Branche:
Wenn du irgendwo im Internet etwas kaufst, hast du für gewöhnlich immer eine 30 Tage-Geld-zurück-
Garantie. Die Anbieter locken ihre Kunden dadurch, indem sie ihnen die Möglichkeit geben, etwas für 30
Tage lang kostenlos zu testen.

Dadurch kannst du bedenkenlos etwas kaufen und es später zurückgeben, falls es dir nicht gefällt.

Dieses Modell ist aus zwei Gründen ein sehr intelligenter Ansatz.

Es gibt 6 sogenannte Trigger, die dein Handeln beeinflussen können, ob du willst oder nicht.

Robert Cialdini beschreibt diese 6 Trigger in seinem Buch „Die Psychologie des Überzeugens“ (Ein sehr
cooles Buch übrigens, ich lese es gerade während meiner 100 Bücher in 100 Tagen-Challenge)

Zwei dieser Trigger werden bei der „30 Tage-Testversion“ ausgenutzt:

1. Reziprozität: Das bedeutet, dass wenn dir jemand einen Gefallen tut, du gerne bereit bist, ihm
auch einen Gefallen zu tun. Vorausgesetzt, dass beide Handlungen ungefähr den gleichen
Gegenwert haben. Dieser Mechanismus funktioniert deshalb so gut, weil wir damit
aufgewachsen sind. Er sorgt dafür, dass menschliches Handeln in einer Gesellschaft
funktionieren kann.

Mit Sicherheit wurdest du als kleines Kind auf einen Geburtstag eingeladen und hast im
Nachhinein das Kind, das dich eingeladen hat, auch zu deinem Geburtstag eingeladen, obwohl
du es vielleicht nicht eingeladen hättest, wenn es dich nicht eingeladen hätte.

2. Commitment und Konsistenz: Haben wir zu einer Sache erstmal „ja“ gesagt, dann ist die
Wahrscheinlichkeit hoch, dass wir auch weiterhin zu ihr „ja“ sagen werden, auch wenn sich die
Gegebenheiten zu unseren Ungunsten ändern.

Hast du schon mal jemandem etwas hoch und heilig versprochen und dich dann schlecht
gefühlt, weil du vielleicht nicht in der Lage warst, dein Versprechen einzuhalten? Wir alle
kennen die Situation und wollen zu unseren Versprechen auch stehen. Wir wollen „konsistent“
sein.

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Gewohnheiten Durchbrechen

Inwiefern spielen diese beiden Trigger eine Rolle bei der 30 Tage-Testversion?

Wenn dir jemand etwas für 30 Tage quasi schenkt, dann erhältst du dadurch einen Wert, ohne dass du
einen Gegenwert gibst. Die Hersteller der Software wissen das. Wenn dir die Software also gefällt, hast
du absolut kein Problem damit, später dafür einen Gegenwert in Form deines Geldes zu leisten.
(Reziprozität).

Auf die Frage, ob dir diese Software gefällt, antwortest du wahrscheinlich schon, nachdem du sie das
erste Mal zu Hause ausprobiert hast. Du sagst also innerlich „ja“ und hast damit eine erste Entscheidung
getroffen. (Commitment und Konsistenz).

Was bringen dir dieses Modell und diese Erkenntnisse für dein Leben?

90% deines Handelns basiert auf Gewohnheiten.

 Drehen sich deine Gedanken manchmal im Kreis?


 Läuft die Vorbereitung auf deine Klausuren meistens nach den gleichen Mustern ab?
 Probierst du mit purer Willenskraft etwas in deinem Leben zu verändern, nur um dann
festzustellen, dass du zwei Wochen später doch wieder in alte Muster zurückfällst?

Es sind deine Gewohnheiten. Dein Körper nutzt Gewohnheiten, um Energie zu sparen. Er möchte
möglichst klug und effizient handeln. Leider sind manche Gewohnheiten, wie das ständige Essen von
Süßigkeiten - Schokolade oh yeah – nicht förderlich.

Um eine neue Gewohnheit zu etablieren, kannst du die die sogenannte 30 Tage-Testversion nutzen.

