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G. E.

Lessing: Nathan der Weise (1783)

Fragen zum Inhalt:

1. Warum geht der Tempelherr nicht in Nathans Haus? Was sagt das über ihn aus?

Er will kein jüdisches Haus betreten, er hat große Vorurteile über andere Religionen

2. Welche Aufgabe hat der Patriarch für den Tempelherren und was sagt Curd dazu?

Er soll Sultan Saladin ausspionieren und die Informationen König Philipp geben, aber er will
das nicht jemandem antun, der ihm das Leben gerettet hat.

3. Warum will Daja, dass Recha den Tempelherren heiratet?

Sie will, dass Recha einen Christen heiratet und sie nach Europa mitnimmt.

4. Was glaubt der Tempelherr, warum Nathan ihm Rechas Hand nicht geben möchte?

Er glaubt, dass Nathan Probleme mit seiner Herkunft und Religion hat, weil er ein christlicher
Bastard ist.

5. Was antwortet der Patriarch, auf Curds Frage nach dem Schicksal eines Juden, der
eine Christin aufzieht?

Er soll verbrantt werden.

6. Was geschah mit Nathans Familie?

Die Christen haben seine Frau und seine 7 Söhne umgebracht.

7. Was erzählt der Klosterbruder?

Er brachte das Kind, welches Mutter und Vater verloren hatte zu Nathan und erinnert sich an
ein Buch, in dem die Familiengeschichte

6. Wer hat nach Nathans Meinung mehr Recht auf Recha als er?

Ihre rechtmäßige Familie, ihr Onkel Saladin und ihr Bruder Curd.

7. Wie lautet die Familiengeschichte von Curd und Blanda von Filnek?

Ihr Vater war Saladins Bruder Assad, der später den Namen Leu von Filnek trug und Blanda
und Curd sind Geschwister.
Figuren:

Nathan: reicher Kaufmann aus Jerusalem, Gegner des Geldverleihens, will keine Zinsen
einnehmen  kein Wucherjude
Kein ortodoxer Jude, tolerant eingestellt, sucht den Einklang zwischen Glauben und Vernunft
Tolerant und aufgeklärt, nimmt ein christliches Kind auf, obwohl die Christen siene Familie
umgebracht haben, sieht sie als sein Kind „Das Blut allein macht noch nicht den Vater aus.“

Saladin: weise, großzügig, liberal, offen und menschlich

Der junge Tempelherr, Curd von Stauffen: tapferer Ritter, impulsiv, voller Vorurteile zeigt
religiöse Intoleranz

Der Patriarch: christlicher Fanatiker, politisch ambitionierter und hinterlistiger Gegenspieler


Saladins und Nathans, seine Intoleranz kennzeichnet Lessing nicht zuletzt durch die
dreimalige Wiederholung seiner über Nathan getroffenen Entscheidung„Tut nichts! Der Jude
wird verbrannt“.

Der Klosterbruder: Bonafides war einst ein Diener von Saladins Bruder Assad, als der den
Namen Wolf von Filnek trug, muss für den Patriarchen spionieren und intrigieren, obwohl er
dessen Machenschaften verabscheut

Daja: Witwe und Gesellschafterin Rechas, überzeugte Christin und inolerant, will Recha
unbedingt mit einem Christen verheiraten und nach Europa zurückkehren

Recha: Blanda von Filnek: kindisch, naiv und allzu schwärmerisch

Sittah: die Schwester Saladins, Strategin, gute Schachspielerin, klug, gütig, loyal
emanzipierte Frau, Gegengewicht zu den beiden weniger intellektuell angelegten Frauen
Recha und Daja.

Al-Hafi: der Bettelmönch (Derwisch), verabschiedet er sich als „klassischer Aussteiger“ an


den Ganges, wo er sein alternatives Leben als Bettelmönch leben will Anhänger der Lehre
des Zarathustra eine weitere Religion in diesem Drama

-tolerante und intelligente Menschen: Nathan, Saladin, Sittah, Al-Hafi, der Klosterbruder

-intolerante und weniger intelligente Figuren: Daja, Recha, der Patriarch, der junge
Tempelherr
Motive:

1. Humanismus und Toleranz als Grundideen der Aufklärung

2. Religiöser Fanatismus und Engstirnigkeit werden kritisiert

3. Muslime und Juden werden als tolerant dargestellt, was einer Kritik der europäischen
Intoleranz gelesen werden kann

4. Die Ringparabel: philosopische Frage nach der richtigen Religion

- Die Parabel: der Vater = der liebende Gott, die drei Ringe =
drei monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum und Islam), die drei Söhne
für deren Anhänger und der Richter = Nathan
- Gott liebt die Menschen gleichermaßen, unabhängig von ihrer
Religionszugehörigkeit, da alle drei Religionen sein Werk und alle Menschen seine
Kinder seien.
- „So lad ich über tausend tausend Jahre / sie wiederum vor diesen Stuhl. Da wird / ein
weisrer Mann auf diesem Stuhle sitzen / als ich; und sprechen. (...)“ Diese tausend mal
tausend, also eine Million Jahre, verweisen auf einen endzeitlichen Richter, in dem
wiederum Gott zu sehen ist, der die endgültige Entscheidung fällt. So steht Gott als
Vater und als Richter am Anfang und am Ende der Parabel – man kann auch sagen: am
Anfang und am Ende der Welt, nach jüdisch-christlicher Auffassung
- Weil das Maß der Echtheit des ersten Ringes darin zu sehen sei, inwieweit er „beliebt
vor Gott und Menschen“ mache, sei jeder Ring echt, der dies erfülle, und jeder unecht,
der dies nicht erfülle. Da die Brüder sich untereinander misstrauen, könne keiner ihrer
Ringe der echte sein. Die Gültigkeit jeder Religion sei demnach darin zu sehen, in
welchem Maß sie zukünftig in der Lage ist, Liebe zu stiften.
5. Die Familiengeschichte von Curd und Blanda ist als Beispiel der Verbundenheit aller
Menschen zu lesen, alle Menschen sind Geschwister

6.