Das bedeutet, dass du deine neue Gewohnheit einfach für 30 Tage lang ausprobierst. Wenn du mit den
Ergebnissen nicht zufrieden bist, musst du sie nicht weiterführen und gibst sie quasi wieder zurück.

Wenn du zufrieden bist, kannst du schauen, was du mit den Ergebnissen, die du in diesen 30 Tagen
bekommen hast, machen kannst und die Gewohnheit weiterführen. Und wenn du willst, bleibst du bei
deiner neuen Gewohnheit.

Das Ganze hat den psychologischen Vorteil, dass wir Menschen ungern etwas für immer
ändern wollen. "30 Tage lang keine Süßigkeiten essen", klingt nicht so schlimm wie "Nie wieder
Süßigkeiten essen." Am besten ist es, wenn du dich pro Monat maximal auf eine neue Gewohnheit
konzentrierst.

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Gewohnheiten Durchbrechen

Warum?

Wenn du dich auf zu viele konzentrierst, dann probierst du alles gleichzeitig zu verändern, was
dazu führt, dass du gar nichts veränderst.

Eine neue Gewohnheit pro Monat zu etablieren ist schon Arbeit genug. Wir wollen nicht, dass du
überfordert wirst und am Ende das Handtuch schmeißt.

Das brauchst du nämlich nicht: Wenn du jeden Tag nur ein kleines Stück vorankommst, dann hast du
eine neue Gewohnheit schneller etabliert, als du gucken kannst.

Gewohnheiten sind sehr mächtig. Sie können dich ins Paradies bringen (oder einem Äquivalent deiner
Wahl) und sie können dich in den tiefen dunklen Keller ziehen (oder einem Äquivalent deiner Wahl)
Dabei möchte ich noch ausdrücken, dass ich nichts gegen Leute habe, die im Keller wohnen. Ich hab
selbst mal dort gewohnt. Vielleicht brauche ich deshalb heute eine Brille. Egal, weiter im Text…

Habit Gravity & Escape Velocity


Vier Phasen durchläufst du während deiner 30 Tage-Testversion. Allein dadurch, dass du weißt, dass du
diese Phasen durchlaufen wirst, bis du 90% aller Menschen schon einen großen Schritt voraus, weil du
besser darauf vorbereitet bist.

Phase 1 – Die Ablehnphase

Wie der Name schon sagt, in den ersten Tagen, nachdem du mit deiner neuen Gewohnheit gestartet
bist, wird es einen Teil in dir geben, der diese neue Gewohnheit ablehnt. Gerade in der Anfangsphase
einer neuen Gewohnheit musst du sehr viel Willenskraft aufbringen, um die neue Tätigkeit zu einer
Gewohnheit zu machen. Daher passiert es so vielen Leuten, dass sie mit etwas anfangen, aber schon
nach kurzer Zeit wieder aufhören.

In der Ablehnphase gibt es viele Momente, wo du unmotiviert bist und hinterfragst, ob es überhaupt
richtig ist und Sinn macht, diese neue Gewohnheit zu etablieren.

 „Funktioniert dieser Gewohnheitskram wirklich?“


 „Warum mache ich mir den ganzen Stress?“
 „Eigentlich wäre es viel bequemer so wie alle anderen auch auf der Couch zu bleiben.“

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Gewohnheiten Durchbrechen

Achte auf solche Aussagen, sie sind das Zeichen dafür, dass du auf dem richtigen Weg bist. Mache
weiter.

Phase 2 – Die Widerstandsphase

Die Zeit schreitet voran und du führst deine neue Gewohnheit seit ca. 14 Tagen fort.

In dieser Phase wird der Widerstand noch größer. Du musst noch mehr Willenskraft aufwenden, um
voran zu kommen.

Du spürst diesen Widerstand auf drei Ebenen:

 Mental: Du sagst dir: „Das hat doch alles keinen Sinn, wozu das Ganze?“
 Emotional: Du sagst dir: „Ich hab kein Bock mehr, das führt doch eh zu nichts.“
 Körperlich: Vielleicht fühlst du dich ein wenig beklemmt. Das kann doch nicht gut sein oder?“

All das sind Zeichen, dass du auf dem richtigen Weg bist. Sobald diese Phase vorbei ist, bist du über den
Punkt des größten inneren Widerstandes hinaus und die neue Gewohnheit fühlt sich nun „leichter“ an.
Das ist der Übergang in die dritte Phase.

Phase 3 – Aklimatisierung

Es fällt dir und deinem Körper leichter, die neue Gewohnheit durchzuführen. Ab jetzt wird der
Widerstand immer weiter abnehmen. Du siehst schon die ersten Resultate.

Den Punkt der Aklimatisierung erreichst du nach ca. drei Wochen. Dies ist ein Orientierungswert.
Abhängig von dir und der jeweiligen Gewohnheit kannst du diesen Punkt etwas früher oder etwas später
erreichen.

Nach ca. 30 Tagen hast du dich vollkommen an die neue Aktivität gewöhnt und sie ist zur Gewohnheit
geworden. Damit wird die vierte Phase eingeleitet.

Phase 4 – Negativer Innerer Widerstand

Negativer innerer Widerstand bedeutet, dass du keinen Widerstand mehr hast, die neue Aktivität
durchzuführen. Es kommt sogar noch besser:

Negativer innerer Widerstand bedeutet, dass du dich zu dieser neuen Gewohnheit hingezogen fühlst. Es
ist wie mit dem Zähne putzen. Mittlerweile hättest du wahrscheinlich ein schlechtes Gefühl beim
Einschlafen, wenn du wüsstest, du hättest dir deine Zähne nicht geputzt. Die Chancen stehen gut, dass
du wieder aus deinem Bett aufstehen würdest, wenn du merkst, dass du dieser jahrelang eingeübten
Aktivität nicht nachkommen würdest.

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Gewohnheiten Durchbrechen

Warum heißt dieses Modell „Habit Gravity & Escape Velocity“?

Weil Anglizismen sich cool anhören.

Nein, nicht deswegen.

Das Etablieren einer neuen Gewohnheit ist ähnlich wie die der Start eines Spaceshuttles. Um überhaupt
das Gravitationsfeld der Erde zu verlassen (Gravity), muss das Spaceshuttle sehr viel Kraft in Form von
Treibstoff aufwenden. Ca. 70% des Treibstoffs verbraucht ein Spaceshuttle nach dem Start in den ersten
zwei Minuten.

Auch du musst extrem viel Kraft in Form von Willenskraft aufwenden, um in die Phase der
Aklimatisierung einzutauchen. Daher also der Name – Anziehung deiner alten Gewohnheiten – Habit
Gravity.

Die ersten 14 Tage mit deiner neuen Gewohnheit sind also die kraftaufwendigsten, aber auch zu gleich
die lohnenswertesten.

Nach ca. 30 Tagen tauchst du in die Phase des negativen inneren Widerstandes ein. Du fühlst dich zu der
neuen Gewohnheit hingezogen. Dadurch baust ein gewisses Momentum auf und verlässt alte
Gewohnheitsmuster – Escape Velocity.

Da du nun weißt, dass die ersten Tage beim Etablieren deiner neuen Gewohnheit, die
kraftaufwendigsten sind, kannst du dich mental darauf vorbereiten.

Zudem wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass unsere Willenskraft in den ersten paar Stunden
morgens nach dem Aufstehen am größten ist. Das hat vermutlich damit zu tun, dass unser Gehirn
ausgeruht ist und du dich erholt fühlst.

Daher solltest du gerade in der Anfangszeit darauf achten, deine neue Gewohnheit ziemlich schnell nach
dem Aufstehen durchzuführen. Abends vor dem Schlafen gehen, ist deine Willenskraft wahrscheinlich
aufgebraucht. Um es einfach zu sagen: Unsere Motivation lässt nach. Mache es dir also zur Gewohnheit
die wichtigen Dinge des Tages möglichst früh nach dem Aufstehen zu erledigen;)

Im Teil „Wie du Erfolg unvermeidbar machst“ gehen wir später auch noch zusammen durch, wie du
wirklich sicherstellen kannst, dass du gerade in der schwierigen Anfangszeit deine neue Aktivität aka
Gewohnheit auch wirklich durchführst.

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Gewohnheiten Durchbrechen

Härtefälle
Manchmal gibt es Situationen in denen es dich einfach überwältigt. Egal wie sehr du dich bemühst und
anstrengst, es gibt Moment, da kommt es einfach in dir Hoch und du gerätst in einen Sog aus alten
Gewohnheiten.

Wie wirst du also eine Gewohnheit los, die du über Jahre mit dir rumgeschleppt hast, die dich in deinem
Leben aber nicht weiterbringen wird?

Dazu müssen wir verstehen, aus welchem Grund wir diese Gewohnheiten, die für uns doch so schädlich
sind, ausüben.

Es ist offensichtlich, dass Rauchen schädlich ist. Warum machen es jedoch so viele Leute?

Weil es für sie eine Art Entspannung ist. Sie fühlen sich wohl dabei, sind vielleicht in guter Gesellschaft
und können Abstand von ihrem stressigen Tagesgeschehen nehmen.

Alles menschliche Handeln wird von zwei Kräften bestimmt:

Menschen wollen Freude erfahren und Schmerz vermeiden.

Obwohl es offensichtlich ist, dass das Rauchen ungesund ist, assoziiert die Person „Freude“ damit.
Deshalb raucht sie.

Wie kannst du diese Erkenntnis für dich nutzen?

Überlege dir, welche für dich negativen Gewohnheiten du hast und dann überlege, warum du sie
ausübst.

Das einzige was wir machen müssen, ist es deine Assoziation zu ändern, die du mit der jeweiligen Sache
hast.

Sagen wir, du hast die Gewohnheit an deinen Nägeln zu knabbern.

Du kannst versuchen dieser negativen Gewohnheit zu widerstehen, indem du sie unterdrückst.

Ein Gefühl oder eine Emotion zu unterdrücken, führt in 100% aller Fälle nur dazu, dass du die
Verknüpfungen in deinem Gehirn verstärkst, sodass sie später noch stärker an die Oberfläche kommt,
wodurch du noch tiefer in die negative Gewohnheit reingezogen wirst.

Wir werden also die negative Energie in positive Energie umwandeln. Wir leiten die negativen Gedanken
um und machen daraus positive.

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Gewohnheiten Durchbrechen

Diese Technik basiert aus einem Mix aus dem NLP (Neuro Linguistischen Programmieren), dem
sogenannten Swish Pattern und der Verknüpfungstechnik aus dem Gedächtnistraining.

Ich habe die Feststellung gemacht, dass, wenn ich den Swish Pattern mit der Verknüpfungstechnik
kombiniere, ich noch schnellere Resultate erziele.

Gehen wir das an einem Beispiel zusammen durch:

Sagen wir du knabberst öfter an deinen Nägeln. Dann müssen wir 5 Schritte durchlaufen, um eine
Veränderung zu erzielen.

Finde den Auslöser, der die Gewohnheit in Gang bringt. Was denkst du als erstes bevor du damit
beginnst die lästige Gewohnheit durchzuführen? Was machst du als erstes? Was ist der Auslöser?

1. Wandel die negative Gewohnheit in ein Bild um

Sieh dich selbst in einer Szene, in der du an deinen Nägeln knabberst. Deine Nägel sehen ganz
abgeranzt aus und die Leute laufen an dir vorbei, lachen über dich und sagen gehässige Dinge.
Vielleicht befindest du dich auf der Straße. Versuche die Szene nun zu übertreiben: Du könntest
dir vorstellen, wie du am Boden liegst und ganz laut schreist: „Ahhhh meine Nägel!“ Die ganze
Aufmerksamkeit ist auf dich und deine Nägel gerichtet. Je lächerlicher die Szene wird, desto
besser. Bring Farbe und Bewegung in die Szene, sexuelle Handlungen helfen auch.

Gehe die Szene so lange durch, bis der Auslöser automatisch die Szene abspielen lässt.

Wenn du also die Gewohnheit für gewöhnlich durch den Kontakt deiner Fingernägel an deinen
anderen Fingernägeln startest, dann muss dieser Auslöser dich an die oben ausgedachte Szene
erinnern.

Gehe die Szene jetzt 5 Mal durch.

Stoppe jetzt hier und gehe die Szene in Gedanken 5 Mal durch, bevor du weiterliest.

2. Wähle einen Gedanken oder eine Gewohnheit, die du stattdessen haben möchtest
(Statt der alten Gewohnheit)

In unserem Beispiel könntest du dir vorstellen, dass du sehr schöne Nägel hast und die anderen
Menschen dich dafür bewundern und dich angrinsen, wenn sie deine Nägel sehen.

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Gewohnheiten Durchbrechen

3. Wandel auch diese Vorstellung wieder in ein Bild/Szene um.

Wie in Schritt 1 gehst du jetzt durch die Szene, die du haben möchtest. Sieh dich selbst, wie gut
du dich fühlst, da du jetzt so tolle Nägel hast. Sieh wie eine hübsche Frau oder ein hübscher
Mann dir Komplimente machen. Alles nur wegen deiner neuen schönen Nägel.

4. Packe beide Szenen zu einer Szene zusammen.

Nimm dir die Szene aus Schritt 1 und Schritt 3 und „klebe“ beide Szenen zusammen. Diese
Technik wird normalerweise im Gedächtnistraining verwendet, um zwei Informationen
miteinander zu verknüpfen. Dadurch, dass du Emotionen mit drin hast, ist die Verknüpfung so
stark, dass du sie gar nicht vergessen kannst.

Stell dir vor, du bist der Regisseur in einem Film: Du hast die Anfangsszene und die Schlussszene.
Deine Aufgabe ist es, beide Szenen miteinander zu verbinden, allerdings hast du nur wenige
Sekunden an Filmmaterial übrig, sodass die erste Szene so schnell wie möglich in die zweite
Szene übergehen muss.

Du könntest dir also vorstellen wie du irgendwo auf der Straße bist und alle Menschen dich
auslachen und du dich ganz schlecht fühlst. Du kannst das ganze gerne noch ins Lächerliche
ziehen. Dein Tag ist total gelaufen, weil du dich mit solchen Nägeln nirgendswo blicken lassen
kannst.

Dann finde einen Übergang zur zweiten Szene:


Vielleicht erstrahlt die Sonne über dem Himmel und fliegt ganz plötzlich auf dich zu. Du wirst
von einer Art Energieball getroffen und fliegst quasi in die zweite Szene hinein.
Die zweite Szene ist ganz angenehm. Überall Leute, die dich bewundern, die hübsche Frau oder
der hübsche Mann, die dir aufgrund deiner Nägel zulächeln. Du fühlst dich gut und merkst, dass
du voller Energie bist. Du kannst dir auch vorstellen, wie alle Leute sich auf dem Boden vor dir
verbeugen. Je verrückter die Szene ist, desto besser kannst du sie dir merken.

Wenn du die Szene durchgegangen bist, lasse die Szene nochmal abspielen.
Spiele die Szene so oft ab, bis du sie in unter 2 Sekunden sehen kannst. Ideal ist es sogar, wenn
es weniger als eine Sekunde dauert.

Die Szene sollte sich also viel schneller abspielen, als sie es in der Realität tun würde.

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Gewohnheiten Durchbrechen

5. Testen

Jetzt musst du schauen, ob dein Film sich wirklich abspielt. Wenn du jetzt den Auslöser für die
negative Gewohnheit hast, sollte dieser automatisch den Film abrufen, sodass du am Ende bei
der schönen Szene landest (mental).

Wenn du alles richtig gemacht hast, kannst du dich kaum dagegen wehren: Der Auslöser für die
negative Gewohnheit ruft automatisch deinen Film ab, sodass du beim positiven Erlebnis
landest.

Wenn du vorher noch nie mit Visualisierungen gearbeitet hast, dann kann es am Anfang etwas
länger dauern, die Szenen zu erschaffen. Lass dich davon nicht abhalten, sobald du erstmal ein
wenig Übung hast, kannst du die Szenen in wenigen Sekunden durchspielen.

Je mehr Übung du hast, desto schneller läuft es.

Eine Sache, die ich dir empfehle ist es, die Szenen immer aus der Beobachter Perspektive zu
sehen. So als ob du der Regisseur und Kameramann zu gleich bist.

Das hat den Vorteil, dass du in der Szene nicht selber drin steckst. Es ist einfacher ein Problem
zu lösen, wenn man von außen raufschauen kann, also wenn man selbst in der Szene drin steckt.

Falls du dich dabei erwischen solltest, wieder deine negative Gewohnheit auszuführen, dann
mache dich dafür selber nicht schlecht:
Halte inne und gehe deinen Film noch mehrere Male durch, um die Assoziation zu verstärken.

Mein Tipp: Gehe deinen Film in den nächsten 3 Tagen, 3 Mal durch: heute vor dem Schlafen
gehen, morgen früh und übermorgen.
Achte darauf, dass du deinen Auslöser mit dabei hast: Du stellst dir deinen Auslöser vor und
lässt dann den Film abspielen.

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Gewohnheiten Durchbrechen

Wie du Erfolg unvermeidbar


machst
Um auf Kurs zu bleiben solltest du jetzt 5 Dinge tun:

1. Überlege jetzt, ganz genau, welche Gewohnheit den größten positiven Einfluss auf dein Leben
hätte, wenn du sie durchführen würdest.
Was bringt dich in deinem Leben derzeit am meisten voran? Was solltest du regelmäßig tun,
was du bis hierhin vernachlässigt hast?
Schreibe es dir jetzt auf. Nimm dir jetzt ein Blatt und einen Stift und schreibe auf, an welcher
Gewohnheit du für die nächsten 30 Tage arbeiten möchtest.

2. Überlege dir ganz genau, wann du diese Gewohnheit durchführst.


Wo befindest du dich, während du es machst? Zu welcher Zeit machst du es? Am besten ist
morgens nach dem Aufstehen. Was muss vorbereitet sein, damit du es tun kannst?
Schreibe dir diese Dinge jetzt auf. Plane deine Gewohnheit. Eine Studie besagt, dass die
Erfolgswahrscheinlichkeit etwas zu tun, 70% höher ist, wenn man vorher genau geplant hat,
wann und wo man dieser neuen Tätigkeit nachgehen will.
Schreibe jetzt auf dein Blatt Papier, (was hoffentlich vor dir liegt) wann und wo du deiner neuen
Gewohnheit nachgehen möchtest.

3. Bereite auf deinem Blatt Papier 30 Kästchen vor und mache dort ein Häkchen hinein, wenn du
deine Gewohnheit durchgeführt hast.
Falls du deine neue Gewohnheit nicht jeden Tag ausführst (Sport sollte man vielleicht nicht 30
Tage am Stück machen, sondern sich zwischendurch ein paar Pausen geben) – dann bereite
meinetwegen 16 Kästchen für den Monat vor, wenn du 4 Mal die Woche zum Sport gehen
möchtest.
Fakt ist: Du willst ein Häkchen setzen, jedes Mal wenn du deine neue Gewohnheit durchgeführt
hast.
Gerade in der Anfangszeit kommt hier die psychologische Komponente mit ins Spiel, die dich
unterstützt, da du visuell vor dir erkennen kannst, wie oft du deine neue Aktivität schon
durchgeführt hast.

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Gewohnheiten Durchbrechen

4. Nutze den Swish Pattern in Kombination mit der Verknüpfungstechnik, um die negative
Gewohnheit in das positive Endresultat umzuwandeln, was du haben möchtest.

5. Wenn du deine Erfolgswahrscheinlichkeiten noch weiter erhöhen möchtest, dann teile einem
Freund oder einer Freundin mit, was du vorhast und sage ihr, dass sie dich kontrollieren soll. Du
könntest deinen Freunden versprechen, dass du der jeweiligen Person 20€ für jedes Mal gibst,
wo du die neue Gewohnheit nicht ausgeübt hast.
Deine Beträge sind natürlich frei wählbar. Je mehr desto besser. Und je mehr Leute von deinem
Plan erfahren, desto besser. Natürlich kannst du das Ganze auch öffentlich machen und bei
Facebook posten.

Eins verspreche ich dir: Wenn du dich an diese Struktur hältst und diese 5 Schritte ziemlich
schnell nachdem du das hier gelesen hast, abarbeitest, dann wirst du Erfolg haben.

Der Rest liegt an dir.

Übernimm dafür Verantwortung. Am besten gleich.

Viel Erfolg mit deinen neuen Gewohnheiten

Alles Gute

Mirko

PS:

Im Jahr 2007 wurden auf einer Unternehmer-Konferenz die Ergebnisse einer Studie der Business
School der Universität von Auckland vorgestellt. Die beteiligten Wissenschaftler hatten rund
eintausend Unternehmer befragt, die im ersten Jahr nach ihrer Gründung mehr als 250.000 US-
Dollar Umsatz erzielt hatten.

Sie wollten herausfinden, ob es eine Gemeinsamkeit gibt, die alle diese Unternehmer
auszeichnet.

Die Studie ergab, dass die befragten Unternehmer trotz großer Unterschiede allesamt eine ganz
bestimmte Eigenschaft besitzen. Diese Eigenschaft ist fundamental. Sie ist zeitlos. Sie ist ein
universell gültiges Naturgesetz.

Nur die wenigsten kennen und verstehen dieses Gesetz. Es handelt sich also um ein
Erfolgsgeheimnis, und dieses Geheimnis zu kennen, ist auch für deinen Erfolg sehr wichtig.

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Gewohnheiten Durchbrechen

Dieses Gesetz lautet „Speed of Implementation“.

„Was soll das bitteschön sein?!“

Speed of Implementation ist die Geschwindigkeit, mit der du die Projekte umsetzt, die in
deinem Leben wichtig sind. Speed of Implementation ist die Zeit, die vergeht, bis du neues
Wissen, das du dir angeeignet hast, in sinnvolle Handlungen umgesetzt hast.

Speed of Implementation ist die Geschwindigkeit deiner Umsetzung!

Die oben erwähnte wissenschaftliche Studie kam zu dem Ergebnis, dass die erfolgreichen
Unternehmer neues Wissen allesamt umgehend nutzen.

Erfolgreiche Unternehmer sitzen nicht auf der Couch und denken über Strategien nach. Sie
überlegen nicht, ob sie über eine neue Idee mit 27 anderen Freunden sprechen sollten, die
allesamt nicht erfolgreich sind. Erfolgreiche Unternehmer handeln. Sie implementieren. Sie
setzen um.

Nun vielleicht bist du kein Unternehmer einer Firma. Aber du bist der Unternehmer deines
Lebens. Also setze das Wissen, dass du aus diesen Zeilen rausziehen konntest, sofort um.

PPS:

Vor kurzem habe ich ein Video im Internet gesehen. Der Typ in dem Video meinte am Ende
sowas wie:

„Die meisten Leute machen zu wenig aus ihrem Leben.

Verdammt. Du hast nur eine Chance, dir das geilste Leben zu holen, das du kriegen kannst.

Nur eine einzige Chance.

Also mach was draus.“

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Gewohnheiten Durchbrechen

Solltest du Fragen rund um die Themen Gewohnheiten, Produktivität, Zeitmanagement, Speed


Reading & Gedächtnistraining haben, dann schreibe uns gerne eine Mail an
info@speedstudents.de

Wir freuen uns von dir zu hören! 

Danke fürs Lesen

Mirko Thurm

Gründer und Trainer bei SpeedStudents

PPPS:

Wenn du dich im Web mit mir verknüpfen möchtest, fühl dich eingeladen, mich auf Facebook zu
adden:

https://www.facebook.com/mirko.thurm

https://www.facebook.com/speedstudents

Alles Gute

Mirko

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